HERZLICH WILLKOMMEN IM NEUEN HEFT - Raiffeisenbank Sölden

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HERZLICH WILLKOMMEN IM NEUEN HEFT - Raiffeisenbank Sölden

KOMMUNIKATION

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HERZLICH WILLKOMMEN IM NEUEN HEFT

DURCHS JAHR IM HINTEREN ÖTZTAL

EWALD SCHÖPF · Der Chronist im Tal

WIRTSCHAFTSWUNDER Genossenschaften

MIT DEM WERTPAPIERCLUB SÖLDEN NACH MOSKAU

andenken einpacken · AUSSTELLUNG 2012

Auf Saison gehen · AUSSTELLUNG 2013


INHALT

3

HERZLICH WILLKOMMEN!

Biene Bienen sind in letzter Zeit ganz schön ins Gerede

gekommen – als Sinnbild für die Bedrohung der Natur durch den Menschen, aber

auch dafür, dass ein Eintreten für den Umweltschutz Wirkung zeigt. Noch mehr

sind Bienen ein Symbol für Fleiß, für kluge Arbeitsteilung, für gute

Zusammenarbeit und damit für alle Qualitäten, die auch Genossenschaften

wie die Raiffeisenbanken auszeichnen. Was sonst als die Biene sollte also das

„Wappentier“ der Raiffeisenbanken sein?

Journal Ein Journal ist eine vielseitige Sache: Im

Zeitungswesen ähnelt es einem Magazin, im Radio wird es morgens, mittags

und abends ausgestrahlt, im Geschäftswesen dient es der chronologischen

Buchführung. Ist mit dem Begriff „Journal“ ein Tage- oder Notizbuch gemeint,

dann werden darin Ideen gesammelt, und in Frankreich und der Schweiz hieß

früher sogar ein Flächenmaß so. Vom Wort Journal leitet sich der Journalismus

ab und leider auch seine ungeliebte Kehrseite, die Journaille. Der Ursprung all

dessen ist aber immer das französische Wort „journal“, das eigentlich „jeden

einzelnen Tag betreffend“ bedeutet, und genau das wünschen wir uns für das

Journal der Raiffeisenbank Sölden: dass es immer wieder zur Hand genommen

wird und viele Tage lang interessanten Lesestoff bietet.

In unserer Arbeit sind wir gewohnt, mit

Geld umzugehen und in Zahlen zu denken.

Zugleich ist uns bewusst, dass Werte oft

nicht mit Geld aufzuwiegen oder in Zahlen

auszudrücken sind. Unsere Verantwortung

liegt in geschäftlichen Dingen, aber

auch darin, uns auf vielfältige Weise in der

und für die Region einzusetzen. Das umfasst

die Unterstützung der Vereine ebenso

wie den Austausch mit den Menschen

vor Ort oder Überlegungen zur Zukunft des

Hinteren Ötztals.

Mit dem erbe kulturraum in der Raiffeisenbank

Sölden haben wir 2010 einen Ort der

Kultur, der Geschichte und der Ideenfindung

geschaffen. Hier können wir uns mit

Themen befassen, die eng mit dem Hinteren

Ötztal verknüpft sind, etwa mit Souvenirs

in der Schau „andenken einpacken“

2012 oder mit der (Arbeits-)Migration, der

wir die Ausstellung 2013 widmen.

2014 feiert die Raiffeisenbank Sölden eGen

ihr 125-jähriges Bestehen. Aus diesem

Anlass möchten wir Ihnen die Grundlagen

unserer Arbeit – Region, Verantwortung,

Kommunikation – nahebringen und Sie

eingehend mit dem so erfolgreichen Wirtschaftsmodell

„Genossenschaft“ bekannt

machen. Das Journal, dessen erste Ausgabe

Sie in Händen halten, ist ein Mittel

dazu: Es ist Geschäftsbericht 2012, Magazin,

Kulturschau und ein Streiflicht auf das

heutige Leben in der Region.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!

Hermann Riml, Hannes Gstrein

Vorstände der Raiffeisenbank Sölden

REGION

Saison: Durchs Jahr im Hinteren Ötztal ................................................................... 4–5

Porträt Ewald Schöpf: Sölder Gedächtnis ............................................................... 6–9

Firmen im Porträt: Technische Meisterschaft, ho!

Freiraum mit Kühen, Mut zur Veränderung ...........................................................10–11

Hier und dort: Mein liebster Ort im Ort .................................................................. 12–13

Sport: Für Sportsfreund und -freundin .................................................................14–15

VERANTWORTUNG

Genossenschaft: Wirtschaftswunder ...................................................................16–18

Raiffeisenbank Sölden in Zahlen, Jahresabschluss ...........................................19–22

Mit.Einander: Perfektes Zusammenspiel ...................................................................23

Leben: Wohnen, Verkehr und Klimaschutz .......................................................... 24–25

Jung sein: Günstig davonkommen, Viel Freude für die Jungen

Club und Konten ..................................................................................................... 26–27

Team: Kluge Köpfe, neue Gesichter

Bank findet Banker ................................................................................................. 28–29

KOMMUNIKATION

WertpapierClub: Russische Impressionen .......................................................... 30–31

Zeit, sich Zeit zu nehmen ..............................................................................................32

Menschen: Lebenslinien im Holz .................................................................................33

Kulturraum: Regional verankert, überregional vernetzt .................................... 34–35

Sonderausstellung 2012: andenken einpacken .................................................. 36–37

2013 & 2014: Auf Saison gehen

125 Jahre Raiffeisenbank Sölden ......................................................................... 38–39

Impressum: Medieninhaber, Herausgeber und Verleger: Raiffeisenbank Sölden, Dorfstraße 88,

A-6450 Sölden, Tel. +43 5254 2226-0, Fax +43 5254 2526, kontakt@rb-soelden.at,

www.rb-soelden.at

Konzeption: Hannes Gstrein, Hermann Riml, Monika Kneisl, Claudia Maria Wolf, Esther Pirchner,

Niko Hofinger, Lilly Moser; Redaktion und Texte: Esther Pirchner; für den Inhalt verantwortlich:

Hannes Gstrein, Hermann Riml; Layout, Grafik: Lilly Moser/büro54

Verlagsort: A-6450 Sölden; Druck: Alpendruck, Imst; Erscheinungsweise: einmal jährlich

Offenlegung nach § 25 Mediengesetz/Grundlegende Richtung und Zweck des Magazins: Information

über Aktivitäten der Raiffeisenbank Sölden; Änderungen u. Irrtümer bei allen Angaben vorbehalten.

Fotos und Grafiken: Gerhard Berger S. 3, 7–9, 10, 11 o. re., 11 u., 13, 27 re., 28–29, 33 o. re.; Niko

Hofinger S. 4 o. li., 4 Mi. li., 4 u. re., 12; Lilly Moser S. 4 o. re., 5 Mi. re., 16, 19; Ötztaltourismus: Albin

Niederstrasser S. 4 Mi. re., Bernd Ritschel S. 5 o. li., 5 u. li., Ernst Lorenzi S. 5 o. re., G.E. S. 14/15,

Uwe Geißler S. 15 Mi.; GEPA Pictures S. 4 u. li., 15 u.; Photo Lohmann S. 5 Mi. li.; Victor Kössl S. 5 u. re.;

Gampe Thaya S. 11 o. li.; Raiffeisen Bank Sölden S. 14 li., 14 u. (2), 15 o. (2), 25, 26, 27 li., 31 o.;

almrausch.at S. 14 Mi.; Raiffeisen S. 17; photocase.com/blümchen36 S. 23; gettyimages/andersen

ross S. 24/25; Katharina Glanzer S. 30, 31 u.; Carmen Müller S. 32; privat S. 33 li.; Günter Kresser

S. 34–36, 37 (2); Verena Grießer S. 37 u.; ArtisBetriebe S. 38/39


4 REGION SAISON 5

DURCHS JAHR IM HINTEREN ÖTZTAL

JÄNNER

Sölden weltweit

Als Ort mit vielen Gästen ist die Gemeinde

Sölden auch ein Ort mit vielen Arbeitenden.

Mit Stichtag 1. Jänner 2013 waren in unserer

Gemeinde Menschen aus 48 Nationen

beschäftigt: 1.565 Männer und 1.608 Frauen

aus Österreich, 779 Männer und 763 Frauen

aus der übrigen EU sowie 185 Männer und

195 Frauen aus anderen Staaten der Welt.

DEZEMBER

Elektrifizierte Berge

DJs und Soundtüftler finden sich ab Dezember

am Giggjoch und an anderen Orten in Sölden

ein, wenn das Electric Mountain Festival zum

dritten Mal über die Bühne geht.

NOVEMBER

Im Heiligen Land

OKTOBER Immer die Ersten

Krippen gehören zu Weihnachten

wie das Jesuskind selbst. Im

November werden sie gebaut,

damit zur Weihnachtszeit

jeder Hirte, jeder Engel und

jeder Stern seinen richtigen

Platz hat.

Im Ski-Weltcup sind die

Sölder immer die Ersten.

Ende Oktober können

die Stars wie Ted Ligety,

Marcel Hirscher und

Tina Maze zeigen, was

sie in der Wintersaison

vorhaben: Gewinnen!

Playlist Schnee

SEPTEMBER Grenzgänger

Trad./Sting: The Snow It Melts the Soonest

Fleet Foxes: White Winter Hymnal

Frank Loesser: Baby, It’s Cold Outside

Joshua Radin: Winter

Herbert Pixner Project: Der Russische

Playlist Sonne

The Andrews Sisters: Rum & Coca Cola

Iz: Somewhere over the Rainbow

Shaggy feat. Rayvon: In the Summertime

Chiddy Bang: Ray Charles

Bitty McLean: It Keeps Raining

Tierische Sommerfrischler sind

die Schafe aus dem Schnals- und

Passeiertal, die auf den Weiden im

Hinteren Ötztal grasen. Seit 6.000

Jahren werden sie im Juni über den

Ötztaler Alpenhauptkamm getrieben,

im September heißt es wieder

Abschied nehmen.

FEBER 450.000 …

… Nächtigungen verzeichnet Sölden im

Feber. Reisende vor allem aus Deutschland,

den Niederlanden, dem Vereinigten

Königreich, Belgien und Russland finden

sich zu der Zeit im Hinteren Ötztal ein.

LESELUST

Martin Achrainer: Berg Heil! Alpenverein und Bergsteigen 1918–1945,

Köln-Weimar-Wien 2011.

John Leake: Eiskalter Tod. Unfall oder Verbrechen?, St. Pölten 2013.

Christoph Ransmayr: Der fliegende Berg, Frankfurt am Main 2006.

JULI

Schau, schau!

Ausstellungseröffnung im

erbe kulturraum sölden:

Nach den Souvenirs 2012 geht

es 2013 um (Arbeits-)Migration.

APRIL

Schneeeeeelefant

Der Frühling ist die Zeit der

Baustellen. Wer im Sommer

neue Gästezimmer eröffnen,

… heißt’s in Vent, wenn im Spätsommer

die Bergsteigerinnen

beziehen, im Winter die

im Herbst sein Eigenheim

und Bergsteiger anreisen. modernsten Liftanlagen in

Nicht weniger anziehend ist Betrieb nehmen will, muss

die Gegend für Mountainbikerinnen

oder Straßen-

sich im Juni dranhalten.

radler. Höhepunkt im August

ist der Ötztaler Radmarathon,

eines der schwierigsten und

schönsten Straßenrennen.

AUGUST Hoch hinaus …

MÄRZ

Heitere Zeiten

Nicht nur der Frühling macht’s, dass

Obergurgl sonnig ist. 111 Stunden Sonnenschein

im März heben die Stimmung und

lassen schon den Sommer spüren.

In allen ungeraden Jahren zieht Hannibal über

die Alpen: am Rettenbachferner, mit Elefanten

aus Schnee, Pistenbullys, Skiläufern, Tänzern und

Fallschirmspringern. Im September 2013 findet

am Marzellferner das nächste Spektakel statt:

das Wandertheater „Friedl mit der leeren Tasche“.

MAI

Stell dir vor, es geht das Licht aus …

Pause vom Touristentrubel macht Sölden im Mai:

Energieverbrauch und

Abwasseraufkommen

sinken, die Schulen

bleiben knapp zwei

Wochen geschlossen:

Zeit auszuruhen oder

selbst auf Urlaub zu

fahren.

JUNI Auf gebaut kommt’s drauf an


6 REGION

PORTRÄT

7

Sölder Gedächtnis

Seit fast dreißig Jahren ist Ewald Schöpf Chronist der Gemeinde Sölden.

Für Geschichte und alte Dinge, für die Veränderungen der Landschaft und

die Umbrüche in der Gesellschaft interessiert er sich schon sein ganzes Leben

lang. Ein Gespräch über touristische Angebote, schwierige Zeiten und

die Bedeutung einer geschriebenen Chronik.

Ewald Schöpf sammelt alles Wissenswerte über Geschichte

und Gegenwart Söldens. Im Interview erzählt

er von den vielfältigen Aufgaben eines Dorfchronisten.

Wenn man hier in Ihrem Archiv einen

Blick in die Schränke und Ordner werfen

kann, findet man Bücher, Zeitungsausschnitte,

alte Karten, Reiseberichte und

vieles andere zum Hinteren Ötztal. Was

waren die ersten Dinge, die Sie zusammengetragen

haben?

Am Anfang habe ich Postkarten gesammelt,

sicher weit über 2.000, die meisten

aus dem Inneren Ötztal: Sölden, Gurgl,

Vent, Zwieselstein, Heiligkreuz. Die älteste

Karte – mit einer Ansicht von Sölden

ist von 1885. Damals haben die Fotografen

alle vom selben Ort aus fotografiert,

„Ich war ein sehr neugieriger

Knabe und unser altes Bauernhaus

hat mir da Gelegenheit

genug gegeben.“

von Norden nach Süden. Da sieht man

das Dorfzentrum mit der Kirche, den zwei

Gasthöfen, die damals da gestanden sind,

dem Pfarrhaus und dem Gemeindehaus.

Die einzelnen Weiler rundherum – Sölden

hat ja 36 Weiler – waren für sie nicht

interessant.

Dann habe ich mit Begeisterung alte

Prospekte gesammelt. Was die Häuser um

1900 alles angeboten haben, war sensationell:

fotografische Anstalten, Tennisplätze,

Radtouren, Ausflugsmöglichkeiten

mit Maultieren von Sölden nach Vent,

Bergtouren mit Bergführer und Schlittenfahrten

auf dem Hochjochferner.

Woher haben Sie die Sachen bekommen?

Das meiste habe ich von auswärts bekommen.

Mit der Zeit hatte ich sehr viele Kontakte

zu Verlagen, zu Privatsammlungen,

irgendwann war meine E-Mail-Adresse

bekannt … Aus dem Tiroler Landesarchiv

und aus der Bibliothek im Landesmuseum,

zum Beispiel aus den Zeitungen dort,

habe ich auch viel herausholen können.

Und aus dem Innerötztal selbst?

Da habe ich leider nicht so viel bekommen.

Als junger Lehrer in Zwieselstein

habe ich begonnen, mit den alten Leuten

Interviews zu führen, aber ich hatte kein

Tonbandgerät und im Kopf habe ich nicht

alles behalten. Das reut mich heute noch.

Haben Sie im Gespräch noch viel erfahren

können?

Es gab ein Mitglied der Musikkapelle

Sölden, Karl Riml, der konnte mir sagen,

wie und wann man in den 1920er-Jahren

ausgerückt ist. Und von der Erwachsenenschule

aus haben wir zwei Mal eine

Aktion gemacht, „Alte Leute erzählen“.

Viele Junge haben mit Begeisterung

zugehorcht, was ihnen der Großvater und

die Großmutter erzählen konnten, wie die

bäuerliche Arbeit wirklich war und was

vor allem die Frauen geleistet haben: die

ganze Kindererziehung, oft die Stallarbeit,

auch am Feld haben sie mithelfen müssen.

Die Wascharbeiten und alles, was

man im Haus in Schwung halten musste,

war Frauenarbeit. Und natürlich ist es

in der Ehe oft nicht so glatt abgelaufen.

Gott sei Dank haben aber auch viele gut

zusammengearbeitet.

Welche anderen historischen Quellen

gab es in den Dörfern im Tal?

In den 1960er- und 1970er-Jahren war

auch die große Zeit der Umbauten, da

wurden die Dachstühle abgetragen und

viele Dinge weggeworfen. Wenn ich jedes

Eigene

Geschichte(n)

Alte, schön gedrechselte Spinnräder

und Zeitschriften der Steyler

Missionare auf dem Dachboden

des Elternhauses waren die ersten

Begegnungen des 1941 in Gries bei

Längenfeld geborenen Ewald Schöpf

mit Geschichte. Als Lehrer der

einklassigen Volksschule in Zwieselstein

(1964–71) und als Hauptschuldirektor

in Sölden (1971–

2002) hat er (fast) ganz Sölden

unterrichtet. Im 1809-Gedenkjahr

1984 wurde er als Sölder Chronist

eingesetzt. Von seinem reichen

Wissen profitieren Studierende,

Forscherinnen, andere Interessierte

und nicht zuletzt der erbe kulturraum

sölden. Die vielen Materialien,

die er gesammelt hat, werden derzeit

akribisch in ein neues Ordnungssystem

gebracht. Anders als in Obergurgl

und Vent ist die Nachfolge

des Sölder Dorfchronisten gesichert.

„Darüber bin ich schon sehr froh“,

sagt Ewald Schöpf, „in zwanzig Jahren

werde ich wohl nicht mehr hier

sitzen, und es wäre traurig, wenn

das nicht weiterginge.“


8 REGION PORTRÄT 9

es bei uns nicht gegeben, aber so war es

nicht. Aufgrund eines Dokuments bin ich

zum Beispiel draufgekommen, dass ein

entfernter Verwandter von mir abgeholt

worden ist und in Hartheim zugrunde

gegangen ist.

Einen reichen Schatz an Postkarten, Prospekten und Drucken,

darunter viele Gletscherdarstellungen aus den Ötztaler Alpen,

hütet Ewald Schöpf in seinem Archiv in Sölden.

Mal hingegangen wäre, wenn so ein

Dachstuhl heruntergeplündert worden

ist, und gesagt hätte: „Gib mir das alte

Glump“, dann hätte ich heute wahrscheinlich

ein Museum beisammen.

Interessanterweise kommen jetzt immer

wieder Leute, die fragen: Hast du nicht

alte Bilder? Die wollen sie gerne kopieren,

vergrößern lassen und als Bilddokumente

in ihren Häusern aufhängen.

Die Umbauten waren ja nur ein Teil der

großen Veränderungen im Tal. Was

waren die wichtigsten Ereignisse und

Entwicklungen in der Geschichte des

Hinteren Ötztals?

Ganz wichtig ist der Wandel von der bäuerlichen

Gesellschaft hin zum Tourismus,

dass man sieht, wie sich aus dem kleinen

Bergbauerndorf diese Metropole entwickelt

hat. Was mich auch immer fasziniert

hat, ist der Beginn des Tourismus in Form

des Alpinismus und der Naturforschung.

Natürlich sind auch die Naturkatastrophen

wichtige Dinge, die man gerne

dokumentiert: die Gletscherausbrüche,

die Muren und die vielen Lawinenunglücke.

Etwas, was mich in letzter Zeit sehr

interessiert hat, war das Schicksal der

Kaiserjäger im Ersten Weltkrieg. Die sind

damals bis nach Südpolen geschickt

worden und zu Tausenden dort umgekommen.

Es gibt praktisch kein Haus

hier, wo im Ersten Weltkrieg nicht der

Vater zugrunde gegangen ist. Die Frau ist

dann mit den drei, vier kleinen Kindern

dagestanden und hat die Landwirtschaft

führen müssen. Das hat mich persönlich

besonders berührt, weil es auch meiner

Großmutter so gegangen ist.

Blick durch die Kirchentür: Die Votivtafeln, die heute in der Wallfahrtskirche

Maria Hilf in Gries hängen, entdeckte Ewald Schöpf als

Bub beim Spielen in einem Versteck.

Gibt es auch Themen oder Zeiten, die

besonders schwierig zu dokumentieren

sind?

Darüber, die ganze nationalsozialistische

Zeit herinnen zu erforschen, habe ich

mich nicht drübergetraut. Natürlich hat es

auch hier echte Nazis gegeben, die andere

angezeigt haben, und dann sind die Leute

eingesperrt worden oder direkt an die

Front gekommen. Da sind schlimme Dinge

passiert. Auch die ganze Problematik mit

der Euthanasie: Ich habe gemeint, das hat

Chronik Im eigentlichen Sinne sind Chroniken

„Aufzeichnungen geschichtlicher Ereignisse in zeitlich genauer Reihenfolge“,

wie der Duden vermerkt. Seit der Antike geben sie in knapper Form Auskunft

über Länder und Dynastien, in jüngerer Zeit auch über Familien oder Vereine.

Während es in Vent und Gurgl Dorfchroniken gibt, wurden die einzigen früheren

Aufzeichnungen dieser Art über Sölden, jene des Oberschulrats Riml,

beim Hochwasser 1987 vernichtet. Sölden zählt daher zu den wenigen Gemeinden

Tirols, die (noch) über keine geschriebene Chronik verfügen.

In der Zeit vor und nach dem Zweiten

Weltkrieg war der Wandel zur Tourismusregion

das bestimmende Thema im

Ötztal. Welche Entwicklungen beobachten

Sie heute in Sölden, Gurgl und Vent?

Als die ersten Hotels gebaut wurden,

mussten die Gäste noch zu Fuß in die

Berge gehen. Sie hatten zwei, drei Tage

Skikurs und dann sind sie alleine hinauf

auf den Rotkogel, Schwarzkogel und so

weiter. Aber das war ein Erlebnis für sie.

Früher war die ganze Situation gemütlicher.

Man hat am Vormittag und am Nachmittag

je zwei Stunden Skikurs gemacht,

mittags hat man gegessen und ist in der

Sonne gelegen. Heute muss der Gast alles

ausnützen, gleich, ob er umkugelt oder

nicht. Und von den Jungen in Sölden gibt

es viele, die sagen, warum soll ich mir das

antun, ein Hotel zu übernehmen, mit allen

Problemen und Erneuerungen, dem Personal

und den Steuern? Da befinden wir

uns wieder in einem Umbruch, wo vieles

verschwindet, was bisher hochgehalten

wurde.

Hat sich auch Ihre Arbeit als Chronist

verändert? Was werden Sie als nächstes

tun?

Jetzt wäre es wichtig, eine Chronik zu

schreiben. Es gibt ja keine geschriebene

Chronik von Sölden, und wenn sie gut gemacht

ist, ist das ein wichtiges Dokument

für die Nachkommenschaft. Was mir immer

vorschwebt, ist, dass die jungen Leute

nicht das, was früher war, einfach vergessen

oder sogar für dumm halten. Wenn

man ihnen erzählen kann, dass vieles nicht

anders möglich war und man sich die Dinge

so eingerichtet hat, dass es hier lebbar

war, dann verstehen sie das auch.


10 REGION FIRMEN KOMMUNIKATION

IM PORTRÄT 11

Technische Meisterschaft, Ho!

Wer heute im Hinteren Ötztal Urlaub macht, die Seilbahn benützt oder ein Café besucht, ist

fast unweigerlich mit der Arbeit der Elektro-, Planungs- und Servicefirma Falkner & Riml

konfrontiert, die sich auf die unterschiedlichsten Bereiche der Elektrotechnik spezialisiert

hat. Oder, wie Helmut Falkner es ausdrückt: „Wo ein Kabel gelegt wird und Strom durch

muss, das decken wir ab.“

Dass Falkner & Riml nichts Elektrisches

und Elektronisches fremd ist, ist keine

Übertreibung: Ein Blick auf die Website

des Unternehmens mit Firmensitzen in

Sölden, Längenfeld, Imst und Telfs zeigt,

wie breit gestreut die

Tätigkeitsfelder sind.

Von der Montage von

SAT-Anlagen, die anfangs

das Kerngeschäft

bildete, reicht das Spektrum über

Musikanlagen, EDV-Technik, Alarmanlagen,

Heiz- und Saunatechnik bis hin zu

Planung, Programmierung, Controlling,

„Man darf halt nie schlafen.

Wer schläft, verliert.“

Helmut Falkner

Firmengeschichte

Wartungsarbeiten, Service und Zertifizierungen.

Vor kurzem neu hinzugekommen

sind Photovoltaikinstallationen, Kältetechnik

und Brandmeldeanlagen.

Möglich wird die breite Ausrichtung des

Unternehmens mit seinen 133 Angestellten

durch zwei Grundprinzipien: die Betriebsstruktur,

in der unterschiedliche

Abteilungen auf jeweils einen Bereich spezialisiert

sind, und – damit in Zusammenhang

– die Überzeugung der Firmengründer

Helmut Falkner und Christian Riml,

dass die Ideenfindung und -entwicklung

nicht nur in den eigenen Händen liegen

kann, sondern in den Abteilungen erfolgt.

Der Austausch zwischen diesen und der

Firmenspitze ist rege, zudem wird in einer

jährlich stattfindenden Klausur ein Businessplan

festgelegt, den die Abteilungsleiter

unterschreiben und nach Kräften

umsetzen.

Inspirationen holt sich die Firmenleitung

unter anderem auf Messen, neue Ideen

werden aufgegriffen und weiterentwickelt.

Derzeit arbeitet Falkner & Riml gemeinsam

mit dem Lifthersteller Doppelmayr

daran, WLAN in

den Seilbahnkabinen

zu installieren beziehungsweise

bei den

Stationen Infoscreens

einzurichten. Die nächste Neuerung, die

Helmut Falkner vorschwebt, ist ein Netz

von E-Tankstellen im Ötztal. In Richtung

Zukunft orientiert sich das Unternehmen

1989 Gründung von Falkner & Riml

1995 neues Firmengebäudes in Sölden für Verkauf, Büro, Lager, Kundendienst,

Werkstätte; Eröffnung der Filiale in Imst; Ausrichtung auf Jahresstellen

2011 Übernahme der Elektro Tamerl GmbH in Längenfeld, Verlegung des

Firmenhauptsitzes dorthin

auch in Bezug auf die Lehrlingsausbildung,

die bisher rund 200 Lehrlinge abgeschlossen

haben. Wegen des großen Andrangs

können nicht alle aufgenommen werden,

wer aber einmal dabei ist, wird auch durch

schwierige Phasen begleitet. Wie jede/r

andere Angestellte haben auch die Lehrlinge

die Möglichkeit, Probleme innerhalb

der Firma zu besprechen. „Wenn er morgens

mit einer Freude kommt und abends

mit einer Freude geht, habe ich mein Ziel

erreicht“, sagt Helmut Falkner. Der Erfolg

gibt ihm recht: Viele der Lehrlinge – bis hin

zum dritten Geschäftsführer Markus Brugger

und den Abteilungsleitern – sind auch

als Gesellen in der Firma geblieben oder

nach einigen Wanderjahren wieder dorthin

zurückgekehrt.

Der Elektrische

Wer hätte gedacht, dass sich der Begriff

„elektrisch“ vom griechischen

Wort für Bernstein („elektron“)

ableitet? Und doch hat das seinen

guten Grund: Das Phänomen, dass

sich bestimmte Stoffe bei Reibung

auf andere anziehend, also magnetisch,

verhalten, wurde bis ins

16. Jahrhundert nur bei Bernstein

beobachtet.

Freiraum mit Kühen

Zehn Milchkühe und eine eigene Käserei,

Hauswürste, selbst eingemachtes Kraut

und Kaiserschmarren aus guten Eiern,

alte, niedrige Stuben und eine Ziehharmonika,

die geduldig wartet, bis jemand

kommt, der sie spielen kann: Auf der Gampe

Thaya hoch über Sölden haben Jakob

und Daniela Prantl die Zeit ein wenig angehalten

und begegnen dem Skitrubel mit

Gelassenheit und Ruhe – den sensationellen

Ausblick inbegriffen.

Ab 1981 wurden die früheren Almhütten

zuerst für Ausflüge mit Gästen genutzt,

über die Jahre nach und nach hergerichtet

und mit großer Sorgfalt ausgebaut. Ein

moderner Zubau mit viel Glas, von dem aus

der Hausherr beim Kochen ins Freie sehen

kann, verbindet seit 2000 die alten Hütten

miteinander, davor liegt eine Terrasse, auf

der keine Musik aus den Boxen brüllt und

die Leute sich trotzdem gut unterhalten.

Wer sich dort niederlässt, seien es Touristen

oder Einheimische, weiß es zu schätzen,

dass Dinge auf den Teller kommen, die noch

nach etwas schmecken, und dass sich die

Wirtsfamilie darüber Gedanken macht, wie

sie ihr Angebot immer noch besser machen

kann. Trotzdem war es in den Anfängen

nicht einfach, gegen den Trend im Skigebiet

zu arbeiten und auch Einbußen in Kauf nehmen

zu müssen. „Aber“, sagt Jakob Prantl,

„zuerst musst du die Familie überzeugen,

dann die Mitarbeiter und erst dann kommt

eigentlich der Gast. Wenn die ersten beiden

hinter dir stehen, dann kannst du schon ein

bisschen Gas geben.“ Das „bisschen Gas

geben“ hat sich jedenfalls gelohnt. Heute

steht die Gampe Thaya für die geglückte

Verbindung von Traditionen mit einem

eigenwilligen und zeitgemäßen Konzept.

Wenn im Sommer wieder die Menschen aus

der Umgebung zum Frühstück einkehren,

im Liegestuhl rasten und bis zum Nachmittag

hoangarten, zeigt sich, dass hier ein

wunderbarer Freiraum entstanden ist.

Mut zur Veränderung ...

… braucht nicht nur, wer sich für einen

neuen Haarschnitt entscheidet. Mut zur

Veränderung beweist auch Friseur Harald

Fiegl, der seit dem Unfalltod seines Vaters

1995 den Familienbetrieb führt. An

dem kleinen Salon in Sölden lässt sich der

Wandel der letzten Jahrzehnte ebenso gut

ablesen wie in der Tourismusbranche – nur

eben an anderen Zeichen.

Früher, sagt Fiegl, in Zeiten der Zopffrisuren,

seien nur Männer und Touristinnen

zum Friseur gegangen. Ab neun Uhr in der

Früh kamen die Kunden und warteten,

bis sie an der Reihe waren. Seit die Gäste

höchstens eine Woche auf Urlaub fahren

und ihren Reiseföhn dabei haben, besteht

die Klientel von Harald Fiegl vor allem aus

Einheimischen. Die warten nicht mehr, sondern

vereinbaren Termine. Sie orientieren

sich an internationalen Trends und freuen

sich, wenn der Friseurmeister und seine

Mitarbeiterinnen ein bis zwei Mal jährlich

auf Fortbildung gehen und von dort die

neuesten Schnitte und Farben mitbringen.

Fast ebenso wichtig ist es, die Trends in

der Werbung mitzumachen, etwa die eigene

Website immer wieder zu überarbeiten

und auf Facebook präsent zu sein. Das

Bemühen, als Nutzer von Social Media am

Puls der Zeit zu sein, macht sich jedenfalls

bezahlt. Die Vorher-nachher-Fotos, die

Fiegl auf Facebook postet, haben ihm in

den letzten Jahren viel neues, junges Publikum

gebracht.


12 REGION HIER UND DORT

13

MEIN LIEBSTER ORT IM ORT

Was gefällt Menschen, die von irgendwo aus der Welt ins Hintere Ötztal kommen und hier

eine neue Heimat finden, an der Gegend? Auf Spurensuche in Sölden, Obergurgl und Vent

haben wir Menschen aus Frankreich, Ungarn, Neuseeland und Italien getroffen, uns ihre

Lieblingsplätze zeigen lassen und aufgezeichnet, was sie uns erzählt haben.

Olivia Grüner

Frankreich ≥ Sölden

„Ich bin vor neun Jahren von Grenoble

als Au-pair nach Sölden gekommen, um

zwei Mädchen zu betreuen. Hier habe ich

meinen jetzigen Mann Hansjörg kennen

gelernt, der Skilehrer und Bauer ist. Inzwischen

haben wir selbst drei Kinder:

Matteo, Lea und Carlo. Wir haben fünfzig

Schafe, die im Sommer am Gaislachkogel

weiden. Außerdem kümmere ich mich um

die Gäste in unserem Appartementhaus.

Ob mir das städtische Leben fehlt? Ja und

nein. Ich fahre gerne nach Grenoble oder

nach Innsbruck, aber ich kann auch ohne

Stadt leben. Wir sind viel in der Umgebung

von Sölden unterwegs, mit den Kindern

gehe ich sehr gerne den Panoramaweg

entlang, der am Waldrand hinter unserem

Haus vorbeiführt. Ich mag die grünen Wiesen

und den Ausblick – das ist ein toller

Platz.“

Annamaria Manko-Varro

Ungarn ≥ Vent

„Vor sechs Jahren habe ich im Internet

einen Job auf der Breslauer Hütte gefunden

und mir gedacht, das ist ein Abenteuer,

das probiere ich aus. Mein Mann

und ich haben dann einige Saisonen hier

gearbeitet, auch auf der Stableinalm.

Danach waren wir eine Zeitlang in der Steiermark,

in Maria Zell, aber die Sehnsucht

nach Vent ist immer geblieben. Mein früherer

Chef auf der Stableinalm hat uns dann

angeboten, das Gasthaus zu übernehmen

und uns viel dabei geholfen – inzwischen

sind wir schon die sechste Saison hier. In

der Zwischensaison besuchen wir unsere

Verwandten in Ungarn, aber nach ein paar

Wochen zieht es uns wieder zurück in die

Berge.

Mein Lieblingsplatz in Vent ist die Terrasse

der Stableinalm. Aber meistens finde ich

erst am Ende der Saison Zeit, mich einmal

in einen der Liegestühle zu legen und die

Aussicht zu genießen. Sehr gerne spaziere

ich auch von Vent zu den Rofenhöfen. Von

Vent aus kann man die Wildspitze gar nicht

sehen, aber von einem Stück des Spazierwegs

aus schon. Der Weg ist sehr schön,

es ist kein Auto unterwegs und man hat

wirklich seine Ruhe, das ist das Schönste

dabei.“

Zoey Grüner

Neuseeland ≥ Obergurgl

„Ich stamme aus Tauranga, einer Stadt

auf der Nordinsel Neuseelands mit einem

wunderschönen Strand. Zuerst habe

ich zwei Jahre in London für eine Reisegesellschaft

gearbeitet. Danach wollte ich

nach Davos, aber es war schwierig, für die

Schweiz eine Aufenthaltsbewilligung zu

bekommen. Als die Reisegesellschaft gesagt

hat, sie schickt mich nach Obergurgl,

habe ich zuerst gedacht: Wohin?! Aber ich

habe gleich in der ersten

Saison meinen Mann

Jakob kennen gelernt

und dann wollte ich nicht

mehr weg.

Heuer sind es zehn Jahre,

dass ich in Obergurgl

lebe. Es gefällt mir sehr

gut hier, vor allem in den

Bergen beim Ramolhaus.

Mit unseren Kindern

Hope und Naomi

gehe ich oft auf den

Spielplatz hinter dem

Haus unserer Nachbarn.

Dahinter liegen Wiesen

mit Steinmauern und die

Berge. Und es gibt einen

kleinen Teich – einen

kleinen Obergurgler Strand. Das mag ich

sehr. Ich höre das Wasser gerne, weil ich

mit diesem Geräusch aufgewachsen bin.

Das ist friedlich – peaceful.“

Robert Pixner

Italien (Südtirol) ≥ Obergurgl

„Ich bin im Herbst 1994 als Pistengerätfahrer

nach Hochgurgl gekommen, davor

war ich mit meinem Bruder zwei Winter

in Davos. Pistengerätfahrer war ich zehn,

zwölf Winter lang, im Sommer habe ich

selbstständig als Schreitbaggerfahrer für

die Liftgesellschaft Hochgurgl gearbeitet.

Damals haben wir unter anderem den Top

Express gebaut.

Dann habe ich meine Frau kennen gelernt

und bin da geblieben. Ich habe immer gesagt:

Im Herbst tun sie das Timmelsjoch

zu, dann bin ich nicht mehr heimgekommen

ins Passeier. Seit 2001 bin ich Straßenmeister

am Timmelsjoch, im Winter

arbeite ich als Loipenfahrer für den Tourismusverband.

Das Timmelsjoch mag

ich, weil es eine schöne Gegend ist. Wenn

schönes Wetter ist, ist es fein da oben. Im

Sommer gibt es Schafe, Kühe, alles noch

ganz traditionell. Ich bin auch Jäger und

oben kann man Rehe, Gämsen und andere

Tiere sehen. Und wenn ich einmal auf einen

Gipfel will, bin ich gleich oben.“


14 REGION SPORT

15

FÜR SPORTSFREUND UND -FREUNDIN

Sport gehört zum Leben im Hinteren Ötztal wie die Luft zum Atmen. Snowboarder,

Skifahrerinnen, Bergfexe und begeisterte Zuseherinnen von Wettrennen finden hier

fast unbegrenzte Möglichkeiten vor. Versteht sich, dass die Raiffeisenbank Sölden

als Sponsor ebenso dabei ist wie ihre Mitarbeiter und Mitglieder als Aktive.

JEDEN TAG SPORTLICH

Unterstützung brauchen Profis und Amateure gleichermaßen:

Schiclub Vent, Skiclub Sölden-Hochsölden,

SPG Falkner & Riml Sölden, KSK Raiffeisen Ötztal,

Tennisclub Sölden und Union Radclub Ötztal freuen sich

über das Sponsoring der Raiffeisenbank.

JUGEND KICKT

Bälle, so weit das Auge reicht:

Beim Raiffeisen Juniorcup

misst sich alljährlich der Ballspielnachwuchs.

An der Vorausscheidung

der 4. Klassen

2012 nahmen Kinder aus den

Volksschulen Sölden, Gurgl

und Vent teil.

STARS VON MORGEN

Beim Jugendrennen Trofeo Topolino im Trentino im März 2013

gewann Fabio Gstrein souverän den Riesentorlauf. Der 16-jährige

Skirennläufer tritt damit in die Fußstapfen von Skigrößen wie

Benjamin Raich, Beat Feuz und Marc Girardelli.

Wie er wird auch die Skirennläuferin Franzi Gritsch von der

Raiffeisenbank Sölden gesponsert – der nötige Rückenwind für

einen Sieg im Slalom und einen zweiten Platz im Super-G von

La Scara in Val d’Isere.

Roter Sand und gelber Ball …

… und der Sommer kann beginnen. Tennisluft schnuppern

konnten die Kindergarten- und Volksschulkinder im Juni 2012

beim Tennisclub Sölden. Vielleicht kommt ja der nächste Jürgen

Melzer, die nächste Tamira Paszek aus dem Hinteren Ötztal?

RAUFZIEHEN, RUNTERRUTSCHEN

Weil nur weniges so vergnüglich ist wie eine Rodelpartie,

machten sich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von

Raiffeisenbank Sölden, Raiffeisen-Service-Center Innerötztal

und R.K.C. Versicherungsmanagement GmbH im Feber 2012

auf zur Wurzbergalm. Ganz schön kalt, aber lustig!

Im Wettkampf

Mindestens so gut wie das Rodeln funktioniert das Skifahren:

Raiffeisenbank Sölden und RSC beteiligten sich im März 2012

an den Tiroler und den Österreichischen Raiffeisen Skimeisterschaften.

Austragungsorte waren Kappl und Lech, der Schnellste

bei den Tiroler Meisterschaften war Ronny Kneisl von der

Partner-Raiffeisenbank Längenfeld.

Gemeinsam auf dem Stockerl

Ein 1. Platz in der Mannschaftswertung beim Sölder Betriebe

Skirennen 2012 beweist es: Nicht nur bei der Arbeit, auch auf

der Piste stellt die Raiffeisenbank Sölden das beste Team.

Bereithalten zum Radeln!

Kaum ein sportliches Sommerereignis in Tirol ist so anziehend

wie der Ötztaler Radmarathon. Den 25. August 2013 sollte

man sich also unbedingt vormerken, wenn Radsportler und

-sportlerinnen 238 Kilometer und 5.500 Höhenmeter überwinden.

2012 kamen 3.404 Männer und 172 Frauen ins Ziel, die

jeweils Ersten waren Stefan Kirchmair aus Telfs

mit 7 Stunden und 12,4 Sekunden und die Belgierin Edith Van Den

Brande mit 7 Stunden, 51 Minuten und 25,5 Sekunden.

Bereithalten zum Skifahren

Am 26. Oktober 2013 ist es wieder so weit: Dann trifft sich

die Weltspitze des Skisports auf dem Rettenbachferner zum

FIS Ski World Cup Opening und gibt die Richtung für die Wintersaison

2013/14 vor. Wie wohl die Besten 2012 – Ted Ligety,

Manfred Mölgg, Marcel Hirscher, Tina Maze, Kathrin Zettel

und Steffi Köhle – diesmal abschneiden werden?


16 VERANTWORTUNG

GENOSSENSCHAFT

17

Dass gemeinsames Wirtschaften Vorteile für alle bringt, wusste man schon

im 19. Jahrhundert. Weil auch heute noch vieles besser funktioniert, wenn

alle an einem Strang ziehen, zeigt sich: Die Genossenschaft ist zwar keine

Neuigkeit, aber ein Wirtschaftsmodell für die Zukunft.

Freiwilligkeit statt Zwang

Daran hat sich seit 150 Jahren, als Raiffeisen

seine Ideen entwickelte, nichts geändert.

Trotzdem besinnt man sich erst

seit einigen Jahren wieder vermehrt auf

die Qualitäten des Genossenschaftswesens.

Nach dem Zweiten Weltkrieg galten

die freiwilligen Zusammenschlüsse über

Jahrzehnte als etwas angestaubt – und

erinnerten in Zeiten des Kalten Krieges

wohl auch zu sehr an die zwangsverordneten

Kollektive des Ostblocks. Erst die

weltweite Finanzkrise, von der die Ge-

WIRTSCHAFTS-

WUNDER

2012 war das UN-Jahr der Genossenschaften.

Damit lenkten die Vereinten

Nationen die öffentliche Aufmerksamkeit

auf eine Form des freiwilligen kollektiven

Wirtschaftens, die in die heutige Zeit zu

passen scheint wie kaum eine andere.

Dabei sind Genossenschaften bei weitem

keine Erfindung des 21. Jahrhunderts,

sondern wurden entwickelt, um den Verlierern

von Industrialisierung und Frühkapitalismus

wieder auf die Beine zu helfen:

den kleinen Gewerbetreibenden und

der verarmten Landbevölkerung.

„Unbedingteste Selbsthilfe“

Einem der Pioniere des Genossenschaftswesens,

dem Kommunalbeamten

und Bürgermeister Friedrich Wilhelm

Raiffeisen (1818–1888), verdanken wir

heute das Bestehen der Raiffeisenbanken,

Lagerhäuser und anderer genossenschaftlich

organisierter Unternehmen.

„Man nennt die Vereine nach meinem

Namen“, schrieb er. „Ich habe dieselben

indes nicht erfunden. Der erste Verein

war ein Kind unserer Zeit, aus der Not geboren.

Ich habe nur die Patenstelle dabei

Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818–1888)

Auch Ausbildung, Fortbildung und Information verleihen

dem Zusammenschluss Gleichgesinnter Stärke.

übernommen.“ Seine ersten Projekte zur

Unterstützung der Kleinbauern im Westerwald

waren dementsprechend noch

spendenfinanziert und daher nur kurzfristig

erfolgreich. Erst die „unbedingteste

Selbsthilfe“ (Raiffeisen), die er seinen

Modellen in der Folge zugrunde legte,

brachte eine nachhaltige Verbesserung

der Lebensumstände auf dem Land.

Damit hatte Raiffeisen schon die wichtigsten

Grundprinzipien von Genossenschaften

entdeckt: Die Mitgliedschaft

muss freiwillig und frei zugänglich sein.

Die Mitglieder müssen demokratisch

entscheiden, jedes von ihnen hat nur

eine Stimme. Und die Genossenschaften

müssen selbstverwaltet sein. Ausbildung,

Fortbildung und Information

sowie die Kooperation mit anderen Genossenschaften

verleihen dem Zusammenschluss

Gleichgesinnter ebenfalls

Stärke.

Buchtipp

Alle Zitate stammen aus:

Konny Gellenbeck

Gewinn für alle!

Genossenschaften als

Wirtschaftsmodell der Zukunft,

Frankfurt am Main 2012


18 VERANTWORTUNG

verantwortung

19

Beste

Freunde

Schon erstaunlich, welche

Institutionen das Modell der

Genossenschaft anderen

Organisationsformen vorziehen.

Hier drei bestens funktionierende

Beispiele:

Tiroler Heimatwerk

1934 von 82 Strickerinnen und

38 Handwerkern gegründet,

achtet das Tiroler Heimatwerk

nach wie vor auf höchste Qualität.

Maschinenring

Maschinenringe zur gemeinsamen

Nutzung teurer (Land-)Maschinen

gibt es seit 1958. In Österreich

bewirtschaften 78.000 Maschinenring-Mitgliederbetriebe

rund

die Hälfte aller landwirtschaftlich

nutzbaren Flächen.

taz

Die Berliner Tageszeitung zählt

seit 1992 darauf, dass ihre –

mittlerweile 12.600 Mitglieder –

die Unabhängigkeit des Printmediums

wahren.

nossenschaftsbanken weitaus weniger

JAHRESABSCHLUSS RAIFFEISENBANK SÖLDEN

betroffen waren als andere, gab dem vermeintlich

altmodischen Wirtschaftsmodell

neuen Auftrieb. Das lässt sich allein

an den jüngsten Zahlen ablesen: Während

in Deutschland 2005 gerade einmal

elf Genossenschaften gegründet wurden,

waren es 2011 bereits 253.

Untermauert wird diese Entwicklung von

Untersuchungen beispielsweise des österreichischen

Wirtschaftswissenschaftlers

Ernst Fehr. Er wies in Experimenten

nach, dass sich gewisse Aufgaben am

besten gemeinsam

und mit Fairness

lösen lassen und

dass der überwiegende

Teil der Menschen

dies auch praktiziert.

Die US-Amerikanerin

Elinor Ostrom,

die 2009 als erste

Frau mit dem Nobelpreis

für Wirtschaft ausgezeichnet wurde,

legte dar, dass „Gemeinschaftsgüter

kollektiv nachhaltiger und ökonomisch

effizienter funktionieren können als in

öffentlicher oder privater Hand“.

Vom Mediziner bis zum Dorfladen

Dem Prinzip folgen immer mehr Menschen

in immer mehr Bereichen. Seien es

IT-Dienstleister oder Kreative, Mediziner,

die sich mit Apotheken und Krankenhäusern

zusammenschließen, Betreiber von

Dorfläden, Schwimmbädern, Verlagen

oder Energieversorgern – sie alle profitie-

Nicht der Vorteil des Einzelnen

steht im Mittelpunkt

genossenschaftlichen Denkens,

sondern der Nutzen für alle.

ren vom alten, neuen Wirtschaftsmodell:

davon, dass jeder und jede sich einbringen

kann, dass die Genossenschaft nicht

von außen aufgekauft werden kann, weil

ja alle ihre Eigentümer mitzureden haben,

und dass nicht der Vorteil eines Einzelnen,

sondern der Nutzen für alle im

Mittelpunkt steht.

Werte, Inhalte, Ziele

Damit ihre Mitglieder sich in den Genossenschaften

gut aufgehoben fühlen,

muss der rechtliche Rahmen „mit Werten,

mit Inhalten, mit Zielen

gefüllt werden“.

Das lässt sich an Genossenschaften

wie

der Raiffeisenbank

Sölden gut ablesen,

die fest in der Region

verankert ist,

auf fachliche Kompetenz

setzt und

immer den Austausch, die Kommunikation

mit den Menschen in der Umgebung

sucht. Auch die Förderung der lokalen

Vereine, Schulen und Nachwuchssportler

und die Einrichtung des erbe kulturraum

sölden, in dem zentrale Themen des Hinteren

Ötztals dokumentiert und erforscht

werden, sind Ausdruck dieser Haltung.

Im kommenden Jahr feiert die Raiffeisenbank

Sölden ihr 125-jähriges Bestehen

und zeigt damit, dass sie den Ursprüngen

des Genossenschaftswesens ebenso

verbunden ist wie der Zukunft dieses

richtungweisenden Wirtschaftsmodells.

Genossenschaft Ein Genießer ist er,

der Genosse – nicht so sehr deshalb, weil die Mitglieder der Raiffeisenbank

Sölden bei ihren Ausflügen gerne in guten Gastwirtschaften einkehren,

sondern weil die beiden Wörter denselben westgermanischen Ursprung

haben: gen ze. Das Nutzvieh – n z – steckt im Wort mit drin und verweist

darauf, dass die Germanen als Wirtschaftsform den Gemeinbesitz pflegten.

Ein Genosse war somit einer, mit dem man gemeinsam etwas nutzte, das

Vieh etwa oder eine Weide, auf der es grasen konnte.

RB Sölden – das Jahr 2012 in Zahlen

Auf den folgenden Seiten geben wir Ihnen einen Überblick über die

Geschäftsentwicklung und Produktivität der Raiffeisenbank Sölden

im Jahr 2012. Manche der Zahlen sind geradezu bildschön – wie wir

Ihnen vorab demonstrieren wollen.

Wir für Sie

Rein statistisch betrachtet waren 2012

15,7 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

für Sie da und führten insgesamt

1.480 Beratungs- und

734 Jahresgespräche,

pro Person also durchschnittlich

141.

Wir werden immer mehr

Von den 3.584 Menschen, die im

Einzugsbereich leben, sind bereits

45,17 Prozent Mitglieder der

Raiffeisenbank Sölden und damit

1.619 Personen, die mitbestimmen,

wohin der Weg der Genossenschaft führt.

Konten und Karten

1.992 Bankservicekarten, 684 Kreditkarten, 1.291 Daueraufträge

und 8.567 Personenkonten weist die Statistik der

Raiffeisenbank Sölden aus. Jede/r Dritte in der Region

hat einen Raiffeisen Bausparvertrag.

Ausleihungen nach Branchen

Die Summe der Ausleihungen wuchs

2012 von EUR Tsd. 145.881 auf

EUR Tsd. 148.245. Davon entfielen

57,73 Prozent auf den Fremdenverkehr,

16,26 Prozent auf Unselbstständige und

11,27 Prozent auf Gewerbetreibende.

Bankgeschäfte von zu Hause aus

Internet-Banking ist im Hinteren Ötztal

beliebter als anderswo. Womöglich liegt

das daran, dass der Weg zur Bank für

manche weit ist. Eine ELBA-Durchdringung

von 59,09 Prozent bei Privatkunden

und -kundinnen ab 14 Jahren lässt

aber jedenfalls darauf schließen, dass

die Menschen in der Region ihre Bankgeschäfte

gerne von zu Hause aus erledigen.

Auf der hohen Kante

2012 wurde fleißig gespart: Allein die Ersteinlagen wuchsen

um 16,94 Prozent auf EUR Tsd. 81.087, das Gesamtmittelaufkommen

liegt mit EUR Tsd. 125.883

um 11,58 Prozent über jenem von 2011. Jede/r,

der/die im Einzugsgebiet wohnt, verfügte

somit im Durchschnitt über EUR 14.000

an Spareinlagen. Der Bergriff „hohe Kante“

bezeichnet einen Platz im

Baldachin eines Bettes, an dem

früher wohlhabende Menschen

ihr Erspartes versteckten.

Die Branche „Öffentliche

Stellen“ nimmt sich mit

0,26 Prozent demgegenüber

verschwindend aus, verzeichnete

aber den größten Zuwachs,

nämlich 179,41 Prozent

gegenüber dem Vorjahr.


20 geschäftsbericht raiffeisenbank sölden verantwortung

21

jahresabschluss 2012 der Raiffeisenbank Sölden eGen

Veränderungen der Anzahl der Mitglieder und der Geschäftsanteile

Anzahl Anzahl Eingezahltes Höhe der Haftsummen

der Mitglieder der Geschäftsanteile Geschäftsanteilekapital

Anfang 2012 1.577 1.577 12.616,00 252.320,00

Zugang 2012 58 58 464,00 0,00

Abgang 2012 16 16 128,00 9.440,00

Ende 2012 1.619 1.619 12.952,00 242.880,00

aktiva Bilanz zum 31.12.2011 Bilanz zum 31.12.2012

Tsd. EUR Tsd. EUR EUR EUR

Kassenbestand, Guthaben bei

Zentralnotenbanken und Postgiroämtern 1.725 1.889.918,28

Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel,

die zur Refinanzierung bei der Zentralnotenbank

zugelassen sind:

Schuldtitel öffentlicher Stellen

und ähnliche Wertpapiere 0 0,00

zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken

zugelassene Wechsel 0 0 0,00 0,00

Forderungen an Kreditinstitute:

täglich fällig 1.897 1.789.186,80

sonstige Forderungen 9.116 11.013 10.433.802,05 12.222.988,85

Forderungen an Kunden 142.949 144.771.773,87

Schuldverschreibungen und andere

festverzinsliche Wertpapiere:

von öffentlichen Emittenten 0 0,00

von anderen Emittenten 1.430 1.430 1.420.931,90 1.420.931,90

darunter: eigene Schuldverschreibungen (0) (0,00)

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 606 609.489,53

Beteiligungen 2.536 2.536.378,16

darunter: an Kreditinstituten (2.236) (2.235.804,00)

Anteile an verbundenen Unternehmen 21 21.000,00

darunter: an Kreditinstituten (0) (0,00)

Immaterielle Vermögensgegenstände

des Anlagevermögens 0 0,00

Sachanlagen 4.592 4.394.174,24

darunter: Grundstücke und Bauten, die vom Kreditinstitut

im Rahmen seiner eigenen Tätigkeit genutzt werden (2.059) (2.003.542,68)

Eigene Aktien oder Anteile sowie Anteile an einer

herrschenden oder an einer mit Mehrheit

beteiligten Gesellschaft 0 0,00

darunter: Nennwert (0) (0,00)

Sonstige Vermögensgegenstände 286 421.944,76

Gezeichnetes Kapital, das eingefordert,

aber noch nicht eingezahlt ist 0 0,00

Rechnungsabgrenzungsposten 2 1.294,38

darunter: latente Steuern gemäß § 198 Abs. 10 UGB (0) (0,00)

SUMME der Aktiva 165.160 168.289.893,97

PASSIVA Bilanz zum 31.12.2011 Bilanz zum 31.12.2012

Tsd. EUR Tsd. EUR EUR EUR

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

täglich fällig 1.664 4.558.637,86

mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 77.556 79.220 65.760.351,76 70.318.989,62

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Spareinlagen 53.328 56.297.300,35

darunter: täglich fällig (1.843) (3.794.461,19)

mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (51.484) (52.502.839,16)

sonstige Verbindlichkeiten 16.009 69.337 24.790.016,41 81.087.316,76

darunter: täglich fällig (13.028) (18.838.326,02)

mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (2.981) (5.951.690,39)

Verbriefte Verbindlichkeiten

begebene Schuldverschreibungen 0 0,00

andere verbriefte Verbindlichkeiten 0 0 0,00 0,00

Sonstige Verbindlichkeiten 385 352.665,97

Rückstellungen

Rückstellungen für Abfertigungen 293 334.441,00

Rückstellungen für Pensionen 372 368.340,00

Steuerrückstellungen 88 0,00

sonstige 313 1.066 279.734,00 982.515,00

Gezeichnetes Kapital 13 12.952,00

Gewinnrücklagen

gesetzliche Rücklage 0 0,00

satzungsmäßige Rücklagen 3.935 3.934.889,22

andere Rücklagen 8.237 12.172 8.471.253,04 12.406.142,26

darunter: gebundene Rücklagen (180) (179.951,38)

Rücklage gemäß § 225 Abs. 5 UGB (0) (0,00)

Haftrücklage gemäß § 23 Abs. 6 BWG 2.247 2.280.755,00

Bilanzgewinn/Bilanzverlust 541 669.396,69

unversteuerte Rücklagen

Bewertungsreserve wg. Sonderabschreibungen 179 179.160,67

sonstige unversteuerte Rücklagen 0 179 0,00 179.160,67

SUMME der Passiva 165.160 168.289.893,97

Posten unter der Bilanz Bilanz zum 31.12.2011 Bilanz zum 31.12.2012

Tsd. EUR Tsd. EUR EUR EUR

zu AKTIVA

Auslandsaktiva 942 924.516,19

zu PASSIVA

Eventualverbindlichkeiten 9.448 12.925.597,58

darunter: Akzepte und

Indossamentverbindlichkeiten

aus weitergegebenen Wechseln (0) (0,00)

Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Haftung

aus der Bestellung von Sicherheiten (9.097) (12.575.463,58)

Kreditrisiken 8.352 9.563.609,47

darunter: Verbindlichkeiten aus Pensionsgeschäften (0) (0,00)

Verbindlichkeiten aus Treuhandgeschäften 0 0,00

Anrechenbare Eigenmittel gemäß § 23 Abs. 14 15.141 15.381.119,93

darunter: Eigenmittel gemäß § 23 Abs. 14 Z 7 (0) (0,00)

Erforderliche Eigenmittel gemäß § 22 Abs. 1 11.735 12.014.183,16

darunter: erforderliche Eigenmittel

gemäß § 22 Abs. 1 Z 1 und 4 (11.735) (12.014.183,16)

Auslandspassiva 8.848 9.934.544,99

Hybrides Kapital gemäß § 24 Abs. 2 Z. 5 und 6 0 0,00


22 geschäftsbericht raiffeisenbank sölden

MIT.EINANDER

23

GLIEDERUNG Gewinn- & Verlustrechnung Bilanz zum 31.12.2011 Bilanz zum 31.12.2012

Tsd. EUR Tsd. EUR EUR EUR

Zinsen und ähnliche Erträge 4.921 4.564.836,54

darunter: aus festverzinslichen Wertpapieren (17) (28.301,71)

Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.688 -1.510.499,04

NETTOZINSERTRAG 3.233 3.054.337,50

Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen

Erträge aus Aktien, anderen Anteilsrechten

und nicht festverzinslichen Wertpapieren 13 15.143,38

Erträge aus Beteiligungen 63 70.852,00

Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen 91 167 48.000,00 133.995,38

Provisionserträge 796 905.249,52

Provisionsaufwendungen -192 -140.332,39

Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften 6 45.188,92

Sonstige betriebliche Erträge 260 218.125,52

BETRIEBSERTRÄGE 4.270 4.216.564,45

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Personalaufwand -1.356 -1.413.751,51

darunter: Löhne und Gehälter (-947) (-1.003.553,71)

Aufwand für gesetzlich vorgeschriebene soziale Abgaben

und vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge (-240) (-246.573,06)

sonstiger Sozialaufwand (-26) (-42.097,82)

Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung (-105) (-77.409,53)

Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen

an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen (-38) (-44.117,39)

sonstige Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand) -1.286 -2.642 -1.408.909,39 -2.822.660,90

Wertberichtigungen auf die in den Aktivposten

9 und 10 enthaltenen Vermögensgegenstände -202 -202.342,98

Sonstige betriebliche Aufwendungen -145 -73.025,93

BETRIEBSAUFWENDUNGEN -2.989 -3.098.029,81

BETRIEBSERGEBNIS 1.281 1.118.534,64

Saldo aus Wertberichtigungen auf Forderungen und Erträge

aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 299 -553.788,58

Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen

auf Wertpapiere, die wie Finanzanlagen bewertet sind 3 2.604,00

ERGEBNIS DER GEWÖHNLICHEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 1.583 567.350,06

Steuern vom Einkommen und Ertrag -349 -156.775,93

Sonstige Steuern -15 -15.228,70

JAHRESÜBERSCHUSS / JAHRESFEHLBETRAG 1.219 395.345,43

Rücklagenbewegung -1.019 -266.991,55

darunter: Dotierung der Haftrücklage (-7) -33.308,00

Auflösung der Haftrücklage (0) (0,00)

JAHRESGEWINN/JAHRESVERLUST 200 128.353,88

Gewinnvortrag/Verlustvortrag 341 541.042,81

BILANZGEWINN/BILANZVERLUST 541 669.396,69

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst

getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt. Dies ist nur ein Auszug der Jahresrechnung. Hinweis

gem. § 281 Abs. 2 HGB: Bei diesem Geschäftsbericht und der darin abgedruckten Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung handelt es sich nicht um eine

durch Gesetz und Satzung vorgeschriebene Veröffentlichung, wodurch auf eine Wiedergabe in der gem. § 281, Abs. 1 HGB vorgegebenen Form verzichtet

wird. Der in gesetzlicher Form aufgestellte Jahresabschluss wurde vom Abschlussprüfer bestätigt. Die Offenlegung ist noch nicht erfolgt.

Vorstand: Hermann Riml, Vorsitzender · Hannes Gstrein

Aufsichtsrat: Josef Klotz, Vorsitzender · Thomas Köll · Bernhard Riml · Andreas Gstrein · Matthias Gstrein

Geschäftsleitung: Hermann Riml · Hannes Gstrein

Perfektes Zusammenspiel

Das Mit.Einander steht bei der Raiffeisenbank Sölden hoch im Kurs.

Das hat seinen guten Grund, sind doch die Mitglieder der Genossenschaft

nicht nur Kunden der Raiffeisenbank, sondern auch ihre

Eigentümer.

1.619 Mitglieder zählt die Raiffeisenbank

Sölden und damit mehr denn je. Dass ihre

Zahl in den letzten Jahren kontinuierlich

gestiegen ist und die Mitglieder ihre Rolle

innerhalb der Genossenschaft vermehrt

wahrnehmen, zeichnet die Sölder gegenüber

anderen Raiffeisenbanken aus und

liegt an der wachsenden Attraktivität der

Mitgliedschaft.

Den Anstoß dazu gab eine Untersuchung

im Jahr 2001, die zeigte, dass sich die

Mitglieder kaum

von Kundinnen

und Kunden unterschieden

und

darüber hinaus nur

wenig über ihre Position

innerhalb der

Genossenschaft

wussten. Das verlangte

nach mehr

Informationen und

einem neuen, umfassenden

Konzept.

Zu diesem

gehören der Mitgliederausflug,

die

Mi t g l i e d e r k a r t e

und das kostenlose Konto, aber auch die

Gestaltung der Generalversammlung als

Fest. Seit kurzem gibt es zudem die Möglichkeit,

statt nur eines Anteils à EUR 8

bis zu 3.000 Anteile zu zeichnen. Großer

Beliebtheit erfreut sich auch das Mitgliedersparbuch,

auf das pro Person bis zu

EUR 50.000 eingezahlt werden können.

Die Liste ließe sich noch fortsetzen, und

auch für die Zukunft ist noch einiges geplant,

wie etwa ein Sozialprojekt, ein

Die Vorteile der Mitgliedschaft

- Teilnahme und Wahlrecht bei der Generalversammlung

- exklusive Einladung und Teilnahme beim jährlichen Mitgliederausflug

- gratis Safefach während Ihrer Urlaubszeit

- kostenloser Grundbuchsauszug

- spesenfreies Mitgliederkonto: kein Kontoführungsentgelt, kein Bankomatentgelt

- Mitgliedersparbuch: für bis zu EUR 50.000 pro Mitglied

- Mein-Raiffeisen-Anteil: bis zu 3.000 Anteile à EUR 8

- Ermäßigungen bei überregionalen Veranstaltern und Kooperationspartnern

Zukunft

gestalten

Am 24. Juni 2013 lädt die

Raiffeisenbank Sölden zur

Generalversammlung. Sie ist

nicht nur das wichtigste Mittel

zur Mitbestimmung, sondern

auch ein Fest für die Mitglieder.

Newsletter und die Einrichtung einer Ombudsstelle.

Dass der eingeschlagene Weg

der richtige ist, zeigt nicht nur der Mitgliederzuwachs,

sondern auch das Interesse,

das andere Raiffeisenbanken den Ideen

der Sölder entgegenbringen.


24 VERANTWORTUNG LEBEN

25

Wohnen, Verkehr und Klimaschutz

Energiesparmaßnahmen, alternative Energien und Klimaschutz sind derzeit

die bestimmenden Themen im Wohnbau und in anderen Lebensbereichen.

Dass sich die Raiffeisenbank Sölden auch für eine sparsame

Nutzung von Energien im Verkehrsbereich engagiert,

brachte ihr am 28. November 2012 eine Auszeichnung als

klima:aktiv mobil Projektpartner ein.

Raiffeisen Wohnberatungstage

und Photovoltaik

Reger Andrang herrscht jedes Jahr bei den Raiffeisen Wohnberatungstagen

der Raiffeisenbank Sölden. Kein Wunder, erfahren

Interessierte doch dabei alles Wichtige zu den Bereichen

Wohnbauförderung, Wohnhaussanierung und Finanzierung.

Ein Schwerpunkt am 20. März 2013 galt dem Bereich Energie.

Ing. Markus Welzl und Ing. Thomas Thaler von der Wohnbauförderung

des Landes, Energieberater von Energie Tirol und

die Wohnberater der Raiffeisenbank Sölden – Hermann Riml,

Hannes Gstrein, Gotthard Mrak, Claus Scheiber, Florian Klotz, Philipp Kneisl und

Alexander Gstrein – berichteten dabei detailliert über die Sanierungsoffensive des

Landes, den Energieausweis sowie Heiz- und Wärmebedarf.

Über Photovoltaik und Solar hatte die Raiffeisenbank Sölden schon im April 2012

informiert, schließlich ist es nie zu früh, um auf alternative Energien umzusteigen.

Auf dem Weg zur Förderung

Ob Bauen, Sanieren oder Kaufen – Förderungen sind ein wichtiger Schritt auf dem

Weg zur Umsetzung der eigenen Wohnideen. Unterstützung bei der Suche nach den

passenden Förderungen und beim Ausfüllen der Anträge kann da nicht schaden. Die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Raiffeisenbank Sölden helfen Ihnen dabei.

Sonnige Zeiten Geringe Niederschlagsmengen,

durchschnittlich 1.321 Sonnenscheinstunden pro

Jahr und nur 28 Tage mit Nebel machen Obergurgl zu einem der

heiteren Flecken Österreichs. Auf 1.930 Metern Seehöhe ist man

der Sonne nun einmal näher als anderswo …

Und am Ende der Straße steht ein Haus am See.

Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg.

Ich hab zwanzig Kinder, meine Frau ist schön.

Alle komm’n vorbei, ich brauch nie rauszugehen.

Hier bin ich gebor’n, hier werd ich begraben.

Hab taube Ohr’n, ’nen weißen Bart und sitz im Garten.

Meine hundert Enkel spielen Cricket auf’m Rasen.

Wenn ich so daran denke, kann ich’s eigentlich kaum erwarten.

Peter Fox, Haus am See


26 VERANTWORTUNG JUNG SEIN

27

VIEL FREUDE FÜR DIE JUNGEN

günstig

davonkommen

Viel Zeit und wenig

Geld?

Kein Problem, wenn

du deine Möglichkeiten

ausschöpfst.

Sport

Egal, ob du gerne mit dem Rad oder

auf Skiern unterwegs bist, Tennis oder

Fußball spielst, bei den Vereinen im

Hinteren Ötztal bist du willkommen.

Für Jugendliche gibt es meistens

ermäßigte Mitgliedsbeiträge.

Ehrenamt

Bei der Feuerwehr kannst du ab 14

aktiv werden, bei der Bergrettung ab

16 und beim Roten Kreuz ab 17. Für

Jüngere sind Feuerwehrjugend und

Jugendrotkreuz gute Alternativen.

Sicher unterwegs

Du möchtest den Samstagabend gerne

anderswo verbringen? Der Nightliner

bringt dich sicher bis nach Imst

und wieder zurück.

Natur

Nichts leichter, als im Ötztal die Natur

zu genießen. Spannende Angebote

für Kinder und Jugendliche gibt’s im

Naturpark Ötztal.

Musik machen

Natürlich kannst du auch unter der

Dusche singen. Bei der Musikkapelle

ein Instrument zu spielen, macht aber

entschieden mehr Spaß.

Essen, Trinken, Shopping

Die Gutscheine im Bonus-Booklet und

andere Vergünstigungen des Raiffeisen

Club Tirol öffnen dir viele Türen.

Mit Begeisterung fuhr die 3. Klasse der Hauptschule

Sölden am 18. Jänner 2012 zu einem Eishockey-

Match bei den 1. Olympischen Jugend-Winterspielen

nach Innsbruck – Anfeuerungsrufe inklusive.

Am Raiffeisen Jugendwettbewerb nehmen jedes

Jahr Tausende Kinder in ganz Österreich teil. In den

Volksschulen der Region (im Bild die Teilnehmer aus

der Volksschule und der Hauptschule Sölden) konnten

die kleinen Künstler am 15. Mai 2012 ihre Preise

entgegennehmen.

Wer das Thema des 42. Raiffeisen Jugendwettbewerbs

„Jung und Alt: Gestalte, was uns verbindet“

am besten umsetzte, war am 24. Mai 2012 zur

Schlussveranstaltung ins Metropol Kino in Innsbruck

eingeladen. Die Siegerehrung nahm die Kletterin Angy

Eiter vor.

Erfreulich war der 7. März 2012

für Maximilian Grüner (im Bild

mit Claus Scheiber von der

Raiffeisenbank Sölden), der

beim Raiffeisen Club eine

gratis Haftpflichtversicherung

für ein Jahr gewann.

Sicher unterwegs: In der Raiffeisen Jugendverkehrsschule

lernen die Kinder der

4. Volksschulklassen wichtige Verkehrsregeln.

Am 13. Juni 2012 legten sie ihre

Fahrradprüfung erfolgreich ab. Bevor sie

davonflitzten, ließen sich die sicheren

Radlerinnen und Radler der Volksschulen

Sölden, Gurgl und Vent noch ablichten.

Einmal ausprobieren, wie es an der Börse

läuft, konnte die 4. Klasse der Hauptschule

Sölden. Beim Börsespiel (im Bild

die Schlussveranstaltung) erzielten

die jungen „Börsianer“ einen Gewinn

von EUR 661,97.

Wenn ich groß bin, werde ich …: Konkrete

Vorschläge für die Berufswahl holte sich

die 4. Klasse der Hauptschule Sölden am

17. Oktober 2012 bei der Bildungsmesse

in Innsbruck.

Auch 2012 war der Weltspartag ein

Erlebnis. Lukas, Stefan und Michi

waren vom Glücksrad, der Zaubershow

mit Markus Gimbel und ihren

bunten Luftballons begeistert.

Club und Konten

Was den Raiffeisen Club zum größten Freizeitclub Österreichs

macht und wie man zum günstigsten Konto kommt, weiß Clubbetreuer

Alexander Gstrein von der Raiffeisenbank Sölden.

Wie unterstützen die Raiffeisenbank

Sölden und der Raiffeisen Club Kinder

und Jugendliche?

Wir setzen seit vielen Jahren Aktivitäten

in den Schulen, wie die Jugendverkehrsschule,

den Juniorcup und

den Malwettbewerb. Das wird sehr gut

angenommen. Wir unterscheiden uns

auch von anderen Banken, indem wir

alle Schulen im Hinteren Ötztal auch

finanziell unterstützen.

Welche Veranstaltungen werden

gefördert?

Die größte Veranstaltung ist der

Raiffeisen Club-Tag am 29. Juni 2013

in der Area 47. Für nur 19 Euro können

Raiffeisen Club-Mitglieder dort einen

Tag mit Spiel, Spaß, Abenteuer, Essen

und Trinken verbringen.

Bei vielen anderen Veranstaltungen wie

Konzerten oder Sportevents können

wir unseren Raiffeisen Club-Mitgliedern

auch sehr viele Ermäßigungen

anbieten.

Beim Thema Bank stellt sich natürlich

auch die Frage nach den Finanzen.

Welche Kosten fallen für Kinder und

Jugendliche an, die Kunden der Raiffeisenbank

Sölden sind?

Gar keine. So lange jemand in Ausbildung

ist – die Schule besucht, eine

Lehre macht oder studiert –, verlangen

wir nichts für das Konto. Dieses Prinzip

ist es auch, das unser Gesamtpaket

von denen anderer Banken abhebt –

und es hat sich bewährt: 75 Prozent

aller Jugendlichen in der Region haben

ihr Konto bei uns.

Stichwort „Schuldenfalle“. Was unternimmt

die Raiffeisenbank Sölden, um

Jugendliche davor zu bewahren?

Man muss das differenziert sehen. In

manchen Bereichen – zum Beispiel

bei Handys – passiert es leichter, dass

Jugendliche Schulden machen, im

Bankwesen ist es hingegen schwerer

als früher. Denn zunächst einmal gibt

es keine Beratung ohne Elternteil. Die

Eltern bestimmen auch, wie viel ihre

Kinder vom eigenen Konto abheben

dürfen. In der Hauptschule Sölden und

im Polytechnischen Lehrgang halten

wir außerdem – zum Teil mit den anderen

Raiffeisenbanken im Ötztal –

Unterrichtsstunden zur Schuldenvermeidung

ab.

Internetbanking ist im Hinteren Ötztal

sehr verbreitet. Worauf müssen Jugendliche

dabei besonders achten?

Die Faustregel ist: Wenn du weißt, was

die Bank nie tun wird, dann bist du sicher

unterwegs. Eine Bank wird dich nie

anschreiben oder anrufen und sagen:

Gib mir deine Daten oder Codes! Vorsicht

also bei solchen E-Mails und Anrufen.


28 VERANTWORTUNG TEAM 29

KLUGE KÖPFE, NEUE GESICHTER

BANK FINDET BANKER

Sich weiterzuentwickeln und zu verändern macht das (Arbeits-)Leben erst

interessant. Kein Wunder, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der

Raiffeisenbank Sölden häufig die Gelegenheit zur Fortbildung nützen – und

sich immer wieder mit neuen Aufgabengebieten beschäftigen.

Wie kommt die Raiffeisenbank Sölden zu ihrem Team? Ganz

einfach durch Überlegung und eine gewissenhafte Auswahl,

wie Hannes Gstrein, einer der Vorstände der Bank, erzählt.

Der eine könnte schon als Geschäftsleiter

arbeiten, die andere

erschließt sich den Bereich

der Versicherungen und

ein Dritter denkt darüber nach,

welche Schulung er nächstes

Jahr in Angriff nehmen will. Die

Möglichkeiten, die sich im Ausbildungsbereich

bieten, sind

vielfältig und werden von den

Männern und Frauen, die in der

Raiffeisenbank Sölden arbeiten,

gerne angenommen.

Nachfolge sichern

Dabei kann es um vieles gehen:

von der ersten Ausbildung, die

die Neuzugänge der Bank absolvieren,

über die Spezialisierung

auf ein Fachgebiet oder auch darum, dass

sich die Vorstände Hermann Riml und Hannes

Gstrein Gedanken über ihre Nachfolge

machen. Zwar wird es noch ein paar Jahre

„Eine Erfahrung in der Ausbildung war,

dass ich auch schwierige Anforderungen

meistern kann.“

Philipp Kneisl

„Die Ausbildungen zum Bankmanager und Raiffeisen-Geschäftsleiter

waren sehr interessant,

allein schon, weil man die Bank von einer anderen

Seite kennen lernt.“

Prokurist Claus Scheiber, EFA, Diplom. Finanzberater

(RAK), Firmen- u. Privatkundenbetreuer

dauern, bis ein Führungswechsel ansteht,

dann soll aber alles reibungslos klappen.

Einer, der den Weg ins Management eingeschlagen

hat, ist Prokurist Claus Scheiber.

2012 schloss er sowohl die Ausbildung zum

Bankmanager an der Raiffeisenakademie

als auch jene zum Raiffeisen-Geschäftsleiter

ab. In insgesamt vier Modulen wurden

finanztechnische und volkswirtschaftliche

Themen ebenso behandelt

wie die Banksteuerung. Die Betreuung und

Präsentation eines Projekts – in diesem

Fall die Weiterentwicklung der Mitgliedschaft

– war Teil der Ausbildung.

Ähnlich strukturiert, aber in etwas kleinerem

Rahmen verlief die Ausbildung von

Philipp Kneisl zur Raiffeisen Führungskraft.

Fünf Module zu jeweils zwei Tagen

gaben Einblick in Themen wie Selbst- und

Mitarbeiterführung, strategisches Management

und Kommunikation – eine gute

Vorbereitung auch auf den Bankmanagement-Lehrgang,

den der Privatkundenbetreuer

für die Zukunft im Fokus hat.

„Der Bereich Versicherungen hat mich

einfach angesprochen. Jeder hat doch

verschiedene Versicherungen, über die

er zu wenig weiß.“

Dagmar Klotz, Serviceberaterin

Erfolgreicher Einstieg

Apropos Zukunft: An die denken auch

Dagmar Klotz und Thomas Moser, die als

Serviceberater tätig sind. Beide haben

im Tourismus – als Rezeptionistin beziehungsweise

als Skilehrer und Kellner –

gearbeitet, ehe sie von Hannes Gstrein und

Hermann Riml eingeladen wurden, in die

Raiffeisenbank Sölden einzutreten. Thomas

Moser, der seit Oktober 2011 am Schalter

steht, hat im Jänner 2013 den Grundkurs

abgeschlossen. Dagmar Klotz ist einen

Schritt weitergegangen und hat nach der

Grundausbildung 2010/11 im vergangenen

Jahr eine Versicherungsschulung absolviert.

Da der zweite Teil der Ausbildung nicht

Otto Liebhart

„Mir gefällt es

am Schalter gut,

weil ich unter

Leuten bin. Aber

wir werden

sehen, in welche

Richtung ich

mich weiterentwickle.“

Thomas Moser

mehr separat angeboten wird, ist sie nun

auf interne Schulungen angewiesen. Ein bis

zwei Mal im Monat hat sie die Gelegenheit

zur Weiterbildung mit Versicherungsmakler

Otto Liebhart und anderen Bankfachleuten.

Liebhart selbst hat übrigens 2012 ebenfalls

eine Veränderung im Arbeitsleben

erfahren, als die R.K.C. Versicherungsmanagement

GmbH, eine Tochtergesellschaft

der Raiffeisenbanken Längenfeld und

Sölden, nach zehn Jahren in die Banken

integriert wurde. Die Umstrukturierung

erfolgte aus Gründen der Effizienz, das

Tätigkeitsfeld der Versicherungsmakler

ist hingegen weitgehend gleich geblieben.

Aber das ist eine andere Geschichte …

Wie gehen Sie und Hermann Riml als

Vorstände der Raiffeisenbank Sölden

vor, wenn Sie neue Mitarbeiter

suchen?

In den letzten zehn, zwanzig Jahren

haben wir keinen einzigen Mitarbeiter

mit traditionellen Maßnahmen wie Stellenanzeigen

gesucht. Die Auswahl fängt

schon im Haus an. Zuerst versuchen

wir, uns ein Bild davon zu machen, wen

wir suchen. Im Wesentlichen wählen wir

nicht nach Fachkenntnis aus, sondern

danach, welche Eigenschaften die

Person hat, wie sie zum Team passt. Wir

gehen die Blindbewerbungen, die wir

gesammelt haben, durch oder sprechen

jemanden an, den wir uns gut für eine

bestimmte Aufgabe vorstellen können.

In der Regel haben wir mit dieser

Methode Erfolg, und das immer relativ

schnell.

Haben Sie manchmal auch Schwierigkeiten,

eine passende Person zu

finden?

Wir suchen schon seit längerem eine

Frau, die in die Beratung geht. Das ist

uns leider noch nicht gelungen.

Eine andere Schwierigkeit ist, dass die

Raiffeisenbank Sölden in der Nähe des

Talendes liegt und viele Leute pendeln

müssten.

Fachliche Qualifikationen können

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der

Bank nach und nach erwerben. Legen

Sie viel Wert auf Fortbildung?

Ja, das ist uns sehr wichtig – und zu

erkennen, welche Neigung jemand hat.

Das Angebot ist sehr umfangreich: in

der Bank, auf Landesebene und österreichweit.

Wir sind bei den Weiterbildungen

auch ganz großzügig, wobei wir

darauf schauen, dass die Initiative vom

Mitarbeiter kommt.

Lebenslanges Lernen gehört zum

heutigen Arbeitsleben einfach dazu.

Hat sich auch die Arbeit der Bankangestellten

verändert?

Früher sind die Kunden in die Bank

gekommen und haben gesagt, was

sie wollen. Inzwischen gehen wir zu

den Kunden und sagen ihnen, was wir

anzubieten haben. Das Berufsbild des

Bank-„Beamten“, das viele noch im

Kopf haben, stimmt schon lange nicht

mehr.

Wie vermitteln Sie jungen Menschen

ein realistisches Bild von den Aufgaben

eines Bankmitarbeiters?

Wir veranstalten beispielsweise

Schnuppertage an der Hauptschule und

bieten Ferialpraktika für auswärtige,

speziell kaufmännische Schulen an. Inzwischen

haben aber viele junge Leute

schon eine gute Vorstellung davon, was

sie in diesem Beruf erwartet – auch

deshalb, weil sie selbst als Kundinnen

und Kunden von uns umworben werden.


30 KOMMUNIKATION

WERTPAPIERCLUB

31

Russische Impressionen

Normalerweise treffen die Menschen aus dem Hinteren Ötztal und aus Moskau

aufeinander, wenn die einen die Gastgeber sind und die anderen (Ski-)Urlaub

machen. Genauso gut könnte es auch umgekehrt sein, dachten sich die Mitglieder

des Raiffeisen WertpapierClubs Sölden und entschlossen sich kurzerhand zu einer

Reise nach Moskau.

Die Idee, eine Börse zu besichtigen, stand

am Anfang der Planung zur ersten Reise

des WertpapierClubs im Juni 2012. „Und

wenn die Sölder was machen, dann fahren

sie nicht nach Wien an die Börse“, erzählt

Leonhard Larcher, der mit dreißig

anderen Mitgliedern des Clubs schließlich

nach Moskau aufbrach. Dort erwartete die

Gruppe zwar nicht die Börse, dafür aber

der Kreml, das Bolschoi-Theater, die Basilius-

und die Erlöser-Kathedrale und die

Raiffeisenbank Moskau. Bei einer Schifffahrt

auf der Moskwa konnten sie die

Stadt vom Wasser aus entdecken.

Besonders eindrucksvoll seien die prächtigen

Metro-Stationen aus den 1930er-

Jahren gewesen, schwärmt Katharina

Glanzer, Direktorin im Hotel Bergland

und fast seit der Gründung Mitglied des

WertpapierClubs. Über das mitunter

sehr schwierige Leben der Menschen in

Russland, etwa die knappen Geldmittel,

die Wohnsituation in den dicht verbauten

Außenbezirken oder die langen Anfahrtswege

zur Arbeit, gab es von der örtlichen

Reiseleiterin viel zu erfahren. Ein russischer

Abend mit deftigem Essen, ein Spaziergang

durch die Fußgängerzone Arbat

und Ausblicke über die nächtliche Stadt

rundeten den Eindruck von einer pulsierenden

Metropole ab. Weil Claus Scheiber

von der Raiffeisenbank Sölden alles so

perfekt organisiert hatte und sich die 31

Moskaureisenden so gut verstanden haben,

denkt Katharina Glanzer schon über

die nächste Reise nach. Am liebsten,

sagt sie, würde sie dann mit dem WertpapierClub

nach New York fliegen.

Raiffeisen

WertpapierClub

Sölden

Der 1999 als Gesellschaft nach

bürgerlichem Recht gegründete

Raiffeisen WertpapierClub

Sölden dient der Vermittlung von

theoretischem und praktischem

Wissen zur Geldanlage und der

gemeinsamen Kapitalanlage. Auf

dieser Grundlage wird die freie

Vermögensbildung der Gesellschafter

gefördert.

Bisher konnten sich die fünfzig

Gesellschafter an vierzig Dispositionsabenden

börsenspezifisches

Fachwissen aneignen. Die

gemeinsame Kapitalanlage hat

den Vorteil, dass schon kleine

Mindestbeträge veranlagt werden

können, die Spesen reduziert

werden und das Risiko für die

Anlagen vermindert wird.


32 KOMMUNIKATION

MENSCHEN

33

Zeit, sich Zeit zu nehmen

Lebenslinien im Holz

Den Trubel des Alltags zu vergessen und sich mit Dingen zu beschäftigen,

die zwar nicht lukrativ, dafür aber entspannend, lustig oder anregend sind,

die Seele baumeln zu lassen oder nette Leute zu treffen, macht

das Leben eindeutig besser. Wir haben einige Anregungen für Sie.

Als Schnitzer und Bergführer verband Isidor Eiter jahrzehntelang zwei

unterschiedliche Welten miteinander. Nach einem Bergunfall vor zwei Jahren –

einer von vielen Wendepunkten in seinem Leben – ist die Kunst in den

Vordergrund getreten.

Werken und wirken

Eine Krippe, die nicht alltäglich, aber

trotzdem in der Region verankert ist, wünschen

sich Hannes Gstrein und Hermann

Riml schon lange für die Raiffeisenbank

Sölden, einschließlich der Szenerie des

Hinteren Ötztals und der dazugehörigen

lokalen Besonderheiten und Protagonisten.

Alle, die gerne tischlern, drechseln,

schnitzen, flechten, nähen, sticken, stricken,

malen oder andere handwerkliche

Fähigkeiten pflegen, sind eingeladen, diese

Idee in den kommenden Monaten in die

Tat umzusetzen. Gelegenheiten dazu gibt

es bei den ab Juni stattfindenden monatlichen

Werkstatt-Nachmittagen im Vereinslokal

des Krippenvereins Sölden-Gurgl

in Zwieselstein, die von der Künstlerin

Carmen Müller und dem Künstler Manfred

Alois Mayr aus Meran begleitet werden.

Anmeldung und nähere Infos

beim Krippenverein Sölden-Gurgl:

Makarius Fender

Tel. +43 664 1322047

Sich überraschen lassen

Wer schon einmal dabei war, weiß: Die Mitgliederausflüge

der Raiffeisenbank Sölden

sind immer unterhaltsam, abwechslungsreich

und kulinarisch erfreulich. Außerdem

ist das Ziel des nächsten Ausflugs

im Herbst 2013 eine Überraschung. Wo es

wohl diesmal hingeht?

Singen, spielen, zuhören

Singen und Musizieren machen den Kopf

frei und lassen einen wieder einmal richtig

durschnaufen. Kein Wunder, dass sich die

Gurgler im Männergesangsverein engagieren

und sich die Musikkapelle Sölden über

regen Zulauf freut. Fast genauso schön ist

Zuhören: beim Sängerfest in Gurgl, beim

Bezirksmusikfest oder bei den Sölder

Platzkonzerten im Sommer.

Auf dem Arbeitstisch liegt der Schaft eines

Gewehrs, an dem Isidor Eiter gerade

arbeitet, einen anderen, bereits fertiggestellten,

hat er für seinen Kunden, einen

Südtiroler Jäger, beiseite gelegt. Die beiden

Unikate sind mit feinen Schnitzereien

verziert, an einem fällt ein aus Eisen gegossener

Steinbock auf, der in das dunkle

Nussholz eingelassen ist. Stücke wie diese

nehmen mehrere Wochen in Anspruch,

für das nächste Projekt, einen großen Almabtrieb

nach Zillertaler Vorbild, wird Eiter

vermutlich eineinhalb Jahre brauchen.

Es gab Zeiten, in denen ihm das Schnitzen

schwer von der Hand ging, dann verlegte

er sich auf die Gestaltung von Sportpreisen.

Ende der 1990er-Jahre entdeckte er

Und dann noch …

… der SPG Falkner & Riml

Sölden beim nächsten

Spiel zujubeln

… wandern gehen und die

Wälder, Seen und Berge im

Naturpark Ötztal genießen

… in der Wiese liegen und den

Schafen auf der Alm beim

Grasen zusehen

Zweites Standbein: Viele Jahre war Isidor

Eiter als Bergführer unterwegs.

die Aquarellmalerei für sich, weil sie eine

anspruchsvolle Technik ist, es aber nur

einige Stunden dauert, ein Werk zu vollenden.

Sie wird, meint Isidor Eiter, am Ende

wohl übrig bleiben.

Die künstlerischen Arbeiten

haben dem gebürtigen

Pitztaler auch

über schwierige Lebensphasen

hinweggeholfen:

Nach einem

Lawinenunglück 1995

mit zwei Toten, nach

der Scheidung von seiner

ersten Frau und

dem frühen Tod seines Sohnes Urban

2007 musste er sich in seinem Leben jedes

Mal neu orientieren. 2011 verletzte

„Ich war immer einer,

der es sich im Leben

nicht leicht gemacht hat.

Ich habe immer die

extremen Dinge gesucht,

auch in den Bergen.“

Isidor Eiter

er sich bei einem Unfall in den Schweizer

Alpen schwer, Bergtouren sind seither

kaum noch möglich. Stattdessen ist Eiter,

der seit zwölf Jahren in Sölden lebt, als

Obmann der Bergführer-Sektion

Wildspitze

tätig und übernimmt

als Künstler nur mehr

Aufträge, die ihn wirklich

interessieren. Am

wichtigsten, sagt er,

sei ihm aber die Familie,

das gute Verhältnis

zu seinen Kindern und

seiner Lebenspartnerin.

Nach all den Widrigkeiten der letzten

Jahre habe er zu einem Leben gefunden,

in dem er rundum zufrieden ist.


34 KOMMUNIKATION

REGION KULTURRAUM 35

REGIONAL VERANKERT,

ÜBERREGIONAL VERNETZT

erbe kulturraum sölden

Wie tief versinken die Ötztaler im Schnee? Wie viele Lifte führen in die Skigebiete

von Sölden, Vent und Gurgl? Wie klingt der Vernagtferner im Sommer? Und was

denken die Menschen vor Ort über das Hintere Ötztal? Fragen wie diese beantwortet

seit 2010 der erbe kulturraum sölden in der Raiffeisenbank Sölden.

Das Hintere Ötztal und seine Dörfer aus

verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten,

von der Geschichte und Gegenwart

der Region zu erzählen und zugleich Denkanstöße

für die Zukunft zu geben, war die

Grundidee bei der Einrichtung des erbe

kulturraum sölden.

Sechs Bereiche – aufstrebend, selbstbewusst,

langmütig, vielstimmig, explosiv

und spektakulär – definierte das Kuratorenteam

Petra Paolazzi und Niko Hofinger

bei der Gestaltung. Damit verfügt die Raiffeisenbank

Sölden über eine Dauerausstellung,

die eine sowohl ernsthafte als auch

vergnügliche Auseinandersetzung mit der

Region erlaubt.

Mitunter kostet das ein wenig Zeit. Besucher,

die sich auf der Hörbank niederlassen,

vertiefen sich nicht nur in die literarischen

Texte, denen sie hier lauschen

können. Sie lassen sich auch dazu verleiten,

die unterhaltsamen Seiten der Statistik

kennen zu lernen, oder entdecken im

Film „vielstimmig“ von Judith Holzner das

eine oder andere bekannte Gesicht. Das

Telefon dazwischen verbindet aufmerksame

Zuhörerinnen direkt mit dem Gletscher,

wie überhaupt die Gletscher hier überall

präsent sind: als Hintergrund für die

höchstgelegenen Skigebiete der Region,

als Motiv für Postkarten und Panoramen,

als Symbol für den Klimawandel …

Über den Tellerrand

Neben dem erbe kulturraum sölden verfügt das Ötztal über einige weitere

sehenswerte Kultureinrichtungen.

Turmmuseum Oetz

Vom Sammler Hans Jäger gegründet, erlaubt das Turmmuseum Oetz nicht nur

baulich einen Blick in die Geschichte des Ötztals, sondern legt vor allem auch

einen Schwerpunkt auf die alpine Landschaftsmalerei verschiedener Epochen.

www.turmmuseum.at

Ötztaler Heimat- und Freilichtmuseum

Bäuerliche Lebenswelten bis in die 1950er-Jahre thematisiert das Museum in

Lehn bei Längenfeld, daneben besteht seit einigen Jahren der Gedächtnisspeicher

Ötztal. www.oetztal-museum.at

Ötzidorf

Der berühmte Mann aus dem Eis gab dem in Umhausen gelegenen Dorf seinen

Namen. Spielerisch nähert man sich dort dem Leben in der Steinzeit an.

www.oetzidorf.at

timmelsjoch.passorombo

Fünf Minimuseen und Aussichtsplätze entlang der Timmelsjoch Hochalpenstraße

erzählen von Schmuggel, Straßenbau, Kinderreichtum und anderen

„typisch“ ötztalerischen Dingen. www.timmelsjoch.com

Dass die gesamte Region einem ständigen

Wandel unterworfen ist, lässt sich auch

an den Sonderausstellungen ablesen, die

im erbe kulturraum sölden stattfinden.

Den Souvenirs galt die Schau „andenken

einpacken“ 2012. Einem hoch aktuellen

Thema der heutigen und zukünftigen Arbeitswelt,

der Migration, widmet sich die

Ausstellung 2013.

Mehr dazu auf den folgenden Seiten …


36 KOMMUNIKATION

SONDERAUSSTELLUNG 2012

37

andenken

einpacken

souvenirs in sölden

AUSSTELLUNG · EXHIBITION · MEMORIES ARE MADE OF THIS

Bei der Sonderausstellung 2012 rückte das Souvenir in den Fokus –

als Erinnerungsstück und Sehnsuchtsobjekt, aber auch als Produkt

der Heimindustrie, Mitbringsel für Freunde daheim und Bindeglied

zwischen Zimmervermieterinnen und Gästen.

zum Nachlesen: www.andenken-einpacken.at

In Hall in Tirol ließ der Ötztaler Alois

Riml Miniaturschuhe wie diesen in

Heimarbeit herstellen. Mehr als hundert

Frauen absolvierten dabei jeweils einen

Arbeitsschritt, etwa das Einfädeln der

Schuhbänder oder die Beschriftung

mit den Namen der Orte, in denen die

Souvenirs verkauft wurden.

Den Skischuh aus 28 Teilen gab es in verschiedenen

Varianten als Nadelkissen, Thermometer oder Streichholzhalterung.

Die Streichholzköpfe aus extrem leicht

entzündlichem Phosphor fingen manchmal schon beim

Stapeln der Skischuhe Feuer.

Die Sohle wurde als letzter (und einziger) Teil

in der Firma Riml & Co. auf den Skischuh

montiert, um einem „Schwund“ der Skischuhe

bei der Heimarbeit vorzubeugen.

Das gestohlene Souvenir

Manchmal gehen Mitbringsel einfach so

mit. Hoteliers und Souvenirhändlerinnen

können ein Lied davon singen, wie Bademäntel,

Aschenbecher und Hauspatschen

in den Koffern der Reisenden

verschwinden.

Kaum ein anderes Souvenir wurde so sehr

mit Tirol identifiziert wie die Meckis

der Firma Gustav Peter in Inzing.

73 verschiedene Püppchen beiderlei

Geschlechts rodelten, fuhren Ski, musizierten

oder ließen sich – gar nicht fein –

beim Besuch des stillen Örtchens ertappen.

„Dort wo die Welt

grenzenlos erscheint,

möcht ich wieder sein,

doch du bist so weit.

Sölden du mein Traum,

du mein Paradies.

Weißer Winterraum.

Sölden du mein Traum.“

Hermann Kuzyna

andenken einpacken

in Zahlen

80 Objekte, 250 Bilder, 60 m 2

2 Musikstücke aus der Drehorgel

19 Minuten 30 Sekunden Film

23. Juli bis 25. Oktober 2012

Hin und zurück …

… kamen etliche Souvenirs im Rahmen

von „andenken einpacken“ zumindest im

Bild. Fotos, die Gäste bei sich zu Hause

von ihren Ötztal-Souvenirs gemacht hatten,

füllten eine ganze Wand im Ausstellungsbereich.

Plastiskope wie dieses erlauben sozusagen

einen Blick in die Vergangenheit.

Da sie aus Kostengründen in großen

Auflagen produziert werden, bleiben

auch die bis zu 16 Bilder in ihrem Inneren

über lange Zeit unverändert.

Souvenir

Souvenirs, Mitbringsel, Andenken,

Trophäen, Devotionalien: Sie alle erfüllen

den Zweck, sich an eine Reise zu

erinnern oder andere an den eigenen

Reiseeindrücken teilhaben zu lassen.

Meistens sind sie Dinge mit großem

Erinnerungs-, aber geringem materiellen

Wert, handlich und einfach im

Gepäck zu verstauen – es sei denn,

es handelt sich um jene „Andenken“

aus Ägypten, Afrika oder dem alten

Griechenland, die zu Tausenden die

Museen der westlichen Welt füllen.


38 KOMMUNIKATION KOMMUNIKATION

2013 & 2014

39

2013 – AUF SAISON GEHEN

In der Hochsaison arbeiten im Hinteren Ötztal Menschen aus

48 Nationen als Ski- und Snowboardlehrer, Köchinnen, Kellner,

Serviceleute, Techniker und in anderen Berufen. Ihnen und der

Situation der (Arbeits-)Migrantinnen und Migranten widmen wir

die Ausstellung 2013 im erbe kulturraum Sölden.

Geöffnet von Juli bis Dezember 2013, Montag bis Freitag 8–12 und 14.30–17 Uhr

sowie bei Abendveranstaltungen

2014 – 125 JAHRE

RAIFFEISENBANK SÖLDEN

erbe kulturraum sölden

Raiffeisenbank Sölden

Dorfstraße 88

A-6450 Sölden

www.rb-soelden.at

Am 24. Feber 2014 feiert die Raiffeisenbank Sölden ihr 125-jähriges

Bestehen. Auf dem Weg vom 1889 eröffneten Geschäftslokal bei

Jos’n Paul’s in Hof 124 bis zum Bankgebäude in der Dorfstraße 88 in

Sölden hat sich vieles verändert, eines ist aber immer gleich geblieben:

die demokratische Struktur der Genossenschaft, die als Wirtschaftsmodell

auch in die Zukunft verweist …

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