TANZLEHRGANG Dance & Spirit - mit Ute Köck - Lernwerkstatt im ...

lernwerkstatt.ws

TANZLEHRGANG Dance & Spirit - mit Ute Köck - Lernwerkstatt im ...

Foto: Egbert Amann-Ölz

Einzelverkaufspreis: Eur 4,50

Jahres-Abo (4 Ausgaben): Eur 16.–

ausgabe winter 2009

abenteuer des lebens

Markus Distelbergers neue Wege

Ein LWS-Abgänger an der Harvard University

zeitschrift für freie pädagogik

herausgegeben von der lernwerkstatt im wasserschloss pottenbrunn – für aktives und selbstbestimmtes lernen


freigeist winter 2009/2010 2

Sie möchten auch im freigeist inserieren? Infos & Mediadaten-Bestellung unter Tel: 02783/81038 oder fj.gaugg@aon.at

bezahlte Anzeigen

freigeist winter 2009/2010 3

inhalt

3 editorial, impressum

4 digital storytelling

7 garten der generationen

10 unser weg in die lws

12 schulball

13 niederösterreich-plattform

14 pädagogischer lieblingstext

16 eine weisheit für die lws

17 dramolett, kindermund

18 ein kleinkind sein

22 abenteuer wanderung

24 was macht eigentlich ....

27 cartoon

28 schützen & vertrauen

30 momo´s netzwerknews

31 ithuba - afrikanische utopie

33 buchtipp

34 eh normal, spendenaufruf

35 medienmagie

36 vorschau

37 der weltenwanderer

40 veranstaltungen

impressum

Medieninhaber und Herausgeber (Verleger):

Verein „Mit Kindern wachsen“ -

Initiative für aktives und ofenes Lernen

Verlagspostamt: 3140 Pottenbrunn

Aufgabepostamt: 3100 St. Pölten

Redaktion: Bert Ehgartner, Kay Mühlmann,

Ilse Baechle, Rainer Wisiak, Luise Muschailov,

Maria Altmann-Haidegger

Fon/Fax 02772-55183

freigeist@lernwerkstatt.ws

Lernwerkstatt im Wasserschloss Pottenbrunn

Josef-Trauttmansdorf-Str. 10

3140 Pottenbrunn

Schulinfo/Aboservice:

Fon/Fax 02742-43550

info@lernwerkstatt.ws

www.lernwerkstatt.ws

Kto 22996, Sparkasse Herzogenburg, BLZ 20219

IBAN: AT 382021900000022996, BIC: SPHEAT21

Anzeigen: Brigitte Gaugg

j.gaugg@aon.at

Layout: Franz Josef Gaugg, Reinhard Kraus,

Gert Lanser, Marion Lanser

Druck: Druckhaus Schiner Krems

Ofenlegung gemäß §25 Mediengesetz:

Der Verein „Mit Kindern wachsen“ ist zu 100%

Inhaber dieser Zeitschrift. Es erscheinen keine

weiteren Medien.

Gedruckt nach den Richt linien des

österreichischen Umweltzeichens!

editorial

liebe leserInnen!


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Teil 3 Rainer Wisiak

a

Wir bitten um weitere

Zusendungen an:

freigeist@lernwerkstatt.ws

16

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mund

Luise Muschailov

17

Bitte schickt Euren „Kindermund“ an

redaktion@lernwerkstatt.ws


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ein kleinkind sein

Kinder haben fraglos einen besonderen Status in unserer Gesellschaft. Bekommen sie

dadurch, was sie brauchen? Ich möchte mich in diesen Ausführungen mit Kleinkindern

und deren Bedürfnissen und Kompetenzen befassen, denn ich habe schon seit längerem

das Gefühl, dass sie oft nicht gesehen werden. Anna Harsch

b

ildung für kleine Kinder ist in aller

Munde - vor allem solange sie nichts

kostet und keine Einschränkungen

für die Erwachsenen damit einhergehen.

Nicht nur aus diesen Gründen gehen die

meisten der augenblicklichen Ideen am

kleinen Kind vorbei.

Einer der anderen Gründe ist, dass wir

selbst selten als Kinder bekommen haben,

was wir brauchten. Hier spreche

ich von authentischen Bedürfnissen. Wir

wissen möglicherweise nicht, was ein

Kind wirklich braucht, da wir vergessen

haben, wie es war. Es existieren die Lebensgemeinschaften

der verschiedenen

Generationen nicht mehr (Laut Rebeca

Wild auch aus Mangel an Respekt der

Älteren gegenüber den Jüngeren.) und

das automatische Weitergeben von uraltem

Wissen in der Plege und Begleitung

kleiner Kinder indet nicht mehr statt.

Viele Menschen hatten noch nie ein Kind

im Arm oder hatten Kontakt mit einem

kleinen Kind, bevor sie ihr erstes Kind

bekommen.

Für meine Mutter war klar, der Kopf eines

Säuglings muss lange gehalten werden,

wenn man den Säugling trägt. Meine

Urgroßmutter hat mich ebenso darauf

hingewiesen, als ich mit 7 Jahren meine

kleine Schwester im Arm hatte. (Der

Kopf macht bis zum ersten Jahr etwa 25

Prozent des Körpersgewichts aus.) Jetzt

sehe ich regelmäßig, dass der Kopf des

Säuglings nicht gehalten wird. Dieses

Wissen scheint verloren zu sein.

Ich beobachte immer wieder Fehleinschätzungen,

was kleine Kinder interessiert,

was sie brauchen, was sie können

und was noch nicht in ihrem Kompetenzbereich

liegt. Wenn ein Kind mit 26

Monaten „noch“ nicht sauber ist, ist das

normal. Das Kind ist sauber, wenn es die

Schließmuskel-Kontrolle beherrscht.

Man kann das nicht erzwingen.

Es wird ihnen eine Hand angeboten,

nach der sie nicht gefragt haben. Sie

lernen: Ich kann die Treppe mit Mamis

Hand gehen. Wenn wir einen Augenblick

warten, beobachten, was das Kind

wirklich macht und dann agieren, entstünde

eine andere Situation: Das Kind

steht vor der neuen Treppe, sieht sie sich

an. Treppensteigen kennt es bereits. Es

krabbelt sie auch manchmal rauf oder

runter, wenn es nicht anders geht. Diese

Treppe hat ein Sprossengeländer. Das

Kind hält sich an einer Sprosse fest und

setzt den Fuß auf. Es zieht den anderen

Fuß hinterher und steht auf der ersten

Stufe. Es greift nach der nächsten Sprosse.

Auf der dritten Stufe dreht es sich um

und sagt: „Mami“. Wir könnten antworten:

„Du bist da hoch gegangen.“ Es lacht

und erklimmt die nächste Stufe. Wenn

wir große Angst haben, können wir versuchen,

diese so gut es geht bei uns zu

halten, und in einigem Abstand dem

Kind folgen. Unsere unrelektierte Angst

jedoch überträgt sich auf das Kind, lässt

es unsicher werden und stolpern.

Kinder brauchen Zeit

Ein Kleinkind (18 Monate bis 3 Jahre)

läuft in der Regel bereits sicher. Es kennt

seine nähere Umgebung sehr gut und ist

täglich damit beschäftigt, dieses Wissen

zu erweitern oder zu vertiefen. Es kann

bestimmte Kulturtechniken bereits alleine

ausführen oder mindestens mit

etwas Hilfe. Es kennt den Tagesablauf. Es

hat verschiedene Kontakte innerhalb der

Familie und außerhalb derselben. Es hat

verschiedene Bedürfnisse, die sich auf

das Überleben konzentrieren, aber auch

solche, die ihm zu einer Entwicklung

verhelfen. Um diese Bedürfnisse erfüllt

zu bekommen, ist es sehr lange vom Erwachsenen

abhängig. Das bedeutet für

uns, wir müssten wissen, was hier gefragt

ist und wie wir gefragt sind. Vielleicht ist

uns die Intuition abhanden gekommen.

Vielleicht auch deshalb, weil im Umfeld

der meisten Menschen kleine Kinder

fehlen. Vielleicht weil kleine Kinder sehr

bedürftig sind und damit im Tagesablauf

unserer technischen Gesellschaft keinen

Der Geist des Kindes ist ein Schwamm

Platz haben. Sie brauchen ungeteilte

Aufmerksamkeit und das bedeutet, sie

brauchen Zeit.

Christa

Ich meine, die natürliche Intuition, Waldmanndie

jeder Mensch hat, wäre hilfreich. Wie bekommen

wir wieder Zugang zu unserer

Fotos: Anna Harsch

freigeist winter 2009/2010 19

Intuition? Wissen wir, wie sich Intuition

(lat. intueri = betrachten, erwägen) anfühlt?

Wie kommen wir wieder da hin,

sie zu spüren und ihr zu vertrauen? Wie

sehr nehmen wir intuitiv unsere eigenen

Bedürfnisse wahr? Haben wir Vertrauen

in unsere Kompetenzen? Es könnte ein

Weg sein, bei sich selber zu beginnen,

um dem Kind intuitiv zu begegnen und

dem Kind zu vertrauen. „Du kannst das“

ist ein anderer Ausgangspunkt als „Achtung,

sei vorsichtig!“ Das Kind braucht

unseren Vertrauensvorschuss.

Wenn wir uns sicher fühlen, bekommt

das Kind eine Botschaft der Sicherheit.

Selbst wenn wir unsicher sind, aber zu

dieser Unsicherheit stehen, sind wir in

unserer Mitte und strahlen Sicherheit

aus. Wenn wir uns selbst vertrauen, wenn

wir uns erlauben Fehler zu machen, wird

das eine Wirkung auf unseren Umgang

mit dem Kind haben.

Emotionen aussprechen

Wir funktionieren als Modell - und das

immer. Die Kinder beobachten uns, sie

saugen auf, was in der Umgebung ist.

Maria Montessori sprach davon, dass der

Geist des Kindes wie ein Schwamm sei,

der alles aufsauge. Dazu gehören auch

wir und unser Verhalten. Welche innere

Haltung haben wir? Wie gut kennen wir

unsere Bedürfnisse? Wie kümmern wir

uns um deren Erfüllung? Das lernt das

Kind von uns nebenbei, durch das Zusammensein

mit uns.

Ich kann meine Emotionen aussprechen,

sagen, was in mir vor geht. Das gibt dem

Kind ein Beispiel: „Heute bin ich traurig,

deshalb weine ich jetzt.“ „Ich freue mich,

Dich zu sehen.“ „Mein Kopf tut weh. Ich

lege mich etwas hin.“ „Ich bin fröhlich.“

Das Kind lernt auf diese Weise durch

mein Tun: Ich weiß, was ich brauche. Ich

weiß, wie ich es bekomme. Meiner Meinung

nach ermöglicht diese Kompetenz

der Selbstwahrnehmung eine Wahrnehmung

des Kindes. Mehr und mehr kann

ich sehen, was Du wirklich brauchst. Ich

helfe Dir, es zu bekommen und zeige

Dir, wie Du Dich selbst darum kümmern

kannst. Vielleicht entsteht durch das Vertrauen

in sich selbst die Fähigkeit, abzuwarten

und zu beobachten.

Kleine Kinder können bereits ein Bewusstsein

über sich selbst entwickeln.

Dazu brauchen sie ein bestimmtes Verhalten

von Seiten der sie umgebenden

Erwachsenen: Die Erwachsene begleitet

das Tun oder die emotionalen Regungen

des Kindes sprachlich und spiegelt auf

diese Weise, was das Kind tut bzw. was

in ihm vorgeht. „Du trägst den Eimer

mit Wasser in das Zimmer.“ „Jetzt freust

Du Dich.“ „Bist Du wütend?“ Ebenso begleitet

sie ihr eigenes Tun mit dem Kind,

z. B. bei der Plege, wie wir es aus dem

Pikler-Institut kennen. „Ich werde jetzt

mit dir baden gehen. Du kannst Deine

Hose ausziehen.“ „Ich mache jetzt Deine

Haare nass.“

Kleine Kinder können Empathie entwickeln.

Diese Kompetenz hat viel mit dem

eigenen Erleben zu tun. Wenn das Kind

lernt, jemand fühlt mit mir, wird es nach

und nach mit anderen fühlen. Das Kind

fällt hin, es weint, steht auf und kommt

zu uns. Wir können den Arm ausbreiten

und sagen: „Es tut mir leid, jetzt hast Du

Dir weh getan.“ Es zeigt uns die Hand:

„Bist Du auf die Hand gefallen?“ „Möchtest

Du eine Notfallsalbe darauf geben?“

Wir empinden mit dem Kind und nehmen

es wahr.

Ich beobachte immer wieder, wie Kinder

bereits im Alter von ca. 1,5 Jahren sich

um andere Kinder kümmern. Sie holen

die Notfallsalbe, wenn jemand sich weh

Ich weiß, was ich brauche

getan hat. Sie bringen ein Taschentuch,

wenn jemand weint. Sie geben einem

anderen Kind ein Stück ihrer Reiswafel.

Sie bringen einen Hocker für ein anderes

Kind, das noch keinen hat. Sie holen die

Schuhe für ein Kind.

Kleine Kinder können Freundlichkeit

und Liebenswürdigkeit zeigen. Ich erlebe

das immer wieder. Diese Kompetenz

hat ebenso mit ihrem eigenen Erleben zu

tun. Sie können sich spontan bedanken.

Sie können sehr freundlich um etwas bitten.

All das geht nur ohne unsere Erwartung

und ohne jeglichen Druck. Es ist ein

spontanes Verhalten und ein imitiertes.

Sie spiegeln unsere Freundlichkeit wider.

Sie brauchen emotionale Sicherheit. Nur

dann geschieht im Gehirn das, was wir als

Lernen bezeichnen. Ohne emotionale Sicherheit

kann kein Lernprozess stattinden.

Vereinfacht gesagt, ist die Gehirnchemie

auf Abwehr eingestellt, wenn

wir Angst haben, wenn Gefahr jeder Art

droht. Joseph Chilton Pearce schreibt

hierzu: „Im anderen Fall - und das gilt unser

ganzes Leben lang - verschiebt sich

durch negative Erfahrung, durch jede

Art Angst, die Aufmerksamkeit Christa und Energie

von einem verbal-intellektuellen

Waldmann

Denken sofort zum alten Überlebens-

Denken. Unter solchen Umständen ha-


freigeist winter 2009/2010 20

ben wir keinen vollen Zugang mehr zum

Bereich der höheren evolutionären Intelligenz,

sondern fallen zurück auf einen

primitiveren Level.“

Deshalb ist eines meiner Prinzipien in

der Gruppe die entspannte Atmosphäre.

Es gibt keine sogenannten „aktiven

Gefahren“, wie Mauricio Wild das nennt.

Die Umgebung ist in der Größe entsprechend

den Bedürfnissen der Anwesenden

angepasst, die Kinder werden

nirgendwo hinauf gehoben oder festgehalten.

Alle Materialien sind gefahrenlos.

Ich sorge dafür, dass niemandem

physisch oder psychisch weh getan wird

und niemandem etwas weggenommen

wird. Die Organisation ist klar und einfach

strukturiert, so dass die Kinder sie

schnell verstehen und sich darin geborgen

fühlen können. Das Kind wird individuell

betrachtet.

Kinder lernen immer

Das Lernen besteht aus Ausprobieren,

Auseinander nehmen, Zusammen geben,

Experimentieren, Umkippen, Ausschütten,...

Das Kind erforscht seine Umgebung

und deren Inhalte. Dazu braucht

es Gegenstände, die das erlauben. Es

braucht etwas zum Anfassen, etwas

zum Manipulieren - und das immer. Ein

kleines Kind kann nicht untätig bei einer

Teegesellschaft sitzen. Das ist das Bedürfnis

eines Erwachsenen. Es braucht

immer Material, welches es manipulieren

kann.

Sie lernen durch Wiederholung. Immer

und immer wieder, bis sich das Gelernte

myelinisiert, im Gehirn festgeschrieben,

hat. Es braucht die Möglichkeit der Wiederholung.

Hier müssen wir geduldig

sein. Sobald wir eingreifen, es für das

Kind „erledigen“, lernt das Kind: „Ich kann

es nicht. Papi kann es.“ Viele Kinder ge-

Entspannte Atmosphäre, keine aktiven Gefahren

ben auf, wenn sie diese Erfahrung öfters

machen. Es geht schneller, wenn wir den

Mantel anziehen. Aber was hat das Kind

dann gelernt? Später erwarten wir, dass

es sich selbständig anzieht. Das zu lernen,

braucht Zeit. Wenn wir im Alltag mehr

Zeit einplanen, ist es möglich, sich zurück

zu halten und nur die Teilschritte durch

zu führen, die das Kind noch nicht kann

wie z. B. den Reißverschluss unten festzuhalten,

während das Kind hochzieht.

Sie müssen sich bewegen. Sie brauchen

eine Bewegungsfreiheit, deren Radius

mit zunehmendem Alter größer wird.

Ein Kind bewegt sich immer. Es kann

nicht still sitzen. Das beobachten fast

alle Menschen. Viele sind von dieser Tatsache

allerdings genervt und nicht bereit,

sie zu akzeptieren. Ich meine: Genau

das macht ein Kind aus und ein Kleinkind

noch viel mehr.

Maria Montessori trug diesem Bedürfnis

Rechnung, in dem sie die Schulbänke abschafte

und die Bewegung ins Material

einbaute. Das Kind muss sich bewegen,

um seine Arbeit vorzubereiten und sie

wieder aufzuräumen. Die Kinder entscheiden

selber, wie lange sie an einer

Arbeit sitzen. Sie haben die Möglichkeit,

außer am Tisch, auf kleinen Teppichen

am Boden zu arbeiten.

In jede Einrichtung gehört meiner Meinung

nach ein Bereich für grob-motorische

Bewegung (innen und außen),

der immer zur Verfügung steht. Das Kind

entscheidet, wann es diesen Bereich

braucht. Nur mit der Erfüllung dieses

von Elfriede Hengstenberg im Detail beschriebenen

Bedürfnisses ist das Kind in

der Lage, sich fein-motorisch oder kognitiv

zu betätigen. Da jedes Kind anders ist,

macht diese Möglichkeit nur Sinn, wenn

sie immer zur Verfügung steht und das

Kind entscheidet, wann und wie lange

es sich darin aufhält. Haben wir das Vertrauen

in diese Selbstregulation?

Wir sitzen im Cafe und haben das Kind

mit. Eine Weile wird es uns nachmachen,

je nach Kind unterschiedlich lang. Dann

kommt ein Zeitpunkt, an dem nichts

mehr nützt. Das Kind beginnt den Zucker

herum zu streuen, klettert auf den

Stuhl, von da aus auf den wackeligen

Bistrotisch. Es hängt mit dem Oberkörper

darüber, wir nehmen es wieder herunter.

Es geht im Lokal herum, nimmt

Kontakt mit anderen Gästen auf, klettert

an einem anderen Tisch auf den Stuhl.

Wir holen es entschuldigend zurück. Die

Kellnerin stolpert über das herum wandernde

Kind und ärgert sich sichtbar.

Das Kind kann nicht aktiv mit seinen

Fotos: Anna Harsch

freigeist winter 2009/2010 21

Händen tätig sein und es kann sich nicht

frei bewegen. Hier handelt es sich nicht

um einen Zeitraum von 5 Minuten, was

zu verkraften wäre, sondern von einer

Stunde oder sogar zwei.

Kinder, die eine derartige Situation oft

und regelmäßig erleben, sind nicht in

der Lage in einer entsprechend vorbereiteten

Umgebung altersgemäß zu

agieren. Diese Kinder sind nicht in der

Lage, sich altersgemäß zu konzentrieren.

Ihr Verhalten ist das eines viel jüngeren

Kindes.

Kinder können nicht warten

Wenn kleine Kinder etwas brauchen,

brauchen sie es sofort. Das Warten

müssen sie mit unserer Unterstützung

lernen. Zum Lernen brauchen wir emotionale

Sicherheit. Das bedeutet hier, wir

lassen das Kind nicht warten. Wir kommen

immer sofort, wenn es uns braucht.

Falls das wirklich einmal nicht möglich

ist, sagen wir dies dem Kind und geben

einen Hinweis, wann wir kommen. „Ich

bin auf der Toilette und komme, sobald

ich fertig bin.“ Das müssen wir dann so

tun. Das Kind verliert ansonsten das Ver-

Ein Kind bewegt sich immer

trauen in unsere Worte. Taten und Worte

müssen einhergehen.

Wir können Kinder auf ein Ereignis, das

kommen wird, unmittelbar vorbereiten:

„In zwei Minuten gehen wir auf den

Spielplatz.“ Oder: „In zwei Minuten essen

wir.“ Mit der Zeit werden sie verstehen,

dass wir etwas von ihnen wollen und

erstaunlich bald sind sie mit der Dauer

von zwei Minuten vertraut. (Zu Beginn

erwies es sich als hilfreich, noch keine

Zeitangabe zu machen, da die Kinder sofort

aufstehen und kommen. Bei Kindern

ab ca. 2,5 oder 3 Jahren dehnt man diese

zwei Minuten auf 5 Minuten aus.)

Wenn ich in der Regel sofort komme

bzw. immer dann, wenn ich es angekündigt

habe, sind die Kinder zufrieden und

warten aufgrund dieser Erfahrung auch

bereits in diesem Alter. Hierbei handelt

es sich dann um eine Zeitspanne zwischen

1 bis 5 Minuten. „Ich gebe Janik

ein neues Staubtuch, dann helfe ich dir

das Wasser aufzuwischen.“ - „Ich putze

hier den Tisch, dann zeige ich dir die verschiedenen

Hundeiguren.“

Schutz vor Drogen

Kinder können nicht mit Drogen umgehen.

Hier meine ich Drogen wie Zucker,

Fernsehen, Videos, automatisches Spielzeug.

Davor müssen wir sie schützen.

Der beste Weg ist laut Rebeca Wild das

Erfüllen der tatsächlichen Bedürfnisse.

Alle Ersatzbefriedigungen haben einen

drogenähnlichen Charakter und führen

nie zur echten Erfüllung.

Das Sozialverhalten müssen sie erst lernen.

Es ist normal, wenn kleine Kinder

schubsen. Es ist normal, wenn sie einem

anderen Kind etwas wegnehmen. (Ich

meine damit nicht, dass ich das erlaube.)

Sie können noch nicht teilen. Das ist eine

Idee der Erwachsenen, geboren aus der

Anna Harsch

leitet sowohl

Räume für Musik

und Bewegung für

kleine Kinder als

auch Seminare für

PädagogInnen und

Eltern.

Angst, dass das Kind unsozial werden

könnte. „Das Kind muss sich erst selbst

aufbauen“, sagte Maria Montessori.

„Dann kann es etwas in die Gemeinschaft

einbringen.“ Diese Entwicklung

geht zum Teil parallel und kann bereits

sehr früh beginnen. Dazu braucht es entsprechende

Modelle und die Bereitschaft

zu verstehen, dass es sich erst selbst aufbauen

muss. Das Kind muss sich in seinen

Bedürfnissen beantwortet fühlen und

zwar immer, dann lernt es automatisch,

die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen

und hilft mit, sie zu erfüllen.

Ich freue mich über eine Diskussion:

freigeist@lernwerkstatt.ws

info

Kontakt:

Verein Lebensräume für Menschen

Breite Gasse 11/7 - 1070 Wien

Tel: 0699-81853157

www.lebensraeume-fuer-menschen.org

Empfohlene Links und Literatur:

www.pikler.hu

(Symbol für deutsch anklicken)

Joseph Chilton Pearce: The Biology of

Trancendence, 2002

Wiese/Allwörden: Vorbereitete Umgebung

für Babies und kleine Kinder, 2004

Elfriede Hengstenberg: Entfaltungen, 1991

Rebeca Wild: Lebensqualität für Kinder

und andere Menschen, 2001


freigeist winter 2009/2010 22

und jeden tag ein

abenteuer

Jeder, der schon einmal eine Wanderung in einer Gruppe unternommen hat, weiß wie

schön das ist! Es ist das schöne Gefühl von Glück und Abenteuer, das Gefühl in einer

Gemeinschaft zu sein, wo man gemeinsam Abenteuer erlebt. Ein Bericht von einer

Wanderung auf den Dachstein. Von Shana Brandl

b

eim Wandern ging es anfangs

bergauf. Zuerst wuchsen noch

recht viele Planzen am Wegesrand.

Nach einer Zeit waren nur noch

ein paar kleine Blümchen zu sehen

und nach wiederum einer Zeit waren

nur noch überwiegend Steine, Felsen

und Geröll übrig.

Als wir uns dem Eissee näherten, bot

sich uns ein wunderschöner Anblick.

Der Eissee lag in seiner ganzen eisblauen

Pracht vor uns, dahinter erhoben

sich die Gletscher. Der Weg wurde immer

steiler und steiler und dazu wehte

ein eisiger Wind.

Am nächsten Morgen kamen wir wieder

an den kleinen Seen vorbei. Trotzdem

es nebelig und frisch war, lockte

Wandervögel am Weg ins Abenteuer

das Wasser. Felicitas, Christine, Laura

und Egbert gingen baden. Danach

gingen wir weiter. Der Weg wurde zunehmend

steiler und anstrengender.

Nach ein paar Stunden auf schmalen,

steinigen Wegen fanden wir vereinzelt

Schneerestchen, mit denen wir uns

gegenseitig bewarfen. Danach ging

es noch steiler bergauf. Wir bestiegen

den Hohen Gjaidstein. Da hinauf musste

man mehr klettern als bergsteigen!

Oben angekommen war es zuerst so

nebelig, dass man gar nichts sah. Aber

dann lichtete sich der Nebel und man

konnte tief tief hinunter sehen! Wir

machten eine Pause, in der wir jausneten

und uns im Gipfelbuch eintrugen.

Danach machten wir uns an den Ab-

Jause überm Nebelmeer

stieg. Weil es so steil war, gab es ein

Sicherungsseil zum Anhalten. Auf diese

Weise kamen wir sehr schnell voran.

Unser Weg führte uns zu im Berg

eingelassenen Eisensprossen. Diese

kletterten wir hinauf. Die Höhe war

nicht das einzige Problem, denn die

Sprossen waren nass. Mit unserer Ausrüstung

war es noch einmal schwerer

auf den rutschigen Eisensprossen im

Nieselregen zu klettern. War man am

Ende der Eisensprossen angekommen,

musste man durch einen Tunnel gehen,

der durch den Berg führte, um auf

die andere Seite zu kommen.

Nach einigen Stunden beschwerlichen

Wanderns auf Klettersteigen gab uns

der Nebel den Blick auf einen im Tal gelegenen

Wald frei. Es war ein herrlicher

Anblick nach all dem grauen Gestein!

Und genau in diesen Wald gingen wir

hinein.

Foto: Egbert Amann-Ölz

freigeist winter 2009/2010 23

Abstieg vom Hohen Gjaidstein

Als wir den Wegweiser zur Hütte sahen,

erwachten bei manchen die Lebensgeister

und wir liefen den Hang

hinunter, der Hütte zu. So freudig wir

den Hang hinunter liefen, so unfreundlich

emping uns der Wirt. Nicht einmal

der Trockenraum war warm. Dabei waren

wir und unsere gesamten Sachen

(bis auf ein paar wenige) nass! Trotz der

anstrengenden zehnstündigen Wanderung

und der nassen Sachen waren

wir guter Laune. Beim Abendessen war

es besonders lustig. Auch später, als

wir alle schon in unseren Betten lagen,

wurde gelacht und musiziert.

Der nächste und letzte Tag der Wanderung

ging mit warmem Sonnenschein

und selbst gemachter Buttermilch, mit

Preiselbeeren aus einem schönen kleinen

Bauerndorf zu Ende.

info

Dachsteinwanderung

16.09.-18.09.2009

1.Tag

16.September , Mittwoch früh

Abfahrt mit dem Zug nach Obertraun

Gondelfahrt zur Bergstation, dazwischen

Besuch der Ausstellung über das Dachsteingebirge

und der Mammuthöhle,

Wanderung an den Eisseen vorbei zur Simonyhütte

(2.204m)

2.Tag

17.September, Donnerstag

Baden im Eissee, Aufstieg auf den Hohen

Gjaidstein, höchster Punkt der Wanderung

(2.794m), über Klettersteige zur Austriahütte

(1.638m)

3.Tag

18.September, Freitag

Wanderung durch Täler und Bauerndörfer

zum Bahnhof, Haus im Ennstal,

Ankunft in St. Pölten zirka 20:00Uhr

Shana Brandl

ist Schülerin der

Lernwerkstatt


freigeist winter 2009/2010 24

freigeist winter 2009/2010 25

was macht eigentlich ... ... gavino welser?

„man weiß ja nie, wofür ich

mich noch interessieren

werde“

Gavino Welser war sieben Jahre an der Lernwerkstatt und studiert jetzt an der Harvard University. Im

Interview mit David Meixner spricht er über „Lernen vor Ort“ und stellt das, was die meisten Leute

„Wissen fürs Leben“ nennen, sehr grundsätzlich in Frage.

David: Hi Gavino, wie geht es Dir und wo

bist Du gerade?

Gavino: Hi David, mir geht‘s gut, danke!

Ich bin gerade mit meiner Mama und

meinem Bruder Giacomo in Sudbury,

Massachusetts, USA.

David: Ich kann mich noch gut an Eure Verabschiedung

im Dezember 2003 erinnern.

Dein Bruder Giacomo und du wart damals

12 und 14 1/2 Jahre alt ...

Gavino: Ja, ich kann mich auch noch gut

daran erinnern! Das war kurz bevor wir

das erste Mal nach Indien sind! Seit damals

sind wir viel in der Welt herumgekommen

...

David: Kannst Du kurz erzählen, was Du

gerade berulich tust?

auch noch ein Gebiet, das mich immer

mehr und mehr interessiert

David: Was von dem, was Du gerade kennenlernst,

interessiert Dich besonders?

Gavino: „Historical Linguistics“ - keine

Ahnung, wie man das auf Deutsch nennt

- es ist das Studium darüber wie sich

Sprachen verändern und wie sie miteinander

verwandt sind. Ich habe diesen

Frühling eine Vorlesung über „Historical

Linguistics“ belegt, und seitdem geht

mir dieses Thema nicht mehr aus dem

Kopf. Ich kann nichts mehr sagen, ohne

mir gleich zu denken, wie dieses Wort

wohl mit anderen Worten verwandt ist

und wie es wohl auf Protoindoeuropäisch

geklungen hat. Wenn ich eine fremde

Sprache höre, überlege ich mir nicht,

was das wohl heißt, sondern aus welcher

Sprachfamilie sie kommt, welche Laute

verwendet werden und wie sie sich

wohl verändert haben. Ich horche sogar

manchmal nicht mehr auf den Sinn der

Worte, wenn jemand eine mir bekannte

Sprache spricht, sondern konzentriere

mich auf die genauen phonetischen Nuancen

der Aussprache. Kurz gesagt, es

fasziniert mich!

noch bevor ich begonnen hatte, dort zu

arbeiten - das war im Herbst 1999. Was mir

rasch auiel, war Deine Wissbegier und

deine Lust zu forschen, wissenschaftliche

Begrife kennen zu lernen und Sachbücher

oder Magazine zu lesen. Ich kam damals

auch ein paar Mal am Nachmittag vorbei,

um mich mit Dir zu trefen, weil dich die

lateinischen Begrife so interessierten. Was

glaubst Du, hat dazu beigetragen, dass Du

Gavino: Ich arbeite noch nicht, ich bin

gerade ziemlich mit meinem Studium

an der Harvard University beschäftigt!

Außerdem kann man mit einem Studentenvisum

in den USA nicht arbeiten. Ich

Welser

studiere Linguistik und Anthropologie,

was zur Zeit meine Hauptinteressen sind,

Verena

aber Filme machen und Schauspielen

sind auch immer noch große Interessen

Meixner,

von mir und ich kann mir leicht vorstel- David: Gemeinsam mit Deinem Bruder Gia-

David

len, dass ich auch in diese Richtung becomo warst Du einer der ersten Kinder aus

Gavino, Moritz, Leon, Jakob und

rulich etwas machen werde. Politik ist der Lernwerkstatt, die ich kennen lernte

Fotos:

Giacomo

so aufnahme- und konzentrationsfähig

warst? Spürst Du diese Wissbegier und Lust

heute noch im gleichen Maße?

Gavino: Ja, diese Wissbegier spüre ich

auf jeden Fall noch gleich stark! Auf deine

Frage, was dazu beigetragen hat: Ich

glaube, ich bin schon so geboren worden.

Ganz ehrlich gesagt glaube ich, dass das

der Normalzustand der meisten Kinder

ist. Kinder sind einfach extrem neugierig

und solange etwas nicht fad klingt, wollen

sie alles wissen. Ich habe mich in der

Zeit sehr für Dinosaurier interessiert, und

da die meisten Dinosauriernamen auf

Latein sind, wollte ich natürlich wissen,

was die alle heißen und wollte deshalb

mit dir Latein lernen. Was höchstwahrscheinlich

viel zu meiner Wissbegierde

als Kind beigetragen hat, waren die vielen

Bücher, die mir meine Mama gekauft

hat. Eine Mama und Oma, die mir auf alle

Fragen geantwortet haben und später

dann eine Schule voller Antworten. Man

kann immer wissbegierig sein, aber man

kann nicht Latein lernen wollen, wenn

man nicht weiß, dass es Latein gibt. Zum

Beispiel, wenn ich nicht gewusst hätte,

dass die meisten Dinosauriernamen Latein

sind und dass Italienisch (meine Vatersprache)

von Latein abstammt, dann

hätte ich höchstwahrscheinlich nie angefangen

mich so sehr für Latein zu interessieren.

David: Weißt Du noch, welche Berufe Dir

während Deiner Lernwerkstatt-Zeit so vorschwebten?

Gavino: Ja! Ich weiß noch, dass ich, seit

ich vier war, immer Paläontologe werden

wollte. Ich hab die Namen der meisten

Dinosaurier gekannt, in welchem

Zeitalter sie lebten und so. Irgendwann

hab ich dann angefangen mich hauptsächlich

für Astronomie zu interessieren,

und das ist dann einem Interesse an Geschichte

gewichen. Das war in der Lernwerkstattzeit.

Jetzt interessiere ich mich

immer noch sehr für Geschichte - hauptsächlich

die Zeit der Antike - aber meine

Hauptinteressen sind zurzeit wie gesagt

Anthropologie und Linguistik.

David: Immer noch gibt es viele Erwachsene,

die große Zweifel hegen, ob Kinder in

einer so freien und selbstbestimmten Lernumgebung

wie der Lernwerkstatt auch

wirklich genug „fürs Leben“ lernen. Was

würdest Du denen aus Deiner Erfahrung

sagen?

Gavino: Als erstes will ich sagen, dass

das, was die meisten Leute „Wissen

fürs Leben“ nennen, Blödsinn ist! Man

braucht weder Wurzelziehen, noch die

periodische Tafel der Elemente noch

Dinosauriernamen oder die Namen aller

österreichischen Kaiser „fürs Leben“.

Was man fürs Leben braucht, sind soziale

Kompetenzen, ein Wissen über die

Regeln und Gesetze der Gesellschaft,

in der man lebt, vielleicht verschiedene

Sprachen, und die Fähigkeit jederzeit

Neues dazuzulernen, wenn man es gerade

braucht und das habe ich alles in

der Lernwerkstatt gelernt. Alles andere

fachspeziische Wissen lernt man dann

schon, wenn man es braucht oder will.

Das erste Mal, dass ich das Regelschulsystem

von innen kennengelernt habe,

war mit 15 Jahren in Indien. Ich war als

Gaststudent an einer Regelschule und

konnte mir deshalb aussuchen, welche

Fächer ich nehme. Ich hatte mich davor

auf keine Weise vorbereitet und bin am

ersten Tag einfach hingegangen, ohne

zu wissen, was passieren wird. Ich habe

nicht einmal ein Heft und Stifte mitgehabt,

weil ich nicht bedacht hatte, dass

ich die brauchen werde. Meine erste

Hausaufgabe war auch das erste Mal,

dass ich mehr als ein paar Zeilen auf

Englisch geschrieben habe. Bei meinem

ersten Test (Geographie), cirka ein Monat

später, habe ich dann aber 90 von

hundert Punkten bekommen. Ich habe

einfach alles, was ich wissen musste „vor

Ort“ gelernt.

Die größte Herausforderung war eigentlich

gar nicht der Stof, sondern das, was

alle als so logisch ansehen, zum Beispiel:

Plötzlich wollte der Lehrer, dass

ich eine Division ausrechne

Wie schreibt man Aufsätze, wie gestaltet

man Hausübungen, wie beantwortet

man Testfragen, wie macht man sich

Notizen und so. Aber auch das habe ich

problemlos gelernt. Das einzige Mal, wo

ich in Verlegenheit gekommen bin war,

wo der Geographielehrer von mir wollte,

dass ich eine Division ausrechne, und ich

keine Ahnung gehabt habe, wie man das

auf dem Papier macht. Doch wie er gemerkt

hat, dass ich es nicht kann, hat er

es mir einfach auf der Tafel gezeigt und

das war‘s.

Das Gleiche gilt auch für Harvard. Als ich

in meine erste Vorlesung gegangen bin,

hatte ich Angst, dass ich Sachen nicht

weiß, die ich wissen sollte. Das war aber

überhaupt nicht der Fall, alles ist immer

„von Anfang“ an erklärt worden und

viele meiner - oft über dreißig Jahre alten

- Kollegen haben genauso „wenig“, wenn

nicht weniger gewusst als ich. Ich glaube,

viele Lernwerkstatt-Kinder - zumindest

ich - glauben immer, dass alle anderen

Menschen so extrem viel wissen und nur

wir Alternativschulkinder das alles nicht


freigeist winter 2009/2010 26

was macht eigentlich ...

„man

weiß ja

nie, wo-

wissen. Vor allem in Harvard habe ich gemerkt,

dass das überhaupt nicht stimmt

und dass Leute, die aus der Regelschule

herauskommen, genauso „wenig“ wissen

wie ich. Damit will ich nicht sagen,

dass Regelschulleute wenig wissen, sondern

dass ich mehr weiß als ich gedacht

habe. Man muss - auf jeden Fall in Harvard

- eigentlich nur konzentriert genug

sein und sich alles merken, was der Pro-

Gavino fessor sagt. Welser Was schwer war sieben ist an Harvard Jahre ist

an nicht, der dass Lernwerkstatt man im Vorhinein und viel studiert wissen

jetzt muss, an sondern der Harvard dass man University. sich viel merken Im

Interview muss und verstehen mit David muss, Meixner worum spricht es

er geht, über was „Lernen für mich kein vor Problem Ort“ und ist. stellt Nach

das, meinem was ersten die meisten Test in Harvard Leute hat „Wissen mich

fürs mein Leben“ Papa gefragt, nennen, ob mir sehr etwas, grund- das ich

sätzlich gebraucht in hätte, Frage. gefehlt hat. Er hat damit

natürlich das Intellektuelle gemeint.

Ich habe ihm darauf scherzhaft gesagt:

Ja, mir hat beim Test tatsächlich etwas

gefehlt, was ich dringend gebraucht hätte:

Ich habe meinen besten Schreibstift

zu Hause liegen lassen.

David: Wenn Du zurückdenkst an Deine

Lernwerkstatt-Zeit - welche Bilder und Gefühle

kommen da bei Dir auf? Gibt es noch

klare Erinnerungen?

Gavino: Bilder... mit Leon, Moritz und Giacomo

durch den nebligen Wald rennen

und mit Stecken gegen imaginäre Monster

kämpfen! Das ist so das Erste, das mir

in den Kopf kommt, wenn ich an die LWS

denke. Sonst noch Floß fahren, aus Ton

Sachen machen und natürlich Theater

spielen!

Gefühle... kalter Nebel im Gesicht und

halbverrottete Blätter zwischen den Fingern.

Ich habe sehr viel Zeit im Freien verbracht

- deswegen diese Erinnerungen.

David: Heute lebst du in den Vereinigten

Staaten, besuchst dort die Uni. So weit ich

weiß, hast Du nie herkömmlichen Englischunterricht

besucht, oder?

Gavino: Nein, ich hab noch nie Unterricht

in irgendeiner Sprache genommen. Wie

ich 11 oder 12 war, hat mir meine Mutter

Bilder von der LWS: durch den Wald rennen, Floß fahren, Theater spielen

die Audio-Kassetten vom ersten Harry

Potter Band auf Englisch geschenkt.

Nachdem ich den ersten Band auf

Deutsch schon auswendig kannte und

ein paar Worte auf Englisch kannte, habe

ich immer ungefähr gewusst, worum es

gerade geht und deswegen langsam,

langsam angefangen immer besser zu

verstehen. Später hat mir meine Mama

dann auch die Bücher und Audio Kassetten

von allen anderen Bänden geschenkt

und durch Anhören und Lesen gleichzeitig

habe ich dann auch relativ gut englisch

lesen und schreiben gelernt.

Ich habe schon in Indien hauptsächlich

englisch mit allen geredet und bin auch

vier Monate lang in eine englischspra-

Klar chige gegenwärtig Schule gegangen, sein und deswegen die Kinder habe

doch

ich schon

nicht

ziemlich

dirigieren

gut Englisch gekonnt,

wie wir nach Amerika sind. Jetzt glaube

ich, kann ich schon behaupten, dass ich

perfekt englisch kann, weil ich diesen

Mai den TOEFL - „Test Of Englisch as Foreign

Language“ - gemacht und 117 von

120 Punkten bekommen habe. Laut dem

Testcenter sind 100 Punkte schon sehr

viel. Auch habe ich an Harvard noch nie

eine Note unter B+ bekommen (von einer

Notenskala, die von A als die beste,

bis E- als die schlechteste Note geht).

Das heißt, dass ich auf jeden Fall gut genug

Englisch kann, um an Harvard Bestnoten

zu bekommen.

David: Was sind Deine Zukunftspläne?

Gavino: Ich möchte jetzt einmal meinen

Bachelor an Harvard machen. Sonst habe

ich noch keine wirklichen Pläne, ich will

mir einfach alle Türen ofen halten, damit

ich dann die Möglichkeit habe, alles zu machen,

was ich machen will! Man weiß ja nie,

wofür ich mich noch interessieren werde.

David: Was kann man tun, wenn man

möchte, dass sein Kind, wie du, später nach

Harvard geht? Da gibt‘s doch ein Rezept,

oder?

Gavino: Man nehme einen wissbegierigen

Teenager oder jungen Erwachsenen, ein

bissl Geld, einen Computer mit Internet-

Zugang, gute Englisch-Kenntnisse, und

lässt Hauptschulabschluss, Matura und

alle Leute, die zetern und schreien „Das

geht doch nicht!“ links liegen.

Man schalte den Computer ein und gehe

auf die Website von Harvard University,

Fotos: Verena Welser

freigeist winter 2009/2010 27

klicke auf „schools“ und wähle „Continuing

Education“ und dann „Extension

School“ aus. Man gehe auf „course

search“, wähle eine Vorlesung aus und

inskribiere sich. So einfach ist das.

Die Harvard Extension School ist eine

Fakultät von Harvard, an der man viele

Kurse online machen kann und für die

man keine anderen Voraussetzungen

als Geld, einen Computer und Englischkenntnisse

braucht. Man braucht nicht

einmal in den USA sein. Wenn man den

Bachelor machen will, braucht man drei

mit mindestens C- bestandene Kurse,

von denen einer ein gewisser „expository

writing“ Kurs sein muss, der mit mindestens

B- bestanden wurde. Außerdem

braucht man noch, wenn Englisch nicht

die Muttersprache ist, den TOEFL-Test

und dann kann man um Aufnahme in

das Bachelor‘s Programm ansuchen.

Alles, was sie da von dir wollen, ist ein

Lebenslauf, „transcripts“ von anderen

Universitäten und Colleges, falls solche

vorher besucht worden sind und einen

2- Seiten-Aufsatz über sich.

cartoon

... gavino welser?

Ich habe keine Ahnung, was die Kriterien

sind, nach denen sie einen aufnehmen

oder nicht, mich haben sie jedenfalls genommen.

Wenn jemand echt vorhat in Harvard zu

studieren, dann kann ich nur sagen, es

klingt anfangs alles komplizierter als es

ist. Giacomo hat gerade dort eine Informatik

Vorlesung begonnen, die berüchtigt

dafür ist, wie schwer sie ist und hat

bis jetzt auch nur Bestnoten bekommen,

obwohl er überhaupt noch keine Erfahrung

mit dem Regelschulsystem hatte.

In die Lernwerkstatt gegangen zu sein

ist für mich nie ein Hindernis gewesen.

Ich habe keine Ahnung, wie mein Leben

wäre, wenn ich in eine Regelschule gegangen

wäre, aber ich sehe, dass manche

meiner Mitstudenten, die aus der

Regelschule kommen, Probleme haben,

wo ich keine habe. Also kann ich sagen,

dass ich mindestens am gleichen Level

bin wie Regelschul-Absolventen. Ich

glaube, ich kann mit Zuversicht sagen,

dass die Lernwerkstatt mich genug gelehrt

hat, um mein Leben so zu leben,

wie ich es will.

Gavino und sein 2 1/2 Jahre jüngerer Bruder

Giacomo Welser waren von 1997 bis

2003 in der Lernwerkstatt. Ihr weiterer

Weg führte sie mit ihrer Mutter Verena

nach Indien und schließlich an die Ostküste

der USA nach Sudbury, Massachusetts

- wo die beiden die Sudbury Valley School

besuchten (siehe freigeist-Ausgabe vom

Herbst 2009). Inzwischen studiert der

21jährige Gavino an der Harvard Universität.

Nähere Infos zu Harvard:

www.extension.harvard.edu

Luise Muschailov


freigeist winter 2009/2010

Schützen & Vertrauen

In den letzten beiden Ausgaben sind Artikel von Egbert Amann-Ölz (Sommer 09) und Gert Lanser (Herbst

09) erschienen, die zum Teil heftige emotionale Reaktionen hervorgerufen haben. Während Egbert

seinen Schwerpunkt drauf legte, Kindern und Jugendlichen einen geschützten Rahmen und Halt zu

geben, plädierte Gert dafür, Jugendlichen möglichst uneingeschränkt zu vertrauen und für Ofenheit

gegenüber „Fehlern“. Die beiden Lernwerkstatt-Väter trafen sich nun zu einem spannenden Dialog.

Von Gert Lanser und Egbert Amann-Ölz.

Egbert: Was hat sich in dir abgespielt, als

Du meinen Artikel gelesen hast?

Gert: Dein Szenario von antriebslosen

Jugendlichen hat mich – vielleicht

ebenso wie dich – sehr schockiert. Zum

einen empfand ich deine Darstellung

„unserer“ Jugendlichen einfach nicht

zutrefend, weshalb ich meine deutlich

andere Wahrnehmung zum Ausdruck

bringen wollte. Und dann hatte ich das

vehemente Gefühl, unsere Jugendlichen

vor Abwertung schützen zu müssen. In

mir ist der Eindruck entstanden, dass das

Thema der gegenseitigen Abwertung

in unserer Sekundaria im vergangenen

Schuljahr unter anderem gerade deshalb

so akut geworden ist, weil sich die Jugendlichen

von uns Erwachsenen nicht

ausreichend angenommen und in ihrem

So-sein abgewertet fühlten. Das war aus

meiner Sicht auch eine Spiegelung.

Egbert: Das Thema Abwertung scheint

mir eines der sensibelsten zu sein. Ich

habe das Gefühl, dass wir uns oft nicht

auf einen konfrontativen Dialog einlassen

können aus Angst vor Abwertung.

Das macht die Kommunikation unter uns

oft verschwommen. Menschen in einer

Gemeinschaft brauchen aber Klarheit –

und zu dieser Klarheit gehören auch gemeinsame

Werte: Was wollen wir – und

was nicht? Ich habe in meinem Artikel

nicht "unsere" Jugendlichen beschrieben,

sondern selbstbestimmte Jugendliche,

so wie wir sie uns wünschen, und

am Ende des Artikels ein Szenario, das

wir uns nicht wünschen. Dass letzteres

Szenario auch auf einen großen Teil

unserer Sekundaria im vergangenen

Schuljahr zutraf, hat nicht nur uns beide

schockiert. Ich habe dieses Verhalten

vieler Jugendlicher u.a. auf unsere mangelnde

Klarheit zurückgeführt. Ein klarer

Rahmen schützt auch vor Abwertung.

Das hat unsere Istrienklausur am Schulanfang

heilsam gezeigt. Jetzt läuft es in

der Sekundaria ja wieder ganz anders.

Ich habe deinen Artikel als Überreaktion

erlebt und mein Anliegen „Schutz der

Kinder“ aus dem Zusammenhang zerrissen

gefühlt. Ich hatte den Eindruck,

dass wir aneinander vorbeireden. Und

den starken Wunsch, in Dialog mit dir zu

gehen, den Hintergrund für diese unsere

Emotionen zu erfahren.

Gert: Ofenbar war dein Text auf inhaltlicher

Ebene für mich missverständlich

formuliert. Ich empfand auch, dass du

deinen Text provokant angelegt hast,

wodurch dein eigentliches inhaltliches

Anliegen in den Hintergrund gerückt ist.

In diesem Sinn haben wir wirklich aneinander

vorbei geredet. Und ich bin dir

dankbar, dass wir das nun klären können.

Was könnte denn unser gemeinsames

Anliegen sein?

Egbert: Ich kann mir vorstellen, dass uns

beiden die Lernwerkstatt als Ort wichtig

ist, an dem unsere Kinder selbstbestimmt

und liebevoll begleitet ihren Weg in die

Welt hinein gehen können. Dies sahen wir

beide bedroht – ich durch starke gesellschaftliche

Einlüsse, insbesondere durch

Medien, du vor allem durch mangelndes

Vertrauen und Wertungen. Ich wünsche

mir in beiden Bereichen viel Klarheit, so

wie sie auf unserer Schulklausur in Istrien

deutlich herausgekommen ist.

Gert: Worin besteht für dich diese Klarheit,

kannst du das bitte skizzieren?

Egbert: Ein gemeinsames Bild zu haben

von dem was wir wollen, und wie wir

dorthin kommen. Wofür steht unsere

Schule („die keine Schule ist“)? Welche

Regeln des Zusammenlebens geben

wir uns? Wie helfen wir uns gegenseitig,

die gemeinsamen Werte zu stärken?

Und welche Konsequenzen gibt es für

jemanden, der diese Gemeinschaft verletzt?

All das hat sich die Lernwerkstatt

im Laufe ihres 20-jährigen Bestehens

immer wieder in (oft auch mühsam erlebten)

Auseinandersetzungen erarbeitet,

wurde in pädagogischen Papieren

und Elternverträgen niedergeschrieben.

Im Alltag schleichen sich dann immer

wieder andere Einlüsse ein. Wichtig

scheint mir – und auch dafür steht die

Lernwerkstatt – dabei immer in Kommunikation

miteinander zu bleiben. Ich erlebe

uns da immer wieder recht konliktscheu,

dass wir einander lieber aus dem

Weg gehen, als einen (Werte-)Konlikt

anzusprechen und nach gemeinsamen

Wegen zu suchen.

Gert: Mit kontroversiellen Standpunkten

direkt und nach Möglichkeit ohne Kränkung

und Gekränktheit umzugehen ist

eine große Kunst. Schade, dass Konlikte

selten als Wachstumschance wahrgenommen

werden. Ich bin dankbar, dass

wir - entsprechend unserem Leitbild - gemeinsam

wachsen können. Ich wünsche

mir in der Lernwerkstatt ein Klima, in

dem es auch uns Erwachsenen leicht fällt,

über „Fehler“ zu reden - darüber, was uns

fehlt oder fehlte oder misslang. Aus un-

28

Fotos: Egbert Amann-Ölz & Gert Lanser

freigeist winter 2009/2010

„Da sind unsere Werte als Orientierung

und mitunter „Reibebaum“ gefragt.“

terschiedlichen Lebensweisen soll kein

Werte-Wettbewerb, sondern Toleranz

entstehen! Ich freue mich immer, wenn

wir uns in wohlwollender Nachsicht begegnen

können.

Egbert: Das kann ich gut nachvollziehen.

Ich bin alles andere als vollkommen im

Umgang mit meinen Kindern. Aber ich

fühle mich verantwortlich, dass ich meine

Kinder möglichst nicht durch Erfahrungen

gehen lasse, für die sie noch nicht

gerüstet sind. Da bin ich vielleicht auf der

eher vorsichtigen Seite, wo andere tendenziell

eher etwas größeren Spielraum

lassen. Das hat für mich aber nur bedingt

mit Vertrauen zu tun. Ich denke, ich vertraue

meinen Kindern und traue ihnen

auch viel zu. Wichtig scheint mir beim

Thema Vertrauen vor allem, dass meine

Kinder MIR vertrauen können, dass ich

sie vor Gefahren schütze. Für die Persönlichkeitsbildung

eines Jugendlichen ist

aus meiner Sicht eine geschützte Kindheit

eine zentrale Bedingung, ohne die

sich sein Selbstwert und seine Selbstbestimmtheit

nicht aufbauen können.

Gert: Was die Kindheit betrift, stimme

ich dir uneingeschränkt zu. Für Jugendliche,

denke ich, gelten andere „Bedingungen“.

Wir können den Jugendlichen

wohl eine Umgebung vorbereiten, aber

ob sie diese dann auch nützen, oder

anderswohin ihre Fühler ausstrecken,

liegt nicht mehr in unserer Macht. Ich

vertraue darauf, dass, was die Jugendlichen

außerhalb der vorbereiteten Umgebung

erleben, für sie stimmt, selbst

wenn es eine sogenannte ungeeignete

Erfahrung ist. Respekt vor Jugendlichen

bedeutet für mich vor allem Loslassen

und Zutrauen: ich gestehe dir zu, deine

eigenen Erfahrungen machen zu dürfen.

Ich traue dir jedenfalls zu, dass du lernst,

dich selbst zu schützen. Wir können wohl

auf Gefahren hinweisen, aber ist es nicht

auch im Sinne unserer Pädagogik, dass

wir den Jugendlichen vertrauensvoll die

Möglichkeit geben, ihre Grenzen selbst

erkennen und bestimmen zu lernen?

29

Egbert: Da wird dir kaum jemand widersprechen.

Ich würde ergänzen: schrittweise.

Ich meine, dass es gut ist, auch Jugendlichen

noch viel Halt zu geben und sie erst

schrittweise „frei zu geben“. In meinem

Artikel wollte ich aufzeigen: Wenn Kinder

in einem geschützten Rahmen sukzessive

ihre Schutzmembran aufbauen konnten,

werden sie als Jugendliche selbstbewusst

auch schwierige Momente gut meistern.

Wir als Erwachsene haben dann eine andere

Rolle: „Maximalen Widerstand bieten

und minimalen Schaden anrichten“.

Auch da sind unsere Werte als Orientierung

und mitunter „Reibebaum“ für unsere

Jugendlichen gefragt. Ein Wortspiel,

das mir dazu wichtig geworden ist: Es ist

nicht alles gleich gültig – mir ist nicht alles

gleichgültig.

Gert: Darauf können wir uns wohl auch

einigen: Schutz und Vertrauen schließen

einander ja nicht aus, da gibt es kein

„Entweder-Oder“, sondern ein „Sowohl-

Als-Auch“. Mir war wichtig zu zeigen,

dass ALLES, was wir durchgemacht haben,

uns wachsen lassen kann. Das hat

gewiss nichts mit Gleichgültigkeit oder

unrelektiertem „laissez faire“ zu tun.

Fortsetzung auf Seite 30 >>

„Ich freue mich, wenn wir uns in wohlwollender Nachsicht begegnen können.“


freigeist winter 2009/2010

>> Fortsetzung von Seite 29

Gert: Es gibt meiner Aufassung nach keinen

richtigen oder falschen Weg, aber

es gibt einen Weg, der im Einklang mit

dem Lebensplan steht. So zu leben, wie

es für einen vorgesehen ist, frei von ixen

Vorstellungen. Auf der anderen Seite bin

ich durch die Vielfalt der Erfahrungen in

der Lernwerkstatt und die Eindrücke im

Waldkindergarten mit der Erkenntnis

konfrontiert, meinem eigenen Kind gegenüber

manchmal nicht so bewusst gehandelt

zu haben, wie es möglich gewesen

wäre. Was oftmals schmerzhaft war

und mir auch ein schlechtes Gewissen

bereitet hat. Inzwischen ist es mir aber

wichtig geworden, auch ofen mit meinen

Versäumnissen umgehen zu dürfen

und mich nicht dafür abzuwerten oder

abwerten zu lassen.

Egbert: Ich bin berührt über deine Ofenheit.

Dass wir so ofen miteinander reden

können, das wünsche ich mir mehr! Freilich

gäbe es da noch viel zu reden …

Liebe Eltern, LehrerInnen

und SchülerInnen,

im November fand unsere jährliche

Generalversammlung des Netzwerkes

Freier Schulen statt, diesmal in Wien

durch eine Kooperation der beiden WUK

Schulen SchülerInnenschule und Schulkollektiv.

Ein Dankeschön an die OrganisatorInnen

sowie alle TeilnehmerInnen

für die konstruktive und sehr spannende

Arbeit.

Es gab Arbeitskreise zu den Themen

Kinderrechte, Qualitätsmanagementsystem,

PR-Bildungssäule, neuer Entwicklungs/Lehrplan

für Netzwerkschulen,

alternative Bildungswege nach der

Plichtschule und zu den neuen Aufnahmekriterien,

die bei der Generalversammlung

beschlossen wurden.

Ein Thema, das im Laufe des Tages behandelt

wurde, möchte ich herausgreifen,

da es mir äußerst wichtig erscheint

Gert: Stimmt, wir konnten manches klären,

anderes nur anschneiden. Grundsätzlich

freue ich mich, dass wir versucht haben,

unsere Positionen einander anzunähern.

Egbert: Wenn ich mit meinem 13jährigen

Sohn über das spreche, was "da drau-

und uns weiter begleiten soll: Vor zwanzig

Jahren, am 20.November 1989 wurde die

Kinderrechtskonvention (KRK) von den

Vereinten Nationen verabschiedet. Österreich

hat zwar die KRK ratiiziert, aber mit

einem Erfüllungsvorbehalt, was bedeutet

dass sie vor Gericht nicht anwendbar ist.

Ein nächster politischer Schritt muss die

Verankerung der Kinderrechtskonvention

in der Verfassung sein. Bei unserem Trefen

haben wir uns in erster Linie damit befasst,

wie wir die Rechte den Kindern gewähren,

in den Schulen wie zu Hause. Der Schutz

vor Gewalt und Ausbeutung ist die eine

Seite, die Rechte auf Selbst- und Mitbestimmung

die andere. Es geht um die Position

von Kindern in unserer Gesellschaft:

wo und wie wir sie teilhaben lassen in der

Familie, in der Schule, in Bereichen, die sie

betrefen wie Freizeitanlagen, Gestaltung

des öfentlichen Raums etc. Der Grundanspruch

der Kinderrechte liegt in der

Stärkung der Position der Kinder. Unsere

Schulen leben einen achtsamen, respektvollen

Umgang miteinander und wollen

30

ßen" aber auch unter uns in der Familie

passiert, so ist er der erste, der mich auf

"Linie" bringt, konsequenter als ich Position

bezieht und dies auch von uns einfordert.

Ich habe das Gefühl, dass er aus

der Sicherheit heraus, angenommen zu

sein und zu wissen wofür wir als Eltern

stehen, sehr (selbst)bestimmt handelt

und seinen Weg geht.

Gert: Was ich meinem 13jährigen Sohn zu

geben versuche, ist die Sicherheit, dass

ich ihn liebe und annehme, unabhängig

von dem, was er „da draußen“ tut. Es erfüllt

mich mit Glück, dass er mir ofenherzig

großes Vertrauen schenkt.

Egbert: Ich möchte dir für das ofene

Gespräch danken. Es hat uns einander

näher gebracht. Ich möchte, dass unser

Dialog weitergeht!

Gert: Danke für deine Dialogbereitschaft!

die Kinder ernst nehmen.

Doch was bedeutet

das im Detail?

Wie schauen Teilhabe-

und Entscheidungsprozesse

in

unseren Strukturen aus? Sind unsere

Strukturen demokratisch und kinderfreundlich?

Einige Fragen, die zum Nachdenken

anregen und wo Entwicklungspotential

vorhanden ist. Eine erste Anregung

beim Netzwerktrefen war, zukünftig

auch Kinder und Jugendliche zum Netzwerktrefen

einzuladen und ihnen die

Möglichkeit der freien Meinungsäußerung

zuzugestehen.

In diesem Sinne erholsame Feiertage!

Momo Kreutz

GFin Netzwerk Freier Schulen

Stv. Vorsitzende EFFE Österreich

Weitere Infos unter:

www.cooleschule.at

www.kinderrechte.gv.at

freigeist winter 2009/2010


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20 Jahre

Lernwerkstatt

lws:fest.tag &

nö:reform.tag

SA 24. April 2010

Ort: Lernwerkstatt im Wasserschloss

lws:fest.tag

Elterngesprächsrunden, Film & Diashow,

Kunstmarkt, Kinderlohmarkt, Schulführungen,

Jonglieren, Kreativwerkstatt,

Kleinkinderbereich, Töpfern u.v.m. ...

lws:dialog.forum

mit hochkarätigen Bildungsexperten, Politikern

& Vertretern der Schulbehörden

nö:reform.tag

Die niederösterreichischen Privatschulen

in freier Trägerschaft, häuslich Unterrichtende,

private vorschulische

Bildungsinitiativen (Kindergärten, Kindergruppen,

Waldgruppen) sowie öffentliche

Schulen und Kindergärten mit

reformpädagogischen Ansätzen feiern

mit der Lernwerkstatt Pottenbrunn im

Rahmen deren 20-Jahr-Feier mit!

Die gesamte Schlossallee in Pottenbrunn

wird zu einer „Leistungsschau“

aller reformpädagogischen Initiativen

im privaten wie auch im öfentlichen Bildungsbereich

Niederösterreichs.

Lassen Sie sich beeindrucken, welche Vielfalt

sich hier präsentiert. Lassen Sie Ihre

Kinder ausprobieren, wie sich Lernen anfühlen

kann: mit allen Sinnen begreifen.

Naturkost &

Naturwaren

Kremser Landstraße 2

3100 St. Pölten

Tel. 02742/35 20 92

Fax 02742/35 20 92-4

evi@evinaturkost.at

In Kooperation mit

Vortrag

Claus Dieter Kaul

Kindheit – Jugend –

Erwachsensein

DO 28. Jänner 2010, 19.30 h

Ort: Lernwerkstatt im Wasserschloss

Eintritt: € 15,-/€ 12,-

(ermäßigt bis 26 Jahre)

Die veränderten Lebensbedingungen

unserer Zeit verunsichern viele Eltern und

Erziehende - und oft macht sich Ratlosigkeit

im Umgang mit Kindern und Jugendlichen

breit. In den letzten Jahren hat sich

unser Wissen um die Entwicklungsphasen

von der Kindheit über die Pubertät

bis hin zum Erwachsensein beträchtlich

vermehrt. In diesem Vortrag geht es darum,

die speziischen Entwicklungsbedürfnisse

innerhalb der „sensiblen Phasen“

bewusst zu machen. Anhand von

Filmausschnitten verschiedenster DVDs

von Reinhard Kahl wird aufgezeigt, welche

Konsequenzen für den Erziehungsalltag

daraus hervorgehen.

0 – 6 Jahre, Zeit des Aufbaus

Absorbieren von Sinneseindrücken für Laufen lernen,

Sprechen lernen und Ordnung. Sensibilität für erstes begriliches

Kategorisieren; für Feinmotorik; für Sprachdiferenzierung

und für soziale Sympathiebeziehungen

6–12 Jahre, Zeit des Ausbaus

Sensibilität für kooperative Sozialbeziehungen, moralische

Wertungen und Naturerscheinungen verschiedenster

Art

12 –18 Jahre, Zeit des Umbaus

(„Erdkinder“)

Sensibilität für Gerechtigkeit und Menschenwürde;

für soziale und gesellschaftliche Prozesse, für wissenschaftliche

Erkenntnisse und politische Verantwortung

Claus Dieter Kaul

ist einer der erfahrensten Montessori-Pädagogen Europas,

Leiter des Institutes für ganzheitliches Lernen

IFGL – Tegernsee/ Deutschland. Sonderpädagoge,

Grund-, Haupt-und Realschullehrer. Langjährige

Auslandserfahrung (USA, Schweiz, Italien, Österreich,

Deutschland, Irland, Schweden, Polen, Indien)

Mitglied Montessori Europe und Association Montessori

Internationale. www.ifgl.de

Vortrag

und Seminar

Dr. Roberto Kaplan

Gesunde Augen

Vortrag: FR 19. Februar 2010, 19.30 h

Seminar: SA 20. Februar 2010, 10-17.00 h

Ort: Lernwerkstatt im Wasserschloss

Seminar: € 80,-, Vortrag: € 15,-

(für Seminarteilnehmer kostenlos)

Es ist unser Geburtsrecht, gesunde Augen

zu haben. Viele Menschen sind

jedoch frustriert, da sich ihre Sehkraft

kontinuierlich verschlechtert und immer

wieder zu stärkeren Sehbehelfen gegriffen

werden muss. Dr. Roberto Kaplan hat

in langjähriger Forschungsarbeit alternative

und auch kostengünstige Möglichkeiten

zur Behandlung ihrer Augen

entwickelt.

So können Sie nicht nur die Fitness Ihrer

Augen verbessern, Sie können sich

ebenso einer höheren Funktionsebene

zwischen Gehirn und Augen öfnen, was

die Wahrscheinlichkeit verringert, dass

Ihre Augen Sie durch die vermehrte Nutzung

von Computern im Stich lassen. Sie

und Ihre Kinder lernen ganz natürliche

praktische Übungen für den Einsatz zu

Hause.

Dr. Roberto Kaplan

ist ein visionärer Augenarzt, Autor und Foto/Videokünstler,

führend in der Entwicklung von neuen

Methoden zur Verbesserung der Sehkraft, um ein

erfülltes Leben zu leben. Als ehemaliger Professor der

Augenheilkunde mit „Board Certiication“ in Sehtherapie

bietet er einen einfachen Ansatz, genannt den

EyeCode®, www.eyecode.info.

Weitere Infos: Lernwerkstatt, 3140 Pottenbrunn, Josef Trauttmansdorfstr. 10

T: 02742/43550, info@lernwerkstatt.ws, www.lernwerkstatt.ws

36

Cartoon: Luise Muschailov

freigeist winter 2009/2010

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der weltenwanderer

Auf dem Jakobsweg wandert er durch Europa

bis nach Portugal. Von der iberischen

Halbinsel führt die Reise weiter an die

Südspitze Lateinamerikas, wo er die endlosen

Weiten Patagoniens durchquert. Im

Hochland der Anden folgt Gregor Sieböck

der königlichen Inkastraße von Peru nach

Ecuador. Diese führt ihn hinauf zu mystischen

Schneebergen und in das Reich

der Kondore. Entlang der kalifornischen

Highways erlebt er den Lärm und Geschwindigkeitsrausch

der Moderne bis er

schließlich, nachdem er jahrelang unterwegs

war, sein Ziel erreicht und in den japanischen

Tempelanlagen die Stille längst

vergangener Zeiten erleben darf. Sein

Weg geht jedoch weiter: Mit dem Schif

überquert er den Paziik und zieht dann

auf alten Wegen der Maoris durch die urtümliche

Wildnis Neuseelands.

Zeiten großer Einsamkeit wechseln auf

seinen Wanderungen mit purer Lebensfreude,

intensiven Bekanntschaften,

spirituellen Erkenntnisse und immer

wieder dem Staunen über die Schönheit

der Natur. Mehr und mehr spürt Gregor

Sieböck, dass er ein „Wanderer zwischen

den Welten“ ist. Der Weltenwanderer

kehrt heim nach Österreich, schreibt ein

Buch über seine Reise und bricht dann

Workshops mit O. Fred Donaldson 2010

in St. Pölten

17.+18.04.10 Original Play – Anfänger

15.+16.05.10 Original Play – Fortgeschrittene

Infos und Anmeldung bei Gabi Liesenfeld

Fon +43 664 416 74 27

urspruenglichesspiel@aon.at

www.urspruengliches-spiel.at

Der Weltenwanderer Gregor Sieböck lädt zu einem Vortrag mit

Geschichten und Bildern aus der weiten Welt: 20.000 Kilometer zu Fuß.

wieder zu einer großen Tour auf, diesmal

jedoch ohne ein ixes geograisches Ziel,

möchte er sich doch ganz dem Zauber

des Augenblicks hingeben. An den Wegkreuzungen

entsteht dabei der Weg immer

wieder aufs Neue und so wandert er

vom Wiener Stephansplatz entlang der

Alpen nach Frankreich, auf den Spuren

von Franz von Assisi durch Italien und

von den malerischen Fjorden Südnorwegens

in den hohen Norden. Sein Licht-

bildvortrag ist eine Hommage an das

Leben und die Schönheit unserer Erde,

die Wiederentdeckung der Einfachheit

im Leben und des langsamen Reisens. Er

gibt Hofnung, dass es für ein bewusstes

und verantwortungsvolles Leben nie zu

spät ist und zeigt auf wie die Erfahrungen

vom Unterwegssein in den Lebensalltag

eingelochten werden können.

Hingehen. Sehen. Hören.

Staunen. Träumen.

Vortrag

Der Weltenwanderer

FR 15. Jänner 2010, 19.00 Uhr

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Eines Morgens folgt Gregor Sieböck seiner Sehnsucht und geht bei der Haustüre in Bad Ischl hinaus, mit dem

Ziel irgendwann zu Fuß das tausende Kilometer entfernte Japan zu erreichen: Auf dem Rücken ein Rucksack, in

der Hand ein Wanderstock und im Herzen viele Träume!

Foto: André Schumacher

Ort: Lernwerkstatt im Wasserschloss

VVKarten EUR 10,-

erhältlich in der Sparkasse Herzogenburg

- Neuglengbach

(EUR 7,- für Mitglieder von Alpenverein,

Naturfreunde & Jugendliche bis 26 J.)

Abendkassa: EUR 12,-

Begrenzte TeilnehmerInnenzahl!


freigeist winter 2009/2010

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bezahlte Anzeigen

freigeist winter 2009/2010

TANZLEHRGANG

Dance & Spirit - mit Ute Köck

Ein praxisorientiertes, spirituelles Tanztraining für Frauen

1. Frühlingstanz und Bodyfeeling

14.-16.5.2010 (Neumond)

Bachblütentänze, Ritualtänze, traditionelle Kreistänze, Spiraltänze, Heiltänze,

Frauentänze, Tänze der Romakultur, Körperwahrnehmung nach DR.TRAGER®,

neu entwickelte meditative Tänze, Tanz in freier Natur.

2. Mondtanz und Naturzyklen

26. u. 27.6. 2010 (Vollmond)

Die Kraft der Zyklen u. weibliche Spiritualität entdecken, Naturverbindung,

trad. Frauen- u. Ritualtänze, alte Reigen, Romatänze, Göttinnenaspekte,

orientalischer Frauentanz als Bewegungsmeditation, freier Tanzausdruck.

3. Tanz und Ritual

10.-12.9. 2010

Tanzsymbole u. Kraftplätze als Quellen spiritueller Nahrung u. Weisheit,

Tanz u. Natur, Lebensbaumtänze, Frauentänze, Fruchtbarkeitstänze, Tanzritual.

4. Intensivtanz: sinnlich, feurig, meditativ

22.-24.10.2010 (Vollmond)

Tanzerweiterung u. Vertiefung mit trad. Kreistänzen, vorw. Frauentänze aus dem

Balkan u. Romatradition, Tänze heimatloser Völker, Stile, Orientalische Tanzformen,

freier Bewegungs- u. Tanzausdruck, Körperwahrnehmung.

5. Abschluss und Integration

3.-5.12.2010 (Neumond)

Tänze, die die Seele wärmen: Heil, -Initiations,- Lichtertänze, Abschlussritual.

Kosten: € 700 (€ 140.-pro Seminar)

Der Lehrgang ist nur als Ganzes zu buchen!

Jeweils Freitagabend 18.00 bis Sonntag 13.00 - Wasserschloss Pottenbrunn

!!! Schnupperseminar !!!

am 28.02.10 im Wasserschloss Pottenbrunn

von 10.00-18.00 Uhr / Kosten: € 50,–

Anmeldung und Info: Ute Köck, E-Mail: ute.koeck@aon.at

Tel: 02742/254255 oder 0676/5958686, http:/members.aon.at/ute.koeck

Tai Chi + Qi Gong

mit Erwin Pils & Bernhard Scholler

Taoistische Selbstmassage, Übungen des Qi Gong und das Erlernen des Bewegungsablaufes des Tai

Chi Chuan. Alle diese einzelnen Elemente sind wichtig, um Verspannungen zu lösen, Chi anzureichern

und Meridiane zu öfnen mit der Zentrierung im „tan tien“, dem Energiezentrum des Körpers.

Nach dem Erlernen des Bewegungsablaufes gibt es die Möglichkeit, durch Verfeinerungen der Bewegungsstruktur

den Chi Fluss weiter zu konkretisieren. Im aufbauenden Unterricht lernt der Schüler

auch die Schwertform und diverse Arten des Pushing Hands. Dabei handelt es sich um eine spielerische

Partnerübung, die auch mit „schiebende Hände“ übersetzt wird, in die alle Erfahrungen über

Zentrierung und Chi-Entwicklung einließen.

nächster Anfängerkurs

beginnend mit Montag, 11. Jänner 2010, jew. 18.30 bis 19.45 Uhr

10 Einheiten à 75 Minuten, Kosten: EUR 160,–

Ort: Lernwerkstatt Pottenbrunn

Die 1. Stunde kann als Schnupperstunde (EUR 10,–) konsumiert werden und wird bei Anmeldung

gegenverrechnet. Ein späterer Einstieg ist problemlos möglich.

Anmeldung + Information über weitere Kurse 2009:

Tai Chi + Qi Gong Schule St. Pölten, 0676/337 38 69

st.poelten@itcca.org, www.itcca.org

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IMAGO –

HEILUNG DURCH BEZIEHUNG

Dieser Informationsabend gibt ihnen einen Überblick

über die Theorie und einen Einblick in die Praxis der

Imago-Beziehungsarbeit. Praktische Übungen und

eine Live Paar-Demonstration machen den Abend zu

einem abwechslungsreichen, inspirierenden Erlebnis.

Termine jeweils um 19h (bitte um Anmeldung):

• 11.2.2010: Zentrum Agartha

St.Pölten, Mühlweg 16, www.agartha.at

• 2.3.2010: Kids & Co

St.Pölten, Schreinergasse 11, 02742/321871

• 7.3.2010: Villa Kunterbunt

Krems, Ringstraße 56, 02732/79722

Referentin: Barbara Kratochwil, 0676/6627173

bezahlte Anzeigen


veranstaltungen

pädagogik

Gesunde Augen mit Dr. Roberto Kaplan

pistatschios

„Das doppelte Lottchen“ nach Erich Kästner

SA, 27. Februar 2010, 16.00 Uhr

Ort: Bildungshaus St. Hippolyt, St. Pölten

Eintrittsspende: VVK Kinder € 5,-, Erw. € 8,-

(unter 02742/352104 oder hiphaus@kirche.at)

Tageskassa: Kinder € 6,-, Erwachsene € 9,-

„Grüffelo“

SA, 13. März 2010, 16.00 Uhr

Grüfelo

Ort: Lengenbacher Saal, Neulengbach

lws veranstaltungen

Gregor Sieböck - Der Weltenwanderer

FR, 15. Jänner 2010, 19.00 Uhr

Vortrag: 20 000km zu Fuß

Eintritt: 10,- , Abendkassa: 12,-

(€ 7,- f. Mitglieder von Naturfreunde, Alpenverein, Jugendliche bis 26J.)

Ort: Lernwerkstatt im Wasserschloss

Nähere Infos auf Seite 37 sowie www.lernwerkstatt.ws

Gregor Sieböck

Vortrag Claus Dieter Kaul

Kindheit – Jugend – Erwachsensein

DO, 28. Jänner 2010, 19.30 Uhr

Ort: Lernwerkstatt im Wasserschloss

Eintritt: € 15,-/€ 12,- (ermäßigt bis 26 J.)

Nähere Infos auf Seite 36 sowie www.lernwerkstatt.ws

Gesunde Augen,

Vortrag & Seminar mit Dr. Roberto Kaplan

Vortrag: FR, 19. Februar 2010, 19.30 Uhr

Seminar: SA, 20. Februar 2010, 10-17.00 Uhr

Seminar: € 80,-

Vortrag: € 15,- (für Seminarteilnehmer kostenlos)

Ort: Lernwerkstatt im Wasserschloss

Nähere Infos auf Seite 36 sowie www.lernwerkstatt.ws

Schlossball

SA, 13. Februar 2010, Einlass 19.00 Uhr

Eintritt: 12 bis 18J. 7€, ab 19 J. 10€

Jazz-live-band, Mitternachtseinlage

Ort: Lernwerkstatt im Wasserschloss

Come together - Wohlfühl-Tanzfest

SA, 20. März 2010, 19.00 Uhr Frühlingsbeginn

Gute Tanzmusik, gutes Essen, feine Leut´,

und ein guter Platz...

Eintrittsspende: € 10,-

Ort: Lernwerkstatt im Wasserschloss

Gedruckt nach der Richtlinie „Schadstoffarme Druckerzeugnisse“ des

Österreichischen Umweltzeichens. Druckhaus Schiner, Krems; UW 714

Vorschau

SA, 24. April 2010

lws:fest.tag 10

20 Jahre Lernwerkstatt

&

nö:reform.tag 10

Nähere Infos auf Seite 36

www.lernwerkstatt.ws

Schulführung

DO, 18. März 2010

16.00–18.30 Uhr (Lernwerkstatt)

14.30–16.00 Uhr (Spielwerkstatt)

Termine für Führungen mit Diskussionsrunde

für größere Gruppen

(Schulklassen, PädagogikstudentInnen,

Schulinitiative...) nach Vereinbarung

möglich.

lernen ohne angst + stress

Vortrag und Diskussionsrunde mit

erfahrenen PädagogInnen der Lernwerkstatt.

Auf Anfrage für Elternabende

in Kindergruppen und Kindergärten.

Termin auf Anfrage.

schuleinschreibungen

Anmeldungen bzw. Aufnahmen inden

im September für das folgende

Schuljahr statt. Anmeldeschluss ist

jeweils der 30. September - wir ersuchen

um rechtzeitige Terminvereinbarung.

Voranmeldungen für spätere

Schuljahre sind jederzeit möglich.

raumvermietung

Es besteht die Möglichkeit, Räume im

Wasserschloss in der schulfreien Zeit

zu mieten. Terminvereinbarung und

Preisinformation: Brigitte Wöll,

raummiete@lernwerkstatt.ws

weitere informationen:

Lernwerkstatt im Wasserschloss

Josef-Trauttmansdorf-Straße 10

3140 Pottenbrunn

info@lernwerkstatt.ws

02742 435 50 (Mi-Fr 8:00-12:00).

www.lernwerkstatt.ws

P.b.b. Erscheinungsort 3140 Pottenbrunn / Aufgabepostamt 3100 St. Pölten

PostvertriebsNr 04Z035787 M

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