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TiERRECHTE UND TIERSCHUTZStefan Bernhard Eck spricht mit Barbara RüttingEs war Zeit,ein Zeichen zu setzen…Ich bin mit Barbara Rütting seit etlichen Jahren befreundet. Sie ist Schauspielerin, Autorin, Gesundheitsberaterin,war Sprecherin für Ernährung, Verbraucher- und Tierschutz der Grünen-Fraktion imBayerischen Landtag und Alterspräsidentin. Sie engagiert sich seit vielen Jahren für gesunde Ernährung,Tier- und Umweltschutz und in der Friedensbewegung.Barbara, was hat Dich bewogen, DeinenBeruf als Schauspielerin aufzugeben,um Dich für Frieden, Umwelt- und Tierschutzzu engagieren?Ich war 30 Jahre Schauspielerin, habe in45 zum Teil auch internationalen Filmengespielt und auf den deutschsprachigenBühnen so gut wie alle Neurotikerinnen derWeltliteratur.Als gesunde Ernährung, Tier- und Umweltschutzund die Aktivitäten in der Friedensbewegungimmer wichtiger wurden,habe ich die Schauspielkarriere 1982 beendet.Ich komme aus der pazifistischen Ecke,war mit Petra Kelly befreundet, Mitgliedbei den Grünen und dabei, als sie in denBundestag einzogen. Mein politischer Mentorwar Robert Jungk, den ich auf vielen Demonstrationenbegleitete, unter anderemauch immer wieder gegen die amerikanischenMassenvernichtungswaffen in Mutlangen,gegen die Wiederaufbereitungsanlagevon Brennstäben in Wackersdorf undbei grenzüberschreitenden Friedensmärschen.1982 habe ich mich in Berlin mit anderenAktivisten am Tor des PharmakonzernsSchering angekettet, um aufTierversuche aufmerksam zu machen. AusEnttäuschung, dass die Grünen den Kosovo-Kriegunterstützten und auch wegen ihresfehlenden Engagements für den Tierschutzbin ich zwischendurch ausgetreten.Um Renate Künast zu unterstützen, bin ich2002 aber doch wieder Mitglied geworden,weil sie mir immer noch als das kleinsteÜbel erschienen.„Es geht nichtdarum, mehrJahre ins Lebenzu bringen...“Aufgrund Deiner Biografie scheint es,dass Du Deinen oft zitierten Satz persönlichauch umgesetzt hast: „Es geht nichtdarum, mehr Jahre ins Leben zu bringen,sondern mehr Leben in die Jahre“. Mitwelchen Aktivitäten hast Du „Leben“ inunsere Gesellschaft gebracht bzw. in derGesellschaft Signale gesetzt?Ich habe insgesamt 17 Bücher zu denThemen Ernährung, Tier- und Umweltschutzgeschrieben,die meisten wurdenBestseller. Viele Menschensind dadurchVegetarier geworden- auch durch meinevielen Vorträge auf Kongressen, in Kindergärten,Schulen, Altenheimen und meinesehr beliebten „Gesundheitsstammtische“.Du hast Dich mehrmals in einem Ashramin Indien aufgehalten. Hatten die Erlebnissedort und der Kontakt mit der indischenKultur Einfluss auf Deine spätereArbeit?Ich hatte das Lachen verlernt und merkte,dass ich Gefahr lief, verbittert zu werden,weil ich ständig mit so viel Elend von Menschenund Tieren zu tun hatte, immer amProtestieren gegen irgendetwas war, undhabe mich dann regelrecht umprogram-miert, statt dauernd gegen etwas für etwaszu sein. Es macht einen Unterschied, ob ichsage: „Mütter gegen den Atomkrieg“ oder„Mütter für eine atomfreie Zukunft“. Ichhabe mehrmals denAshram von Osho besucht,dort auch dieAusbildung zur Trainerinfür Lachen und„...sondernmehr Lebenin die Jahre.“Weinen gemacht. Dadurch habe ich gelernt,trotz aller Schicksalsschläge immer wiederauf die Beine zu kommen und gelassener zuwerden.Man wirft Dir vor, zu spirituell eingestelltzu sein. Bist Du eigentlich ein religiöserMensch, und wenn ja, woran glaubstDu?Man wirft mir alles Mögliche vor, abernach 30 Jahren Schauspielerleben habe ichgelernt, mich nicht um die Meinung andererzu kümmern, sondern nur meiner innerenStimme zu folgen. Ganz nach dem Mottovon Klaus Kinski, mit dem ich ja einigeEdgar Wallace-Filme gedreht habe - ersagte: „Wer mich beleidigt, bestimme ich.“Ob ich ein religiöser Mensch bin? Es fälltmir schwer, an einen liebenden Gott zuglauben. Am liebsten wäre es mir, die Religionenwürden überflüssig, weil wir uns alleanständig benehmen…Ich würde sagen: Ich glaube an nichts –halte aber alles für möglich. Es gibt einenSatz von Voltaire: „Du bist anderer Mei-4ZeitenWENDE Nr. 38


TiERRECHTE UND TIERSCHUTZnung als ich, und ich werde dein Recht dazubis in den Tod verteidigen.“ Meine Variantedazu lautet etwa: „Auch wenn ich nicht andeinen Gott glauben kann, so werde ichdein Recht, deinen Glauben unter uns zu leben,bis in den Tod verteidigen…“„Der Fraktionszwangist dasÄrgerliche ander Politik.“Aus Enttäuschung darüber, dass DeineAnliegen in Sachen Tierschutz an HorstSeehofer, aber bedauerlicherweise auchan den Grünen selbst gescheitert sind,hast Du Dein Mandat niedergelegt. Mitwelchen Erwartungen bist Du als Politikerinin den Bayerischen Landtag eingezogen?Man hatte mir zwar vorher gesagt, dassalle meine Anträge keine Unterstützungvon Seiten der CSU finden, aber dass tatsächlichalle abgelehntwerden würden,hätte ich nichtfür möglich gehalten.Der Fraktionszwangist das Ärgerlichean der Politik. Eine CSU-Abgeordnetesagte nach der Ablehnung meines Antragesfür eine gesunde Ernährung derSchulkinder: „Ich bin ja Ihrer Meinung,aber ich kann doch nicht einem Antrag einerGrünen zustimmen.“ Obwohl ich michsogar zu einer zweiten Kandidatur überredenließ und einen enormenWahlerfolg hatte, kam mir dieArbeit im Landtag zunehmendsinnlos vor. Der ganzeFrust machte mich krank, immerhäufigere Herzkreislaufzusammenbrüchezwangenmich schließlich, mein Mandatvorzeitig zurückzugeben.Selbst in meiner eigenen Fraktionfand ich keine Unterstützungfür eine vegetarische Ernährung.Der Vorstand lädtregelmäßig die Presse zumWeißwurst-Essen ein. Weißwurst– das sind zermantschte,ihren weinenden Kuh-Mütternentrissene Kuh-Kinder!Am 22. September, fünfTage vor der Bundestagswahl,bist Du bei den Grünenausgetreten und hast inder ARD-Sendung „Menschenbei Maischberger“ gesagt:„Die Entscheidung istmir nicht leicht gefallen. Ichwerde auch nicht grün wählen.Ich werde eine kleine Partei wählen.Ich werde die Partei Mensch Umwelt Tier(MUT) wählen, die einzige Partei, diesich um Mensch, Umwelt und Tiere kümmertund eine radikale Friedenspolitikbetreibt.“ Wie reagierten Deine ehemaligenParteifreundinnen und -freunde aufDeinen Parteiaustritt?Mit totaler Funkstille. Den Medien gegenübersollen Renate Künast und auch derFraktionsvorstand meinen Austritt bedauerthaben.Welchen Erfolg als Landtagsabgeordnetebei den Grünen konntest Du fürDich verbuchen?Dass die tierquälerische Haltung der Primatenim Keller der Chirurgischen Klinikder Münchener Ludwig-Maximilians-Universitätgeschlossen wurde, dass die Landtagsgaststättebiozertifiziert wurde und täglichvegetarische Speisen auf der Karte hat,dass der Landesgesundheitsrat aufgelöstund neu zusammengesetzt wurde, sodassauch Naturheilkundler, Psychotherapeuten,Heilpraktiker und Patienten darin vertretensind. Aber das war es auch schon.Mit Deinen Büchern hast Du vieleMenschen für den Vegetarismus gewonnen.Dein erstes und zweites Kochbuch -ohne Fleisch- und Fischrezepte - wurdenBestseller. Ein neues Buch steht wiederkurz vor der Veröffentlichung. VerrätstDu mir, um was es diesmal geht?Ich habe die sechs Jahre im Landtag dokumentiert,mit allen Hoffnungen undEnttäuschungen. Vor ein paar Tagen habeich das Manuskript abgeliefert, es wird imHerbst auf den Markt kommen. Ich vermuteund hoffe, dass ich mit diesem Buchmehr Menschen für Menschen-, Tier- undUmweltschutz sensibilisieren kann, alswenn ich noch die restlichen vier Jahre imLandtag ausgehalten hätte.Welche Lebensziele hast Du für dieZukunft und was ist Dein größterWunsch?Es gab ja wieder einen Bruch in meinemLeben, ich bin vor Kurzem in die Nähe einervegetarisch lebenden Gemeinschaft gezogen– die übrigens traditionell die Tierschutzparteiwählt. In diesem Dörfchenkam die „MUT-Partei“ auf 26 % und istnach der CSU die stärkste Kraft. Toll, was?Ich werde mich für den Rest meines Lebensmit aller Kraft für ein friedliches Miteinandervon Mensch, Tier und Umwelt einsetzen.Da habe ich genug zu tun.Zum Schluss eine ganz persönlicheFrage: Wie hast Du es geschafft,ein „glücklicherSingle“ zu werden?Ich musste lernen, dasGlück nicht woanders zu suchen,sondern in mir selbst.Und immer wieder loszulassen.Liebe Barbara, ich bedankemich für das Gesprächund wünsche Dir noch vieleLebensjahre, beste Gesundheitund für die VerwirklichungDeiner Projekte vielEnergie und Durchhaltevermögen!Im August bist Duals Referentin auf dem erstenbundesweiten Kirchentag„Mensch und Tier“ inDortmund. Dann sehen wiruns ja wieder, da auch ichdort einen Vortrag haltenwerde.Stefan Bernhard EckRedaktionZEITENWENDEFotoquelle: Norbert HellingerZeitenWENDE Nr. 38 5


TiERRECHTE UND TIERSCHUTZInternationaler Gerichtshof für Tierrechte tagte am 22. 02. 2010Ein Zeichen für GerechtigkeitDer internationale Gerichtshof für Tierrechte der United Animal Nations, der seit 1979 regelmäßig abgehaltenwird, tagte am 22. Februar 2010 in Genf, um die grausamen Verbrechen an Walen und Delfinenzu untersuchen. Unsere Parteimitglieder Julius Berrien, Tanja Dörfler, Helga und Harald von Fehr, DetlefFörster, Jürgen Gerlach, Ingeborg Holst, Andreas Morlok, Thilo Reiskup, Viktor Storz sowie Josef Weidenhauptwaren als Prozessteilnehmer vor Ort.Die Angeklagten: Die Vertreter der Fischereiministeriender beschuldigtenLänder, Hirotaka Akamatsu ( Japan), LisbethBerg-Hansen (Norwegen), Jón Bjarnason(Island), Ane Hansen (Grönland) undJacob Vestergaard (Färöer-Inseln).Das Gericht, bestehend aus einer siebenköpfigenJury und drei Richtern, stellte folgendenTatbestand zu Prozessbeginn fest:Ungeachtet des Walfangmoratoriums der InternationalenWalfang-Kommission (IWC),das seit 1986 in Kraft ist, wird die systematischeVerfolgung und Ermordung der großenMeeressäuger von Japan, Norwegen, Islandund Grönland mit unbeschreiblicher Grausamkeitfortgesetzt. Weltweit werden jährlichüber 2000 Großwale abgeschlachtet, zusätzlichZehntausende Kleinwale undDelfine. Da die meisten Meeressäuger kaumnatürliche Feinde haben, ist ihr Nervensystemnicht darauf eingerichtet, auf einen Angriffmit Schock oder Bewusstlosigkeit zureagieren. Sie erleben ihren Tod bewusst biszum letzten Atemzug. Nach ordnungsgemäßerVorladung der Angeklagten (natürlichwar keiner erschienen), der Anhörungder Anträge des Staatsanwalts und des Plädoyersdes Pflichtverteidigers hat der InternationaleGerichtshof für Tierrechte aufGrund der Zeugenaussagen und des vorgelegtenBeweismaterials die Angeklagten wegenfolgender Vergehen schuldig gesprochen:- Verletzung internationaler Gesetze- Beihilfe und Anstiftung zu Massakern anWalen und Delfinen- Plünderung natürlicher Lebensräume- Hauptverantwortung und Beihilfe zu Tierquälereiund Vernichtung von jährlichZehntausenden von Walen und Delfinen- Vernichtung von weltweit geschütztenWildtierarten- Verstoß gegen das Vorsichtsgebot im Rahmender Erhaltung des maritimen Lebens- vorsätzliche Gefährdung der maritimenÖkosysteme- vorsätzliche Gefährdung Dritter durch dieVermarktung mit Giftstoffen belastetenWal- und DelfinfleischesDer Internationale Gerichtshof für Tierrechtefordert den IWC auf, das geltendeMoratorium auf alle Walarten - einschließlichDelfine, Tümmler und Schwertwale -auszuweiten. Ferner fordert der Gerichtshofalle Küstenstaaten auf, ihre Hoheitsgewässer(bis zu 200 Seemeilen) zu Schutzzonen zuerklären, in denen die Jagd auf alle Walartenstrikt untersagt ist. Die Weltgesundheitsorganisation(WHO) wurde aufgefordert, eineEmpfehlung abzugeben, die Vermarktungsämtlicher für den Konsum bestimmter Walprodukteeinzustellen. Der Gerichtshof appelliertschließlich an alle Staaten, die KlageAustraliens gegen Japan vor dem Gerichtshofin Den Haag zu unterstützen, da japanischeWalfangschiffe in den internationalenGewässern der Antarktis geltendes Rechtverletzen. Das Urteil wird dem InternationalenGerichtshof in Den Haag und den fürschuldig gesprochenen Parteien zugestellt.Ebenso wird es dem Präsidenten des Europaparlaments,dem Präsidenten des Europarats,dem Vorsitzenden des Ministerrats der EU,dem Präsidenten der Europäischen Kommission,dem Europarat, der UNO, der UNESCO,der WHO und der Internationalen Walfangkommissionübermittelt. Ob die oben genanntenpolitischen Institutionen und Organisationenhandeln werden, ist mehr alsfraglich. Sie haben es anscheinend nochnicht begriffen, dass in unseren Weltmeerenein „Tier-Genozid“ ungeahnten Ausmaßesstattfindet.Zum Schluss soll ein vierjähriges Mädchenzu Worte kommen: „Wale gehören nur denWalen.“Tanja Dörfler/Stefan Bernhard EckRedaktion ZEITENWENDE6ZeitenWENDE Nr. 38Fotoquelle: Thilo Reiskup


TiERRECHTE UND TIERSCHUTZEin klares Bekenntnis zum VeganismusUnser Standpunktohne WENN und ABERZwischen Klimaerwärmung, Umweltverschmutzung, Ressourcenverschwendung, Mutterbodenzerstörungdurch Erosion, Trinkwassermangel, Regenwaldzerstörung, Welthunger, den Ernährungsgewohnheitenin den Industrieländern und der Profit-orientierten globalen Agrarwirtschaft mit einerwachsenden Massentierhaltung bestehen nachweislich direkte Zusammenhänge.Wer TierundUmweltschutzernstnimmt...So ist zum Beispiel ein Klimagipfel, derdie problematischen Auswirkungendurch die „Nutztierwirtschaft“ ausklammert,wertlos. Der Veganismus ist der einzigeWeg für den Fortbestand der menschlichenRasse und der heute auf diesemPlaneten lebenden Tierarten.Veganismus ist die wichtigste Form vonpolitischem Aktivismus, denn die positivenAuswirkungenauf unsere Gesundheit,die Umwelt unddie Tiere sind revolutionär.Wer Tier- undUmweltschutz ernstnimmt, sollte – um glaubwürdig zu sein –vegan leben. Veganer ernähren sich nichtnur rein pflanzlich, sondern sie lehnen allevom Tier stammenden Produkte ab: Leder,Federn, Daunen, Pelze, Seide, Wolle,Haare, Horn usw. Auch Medikamenteund Kosmetikartikel mittierlichen Inhaltsstoffen sind ebenfallsfür sie tabu.Professor Dr. Claus Leitzmann vomErnährungswissenschaftlichen Institutder Universität Gießen und ein ausgewiesenerFachmann auf dem Gebiet derErnährung, äußert sich in einem Statementzum Thema Veganismus:„Veganer ernähren sich ausschließlichmit pflanzlicherKost. Studien von Veganernweltweit, aber auch von unsdurchgeführt zeigen, dass Veganerim Durchschnitt deutlichgesünder sind als die allgemeineBevölkerung. Körpergewicht,Blutdruck, Blutfett- und Cholesterinwerte,Nierenfunktion sowie Gesundheitsstatusallgemein liegen häufiger imNormalbereich. Tierzucht, Tierhaltung,Tiertransporte und Tierversuche könntenteilweise oder ganz entfallen. Die Umweltwürde weniger zerstört (Methan und Gülle).Wenn alle Menschen sich vegan ernährenwürden, sähe es um die Gesundheitder Menschen, der Umwelt und der Gesellschaftbesser aus. Es gilt, dieses Potentialzu nutzen“.Ähnlich äußert sich die ADA (AmericanDietetic Association), die größte USamerikanischeVereinigung von Ärztenund Ernährungswissenschaftlern mit über70 000 Mitgliedern, deren Aussagen alswissenschaftlich fundiert und wegweisendgelten: „Es ist die Position der ADA, dass...sollte - umglaubwürdigzu sein -vegan leben.Stillzeit, Kindheit und die der Pubertät.Sie bringt gesundheitliche Vorteile bei derVorbeugung und Behandlung bestimmterKrankheiten, zum Beispiel Übergewicht,eine (entsprechendgeplante) vegane Ernährungfür jede Lebensphasegeeignetist, inklusive währendder Schwangerschaft,kardiovaskuläre Krankheiten (Herzinfarkt,Angina pectoris), Bluthochdruck,Diabetes vom Typ 2 (Diabetes mellitus),Krebs, Osteoporose, Nierenerkrankungen,Demenz, Divertikel (Ausstülpungen imDarm), Gallensteine und rheumatischeArthris.“Gesundheit: Fleisch, Fisch, Milch, Eierund die daraus hergestellten Produkte sowieHonig sind alles andere als gesund.(Für Säuglinge ist die artfremde Muttermilchsehr gesundheitsabträglich). DieseNahrungsmittel verursachen oder begünstigenOsteoporose, erhöhte Infektanfälligkeit,ständigen Schnupfen,wiederholte Ohrentzündungen,Bronchitis, Neurodermitis,Diabetes, Brustkrebs,Hodenkrebs, Dickdarmkrebsusw.Ein weiteres Problemist die zunehmendeAntibiotika- >Fotoquelle: iStockphoto.comZeitenWENDE Nr. 387


TiERRECHTE UND TIERSCHUTZResistenz aufgrund des Verzehrs von tierlichenProdukten. Der größte Teil der Antibiotika-Produktionwird bekanntlich in dieWas dieMenschheitan denTierenverbricht, ...Massentierhaltung gepumpt,um den Krankheitsstandder Tieremöglichst gering zu halten.Zunehmend wirdbeklagt, dass diese „Wunderwaffe“gegen Infektionenstumpf wird und Menschen aufgrundbestehender Resistenz nicht mehr geholfenwerden kann. Alles, was den Tieren zugeführtwird, ist in tierlichen Nahrungsmittelnenthalten. Über Hormone auch dieAngst!Hinter vorgehaltener Hand wird so manchemAlzheimer-Patienten eine chronischeForm der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankungattestiert. Man erinnert sich:Durch die Fütterung mit tierlichemEiweiß erkranken Pflanzenfresser anBSE, das sich auch auf den Menschenübertragen kann. AmerikanischeStudien haben erwiesen, dass5,5 bzw. 13 Prozent der vermeintlichan Alzheimer gestorbenen Menschentatsächlich an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit litten. Mit steigendemVerzehr von tierlichemEiweiß steigt auch die Anzahl derDemenz-Erkrankungen. Eiweiß vomTier ist für den Menschen artfremd.Ein Pflanzenesser kennt keine Lebensmittelvergiftungdurch Salmonellen oder Listerien,er braucht weder Antibiotika nochHormone oder Psychopharmaka zu fürchten,wie sie massenhaft in Produkten vomTier vorkommen. Eine rein pflanzliche –also vegane – Bio-Vollwert-Ernährung unterstütztdie Entgiftungsfunktionen desKörpers. Sie liefert alle notwendigen Proteine,Vitamine, Enzyme, Mineralien, Kohlenhydrate,Fette und Faserstoffe.Klimaerwärmung: Der Treibhauseffektwird unter anderem durch Methan, Kohlendioxidund Stickstoffoxide verursacht. Sieentstehen in der landwirtschaftlichen Tierhaltungin großen Mengen. Wiederkäuerstoßen beim Verdauungsvorgang Methangasaus, das um ein Vielfaches zerstörerischerwirkt als Kohlendioxid. Es ist bekannt, dassdie „Nutztier“-Haltung in Verbindung mitdem Futtermittelanbau eine Schlüsselrollebei der Entstehung der drei genanntenTreibhausgase spielt.Wasser: Künftige Kriege werden allerWahrscheinlichkeit nach nicht mehr umErdöl, sondern um Wasser geführt. Die Ressourcenauf unserem Planeten werden immerknapper. Dazu trägt die Landwirtschaftund insbesondere die „Nutz- und Schlachttierhaltung“in hohem Maße bei. 50 Prozentdes gesamten Trinkwassers wird von„Schlachttieren“ und deren Verarbeitungverbraucht. Zur Gewinnung von 1 kg Rindfleischbenötigt man bis zu 32.000 LiterWasser. Für 1 kg Kartoffeln reichen jedochmaximal 150 Liter aus, für 1 kg Weizen 106Liter und für 1 kg Obst oder Nüsse rund 50Liter Wasser.Ressourcenverschwendung: 40 % derWeltgetreideernte und etwa 90 % derWeltsojaernte landen in den Mägen der 45bis 52 Milliarden „Nutztiere“. Um 1 kgFleisch zu erzeugen, benötigt man 9 bis 15kg Futtermittel.Laut einer Studie der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft(FAO) hungern 1.02 Milliarden Menschen!Regenwaldzerstörung: Alle 2 Sekundenwird Wald in der Größe eines Fußballfeldesabgeholzt, um Weideflächen und Platz zumFuttermittelanbau zu schaffen. Da der Regenwaldbodensehr arm an Nährstoffen ist,werden jährlich riesige Flächen abgefackelt!Die dabei entstehende Wärme entsprichtetwa 500 Millionen Tonnen Steinkohle-Einheiten, was zusätzlich die Atmosphäreaufheizt.Zerstörung des Bodens durch Erosion:Überweidung hat den Abbau der Humusschicht(des Mutterbodens) und damit Unfruchtbarkeit,Versteppung und Versandungzur Folge. Dadurch gehen jährlich ca. 24Milliarden Tonnen fruchtbare Erde unwiederbringlichverloren.Umweltverschmutzung: Mist und Gülleenthalten alles, was dem Tier einverleibtwurde, von Psychopharmaka über Antibiotikabis zu Hormonen, außerdem Ammoniak,Nitrate usw. Die Gülle wird in der Regelals Dünger verwendet, obwohl sie eigentlich„Sondermüll“ ist. Es stinkt nicht nurzum Himmel, sondern der durch die Fäkalienfreigesetzte Feinstaub schädigt unsereLungen und verursacht oder begünstigt immermehr Lungenentzündungen. Flüsse,Seen und Grundwasser werden vergiftet. Dadie Futtermittel, die in der Massentierhaltungverwendet werden, meistens mit hochgiftigenSubstanzen gespritzt und gedüngtwurden, gelangen diese durch den Ausscheidungsprozessauch in Böden und Gewässer.Welthunger: Die Zahl der Hungerleidendenhat im Jahr 2009 laut der neuestenUN-Studie die Milliardengrenze (1,02 Milliarden)überschritten; dies ist der höchsteWert seit 1970. Alle paar Sekunden stirbtein Mensch an Hunger, besonders betroffensind Kinder. Würde die Menschheit veganleben, gäbe es genug Nahrung für alle.Das Leid der Tiere: Wir Menschen habennicht das Recht, Tiere auszubeuten oderfür unsere Zwecke zu töten! Was dieMenschheit an den Tieren verbricht,ist grauenvoll und mit nichts zu entschuldigen:In der Massentierhaltunggestehen wir den Tieren kaum Platzzum Stehen zu. Wir lassen sie in ihreneigenen Exkrementen dahinvegetieren.Wir entfernen ohne jede BetäubungSchwanz, Eckzähne und Hodender Ferkel, die Hörner der Kälber unddie Schnäbel der Hühner. Allein inDeutschland werden pro Jahr rund50 Millionen Küken getötet, nur weilsie männlich sind. Wir entreißenTiermüttern ihre Kinder, um ihreMilch zu stehlen. Filmdokumente ausSchlachthäusern zeigen, dass Schweine undRinder sehr oft bei lebendigem Leibe zerschnittenund gehäutet werden. Sie müssenden Anfang ihrerVerarbeitung zuFleisch und Wurstbei vollem Bewusstseinerleben. Fischeleiden genauso wie...ist grausamund mitnichts zuentschuldigen.die anderen „Schlachttiere“. Sie ersticken,ihre Schwimmblasen reißen, sie werden zertreten,erschlagen, und es werden ihnennoch lebend die Bäuche aufgeschnitten.„Tierrechtler“ und „Tierschützer“, dienicht vegan leben, sind unglaubwürdig,denn durch ihr Verhalten missachten sie dieRechte der Tiere. „Wölfe sind nicht dafürgeeignet, Schafe zu hüten“! Der Wahnsinnder Tierausbeutung kostet sehr viel Geldund existiert nur deshalb noch, weil – aufKosten der Steuerzahler – über hohe Subventioneneine tierfeindliche Agrarwirtschaftstark unterstützt und damit am Lebenerhalten wird. Ingeborg MaulerBeisitzerin im Bundesvorstand8 ZeitenWENDE Nr. 38Fotoquelle: istockphoto.com


TiERRECHTE UND TIERSCHUTZSabine Jedzig im Gespräch mit Dr. Helmut KaplanEin Lebenfür die Befreiungder TiereDurch Zeitungsartikel, Vorträge, Talkshows, Radiosendungen und Buchveröffentlichungen hat Dr.Helmut F. Kaplan wesentlich dazu beigetragen, die Philosophie der Tierrechtsbewegung im deutschsprachigenRaum bekannt zu machen.Sein Buch „Leichenschmaus“, das mitUnterstützung einer japanischen Tierrechtsorganisationund unseres VorsitzendenStefan Bernhard Eck unter dem Titel„Shitai no basan“ 2005 selbst im fernen Japanerschienen ist, gilt inzwischen als Klassikerin dieser Literatursparte. Mit seinembisherigen Lebenswerk hat er deutlicheZeichen gesetzt, und man kann zweifellosbehaupten, dass er zu den Pionieren derTierrechtsbewegung zählt.Herr Dr. Kaplan, ich habe gelesen,dass Sie schon im Alter von 11 Jahrenzum Vegetarier wurden. Falls Ihre ElternSie nicht dazu anhielten, müssen Sie einsehr sensibles und nachdenkliches Kindgewesen sein. Welches Schlüsselerlebnisbewegte Sie zu diesem Schritt?Mit dem Einfluß meiner Eltern verhältes sich wie folgt: Einige Jahre bevor ich Vegetarierwurde, war schon mein Vater Vegetariergeworden - aber eher aus gesundheitlichenGründen, glaube ich. MeinVater begann dann allerdings wiederFleisch zu essen. 1963, als ich Vegetarierwurde, übernahm quasi ich die Pionierrolle:Erst einige Zeit später zogen meine Elternnach. Meine Schlüsselerlebnisse, wennman das so nennen will, lagen 1963 schonein paar Jahre zurück: Der Anblick toterDr. Helmut F. KaplanTiere beim Transport zu den Geschäftenund in den Geschäften hat in mir immermehr die Überzeugung aufkommen lassen,daß bei unserem Umgang mit Tieren etwasfürchterlich falsch läuft.In Ihrem Klassiker „Leichenschmaus“schreiben Sie, dass Sie damals das Gefühlhatten, der Einzige zu sein, der dasVerbrechen an den Tieren überhauptsieht. Das klingt sehr nach Einsamkeit!Hatten Sie in dieser Zeit zu MenschenKontakt, mit denen Sie Ihre ethischeEinstellung teilen konnten?Als ich aufhörte Fleisch zu essen, gab esaußer meinen Eltern, soweit ich mich erinnere,niemanden, der diese Einstellungverstand, geschweige denn teilte. Man darfja nicht vergessen, daß die Tierrechtsbewegungerst über zehn Jahre später entstand.Sie haben Psychologie und Philosophiestudiert. Stand zu Beginn IhresStudiums schon fest, dass Sie sich einmalmit der „Mensch-Tier-Beziehung“beschäftigen würden?Ja, ich hatte eigentlich nur deshalb studiertbzw. aufgrund dieser Absicht meineStudienwahl getroffen. Mein einziges Zugeständnisan die „Vernunft“ war, daß ichdie ursprünglich geplante Reihenfolge änderte:Ich begann mit dem Psychologiestudium.Philosophie mit Spezialisierungauf Tierethik war damals ja noch mehr alsheute so etwas wie von langer Hand geplanterberuflicher Selbstmord.„Leichenschmaus“ oder „Die ethischeWeltformel“ sind Bücher, die in keinemRegal eines Tierrechtlers fehlen sollten;Sie vermitteln darin präzise, prägnantund allgemein verständlich die Grundlagender Tierrechtsphilosophie. Wieviele Tierrechtsbücher haben Sie schongeschrieben und welches Buch empfehlenSie Einsteigern? >Fotoquelle: Privates Archiv Helmut KaplanZeitenWENDE Nr. 389


TiERRECHTE UND TIERSCHUTZBis jetzt gibt es zehn Tierrechtsbüchervon mir, wobei ich bei einem, „Warum ichVegetarier bin“, als Herausgeber fungiere.Bei der Empfehlung für Einsteiger gilt eszu berücksichtigen, daß einige Bücher momentanleider vergriffen sind; diesesollen teilweise in nächster Zeit neu aufgelegtwerden. Eine gute Einstiegsmöglichkeitist bestimmt „Ich esse meine Freundenicht oder Warum unser Umgang mit Tierenfalsch ist“, weil hier wichtige und argumentativzwingende Fundamente der Tierethikauf sehr einfache Weise erläutertwerden, darunter das Gleichheitsprinzipund die Goldene Regel, die ich als„Ethische Weltformel“ bezeichne.Sie leben und arbeiten in Österreich.Sind Sie als Philosoph und Autor dortanerkannt und in den österreichischenMedien gefragt?Das MedieninteresseanTierrechtenist ja...Nein; das Medieninteressean Tierrechtenist ja generellseit etwa 15 Jahrenrückläufig. Und derSchwerpunkt meinesWirkens lag von Anfang an in Deutschland.Klimawandel, Welthunger und Umweltverschmutzungstehen bekanntlichin direktem Zusammenhang mit demMissbrauch von Tieren. Werden IhrerEinschätzung nach diese Probleme eineWende im menschlichen Verhalten gegenüberden Tieren einleiten?Momentan sieht es nicht danach aus,denn obwohl bekanntermaßen bei vegetarischerErnährung bei gleichen Ressourcenzehnmal so viele Menschen ernährt werdenkönnten und die Fleischproduktion eine gigantischeUmweltzerstörung bedeutet,führte dies bisher zu keinerlei Reduktiondes Fleischkonsums. Im Gegenteil: DerFleischverzehr nimmt weltweit dramatischzu! Nach der großen Klimadebatte im Vorlaufzum Klimagipfel in Kopenhagen stehtnun fest: Selbst die Aussicht, durch dieFleischproduktion das Klima unrettbar zuzerstören, hält die Menschen nicht davonab, weiter Fleisch zu essen.An welchen Projekten arbeiten Siederzeit?Als Nächstes soll - analog meinem Aufsatzband„Der Verrat des Menschen anden Tieren“ - ein Band zum Thema „Tierrechte- das Ende einer Illusion?“ erscheinen.Darin geht es um eine Bestandsaufnahmeder Tierrechtsbewegung.Danach werde ich als Herausgeber einenSammelband mit Beiträgen anderer Autorenorganisieren. Hier soll es um die Darstellungund Diskussion strategischer Entwürfefür die künftige Tierrechtsarbeitgehen.Der Deutsche Tierschutzbund hat800.000 Mitglieder. Man kann davonausgehen, dass sich die Mitgliederzahlaus Tier- und Naturfreunden zusammensetzt.Die Partei Mensch UmweltTierschutz hat im Vergleich dazu nurbescheidene 1000 Mitglieder. Warumverschließen sich Ihrer Meinung nachaktive Tier- und Naturfreunde einer politischenPlattform, wie sie unsere Parteidarstellt?Der Erfolg des Tierschutzbundes magauch damit zusammenhängen, daß seinPräsident Wolfgang Apelselbst im Fleischgeschäfttätig ist und daher entsprechendviel Verständnisfür Tierfreunde hat,die ihre Freunde auch...generellseit etwa15 Jahrenrückläufig.gerne essen. Die Weigerung oder Unfähigkeitder Tierrechtsbewegung, sich politischsinnvoll zu organisieren, ist unter anderemauf folgende beiden Ursachen zurückzuführen:Erstens die typisch tierrechtlerischekleingeistige Intoleranz, die sich darin ausdrückt,allen seinen eigenen Lebensstil undseine eigene Weltsicht aufzwingen zu wollen,etwa in Bezug auf Rauchen oder Religi-on. Zweitens die grassierende Vereinsmeiereiim Allgemeinen und die Profilneurosender Vereinspräsidenten, -vorsitzenden usw.im Besonderen.Hat Ihrer Meinung nach die ParteiMensch Umwelt Tierschutz eine Chance,einmal ins Parlament zu kommen?Darüber zu spekulieren, empfände ichbei meinem Informationsstand als unseriös.Generell aber läßt sich sagen: Voraussetzungfür erfolgreiche politische Arbeitist, sich auf realistische Ziele zu verständigenund deren Umsetzung dann effizientzu verfolgen. Beides setzt die Fähigkeitund den Willen voraus, persönliche Interessenund Neigungen diesen politischenZielen unterzuordnen. Davon sind wir inder Tierrechtsbewegung, fürchte ich, nachwie vor weit entfernt. Und noch etwas:Der Idealismus der Sorte „Ich würde nieGeld für meine Arbeit nehmen!“ ist keinIdealismus, sondern ein Idiotismus. ProfessionelleArbeit kann auf Dauer nur vonMenschen geleistet werden, die man dafürwenigstens einigermaßen angemessen bezahlt.Die Tierrechtsbewegung ist wohldie einzige politische Bewegung, die dasnoch immer nicht kapiert hat.Herr Dr. Kaplan, ich bedanke michfür das Gespräch und freue mich, Sie imAugust als Referent auf dem ersten bundesweitenKirchentag „Mensch undTier“ in Dortmund zu sehen!Sabine JedzigRedaktion ZEITENWENDEZu empfehlen:Ich esse meine Freunde nichtHelmut F. Kaplantrafo-Wissenschaftsverlag,1. Auflage 2009Taschenbuchausgabe, 132 SeitenISBN 978-3-89626-941-6Preis: 12,80 €10 ZeitenWENDE Nr. 38 Fotoquelle: Stefan B. Eck


POLITIKLandtagswahl in NRWDabei undnicht zuübersehen!Gut sieben Monate nach der für unsere Partei erfolgreich verlaufenenBundestagswahl steht nun die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2010 an. Die Herausforderung einer Wahl für die verantwortlichenParteimitglieder beginnt schon lange im Vorfeld,Monate vor dem Urnengang, und wir sind auch jetzt wieder hochgradigmotiviert!Unsere Vorbereitungen begannen am31. Oktober 2009 auf dem Landesparteitagin Düsseldorf. Unter der Leitungunserer Vorsitzenden Monika Thau erstelltenwir u.a. unsere Kandidat/innen-Listeund legten eine erste grobe Marschrichtungfür unsere Wahlaussagen fest.Danach ging es an das zeitaufwendigeSammeln der in NRW benötigten 1000Unterstützungsunterschriften; bei eisigenTemperaturen war dies weder durchwegvon Erfolg gekrönt noch eine angenehmeFreizeitbeschäftigung, wie ja viele von unsaus eigener Erfahrung wissen. Da aber dieLast auf viele Schultern verteilt war undMonika Thau uns immer wieder mit ihrercharmanten Art „freundlich, aber bestimmt“angefeuert hat, konnten wir bereitsam 02. März die erforderlichen Unterschriften(fast 1100) der Landeswahlleiterinüberreichen. Die Tortur in eisigerKälte war schnell vergessen, denn im Nachhineinzählt nur das Resultat: Wir hattendie erste Hürde mit Bravour genommen -zumal auch alle unsere Direktkandidat/innenihre Unterlagen und die jeweils 100erforderlichen Unterstützungsunterschriftenfristgerecht einreichen konnten.Parallel arbeiteten wir konzentriert anunserem Wahlprogramm und an anderemWahlkampfmaterial weiter. NachdemMitglieder aus dem Landesvorstand NRWTextentwürfe zu den einzelnen Themenverfasst hatten, wurden diese von demBundesvorsitzenden Stefan Bernhard Eckzusammen mit seiner StellvertreterinMargret Giese akribisch überarbeitet undzu einem in sich geschlossenen Wahlkampf-Paketzusammengeschnürt. Für dasLayout zeichnete diesmal BundesvorstandsmitgliedHorst Wester verantwortlich;bei der Beschaffung von geeignetemFotomaterial kam Unterstützung von SabineJedzig (Vorstandsassistentin) unddem stellvertretenden BundesschatzmeisterManfred Holst. Parteimitglied HarryHarper übernahm die technische und musikalischeUmsetzung des von Stefan Eckverfassten Skripts für unseren TV- und Radio-Spot,der von der BundesschriftführerinSabine Pankau und Parteimitglied UlfKreth gesprochen wurde. Ihnen allen >Fotoquelle: Horst Wester/iStockphoto.comZeitenWENDE Nr. 3811


POLITIKan dieser Stelle einen ganz besonderenDank!Am 06. März 2010 auf dem Landesparteitagin Düsseldorf präsentierte unser Bundesvorsitzenderden anwesenden nordrheinwestfälischenParteimitgliedern die Entwürfeder verschiedenen Wahlkampfmaterialien.Nach konstruktiven Diskussionenund sehr viel Begeisterung, Lob und Anerkennungwurden dann noch die Stückzahlendes Wahlkampfprogramms, der Faltblätterund Plakate festgelegt.Damit war die zweite Hürde genommenund wir konnten der heißen Endphase desWahlkampfes mit gutem Gewissen und gelassenentgegensehen.Ab dem 14.04.10 begannen wir mit demPlakatieren, brachten rund 120. 000 Faltblätterund 2000 Wahlprogramme unter dieLeute. Wir führten bei jeder GelegenheitGespräche mit potentiellen Wähler/innenund informierten sie bei Info-Ständen überunsere landespolitischen Ziele.Mit unserer offensiven Wahlkampfstrategie,die neben Tier- und Umweltschützernbesonders auf Protestwähler ausgerichtet istund auf die Skandalpolitik von Rüttgers &Co. detailliert und schonungslos eingeht,erregen wir viel Aufmerksamkeit und erfahrenzugleich sehr viel Zuspruch, aber natürlichauch so manch’ harsche Kritik seitensder Getreuen von Schwarz-Gelb, dennwer will schon gern mit der Wahrheitkonfrontiert werden oder eingestehen,dass nach fünf Jahren CDU/FDP-Koalitionin Nordrhein-Westfalen Zuständeeingezogen sind, die man eher in Bananenrepublikender „Dritten Welt“ vermutenwürde?wer will schon zugeben, dass Rüttgers& Co. als Handlanger von Hühnerbaronenund Schweine-Mästern 2007 mitdem „Beschleunigungsgesetz“ die ungehemmteAusweitung von monströsenTiermastanlagen beschlossen - und damitder Vergiftung der Luft, der Verseuchungvon Boden und Wasser und vorallem der Qual der „Nutztiere“ Vorschubgeleistet haben?wer will schon zugeben, dass Rüttgersin Kumpanei mit seinen FDP-Koalitionären„klammheimlich“ einen Paragraphenaus dem Gesetz zur Landesentwicklungstreichen lässt, um den zuvorgerichtlich untersagten Weiterbau desKohlekraftwerks in Datteln zu ermöglichen?Wir werden am 10. Mai erfahren, ob unserharter Kurs ein Stimmenplus einfahrenwird oder ob sich das nordrhein-westfälischeWahlvolk weiterhin verkohlen lässtund die wählt, die eine unsoziale, tier- undumweltfeindliche Klientel-Politik zu verantwortenhaben. Ganz auszuschließen istdas nicht - ich erinnere mich an die Worteunseres Bundesvorsitzenden: „Die Ignoranzgrassiert in unserem Lande inflationär…“Laut Umfragen des Instituts Yougov unterstelltjeder Zweite in NRW Herrn Westerwelleeine ablehnende Haltung gegenüberden Interessen sozial Schwächerer,und CDU und SPD liegen gleichauf bei 36Prozent. Das lässt hoffen! Aber wie der 10.Mai auch ausgehen mag - unser Wahlprogrammhat es in sich, wir sind bei der Landtagswahldabei und wir sind ganz sichernicht zu übersehen! Marion SchäferRedaktion ZEITENWENDE12 ZeitenWENDE Nr. 38 Fotoquelle: Horst Wester / iStockphoto.com


POLITIKEs geschehen Zeichen und Wunder!Niederländisches Parlamentfür „fleischlosen Wochentag“Die belgische Stadt Gent erklärte im Mai 2009 als erste Stadt weltweit den Donnerstag zum „Veggiedag“.Kurze Zeit darauf startete Ex-Beatle Paul McCartney die Kampagne „Meat Free Monday“, umauf den Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und „Nutztier“-Haltung sowie über die gesundheitlichenRisiken des Fleischverzehrs aufzuklären. Seitdem sind die belgischen Städte Hasselt undMechelen sowie Brasiliens Elfmillionenmetropole São Paulo dem Beispiel gefolgt.Die „Internationalisierung“ der Anti-Fleisch-Kampagne schreitet voran!Paul McCartney erwies ihr einen weiterenDienst, als er vor dem EU-Parlament am 3.Dezember 2009 unter dem Motto „LessMeat = Less Heat“ für eine Reduzierung desFleischkonsums warb. Zwei hochrangigePersönlichkeiten schlossen sich seinem Aufrufan: Der Nobelpreisträger und Vorsitzendedes Weltklimarates, Rajenda Pachauri,und Edward McMillan-Scott, der Vizepräsidentdes EU-Parlamentes. Zweifellos habendiese drei überzeugten Vegetarier, nichtzuletzt aufgrund ihres hohen Bekanntheitsgrades,die Initiative ins öffentliche Interessegerückt und damit ein wichtiges Zeichengesetzt!Es geht Schlag auf Schlag! Kaum zu glauben,die Zweite Kammer des niederländischenParlamentes fasst Anfang Dezember2009 den spektakulären Beschluss, in denNiederlanden – als erstem Land weltweit –offensiv einen wöchentlichen „Veggiedag“zu propagieren, um damit den Konsum vonFleisch, Fisch und Milchprodukten nachhaltigzu reduzieren. Es geschehen also nochZeichen und Wunder. Niemals zuvor hatsich ein Parlament für die vegetarische Ideeausgesprochen! Treibende Kraft für dieseEntscheidung war die niederländische Tierschutzpartei,die „Partij voor de Dieren“(PvdD), die den Antrag zusammen mit dergrünen Partei einbrachte.Seit die PvdD im Jahr 2006 bei der Wahlzum niederländischen Parlament einen Stim-Marianne Thiememenanteil von 1,8 % erzielt hatte, ist sie mitzwei Abgeordneten, Marianne Thieme, derParteivorsitzenden, und ihrer KolleginEsther Ouvehand dort vertreten.Die PvdD brachte das Thema „Veggiedag“im letzten Jahr am 15. September öffentlichkeitswirksamins Gespräch. Der Tagwar gut gewählt, handelt es sich bei demDatum doch um den sog. „Prinsjesdag“(Prinzessinentag), an dem das parlamentarischeSitzungsjahr eröffnet wird und dieRegierung ihre Zielsetzungen bekannt gibt.Einer Tradition zufolge tragen weiblicheAbgeordnete an diesem Tag einen Hut, undso trug Marianne Thieme einen schwarzen„Chefkoch-Hut“ mit der Aufschrift „MeatFree Mondays“. Einen weiteren Erfolgkonnte die PvdD erzielen: Sie beantragte,dass bei offiziellen Anlässen ausschließlichvegetarische Gerichte gereicht werden. DerAntrag wurde zwar von der Mehrheit derParlamentarier abgelehnt, aber immerhinerklärte sich ein wichtiges Ministerium, dasfür Gesundheit und Umwelt, bereit, denVorschlag von Marianne Thieme aufzugreifenund in die Tat umzusetzen.Magdeburg ist im Oktober 2009 Deutschlandserste „Vegi-Stadt“ geworden. Auch andereStädte erwärmen sich langsam für denGedanken; so hat die Bürgerstiftung Bremenbeispielsweise Anfang des Jahres zum„Veggie-Tag“ in der Hansestadt aufgerufen.Der Bremer Bürgermeister Jens Böhrnsenhat erfreulicherweise die Schirmherrschaftfür diese Initiative übernommen, und esbleibt zu hoffen, dass der Bremer Senat(SPD und Grüne) die Einführung einesfleischfreien Wochentages offiziell beschließt,um damit ein politisches Zeichenzu setzen.Diego De FilippiRedaktion ZEITENWENDENach dem Bruch der niederländischenRegierungskoalition von PremierministerBalkenende hat Königin Beatrixvorgezogene Parlamentswahlen für den09. Juni 2010 angekündigt. Wir drückenunserer Schwesterpartei , der Partijvoor de Dieren, die Daumen undhoffen, dass sie wieder ins Parlamenteinziehen wird.Fotoquelle: Partij voor de DierenZeitenWENDE Nr. 3813


UMWELTDie Folgen des Weltklimagipfels von KopenhagenDie Zeichenstehen auf Sturm!Waren die Prognosen auch nicht euphorisch, so blickte doch alle Welt am 07. Dezember 2009 gespanntnach Kopenhagen, wo 1200 Akteure aus 192 Staaten elf Tage lang darüber beraten sollten,wie die zunehmende Klimaerwärmung gestoppt werden könne.Jeder von ihnen wusste: Die Zeit drängt,denn der Kyoto-Vertrag aus dem Jahr1997 läuft 2012 aus! 2007 hatte sich dieStaatengemeinschaft auf der indonesischenInsel Bali selbst die Aufgabe gestellt, in Kopenhagenein völkerrechtlich verbindlichesKlimaschutzabkommen zu beschließen,das den Kyoto-Vertrag ablösen sollte.Die Erwartungen an diejenigen, welcheaufgrund ihrer politischen Position überWohl und Wehe der Erde und ihrer Bewohner- Menschen und Tiere - entscheiden,waren angesichts der Dramatik desKlimageschehens so hoch wie nie zuvorbei einem Gipfel. Es erschienundenkbar, dass nicht endlichgehandelt und das Ruderherumgerissen würde!Tausende Demonstrantenhatten sich in Kopenhageneingefunden, um vor Ort an die Delegierten- allen voran die Regierungschefs - zuappellieren, endlich ihrer Verantwortunggerecht zu werden und gemeinsam die notwendigenSchritte zur Rettung des Klimaszu unternehmen.Die zahlreichen Vertreter der angereisten„NGOs“ (Nichtregierungsorganisationen)waren, wen wundert´s, massivenEs erschienundenkbar, dassnicht endlich...Repressalien ausgesetzt. Ihnen wurde derZugang zum Konferenzgebäude verweigert,sodass sie draußen bei eisiger Kälteausharren mussten. Viele von ihnen wurden„präventiv“ verhaftet, was Attac alsden „Ausschluss der Zivilgesellschaft“brandmarkte.So groß die Hoffnungen auf ein Gelingendes Gipfels waren, so schwierig gestaltetensich die Bedingungen, ging es doch -Klimakatastrophen-Szenario hin oder her- ums große Geld. Trotzig hatten führendeSchwellenländer wie China, Indien undBrasilien bereits im Vorfeld bekundet, sieselbst seien nicht bereit,bindenden Zielen zur Senkungdes Treibhausgas-Ausstoßeszuzustimmen. Vielmehrseien es ja dieIndustrieländer, die durchdie zügellose Plünderung des Planeten dieProbleme erst heraufbeschworen hätten.Sie würden ihre Entscheidungen davonabhängig machen, wie viel Geld und Technikihnen von den Industrieländern zurVerfügung gestellt würde.Das nicht enden wollende Gerangelums Geld ließ beim kritischen Betrachtersogar den Verdacht aufkommen, denMächtigen ginge es in Wahrheit nicht umhehre Klimaziele, sondern darum, die Zugängezu den letzten noch verbliebenenRessourcen für die Klientel im eigenenLand zu sichern!„Kopenhagen“ wird in die Geschichteeingehen als der Gipfel des Versagens;nichts wurde eingelöst von dem, was mansich vorgenommen hatte:Das Ziel, die Erderwärmung bis zumJahr 2015 auf 2 Grad zu begrenzen, wurdelediglich „zur Kenntnis genommen“,dabei war es sogar weniger, als das, wasdie G-8-Staaten auf ihrem l´Aquila-Gipfel vereinbart hatten - eine Begrenzungauf 1,5 Grad, wie es die kleinen Inselstaaten,bedroht durch den Anstiegder Meeresspiegel, in ihrer Not fordern.Im Schlussentwurf ist ein gemeinsamesZiel der Industrieländer nicht mehr vorgegeben.Das Schlusskommuniqué enthält nichtdas zuvor noch genannte Ziel, im Jahr2010 ein rechtlich verbindliches Klimaabkommenzu verabschieden.Ebenso unverbindlich blieb, wie dernotwendige Schutz der Wälder finanziertwerden solle.In den letzten Konferenzstunden wurde14 ZeitenWENDE Nr. 38Fotoquelle: aboutpixel.de / Das Blaue vom Himmel © Helge Eisenberg


UMWELTzu allem Überfluss noch der Verweis aufdie Arbeit an einem völkerrechtlich verbindlichenAbkommen gestrichen.Damit sich die „armen Länder“ umweltfreundlichentwickeln und die InselstaatenMaßnahmen zu ihrem Schutz treffen können,wurden seitens der IndustrieländerFinanzhilfen vereinbart: 10,6 MilliardenDollar von der EU, von den USA 3,6 undvon Japan 11 Milliarden Dollar. Ob diereichen Staaten ihr angeblichesZiel verwirklichenwerden, von 2020 an etwa100 Milliarden Dollar proJahr für die umweltfreundlicheEntwicklung ärmererLänder bereitzustellen, stimmt nach denbisherigen Erfahrungen eher skeptisch -wenn nicht zu dem Zeitpunkt der „Klima-Zug“ ohnehin abgefahren ist.Einer der größten Streitpunkte war dieÜberprüfung der Klimaschutzbemühungen,vor allem, weil sich China gegeninternationale Kontrollen sperrte. DieSchwellen- und Entwicklungsländer, sodie Vereinbarung, sind gehalten, die Ergebnissevon vorgeschriebenen Maßnahmen- im Rahmen einer internationalen,...gehandelt und dasRuder herumgerissenwürde!unabhängigen Überprüfung - alle zweiJahre der UNO mitzuteilen. Durch denPassus „Die Souveränität der einzelnenLänder soll respektiert werden“ gelang esChina, sich diesen Bedingungen zu entziehen!Fazit: Das Ergebnis des Gipfels, der„Kopenhagen-Akkord“ ist überaus dürftig:Es handelt sich lediglich um eine vageÜbereinkunft, dass die Erderwärmung inden nächsten Jahrzehnten 2Grad nicht übersteigen solleund die Treibhausgas-Emissionengesenkt werden sollen.Das Dokument beinhaltetkeine verbindlichenZahlen und Daten, keine irgendwie geartetevölkerrechtliche Verbindlichkeit.Viele der Delegierten waren - aus unterschiedlichenGründen - unzufrieden, sodassder beschriebene Minimalkonsensnicht einmal beschlossen wurde.Die fortschreitende ökologische Katastrophewird vor allem einige Inselstaatenund afrikanische Länder treffen. Der sudanesischeStaatschef sprach angesichts zunehmenderDürreperioden und der Ausdehnungder Wüsten anklagend von einem„Massenmord“ an den Völkern Afrikas.Und es wird bald auch andere Länder treffen:Seit Jahren brechen z.B. in Australien,Kalifornien und Südeuropa immer öfterWald- und Buschbrände aus. Auch der extremkalte und schneereiche Winter, denwir augenblicklich in Europa und Nordamerikaerleben, steht laut Aussagen einigerKlimaforscher im Zusammenhangmit dem globalen „Klimawandel“.Wie nicht anders zu erwarten, wurdeauch bei diesem Krisengipfel der Hauptgrundfür die euphemistisch als „Klimawandel“bezeichnete Klimakatastropheverschwiegen: die Emissionen aus der exzessivenweltweiten „Nutzier“-Haltungund der überdimensionierten Fleischproduktion!Es ist wahr: Aufgrund der Ignoranz derMächtigen dieser Erde stehen die Zeichenauf Sturm. Aber unübersehbar sind auchdie Zeichen, die signalisieren, dass, wennauch sehr langsam, unter dem Druck derVerhältnisse ein Umdenken stattfindet. Esbleibt zu hoffen, dass es noch nicht zu spätist.Franziska Ute Gerhardt/Margret GieseRedaktion ZEITENWENDEFotoquelle: H. P. JansenZeitenWENDE Nr. 3815


UMWELTPro Tag sterben 150 Arten ausAbschied von der VielfaltUm viele Tiere und Pflanzen steht es schlecht, denn sie sind vom Aussterben bedroht. Viele Arten sindschon für immer von der Erde verschwunden, weil sich ihre natürlichen Lebensräume weltweit gravierendund rasend schnell verändert haben.16 ZeitenWENDE Nr. 38Fotoquelle: H. P. Jansen


UMWELTEine Teufelskreisohne Ende fürFlora und Fauna!Tiere und Pflanzen passen sich verändertenBedingungen nur langsam anoder - und das kommt leider nur allzu häufigvor - sie sterben aus. Nach Meinung vonExperten verschwinden pro Tag etwa 150Tier- und Pflanzenarten vom Antlitzdieses Planeten - unwiederbringlich!Die Ursachen dafür sind sehr komplex.Als größte Bedrohung der biologischenVielfalt gilt das Anwachsen der Weltbevölkerung;direkt oder indirekt verändertdie „Masse Mensch“ die natürlichen Lebensräume.Waren es 1927 noch 2 MilliardenMenschen, so waren es 2009 lautUNO schon 6,8 Milliarden. Mit demSprung über die 7 Milliarden-Grenze ist inwenigen Jahren zu rechnen.Eine Ursache des Artensterbens, die imZusammenhang mit einer hohen Bevölkerungsdichteunddem Grad derIndustrialisierungsteht, ist dieZerstörung natürlicherBiotope. Sie werden durch Städte,Straßenbau und Industrie-Anlagen vernichtet,was wiederum dazu führt, dass dieverbleibenden Biotope noch mehr durchLärm und Schadstoffemissionen negativbeeinflusst werden. Ein Teufelskreis ohneEnde für Flora und Fauna!Nachteilig für die Vielfalt der Arten istauch die „Waldwirtschaft“; schnell wachsendeMonokulturen wurden im Interesseeiner intensiven Nutzung (= Profit) angelegt,welche die natürlich gewachsenenMischwälder nach und nach verdrängt haben.Durch eine Landwirtschaft, die auchauf Monokulturen und Flurbereinigungenzur Ertragssteigerung baut, verschwindenTeiche und Böschungen, aber vor allemSträucher und Büsche zwischen den einzelnenFeldern und damit Tiere und Pflanzen,die dort heimisch sind. Erheblich hatder massive Einsatz von Pestiziden in derindustrialisierten Landwirtschaft zum Artensterbenbeigetragen.Es lässt sich nicht mehr leugnen, dassder Mensch durch die von ihm verursachteKlimaerwärmung, das Abholzen von riesigenRegenwaldgebieten, die Überfischungund Verschmutzung der Meereund durch Besiedlung ein Artensterbenvon atemberaubender Geschwindigkeitausgelöst hat. Auf die bekannten Detailssoll an dieser Stelle aber nicht eingegangenwerden, denn über verhungernde Eisbärenund heimatlose Orang-Utans, über dasEnde der Wal- und Thunfisch-Populationenwurde in letzter Zeit häufiger in denMedien berichtet.Aber auch andere Tierarten - nur wenigerim Fokus der Öffentlichkeit - sind akutbedroht, wie z.B. das afrikanische Breitmaulnashorn,das man schon lange nichtmehr in der Wildnis zu Gesicht bekommenhat, weil es eine begehrte Beute vonWilderern wurde. Bei asiatischen Männernist das Horn, dem man eine Potenzsteigernde Wirkung nachsagt, heiß begehrt,und entsprechend viel Geld wird dafürgezahlt. Um das Breitmaulnashorn zuretten, hat man Anfang dieses Jahres vierExemplare aus Zoos in Tschechien zurAuswilderung nach Kenia gebracht, in derHoffung, dass sich Nachwuchs in freierWildbahn einstellt. Es ist ein verzweifelterRettungsversuch und ein Experiment mitoffenem Ausgang. Die ungebrocheneNachfrage nach Bestandteilen von Tierenfür die chinesische Medizin bedroht abernoch andere Tierarten, da auch Tigerknochenund Tigerpenis, Bärengalle, getrockneteSeepferdchen, die Nester von Seeschwalben,Haifischflossen und vielesmehr als Heil- und Stärkungsmittel imReich der Mitte sehr geschätzt werden.Auch derDerjenige, der Schwarzhandelsich frei von mit exotischenSchuld wähnt... Tieren, wie z. B.Papageien, Krokodile,Warane und Riesenspinnen, trägtlangsam aber sicher zum Aussterben dieserTierarten bei. Daneben bringt die Sammelleidenschafteiner nicht unbeträchtlichenZahl von Menschen viele Spezies anden Rand des Aussterbens, wie z.B.Schmetterlinge, Käfer und seltene Vogelarten,deren Eier begehrte Objekte sind.Ein geistiger Sprung vor die eigeneHaustür zum „Englischen Rasen“ im Vorgarten,der auch zum Artensterben auchbeiträgt, weil er nachweislich „Gift“ fürunsere heimischen Vögel und für Insektenist. Wir alle sind mitschuldig am Verlustder Vielfalt: deutsche Wald- und Gartenbesitzer,Bauern,Mütter und Väterkinderreicher Familien- genauso wie....werfe denersten Stein....Chinesen mit erektiler Dysfunktion. Derjenige,der sich frei von Schuld wähnt,werfe den ersten Stein…Es steht wirklich schlecht um viele Tiereund Pflanzen. Das hat nun auch die UNObegriffen und das Jahr 2010 als „InternationalesJahr der biologischen Vielfalt“ aus-Ganz seltsam ist,dass Japan...gerufen mit dem Ziel, den Rückgang derArtenvielfalt stärker ins Bewusstsein derÖffentlichkeit zu rücken. Über das Jahrverteilt, werden zahlreiche internationale,nationale und lokale Veranstaltungen zudieser Thematik stattfinden. BundeskanzlerinMerkel, die mit einem Festakt das„Internationale Jahr der biologischen Vielfalt“am 11. Januarin Berlin eröffnete:„Gegen dasrasant fortschreitendeAussterben von Pflanzen und Tierensind internationale Anstrengungen ähnlichwie beim Klimaschutz notwendig.“Dies dürfte stimmen, aber seltsam ist, dasssie es bisher unterließ, Gesetze für ein Einfuhrverbotvon lebenden Delfinen, Jagdtrophäenvon bedrohten Tierarten odersogenannten nachwachsenden Energieträgern,die massiv zum Artensterben beitragen,zu erlassen. Genauso seltsam ist es,dass Japan, das trotz weltweiter ProtesteJagd auf die vom Aussterben bedrohtenWale macht, die Abschlussfeier im Dezember2010 ausrichten wird.Ob unter solch schlechten Vorzeicheneine Wende eingeläutet wird, bleibt anzuzweifeln.Nicht zuletzt, weil kein Stillstanddes globalen Bevölkerungswachstums zuerwarten ist. Man...die Abschlussfeierim Dezember2010 ausrichtenwird.prognostiziert biszum Jahr 2050 einAnwachsen auf 9,2Milliarden Menschen- eine geradezufulminante Leistung,auch in Asien, wo schon bald derletzte Tigerknochen und Tigerpenis, dieletzte Bärengalle, das letzte Seeschwalbennestund das letzte getrocknete Seepferdchenzum Potenz steigernden Einsatz gekommensein werden.Fazit: Das Öko-System Erde ist längstgekippt. Es ist krank, genauso wie derMensch, der dafür verantwortlich ist, dass150 Arten täglich aussterben.Um vielleicht doch noch etwas retten zukönnen, müsste ein globales Umdenken inBezug auf die „Vervielfältigung“ des Menschengeschlechtsstattfinden - weg vomPostulat „Seid fruchtbar und mehreteuch!“ hin zur dringlichen Empfehlung„Beschränkt eure Nachkommenschaft!“,um damit einen sinnvollen Beitrag zumErhalt dieses Planeten zu leisten.Sabine Jedzig/Stefan Bernhard EckRedaktion ZEITENWENDEZeitenWENDE Nr. 3817


ESSAYS, ETHIK UND VORTRÄGEEin Zeichen von Ehre?Schwarz-GelbeKlientelpolitikUnion und FDP haben gegen die Empfehlung von Steuerexperten eine Mehrwertsteuer-Senkung fürHotelübernachtungen von 19 auf 7 Prozent beschlossen. Bereits in den Koalitionsverhandlungenmachte sich der harte Kern der klientelgetreuen Liberalen und bayerischen Christsozialen dafürstark.Liegt das Hotelgewerbederzeit so am Boden,dass es diese Unterstützungzum Überleben benötigt?Oder ist die zum 01. Januar2010 in Kraft getretene Steuersenkungquasi eine Abwrackprämiefür die HotelundTourismusbranche, odergar ein „Schmankerl“ für urlaubsreifedeutsche Bürger/innen nach dem krisengeschütteltenJahr 2009?Nichts von alledem!Was Union und vor allemFDP zur Steuersenkung fürHotelübernachtungen offenbarangetrieben hatte, war weniger dasGemeinwohl als vielmehr die beachtlicheSumme von insgesamt knapp 2 MillionenEuro (1,1 Millionen für FDP, 890.000Ein weitererSchritt RichtungBananenrepublikEuro für CSU) ,welche die SubstantiaAG - Inhaberist Baronvon Finck, einerder reichsten Männer Deutschlands undBesitzer der Mövenpick-Gruppe mit 14Hotels in Deutschland - beiden Parteienvor und kurz nach der Bundestagswahl alsSpende zukommen ließ.Ein weiterer Schritt in Richtung Bananenrepublik:Anfänglich plädierte dieFDP für eine Reduzierung der Fördermittelfür Photovoltaikanlagen um 30 Prozent.Ihr Ansinnen änderte sich aber, nachdemdie Solarbranche am 12. September2009 ein opulentes Abendessen für potentielleFDP-Spender organisiert hatte, andem auch Parteichef Guido Westerwelleund der FDP-Schatzmeister HermannOtto Solms teilnahmen und nach eigenenAngaben eine „Rekordsumme“ zusammenkam.War dies der Preis dafür, dass dieSolarbranche erst Mitte des Jahres 2010mit einer Reduzierung der Fördermittel zurechnen hat?Ränkespiele, die zu offensichtlich sind,Assoziationen zu Begriffen wie „Korruption“und „Bananenrepublik“hervorrufen und einen mehrals üblen Beigeschmack hinterlassen.Juristisch betrachtet,waren diese Deals absolutkorrekt verlaufen, aber wieweit darf unsere „Demokratie”noch sinken?Damit ist jetzt nicht einmalder Umstand gemeint,dass Geld für bestimmte politischeEntscheidungen geflossenist. Daran haben sich dieBürger/innen der „B-R-D“(Nomen est omen, siehe ZW-Ausgabe 33) längst gewöhnt,denn die Lobbyisten sitzenschon seit Jahrzehnten in Berlin Tür anTür mit unseren gewählten Volksvertreternund schreiben mitunter auch unsereGesetze selbst. Wen kann es da verwundern,dass die Maschinerie in Form vonParteispenden gut geschmiert wird unddas Parteienfinanzierungsgesetzhierfür auchganz legale Wegevorsieht?Ein zusätzlicherSkandal, dersolchen MachenschaftendieKrone aufsetztEin zusätzlicherSkandal,der solcherlei Machenschaften die Kroneaufsetzt, war die Reaktion des BundestagspräsidentenNorbert Lammert, der die18 ZeitenWENDE Nr. 38 Fotoquelle: iStockphoto.com


ESSAYS, ETHIK UND VORTRÄGEKritiker zur Mäßigung aufrief, da ihre öffentlicheMissbilligung des FDP-Finanzgebarens„demokratieschädlich” sei! Dasist ungefähr so, als wenn man der Polizeiverbieten würde, Straftaten aufzuklären,da unser RechtsstaatLobbyismus,Klintelpolitik,Korruptiongehenineinanderübergefährdet wäre,wenn sie publikwürden…Lobbyismus, Klientelpolitik,Korruptiongehen ineinanderüber. Wosind die Grenzen zu ziehen? Eine Handwäscht die andere, das kennt jeder. Aberwir reden hier nicht von nachbarschaftlichenFreundschaftsdiensten, sondern vonder Zukunft unseres Landes! Will sich unserStaat wirklich von dem Anspruch verabschieden,die Interessen aller zu verfolgen,um stattdessen Entscheidungen - inwelcher Form auch immer - von der finanziellenAusstattung dieser Interessen abhängigzu machen?Friedrich Karl Flick (milliardenschwererOberboss des Flick-Imperiumsund Sohn des NS-Kriegsverbrechers FriedrichFlick, 1963 mit dem großenBundesverdienstkreuz mitStern und Schulterband ausgezeichnet),nannte es „politischeLandschaftspflege”, alser Ende der 80er Jahre 15Millionen DM der CDU/CSU, 6,5 Millionen der FDPund 4,3 Millionen der SPDzukommen ließ. Otto GrafLambsdorf (FDP), hauptsächlichin die Flick-Affäreverstrickt, flog mitsamt seinenMachenschaften auf undwurde rechtskräftig verurteilt.Dies ist deshalb so erwähnenswert,weil sich normalerweise keine justiziablenBeweise finden lassen - trotz schwarzerKoffer, der Lüge über jüdische Erblasser(in die Welt gesetzt von Hessens MinisterpräsidentRoland Koch) oder der Erinnerungslückendes Altbundeskanzlers HelmutKohl.Lobbyismus, Klientelpolitik, Korruption- egal wie man esletztlich nennt, Parteispendenvon Unternehmen/UnternehmensverbändenParteispendensind einProblem!sind ein Problem! Es wird offen zugegeben,dass die Spenden „interessengetränkt”Böse Zungensprechen vonkleinenAufmerksamkeiten...seien, was letztlich nur eine euphemistischeUmschreibung eines Kaufvorgangesauf Korruptionsbasis darstellt. Geld gegenLeistung - so funktioniert der Kapitalismus.Warum sollte es gerade bei den Parteienanders sein, die dem totalen Kapitalismusdas Wort reden? Nicht nur diePartei unseres Vizekanzlers Westerwelleprofitiert von Großspendern der Wirtschaft.Im Jahr 2009 bekam z.B. die CDU170.000,- € vom Verband der Metall-/Elektroindustrie in NRW und 200.000,- €von der Yoc AG. BMW spendete im gleichenJahr der SPDParteiwagen im Wertvon 150.000,- € undbedachte die CSUmit einem sechsstelligenBetrag. (BöseZungen sprechenvon kleinen Aufmerksamkeitenfür die Abwrackprämie).Ein anderes Beispiel von Klientelpolitikaus Nordrhein-Westfalen: Als die UN-Klimakonferenzin Kopenhagen in ihre heißeSchlussphase ging, strichen MinisterpräsidentRüttgers und seine FDP-Koalitionärekurzerhand Paragraph 26 aus dem Gesetzzur Landesentwicklung in NRW, nachdemdas Oberverwaltungsgericht Münster unteranderem einen Verstoß gegen den betreffendenParagraphen festgestellt undeinen Baustopp für das KohlekraftwerkDatteln verhängt hatte. Am 17. Dezember2009 wurde mit den schwarz-gelben Stimmenim Düsseldorfer Landtag der „Klimaschutz-Paragraph“und einige andere hinderlichePassagen ersatzlos gestrichen unddem Energiekonzern E.on der Weiterbauerlaubt. Es geht ja immerhin um den Bauvon insgesamt elf Braun- und Steinkohle-Kraftwerken, die in Nordrhein-Westfalenvon den Marktführern E.on, Vattenfall,RWE, EnBW und anderen Konzernen geplantsind.Erst nach der Landtagswahl in NRWwird es uns wohl erlaubt sein, in diesemFall die Höhe der „interessengetränkten”Spenden zu erfahren, ebenso wie die bishergeheim gehaltenen Steuerpläne WolfgangSchäubles. Wie ein solches Taktieren zubewerten ist, bleibt jedem selbst überlassen.Verwunderlich ist es nicht, denn imVerschleiern hat unser amtierender FinanzministerSchäuble genügend Erfahrung– nicht zuletzt durch seine Verwicklung(inklusive Erinnerungslücken) in dieSpendenaffäre des Waffenhändlers Karl-Heinz Schreiber, der jetzt wegen Steuerhinterziehung,Bestechung, Beihilfe zumBetrug und Beihilfe zur Untreue vor demLandgericht in Augsburg steht.Auch wenn die Partei Mensch UmweltTierschutz ein paar hunderttausend Eurogut gebrauchen könnte, würde sie vonKonzernen und Wirtschaftsverbändenkein Geld annehmen. Wirplädieren für ein Verbot vonParteispenden, mit denenpolitischer Druck bzw. Einflussausgeübt werden kann.Wenn wir die Demokratiewirklich ernst nehmen, dürfenwir nicht zulassen, dasssich Politik am Geldbeutelund nicht am Allgemeininteresseorientiert.Eine Abstrafung jener Parteien,die der Verlockung desGeldes nicht widerstehenkönnen, ist am 09. Mai 2010möglich, wenn in NRW einneuer Landtag gewähltwird!Es bleibt zu hoffen, dass die Bürger/innendieses Bundeslandes endlich ihre Lethargieund Politikverdrossenheit ablegenund die „Wählerquittung“ präsentieren.Wenn alle Umwelt- und Tierschützer sowiealle Protestwähler die Partei MenschUmwelt Tierschutz wählen würden, wärees eine schallende Ohrfeige für Rüttgers &Co. und ein deutliches Signal nach Berlin,dass der Souverän - das Volk - die Klientelpolitikà la Merkel und Westerwelle nichtweiterhin akzeptieren will.Michael Siethoff/Stefan Bernhard EckRedaktion ZEITENWENDEFotoquelle: aboutpixel.de / handshake07 © Sven BrentrupZeitenWENDE Nr. 3819


Funktionsträger, Kontakt-Adressen und AktivitätenMitglieder des BundesvorstandesFunktion/Aufgaben Name Anschrift Telefon/Fax E-MailVorsitzender Eck, Stefan Bernhard Preußenstr. 62Führung, Red. ZEITENWENDE, PR-Arbeit, Finanzausschuss, Programmkommission 66111 SaarbrückenStellvertreterin Giese, Margret Fontaneweg 36Redaktion ZEITENWENDE, Presse-Arbeit, Programmkommission38304 WolfenbüttelSchatzmeisterin Engelschall, Christine Hochbrückenstraße 8Finanzverwaltung, Finanzausschuss80331 MünchenStv. Schatzmeister Holst, Manfred Postfach 1136Mitglieder- und Finanzverwaltung, Parteihandbuch73099 AdelbergSchriftführerin Pankau, Sabine Altewiekring 20cSchriftführung , Parteichronik, Redaktion ZEITENWENDE, Programmkommission 38102 BraunschweigStv. Schriftführerin Nauheimer, Barbara Weinberg 15Protokolle, Partei-Chronik, ZEITENWENDE, Pressearbeit82211 HerrschingBeisitzerin Thau, Monika Volmerswertherstr. 386Finanzausschuss, Programmkommission40221 DüsseldorfBeisitzer Siethoff, Michael Rahmenstr. 10Redaktion ZEITENWENDE, Presse- und Medienarbeit, Programmkommission 58638 IserlohnBeisitzer Filippi, Diego De Ebertstr. 5AG „Forenarbeit“, Programmkommission76137 KarlsruheBeisitzer Schuchart, Günter Schrotebogen 17Leitung „Aufbau Ost“, AG „Forenarbeit“, Programmkommission39126 MagdeburgBeisitzer Wester, Horst Hesselbergstraße 13Red. ZEITENWENDE, AG „Strategie PR & Wahlkampf91725 EhingenBeisitzer Arndt, Volker Ringstraße 2Programmkommission, AG „Strategie & Wahlkampf “ Parteihandbuch64546 Mörfelden-WalldorfBeisitzer Berrien, Julius Salem-Int. Coll./Spetzgart 1ZEITENWENDE, „Strategie, PR & Wahlkampf “, Leiter BAK „Schutz der Weltmeere“ 88662 ÜberlingenBeisitzerin Mauler, Ingeborg Kanalstraße 5Programmkommission, ZEITENWENDE, BAK Veganismus, Pressearbeit89561 DischingenBeisitzer Leideck, Malte Freudenthalstraße 64Programmkommission, ZEITENWENDE30419 HannoverVorsitzende der LandesverbändeTel. 06 81/94 03 207Fax 06 81/94 03 205Tel. 05331/90 45 25Fax 05331/9 49 50 95Tel. 089/25 54 88 01Fax 089/25548802Tel. 07166/1610Fax 07166/9139030Tel. 0176/35406560Fax 0531/20854449Tel. 08152/925326Fax 08152/925327Tel. 02 11/9 02 33 75Tel. 02371/52 330Tel. 0721/6606343Tel. 0177/3311449Tel. 09835/1759Fax 09835/9779664Tel. 06105/24621Fax 06105/24621Tel. 0163/6678241Tel. 07326/921700Tel. 0511/4752116stefan-eck@tierschutzpartei.demargret-giese@tierschutzpartei.dechristine-engelschall@tierschutzpartei.demanfred-holst@tierschutzpartei.deSabine.pankau@intoabetterworld.debarbara_nauheimer@web.demonika-thau@tierschutzpartei.demichael-siethoff@tierschutzpartei.dediego-de-filippi@tierschutzpartei.deguenterschuchart_berater@freenet.dewesterhorst@aol.comVA@Tierschutzpartei-Hessen.infojulius@crosoft.deingeborg.mauler@gmx.demalti79@gmx.deLandesverband Funktion Nachname Vorname PLZ/Stadt Straße Telefon/Fax E-MailBaden-WürttembergBayernBerlinHessenNiedersachsenNordrhein-WestfalenSaarlandVorsitzende &GeschäftsstelleVorsitzende &GeschäftsstelleVorsitzender &GeschäftsstelleVorsitzende &GeschäftsstelleVorsitzende &GeschäftsstelleVorsitzende &GeschäftsstelleVorsitzender &GeschäftsstelleHolst Ingeborg 73099 Adelberg Postfach 1136 07166/148007166/9139030Engelschall Christine 80331 München Hochbrückenstraße8089/25548801089/25548802Kalka Artur 12045 Berlin Weserstraße 165 030/4465032403212/1180393Rust Christa 60320 Frankfurt EschersheimerLdstr. 280Giese Margret 38304 Wolfenbüttel Fontaneweg 36 05331/90452505331/9495095Thau Monika 40221 Düsseldorf Volmerswertherstraße386EckStefanBernhardSachsen Vorsitzender Hantzsche Andreas 01909 Großharthau-Schmiedefeld66111 Saarbrücken Preußenstr. 62 0681/94032070681/9403205Sachsen Geschäftsstelle Noack Inge 09306 Breitenborn BreitenbornerStraße 17Sachsen-AnhaltThüringen20 ZeitenWENDE Nr. 38Vorsitzender &GeschäftsstelleVorsitzender &Geschäftsstelleingeborg-holst@tierschutzpartei.dechristine-engelschall@tierschutzpartei.deberlin@tierschutzpartei.de069/5602163 christa-rust@tierschutzpartei.demargret-giese@tierschutzpartei.de0211/9023375 monika-thau@tierschutzpartei.destefan-eck@tierschutzpartei.deDörfel 6 035954/52122 andreas-hantzsche@tierschutzpartei.de034346/61475Fassl Josef 39104 Magdeburg Haeckelstraße 10 0391/563908460391/6077283von Fehr Harald 99867 Gotha Tüttleber Weg 13 03621/40076603621/506611bettinafassl@aol.comharald-von-fehr@tierschutz-union.de


Funktionsträger, Kontakt-Adressen und AktivitätenListe der durch Bundesparteitagsbeschlüsse gegründeten Bundesarbeitskreise (BAK)1. BAK Ernährung, Gesundheit und Heilmethoden2. BAK Alternative Energien3. BAK Praktischer Tierschutz4. BAK Arbeit, Wirtschaft und Finanzen5. BAK Menschenrechts-, Entwicklungs- und Asylpolitik6. BAK Tierrechte/Veganismus7. BAK Jagd8. BAK Tiere in der Unterhaltungsbranche9. BAK Heimtiere10. BAK Stadttauben11. BAK Soziales und Kultur12. BAK Haustierdiebstahl13. BAK Meeresschutz14. BAK für den Schutz hilfsbedürftiger Menschen15. BAK Tierschutz in SchulenKontaktadressen können bei der Bundesgeschäftsstelle erfragt werden.Webseiten unserer ParteiTierschutzpartei/Bundesverband: www.tierschutzpartei.deLV Baden-Württemberg: www.tierschutzpartei-bw.deLV Berlin:www.tierschutzpartei-berlin.deLV Sachsen-Anhalt:www.tierschutzpartei-sachsen-anhalt.deLV Sachsen:www.tierschutzpartei-sachsen.deLV Hessen:www.tierschutzpartei-hessen.infoZeitenWENDE Online: www.zeitenwende-online.deInfo-MaterialFoto: maçka/aboutpixel.deZusendung des gewünschten Materials gegen Unkostenerstattung über die Bundesgeschäftsstelle.1. Grundsatzprogramm2. Europawahl-Programm3. Bundestagswahl-Programm4. Wahlprogramm zur Landtagswahl in NRW 20105. Flugblatt „Deine Stimme den Stimmlosen“6. „Partei ergreifen, damit die Welt von morgen gerechter wird.“7. „Tierversuche abschaffen! NEIN zur Gentechnik“8. „Kulturschande Tierversuch“9. „Rationale Verhaltensweisen im 21. Jahrhundert unter Berücksichtigung eines anständigen Umgangs mit den Tieren“von Dr. Walter Neussel (130 Seiten)Aufnahmeanträge zu beziehen über die Bundesgeschäftsstelle oder als Download über die Partei-Homepage(www.tierschutzpartei.de/Mitgliedschaft.htm).Bundesschatzmeisterei:Christine EngelschallHochbrückenstraße 880331 MünchenTel. 089/25548801Fax 089/25548002christine-engelschall@tierschutzpartei.deLandesbank Baden-WürttembergBLZ: 600 501 01Konto: 4 286 088Bundesgeschäftsstelle:Silvia KerberFritz-Schumacher-Weg 11160488 Frankfurt/MainTel. 069/76809659Fax 069/76809663bundesgeschaeftsstelle@tierschutzpartei.deBürozeiten:Mo.-Fr. 9:00-13:00 UhrBundesschiedsgericht:Vorsitzender: Dr. Walter NeusselStellv. Vorsitzende: Monika GrieshaberBeisitzerinnen: Christa Jenke,Franziska Ute GerhardtMitglieder- und Beitragsverwaltung:Marita Holst-GerickeBühlweg 5, 73614 SchorndorfTel. 07181/9943161, Fax 07181/994002mitgliederverwaltung@tierschutzpartei.deBürozeiten: Mo. - Do., 9 - 13 UhrZeitenWENDE Nr. 3821


Funktionsträger, Kontakt-Adressen und AktivitätenLandesverbände in Aktion - Internes näher beleuchtetEinige Beispiele der Aktivitäten unserer Landesverbände:Landesverband Sachsen-AnhaltAm 03.12.09 rief die Bürgerinitiative Hübitz zurMahnwache vor dem Landesverwaltungsamt inHalle, um gegen die Schweinemastanlage zu protestieren.Peter Barczik und Josef Weidenhauptnutzten die Gelegenheit, sich mit der Bürgermeisterin auszutauschen.Ermutigend: Viele vorbeifahrende PKW-Fahrer drücktenihre Sympathie durch Hupen und Winken aus.Am 16.01.10 übernahm Josef Fassl die Aufgabe des Versammlungsleiters,als sich der TSV Salzlandkreis gründete, und am19.01.10 nahm für uns das Ehepaar Poppe im Theater der Landeshauptstadtan der Auszeichnung zum „Magdeburger des Jahres“teil.Der Tierschutz-Stammtisch diskutierte am 10.02.10 über dasVerbot der Wildtierhaltung in Zirkussen. Da sich unsere Regierungnoch nicht zu diesem überfälligen Schritt durchringt, bereitetStadtrat Lothar Tietge zunächst einen Antrag auf Auftrittsverbotauf städtischen Flächen in Magdeburg vor. Der OffeneKanal berichtete.Mirjam Karl-Sy, im LV für „Frauen, Gleichstellung und Familie“zuständig, nahm am 16.02.10 am Politischen Runden Tischim Magdeburger Rathaus teil. Vorgestellt wurden zwei Projekte:Das „Netzwerk Zukunft“ und das „Familienhaus Magdeburg“,eine sozialpädagogische Familienhilfe. Zugleich wurde zum„Frauenfrühstück“ im Familienkompetenz-Zentrum eingeladen,einem Integrationsprojekt, bei dem sich Frauen aus unterschiedlichenLändern und Kulturkreisen zum Miteinander treffen, umsich über Alltagsprobleme auszutauschen. Schwerpunkt aber wardie Vorbereitung des Treffens am 16.03., bei dem mit WirtschaftsministerHaseloff, Stefanie Schmöche als Beauftragte fürChancengleichheit am Arbeitsmarkt der ARGE und TraudelGemmer, der Vorsitzenden des Vereins Selbständiger FrauenSachsen-Anhalt e. V., zur „Situation von Frauen in der Wirtschaftund auf dem Arbeitsmarkt“ diskutiert wird.Für den Vegi-Tag - im Oktober 2009 auf einen Ausschuss-Marathongeschickt - schien mit dem Zugeständnis an die Linkenzum „Tag der gesunden Ernährung – Vegi-Tag“ eine Mehrheitgegeben. Nun wollten sie aber doch nicht auf Fleisch verzichten,sodass der Antrag am 25.03.10 knapp mit 22:25 Stimmen abgelehntwurde. Verbissen gegen den Vegi-Tag kämpfte Carola Schumann(FDP) mit sehr wunderlichen Äußerungen. Sogar DompredigerQuast war empört, wie Stadträte mit Vorschlägen wieeinem „Sexfrei-Tag“ versuchten, unseren Antrag ins Lächerlichezu ziehen. Die CDU solle z. B. das C im Namen überdenken. Die„Initiative Vegi-Tag“, die am 22.10.09 als erste in Deutschlandden Vegi-Tag einführte, bereitet unterdessen stadtratsunabhängigeine mediale Präsentation vor. Weitere Infos dazu auf unsererWebseite.Teilnehmer beim Intern. Gerichtshof für Tierrechte waren am22.02.10 Detlef Förster und Josef Weidenhaupt am 20.03.10 warenwir beim Bundesparteitag dabei.Daneben protestierten wir gegen neue Dressuren beim ZirkusProbst in Staßfurt, eine Kampfhundedebatte in Calbe und gegendas Ansinnen Magdeburger Jäger, angeblich wildernden Hundenden schwachen Zustand der Rehe im Stadtpark durch den hartenWinter in die Schuhe zu schieben, und wir reagierten auf einenBeitrag in der Braunschweiger Zeitung zum Thema „Steaks ausdem Labor“.(Bettina Fassl)Landesverband HessenMit roten, herzförmigen Transparenten und derAufschrift „Liebe ist in, Pelz ist out“ demonstriertenbei eisigen Temperaturen auf Frankfurts beliebtesterEinkaufsstraße „Zeil“ Aktivisten vonPETA, die sich ostentativ in ein übergroßes Bett setzten, um gegenden fortdauernden Handel mit Tierfellen und deren EndprodukteZeichen zu setzen. Mitglieder des LV Hessen und des neugegründeten LV Rheinland-Pfalz schlossen sich der gelungenenDemonstration an, verteilten Flyer und informierten Passanten.Vorstandsmitglied Wolfgang Penzler nahm die Winterolympiadezum Anlass, um im Dress der deutschen Olympiamannschaftauf dem Marktplatz inMarburg gegen das grausameAbschlachten vonBabyrobben in Kanadazu demonstrieren. Mitseiner Aktion, die ebenfallsvon PETA unterstütztwurde, forderte ermit Flyern auf, dass dasalljährliche Töten aufkanadischem Terrain eingestellt werden solle. Die Gespräche mitPassanten waren ausnahmslos positiv.In Obertshausen ging ein Fall durch die Presse, wonach eineAmtstierärztin 496 Tiere abtransportieren ließ, weil Bestandsregistergefehlt haben sollen oder eine vorgeschriebene tierärztlicheBehandlung nicht nachweisbar war. Margitta Marcian, Vorstandsmitglieddes LV Hessen, nahm sich der Sache an, unterstützte denverzweifelten Tierhalter und sprach mit Zeitungsredakteuren undeinem Anwalt. Inzwischen ist ein Verfahren gegen die rigoroseAmtstierärztin eingeleitet worden.(Volker Arndt)Landesverband Baden-WürttembergAm 28. 11.09 fand in Stuttgart unser Landesparteitagmit nahezu 30 Teilnehmer/innen statt. Dieneu hinzugekommenen Mitglieder waren an aktiverMithilfe und Informationen interessiert; soergaben sich natürlich auch anregende Diskussionen. Des Weiterenfolgte ein Vortrag von unserem Mitglied Gabriele Busse,ehemalige Diplomandin am Tübinger Max-Planck-Institut, überdie dortigen Versuche an Rhesusaffen. Die Referentin hatte bei22 ZeitenWENDE Nr. 38 Fotoquelle: Volker Arndt


Funktionsträger, Kontakt-Adressen und Aktivitätenihrer Arbeit im Bereich der Wahrnehmungspsychologie entdeckt,dass in der Nachbarabteilung Versuche an Affen durchgeführtwerden. Auf eine konkrete Nachfrage kam sie dort in großeSchwierigkeiten. Auch war es sehr schockierend für sie, so direktmit diesem Horror konfrontiert zu werden. Ihre Ausführungenwurden mit äußerst regem Interesse aufgenommen.Bei den Naturschutztagen in Radolfzell am Bodensee vom 6. –9.01.10 beteiligte sich unser Mitglied Waltraud Steinicke miteinem Infostand, an dem sie zum Thema „Klimaschutz/vegetarischeErnährung“ auch Faltblätter unserer Partei verteilte.21./22.02.10: Teilnahme am Internationalen Gerichtshof fürTierrechte in Genf (Verhandlung über die Massaker an Walenund Delphinen, siehe www.tierschutzpartei-bw.de). Unser LVwurde vertreten durch Ingeborg Holst, Viktor Storz und JuliusBerrien.Am 26.02 kam es in Schorndorf an der Rems wegen der dortigenrigorosen Baumfällarbeiten zu einer Spontandemo. Initiatorinwar unser Mitglied Susanne Niemuth-Mühlhäuser, die ineiner Blitzaktion unsere Mitglieder in der Region, weitere Kritikersowie auch die Pressebenachrichtigte. „Bewaffnet“mit einem Plakatkonnten wir in einemInterview gemeinsamauch die diesbezüglichenBemühungen und Ansichtenunserer Parteidarlegen. Sowohl in derSchorndorfer als auch inder Stuttgarter Zeitung wurde ausführlich berichtet.Zu Beginn dieses Jahres haben wir einen E-Mail-Verteiler fürdie Mitglieder des LV BW angelegt. Wer bisher noch keine Mailbekommen hat und aufgenommen werden möchte, melde sichbitte unter Tel. 07166-1480 oder per E-Mail: landesgeschaeftsstelle@tierschutzpartei-bw.de.(Ingeborg Holst)Landesverband ThüringenEinige Beispiele aus unserer umfangreichen Tätigkeit:Zwei Vorgänge wurden an das Bundesjustizministeriumweitergeleitet: 1. die Sache „tierschutzwidriggeführtes Tierheim Pflanzwirbach“,in der es seit Jahren nicht vorangeht (Befangenheit des Richtersvom Amtsgericht Gotha, Desinteresse der Staatsanwaltschaft).2.Unser Einwand gegen die bereits ausgestellte Genehmigung derSchweinezuchtanlage Alkersleben. Weiterhin reichten wir Beschwerdeein gegen die Einstellung des Verfahrens gegen denSchäfer Hänsch (Jena), der schon jahrelang Muslimen das Schächtenauf seinem Grundstück erlaubte. Wir beteiligten uns an Meinungsumfragenzum Umgang mit Hunden sowie bei Veröffentlichungenzu Sinn oder Unsinn der Jagd und zum ThemaHubertusmessen. Bei einem „heißen Internet-Disput“ mit einemGernegroß vom Braunschweiger Tierheim wegen eines vermutlichgetöteten Hundes konnten wir uns mit Hilfe eines Rechtsanwaltsdurchsetzen. Wir erstatteten Strafanzeige gegen extrem uneinsichtigeJustizbeamte in Krefeld, die einer engagiertenTierschützerin ungesetzlich einen Prozess an den Hals hängten.In mehreren Fällen wandten wir uns offiziell gegen tierschutzwidrigesVerhalten, 1. des Veterinäramtes in Frankenberg/Ederbez. quälerischer Rinderhaltung in Sachsenberg-Lichtenfeld(noch nicht entschieden), 2. des Tierschutzvereins und des Veterinäramtsin Gotha, die Tieren notwendige Hilfe verweigern.Aufgrund unseres Protestes wurde das in Hessen geplante Vergiftenvon Waldmaikäfern abgewendet.Am 22. 02. nahmen wir teil am Prozess des Internationalen Gerichtshofsfür Tierrechte in Genf. Vom 05. bis 07. 03. besuchtenwir eine Tierschutz-Tagung in der Evangelischen Akademie zumThema „Belastung von Tieren - Was ist ethisch vertretbar?“, wowir uns engagiert auf die Seite der leidenden Tiere stellten.(Harald von Fehr)Landesverband NiedersachsenAnlässlich Europas größter Jagdmesse „Jagd undHund“ am 06.02. in Dortmund demonstrierte SabinePankau mit weiteren Mitgliedern unserer Parteiund anderen Organisationen gegen diese archaischeTradition. Am 07.02. protestierte Sabine Pankau zusammen mitüber 100 Bürger/innen am Braunschweiger Flughafen gegen dieStartbahnverlängerung des Flughafens Braunschweig/Wolfsburg,für die 60.000 Bäume gefällt werden müssen.Ab November 2009 standen die Aktivitäten des LV fast ausschließlichim Zeichen der Protestaktionen im Zusammenhangmit der in Wietze bei Celle geplanten Schlachtanlage, in der jährlich135 Millionen „Hähnchen“ geschlachtet werden sollen. ImUmkreis von 100 km um Wietze sind über 400 Mastanlagen geplant.Margret Giese und Sabine Pankau beteiligten sich bisher an9 Demos gegen diese Vorhaben - u. a. in Wietze, in Celle (s. Foto)sowie an mehreren Orten im Landkreis Wolfenbüttel. MitgliedUlf Kreth schloss sich ihnen mehrfach an; darüber hinaus am 13.März die MitgliederMartin Bothe, SabineGeisler und Bianca Gerlichbei der Demo in Hämelerwald(Nähe Hannover),bei der ca. 400Teilnehmer/innen zusammenkamen.Laufendentstehen neue Bürgerinitiativenin Südost-Niedersachsen,die sich mehr und mehr vernetzen, um sich bessergegen die Pläne von Hühnerbaron Rothkötter (Emsland) wehrenzu können.Am 05. 03. folgte M. Giese einer Einladung von Bündnis90/Die Grünen in den Landtag von Hannover zu einer gut besuchtenFachtagung (mit Diskussion), bei der mehrere Referenten zumThema „Hähnchen“-Mastanlagen Stellung nahmen.Am 19. 03. („Meat-Out“-Tag) informierten Sabine Pankau,Harald Piltz und Sabine Geisler die Hannoveraner Bevölkerungüber die Auswirkungen der Fleischproduktion und des Fleischverzehrs.Anlässlich der Abstimmung im Bundestag am 24. März überdie tierfeindliche EU-Tierversuchsrichtlinie (Antrag von Bündnis90/Die Grünen) organisierte Sabine Pankau in Zusammenarbeitmit dem LV Berlin eine Demo in Sichtweite des Bundestagsgebäudes,an der - neben Mitgliedern aus dem LV Nieder- >Fotoquelle: Manfred Holst, Sabine PankauZeitenWENDE Nr. 3823


Funktionsträger, Kontakt-Adressen und Aktivitätensachsen - der LV Berlin und der LV Bayern, die TierversuchsgegnerBerlin-Brandenburg, der Bund gegen Missbrauch der Tiere und andereOrganisationen teilnahmen. Von der Albert-Schweitzer-Stiftungwurden die innerhalb weniger Tage gesammelten 5000 Unterschriftengegen die Richtlinie an die Bundestagsabgeordnete UndineKurth übergeben. Die gelb-schwarze Mehrheit im Bundestag lehntedie Verbesserungsvorschläge rigoros ab. Einmal mehr wurde damitdeutlich, dass das ethische Bewusstsein der CDU/FDP-Politikerunterentwickelt ist!(Sabine Pankau/Margret Giese)Landesverband Nordrhein-WestfalenAm 21.01.10 beriet der nordrhein-westfälischeLandtag über einen Gesetzesantrag zur Einführungder Tierschutz-Verbandsklage. Zu diesem Anlass kamenBefürworter des Gesetzes zu einer Demo vordem Gebäude zusammen. Mit Transparenten, Plakaten und Kostümenmachten die Demonstranten auf das Thema aufmerksam.Natürlich waren auch Mitglieder unseres LV anwesend. Frau Baumgartl-Simonsvon der Vereinigung „Menschen für Tierrechte“ interviewtezwei Abgeordnete, Frau Stefanie Wiegand (SPD) und HerrnJohannes Remmel (Bündnis 90/ Grüne). Die Grünen hatten denAntrag eingereicht und die SPD stimmte ihm zu. Leider schicktenFDP und CDU keine Vertreter - wohlweislich deshalb, weil bereitsim Vorfeld klar war, dass dieser Antrag von ihnen abgeschmettertwerden würde. Die Ablehnungdes Gesetzesdurch die schwarz-gelbeKoalition ist ein schwererRückschlag für den Tierschutzin NRW. Der SenderSat 1 war vor Ort undberichtete noch am gleichenTag über die Abstimmung.Nebenbei bemerkt:Im September 2007 beschloss Bremen als erstes Bundeslanddie Einführung des Verbandsklagerechts für anerkannte Tierschutzorganisationen.Wir in NRW geben nicht auf! (Angelika Schwab)Landesverband Berlin10.10.09: Die meisten unserer Aktiven fuhrenzum Bundesparteitag, der leider zeitlich mit demBerliner Tierschutztag zusammenfiel. Insofern konntenwir zwar nicht mit einem Infostand dabei sein,allerdings waren drei unserer Aktiven vor Ort.06.12.09: Überreichung eines Präsentkorbes an das Tierheim desTierschutzvereins Berlin zum Nikolaustag im Tierheim.29.12.09: Nach dem Rechenschaftsbericht des alten Landesvorstandswurde auf dem Landesparteitag am 29.12. 09 ein neuer Landesvorstandgewählt. Vorsitzender: Artur Kalka, stellv. Vorsitzende:Sabrina Bacholke, Schatzmeister: Michael Bode, Beisitzer: UweGorski und Martin Schumann.14.01.10: Teilnahme an einer Demo gegen Tierfabriken vor demMessegelände Berlin anlässlich der Grünen Woche, welche voneinem breiten Bündnis von Bürgerinitiativen, BUND, Tierschutzbundund weiteren Organisationen veranstaltet wurde.09.02.10: Anlässlichder Olympischen Spielein Vancouver organisiertenwir eine Aktion vorder kanadischen Botschaftin Berlin gegen das Robbenschlachtenzusammenmit Aktivisten der TierrechtsorganisationPETAund weiteren Tierschützern.Getreu dem offiziellen Olympia-Motto wurde ein großes Herzaus Hunderten von Kerzen entzündet.24.02.10: Landesparteitag mit umfangreichem Themenkatalog;insbesondere wurden Vorbereitungen für den 25. Bundesparteitaggetroffen.09.03.10: Teilnahme am Berliner Forum Tierschutz durch unserMitglied Michael Bode.(Artur Kalka/Maria Luise Bätz)Landesverband Rheinland-PfalzAm 12.12.09 fand in Bad Kreuznach ein wichtigerLandesparteitag statt, auf dem sich endlich wieder einordnungsgemäßer Vorstand konstituierte. Das Präsidiumsetzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzende RitaRidinger, stellv. Vorsitzender Udo Dautermann, Schatzmeisterin PetraKuppinger und SchriftführerinTanja Dörfler.Thomas von Hagenowwurde zum stellv. Schatzmeister,Bernd Medingund Jadwiga Zygadlo alsBeisitzer/in gewählt. Letztereerklärte sich zusätzlichbereit, die Landesgeschäftsstellezu übernehmen.Der LV wurde von Tanja Dörfler beim Prozess vor dem InternationalenGerichtshof für Tierrechte in Genf am 22.02.10 vertreten.Am 03.04.10 beteiligten sich Mitglieder des LV (Petra Kuppingerund andere) mit Transparenten und neuem Parteilogo am Ostermarschin Wiesbaden. Am Ostersonntag nahm unsere Partei, vertretendurch Udo Dautermann, an der Aktion „Kreuzzug für Tierrechte“,organisiert vom österreichischen Verein „RespekTiere“, inMünchen teil.(Rita Ridinger)Landesverband BayernDie Parteimitglieder I. Kandl, E. Maier, I. Resnerund B. Nauheimer verteilen in Münchner, Starnbergerund Herrschinger Kinos anlässlich der Filmvorführungen„Die Bucht“, „Jagdzeit“ und „Unsere Ozeane“Flugblätter, um auf unsere Kampagne „Motion for the Ocean“ aufmerksamzu machen. Am 24.04.l0 nahm Barbara Nauheimer mit Parteimitgliedernaus anderen Landesverbänden an unserer Demonstration vordem Bundestag teil, als über die Gesetzesvorlage zur EU-Neuregelungvon Tierversuchen abgestimmt wurde. Am Ostersonntag beteiligtensich in München Vertreter/innen vom LV Bayern an einer Demonstrationgegen den Fleischverzehr.(Barbara Nauheimer)24 ZeitenWENDE Nr. 38Fotoquellen: Menschen für Tierrechte e.V., Kai Horstmann , Udo Dautermann


Funktionsträger, Kontakt-Adressen und AktivitätenVorstandsarbeit 1993 – im Gedenken an die GründungszeitWir waren die Ersten -ein Signal vonhistorischer BedeutungSeit den Hochkulturen der Antike war die Sklaverei Teil unserer Zivilisation. Erst gegen Ende des18. Jahrhunderts und durch den Freiheitsgedanken, den die französische Revolution wie ein Fanal indie Welt trug, wurde die Sklaverei in ihrem ursprünglichen Sinne abgeschafft.Im menschlichen Zusammenleben gab es von Anbeginn keineGleichstellung der Geschlechter; die Frau wurde vom Mann dominiertund ihre Rechte in vielen Bereichen beschnitten. Erst durchdas Aufbegehren der „68er“ und die Emanzipationsbewegung in derzweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts konnte die Unterdrückungder Frau in der westlichen Welt überwunden werden. Auch Kinderwurden seit eh und je ungleich erwachsenen Menschen behandelt;sie waren rechtlose und billige Arbeitskräfte.Doch auch ihre „Befreiung“ gelang – jedenfalls in der westlichenHemisphäre – durch Verfassungen, in der die Gleichbehandlung allerMenschen festgeschrieben wurde.All dies waren zivilisatorischeMeilensteine der Menschheitsgeschichte.Eine letzte Befreiungsbewegung,die sich logisch aus den vorhergegangenenergibt, hat erst vorwenigen Jahrzehnten begonnen: die„Befreiung“ der Tiere. Dieser „Freiheitskampf“ für die Tiere geht aufeine kleine Gruppe von Dozentender Universität Oxford zurück, dieAnfang der 70er Jahre nicht mehrakzeptierten, dass der moralischeStatus von Tieren generell minderwertiggegenüber dem von Menschensein sollte. Unter ihnen befand sich der Psychologe RichardRyder, der den Begriff Speziesismus prägte. Der eigentliche Startschussfiel mit der Publikation von Peter Singers Buch Animal Liberationim Jahr 1975; es wurde ein Klassiker der Tierrechtsbewegung.Bis 1993 vollzog sich der „Befreiungskampf “ vor allem auf literarischemund philosophischem Felde, unterstützt durch eine wachsendeZahl privater Initiativen, verschiedenster Organisationen undVereine, die alle für die Abschaffung der Ausbeutung von Tieren angetretenwaren.Als ein besonderer Meilenstein ging der 13. Februar 1993 in dieGeschichte der jungen Tierrechtsbewegung ein. An diesem TagSeit 13. Februar 1993: Eine klar formulierte Tierrechtspolitikfür die Befreiung der Tierewurde unsere Partei gegründet - die weltweit erste und für mehrereJahre einzige Partei, die sich die Befreiung der Tiere auf ihre Fahnebzw. in ihr Grundsatzprogramm geschrieben hatte. Es war ein Signalvon historischer Bedeutung, denn von nun an wurde der Kampfnicht nur in den Köpfen und Herzen der Menschen und auf derStraße bei Demonstrationen ausgefochten, sondern in die Politikhineingetragen. Von nun an gab es neben der Tierrechtsbewegungauch eine klar formulierte Tierrechtspolitik, mit der die Bewegung,aber vor allem die Tiere ein „politisches Sprachrohr“ erhielten.Dieses epochale Signal – so wird man es wohl in nicht allzu fernerZukunft nennen - überquerte ähnlichder Parole „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“der französischen Revolutiondie Landesgrenze. Nach undnach wurden in anderen europäischenLändern „Tierschutzparteien“ gegründet:in Frankreich, Spanien, Belgien,Luxemburg, Griechenland, Österreichund in den Niederlanden.Dort zog die „Partij voor de Dieren“2006 / 2007 im Repräsentantenhausin Den Hag ein. Es war das erste Mal,dass eine Tierschutzpartei den Sprungin ein nationales Parlament schaffte.Es ist immer ein Wagnis, etwas grundlegendNeues zu schaffen, und zweifellos trifft auch auf unsere Parteizu, was Mahatma Gandhi im Hinblick auf absolut neue Strömungenso formulierte: „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich,dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ Im Augenblick befindenwir uns noch in der vorletzten Phase und die kommenden Kapitelder Geschichte sind noch nicht geschrieben! Der „politischeGrundstein“ für eine neue politische Weltsicht ist gelegt, und nunheißt es, daran weiterzuarbeiten. Wie immer unser Kampf auch endenwird, auf unsere Geschichte können wir mit Stolz blicken: Wirwaren die Ersten!Barbara Nauheimer/Stefan Bernhard EckRedaktion ZEITENWENDEFoto: aboutpixel.de / Grenze zur Unendlichkeit © eckart schmidtZeitenWENDE Nr. 3825


Funktionsträger, Kontakt-Adressen und AktivitätenIm Zeichen der Erneuerung:Der 25. Bundesparteitagam 20. März 2010in Frankfurt am MainDieser Parteitag „hatte es in sich“: 9 ordentliche Anträge, 1 Initiativ-Antrag sowie 3 Änderungsanträgelagen zur Abstimmung vor, die Nachwahl von Mitgliedern für den Bundesvorstand stand aufder Tagesordnung, 3 Bundesarbeitskreise sollten gegründet sowie ausführlich über die Landtagswahlin NRW berichtet werden.Aber all diese eherarbeitsintensivenPr o g r a m m p u n k t ewurden von einemechten Glanzlichtüberstrahlt - von derVerleihung der „MUT-Medaille“ an BarbaraRütting, uns allen bekannt als Schauspielerin,Autorin und Politikerin. Als sechstePreisträgerin seit 2003 nahm sie die Medailleentgegen, mit der ihr vielfältiges Engagementgewürdigt wurde: für Tier- undUmweltschutz, für eine vegetarische Ernährungsweise- sie verfasste mehrere Bestseller- und ihr mutiges Eintretenfür Frieden undGerechtigkeit. Ihre Verdiensteauf diesen Gebieten wurdenin einer kurzen Laudatiovom Bundesvorsitzenden,Stefan Bernhard Eck, hervorgehoben.Barbara Rütting bedanktesich mit einer sehrpersönlich gehaltenen Redeund beantwortete in ihrer frischen,unkonventionellen Artverschiedene Fragen der Zuhörer/innen.Sie kündigte dasErscheinen eines neuenBuches für den Herbst an; auf seinen Inhaltdarf man gespannt sein, denn die Öffentlichkeitwird einiges erfahren, was politischeBrisanz haben dürfte… Sichtlichbewegt nahm die frisch gekürte Preisträgerindie stehenden Ovationen der über 80Anwesenden entgegen. Ihr wurden Blumenmit auf den Weg gegeben als Erinnerungan das besondere Ereignis und alsSignal im Hinblick auf die Zukunft: Manwird sich nicht aus den Augen verlieren!Die Festtagsstimmung klang bei einem veganenMittagsmahl aus.Dann aber standen „nüchterne Realitäten“auf dem Programm: Zunächst dieAbstimmung über die Anträge, wie sie bereitsin der Einladung vorgestellt wurden -zunächst die Anträge I und II, in denen esum eine moderate, aber dringend erforderlicheUmbenennung des Parteinamensging, sowie die Festschreibung der Benutzungeines für alle Landesverbände verbindlichenLogos. Beide Anträge des Bundesvorstandeswurden mit überwältigender Stimmenmehrheit angenommen. Auchden Umformulierungen der Paragrafen 2und 3 wurde zugestimmt. Um es kurz zumachen: Die folgenden Anträge auf Satzungsänderungen- Antrag III (Erweiterungdes Bundesvorstandes), Antrag IV(Änderung der Wahlordnung),Antrag V (Neugestaltungdes Grundsatzprogramms)wurden ebenfallseinstimmig bzw. mehrheitlichangenommen.Antrag VI (§ 18.3: Vorschlägebez. des Parteivermögensim Falle der Auflösungoder Verschmelzung) wurdeinhaltlich - im Sinne des Änderungsantragdes LV Berlin- abgeändert und in die Satzungaufgenommen.Es wurden - Antrag VII -26 ZeitenWENDE Nr. 38Fotoquellen: Margit Neussel, Günter Schuchart


Funktionsträger, Kontakt-Adressen und Aktivitätendrei Bundesarbeitskreise gegründet: 1.Bundesarbeitskreis „Meeresschutz“. ZumLeiter dieses BAKs wurde Julius Berrienvom Bundesvorstand berufen. 2. Der Bundesarbeitskreisfür den Schutz hilfsbedürftigerMenschen. Der Leiter ist Bernd Medynski.3. Der Bundesarbeitskreis Tierschutzin Schulen. Ein/e Leiter/in wurdenoch nicht bestimmt.Auch der Antrag VIII auf eine „grundlegendeReform der Bundesfinanzordnung“wurde von der Mehrheit der Anwesendenangenommen. An dieser Stelle möchte ichausdrücklich auf § 2 der Ihnen zugegangenenneuen Bundesfinanzordnung hinweisen,in dem auf die - aus finanziellenErwägungen notwendige - Erhöhung derMitgliedsbeiträge hingewiesen wird. DieErhöhung der Mitgliedsbeiträge tritt rückwirkendab 1. Januar 2010 in Kraft.Schließlich wurde Antrag IX des LandesverbandesSachsen-Anhalt (bez. Kommunalwahl)diskutiert, und es wurde beschlossen,dass der LV Sachsen-AnhaltKontaktstelle sein wird bei Fragen, dieKommunalwahlen betreffen.Erfreulicherweise konnte der Bundesvorstanderweitert werden, und zwar durchfolgende Personen:1. Stellv. Schriftführerin: Barbara Nauheimer,2. Stellv. Schatzmeister: ManfredHolst, 3. Beisitzer/innen: Volker Arndt,Julius Berrien, Malte Leideck, IngeborgMauler, Horst Wester.Ein Thema für sich war die Landtagswahlam 09. Mai in Nordrhein-Westfalen.Dafür wurden hervorragende Voraussetzungengeschaffen: Ein umfassendes Wahlprogrammwurde erstellt sowie gesonderteFaltblätter für die Einzelkandidat/innen,und darüber hinaus noch ein Faltblatt zumbreitflächigen Verteilen. Der Ausgang derWahl in diesem größten Bundesland wirdzweifellos für die ganze Bundesparteiwichtig sein.Gegen Ende bekam der Parteitag nocheine zusätzliche besondere Note durch dieVorführung eines von Stefan Eck und HarryHarper produzierten kurzen Video-Clips, mit dem die Veränderung der Grafikin unserem Partei-Logo deutlichgemacht wurde.Zusammenfassend: Dieser Bundesparteitaghatte ein randvolles Programm, waraber abwechslungsreich angelegt, sodasskeine Müdigkeit aufkam - im Gegenteil. Esherrschte eine eher heitere, entspannte Atmosphäre,sodass man sich gern zumnächsten Bundesparteitag am 16. Oktoberwieder treffen wird.Margret GieseRedaktion ZEITENWENDENeue BundesfinanzordnungAuf dem 25.Bundesparteitagwurde eine neueFinanzordnung beschlossen.In denletzten 3 Jahren hatsich die finanzielleSituation der Landesverbändedurch die Übernahme dergesamten Verwaltungskosten durch denBundesverband konsolidiert. Die Landesverbändewaren somit in der Lage,Reserven aufzubauen. Nun wurde esnotwendig, für die gesamte Partei einezukunftsorientierte Finanzbasis zuschaffen.Um die Landesverbände zu entlasten,wurde u.a. die Verteilung der staatlichenMittel neu geregelt. Zukünftig werden10 % davon vorab allen Landesverbändenin gleicher Höhe zugewiesen. Diesbedeutet eine Besserstellung der wenigervermögenden Landesverbände. Dieverbleibenden 90 % werden zwischen demBundesverband und den Landesverbändenaufgeteilt. Berechnungsgrundlage sinddie gebuchten Mitgliedsbeiträge undSpenden des letzten Geschäftsjahres.Landesverbände, die durch ihre Teilnahmean einer Landtagswahl einen Anspruchauf staatliche Mittel erreicht haben, erhaltenstatt dessen vom Bundesverband eineneinmaligen angemessenen Zuschuss. Diebisherige Regelung hatte zu einer kompliziertenund auch weniger gerechten Verteilungfür jene Landesverbände geführt,die nicht an Wahlen teilgenommen hatten.Der Bundesverband wird zukünftigdie an Europa- oder Bundestagswahlenteilnehmenden Landesverbände mit einemangemessenen Betrag unterstützen, soferner dazu in der Lage ist.Da die letzte Beitragserhöhung bereits 4Jahre zurückliegt, wurde weiterhin beschlossen,ab dem 01.01.10 eine moderateErhöhung der Mitgliedsbeiträge vorzunehmen.Mit € 48,00 für Einzelmitgliederliegen wir im Vergleich zu anderenParteien in einem vertretbarenRahmen und im unteren Bereich. DerBeitrag für sozial Schwache, Schüler undStudenten wurde auf € 30,00 festgelegt.Für Ehepaare beträgt der Jahresbeitrag€ 80,00.Bis zum Jahr 2006 betrug der Verwaltungskostenanteilder Landesverbände50 %. In den letzten 3 Jahren wurden keineVerwaltungskosten belastet. Mit derneuen Finanzordnung wurde nun festgelegt,ab dem Jahr 2010 einen Anteil von33 % auf die Landesverbände entsprechendihrer Mitgliederzahl umzulegen.Der Bundesvorstand ist der Meinung,dass durch die neuen Regelungen in derFinanzordnung sowohl dem Bundesverbandals auch den Landesverbänden ambesten gedient ist.Christine EngelschallBundesschatzmeisterinFotoquelle: Horst Wester, Christine EngelschallZeitenWENDE Nr. 3827


VERSCHIEDENESLiteraturempfehlungenUlf KrethDas grausamste Spielnach Richard Connellund andere ErzählungenHans-Ulrich Grimm„Katzen würden Mäuse kaufen“Schwarzbuch TierfutterZunächst eine kurze Vorstellung des Autors: Ulf Kreth wurde2009 Mitglied im Landesverband Niedersachsen, hat Germanistikund Anglistik studiert und ist Lehrer an einer BerufsbildendenSchule in Braunschweig. Mit 18 schrieb er seine erste Erzählungund veröffentlichte 2006 sein erstes Buch mit dem Titel „WasKurzes“.Letztes Jahr entdeckte er bei der (erstmaligen) Übersetzung derKurzgeschichte „The Most Dangerous Game“ (1924) des amerikanischenSchriftstellers Richard Connell auch seine Vorliebe fürdas Übersetzen von Texten in englischer Sprache. Der Inhalt dersehr erfolgreichen und mehrfach verfilmten Kurzgeschichte vonRichard Connell, die das Thema Jagd - und nicht nur die aufTiere! - in ungewöhnlicher Weise behandelt, faszinierte ihn sosehr, dass er sie in einer eigenen Erzählung nach seinen Vorstellungenadaptierte. Im Zuge der Ausgestaltung des Themas wurde demAutor das Phänomen Jagd zum Inbegriff des Zerstörerischen, dasder Mensch auf diesem Planeten anrichtet. Die beiden Protagonisten- den auf einer Karibikinsel strandenden reichen AmerikanerRainsford und den dort lebenden mysteriösen SchlossbesitzerGeneral Zaroff, dem er in die Hände fällt - verbindet nur eins: Siesind leidenschaftliche Großwildjäger und suchen ihre innere Befriedigungdarin, Leben auszulöschen. Aber erst die Jagd auf dieSpezies Mensch bereitet den ultimativen „Kick“ und wird zumSpiel um Leben und Tod.Ich garantiere spannende Unterhaltung von Anfang bis Ende -und inneren Gewinn, denn man spürt: Ulf Kreth steht mit seinerfriedfertigen Gesinnung auf der Seite derer, die die Erde bewahrenwollen. Zum Vergleich wurde auch die übersetzte Fassung derConnell-Story mit im Buch aufgenommen. Ihr schließen sichacht kurze Erzählungen von Ulf Kreth an, die in ihrem Ideenreichtumund ihrer Tiefgründigkeit eine sehr individuelle Weltsichtoffenbaren und ebenfalls ohne Ausnahme spannend zu lesensind.Margret GieseRedaktion ZEITENWENDEUlf Kreth:Das grausamste Spielnach Richard Connell und andere ErzählungenBooks on Demand GmbH, Norderstedt, 2. Auflage 2010,140 Seiten, ISBN: 978-3-8391-5331-4Preis: 8,90 EuroWohl die meisten Menschen, die ein Heimtier zu versorgen haben,wollen für ihren Schützling nur die allerbeste Nahrung. Aberwas ist wirklich das Beste? Sind es die raffiniert beworbenen Futtermittelverschiedenster Hersteller, die uns in TV-Werbespots, inTierfreunde- und Tierschützer-Zeitschriften und sogar in Fachblätternfür Tierärzte „schmackhaft“ gemacht werden sollen?Dazu muss man wissen, dass es kaum eine Branche gibt, die sounerkannt, quasi hinter den Kulissen, aus Hässlichem (sprich:Müll, Kadavermehl und dergleichen mehr) so etwas Schönes,nämlich „appetitlich“ hergerichtetes Tierfutter kreieren kann –und dies dank Geschmacksstoffen, Aromen, Farb- und Konservierungsstoffenund vieler anderer Beigaben der Chemie- und Kunstnahrungs-Hexenküche.Aber wenn all die schönen Versprechungen der Tierfuttermittelindustriezuträfen - warum sind dann die Tierarztpraxen vollmit kranken Vierbeinern? Die Tiere leiden unter ähnlichen (Zivilisations-)Krankheiten wie ihre menschlichen „Dosen- und Futtertütenöffner“!Auch die Krebsrate steigt bei Tieren alarmierendan.Fachleute sind sich einig: Ursache Nummer 1 ist Fehlernährung!Tierarzt Dirk Schrader (Hamburg-Rahlstedt) sagt es ganzdrastisch: „Die Müllkippe Hund explodiert“.Weitere Gefahren sind hohe Schimmelpilzbelastungen sowieauch Übervitaminisierung und Übermineralisierung des Futters.Ein Ernährungsrezept gibt es allerdings nicht; so wird der Gemischtköstlerseine Katze oder seinen Hund anders ernähren alsbspw. der Veganer. Aber es gibt Lösungsvorschläge, die der Autorkurz vorstellt.Hans-Ulrich Grimm hat mehrere kritische Bücher zur modernenErnährung geschrieben. Sein gut recherchiertes Buch über dieTierfuttermittelindustrie hat es jedenfalls in sich; es ist hochinteressantund informativ von der ersten bis zur letzten Seite.Ingeborg HolstRedaktion ZEITENWENDEHans-Ulrich Grimm:Katzen würden Mäuse kaufenSchwarzbuch TierfutterTaschenbuchausgabe, 254 SeitenHeyne-Verlag, ISBN 978-3-453-60097-3Preis: 7,95 Euro28 ZeitenWENDE Nr. 38Fotoquelle: Manfred Holst


VERSCHIEDENESIMPRESSUMHerausgeber und V.i.S.d.P.:Partei Mensch Umwelt Tierschutz- Die Tierschutzpartei -Fritz-Schumacher-Weg 11160488 Frankfurt/MainTel.: 069/76 80 96 59Fax: 069/76 80 96 63info@tierschutzpartei.dewww.tierschutzpartei.deRedaktionsleitung:Margret Giese, Stefan B. EckPostanschrift: Stefan B. EckPreußenstr. 62, 66111 Saarbrückenzeitenwende@tierschutzpartei.deRedaktionsteam: Julius Berrien, UdoDautermann, Tanja Dörfler, ChristineEngelschall, Franziska Ute Gerhardt,Harry Harper, Bernd Höcker, IngeborgHolst, Sabine Jedzig, Barbara Nauheimer,Sabine-Brigitte Pankau, Marion Schäfer,Michael Siethoff, Dominik StorrSatz, Layout:Claudia Carius/www.claudiacarius.deDruck und Vertrieb:Printec Offset MedienhausOchshäuser Straße 45, 34123 Kassel100% RecyclingpapierAuflage: 1300 ExemplareErscheinungsweise: 3 Mal jährlichBank:LB Baden-Württemberg,BLZ: 600 501 01, Konto: 4286 088Rechtliches: Namentlich gekennzeichneteArtikel geben nicht unbedingt dieMeinung der Redaktion wieder. Wirbehalten uns die Kürzung/Bearbeitungvon Artikeln vor. Für unverlangt eingesandteManuskripte, Datenträger etc.wird nicht gehaftet. Es ist nicht unsereAbsicht, durch unsere Beiträge zu Straftatenaufzurufen. Wir übernehmen keineHaftung für die Inhalte angegebenerInternet-Links. Nachdruck - auch auszugsweise- nur mit Genehmigung derRedaktionsleitung. Bei Nichterscheineninfolge höherer Gewalt bestehtkein Entschädigungsanspruch. AlleRechte vorbehalten.Redaktionsschluss: 25. Juli 2010Unsere Restaurant-EmpfehlungVeganes Restaurant „La Mano Verde“in Berlin-MitteMit dem Slogan „Gesund essen mit Genuss“wirbt „La Mano Verde“ nicht nur fürGesundheit. Auch auf Tierleid wird hingewiesen.Das erkenntman daran, dass imEingangsportal aufder Homepage eineVerlinkung zur TierrechtsorganisationPETA existiert. BeimEssen werden keineKompromisse gemacht.Alle Speisensind frei von tierlichen Inhaltsstoffen, gesundund 100% vegan.Man legt Wert auf ein gepflegtes Ambiente,Genuss und Frische der Speisen stehenim Vordergrund und ein Großteil des Sortimentswird saisonal angeboten. Gentechnischveränderte Lebensmittel sowie Glutamat(Geschmacksverstärker) sind tabu. ZumEinsatz kommen Himalaya-Salz, Agavendicksaft,glutenfreie Produkte wie z.B. Quinoa,Hirse und Buchweizen. Gerichte ausSeitan und Tofu sind selbstverständlich.Eine Tagessuppe kostet 4,50 Euro. Leckerund unwiderstehlich hört sich auch dieseDas vegane Rezept„Shree Beans“ – KartoffelsalatFriedrich der Große, der Mitte des 18.Jahrhunderts die aus Südamerika stammendeKartoffel als Nahrungsmittel in Preußeneinführte, musste sich – der skeptischen Bevölkerungwegen - einer List bedienen. Erließ Kartoffeläcker anlegen und sie nur sospärlich bewachen, dass genügend „Diebe“die Feldfrüchte stehlen konnten. So begannder Siegeszug der Kartoffel durch Europa,auch deshalb, weil sie für die unterschiedlichstenGerichte verwendbar sind. Hier einRezept für Kartoffeln in Verbindung mitHülsenfrüchten.Zutaten für 4 bis 6 Personen:400 g Kartoffeln200 g weiße Bohnen aus der Dose200 g rote Bohnen aus der Dose200 g grüne Bohnen aus der Dose2 fein geschnittene ZwiebelnVorspeise für 7,90 Euro an: VietnamesischeSommer-Rollen (frische Reispapier-Röllchengefüllt mit Karotten, Reisnudeln,Thai-Kräutern, Soja-Sprossen, Tofu undgerösteten Erdnüssenmit einer süßen ChiliundHoisinsauce). Beiden Hauptgerichtenmuss man etwas tieferin die Tasche greifen,aber Qualität hat ebenihren Preis: TagliatelleMano Verde für 18,50 Euro (frische Zucchini-und Paprikastreifen, Cashew-Trüffelcrememit marinierten Austernpilzenund Basilikumpesto). Als Dessert ist zumBeispiel ein veganes „Mousse au Chocolat“zu empfehlen.Sabine JedzigRedaktion ZEITENWENDERestaurant „La Mano Verde“Scharnhorststr. 28-2910115 Berlin-MitteTel.: 030/827 03 120www.lamanoverde.deÖffnungszeiten: Tägl. von 11 bis 23 Uhr2 fein gehackte Knoblauchzehen2 EL Ahornsirup3 EL weißer Essig9 EL kaltes WasserSalzetwas Zucker4 EL Erdnussöl oder alternativ KnoblauchölZubereitung: Die Kartoffeln schälen undder Länge nach vierteln. Diese dann in dünneScheiben schneiden, in leichtem Salzwasserca. 5 Minuten blanchieren, abgießenund auskühlen lassen. Alle Bohnen gut abtropfen,mit Knoblauch, Ahornsirup, Essig,Wasser, Pfeffer, Salz sowie Zwiebeln undZucker 1 Stunde im Kühlschrank abgedecktziehen lassen. Anschließend mit den Kartoffelscheibenund mit dem Öl vermischen.Sabine JedzigRedaktion ZEITENWENDEFotoquelle: iStockphoto.comZeitenWENDE Nr. 3829


VERSCHIEDENESLeserInnenbriefeDie Redaktion behält sich vor, LeserInnenbriefe zu kürzen.„SOS - Save our Seas“ (ZeitenWENDE Ausgabe 37)In seinem Beitrag beschreibt Julius Berrien in beeindruckenderWeise, was viel zu wenig bekannt ist: Wenn der fortschreitendengnadenlosen Überfischung der Weltmeere nicht endlichein Riegel vorgeschoben wird, steht uns ein ökologischerKollaps größten Ausmaßes bevor. Wie immer trifft es zuerstdie Armen - in diesem Fall unter anderen die Somalier, vorderen Küsten skrupellose Fisch-Plünderer mit ihren Fangflotten„ganze Arbeit“ leisten und die Bevölkerung dem Hungertodausliefern, indem sie ihnen ihre wichtigste Nahrungsquellerauben. Unfassbar, dass dieses Verbrechen auch nochvon den politischen Hintermännern gefördert wird! Stattdem unverantwortlichen Treiben ein Ende zu bereiten, werdenbewaffnete Marineverbände in den Golf von Aden geschickt,um gegen die als „Piraten“ diffamierten ehemaligenFischer vorzugehen, die sich verzweifelt zu wehren versuchen,indem sie Fangschiffe kapern. „Wir sind keine Seeräuber, sondernKüstenwächter. Piraten sind für uns diejenigen, die illegalunsere Meere leer fischen, ihren Müll hier verklappen undWaffen durch unsere Gewässer transportieren“, sagt SuguleAli, einer der somalischen „Piraten“ (STERN 12/08). Dawurden in den manipulierten Medienberichten die „Bösen“wieder einmal auf der falschen Seite ausgemacht: VerkehrteWelt - aber das ist ja nichts Neues!(Ulf Kreth, Salzgitter)„Jägerlatein“ (ZeitenWENDE Ausgabe 37)Mit der Einschätzung, dass Jäger eine kranke Psyche haben,stimme ich völlig überein. Schlimm genug, dass solche Leuteeinen Jagdschein in die Hand bekommen! Mit dem Erwerbdieses „Freifahrtscheins“, in jägerischer Volksverdummung„Das grüne Abitur“ genannt, versuchen die Grünröcke, sichgegenüber der Jagd ablehnenden Bevölkerung als eine ArtElitetruppe zu profilieren, die den staatlichen Auftrag habe,unsere Kulturlandschaft vor den „massiven Wildschäden“,„Schweinepest“, „Gefahren durch Wildunfälle“, „Fuchstollwut“oder dem „Fuchsbandwurm“ zu schützen.Der Erwerb des PKW- Führerscheins ist dagegen weitausschwieriger, zeit- und kostenintensiver als der Erwerb desJagdscheins, der in Crashkursen in zwei bis drei Wochen fürgut 2.000 Euro zu haben ist! Das dort „eingepuschte“ Wissenhat der Jungjäger bereits nach ein paar Wochen wieder vergessen.Danach wird er im Revier umherirren und keinenHasen vom Kaninchen, keinen Habicht vom Bussard unterscheidenkönnen. „Wenn die Gans zu Boden fällt, ist es nichtselten ein Kranich.“ (Spiegel 26/1998). Offenbar fällt etlichenAbsolventen des grünen Abiturs auch die Unterscheidungzwischen Wildschweinen und ihren Jagdkollegenschwer, sonst würden nicht jährlich etwa 30 bis 40 vorzeitigin die ewigen Jagdgründe befördert....(Wilhelm Pröhl, Wietzendorf )Es geht um Leben und TodDas alljähunschuldiJedes Jahr sterben in Deutschland während derSilage- bzw. Heuernte zigtausend nur wenigeTage bzw. Wochen alte Junge von Wildtieren wiez.B. Rehkitze und Feldhasen. Außerdem werdenunzählige Nester von am Boden brütenden Vögelnzerstört. Dies ist ein Aspekt der verfehltenIntensivlandwirtschaft, der häufig außer Achtgelassen wird.Während früher in der Landwirtschaft bei der Ernährungvor allem von Milchkühen und Pferden Futterrüben einegroße Rolle spielten, werden diese in den letzten Jahren immermehr durch Silage aus Gras ersetzt, weil der Anbau von Futterrübenzu arbeitsintensiv ist und die Ackerflächen eine kompletteSaison belegt wären. Im Gegensatz zu Futterrüben kann Gras-Silagemit großen Mähwerken relativ schnell und mit wenig Arbeitsaufwandeingebracht werden. Außerdem besteht die Möglichkeit,eine zweite Ernte, das sogenannte Krummet einzufahren.Im Mai wird das noch junge Gras gemäht und zu Silage verarbeitet.Aber genau in diesem Zeitraum bekommen Wildtiere wieRehe, Feldhasen usw. ihre Jungen, die sie auf diesen Grasflächengebären. Wird nun die Wiese durch den Landwirt gemäht, bedeutetdies für viele Tierkinder den sicheren Tod, weil sie sich instinktivso klein wie möglich machen, um nicht gesehen zu werden.Mittlerweile gibt es technische Möglichkeiten, sogenannte„Wild-Warner“, meist auf Infrarotbasis, die den Fahrer auf dieTiere aufmerksam machen könnten. Die Anschaffung dieser Gerätewürde allerdings höhere Kosten verursachen; außerdemmüsste eventuell langsamer und konzentrierter gefahren werden,was natürlich einen höheren Zeit- und damit auch Kostenaufwandbedeutet. Aus diesen Gründen werden „Wild-Warner“ vonLandwirten nur sehr selten eingesetzt.Durch persönliche Anrufe bei verschiedenen Landmaschinenhändlernin Rheinland-Pfalz wurde bestätigt, was eigentlich vorherschon klar war: Wenn die Händler überhaupt von der Existenzderartiger Geräte wussten, erklärten sie, dass sie in ihremBetrieb noch niemals nachgefragt wurden. Der Einbau ist schließ-30 ZeitenWENDE Nr. 38Fotoquelle: Udo Dautermann


VERSCHIEDENESrliche Sterbenger Wildtierkinderlich freiwillig! „Wild-Warner“ sollten per Gesetz zur absolutenPflicht werden. Außerdem sollte es nicht dem Fahrer überlassenbleiben, ob er anhält oder nicht. Vielmehr sollte das Fahrzeug miteiner „Notstopp-Funktion“ ausgerüstet sein, die sich durch den„Wild-Warner“ automatisch in Gang setzt, sodass der Schlepperinnerhalb kürzester Zeit zum Stehen kommt.Da in Teilen unserer Gesellschaft das Leben von jungen Wildtierennur einen geringen Stellenwert hat, nimmt man deren Todbilligend in Kauf. Nach dem Motto: „Wo gehobelt wird, da fallenSpäne“.Einem großen Teil der Bevölkerung ist dieser traurige Nebeneffektder Agrarindustrie jedoch unbekannt. Kein Wunder, dennweder die politisch Verantwortlichennoch die Landwirte habenInteresse am Bekanntwerden. Niemandwill schließlich als „Bambi-Mörder“ dastehen.Selbst der späteren Heuernte fallenimmer noch sehr viele Rehkitzezum Opfer. Diese sind dann zwarmeist schon größer und könntenflüchten, aber sie bleiben beim Herannahenlandwirtschaftlicher Maschinenim hohen Gras, der vermeintlichenDeckung liegen, wasihr Schicksal besiegelt.In dem vorliegenden Beispiel (Fotos) wurde eine Wiese in derNähe von Bad Kreuznach / Rheinland- Pfalz gemäht, in der sichzwei Rehkitze befanden. Das eine Kitz wurde durch das Mähwerksofort getötet, dem zweiten wurden alle vier Beine gebrochen.Der Landwirt ließ es einfach liegen. Zufälligerweise am Ort desGeschehens, hörten ein Bekannter und ich das erbärmliche Klagendes Tierkindes. Wir brachten es zum Tierarzt, der das kleineReh von seinen Leiden erlöste, indem er es einschläferte. Wärenwir nicht vor Ort gewesen, wäre das Tier langsam und qualvollgestorben, denn dem Landwirt war sein Schicksal anscheinendvollkommen egal.Ein großer Teil der Unfälle mit jungen Wildtieren könnte durcheinfache Vergrämungsaktionen einige Tage vor dem Mähen verhindertwerden, wie z. B. durch Pfosten mit flatternden Bändernoder Kunststoff-Tüten. In den meisten Fällen würde die Muttermit ihren Jungen, zumindest wenn sie schon größer sind, diesenBereich verlassen und sich eine andere Bleibe suchen. Eine weitereMöglichkeit bestünde darin, das Areal mit angeleinten Hundenzu durchkämmen; dies hätte durch den Geruch der Hunde eineähnliche Reaktion der Rehmutter zur Folge. Da aber ein zusätzlicherAufwand damit verbunden ist, unterbleiben diese wichtigenMaßnahmen.Wenn der Landwirt an der zu mähenden Grasfläche außen beginntund sich dann kontinuierlich, immer im Kreis fahrend, zumMittelpunkt der Wiese bewegt, flüchten die Rehkitze auch deshalbnicht, weil sie ständig von der Gefahr umkreist werden. Siebleiben im hohen Gras liegen und werden durch das Mähwerkentweder getötet oder verstümmelt. Würde der Landwirt in derMitte der Wiese mit dem Mähen anfangen und sich dann nachaußen vorarbeiten, ließe sich eingroßer Teil dieser Tiertragödienverhindern. Die Tiere würden dasFeld verlassen, weil für sie die Gefahrimmer aus derselben Richtungkäme und sie nicht ständig umkreistwürden.Leider wird aber weiter nach deralten Methode von außen zumMittelpunkt gemäht. Entweder istdie Erkenntnis, dass mit einer verändertenArbeitsweise vielen Tierkinderndas Leben gerettet werdenkönnte, den meisten Landwirtennicht bekannt oder sie ignorieren es einfach, was wahrscheinlicherist. Ihre „Argumente“: „Das haben wir schon immer so gemacht,warum sollten wir etwas ändern?“ oder „Wir können nicht auf allesachten!“ Für den typischen Landwirt zählt der Profit. Das Lebeneines Tieres, ob Rehkitz, Hase, Kuh oder Kalb, ist für ihn nurdann interessant, wenn damit Geld zu verdienen ist.Es ist allerhöchste Zeit, dass die zuständige Ministerin (Ilse Aigner/ CSU) Gesetze erlässt, die das Leben Tausender Tierkinderin freier Natur retten.Meine abschließende Bitte an Sie, verehrte Leserinnen und Leser:Wenn Sie zufälligerweise einem Landwirt beim Mähen begegnen,machen Sie ihn darauf aufmerksam, dass sich in seiner Wieseein paar Rehkitze oder junge Feldhasen befinden könnten. EinenVersuch, ihn zur Rücksichtnahme auf Tiere zu bewegen, ist diesallemal wert - es geht schließlich um Leben und Tod.Udo DautermannStellv. Vorsitzender LV Rheinland-PfalzFotoquelle: Udo DautermannZeitenWENDE Nr. 3831


„Es gibt Berge, über die man hinüber muss,sonst geht der Weg nicht weiter.“(Sprichwort)Foto: aboutpixel.de / Hinterburgsee auf der Axalp © René Lutz++ POSITIV-NACHRICHTEN +++ POSITIV-NACHRICHTEN +++ POSITIV-NACHRICHTEN +++ POSITIV-NACHRICHTEN +++Indien: Wichtige Fortschritte im BärenschutzIn der ersten Jahreshälfte 2009 wurden durch den Einsatz der WSPAWelttierschutzgesellschaft e.V. rund 80 Prozent aller Bärenkämpfe inIndien beendet. Außerdem gelang es, dort 800 Wildhüter auszubilden.Gleichfalls wurden viele Straßenveranstaltungen organisiert, umauf die Grausamkeit der Bärentänze aufmerksam zu machen.(Quelle: WSPA / Newsletter/05.01.2010)Saarland fordert Verbesserung des Schutzesvon Schlachttieren beim TransportFerkelkastration in der Schweizab 01.01.2010 verboten„Eine jahrzehntelange Tierquälerei die Ferkelkastrationohne Betäubung ist per01.01.2010 abgeschafft worden“, freut sichKAGfreiland, die schweizerische Nutztierschutz-Organisation.Ein rund 15-jährigerKampf gegen die qualvolle Kastration vonjährlich 1,3 Millionen Ferkeln ging damit zuEnde. Allerdings wird es auch in Zukunftnoch tonnenweise Fleisch von betäubungsloskastrierten Schweinen auf Schweizer Tellerngeben in Form von importiertem Schweine-Frischfleisch und von ausländischem Schinken,Salami und Mortadella.Das Saarland hat sich dem Antrag der Länder Rheinland-Pfalz,Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Bremen bez. einer Entschließungdes Bundesrates zur Verbesserung des Schutzes vonSchlachttieren beim Transport angeschlossen. „Die Standardsbeim Transport von Schlachttieren müssen so gesetzt werden,dass sie den Anforderungen eines modernen Tierschutzes gerechtwerden. Hierzu zählt beispielsweise, dass Schlachttierenicht länger als acht Stunden transportiert und die Ladedichtenangepasst werden. Daher wollen wir zusammen mit vier weiterenBundesländern erreichen, dass die Bundesregierung in ihrenVerhandlungen mit der EU auf eine entsprechenden Anpassungder EU-Verordnung drängt“, so Umweltministerin SimonePeters. (Quelle: Proplanta/19.12.2009)Dazu unsere Meinung: Solange noch „Nutztiere“ zumSchlachten transportiert werden, sollte die Transportzeitnicht 8, sondern höchstens 2 Stunden betragen.Gute Neuigkeiten aus HaitiDie Animal Relief Coalition for Haiti (ARCH)wird bis Jahresende weitere 1,1 Millionen Dollar fürTiere bereitstellen. Die von der Welttierschutzgesellschaftund dem Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) angeführte Koalition wird das Gelddazu verwenden, die Situation der betroffenen Tierein Haiti zu verbessern. Es gilt vor allem, die veterinärmedizinischeInfrastruktur in dem von Erdbebenverwüsteten Karibikstaat wieder aufzubauen. Biskonnte das ARCH-Team über 4.500 Tiere nach derKatastrophe mit Hilfe ihrer mobilen Tierklinik inPort-au-Prince behandeln!(Quelle: WSPA/Newsletter 05.03.2010)(Quelle: kagfreiland-News/Januar 2010)Katzen- und Hundefleisch soll per Gesetzin China verboten werdenChinesen müssen zukünftig möglicherweise auf eine bislangbeliebte Spezialität verzichten: Katzen- und Hundefleisch.Einem neuen Gesetzesentwurf gegen Tierquälerei zufolgesollen diese Fleischsorten von der Speisekarte gestrichen werden,berichtete die staatliche Presse. Wer dennoch KatzenoderHundefleisch isst, soll demnach eine Strafe von bis zu5000 Yuan (umgerechnet 518 Euro) zahlen oder 15 Tage imGefängnis verbringen. Firmen, die sich über das Verbot hinwegsetzenund mit Hundefleisch handeln, könnte eine Strafevon 10.000 bis 500.000 Yuan bevorstehen. Bisher handelt essich lediglich um einen Gesetzesentwurf; es ist noch unklar,wann er verabschiedet werden soll.(Quelle: Verein gegen Tierfabriken/ Newsletter/2/2010)Kinofilm „Die Bucht“ gewinnt den OscarDer Alptraum der japanischen Regierung ist wahr geworden:Der Kinofilm „Die Bucht“ ist mit dem Oscar für denbesten Dokumentarfilm ausgezeichnet worden. Die Übertragungder Oscar-Verleihung ist bei japanischen Fernsehzuschauernbesonders beliebt. Die Bevölkerung dort hatnun endlich erfahren, was in ihrem eigenen Land Jahr fürJahr geschieht und lange verborgen blieb: Bis zu 20.000Delfine sterben in Japan jährlich auf grausame Weise, 2.000allein in Taiji. (Quelle: Wildlife Ticker vom 11.03.2010)++ POSITIV-NACHRICHTEN +++ POSITIV-NACHRICHTEN +++ POSITIV-NACHRICHTEN +++ POSITIV-NACHRICHTEN +++

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