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Vorwort des Vereinsvorsitzenden Günter Pfisterer 03Grußworte des Landrats und des Oberbürgermeisters 04Grußworte der Ersten Bürgermeistervon Weihenzell und Windsbach 05Hamster-Invasion 06Ein Tag aus Rickas Tagebuch 07Igel in Gefahr 08Die seltenste Eule Deutschlands 10Die kleine Hexe 12Hundemalaria - die gefährliche Krankheit 13Wilde Tiere - eine Bildergalerie 14Die kleinen Tierfreunde 16Tierärzte in der Region 18Biene Maja 20Abschied von Lumpi 21Brix - Lebensfreude auf 3 Pfoten 22Tierdrama - Bericht aus der FLZ 24Männer-WG zieht um 26Zu verschenken - Tiere per Zeitungsanzeige 28Zum Nachdenken - Gedanken von Helga Griebaum 29Kurzüberblick über Veranstaltungen 2007 30Chico - kleiner Mann ganz groß 32Aus Lumpi wurde Rocco 34HerausgeberTierschutzverein Ansbach und Umgebung e. V.,Haldenweg 8, 91522 Ansbach, Telefon 09 81 / 6 21 70,www.tierheim-ansbach.de, info@tierheim-ansbach.deLayout, Satz & AnzeigenbetreuungTechnologiepark 1, 91522 Ansbach, Fon 09 81 / 4 87 58 10www.buero25.com, info@buero25.comRedaktionGünter Pfisterer (v. i. S. d. P.), Agnes Allman, Eva LindnerFotosHelmut Dotzler (u. a. Titelbild), Agnes Allman, Eva Lindner,Nadine Maicher, Alex PuschTierheim aktuell ist kostenlos und erscheint jährlich. DieVerteilung erfolgt in den Mitgliedsgemeinden und dasMagazin liegt bei allen werbenden Firmen und Tierärzten aus.Hundeausgehzeitentäglich 08.00 - 13.00 Uhr und 17.00 - 18.30 UhrTiervermittlungmittwochs und samstags 15.00 - 17.00 UhrSparkasse Ansbach, BLZ 765 500 00, Kontonummer 252 965Gewerbebank Ansbach, BLZ 765 600 60, Kontonummer 5859902TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.


Sehr geehrte Damen undHerren, liebe Tierfreunde,ein ereignis- und arbeitsreichesTierschutzjahr neigt sichdem Ende zu. Entgegen unsererHoffnung hat sich dieZahl der Fund- undAbgabetiere gegenüber demletzten Jahr nicht wesentlichverringert. Es ist alles beimAlten geblieben.In der letzten „Tierheim aktuell“konnten Sie lesen, dassdie Gewinn- und Verlustrechnungdes Jahres 2005mit einem Fehlbetrag von ca.79.000,- Euro abschloss. Eswurde auch über dieMaßnahmen informiert, dievon der Jahreshauptversammlungbzw. demVereinsvorstand beschlossenwurden, um die Ausgaben zusenken und die Einnahmeseitezu stärken.Der Jahresabschluss 2006mit einem Minus von ca.39.000,- Euro zeigte, dassunsere Bemühungen nichtohne Erfolg blieben, obwohlz. B. die Erhöhung desMitgliedsbeitrages erst 2007wirksam wurde. SeitNovember 2006 haben wirim Einvernehmen mit derzuständigen Bank als weitereMaßnahme der Kostensenkungdie Tilgungsrate einesDarlehens auf denMindestbetrag abgesenkt.Hierdurch haben wir eineAusgabenminderung vonjährlich ca. 8.500,- Eurobewirkt. Heuer ergeben sichnach dem 3. Quartal undeiner Hochrechnung aufzwölf Monate weitere, deutlicheVerbesserungen, wobeiallerdings eine Erbschaft inHöhe von ca. 16.000,- Eurobei einem Vergleich zumVorjahr zu berücksichtigenist.Zu unseren Aufgaben, diemeistens ohne finanziellenAusgleich bleiben, gehörendie Unterbringung vonHunden und Katzen, derenBesitzer ins Krankenhausmüssen oder eine Haftstrafezu verbüßen haben. Derdamit verbundene Tierheimaufenthaltwird für diesePensionstiere oftmals zueinem langen „Leidensaufenthalt“im Tierheim. Einälterer Schäferhund, dermittlerweile unter altersbedingterArthrose imHüftbereich erkrankt ist, wartetbereits eineinhalb Jahreauf die Rückkehr seinesHerrchens. Hoffentlich gehtder Wunsch des Besitzers,mit seinem Hund in einegemeinsame Wohnung ziehenzu können, noch inErfüllung. Für einen jüngerenHund, der beste Vermittlungschancenhätte, darfkein neues Zuhause gesuchtwerden, da der Besitzer demTierheim seinen Hund nichtübereignet. Unsere Bemühungen,eine Freigabe zubewirken, schlugen fehl. DasTier muss oder darf (wir wissennicht, wie es der Hundsieht) nun über ein Jahr imTierheim ausharren, bis seinHerrchen ihn wieder abholenkann.Auch für Tiere, die wegeneines Verstoßes gegen dasTierschutzgesetz den Halterndurch die zuständigenBehörden weggenommenund dem Tierheim übergebenwerden, erhalten wir nurselten staatlichen Zuschuss.Eine Ausnahme ereignetesich kürzlich - das LandratsamtAnsbach überwies aufdas Konto des TierschutzvereinsAnsbach 275,- Euro!Änderungen in der Organisationder Polizei Bayerns ließenbefürchten, dass diePolizei evtl. künftig nichtmehr in der Lage ist,Fundhunde ins Tierheim zubringen. Mehr als zwölf Jahrelang haben die Hundeführerder Polizeiinspektion AnsbachHunde zu uns gebracht,die im Straßenbereich herrenlosaufgefunden wurden.Da die Polizei für solche Fälleeinen Tierheimschlüssel hat,war dies zu jeder Tages- undNachtzeit möglich. Zu unserergroßen Freude bewältigtendie zuständigenBeamten des PolizeipräsidiumsNürnberg, derInspektion Ansbach und vorallem die Hundeführer, vertretendurch Herrn ErwinBetz, das Problem. Es bleibtim Wesentlichen bei der bisherigenLösung, wie mehrereBeispiele in jüngster Zeitbeweisen. Der Tierschutzvereinwäre aus vielfältigenGründen nicht in der Lage,diese Arbeit zu übernehmen.Meine lieben Leserinnen undLeser, ich bin guter Dinge,dass auch unser zweites Heftin Zusammenarbeit mit denHerren Köhler und Treffervom büro25 im TIZ Ansbacheinen interessanten Inhaltbieten und seine ansprechendeAufmachung zumBlättern und Schmökern verleitenwird.Wir freuen uns besondersüber einen Bericht aus demTiergarten Nürnberg, der unsdie Pforten zu dieser von denBürgern sehr beliebten unduralten Einrichtung in dermittelfränkischen Metropolegeöffnet hat.Zu guter Letzt möchte ich aufunser Spendenkonto aufSeite zwei verweisen undIhnen allen beste Gesundheit,Zufriedenheit undFreude am Leben wünschen.Günter Pfisterer1. Vorstand Tierschutzverein AnsbachTIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.03


Wer hat schon mal 20Hamster auf einmal gesehen?Nein? Sie nicht? Wir bislangauch nicht, doch dieses Jahrhatten wir auf einmal einenganzen Raum, der nur vonHamstern bevölkert wurde.Weiße, braune, zimtfarbige,schwarze Tierchen mit langem,kurzem oder zotteligemFell, Albinos, alte und junge,scheue, zutrauliche ...In den letzten Jahren hattenwir kaum Hamster zu vermitteln.Hier und da kamen maleiner oder zwei, aber sie fandenimmer schnell ein neuesZuhause. Ein Hamster imTierheim hatte schon fastSeltenheitswert bis zum 20.Februar, denn an diesem Tagbetrat eine Familie dasTierheim. Mit dieser Familiekam eine wunderschöneHamsterdame, die in einerbunten Pralinenschachteltransportiert wurde. Aufsehenerweckten jedoch eherihre Nachkommen: 13 armselige,vernachlässigte undkränkliche Hamsterkinderkauerten in einem leerenFarbeimer hilflos aneinander.Hamster sind Einzelgänger,und so lebte bald jedes derpossierlichen Tierchen in seinemeigenen kleinen Reich.Tagsüber schliefen sie friedlichund abends begann esim Kleintierhaus melodischzu quietschen, wenn dieKleinen in ihren Laufrädernaktiv wurden.Zu diesem Zeitpunkt wusstenwir noch nicht, dasseinige der kleinenWeibchen schon wiederJunge erwarteten.Doch wo wir unsschon im Jahr desHamsters befinden:Kaum hatten wir einigeder Tiere vermitteltundwolltenetwas aufatmen, kam dienächste Ladung Hamster.Diesmal fand eine junge Fraudie Tiere in ihrem Backofen,als sie nach einem Umzugihre neue Wohnung inspizierte.Sie öffnete dieOfentür und die kleinenHamster wuselten ihr entgegen.So kam Hamsterdame Bettymit ihrem Nachwuchs zuuns, lebte sich schnell einund beobachtete mit ihrenlustigen schwarzen Knopfaugenneugierig das Lebenim Tierheim. Ihre Scheu verlorenalle Tiere schnell und esist eine Freude, gegen Abenddas Hamsterzimmer zubetreten und zuzusehen, wiesie alle langsam wach undaktiv werden. Da gähnt esund raschelt es, und schwarzeKnopfaugen blickeneinem neugierig entgegen.Nun hätten wir ja eigentlichgenug Hamster gehabt. Dochim September kam nochmalsNachschub. Sieben der kleinenFellknäuel wurden imMüll gefunden, von ihrenFindern gerettet und zu unsgebracht. Happy End undLebensrettung für dieTierchen und ein kleinesPlatzproblem bei uns.Doch aller guten Dinge sinddrei, und so hoffen wir nun,dass der Zuwachs ein Endefindet und wir schnell für allunsere goldigen Hamster einneues Zuhause finden.06TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.


„Heute ist ein schöner Tag“,jubele ich an jedem einzelnenMorgen, wenn ich aufwache.Ich springe durch dieWohnung, suche als Allererstesmeine beiden Katzen,melde meiner großenSchäferin eifrig, wo sie sind,und überprüfe, ob mein kleinerSchäfer Aaron auch aufsteht.Dann frühstücke ichgemütlich im Liegen, dennich weiß: Auf mich wartenviele Aufgaben.Allein, um Aaron morgenszur Schule zu bringen undmittags wieder abzuholen,bin ich fast zwei Stundenunterwegs. Die sind immeraufregend: Ich treffe auf demWeg viele andere Hunde undMenschen zum Schmusenund Spielen, muss aber auchgut aufpassen, weil ich ohneLeine durch denGroßstadtverkehr laufe.Darauf, dass ich das mit fünfJahren gelernt habe, bin ichsehr stolz.Seit meiner Geburt am 15.April 2001 hatte ich nämlichmein ganzes Leben als altfränkischerHütehund mitmeiner Schafherde in derNatur gelebt und keineErfahrung mit solchenDingen wie Verhalten imVerkehr oder Stubenreinheit.Dafür wusste ich alles überdas Schafehüten. Ich war beiWind und Wetter, Hitze undKälte draußen und arbeiteteim Team mit anderenHunden für einen alten, sehrlieben Schäfer. Er mutete mirnie Strapazen zu und nahmmir nicht mal übel, wenn ichlieber im Gras faulenzen alsarbeiten wollte und er sichselbst um die Disziplin in derHerde kümmern musste.Aber dann wurde plötzlichalles anders, mein Schäferschwer krank, die Herde mitmeinen Kollegen verkauftund der 8. Februar 2006 zumschrecklichsten Tag meinesLebens:Mein geliebter Schäferbrachte mich und meine beidenBabys ins AnsbacherTierheim. Ich sah ihn nie wieder.Meine Kleinen warenschnell vermittelt und ichblieb traurig, teilnahmslosund ohne Appetit in demKäfig zurück.Neun lange Wochen zeigtekein Besucher an mirInteresse – bis zum Tag vormeinem 5. Geburtstag. Daführten mich Leute zu einemSpaziergang aus. Ich glaube,es war Liebe auf den erstenBlick. Denn obwohl sie Dingewie „Schnapsidee“, „ist nichtmal stubenrein“, „wird sicherschwierig“, „kriegen wirwahrscheinlich gar nicht insAuto“ und „fühlt sich vielleichtin der Stadt nichtwohl“ sagten, nahmen siemich mit.Alle staunten, als ich flugs insAuto hüpfte, mich nach derFahrt schlagartig in einentobenden Wildfang verwandelteund auch keine Angsthatte, das Haus zu betreten.Hier wusste ich endgültig,dass mein Glückstag war:Statt bockiger Schafe sah ichniedliche Katzen und konntedie erste Woche nur nocheins machen: rennen, rennenund rennen. Bis ich verstand,dass Wohnungen keineHundetoiletten sind, ichnicht einfach auf Straßenrennen und jedemLebewesen hinterherhetzendarf, dauerte es Monate.Aber das Lernen hat sichgelohnt.Ich wohne zwar jetzt in derGroßstadt, bin aber trotzdemviel draußen und nie alleine,habe viele Freunde auf zweiund vier Beinen und auchohne Schafe eine MengeArbeit, die mir Spaß macht.Das Katzenhüten nehme ichsehr ernst: Zu Hause wuseleich ständig herum, um dieKatzen zu suchen und auf sieaufzupassen. Dazu begleiteich meine Schäferin bei ihrerArbeit und lerne dabei fasttäglich neue Menschen, Tiereund Gegenden kennen.Besonders gut gefallen mirdie Tage, an denen wirRadtouren unternehmen, inden Zoo gehen oder ich mitden Pferden bei Ausritten umdie Wette rennen kann. Ichweiß inzwischen natürlich,dass ich sie nicht in die Beinezwicken soll.Autofahren liebe ich, egal,wie lange es dauert. Auchmein altes Tierheim besucheich sehr gerne, denn ich magalle Tiere von kleinen Nagernbis zu Giraffen. Nur Elefantenmachen mir Angst, und eineSache lässt mir keine Ruhe:Die eine Katze will immernoch nicht mit mir spielenund schmusen, obwohl ichmir so viel Mühe gebe, ihrFreund zu werden.Aber ich gebe nicht auf, weilich ganz sicher weiß, wennich abends erschöpft undzufrieden einschlafe, dass dernächste Morgen voller neuerMöglichkeiten steckt und ichwieder jubeln werde: „Heuteist ein schöner Tag!“TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.07


Igel gehören mit zu den ältestennoch existierendenTieren der Erde. Schon voretwa 65 Millionen Jahrenwuselten sie nachts, wennRiesenechsen und Saurierschliefen, durch die Natur. Sieschliefen tagsüber undmachten sich in derDämmerung auf die Suchenach Käfern, Schnecken,Raupen und Würmern.Doch im Laufe der Jahre hatsich der Lebensraum der Igelso stark verändert, dass sieheute zu den besondersgeschützten Arten gehören.Während Igel früher vornatürlichen Feinden wie zumBeispiel Uhus, Füchsen,Mardern oder Dachsen aufder Hut sein mussten, stellenheute die Menschen diegrößte Bedrohung für diestacheligen Tierchen dar.Überfahrene Igel gehören leiderschon zum Alltag. Immermehr vielbefahrene Straßendurchschneiden ihre Reviere.Rollt sich ein Igel bei Gefahrzusammen, so schützt ihndies zwar vor Hunden oderKatzen, nicht jedoch vorAutos.Leider liegt es nicht in derNatur der Igel, die Gefahr vonStraßen einschätzen zu können.Vielmehr werden sie vondiesem gefährlichen Ortmagisch angezogen, da dervon der Herbstsonne aufgewärmteAsphalt vieleInsekten anzieht, Nahrungfür den Igel.Diese Nahrung ist lebensnotwendigfür ihn. Im Gegensatzzu früher haben es Igel heuteviel schwerer Futter zu finden.Werfen wir nur einenBlick in unsere Gärten, diewir im Spätsommer oderHerbst für den Winter herrichten.Da werden Büsche,Hecken und Pflanzen zurückgeschnittenund trockeneÄste und Laub zusammengerechtund entfernt. Umlästige Insekten loszuwerden,haben wir oft schon imSommer Insektenvernichtungsmittelund Köder eingesetzt.Leider vernichtenwir damit das Nahrungsangebotfür die Igel.Letztendlich haben wir vieleordentliche und hübscheGärten, doch dem erst vorwenigen Wochen zur Weltgekommenen Igelnachwuchserschweren wir dasLeben dadurch sehr.Igelkinder kommen imAugust und September aufdie Welt und haben nicht vielZeit, sich ein überlebensnotwendigesGewicht anzufutternund ein Nest für denWinterschlaf zu suchen.Wenn die Temperaturen 8-10Grad erreichen, befinden sichIgel normalerweise bereitsim Winterschlaf.Doch wo soll ein unerfahrener,hungriger JungigelFutter und Baumaterial fürsein Nest finden, wenn er inunseren ordentlichen Gärtenund Parks keine Laubhaufenoder geeigneten Versteckemehr findet? Selbst erfahrene,ausgewachsene Igelhaben hier ihre Schwierigkeiten.Und auf der langen Suchenach Futter und einembrauchbaren Winterquartierdrohen viele weitereGefahren. Unzählige Igel fallenin Gartenteiche,Lichtschächte, verfangen sichin Zäunen, gelben Säcken,Joghurtbechern... Manchehaben auch ein Nest für denWinter gefunden und hergerichtet,um recht bald vonMenschen bei derGartenarbeit gestört undvertrieben zu werden.Natürlich können wir keineStraßenzäune für Igel bauen,wie wir es für Kröten tun,doch wir haben andereMöglichkeiten, den nützlichenStacheltieren beimÜberleben zu helfen.Und es geht so einfach!Vielen Igeln ist schon geholfen,wenn man ihnen all-08TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.


abendlich ein Schälchen zuckerfreiesKatzenfutteranbietet und ihnen damithilft, sich einen überlebensnotwendigenWinterspeckanzufressen.Es dürfte wohl auch kaumMühe machen, einenLaubhaufen im Garten liegenzulassen.An einergeschützten Stelle kann sichein Igel hier mit Gras, Moosund kleinen Ästen eineUnterkunft für den Winterherrichten. Er wird sich in denSommermonaten sicherrevanchieren, indem er „seinen“Garten von Schnecken,Raupen und Würmernbefreit.Wer keinen unordentlichenLaubhaufen in seinemGarten möchte, kann aucheine kleine Igelburg aufstellen.Diese sind leicht herzustellenoder können auch fertiggekauft werden.Informationen und Bauanleitungengibt es dazubeim Landesbund fürVogelschutz, Telefonnummer:09 81 /72 22Kleine Igel, die jedoch tagsüberauf der Suche nachFutter herumirren oder garbei Frost und im Winter nochwach herumlaufen, brauchenmehr Hilfe. Sie haben esnicht geschafft, genug zufressen oder ein Nest zubauen und können alleinenicht überleben.Hier sind verantwortungsvolleTierfreunde gefragt, diebereit sind, ein Igelchen beisich aufzunehmen, zu fütternund ihm die kaltenWintermonate über ein warmesPlätzchen zu bieten.Es gibt schon einigeMenschen, die die Not derIgel erkannt haben undgerne und jährlich aufs Neuewieder helfen. Doch wirbrauchen noch mehr freiwilligeHelfer und beraten undunterstützen natürlich jeden,der sich bei uns meldet undhelfen will.TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.09


Der Uralkauz (Strix uralensis),der aufgrund derFärbung des Brustgefiedersauch Habichtskauz genanntwird, hatte im BayerischenWald die westlichste Spitzeseines riesigen Verbreitungsgebietes.Auf deutscher Seitewar diese Eulenart bis Endedes 19. Jahrhunderts als Brutvogelnachgewiesen, auftschechischer Seite wurdeder letzte Vogel 1926 registriert.Als Ursache des Rückgangsgilt in erster Linie die direkteVerfolgung, aber auch Veränderungenim Lebensraumvon lockeren Mischwäldernhin zu Fichtenmonokulturen.So war diese Tierart in unsererRegion nur noch inZoologischen Gärten zusehen. Bereits 1931 glückteHeinroth in Berlin die ersteHandaufzucht. Erst 1965aber gelang dem TiergartenNürnberg weltweit zumersten Mal die natürlicheNachzucht dieser attraktivenEulenart, wobei die beidenam 17. und 18. Mai geschlüpftenJungvögel erfolgreichaufgezogen wurden. Seit1973 werden Uralkäuze imTierfreigehege des NationalparksBayerischer Wald regelmäßignachgezogen.Ausgehend vom NationalparkBayerischer Wald läuftseit 1975 ein inzwischendeutsch-tschechisch-österreichischesProjekt zurWiederansiedelung diesereindrucksvollen Tierart, andem sich neben demTiergarten Nürnberg auchweitere Zoos wie TiergartenSchönbrunn, der AlpenzooInnsbruck, der WildparkGrünau, Opelzoo Kronberg,Chomutov und Ohrada beteiligen.Der Großteil derNachzuchten stammt ausden Volieren des NationalparksBayerischer Wald,sowie der Greifvogel- undEulen-Zuchtstation Haringsee.Da die Zoopopulationnur auf eine geringe Zahl anGründertieren zurückgeht,wird auf tschechischer Seiteauch mit aus der Slowakeiumgesiedelten Vögeln gearbeitet.Abhängig von derZahl der Jungen von 500 bis1.500 pro Jahr sollen 5 bis 10Jungeulen aus der Slowakeiumgesiedelt werden.Aus dem Tiergarten Nürnbergsind seit 2003 insgesamt12 Jungvögel an dasAuswilderungsprojekt abgegebenworden. Der Ablauforientierte sich immer an derBiologie der Vögel: Zuerstsind aus der Bruthöhle derUralkäuze die Jungvögel nurzu hören, einen Monat späterverlassen sie ihre Bruthöhle,hüpfen dann – wie für Eulentypisch – als sogenannteÄstlinge in der Voliere umherund werden dort von ihrenEltern betreut. Mit 6-8Wochen sind sie flügge, werdenaber noch weitere 2Monate von ihren Elterngefüttert. Im August, also zuBeginn des Selbständigwerdens,erfolgt der Transport inden Nationalpark BayerischerWald. Dort werden siein eine Voliere neben einemZuchtpaar eingesetzt, zudem sie schnell Rufkontaktaufbauen können. Nebendem Kennenlernen derUmgebung aus der Voliereheraus bindet diese Methodedie Jungvögel auch an denOrt ihrer Freilassung. Idealerweiseerfolgt diese Methodemit den eigenen Jungen,wobei die Zuchtvolieregeteilt wird.Das Ausflugloch aus derFreilassungsvoliere wird mitElektrozaun gegen Raubtieregesichert, so dass dieJungvögel jederzeit zu ihrenEltern zurückkehren können.So sind die Jungvögel nocheinige Zeit zu beobachtenund ihre Fitness zumindestoptisch kontrollierbar. BeiBedarf kann entsprechendzugefüttert werden, um dieUmstellung auf die eigeneNahrungssuche zu erleichtern.Besonders im erstenWinter kann dies von ausschlaggebenderBedeutungsein.10TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.


In den 30 Jahren desBestehens dieses Projektessind bereits über 200 Eulenausgewildert worden. Auftschechischer Seite wurdenUralkäuze mit Sendern versehen,um endlich bessereDaten über ihre Wanderungen,Bruten und Überlebenschancenzu erhalten.Die wenigen gesichtetenUralkäuze auf tschechischerSeite in den 80er Jahrenwaren entweder aus derSlowakei, aber wahrscheinlicheraus dem Projekt imBayerischen Nationalparkeingeflogen.Trotz aller Probleme, denBestand in der Natur zu überwachen,existieren Nachweisevon derzeit mindestens10 Brutpaaren in denNationalparks BayerischerWald und Sumava. Ein Anflugeines Uralkauzes gegen einAuto im September 2006 mitlanger Rehabilitationszeitwar auf den ersten Blick ehertraurig.Auf den zweiten Blick war esjedoch ein Erfolgsbeweis,denn diese Eule war am04.04.2004 im TiergartenNürnberg geschlüpft und imSommer ausgewildert worden.Die Zoo-Eule hat also diebeiden extrem harten Winterbis zu ihrem Unglück bestensüberstanden!So leisteten ZoologischeGärten, wie der TiergartenNürnberg, auch hier einendirekten Beitrag zum Erhaltbedrohter Tierarten.TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.11


Im vergangenen Jahr wurdenmehr als 2200 Fälle dieserneuen und sehr gefährlichenHundekrankheit in Deutschlandvon Tierärzten gemeldet.Kalkuliert man die vermutete„Dunkelziffer“ mitein, wird die Zahl der infiziertenHunde mindestens doppeltso hoch sein.Weshalb Malaria?Das Krankheitsbild ähneltstark dem der menschlichenMalaria – daher auch derName „Hundemalaria“,obwohl Überträger undErreger ganz andere sind.Doch werden sowohl bei dermenschlichen Malaria alsauch bei der Hundemalariadie roten Blutkörperchen vonwinzig kleinen Parasitenbefallen und zerstört.Die Erreger der Hundemalariaheißen Babesien und werdendurch Zecken bei derBlutmahlzeit übertragen.Woher kommt die Hundemalaria?Bis vor wenigen Jahren galtdie Babesiose, so der wissenschaftlicheName derHundemalaria, ausschließlichals Reisekrankheit,importiert aus südlichenLändern.Doch die Klimaveränderungenhaben die Lebensbedingungenfür die übertragendenZecken so verbessert,dass diese in Deutschlandheimisch werden konnten.Die beiden Übeltäter heißen„Braune Hundezecke“, diebislang noch vorwiegend inden Mittelmeerländern vorkommtund „Auwaldzecke“,die sich momentan inDeutschland leider zunehmendverbreitet. Der bei unsschon immer bekannte„Holzbock“ kann zwar auchschwerwiegende Infektionenübertragen, vor allemBorreliose und FSME(Frühsommermeningoenzephalitis),ist jedoch für dieHundemalaria nicht verantwortlich.Wie sieht die Krankheit aus?Etwa ein bis zwei Wochennach dem Biss einer infiziertenZecke zeigt der HundAppetitlosigkeit, Apathie undFieber. Bald darauf kommt eszu Blutarmut mit hochgradigerSchwäche und eventuellzur Gelbsucht mit rotem bisdunkelbraunem Urin. Unbehandeltendet die Krankheitfast immer tödlich.Gibt es eine Heilungschance?Besteht der Verdacht einerHundemalaria, wird ihrTierarzt / ihre Tierärztin eineBlutprobe an ein Speziallaboreinschicken, um Antikörpergegen den Erreger oder denErreger selbst nachweisen zulassen. Es gibt ein gut wirksamesMedikament (Imidocarb),das allerdings nur ausdem Ausland über die internationaleApotheke bezogenwerden kann.Kann man vorbeugen?Der beste Schutz vor derHundemalaria besteht ineiner konsequenten und lückenlosenZeckenprophylaxe.Hierzu stehen verschiedenePräparate zur Verfügung, jenachdem welche Anwendungsformder Tierhalterbevorzugt.Beliebt sind beispielsweisedie sogenannten „Spot-on“-Ampullen, wobei dasMedikament an einem odermehreren Punkten auf dieHaut des Hundes aufgetropftwird. Es gibt auch Präparatein Sprayform, die mit einemPlastikhandschuh wie einShampoo in das Fell desHundes einmassiert werden.Eine besonders langeWirkung bieten mancheZeckenhalsbänder. Im europäischenAusland gibt esbereits einen Impfstoffgegen Babesien, der jedochbisher in Deutschland nichtzugelassen ist und dahernicht verwendet werdendarf.Dr. Ursula Dotzler-RechcygierTIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.13


Wilde Tiere brauchen Wildnis!All diese Tiere wurden inihrer natürlichen Umgebungbeobachtet und fotografiert.Dank dem Druck vonNaturliebhabern, Umweltorganisationenund einigeneinsichtigen Politikern wurdenfür diese Tiere in mehrerenLändern riesige Naturarealefür die zum Teilbedrohten Tierarten zurVerfügung gestellt. Hoffentlichkönnen sich noch vieleGenerationen an eindrucksvollerNatur und so seltenenTieren erfreuen.14TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.


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Auch dieses Jahr gebührtgroßer Dank den ganz kleinengroßen Tierfreunden, diemit viel Freude, Mühe,Einsatzbereitschaft und einbisschen Hilfe von Erwachsenenein großes Ziel verfolgen:Wir helfen den Tieren imTierheim!Unsere Kindergarteneinrichtungist bekannt und wird„unterm Regenbogen” genannt.Um Unterstützung wollenwir Sie bitten. Wir allein kommennur vorwärts in kleinenSchritten .Wir wollen helfen den Tierenim Ansbacher Heim, denn siehaben Hunger und sind soallein.Mit diesen rührendenWorten auf zwei selbstgebasteltenSpardosen in Formeiner Katze und einesHundes machten sich diefleißigen Kindergartenkinderauf den Weg.So sammelten Sie 343,- Eurofür die Tierheimtiere.16TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.


Die Ethik-Schüler der 3. und 4.Klasse der Karolinenschulewollten ebenfalls helfen undspendeten 100,- Euro.Bei einem Besuch imTierheim übergaben sie unsihre Spende und bekamen alskleines Dankeschön eine kleineFührung durch unserTierheim. So konnten siegleich sehen, für welche Tieresie gesammelt und gespendethaben.Neben Geldspenden bekamenwir aber auchFutterspenden für Hundeund Katzen vom amerikanischenKindergarten. Undviele Kinder beschenkten unsmit selbstgemalten undgebastelten Bildern. UnsereKatzen wurden sogar mit ausKlopapierrollen selbstgebasteltemKatzenspielzeug verwöhnt.Die Ethik-Schüler der 5.Klasse des Platen-Gymnasiumshaben 180,- Eurogespendet!Auch bei den vielenPraktikanten, die dieses Jahrbei uns waren, möchten wiruns für ihre Hilfe und dasInteresse an unserer Arbeitbedanken.Vielleicht konnten wir ja demeinen oder anderen dieArbeit mit Tieren etwasnäherbringen.Schüler des Platen-GymnasiumsSchüler der KarolinenschuleMalwina ist eine unserer fleißigenPraktikantinnen, dieuns seit einigen Monaten beider Arbeit unterstützt.Maximilian kommt, seit erein Praktikum bei uns absolvierthat, regelmäßig jedenDonnerstag ins Tierheim.TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.17


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Kleine Hunde finden imTierheim meist schnell einenneuen Besitzer – anders wares bei unserem Lumpi. DerDackelrüde war schon ziemlichalt, als er bei uns abgegebenwurde. Und er hatte seinenganz eigenen Kopf.So lieb der kleine Kerl auchbeim Gassigehen war, ermachte uns das Leben nichtimmer leicht.Lumpi bewohnte gleich denersten Zwinger im Hundehaus.Und da er schon seinZuhause verloren hatte, gaber im Tierheim sehr daraufacht, nicht noch mehr zu verlieren.So verteidigte er seineDecke und seinen Korb, wennes sein musste und auch seinemFutter durfte niemandzu nahe kommen.Irgendwie schaffte er es,jeden Interessenten schnellwieder los zu werden. Docheines Tages kam sein neuesFrauchen ins Tierheim, dasihn mit all seinen kleinenMacken so liebte, wie er war.Da musste gar nicht langeüberlegt werden: Schnellhatte Lumpi ein neuesZuhause gefunden.Von nun an erreichten uns E-Mails mit Fotos undBerichten von Lumpi, der aufseine alten Tage ein richtigerGenießer und Schmuserwurde.Das erste Jahr überraschte eruns mit einem Foto, in demman ihn erst beim zweitenHinschauen fand. In einemgroßen Korb mit ganz vieleDecken versteckt blitzten unsglänzende Dackelaugen entgegen.Schöner kann es einHund gar nicht haben. In dernächsten Mail sahen wirLumpi im Schnee und dasnächste Mal auf der Wiese.Denn er hatte in seinen letztenJahren den Himmel aufErden und das beste Frauchen,das man haben kann.Alle paar Monate freuten wiruns darüber Neuigkeiten vonLumpi und seinem Frauchenzu erfahren.Lumpi war immer ein lieberund aufmerksamer Hund,der seine Spaziergänge undStreicheleinheiten genoss.Doch so gern mancheGassigänger es auch gehabthätten – auf den Arm nehmenund knuddeln ließ ersich nicht.Ende Februar erreichte unsleider die letzte E-Mail vonLumpi. Traurig und betrübtlasen wir, dass der kleine Kerlsein Frauchen verlassenmusste. Uns allen werden dielustig-frechen Dackelknopfaugenunvergessen bleiben,und wir werden noch oftdaran denken, was für einGlück er auf seine alten Tagenoch erleben durfte.TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.21


Dass sich schon lange nichtmehr richtig um ihn gekümmertwerden konnte, waroffensichtlich, als wir Brix imFrühsommer aus seinemZwinger auf einem kleinenDorf holen mussten.Sein linker Hinterlauf sahschlimm aus. Eine alte, unbehandelteVerletzung war es,die Brix vor Schmerzen darannagen und lecken ließ. Dieblutige Wunde roch unangenehmund noch bevor wirmit ihm ins Tierheim abbogen,war der allererste Gangmit ihm ein Besuch in derTierklinik.blieb dieser auch nach einpaar Wochen ohne Gefühlund war Brix beim Laufenmehr im Wege als eine Hilfe.Dauernd stolperte er überseinen eigenen Hinterlauf,wenn dieser den drei gesundenBeinen in die Quere kam.Brix fing an, wieder daran zuknabbern, als wolle er diesesAnhängsel wegbeißen.Eines war uns klar: In demZustand konnte Brix nichtvermittelt werden.Also stellte sich die Frage:Amputation oder Euthanasie?!?Laufen nicht zu schnellgenommen werden dürfenund dass z.B. beim Einsteigenins Auto das Körpergewichtanders verlagert werdenmuss und und und…..Brix ist ein Sonnenschein imTierheim. Jeden Tag bewundereich ihn aufs Neue.Morgens, wenn ich insHundehaus komme und alleanderen nach Fressen schreien,steht Brix bereits mit seinemSpielzeug im Maul amGitter, wedelt mich an undkann es kaum erwarten, mitvielen anderen Hunden imRudel springen zu können.Wird ein pubertierenderRüde mal zu frech oder versucht,sein Handicap auszunützen,stutzt er den Grün-Schon bei der erstenUntersuchung des Beines, dieBrix brav über sich ergehenließ, standen die Chancen,das Bein zu erhalten,schlecht. Sehnen warenbereits verkürzt und Muskelngeschwunden. Ein deutlicherHinweis darauf, daß er denHinterlauf schon lange nichtmehr belastet hat.Die Wunde wurde gereinigtund versorgt und mit vielBewegung sollte eigentlichdas Bein wieder „zum Lebenerweckt“ werden.Brix, dieser wunderschönerot-schwarze Schäferhund,gewöhnte sich recht schnellim Tierheim ein. Er genossden Freilauf, das Spiel mitanderen Hunden und dasGassigehen und alles wärenoch mal so schön gewesen,wenn da nicht dieserStörfaktor, der linke Hinterlauf,gewesen wäre. LeiderNein, lassen Sie mich dasberichtigen: die Frage nachder Euthanasie stellte sicheigentlich nicht, denn beimAnblick von Brix und derLebensfreude, die er ausstrahlte,war es klar, dassallein die Amputation desHinterlaufs die Lösungschlechthin war und nochniemand, der Brix kennt, hatdiesen Schritt nur eineSekunde bereut. Am wenigstener selbst.Innerhalb von zwei Tagenhatte sich Brix von derOperation erholt. Das Fressenschmeckte ihm wie eh und jeund das Laufen auf 3 Beinen?Darin hatte Brix doch schonlange Übung und endlichkonnte er sich nicht mehrselbst ein Bein stellen.In kürzester Zeit hatte erbegriffen, dass nur noch voneiner Seite gepinkelt werdenkonnte, dass Kurven beim22TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.


schnabel zurecht und wirftihn auch mal auf den Rücken,um sicher zu stellen, dass ernicht im geringsten behindertist.Lebensfreude pur.Jetzt ist ihm nur noch zuwünschen, dass seineBehinderung von einem liebenMenschen genausowenig beachtet wird, wie vonihm selbst.Ein Mensch, der sich nichtdaran stört, daß Brix etwasanders aussieht, als ein „normaler“Hund, dem es nichtsausmacht, wenn Passantenmit dummen Sprüchen nichtzurückhalten können undder mit Brix keine Pokalebeim Hundesport mehrgewinnen will, der aber dafürden dankbarsten Freund,Spielgefährten und Begleiterbekommt, den man sichwünschen kann.TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.23


Bericht aus der FränkischenLandeszeitung vom 15. und16.07.06:Der brutale Tod derHauskatze Tini bewegt dieGemüter.Tini war gestern Vormittagerschlagen worden, nachdemsie sich im Spalt einesgekippten Fensters eingeklemmthatte. Die Täter berufensich darauf, sie hättendas Tier von seinen Qualenerlöst, nachdem es sich beiseinen verzweifelten Befreiungsversuchenschwer verletzthabe. Während diePolizei diese Version fürglaubhaft hält, haben dieKatzenbesitzerin und eineTierärztin Zweifel daran.Eigentlich, sagt dieBesitzerin, sei ihre Tini eine„reine Wohnungskatze“gewesen. Dass sie sichgestern früh doch einmaldavonstahl, bezahlte sie mitdem Leben. Beim Versuchdurch ein gekipptes Fensterin einen lebensmittelverarbeitendenBetrieb zu gelangen,möglicherweise in derHoffnung auf ein paar leckereHappen, verklemmte siesich und kam nicht mehr frei.Als sie entdeckt wurde, seider Hinterleib bereits leblosgewesen, erklärte derHausbesitzer gegenüber derPolizei. Daraufhin habe erAngestellte gebeten, dasschwerverletzte Tier zu töten– eine Darstellung, die lautPolizeiangaben „glaubhaft“sei, zumal am Fenster KratzundHaarspuren festgestelltworden seien. Der Hausbesitzerselbst war für eineStellungnahme gestern nichterreichbar.Dass sich Tini bei ihrenBefreiungsversuchen Verletzungenzugezogen hat,daran hat auch die Besitzerinkeinen Zweifel. Doch dass dieKatze lediglich sterben musste,um von ihrem Leid erlöstzu werden, mag sie nichtrecht glauben.Die Täter seien nämlich, wieeine Nachbarin beobachtethabe, „mit unheimlicherBrutalität“ vorgegangen: Miteiner großen Schaufel hättensie unter Gelächter mehrfachauf das Tier eingeschlagen.Eine Tierärztin, der sie Tinispäter zur Begutachtungbrachte, bestätigte der FLZgegenüber, dass die Katze„übel“ zugerichtet wordensei. Der Schädel sei regelrechteingeschlagen worden.Ob die Katze tatsächlichbereits teilweise gelähmtgewesen sei, könne nur eineObduktion zeigen.Die aber lehne dieStaatsanwaltschaft ab,erklärte ein Polizeisprecherauf FLZ-Anfrage. Zwar werdedie Anzeige wegen einesVerstoßes gegen dasTierschutzgesetz verfolgt.Doch eine aufwändigeUntersuchung des totenTieres habe der leitendeOberstaatsanwalt Dr. ErnstMetzger nicht für notwendigbefunden, heißt es in derPolizeiinspektion Heilsbronn.Zu einer Obduktion durch diePathologie der Uni Münchenwird es aber dennoch kommen.Die Beschau der inzwischentiefgefrorenen Katzewerde der Ansbacher Tierschutzvereinvornehmen lassen,erklärte dessen VorsitzenderGünter Pfisterer. Eslasse sich feststellen, ob dasTier vor dem Erschlagen verletztgewesen sei. Laienkönnten so etwas nicht beurteilen.Deshalb dürfe manauch angesichts eines offensichtlichleidenden Tieresnicht einfach zur Selbstjustizgreifen, sondern müsse einenTierarzt konsultieren.Die Tötung von Wirbeltierensei laut Paragraph 3 desTierschutzgesetzes nur unterBetäubung erlaubt. Insofernwäre nach PfisterersEinschätzung auch ein „erlösenderAkt“ strafbar. „Da hatkein Mensch das Recht dazu“,meint er: „Wir können undwerden das nicht auf sichberuhen lassen.“_________________________Gutachten des Institut fürTierpathologie an der UniMünchen vom 04.08.06:Unter Vorbehalt der eingeschränktenBeurteilbarkeit,sind keine höhergradigenSchädigungsprozesse desRückenmarks abzuleiten.Ob bereits eine Lähmung derHintergliedmaßen bestandenhat, kann trotz neuropathologischerUntersuchung,insbesondere aufgrund derfortgeschrittenen Autolyseweder bestätigt noch ausgeschlossenwerden._________________________Schreiben der StaatsanwaltschaftAnsbach an die Katzenbesitzerinvom 06.09.06:Ermittlungsverfahren wegenVerstoßes gegen dasTierschutzgesetzStrafanzeige vom 15.08.2006Sehr geehrte Frau ...,das Ermittlungsverfahrenhabe ich mit Verfügung vom25.08.2006 gemäß § 170 Abs.2 Strafprozessordnung eingestellt.Gründe:Den Beschuldigten liegt zurLast, Ihre Hauskatze getötetund dadurch einen Verstoßgegen das Tierschutzgesetzbegangen zu haben. DemBeschuldigten liegt zur Last,den Auftrag hierfür im Sinneeiner Anstiftung erteilt zuhaben.Nach dem Ergebnis derErmittlungen blieb die Katzeam frühen Morgen des14.07.2006 im Spalt einesgekippten Kellerfensters desMitbeschuldigten steckenund konnte sich selbst nichtmehr befreien. Nachdem dieKatze nach einigen Stundenin dieser Situation aufgefundenwurde, wurden die24TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.


Beschuldigten beauftragt,die Katze zu befreien. Nachden nicht zu widerlegendenAngaben eines Zeugen habesich die Katze auch danachnicht bewegt und keinLebenszeichen mehr von sichgegeben. Die Katze habe sichsteif und kalt angefühlt.Seiner Ansicht nach habe dieKatze bereits zu diesemZeitpunkt nicht mehr gelebt.Die Beschuldigten haben sichzu den Tatvorwürfen bislangnicht geäußert. Für den Fall,dass die Katze nach derBefreiung aus demFensterspalt noch gelebt hat,wofür spricht, dass dieBeschuldigten danach nochauf die Katze einschlugen,liegt gleichwohl kein strafbaresVerhalten vor.Dem Beschuldigten kann einTatvorwurf nicht gemachtwerden, da er nach der derzeitigenBeweislage nur denAuftrag erteilt hat, die Katzezu befreien, nicht aber, sieauch zu töten.Strafbar macht sich, wer einWirbeltier ohne vernünftigenGrund tötet oder aus Rohheiterhebliche Schmerzen oderLeiden zufügt. Nach demErgebnis der Ermittlungenhaben die Beschuldigten dieKatze getötet, um dem Tierweitere Leiden zu ersparen.Aufgrund des geschildertenZustands der Katze durftensie davon ausgehen, dass dieKatze nicht mehr zu rettenwar. Wäre die Katze noch zuheilen gewesen, käme jedenfallsein diesbezüglicherIrrtum der Beschuldigten inBetracht. Es ist auch nichterkennbar, dass dieBeschuldigten aus Rohheiterhebliche Schmerzen oderLeiden zugefügt haben.Vielmehr liegt es nahe, dassdie Katze durch die Schlägemit der Schaufel schnell vonihren Schmerzen erlöstwurde.Seitens der Staatsanwaltschaftwird nicht verkannt,dass das Vorgehen derBeschuldigen einen pietätlosenund grausamen Eindruckerweckt hat und gesellschaftlichweitenteils nichtakzeptiert wird. Nicht jedesmoralisch zu missbilligendesVerhalten ist aber auch strafbar,da, wie bereits dargelegt,den Beschuldigten nicht vorgeworfenwerden kann, dasTier grundlos getötet oderdurch Zufügen vonSchmerzen über die Maßengequält zu haben.Etwaige zivilrechtlicheAnsprüche werden durchdiese Entscheidung nichtberührt._________________________Beschwerde gegen dieEinstellung des Verfahrensvom 18.09.06:Sehr geehrte Damen undHerren!Im Namen der von uns vertretenenPartei legen wirhiermit gegen dieEinstellungsmitteilung nach§179 II StPO vom 06.09.06Beschwerde ein. Wir bittenhöflich um kurzfristigeAkteneinsicht an unsereKanzlei...Anschließend werden wir dieBeschwerde begründen. Esbesteht bereits jetztVeranlassung auf denGesetzestext (§4 I TierSchG)hinzuweisen, wo es einschlägigheißt:“Ein Wirbeltier darf nur unterBetäubung ..... getötet werden..... Ein Wirbeltier tötendarf nur, wer die dazu notwendigenKenntnisse undFähigkeiten hat.“Die Staatsanwaltschaft gehtin dem Einstellungsbeschlussersichtlich davon aus,dass im Interesse des Tiereshier eine Handlung derFürsorge gegeben war – zurVerhinderung weitererLeiden des Tieres. DieserRechtsgedanke wird auch imTierschutzgesetz erwähnt,jedoch wiederum nur unterBeachtung der Tatbestandsmäßigkeitdes §4 TierSchG(§3 Ziff.2, § 9 II Ziff. 6 und Nr. 8Satz 2 TierSchG).Schreiben des Generalstaatsanwalts,Nürnberg vom22.01.07:Sehr geehrter HerrRechtsanwalt,die aufgrund IhrerBeschwerde durchgeführtePrüfung der Akten hat ergeben,dass dieStaatsanwaltschaft dasErmittlungsverfahren zuRecht eingestellt hat. Das Beschwerdevorbringenrechtfertigtes nicht, dieErmittlungen wieder aufzunehmen.Auf die zutreffendeBegründung der angefochtenenVerfügung nehme ichBezug. Zu IhremBeschwerdevorbringen hatsich die Staatsanwaltschaftwie folgt geäußert:„1.Mangels Verletzteneigenschaftsteht demTierschutzverein Ansbachund Umgebung e.V. keinBeschwerderecht zu (§ 172Abs. 1 Satz 1 StPO).2.Der von der Beschwerdeangeführte §4 Abs. 1TierSchG, wonach einWirbeltier nur unterBetäubung oder sonst unterVermeidung von Schmerzengetötet werden darf und fernerdie Tötung des Tieres nurdurchführen darf, wer diedazu notwendigen Kenntnisseund Fähigkeiten hat,betrifft nicht die Frage derRechtmäßigkeit der Tötung,sondern die Art derAusführung.Zur Frage der Rechtmäßigkeitder Tötung nehme ichauf die Begründung derEinstellungsverfügung Bezug.Hinsichtlich der Frage, ob dieTötung unter Vermeidungvon Schmerzen erfolgte, lässtsich das Ergebnis derErmittlungen keinen sicherenSchluss darauf zu, dassdie Katze vor Eintritt desTodes erhebliche Schmerzenerleiden musste. Das nachgereichtetierärztlicheGutachten bringt insoweitkeinen weiteren Aufschlussüber den Gesundheitszustandder Katze nach derBefreiung aus demFensterspalt. Daher musszugunsten der Beschuldigtenunterstellt werden, dass dieKatze durch das diagnostizierteKippfenstersyndrombereits soweit in ihrerGesundheit beeinträchtigwar, dass ein weiteresErleiden von Schmerzennicht mehr zum Tragen kam.Hinsichtlich der fehlendenKenntnisse und Fähigkeitender Beschuldigten ist zubeachten, dass dieseVorschrift im Wesentlicheneine Ordnungsvorschrift darstellt,die bei einer unaufschiebbarenNottötungunbeachtet bleiben kann,wenn die sofortige Tötung imHinblick auf den Zustand desTieres als das geringere Übelerscheint. Auch dies ist angesichtsdes festgestelltenZustands der Katze zugunstender Beschuldigten zuunterstellen.Aufgrund dessen ist auch dieVerwirklichung einerOrdnungswidrigkeit gem. §18 Abs. 1 Nr. 5 i.V.m. § 4 Abs. 1Satz 1 und 3 und §18 Abs. 2TierSchG nicht sicher nachweisbar.“Diesen zutreffenden Ausführungenschließe ich michan. Daher muss es bei derEinstellung des Verfahrenssein Bewenden haben._________________________Abschließender Kommentarvon Günter Pfisterer:Bei der vor einigen Jahrenerfolgten Aufnahme desTierschutzes in die bayerischeVerfassung und in dasGrundgesetz der BundesrepublikDeutschland wurdedarauf hingewiesen, dass nuneine Abwägung der verschiedenenInteressen bei rechtlichenVerfahren zu erfolgenhat. Ist das in diesem Fallegeschehen?TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.25


Drei ausgewachsene Kater,drei vollkommen unterschiedlicheCharaktere, alledrei mit ganz eigener, nichtsehr rosiger Vergangenheit,landeten innerhalb einesJahres im Tierheim.Bereits bei ihrer Ankunft warklar: Es wird nicht einfachsein, für die Kater ein neuesZuhause zu finden. Sie passtennicht in dasKatzenschema, das zu einerschnellen Vermittlung führt.Weder kränkelnde, nochscheue oder aggressive Tieresind in der Regel gefragt.genau diese drei für Monateeinen Zwinger teilen mussten.Unsere Männer-WG wargeboren.Die ersten Wochen nahm keinervom anderen Notiz.Nemo und Hanni verstecktensich tagsüber und Apollo, dervermeintliche Chef der drei,teilte gerne mit ausgefahrenenKrallen schnelle Hiebeaus, wenn ein menschlichesWesen seinen Zwinger betratund ihm zu nahe kam. Mitder Zeit allerdings lockertesich das angespannteVerhältnis unserer Bubenund siehe da: War das nichtder ängstliche Nemo, derplötzlich immer öfter aus seinemVersteck auftauchteund sich an Apollo schmiegte?Vereint warteten sie ander Zwingertür zurFütterungszeit auf dieFutterausgabe und Nemoschien von Apollo zu lernen,dass es nicht nötig war, vordiesen Zweibeinern Angst zuhaben. Auch Hanni entspanntesich zusehends,konnte allerdings nicht überseinen Schatten springenund Kontakt zu Mensch oderTier aufnehmen.Da im Tierheim die Zahl dermenschenscheuen und anFreiheit gewöhnten Katzenim Laufe des Sommers rapideanstieg, versuchten wir übereinen Aufruf in der ZeitungPlätze zu finden, wo solchenKatzen Unterschlupf gewährtwird (Scheune, Stall,Nemo und Hanni brauchtenwegen ihres geschwächtenImmunsystems viel Ruhe,also saßen die beiden bereitszusammen in einem Zimmer,als Apollo eintraf. Apollo warstreitsüchtig, aber Hanni undNemo scherten sich nicht umihn und da es zum Streitenimmer zwei braucht, beruhigtesich auch Apollo in kurzerZeit. So kam es, dass sichmehr oder weniger zufällig26TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.


Gartenhaus etc.) und sieregelmäßig gefüttert werden.Ob sich diese Katzen vonihren Menschen jemals streichelnoder sogar hochnehmenlassen würden, konntenwir nicht versprechen. Es wareher unwahrscheinlich.tag war es dann soweit. Alswir auf dem Hof eintrafen,erwartete uns ein richtigesEldorado für Katzen.In einerriesigen Scheune hatten Kerstinund Peter den gesamtenDachboden für die Neuankömmlingevorbereitet.in Deckung, sondern spaziertengelassen auf demDachboden herum, um alleszu inspizieren.Mit den leeren Katzenboxentraten wir die Heimreise anund Kerstin versprach, unsauf dem Laufenden zu hal-gleich dabei und erkundetedie Gegend. Kerstins Sorge,dass er nicht zurückkommenkönnte, war unbegründet:Morgens war er wieder da!Jetzt sind erst zwei Monatevergangen und bei unseremletzten Besuch (zum Photo-Shooting!) trauten wir unserenAugen kaum. Bei unsererAnkunft kam uns Apollo, alsChef des Hauses, entgegenund empfing uns gebührend.Dann kam Nemo um dieEcke, schmiegte sich anApollo und unsere Beine.Hanni kam erst aus seinemVersteck, als er Kerstin im Hofentdeckte. Hanni hat alleMauern um sich herumabgebrochen und Kerstin alssein neues Frauchen auserkoren.Wenn sie ihn auf denArm nimmt, gibt er„Köpfchen“ und hängt mitden Vorderpfoten umKerstins Hals, als wolle er sienie mehr loslassen.Nemo Hanni ApolloAuf die Anzeige hin erhieltenwir Mitte Oktober eine vielversprechende e-mail voneiner Pferdehofbesitzerin ausSuddersdorf, die uns anbot,ein paar scheuen Katzen aufihrem Hof Asyl zu gewähren.Im Tierheim waren wir unseinig: die Männer-WG durftenicht mehr getrennt werdenund somit sollte sie geschlossenein neues Heim auf demAglas-Hof bekommen.An einem Samstagnachmit-Liebevoll standen Katzenbetten,Fressschüsseln undKlos bereit. Es gab zigUnterschlupfmöglichkeitenin Strohballen undHeuhaufen. Türen undFenster der Scheune warenerstmal geschlossen, denndie Buben sollten sich docherst mit der Scheune als ihrneues Reich vertrautmachen. Als wir sie aus ihrenTransportkörben in dieFreiheit entließen, ranntensie nicht, wie erwartet, sofortten, denn schließlich warenuns die drei Kater nach solanger Zeit im Tierheim auchans Herz gewachsen.Schon am Montag kam dieerste Lagebeschreibung:Suleika, Kerstins Kätzin, hatbereits noch am SamstagabendApollo ihren „Geheimausgang“aus derScheune gezeigt und zueinem Spaziergang auf demAglashof eingeladen. Hanniund Nemo lehnten noch dankendab, aber Apollo warApollo hat sich Peter alsBezugsperson ausgesucht. Erlässt sich von ihm im Armwiegen und nichts erinnertean den Kater, der im Tierheimbei jeder Gelegenheit seineKrallen ausfuhr. Nemo lässtsich zwar nicht hochnehmen– die Enge und Nähe kann ernicht aushalten - aber dafürstreicht er unentwegt umunsere Beine und lautschnurrend lässt er uns wissen,wie wohl er sich fühlt.Die ehemaligen Tierheiminsassensind nicht wieder zuerkennen und dankbar undglücklich, die Drei so gutuntergebracht zu wissen, tretenwir die Heimreise an.TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.27


Kennen Sie den Spruch auch:„Was nix kost, is nix wert“?Natürlich lässt sich überdiese Aussage streiten, aberirgendwie erinnere ich michjedes Mal daran, wenn ichwöchentlich sehe, wie vielekleine Katzen in einemAnzeigenblatt zum Verschenkenangepriesen werden.Grob gerechnet sind es an die30 Katzenkinder, die alleinein u. a. Anzeige einen neuenBesitzer suchen. Ob alle aucheinen solchen finden und obsie ein artgerechtes Lebenführen dürfen, steht in denSternen.Natürlich ist es lobenswert,dass für den Katzennachwuchsper Anzeige einZuhause gesucht wird, aberwäre es nicht sinnvoller, eserst gar nicht soweit kommenund Kätzin sowie Katerim geschlechtsreifen Alterkastrieren zu lassen?Ich erwähne hier ausdrücklichauch die Kater, denn vieleKatzenbesitzer sind noch derMeinung, dass mein KATER janicht zum Anstieg derKatzenpopulation beiträgt,weil er eben als KATER keineJungen bekommen kann.Aber wie war das noch malmit der Fortpflanzung?Gehören da nicht immerzwei dazu?!?Klar kommen Sie alsKaterbesitzer glimpflichdavon, denn ich habe nochnie von einemVaterschaftsnachweis odereiner Zahlung von Alimentenbei Katzen gehört, aber wasist mit der Kätzin von nebenan,die plötzlich mit 4-5Katzenwelpen auftaucht?Sie werden verschenkt, in derHoffnung, sie so schneller anden Mann/Frau zu bekommenund wenn´s einmalgeklappt hat, wird sich fürden nächsten Wurf sicherauch wieder jemand finden,denn Nachwuchs stellt sichin spätestens 6 Monatenwieder ein….28TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.


... ein künstlerisches Talent ...Ich denke, jeder inDeutschland kann sich anjenes Sturmtief erinnern, dasim Januar 2007 über unserLand hinwegfegte.Hab mir an diesem Freitagkurzfristig freigenommen.Oh schön, ich liebe ja stürmischesWetter. Ich hab meinenkleinen Holzofen in meinemArbeitszimmer geschürt,mmh gemütlich und freutemich aufs Malen.Hab mir Eigelb zum Mischender Farbpigmente in einerTasse vorbereitet. MeinMaltisch sieht immer schönaus: Farbpigmente (Pulver inverschiedenen Farben ausnatürlichen Materialien, z.B.vermahlene Erde oderSteine), Wasser, Pinsel,Leinwand, Leinöl und ebenEigelb (zum Binden derPigmente).So, nun noch schnell eineTasse Kaffee aus der Küchegeholt und den Malkittelübergezogen. In Vorfreude(da bin ich immer ganz fiebrig)setze ich mich an denTisch, nehme den Pinsel zurHand und...Oh, hm, - die Tasse mit demEigelb - - - ist leer ...... und seltsamerweise ist vonTheo, meinem Kater, derimmer nen Gag auf Lager hatund der die ganze Zeit schonum mich rumgestreift ist,nichts mehr zu sehen...Du musst Dich entscheiden –aber wenn, dann deutlichund unverrückbar!Vasilij, nun ist er drei Jahrebei mir. Ich hab Euch bis jetztnichts von ihm erzählt, weilich nicht wusste, was wird,wie es wird. Und auch jetztfällt mir das Schreiben, dasErzählen schwer. Es ist so vielpassiert mit uns, durch ihn,dass mir die Gedanken wieHerbstblätter durch den Kopfwirbeln – auch so bunt.Aber der Herbst ist auch dieruhigste Jahreszeit – nein, dievielfältigste!!!Nun, für Vasilij hab ich michvor eben nun fast genau dreiJahren spontan entschieden,obwohl ich meinen anderenMiezen versprochen hatte,dass kein neuerMitbewohner mehr dazukommt.Es war für meineÄlteren ja immer mit Stressverbunden. Aber, das muß ichmeinen Schätzen hochanrechnen: Sie haben immeralle neuen Miezen – vomKatzenbaby bis zumGraugesicht – in ihren Reihenaufgenommen.Für mein gebrochenesVersprechen hab ich bezahlt– mit allem, was protestierendeKatzen auf der Plattehaben...Vasilij ist ein wunderschönerKater – hellbeige mit cremefarbigenPoints (siamfarbenaber eben gaaanz hell), himmelblaueAugen, Teddy-Plüschfell und ein dickerKaterkopf und der ganze Kerlziemlich groß. Schaut aus,wie ein riesiger, kurzhaarigerPerserkater. Exotic Shorthairnennt sich die Rasse. Alsoehrlich, ich war und bin jetztnoch so richtig begeistertvon dem Knuddel.Knuddelig war aber nur seinÄußeres..Er hat sich hier einführt mitBeißen, und Angriffen aufalle Katzen, auch auf denkleinen Buddha. Und dasernsthaft, nicht nur’n bisschenRaufen. Hab des öfterenaufgekratzte Nasen und tränende,geschwollene Augenbehandelt, blutige Stellen imPelz gefunden undFellbüschel, jeglicher Farbe,aufgesammelt oder ausVasilij’s Zähnen und Krallenentfernt.Alles, was ich in meinemLeben mit Katzen bis dahingelernt und erlebt hatte,musste ich anwenden,umsetzen, mich erinnern undNeues dazulernen.Oft hab ich mich einfach hingesetzt,beobachtet undüberlegt.Ich hab mir in letzter Instanzeinen anderen Platz fürVasilij gesucht. Mein Herzblutete. Denn es war meinKater, den ich wollte. Undjetzt schlägt alles quer?Als ich zu der Frau fuhr, umihr von Vasilij zu erzählen,wusste ich plötzlich, als siemich begrüsste:Nein, den Vasilij kriegt NIE-MAND!Ich fuhr nach Hause, völligklar im Kopf und meinerEntscheidung.Ernsthaft hab ich meinenStammmiezen und Vasilijerklärt:Vasilij bleibt hier!!! Wir müssenuns hier zusammenfügen– und zwar alle - egalwie! Und geht jetzt, verdammtnoch mal, wieder aufEure Klöchens!Und seltsam, seit demMoment, als ich mich innerlichtotal klar und eindeutigfür mein Vasilchen entschiedenhatte, und es auch genauso gespiegelt habe, funktioniertes hier.Harmonie ist wieder bei unszu Hause.TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.29


AltstadtfestTausende Menschen aus nahund fern kommen alljährlichbeim Ansbacher Altstadtfestmiteinander ins Gespräch –eine ideale Plattform also fürden Tierschutzverein, sich inder breiten Öffentlichkeit zupräsentieren.Auf dem Martin-Luther-Platzund Umgebung waren daherauch heuer wieder AnfangJuni zahlreiche freiwillige„Animateure“ mit Sammelbüchseund Losen unterwegs,um für die gute Sachezu werben.In der Losbude gab es dannfür alle Spender attraktivePreise, und selbst wer nur„Nieten“ gezogen hatte,wurde mit einemTrostpflaster bedacht.Zufrieden zeigten sichschließlich nach fünf Tagenauch alle Sammler undHelfer, deren Mühen beimLosverkauf mit einemansehnlichen Gewinn zuGunsten des Tierschutzvereinsbelohnt wurden.Tag der offenen TürAm besonderen Datum des07.07.07 öffnete dasAnsbacher Tierheim wiederseine Pforten für dieÖffentlichkeit.Viele Besucher nutzten dieGelegenheit und besichtigtendie Einrichtungen desTierschutzvereins aus nächsterNähe.Dabei durften sie sich selbstein Bild machen von den ausgezeichnetenUnterbringungsmöglichkeitenundnatürlich konnte man deneinen oder anderenVierbeiner auch persönlichkennenlernen.Zur besonderen Freude dergroßen und kleinenTierfreunde konnten die beidenKünstler Hans Wechsler,alias „Pinelli“, und HerbertKöhler mit seinen zweiHolzenten für einen kostenlosenAuftritt gewonnenwerden.Zaubertricks und Clowneinlagen,schönes Wetter undjede Menge lukullischerKöstlichkeiten waren zuverlässigeGaranten, dass dieGäste sich wohlfühlten undauch die knappe Vereinskassewieder etwas aufgefülltwurde.30TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.


SpielzeugbasarBereits zum sechsten Malverwandelte sich am Tag derDeutschen Einheit dasGelände des Tierschutzvereinsin ein wahres Spielzeugparadies.Gesellschaftsspiele, Puzzlesund stapelweise Dinge, dieKinderherzen höherschlagenlassen, sowie Bücher aller Artund ein ganzes Meer vonPlüschtieren warteten darauf,neue Besitzer zu finden.Hatten sich im Vorfeld zahlreicheSpender gefunden, sofreuten sich nun am Feiertagnoch weit mehr Käufer übermanches Schnäppchen odergünstig erstandenes Weihnachtsgeschenk.Zwischendurch hatten auchdie Kinder ihren Spaß beimBasteln von Marionetten ausNaturmaterialien mit ThomasFitzthum.Schönes Wetter sorgte imÜbrigen dafür, dass sich auchdie Kuchen-, Grill- undGetränkekasse ordentlichfüllte und das Tierheim amEnde ein dickes Plus verbuchenkonnte.WeihnachtsbasarSeit mittlerweile zehn Jahrenputzt sich das Tierheim traditionellam Samstag desersten Advents weihnachtlichglänzend heraus. So wurdenauch diesmal wiederweit über hundert Besuchervom Glühweinduft angelocktund mit einem reichhaltigenkunsthandwerklichen Angebotüberrascht.Im Nu waren fast alleAdventkränze, Gestecke undNaturgehänge vergriffen, dieeine außerordentlich fleißigeund kreative Bastelgruppe invielen Stunden emsigerKleinarbeit geschaffen hatte.Auch die kunstvollen selbstgefertigtenPatchwork-, HolzundStrickarbeiten fandenschnell ihre Käufer, und wersich stärken wollte, konntesich am Kaffee- undKuchenbuffet oder mit deftigenwarmen Schmankerlnverwöhnen lassen.Am späten Nachmittagstand fest, dass der Erlös zuGunsten des Tierschutzvereinsauch heuer wieder alleErwartungen übertraf undfür die Tierheim-Schützlingeeine schöne Weihnachtsbescherunggesichert war.TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.31


Die erste Begegnung mitChico war schmerzhaft, undnoch heute erinnert einekleine Narbe auf meinemHandrücken an diesen Tag.Chico sollte damals zwar vermitteltwerden, aber zuerstnur über die „Privatvermittlung“auf unserer Tierheim-Homepage, denn dasTierheim sollte ihm erspartbleiben.Als seine Besitzer mit ihm insTierheim kamen, hieß essofort: bitte nicht streicheln –er beißt. Ok, dachte ich,damit kann ich gut leben,denn ich bin sowieso keinFreund von Streichel- undKnutschorgien bei Hunden,die ich erstens nicht kenneund die zweitens vonFremden erstmal in Ruhegelassen werden wollen. Dasrespektiere ich und muss mirmit einer falsch platzierten„Mutprobe“ nichts beweisen.in meinem Kopf erschien nurein großes Fragezeichen:WEM kann man diesen Hundguten Gewissens anvertrauen?Binnen zwei Monatensollte Chico weg aus seinemalten Zuhause, denn dannkam das Baby zur Welt…Im November 2006 wurdeChico ins Tierheim gebracht.Er wurde im Katzenhaus einquartiertmit Rücksicht aufden kleinen Kerl, der von demlauten Gebell im Hundehausverschont bleiben sollte, aberauch mit Rücksicht auf dieMenschen, die zu forsch undahnungslos Chicos Zwingerbetreten könnten. Jeder, derChico noch kennt, ist sichereiner Meinung mit mir: Erwar ein Herzensbrecher!Seine Glupschaugen, diehohe Stirn, der runde Kopf,seine Knuffelnase: DasKindchenschema verfehltseine Wirkung nie!Oft saß ich bei ihm imZwinger, zählte die Fliesen ander Wand oder tat sonst was,aber ich beschäftigte michnicht direkt mit ihm. Er sollteauf mich zukommen, nichtumgekehrt. Er musste dasGefühl haben: Die Tante willnichts von mir, also geh ichmal schau´n, warum diemich nicht anfassen will,denn schließlich will michniedlichen Kerl doch jederstreicheln und dann schlagich gnadenlos zu! Der Planging auf und das schneller,als ich gehofft hatte. Schonnach ein paar Tagen warenChico und ich dicke Freundeund es folgten noch mindestenszwei Personen, dieChicos grenzenloses Vertrauenund seinen Respekthatten und mit ihm allesmachen konnten, ohne dieBegegnung mit ChicosGebiss befürchten zu müssen.Diese Entwicklung inOhne Chico anzusehen,nahm ich neben ChicosFrauchen Platz, um einigeInformationen über den kleinenPekinesen zu notieren.Chico saß am Boden nebenFrauchen und beobachtetemich. Soweit, so gut. Doch alsich mich von seinerBesitzerin verabschiedenwollte, schnellten blitzschnellund zielsicher ca. 6 kgHund meiner Hand entgegenund bissen kräftig zu.Dann war der Spuk wiedervorbei. So hatte ich bereitseinen ersten Eindruck vonChicos Verfassung und einStück weit von seinerVergangenheit erfahren undAlle Tierheimmitarbeiterwaren gewarnt: Bei Betretendes Zwingers Hund nichtanschauen, nicht anfassen,nicht auf ihn zugehen. Esfunktionierte, doch für eineVermittlung reichte das beiWeitem nicht aus. Chicomusste Vertrauen fassen undwenn nicht zu jedem, danndoch wenigstens zu einigen.Menschen, die ihm zeigenkonnten, dass nicht alleZweibeiner gleich sind, dieihn an- und ableinen konnten,damit ihm seine geliebtenSpaziergänge nicht versagtblieben und die mit ihmspielen und schmusen konnten.32TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.


Chicos Verhalten zeigte, dasseine Vermittlung nicht ausgeschlossenwar. Es musstennur die richtigen Menschenfür ihn kommen.Ein Jahr verging. VieleInteressenten, die den „kleinen,süßen Pekinesen“ sofortmitnehmen wollten, weil erdoch „so putzig aussah undso ein Goldiger war“, standenvor seinem Zwinger undkapitulierten, nachdemihnen Chico erklärte, dass erabsolut kein Stofftier ist undsogar vom Wolf abstammt.So.Feine Antennen ließen demsensiblen Hund die Unsicherheiteines Menschenim Umgang mit ihm spüren.In diesem Fall war er derStarke und behauptete sichmit dem Einsatz seinerZähne.Aber genauso gut konnte erKörpersignale- und haltungdeuten und wenn er dasGefühl hatte: Da will jemandwas von mir, kamen wiederdie Zähne zum Einsatz, aberdiesmal aus Unsicherheit,nach dem Motto: Angriff istdie beste Verteidigung.Etliche Waden bekamenChicos Zähne zu spüren undmanches Hosenbein wurdevon ihm gelöchert, aber dieHoffnung (auf die „richtigen“Menschen) stirbt zuletzt undnach einigen Monaten hattesich jeder, der mit Chico imTierheim zu tun hatte, aufseine eigene Weise arrangiertund wenn wir ehrlichsind: Jeder mochte ihn.Und dann kam dieser Anrufaus Nürnberg. Eine jungeFrau hatte Chico im Internetentdeckt und war sich sicher,dass Chico ihr neuer Hundwerden würde. LangeErklärungen über das WesenChicos hörte sie sich aufmerksaman, konnte sie abernicht davon abhalten, mitihrem Mann nach Ansbachzu kommen. Ein dickerPluspunkt! Das erste Treffensollte nicht an ChicosZwingertür stattfinden, denndiese Aug-in-Aug-Situationforderte Chico nur heraus.Mit entsprechenden Empfehlungen,Chico nicht starranzusehen, nicht zu streicheln,einfach die Leine zuübernehmen und mit ihmein Stück zu laufen, übergabich Chico bzw. dasLeinenende in die Hände seinesneuen Frauchens und siemarschierten los. Den Kloß inmeinem Hals schluckte icherst herunter, als alle Dreiwieder unversehrt imTierheim zurück waren.Der lockere Umgang mit demHund, die Zuneigung zu ihmund gleichzeitig den Respektvor ihm, den diese beidenMenschen ausstrahlten,übertrug sich innerhalb einerhalben Stunde auf Chico.Keine Spur von Misstrauenbeiderseits. Trotzdem beließensie es beim erstenTreffen bei dem Spaziergangohne Körperkontakt.Als das Ehepaar zum zweitenMal nach Ansbach kam,stand für mich fest: Chico hatein neues Zuhause gefunden!Er freute sich riesig,diese Menschen wieder zusehen. Er sprang an ihnenhoch, als wüsste er, dass erdas große Los gezogen hatte.Nach einem langenSpaziergang – diesmal mitAnfassen – verließ uns Chico.Stolz marschierte er an derSeite seines Frauchens, seineRingelrute quer über seinenRücken gelegt, aus demTierheim und es war wiedereiner dieser „Lach ich oderwein ich“-Momente, als wirdem Auto hinterherwinkten.Nun lebt Chico schon seiteinem halben Jahr inNürnberg und seine neuenBesitzer sind glücklich mitihm.Nein, anfassen dürfenFremde ihn noch immernicht, aber damit können alleDrei gut leben.Durch die Sicherheit, die ihmseine Leute geben, hat Chicoviel von seiner Angst abgelegt.Er begleitet Frauchen inder U-Bahn, in derStraßenbahn und beimStadtbummel. Jeden Morgentrifft er sich im Park mit seinerHundefreun-din undwenn´s mal nötig ist, sprichtFrauchen ein Machtwort undChico folgt.Wie entspannend es füreinen Hund doch ist, wenn erdie Führung fähigenMenschen überlassen und ersich ganz entspannt auf sieverlassen kann!TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.33


Als kleines Häufchen Elendsaß Lumpi neben einerStraße. Das Fell verfilzt undverknotet, hungrig und verschnupft,als eine Frau vorbeifuhrund den kleinenKater entdeckte.Er sah zu mitleiderregendaus, als dass sie ihn dort lassenkonnte und so nahm siedas kleine graue Fellknäuelmit und brachte ihn insTierheim. Das war seineRettung, denn wie dünn dasKaterchen schon war, sahman erst deutlich, als es vonseinem verfilzten Fell befreitwar. Fast kahl geschoren saßLumpi nun in seinemZwinger und konnte seinGlück wohl kaum fassen. Esgab auf einmal genug Futter,um sich den Bauch vollzuschlagen,ein warmesPlätzchen zum Ausschlafenund Erholen und sogarStreicheleinheiten. KeinWunder, dass der kleine Kerlpausenlos schnurrte undsofort glücklich zu tretelnbegann, wenn sich ihmjemand näherte.Doch so gut sich Lumpi aucherholte, seinen Schnupfenwurde er nicht los. Er stellteunsere Tierärzte vor einRätsel: Wir freuten uns zwarimmer wieder, wenn einMedikament anzuschlagenschien, doch das war leidernie von Dauer. Kurze Zeit späterschniefte Lumpi wiezuvor, und es sah einfacherbärmlich aus, wie erschwer atmend und trotzdemunermüdlich schnurrendin seinem Bettchen saß.So zufrieden Lumpi imTierheim schnurrte, es fehlteihm trotzdem ein richtigesZuhause. Doch das sollte erschon bald bekommen undvon da an veränderte sichsein Leben schon wiederkomplett. Erst vom kaltenStraßenrand ins Tierheimund von dort letztendlich insein neues Zuhause.Neugierig erkundete Lumpidie neue Umgebung und –was noch viel aufregenderwar – seine neuenKatzengefährten. DennLumpi bleibt kein Einzeltier,sondern kam zu vier anderenKatzen die ihn neugierigbeschnupperten. EndlichSpielgefährten zum Toben,Spielen, Raufen undKuscheln. Ein richtigesZuhause also. Und nach einigerZeit, viel Geduld undFürsorge wurde Lumpi auchendlich richtig gesund.Wer ihn heute sieht undweiß, wie erbärmlich er früheraussah, kann kaum glauben,dass es der gleiche Katerist. Natürlich passt nun auchder Name Lumpi nicht mehr,denn ein stattlicher Katerbraucht auch eine passendenNamen.So wurde aus dem kahlgeschorenendünnen Lumpi derglückliche und lebensfroheRocco.34TIERSCHUTZVEREIN ANSBACH UND UMGEBUNG E.V.


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