Beatbox - Helbling Verlag

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Beatbox - Helbling Verlag

InhaltVorwort ...................................................................... 4Beatbox: Von der Subkultur zum Mainstream ................. 4Drei Spielarten: Beatbox – Vocal Percussion – Vocussion ...4Beatboxing lernen? ......................................................... 4Das Konzept „Beatbox Complete“ .................................. 5Wie du mit dem Buch arbeitest ....................................... 6Noch ein paar Tipps zum Schluss .................................. 6Kapitel 1: Rock I ................................................... 8Das einfache Drumset: Bassdrum, Snare, Hi-Hat ...... 8Die Bassdrum ................................................................. 8Die Snaredrum .............................................................. 11Die Hi-Hat ..................................................................... 12Substitutionsatmung .................................................. 13Rock-Patterns mit Bassdrum und Snare .................. 14Vorübungen zu Patterns mit Hi-Hat .......................... 16Einsatz der Hi-Hat ......................................................... 16Die Hi-Hat als Folgesound ............................................ 16Die Hi-Hat als Auftakt ................................................... 18Rock-Patterns mit Bassdrum, Snare und Hi-Hat ..... 19Solostück 1: Vocal Drumming Activated ................... 21Kapitel 2: Ballade ............................................... 22Balladen-Patterns ....................................................... 22Neue Sounds ............................................................... 23Click-Sounds ................................................................ 23Die Dm-Bassdrum ........................................................ 24Echo-Sounds ............................................................... 24Fills für Balladen ......................................................... 25Solostück 2: Reflections ections ............................................ 26Technik Special: Mikrofone ......................... 27Mikrofonhaltung beim Beatboxen ............................. 27Die geschlossene Haltung ............................................ 27Die offene Haltung ........................................................ 27Die Throat-Haltung ........................................................ 28Allgemeine Hinweise .................................................. 28Mikrofone mit oder ohne Kabel ..................................... 28Mikrofon-Hygiene .......................................................... 28Beatbox Mic-Check .................................................... 29Beatbox-Mikrofone ........................................................ 29Vocal-Percussion-Mikrofone ......................................... 30Halsband-Mikrofon ....................................................... 30Kapitel 3: Hip-Hop ............................................. 32Hip-Hop-Sounds ......................................................... 32Die Synth-Snare ........................................................... 32Clap-Sounds ................................................................. 32Scratches ...................................................................... 34Spezialeffekte ................................................................ 37Hip-Hop-Patterns ....................................................... 38Basis-Patterns............................................................... 39Patterns mit Crab-Scratches ......................................... 39Hip-Hop: Zweistimmige Patterns ................................... 40Solostück 3: Rhythm in da House............................. 41Workshop: Üben ................................................. 43Tipps ............................................................................ 43Regelmäßig in kurzen Einheiten üben........................... 43Gute Akustik fi nden ....................................................... 43Trockener Mund – was tun? .......................................... 44Temperatureinfl uss beachten ........................................ 44Dran bleiben, Geduld haben ......................................... 44Sounds finden............................................................. 44Experimentieren ............................................................ 44Sounds verfeinern ........................................................ 45Vorbilder suchen .......................................................... 45Sounds festigen und optimieren............................... 45Spiegel-Übung ............................................................. 45Metronom-Übung ........................................................ 46Rhythmen üben.......................................................... 46In langsamem Tempo üben .......................................... 46Mit Musikbegleitung üben ............................................ 47Mit den Audioloops trainieren ....................................... 47Das Metronom – ein unschätzbares Werkzeug ............ 47Rhythmen finden ........................................................ 48Improvisieren .............................................................. 48Kapitel 4: Rock II ............................................... 49Sounds ........................................................................ 49Snaredrum-Varianten .................................................... 49Tom-Toms ..................................................................... 51Cymbal Crash und Cymbal Splash ............................... 52Techniken .................................................................... 52Hi-Hat-Ketten ................................................................ 52Bassdrum-Ketten (Double-Bass-Technik) ..................... 542Beatbox Complete | Helbling


Zwei Sounds gleichzeitig:Cymbal mit Bassdrum oder Snare ................................ 54Rock-Patterns und -Fills ............................................ 55Rock-Patterns mit Bassdrum-Variationen ..................... 55Rock-Patterns mit Hi-Hat-Variationen ........................... 56Rock-Fills ...................................................................... 57Rock: Zweistimmige Patterns ....................................... 58Solostück 4: Tripstyles ............................................... 59Patterns: Traditionelle Latin-Stile .............................. 67Salsa ............................................................................ 68Bossa Nova .................................................................. 69Samba .......................................................................... 70Patterns: Latin-Fusion-Stile ....................................... 71Merengue Fusion .......................................................... 71Samba Fusion ............................................................... 72Latin Hip-Hop............................................................... 73Solostück 5: L’avventura del ritmo ............................ 75Kapitel 5: Latin .................................................... 61Die Clave-Figur – Der Schlüssel zur Latin-Musik .... 61Sounds ........................................................................ 62Congas und Bongos .................................................... 62Die Cowbell ................................................................... 63Der Shaker .................................................................... 64Die Claves .................................................................... 65Agogo-Bells ................................................................. 66Anhang ................................................................... 76Die Autoren ................................................................. 76Inhalt DVD: Audioaufnahmen..................................... 77Inhalt DVD: Videoclips................................................ 78Bildnachweise............................................................ 80SoundlegendeAgogoBassdrumClapClaveCongas/BongosCowbellCrab-ScratchCymbal CrashFilter-SoundsHi-HatKs-ClickOpen-KShakerSimple-KSnaredrumTom-Toms3Beatbox Complete | Helbling


KAPITEL 1: ROCK ILos geht‘s! In diesem ersten Kapitel werdendie grundlegenden Beatbox-Sounds Bassdrum,Snaredrum und Hi-Hat vorgestellt und auchgleich praktisch umgesetzt. Wir lernen eine Vielfaltstilistisch passender Patterns, mit denenwir in der Lage sind, Rock- und Pop-Songs abwechslungsreichzu begleiten.Die meiste Pop-/Rockmusik ist rhythmischsehr ähnlich aufgebaut. Ein typischer Songsteht im 4/4-Takt und hat den Schwerpunkt derBass drum auf den Zählzeiten 1 und 3. DieseZähl zeiten nennt man auch Downbeats.Dazwischen, auf Zählzeit 2 und 4, auch Back-beats genannt, kommt die Snaredrum. DasPulsieren von Down- und Backbeat bildet dierhythmische Basis der Rock- und Pop musik:ã4 4 œœœœDownbeatBackbeat Downbeat BackbeatÜbrigens: Alle Notenwerte, die nicht auf demDown- oder Backbeat liegen, also „zwischen“dem Schlag, nennt man „Offbeat“.TIPP: Die meisten Beatboxer verwenden ein Mikrofon.Im Technik Special ab S. 27 werdenwir uns genauer mit Mikrofontechnik beschäftigen. Dennoch ist ein Mikro zum Beatboxen nichtzwingend erforderlich. Gerade für den Anfang ist es empfehlenswert, sich unplugged mit denSounds vertraut zu machen und die Patterns der ersten Kapitel ohne Mikro zu erlernen.Damit man beim Üben ohne Mikro gleich einen guten Sound erhält, sind Orte mit viel Hall gut:Eine ideale Akustik haben zum Beispiel Treppenhäuser und Badezimmer!Das einfache Drumset: Bassdrum, Snare, Hi-HatDie wichtigsten Elemente eines Drumsets sindBassdrum, Snaredrum und Hi-Hat. Obwohl esnoch viele andere Schlagzeugelemente gibt,kann man mit diesen dreien schon die meistenRhythmen umsetzen. Fangen wir also gleich damitan!Die BassdrumDie Bassdrum ist die große, aufrecht stehendeTrommel eines Drumsets, die mit dem rechtenFuß gespielt wird. Wegen der Bedienung mit nem Fußpedal wird sie manchmal auch Kickei-Drum genannt. Sie ist in der Rockmusik für dietiefen, schweren Akzente und den Downbeatzuständig.8Beatbox Complete | Helbling


Das einfache Drumset: Bassdrum, Snare, Hi-HatTIPP: Alle Sounds, die im Buch beschrieben werden, sind auch auf der DVD erklärt (dasSymbol verweist dich auf den entsprechenden Filmtrack). Denn am besten und schnellstenlernt man durch Vor- und Nachmachen. Lies dir trotzdem auch die Hinweise zur Sounderzeugunghier im Buch durch, um einen maximalen Lerneffekt zu erzielen.Sounderzeugung 01Die Beatbox-Bassdrum basiert auf einem speziellen „B“-Sound. Wir spannen die Lippen etwas an, bau-en Druck im Mundraum auf und stoßen ein kräftiges „B“ aus. Dazu braucht man nicht sehr viel Luft, dieBauchdecke sollte sich dabei kaum bewegen.Wichtig ist, dass die Sounderzeugung zentriert stattfi ndet, also nicht seitlich an den Mundwinkeln. DieLippen sollten sich beim Sound sehr wenig bewegen und nicht anfangen zu fl attern. Wenn die Bassdrumzu dünn klingt oder die Lippen fl attern, ist zu wenig Spannung vorhanden; und wenn der Sound zu hochklingt, ist die Spannung zu hoch.Um die richtige Lippenspannung und den besten Sound zu fi nden, muss man eine Weile experimentieren.Mit zunehmender Übung wird sich die Muskulatur mehr und mehr auf die erforderliche Spannung einstellenund natürlich auch trainierter und kräftiger werden.Mundposition vor dem Bassdrum-SoundMundposition nach dem Bassdrum-SoundTIPP: Man sieht hin und wieder Beatboxer, die auch ohne Mikro mit den Händen irgendwelcheGebilde vor dem Mund formen. Dabei schränkt man sich jedoch soundtechnisch enorm ein,weshalb dieses Vorgehen nicht zu empfehlen ist. Also: Nicht „die Faust“ machen! Viele Beatboxermachen stattdessen Schlagzeugbewegungen mit den Händen, das sieht nicht nurcool aus, sondern gibt einem auch mehr Energie beim Beatboxen.9Beatbox Complete | Helbling


Kapitel 1: Rock IRock-Patterns mit Bassdrum und SnareWenn du nun die drei Sounds einigermaßen beherrschst,geht es an die ersten Rock-Patterns,die du zum Beatboxen für entsprechende Musikstileverwenden kannst. Dabei übst du zuerstRhythmen nur mit Bassdrum und Snare, an-schließend wird die Hi-Hat hinzugefügt (S. 16 ff.).Rock-Basispattern 08Die Basis für alle folgenden Varianten bildet einPattern mit der Bassdrum auf den Downbeatsund der Snare auf den Backbeats.21ã4 4 œœœœ.B Pf BPfVarianten 08Variante 1: Wir fügen vor oder nach der Bassdrumauf Zählzeit 3 eine weitere Bassdrum ein(im Videoclip08 siehst du die Patterns 21 bis23).22ã4 4œœœœ œ.BPfB B Pf23ã44 œœ .œœ œB Pf BB Pf09Variante 2: Etwas schwieriger, aber sehr reizvollist es, die Bassdrum von Zählzeit 3 um einAchtel nach vorne oder hinten zu verschieben.24ã4 4 œ Œœœœ.B Pf BPf25ã4 4 œ ‰ j œ .œœB PfB Pf0426ã4 4 œ ‰ j œœœœ.B Pf B BPf0414Beatbox Complete | Helbling


Rock-Patterns mit Bassdrum und SnareINFO: Variante 1 und Variante 2 lassen sich natürlich auch für die Bassdrum auf Zählzeit 1anwenden: So kannst du einen weiteren Bassdrum-Schlag auf der 4+ einfügen (quasi einenAuftakt) oder aber statt auf der 1 nur die 4+ oder die 1+ spielen.10Variante 3: Als besonderen Akzent kannst dueinen zusätzlichen Snare-Sound auf Zählzeit4+ oder 3+ einfügen.27ã4 4 œœ œœœ.B Pf BPf Pf28ã4 4œœ œ .œœBPf B PfPf04Kombinationen: Ausgehend vom Rock-Basispattern(siehe S. 14) können mit Einfügungder Varianten viele weitere Patterns entstehen.29ã4 4 œœœ œ œ œ.30B Pf B B B Pfã4 4 œœ.œ œ œœ31B B PfB B Pfã4 4 œ‰ j œœœœ œ.B B PfB B Pf04ã44œ Œ œ .œ œ œ3233B Pf B Pf Bã4 4 œ œ œ .œ œ œ34B B Pf Pf B Pfã4 4 œ œ œ .œ œ œB Pf B B Pf Pf11TIPP: Beim Beatboxen trocknet derMund schnell aus, deshalb viel Wassertrinken! Sehr gut eignet sich stilles Wasser,da Kohlensäure störend wirken kann.15Beatbox Complete | Helbling


FillsFills für Balladen 30Fills oder Fill-ins sind kleine rhythmische Einwürfe,die meistens am Ende eines Formteilsoder bei einem formalen Einschnitt eingefügtwerden, beispielsweise in jedem vierten Takt.8ã4 4 y y yœyœœœ.Dm ts ts ts Pf Dm ts Dm9ã4 4 y yyyœ.œœ œDm ts ts Pf ts Dm Dm tsFolgende typische Fills lassen sich wunderbarfür Balladen verwenden (im Videoclip 30 istjedem Fill das Balladen-Pattern 1, siehe S. 22,vorangestellt).ã4 4 yyœyœyœœ.10Dm ts ts Pf ts Dm Pf ts4 yy yyã4œ œ .œœ11Dm ts ts ts Pf Pf ts DmSTÜCKE ZUM BEATBOXEN:Bob Dylan – Knockin’ on Heavens DoorAerosmith – I Don’t Want to Miss a ThingAlicia Keys – If I Ain’t Got YouSeal– Kiss from a RoseThe Beatles– Hey JudeEric Clapton– Tears in HeavenDu kannst die Balladen-Patterns und -Fills auch zum Playalong auf der DVD spielen (28).25Beatbox Complete | Helbling


Beatbox Mic-CheckBeatbox Mic-CheckSpätestens wenn du Auftrittsmöglichkeiten –mit einem Chor, alleine oder mit Band – hast,bei denen du mit einem Mikrofon Beatboxingmachst, steht die Frage an: Welche Mikrofonegibt es, welche davon eignen sich für dasBeatboxen und welches ist das richtige für dichpersönlich? Generell ist es sehr empfehlenswert,in ein Musikfachgeschäft zu gehen undverschiedene Mikrofonmodelle selbst auszuprobieren.Du wirst beim Beatboxen feststel-len, dass jedes Mikrofon anders klingt.Um eine erste Übersicht zu erhalten, wird hiereine kleine Auswahl von erhältlichen Mikrofo-nen vorgestellt, die sich für das Beatboxen guteignen.Beatbox-MikrofoneINFO: Beatbox-Mikrofone sind geeignetfür die offene und geschlossene Haltung.Shure Beta 58 A – Der AllrounderDas Beta 58 A ist ein Mikrofon, welches einen schnellen und leichten Einstiegins Beatboxen ermöglicht. Es ist handlich, hat sich vielfach bewährtund kann auch als Gesangsmikrofon benutzt werden. Das Beta 58 A hat einstabiles Gehäuse und ist sehr rückkopplungssicher.AKG BBB DFive – Das Beatbox-MikroDas BBB DFive ist ein für Beatbox optimiertes und weiterentwickeltesMikrofon. Es hat unter der Kapsel einen verstärkten Innenwindschutz, welcherAtem- und Windgeräusche minimiert und Störgeräusche unterdrückt.Das BBB DFive ist offi zielles Wettkampfmikrofon bei nationalen und internationalenBeatboxmeisterschaften. Unserer Meinung nach ist es ein guterEinstieg in die Beatboxwelt. Da das BBB DFive eine Weiterentwicklung desGesangsmikrofons AKG D5 ist, eignet es sich auch für Live-Gesang undSprache. Das BBB DFive wurde im Hinblick auf die geschlossene Haltungoptimiert, welche viele Beatboxer im Hip-Hop-Bereich bevorzugen.AUDIX FireBall – Das Groove-MikroDas FireBall von AUDIX besteht eigentlich nur aus der Mikrofonkapsel undhat keinen wirklichen Griff außer der schmalen Anschlussverlängerung. Eskann wie ein Ball in der Hand gehalten werden, dabei wird der untere Teil derKapsel von der Hand umschlossen, der Anschluss mit dem Kabel wird oftzwischen Mittel- und Ringfi nger gehalten. FireBall hält hohe Schalldruckpegelaus, es eignet sich daher besonders für druckvolle Grooves und einenwarmen, sehr basslastigen Sound.29Beatbox Complete | Helbling


Technik Special: MikrofoneVocal-Percussion-MikrofoneINFO: Vocal-Percussion-Mikrofonesind ausschließlich für die offeneHaltung geeignet.Rode S1 – Das BrillianteDas Rode S1 ist ein Kondensatormikrofon, das speziell für den Live-Einsatz entwickelt wurde. Es hat eine sehr klare, brilliante präzise, unverfälschte Übertragung. Dadurch eignetes sich hervorragend für alle Stilistiken, in denen man möglichst akustisch,Höhenwie-dergabe und eine möglichst authentisch klingen will. Dadurch, dass es noch über eine zweiteWindkapsel im Inneren verfügt, hat es zudem eine überdurchschnittlichgute Luftgeräuschunterdrückung.beyerdynamic M 88 TG – Das PowermikroDas M 88 TG bietet viel Reserve und Power in den tiefen Frequenzenund eignet sich besonders, wenn man eher weiche Bassdrum-Soundshat, die normalerweise nicht an die Power einer harten Hip-Hop-Bassdrumrankommen. Der Klang ist insgesamt sehr durchsetzungsfähig. AuchClap- und Click-Sounds funktionieren sehr gut mit dem M 88 TG.Shure Beta 87 A – Der LuxussoundDas Beta 87 A beschert einem einen in dentiefen Frequenzen druckvol-len, aber in den Höhen glasklaren Sound.Es ist für ein Mikrofon vonseiner Empfi ndlichkeit immer noch sehr rückkopplungsarm. Das Beta 87 Awird von vielen A-Cappella-Gruppen und deren Beatboxern verwendet undgeschätzt.Halsband-MikrofonVOCOMOTION TH 100 – Das Groove-HalsbandDas Mikrofon TH 100 der Firma VOCOMOTION ist ein band-Mikrofon und wird zusammen mit einem normalenHalshandgehaltenenMikrofon verwendet. Das Mikrofon wirdauch als „The Thumper“ bezeichnet und nimmt die Beatbox-Soundsdirekt vom Hals. Es verstärkt besonders dietiefen Frequenzen und hebt Bassdrums, gesungeneBasstöne und basslastige Sounds hervor.30Beatbox Complete | Helbling


Kapitel 3: Hip-HopScratchesAls Scratchen bezeichnet man das Vor- oderZurückschieben einer Schallplatte auf einemPlattenspieler. Je nachdem, was auf der Plattegerade für Musik erklingen würde, entstehen unterschiedlicheKlangfarben und Soundeffekte.Beim Scratchen kann man rhythmisch besonderserfi nderisch sein und damit entscheidendzum Sound beitragen. Hier lernst du die wichtigstenScratch-Typen im Beatboxen.Der Crab-Scratch 36Unter Crab-Scratch versteht man eine Scratch-Technik, bei der die Hand als Hilfsmittel verwendetwird. Man setzt eine bestimmte Stelleder Hand, z. B. ein Daumengelenk, an die geschürztenLippen und saugt dann Luft ein, wobeidurch die Luftverwirbelung zwischen Lip-pen und Hand ein scratchähnlicher Soundentsteht. Welchen Punkt der Hand man nimmt,variiert von Beatboxer zu Beatboxer; bei derhier vorgestellten Methode wird das sogenannteFingerkreuz verwendet (siehe Foto).Wir halten unsere Hand gerade ausgestreckt senkrecht in die Luft. Die Finger liegen eng aneinanderan. Nun klappen wir alle Finger außer dem Daumen um 90 Grad um. Dadurch bilden das letzte Fingerglieddes Daumens und das erste Glied des Zeigefi ngers ein Kreuz (siehe Foto „Fingerkreuz“).Wenn wir dieses Kreuz an die geschürzten Lippen ansetzen und Luft einsaugen, entsteht im Idealfallein Scratch-Sound. Am Anfang muss man in der Regel etwas suchen, bis man den richtigen Ansatz-punkt fi ndet (siehe Foto „Crab-Scratch“).Mit eingezogenen Lauten „t“ und „k“ werden dann die Scratches imitiert. Die Tonhöhe des Scratchesvariiert, je nachdem wie stark man die Luft einsaugt. Man kann die Scratches lang oder kurz ausführen.Ein sehr überzeugender Effekt entsteht durch das Abstoppen des Sounds, indem wir die Zungenspitzewieder nach oben an den Gaumen schnellen lassen (kommt in Übung 2 auf Zählzeit 2 und 4 in beidenTakten vor, ebenso in Übung 5 auf Zählzeit 4 im letzten Takt, siehe S. 35).FingerkreuzCrab-Scratch34Beatbox Complete | Helbling


Hip-Hop-SoundsCrab-Scratch-Übungen 37Hier einige Übungspatterns für den Crab-Scratch. Beachte, dass alle Sounds inward, also mit eingezogenerLuft auszuführen sind – das heißt, du wirst vermutlich nach jedem Pattern ausatmenmüssen.ã4 4 y> y y > y y y > 1 y yy >y y y.t t k t t kt t k t t kã4 4 y > 2 y y yy>yJ> yy yy>‰J ‰ .t t ttt tã4 4 y> y y > 3 y y y > y> y y y > y y y.t t k t t k t k t k t t kã4 4 y> y y > y y y >4 y> > y y y > y y y > y.t k t k t k tt k t k t k tã4 4 y> y y > 5y y y y ẏ.J ‰ ẏ yy>J ‰ J ‰ .t t k t k t kt t tã4 4 y> y >6 y3 y y > y y y y > y y > yŒ .t t k t k t kt k t k t090910101035Beatbox Complete | Helbling


Kapitel 3: Hip-HopDie Helicopter-Click-Roll 42Die Helicopter-Click-Roll ist ein Special-Effect-Sound, für dessen Erzeugung man die Inward-Click-Roll sehr gut beherrschen muss.Während der Inward-Click-Roll, die in diesem Fall mit einem Einatmen ausgeführt werden muss, schließenwir langsam die Lippen; sie sollen dabei allerdings ganz locker bleiben.Irgendwann gelangt man an einen Punkt, an dem auch die Lippen anfangen zu fl attern. Am besten funktioniertdies, wenn man die Lippen breit zieht, sie in der Mitte zuerst schließt und an den Rändern nochleicht geöffnet lässt. Auch hier heißt es ausprobieren, experimentieren, geduldig sein.Sobald du diesen Sound beherrschst, kannst du anfangen, damit herumzuspielen, d. h. die Lippenschneller oder langsamer fl attern zu lassen oder mit dem Mund ein „U“ zu formen.Die Chainsaw 43Der Kettensägen-Sound besteht aus dem Übergangvon einer Helicopter-Click-Roll zu einerInward-Click-Roll mit eingeatmeter Luft. Ziel ist,den Sound zu imitieren, der beim Einschalteneiner Kettensäge entsteht.Im Videoclip43 wird genau erklärt undanschaulich vorgemacht, wie du diesen coolenEffekt hinbekommst und wie du damit spielenkannst.Hip-Hop-PatternsIm Hip-Hop werden eine Vielzahl verschiedenerRhythmuspatterns verwendet, von denen einigetypische hier vorgestellt werden. Charakte-ristisch für viele Hip-Hop-Patterns ist ein Beat,der auch über längere Strecken konstant bleibt.Der Backbeat ist oft sehr akzentuiert, zusätz-lich werden auf der Sechzehntel-Ebene weitereAkzente von Hi-Hat, Bassdrum oder Snare eingefügt.Viele Songs haben zudem auch eine ArtSignature-Beat, also ein ziemlich markantesPattern, an dem allein der Song schon zu erkennenist.INFO: Da fast alle Patterns sehr unterschiedlich klingen, je nachdem, welche Sounds maneinsetzt – also z. B. ob man eine Pf-Snare, einen Clap oder eine Dsh-Snare verwendet – wirddie Snare ab jetzt in den meisten Notaten nur noch mit einem „S“ versehen. Es ist somitdeine Entscheidung, welche Snare du verwenden willst. Dasselbe gilt für die Bassdrum – das„B“ steht in den Notaten ab jetzt einfach für Bass, und du selbst entscheidest, ob du dieBassdrum mit dem Sound „B“ oder „Dm“ beatboxen willst.38Beatbox Complete | Helbling


Hip-Hop-PatternsBasis-Patterns 44Hier lernst du ein paar typische Hip-Hop-Patterns.Im Videoclip 44 und Audioloop 11siehst und hörst du unterschiedliche Snare-Sounds. Finde selbst die für dich passenden!7ã4 4 yœy yœyyœy œ yœyœœœœ.B8ts S ts ts B S tsBts Sts Sts BStsã4 4 yyyyyœœœœ .œœœ œœœœœB ts S B ts B B S tsB tsS B tsBS B9ã4 4 yœœ œ yœyyœœœ œ œ y œyœyœ.B ts B S B ts BBts sSBSts tsBSts10ã4 4 yy yyyy yœœ œœ œ œ .œœ œœœ œœ1111B ts Sts S ts B BStsBts S ts S ts B B S BPatterns mit Crab-Scratches45Ein schöner Effekt entsteht, wenn man dieBasis-Patterns mit Crab-Scratches (siehe S. 34)kombiniert.Das Atmen sollte hierbei kein Problem sein, dadu mit dem Crab-Scratch einatmest und mitallen anderen Sounds wieder aus.11ã4 4 yy y yœy y y y y yœœ œyœœ œœ.12Bts Pf t ktB Pf tsB ts Pf t k t k B Pf tsã4 4 y y y > 12yœ œy y y y y > y œ œyœœ.12B ts Pf t t Pf tsB ts ts Pf t t Pf ts39Beatbox Complete | Helbling


Kapitel 3: Hip-HopHip-Hop: Zweistimmige Patterns 46 – 48Das sogenannte Tandem-Beatboxing ist imHip-Hop recht verbreitet. Außerdem: Mit einemFreund, der sich auch für Beatboxen interessiert,macht das Üben viel mehr Spaß! Als besondereChallenge kannst du versuchen, alle Patternsam Stück zu beatboxen, wie im Videoclip 46zu sehen. Zum Lernen der Patterns schau sie diraber besser in zwei Portionen an: Die Patterns13 und 14 siehst du im Videoclip47, die Pat-terns 15 und 16 im Videoclip48.13ã4 y y y y y y y y y y yã4ts ts ts ts ts ts ts ts ts ts tsœœ.œ œ œB S B B B Sœy yyy y y y y y y y yts ts ts ts ts ts ts ts ts ts ts tsœ. œœœ œœ œœB S B B B S B..144 y y y y y y y y y yãã4ts ts ts ts t k t k ts tsœœy y y œœB S ts ts ts S Sy y y yy y y y y y y.ts ts ts t k t k ttktœœœ.. œ œ œB S B B S S15ã4y y y y y y y y y yyy y y y y y y y y y y > y.ã4t k t k t t k t k t tœ.œ œœ‰ j œB B S B B Sœt k t k t t k t k t tœ.œ œ œ‰ j œB B S B B S Bœœ.164ãy y y yyyJ‰ Œy y y y y‰y ‰ y.ã4t t k t t tœyœy yB ts S ts ts Sœ ‰ ŒJt t k t t t tœyœy yB ts S ts ts B Sœœ.Zu den Bass- und Snaredrum-Sounds siehe Info-Kasten auf S. 38 unten.40Beatbox Complete | Helbling


Solostück 3: Rhythm in da HouseSolostück 3: Rhythm in da House 494ãœInward ClapB-Bassdrumã4 4 œyyœ yB ts B Clapœ ygeschlossene Haltungy yÓœ y œœyœ yy y yœ œ œB ts B Clap ts ts ts B Bœyœ yÓœyyMusik: Andreas Kuch© Helblingy Œ ‰ jœ œB ts B Clap Bœ y œ ‰ œ œ œ œ7ãB ts B Clap ts ts B Clap Bœyœ y ‰œ œ yB ts B Clapœœyœ y œB ts B Clap B B B B By yyœ œB ts B Clap B B Clap BB ts B ts B ts ts B Clap B9ãœyyyœyœ yœœyyœœy yœPf-Snareœ11ãB ts Clap ts B ts B Clap Byyy yy yyyœœB ts B Clap B ts ts B Pfyœ œ y y y y œ œ œyy yCrab-Scratch13ãB ts Clap ts Clap ts ts B ClaptsByy y yy yœœœœB ts B Clap ts B Clap ts B Clap t kœy>y> y > y yœ œœ15ãB ts Pf t k t k B Pf tyœy y yœœœy yB t Pf t t Pf ts By y y y y > œ œyœ œB ts Pf ts ts ts B Pf t kt k t t B B ts B Pf(Fortsetzung S. 42)41Beatbox Complete | Helbling


KAPITEL 4: ROCK IIIn diesem Kapitel werden die bisher erlerntenSounds und Rhythmen gefestigt und, daraufaufbauend, neue Beatbox-Techniken vorgestelltund eingeübt. Ein Ziel des Rock-II-Kapitels istBevor wir zu den Soundvarianten kommen, ist es notwendig, den Snare-Sound an sich genau-er unter die Lupe zu nehmen. Er besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten:es, dass du zunehmend kreativ und eigenständigmit deinen Beatbox-Sounds umgehst unddich dadurch an das musikalische Denkeneines Drummers annäherst.SoundsDu wirst einige neue Sounds kennenlernen, mitdenen du deinen Soundpool erweitern kannst.Neben ein paar Varianten der Snaredrum wirddas Rock-Drumset mit Tom-Toms und Crash-bzw. Splash-Becken vervollständigt (siehe dazudie Videoclips 50 – 55).Snaredrum-VariantenDie Funktion der Snaredrum kann von vielenverschiedenen Sounds übernommen werden,z. B. von Click- und Clap-Sounds (siehe S. 23 f.und 32 f.). Doch auch der Snare-Sound selbstkann sehr unterschiedlich klingen. Zur Standard-Snare,die du im ersten Kapitel kennenge-lernt hast (siehe S. 11) und die wir auch „fl ache“Snare nennen, kommen nun zwei weitere Variantenhinzu: die „breite“ und die „volle“ Snare(siehe S. 50). 2Zum einen kann man mit verschiedenen Snareseine große Vielfalt an Klangfarben erreichen.Zum anderen liegt nicht jedem Beatboxer jededer Techniken, die Snare zu imitieren, sodasses gut ist, diejenige Methode zu fi nden, die füreinen selbst am besten funktioniert. Natürlichkannst du auch durch eigenes Ausprobierenauf neue Methoden kommen, die hier nicht auf-gelistet ist. Im Zweifelsfall richte dich danach,was sich für dich gut anfühlt und anhört.INFO: Die drei Komponenten der Snare-Soundbildung1. Die Attackoder auch Anschlag; das ist der Moment, in dem beim Drumset der Stick auf dasFell auftrifft. Er wird beim Beatboxen meistens durch ein „P“ oder „T“ erzeugt.2. Der Tone, die bestimmbare Tonhöhe; das ist quasi die Eigenresonanz der Snare. Den Toneliefert beim Beatboxen entweder die Stimme oder eine kurze Schwingung der Lippen (sieheLip Buzz, S. 11), manchmal auch eine Kombination aus beidem. Durch unnatürliche Hervorhebungdieser Komponente, aber auch durch Weglassen des Tones lässt sich ein synthetischerKlangcharakter erzeugen.3. Der Release oder Decay; das ist das Nachschwingen oder Ausklingen der Snare. Hier musses zischen, daher verwendet man beim Beatboxen meistens ein „S“, „F“ oder „Sch“.2 Die Bezeichnungen „fl ach“, „breit“ und „voll“ entsprechen nichtdem offi ziellen Beatbox-Vokabular, sondern lehnen sich an dasEmp fi nden bei der Sound bildung und an den Snare-Klang an.49Beatbox Complete | Helbling


Rock-Patterns und -FillsRock-Patterns und -FillsINFO: Bei den folgenden Patterns und Fills kannst du selbst aus den bisher gelernten drum-, Snaredrum- und Tom-Tom-Sounds auswählen, welche der Soundvarianten du spielenmöchtest. „B“ steht im Notat allgemein für Bassdrum, „S“ für Snaredrum– das können auchClick- und Clap-Sounds sein, siehe S. 23 f. und 32 f. – und„dm“ steht für einen Tom-Tom-Bass-Sound beliebiger Höhe.Rock-Patterns mit Bassdrum-Variationen59 – 60Die Patterns 1a bis 4b siehst du im Videoclip 59, die Patterns 5a bis 8b im Videoclip 60.1aã4 4 œœœ.. œ œB S B B S1bã4 4 yœyyœœ œ œ y.B ts S ts B ts B Sts2aã4 4 2bœœ.œœœ4 yyyy. ã4œœ .œœœ3aB S B S Bã4 4 œ.. œ œ œœ œ4aB B S B B Sã4 4 .œ œ œ œœœœB B B S B B S13131b4yB ts S ts B ts S tsB3b4 yœ œ œ yœyã4œ œ.B ts B S B B ts S ts4bã4 4 y.œ œ œ œ yyœœ œB B ts B S B B ts S ts5aã4 4 œœœ œ œ œ œ .B S B B B B S6aã4 4 3.œ œ œ œ œ œ œ œ œ œBBBBS B B B B S5bã4 4 yœœœ œ œ œ œ y.B ts S B B B B S ts6bã4 4 3.œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ yB BB B S B B B B S ts141455Beatbox Complete | Helbling


Patterns: Traditionelle Latin-StileBossa Nova 83 – 84Der Bossa Nova ist eine der beliebtesten brasilianischenMusikstile. Er ist gewissermaßen dielangsamere und einfühlsame Version von Samba.Mit 80 BPM für halbe Noten bewegst dudich bei den folgenden Patterns im richtigenBossa-Tempo. Die Patterns 17 und 18 sind imVideoclip83 zu sehen, das Tandem-Pattern19 fi ndest du im Videoclip 84.17ã4 4 .œyœ œœã4 4 .B ts B B KsB tsB BKtsœy21 1821œœœy19ShakerClave20ShakerClaveBassdrumãããã4444> > > >y y y y y y y ytf - kf - tf - kf tf - kf - tf - kftf - kf - tf - kf tf - kf - tf -kfŒ 1 ‰cã4 œ ‰j1 Œc> > > >y y y y y y y y>yy y > y> y y y >y1 ‰j1 Œ 1c c ctf - kf - tf - kf tf - kf - tf - kf tf - kf - tf - kf tf - kf - tf - kfŒ 11Œcœjcœ œ ‰B B B Bœj> yy y y > y > y y y >1 ‰œ ‰j1 Œ 1c c cjœ œ ‰B B B Bœj.....69Beatbox Complete | Helbling

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