Polizisten, Zollbeamte und Reichsbahn- angehörige im KZ ...

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Polizisten, Zollbeamte und Reichsbahn- angehörige im KZ ...

Polizisten, Zollbeamte und Reichsbahnangehörigeim KZ-WachdienstNeben SS-Mitgliedern und Wehrmachtsangehörigen wurdenverstärkt auch Männer aus anderen staatlichen Institutionenzur Bewachung von KZ-Häftlingen verpflichtet. Polizistenwurden ab 1942 zur Aufsicht über die Häftlinge derII. SS-Baubrigade herangezogen, die in Bremen und OsnabrückAufräumungsarbeiten verrichtete. In großem Umfangsetzte die Abkommandierung 1944 mit der Ausweitung desAußenlagersystems der KZ ein. Im September 1944 wurden600 Angehörige der Jahrgänge 1890 bis 1895 zur Polizeireserveeinberufen und sofort an das KZ Neuengamme überstellt.Ebenso kamen Zollbeamte zum Einsatz. Beide Gruppenerhielten eine Kurzeinführung in ihre Bewachungsaufgabenund wurden dann in die Außenlager versetzt, wo siedie (Außen-)Bewachung sowie die Begleitung der Häftlingeauf dem Weg zur Arbeit übernahmen. Reichsbahnangehörigewurden erst in den letzten Monaten des Krieges zurBewachung von KZ-Häftlingen herangezogen, als die SSmobile Eisenbahnbaubrigaden zur Reparatur wichtigerBahnverbindungen aufstellte.


2Polizisten, Zollbeamte und Reichsbahnangehörige im KZ-WachdienstVerfügung des Höheren SS- undPolizeiführers Nordsee über dieEinberufung von 600 Reservistenzur Polizeireserve, die im KZ-Dienst in Neuengamme eingesetztwurden.(TNA (PRO))


4Polizisten, Zollbeamte und Reichsbahnangehörige im KZ-Wachdienst1.Gemäß der Verfügung des Befehlshabers der Ordnungspolizeisind von der Polizeiverwaltung Hamburg mit sofortigerWirkung 600 Angehörige der Jahrgänge 1890–1895 zur Polizeireserveheranzuziehen, einzukleiden, unterzubringen undnach einer Kurz-Ausbildung dem Kommandanten des KZ-Lagers Neuengamme, SS-Sturmbannführer Pauli, zu übergeben.Die Heranziehung zur Polizeireserve erfolgt nach Teillisten,die der Polizeiverwaltung Hamburg vom Befehlshaber derOrdnungspolizei zugehen. Die herangezogenen Männergehören etatmäßig zur Polizeiverwaltung Hamburg und werdenzum KZ-Lager Neuengamme nach Erledigung derHeranziehungsformalitäten usw. abgeordnet.Abschrift einer Anordnung desKommandos der SchutzpolizeiHamburg vom 28. September1944.(SLG HH)2.Die Uk-Stellung der zur Polizeireserve herangezogenenMänner für Zwecke des KZ-Lagers Neuengamme wird vomKommando veranlaßt.


Polizisten, Zollbeamte und Reichsbahnangehörige im KZ-Wachdienst 53.Bisher sind die in der anliegenden Liste aufgeführten Männermit Wirkung vom 15.9.1944 zum langfristigen Notdienstin der Polizeireserve herangezogen, dienstgradmäßig eingestuftund dem Pol.-Bataillon (RE) bis zur Übergabe an denKommandanten des KZ-Lagers Neuengamme unterstellt. DieMänner werden mit dem Heranziehungstage den in deranliegenden Liste vermerkten aktenführenden Dienststellenzugeteilt und sind am 29.9.1944 dem Kommandanten desKZ-Lagers Neuengamme zu übergeben.Sie gelten mit dem Tage der Übergabe (29.9.44) als zumKZ-Lager Neuengamme abgeordnet.4.Die wirtschaftliche Versorgung dieser zur Polizeireserveherangezogenen Männer (Entlohnung, Verpflegung,Urlaubserteilung) obliegt vom Heranziehungstage ab demKommandanten des KZ-Lagers Neuengamme.


6Polizisten, Zollbeamte und Reichsbahnangehörige im KZ-Wachdienst5.Die erste Anlage der Personalakten veranlaßt die EinstellungsstellePol.-Reserve, die weitere Führung derselben dieaktenführenden Dienststellen, die in der anliegenden Listevermerkt sind. Die aktenführenden Dienststellen fertigenKarteikarten für die Polizeireservisten an und reichen diesebaldmöglichst dem Kommando-2b- ein. Personalakten undKarteikarten sind oben links mit dem Vermerk ‚Bewachungspersonalfür KZ-Häftlinge‘ zu versehen.6.Der Kommandant des KZ-Lagers Neuengamme wird gebeten,jede Personalveränderung der Polizeireservisten deraktenführenden Dienststelle zur Beifügung zur Personalakteeinzusenden (Veränderung in den Familienverhältnissen,Bestrafungen, Krankheiten usw.).7.Die Beförderungen dieser Pol.-Reservisten regeln sich nachden bisherigen Bestimmungen, d. h., die Durchführung derBeförderungen obliegt den Gruppen bzw. die Beförderungzum Hauptwachtmeister dem Kommando. Die aktenführendenDienststellen haben in der Durchführung der Beförderungenwie bei den übrigen Pol.-Reservisten zu verfahren.Das gleiche trifft auch für Entlassungen zu. Wenn Entlassungenaus der Pol.-Reserve notwendig werden sollten, sind dieentsprechenden Anträge den aktenführenden Dienststellenzuzuleiten.


Polizisten, Zollbeamte und Reichsbahnangehörige im KZ-Wachdienst 78.Die Disziplinarstrafgewalt, sowie die Urlaubserteilung aufGrund der gegebenen Bestimmungen obliegt dem Kommandantendes KZ-Lagers Neuengamme, SS-SturmbannführerPauli. Erteilte Beurlaubungen durch den Kommandanten desKZ-Lagers Neuengamme sind von ihm intern zu behandeln,entsprechende Urlaubsgesuche brauchen also der Personalaktenicht angeschlossen zu werden. Bei Aufhebung einerAbordnung und damit Übertritt in den Dienst der SchutzpolizeiHamburg ist anzugeben, ob und in welchem UmfangBeurlaubungen während des laufenden Urlaubsjahreserfolgt sind.9.Ein Abdruck dieses Befehls ist den Personalakten derPol.-Reservisten anzuschließen. Auf dem Befehl ist ein Auszugaus der angeschlossenen Liste für jeden Mann zu vermerken.


8Polizisten, Zollbeamte und Reichsbahnangehörige im KZ-WachdienstDie Heranziehung der zum KL-Neuengamme abgeordnetnachstehend aufgeführten Polizeireservisten zum langfristigenNotdienst in der Pol.-Reserve wird mit Ablauf des15.5.45 aufgehoben.Die Entlassung veranlassen die zuständigen Abteilungenbezw. Die Pol.-Ersatz-Abteilung.SAK III übernimmt die Entlassung der Pol.-Reservisten, fürdie kein Abschnitt angegeben ist.Den Entlassenen ist zu bescheinigen, bis wann sie gelöhntund verpflegt sind.Abschrift eines Schreibens desStabes des Kommandos derSchutzpolizei, mit dem am14. Mai 1945 die Entlassung derPolizeireservisten verfügt wurde,die im KZ-Dienst eingesetztwaren.(SLG HH)Die zuständigen Sozialverwaltungen sind zu verständigen.Von den Kriegsbesoldungsempfängern sind die Gehaltsbescheinigungeneinzuziehen und der Abt. I A 2g zuzusenden.Im übrigen wird auf die EntlassungsdurchführungsbestimmungenKdo. 2b (Pol.Res.) vom 3.12.43 hingewiesen.[...]


Polizisten, Zollbeamte und Reichsbahnangehörige im KZ-Wachdienst 91 Anw. d. Sch. d.Res. 17 059 Julius Streland SAK VIII2 Uwm. d. Sch. d. Res 16 093 Alfred Graf SAK I3 Anw. d. Sch. d. Res. 17 313 Franz Zaun SAK I4 Uwm. d. Sch. d. Res.17 062 Karl Zingel SAK II5 Row. d. Sch. d. Res. 16 130 Wilhelm Ladewig SAK VII6 Anw. d. Sch. d. Res. 16 228 Heinrich Wark SAK VI7 Anw. d. Sch. d. Res. 16 205 Waldemar Schuldt SAK VI8 Uwm. d. Sch. d. Res. 16 086 Hans Geist SAK II9 Wm. d. Sch. d. Res. 16 105 Friedrich Hugger SAK VI10 Wm. d. Sch. d. Res. 16 573 Paul Schneider SAK X11 Anw. d. Sch. d. Res. 16 207 Erich Schulz SAK B12 Uwm. d. Sch. d. Res.16 184 Bernhard Rogmann SAK IV13 Uwm. d. Sch. d. Res.16 263 Hermann Höppner SAK VI14 Anw. Sch. d. Res. 16 051 Heinrich Bartels SAK VIII15 Unw. d. Sch. d. Res. 16 147 Rudolf Missfeld SAK X16 Anw. d. Sch. d. Res. 16 290 Carl Steenbock SAK IDie mit Vfg. vom 10.5.45 angeordnete Entlassung desUwm. d. Sch. d. Res. 16 582 Eduard Behrens vom 10.5.45wird aufgehoben. B. verbleibt beim SAK VI.


10Polizisten, Zollbeamte und Reichsbahnangehörige im KZ-WachdienstDieser Ausweis eines Zöllnersstammt aus den britischen Ermittlungsaktenzu Verbrechen im KZNeuengamme.(TNA (PRO))


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12Polizisten, Zollbeamte und Reichsbahnangehörige im KZ-WachdienstEhemalige Wachmänner berichtenAussage von Paul Sandmann am 17. Februar 1983 im Ermittlungsverfahrender Hamburger Staatsanwaltschaft gegenArnold Strippel:Im September 1939 wurde ich als Polizeireservist nachDüneberg bei Geesthacht einberufen. [...] Nach dem Terrorangriffauf Hamburg, etwa im Herbst 1943, [kam ich]nach Hamburg. Wir fanden im Sprinkenhof Unterkunft undwurden dem dortigen Wachbataillon Hamburg zugeordnet.Von hier aus wurden wir dann täglich zur Schule Brackdammgefahren, um dort Häftlingskommandos zu bewachen.Diese wurden zu Aufräumungsarbeiten und zur Bergungvon Leichen eingesetzt. Die Aufsicht führte ein Polizeileutnant.[...] Am 30.4.1944 wurde ich verhaftet. Mirwurde ein Verstoß gegen das Volksschädlingsgesetz vorgeworfen.Im September 1944 wurde ich als Häftling demKL Neuengamme überstellt. Im dortigen Hauptlager verbliebich bis zum 30.4.1945.(SLG HH)


Polizisten, Zollbeamte und Reichsbahnangehörige im KZ-Wachdienst 13Aussage von Franz Harfst am 9. Mai 1980 im Ermittlungsverfahrender Hamburger Staatsanwaltschaft gegen ArnoldStrippel:Dann trat ich in die Zollverwaltung Altona ein. Während desZweiten Weltkriegs war ich [...] Schätzer für Bombenschäden[...]. Ende 1944 wurde ich zur Polizeireserve einberufen.In der Burgstraße fanden sich noch weitere Beamtenvon verschiedenen Behörden ein [...]. Nach Schluß derAusbildung (ca. 10–14 Tage) wurden wir zur Bewachungdes Außenlagers Spaldingstraße, in dem sich Häftlinge desKZ Neuengamme befanden, abgestellt. Dort war ich in derSchreibstube tätig. Ich war kriegsbeschädigt vom ErstenWeltkrieg und konnte nicht zu Bewachungsaufgaben herangezogenwerden.(SLG HH)


14Polizisten, Zollbeamte und Reichsbahnangehörige im KZ-WachdienstAussage des Zollhauptsekretärs i. R. Karl Gast am 15. April1980 im Ermittlungsverfahren der Hamburger Staatsanwaltschaftgegen Arnold Strippel:Am 1. Febr. 1937 trat ich in Bremen in den Zolldienst ein.Nach mehreren Versetzungen wurde ich 1939 zum Hauptzollamt-GrenzeHamburg versetzt und war dort bis1960 [...]. Im September 1944 wurde mir bekanntgegeben,daß ich mich im Hamburger Hafen in einem Schuppen zumelden hätte. [...] Wir waren ca. 40–50 Mann, Zöllner undHilfszöllner. Meiner Erinnerung nach war es SchuppenNr. 21 in Hamburg-Veddel. Dort wurden wir von SS-Leutenin 3 Abteilungen aufgeteilt. Ich wurde gerufen und mansagte mir, daß ich als Verbindungsmann zwischen den Zöllnernund dem Hauptzollamt eingesetzt werde. Meine Aufgabewar es, die Versorgung meiner Kollegen mit Waffenund Bekleidung durchzuführen. Die 1. Abteilung blieb indiesem Schuppen, in dem auch so ein Lager war, die2. Abtlg. kam in die Spaldingstraße und die 3. nach Hamburg-Eidelstedt.(SLG HH)


16Polizisten, Zollbeamte und Reichsbahnangehörige im KZ-WachdienstBrief des Majors Leniewski vonder War Crimes InvestigationUnit vom 16. Dezember 1946 anAlbin Lüdke, den Vertreter desKomitees ehemaliger politischerGefangener zur Internierung desehemaligen Kommandoführers imKZ Neuengamme Karl Tadsen.Dieser war als Eisenbahnbeamterin den KZ-Dienst versetztworden.(TNA(PRO))


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