Wald & Holz in Bayern - WBV Viechtach

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Wald & Holz in Bayern - WBV Viechtach

Bayerisches Staatsministerium fürLandwirtschaft und ForstenWald & HolzinBayernZahlen und Fakten


ImpressumHerausgeberBayerisches Staatsministeriumfür Landwirtschaft und ForstenPostfach 22 00 12, 80535 Münchenwww.forst.bayern.deRedaktionReferat Forschung, Innovation, WaldpädagogikAugust 1996, 4. Auflage August 2006TitelfotoDietrich Zernecke4


VorwortBayern ist mit 2,5 Millionen Hektar das waldreichsteLand in Deutschland. Die Wälder bedeckenrund ein Drittel der Landesfläche. Aufbauend aufdem Prinzip der forstlichen Nachhaltigkeit ermöglichendiese Wälder eine dauerhafte undumweltschonende Ernte des wertvollen RohstoffesHolz. Die Nutzung und Verwendung vonheimischem Holz ist sowohl ökonomisch als auchökologisch sinnvoll. Kurze Transportwege,niedriger Energieaufwand bei der Produktion,hervorragende Eigenschaften in der Weiterverarbeitungsowie der CO 2 -neutrale Einsatz alsEnergieträger sind überzeugende Argumente fürden Einsatz von Holz aus nachhaltiger, naturnaherForstwirtschaft.Die Forst- und Holzwirtschaft und die verarbeitendenBetriebe sichern in Bayern über die gesamteWertschöpfungskette rund 200 000 Arbeitsplätze.Der Wald dient darüber hinaus in vielfältigerArt dem Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen,bietet Erholungsmöglichkeiten für uns alleund ist Lebensraum auch zahlreicher seltenerTier- und Pflanzenarten.In kompakter Form stellt diese Broschüre bereits inder 4. Auflage aktuelle Zahlen und Fakten derForst- und Holzwirtschaft vor. Wer sich mit denZusammenhängen zwischen Wald und Forstwirtschaftbefassen möchte, findet hier die wichtigstenGrundinformationen.Josef MillerStaatsminister


InhaltSeiteWald und Forstwirtschaft in Bayern ............... 7Bodennutzung/Waldanteil .............................................................7Bayernkarte mit den Grenzen der Ämter .....................................7Waldflächenbilanz 1980 bis 2004 ..................................................8Waldbesitzverteilung .....................................................................8Geförderte Erstaufforstungen 1965 mit 2005 ..............................8Betriebsstruktur .............................................................................9Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse .....................................9Baumartenzusammensetzung ....................................................10Waldfunktionen ............................................................................10Schutzgebiete nach dem Waldgesetz für Bayern ...................... 11Wald in Schutzgebieten nach dem Naturschutzgesetz ............. 11Förderung des Privat- und Körperschaftswaldes ...................... 11Erschließung des Waldes ............................................................13Gefährdung des Waldes ..............................................................14Ergebnisse der Waldzustandserhebung 1983 bis 2005 .............14Betriebswirtschaftliche Situation in der Forstwirtschaft ...........15Naturnahe Forstwirtschaft...........................................................17Arbeitsplatz Wald .........................................................................17Aufgaben der Bayerischen Forstverwaltung .............................18Organigramm ...............................................................................19Waldpädagogik ............................................................................20Wichtige Rechtsvorschriften .......................................................20Holz und Holzwirtschaft in Bayern ................ 23Der Wald wächst – Holz wird produziert ....................................23Aufbau des Holzes .......................................................................23Jahrringbreite und Holzeigenschaften .......................................24Chemische Zusammensetzung von Holz ...................................24Günstige Holzeigenschaften .......................................................25Umweltvorteile von Holz/überzeugende Ökobilanz ..................26Holzvorrat .....................................................................................27Holzzuwachs .................................................................................27Holznutzung .................................................................................27Nachhaltigkeit ..............................................................................28Zertifizierung ................................................................................28Arbeitsplatz Holzwirtschaft ..........................................................29Holzverbrauch in Deutschland ....................................................29Verbrauch von Nadelrohholz ......................................................30Verbrauch von Laubrohholz ........................................................30Bayerische Schnittholzproduktion ..............................................305


7 Forstwirtschaftliche Vereinigungen (FV)Sie bilden die Dachorganisation der FBGs auf Regierungsbezirksebene(je Regierungsbezirk eine ForstwirtschaftlicheVereinigung).Baumartenzusammensetzung 16 %Sonstige Hartlaubhölzer8 %Weichlaubhölzer6 %Eiche2 %LärcheNadelbäume 68 %Laubbäume 32 %12 %Buche19 %Kiefer1 %Douglasie44 %Fichte2 %TanneWaldfunktionenWaldflächen mit Vorrangfunktion (nach Waldfunktionsplanung)30,6 % Wasserschutz17,6 % Erholung56,5 %Waldflächemit einer odermehrerenVorrangfunktionen14,1 % Bodenschutz13,9 % Wald mit Sonderfunktionen10,9 %Klima-, ImmissionsundLärmschutz14,0 % Lawinenschutz1,4 % Schutz von Verkehrswegen1Wald mit besonderer Bedeutung als Biotop, für Gesamtökologie und Landschaftsbild,historisch wertvolle Bestände und Waldflächen mit besonderen Aufgaben fürLehre und Forschung, Sichtschutzwald.1Quelle: Bundeswaldinventur II 2001 bis 2002.10


Schutzgebiete nach demWaldgesetz für Bayern 1Naturwaldreservate Anzahl: 155 rd. 6 600 haBannwald– im Regionalplan ausgewiesen 205 637 ha– davon rechtskräftig erklärt 185 030 haSchutzwald (Art. 10 Abs. 1 BayWaldG)rd. 189 000 hadavon – Staatswald 113 000 ha– Körperschaftswald 16 000 ha– Privatwald 60 000 haWald in Schutzgebietennach dem NaturschutzgesetzIn % der Waldfl ächeStaatswaldKörperschaftswaldPrivatwaldGesamterWaldNaturschutzgebiete 1 5,3 1,6 1,1 2,5Nationalparke 1 4,2 – – 1,2Landschaftsschutzgebiete 1 26,6 13,4 18,1 20,2Naturparke 1 32,4 43,0 26,1 30,3Natura 2000-Gebiete 1 29,3 19,2 8,4 18,0Bewaldungsprozent der SchutzgebieteNaturschutzgebiete 2 56,4 %Nationalparke 1 69,3 %Landschaftsschutzgebiete 1 56,0 %Naturparke 1 45,0 %Natura 2000-Gebiete 1 56,0 %Förderung des PrivatundKörperschaftswaldesZur finanziellen Förderung waldbaulicher Maßnahmen fürWaldbesitzer, des Forstwegebaus sowie projektbezogeneMaß nahmen und Investitionen der forstlichen Zusammenschlüssewerden Fördermittel vom Land Bayern und teilweisevom Bund und der Europäischen Union zur Verfügung gestellt.Die Förderung von Katastrophenschäden erfolgt als Schwerpunktförderungdurch die vorhandenen Förderprogramme.1Stand: 31. Dezember 2004.2Stand: 1. Januar 2006.11


Fördervolumen120100EULandBund80Mio. €604020080 82 84 86 88 90 92 94 96 98 20 02 0481 83 85 87 89 91 93 95 97 99 01 03 05Zuwendungen in Mio. €Der Freistaat Bayern fördert außerdem den Privat- undKörper schaftswald durch Aus- und Fortbildung der Waldbesitzeran den Ämtern für Landwirtschaft und Forsten und derWaldbauernschule in Kelheim sowie durch gemeinwohlorientierteBeratung. Durch Stärkung der überbetrieblichenZusammenarbeit, Beratung und finanzielle Förderung derForstlichen Zusammenschlüsse werden die Selbsthilfeeinrichtungendes Waldbesitzes gestärkt.Qualitätsbeauftragte an den neu geschaffenen Ämtern fürLandwirtschaft und Forsten überprüfen die Umsetzung dergeförderten Maßnahmen vor Ort.12


Erschließung des WaldesEine angemessene Erschließung der Wälder mit schwerlastfähigenWegen ist Voraussetzung für die im Waldgesetz fürBayern vorgeschriebene sachgemäße Bewirtschaftung.Waldwege dienen nicht nur der Bereitstellung des RohstoffesHolz, sondern auch der Pflege des Waldes. Sie erleichtern dasBetreten des Waldes zum Zwecke der Erholung.Stand der Erschließung (2004)Im Staatswald ist die Grunderschließung mit schwerlastfähigenWaldwegen weitgehend abgeschlossen.Wegedichte (schwerlastfähigen Forstwege im Staatswald)Flachland34,4 lfm/haim Vergleich: Baden-Württemberg 50 lfm/haHessen35 lfm/haHochgebirge16,3 lfm/haim Vergleich Schweiz 30 – 40 lfm/haÖsterreich30 – 40 lfm/haStaatswald insgesamt30,9 lfm/haDerzeitige Erschließungssituation im Privat- und Körperschaftswald20 %noch zuerschließen67 %erschlossen13 % nicht erschließbar(Feuchtflächen, Fels, etc.)Im Privat- und Körperschaftswald sind noch rd. 340 000 hazu erschließen. Die Wegedichte wird dann 28 lfm/ha erreichen.13


Gefährdung des WaldesErgebnisse der Waldzustandserhebung1983 bis 2005100Alle Baumarten9080Flächenanteil in %70605040302010084 86 88 90 92 94 96 98 00 02 0483 85 87 89 91 93 95 97 99 01 03 05SchadstufeWarnstufeNadel-/Blattverlust1 schwach geschädigt über 10 – 25 %Deutliche Schäden2 mittelstark geschädigt über 25 – 60 %3, 4 stark geschädigt, abgestorben über 60 %14


Betriebswirtschaftliche Situationin der Forstwirtschaft 1Privatwald 2Euro/ha1.2001.000800ErtragAufwandpos./neg. Betriebsergebnis in Euro6004002000-20089909192939495969798990001020304Körperschaftswald 2Euro/ha1.2001.000800ErtragAufwandpos./neg. Betriebsergebnis in Euro6004002000-200899091929394959697989900010203041Quelle: Bayerischer Agrarbericht 2006.2Die Daten stammen aus dem Testbetriebsnetz Forstwirtschaft:ca. 50 Betriebe mit Größen über 200 ha werden dabei aufgenommen.Die Auswahl ist damit nicht repräsentativ, die Ergebnisse können v. a.für den Kleinprivatwald nicht verallgemeinert werden.15


Staatswald (ohne Nationalparke)Euro/ha1.2001.000800ErtragAufwandpos./neg. Betriebsergebnis in Euro6004002000-20089909192939495969798990001020304Die Entwicklung der Betriebsergebnisse hängt ganz wesentlichvon den betrieblichen Voraussetzungen, Schadereignissen undHolzmarktbedingungen ab.Entsprechend liegen die Betriebsergebnisse des erwerbswirtschaftlichorientierten und standörtlich begünstigten Privatwaldesim langjährigen Durchschnitt über denen des gemeinwohlverpflichtetenKörperschafts- bzw. Staatswaldes.Durch die Orkanschäden der Jahre 1990 und 1999 wurde diebetriebswirtschaftliche Situation der bayerischen Forstwirtschaftdeutlich beeinträchtigt. Die Beseitigung der Sturmschäden warmit hohem Aufwand verbunden. Die Erlöse für den Holzverkaufgingen zurück. Zur Wiederaufforstung der Schadflächen, zurFörderung der Bestandsstabilität und zur Einbringung standortgerechterLaubbäume wurden im letzten Jahrzehnt enormeInvestitionen getätigt. Trotz der schwierigen Situation gelang esder ehemaligen Bayerischen Staatsforstverwaltung seit 1997ein positives Betriebsergebnis im erwerbswirtschaftlichenBereich zu erzielen. Ursache hierfür ist die konsequenteAufwandsverringerung (u. a. durch die Straffung derOrganisation, die unternehmerische Ausrichtung und denPersonalabbau im Beamten- und Angestelltenbereich) im Zugeder Forstreform.16


Naturnahe ForstwirtschaftForstwirtschaft ist die naturnächste und schonendste Form derBodennutzung.Naturnahe, standortgemäße Forstwirtschaft orientiert sich anden natürlichen Lebensvorgängen im Wald und steuert diesebehutsam. Sie sorgt so für gesunde, stabile und leistungsfähigeWälder. Sie sichert nachhaltig gleich bleibende Holzerträgesowie die vielfältigen Schutz- und Erholungsfunktionen desWaldes. Dieser wird dabei gleichzeitig als Lebens- und Wirtschaftsraumbetrachtet, seine naturnahe Bewirtschaftung ist einwichtiger Beitrag zum integrierten Umweltschutz.Arbeitsplatz WaldIm Sektor Forst und Holz werden in Bayern mit ca. 200 000 Beschäftigten(incl. Holzhandel) in über 22 000 Betrieben jährlichmehr als 25 Mrd. Euro Umsatz erzielt. Im Bundesvergleich liegtBayern damit nach Nordrhein-Westfalen und Baden-Württembergauf Platz drei.ForstwirtschaftDie zahlreichen Forstbetriebe und forstlichen Dienstleistungsunternehmenin Bayern beschäftigen rund 8 200 Personen.Hinzu kommt eine Vielzahl von (statistisch nicht erfassten)bäuerlichen Waldbesitzern die einen gewissen Teil ihresEinkommens aus der Waldbewirtschaftung erzielen. VorsichtigeSchätzungen gehen hier von einer Zahl von 15 000 Vollarbeitskräftenaus.17


Aufgaben der Bayerischen ForstverwaltungDie Ämter für Landwirtschaft und Forsten sind untere Behördender Landwirtschaftsverwaltung und der Forstverwaltung. DieAbteilungen des Bereichs Forsten (mit den jeweiligen Forstrevieren)haben je nach regionaler Zuständigkeit folgendeAufgaben:• forstliche Beratung im Interesse des Gemeinwohls• Förderung des Privat- und Körperschaftswaldes sowie derforstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse• fachliche Beratung von forstwirtschaftlichen Selbsthilfeeinrichtungenund Verbänden• Forstaufsicht und Forstschutz• Betriebsleitung und -ausführung in den Wäldernkommunaler Gebietskörperschaften• Durchführung von waldpädagogischen Maßnahmen• forstliche Fachplanung• Nachhaltssicherung in allen Waldbesitzarten• Mitwirkung beim Vollzug des Jagdrechts• Erhebung zu Waldverjüngung und Waldzustand• Umsetzung des Natura 2000-Gebietsmanagements im Wald• phytosanitäre Kontrollen• Planung und Projektierung von Maßnahmen zur Pflege undSanierung von Schutzwäldern im Gebirgsraum• Umsetzung des WaldgesetzesPersonalumfangrd. 1 360 Mitarbeiter, davon80 Arbeiter250 Angestellte1 030 Beamte18


OrganigrammBayerisches Staatsministeriumfür Landwirtschaft und Forsten– Forstverwaltung –Bereich Forstender 47 Ämter fürLandwirtschaftund Forsten(UntereForstbehörde)BayerischeLandesanstaltfür Wald undForstwirtschaftBayerischeWaldbauernschuleBayerischesAmt fürforstlicheSaat- undPflanzenzuchtBayerischeForstschule/TechnikerschulefürWaldwirtschaftStaatlicheFührungsakademiefürErnährung,Landwirtschaftund Forsten 11Soweit sie Aufgaben der Forstverwaltung erfüllt; zuständig für forstliche Fortbildung im Kommunikationsbereich und EDV-Betreuung.19


WaldpädagogikSeit 01.01.1988 ist die „Waldpädagogik als Bildungsauftrag“gesetzliche Aufgabe der staatlichen Forstbehörden. Als„Forstliche Bildungsarbeit“ geht sie über die „Umweltbildungim Wald“ hinaus, weil sie die naturnahe, nachhaltige Nutzungdes Waldes mit einbezieht.Der Schwerpunkt der waldpädagogischen Aktivitäten liegt beiden Ämtern für Landwirtschaft und Forsten und bei denWalderlebniszentren Grünwald bei München, Schernfeld beiEichstätt, Tennenlohe bei Nürnberg, Roggenburg, Ruhpolding,Füssen-Ziegelwies, Würzburg, Oberschönenfeld bei Augsburgund Regensburg. Vertiefende Informationen bieten Aufenthalteim Jugendwaldheim Lauenstein im Naturpark Frankenwald.Allein im Jahr 2004 wurden bei über 9 300 Veranstaltungenrund 249 000 Personen erlebnisorientiert über Wald undForstwirtschaft informiert.Wichtige RechtsvorschriftenAllgemeines Betretungsrecht:Der Genuss der Naturschönheiten und die Erholung in derfreien Natur, insbesondere das Betreten von Wald (...) istjedermann gestattet (Art. 141 Abs. 3 Bayerische Verfassung,Art. 21 Abs. 1 BayNatSchG 1 ).Das Betreten des Waldes zum Zweck des Genusses derNaturschönheiten und zur Erholung ist jedermann unentgeltlichgestattet (Art. 13 Abs. 1 Satz 1 BayWaldG 2 ). 3Aneignungsrecht:Jeder hat das Recht, sich wild wachsende Waldfrüchte undPflanzen, sofern sie nicht geschützt sind, anzueignen. Walderzeugnissewie Forstpflanzen, Bäume und Sträucher oder Teiledavon sowie Samen von Bäumen, Nadelholzzapfen, Harz,Streu, Moos, Gras, Schilf, Farn und Heil kräuter zählen dabeinicht zu den wild wachsenden Wald früchten (Art. 28 BayNat-SchG 1 i. V. m. Art. 4 Nr. 1 BayWaldG 2 ).Benutzung von Wegen:Jeder darf auf Privatwegen in der freien Natur wandern und,wenn sich die Wege dafür eignen, auch Rad fahren und reiten.Der Fußgänger hat Vorrang (Art. 23 Abs. 1 BayNatSchG 1 ).Das Radfahren und Reiten abseits der Wege oder auf ungeeignetenWegen ist im Wald nicht erlaubt (Art. 25 Abs. 2BayNatSchG 1 ).1Bayerisches Naturschutzgesetz.2Waldgesetz für Bayern.3Bayerisches Verwaltungsverfahrensgesetz.20


Das Radfahren, das Fahren mit Krankenfahrstühlen und dasReiten ist im Wald nur auf Straßen und geeigneten Wegenzulässig (Art. 13 Abs. 3 Satz 1 BayWaldG 2 ). 1Feuer:Im Wald oder in einer Entfernung von weniger als 100 m davondarf kein offenes Licht angezündet und keine brennenden oderglimmenden Sachen weggeworfen oder sonst unvorsichtiggehandhabt werden.Vom 1. März bsi 31. Oktober ist das Rauchen im Wald verboten.Wer im Wald oder in einem Umkreis von 100 m ein Feueranzünden will, braucht eine Erlaubnis der Kreisverwaltungsbehörde.Ausgenommen davon sind Waldbesitzer und Personen,die er in seinem Wald beschäftigt (Art. 17 BayWaldG 2 ) sind.Waldbewirtschaftung:Der Wald ist (...) sachgemäß zu bewirtschaften und vor Schädenzu bewahren. Hierzu sind insbesondere1. bei der Waldverjüngung standortgemäße Baumartenauszuwählen und standortheimische Baumarten angemessenzu beteiligen sowie die Möglichkeiten der Naturverjüngungzu nutzen,2. die Wälder bedarfsgerecht und naturschonend zu erschließen,3. der Waldboden und die Waldbestände bei der Waldbewirtschaftungpfleglich zu behandeln,4. auf die Anwendung von Düngemitteln zum Zweck derErtragssteigerung zu verzichten und der Einsatz vonchemischen Pflanzenschutzmitteln möglichst zu vermeiden,5. die biologische Vielfalt zu erhalten,6. im Hochwald Kahlhiebe zu vermeiden (...) (Art. 14 Abs. 1BayWaldG 2 ).Der Staatswald dient dem allgemeinen Wohl in besonderemMaß und ist daher vorbildlich zu bewirtschaften. (...) Die mit derBewirtschaftung und Verwaltung betrauten Stellen habeninsbesondere standortgemäße, naturnahe, gesunde, leistungsfähigeund stabile Wälder zu erhalten oder zu schaffen (Art. 18Abs. 1 Satz 1, 3 BayWaldG 2 ).Bei der Bewirtschaftung des Körperschaftswaldes sind über diefür alle Waldbesitzer geltenden Vorschriften hinaus die Grundsätzedes Art. 18 (...) zu beachten. Besondere Bedürfnisse sindangemessen zu berücksichtigen (Art. 19 Abs. 1 BayWaldG 2 ).Waldflächenveränderung:Die Aufforstung nicht forstlich genutzter Grundstücke mitWaldbäumen durch Saat oder Pflanzung bedarf der Erlaubnisder unteren Forstbehörde. Dies gilt auch für die Anlage vonKulturen zur Gewinnung von Christbäumen und Schmuckreisigsowie Kurzumtriebskulturen (Art. 16 Abs. 1 i. V. m. Art. 39 Abs. 2BayWaldG 2 ).1Siehe S. 18.21


Für die Erstaufforstung von Wald ist eine Umweltverträglichkeitsprüfungnach den Vorschriften des BayVwVfG 3 durchzuführen,wenn:1. das Vorhaben 50 ha oder mehr umfasst oder2. zu mindestens 20 ha innerhalb eines Naturschutzgebiete,eines Nationalparks oder eines Natura 2000-Gebietes liegtoder3. zu mindestens 1 ha in einem gesetzlich geschützten Biotop(Art. 13d Abs. 1 BayNatSchG 1 ) liegt (Art. 39a Abs. 2 Bay-WaldG 2 ).Die Beseitigung von Wald zugunsten einer anderen Bodennutzungsart(Rodung) und der Kahlhieb im Schutzwaldbedürfen der Erlaubnis der unteren Forstbehörde (Art. 9 Abs. 2und Art. 14 Abs. 3 i. V. m. Art. 39 Abs. 2 BayWaldG 2 ).Kahlgeschlagene oder infolge Schadenseintritts unbestockteWaldflächen sind innerhalb von drei Jahren wieder aufzuforsten(Art. 15 Abs. 1 Satz 1 BayWaldG 2 ).Für die Rodung von Wald ist eine Umweltverträglichkeitsprüfungnach den Vorschriften des BayVwVfG 3 duchzuführen,wenn:1. das Vorhaben 10 ha oder mehr umfasst, oder2. zu mindestens 5 ha innerhalb eines Schutzwaldes, einesBann- und Erholungswaldes, eines Naturschutzgebietes,eines Nationalparks, eines Natura 2000-Gebietes liegt, oder3. zu mindestens 1 ha in einem gesetzlich geschützten Biotop(Art. 13d Abs. 1 BayNatSchG 1 ) liegt (Art. 39a Abs. 1 Bay-WaldG 2 ).1Siehe S. 18.22


Holz und Holzwirtschaft in BayernDer Wald wächst –Holz wird produziertDas Kambium zwischen Holz und Rinde ist die Wachstumsschichtdes Baumes. Es bildet nach innen Xylem (Holzzellen)und nach außen Phloem (Rindenzellen).Im Xylem (Holz) wird Wasser mit den darin gelösten Nährsalzenvon den Wurzeln im Boden über den Stamm zu denNadeln oder Blättern transportiert. Im Alter verkernen beimanchen Baumarten die zentralen Holzpartien (Kernholz). Esentsteht dadurch ein äußerer, wasserführender Splint und einestabilisierende Säule mit höherer natürlicher Dauerhaftigkeit,dem Kern.Im Bast wird der von den Blattorganen photosynthetischhergestellte, energiereiche Pflanzensaft abwärts geleitet.Abgestorbener Bast wird zur Borke. Sie schützt die empfindlicheWachstumsschicht.Aufbau des HolzesDer jahreszeitlich bedingte Wechsel von Wachstum und Ruheführt beim Holz im Querschnitt zu einem periodischen Aufbau,den Jahresringen. Am deutlichsten sieht man dies beiringporigem Laubholz und bei Nadelholz.außenJahresringWachstumsrichtunginnenSpätholz 1Frühholz 2Querschnitt durch eine Esche (5fach vergrößert). 1 21Im Sommer und Spätsommer gebildeter Teil des Jahrrings mit relativdickwandigen, hauptsächlich der Festigung dienenden Leitelemente.2Zu Beginn der Vegetationsperiode gebildeter Teil des Jahrringes mitrelativ dünnwandigen Leitelementen.23


Holz ist aus Zellen aufgebaut. Ihre Form entspricht vereinfachtausgedrückt einem von beiden Seiten angespitzten hohlenBleistift.1 cm³ der Zellwandsubstanz wiegt in absoluttrockenem Zustand ca. 1,5 g.Je dicker die Zellwände und je geringerdie Hohlräume, desto schwerer undfester ist das Holz.Jahrringbreite und HolzeigenschaftenBreite Jahrringe bedeuten– beim Nadelholz einen hohen Frühholzanteil. Gewicht undFestigkeit nehmen dadurch ab;– beim Laubholz einen hohen Spätholzanteil. Gewicht undFestigkeit nehmen insbesondere bei ringporigen Laubhölzern(z. B. Eiche, Esche) dadurch zu.Chemische Zusammensetzungvon Holz(Hauptbaustoffe in Gewichts-%)1ca. 47 – 57 %Celluloseca. 21 – 29 %Lignin1ca. 18 – 27 %Holzpolyosen121Die %-Anteile sind stark abhängig von der Baumart.2Zuckerähnliche Kohlehydrate.Lignin ist ein wichtiger Füllstoff im Zellgewebe der Bäume. Eskommt nur bei verholzenden Pflanzen vor. Ähnlich dem Betonim Stahlbetronbau verkittet und versteift es die Cellulosesträngeim Holzgewebe.24


Günstige Holzeigenschaften• Holz kann relativ leicht bearbeitet werden. Durch einebreite Palette von Möglichkeiten v. a. im Bereich derVerbindungstechniken erfüllt der Rohstoff selbst höchsteAnsprüche.• Eventuelle Fehler sind häufig an der Oberfläche erkennbar.• Elastische EigenschaftenHolz nimmt eine für viele Verwendungen günstige Mittelstellungzwischen festen, aber wenig dehnbaren (z. B. Stahl)und wenig festen, aber dehnbaren Werkstoffen (z. B. Leder)ein.• Hohe Zugfestigkeit bei geringem GewichtReißlänge (= Länge einer Stange, die bei vertikaler Aufhängung durchdas Eigengewicht reißt): bei Holz ca. 30,0 km, bei Baustahl ca. 5,4 km• Niedriger Schallwiderstand, deshalb gute Akustik(Konzertsäle, Theater, Kongresshallen ...). Durch den Einbaugeeigneter Füllungen und die Unterbrechung des Faserverlaufs(z. B. Parkett) können auch schalldämmende Eigenschaftengenutzt werden.• Geringe Wärmeleitung bzw. große Wärmedämmungdurch Hohlräume im Holz.Vergleich Wärmeleitzahlen:Aluminium 1400 kcal/mh x °CEisen 330Ziegelstein 4,5Zement 1,0Holz 0,28 – 0,09• Relativ hohe Widerstandsfähigkeit gegen Säuren,Laugen, Salzwasser• Warnfähigkeit bei Knickbelastung:Holz knickt bei Überlastung nicht unvermittelt ein, sonderndas Reißen der Holzfasern ist vorher hörbar.• Geringe Stromleitung• Jede Holzart hat ein typisches Aussehen.Durch verschiedenartige Verarbeitungstechniken sindHolzprodukte gleichzeitig einzigartig und vielfältig inStruktur und Farbe.25


Umweltvorteile von Holz/überzeugende Ökobilanz• Zufuhr von Fremdenergie in Form von menschlicher Arbeitskraft,fossilen Energien oder Pflanzenschutzmitteln ist im Vergleich zurGewinnung anderer Rohstoffe ver schwindend gering.• Geringer Energieverbrauch bei der Be- und VerarbeitungVerbrauch von Primärenergie für die einzelnen Produktionsschritte einerintensiven Forstwirtschaft zur Bereitstellung von Fichten-Stammholz imVerhältnis zur im Holz ge speicherten, nutzbaren Energie.aus Ökobilanz Holz (Deutsche Gesellschaft für Holzforschung, München 1997).• Geringe Transportwege bei der Verwendung von Produktenaus heimischem Holz.• Lange Lebensdauer.• Unproblematische Entsorgung, denn unbehandeltes Holzist zu 100 % biologisch abbaubar und zerfällt in die natürlichenBausteine CO 2 und Wasser.• Holz ist gespeicherte Sonnenenergie. Bei seiner Verbrennungwerden nur die Stoffe freigesetzt, die während desWachstums aufgenommen wurden. Eine Tonne Holz ersetztdabei etwa 270 l (230 kg) Heizöl.• Bayerns Wälder speichern insgesamt ca. 311 Mio. t Kohlenstoff.Würden diese Vorräte auf einmal freigesetzt, ergäbe diesca. 1,1 Mrd. t CO 2 , so viel wie durch Industrie, Verkehr,Heizung etc. in einem Vierteljahrhundert emittiert werden.Wird eine Fläche von einem ha aufgeforstet, entzieht derheranwachsende Wald in seinen ersten hundert Lebensjahrender Atmosphäre über 1 000 t des Treibhausgases CO 2 .• Wird Holz zu langlebigen Produkten verarbeitet, bleibt derKohlenstoff langfristig gebunden, wodurch die Atmosphäreentlastet wird. In einer Tonne trockenem Bauholz werden 510 kgKohlenstoff gespeichert, das entspricht 1,8 t CO 2 .26


Holzvorrat 1In den vergangenen 30 Jahren stiegen die Holzvorräte inBayern von 636 Mio. Vfm auf 979 Vfm 2 .Staatswald = 359 Vfm/haKörperschaftswald = 350 Vfm/haPrivatwald = 419 Vfm/haHolzzuwachs 312,87 Vfm m. R. je Jahr und Hektar im Staatswald12,58 Vfm m. R. je Jahr und Hektar im Körperschaftswald14,14 Vfm m. R. je Jahr und Hektar im Privatwald13,49 Vfm m. R. je Jahr und Hektar im DurchschnittDie Unterschiede in der Flächenproduktion sind standortbedingt(z. B. hoher Staatswaldanteil im Hochgebirge) und bestockungsbedingt(z. B. höherer Nadelholzanteil im Privatwald).Holznutzung 4Mio. fm (Efm o. R.)2520GesamtStaatswaldPrivatwaldKörperschaftswald1510Holzeinschlag5081 83 85 87 89 91 93 95 97 99 01 0380 82 84 86 88 90 92 94 96 98 00 02 041Quelle: Bundeswaldinventur II 2001 bis 2002.2Vorratsfestmeter (Vfm m. R.) = nutzbares Derbholz (ab 7 cm Ø) mit Rinde;Maßeinheit für den stehenden Vorrat.Erntefestmeter (Efm o. R.) = nutzbares Derbholz (ab 7 cm Ø) ohne Rinde;Maßeinheit für z. B. Verkauf von Holz.Im Vergleich zum Vorratsfestmeter sind Rinde und Verluste durch Holzerntenicht enthalten.3Quelle: Bundeswaldinventur II 2001 bis 2002 sowie Prognoserechnungder LWF auf Grundlage der BWI.4Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitungund Holzeinschlagsauswertungen der Bayerischen Forstverwaltung;im Jahr 2002 Änderung des Erhebungsverfahrens für den Privatwald.27


NachhaltigkeitNachhaltige Waldbewirtschaftung bedeutet heute mehr als diedauerhafte Bereitstellung des nachwachsenden RohstoffesHolz. Nachhaltigkeit im modernen Sinn baut auf den Ergebnissender Rio-Konferenz von 1992 und den Beschlüssen derpaneuropäischen Waldschutzkonferenzen von Helsinki (1993)und Lissabon (1998) auf. Nachhaltige Bewirtschaftung desWaldes bedeutet demnach eine Wirtschaftsweise, die überGenerationen hinweg auf der Grundlage des natürlichenWaldstandorts eine nach Menge und Qualität mindestens gleichbleibende Versorgung mit dem Rohstoff Holz und anderenNaturgütern sicherstellt, die jeweils örtlich wichtigen SchutzundErholungsfunktionen des Waldes bewahrt und verbessert,die Bedeutung der Wälder für die biologische Vielfalt sichertund ihre Anpassungsfähigkeit an wechselnde Umwelt bedingungenerhält.ZertifizierungWaldbesitzer, die ihren Wald nach den Prinzipien der multifunktionalumfassenden Nachhaltigkeit bewirtschaften, könnensich diese Wirtschaftsweise durch das Zertifikat eines anerkanntenForstzertifizierungssystems bestätigen lassen. Siewerden dann regelmäßig auf die Einhaltung von ökonomischen,ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsstandardsüberprüft. Das Zertifikat kann für Marketingzweckeeingesetzt werden.In Bayern stehen folgende Zertifizierungssysteme zur Verfügung(Stand 2006):– PEFC (= Programme for the Endorsement of ForestCertification Schemes)– FCS (= Forest Stewartship Council) mit Naturland e. V.Der bayerische Staatswald sowie die überwiegende Mehrheitder kommunalen und privaten Wälder (1 884 868 ha, entspricht74 %, Stand: 01.01.2006) sind nach den Kriterien des PEFC-Systemszertifiziert. Circa 0,6 % (16 250 ha, Stand: 01.01.2006) derbayerischen Waldfläche führt das FSC/Naturland e. V.-Label.28


Arbeitsplatz HolzwirtschaftDie Holzbranche beschäftigt insgesamt ca. 177 000 Personen.Auf die einzelnen Zweige sind die Arbeitskräfte wie folgtaufgeteilt:Zweig der HolzbrancheBeschäftigteHolz bearbeitende Industrie 9 000Holz verarbeitende Industrie 21 500Möbelindustrie 28 650Papierindustrie 23 000Zimmereien und Schreinereien 58 000Druckgewerbe 36 850Holzverbrauch in Deutschland 1Pro Kopf der Bevölkerung ca. 1,1 m³ (r) 250 % Holz(Rohholz,Schnittholz,Platten ...)50 % Papier(Zellstoff,Papier,Pappe)Selbstversorgungsgrad =105 % Rohholz89 % Holz insgesamt[inländisches AufkommenVerbrauch ]1Arbeitsbericht Juil 2005 der Forschungsanstalt für Forst- und HolzwirtschaftHamburg: Holzbilanzen 2002, 2003 und 2004 für die BundesrepublikDeutschland.2Rohholzäquivalent (r) = zu Vergleichszwecken für die Herstellungverschiedenster Holzprodukte verbrauchte Rohholzmenge.29


Verbrauch von Nadelrohholz 1in 1 000 fmJahr Einschlag Einfuhr Ausfuhr Verbrauch1997 31 062 1 315 2 826 29 5512001 28 706 2 819 2 832 28 6932004 43 820 1 608 3 593 41 835Verbrauch von Laubrohholz 1in 1 000 fmJahr Einschlag Einfuhr Ausfuhr Verbrauch1997 7 145 339 677 6 8072001 10 776 308 1 402 9 6822004 10 685 308 1 155 9 838Bayerische Schnittholzproduktion 4(Betriebe ab 5 000 fm/a Einschnitt; ca. 300 Betriebe)1 000 fm4.0003.5003.0002.5002.0001.5001.000500019941996199820002001200220032004NadelschnittholzLaubschnittholz1Stamm- und Industrieholz.2Rechnerischer Verbrauch (Einschlag – Ausfuhr + Einfuhr) unterBerücksichtigung der Lagerbestandsveränderungen.3ZMP – Bilanz Forst und Holz ´05.4Nach Angaben des Statistischen Landesamtes.30

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