DMG-informiert 1/2016

dmginterpersonal

Spannende und bewegende Missionsberichte aus aller Welt. Unsere Mitarbeiter sind rund um den Globus im Einsatz, damit Menschen Gott begegnen.

informiert

Berichte aus der weltweiten Mission Nr. 1/2016

ohne

Namen?!


Thema

ohne

Namen?!

„Flüchtlinge werden sie genannt ...

Ohne Namen. Anonym und kalt, wie

so manches in unserer Gesellschaft.

Selten erfährt man viel mehr von ihnen

– außer es endet

tragisch. Wie bei

dem ertrunkenen

Flüchtlingsjungen

Aylan, der an einen

Strand gespült wurde

und dessen Foto

um die Welt ging.

Doch sie alle haben

ein Gesicht, einen

Namen, eine Familie,

eine Hoffnung, eine

Geschichte!“

Mit diesen bewegenden

Worten

beginnen die DMG-Mitarbeiter Thomas

und Mirjam Hieber ihren Bericht auf Seite

fünf. Sie helfen Einwanderern in Hamburg

und erzählen das Schicksal eines Einzelnen.

Damit bringen sie etwas auf den

Punkt, was Jesus Christus von zentraler

Bedeutung ist. Denn bei Jesus zählt der

Einzelne. Er hat die Geschichte jedes

Menschen im Blick …

Jesus sprach: „Welcher

Mensch ist unter euch,

der hundert Schafe hat

und, wenn er eins von

ihnen verliert, nicht die

neunundneunzig in der

Wüste lässt und geht dem

verlorenen nach, bis er’s

findet?“

Lukas 15,4

Eine Geschichte

… hatte auch die Frau, die inmitten

einer Menschenmenge Jesus berührte.

Zwölf Jahre schon war sie krank, und

niemand konnte ihr helfen. Jesus wandte

sich ihr zu. Jesus SAH sie! Er sprach die

kranke Frau freundlich an und heilte sie

an Ort und Stelle (Mt 9,20ff). Er machte

ihr Mut, half ihr wirklich und stärkte

ihren Glauben.

Er sah auch den Mann in Jericho, der

auf einen Baum geklettert war, um über

die Menschenmassen hinweg einen Blick

auf Jesus zu erhaschen. Jesus entdeckte

ihn, ging zu ihm hin und sprach Zachäus

direkt an. Dann folgte er ihm sogar in

sein Haus. Damit veränderte sich das

Leben des Zachäus radikal. Der Ausgangspunkt

dieser Veränderung war, dass

Jesus ihn als Einzelnen wahrgenommen

hat: „Heute ist diesem Haus Heil wieder-

fahren“, sagte er zu Zachäus. Und dann

erklärte er ihm: „Der Menschensohn

ist gekommen, Verlorene (wie dich) zu

suchen und zu retten“ (Lk 19,9f).

Eine Geschichte haben

auch Sie und ich: Leiden

Sie vielleicht schon seit

Jahren unter einer Krankheit?

Fühlen Sie sich allein

unter vielen Menschen? In

Ihrer Familie, in der Schulklasse

oder am Arbeitsplatz?

Leben Sie in einer

übervollen Unterkunft für

Flüchtlinge?

Ein Gott,

der mich sieht

Sie fragen sich vielleicht: „Sieht mich

überhaupt jemand? Habe ich einen Wert

für andere?“ Ja, denn Jesus sieht den

Einzelnen, egal wie groß die Zahl der

Menschen um uns herum ist. Gottes

Herz für den einzelnen Menschen wird

uns durch die ganze Bibel hindurch vor

Augen gemalt. Besonders eindrücklich in

der Geschichte der hundert Schafe aus

Lukas 15:

Ein einziges Schaf, das vom Weg

abkam, ist dem Besitzer so wichtig,

dass er sein Leben dafür einsetzt, um es

wiederzufinden. Überglücklich trägt er es

auf seinen Schultern heim. So viel wert

sind wir unserem himmlischen Vater!

Dennoch fragen Sie vielleicht: „Sieht Gott

auch meine gegenwärtige Situation? Weiß

er, was ich gerade durchmachen muss?“

In 1. Mose 16 finden wir die biblische

Erzählung von Hagar, der Magd von

Abrahams Frau. Sie war in der Wüste

verloren, doch Gott hat sie gerade dort

gefunden. In absoluter Abgeschiedenheit

und Verlorenheit. Er richtete sie wieder

auf, sodass sie anschließend betete: „Du

bist der Gott, der mich sieht“ (1. Mose

16,13).

Und zu Mose wird Gott später sagen:

„Ich habe das Elend meines Volkes in

Ägypten gesehen … ich habe ihr Leiden

erkannt“ (2Mo 3,7). So beginnt Gottes gi-

gantische Befreiungsaktion für ein kleines,

unscheinbares Volk im Nahen Osten, aus

dem eines Tages sein Sohn Jesus Christus

hervorgehen sollte – der Retter jedes

Einzelnen (!), der an ihn glaubt.

Unser Elend bewegt ihn

Gott sieht das Elend jedes Menschen.

Es bewegt ihn zutiefst, wie es uns geht

(Mt 9,36). Denn er hat uns aus Liebe

geschaffen, um in enger Gemeinschaft mit

ihm zu leben. Wie Gott Einzelnen hilft,

erleben auch unsere zwei Seemannsmissionare

René Reifel und Felix Henrichs

in Rotterdam. Sie berichten von Niko*,

einem Filipino, Christ und Bootsmann:

„Auf seinem Frachtschiff ist er dafür

verantwortlich, dass an Deck alles rund

läuft. Am Tag unseres Besuchs war er

total übermüdet. Die Arbeit an Bord

kann hart sein. Niko zeigte uns Fotos von

seinem Sohn. Der hatte 40° Fieber und

Körperteile waren bereits angeschwollen.

‚Vier Spritzen würden helfen‘, meinte

Niko, ‚doch jede davon kostet 40 Dollar‘.

Das Geld hatte er zwar, doch er konnte

nicht vom Schiff herunter, um es zu überweisen.

Niko war völlig verzweifelt.

Wir haben ihm versprochen, die

Überweisung an seine Familie zu tätigen.

Wie war er erleichtert. Endlich konnte er

seinem Jungen helfen. Wir schrieben uns

die Bankverbindung auf. Schon piepste

sein Funkgerät. Wir beteten noch kurz

mit ihm, dann musste er los. Mit einer

festen Umarmung verabschiedeten wir

uns von Niko“, schrieb René Reifel aus

Rotterdam. „Dann verließen wir das

Schiff, fuhren zur Bank und sorgten dafür,

dass die Überweisung ihr Ziel erreichte.“

Denn Gott will retten

Unser Elend bewegt ihn nicht nur – es

hat Gott zum ultimativen Handeln veranlasst:

Er sandte seinen geliebten Sohn

in die Welt, damit er für uns starb. So

wurde der Weg zum Vater für uns frei.

Jesus trug unsere Schuld und Verlorenheit.

„Er ist wegen unserer Abtrünnigkeit

verwundet und um unserer Sünde willen

2 DMG-informiert | 1 | 2016


wertschätzen und lieben, egal wie sie sich

entscheidet. Der hat einen langen Atem

für seine Kinder und Familie, Freunde

und andere Menschen, die ihm anvertraut

sind. Auch für Fremde. Sehe ich den

Anderen in seinem unendlichen Wert als

Gottes geliebtes Geschöpf? Erkenne ich

seine Bedürfnisse inmitten der Masse?

Seinen Hunger nach Wertschätzung,

Angenommensein und Interesse?

Gott sieht mich! Sehe ich meinen

Nächsten? Den Schüler, die Mitarbeiterin,

den Flüchtling, meine Nachbarin? So

beginnt eine göttliche Kettenreaktion:

Ich kann Beziehungen aufbauen und

Freundschaften leben mit Menschen, die

Gott dringend brauchen. Jesus baut seine

Gemeinde aus Menschen, die sich von

ihm haben retten lassen. Die sich von ihm

getragen wissen. Die auf Einzelne zu- und

ihnen nachgehen. Frauen und Männer, die

nicht wegsehen bei den sozialen Nöten

ihrer Stadt. Die sich engagieren für Wahrheit

und Gerechtigkeit. Die Familien in

Not helfen und nicht nur zu Weihnachten

Gutes tun. So formt sich Gott Menschen,

die einen weltweiten Horizont haben.

zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm,

damit wir Frieden haben und durch seine

Wunden sind wir geheilt“, prophezeite

Jesaja in Kapitel 53,5 im Hinblick auf

Jesus. Damit wir als einzelne Menschen

nicht verloren gehen, sondern ewiges

Leben haben (vgl. Joh 3,16–18).

Sein Tod am Kreuz ist für immer der

Beweis, dass Gott jeden Menschen sieht

und liebt. Ist nun automatisch jeder

Mensch errettet durch den Tod von

Jesus? Nein, wir können die Trennung von

Gott nicht selbst aufheben. Nicht durch

gute Taten. Nicht durch die Taufe. Nicht

durch ein möglichst gutes Leben. Jesus

trug unsere Schuld und Verlorenheit.

Wir müssen das, was er für uns tat, auch

einzeln persönlich für uns annehmen.

Haben Sie Jesus bereits um Vergebung

Ihrer Schuld gebeten? Ihm die Herrschaft

Ihres Lebens anvertraut? Dann gilt Ihnen,

was Gott seinem Volk in Jesaja 43,1

zusagt: „Fürchte dich nicht, denn ich habe

dich erlöst. Ich habe dich bei deinem

Namen gerufen, du bist mein!“

Den Anderen sehen

Dann sind Sie selbst jemand, der Einzelne

mit Gottes Augen sieht. Vielleicht

inmitten einer Menschenmenge: Eine

Lehrerin, welche die Not ihrer Schülerin

sieht. Ein Helfer, der den Syrer in

der Flüchtlingsunterkunft mit Namen

anspricht. Eine Seelsorgerin, die eine

Patientin im Krankenhaus besucht. Wie

Missionarin Rebecca Kröckertskothen,

die mit ihrem Mann Thomas in San Sepolcro

(Italien) tätig ist. Sie schrieb:

„Marina lernte ich in den letzten

Wochen ihres Lebens kennen. Jeden Tag

las ich ihr aus der Bibel vor und sang

Lieder. Eine Freundin von ihr, Anfang 60,

saß schweigend daneben und mied jeden

Kontakt zu mir. Doch nach Marinas Tod

fragte diese Dame mich, ob ich auch mit

ihr die Bibel lese. Sie hatte gesehen, wie

sehr Marina das auf ihrem letzten Weg

geholfen hat.“

Wer sich von Gott angesehen weiß,

kann auch seinen Nächsten sehen. Echtes

Interesse zeigen. Die einzelne Person

Mit Namen, mit Hoffnung!

„Flüchtlinge werden sie genannt. Ohne

Namen. Anonym und kalt, wie manches

in unserer Gesellschaft“, schreibt Ehepaar

Hieber. Je mehr Menschen sich wie oben

beschrieben von Gott angesehen wissen,

desto wärmer wird eine Gesellschaft. Sie

und ich können den Unterschied machen

und einen Nächsten beim Namen

nennen. Die Geschichte einer Person

kennenlernen, ihr helfen und Hoffnung

geben. Diese Hoffnung heißt Jesus.

Herzlichen Dank für Ihre aktive

Mitarbeit in der Mission weltweit im Jahr

2015. Danke, dass Sie unsere Mitarbeiter

ermutigt, unterstützt und begleitet haben

in ihren so unterschiedlichen Aufgaben,

die ein Ziel haben: Hoffnung tragen in

die Welt einzelner Menschen – in eine

Welt voller Hoffnungslosigkeit und Leid.

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Jahr

2016.

Gerald Häde

Personalleiter Europa

Gerald

Häde

mit seiner

Frau Susi

* Einige Namen von Personen in

dieser Zeitschrift, die nicht zur

DMG gehören, sind geändert.

DMG-informiert | 1 | 2016

3


Europa

Frankreich

Neu: Tabea Winarske

Frankreich

Bernard und Nicola Jacopin

„Sprichst du Französisch?“

Diese Frage ist die typische erste Reaktion,

wenn ich von meinem neuen Job

erzähle. Eine berechtigte Frage. Denn innerhalb

des nächsten halben Jahres werde

ich meine sieben Sachen packen und nach

Méru, einen kleinen Ort nördlich von

Paris, umziehen, um dort als Missionarin

beim Aufbau einer christlichen Gemeinde

mitzuarbeiten.

Dazu muss man sich

mit Sprache, Land und

Kultur auseinandersetzen.

In der Schule

lernt man so einiges

über die Französische

Revolution samt Aufklärung.

Doch mir war

nicht bewusst, wie

sehr dies mit der Grund für die heutige

geistliche Situation unseres Nachbarlandes

ist: Nur rund zwei Prozent der Franzosen

sind gläubige Christen! Woher soll

der Friede kommen, nach dem sie sich

so sehnen? „Pray for Paris“, die Gebetsaufforderung

nach den Terroranschlägen

im November, muss übergehen in ein:

„Betet für Frankreich!“ Weil so viele dort

Jesus nicht kennen.

Dass der Glaube lebensnotwendig ist

und deshalb weitergegeben werden muss,

war mir bereits früh bewusst. Mission

begeisterte mich schon als Kind, sodass

ich schließlich nach dem Abitur ein halbes

Jahr in Mali (Westafrika) mitarbeitete.

Dort musste ich nicht nur mein etwas

zu früh abgewähltes Französisch wiederfinden,

sondern auch noch eine total

fremde, afrikanische Sprache lernen.

In meiner Verzweiflung fragte ich den

Missionar, warum denn nicht die Franzosen

die Missionsarbeit machen? Schließlich

hätten sie eine Sprache weniger

zu lernen. „Die können noch nicht: die

4

11

12

15

11

18

19

Inhalt

EUROPA

ASIEN

AFRIKA

AMERIKA

Missionare unterwegs

Veranstaltungen

Stellenausschreibungen

Verzweifelt fragte ich den

Missionar, warum nicht Franzosen

die Missionsarbeit tun?

„Die können noch nicht: die

meisten sind keine Christen.“

Seine Antwort saß …

meisten Franzosen sind keine Christen.“

Seine Antwort saß, und rückte mein Bild

von Mission gerade …

Im Studium am Theologischen Seminar

Rheinland kam das Thema Mission immer

wieder auf. Zunächst jedoch blieb ich in

Deutschland und machte ein Jahrespraktikum

als Kinder- und Jugendreferentin bei

einem Evangelisationswerk. Hier merkte

ich deutlich, dass ich das

auch in Zukunft tun will:

das Evangelium weitergeben,

besonders Kindern

und Jugendlichen, und

andere dafür anleiten.

Evangelisation, Jüngerschaft

und Leitung; dafür

schlägt mein Herz.

Eigentlich dachte ich zuerst an eine

Aufgabe in Deutschland. Mission – vielleicht,

irgendwann mal, aber doch nicht

mit 25! Und wenn Gott dir das jetzt

schon zutraut? Er ließ nicht locker und

hat mir das Thema im vergangenen Jahr

immer wieder aufgetischt beim Bibellesen

und Beten. Nachdem ich mich länger

mit einer Freundin darüber unterhalten

hatte, wusste ich: Ich kann diese „heilige

Unruhe“ nicht weiter ignorieren.

So kam eins zum andern. Ich hab

festgestellt, dass man sich bei der DMG

gar nicht gleich für die nächsten 20 Jahre

verpflichten muss ;) Und wenn ich nach

Frankreich gehe, dann sieht Mission ja

auch ganz anders aus: kein Visum, keine

Impfungen, keine Verabschiedung auf

Jahre von Freunden und Familie! Doch

der Kern bleibt: die Liebe zu Gott und

zum Nächsten. Auch ums Sprachelernen

komm ich nicht herum, denn

auf die Frage oben kann ich

trotz meiner Bemühungen in

Mali bisher nur mit „un peu“

(ein bisschen) antworten. Das

wird sich ändern.

Eine unerwartete

Begegnung

Wir wohnen seit sechs Monaten in

der schönen Provence und dienen einer

kleinen ev. Gemeinde in Aix (140.000

Einwohner). Weil die Mieten dort teuer

sind, suchten wir uns eine Wohnung in einem

Dorf außerhalb mit eher familiärem

Charakter. Hier kennt jeder jeden, doch

als Neulinge fühlten wir uns erst einmal

ziemlich fremd. Zum Glück hat Bernard

eine Gabe, auf Leute zuzugehen! Seine

ersten Kontakte knüpfte er in den Läden,

auf dem Wochenmarkt oder einfach

unterwegs.

Eines Morgens traf Bernard beim Bäcker

einen rothaarigen Zweimeter-Mann

mit Turban! Er sah aus wie ein Sikh, war

aber Europäer! Bei näherem Hinhören

bemerkte Bernard den deutschen

Akzent. Er sprach den Mann an. Dieser

erste Kontakt hat sich inzwischen zu

einer Freundschaft entwickelt.

Der junge Mann heißt David, ist

Deutscher und gibt Yoga-Kurse. Wir

hatten sofort einen guten Draht zu ihm

und spürten seinen Hunger nach einem

Sinn im Leben. Auch seine französische

Freundin Louna bringt uns viel Vertrauen

entgegen. Sie erzählte uns beiläufig, dass

ihre Tante in Venezuela Christin ist …

Bei Davids Geburtstagsfeier haben wir

weitere Personen aus seinem Freundeskreis

kennengelernt, die ebenfalls geistlich

auf der Suche sind. Auf besonderen

Wunsch des Geburtstagskindes sangen

wir christliche Lieder vor. Alle Gäste

hörten andächtig zu und waren von der

Botschaft der Songtexte angesprochen.

Wir sind gespannt, wie sich die Dinge

entwickeln. Hinter dieser unerwarteten

Begegnung sehen wir Gottes Hand. Das

gibt uns Hoffnung für unseren weiteren

Dienst hier.

Eines Morgens traf

Bernard beim Bäcker

einen rothaarigen Zweimeter-Mann

mit Turban!

Er sah aus wie ein Sikh.

4 DMG-informiert | 1 | 2016


Deutschland

Thomas und Mirjam Hieber

Jesus kennt

ihre Namen!

Grafik: © route55 – Fotolia.com

„Flüchtlinge“ werden sie genannt.

Ohne Namen. Anonym und kalt, wie so

manches in unserer Gesellschaft. Selten

erfährt man viel mehr von ihnen – außer

es endet tragisch.

Wie bei dem

ertrunkenen

Flüchtlingsjungen

Aylan, der an einen

Strand gespült

wurde und dessen

Foto um die Welt

ging. Doch sie alle haben ein Gesicht, einen

Namen, eine Familie, eine Hoffnung,

eine Geschichte!

So wie Kalafa (Name geändert) im Asylheim.

Seit 19 langen Jahren wartet er nun

schon auf eine Entscheidung der Behörden.

Doch mehr als eine Kettenduldung

war bisher nicht drin für ihn. Es ist keine

friedliche Wohngemeinschaft in diesen

Heimen. Dort treffen schreckliche Einzelschicksale

auf Rassismus und Fanatismus.

Kalafa lebt mittendrin seinen Glauben an

Jesus. Er redet von Hoffnung, von Ausharren,

und dass Jesus ihn niemals verlässt.

Muslime und Atheisten hören ihm zu.

Manchmal kommen sie sogar zur Bibelstunde,

die er dort hält. Er ist nicht der

einzige Christ in dem Heim, es gibt auch

ein paar Frauen mit Kindern. Sonntags

gehen sie gemeinsam zum Gottesdienst

einer internationalen Gemeinde, um von

Gottes Wort gestärkt zu werden und

Gemeinschaft zu erleben. Nachmittags

müssen sie zurück in eine neue Woche

des Wartens und Hoffens.

Muslime und Atheisten hören

ihm zu. Manchmal kommen sie

sogar zur Bibelstunde, die er hält.

Er ist nicht der einzige Christ in

der Flüchtlingsunterkunft.

Kalafa erzählt uns von den vielen

Verhandlungen, die er in seinen 19 Jahren

durchstehen musste: endloses Warten

und Hoffen, und immer wieder die

gleichen Fragen. Er bezeugt

seinen Glauben.

Weshalb er das alles

auf sich nimmt? „Jesus

hat einen Plan für mein

Leben, und ihm will ich

gehorchen“, sagt er. Es

beeindruckt mich, wie

viel Mut und Zuversicht Kalafa ausstrahlt.

Er ist unser Glaubensbruder.

Gott baut sein Reich in den Asylunterkünften

mit Leuten wie Kalafa. Sie sind

Zeugen für Jesus, ein Segen unter den

Einwanderern. Und wertvoll! Jeder einzelne.

Geliebt und bei Jesus mit Namen

und Geschichte bekannt. Sie kommen als

Christen nach Europa, weil sie in ihren

Heimatländern verfolgt wurden,

andere durch Kriege entwurzelt.

Einige kommen auf

Transitstrecken mit

Christen und Ge-

meinden in Kontakt und erfahren praktische

Wärme und Angenommensein. In

dieser Atmosphäre findet mancher neue

Hoffnung.

Ich bin so dankbar für die vielen

Christen, die gerade jetzt ihren Glauben

praktisch leben und diesen Einzelnen

nachgehen. Es braucht nicht viel, um eine

Ermutigung zu sein. Ein offenes Ohr, ein

gemeinsames Gebet, ein Händedruck und

eine Umarmung, die signalisiert: Du bist

wertvoll, und wir gehören zusammen.

Dann gehen sie wieder in ihre Bleibe, in

den oftmals rauen Alltag. Zu anderen

Menschen ohne Namen und Gesichter,

die wir nur als „Flüchtlinge“ kennen.

… dass

Sie uns im vergangenen Jahr

unterstützt haben. Dank Ihrer Gebete

und Spenden können unsere 350 Mitarbeiter

auch im neuen Jahr rund um die Welt

Menschen mit Liebe und der guten Botschaft der

H e r z l i c h e n

D a n k

Bibel beschenken. Wir freuen uns auch sehr über Ihren

Beitrag zu unserem Weihnachtsprojekt „Flüchtlingen

helfen“; es sind rund 35.000 Euro zusammengekommen.

In diesen Tagen versenden wir die Zuwendungsbestätigungen

für 2015. Sollten Sie Ihre nicht bis Ende Januar erhalten haben,

dann wenden Sie sich bitte an unsere Spendenbuchhaltung:

Tel. 07265 959-128, Spenden@DMGint.de

DMG-informiert | 1 | 2016

5


Europa

DMG-Zentrale

Neu: Timo Goseberg

Deutschland

Klaus und Fränzi Libuda

Gott zog seinen

Plan durch

Seit September bin ich als angehender

Kaufmann für Büromanagement

ein Teil der DMG. Und mittlerweile

überzeugt, dass Gott genau diese

Stelle für mich vorbereitet hat – auch

wenn ich manches anders geplant

hatte:

Mit 18 Jahren kam ich in eine Krise,

damals war ich schon mit Jesus unterwegs.

Doch ich erkannte, dass mein

Leben nur Sinn macht, wenn ich Jesus

wirklich bedingungslos

folge.

Also ließ ich mich

in meiner Gemeinde

taufen. Viele

kleine Momente

und Erkenntnisse

nutzte Gott danach,

um mir deutlich

zu machen,

Jesaja 55,9

dass er mich als Verwaltungskraft in

Afrika gebrauchen will. Mein Plan war:

Erst eine kaufmännische Ausbildung,

dann die theologische, danach: Afrika!

Schon im Zivildienst erkannte ich nach

mehreren Absagen, dass Gott einen

anderen Weg für mich hatte: 2011

begann an der Theologischen Akademie

in Wiedenest die bisher kostbarste

Zeit meines Lebens. Gott nutzte die

Ausbildung um meine Beziehung zu

ihm zu vertiefen, meinen Charakter zu

formen und mein Glaubensfundament

zu stärken. In den drei Jahren festigte

sich auch mein Entschluss, in die Mission

zu gehen. 2013 bewarb ich mich

erneut für eine kaufmännische

Ausbildung.

Doch Gott

plante offensichtlich

anders.

Denn wie der Himmel

die Erde überragt, so

sind auch meine (Gottes)

Wege viel höher als eure

Wege und meine Gedanken

als eure Gedanken.

Timo ist

Auszubildender

in unserer Verwaltung

Und auch mein Abschlusspraktikum

bei einer Jugendfreizeit sollte

so nicht sein. Plötzlich hatte ich den

Eindruck, dass Gott mich fragte:

„Wenn Mission und Verwaltung, warum

machst du dein Praktikum dann

nicht bei der DMG?“ Also passte ich

meine Pläne an und bewarb mich

(sogar erfolgreich) bei der Mission.

Das Praktikum rückte näher, und

auch der Gedanke: „Hat Gott damit

vielleicht mehr vor?“ 2014 arbeitete

ich also fünf Wochen in

der DMG-Verwaltung

mit. Im Abschlussgespräch

wurde mir eine

Ausbildungsstelle für

2015 angeboten.

Doch ich war immer

noch auf meine eigenen

Pläne für 2014 fixiert. Im

September schließlich

musste ich nach rund 60 Bewerbungen

akzeptieren, dass Gott seinen

Plan durchzog. Dass mein Lebenslauf,

menschlich gesehen, einen Makel

bekommen würde. Ich arbeitete noch

elf Monate als Maschinenbediener

in der Industrie. Dabei wurde die

DMG wieder zum Thema. War das

Gottes Weg für mich? Gott antwortete

deutlich durch die Bibel: „Die

Zeichen sind doch eindeutig, dass ich

dich dort haben möchte!“ (eigene

Übertragung).

Auf diese Zusage vertraute ich

und schrieb für 2015 keine einzige

Bewerbung. Es dauerte noch ein paar

Monate, bis die Entscheidung wirklich

stand. Doch das Warten fiel mir

plötzlich leichter, weil ich

nicht mehr meinem, sondern

Gottes Plan folgte.

Ende Juli 2015 unterschrieb

ich schließlich meinen

Ausbildungsvertrag. Gottes

Gedanken sind wirklich besser:

Denn was kann mich

gezielter auf Afrika vorbereiten,

als eine kaufmännische

Ausbildung beim größten

deutschen Missionswerk?

Der Wert

des Einzelnen

Bei einer Konferenz unserer Partnermission

in Nordirland kommt ein Ire auf

uns zu und erzählt von seinem Schwager:

„Wolfgang ist Deutscher und lebt seit

der Hochzeit mit meiner Schwester in

Nordirland.“ Ihre Gemeinde bete schon

seit Jahren für ihn. Wenige Wochen zuvor

habe der Schwager auf dem Tennisplatz

einen Herzanfall erlitten, sei von Mitspielern

reanimiert worden und am Leben

geblieben.

Der Mann will seinen Schwager

am nächsten Abend in die Gemeinde

einladen und bittet Klaus, sich Zeit für

ein Gespräch mit ihm zu nehmen – von

Landsmann zu Landsmann und in der

Muttersprache, die das Herz eher versteht.

So treffen sich Klaus und Wolfgang

und unterhalten sich in Deutsch …

Im Gespräch wird klar, dass der

himmlische Vater Wolfgangs Herz bereit

gemacht hat, Jesus zu begegnen. Wolfgang

will diesen Schritt im Beisein seiner

Frau tun, die ja schon lange für ihn betet.

Während die drei sich in einen ruhigeren

Raum zurückziehen, sammeln sich

Gemeindeglieder in einer Ecke zwischen

Kaffeetassen und Butterbroten, um die

Wiedergeburt nebenan betend zu begleiten.

Es dauert nicht lang, bis die Drei

zurück sind und sich alle riesig freuen,

weil Wolfgang eine Beziehung zu Jesus

begonnen hat.

Bewegend, wie sich die Glaubensgeschwister

aus Irland um Wolfgang sorgen.

Mit wieviel Liebe sie ihm über die Jahre

begegnet sind. Und Gott hat uns extra

im richtigen Moment nach Nordirland

gebracht, um Wolfgang zu helfen. Ein Hinweis

darauf, wie sehr Gott der einzelne

Mensch am Herzen liegt. Auch hier in

Rostock laufen gerade Bibelkurse und

Klaus trifft sich

mit Einzelnen


Gemeindebau

in Rostock

6 DMG-informiert | 1 | 2016


Buchenauerhof

Chiara Volland / Miriam Blöcher

Ein Jahr, ein Team, ein Jahresteam

Dreck am Stecken, aber von der Gartenarbeit.

Eine weiße Weste, diesmal

beim Streichen. Und mit allen Wassern

gewaschen, nicht nur der Teppich! Das

und mehr ist ein FSJ und BFD hier bei

der DMG.

Beinahe königlich wohnen die acht

jungen Christen (ab 18) für zwölf Monate

im Schloss – kein Witz, überzeugt euch

selbst. Junge Frauen und Männer, die nach

der Schule in der DMG-Zentrale Buchenauerhof

ein geniales Jahr verbringen. Die

Aufgaben sind breit gefächert. Sie haben

die Wahl zwischen Kochlöffel schwingen,

Staub jagen, putzen der Gästezimmer,

Autos tanken und fahren, Bäume ausreißen,

Rasen mähen und den riesigen

Ofen heizen. Es gibt immer was zu tun.

Manche helfen auch in den Büros mit; von

der Verwaltung über die Postzentrale bis

hin zur Mediengestaltung.

Das Jahresteam kommt aus ganz

Deutschland, manchmal sogar darüber

hinaus. Kein Wunder, dass es nie langweilig

wird. Im gemütlichen Wohnzimmer

mit Dachterrasse und Turmerker ist

nachts bei Sturm das Knarren der alten

Balken zu hören. Das Team gestaltet dort

gemeinsam Film-, Spiele-, und Lobpreisabende.

Da wird über Dialekt diskutiert

und Cappuccino getrunken. Manchmal

backt jemand mitten in der Nacht noch

Muffins. In kürzester Zeit

wachsen sie zur Großfamilie

zusammen, lachen

viel und reden auch mal

ernsthaft.

Dabei kommt der

Glaube nicht zu kurz.

Vor jedem Essen wird

gebetet, und abends

bringen sie persönliche Nöte gemeinsam

vor Gott. Für diejenigen, die schon

immer mal die gesamte Bibel durchlesen

wollten, wird ein Bibelkurs angeboten.

Vier Tage die Woche wird praktisch gearbeitet

– morgens beginnen sie mit einer

gemeinsamen Andacht und Gebet. Das

Mittagessen ist die perfekte Gelegenheit,

um sich mit Mitarbeitern und Missionaren

zu unterhalten und diese interessanten

Leute kennenzulernen. Da können sie

ihre Fragen stellen: Warum zum Beispiel

trägt Missionsleiter Detlef Blöcher

In kürzester Zeit wachsen

sie zur Großfamilie

zusammen, lachen viel

und reden auch mal

ernsthaft. Dabei kommt

der Glaube nicht zu kurz.

eigentlich so einen riesigen Bart? Danach

steht „Spül und Spaß“ an. Dienstags ist

„Teamtag“, den das Jahresteam mit der

Sozialpädagogin der DMG verbringt. Da

geht’s um Planung, Termine, Seminare,

Unterricht und Ausflüge. Interessant

sind die Einsätze in der

Flüchtlingsunterkunft

und im Altenheim oder

das Kinderprogramm bei

Missionsfesten – schöne

Gelegenheiten, Gutes zu

tun. Hinzu kommt eine

einwöchige Reise; dieses

Jahr nach Georgien. Die

Freude der jungen Erwachsenen über ihre

Zeit bei der DMG ist nicht zu übersehen.

„Hier ist es wirklich schön“, erzählen

sie begeistert. Möchtest du das auch

erleben?

www.DMGint.de/

Jahresteam

DMG-informiert | 1 | 2016

7


Europa

Österreich

Gerhard und Junko Deimel

Den Fremden lieben

Flüchtlinge, Einwanderer, ausländische

Studenten und Touristen

brauchen unsere Hilfe bei der Orientierung

– das ist unsere Aufgabe als

Missionare hier in Österreich. Wir

helfen immer wieder Einzelnen, sich

in der Großstadt Wien zurechtzufinden.

Anfangs ist ihnen alles fremd und

neu. Dann zeigen wir ihnen Einkaufsmöglichkeiten,

Ämter,

öffentliche Einrichtungen

und christliche Gemeinden.

Wir helfen bei der

Wohnungssuche und

Arztbesuchen. Dabei ist es alles andere

als einfach, sich immer wieder neu auf

Menschen einzulassen.

Es braucht Zeit, bis eine Freundschaft

wächst. Und jeder Mensch hat

spezielle Nöte und Bedürfnisse. Viele

Flüchtlinge sind nicht nur fremd hier,

sondern auch sehr einsam. Da gilt es,

immer wieder kurz anzurufen und

nachzufragen, wie es der betreffenden

Person geht. Sie freuen sich in der

Regel, wenn wir am Ende eines Telefonats

mit ihnen beten. Wir laden die

Menschen ein und verbringen Zeit mit

ihnen. So hören wir ihre Geschichte,

können ihnen von Jesus erzählen und

sie in unsere Gemeinde einladen.

Bei gemeinsamen Unternehmungen

staunen wir oft, wie begabt die

Einzelnen sind. Welche Talente sie

haben! Die gilt es zu fördern, damit sie

zur Ehre Gottes eingesetzt werden.

Dabei ist wichtig, dass die Menschen

Besonders lohnt sich,

mit Einzelnen die

Bibel zu lesen.

nicht von uns abhängig werden,

sondern in eine Beziehung mit Jesus

hineinwachsen. Dass sie Schritte im

Glauben tun.

Besonders lohnt sich, mit Einzelnen

die Bibel zu lesen. Mit Mikail

aus dem Kongo beispielsweise, den

ich in einer Flüchtlingsunterkunft

kennengelernt habe. Einmal die Woche

treffe ich mich mit

ihm in einem Bahnhofsrestaurant,

wo

wir gemeinsam Gottes

Wort aufschlagen und

darüber nachdenken.

Vom Krieg in seiner Heimat war

er stark traumatisiert. Wir konnten

Mikail Ärzte vermitteln, sodass er

eine gute Therapie erhielt. Es half

ihm sehr, dass wir sein Vertrauen

in Jesus gestärkt und mit ihm

gebetet haben. Inzwischen ist er

so fit, dass er in den Arbeitsprozess

eingegliedert werden konnte;

seit vier Monaten macht er eine

Ausbildung im Gastgewerbe. Er hat

Heilung erfahren und ist im Glauben

gewachsen.

Es lohnt sich, in Einzelne zu investieren.

Denn jeder Mensch ist in

Gottes Augen wertvoll und von ihm

einzigartig geschaffen.

8 DMG-informiert | 1 | 2016

P r o j e k t :

Für

Jesus begeistern, missionarische

Gemeinden fördern, Not

lindern, jungen Missionaren die Ausreise

ermöglichen, Trost spenden und allenorts

Gemeinden gründen. Das und mehr tut die

DMG in 80 Ländern rund um den Globus. Mit

Ihrer Spende für das Projekt „Weltweite Arbeit der

DMG“ können wir unseren gemeinsamen Auftrag voranbringen,

damit (1Tim 2,4) „alle Menschen gerettet

werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“.

Herzlichen Dank.

W e l t w e i t e

A r b e i t

d e r

Stichwort: P50200-D7 Weltweite Arbeit

D M G


Italien

Erwin und Almut Büschlen

Italien

Thomas und Rebecca

Kröckertskothen

Einer, den

wir begleiten

Giuseppe, ein Italiener aus unserer

Gegend, ist um die 40 Jahre alt. Er hat nie

regelmäßig die Schule besucht, damals

kam er nur bis zur vierten Klasse. Bis

heute fällt es ihm schwer, zu lesen und

zu schreiben. Sein Leben lang hat er sich

immer irgendwie durchgewurstelt und

mit allem arrangiert. Er hatte nie ein

regelmäßiges Einkommen und hielt sich

mit Gelegenheitsjobs und Gaunereien

aller Art über Wasser. Giuseppe lebte

spontan, unkoordiniert, und was er tat,

war oft alles andere als legal.

Als wir ihn kennengelernt haben,

musste er gerade eine Haftstrafe zu

Hause absitzen, vermutlich wegen

Diebstahls. Wir schauten immer wieder

bei ihm vorbei. Einige Male hatten wir die

Gelegenheit, mit ihm die Bibel zu lesen.

Er hat bereits manches mit Jesus erlebt.

Dazu kamen Gespräche mit Erwin, von

Mann zu Mann. Doch nachdem Giuseppe

wieder freikam, sahen wir ihn, trotz

vieler Versprechen, kaum noch.

Kürzlich rief er an, weil

die Carabinieri (Polizei)

wieder vor seiner Tür

stand. Er war am Ende

mit den Nerven.

Kürzlich rief er wieder an, weil am

Abend zuvor die Carabinieri (Polizei)

wieder vor seiner Tür standen. Es ging

um alte Delikte, er war am Ende mit den

Nerven. Aber wir sehen auch, wie sehr

er sich Mühe gibt. Wir unterstützen ihn

gemeinsam mit anderen. Leider fällt es

ihm schwer, seine guten Vorsätze und

Versprechen einzuhalten.

Vor allem beten wir, dass Giuseppe

versteht, wie einzigartig Gott ihn geschaffen

hat. Welche Begabungen er ihm

geschenkt hat. Ein Fachmann erklärte uns

kürzlich, dass Guiseppe sehr gut als Maler

arbeitet. Nun hoffen wir, dass er eine

Perspektive für sein Leben findet und

Gott sein Leben nachhaltig

verändert. Beten

Sie mit?

Ehepaar

Büschlen

Von Hand verlesen

Wissen Sie eigentlich wie Ihr

Nachbar heißt? Ob die Verkäuferin

vom Bäcker ernsthaft krank ist,

oder warum der Metzger immer so

unfreundlich ist? Zu oft gehen wir

mit geschlossenen Augen durch die

Welt. Als wir vor elf Jahren nach Italien

kamen, mussten

wir uns diesen

Fragen stellen:

Wie erreichen wir

einzelne Italiener?

Wir gehen zum

Beispiel immer

im selben Supermarkt

einkaufen. So kamen wir mit

Verkäuferin Gabriella ins Gespräch,

die fragte, ob wir Deutsche sind. Sie

ist mit einem Deutschen verheiratet.

Wir nutzten die Minuten an der

Kasse für freundliche Worte. Nach

einigen Monaten saßen wir bei ihnen

am Mittagstisch.

Als wir Donella aus der Apotheke

auf der Straße trafen, nutzte

Thomas die Chance und schoss ein

paar Fotos von ihr und ihren Enkeln.

Die brachten wir ihr in die Apotheke.

Vertrauen wuchs. Sie hatte eine

schwere Zeit hinter und eine Brustoperation

vor sich. Jeden Tag ging

Rebecca zu ihr ins Krankenhaus, um

sie aufzubauen. Ihre Töchter wurden

neugierig und luden uns zu Kindergeburtstagen

ein. Heute zählen wir

Jesus blickte hoch und sagte:

„Zachäus, komm schnell

herunter! Ich muss noch

heute zu dir kommen!“

Lukas 19,5

zum engen Freundeskreis der Familie.

Wenn wir aufmerksam durchs Leben

gehen, werden wir immer Menschen

treffen, die gerade ein Lächeln, eine

Ermutigung oder praktische Hilfe

brauchen – auch in unserem neuen

Einsatzort Sansepolcro: Beim Einzug

begegnete uns eine

hochschwangere

Nachbarin. Eines

Tages hing eine rosa

Blume am Eingangstor,

was bedeutet,

dass ein Mädel

geboren wurde. Wir

gingen mit einem kleinen Geschenk

nach oben und stellten uns vor. Das

hat Mauern eingerissen!

Eines Tages beim Spaziergang durch

die Innenstadt machten plötzlich alle

Geschäfte zu, und an jeder Ladentür

hingen schwarze Schleifen. Man erklärte

uns, dass eine junge Ladenbesitzerin

an Krebs gestorben war. Sie hatte den

Laden gemeinsam mit ihrer Mutter

geführt. Mit gemischten Gefühlen

machten wir uns auf den Weg zu

der trauernden Mutter. Sie umarmte

uns, weinte und erzählte ... am Ende

bedankte sie sich, dass wir gekommen

waren. Es lohnt sich, den Menschen

die Nachricht zu bringen, die jeder so

nötig hat: Jesus will HEUTE bei dir zu

Gast sein.

DMG-informiert | 1 | 2016

9


Europa

Griechenland

Karin Schutz

Tschechien

Susanne Kuhnke

Das große

Netzwerk Gottes

Wenn jemand aus Deutschland sich

gerne in ein Babyhaus in Afrika einbringen

würde … und dann ist dort tatsächlich

eine Person in Uganda, die genau dieselbe

Vision im Herzen trägt und Waisenkindern

ein Zuhause geben will. Dann

kommt Gottes Netzwerk zum Tragen.

Unser Vater im Himmel hat oft schon die

Fäden geknüpft, damit solche Gedanken

in die Realität umgesetzt werden. Er

lässt mich helfen, die Fäden zu spannen:

Kontakte und Möglichkeiten, Nöte und

Helfer miteinander zu verknüpfen – da

bin ich mittendrin. Eine Gabe von Gott,

die ich als DMG-Mitarbeiterin im Auftrag

meiner griechischen Mission einsetzen

kann.

Im Moment baue ich dazu eine Arbeitsbasis

in der Nähe meines Elternhauses

in Deutschland auf. Meine Eltern sind

gesundheitlich angeschlagen und brauchen

Beistand. Künftig werde ich also

viel mehr übers Telefon und Internet

Menschen miteinander verbinden. Oft rufen

Freunde aus Griechenland an auf der

Suche nach Rat und Hilfe. Beispielsweise

eine Christin, deren Mann nicht gläubig

ist. Da bietet sich ein Ehe- und Familienseminar

an, zu dem ich gleich die rechte

Person als Referenten vor Augen habe

– eine Griechin, die Familientherapeutin

ist und nun in den Ruhestand kommt. Sie

ist frei für solche Dienste, das kann ich

organisieren.

Parallel sind Arbeitseinsätze in

Athen geplant. Und bald stehen wieder

Missions einsätze für junge Griechen in

Uganda an, verbunden mit einer kurzen

Schulung in der Türkei. Außerdem organisiere

ich die Flüchtlingsarbeit auf den

griechischen Inseln mit, um den vielen

Neuankömmlinge aus dem Nahen

Osten zu helfen. Auf den Inseln

Mitillini und Kos will ich örtliche

Gemeinden einbinden, dass sie

auf Migranten zugehen. Und

ich sorge dafür, dass Sachspenden

wie Möbel zum Aufbau der

Winter unterkünfte ans Ziel kommen.

Wer mich in all dem unterstützen

möchte, sei es durch Gebet, Spenden

oder direkt durch die Teilnahme an Einsätzen,

darf sich gerne über die DMG bei

mir melden. Wir brauchen einander, um

ein Segen für unsere verwundete Welt zu

sein.

„Vojtech, Jesus liebt dich!“

Vojtech war neun Jahre alt als

ich ihn kennenlernte. Seine Mutter,

der Stiefvater, die zwei jüngeren

Geschwistern und er lebten in einer

kleinen Sozialwohnung. Matej, ein

etwas behinderter Mann aus unserer

Gemeinde, wohnte direkt neben

ihnen. Eigentlich

konnte Matej

aufgrund seiner

Behinderung

nicht so gut mit

Kindern umgehen.

Trotzdem flüchtete

Vojtech sich zu

ihm, wann immer

es ging. Zu Hause gab es so viele

Probleme. Bei Matej dagegen fühlte

er sich wohl.

Matej wollte den Kindern in dem

großen Mietshaus gern von Jesus erzählen,

wusste jedoch nicht wie. So

haben wir in den Sommerferien 2013

gemeinsam christliche Kinderprogramme

auf der Wiese hinter ihrem

Haus begonnen. Vojtech war fast immer

dabei. Er störte, wo es nur ging,

redete dazwischen und provozierte

andere Kinder. Sein Wortschatz war

nicht gerade freundlich. Die anderen

mochten ihn nicht. Sie waren auch

keine Engel und motivierten ihn noch

zu allem möglichen Unfug.

Beim Spielen und Basteln machte

Vojtech nie mit. Und wenn ich aus

der Bibel erzählte, hörte ich oft Sätze

von ihm wie: „Nein, Gott gibt es

nicht.“ Oder: „Ich will in die Hölle!“

Was sollte ich tun? Sollte ich ihm

verbieten zu kommen? Ich entschied

mich für ihn.

Beim Spielen machte

Vojtech nie mit. Und wenn

ich aus der Bibel erzählte,

hörte ich oft Sätze von

ihm wie: „Ich will in die

Hölle!“ Was sollte ich tun?

Mit der Zeit veränderte sich

Vojtech. Anfangs hatte er Angst, von

uns geschlagen zu werden, wie er das

zu Hause öfters erlebte. Diese Furcht

legte sich. Seine Hände gingen nicht

mehr schreckhaft zum Schutz über

den Kopf, wenn wir ihn ermahnen

mussten. Er hat gelernt,

dass bei uns niemand

geschlagen wird.

Dass er geliebt ist,

selbst wenn er nicht

still sitzt. Nach einem

Jahr zeigte Vojtech

auch mehr Interesse

an der Bibel. Wenn

ich allein mit ihm redete, merkte ich,

wieviel er verstanden hatte.

Eines Tages fragte er Matej, ob

er ihm noch mehr Bibelgeschichten

erzählt. Nun kam auch sein kleiner

Bruder mit in die Kinderstunde. Es

sind zwei Kinderstunden entstanden,

eine für Schul-, die andere für Vorschulkinder.

Ich war mit den Großen

wöchentlich fünf Stunden zusammen.

Inzwischen ist meine Zeit in Litomerice

(Leitmeritz) zu Ende gegangen

und ich habe eine neue Aufgabe in

Prag. Vojtech liegt mir weiter am Herzen.

Hatte mein Einsatz dort Folgen

für sein Leben? Fragt er noch nach

Jesus? Kann Matej ihm kindgerecht

biblische Geschichten erzählen und

ein Vorbild sein? Bitte beten Sie, dass

Jesus Vojtech daran erinnert, wie sehr

er ihn liebt.

Susanne Kuhnke macht

christliche Kinderarbeit in Prag

10 DMG-informiert | 1 | 2016


Asien

Thailand

Daniel und Melanie Böhm

Auf Wiedersehen,

Frau Dtai

Wir leben in einem Armenviertel der

Millionenstadt Bangkok und kümmern

uns gerne um die Menschen in unserer

Nachbarschaft.

Diesen Sonntag

stand der Schwager

von Frau Dtai bei

uns vor der Tür,

mitten im strömenden

Regen. In der

Hand eine Khaen,

die traditionelle

Flöte seiner Heimat

im Nordosten.

Lächelnd flüsterte

er: „Frau Dtai ist

gestorben, vorgestern.

Ist einfach

eingeschlafen. Die Flöte habe ich auf ihrer

Beerdigung gespielt.“ Mit Flötenmusik

halten viele Thais Totenwache, um Verstorbenen

Segen mit auf die letzte Reise

zu geben.

Die Woche zuvor hatte ich das letzte

Mal mit Frau Dtai telefoniert. Sie meinte

nüchtern: „Die Ärzte haben mir den

Bauch punktiert und Flüssigkeit abgesaugt,

aber es bringt nichts mehr – sie

können mir nicht helfen.“ Mit dem

kostenlosen Zug und einem fußballgroß

geschwollenen Bauch war sie zur Behandlung

in ihre acht Stunden entfernte

Heimat gefahren. Zuletzt hatte sie kaum

mehr als 40 Kilo gewogen. Dennoch

schien es mir selbstverständlich, Frau

Dtai bald wieder in unserer Nachbarschaft

zu sehen.

Als 13-Jährige wurde sie vom verarmten

Land in die Millionenstadt Bangkok

geschickt, um zu arbeiten. Anfangs lange

Schichten in einer Näherei, später zog

man sie in die Prostitution. Sie hat viel

erlebt und gekämpft und sich immer

irgendwie über Wasser gehalten. Doch

ihr Körper war gezeichnet. Als wir sie

kennenlernten, war sie abgemagert.

Unsere Kinder wollten sich anfangs nicht

neben sie setzen, weil sie immer so stark

nach Schnaps roch.

Hat Gott nicht gerade die,

die in den Augen dieser Welt

arm sind, dazu erwählt,

durch den Glauben reich zu

werden? Hat er nicht gerade

sie zu Erben seines Reiches

bestimmt … das er denen

zusagt, die ihn lieben?

Jakobus 2,5

Mit rauer Stimme und Lachen rief sie

unsere Namen, wenn wir im Slumviertel

an ihrer Wellblechhütte vorbeikamen.

Drinnen mussten wir

aufpassen, wo wir uns

setzten. Der Boden

bestand aus morschen

Brettern direkt über

den Kanal gelegt – wir

hatten Sorge, dass sie

unserem „Ausländergewicht“

nicht standhalten.

Eine Begegnung

blieb besonders in

Erinnerung: Frau Dtai

hatte uns von ihren vier

Kindern erzählt. Ein

Sohn saß wegen Waffenbesitzes im Gefängnis,

einer lebte in der Provinz. Als wir

nach den zwei anderen Kindern fragten,

erzählte sie uns, dass sie während der

Schwangerschaft gestorben waren, weil

ihr damaliger Mann sie misshandelt hatte.

Das änderte für Frau Dtai nichts daran,

dass sie Mutter von vier Kindern war.

Sie wurde nur 46 Jahre alt, zwei davon

haben wir mit ihr geteilt. Sie hatte am

gleichen Tag Geburtstag wie Melanie und

unsere Tochter Helen. Was bleibt von

ihrem Leben? Welchen Wert hatte es?

Mein Trost ist, dass sie in Gottes Augen

wertvoll war. Sie hatte einen Schöpfer,

der sie liebt und von dem sie immer wieder

gehört hat. Wenn wir an sie denken,

vertrauen wir auf Gottes Zusage aus

Jakobus 2,5. Auf Wiedersehen

Frau Dtai …

DMG-informiert | 1 | 2016

11


Asien

Afrika

Naher Osten

Von Mitarbeitern vor Ort

Kenia

Martin und Joy Koch

„Die Frauen im IS-Gebiet müssen

sich verschleiern. Und mein Vater

darf sich nicht mehr rasieren.

Wer sich nicht daran hält,

wird verprügelt.“

Stellt euch vor …

… ihr trefft euch zum Beten in eurer

Gemeinde und erlebt dort eine junge

Frau mit Kopftuch, die unter Tränen

erzählt:

„Unsere ganze Familie ist noch im von

der Terrormiliz IS besetzten Gebiet, und

ich weiß nicht, wie es ihnen geht. Ihre

Stadt ist besetzt. Sie haben weder Strom,

noch Wasser. Manchmal werfen Flugzeuge

ihnen Wasser und Lebensmittel ab,

hab ich gehört. Ich kann kaum Kontakt

zu ihnen aufnehmen, weil das Internet

dort nicht funktioniert.

Sie leben in ständiger Angst. Sie warten

immer auf den nächsten Bombenangriff.

Ab und zu erhält jemand von den älteren

Leuten die Erlaubnis der IS, in die Bezirkshauptstadt

zu fahren. Dann können

wir telefonieren und hören wieder das

Neuste. Sie erhalten für so eine Fahrt

Papiere, auf denen die genaue Zeit steht,

wann sie zurück sein müssen. Wenn die

Person nicht rechtzeitig zurückkehrt,

nehmen die Terroristen die Kinder fest.

Falls man nicht wiederkommt, bringen sie

jemanden aus der Familie um!

Die Frauen im IS-Gebiet müssen sich

verschleiern. Und mein Vater darf sich

nicht mehr rasieren. Wer sich nicht daran

hält, wird verprügelt. Dasselbe gilt für

jeden Fluchtversuch. Es gibt dort keine

Schulen mehr, keine Ärzte und auch

keine Arbeit. Jungen ab 15 Jahren werden

als ‚Soldaten‘ verpflichtet und müssen

kämpfen. Ihnen bleibt keine andere Wahl.

Einige unserer Cousins sind ums Leben

gekommen. Manche waren erst 19. Viele

in unserer Familie sind gestorben und

hinterlassen Kinder.

Hier (im Nachbarland) habe ich Jesus

kennengelernt und Frieden in meinem

Herzen gefunden. Wir sind hier einigermaßen

sicher. Leider komme ich in

unserer Notunterkunft nicht zur Ruhe,

weil das Zimmer, in dem wir wohnen, so

winzig ist. Mein Mann und ich leben mit

unseren drei Kindern auf elf Quadratmetern

…“

Ein nachdenklicher Krieger

Wir leiten ein Gemeindegründungsteam

bei den Samburus, einem

Volk von Halbnomaden im Norden

Kenias von rund 250.000 Menschen.

Bei ihnen ist es üblich, dass ein Krieger

eine feste Beziehung mit einem

Mädchen aus seinem

Clan eingeht. Dabei

zeigt er seine Zuneigung

zu diesem

Mädchen durch viele

Perlenketten, die er

ihr schenkt. Es ist

wie eine Art Ehe auf

Zeit. Weil das Mädchen

aus demselben

Clan ist wie der Krieger, darf er es

später jedoch nicht heiraten. Die Ehe

geht ein Samburu nur mit einer Frau

aus einem anderen Clan ein.

Kürzlich kam eine junge Frau aus

unserem Team zu unserem Haus

gerannt. Sie hatte eine Samburu-

Freundin besucht und diese schwer

krank angetroffen. Schnell fuhren wir

zu ihr, um sie zu einer 20 Kilometer

entfernten Krankenstation zu

bringen. Die Pfleger dort sagten uns,

dass wir sie umgehend ins richtige

Krankenhaus fahren sollten, weil

ihr Zustand lebensbedrohlich war.

Die junge Frau litt unter den Folgen

einer unsachgemäßen Abtreibung. Im

Krankenhaus wurde sie gut versorgt.

Zwei Wochen später war sie gesund

Traurig sagte der

Krieger, dass auch

ihm nicht gefallen hat,

was ihre Angehörigen

seiner Freundin angetan

haben. Wird er sein

Leben ändern?

und konnte wieder nach Hause.

Wir kennen den Krieger gut, der

eine feste Beziehung zu ihr hat. Er hat

sich sehr bemüht, für seine Freundin

zu sorgen, und betonte immer wieder,

wie sehr er sie mag. Traurig sagte

er, dass auch ihm nicht

gefallen hat, was ihre

Angehörigen ihr angetan

haben. Doch ihre Kultur

erlaubt nicht, dass eine

unbeschnittene Frau ein

Kind zur Welt bringt. Sie

sahen keine Alternative

als die Abtreibung.

Wir haben lange mit

dem jungen Mann gesprochen, dass

ihre Notlage eine Folge menschlichen

Handelns war. Dass sich die Menschen

statt vom liebenden Gott, der

sie erschaffen hat, nur vom eigenen

Willen leiten lassen und sich nicht

an dem orientieren, was Gott von

ihnen will. Wir zeigten ihm 3D-Ultraschallbilder

unserer Enkelin, um ihm

Achtung vor ungeborenem Leben zu

vermitteln. Traurig schaute er sich die

Fotos an und begann nachzudenken,

was Gott von ihm in einer solchen

Situation möchte …

Wird er sein Leben ändern? Wir

bleiben mit ihm und vielen anderen im

Gespräch, damit sie Jesus kennenlernen

und sich negative Elemente ihrer

Kultur verändern.

Ehepaar Koch arbeitet

im Volk der Samburu

12 DMG-informiert | 1 | 2016


Äthiopien

Neu: Mareike Weber

Frequently Asked Questions Häufig

gestellte Fragen

Ich befinde mich im Ausnahmezustand,

eine Missionarin kurz vor dem

Abflug! Die Spannung ertrage ich mit

Humor, denn meine Vorfreude hat den

interessanten Effekt, jedes Gespräch in

ähnliche Bahnen zu leiten. Die Erwähnung

meines künftigen Wohnorts in

Äthiopien führt zwangsläufig zu der

Frage:

„Was willst du denn da?“

Ich werde bei einer äthiopischen

Hilfsorganisation mitarbeiten, in einem

Schulungszentrum für Pastoren, Gemeindeleiter

und Sozialarbeiter. Der Fokus

liegt auf Kindern. Denn in weiten Teilen

des Landes gehört Kindesmisshandlung

zum traurigen Alltag. Das Verhängnisvolle:

Weil diese Praxis tief in der Gesellschaft

verwurzelt ist, macht es oft keinen

Unterschied, ob die Kinder in einer

Gemeinde sind oder nicht. Außerdem

wird Kindern oft das Evangelium vorenthalten.

Die Mitarbeiter unseres Zentrums

wollen ein Bewusstsein dafür schaffen,

damit Gemeinden Kinder nach biblischem

Maßstab mit Wert und Liebe beschenken.

Wir schulen Pastoren und Mitarbeiter

in Kinder- und Jugendarbeit, weil Kinder

das Äthiopien von Morgen sind, auch in

geistlicher Hinsicht!

Ein Wunder ist, dass unser Zentrum

die Kreativität von Erwachsenen und

Kindern fördern will, um Innovationen in

Gesellschaft und Gemeinde zu stärken.

Außerdem erstellen sie Kindergottesdienstmaterial,

haben einen christlichen

Fernsehsender und planen die Herausgabe

einer Kinderbibel. Da komme ich als

leidenschaftliche Künstlerin und ausgebildete

Erzieherin voll in mein Element!

„Ach krass. Und wie lange bleibst du?“

Die Antwort ist verzwickt: Im Vertrag

steht drei Jahre. Da atmen meine

Gesprächspartner meist erleichtert auf.

Erwähne ich allerdings mein „Oneway-

Ticket“ fragen sie entgeistert: „Was … du

bleibst für immer?!“ Ja, ich ziehe richtig

nach Äthiopien. Zu oft hängen Missionare

mit Herz und Gedanken in Europa fest.

Die Arbeit macht nur langfristig Sinn. Am

meisten Einfluss und Vertrauen gewinnst

du, wenn du den Touristenstatus hinter

dir lässt und Zeit nimmst, die Sprache

und Kultur zu verstehen und die Menschen

wertzuschätzen. Ich bleibe so lange

in Äthiopien, wie Gott will.

„Wieso in aller Welt machst du das?!“

Mit jeder Reise nach Afrika zieht

es mich mehr dorthin. Als wäre ein

Gummiband um mein Herz, das zum

Äquator zieht. Eine von Gott geschenkte

Leidenschaft. Allerdings war es während

der Ausbildung und meines Studiums

auch anstrengend, immer auf ein fernes

Ziel hinzuleben. Eines Tages betete ich:

„Herr, ich gebe auf. Hier bin ich: Unfertig,

unheilig, mit lauter unvollständigen Träumen.

Gebrauche mich, jetzt!“ Es war als

ob Gott antwortete: „Na endlich, dann

können wir ja los!“

Er zeigte mir innerhalb kürzester Zeit

konkret, dass es nach Äthiopien geht. Ich

habe gelernt, dass Berufung kein Mysterium

für Heilige ist, die uns später heimsucht,

wenn wir endlich vollkommen sind.

Vielmehr hat Gott Aufgaben für jeden.

Große und kleine, Alltagsaufgaben und

Riesenprojekte. Aber es geht erst los,

wenn wir uns gebrauchen lassen. Wenn

Gott spricht … was kann ich tun, als das,

was er von mir will. Alles andere sind nur

leblose Kopien eines erfüllten Lebens.

„Hast du so gar keine Angst?“

Doch, mehr als mir lieb ist: vor Versagen,

dem mich Verhören, Schwach- und

Alleinesein. Aber ich halte mich an Gottes

Versprechen. Wenn ich versage, ist er

der Vollbringer. Wenn ich mich verhöre,

bleibt er souverän. Wenn ich schwach

bin, ist er kraftvoll. Bin ich allein, wird er

mein Zuhause sein. Ich mag den Spruch

„Home is where your heart is“ (daheim

ist, wo dein Herz ist). Ich will mein Herz

nah bei Gott gründen und vertraue auf

seine weltweite Gemeinde als Familie,

egal wo ich bin.

„Und worauf freust du dich

am meisten, Mareike?“

Auf Neues, Abenteuer, Wunder,

Großes, auf mehr von Jesus …! Nach

einer Unterhaltung dieser Art zuckt der

Gesprächspartner entweder mit den

Achseln und murmelt: „Von deiner Sorte

sollte es mehr geben“, um sich nachdenklich

zu verabschieden. Oder er/sie hat

sich überzeugen lassen, dass in Äthiopien

eine wertvolle Arbeit geschieht, und

möchte ab jetzt meinen Rundbrief lesen

(Sie können ihn gerne bei der DMG bestellen).

Ich danke allen, die meine Arbeit

in Äthiopien mittragen …

DMG-informiert | 1 | 2016

13


Afrika

Benin

Lee und Sarah Phillips

Sarah

Yves

Rouven

Lee

Livia

Mädchen Mut Marmorkuchen

Mädchen, Mut und Marmorkuchen

4 Joghurtbecher voll Mehl, 2 Becher

Zucker, 2 Becher Margarine, 3 Eier und

Backpulver; schon ist der Rührkuchenteig

fertig. Während die sieben Mädchen unseres

Chors „Lumière divine“ (Göttliches

Licht) den Teig in unserer Küche mit dicken

Holzlöffeln luftig schlagen, bereitet

Juliette, eine junge Mutter, den alternativen

Backofen

draußen im Garten

vor. Gefüllt mit Sand

und kleinen Kieselsteinen,

erhitzt sie

den afrikanischen

Rundtopf auf einem

Holzfeuer.

Juliette und ich

leiten gemeinsam

den kleinen

Mädchenchor unserer Gemeinde. Sie

sorgt für den musikalischen Teil, während

ich Bibelimpulse und Freizeitaktivitäten

gestalte. Bei jedem Treffen geht es um

eine Frau der Bibel. Harte Schicksale, Enttäuschungen,

Verachtung und dennoch

Treue, Vertrauen, Mut und ein Esslöffel

Bei unseren Treffen geht

es um Frauen der Bibel:

Schicksale, Enttäuschungen,

Verachtung und

dennoch Treue, Vertrauen

und Mut. Eine Lovestory

darf natürlich auch nicht

fehlen.

Liebe. Eine Lovestory darf natürlich auch

nicht fehlen. Solche lebensechte Themen

fanden wir bei den zwei Hannas, dem

israelischen Sklavenmädchen bei Naaman,

Esther, Ruth und Maria.

Ich möchte den Mädchen die Angst

vorm Bibellesen nehmen und sie ermutigen,

selbst darin zu stöbern. Wir schauen

jeden Text unter den

Aspekten wer, wo, wann,

wie und warum an. Eine

einfache Herangehensweise,

die sich alle merken

können. Oder die Fünf-

Finger-Methode. Daumen:

Was fand ich toll? Zeigefinger:

Was lehrt mich

der Text? Mittelfinger:

Wo spricht der Text von

Sünde? Ringfinger: Welche Versprechen

werden erwähnt? Kleiner Finger: Was

setze ich in die Tat um?

Juliette studiert nebenher und hat wenig

Zeit. Als ich mich in den Heimatdienst

verabschiedete, vereinbarten wir, dass

die Mädchen weiterhin anhand dieser

praktischen Tipps bei jedem Treffen einen

kurzen Bibeltext betrachten. Wenn das

klappt, ist die Gruppe selbständig, und ich

könnte mich in Zukunft mit einer neuen

Gruppe von zehn, zwölf Mädchen treffen.

Anfangs fand ich es schade, dass der

Chor auf zwölf Mädchen beschränkt war.

Meist waren wir sogar nur acht. Später

war ich froh, denn man kann sich in kleinerem

Rahmen besser kennenlernen. In

der Bariba-Kultur teilt man zum Beispiel

ungern Persönliches mit. Da erscheinen

Gebetsanliegen oft nichtssagend und

monoton. Ich wünsche mir, dass die Mädels

Vertrauen zueinander aufbauen und

zu Glaubensschwestern heranwachsen.

Wo das weiterhin schwierig ist, habe ich

angeboten, mit einzelnen zu beten.

Als Mama bin ich zu Hause zu erreichen

und habe als Ausländerin den

nötigen Abstand zu ihrer Kultur, um ihr

Vertrauen nicht zu missbrauchen. Bisher

haben die Mädchen mein Angebot wenig

in Anspruch genommen. Aber ich hoffe,

dass sie bei unserer Rückkehr im März

sehen, wie wichtig uns die Menschen hier

und sie selbst sind. Und der deutsche

Rührkuchen im Sandfeuerofen? Er wurde

unter Juliettes Anleitung mit Ober- und

Unterhitze in Form von Kohle auf dem

Deckel wunderbar knusprig und lecker.

14 DMG-informiert | 1 | 2016


Amerika

Brasilien

Bernhard und Elke Grupp

Familie Grupp hat bei den Canela-Indianern

im brasilianischen Regenwald eine lebendige

Gemeinde aufgebaut

Kirchbau im Canela-Dorf

Unsere Reisetaschen sind gepackt, die

Kisten stehen schon in der Tür, der Pritschenwagen

wartet vorm Haus. Wir sind

im Aufbruch begriffen, aus dem Indianerdorf

in den Heimatdienst nach Deutschland.

Nachbarn und Jugendliche unserer

jungen Canela-Gemeinde helfen uns beim

Tragen, und viele aus

dem Dorf stehen zum „Ja, ich möchte an Jesus

Abschied drumherum. glauben. Ich habe viel Mist

Die Freundinnen unserer

Sarah und Rahel

gebaut in meinem Leben …“,

tauschen Abschiedsworte

mit ihnen aus.

bekennt der Jugendliche.

Alle freuen sich noch, weil erst zwei Tage

zuvor die Kirche im Canela-Dorf mit so

einem tollen Fest eingeweiht worden ist.

Mitten im Abschiedstrubel kommt Joel,

ein 14-Jähriger, – hinter ihm noch ein anderer

Jugendlicher. Sie schauen uns froh

und erwartungsvoll an: „Pastor Bernardo,

der hier möchte sein Leben Jesus geben“,

strahlt Joel. Im ersten Moment denke

ich: „Au, bitte jetzt nicht. Geh doch am

besten später zu unserem Mitmissionar.“

Aber dann der Gedanke: „Wenn jetzt

hier ein Jugendlicher sein Herz vor Jesus

ausschütten will, dann ist das die größte

Freude! Dafür tun wir doch unseren

Dienst. Da kann alles

andere warten!“

Also, wo gibt es ein

ruhiges Plätzchen für uns

drei? Ich rufe noch zwei

andere junge Christen

dazu, damit sie sich

später um den jungen Mann kümmern

können. Dann gehen wir in unser Haus,

wo es ruhig ist. „Ja, ich möchte an Jesus

glauben. Ich habe viel Mist gebaut in

meinem Leben …“, bekennt der Jugendliche

und schüttet Jesus sein Herz aus.

Gemeinsam beten wir weiter, froh und

dankbar. Dankbar auch, weil damit der

„Kirchbau“ im wahrsten Sinn des Wortes

weitergeht. Das neu eingeweihte Gotteshaus

ist ein sichtbares Zeichen im Dorf,

dass Jesus unter den Canelas lebendig ist:

25 Indianer haben sich in den vergangenen

Jahren taufen lassen und kräftig mit

Hand angelegt, damit ihre Kirche fertig

wurde. Mit dem neuen Jugendlichen baut

Jesus seine Gemeinde weiter.

Ende November taufte unser Kollege

weitere sieben Indianer. Es zahlt sich aus,

dass wir ihnen die Frohe Botschaft gebracht

haben. Bitte beten Sie mit für die

Indianerchristen. Unser Kollege musste

Ende Dezember, früher als geplant, nach

Amerika zurück. Brasilianische Christen

aus der Stadt (drei Stunden Fahrzeit)

helfen den Canela-Christen, bis wir im

Sommer zurückfliegen. Gut zu wissen,

dass auch Jesus alle Tage bei ihnen ist.

DMG-informiert | 1 | 2016

15


Amerika

Peru

Siegfried und Dorothee Reuter

Mexiko

Eleazar und Susanne

Tello Harbich

Mission Leben teilen

„24 Stunden und die

Heilige Nacht noch dazu“

Wenn die Altstadt Arequipas

überhaupt je zur Ruhe kommt, dann

nur für eine kurze Verschnaufpause

zwischen zwei und vier Uhr morgens

– wo der Fluss hörbar wird und

einzig von jenen seine Aufmerksamkeit

erfährt, die keinen Schlaf finden.

Selbst die vielen Vorhängeschlösser,

die Liebespaare ans Eisengeländer

der alten Kolonialbrücke gehängt

haben, scheinen nur diesen Moment

zu haben, um von ihrem ewigen

Liebesversprechen zu träumen.

Kühler Nebel steigt auf. Wie Tränen

überziehen Tropfen die ineinander

verschlungenen Schlösser und befeuchten

das Kopfsteinpflaster.

Tränen möchten auch Elias kommen,

als er um 3.30 Uhr mit seinem

Taxi die Brücke überquert, vorbei

am von Hunden durchwühlten

Müll neben dem Bordstein, den er

geschickt umkurvt. Heute bremst er

nicht wegen der Straßenköter,

sondern

wegen dreier Kinder:

Julia (6) und Silver

(4) streunen mit

seiner vier Monate

alten Schwester auf

dem Arm durch die

Gassen.

Als die kleine Alva zu weinen anfing,

hatten die „Großen“ gemerkt,

dass ihre Mütter „außer Haus“ waren

und sich auf die Odyssee sie zu

suchen gemacht. Orientierungslos,

barfuß und durchfroren liest Elias

sie bei der Brücke auf. Zusammen

mit einer Polizeistreife geht es zur

Erstversorgung und Notaufnahme

ins Krankenhaus. Stunden später

und deutlich alkoholisiert treffen

die Mütter, angeblich „vom Einkauf“

kommend, bei der Polizeiwache ein.

Inzwischen klingelt die Staatsanwältin

für Familienangelegenheiten

Barfuß und durchfroren

liest Elias mitten in der

Nacht drei Kleinkinder

bei der „Liebesbrücke“

auf und bringt sie ins

Krankenhaus.

bei Gloria und José, den Leitern eines

Kinderheims in Arequipa. Die beiden

sind zu ihren 40 Kindern und Teenagern

aus verwahrlosten und zerrütteten

Elternhäusern immer wie Vater

und Mutter. José war selbst als Kind

und Jugendlicher durch Peru vagabundiert,

er hat die Liebe Gottes an Leib

und Seele erfahren. Eigentlich ist ihr

Heim längst schon ausgelastet. Doch

„Amor de Dios“ (die Liebe Gottes),

wie sie ihr Heim nennen, öffnet ihre

Arme ohne Einschränkung.

Heute erleben unsere drei kleinen

Vagabunden von der „Liebesbrücke“

hier die notwendige Fürsorge. „Man

findet ja auch nicht alle Tage ‚Silber‘

auf der Straße“, bemerkt Gloria

scherzhaft, als sie den kleinen „Silver“

liebevoll in die Arme schließt. Sechs

Monate kann die Prüfung von Fürsorgerecht

und Vormundschaft dauern,

und es ist ein ständiges Kommen und

Gehen der Kinder.

Einige bleiben nur

kurz, andere über Jahre.

Die drei Kleinen

finden hier ein neues

Zuhause.

„Es ist schon komisch,

zu Weihnachten

werden plötzlich

alle Christen“, meint José und macht

damit eine Anspielung auf die flutwellenartige

Hilfsbereitschaft vieler Leute

zum Christfest. „Wie es uns übers

Jahr geht, berührt die Wenigsten,

dabei haben wir einen 24-Stunden-Tag

und die Heilige Nacht noch dazu.“

Deshalb unterstützen wir als „Kinderhilfe

Arequipa“ der DMG sie ganzjährig.

Wir helfen ihnen mit Milch, Haferflocken,

Zucker und mehr, dazu mit

medizinischer Betreuung. Außerdem

laden wir die Kinder ab acht Jahren zu

unseren Sommercamps und Ausflügen

ein. Wollen Sie uns helfen?

Jeder Einzelne ist für Jesus wertvoll –

also auch für uns! Deshalb haben wir von

Anfang an persönliche Besuche zur Priorität

unseres Dienstes gemacht. „Freut

euch mit den Fröhlichen und weint mit

den Weinenden“ (Röm 12,15) ist unser

Prinzip. Bei dieser Art Mission muss man

Zeit mitbringen und auf alles gefasst sein:

Eines meiner größten Schockerlebnisse

hatte ich (Susi) gleich zu Beginn meiner

Arbeit im Armenviertel „Los Olivos“.

Bei einem Hausbesuch wollte mir eine

kinderreiche Familie ihr jüngstes Baby

schenken. Sie meinten es ernst, weil sie

schon genug Kinder und zu wenig Geld

und Platz hatten.

Ein andermal besuchte ich mit meiner

amerikanischen Freundin eine Familie,

die gerade ein Schwein geschlachtet

hatte. Alle liefen mit blutverschmierten

Schürzen herum, und uns als Ehrengästen

wurden Tacos mit frischer Blutwurst angeboten,

die wir natürlich annehmen und

mit offensichtlicher Begeisterung verspeisen

mussten. Was für eine Überwindung!

Immer wieder begleiteten wir Familien,

die unter schweren Krankheiten und

Todesfällen litten: Zwei hatten jeweils ein

kleines Mädchen durch Krebs verloren.

Das war auch für uns nicht einfach mitzuerleben


Eine Zeitlang besuchte ich eine gelähmte

Frau, die nicht lesen konnte, und habe

ihr aus der Bibel vorgelesen. Eines Tages

bat sie mich, ihre Tochter zu trösten. Die

20-jährige Olivia lag weinend in ihrem

Zimmer, weil ihr Vater sie wieder verprügelt

hatte. Im Gespräch vertraute sie

Jesus ihr Leben an. Heute arbeitet Olivia

begeistert in der Gemeinde mit. Gott hat

ihr Leben total verändert!

Jetzt beginnen wir eine eine neue

Aufgabe in Chihuahua, 1.500 Kilometer

entfernt. Dort werden wir dasselbe

mit Tarahumara-Indianern tun: Leben

teilen, Freundschaften schließen, ihnen

Liebe und Wertschätzung zeigen und

sie in Freude und Leid begleiten. Dabei

wollen wir sie mit Jesus Christus bekannt

machen, der das alles viel besser kann als

wir!

16 DMG-informiert | 1 | 2016


Costa Rica

Daniel und Myriam Zinser

Im Rotlichtviertel

von San José

Wie Christus es vorgelebt hat

„Letzte Nacht war unglaublich. Was

Gott in diesen Männern und Frauen tut,

ist so bewegend!“ Überschwänglich berichtet

Xynthia von ihren Erlebnissen in

den Straßen von San José, der Hauptstadt

Costa Ricas. Sie spricht von Begegnungen

mit Prostituierten und Transvestiten,

denen sie Kaffee und

Kekse angeboten, mit

ihnen geredet und für

die sie gebetet hat. Xynthia

ist eine unserer

zehn Studenten, die das

dreimonatige Jüngerschafts-

und Missionstraining

durchlaufen.

Jeden Dienstagabend

macht sich Daniel mit ihnen auf zu einem

Einsatz im Rotlichtviertel. Bis in die frühen

Morgenstunden setzen sie in die Tat

um, was sie im Unterricht gelernt haben:

Hingehen zu Menschen, Beziehungen

leben, bezeugen wer Jesus ist. Anfangs

„Letzte Nacht war unglaublich.

Was Gott in

diesen Männern und Frauen

tut, ist so bewegend!“

Überschwänglich berichtet

Xynthia ihre Erlebnisse.

hatten sie Angst. Doch je öfter sie gehen,

desto größer wird ihre Liebe zu den Leuten.

Das verändert sie selbst – und die,

denen sie begegnen.

Xynthia und ihr Mann Juancho kommen

aus Venezuela. Ein Wunder, dass sie am

Training teilnehmen können. Denn die

inzwischen diktatorische

Regierung ihrer

Heimat überwacht

penibel alle Reisen ihrer

Bürger, aus Angst, dass

Leute nicht zurückkehren.

In Venezuela leben

Xynthia und Juancho

in guten Verhältnissen,

doch sie durften kein

Geld ins Ausland mitnehmen. Zum ersten

Mal stehen sie ohne Mittel da, und wissen

nicht, wie sie das Training bezahlen werden.

Aber sie sind hier!

Und so vertiefen sie sich drei Monate

in Gottes Wort und studieren das Leben

von Jesus, um von ihm zu lernen. Das

Gelernte soll in Venezuela zur Anwendung

kommen. Sie haben Freunde in der

Regierung, diese werden wohl die Ersten

sein, denen sie Jesus bezeugen.

Unsere Studenten im Alter von 19 bis

65 kommen aus allen Ecken Lateinamerikas.

Drei Monate leben sie hier auf engstem

Raum. Das führt auch zu Spannungen.

Myriam und Kollegin Sylvia begleiten

sie durch diese Zeit. Die Kursteilnehmer

lernen, trotz ihrer Unterschiedlichkeit die

Einheit in Christus zu wahren.

Nach dem Training ziehen manche

wieder an ihren Ort. Einige lassen sich als

Missionare unserer Partnerorganisation

ausbilden, das ist dann weiter Daniels

Aufgabe. Wir als Familie sind in Costa

Rica, damit sie gehen können: in die Straßen

von San José, nach Venezuela, ja bis

in den Nahen Osten, um Menschen in die

Nachfolge zu rufen … wie Christus es uns

vorgelebt hat (Phil 2,5+7).

DMG-informiert | 1 | 2016

17


Kalender

Neu: 24-Stunden-Gebet

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal,

beharrlich im Gebet.

Römer 12,12 ist der Leitvers der DMG und

Gebet das Zentrum unseres Lebens und

Arbeitens. Viermal im Jahr haben wir einen

24-Stunden-Gebetstag – rund um die Welt –,

bei dem sich Missionare, Mitarbeiter und Sie,

liebe Freunde, die Staffel in die Hand geben.

Werden Sie Teil unserer weltweiten Gebetsgemeinschaft.

Wir laden Sie gerne dazu in unsere

Basis Buchenauerhof ein.

Termine:

23.–24.03. / 22.–23.06. / 14.–15.09. /

16.–17.11. 2016

09.–13.05.2016

DMG-Missionsfreizeit Buchenauerhof

Den Buchenauerhof entdecken, Mission erleben

Mit Gerd Sigrist, Detlef Garbers und Missionaren. Wir lesen

gemeinsam die Bibel, nehmen uns Zeit zum Beten und haben

Raum für Eindrücke aus der Mission und das Miteinander.

Ab 155 Euro.

Information und Anmeldung:

Tel. 07265 959-0, E-Mail: Anmeldung@DMGint.de

Veranstaltungen:

Freizeiten und Reisen (anderer Veranstalter)

21.02.2016, Gebetssonntag – Asien

10 Uhr: Buchenauerhof

Tel. 07265 959-0

27.–28.02.2016: Missionswochenende

74336 Brackenheim

Tel. 07135 8450

12.–13.03.2016: Missionstag

64291 Darmstadt-Arheilgen

Römerstr. 34, Tel. 06150 82744

13.03.2016: Missionstag

64291 Darmstadt, Merckstr. 24

Tel. 06151 26290

18.–20.03.2016: Infowochenende

für Auslandseinsätze

Buchenauerhof

Tel. 07265 959-0

20.03.2016, Gebetssonntag – Afrika

10 Uhr: Buchenauerhof

Tel. 07265 959-0

Treffen Sie uns am Infostand und in Seminaren:

08.–09.02.2016: Kindertage des

Lebenszentrums Adelshofen

11.–14.02.2016: Willow Creek Leitungs- und

kinderplus-Kongress in Hannover

19.–21.02.2016: JuMiKo Lippe in Detmold

26.–28.03.2016: Osterkonferenz

in Gunzenhausen

28.03.–02.04.2016: GemeindeFerienFestival

SPRING in Willingen

21.–28.05.2016

Auszeit mit Inhalt

in den französischen Ardennen

mit DMG-Missionar Pfr. Günther

Beck und Doris Keller

Urlaubstage für Erholungssuchende

in schöner Umgebung mit Seminarangeboten

und der Möglichkeit,

Missions arbeit vor Ort kennenzulernen.

Ab 345 Euro.

Information und Anmeldung:

www.auszeit-mit-inhalt.de

Doris Keller, Tel. 07135 963713

18.–25.10.2016

(Verlängerung bis 01.11. möglich)

Israel-Reise zum Jubiläum

des „Beit Al Liqa“

Das christliche Begegnungszentrum

in Bethlehem, das von den DMG-

Missionaren Johnny und Marlene

Shahwan geführt wird, feiert sein

20-jähriges Bestehen. Feiern Sie mit!

Wir besuchen Jerusalem, Bethlehem,

Jericho und das Tote Meer (während der

Verlängerung: Galiläa, See Genezareth

und Mittelmeer). Preis: Ab 1.295 Euro

pro Teilnehmer (bei Verl. ab + 965

Euro).

Information und Reisebegleitung:

Gerd Sigrist, Tel. 07265 8610, gerd.sigrist@gmx.net

18 DMG-informiert | 1 | 2016


Offene Stellen

in unserer DMG-Zentrale

Herzliche Einladung!

Personalsachbearbeiter (m/w)

Unsere Verwaltung sucht ab 1. März Verstärkung u.a. zur

Bearbeitung von Personalversicherungen, Flugbuchungen,

Erstattung von Krankheitskosten im Ausland und Koordination

arbeitsmedizinischer Untersuchungen.

IT-Administrator (m/w)

Unsere EDV sorgt dafür, dass Netzwerk und Server funktionieren,

E-Mails ihre Ziele erreichen und kümmert sich um

Datensicherung und Netzwerksicherheit.

Mission

Gott sei Dank!

Personalleiter Amerika (m/w)

Mentoring der Missionare durch Korrespondenz, persönliche

Beratung und gelegentliche Besuche, damit sie im

Glauben wachsen und vor Ort effektiv arbeiten können.

Sie sehen Ihre Berufung darin, Jesus und Missionaren

zu dienen, und möchten sich in einem christlichen

Glaubens werk einbringen. Ausführliche Informationen:

Jahresfest

Das Missionsfest der DMG

Parallel:

Impressum

TeenTREFF

Herausgeber:

DMG interpersonal e.V.

Buchenauerhof 2, D-74889 Sinsheim

Tel.: 07265 959-0, Fax: 07265 959-109

Kontakt@DMGint.de • www.DMGint.de

24. april 2016

ab 10 Uhr

Buchenauerhof,

Sinsheim

Infos:

www.DmGint.de/Jahresfest

Bei Adressänderungen: Tel. 07265 959-128, Adressen@DMGint.de

Schriftleitung: Dr. Detlef Blöcher

Redaktion: Theo Volland (Redaktion@DMGint.de)

Layout: David Spieth

Erscheinung: Sechsmal jährlich

Titelfoto: © Lydia Geissler – Fotolia.com

Spendenkonten:

Volksbank Kraichgau, DMG

IBAN: DE02 6729 2200 0000 2692 04

BIC: GENODE61WIE

Schweiz: Swiss Post, SMG

Vermerk: DMG

IBAN: CH92 0900 0000 8004 2881 3

BIC: POFICHBEXXX

Die Arbeit der DMG ist als steuerbegünstigt anerkannt. Spenden werden

im Rahmen der Satzung entsprechend der Zweckbestimmung für

missionarische oder mildtätige Zwecke eingesetzt. Stehen für ein Projekt

ausreichend Mittel zur Verfügung, wird die Spende für einen ähnlichen

satzungsgemäßen Zweck verwendet.

Datum Datum Unterschrift(en)

www.DMGint.de/Stellenangebot

Bitte geben Sie im Überweisungsträger das Stichwort, den Namen

eines Missionars, „DMG“ oder „Wo am nötigsten“ an. Herzlichen Dank!

IBAN IBAN

06 06

Angaben Kontoinhaber: zum Kontoinhaber: Name, Vorname/Firma Name, Vorname/Firma, Ort (max. 27 Stellen, keine Straßen- oder Postfachangaben

PLZ Anschrift und Straße des des Spenders: (max. 27 Stellen)

Spenden-/Mitgliedsnummer Verwendungszweck, ggf. oder Projektnummer:

Name des Spenders - (max. 27 Stellen)

ggf. Stichwort

Betrag: Euro, Euro, Cent Cent

G E N O D E 6 1 W I E

BIC BIC des des Kreditinstituts (8 oder 11 Stellen)

SPENDE

SPENDE

D E 0 2 6 7 2 9 2 2 0 0 0 0 0 0 2 6 9 2 0 4

IBAN IBAN

D M G 7 4 8 8 9 S i n s h e i m

Angaben zum zum Zahlungsempfänger: Name, Name, Vorname/Firma (max. 27 Stellen, bei maschineller Beschriftung max. 35 Stellen)

Name Name und und Sitz Sitz des des Überweisenden Kreditinstituts BIC BIC

SEPA-Überweisung/Zahlschein

Für Für Überweisungen

in in Deutschland und und

in in andere EU-/EWR-

Staaten in in Euro. Euro.


Komm mit in ein anderes Land

Offene Stellen für Jahreseinsätze

Wir bieten jungen Christen (m/w) ab 18 Jahren viele Stellen in anderen Ländern und

Kulturen an, wo sie ab Sommer 2016 Einsätze von 6 bis 24 Monaten absolvieren, sich

sozial und missionarisch engagieren und dabei ihre Begabungen entdecken können:

Grafik: Designed by freepik.com

Europa

Frankreich

Italien

Italien

Italien

Spanien

Spanien

Georgien

Georgien

Griechenland

Amerika

Chile

Ecuador

Café für Randgruppen u. Fairtrade-Café

Literatur- und Verlagsarbeit

Gästehaus mit Kinder- und Jugendarbeit

Musiker, Seelsorger, IT Spezialisten

Drogenrehaarbeit und Landwirtschaft

Gemeindegründung

Lernhelfer

Kreativ- und Bildungsworkshops

Praktische Hilfe und Migrantenarbeit

Kindergarten und Büro für Hilfsprojekte

Christliche Radioarbeit in Deutsch

Thailand Rollstuhlprojekt

Südasien Unterrichtsassistenz, Grundschule

Philippinen Bildung: Jugend, junge Erwachsene

Philippinen Selbsthilfegruppen

Namibia Förderschule

Elfenbeinküste Kinder- und Jugendarbeit

Tansania Kindergarten

Tansania Nachhilfeunterricht

Und viele mehr …

Asien

Afrika

Einsätze über die DMG sind oft als Internationaler

Freiwilligendienst (IJFD) anerkannt. Darüber hinaus

bieten wir für Berufstätige Expert-

Einsätze im Ausland und für aktive

IJFD gefördert vom:

Senioren unser 50plus-Programm.

www.kurzeinsätze.de

Oder doch lieber in Deutschland?

Dann komm ins Jahresteam der DMG und hilf in

der Missionszentrale bei Sinsheim mit (FSJ/BFD).

Erlebe Gemeinschaft, Glaube, Mission und entfalte

deine Begabungen. Mehr auf Seite 8 und online:

www.DMGint.de/Jahresteam

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine