Svitlana Gravani, MA - Slavisches Institut - Universität Heidelberg

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Svitlana Gravani, MA - Slavisches Institut - Universität Heidelberg

SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2012/2013

Kommentare zu den Lehrveranstaltungen

Beginn der Lehrveranstaltungen, Tage, Uhrzeiten, Räume

Am Dienstag, dem 16. Oktober 2012 finden die Vorbesprechungen zu den Sprachübungen

und die Begrüßung / Einführung für Studienanfänger im Slavischen Institut

statt. Daher beginnen alle regulären Lehrveranstaltungen bei uns ab Mittwoch, dem

17. Oktober 2012. Diejenigen Lehrveranstaltungen, die regelmäßig montags oder

dienstags stattfinden, beginnen also erst ab dem 22. bzw. 23. Oktober.

Bitte entnehmen Sie Tage, Uhrzeiten und Räume sowie die Anzahl der Leistungspunkte

der Übersicht.

Marlene Bainczyk, M.A.

Zbigniew Herbert – Lyrik und Essays, PS, 2st.

„Da machte ich mir klar, dass ich durch Europa reise, um aus der langen und dramatischen

Menschheitsgeschichte die Spuren, die Zeichen der verlorenen Gemeinsamkeit heraufzuholen. Deshalb

waren die romanische Säule in Tyniec bei Krakau, das Tympanon von St. Petronell bei Wien

und die Reliefs der St. Trophime-Kathedrale in Arles für mich nicht nur Quelle ästhetischer Erlebnisse,

sie ließen mich auch erkennen, dass es ein größeres Vaterland gibt als die eigene Heimat.“

Zbigniew Herbert, Holy Iona

In obigem Zitat verweist der polnische Dichter Zbigniew Herbert (1924-1998) auf die Europa verbindenden

Beziehungen im geistigen und kulturellen Bereich, die wechselseitigen Einflüsse in

Kunst und Literatur. Betrachtet man im Gegensatz hierzu jedoch die europäische Realität, wie sie

der Dichter erfahren oder eher erleiden musste, so führt dies zu einem ganz anderen Befund: Herbert,

1924 im damals noch polnischen Lwów geboren, erlebt den zweiten Weltkrieg, die Vertreibung

aus seiner Heimatstadt, schließlich die Jahre der Volksrepublik, zunächst ohne die Möglichkeit

zu publizieren und sich am Rande des Existenzminimums durchschlagend, nicht zu vergessen

die Spaltung Europas in Ost und West in der Zeit des Kalten Krieges. Gerade diese Spaltung war

für Herbert ein maßgeblicher Grund, den Sozialismus abzulehnen, bedeutete sie doch ein Ausscheren

aus dem gemeinsamen europäischen Kulturzusammenhang. Entgegen dieser bitteren Erfahrung

von Trennung und Bruch webt er in seine Texte ein dichtes Netz intertextueller Bezüge, um das

eigene Werk in die europäische Kultur, die er als Ganzes begreift, einzuschreiben und in ihr zu verankern.

Im Seminar soll dieses Verfahren anhand ausgewählter Texte untersucht werden. Neben den Gedichten

Herberts, auf denen das Hauptaugenmerk liegen wird, sollen auch essayistische Texte berücksichtigt

werden, da das lyrische und essayistische Schaffen des Autors eng miteinander verknüpft

sind, beide Textsorten beleuchten und kommentieren sich gegenseitig.


SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2012/2013

Dr. Dorota Biadala

Spracherwerb Polnisch: Morphologie des Polnischen, 1. Teil (Polnisch 2), Ü, 4st.

Die Teilnahme an der Fortsetzungsübung Polnisch 2 setzt den erfolgreichen Abschluss der Veranstaltung

Polnisch 1 voraus. Ziel dieser Übung ist die weitere Vermittlung der polnischen Grammatik,

vor allem der grundlegenden morphologischen Kategorien der flektierbaren Wörter, Aufbau des

Grundvokabulars und die Vermittlung der Fähigkeiten, eine einfache Kommunikation in der polnischen

Sprache zu beherrschen. Zielsetzung des Kurses ist die aktive und sichere Beherrschung des

erarbeiteten Materials in Wort und Schrift.

Wie im vorigen Semester wird im Unterricht das Lehrbuch „Hurra!!! Po Polsku 1“ benutzt. Das

Lehrbuch und das Übungsbuch sollen entweder in der Institutsbibliothek (jeweils nur 10

Exemplare vorhanden!) oder in einer Buchhandlung rechtzeitig ausgeliehen / erworben werben.

Darüber hinaus werden zusätzliche Übungstexte sowie Arbeitsblätter mit dem Schwerpunkt auf den

besprochenen Problemfeldern der Grammatik und des Wortschatzes verteilt.

Lehrwerke:

� Lehrbuch: Małolepsza, M. / Szymkiewicz, A.: Hurra!!! Po Polsku 1: Podręcznik studenta.

Prolog Verlag, Kraków 2006.

� Übungsbuch: Małolepsza, M. / Szymkiewicz, A.: Hurra!!! Po Polsku 1: Zeszyt ćwiczeń. Prolog

Verlag, Kraków 2007.

Leistungsanforderungen: regelmäßige Teilnahme, Hausaufgaben, aktive Mitarbeit und Klausur.

Spracherwerb Polnisch: Syntax des Polnischen und Übersetzung Deutsch – Polnisch (Polnisch

4), Ü, 4st.

Dieser Kurs richtet sich an Studierende, die bereits den Kurs Polnisch 3 erfolgreich absolviert haben.

Ziel des Kurses Polnisch 4 ist die Vervollständigung der polnischen Grammatikkenntnisse, vor

allem die Vermittlung der Syntaxtheorien und der Syntaxbegriffe, die in den polnischen Schulgrammatiken

vorkommen. In Form von Übungen werden u. a. folgende Themen behandelt: Wortverbindung,

syntaktische Verbindungsarten (z.B. Kongruenz), Satz, Satzäquivalent, Satzglieder,

Satztypen. Darüber hinaus werden weitere Themen aus dem Lehrwerk „Hurra!!! Po Polsku 2“ behandelt

sowie Übersetzungen aus dem Deutschen in das Polnische eingeübt.

Lehrwerke:

- Lehrbuch: Burkat, A. / Jasińska, A.: Hurra!!! Po Polsku 2: Podręcznik studenta. Prolog Verlag,

Kraków 2007.

- Übungsbuch: Burkat, A. / Jasińska, A.: Hurra!!! Po Polsku 2: Zeszyt ćwiczeń. Prolog Verlag,

Kraków 2007.

Grammatikempfehlung:

� Kotyczka, J.: Kurze polnische Sprachlehre. Berlin 1976.

� Madelska, L.: Polnisch entdecken. Eine Lerngrammatik. Kraków 2007.

� Nagórko, A.: Zarys gramatyki polskiej. Warszawa 1998.

Leistungsanforderungen: regelmäßige Teilnahme, Hausaufgaben, aktive Mitarbeit und Klausur.


SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2012/2013

Dr. Dorota Biadala

PS Regionale Sprachdifferenzierung in Polen, 2 SWS

Das Proseminar vermittelt grundlegende Einsichten in die Dialekte und regionale Sprachen in Polen.

Zielsetzung dieser Veranstaltung ist u. a. Klärung der Begriffe „Dialekt“, „Mundart“, „Jargon“,

„Slang“, „Argot“, „Regionalsprache“.

Die dialektale Differenzierung der polnischen Sprache der Gegenwart nach geographischen und

territorialen Kriterien reicht bis tief in die Sprachgeschichte zurück. Die historischen Wurzeln werden

daher in der vorliegenden Veranstaltung verfolgt und umfassen neben den großen Dialekten

(Großpolnisch, Kleinpolnisch, Masowisch, Schlesisch) auch die kleineren Mundarten (gwary) und

die Regionalsprachen (Kaschubisch). In der Veranstaltung werden die Hauptmerkmale dieser Dialekte

/ Mundarten / Regionalsprachen auf einer phonologischen, morphologischen und lexikalischen

Ebene untersucht.

Leistungsanforderungen: regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit, Referat (als PowerPoint-

Präsentation), Klausur und schriftliche Ausarbeitung des Referates bzw. Hausarbeit.

Literatur:

� Mazur, J.: Dialekty. In: Język polski. Najnowsze dzieje języków słowiańskich. Hrsg. S. Gajda. Opole

2001.

� Bąk, P.: Gramatyka języka polskiego. Warszawa 1989.

� Dejna, K.: Dialekty polskie. Wrocław, Warszawa, Kraków, Gdańsk 1975 / 1993.

� Urbańczyk, S.: Zarys dialektologii polskiej. Warszawa 1953.

WÜ/Ü Fachliche Kommunikation im Polnischen, 2 SWS

Die Veranstaltung vermittelt grundlegende Einsichten in die polnische fachliche Kommunikation

und beschäftigt sich mit unterschiedlichen wirtschaftlichen Texten. Ziel der Veranstaltung ist die

Befähigung der Studierenden zur Rezeption und Produktion von Fachtexten (mündliche und schriftliche

Fachkommunikation) zu den ökonomischen Bereichen (z.B. Personaldaten, Planung eines

Arbeitstages, Gespräch mit einem Bankangestellten, Telefongespräch in der Firma, Kundengespräch,

Vorstellungsgespräch u.a.).

Literatur: Referatsthemen und Literatur werden in der ersten Lehrveranstaltung bekannt gegeben.

Teilnahmevoraussetzungen: erfolgreicher Abschluss des Kurses Polnisch 4.

Leistungsanforderungen: regelmäßige Teilnahme, Hausaufgaben, aktive Mitarbeit, Referat und

schriftliche Ausarbeitung des Referats.

SÜ/Ü Polnische Konversation, 2 SWS

Anhand polnischer Originaltexte soll in der Veranstaltung die mündliche Ausdrucksfähigkeit geübt

und entwickelt werden. Das Ziel dieses Kursangebotes ist die Förderung des freien dialogischen

und monologischen Sprechens im Polnischen. Gesprächsanlässe liefern vor allem Artikel aus polnischen

Zeitungen und Zeitschriften, wie z.B. „Gazeta Wyborcza“, „Rzeczpospolita“, „Polityka“,

„Wprost“, die einen Einblick in die aktuelle politische, wirtschaftliche und kulturelle Ereignisse und

Debatten in Polen geben. Die Texte werden den Teilnehmern während der Veranstaltung zur Verfügung

gestellt.

Literatur: Textquellen und Referatsthemen werden in der ersten Lehrveranstaltung bekannt gegeben.

Teilnahmevoraussetzungen: erfolgreicher Abschluss des Kurses Polnisch 4. Diese Veranstaltung ist

nicht für polnische Muttersprachler mit polnischem Abitur.

Leistungsanforderungen: regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit, Referat und schriftliche Ausarbeitung

des Referats.


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Martina Grohmann, M.A.

Tschechische Kultur- und Nachrichtensendungen, Konversations- und Diskussionskurs, SÜ,

2st.

Es klingt zwar simpel, aber „Sprache kommt von Sprechen“. Daher widmen wir uns in diesem

Konversations- und Diskussionskurs dem Tagesgeschehen, der Politik, Kultur und Wirtschaft mit

Hilfe von tschechischen TV-Sendungen.

Svitlana Gravani, M.A.

Sprache und Kommunikation in den Massenmedien. Die Medienlandschaft in Russland, PS,

2st.

Massenmediale Kommunikation stellt gegenwärtig einen wesentlichen und sich ständig ausweitenden Teilbereich

menschlicher Kommunikation dar. Presse, Rundfunk, Fernsehen und Internet sind in der heutigen

Zeit und Gesellschaft so präsent, dass sie nicht nur unseren privaten und beruflichen Bereich sowie unsere

Kommunikationsgewohnheiten beeinflussen, sondern sich ganz stark auch auf unser Denken und hiermit auf

unsere Sprache auswirken.

Im diesem Proseminar werden zunächst die wesentlichen Charakteristika von Massenkommunikation in

Abgrenzung zu traditionellen Kommunikationsformen behandelt. Anschließend werden die spezifischen

Bedingungen von diversen Medien und insbesondere die Aspekte der Sprachverwendung und der sprachlichen

Gestaltung von einzelnen Textsorten (z.B. Nachricht, Reportage, Interview, Werbetexte) in verschiedenen

Mediengattungen betrachtet. Anhand sprachwissenschaftlicher Textanalysen von aktuellen Zeitungsartikeln

aus verschiedenen Ressorts unterschiedlich profilierter russischer Zeitungen sollen hierbei sowohl die

sprachlichen als auch textstrukturellen Elemente näher in den Blick genommen werden. Das Seminar gibt

darüber hinaus einen Überblick über die Verbreitung und Zielgruppenorientierung der konkreten russischen

Medien.

Im Rahmen des Seminars ist der Besuch einer deutschen überregionalen Zeitung vorgesehen. Die Exkursion

soll den Seminarteilnehmern die Möglichkeit eröffnen, das Verfahren der Herstellung einer Zeitung kennen

zu lernen und einen Einblick in die redaktionelle Arbeit zu bekommen.

Voraussetzungen für den Scheinerwerb sind regelmäßige und aktive Teilnahme, Übernahme eines Referats

und dessen schriftliche Ausarbeitung in Form einer Hausarbeit.

Einführende Literatur:

� Burger, H. (2005): Mediensprache: Eine Einführung in Sprache und Kommunikationsformen der

Massenmedien. 3. Aufl. Berlin/ New York.

� Lüger, H.H. (1995): Pressesprache. 2., neu bearb. Aufl. Tübingen.

� Noelle-Neumann, E./Schulz, W./Wilke, J. (2002): Fischer Lexikon. Publizistik. Massenkommunikation.

Aktual., vollst. überarb. und ergänzte Auflage. Frankfurt am Main.

� Solganik, G.J. (Hrsg.) (2005): Jazyk sovremennoj publicistiki. Moskva.

� Zasurskij, J.N. (Hrsg.) (2001): Sistema sredstv massovoj informacii Rossii. Moskva.

Aufbaumodul Sprachwissenschaft, 5 LP

SÜ: Treffende Wortwahl. Praktische funktionale Stilistik (für Fortgeschrittene und Muttersprachler),

2st.

In dieser Veranstaltung stehen praktische Aspekte des angemessenen Sprachgebrauchs der russischen Lexik

in unterschiedlichen Kontexten im Mittelpunkt. Dementsprechend beschäftigen wir uns in erster Linie mit

der lexikalischen Stilistik, wo solche Aspekte wie stilistische Färbung der Lexik, sinngemäßer Wortgebrauch

u. a. Fragen ausführlich betrachtet werden. Ferner widmen wir uns den Funktionalstilen der russischen Sprache.

In der ersten Vorlesungswoche können die Unterrichtsmaterialien in gebundener Form bei Copy Corner erworben

werden.

Für den Scheinerwerb sind aktive Beteiligung und Erledigung von Hausaufgaben Voraussetzung sowie Teilnahme

an der Abschlussklausur Voraussetzung.


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Professor Dr. Jadranka Gvozdanović

Temporalkategorien in den slavischen Sprachen, HS/OS/WÜ, 2st.,

Aspekt und Tempus sind grammatische Kategorien mit teilweise unterschiedlicher funktionaler

Ausprägung n den slavischen Sprachen. Hinzukommen teilweise unterschiedliche Kombinationsregeln

mit Temporaladverbien und zum Teil unterschiedliche situationelle und kontextuelle Verwendungsmöglichkeiten

von diesen Temporalkategorien, obwohl sie in den slavischen Sprachen einen

gemeinsamen semantischen und pragmatischen Kern haben. Dieses Hauptseminar hat zum Ziel, den

Teilnehmern die feinen Bedeutungsunterschiede in der Verwendung dieser Kategorien und im

Sprachvergleich theoretisch und praktisch zu verdeutlichen.

Leistungsanforderung: aktive Teilnahme, Referat und Hausarbeit.

Anfängliche Literaturhinweise

� Binnick, R. (2012) The Oxford Handbook of Tense and Aspect. OUP.

� Comrie, B. (1976) Aspect. CUP

� Comrie, B. (1985) Tense. CUP.

� Dickey, S. (2000) Parameters of Slavic Aspect. Stanford: CSLI.

� Klein, W. (1994) Time in Language. London: Routledge.

Funktionale Stile in der Geschichte der slavischen Sprachen, HS/OS/WÜ, 2st.

In diesem Hauptseminar wollen wir die Entwicklung der slavischen Sprachen nicht nur strukturell,

sondern auch besonders im Sinne der Funktionalität der unterschiedlichen Register verfolgen. Dabei

spielt implizites und explizites Sprachverhalten eine wichtige Rolle.

Leistungsanforderung: aktive Teilnahme, Referat und Hausarbeit

Orientierende bibliographische Hinweise

� Bermel, Neil (2007) Linguistic Authority, Language Ideology and Metaphor; The Czech Orthography

Wars. Mouton de Gruyter.

� Uspenskij, B.A. (1987) Istorija russkogo literaturnogo jazyka. München: Sagner.

� Vlasto, A.P. (1988) A linguistic history of Russia tot he end oft he eighteenth century. Oxford:

Clarendon Press.

Examenskolloquium slavistisch-linguistische Forschungsmethoden, 1st.,

In dieser Lehrveranstaltung werden Prüfungsthemen und Abschlussarbeiten sowie allgemeine methodische

Probleme besprochen. Die konkreten Inhalte werden in Abstimmung mit den Teilnehmern

näher bestimmt. Das Examenskolloquium ist besonders für die Studierenden gedacht, die aktuell

an ihrer Abschlussarbeit arbeiten. Allgemeine Richtlinien werden durch die Beantwortung

spezifischer Fragestellungen vermittelt.

Hauptstudium Sprachwissenschaft, f. Magister, Master, Lehramt


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Professor Dr. Urs Heftrich

Polnisches Barock; Hauptseminar

Das polnische Barock setzt ungefähr um 1580 ein, seine Blüte erreicht es zwischen 1620 und 1680.

Damit fällt es in eine Ära der Glaubenskämpfe und, besonders ab Mitte des 17. Jahrhunderts, des

politischen Niedergangs (Kosakenaufstände, Kriege mit Russen, Schweden und Türken). Dies hat,

vor allem im Vergleich mit der politisch-kulturellen Glanzzeit der Renaissance in Polen, dazu ge-

führt, daß die Bedeutung der polnischen Barockdichtung lange unterschätzt wurde. Dabei spielte

Polen sogar eine Vorreiterrolle bei der Vermittlung des Barockstils von Westeuropa in den

ostslavischen Raum und erwies sich in seinen literarischen Hervorbringungen als vollkommen auf

der Höhe der Zeit. Im Seminar soll die polnische Dichtung des Barock deshalb in den weiteren eu-

ropäischen Kontext eingebettet werden: zunächst mit der Frage nach den Merkmalen dieses literari-

schen Stils und dem Weltbild, das sich darin artikuliert. Beides läßt sich besonders gut am Beispiel

der Lyrik aufweisen. Formspielereien wie Figurengedichte u.ä. und stilistische Vorlieben wie der

Hang zu Antithesen und Concetti sollen als Ausdruck einer Weltsicht gedeutet werden, die sich aus

der intensiv erfahrenen Spannung zwischen "Memento mori" und "Carpe diem" speist. Dazu wer-

den u.a. Gedichte von Mikołaj Sęp Szarzyński, Szymon Zimorowic, Jan Andrzej Morsztyn, Zbig-

niew Morsztyn, Szymon Szymonowic, Daniel Naborowski und Sebastian Fabian Klonowic gelesen.

Voraussetzung für den Scheinerwerb ist die Übernahme eines Kurzreferats sowie die fristgerechte

Abgabe einer Hausarbeit.

Hauptstudium Literaturwissenschaft für Magister, Master, Lehramt, 8 LP, als OS für Master 10 LP,

als WÜ 4 LP


SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2012/2013

Professor Dr. Urs Heftrich

Das 20. Jahrhundert im Spiegel des tschechischen Kinos, HS / OS / WÜ

Auf die Frage: „Was sind die Tschechen?“ wusste der Philosoph Jan Patočka eine bündige Antwort:

„Die Tschechen sind ein kleines Volk in Mitteleuropa“, und zwar „ein typisch kleines Volk“. Typisch

für kleine Völker ist, dass sie leicht unter die Räder der großen Geschichte geraten. Die

Tschechen haben dies im 20. Jahrhundert auf exemplarische Weise erfahren müssen: Sie waren das

erste Opfer von Hitlers Aggressionspolitik, nach dem Zweiten Weltkrieg machte Stalin das Land

zum Satelliten seines Imperiums, der Prager Frühling wurde mit Panzern erstickt. Doch haben die

Tschechen immer wieder auch eine verblüffende Resistenz gegen Großmächte bewiesen. Aus Untertanen

der k.u.k-Monarchie gingen sie nach dem Ersten Weltkrieg als Gründer eines souveränen

eigenen Staates hervor, im russischen Bürgerkrieg behaupteten sie zeitweise die sibirische Magistrale

gegen die Rote Armee, und die sog. Samtene Revolution war ein wichtiger Schritt auf dem

Weg zum Fall des Kommunismus in Osteuropa. In solch herausragenden, punktuellen Ereignissen

zeigt sich jedoch nur ein Gesicht tschechischer Resistenz gegen stärkere Mächte. Deren anderes

Gesicht ist ein stoischer Gleichmut gegenüber dem Weltgeschehen, der seine unversiegliche Kraft

aus der Bierflasche tankt. Die unterschiedlichen tschechischen Perspektiven auf das 20. Jahrhundert

sollen im Seminar anhand ausgewählter Filme vorgestellt und diskutiert werden.

Voraussetzung für den Scheinerwerb ist die Übernahme eines Kurzreferats sowie die fristgerechte

Abgabe einer Hausarbeit.

Vertiefungsmodul Literaturwissenschaft B.A.; Hauptstudium Literaturwissenschaft für Magister,

Master, 8 LP, als OS für Master 10 LP, als WÜ 4 LP

Dr. Bettina Kaibach

Puškin und seine Nachwirkung,, HS/OS/WÜ, 2st.

Witze über Aleksandr Puškins Status als größten russischen Dichter beginnen schon zu dessen Lebzeiten

und reißen bis heute nicht ab. „Mit Puškin stehe ich auf vertrautem Fuß“, erzählt der Hochstapler

in Nikolaj Gogol’s Revisor: „Da sage ich manchmal zu ihm: ‚Nun, Freund Puškin, was ist?‘

– ‚Ja, was soll sein, mein Freund‘, gibt er dann wohl zur Antwort, ‚ist alles irgendwie...‘ Ein großes

Original!“ Daniil Charms zufolge hatte Puškin nicht nur „vier Söhne, und alle waren Idioten“; er

war auch „Dichter und hatte ständig etwas zu schreiben.“ Und nach Dmitrij Prigov soll Puškin gesagt

haben: „ich bin der Lenin meiner Zeit.“ Puškin war an dieser Serie von literarischen Scherzen

über seinen Ruhm nicht ganz unschuldig: in seiner berühmten Horaz-Variation „Exegi

monumentum“ bescheinigte er sich selbst, er werde „berühmt sein, so lange unter dem Mond / Nur

ein einziger Dichter noch lebt.“

Im Seminar sollen zunächst vor allem solche Texte Puškins gelesen und interpretiert werden, die

seine Rolle als Autor reflektieren.

Anschließend wird eine Reihe literarischer Reaktionen auf den Puškin-Mythos vorgestellt, unter

anderem von Zoščenko, Bulgakov, Charms, Brodskij, Prigov.

Voraussetzung für den Scheinerwerb: aktive Teilnahme am Seminargespräch; regelmäßige Anfertigung

von Hausaufgaben und/oder Referat; fristgerechte Abgabe einer Hausarbeit.


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Dr. Bettina Kaibach

Die tschechische Erzählung, PS, 2st.

"Die tschechische Prosa hat, wie bekannt, einen schlechten Ruf, doch verdient sie einen noch

schlechteren." So beschied František Xaver Šalda, der einflussreichste tschechische Literaturkritiker,

noch 1934. Šaldas vernichtendes Urteil entspringt wohl weniger einer objektiven Einschätzung,

als dem bis ins 20. Jahrhundert hinein wirksamen tschechischen Misstrauen gegenüber der eigenen

Sprache. Denn das Tschechische, schrieb etwa Karel Havlíček Borovský, sei „immer nur auf Küche

und Stall beschränkt“ gewesen und kenne „keine Worte für höhere Dinge“. Šaldas Verdikt darf

längst als widerlegt gelten. Tschechische Prosaiker wie Josef Škvorecký, Milan Kundera und Bohumil

Hrabal zählen zu den Autoren von Weltrang. Und schon im 19. Jahrhundert hat die tschechische

Prosa Beachtliches geleistet. Das Proseminar soll am Beispiel ausgewählter Kurzprosa mit

wichtigen Strömungen der tschechischen Literatur vertraut machen. Besonderes Augenmerk wird

dabei auf Themen gerichtet, die ans Zentrum des tschechischen nationalen Selbstverständnisses

rühren (die Bewertung von Rekatholisierung und Barock nach der Schlacht am Weißen Berg, die

Auseinandersetzung mit dem tschechischen Spießertum, die kulturelle Bedeutung des ländlichen

Raums, die Konfrontation mit zwei Diktaturen im 20. Jh.).

Die Texte werden in deutscher Übersetzung zur Verfügung gestellt.

Leistungsnachweis: aktive Teilnahme am Seminargespräch; regelmäßige Hausaufgaben und/oder

Referat; schriftliche Hausarbeit oder Abschlussklausur.

Ketevan Megrelishvili, M.A.

Esenin und Mandel`štam: Dichter als Zeitzeugen?

(Auf den Wogen des vor- und nachrevolutionären Russlands), PS, 2st.

Alleine die ZEIT verbindet die grundverschiedenen Dichter — den zum Sänger der russischen Seele

gekürten und später dafür gebrandmarkten Sergej Esenin (1891-1925) und den westlich orientierten

Kulturosophen-Akmeisten Ossip Mandel`štam (1895-1938) — miteinander.

Beide hatten das Glück (oder Unglück), Zeitzeugen der historischen Kataklysmen zu sein. Wie die

Zeit sich mit ihrer vorrevolutionären Aufbruchstimmung und dem nachrevolutionären Chaos in den

Werken beider Dichter spiegelt, soll im PS gemeinsam herausgearbeitet werden.

Die detaillierten Gedicht-Analysen werden durch die Lektüre von Essays und Manifesten ergänzt.

Diverse Motive sollen vor dem Hintergrund der historisch-kulturellen Zusammenhänge erläutert

werden.

Das tragische Ende beider Dichter zeugt davon, dass die Zeit es nicht immer gut mit ihren Kindern

meinte. Ob man ihr jedoch als Dichter entkommen oder sie gar überwinden mag?

Empfohlene Literatur zur Einführung:

Dutli, Ralph: Mandelstam. Meine Zeit, mein Raubtier. Zürich 2003

Lauer, Reinhard: Geschichte der russischen Literatur. München 200

Dringend zu empfehlen ist die Lektüre beider Dichter.

Neben dem Original als Hilfestellung wird Mandel`štams Gesamtwerk in der Übersetzung von

Ralph Dutli in einer zweisprachigen Ausgabe empfohlen. Eine große Gedichtauswahl von Esenin

wie von Mandel`štam liegt in den Übertragung von Paul Celan vor.

Voraussetzung für den Scheinerwerb ist die regelmäßige und aktive Teilnahme, die Übernahme von

Kurzreferaten, die fristgerechte Abgabe einer Hausarbeit oder das Bestehen der Klausur.


SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2012/2013

Darja Miyajima, M.A.

Einführung in die slavische Sprachwissenschaft, PS 4st., 2 Teile:

Einführung in die slavische Sprachwissenschaft, diachronischer Teil

In dieser Veranstaltung wird in erster Linie der historischen Herausbildung der modernen slavischen Sprachen

nachgegangen. Dabei sollen solche Fragen wie die Urheimat der Slaven, das Verhältnis der slavischen

Sprachen zur indogermanischen Sprachfamilie, die Art der Verwandtschaft der slavischen Sprachen u. a.

behandelt werden.

Nachdem wir in den ersten Sitzungen die Grundlagen der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft

kennengelernt haben, widmen wir uns den frühen sprachlichen Entwicklungstendenzen des Urslavischen auf

dem Weg zu den einzelnen Slavinen. Außerdem werden die einzelnen modernen slavischen Standardsprachen

kurz aus synchroner Sicht behandelt und in Referaten vorgestellt. Daher empfiehlt es sich, als Vorbereitung

auf die erste Sitzung Informationen über die jeweiligen slavischen Sprachen zu sammeln Die Referatsthemen

werden in der ersten Sitzung vergeben.

Voraussetzung für einen Leistungsnachweis: Regelmäßige und aktive Mitarbeit, die Übernahme eines mündlichen

Referates und dessen schriftliche Ausarbeitung sowie die erfolgreiche Teilnahme an der Abschlussklausur

(gemeinsame Klausur für den synchronischen und den diachronischen Teil).

Empfohlene Literatur:

1. Bruns, Thomas (2007): Einführung in die russische Sprachwissenschaft. Mit einem historischen Teil.

Tübingen;

2. Okuka M. (Hg.) (2002): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens. Klagenfurt. Online:

http://eeo.uni-klu.ac.at/index.php/Sprachenlexikon

3. Panzer, Baldur (1996): Die slavischen Sprachen in Gegenwart und Geschichte. Sprachstrukturen und

Verwandtschaft. Frankfurt/M.

4. Rehder, Peter (Hrsg.) (1998, 2009): Einführung in die slavischen Sprachen. Darmstadt;

5. Townsend, Charles E. / Janda, Laura A. (2002, 2003): Gemeinslavisch und Slavisch im Vergleich.

Einführung in die Entwicklung von Phonologie und Flexion vom Frühurslavischen über das

Spätgemeinslavische bis in die slavischen Einzelsprachen mit bes. Berücksichtigung des Russischen,

Polnischen, Tschechischen, Serbischen/Kroatischen, Bulgarischen. München: Sagner.

6. Weber, Ursula (2003): Kleine Geschichte der Sprachwissenschaft. Tübingen: Narr.

Einführung in die slavische Sprachwissenschaft – synchroner Teil

Was ist Sprache? Welche Funktionen erfüllt sie? Wie ist Sprache strukturiert, wie kann man sie beschreiben

und was sind die strukturellen Besonderheiten der slavischen Sprachen? In der Veranstaltung wird versucht,

durch einen Überblick über die wichtigsten Arbeitsbereiche und Methoden der modernen Linguistik Antworten

auf diese Fragen zu finden. Zunächst werden die terminologischen und methodischen Grundlagen der

strukturalistischen Sprachbeschreibung erarbeitet und auf die Kernbereiche der Sprachwissenschaft (Phonologie,

Morphologie, Syntax, Semantik, Lexikologie) angewendet. Die so erworbenen Kenntnisse dienen als

Basis für die im späteren Teil des Seminars anstehende Beschäftigung mit interdisziplinären linguistischen

Forschungsbereichen wie Pragmatik und Soziolinguistik.

Leistungsanforderungen: regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit und Vorbereitung der Sitzungen, Referat

mit Thesenpapier und dessen Ausarbeitung als Hausarbeit (entweder im synchronen oder im diachronen

Teil der Einführung), Klausur. Die Vergabe der Referatsthemen erfolgt in der ersten Sitzung.

Vorbereitende Lektüre:

� Franz, Norbert (1994): Einführung in das Studium der slavischen Philologie: Geschichte, Inhalte, Methoden.

Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft, 1-47.

� Okuka Miloš, Hg. (2002): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens. Klagenfurt et al.: Wieser. [=

Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens 10]. Die Enzyklopädie ist vollständig einsehbar unter:

http://eeo.uni-klu.ac.at/index.php/Sprachenlexikon; als Lektüre empfohlen werden die Artikel über die

jeweils studierten slavischen Sprachen

� Smirnova, Elena/Mortelmans, Tanja (2010): Was ist Sprache?, in: Dies., Funktionale Grammatik. Konzepte

und Theorien. Berlin/New York: de Gruyter, 1-8. [Kopiervorlage ab 01.10.2011 im Seminarordner

in Institutsbibliothek]

Für Russisten außerdem zu empfehlen:

� Bruns, Thomas (2007): Einführung in die russische Sprachwissenschaft. Mit einem historischen Teil.

Tübingen: Narr.


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Katharina Kunz, M.A.

SÜ: Lexikalische Schwierigkeiten der russischen Sprache (für Nichtmuttersprachler) 2 St.,

Gegenstand dieser sprachlichen Übung sind ausgewählte Bereiche der russischen Lexikologie und

Phraseologie, die besondere Schwierigkeiten in ihrer Verwendung bereiten können. Durch zahlreiche

Übungen und Aufgaben wird der Wortschatz der Teilnehmer ausgebaut und gefestigt.

Am Ende der Veranstaltung wird eine Klausur geschrieben. Für den Scheinerwerb ist außerdem

aktive Mitarbeit und Vorbereitung der Hausaufgaben Voraussetzung.

Unterrichtsmaterialien können ab Anfang der Vorlesungszeit in gebundener Form bei Copy Corner

erworben werden bzw. werden als Kopiervorlage im Seminarordner zur Verfügung gestellt.

PS: Russische Phraseologie, 2 St.,

Dieses Proseminar hat zum Ziel, den Bereich der Phraseologie, die als Lehre von den feststehenden

Wortverbindungen aufgefasst wird, näher zu betrachten.

Am Material der russischen Sprache werden syntaktische, semantische und pragmatische Besonderheiten

von Phraseologismen, deren Klassifikationsmöglichkeiten und Verwendungskontexte

diskutiert und an zahlreichen Beispielen veranschaulicht.

Voraussetzungen für den Scheinerwerb: Vorbereitung eines Referatsthemas mit Thesenblatt, aktive

Teilnahme. Anschließend kann zwischen Anfertigung einer Hausarbeit und Klausur gewählt werden.

Literatur:

� Burger, Harald (2010): Phraseologie: eine Einführung am Beispiel des Deutschen. Berlin.

� Fleischer, Wolfgang (1997): Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache. Tübingen.

� Telija, Veronika N. (1996): Russkaja frazeologija: semantičeskij, pragmatičeskij i

lingvokul’turologičeskij aspekty. Moskva.


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Dr. Aleš Půda

Das Passivum im Tschechischen, PS, 2st., 5 LP

Die zentralen Formen zur Bildung der passivischen Diathese im Tschechischen sind diejenigen mit

dem zusammengesetzten Partizipialpassiv (Národní divadlo bylo založeno 16. května 1868.) und

solche mit der (persönlichen) reflexiven Verbalform (Jako první se hrála opera Libuše). Bekanntlich

wird das Passiv i.d.R. nur von (in-)transitiven Objektverben gebildet, wobei neueste

Korpusdaten zeigen, dass nicht alle Objektverben gleichermaßen von dieser sekundären Diathese

Gebrauch machen. Im Proseminar soll vor allem der funktionale Unterschied dieser beiden Passivformen

diskutiert werden.

Voraussetzung für einen Leistungsnachweis: regelmäßige und aktive Mitarbeit; Übernahme eines

Referats; erfolgreiche Teilnahme an einer Hausarbeit oder einer Abschlussklausur.

Literatur: Encyklopedický slovník češtiny (2002). Praha.

Reflexivität im Russischen, HS/WÜ

Die Reflexivität lässt sich im Russischen mittels unterschiedlicher lexikalischer Mittel ausdrücken;

im Mittelpunkt des Hauptseminars stehen aber folgende zentrale Themenkreise zum russischen

Verbum:

� Diathese (Aktiv, Passiv, unpersönliche Konstruktionen);

� (In-)Transitivität

� Reflexivität

Die konkreten zu behandelnden wissenschaftlichen Beiträge werden in der ersten Sitzung vergeben.

Voraussetzung für einen Leistungsnachweis: regelmäßige und aktive Mitarbeit; Bearbeitung bestimmter

Aufgaben; erfolgreiche Teilnahme an einem Referat oder Abschlussklausur.

Empfohlene Lit.:

Geniušienė, E. (1987). The typology of reflexives (Bd. 2). Berlin [u.a.].

Gerritsen, N. (1990). Russian reflexive verbs : in search of unity in diversity (Bd. 15). Amsterdam

[u.a.].

Israeli, Alina (1997): Semantics and pragmatics of the "reflexive" verbs in Russian. München.

VERTIEFUNGSMODUL SPRACHWISSENSCHAFT, geeignet für B.A., Master

HS/WÜ Reflexivverben im Tschechischen, 2st.

Die ersten neueren Klassifizierungen der tschechischen Reflexivverben reichen in die 50er Jahre

des 20. Jahrhunderts zurück. Außer einem erneuten Versuch in den 70er (bzw. 80er Jahren) ist es

dabei geblieben, so dass wir unser Wissen vor allem aus der benachbarten (meist englischsprachigen)

Russistik schöpfen und auf das Tschechische anwenden und diskutieren wollen. 8/4 LP

Literatur: Encyklopedický slovník češtiny (2002). Praha.

Voraussetzung für einen Leistungsnachweis sind eine regelmäßige und aktive Mitarbeit; die Übernahme

eines Referats bzw. auch die erfolgreiche Teilnahme an einer Hausarbeit.

VERTIEFUNGSMODUL SPRACHWISSENSCHAFT, SPRACHWISSENSCHAFT MASTER

UND MAGISTER, 4/8 LP


SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2012/2013

Dr. Svetlana Ressel

WÜ Kulturgeschichte des Balkans , 2 st.

Der Balkan, dessen ethnische Komplexität immer wieder auf verbreitete Unkenntnis und daher Unverständnis

stößt, wird nicht nur, aber doch ganz wesentlich, von slavischen Völkerschaften und

Nationen besiedelt. Die Geschichte der Slaven auf dem Balkan reicht weit über tausend Jahre zurück.

Der Kampf dieser Slaven um ihre staatliche Existenz richtete sich im Mittelalter vor allem

gegen Byzanz, seit dem Ende des 14.Jahrhunderts bis hinein in das 20.Jahrhundert dann vorwiegend

gegen das osmanische Reich.

In dieser kulturhistorisch ausgerichteten wissenschaftlichen Übung wird vor geschichtlichem Hintergrund

eine Beschäftigung mit Fragen der Sprache, der Literatur, der Folklore, der Mentalitätsgeschichte

und der Alltagsweltgestaltung erfolgen, wobei Gemeinsamkeiten wie Unterschiede zwischen

den verschiedenen balkanslavischen Völkern herausgearbeitet werden sollen. Eine ausführliche

Literaturliste wird in der ersten Sitzung zur Verfügung stehen.

PS: Kroatische und serbische linguistische und literarische Stilistik, 2 st.

Die Stilistik ist eine philologische Disziplin, die sich an der Grenze zwischen Sprach- und Literaturwissenschaft

befindet. Als Wissenschaft vom Sprachstil, d.h. der diachronen und synchronen

Varianten mündlicher und schriftlicher Ausdrucksformen, untersucht sie die unterschiedlichen Gattungsstile

ebenso wie auch die typischen Merkmale von Gruppen- und Individualstilen. Dabei kann

unter dem Individualstil einerseits der Stil eines einzelnen Autors von literarischen oder auch Gebrauchstexten

und anderseits etwa derjenige eines einzelnen Redners im Bereich der gesprochenen

Sprache verstanden werden.

Die angewandte Stilistik (früher auch praktische Stilistik oder Stilkunde genannt) beschäftigt sich

mit der funktionalen Spezialisierung und kommunikativen Wertigkeit der verschiedenen sprachlichen

(vor allem lexikalischen, grammatischen und phonetischen) Mittel im Hinblick auf deren spezifische

Verwendungsweise und intentional-expressive Angemessenheit.

In diesem Proseminar sollen demzufolge anhand verschiedener literarischer wie nichtliterarischer

kroatischer und serbischer Texte die wichtigsten stilistischen Elemente und Verfahrensweisen detailliert

analysiert werden.

HS/OS/WÜ Das Frauenbild in der kroatischen und serbischen Literatur, 2st.

In diesem Proseminar sollen die verschiedenen Entwicklungen, die das Bild der Frau und ihre Rolle

in der serbischen und kroatischen Literatur und Kultur geprägt haben, in ihren Grundzügen dargestellt

werden. Dabei wird einerseits die Art und Weise untersucht, wie männliche Autoren Frauen in

ihren verschiedenen privaten und gesellschaftlichen Rollen beschreiben. Anderseits soll kontrastiv

dazu gemeinsam das Bild (die Bilder) herausgearbeitet werden, das kroatische und serbische

Schriftstellerinnen von der Frau (und damit partiell von sich selbst) entworfen haben. In zeitlicher

Hinsicht soll der Bogen von der Renaissance über das Barock, die Romantik und den Realismus bis

hin zur Moderne und zur zeitgenössischen Literatur gespannt werden. Dabei werden in repräsentativer

Auswahl alle literarischen Gattungen der sog. „Schönen Literatur“ (Lyrik, Drama, Prosa), aber

auch verschiedene Bereiche der Volksliteratur (Märchen, Sprichwörter, Lieder) sowie Reisebeschreibungen

zur Sprache kommen.

Übersetzung deutsch-kroatisch/serbisch mit lexikalisch-stilistischen Übungen (Sprachübung)

Neben einer Wiederholung und Vertiefung der bisher erworbenen grammatischen und lexikalischen

Kenntnisse soll in dieser Übung die mündliche wie besonders die schriftliche Übersetzung deutscher

Texte aus verschiedenen Sachbereichen geübt werden, wobei ein besonderes Augenmerk der

Frage einer adäquaten Wiedergabe phraseologischer und stilistischer Spezifika gilt.


SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2012/2013

Ana Valjan, M.A.

Konversation Kroatisch/Serbisch, SÜ, 2st.

Diese Veranstaltung bietet die Möglichkeit alltägliche und je nach Interesse der Studierenden ausgewählte

Konversationssituationen in kroatischer bzw. serbischer Sprache zu üben. Konkrete Gesprächsthemen

und Diskussionen werden dabei von den Studierenden je nach Affinität aus dem

kulturellen und gesellschaftlich-politischen Kontext Kroatiens und Serbiens ausgewählt.

Doz.habil.DSc Rumjana Zlatanova

Das Altkirchenslavische, PS, 2st.

Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung steht die Vermittlung der Grundlagen der vergleichenden

Grammatik der slavischen Sprachen, die Herausbildung der ältesten gemeinsamen sprachhistorischen

Tendenzen, wie sie im Altkirchenslavischen (Altbulgarischen) zuerst belegt sind, mit dem

Ziel, Parallelen und Übereinstimmungen auch in den heutigen Slavinen leichter zu erkennen. Nach

einer Einführung zum kulturhistorischen Kontext der Entstehung des Altkirchenslavischen, zu seiner

sprachlichen Stellung und seiner Überlieferung werden die phonetischen und morphologischen

Besonderheiten des Altkirchenslavischen den Hauptschwerpunkt der Veranstaltung bilden.

Die Referatsthemen und ein Literaturverzeichnis werden zu Beginn des WS vorgelegt.

Leistungsanforderungen für einen Schein: Regelmäßige und aktive Mitarbeit, Referat/ Hausarbeit

Literatur:

� Leskien, A.: Handbuch der altbulgarischen (altkirchenslavischen) Sprache. 10. Aufl. Heidelberg

1990 (Indogermanische Bibliothek, 1. Reihe: Lehr- und Handbücher)

� Aitzetmüller, R.: Altbulgarische Grammatik als Einführung in die slavische Sprachwissenschaft.

Freiburg i.Br. 1978 (= Monumenta linguae slavicae dialecti veteris. 12)

� Trunte, H.: Slověnьskyj językъ. Ein praktisches Lehrbuch des Kirchenslavischen in 35 [30] Lektionen.

Zugleich eine Einführung in die slavische Philologie. 1. Altkirchenslavisch. Durchges.

Nachdr. der 4. Aufl. München 1997 [= Slavistische Beiträge. 264; Studienhilfen. 1.]

� Birnbaum, H., J. Schaeken: Altkirchenslavische Studien II: Die altkirchenslavische Schriftkultur

[Slavistische Beiträge 382]. München 1999


SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2012/2013

Dr. habil. Blagovest Zlatanov Velichkov

PS Das System der bulgarischen Personal-, Possessiv- und Reflexivpronomen, 2st.

Die Personal-, Possessiv- und Reflexivpronomen bilden ein spezifisches Mikrosystem innerhalb des

Gesamtsystems der bulgarischen Pronomen. Die Veranstaltung setzt sich zum Ziel, ihre Hauptcharakteristiken

und ihre gegenseitige Determinierung zu analysieren. Ein besonderer Akzent liegt auf

der Tatsache, dass diese drei Gruppen von Pronomen 1) immer subjektgebunden sind (im Sinne des

grammatikalischen Subjekts), 2) modal-logisch eng miteinander koordiniert sind und 3) homophonische

und homographische Eigenschaften aufweisen. Anhand konkreter Beispiele werden in der

Veranstaltung die Funktion und der Gebrauch der einzelnen Pronomen erläutert.

Literatur:

� Nicolova, Ruselina. Bălgarskite mestoimenija. Nauka i Izkustvo, Sofija, 1986, S. 219.

� Nicolova, Ruselina. Bălgarska gramatika : morfologija. 1. izd., Univ. Izdat. "Sv.Kliment

Ochridski", Sofija, 2008, S. 523.

� Maslov, Jurij S. Gramatika na balgarskija ezik. Nauka i Izkustvo, Sofija, 1982, S. 401.

PS Der bulgarische Roman nach 1989, 1. Teil, 2st.

Die Veranstaltung ist als erster Teil einer breiter angelegten Beschäftigung mit dem bulgarischen

Roman nach der plötzlichen, vom politischen Sturz des Kommunismus verursachten Entthronung

des sozialistischen Realismus im Jahre 1989 konzipiert. In diesem Teil werden Romane zweier Autoren

– Dimitar Korudžiev und Viktor Paskov - analysiert, die mit ihren Werken schon vor der

Wende eine der wenigen Ausnahmen und eine Alternative zum offiziellen literarischen Kanon darstellten.

Es werden die thematischen, stilistischen und konzeptuellen Gemeinsamkeiten zwischen

ihren Werken vor und nach der Wende untersucht. Später wird zur Analyse der Roman von Emilija

Dvorjanova „Passion ili smărtta na Alisa“ („Passion oder der Tod von Alice“ (1995)) hinzugezogen,

der zusammen mit „Balada za Georg Chenich“ (1987, V. Paskov) und „ Predi da se umre: fantazija

za Sašo Sladura“ (1993, D. Korudžiev) das Verhältnis zwischen der Kunst, dem Individuum, der

Macht und den Zeitgeschehnissen ins Zentrum des Romansujets setzt.

Literatur:

� Paskov, Viktor. Balada za Georg Chenich. 3. izd., Sofija : Christo Botev, 1994, S. 135. d.Ü.:

Paskov, Viktor. Viola d'Amore. 1. Aufl. Leipzig : Kiepenheuer, 1993, S. 183.

� Korudžiev, Dimităr. Predi da se umre: fantazija za Sašo Sladura, Sofija: Literaturen Forum,

1995, S. 152. d.Ü.: Korudžiev, Dimităr. Bevor gestorben wird: das stolze Leben des Sašo

Sladura, Aus dem Bulg. von Andreas Tretner, Klagenfurt: Wieser-Verl., 2003, S. 284.

� Dvorjanova, Emilija. Passion ili smărtta na Alisa. Roman-fuga. 1. izd., Sofija: Obsidian, 1995, S.

205.

Grundlagen der bulgarischen Grammatik und Lexik (Bulgarisch 1), Ü, 4st.

Erwerb von grundlegenden sprachpraktischen Kenntnissen. In dieser Übung werden die Grundzüge

des Lautsystems, der Worttypologie und der Wort- und Formbildung verschiedener Wortarten

(Substantive, Adjektive, Personal- und Possessivpronomen, Numeralien) vermittelt. Neben den

Grundzügen des Verbalsystems – Konjugationsklassen, einfache Tempora (Präsenz und Futur) –

macht die Übung die Studierenden mit dem Grundwortschatz und der Wortfolge im Haupt- und

Nebensatz vertraut. Das Hör- und Leseverständnis wird anhand von einfachen Standarddialogen

entwickelt.

Lehrbücher:

� Hildegard Ehrismann-Klinger, Rumjana Pavlova. Powerkurs für Anfänger – Bulgarisch. PONS,

2003

� Walter, H.,E. Karvanbasieva. Lehrbuch der bulgarischen Sprache. Leipzig 1989

Basismodul Spracherwerb, für B.A., 5 LP (inkl. Klausur)


SLAVISCHES INSTITUT - WINTERSEMESTER 2012/2013

Dr. habil. Blagovest Zlatanov Velichkov

Morphologie des Bulgarischen, 2. Teil (Bulgarisch 3), Ü, 4st.

Diese Sprachübung ist für die Studierenden bestimmt, die Bulgarisch 2 erfolgreich absolviert haben

oder über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen, damit sie zur Erarbeitung der grundlegenden

Morphologie des Verbs, der Pronomina und der Numeralien übergehen können. Ein besonderer

sprachpraktischer Akzent wird auf die verschiedenen grammatischen Kategorien des Verbs, die

Formbildung sowie die semantische und syntaktische Beschreibung aller drei Wortarten gesetzt.

Viele Übungen zum Bilden von komplexeren Satzreihen und Satzgefügen verhelfen zur Vertiefung

der Sprachkenntnisse im Bereich des Haupt- und Nebensatzes.

Literatur:

Radeva, V. (Hrsg.). Bulgarische Grammatik: morphologisch-syntaktische Grundzüge. Helmut

Buske Verlag, Hamburg 2003

Walter, H.,E. Karvanbasieva. Lehrbuch der bulgarischen Sprache. Leipzig 1989

Aufbaumodul Spracherwerb, für B.A., Magister, 5 LP (inkl. Klausur)

Übersetzung Bulgarisch-Deutsch / Deutsch-Bulgarisch, SÜ, 2st.

Diese Übung richtet sich an Studierende mit ausreichenden Sprachkenntnissen des Bulgarischen. Es

werden Texte oder Textausschnitte unterschiedlicher Art (neuere bulgarische und deutsche Literatur

und Publizistik, literatur- und sprachwissenschaftliche Nachschlagewerke) übersetzt und anschließend

grammatisch und semantisch kommentiert."

Vertiefungsmodul Spracherwerb B.A. und Master Spracherwerb, 3 LP

HS/OS/WÜ Bulgarischer Diabolismus, 2st.

Die letzte Phase des bulgarischen literarischen Modernismus, die üblicherweise mit dem Terminus

„Diabolismus“ bezeichnet wird, bezieht sich auf das Schaffen einer kleinen Gruppe junger bulgarischer

Schriftsteller – Svetoslav Minkov, Vladimir Poljanov, Čavdar Mutafov, u.a. - deren erste

Werke Anfang der 20er Jahre des 20. Jahrhundertes erschienen. Anhand der Lektüre und Analyse

einzelner Texte dieser Autoren werden in der Veranstaltung verschiedene Aspekte der bulgarischen

diabolistischen Prosa behandelt : deren antimimetischer Charakter, deren Urbanismus, deren tiefer

Psychologismus, deren Beschäftigung mit dem Grausamen, Unheimlichen, Morbiden, deren Tendenz

zur Grenzüberschreitung, deren doppelgängerische Strukturen usw.

Literatur:

� Martin, Thomas M. Der bulgarische Diabolismus: eine Studie zur bulgarischen Phantastik zwischen

1920 und 1934, Harrassowitz, Wiesbaden, 1993, S. 282.

� Poljanov, Vladimir. Diabolični povesti i razkazi, Knigoizd. Georgi Bakalov, Varna, 1990, S.

279.

� Minkov, Svetoslav. Die Dame mit den Röntgenaugen: satirische Erzählungen. Buchverl. Der

Morgen, Berlin, 1959, S. 284.