unternehmen Oktober 2016

suedwest.presse

unternehmen Oktober 2016

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 53 | Oktober 2016 | 3,00 €

Per Bus in

die Zukunft

Hartmut Schick ist Daimler-Bus-Chef. Der Manager

über digitale Helfer, neue Mobilitätskonzepte für

Großstädte und die Vorzüge von Neu-Ulm.

4 197821 303000 5 3

Markenschutz Wie sich Firmen vor Plagiatoren schützen können SEITE 30

Abschied Ex-Landrat Heinz Seiffert und die Kunst des Loslassens SEITE 34

Umfrage Führungskräfte verraten ihre Eigenarten SEITE 54


FACHKRÄFTETAG

ULM & NEU-ULM

15.10.2016

10–16 Uhr

ratiopharm arena, Neu-Ulm

fachkräftetag.de

EINTRITT

FREI!

WIR SIND DABEI:

Architects Engineers

mediaservice ulm

neue pressegesellschaft


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[inhalt]

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter

unternehmen [!]

alternative Antriebe, selbstständig fahrende

Fahrzeuge und mehr Car-Sharing: So stellen

sich viele die Mobilität von übermorgen vor.

Auch Daimler-Bus-Chef Hartmut Schick

ersinnt neue Konzepte und berichtet im

Titel interview von interessanten Lösungen

(Seite 10), um den Verkehrskollaps in Metropolen

zu verhindern. Eine solche ist Ulm

nicht. Doch auch hier dürfte es am 12. Oktober

zu einer Mobilitätsdiskussion im Stadtrat

kommen. Dann geht es darum, ob die

Verkehrsführung am Bahnhof von vier auf

zwei Spuren verringert wird und ob dadurch

der Baustellen-Stau zum Dauerzustand

wird (S. 4). Ansonsten ist im Herbst

2016 fast alles wie gehabt. Die Konjunktur

läuft. Firmen wie Celos (S. 40) und IDS

(S. 50) sind erfolgreich. Der Bau boomt und

damit auch innovative Lösungen (S. 6). Das

alles ist Stoff für interessante Geschichten.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Ihr Alexander Bögelein

[spezial]

6 Quadratisch, praktisch, schnell

Bauen mit Raum modulen: flexibel und

nun auch dauerhaft

[titelthema]

10 Vorfahrt für den Bus der Zukunft

Hartmut Schick im Gespräch

[finanzieren]

22 Keine Angst vor Brexit & Co.

Einfache Regeln zur Geldanlage

[machen]

28 Alles zurück auf Ford Schwabengarage

Ulm/Neu-Ulm wird zum „Ford Store“

40 Schützen und pflegen IT-Spezialist

Celos profitiert vom Trend zur Auslagerung

42 „Da ist Paulaner dran“ Nething-

Gruppe aus Neu-Ulm baut Paulaner

44 Zwischen Glamour und Kleinstadt

Visagistin Katja Kienhöfer vermisst nichts

50 Bei Anruf Hilfe Mittelständler IDS traut

sich, die Hände schmutzig zu machen

[gründen]

46 Natürlich selbstständig G-Nature-

Chef Tobias Gölz mag es bunt

[verantworten]

30 Wie ein Ei dem anderen

Tipps zum Schutz Ihrer Marke

[spezial]

34 Die Kunst des Loslassens Landrat

Heinz Seiffert beendet seine Karriere

[führen]

48 Fit für den Wandel Hochschule Neu-

Ulm unterstützt kleine Firmen bei der

Weiterbildung

[leben]

54 Frische Luft vom Chef Umfrage unter

Führungskräften zu ihren Büroticks

[namen & nachrichten]

4 Ulm kämpft gegen den Stau

5 Rentschler mit Biotechnologie

erfolgreich

20 Hochhaus-Ellipse für

750 Schuler-Ingenieure

58 Auftragsboom im Metallbau

58 Impressum

30 06

22 50

54

3


[namen & nachrichten] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Ulm kämpft gegen den Stau

Baulärm begrüßt Schüler, Pendler

und Gäste der Stadt Ulm, die

morgens aus demBahnhof strömen.

Gleich gegenüber entsteht

ein neues Stadtquartier mit Läden,

Büros und Wohnungen: die

Sedelhöfe. Der Hamburger Investor

DC will das 200-Millionen-

Euro-Projekt bis Ende 2019 fertigstellen.

Zwei Jahre später sollen

die Züge fahrplanmäßig auf der

Neubaustrecke Wendlingen-Ulm

fahren. Hinzu kommt der Bau der

zweiten Straßenbahnlinie, die

Umgestaltung des Bahnhofsplatzes

samt Bau eines neuen Parkhauses,

die Neugestaltung des

Busbahnhofes und etliches mehr.

Die Stadtverwaltung gibt sich

mit ihrem Staumanagement die

größte Mühe, dass der Verkehr

weiter fließt. „Doch die Belastungen

sind leider für viele deutlich

spürbar“, sagt Baubürgermeister

Tim von Winning. Die Maßnahmen

würden zum einen voneinander

abhängen, zum anderenseien

sie aufgrund von

Einfahrt in die Stadt von der B28 und B311. Vor dem Bahnhof wird es einspurig.

Förderbedingungen des Bundes

nicht verschiebbar. Von Winning

hofft, dass sich die Verkehrslage

nach einer Eingewöhnungsphase

entspannen wird.

Bei manchem Autofahrer freilich

liegen während der Rushhour

jetzt schon die Nerven blank,

weil sie im Stau stehen. Helfen

soll laut von Winning ein „internetbasierter

Baustellenmelder“,

zusätzlich wird die Stadt stark

frequentierte Orte mit Webcams

beobachten, um Verbesserungsstrategien

zu entwickeln. Auf die

Informationen dieser beiden Systeme

haben auch Autofahrer Zugriff.

Mit Blick auf die Kunden

aus dem Umland für den Handel

sagt von Winning: „Grundsätzlich

glaube ich, dass die Erreichbarkeit

der Ulmer Innenstadt an

normalen Samstagen durch die

Baustellen nicht relevant eingeschränkt

ist. Ein bisschen Gelassenheit

kann aber sicher nicht

schaden“. [!]

AMB

Qualität für den Weltraum

Tausende Satelliten kreisen im

All. Manche in 200 bis 800 Kilometern

Höhe, Fernsehsatelliten

in bis zu 42.000 Kilometern. Damit

deren Signale auf der Erde

ankommen, benötigt man Wanderfeldröhren.

Produktqualität

und Robustheit spielen eine

überragende Rolle. Die meisten

dieser High-Tech-Geräte, die die

Signale verstärken, stellt der französische

Technologiekonzern

Thales her. In Ulm befindet sich

der Geschäftsbereich Electron

Devices. In den Standort, der seit

mehr als 40 Jahren besteht, hat

Thales nun 27 Millionen Euro investiert.

Entstanden sind nach

gut zweijähriger Bauphase rund

14.000 Quadratmeter an neuen

beziehungsweise baulich veränderten

Flächen für Produktion,

Labore und Verwaltung.

„Mit der Modernisierung steigern

wir unsere Effizienz, reduzieren

unsere Energiekosten und schaffen

die Voraussetzungen für eine

Steigerung der Produktionskapazität“,

sagte Dr. Christoph Hoppe,

Vorsitzender der Geschäftsführung

von Thales Deutschland.

Ein optimaler Produktionsfluss

Ein Blick in die neue Produktion der Wanderfeldröhren bei Thales in Ulm.

sei in der alten Halle nicht mehr

möglich gewesen, ergänzte Horst

Strauß, Vizepräsident von Thales

Deutschland und als Geschäftsführer

für den Standort Ulm verantwortlich.

Der Neubau – man

habe sich bewusst gegen einen

Standort auf der grünen Wiese

entschieden – sei ein klares und

langfristiges Bekenntnis zum

Standort Ulm.

Der Thales-Konzern ist spezialisiert

auf auf Luft- und Raumfahrt,

Verteidigung und Transport. Zuletzt

erzielte er mit 62.000 Mitarbeitern

einen Jahresumsatz von

14 Milliarden Euro. Der Standort

Ulm mit 500 Mitarbeitern ist der

drittgrößte von Thales in

Deutschland. [!]

CMY

4


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[namen & nachrichten]

Rentschler mit Biotechnologie erfolgreich

Der Biotechnologie-Spezialist

Rentschler in Laupheim wächst

stürmisch. Das Unternehmen,

das für namhafte Pharmakonzerne

Medikamente produziert, hat

24 Millionen Euro investiert und

seine Produktionskapazität mehr

als verdoppelt. In der neuen Anlage

mit einer Gesamtkapazität

von zwei mal 3.000 Litern stellt

das Unternehmen Wirkstoffe mit

gentechnisch veränderten Zellen

her, zum einen für die Krebstherapie,

zum anderen für entzündungshemmende

Medikamente.

Rentschler hatte erst im vergangenen

Jahr einen Bioreaktor mit

2000 Liter Fassungsvermögen in

Betrieb genommen. Doch das Geschäft

des Laupheimer Unternehmens

boomt. „Die neue Anlage

ist ein wichtiger Meilenstein in

der langjährigen Erfolgsgeschichte

von Rentschler. Ein Umsatzanstieg

von mehr als 30 Prozent

in den vergangenen zwei

Jahren hat diese Investition abgesichert.

Produktionsaufträge für

die neue Anlage liegen bereits

vor und reichen bis in das Jahr

2018“, sagt Frank Mathias, Geschäftsführer

der Rentschler Biotechnologie

GmbH. Derzeit beschäftigt

das Unternehmen 650

Mitarbeiter. Bis zum Jahr 2018

will Rentschler 200 Mitarbeiter

einstellen, vor allem Naturwissenschaftler

und Laboranten.

Den Umsatz nannte Mathias

nicht. Dieser dürfte 2016 die

Schwelle von 100 Millionen Euro

überschreiten. [!]

AMB

Mit dieser Chromatographiesäule trennt Rentschler den produzierten Wirkstoff

von anderen Substanzen.

Gratis-Angebot hilft bei

der Firmen-Übergabe

Der demographische Wandel

macht die Unternehmensnachfolge

schwieriger. Denn die Zahl

junger, möglicher Kaufinteressierten

sinkt. Außerdem steigen

die Einkommen der Arbeitnehmer.

Im Gebiet der Handwerkskammer

Ulm,

also zwischen

Jagst und Bodensee

gibt es

18.000 Betriebe,

bis zum

Jahr 2020

Jens de Buhr, Chef

der Deutschen Unternehmerbörse.

steht in mehr

als 2000 die

Nachfolge an.

Nach einer

Studie des Instituts

für angewandte Wirtschaftsforschung

(IAW) in Tübingen

betrifft dies in der Region

der IHK Ulm jährlich 774 umsatzsteuerpflichtige

Firmen. Allerdings

seien nur 172 mit 1500

Mitarbeitern übernahmewürdig.

Als übernahmewürdig gilt eine

Firma mit einem Jahresgewinn

von 54.000 Euro. Denn der Gewinn

muss für den Erwerber

oberhalb möglicher andererer –

also auch nicht-selbstständiger

Einkünfte – liegen.

Eine Online-Plattform für Betriebsinhaber

und Nachfolgeinteressierte

ist www.nexxt-change.

org. Die Möglichkeit sich kennenzulernen,

bietet aber auch

die Deutsche Unternehmerbörse,

die seit 2011 online ist, sagt deren

Chef Jens de Buhr. Dort sind 580

Firmen und 19.400 Kaufinteressenten

registriert. Für Leser von

unternehmen [!]“ und der SÜD-

WEST PRESSE hat de Buhr ein

Gratis-Angebot: Unter dem Link

www.dub.de/suedwestpresse/

können sie drei Monate kostenlos

inserieren. Danach läuft das

Sonderpaket automatisch aus.

Der Link ist bis Ende Juli 2017

freigeschaltet. [!] KER/KÖ

Aus Fritz & Macziol

wird Axians IT Solutions

Multimedia-Bus

zur Image-Werbung

Eines der namhaftesten Ulmer

Unternehmen wird umbenannt.

Das Ulmer Systemhaus Fritz &

Macziol (800 Mitarbeiter), das

2014 vom französischen Vinci-

Konzern übernommen worden

war, heißt künftig Axians IT Solutions

und ist Teil der Vinci-

Energies-Tochter Axians. Die Ulmer

steuern mehr als die Hälfte

des Axian-Umsatzes von 600 Millionen

Euro bei. Nach dem Weggang

von Co-Firmengründer Heribert

Fritz Ende 2015 und seines

Nachfolgers Oliver Schallhorn

im Juni, führt nun der Chef von

Vinci Energies, Reinhard Schlemmer,

die Geschäfte. [!] KÖ

Auf der Suche nach Auszubildenden

schickt Baden-Württembergs

Hotel- und Gastrobranche einen

multimedial ausgebauten Werbebus

ins Rennen. Der Bus ist Teil

des Nachwuchsprojekts „Wir

Gastfreunde“. Von den 2,14 Millionen

Euro Kosten übernimmt

das Land 1,35 Millionen Euro.

Der Bus soll bis April 2019 Schulen

anfahren. Die Branche leidet

unter Nachwuchsmangel, etwa

die Hälfte der jungen Leute bricht

die Lehre ab. Hintergrund sind

unter anderem unattraktive Arbeitszeiten

und die vergleichsweise

schlechte Bezahlung. Die

Branche beschäftigt 240.000 Mitarbeiter

im Südwesten, davon

sind 6250 Azubis. [!] AMB

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[spezial] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Ulms bekanntestes Raummodul: die McDonald‘s-Filiale mitten in der Fußgängerzone.

Quadratisch, praktisch, schnell

Ob als Fastfood-Restaurant, Schule, Laden, Büro oder als Wohnung: Der Markt für Raummodule wächst stark.

Immer häufiger gibt es sie als dauerhafte Lösung. Ihre Vorteile sind kurze Bauzeiten und hohe Flexibilität.

Hans-Peter Bochtler steht hinter seiner

langgezogenen Ladentheke. Die Vitrinen

und Regale gegenüber an der Fensterseite

seines Ladens sind gefüllt mit Stempeln,

Gravuren, Pokalen und Schildern. Auf

rund 15 Quadratmetern Fläche lässt sich so

einiges unterbringen. Denn Bochtler steht in

seinem Provisorium in der Ulmer Innenstadt,

einem Container. Für ihn und seine Ehefrau

Annerose Baur-Bochtler war früh klar: Während

der Abbruch- und Neubauzeit ihres

Wohn- und Geschäftshauses im Hafenbad ziehen

sie mit ihrer Firma Ernst Häfele in ein

Containergebäude, und zwar direkt neben der

Baustelle. „Es wären sogar Immobilien in unmittelbarer

Nähe frei gewesen“, erzählt Hans-

Peter Bochtler. Doch deren Vermieter seien

nicht begeistert gewesen, einen Mietvertrag

für zwei Jahre zu schließen. „Auch finanziell

wäre das eine ganz andere Nummer gewesen,

Räume anzumieten und für unsere Zwecke

herzurichten“, sagt Bochtler.

Drei Container beherbergen nun das Geschäft.

Einer steht quer zur Straße, mit Ladentür,

zwei Schaufenstern und Oberlicht, zwei

weitere sind längs dahinter. In einem ist das

Büro untergebracht, im anderen ein Teil der

Produktion und des Lagers. „Den Rest, den wir

früher im Haus hatten – da war ja eine sehr

große Werkstatt – haben wir ausgelagert.

Selbst die Ladenfläche

ist nur ein

Drittel oder ein

Viertel dessen, was

sie vorher war“, beschreibt

der

61-Jährige die Situation.

Doch es gab gute

Gründe, warum

sie sich auf dieses

Provisorium eingelassen

haben.

Verbandschef

Günther Jösch.

Denn das Ehepaar hat zuvor seine Kunden

gefragt, ob sie ihnen auch an einem anderen

6


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[spezial]

Standort die Treue halten würden. Das Ergebnis:

„Wir hätten zu viel Kundenfrequenz verloren“,

sagt Bochtler. „Die Kunden wollen die

Erreichbarkeit am alten Standort, ansonsten

muss man Abstriche machen.“

Die gebe es eh schon aufgrund der Vielzahl

der Baustellen in der gesamten Stadt. „Aber

wir wissen ja, dass es nur eine vorübergehende

Situation ist, da nimmt man die Einschränkungen

für diese Zeit in Kauf“, sagt der Flexograf

und Handwerksmeister. Er würde sich

auf jeden Fall wieder für die Container-Lösung

entscheiden. Denn verlorene Kunden nach

dem Neubau wieder zurück gewinnen zu

müssen, das sei ihm zu riskant.

PLUSPUNKT FLEXIBILITÄT

Von Fällen, wie dem des Ehepaars Bochtler,

profitiert die Container- und Raummodul-

Branche. „Derzeit sind rund rund zwei Millionen

Quadratmeter Bürofläche in Container-

Gebäuden vermietet“, sagt Günter Jösch,

Geschäftsführer des Bundesverbands Bausystem.

Die Spanne reiche „vom Container für

eine zwei- bis dreitägige Veranstaltung bis

zum Interimsgebäude.

Der große Vorteil dieser Module gegenüber

dem konventionellen Bauen ist, „dass es viel

schneller geht“, sagt Jösch. Da man bis zu 60

Prozent der Bauzeit einsparen könne, müsse

man nicht so lange vorfinanzieren. „Weil

beim modularen Bauen die Teile industriell

vorgefertigt sind, hat man auch die Gewissheit,

dass die Qualität sehr gut ist.“ Zudem

seien die Bauherren flexibel, sie könnten die

Gebäude erweitern und auch zurückbauen.

„Mietsysteme sind von außen nicht unbedingt

schön“, gibt Jösch zu. „Aber wenn solche

Container eine Woche lang als Eventbüro bei

Raum für Projekte

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7


[spezial] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

dule in der Vergangenheit hatten, seien mittlerweile

vernünftig gelöst.

Zufrieden mit der Unterbringung in Raumcontainern

zeigt sich Ralf Schabel, Direktor

des Illertal-Gymnasiums Vöhringen (IGV),

auch wenn er froh ist, dass diese Zeit nun zu

Ende ist. „Es war etwas beengt, aber man

konnte gut leben.“ Während der Um- und Anbauzeit

am IGV waren nicht nur Klassenzimmer

in Containern untergebracht, sondern

auch Sekretariat, Verwaltung und Lehrerzimmer.

„Wir hatten anfangs etwas Akkustikprobleme“,

sagt Schabel. Doch die lösten sich

buchstäblich auf, nachdem Deckenmodule

angebracht worden waren.

Für ihn erstaunlich war, wie schnell das Containergebäude

aufgebaut war, in rund eineinhalb

Tagen stand der Rohbau, auch die Ausstattung

mit Boden, Heizung, Strom, Internet

und allem, was dazu gehört, sei schnell gegangen.

Er könne anderen Schulchefs, die vor einer

großen Baumaßnahme stehen, nur empfehlen:

„Zieht komplett in so ein Containerdorf

und lasst die Schule den Bauleuten.“ So wäre

man weg von Schmutz, Lärm und anderen

Einschränkungen. Mittlerweile sind die Containergebäude

vom IGV abgenabelt und gehen

„in die Zweitverwertung“, wie Schabel

sagt, unter anderem zur Realschule Neu-Ulm.

Hans-Peter Bochtler in seinem Laden im Container: Er will für seine Kunden erreichbar bleiben.

einer Veranstaltung stehen, dann später woanders,

dann liege der Fokus mehr auf der Innenausstattung;

auf dem, was wirklich benötigt

werde: Außen strapazierfähig, innen eine

vernünftige Beplankung, Elektroanschluss,

Heizung, Duschen, W-Lan oder anderes mehr.

Probleme der Bauphysik, wie Schallschutz,

Lärmschutz, Wärmeisolierung oder Brandschutz,

die Containerbauten oder Raummo-

MEHR NUTZFLÄCHE

Neben solchen Standardlösungen wächst

auch der Markt für individuelle Raummodul-

Konzepte. Solche individuell erstellten Bauten

können eine Fassade bekommen, so dass

sie sich nicht von konventionellen Gebäuden

unterscheiden, erläutert Jösch. Diese stehen

25, 30 Jahre und länger. Preislich würden sich

solche Module kaum von herkömmlichen

Häusern unterscheiden. Aber wegen der kürzeren

Bauzeit könne man diese Gebäude

schneller vermieten – und wegen der dünnerer

Wänden verfügten sie über eine größere

Nutzfläche. Die Innenausstattung sei bei beiden

Systemen gleich. Vor allem immer mehr

größere Investoren wie Wohnbaugesellschaften

oder auch die öffentliche Hand zeigten

BÜROS, WOHNUNTERKÜNFTE,

SCHULEN, KINDERGÄRTEN

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unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[spezial]

Interesse am modularen Bauen. Ein weiterer

Vorteil: Man plant einmal das Konzept, setzt

es an mehreren Standorten um und senkt so

Kosten.

FASTFOOD IM QUADER

Die in Ulm wohl bekannteste und wegen ihrer

Platzierung zumindest in der Bevölkerung

umstrittenste Modulbau-Lösung für ein Bauprojekt

steht als grauer, zweistöckiger Quader

mitten in der Fußgängerzone in der Bahnhofstraße:

Das Schnellimbiss-Restaurant dort

hätte eigentlich schon in diesem Herbst wieder

zurückgebaut werden sollen und in das

Großprojekt Sedelhöfe einziehen sollen.

Doch dessen Bau geht jetzt erst richtig los. Daher

müssen Mitarbeiter, Unternehmen und

die Ulmer mit der Übergangslösung noch einige

Jahre zurechtkommen. „Es ist alles ein

bisschen enger als normal, aber von den Arbeitsabläufen

funktioniert es“, sagt Gerhard

Schmid, Chef von McDonald’s Ulm. „Wir sind

halt mit den Sitzplätzen eingeschränkt.“

Auch zu den Toiletten geht es nicht ganz so

einfach wie sonst in einem Restaurant üblich:

Der Weg führt außen ums Gebäude herum

und eine Stahltreppe hoch. Oben muss man

50 Cent bereithalten für den Eintritt, geschuldet

dem öffentlichen Zugang. Dafür gibt es

einen im Restaurant einlösbaren Bon im gleichen

Wert.

In Ulm sei man relativ schnell zu dem Entschluss

gekommen, dort in Modulbauweise

Ersatz für das während der Bauphase wegfallen

de Restaurant in Bahnhofsnähe zu schaffen,

sagt Alfonso Sanchez. Im Regionalen Service

Center der Fast-Foodkette in München betreut

er solche Projekte. Der US-Konzern betreibt

seine Restaurants nicht nur in herkömmlichen

Gebäuden, sondern auch in Modul-Leichtbauweise

oder in Containern. Die Lösung für Ulm

sei die einfachste Variante gewesen. Entsprechende

Pläne habe es bereits gegeben. Ob der

Bau allerdings genauso ausge führt worden wäre,

wenn man von vornherein gewusst hätte,

dass sich das Sedelhöfe-Projekt dermaßen verzögert,

hält er für frag lich, eventuell hätte man

dann doch auf die stabileren Container zurück

gegriffen. Schließlich müsse unter anderem

der Untergrund eine sehr schwere Küche tragen.

Das sei nun nicht die optimale Lösung,

aber immer noch gut genug als Übergangslösung.

[!]

WERNER GALLBRONNER

Im Trockenbau

vorproduziert

Container, Raumzellen, Raummodule,

modulares Bauen, vorgefertigte Raumsysteme

und Modulbauweise – alle

diese Begriffe stehen für industriell

und dennoch häufig individuell hergestellte

Raumeinheiten. Die Basis bilden

zumeist selbsttragende kubische

Stahlrahmenkonstruktionen, die in Fertigungswerken

im Trockenbauverfahren

hergestellt werden und vor Ort zu

beliebig großen Gebäuden kombiniert

werden können.

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unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[titelthema]

Vorfahrt für den

Bus der Zukunft

Die Mannschaft von Daimler-Bus-Chef Hartmut Schick ersinnt komplett neue

Mobilitätskonzepte. In ihren Nahverkehrssystemen weiß jeder Bus, wo der

andere steckt. Die High-Tech im Innern macht die Fahrt obendrein sicherer,

geschmeidig – und die Fahrzeuge zu rollenden Hochleistungsrechnern.

Sie haben den Busführerschein. Was fasziniert Sie

am Busfahren?

Man fährt auf der Landstraße mit Tempo 80 Kilometer,

es ist sehr komfortabel. Durch die großen Spiegel kann

ich meine Position auf der Straße genau einschätzen.

Spannend ist, dass man sehr weit vorne sitzt. Das heißt,

du lenkst im Kreisverkehr erst, wenn du mitten drin

bist. Busfahren macht mir Spaß. Gleichzeitig ist es mir

wichtig, ein Gefühl für die Produkte zu bekommen.

Wann sind Sie zum letzten Mal Bus gefahren?

Im März. Da habe ich meine Mutter im Schwarzwald

abgeholt. Wir sind weiter ins Murgtal. Lustig war es, als

wir auf einem Busrastplatz angehalten haben. Nebenan

kamen 60 Leute aus dem Bus, während ich nur mit

meiner Mutter aussteige.

Auch bei den Bussen geht der Trend zum autonomen

Fahren. Sie haben kürzlich in Amsterdam ihren

„Future Bus“ mit dem „City Pilot“ vorgestellt …

Der Future Bus mit dem „City Pilot“ ist ein teilautonomer

Bus. Das heißt, der Fahrer muss am Steuer sitzen

und jederzeit bereit sein, einzugreifen. Bis wir damit in

Serie gehen, werden mindestens fünf Jahre vergehen.

Daimler beschäftigt sich schon seit längerem mit

dem Thema teilautonomes Fahren.

Das stimmt. Schon vor drei Jahren gab es die Fahrt der

S-Klasse von Mannheim nach Pforzheim, angelehnt an

Berta Benz‘ erste Fahrt. Vor zwei Jahren haben wir einen

autonomen Truck, den Future Bus 2025 mit „Highway

Pilot“-System, vorgestellt. In den USA testen wir seit

dem vergangenen Jahr mit dem Freightliner Inspiration

Truck den ersten autonom fahrenden Lkw weltweit

mit Straßenzulassung. Seit Oktober 2015 testen wir

den Actros mit „Highway Pilot“ auch auf öffentlichen

Straßen.

Welchen Ansatz gibt es da in der Bussparte?

Wir setzen auf eine Anwendung, die möglichst schnell

zum Einsatz kommen kann. Im Stadtbus haben wir uns

jedoch für ein BRT-System entschieden, also ein Bus-

Rapid-Transit-System. Bei diesem ist eine Spur für den

Bus reserviert.

Was kann der teilautonome Bus besser als ein herkömmlicher?

Unser Fahrzeug hält auf 20 Zentimeter exakt die Spur.

Möglich wird das durch verschiedene Systeme wie

Fernradar, Nahradar, GPS und 3D-Kameras. Außerdem

fährt der City Pilot für autonomes Fahren Haltestellen

exakt an. Dadurch wird der Busfahrer entlastet und

kann sich darauf konzentrieren, das Umfeld zu beobachten.

Das Fahrzeug ist mit 14 Kameras ausgestattet,

die die Umgebung erfassen und so beispielsweise erkennen,

wenn sich ein Kind auf die Fahrbahn bewegt.

Vor Hindernissen bremst der Bus selbstständig ab. Dennoch

wird die nächsten zehn, zwanzig Jahre immer ein

Fahrer mit von der Partie sein.

Was bringen all diese neuen Technologien?

Vor allem mehr Sicherheit, aber die Busfahrten werden

zudem effizienter. Beispielsweise kommuniziert das

Fahrzeug mit Ampeln, reduziert die Geschwindigkeit

oder beschleunigt entsprechend sanft, nutzt grüne

Wellen und verbraucht weniger Kraftstoff. Auch der

Komfort für Fahrgäste ist größer.

Funktioniert so ein Konzept auch im Ausland? Dort

spielen Ampeln oft eine untergeordnete Rolle …

Zur Person

Hartmut Schick ist

seit 2009 Vorsitzender

der Geschäftsführung

der Evobus

GmbH und verantwortet

das weltweite

Busgeschäft des

Daimler-Konzerns.

Nach dem Studium

des Maschinenbaus

stieg er 1986 in der

Zentralen Forschung

ein. Er bewies sich

auf einer Vielzahl von

Positionen, baute unter

anderem 1997 das

Mercedes-Benz Werk

in Juiz de Fora/Brasilien

auf. Schick ist

verheiratet und hat

zwei Kinder (26 und

27 Jahre). Er entspannt

sich beim

Joggen, drei Mal die

Woche läuft er zehn

Kilometer. Am Wochenende

kauft er ein

und kocht für die Familie.

Dazu steht er

samstagnachmittags

in der Küche, nebenher

läuft die Fußball-

Bundesliga, vor allem

die Spiele des FC

Bayern München.

Spaß am Busfahren: Hartmut Schick ist seit 2009 Evobus-Chef und leitet das weltweite Daimler-Busgeschäft.

11


[titelthema] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Genau. Es können deutlich mehr Fahrgäste transportiert

werden und die Fahrpläne sind verlässlicher.

Wie unterstützen Sie die Einführung solcher Systeme?

Wir haben ein eigenes Team für Verkehrsplanung, die

auf Städte zugeht. Das Team analysiert Verkehrswege,

beleuchtet Fahrpläne und schlägt vor auf welchen Strecken

sich eine freigeräumte Busspur lohnen würde.

Wo gibt es solche Beispiele in der Nähe?

Straßburg ist eine historische, zugebaute Stadt. Trotzdem

hat man es dort geschafft, eine Strecke frei zu räumen,

auf der Busse verkehren. Natürlich sind auch

Mischformen möglich. Dass wir beispielsweise von

Neu-Ulm nach Ulm nicht dauerhaft eine komplette

Spur für Busse freiräumen, ist klar. Aber auf Teilstrecken

wäre das denkbar. Geht es an die konkrete Städteplanung

übergeben wir das Zepter natürlich an die

Städte. Wir wollen mit dieser Service-Leistung zum

Nachdenken anregen. Bestenfalls, um dort später ein

solches System einzuführen. Auch in Ludwigsburg

sind wir im Gespräch.

Wie schnell lässt sich so ein System umsetzen?

Innerhalb von drei bis vier Jahren, je nach Größe des

Projekts. Bei einer U-Bahn dauert das mindestens zehn

Jahre.

Busspuren freigeben für Elektro-Autos,

um deren Absatz

anzukurbeln? Nein danke!

Das würde die Vorteile von so

genannten Bus-Rapid-Transit-Systemen

zunichte machen,

sagt Hartmut Schick.

Zuerst einmal muss der politische Wille zum Aufbau

eines BRT-Systems vorhanden sein. Brasilien ist da mit

gutem Beispiel vorangegangen. In neun von zwölf

Städten, in denen die Fußball-WM ausgetragen wurde,

gibt es bereits BRT-Systeme. In Rio ist die gesamte Stadt

durchzogen. Menschen, die zuvor über anderthalb

Stunden zur Arbeit gebraucht haben, schaffen es heute

in weniger als 60 Minuten. Wenn der Wille da ist und

die Verkehrsinfrastruktur angepasst wird, funktioniert

solch ein BRT-System.

Was halten Sie davon, dass Politiker als Kaufanreiz

für E-Autos Busspuren freigeben wollen?

Das ist nicht sinnvoll und behindert die Busse. Diese

halten an oder bremsen scharf ab – wie im normalen

Verkehr. Unter solchen Umständen enge Taktzeiten

einzuhalten, ist unmöglich. An Haltestellen in Istanbul

etwa fährt morgens alle 20 Sekunden ein Bus ab.

750.000 Passagiere werden dort täglich vom Flughafen

in die Stadt transportiert. Würden dort Autos auf den

Busspuren mitfahren, wäre das nicht machbar.

Und was kostet es?

Für Bangkok hat ein unabhängiges Planungsinstitut

errechnet, man könne für gleiche Kosten entweder 426

Kilometer BRT-Linie oder sieben Kilometer U-Bahn

bauen. Auch im Betrieb ist BRT deutlich günstiger. Im

Jahr 2025 wird es 37 Städte mit mehr als 10 Millionen

Einwohnern geben. Experten erwarten zudem, dass im

Jahr 2050 Megastädte existieren werden, die heute

noch nicht einmal im Bau sind. Das ist eine riesige

Chance. Denn bei der Planung dieser Städte, können

wir BRT-Systeme von Anfang an berücksichtigen.

Wann kommt das teilautonome Fahren in den Reisebussen

an?

Schon heute nutzen viele Kunden und Fahrer einen

Bremsassistenten, der auf Hindernisse reagiert. Ebenso

warnt der Bus mittels Sitzimpuls beim Verlassen der

Spur. Viele Unfälle passieren, weil Fahrzeuge aus der

Spur geraten. Dafür gibt es viele Gründe, angefangen

bei übermüdeten Fahrern. Was wir heute schon haben,

sind Assistenten, die den Abstand und die Geschwindigkeit

halten. Ziel aller kleinen Helfer ist es, den Fahrer

zu entlasten. Mit dem bei den Daimler Lkws angesprochenen

„Highway Pilot“ wird in unseren Bussen

dann auch aktives Spurhalten möglich.

Das klingt nach einem riesigen Effizienzpotenzial

für Busunternehmen.

Im Mai gab es einen tödlichen Unfall mit einem

Tesla-Auto. Besteht die Gefahr, dass die Konzentra-

12


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[titelthema]

tion bei Fahrern in teilautonomen Fahrzeugen

sinkt?

Wir müssen die Fahrer schulen, ihnen klar machen,

dass sie trotz technischer Hilfen für das Fahrzeug verantwortlich

sind. Ich kann nicht für die Konkurrenz

sprechen, wir entwickeln das sehr sorgfältig. Bevor wir

damit in Serie gehen, müssen aber auch gesetzliche

Rahmenbedingungen feststehen. Meiner Meinung

nach wird es im öffentlichen Nah- und Fernverkehr

auch zukünftig Fahrer geben.

An welchen Stellen ist die Technologie noch nicht

ausgereift?

Die benötigte Rechenleistung in teilautonomen Bussen

ist enorm. Kameras, Radar- und GPS-Systeme produzieren

jede Menge Daten. Außerdem vergleicht der

Bus Bilder vergangener Fahrten mit aktuellen Gegebenheiten.

Eine neue Baustelle wird sofort an das System

gemeldet, sodass der nächste Bus Bescheid weiß.

Für diese Rechenleistung sind leistungsstarke Computer

nötig. Deren Leistung und Analysefähigkeit gilt es

zu verbessern, um auf die komplexen Situationen im

Straßenverkehr richtig zu reagieren.

Erfreulich: Das Geschäft mit

Reisebussen läuft gut. Für die

Ulmer Traditionsmarke Setra

dürfte 2016 das beste Jahr ihrer

Geschichte werden.

WAS ZÄHLT SIND

KOMFORT,

BEWEGLICHKEIT

UND SIE.

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Was haben Sie auf der IAA präsentiert?

Neben dem „City Pilot“ war das zweite große Thema

unsere Reisebusmarke Setra. 2016 wird wahrscheinlich

das beste Jahr in der Markenhistorie werden. Im

Reisebussegment laufen die Modellreihen Comfort-

Class und Top-Class sehr gut. Außerdem haben wir eiwww.usm.com

13


[titelthema] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Die Modellreihe Top-Class

deckt das Luxussegment ab.

Jetzt gibt es einen Bus mit nur

zwei Stuhlreihen. „Ähnlich

der Business-Class im Flugzeug“,

sagt Hartmut Schick.

nen neuen Überlandbus mit Niedrigflurboden. Menschen

mit körperlichen Einschränkungen können

auch auf dem Land vorne ebenerdig einsteigen. Die

Nachfrage nach dem Low-Entry-Modell ist sehr gut, gerade

in Deutschland. In der Top-Class haben wir unsere

eins plus eins Bestuhlung vorgestellt.

Wie sieht das aus?

Ein Bus mit nur zwei Sitzreihen. Ähnlich der Business-

Class im Flugzeug. Fahrgäste können die Sitze zur Seite

drehen oder den Blick durch das Panoramadach

genießen. Zwei Kunden

haben diesen Bus schon gekauft.

Wie wichtig ist das Thema alternative

Antriebe?

Das Interesse an alternativen Antrieben

steigt spürbar. Unser neuer

Gasbus stößt zehn Prozent weniger

CO 2

aus als sein Vorgänger. In Augsburg

laufen diese Gasbusse fast CO 2

neutral, weil Biogas

getankt wird. Trotzdem sind wir sicher, dass Dieselbusse

die nächsten 15 Jahre weiter nachgefragt werden.

Wie sieht hier die Entwicklung aus?

Die großen Motoren für die Reisebusse oder Gelenkzüge

konnten wir nochmals verbessern. Mit der Einführung

der saubersten Abgasnorm Euro 6 haben wir über

8,5 Prozent Kraftstoff eingespart. Mit Veränderungen

an Einspritzdruck und Einspritzdüsen sparen wir zukünftig

nochmal 2,5 Prozent Kraftstoff ein. Wir bleiben

Luxusbus

mit zwei

Sitzreihen

und großem

Panorama

an dem Thema dran, auch im Hinblick auf neue Gesetze

aus Brüssel. Unser Erfolg bei Setra- und Mercedes-

Reisebussen rührt nicht zuletzt daher, dass wir mit

Abstand die beste CO 2

-Bilanz liefern. Für den Betreiber

ist das bares Geld.

Welche Technologien sind noch relevant?

In der Euro-5-Welt hatten wir bereits einen Hybridbus,

sowie die dritte Generation Brennstoffzellen-Busse.

Schnell hat sich herausgestellt, dass Hybridbusse mit

spezifischen Batterien nicht wirtschaftlich

betrieben werde können.

Daher haben wir entschieden,

keine Prototypen mehr zu bauen,

sondern einen Serien-Elektrobus

zu entwickeln. Dieser wird 2018

auf den Markt kommen.

Worauf kommt es an, damit sich

Elektrobusse durchsetzen?

Auf die technische Ausstattung

des Busses und die Wirtschaftlichkeit. Unser Ziel ist es,

die Kosten im gesamten Lebenszyklus auf das Niveau

der Diesel-Fahrzeuge zu bringen. Der Anschaffungspreis

wird höher sein, dafür fällt mangels Getriebe und

Motor ein geringerer Wartungsaufwand an. Damit die

Gesamtkosten über zehn, zwölf Jahre in der Größenordnung

der Diesel-Fahrzeuge bleiben, kaufen wir mit

den Pkw-Kollegen von Daimler Batterien ein.

Was verändert sich durch die E-Mobilität im Stadtbusverkehr?

14


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[titelthema]

Die Tanks der heutigen Dieselbusse sind eigentlich zu

groß. Der Sprit reicht für zwei Tage und der Bus schleppt

viel Gewicht mit. Bei Elektrobussen hingegen müssen

wir im Vorfeld alles genau analysieren. Wie lang ist die

Strecke, wie viele Fahrgäste sind zu erwarten? Auf dieser

Grundlage empfehlen wir eine Lade-Infrastruktur.

Die Frage ist: Sollen die Busse nur im Depot geladen

werden oder soll es Ladekapazitäten auf der Strecke

geben. Wir glauben, dass sich die Batteriekapazitäten

von 2020 bis 2025 verdreifachen werden. Heute kommt

ein Elektrobus selbst unter ungünstigsten Bedingungen

– also im eiskalten Winter oder im heißen Sommer

– 100 Kilometern weit. Bis zum Jahr 2025 kann die

Reichweite auf bis zu 300 Kilometer steigen.

Was bedeutet das für Verkehrsbetriebe?

Stellt ein Verkehrsbetrieb seine Flotte von 200 Fahrzeugen

um, kann er in der ersten Generation 20 Prozent

der Strecken mit Depotladung abdecken. Nun die ganze

Stadt mit Ladestationen zu übersäen, wäre nicht

sinnvoll. Wenn Kunden ihre Flotten sukzessive umstellen,

kommen später Batterien mit hoher Kapazität,

die Ladestationen ersetzen. Unser Ansatz ist heute ein

anderer. Wir sprechen mit Kunden über das Gesamtsystem.

Daher wird es immer wichtiger, alle Fahrzeuge

zu vernetzen. Dadurch wissen wir genau, in welchem

Einsatzspektrum sich welches Fahrzeug bewegt.

Wie sehen Sie den Standort Neu-Ulm?

Ich spreche hier immer gern von einer Manufaktur.

Wir haben die traditionsreiche Marke Setra ganz oben

positioniert. Mercedes-Benz ist der klassische Stadtbus

im kommerziellen Betrieb. Setra definiert die Spitze

des Premium-Busbaus. Um dieses Niveau auch künftig

zu halten, brauchen wir erstklassig ausgebildete Mitarbeiter.

Und das nicht nur in der Entwicklung, Produktion

und im Vertrieb, sondern auch im Bereich Kundensonderwünsche.

Wie viele solcher Sonderwünsche gibt es?

Pro Bus sind das bis zu 150. Da müssen Entwicklung,

Einkauf, Logistik, Vertrieb und Produktion Hand in

Hand arbeiten. Deshalb ist es auch sinnvoll, alles an

einem Standort zu behalten. Wenn wir 10 Sonderbusse

für einen Kunden bauen, helfen die kurzen Wege hier

in Neu-Ulm.

Wie lange dauert es vom ersten Kundengespräch

zum fertigen Bus?

Die Beratung dauert mehrere Tage, der gesamte Vorgang

zwei bis drei Monate. In unserem Designcenter

können Kunden Stoffe aussuchen oder Sitzkonfigurationen

ausprobieren. Die Kollegen vom Maybach-Kundencenter

in Sindelfingen hatten sich dieses Konzept

bei uns abgeschaut.

Im Elektro-Zeitalter wird es

wichtig fürVerkehrsbetriebe,

die Fahrzeuge zu vernetzen:

„Wir sprechen mit unseren

Kunden über Gesamtsysteme“,

sagt Hartmut Schick.

15


[titelthema] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Hartmut Schick zeigt seinen Führerschein. Er darf alles fahren, im „Future Bus“ (rechts) saß er aber noch nicht am Steuer.

Marktführer

in Westeuropa

Die Evobus GmbH (Stuttgart) ist die

größte europäische Tochtergesellschaft

der Daimler AG. Sie bildet den zentralen

Teil der Sparte Daimler Buses mit den

Marken Mercedes-Benz und Setra (früher

Kässbohrer). Daimler Buses steigerte

im ersten Halbjahr den Umsatz um 2 Prozent

auf 2 Milliarden Euro. Das Ergebnis

vor Steuern und Zinsen kletterte um 40

Prozent auf 127 Millionen Euro. Der Absatz

von Bussen und Fahrgestellen sank

im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um

10 Prozent auf 11.776 Einheiten. Während

das so genannte Komplettbusgeschäft in

Westeuropa gut läuft, belastet Daimler

Buses der schrumpfende Markt in Lateinund

Südamerika. Dort sowie für die Märkte

in Afrika und Asien stellt Daimler Fahrgestelle

her. Die Aufbauten übernehmen

lokale Anbieter. Auch der Markt in der

Türkei schwächelt. Die Arbeit im dortigen

Werk laufe trotz der politischen Situation

normal, sagt Evobus-Chef Hartmut

Schick. Drei Viertel der Produktion in der

Türkei gehen in den Export nach Westeuropa.

Dort ist Daimler Buses Marktführer.

Nach Mitarbeitern größter Standort ist

Neu-Ulm (3700). Hier sind das Kompetenz

center Lackierung, das Entwicklungszentrum

für Hochbodenfahrzeuge und

das Designcenter für alle Baureihen. In

Neu-Ulm werden überwiegend Reise- und

Überlandbusse hergestellt. Derzeit ist der

Standort voll ausgelastet. 2016 werden

hier 2600 Einheiten gefertigt, 100 mehr

als 2015. Das Werk Mannheim (3500 Mitarbeiter)

ist Kompetenzcenter für Rohbau

und Entwicklungszentrum für Niederflurfahrzeuge.

Insgesamt beschäftigt

Daimler Buses 17.600 Mitarbeiter. AMB

Wie verändert sich diese Beratung?

Wir haben ständig neue Ideen: Zukünftig sollen Kunden

eine Brille aufsetzen können, sich virtuell durch

den Bus bewegen und zum Beispiel verschiedene Sitzfarben

testen. Gerade Reisebuskunden, oft sind das die

Firmenchefs, wollen anfassen, sehen, spüren. Manche

kommen zum Abholen ihres neuen Busses mit der gesamten

Mannschaft und Gästen an. Der Bus wird zur

Übergabe verhüllt, das zelebrieren wir mit den Kunden.

Beispielweise darf das Enkelkind des Chefs die

Plane abziehen.

Sie sagten es gibt pro Bus bis zu 150 Sonderwünsche.

Wie kann so etwas aussehen?

Das fängt beim Außendesign an. Solche Lackierungen

können bis zu mehreren 10.000 Euro kosten. Wir haben

zudem eine hohe Kompetenz in punkto Folienbeklebung

und Brush-Technologie. Im Innenraum gibt es

unterschiedlichste Sitzkonfigurationen. Angefangen

beim Sitzabstand über das Material bis hin zur Verstellbarkeit.

Natürlich auch Aggregate, Elektrikumfänge

und Verkleidungen. Wir sind übrigens der einzige Bushersteller

mit eigener Sitzfertigung. Wir können sogar

von uns behaupten, der größte Bussitzhersteller in Europa

zu sein.

Welche Wünsche bestehen sonst noch?

Busunternehmer wollen oft bestimmen, wie ihr Fahrer-Arbeitsplatz

aussieht. Aber es ist alles personalisierbar,

egal ob Gepäckablage oder Kühlschränke. Bordküchen

sind ebenfalls ein großer Posten. Jede Küche wird

von unseren Schreinern sonderangefertigt.

Was für Entwicklungen erwarten Sie?

Kunden haben viele Ideen, das belebt unser Geschäft.

Ich erwarte, dass es künftig in vielen Bussen Wlan geben

wird, zudem bessere Sicherheitstechnologien. Diese

werden von den Kunden nachgefragt. Sie locken

Fahrgäste mit moderner Sicherheitstechnik.

Stichwort Sicherheit: Bisher waren Beckengurte

der Standard. Wird sich das ändern?

Viele Kunden bestellen die serienmäßigen Zweipunktgurte,

die bei einem Überschlag die höchstmögliche

16


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[titelthema]

Sicherheit gewährleisten. In einigen Märkten sind allerdings

Dreipunktgurte vorgeschrieben, beispielsweise

in Skandinavien. Insgesamt fahren Busse heute zwar

weniger schnell, trotzdem ist ein Dreipunktgurt durchaus

empfehlenswert.

Was kostet so ein Reisebus?

Preise geben wir ungern heraus. Das Spektrum ist riesig.

Beginnend beim Tourismo, der in der Türkei gebaut

wird und von dem wir vergangenes Jahr 2000 Einheiten

verkauft haben. Bis hin zum Top-Class Doppelstock-Bus.

Was für Kosten kommen während des Lebenszyklus

dazu?

Die Hälfte der Lebenszykluskosten sind Fahrerkosten.

Daher ist es wesentlich, ob sie eine Fahrt mit einem

oder zwei Fahrern machen können. Die Anschaffungskosten

machen rund 20 Prozent aus. Der Rest verteilt

sich auf Kraftstoff, Wartung, Versicherung etc. Meist

fährt ein Bus etwa 20 Jahre in unterschiedlichen Anwendungen.

Fernbusse allerdings haben nach drei Jahren

schon eine Million Kilometer auf dem Buckel. Ein

solches Exemplar wird in seinem zweiten Leben bei

einem Betreiber eingesetzt, der kürzere Fahrten macht.

Im Büro in Neu-Ulm: Hartmut

Schick im Gespräch mit

Karen Emler, Ressortleiterin

Wirtschaft der SÜDWEST

PRESSE, und Alexander Bögelein,

dem Redaktionsleiter

unternehmen[!]“.

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Sie betreiben auch einen Gebrauchtfahrzeuge-

Handel. Wer kauft gebrauchte Busse?

Früher hatten wir in jedem Land einen gesonderten

Gebrauchtwagen-Handel. Heute gibt es eine Plattform

für ganz Europa. Meist kaufen Kunden, die schnell einen

Bus benötigen. Oder es sind Betreiber, die Fahrzeuge

nur für Wochenendfahrten benötigen und dafür

keine große Investition tätigen wollen. Vor dem Wiederverkauf

warten wir die Fahrzeuge altersgerecht.

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[titelthema] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Die Produktion in Neu-Ulm

gleicht einer Manufaktur.

„Wir sind der einzige Hersteller,

der noch in Deutschland

fertigt“, hebt der Daimler-

Bus-Chef hervor.

Sie haben Ihre Zentrale von Kirchheim/Teck nach

Neu-Ulm verlegt. Was war der Grund?

Über die Jahre haben sich alle wesentlichen Zentralfunktionen

in Neu-Ulm oder Mannheim angesiedelt.

Weil wir zusätzliche Büroräume in Neu-Ulm und

Mannheim hatten, haben wir uns entschieden, diese zu

nutzen, anstatt woanders weiterhin Flächen anzumieten.

Am Ende mussten nur noch 90 Mitarbeiter umziehen

– nach Neu-Ulm und nach Mannheim.

Die IG Metall hatte Sorge, dass

Mannheim nun gegenüber Neu-

Ulm benachteiligt wird.

Das Argument, dass einer, der in

Neu-Ulm sitzt, gegen Mannheim

ist, oder der in Mannheim sitzt, gegen

Neu-Ulm ist, hat sich nach 20

Jahren EvoBus entkräftet. Wir sind

ein Team, eine Evobus.

Was schätzen Sie am Standort

Neu-Ulm und welche Perspektiven gibt es?

Wir haben die Marke Setra stets gepflegt und werden

das künftig weiter tun. Deshalb investieren wir in den

Standort. Momentan bauen wir die Montage um und

werden dadurch deutlich effizienter. Wir wechseln von

einer Zwei-Linien-Fertigung auf die Ein-Linien-Fertigung.

Dafür nehmen wir viel Geld in die Hand. Denn

wir wollen auch in Zukunft in Neu-Ulm Busse bauen.

Wir

investieren in

die Montage

in Neu-Ulm

viel Geld

Inzwischen sind wir der einzige Hersteller, der noch in

Deutschland fertigt.

Wie sieht es beim Personal aus?

Wir werden weiterhin junge Leute einstellen und weiterbilden.

Denn Qualifizierung ist das A und O. Vor

dem Hintergrund der Digitalisierung, der alternativen

Antriebe, des autonomen Fahrens und der vernetzten

Busse ergeben sich neue Anforderungsprofile, die wir

in unserer Ausbildung berücksichtigen müssen. Ich

denke es ist wichtig, gerade in guten

Jahren, also jetzt, darüber

nachzudenken, wie es weitergehen

soll und wie der nächste Effizienzsprung

aussehen könnte.

Sie waren früher Kommunikationschef

bei Daimler. Wie hilft

Ihnen diese Erfahrung in Ihrem

jetzigen Job als Bus-Chef?

Die Kommunikation war hochspannend

für mich. Ich habe gelernt, andere Seiten zu

verstehen und zu schätzen. Rückblickend habe ich damals

viel für meinen heutigen Job gelernt, sowohl

durch die externe als auch durch die interne Kommunikation.

Welche Lehren haben Sie daraus gezogen?

Ich habe mir damals viele Gedanken gemacht, wie wir

18


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[titelthema]

Online ausgesucht

Im Geschäft abgeholt

Mehr

Umsatz.

Jetzt.

für unsere Mitarbeiter glaubwürdig kommunizieren

können. Deshalb sind eine enge Zusammenarbeit und

ein Umgang auf Augenhöhe wichtig. Gleichzeitig weiß

ich inzwischen, wie ich klar und einfach formuliere.

Auch ein Kommunikationsthema und ebenso wichtig

ist meiner Meinung nach Mitbestimmung. Denn wenn

wir im Aufsichtsrat etwas mit Zustimmung beschließen,

gehen wir geschlossen in eine Richtung. Mit einer

sauberen Basis und einem klaren Verständnis, welche

Strategie wir verfolgen – die Geschäftsführung und die

Arbeitnehmervertreter.

Die Stimmung zwischen Betriebsrat und Vorstand

scheint bei Daimler nach außen meist positiv zu

sein.

Es gibt öfters sehr unterschiedliche Meinungen. Es ist

wichtig und notwendig, das transparent auszudiskutieren.

Und natürlich muss jede Seite auch kompromissbereit

sein. Aber wenn wir eine Linie festlegen,

gehen wir zusammen. Das ist das Schöne bei Daimler.

Wie reisen Sie denn am liebsten?

Ich bin beruflich so viel im Flugzeug unterwegs, so dass

ich im Urlaub keinen Flieger sehen will. Meine Frau

und ich hatten vor kurzem unseren 30-jährigen Hochzeitstag.

Daher sind wir unsere damalige Hochzeitsreise

nachgefahren. Dieses Mal ohne Zelt und ohne VW-

Golf – und auch nicht mit dem Bus, sondern mit einem

sehr schönen Mercedes-Cabrio.

Früher war Hartmut Schick

Kommunikationschef des

Konzerns. „Ich weiß inzwischen,

wie ich klar und einfach

formuliere.“

DAS INTERVIEW FÜHRTEN

KAREN EMLER,

LEITERIN DER WIRT-

SCHAFTSREDAKTION

DER SÜDWEST PRESSE,

UND ALEXANDER BÖGELEIN,

REDAKTIONSLEITER

UNTERNEHMEN [!]

DOKUMENTATION:

RONJA GYSIN

FOTOS:

MATTHIAS KESSLER,

VOLKMAR KÖNNEKE

(TITELBILD + AUFMACHER)

Wir holen

Kunden aus

dem Internet

zu Ihnen in

den Laden.

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19


[namen & nachrichten] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Kleemann

erweitert

im Stauferpark

Das Göppinger Unternehmen

Kleemann expandiert im Stauferpark.

Der Mittelständler

kauft den dortigen Messeplatz,

die Werfthalle und weitere Flächen

in einer Größe von insgesamt

5,5 Hektar. Geschätzter

Kaufpreis: rund 3,3 Millionen

Euro. Zudem will Kleemann das

benachbarte Gelände des Sonnenschirmherstellers

Lambert

erwerben. Der Hintergrund:

Kleemann baut mobile Brechund

Siebanlagen für die Naturstein-

und Recyclingindustrie

und wächst stark. Das Unternehmen

gehört zur Wirtgen-

Gruppe (Windhagen/Rheinland

Pfalz) und beschäftigt in Göppingen

500 Mitarbeiter.

Vaude baut neue

Fertigungshalle

am Stammsitz

Der Outdoor- und Wintersport-

Ausrüster Vaude aus Tettnang-

Obereisenbach (Bodenseekreis)

investiert in eine neue Produktionshalle

am Stammsitz zwei

Millionen Euro. Bis Mitte Dezember

sollen die Bauarbeiten

abgeschlossen sein, im Januar

soll die Produktion starten. Die

2000 Quadratmeter große Halle

ist komplett aus Vorarlberger

Weißtanne gefertigt. Das Familienunternehmen

Vaude gehört

in Sachen Nachhaltigkeit zu

den Pionieren in der Wirtschaft.

Sein Jahresumsatz wird auf 100

Millionen Euro geschätzt.

ZF beteiligt

sich an

Software-Firma

Hochhaus-Ellipse für

750 Schuler-Ingenieure

Das Ingenieurs- und Technologiezentrum

des Göppinger Pressenbauers

Schuler nimmt Gestalt

an. Die Bauarbeiten für den

rund 54 Meter Turm liegen im

Zeitplan. Vorstandschef Stefan

Klebert sieht in dem „Schuler

Innovation Tower“ einen Meilenstein.

Das Gebäude ist mit 40

Millionen Euro die größte Einzelinvestition

in der 176-jährigen

Firmengeschichte. Das neue

Engineering- und Technologie-

Center wird auf zwölf Geschossen

Platz für 750 Beschäftigte

bieten, die im kommenden Jahr

einziehen werden. Schuler ist

Weltmarktführer in der Umformtechnik

und erzielte zuletzt

mit weltweit 6800 Mitarbeitern

einen Jahresumsatz von

1,2 Milliarden Euro. JOA

Die ZF Friedrichshafen AG hat

40 Prozent der Anteile der Softwarefirma

Double Slash erworben.

Das Unternehmen ist ebenfalls

in Friedrichshafen ansässig

und beschäftigt 100 Mitarbeiter.

Mit der Beteiligung will ZF das

Produktdaten-Management

und die digitalen Prozesse im

Konzern voranbringen. „Mit

Double Slash haben wir einen

überaus erfahrenen Partner im

Bereich Fahrzeugvernetzung

gewonnen. Durch die Zusammenarbeit

versprechen wir uns

spannende neue Lösungen“,

sagt der ZF-Vorstandsvorsitzende

Stefan Sommer.

Ulmer Kanzlei

Horn feiert

Jubiläum

Die Unternehmensberatung

Horn gehört mit knapp 70 Mitarbeitern

zu den großen Kanzleien

in Ulm und feiert ihr

50-jähriges Bestehen. Das Team

betreut mehr als 700 mittelständische

Kunden. Die Gründerfamilie

Horn ist schon vor Jahren

als Gesellschafter ausgeschieden,

deren Anteile übernahm

Ulrich Zürn. Er leitet heute mit

seiner Tochter sowie den Geschäftsführern

Herbert Volz

und Herbert Bader die Kanzlei.

Bosch-Rexroth

streicht 120

Stellen weniger

Der Personalabbau im Elchinger

Bosch-Rexroth-Werk fällt

geringer aus als geplant. Statt

610 Stellen fallen nun 490 weg.

Davon sind 335 Arbeitsplätze

bereits abgebaut. Betriebsrat

und Werksleitung hatten sich

darauf geeinigt, dass weniger

Baugruppen in das türkische

Schwesterwerk Bursa verlagert

werden. Betroffen von den Sparplänen

ist der Bereich mobile

Anwendungen, in dem Bauteile

für Bagger, Gabelstapler und

Traktoren hergestellt werden.

Derzeit sind in dem Werk im

Kreis Neu-Ulm rund 2140 Arbeitnehmer

beschäftigt. [!]

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22

Ein bequemes, sicheres Kapitalpolster

– wer wollte das nicht? Viele

Anleger fürchten an Aktien, dass ihre

Geldanlage an Wert verlieren

kann. Doch dieses Risiko besteht

auch bei Gold und Bundesanleihen.


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[finanzieren]

Keine Angst vor Brexit & Co.

Immer neue Krisen erschüttern die Finanzmärkte. Viele Anleger sind daher verunsichert. Sie flüchten in sichere

Zinspapiere und verzichten dafür auf Ertragschancen. Höchste Zeit, die Vermögensanlagen neu zu ordnen. Mit

ein paar einfachen Regeln lassen sich Anlagerisiken in den Griff bekommen.

An den Finanzmärkten steigt die Spannung in den kommenden

Wochen. Denn die anstehende Präsidentschaftswahl in

den USA rückt zunehmend in den Fokus von Börsianern und

Anlegern. Sie fragen sich ob Hillary Clinton am 8. November

als erste Frau in das höchste Amt der USA gewählt oder ob es Donald

Trump vielleicht doch noch schafft, sie abzufangen? Wie werden am

Tag danach die Börsen auf den neuen Mann oder die neue Frau im Weißen

Haus reagieren? Nicht noch einmal möchten die Investoren auf

dem falschen Fuß erwischt werden wie nach dem EU-Referendum in

Großbritannien im vergangenen Juni. Kaum jemand hatte damals damit

gerechnet, dass die Mehrheit der Briten wirklich den Brexit wagen

würde. Entsprechend heftig fiel in der Woche danach die Reaktion auf

das Ergebnis an den weltweiten Aktienmärkten aus.

Die Risiken und Belastungsfaktoren für die Finanzmärkte werden, so

scheint es, nicht weniger. Viele Anleger agieren daher ausgesprochen

vorsichtig. Sie versuchen sich gegen Risiken abzusichern, indem sie

„sichere Häfen“ in ihrem Portfolio übergewichten – Gold zum Beispiel

oder sichere Staatsanleihen. Doch der Preis, den sie dafür zahlen ist

hoch. Gold etwa wirft keine laufenden Erträge ab und bei Bundesanleihen

muss der Anleger selbst bei zehnjähriger Laufzeit Minuszinsen

hinnehmen. Tages- und Festgeldkonten von Banken sind eine positive

Alternative. Doch auch hier liegt die Rendite wenn überhaupt in vielen

Fällen nur hauchdünn über der Nulllinie.

ZINSEN GIBT‘S DERZEIT NUR MIT RISIKEN

„Wer kein Risiko eingehen will, zahlt als Anleger zur Zeit drauf“, weiß

Hans-Peter Burghof, Inhaber des Lehrstuhl für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen

an der Universität Hohenheim. Er warnt vor

vermeintlich sicheren Anlagen, die häufig aus dem Ausland angeboten

werden: „Wenn Sie tatsächlich Zinsen verdienen, heißt das, dass

Sie – offenbar verdeckte – Risiken eingegangen sind, auch wenn Ihnen

der Anbieter versucht, etwas anderes zu suggerieren.“

Viele Anleger schreckt gerade bei Aktien die Tatsache, dass die Kurse

schwanken und ihre Anlage an Wert verlieren kann. Doch genau dieses

Risiko besteht auch bei Gold und sicheren Anleihen. Zwar hat der

Goldkurs im laufenden Jahr von vielen Experten unerwartet mehr als

ein Viertel an Wert gewonnen. Doch auf Sicht von fünf Jahren fällt die

Bilanz Anfang September mit einem Minus von fast 30 Prozent ernüchternd

aus. Beim gelben Edelmetall gehen Anleger aus dem Euroraum

zudem ein Währungsrisiko ein, denn der Preis wird traditionell

in Dollar festgesetzt.

Ebenfalls ein häufig unterschätztes Risiko gehen Anleger zurzeit auch

bei Bundesanleihen ein. „Wenn die Europäische Zentralbank in absehbarer

Zeit ihre Geldpolitik ändert und die Zinsen steigen, fallen Langläufer

von heute 100 schnell auf 80 oder 70 Prozent ihres Nennwerts“,

rechnet Georg Thilenius, Geschäftsführer der Dr. Thilenius Management

GmbH in Stuttgart, vor. Dieses Zinsänderungsrisiko haben viele

Anleger kaum auf dem Schirm. Häufig werden

ihnen grundsätzliche Gefahren in der

Geldanlage erst dann bewusst, wenn es zu

einer Krisensituation kommt – also dann,

wenn es oft schon zu spät ist. Bis zur Finanzkrise

hatte sich kaum jemand Gedanken

darüber gemacht, dass auch ein zuverlässiger

und solventer Vertragspartner wie

etwa eine Bank über Nacht zahlungsunfähig

werden kann. „Daher ist es eine Überlegung,

nicht nur eine, sondern mehrere Banken

zu nutzen und sich genau anzuschauen,

welche Institute das sind“, rät Burghof.

Hans-Peter Burghof,

Universität Hohenheim.

KURSANSTIEG TROTZ POLITISCHER KRISEN

Auf der anderen Seite sollten gerade vorsichtige Anleger andere Risiken

nicht überbewerten und darüber ihre Chancen vergessen. „Drehen

Sie doch mal die Uhr 50 oder 60 Jahre zurück. Wie sah Deutschland

in dieser Zeit aus? Das Land war zweigeteilt, politische Aufstände

etwa in Ungarn wurden niedergeschlagen, die Mauer wurde errichtet

und das Verhältnis zwischen den beiden Supermächten Russland und

den USA war angespannt“, sagt Anlageexperte Thilenius. „Dennoch

war die Phase zwischen 1950 und 1960 die beste an der Aktienbörse

nach dem Krieg.“

Auch Richard Dittrich, Leiter der Kundenbetreuung an der Börse Stuttgart,

rät Anlegern dazu, auch in turbulenten Phasen Ruhe zu bewahren

und besonnen zu reagieren: „Als die deutschen Aktienmärkte am

Montag nach der Brexit-Entscheidung eröffnet haben, fiel der Dax zunächst

auf rund 9.200 Punkte. Mitte August stand er aber bereits wieder

bei mehr als 10.700 Punkten. Langfristig gehen Anleger das größte

Risiko ein, wenn sie ihr Geld auf dem Sparbuch liegen lassen, anstatt

es zu investieren.“ Oder aber investiert zu lassen. Egal, ob zum Beispiel

der Krieg des Iran gegen den Irak in den 1990er Jahren, die Ölkrise

Anfang der 1970er Jahre oder die Finanzkrise im Jahr 2008 – stets

rauschten die Aktienkurse bei diesen Ereignissen rasant in den Keller

– um dann spätestens nach zwei oder drei Jahren wieder auf dem Niveau

zu sein, von dem aus sie gefallen sind.

Risiken zu kennen, einzuschätzen und damit umzugehen ist eines der

Kernelemente der Geldanlage. „Selbstverständlich sollte jeder Inves-

23


[finanzieren] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

tor die aktuellen Ereignisse verfolgen und im Auge behalten. Aber im

Kern geht es darum, die Relevanz für die Börsenentwicklung zu analysieren

und einzuordnen zu können“, sagt Vermögensverwalter Thilenius.

Die entscheidende Frage lautet: Welches politische oder wirtschaftliche

Ereignis weltweit hat Auswirkungen auf mein Depot?

Beispiel Brexit: Nach Einschätzung vieler Experten wird der Ausstieg

Großbritanniens sowohl die eigene als

auch die europäische Exportindustrie belasten.

Dennoch haben einige britische Unternehmen

seit dem Votum an Wert gewonnen,

weil sie richtig positioniert sind:

Sie exportieren viele ihrer Produkte, die

Kosten fallen aber im englischen Pfund an,

dessen Wechselkurs gesunken ist. Das beschert

ihnen Kostenvorteile. Der Einstieg

in solche Aktien lohnt sich aus diesem

Vermögensverwalter

Georg Thilenius.

Blickwinkel.

Aber wie sieht nun ein strukturierter Anlageprozess

aus und wie lassen sich Risiken

systematisch managen? Diese Regeln helfen

zum Einstieg in eine systematische Vermögensanlage:

Hausaufgaben erledigen

Im ersten Schritt gilt es, entweder für sich oder mit Hilfe eines Beraters

Anlageziele und -präferenzen zu definieren. Dazu gehören vor allem

die Punkte Risikotoleranz und die Risikotragfähigkeit. „Risikotoleranz

beschreibt, wie der Anleger Risiko wahrnimmt und bei welchem

Risiko er sich mit seiner Anlage noch wohlfühlt“, erläutert Arne Sand,

Geschäftsführer der unabhängigen Vermögensverwaltungsgesellschaft

Schott und Sand in Stuttgart. Der Verwalter greift dabei auf einen

fundierten Fragebogen zurück. Es gibt aber auch Hilfen im Internet

(siehe Infokasten).

Das Ganze klingt komplizierter, als es ist. „Überlegen Sie sich, welchen

Verlust Sie bereit sind zu akzeptieren“, empfiehlt Börsenexperte Dittrich.

„Wenn Sie beispielweise 1.000 Euro investieren wollen, müssen

sie sich darüber im Klaren sein, wie viel Sie davon am Ende der Anlagedauer

auf jeden Fall zurückerhalten wollen. 800 Euro? 10 Euro?

1.000 Euro?“ Nach dieser Antwort richtet sich die Wahl der Anlageklasse.

„Wenn Sie sich ständig mit den Verlusten in Ihrem Depot beschäftigen

und nachts nicht mehr ruhig schlafen können, sind wahrscheinlich

risikoärmere Produkte eher für Sie geeignet. Allerdings: Je

risikobereiter Sie sind, desto größer ist auch Ihre Chance auf eine höhere

Rendite!“, sagt Dittrich.

Anlagedauer planen

Mindestens ebenso wichtig wie die persönliche Risikoneigung ist der

Zeithorizont des Anlegers. „Risiko wird häufig betrachtet auf Basis der

kurzfristigen Kursschwankungen“, erläutert Uni-Professor Burghof.

„Bei dieser Sichtweise kommen Anleihen sehr gut weg, Aktien relativ

schlecht. Aber das ist ein Fehler: Wenn Sie Geld für 30 Jahre in Aktien

anlegen, ist deren Risiko relativ gering.“ Das heißt: Wer über die eigene

Risikopräferenz nachdenkt, muss im Grunde genommen darüber

nachdenken, wie lang er sein Geld investieren will und ob er bereit

und finanziell dazu in der Lage ist, während dieser Zeit darauf zu verzichten.

„Grundsätzlich sollte nur Geldvermögen investiert werden,

dass nicht kurz- oder mittelfristig benötigt wird.“

Risikopuffer einbauen

Nicht immer laufen die Kapitalmärkte in die gewünschte Richtung

und die vergangenen Jahre und Monaten haben gezeigt, dass unerwartet

auftretende Krisen an den Märkten für eine Kursdelle sorgen können,

die es gilt zu überbrücken. „Das Vermögen, das ein privater Investor

an Geld für seinen Lebensunterhalt in drei Jahren benötigt, sollte

er in bar vorhalten“, lautet daher die Krisenempfehlung von Vermögensexperte

Thilenius. „So kann er Kursschwankungen aussitzen und

davon ausgehen, dass nach dieser Zeit die Kurse

höher stehen als beim Einstieg.“

Klumpenrisiken vermeiden

Generell gilt das Motto: „Nie alle

Eier in einen Korb legen“, sondern

das Portfolio breit streuen.

Das senkt über alle Kategorien

hinweg das

Anlagerisiko und verhindert

so genannte „Klumpenrisiken“.

„Der klassische

Fall eines

Klumpenrisikos in Stuttgart

ist: Ein Anleger hat

Daimler-Aktien in seinem

Depot, besitzt eine vermietete

Wohnung im Großraum

Stuttgart, hat seinen

eigenen Wohnsitz dort und

arbeitet auch noch bei Daimler“,

erklärt Vermögensverwalter

Sand. „Jedes einzelne

Investment ist möglicherweise

eine gute Idee, aber sollte bei

Daimler etwas „verrutschen“, dann

sinken die Aktien im Wert, der Mieter

kann eventuell die Miete für seine Wohnung

nicht mehr bezahlen, die eigene Immobilie

Wie viel Risiko darf es denn sein?

Wie viel Risiko soll es ein – mit dieser Frage wissen viele Anleger

nicht richtig umzugehen. Ein Risikosimulator, den Martin

Weber, Professor und Lehrstuhlinhaber für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre

und Finanzwirtschaft, insbesondere

Bankbetriebslehre an der Universität Mannheim und sein

Team entwickelt haben, hilft dabei. Das für Berater und private

Anleger kostenlose Onlinetool unter www.behavioral-finance.de,

Menüpunkt „Risikotool“ erlaubt die bessere Einschätzung

von Risiken am Aktienmarkt. Es zeigt dem Nutzer

unter anderem für einen gegeben Anlagezeitraum, wie wahrscheinlich

auf Basis historischer Daten des Deutschen Aktienindex

(Dax) der Anlageerfolg seines Aktieninvestments ausfällt,

mit welcher Summe er im besten Fall rechnen kann und

welcher Verlust im schlimmsten Fall entsteht. So bekommt er

ein „Gefühl“ dafür, was ihn erwartet.

LU

24


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[finanzieren] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

sinkt im Wert und der Job bei Daimler ist gegebenenfalls auch gefährdet.“

Eine breite Streuung des Depots über viele Branchen, Regionen

und Anlageklassen hinweg, verhindert das. „Mit der Diversifikation

kann der Anleger Risiken vernichten, für die er am Kapitalmarkt keine

Prämie bekommt“, sagt Finanzexperte Burghof. Allerdings: Diversifikation

verursacht Kosten – zum Beispiel weil bestimmte Märkte

wenig liquide sind und der Zugang teuer ist, weil hohe Transaktionskosten

entstehen.

Richard Dittrich,

Börse Stuttgart

Seiner Strategie treu bleiben

„Ein erfolgreicher Unternehmer ist gut damit

beraten, die Prinzipien seines Geschäfts

auch auf seine Vermögensanlage zu

übertragen – aber dabei zu diversifizieren“,

fast Thilenius das Rezept einer soliden Vermögensanlage

zusammen. Allerdings spielen

dabei Psychologie und Emotionen eine

wichtige Rolle. Allzu oft bringen sie den

Anleger vom ursprünglich eingeschlagenen

Weg ab. „Insgesamt sollte sich jeder

Anleger möglichst konkrete Ausstiegsgrenzen

setzen. Dann gilt es, sich auch diszipliniert

daran zu halten“, sagt Börsenexperte Dittrich.

Liquide bleiben

Oberstes Gebot bei der Vermögensanlage ist es, immer ausreichend

liquide zu bleiben, betonen die Finanzexperten. Liquide Anlagen

kann der Anleger im schlimmsten Fall jederzeit verkaufen, auch wenn

bis dahin die Kurse gesunken sind. Aber er kann zumindest verkaufen.

Anleger sollten sich zumindest darüber bewusst sein, dass sie ein großes

Risiko eingehen, wenn sie in illiquide Anlagen investieren.

Dazu gehören zum Beispiel Ackerland, aber auch Immobilien.

„Die Preise für die meisten Objekte werden Anleger,

die jetzt kaufen, nie mehr wiedersehen,

wenn die Zinsen steigen“, warnt Thilenius.

„Dann sind sie über Jahrzehnte hinweg

in dieser Anlage gebunden.“

Auf Substanz setzen

Risiken lassen sich vor allem am Aktienmarkt vermeiden, wenn der

Anleger langfristig – am besten länger als fünf Jahre – in nachgewiesenermaßen

schwankungsarme Titel investiert – Unternehmen aus den

großen Industrieländern, die in der Vergangenheit über Jahre hinweg

stabil steigende Gewinne erwirtschaftet haben, auf der richtigen Seite

der wirtschaftlichen Entwicklung sind und einfache, verständliche

Produkte anbieten. „Dazu gehören zum Beispiel Pharmahersteller, die

vom demografischen Wandel in den Industrieländern profitieren“,

sagt Thilenius. Wenn es der Anleger schafft, solche Unternehmen mit

einem nachhaltigen, stabilen Gewinnwachstum in seinem Portfolio

zu versammeln, kann er die meisten Anlagerisiken als peripher behandeln.“

Daher sollten Konzerne aus zyklischen Branchen wie Automobil-

oder Maschinenbau und „Modebranchen“ wie etwa die Solarindustrie

eher gemieden werden. Ein qualifizierter und unabhängiger

Berater ist in diesem Zusammenhang oft eine wertvolle Hilfe.

Risikomanagement betreiben

Das größte Risiko bei der laufenden Anlage ist, dass ein Investment

nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft im Wert fällt. „Demgegenüber

sind lediglich vorübergehende Kursverluste das zweitgrößte

Risiko, sofern diese dazu führen, dass eine Anlage nach einem großen

Kursverlust verkauft werden muss, weil die Risikotoleranz oder -tragfähigkeit

des Anlegers überfordert wurde“, sagt Vermögensexperte

Sand. Im konkreten Einzelfall ist die Unterscheidung schwierig und

sie verlangt vom Anleger einen Spagat. Sogenannte Stop-Loss-Order

helfen dabei. Mit ihnen definiert er eine Kursmarke, unterhalb derer

bestimmte Papiere automatisch verkauft werden,

wenn der aktuelle Kurs diesen Wert unterschreitet.

Dann besteht allerdings die Schwierigkeit, wieder

den richtigen Einstiegszeitpunkt

zu

finden, um nicht

den steigenden Kursen

hinterherzulaufen.

[!]

THOMAS LUTHER

Die Geldanlage breit streuen und

auf ausreichend Liquidität achten.

Manch einer hält das für Binsenweisheiten,

doch viele Anleger

missachten diese Grundregeln.

26


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[machen] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Andreas Dobbert in der Schwabengarage in Neu-Ulm. Dort gibt es das komplette Ford-Programm zu sehen: 18-Pkw- und 5 Nutzfahrzeuglinien.

Alles zurück auf Ford

Gegen den Trend wendet sich die Schwabengarage Ulm/Neu-Ulm von der Mehrmarkenstrategie ab. Mit dem

rund 250.000 Euro teuren Umbau ist der Standort nun einer von bundesweit derzeit 33 „Ford stores“ .

Eine Rolle rückwärts bei der Markenführung

macht die Schwabengarage GmbH

in Ulm/Neu-Ulm: Das Unternehmen hat

das Autohaus für 250.000 Euro umgebaut und

konzentriert sich wieder ausschließlich auf

die Ford-Markenwelt. Damit ist der Standort

einer von bundesweit derzeit 33 so genannten

„Ford Stores“, deren Zahl bis auf 90 wachsen

soll. Sie sollen als Leuchttürme der Marke dienen,

die Ford-Modelle in einem attraktiven

Umfeld präsentieren und so den Besuch beim

Händler wieder attraktiver machen.

„Von Hyundai und Mazda haben wir uns komplett

gelöst“, sagt Regionalleiter Andreas Dobbert.

Anfangs hat er einen Umsatzrückgang

von bis zu 20 Prozent befürchtet. Die Nachfrage

nach Ford-Modellen sei aber so gut, dass er

mittlerweile davon ausgehe, dass der Umsatz

in diesem Jahr sogar über dem vom Vorjahr

liegt. „Das ist ein Riesenerfolg und es zeigt,

dass die Entscheidung zur Markenexklusivität

für den Standort Ulm/Neu-Ulm der richtige

Weg ist“, sagt Dobbert. Dieser Schritt ist

bemerkenswert, weil es im Autohandel in den

vergangenen Jahren einen starken Trend zur

Mehrmarkenstrategie gab. Als einer der großen

Vorteile dieser Strategie sehen Experten,

dass Autohäuser eine bessere Auslastung ihrer

Kapazitäten erreichen.

MUSTANG & CO.

Dobbert ist aber überzeugt, dass Ford mit den

5 Nutzfahrzeug- und 18 Pkw-Linien – vom Ka

über Fiesta, Focus, Mondeo, S-Max, Galaxy bis

hin zum neuen SUV Edge – „jeden Kundenwunsch

erfüllen kann“. Durch die Umwandlung

zum „Ford Store“ hat der Standort Ulm/

Neu-Ulm auch die Bezugsrechte für den legendären

Mustang und die so genannten

„Vignale“-Modelle. Mit dieser Ausstattungsvariante

richtet sich Ford an Kunden „mit sehr

hohem Premiumanspruch“. Der Schritt zur

Markenexklusivität veringere auch die Komplexität.

Das betrifft Vorführwagen, Marketing,

Schulungen für Verkäufer und Mechatroniker.

Vor allem aber sei eine bessere

Betreuung der Kunden möglich, erläutert Dobbert.

„Schön ist, dass die Mitarbeiter bei der

Neuausrichtung voll mitziehen.“

Die Schwabengarage Ulm/Neu-Ulm gehört

zur Schwabengarage Stuttgart, die ein Teil der

Emil Frey Gruppe Deutschland und in vier

Regionen aufgeteilt ist. Zur Region Ulm/Neu-

Ulm gehören die Filialen in Biberach, Heidenheim

und Geislingen. Von den 100 Beschäftigten

arbeitet etwa die Hälfte in Neu-Ulm.

Die Schwabengarage Region Ulm/Neu-Ulm

arbeitet im Neuwagengeschäft mit 25 so genannten

Ford-Agenturen) zusammen, die Regionalleiter

Dobbert als Partner bezeichnet.

Insgesamt wird das Unternehmen in diesem

Jahr rund 2500 Ford-Neuwagen und 1300 Gebrauchtwagen

verkaufen. Rund 800 Neuwagen

werden dabei über die 25 Ford-Agenturen

abgesetzt, die von Memmingen über Aalen

bis zum Filstal vertreten sind. [!] AMB

28


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29


[rubrik] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Foto: Aktion Plagiarius e.V.

Schau genau: Der Kinder-Eierbecher „McEgg“ der WMF AG (links) und sein kopiertes Gegenstück, das von einer Firma aus Dubai vertrieben wurde.

Wie ein Ei dem anderen

Gute Ideen werden gerne kopiert. Plagiatoren sparen sich Zeit und Geld bei Produktentwicklung und Marketing. Für

Innovatoren ist das mehr als ärgerlich. Was Unternehmer und Gründer zum Thema Markenschutz wissen sollten.

Manuel Fink hat schon bittere Erfahrungen

gemacht. Für die Druckerei

seiner Mutter in Merklingen hatten

er und sein Vater ein Konzept für ein digitales

redaktionelles System ausgearbeitet. Das Konzept

wurde für eine Ausschreibung einer

Kommune entwickelt. Was er und sein Vater

nicht wussten: Bei der Präsentation ihres Konzeptes

war die Konkurrenz anwesend. Es dauerte

nicht lange, und die anwesenden Firmen,

zum Teil sehr große Druckereien und Verlage,

hatten die Idee selbst umgesetzt. „Seit diesem

Zeitpunkt weiß ich, dass es wichtig ist zu

überlegen, wann man über eine Idee redet“,

erzählt der 27-Jährige. „Und dass es wichtig ist,

darüber nachzudenken, wie Produkte wirksam

geschützt werden können.“

Die Wirtschaft lebt davon, dass Unternehmen

an neuen Produkten arbeiten und die alten

verbessern. Manchmal ist eine Idee so gut,

dass sie von der Konkurrenz kopiert wird. Für

denjenigen, der kopiert wird, ist das mehr als

unerfreulich. Die Konkurrenz spart sich das

Geld für die Entwicklung, für das Design und

manchmal sogar für den Namen des Produktes.

Doch wie kann man sich schützen?

TRAU, SCHAU, WEM!

„Es würde manchmal helfen, wenn nicht jedem

erzählt wird, was man vorhat. Manche

Gründer sind hier etwas naiv“, sagt Ulrike Hudelmaier,

Geschäftsführerin des Gründer- und

Techno lo gie zentrums der R egion Ulm/Neu-

Ulm (TFU). Ein Grund sind unter anderem die

vielen Pitches, mit denen gerade junge Unternehmen

ihre Ideen vor Investoren und potenziellen

Partnern vorstellen. „Auf der einen

Seite sind die Pitches wichtig um Erfahrungen

zu sammeln.

Auf der anderen

Seite muss man

eben überlegen:

Wem will ich was

erzählen“, sagt Hudelmaier.

Denn es

ist gut möglich,

dass aus einem

möglichen Investor

schnell ein zukünftiger

Wettbewerber

wird, der

Jungunternehmer

Manuel Fink.

mit derselben Idee auf den Markt drängt.

„Auf der einen Seite wird der Wettbewerb

schärfer und internationaler“, erklärt Karl

Schick von der IHK Ulm das Phänomen des

Ideenklaus. „Auf der anderen Seite gehen Unternehmen

transparenter mit ihren Produk-

30


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[verantworten]

Karl Schick

IHK Ulm

ten um.“ Sie stellen

ihre Produkte

mit Bildern und

Beschreibungen

im Internet vor.

Kunden wünschen

sich diese

Transparenz,

schließlich hilft

sie dabei, Alleinstellungsmerkmale

zu verdeutlichen.

Das aber

macht Plagiatoren die Arbeit leichter: Sie können

sich schnell einen Überblick verschaffen,

welche Produkte sich für ein Imitat eignen.

LEBENSGEFÄHRLICHE KOPIEN

Jedes Jahr verleiht die Aktion Plagiarius e.V.

einen Preis für besonders dreiste Plagiate und

Fälschungen. Sprecherin Christine Lacroix

hat schon einiges gesehen, doch hin und wieder

ist auch sie noch verblüfft. So zum Beispiel

wenn die lustigen Eierbecher von WMF

schon zum zweiten Mal von einem ausländischer

Hersteller abgekupfert und auf den

Markt gebracht werden. Die Geislinger hatten

vom fröhlichen Handwerker-Eierbecher für

Kinder mit aufklappbarem Helm und Löffel

in der Hand damals schon mehr als eine

Million Exemplare verkauft. Solch ein Erfolg

lockt Produktpiraten an.

Manche Kopien sind ärgerlich, andere lebensgefährlich:

Etwa Autofelgen, die

schon bei kurzer Belastung brechen,

oder Motorsägen, denen ein Handschutz

fehlt. Der Vertrieb dieser Plagiate

erfolgt oft über das Internet.

Hier lassen sich Verbraucher

oftmals täuschen. Sie freuen sich

über niedrige Preise – ohne zu hinterfragen,

ob es sich um ein Original

oder eine Fälschung handelt.

Ein Großteil der Plagiate kommt

aus China. Doch dort nimmt der

Druck auf die Plagiatoren zu.

Schließlich ist das Land auf dem Weg

sich von seinem Image als Werkbank der

Welt zu befreien. Es strebt in vielen Technologien

die Marktführerschaft an –

und geht gegen gesetzeswidrige

Der Negativpreis „Plagiarius“:

Die goldene Nase symbolisiert

die hohen Gewinne,

die Plagiatoren einstreichen.

Kopien vor. In Europa hingegen nimmt die

Aktion Plagiarius eine sinkende Hemmschwelle

wahr. „Einerseits regt man sich über

chinesische Plagiate auf. Andererseits werden

diese nach Europa importiert und gewinnbringend

verkauft. So manche europäische

und deutsche Firmen stellen selbst plumpe

1:1-Kopien her und geben diese als eigene

Leistung aus“, erzählt Christine Lacroix.

SCHUTZ NUR AUF ANTRAG

Oft ist das sogar erlaubt. „Produkte, für die

kein Schutzrecht angemeldet wird, sind

grundsätzlich einmal nicht geschützt“, sagt

Prof. Alexander Bulling, Patentanwalt und

Honorarprofessor für Gewerblichen Rechtsschutz

an der Universität Stuttgart. Dies sei

auch so vom Gesetzgeber gewollt. „Es soll für

alle möglich sein, von technischen Innovationen

zu profitieren – und sie im Fall der Fälle

sogar nachzubauen“, sagt Buling. Es sei denn,

es wurden Schutzrechte angemeldet.

Von diesem Prinzip gibt es nur wenige Ausnahmen.

Ein automatischer Schutz für ein

Design entsteht etwa bei einer Erstveröffentlichung

des Designs in der EU. Ein weiterer

Schutz kann über das Wettbewerbsrecht entstehen.

Aber nur dann, wenn das nachgeahmte

Produkt eine wettbewerbliche Eigenart

aufweist. Je besonderer und je bekannter

ein Produkt ist, desto eher

kommt ein wettbewerbsrechtlicher

Schutz in Frage. Wer sicher

gehen will, muss Schutzrechte

anmelden. Dafür gibt es verschiedene

Möglichkeiten: Designschutz,

Gebrauchsmuster,

Patent und Marke.

Mit Gebrauchsmustern und Patenten

werden technische Aspekte

eines Produktes geschützt. Dafür

muss das Produkt insbesondere

neu sein und eine erfinderische

Tätigkeit aufweisen. Bei einem

Patent werden diese Voraussetzungen

vom Patentamt geprüft.

Und erst, wenn das Urteil

positiv ausfällt, wird ein

Patent erteilt. Ein Gebrauchsmuster

hingegen kann sofort

eingetragen werden. Geprüft

wird erst, wenn das

Schutzrecht genutzt

wird und

zum Beispiel wegen

eines Plagiats

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31


[verantworten] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

gegen einen Wettbewerber

geklagt

wird. Wenn es um

das äußere Erscheinungsbild

geht, kann ein Design

eingetragen

werden, also das

frühere Geschmacksmuster.

Ulrike Hudelmaier von

der TFU Ulm/Neu-Ulm.

Das Design muss

zum Zeitpunkt der

Anmeldung neu

sein. Vor dem Anmeldetag darf also kein identisches

oder nur in unwesentlichen Merkmalen

abweichendes Design veröffentlicht, ausgestellt

oder sonst auf den Markt gebracht

worden sein. Außerdem muss das Design eine

Eigenart aufweisen. Wie beim Gebrauchsmuster

wird auch der Designschutz erst dann

geprüft, wenn es zu einer Streitigkeit kommt.

Hier gibt es Informationen und Ratschläge

Dreist, dreister, China: Küchenhelfer von Tupperware (Frankfurt), Spielzeug-Schaufelbagger von

Bruder (Fürth) und Hochdruckreiniger von Kärcher (Winnenden). All diese Produkte wurden von

Plagiatoren aus Fernost täuschend echt nachgebaut. Die Originale stehen links.

Foto:s Aktion Plagiarius e.V.

NUR TERRITORIALE RECHTE

Neben diesen beiden Bereichen steht der Markenschutz:

Hier geht es vor allem um den Namen.

Doch auch Logos und Verbindungen

von Name und Logo können geschützt werden.

„Bei allen Schutzrechten handelt es sich

um territoriale Rechte“, erklärt Bulling. „Wer

seine Produkte auch in China schützen will,

muss dies auch in China vor der zuständigen

Behörde anmelden.“ In Europa gibt es zumindest

bei Marken und Design eine Erleichterung:

Beim europäischen Patentamt EUIPO

können eine Unionsmarke und ein Gemeinschaftsdesign

angemeldet werden. Dann erstreckt

sich der Schutz auf alle Länder der EU.

Ob Designschutz, Marke, Patent oder Gebrauchsmuster:

Wer sich darauf berufen

kann, hat die Möglichkeit, gegen Kopien mit

Unterlassungsklagen und Schadensersatzforderungen

vorzugehen. Man muss sich aber im

Klaren sein: Entsprechende Gerichtsprozesse

dauern Jahre und verursachen hohe Kosten.

Selbst wenn ein Patent erteilt wurde, ist das

kein hundertprozentiger Schutz. Denn Patente

können aberkannt werden.

Ein großer Fehler ist zu große Offenheit. Wer

seine Ideen schon präsentiert hat, bevor das

Patent angemeldet wurde, vielleicht schon

mit ersten Produkten auf Messen aufgetreten

ist, dem kann schnell auch die Neuartigkeit

seiner Erfindung abgesprochen werden. Sogar

dann, wenn das Patent ursprünglich erteilt

wurde. Es braucht nur ein Wettbewerber ent

sprechende Belege vorzuweisen. Dann ist das

Es ist sinnvoll, sich vor der Eintragung

eines Schutzrechts zuerst darüber zu informieren,

ob vielleicht ein anderer schon

schneller war, und ein Patent, eine Marke

oder ein Design eingetragen hat. Über

diese Datenbanken und Internetseiten

kann man sich sich einen ersten Überblick

verschaffen:

Deutsches Patent- und Markenamt

(DPMA) in München

Internet: https://register.dpma.de

Europäisches Patentamt EUIPO

Patent, in das womöglich viel Geld investiert

wurde, hinfällig.

„Es muss gut abgewogen werden, was einem

ein Patent bringt. Die damit verbundenen

Rechte müssen ja auch ausgeübt werden“, sagt

Ulrike Hudelmaier vom TFU. „Auf der anderen

Seite kann es aber auch sein, dass ein Produkt

gerade wegen eines Patentes für einen

Investor interessant wird.“ Für einen solchen

Investor könnten die Summen, die es braucht,

um entsprechenden Prozesse zu führen, um

Schutzrechte durchzusetzen, ein Klacks sein.

Internet: https://euipo.europa.eu/

World Intellectual Property Organization;

Internet: http://www.wipo.int/portal/en/index.html

TMView (Daten von EUIPO, WIPO und

nationalen Behörden),

Internet: https://www.tmdn.org

Informationszentrum Patente

http://www.patente-stuttgart.de/

PIZNet – Netzwerk der Deutschen

Patentinformationszentren

http://www.piznet.de/

INNOVATION ALS GEGENMITTEL

Manuel Fink hat inzwischen Medienwirtschaft

studiert und nach seinem Master zwei

Jahre bei einem Anbieter für digitale Werbelösungen

gearbeitet. Jetzt baut er für die Druckerei

einen strategischen Onlinevertrieb auf

und tüftelt nebenbei an einem eigenen Startup.

Demnächst hat er ein Gespräch mit einem

möglichen Kooperationspartner. „Über

Produktideen rede ich nur noch, wenn es einen

Geheimhaltungsvertrag gibt“, sagt Fink.

Zum Thema Schutzrechte hat er sich inzwischen

gut informiert. Die digitalen Geschäftsideen

die er hat, können kaum durch Patente

geschützt werden. „Dann muss man einfach

schneller sein als der Markt.“ Eine Marke einzutragen

hingegen sei mit etwas weniger als

300 Euro Gebühr sehr kostengünstig und

schnell machbar. „Dann braucht man aber die

Kriegskasse, um den Schutz durchzusetzen.“

Inzwischen hat Fink einen neuen Ansatz für

das System, dass er und sein Vater damals vorstellten.

„Wir werden das ganze etwas digitaler

anpacken“, sagt Manuel Fink. Er ist sich sicher,

dass eine skalierbare Geschäftsidee,

Kundenzugang und ein schneller Marktzugang

häufig über den Erfolg von Ideen entscheiden.

Sein Mittel gegen Kopierer lautet:

Innovation. [!]

HENNING ZANDER

32


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Dr. Michael Roos, Dr. Swen Hentrich, Ralf Rötter

Foto: Judith Wagner, Düsseldorf

Marken als wertvolles Werkzeug

für die Unternehmensführung

Der Erwerb und die Verteidigung von Markenrechten helfen bei der Sicherung des Marktzuganges

Markenpiraten und die in den Medien zuweilen

erfolgende Berichterstattung über Maßnahmen

des Zolls im Kampf gegen den Import

nachgeahmter Waren geben einen sehr

anschaulichen Hinweis auf die überragende

Bedeutung von Marken und den mit diesen

verbundenen Werten, die die Markenpiraten

zu erbeuten trachten.

Rechtliche Bedeutung und kaufmännische

Wirkung

Rechtlich dienen Marken dazu, die Waren

und Dienstleistungen eines Unternehmens

von denen anderer Unternehmen zu unterscheiden.

Dieser Herkunftshinweis dient dazu,

die Kaufentscheidungen der Kunden gezielt

zu beeinflussen, da mit der Marke in der

Regel ein bestimmtes Image transportiert

und ein Versprechen über die gleichbleibende

Qualität abgegeben wird. Erst die Marke

wandelt ein beliebiges Produkt oder eine

Dienstleistung zu einem Markenartikel mit

gesteigertem Wert und Ansehen.

Gefährdungen erkennen

Ohne eine eigene Marke ist ein Unternehmen

dabei weitgehend schutzlos. Ein Wettbewerber

könnte ein ähnliches oder sogar identi-

Dr. Alexa Freifrau von Ketteler

Foto: rothkegel designstudio, Ulm

sches Zeichen für vergleichbare Produkte

oder Dienstleistungen nutzen und so mittels

eines Plagiats an den Investitionen des Zeichennutzers

partizipieren. Und wenn der

Nachahmer sein Zeichen als Marke eintragen

lässt, droht sogar, dass der Nachahmer dem

eigentlichen Schöpfer die weitere Benutzung

untersagt. Weiterbenutzungsrechte bestehen

nämlich nicht.

Gefährdungen vermeiden

Die eigene Rechtsposition lässt sich durch

den Erwerb eingetragener Marken sichern.

Die in diesem Zusammenhang auftretenden

Fragen mit der Berücksichtigung absoluter

Schutzhindernisse, der Recherche nach älteren

Zeichenrechten Dritter, bei der Festlegung

der sachlichen und regionalen Reichweite

erfordert kompetente Beratung, die

auch die Pflege und Verwaltung existierender

Marken einschließt.

Den Mandanten der Hentrich Patentanwälte

PartG mbB steht dafür mit den drei Patentanwälten

Dr. Swen Hentrich , Ralf Rötter und

Dr. Michael Roos, unterstützt durch Frau Dr.

Alexa Freifrau von Ketteler, ein hochqualifiziertes

Team zur Verfügung, für die das Markenrecht

einen der Schwerpunkte ihrer beruflichen

Tätigkeit bildet.

Hentrich Patentanwälte PartGmbB

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D-89073 Ulm

Tel: +49 731 140 449-0

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33


[spezial] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Die Kunst des Loslassens

Gemeinsam nach Lösungen suchen – so hat Ex-Landrat Heinz Seiffert Jahrzehnte lang erfolgreich Politik gemacht.

Jetzt ist der 64-jährige CDU-Politiker im Ruhestand. Seinen Abschied hat er sorgfältig geplant.

Mit einer Portion Wehmut hat sich

Landrat Heinz Seiffert in den Ruhestand

verabschiedet. Den hatte er

von langer Hand geplant. Ein ganzes Bündel

an privaten und beruflichen Kriterien hatte er

dabei berücksichtigt. Mehr Zeit für Familie

und Ehefrau Edelgard wollte er haben, im

Landratsamt habe er mit Heiner Scheffold „einen

fähigen Nachfolger“, sagt der 64-Jährige

im Gespräch mit unternehmen[!]. „Außerdem

lassen meine Kräfte langsam nach, das spüre

ich genau. Und bevor es andere spüren, ist es

besser zu gehen.“

Mehr als elf Jahre war er Landrat des Alb-Donau-Kreises,

zuvor elf Jahre direkt gewählter

Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis

Ulm/Ehingen. Seit fast 50 Jahren engagiert

sich der CDU-Mann in der Politik. „Ich bleibe

ein politischer Mensch“, betont er. Doch politische

Ämter und Funktionen strebe er nicht

mehr an: „Warum soll ich einem Jungen und

Aktiven in einem Gremium oder beim Parteitag

den Platz wegnehmen? Ich werde mich

auch mit allen ungefragten Ratschlägen zurückhalten

und die Rednerpulte so gut es geht

meiden.“

Zum Ende seiner Amtszeit hatten Seiffert und

sein Team im Landratsamt noch einmal eine

Herkulesaufgabe zu bewältigen: die Unterbringung

der Menschen, die vor Krieg und

Zerstörung aus ihren Heimatländern geflohen

waren – und das unter hohem Zeitdruck.

Das Ausmaß der Arbeit hatte niemand abschätzen

können. Landratsamt, Kommunen

und Ehrenamtliche waren stark gefordert. Vor

allem: Es gab keine „Blaupause“ für diese Herausforderung,

die überraschend über das

Landratsamt hereinbrach. Gelöst hat er sie,

wie so viele Problemstellungen in seiner elfjährigen

Amtszeit als Landrat des Alb-Donau-

Kreises: im kollegialen Miteinander und an

der Sache orientiert.

Ex-Landrat Heinz Seiffert: „Ich werde mich mit

allen ungefragten Ratschlägen zurückhalten.“

34


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[spezial]

KOLLEGIALES MITEINANDER

Auch zu Beginn, im Jahr 2005, erwartete ihn

eine Mammutaufgabe: die große Verwaltungsreform.

„Die zentrale Aufgabe des Landrats

bestand darin, ehemalige Landesbehörden

einzugliedern. Die sind nicht ganz

freiwillig zu uns gekommen, und es gab vielfach

große Bedenken. Die mussten wir ernst

nehmen und zerstreuen“, erinnert er sich.

Doch Seiffert entwickelte Lösungen, zerstreute

die Sorgen. Die Neuordnung brachte nach

seinen Worten viele Vorteile. Bei Projekten

und Verfahren sitzen seither alle zuständigen

Stellen an einem Tisch. Das habe die Verfahren

gestrafft, die Arbeit der Behörde effizienter

gemacht.

Heinz Seiffert lockert die Krawatte: Sein Abschied war lange geplant, leicht gefallen ist er ihm nicht.

AUFTRAG ALS DIENSTLEISTER

Mit der großen Verwaltungsreform waren jedoch

auch schmerzhafte Einschnitte verbunden.

20 Prozent der Stellen mussten innerhalb

von sieben Jahren eingespart werden. Dabei

war ihm nach seinen Worten „ein gutes Miteinander

im Haus trotz mancher Härten durch

die Verwaltungsreform“ stets eine Herzensangelegenheit.

Gleichzeitig habe er immer das

Gefühl gehabt, von den Mitarbeitern des

Landratsamtes und den Mitgliedern des Kreistags

getragen werden.

Großen Wert legte er darauf, dass sich das

Landratsamt als Dienstleister versteht und Ermessensspielräume

im Sinne der Bürger

nutzt. „Ich habe den Mitarbeitern immer gesagt:

„Die Kunden, die zu uns kommen, haben

uns schon bezahlt. Mir ist wichtig, dass sie gut

behandelt werden.“ Diesen Auftrag als Dienstleister

habe das Landratsamt angenommen.

Zu den großen Themen in seiner Amtszeit gehörten

die Schulen. 23,2 Millionen Euro investierte

der Landkreis in die Bildungslandschaft.

Alle Beruflichen Schulen im

Alb-Donau-Kreis verfügen über berufliche

Gymnasien. „Unsere Schülerzahlen steigen

entgegen dem Trend“, sagt Seiffert und begründet

das mit dem „attraktiven Angebot“.

Wie bei der Bildung war es Seiffert auch in Sachen

Gesundheitsversorgung, Pflege, Straßenverkehr

und Nahverkehr wichtig, dass alle

Regionen im Alb-Donau-Kreis sich gut entwickeln.

„In den vergangenen 40 Jahren haben

wir es geschafft, die Investitionen so zu verteilen,

dass kein Teil des Landkreises sich abgehängt

fühlt“, betont er. Angesichts der Ausbreitung

und der Form des politischen

Gebildes ist das nicht selbstverständlich: Der

Landkreis reicht von Balzheim im Süden bis

hinter Amstetten im Norden, von Munderkin-

Thermische Systeme für die

Elektronik- und Photovoltaikindustrie

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Herzlichen Dank

für die langjährige Zusammenarbeit

Ruhestand ist kein

Stillstand, sondern die

Möglichkeit neue Ideen

zu verwirklichen.

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35


[spezial] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Lieber Heinz Seiffert,

ab jetzt gilt: Setzen Sie

Ihre Energien frei, auch

im Ruhestand!

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Wir danken Herrn Landrat Seiffert

für seine engangierte Arbeit im

Alb-Donau-Kreis und wünschen Ihm

auf seinem weiteren Lebensweg

alles Gute!

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Stationen eines bewegten Lebens, von oben: Heinz Seiffert im Jahr 2002 im

Wahlkampf mit Wolfgang Schäuble. 1986 verliert er denkbar knapp die

OB-Wahl- in Ehingen. In der Fasnet 2006 begrüßt er in Ehingen Narren-

gen im Westen bis nach Langenau im Osten, oder wie es in dem von

Seiffert initiierten Kreismarsch heißt: von der Alb zur Donau. Kein

anderer Landkreis in Baden-Württemberg hat mehr Kommunen. In

55 Gemeinden und Städten leben 192.000 Menschen. „Die Altkreise

Ulm und Ehingen sind nahtlos zusammengewachsen“ sagt Seiffert.

Für ihn, so betont Seiffert, sei es wichtig gewesen, „den Zusammenhalt

der kommunalen Familie zu stärken und zu pflegen.“ Auch hier

spielt das Thema Finanzen eine Rolle. Als der Diplom-Verwaltungswirt

2005 sein Bundestagsmandat aufgab und an die Spitze des Landkreises

wechselte, lag der Kreisumlagesatz bei 29,3 Prozent. Seiffert

hielt sein Versprechen, die Umlage so niedrig wie möglich zu halten.

Mit aktuell 28 Prozent gehört der Alb-Donau-Kreis zu den Landkreisen

im Südwesten, die den Kommunen am wenigsten tief in die Taschen

greifen. Dennoch tätigte er in den vergangenen elf Jahren 201,5

36


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[spezial]

Den Fortschritt erleben.

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von einbaufertigen, hochpräzisen Dreh- und Frästeilen.

büttel Erich Brosch. Rechte Seite von oben: Mit dem Rad durchs Lautertal,

mit der Jungen Union 1998 im Bundestagswahlkampf und mit Kindern

im Jahr 2007 beim Schmücken eines frisch gepflanzten Birnbaumes.

Lieber Heinz Seiffert,

wir danken für Ihr

Engagement und sind

sicher, dass Ihre

kreative Schaffenskraft

auch im Ruhestand

nicht nachlässt.

Millionen Euro an Investitionen. Rechnet man die Tochtergesellschaften

hinzu, sind es 274 Millionen Euro.

Eine weitere Zahl zeigt, wie gut der Landkreis mit Seiffert an der Spitze

wirtschaftete: Die Schulden verringerten sich von 53,5 Millionen

Euro (2005) auf 9 Millionen Euro (2016). „Wir haben die Gunst der

guten wirtschaftlichen Entwicklung genutzt“, gibt sich Seiffert bescheiden.

Auch die hohen Ausschüttungen der Oberschwäbischen

Elektrizitätswerke – zwischen 2005 und 2015 waren das 102 Millionen

Euro – seien ein wichtiger Grund für die solide Finanzlage des

Landkreises, erläutert der gebürtige Münsinger.

Der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) forderte

Seiffert freilich mehr als ihm lieb war. Der Zusammenschluss

von neun Landkreisen hält einen Anteil von 46,75 Prozent am Energieversorger

ENBW. Zusammen mit dem zweiten Großaktionär, dem

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37


[spezial] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Land Baden-Württemberg, bestimmt die

OEW die Geschicke des Karlsruher Energieriesen,

dem drittgrößten Stromkonzern

Deutschlands. Von 2012 bis 1. Mai dieses Jahres

war Seiffert Verbandschef, die fünf Jahre

zuvor Stellvertreter. Er übernahm den Verband

ein Jahr nach der Nuklearkatastrophe

im japanischen Fukushima in einer extrem

schwierigen Zeit für den ENBW-Konzern.

EXTREM GEFORDERT

Durch die Energiewende der Bundesregierung

war der ehemalige Atom- und Kohlekonzern

in erhebliche Turbulenzen geraten. Statt

sprudelnde Millionengewinne gab es Verluste,

Stellenabbau, den Rückbau von Atomkraftwerken,

den Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Als OEW-Verbandschef war Seiffert

extrem gefordert. Mindestens zwei Tage pro

Woche beschäftigte er sich nach seinen Worten

mit OEW-Themen. Gleichzeitig stellte er

die OEW auf eine breitere Basis. So kaufte sich

diese in die ENBW Onshore-Portfolio ein, die

Konzentriert dirigiert Landrat Heinz Seiffert beim Kreismusikfest 2007 den Gesamtchor.

deutschlandweit 18 Windparks betreibt. Seit

Anfang des Monats befindet sich Seiffert im

Ruhestand. Nach aufreibenden Jahren in der

Politik genießt er nun die freie Zeit. Seine Ehefrau

Edelgard und er haben sich E-Bikes gekauft

und schon rund 1000 Kilometer zurückgelegt.

„Das ist eine völlig neue Rad-Qualität“,

schwärmt Seiffert und freut sich auf viele

Touren. [!]


ALEXANDER BÖGELEIN

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hinterlassen Spuren !

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38


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[spezial]

„Das holen Sie nie auf“

„Kollegial und fair“

Wolfgang Schäuble,

Bundesfinanzminister

Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister

und langjähriger Kollege Seifferts in der

CDU-Fraktion schreibt zur Verabschiedung:

„Mit Heinz Seiffert habe ich gute Jahre

der Zusammenarbeit im Deutschen Bundestag

gehabt. Er hat dort nicht nur

engagiert die Interessen seines Wahlkreises

vertreten, sondern sich auch als Finanzpolitiker

einen guten Namen gemacht. Uns

verbindet aber noch mehr als die Finanzpolitik:

Wir haben am gleichen Tag Geburtstag

– am 18. September. Natürlich ist Heinz

Seiffert jünger als ich. „Die zehn Jahre holen

Sie nie auf“, habe ich ihm immer gesagt. Und jetzt geht der junge

Heinz Seiffert in den Ruhestand. Das hat er sich verdient. Dafür wünsche

ich ihm alles Gute, viel Glück und Gesundheit!“

Ivo Gönner, ehemaliger

Ulmer Oberbürgermeister

Ulms ehemaliger Oberbürgermeister Ivo

Gönner und Heinz Seiffert hatten in ihrer

aktiven Zeit einige Gemeinsamkeiten. Als

Sie Anfang der 90er Jahre mit einer Delegation

in Hamburg und Bremen Müllverbrennungsanlagen

besichtigten, stellten

sie fest, dass sie auch die Flugangst teilen.

Seiffert habe sich immer an der Frage orientiert:

„Kriegen wir für Ulm und die Region

etwas Gutes hin“, sagt Gönner. „Es gab immer

einen guten Gleichklang.“ Auch die

Verwaltungsreform „haben wir gut über

die Bühne gebracht – ganz ohne Eifersüchteleien“.

In der schwierigen Zeit nach der Wirtschaftskrise 2008/2009,

in der sich große Banken von der Unternehmensfinanzierung zurückgezogen

haben, hätten beide im Verwaltungsrat der Sparkasse Ulm an

einem Strang gezogen, um mittelständische Firmen zu stärken und zu

retten. Im Rückblick sagt SPD-Mann Gönner über den CDU-Mann Seiffert:

„Das war ein sehr kollegiales und faires Verhältnis. Ich habe sehr

gut mit ihm zusammengearbeitet.“

Verbundenheit

ist einfach.

Nichts ist so stark wie die

Verbundenheit engagierter

Partner, die sich mit aller

Kraft für eine lebenswerte

und aussichtsreiche Zukunft

unserer Region einsetzen.

Wenn’s um Geld geht

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39


[rubrik] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Celos-Mitarbeiterin Dorothee Ott baut im Montageraum, der vor elektrostatischen Entladungen geschützt ist, einen zusätzlichen Speicher in einen Server ein.

Schützen und pflegen

Die Digitalisierung verändert die Anforderungen an die IT in Unternehmen. Viele Firmen suchen sich Hilfe von außen

und lagern Aufgaben aus. Das Ulmer Systemhaus Celos Computer profitiert davon.

Locky ist ein kleiner Kerl, doch er ist alles

andere als ein putziger Zeitgenosse. Vielmehr

verbreitet er in Unternehmen und

Institutionen Angst und Schrecken. Denn Locky

ist einer der Verschlüsselungstrojaner, die

derzeit im virtuellen Raum ihr Unwesen treiben.

Kriminelle versuchen mit seiner Hilfe

via Cyberangriff Geld zu erpressen. Allein im

ersten Halbjahr 2016 hat er Tausende von

Computern verschlüsselt.

Thomas Hoffmann, Geschäftsführender Inhaber

des Ulmer Systemhauses Celos Computer,

ist derzeit viel unterwegs, um Kunden über

die Fallensteller im Internet aufzuklären. Öffnen

Mitarbeiter einen Mail-Anhang, in dem

sich Locky versteckt, lassen sich erst wenige,

schließlich immer mehr Dateien nicht mehr

öffnen. Damit nicht genug: Bald schon kann

das moderne trojanische Pferd im gesamten

angeschlossenen Netzwerk aktiv werden –

und dann taucht auf einem der Bildschirme

eine Lösegeldforderung auf: Kein Geld, kein

Freigabeschlüssel. Doch dieser ist freilich

auch bei einer Zahlung nie garantiert.

Hoffmann kennt die Tricks, wie sich Kriminelle

Zugang zu den Netzen erschleichen. Etwa

den, Sticks als Köder auszulegen und mit

der Neugierde der Finder zu kalkulieren.

Denn der Aufbau und die Pflege solcher IT-

Infrastrukturen sind die Kernkompetenz seiner

Firma, die er 1990 als Ein-Mann-Start-up

gegründet hat, damals mit dem Elan des frisch

gekürten „Dipl.-Ing“.

Firmenchef

Thomas Hoffmann.

VIELE ZEIT TROTZ STUDIUMS

Schon während des Studiums hatte er parallel

mit dem Programmieren begonnen, sein Fach,

die Automatisierungstechnik, hatte mit dem,

was er heute tut, so gut wie nichts zu tun. „Studieren

hat eher mein Allgemeinwissen beflügelt“,

erzählt Hoffmann. Es ließ ihm noch genügend

Raum, erste Kunden mit Hardware zu

beliefern. Galt es diese miteinander zu vernetzen,

sei dies quasi als Dreingabe erfolgt, möglich

durch die „damals

noch guten

Margen“.

Heute macht der

Handel mit Hardware

nach Hoffmanns

Angaben

noch 40 Prozent

des Umsatzkuchens

aus. 60 Prozent

aber erziele

Celos mittlerweile

mit Dienstleistungen,

darunter auch die Beratung: „IT ist sehr

komplex und umfangreich geworden.“ Seit

2006 sei es immer mehr üblich geworden, die

Leistungen an fixe vertragliche Abmachungen

zu koppeln: Die Kunden lagern damit zunehmend

Aufgaben an Celos aus, die bislang

ein firmeninterner Systemadministrator erfüllt

hat, darunter die Pflege des IT-Systems

oder das Aufspielen von Updates – und natür-

40


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[machen]

lich der Schutz vor Hacker-Angriffen. „Durch

einen solchen Vertrag erhalten Firmen eine

planbare IT, eine Erreichbarkeit von zwölf

oder sogar 24 Stunden mit eingeschlossen

und ebenso eine Klausel, bis wann ein etwaiger

Fehler behoben sein muss.“

DIE GROSSEN MACHEN DRUCK

Die rasante Entwicklung des IT-Bereichs spiegelt

sich stark in der Firmenentwicklung und

der Auffächerung in Tätigkeits- und Geschäftsfelder

wider. Unter dem Dach der Celos

Computer GmbH als Holding befinden sich

mittlerweile fünf Gesellschaften. In der 2013

ins Leben gerufenen Celos Solutions GmbH

sind die Bereiche PDM und CAD gebündelt.

Über die Novacur GmbH steht Celos in Verbindung

mit 80 weiteren Systemhäusern. Der

Zusammenschluss ermöglicht die deutschlandweite

Betreuung von überregionalen

Kunden. C-entron Software bündelt alles, was

mit ERP-Programmen und damit mit Geschäftsprozessen

zu tun hat. Business C-Voice

kümmert sich um das Thema Telefonie.

Die Celos Computer GmbH zählt sich zum

oberen Zehntel der größten Systemhäuser in

Deutschland. Und wiegt sich den Worten ihres

Inhabers zufolge dennoch nicht in Sicherheit.

„Es gibt unbestritten einen Zwang zu

Wachstum in unserer Branche“, erklärt Thomas

Hoffmann. Obwohl er in der Händlerhierarchie

weit oben steht – als „Microsoft Gold

Partner und als „HP preferred Partner Gold“ –

gehe eben von diesen „großen Playern“ ein

zunehmender Druck aus. Diese seien deutlich

bestrebt, ihr Händlernetz möglichst zu verkleinern.

Wer den Status als Premium-Partner

verliert, erhält auch geringere Rabatte.

100 Mitarbeiter in Ulm und Augsburg

Die Teamleiter Konstantin Hermann (li.) und Philipp Wittmann sind 2 der 100 Mitarbeiter.

Computertechnik Hoffmann hieß das

Start-up, mit dem Thomas Hoffmann

1990 den Schritt in die Selbständigkeit

wagte. Der Firmensitz ist mehrfach gewandert,

bis er im Ulmer Donautal seinen

jetzigen Ankerplatz gefunden hat. Zur

Stetigkeit der heutigen Celos Computer

GmbH, die in Augsburg einen zweiten

Standort unterhält, zählt der stramme

Vor diesem Hintergrund setzt sich Hoffmann

ambitionierte Ziele. Der Jahresumsatz von

derzeit 18 Millionen Euro soll bis zum Jahr

2020 schon auf 25 Millionen klettern. Er will

dies durch organisches Wachstum schaffen.

Das Thema Fachkräftemangel, das viele IT-

Unternehmen plagt, ist für Celos kein Thema.

„Wir kriegen genügend Personal“, sagt Hoffmann.

Zum einen profitiere das Unternehmen

vom zunehmenden Outsourcing-Trend

Wachstumskurs, der sich auch in der auf

heute rund 100 Mitarbeiter zählenden

Belegschaft widerspiegelt.

Eine Vorstellung über die Geschäftstätigkeit

vermittelt eine weitere Zahl: „Wir haben

in den vergangenen drei Jahren mit

1450 Firmen Geschäfte gemacht“,

informiert der geschäftsführende Alleingesellschafter.


TV

in IT-Abteilungen. Zum andern sind in der

Gruppe derzeit rund 20 Azubis an Bord. Drittens

erwarte man von Bewerbern nicht unbedingt

einen geradlinigen beruflichen Weg, da

dürfe es auch Brüche geben. Und Studienabbrecher

würden nicht mit ablehnender

Skepsis empfangen, sondern mit hohen Erwartungen.

„Sie sehen uns als ihre zweite

Chance. Das ist doch gut für uns.“ [!]


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[machen] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Das „K10“ gehört mit 28 Metern zu den drei höchsten Gebäuden der Paulaner-Stadt in München-Langwied. Es beherbergt die Gär- und Lagertanks.

„Da ist Paulaner dran“

Technisch und planerisch anspruchsvoll war der Bau des neuen Standorts von Paulaner in München-Langwied. Gebäude

und Brauanlagen wurden gleichzeitig erstellt. Gemanagt hat das Großprojekt die Nething-Gruppe aus Neu-Ulm.

Es war Münchens größte Baustelle und

ein Prestigeobjekt. 300 Millionen Euro

hat sich die Paulaner Brauerei GmbH

und Co. KG ihren Umzug nach Langwied kosten

lassen. Bis dahin hatte Paulaner 380 Jahre

lang Bier am Nockherberg gebraut, doch dort

war es zu eng geworden. Am neuen Standort

ist auf 15 Hektar eine kleine Stadt entstanden.

13 Gebäude, bis zu 20 Meter hoch, mit 83.000

Quadratmetern Nutzfläche. Zeitweise waren

bis zu 700 Mitarbeiter von mehr als 70 Firmen

im Einsatz, sie verbauten 3000 Betonfertigteile,

4000 Tonnen Edelstahl, 25 Kilometer Stahlrohre

und mehr als 2 Mio. Fliesen. Das alles

managte die Neu-Ulmer Nething-Gruppe. Ende

2011 klingelte das Telefon: „Da ist Paulaner

für Sie dran“, erinnert sich Axel Nething. Am

anderen Ende war Paulaner-Geschäftsführer

Stefan Lustig, der das Architekturbüro zu einem

Wettbewerb einlud.

REIBUNGSLOS UND PÜNKTLICH

Eine Brauerei hatte Nething bis dahin nicht

gebaut, doch die Neu-Ulmer bekamen den Zuschlag.

„Unsere Fähigkeit ist es, die Anforderungen

und die Fachdisziplinen am Bau zu

vernetzen. Für die Fachdisziplinen suchen wir

uns die Experten, die jeweils am geeignetsten

sind“, erläutert Nething. Bei der Generalplanung

gehe es vor allem darum, Produkt, Auftraggeber

und dessen Prozesse zu verstehen.

„Nur so lassen sich Abläufe gut gestalten und

eine optimale Baulösung schaffen.“ Das Paulaner-Projekt

war auch aufgrund des Zeitdrucks

herausfordernd.

Die Gebäude und

die Anlagentechnik

wurden gleichzeitig

gebaut. Dennoch

verlief der

Bau von Europas

modernster Brauerei

fast reibungslos,

sagte Paulaner-

Geschäftsführer Firmenchef

Lustig. Nun geht es Axel Nething.

nur noch um Restarbeiten.

Und Braumeister Christian Dahncke

ist vor allem stolz darauf, „dass unsere Biere

vom neuen Standort genauso gut schmecken

wie vom Nockherberg.“ [!] AMB

42


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Wenn Produkte zu Software werden …

Herr Rath, Industrie 4.0 ist in aller Munde, nur

wenige wissen aber genau, was das bedeutet.

Die Hightech-Strategie „Industrie 4.0“ hat zum

Ziel, den gesamten Produktionsprozess mit

modernster Infomations- und Kommunikationstechnologie

kosten- und erfolgsoptimal zu

verzahnen. In Zeiten von volatilen Märkten und

hybriden Organisationsformen rate ich jedem

Entscheider, sich intensiv mit den Chancen der

industriellen Revolution auseinander zu setzen.

Wer zu den Gewinnern oder Verlierern des aktuell

beschleunigten digitalen Transformationsprozesses

zählt, hängt stark von dieser Leistungsbereitschaft

der Unternehmen ab.

Das Ganze hat ja nicht nur Auswirkungen

auf unsere globale Wettbewerbsfähigkeit

sondern auch auf den Arbeitsalltag eines

jeden Einzelnen?

Meines Erachtens führt ein Verharren in der Arbeits-

und Organisationskultur des 20. Jahrhunderts

in einer globalen und digitalen Arbeitswelt

nicht zum Erfolg. Viele Entscheider

sind sich dessen bewusst und haben bereits

Projekte für einen Kulturwandel in den Unternehmen

gestartet. Der Arbeitsalltag des 21.

Jahrhundert muss menschlicher, demütiger,

authentischer und reflektierter sein. Doch: Augenhöhe

statt „der Ober sticht den Unter“,

grenzenlose Zusammenarbeit statt Silodenken

macht klar, dass die Gestaltung der zukünftigen

Arbeitswelt kein Selbstläufer sein wird.

Unternehmen müssen also nicht nur in

technischen Abläufen umdenken?

Nun, die digitale Transformation wird ohne die

Einbeziehung des Menschen nicht gelingen!

Die Unternehmen können die Chancen der

Transformation nur dann nutzen, wenn die Mitarbeiter

im wahrsten Sinne des Wortes an diesem

Strang mitziehen. Etliche Berufsbilder

werden sich grundlegend verändern. Der Umgang

mit neuen Technologien muss vermittelt

werden und die Kommunikationsfähigkeit für

eine Arbeit in einem Agilen Team muss gestärkt

werden. Die Innovationsfähigkeit eines Unternehmen

hängt somit in Zukunft entscheidend

vom Faktor Mensch ab und kann in eine Transformation

der gesamten Unternehmenskultur

münden.

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entsprechend dieser umfassenden Anforderungen?

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wollen wir umfänglich handwerkliche und soziale

Kompetenzen ausbilden. Für eine gelingende

Interaktion in interdisziplinären Teams ist z.

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Ihrer Arbeitswelt können in 3D direkt

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Alltag – was wird

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müssen wir uns grundlegend

neu erfinden?“

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[rubrik] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Katja Kienhöfer in ihrem „Studio 54“ in Göppingen. Der Kontrast zu ihrem früheren Leben im Jetset könnte kaum größer sein.

Fotos: Giacinto Carlucci

Zwischen Glamour und Kleinstadt

Sie genoss viele Jahre das Leben in den Mode-Metropolen, bevor sie sich in ihrer Heimat Göppingen niederließ: die

Visagistin Katja Kienhöfer. Sie ist erfolgreich und zufrieden mit ihrem Familienleben abseits der großen Glitzerwelt.

Heute Paris, morgen Mailand, übermorgen

New York. Vier Kontinente in vier

Wochen. Immer Zeitdruck, häufig Jetlag,

oft müde, ständig unter Strom. „Ich habe

doppelt so schnell gelebt“, sagt Katja Kienhöfer,

lächelt und lehnt sich entspannt zurück.

In ihrem kleinen Büro, ganz hinten im „Studio

54“, erzählt die erfolgreiche Geschäftsfrau

von ihrer Zeit in der großen, weiten Modewelt.

Mit Begeisterung, aber ohne Wehmut.

Sie scheint angekommen, zufrieden und

glücklich zu sein. „Ich vermisse nichts“, betont

die Visagistin, die im Jahr 2002 die Parfümerie

mit Kosmetikstudio in ihrer Heimatstadt

Göppingen eröffnet hat.

NEUE LOOKS MIT VERSACE

Viele spannende Jahre lagen damals hinter

ihr, in denen sie permanent auf Achse war,

Models für Foto-Shootings und Modenschauen

schminkte, mit den Großen der Kosmetikindustrie,

zum Beispiel Versace, neue Looks

kreierte oder Menschen beim Fernsehen aufhübschte.

300 Tage im Jahr Glamour- und

Glitzerwelt, auf Du und Du mit den Promis –

und dann zurück in die Provinz? Vermisst

man da wirklich gar nichts? „Ich habe viele

Promis erlebt, das fehlt natürlich in Göppingen.

Aber die Leute hier sind begeisterungsfähiger.

Prominente werden jeden Tag geschminkt

und sind daher viel kritischer“,

schildert Katja Kienhöfer ihre Erfahrungen.

Zudem habe sie es angestrengt, sich jeden Tag

44


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[machen]

Bereits im Alter von 12 verging kein Tag ohne Make-Up und Styling, erzählt Katja Kienhöfer.

auf neue Menschen unterschiedlicher Kulturen

einstellen zu müssen. Sie möchte die Zeit

nicht missen, aber irgendwann sei der Punkt

gekommen, an dem sie der oberflächlichen

Jetset-Welt entfliehen wollte. Als sie einmal

so müde war, dass sie in Las Vegas beinahe den

Flieger verpasst hätte – schlafend an einem

lärmenden Spielautomaten – habe der Entschluss

festgestanden. „Ich hatte sogar Angst

davor, den Absprung nicht zu schaffen, weil

mich vieles Normale gelangweilt hat“, blickt

die verheiratete Mutter zweier Söhne zurück.

Heute gibt es jede Menge Normalität in ihrem

Alltag. Wenn die 42-Jährige ungeschminkt

mit ihrem Hund spazieren geht, ihre Kinder

auf dem Fußballplatz anfeuert oder mit ihnen

Hausaufgaben macht, fühlt sie sich genau am

richtigen Platz. „Aber es ist ja auch nicht so,

dass ich gar nichts mehr mache“, schränkt sie

ein. Hin und wieder ist sie auf der Fashion

Week in Berlin. „Die Models werden immer

jünger und dünner“, erzählt sie von den aktuellen

Laufsteg-Schönheiten, während sie im

Behandlungszimmer ihres Göppinger Kosmetikstudios

eine Kundin mit Permanent-Make-

Up zurechtmacht. Katja Kienhöfer hat bei ihren

Ausflügen in die Glitzer- und Glamourwelt

volles Programm, genießt diesen Trubel aber:

„Ich hole mir neue Inspiration und bekomme

neue Trends mit.“ Neben Modenschauen wird

sie auch für Katalog-Shootings weiterhin gebucht

– „die Kontakte zur Kosmetikindustrie,

zu Fotografen und zum Fernsehen habe ich

bis heute gehalten“. Sie bezeichnet sich als „sicherheitsdenkenden

Menschen“ und habe

sich als Geschäftsfrau nie auf nur ein Standbein

gestützt.

Doch von nichts kommt nichts. Katja Kienhöfer

ist eine Macherin und kein Mensch, der

darauf wartet, dass etwas passiert. „Ich bin privat

immer an den Hotspots, zum Beispiel in

Kitzbühel, St. Tropez oder Cannes.“ Auch auf

Ibiza war sie kürzlich, dorthin will sie künftig

öfter reisen: „Da bin ich gerade dabei, Kontakte

aufzubauen.“ Einfach nur faul am Strand zu

liegen, ist gar nicht ihr Ding: „Ohne Arbeit ist

es ja langweilig.“ Und so kommt es nicht selten

vor, dass sie bei sengender Hitze Adligen

am Pool die Wimpern klebt, während die Familie

„urlaubt“.

FASZINIERT VON HOCHGLANZ

Irgendwie scheint bei dieser Frau alles zu

Gold zu werden, was sie anpackt. Gibt es ein

Erfolgsrezept? Wie setzt man sich durch in

diesem harten, schnelllebigen Geschäft? Katja

Kienhöfer hat eine einfache Antwort: „Die Erfahrung

nimmt einem keiner – weder die

fachliche noch die persönliche. Die Visagistin

weiß, was sie kann und was sie will. Zielstrebig

hat die 42-Jährige ihre Karriere verfolgt.

Bereits mit zwölf sei kein Tag ohne Make-Up

und Styling vergangen, blickt die Inhaberin

des Beauty-Salons zurück. Ihr Taschengeld investierte

sie in Hochglanz-Magazine, um die

Modewelt zu studieren. So verfolgte sie den

Lebenswandel der Supermodels der 1980er-

Jahre. Nach dem Realschul-Abschluss machte

sie eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau

und sattelte die Visagisten-, Maskenbildner-

und Kosmetikschule drauf.

EIN BISSCHEN WEHMUT

Die glitzernde Modewelt ist heute nur noch

ein kleiner Teil ihres Lebens. Katja Kienhöfer

lässt es jetzt ruhiger angehen. „Ich wollte alles

machen, bevor ich Kinder habe“, sagt sie. Das

ist ihr gelungen – allerdings mit einem Nachteil.

„Es gibt nicht mehr so viele Träume“,

meint sie fast wehmütig. „In der Visagisten-

Szene habe ich alles erreicht, was ich erreichen

wollte.“ Den Internet-Handel ihrer Firma

will sie wiederbeleben, fällt ihr ein. Und

sich fortbilden, aber eher in Richtung Marketing

und Betriebswirtschaft.

Außerdem schreibt Katja Kienhöfer gerade

ein Buch über die Rolle der Frauen von heute,

wie es ist, Geschäftsfrau, Mutter und Ehefrau

zu sein. Auf jeden Fall ist sie stolz darauf, einen

Hauch des Glamours und der bunten Farben

der Modewelt nach Göppingen gebracht

zu haben. [!] SUSANN SCHÖNFELDER

45


[gründen] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Natürlich selbstständig

Die Bio-Branche boomt, „Green Living“-Ratgeber sind auch bei technologieverwöhnten Menschen angesagt.

G-Nature-Gründer Tobias Gölz stillt mit seinen Farben Sehnsüchte und bringt Mutter Erde ins Zuhause seiner Kunden.

FIRMENKAUF SCHEITERT

Am 14.12.2012 gründet Gölz die AG. Aber der

Firmenkauf scheitert. „Meine Selbstständigkeit

wieder an den Nagel hängen, kam trotzdem

nicht in Frage“, erzählt der Netzwerker.

Sein Ehrgeiz ist geweckt. Doch die Banken

sind skeptisch. Nach langem hin und her bekommt

Gölz nur einen kleinen Kredit, für den

er persönlich bürgen muss. Also investiert der

gelernte Kaufmann eigene Rücklagen. Sein

Motto: „Entweder ich glaube an eine Idee oder

nicht.“ Er rekrutiert ehemalige Mitarbeiter –

darunter Kaufmänner, ein Chemieingenieur

und Anwendungstechniker – und tüftelt mit

ihnen an Farbformulierungen. „Hochwertige

Naturfarben, aus nachwachsenden Rohstoffen,

ohne störende Gerüche“, beschreibt der

Gründer sein Konzept. Doch die Baumarkt-

Ketten haben wenig Interesse. Zu jung, zu unerfahren.

Das fünfköpfige Team aus Süßen

spezialisiert sich schließlich auf Handwerk

und Industrie. „Ein Bereich, in dem Service

und Qualität im Fokus stehen.“

Gründer Tobias Gölz mit einem Teil seiner Mitarbeiter in Russland.

Tobias Gölz mag es natürlich. Vor allem

Zuhause. „Wir verbringen viel Zeit in

unseren Wohnungen. Schadstoffe in

diesem Umfeld sind fatal“, erklärt der 37-Jährige.

Mit seinem Unternehmen G Nature (Süßen/Kreis

Göppingen) stellt er deshalb Naturfarben

her, die Giftiges aus Wohnräumen

verbannen.

Zum ersten Mal kommt Gölz als kaufmännischer

Azubi mit seiner Lieblingsbranche in

Kontakt. In einem mittelständischen Betrieb

lernt der Jugendliche viel über das Geschäft

mit der Natürlichkeit – und findet Gefallen

daran. Er bleibt, studiert BWL an der Abendschule

und wird Prokurist. Als der Inhaber

ihm nach 10 Jahren anbietet, die Firma zu

kaufen, zögert Gölz nicht. „Die Selbstständigkeit

schien der nächste logische Schritt zu

sein“, erklärt er. Um genug Kapital zur Übernahme

aufzubringen, will der Jungunternehmer

eine Aktiengesellschaft gründen. Startkapital

100.000 Euro.

PERFEKTE SYMBIOSE

Der große Durchbruch gelingt den Schwaben,

als sie sich mit Biopin verbrüdern. Das

28-Mann starke Unternehmen stellt Naturfarben

für den Heimgebrauch her. G Nature ergänzt

das Sortiment im Bereich professionelle

Fertigung. Die perfekte Symbiose entsteht.

Rund 13 Monate nach Gründung betritt G Nature

den Markt. Erste Abnehmer findet das

Start-up auf Industriemessen. Darunter Parkettleger,

Schreiner und Maler.

„Die Anforderungen an Industriefarben sind

hoch“, erklärt Gölz. Anders als ein Heimwerker

akzeptiere kein Küchenhersteller mehrtägige

Trockenzeiten. „Nach spätestens sechs

Stunden muss das Werkstück bereit für die

Weiterverarbeitung oder den Packprozess

sein.“ Naturfarben müssen dem Experten zufolge

genauso hart, schlagfest und temperaturbeständig

sein, wie konventionelle Anstriche.

Auflagen und Trends verändern sich

ständig. Gölz: „Up-to-Date bleiben, ist überlebenswichtig.“

Als Teil der Biopin-Gruppe

stellt G Nature das mit einer eigenen Abteilung

für Forschung und Entwicklung sicher.

Der Konkurrenz, so erläutert Gölz, habe sein

Unternemen vor allem eines voraus: Selbst

hergestellte Bindemittel und somit die volle

46


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[gründen]

Kontrolle über die Inhaltsstoffe der Farben,

Harze und Öle. Das kommt auch bei den Kunden

an. Innerhalb eines Jahres verzehnfacht

sich der Umsatz des Jungunternehmens. In

diesem Jahr erwartet Gölz einen Umsatz von

500.000 Euro. 80 Prozent davon erzielt G Nature

im Ausland. Denn: „In Deutschland wird

zu wenig Holz verbaut“, erklärt Gölz.

In Russland oder China hingegen, stößt der

Farbspezialist auf rege Nachfrage. Seit neun

Monaten betreibt G Nature sogar ein eigenes

Büro mit sieben Mitarbeitern in Moskau.

„ Made in Germany steht auch im Ausland für

Qualität“, freut sich Gölz. Nächstes Jahr will

die Naturmarke die arabischen Länder erobern.

Das erste Projekt, ein Universitätsbau

in Dubai, steht bereits.

WIDERSACHER SUCHEN FEHLER

Rückschläge haben Gölz und sein Team trotzdem

erlebt. „Die rechtliche Situation habe ich

unterschätzt“, gibt der Unternehmer zu. Es

dauert nicht lange bis Abmahnungen und

Klagen ins Haus flattern. Denn die Newcomer

sind vielen Konkurrenten ein Dorn im Auge.

„Einmal wurde mir eine Formulierung auf

meinem Xing-Profil angekreidet“, schmunzelt

der Hobbygärtner. Seiner Meinung nach

suchen Widersacher geradezu nach Fehlern,

„um uns direkt tot zu machen“. Fünf Prozesse

hat G Nature bisher ausgefochten. „Aus heutiger

Sicht würde ich von Anfang an in Rechtshilfe

investieren“, erzählt er. Auf der anderen

Seite gehöre Fehler zur Entwicklung eines

Unternehmens dazu: „Wie langweilig wäre

meine Geschichte, ohne den ein oder anderen

Stolperstein“, findet der 37-Jährige.

Allerdings müssen nicht jedem dieselben

Missgeschicke passieren. Deshalb unterstützt

Gölz neue Gründer und empfiehlt allen Business-Startern

sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.

Entsprechende Gruppierungen gibt es

dem Profi zufolge in jeder größeren Stadt. „Es

geht nicht darum, sich allein durchzuschlagen.

Schlau ist, wer aus den Fehlern anderer

lernt.“ Gleichzeitig schonen Gründertreffen

Was sind Naturfarben

eigentlich?

Als Naturfarben gelten Farben, Lacke

und Öle, die aus natürlichen, nachwachsenden

Rohstoffen, möglichst

ohne Mineralölzusatz, produziert werden.

Hersteller deklarieren freiwillig

alle Inhaltsstoffe und garantieren, dass

die Farben ungiftig sind. Das Produkt

ist ökologisch abbaubar und fügt sich

in natürliche Kreisläufe ein. Besonders

beliebt sind Naturfarben bei der Oberflächenbehandlung

von Holz. Die enthaltenen,

natürlichen Harze und Öle

dringen tiefer ein, als synthetisch erzeugte

Kunstharze. Sie sind somit besser

im Untergrund verankert und platzen

weniger schnell ab.

GYS

das Marketing-Budget, denn „dort werden neben

Freundschaften auch Geschäftsbeziehungen

geknüpft.“ [!]

RONJA GYSIN

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Wenn

Inspirieren

ist einfach.

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man für Investitionen einen

Finanzpartner hat, der Ideen von

Anfang an unterstützt.

„Die Kreissparkasse Biberach versteht am Besten meine Bedürfnisse und

bot deshalb das optimale strategische Finanzierungskonzept.“

Marcus Ruoff aus Riedlingen, Erfinder der Nachtwaechter Schlafweste.

Bekannt aus der erfolgreichen TV Sendung

„Die Höhle der Löwen“ bei VOX.


[führen] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Fit für den Wandel

Viele Mittelständler tun sich schwer, ihre Mitarbeiter auf den wachsenden Druck zur Veränderung vorzubereiten. Die

Hochschule Neu-Ulm hat daher für kleine Firmen spezielle Angebote zur Weiterbildung entwickelt.

kürzt sich immer mehr. Vor einigen Jahren

hat eine kaufmännische Ausbildung oder ein

Studium einen Berufstätigen 30 Jahre getragen.

Dies ist heute nicht mehr so und das Absolvieren

von drei Studiengängen wird bald

keine Seltenheit mehr sein“, sagt die 54-Jährige,

die den Bereich Strategische Leitung Weiterbildung

an der Hochschule für angewandte

Wissenschaften Neu-Ulm (HNU) verantwortet.

Ihre Einschätzung: „Die Berufe werden

zunehmend akademisiert und ein Bachelor-

Abschluss wird immer häufiger zur Voraussetzung

für eine Einstellung.“

Für Schafmeister ist diese Entwicklung kein

Grund zu verzagen, weder für Studierende,

Berufsanfänger, Führungskräfte oder Geschäftsführer:

„Die Digitalisierung verändert

die Arbeitswelt, ja sogar unsere Gesellschaft.

Und dagegen hilft nur lernen, lernen, lernen,

und zwar lebenslang.“ Aus diesem Grund hat

das Zentrum für Weiterbildung (ZfW) an der

HNU sein Angebot grundlegend erneuert. Das

soll Unternehmen in der Region dabei helfen,

den permanenten Wandel zu managen.

Sylvia Schafmeister, Professorin an der Hochschule Neu-Ulm, sieht sich Partner des Mittelstands.

Das Veränderungstempo in der Wirtschaft

hat sich in den vergangenen Jahren

rasant beschleunigt. Demenstprechend

wachsen die Anforderungen an

Unternehmer und Führungskräfte, diesen

permanenten Wandel zu gestalten. Doch diese

Entwicklung bereitet Sylvia Schafmeister,

Professorin an der Hochschule Neu-Ulm, keine

Angst. „Die Halbwertzeit des Wissens ver-

EXTERNE TRAINEEPROGRAMME

Neben den bewährten und klassischen MBA-

Studiengängen wie „Betriebswirtschaft für

Ingenieure und andere nicht-wirtschaftliche

Be rufe“, „Führung und Management im Gesund

heitswesen“ und „IT-Strategie und Gover

nance“ steht nun auch das modular aufgebaute

Führungsnachwuchsprogramm „Führungskompetenzen,

Soft Skills und Coaching

für Trainees“ auf dem Lehrplan. Dieses beginnt

mit einer individuellen Standortbestimmung

der Nachwuchskräfte. „Wir begleiten

und betreuen über ein Jahr die Lernfortschritte

und reflektieren die Ergebnisse.“

Eine weitere neue Säule auf dem Neu-Ulmer

Campus bilden die sogenannten Up-to-date-

Seminare, ein- bis zweitägige Schulungen, bei

denen Fach- und Führungskräften aktuelles

Fachwissen aus den Bereichen Management,

IT, Industrie 4.0 und dem Gesundheitswesen

vermittelt wird. So wird von kommendem

Jahr an für Mittelständler unter anderem das

Seminar „Risikomanagement im Zeitalter

von Industrie 4.0“ angeboten. „Ein wichtiger

Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie

ist es, dass auf diese Seminare modular aufgebaut

und das Wissen bei Bedarf weiter vertieft

werden kann“, sagt Schafmeister. Zum Beispiel

mit dem Zertifikat „Strategisches IT-Ma-

48


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[führen]

nagement“. Dieser achtmonatige Kurs richtet

sich an Nachwuchsführungskräfte, orientiert

sich an den Bedürfnissen von Vollzeitbeschäftigten

und wird daher in berufsbegleitender

Form angeboten.

Der Auftrag ist für Sylvia Schafmeister und ihr

Team klar: „Wir verstehen uns als Weiterbildungspartner

für kleine und mittelgroße Betriebe

in der Region, die von unseren Bildungsprogrammen,

die wir mitunter auch als

maßgeschneiderte Inhouse-Seminare anbieten,

nachhaltig profitieren und so Talente binden

können.“

PARTNER FÜR DEN MITTELSTAND

Für Schafmeister ist es wichtig, dass neben der

Theorie die Praxis nicht zu kurz kommt. Das

gehört für sie zu einem nachhaltigen Ansatz.

„Wir bieten mit unserem Fachwissen die Basis

für eine gewinnbringende Geschäftspolitik

und überzeugen die Unternehmer davon, wie

wichtig spezialisiertes Fachpersonal für den

dauerhaften Erfolg eines Betriebes ist.“ Nach

ihrer Einschätzung genügt es nicht, dass die

Angestellten ihre Kenntnisse von Zeit zu Zeit

nur auffrischen. „Es ist enorm wichtig, dass sie

das Erlernte auch selbst anwenden und in den

Betrieb hineintragen können.“ Aus diesem

Grund sind im Zentrum für Weiterbildung

auch nur Professoren mit praktischen Management-Erfahrungen

im Team sowie „reine

Praktiker“, sprich Lehrbeauftrage aus verschiedenen

Bereichen der Wirtschaft.

Schafmeister und ihr Team bereiten den Boden

für eine effiziente Fortbildung, der notwendige

Impuls muss jedoch aus dem Betrieb

herauskommen: „Die Unternehmer müssen

selbst dafür sorgen, dass sich die Mitarbeiter

regelmäßig weiterbilden können, um geistig

rege zu bleiben und nicht in festgefahrenen

Strukturen zu verharren. Erst wenn ein Unternehmen

zu einer lernenden Organisation

wird, kann es auch wettbewerbsfähig bleiben.“

Und dann muss man sich auch keine

Sorgen über die Zukunft machen. [!]


STEFAN LOEFFLER

3800 junge Leute

in 16 Studiengängen

An der Hochschule für angewandte

Wissenschaften Neu-Ulm studieren

3800 junge Menschen. Sie werden von

65 Professorinnen und Professoren an

den Fakultäten Wirtschaftswissenschaften,

Informationsmanagement

und Gesundheitsmanagement in 16

Bachelor- und Masterstudiengängen

praxisnah auf Managementtätigkeiten

vorbereitet. Die HNU sieht auch die berufsbegleitende

Weiterbildung als wichtige

Aufgabe ihres Bildungsauftrages.

Diese Aktivitäten wurden im Jahr 2000

im Zentrum für Weiterbildung (ZfW) gebündelt

und ausgebaut. Durch die zunehmende

Digitalisierung und den steigenden

Ansprüchen an die Flexibilität

von Weiterbildungsangeboten befindet

sich das ZfW im Wandel, sieht sich jedoch

nicht als Konkurrenz zu den Industrie-

und Handelskammern. LOE

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49


Mit Hochdruckwasserstrahlen (500 bar) entfettet dieser IDS-Mitarbeiter ein Maschinengehäuse.

Bei Anruf Hilfe

Der Mittelständler IDS tritt da in Aktion, wo andere sich zurückziehen, Aufgaben fremdvergeben oder er zum Retter in

der Not wird. Der Industriedienstleister aus Unteressendorf wächst stark – vor allem aufgrund seiner Flexibilität.

Die Heinzelmännchen existieren! Nicht

real, das weiß jedes Kind. Zumindest

aber in der schönen Sage, die in Köln

ihren Ursprung hat. Die Hausgeister verrichten

darin nachts, wenn die Bürger schlafen,

deren Arbeit. Putzen das Haus, räumen auf,

schaffen Ordnung. Leider sind sie dabei einmal

beobachtet worden, worauf sie für immer

verschwanden. So geht die Heinzelmännchen-Sage

in aller Kürze.

In Oberschwaben gibt es die moderne Variante

der Heinzelmännchen. Diese sind in Firmen

und großen Industriebetrieben im Raum

Ulm und Oberschwaben aktiv. Sie erscheinen

dort ebenfalls bevorzugt nach Dienstschluss

und Arbeitsende. Dann reinigen sie Maschinen,

putzen und dampfstrahlen im Industriemaßstab,

verlegen in den Produktionshallen

neue Böden, tauschen defekte Regale aus oder

ziehen auch schon mal eine komplette Vorstandsetage

um.

MIT REINIGUNG GESTARTET

Mit diesem Ansatz ist aus der erst 1998 gegründeten

Firma IDS („Industriedienstleistung

Süd“) mit Sitz in Unteressendorf bei Biberach

ein stattliches Unternehmen

geworden, mit derzeit 850 Mitarbeitern und

einem breit gefächerten Angebot, zu dem

mittlerweile auch die Auftragsproduktion gehört.

Begonnen aber hat Firmengründer Jürgen

Maunz mit klassischen „Facility“-Dienstleistungen

mit Schwerpunkt Reinigung.

Die Wünsche der Kunden veränderten das

Aufgabenspektrum von IDS. Das begann, als

Unternehmen sich für Aushilfen interessierten,

um eigene Auftragsspitzen besser abfedern

zu können. Vor diesem Hintergrund

wurde das Portfolio der Industrie-Dienstleistung

um die Arbeitnehmerüberlassung erweitert.

Tätig ist sie ausschließlich für den eigenen

Kundenstamm von IDS.

50


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[machen]

Die „IDS Outsourcing GmbH“ wiederum geht

zurück auf den Voith-Konzern, einen großen

Kunden, der sich von einer konzerneigenen

Lackieranlage trennen, diese aber keineswegs

stilllegen, sondern weiterhin nutzen wollte.

Die Unteressendorfer haben sie daraufhin

mietweise übernommen und in Ravensburg

damit einen Standort eröffnet. „Dann haben

wir zusätzliche Auslastung gesucht“, erzählt

Geschäftsführer Markus Winter. Der Diplomkaufmann

ist vor drei Jahren zu 50 Prozent bei

IDS eingestiegen. Er führt gemeinsam mit Jürgen

Maunz das Unternehmen. Auch die Erledigung

einer kompletten Versandlogistik fällt

in diesen Geschäftsbereich. Oder die Übernahme

der Fahrzeugtaktung beim Liebherr-

Werk in Ehingen.

13 ROBOTERZELLEN

Schließlich kam vor sechs Jahren die IDS Casting

Service GmbH dazu, wobei man sich hier

nicht in der schillernden Welt der Models und

der Casting-Shows bewegt, sondern in der etwas

weniger glitzernden Sphäre des Leichtmetallbereichs.

„Casting“, klärt Maunz auf,

„ist ein Gewerk in der Aluminium-Bearbeitung“.

Wieder war es ein guter Kunde – Handtmann

in Biberach –, der hier Bedarf hatte. Es

geht um die Nachbearbeitung von Gussteilen,

neuerdings auch solche aus Magnesium, wie

sie die Automobilindustrie in ihren Oberklasse-Karossen

verbaut. Am nun dritten Standort

Oggelsbeuren (Kreis Biberach) sind mittlerweile

40 Mitarbeiter beschäftigt und 13 Roboterzellen

im Einsatz. Mit rund 1,5 Millionen

Euro beziffern die Geschäftsführer das jährliche

Investitionsvolumen.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete IDS einen

Umsatz von 17 Millionen Euro, in diesem

Jahr soll bereits die 20-Millionen-Marke geknackt

werden. Den Erfolg begründen Maunz

und Winter mit Zuverlässigkeit, Flexibilität

und Qualität, vor allem aber damit für ihre

Kunden da zu sein. Wie die beiden das verstehen,

zeigt ein Vorfall Ende Juni. Infolge von

Lieber auf eigene Rechnung

Leiten gemeinsam den Dienstleister IDS: Jürgen Maunz (links) und Markus Winter.

Hochwasser standen Produktionshallen bei

den Firmen Handtmann und Liebherr in Biberach

unter Wasser. Am Freitagabend um 22

Uhr rückten 50 Mitarbeiter aus, arbeiteten bis

um 3 Uhr nachts und auch das gesamte Wochenende:

Putzen, aufräumen, in Gang setzen.

So verhinderten die IDS-MItarbeiter einen

Produktionsausfall in beiden Firmen.

30 FLÜCHTLINGE BESCHÄFTIGT

Aufgrund der Angebotspalette beschäftigt IDS

viele Mitarbeiter zu Niedriglöhnen. Hinzu

kommt, dass es sich bei rund 500 der 850 Mitarbeiter

um geringfügig Beschäftigte handelt.

Erst hatte Jürgen Maunz keine Lust

mehr gehabt auf abhängige Beschäftigung.

1998 wagte der Maschinenbaumeister

aus Biberach den Sprung in die

Selbständigkeit. Im Jahr 2000 waren

schon 90 Mitarbeiter an Bord, 2005 waren

es 335, 2014 553 und 2016 sind es

nun 850. Vor drei Jahren stieg dann Markus

Winter ein, inzwischen die IDS Holding

GmbH, unter deren Dach alle operativ

tätigen Gesellschaften gebündelt sind.

Winter, der 50 Prozent der Anteile hält,

ist Diplomkaufmann. Er stammt aus Ravensburg

und war ebenfalls genervt vom

Angestelltendasein.

www.id-s.de

TV

Um Leute etwa, die sich neben ihrem Hauptjob

noch etwas dazu verdienten wollen oder

müssen. Auch etwa 30 Flüchtlinge zählen derzeit

zur Belegschaft, acht Nationen sind darunter

vertreten. Vor allem die Helferkreise stellten

die Erstkontakte her, „unsere Brücke“.

„Wir haben grundsätzlich gute Erfahrungen

mit Flüchtlingen gemacht“, sagt Jürgen Maunz

und präzisiert: „Mit 90 Prozent sind wir sehr

zufrieden.“ Gleichzeitig macht er unmissverständlich

klar, dass IDS auf die Einhaltung von

schwäbischen Tugenden pocht, auf Pünktlichkeit

und Zuverlässigkeit etwa. „Da sind wir

sehr konsequent.“ [!] THOMAS VOGEL

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Günstig und zuverlässig

Mehr als 600 Kunden betreut Südwest Mail und wächst stark. Der Postdienstleister aus Ulm ist ein

Tochterunternehmen des Medienhauses SÜDWEST PRESSE und setzt auf Service für den Mittelstand.

Werner Schwarzendorfer bringt die Entscheidung

Landkreis Kliniken Heidenheim gGmbH

auf einen kurzen Nenner: „Für uns war der

Preisvorteil entscheidend. Und auch der Service

ist besser als bei der Deutschen Post“,

sagt der Teamleiter, der in den Kliniken für die

Poststelle und das Zentralarchiv verantwortlich

ist. Bis zu 500 Briefe täglich verschicken die

Kliniken. „Ein großer Vorteil für uns ist zudem,

dass Südwest Mail unsere Briefe auch frankiert.

Wir bräuchten dafür zusätzliches Personal“,

sagt Schwarzendorfer. Die Reklamationen

bewegten sich im Promillebereich – und wenn

es mal eine gäbe, kümmere sich Südwest Mail

umgehend darum. Sabine Wachsmann freuen

solche Einschätzungen. „Wir wollen für jeden

Kunden die für ihn absolut zufriedenstellende

Lösung anbieten“, sagt die Leiterin Verkauf und

Marketing von Südwest Mail, einer 100-prozentigen

Tochtergesellschaft des Medienhauses

SÜDWEST PRESSE.

Guter Service als Basis

Die Vorteile der Zusammenarbeit mit Südwest

Mail sind nach ihren Worten vielfältig. „Uns ist

gute Beratung und der Service wichtig“, betont

sie. „Unser Außendienst fährt zu jedem Kunden,

der ein Gespräch vor Ort möchte, unabhängig

von der

Größe seines Sendungsaufkommens.“

So können

beispielsweise kleine

Firmen ihre Post

für 2,70 Euro am

Tag abholen lassen

oder ab der ersten

Sendung unsere

Briefkästen nutzen.

Bereits ab 50 leitet den Verkauf.

Sabine Wachsmann

Sendungen ist der

Abholservice kostenlos. „Wir verstehen uns als

Fullservice-Dienstleister und sind nicht nur für

die regionale Post zuständig. Unsere Fahrer

übernehmen alle Sendungen, von Tagespost

über Infopost bis hin zu Einschreiben oder Paketen.

Wir sortieren und verarbeiten alles –

auch internationale Post“, beschreibt Wachsmann

die umfassende Dienstleistung. Dazu

gehören beispielsweise auch Druck, Kuvertierung

sowie Frankierung der Briefe. Der Abholservice

für jeden Kunden ist eines der Unterscheidungsmerkmale

zum großen Wettbewerber,

der Deutschen Post. Interessant sei

beispielsweise für Einzelhändler, dass Südwest

Mail bereits ab 250 Briefen Infopost bundesweit

verschickt (im Fachjargon heißt dies mittlerweile

Dialogpost). „Jeder Neukunde hat im

Moment die Möglichkeit, sich kostenlos von

unserer Leistung zu überzeugen.“ Beim Verteilen

der Sendungen arbeitet Südwest Mail mit

den Brieftöchtern anderer Zeitungsverlage zusammen,

ferner mit der Deutschen Post, bei

internationalen Briefzustellungen auch mit

Spring Global Mail, einer Tochter der niederländischen

Post sowie bei Paketen mit DPD.

Bis zu 100.000 Briefe und Sendungen verarbeitet Südwest Mail täglich.

Fotos: Marc Hörger

Deutlicher Kostenvorteil

Neben dem besseren Service, gerade für kleinere

Unternehmen, sind auch die Portopreise

für Geschäftskunden sehr günstig und darüber

hinaus vorsteuerabzugsfähig. 59 Cent stehen

70 Cent der Deutschen Post AG gegenüber.

Und der Bonner Konzern erwägt weitere Erhöhungen.

In der Saison verarbeitet Südwest Mail

bis zu 100.000 Sendungen täglich. In acht von

zehn Fällen stecken die Austräger der

52


Sonderveröffentlichung

SÜDWEST PRESSE frühmorgendlich die Briefe

mitsamt der Zeitung in die Briefkästen, alle übrigen

Sendungen werden im Laufe des Tages

zugestellt. „Wir wollen auch weiterhin kräftig

wachsen“, sagt Wachsmann mit Blick auf die

positive Entwicklung des Unternehmens.

Die greift so richtig seit der Neuausrichtung

von Südwest Mail. Seit dem Jahr 2014 verantwortet

Uwe Groß das Briefgeschäft der Neuen

Pressegesellschaft GmbH, die auch die SÜD-

WEST PRESSE herausgibt. So wurden Prozesse

optimiert, in neue Technik sowie in Schulungen

aller Mitarbeiter investiert.

In der Folge ist die Zustellqualität deutlich gestiegen,

was unter anderem durch Qualitätsmessungen

unabhängiger Institute belegt

wird. Südwest Mail konnte in den beiden vergangenen

Jahren zahlreiche neue Kunden gewinnen.

Am bisherigen Standort im Ulmer Donautal

stößt man nunmehr aber an seine Kapazitätsgrenzen.

Daher zieht das Unternehmen

im kommenden Jahr nach Langenau um und

setzt so seinen Expansionskurs fort.

Regelmäßige Qualitätsüberwachung

Gegründet worden ist die Südwest Mail

Brief + Service GmbH im Jahr 2005.

Seit her hat die Tochtergesellschaft des

Me dienhauses der Südwest Presse ihren

Kun denkreis stetig erweitert. Derzeit vertrauen

600 Geschäftskunden Südwest

Mail, wenn es darum geht, Briefe und Pakete

abzuholen und zuzustellen. In den Regionen

Ulm, Alb-Donau-Kreis, Göp pingen,

Geislingen und Heidenheim sind 1200

Zusteller in der Logistik unterwegs, um die

Sendungen zuverlässig am nächsten Tag

zuzustellen. Ein Netz mit 80 Briefkästen

und 40 Ver kaufs stellen bietet auch Kleinkunden

und Privatpersonen die Möglichkeit,

den Service bundesweit zu nutzen.

Südwest Mail lässt seine Qualität regelmäßig

prüfen. Das Qualitäts management

erfolgt auf Grundlage der Zertifizierung

DIN EN ISO 9001. Die Laufzeitmessungen

übernimmt ein unabhängiges Institut nach

den Vorgaben der DIN EN 13850.

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53


Oh mein Gott! So leicht lassen sich die von uns befragten Führungskräfte nicht aus der Ruhe bringen. Das Verhalten ihrer Mitarbeiter lässt sie nicht verzweifeln.

Frische Luft vom Chef

Sie wollten Fußballer, Musiker, Pilot oder Lehrerin werden. Doch statt auf einer Bühne zu stehen oder in die Luft

zu gehen, sitzen sie heute im Büro. Fünf Führungskräfte verrieten Stefan Loeffler in unserer Umfrage ihre

Eigenarten und wie sie mit Mitarbeitern umgehen.

Steffen Maurer wäre gerne

Musiker geworden. Heute leitet

er sein Unternehmen, die Maurer

Veranstaltungstechnik

GmbH in Blaustein, mit Leib

und Seele. Denn seinen

Arbeitsplatz würde der 37-jährige

Familienvater für kein Geld

der Welt tauschen wollen.

1) Nach dem Frühstück und wie es sich gehört,

mit einem freundlichen „Guten

Morgen!“ an alle Mitarbeiter.

2) Die sind alle zusammen echt klasse

und das, was mich auch nur ansatzweise

verzweifeln lässt, klären

wir dann direkt durch unsere offene Kommunikation.

3) Das müssen die Anderen beurteilen, aber ich bin eigentlich

sehr umgänglich, weil ich immer ein offenes Ohr habe.

4) Theoretisch erst mal den Grill vorglühen und praktisch mit

einem Lächeln.

5) Musiker und nachdem ich sehr schnell gemerkt habe, wo meine

Grenzen sind, wollte ich gleich Veranstaltungstechniker werden.

6) Mit niemandem und für kein Geld der Welt.

Grafik: © flinstone123 / Fotolia.com Grafik: © studiostoks / Fotolia.com

54


unternehmen [!] Ausgabe 53 | Oktober 2016

[leben]

1) Wann und wie beginnt Ihr Arbeitstag im Büro?

2) Welches Verhalten von Mitarbeitern lässt Sie

verzweifeln?

3) Welche Ihrer Verhaltensweisen bringt andere in

„Rage“?

4) Wie bereiten Sie sich an einem vollgepackten

Arbeitstag auf ein wichtiges Gespräch vor?

5) Was wollten Sie als Kind werden?

6) Mit wem würden Sie gerne mal für einen Tag den

Arbeitsplatz tauschen?

Früher wollte er Pilot werden.

Heute ist der 54-jährige

Oliver Wenzler

bei der Commerzbank AG an

den Standorten Ulm, Friedrichshafen

und Singen verantwortlich

für das Firmenkundengeschäft

– und sehr

zufrieden damit.

1) Wenn ich der Erste bin, wird erst mal gelüftet, damit es sich für

die Kollegen und Kolleginnen morgendlich frisch anfühlt.

Anschließend setze ich die Prioritäten für den

Tag und checke die Mails. Wenn dann die Kollegen

ins Büro kommen, wird die Begrüßung

genutzt, um offene Themen aufzunehmen.

2) Es gibt keine schlechten Mitarbeiter, es gibt

nur schlechtes Management. Mein Rezept

gegen Verzweiflung: passende Prozesse,

Coaching, direktes Feedback sowie Konsequenz

und Geduld. Grund zum Verzweifeln

gibt es da höchstens, wenn in der Mittagspause

niemand Lust zum Kickern hat.

3) Wenn ich eine neue Idee habe, sich alle darauf

einstellen und ich dann kurz darauf eine

„noch bessere“ Idee habe.

4) Die inhaltliche Vorbereitung auf ein wichtiges

Gespräch muss einen Tag vorher abgeschlossen sein.

5) Ich wollte Pilot werden. Jetzt bin ich sehr zufrieden mit meinem

Beruf, die Mischung aus Vertrieb, Führung und Entwicklung kreativer

Lösungen passt zu mir.

6) Teamführung, Wettbewerb und Geschwindigkeit sind meine Themen.

Am liebsten würde ich deshalb tauschen mit Jimmy Spithill,

dem Skipper vom Oracle Team USA. Einmal erleben, wie er sein

Team motiviert und mit einem America‘s Cup Tragflügel Katamaran

segeln – das wäre für mich ein Traum.

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55


[leben] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Grafik: © studiostoks /

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Sabine Gauß hat keinen Grund

am Verhalten Ihrer Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter zu verzweifeln.

Die 54-jährige

Diplom- Verwaltungswirtin

(FH) leitet bei der Stadt Ulm

den Bereich Zentrale Dienste.

Daniel Zimmermann würde

gerne einmal mit einem hochrangigen

Politiker den Arbeitsplatz

tauschen. Der 44-jährige

verheiratete Familienvater ist

seit 2015 Geschäftsführer Personal

und Finanzen bei der

August Mink KG in Göppingen.

1) Ich komme gegen acht Uhr ins Büro, begrüße meine Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter und starte mit dem Durchschauen meiner E-

Mails oder der Postmappe und bereite mich auf Termine und Gespräche

vor – ein eher unspektakulärer Ablauf.

2) Ich habe keinen Grund am Verhalten meiner Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter zu „verzweifeln“. Meine Tür steht allen stets offen und ich

schätze Ehrlichkeit und Offenheit, Transparenz von oben nach unten

und umgekehrt. Was ich, wenn ich insbesondere an frühere Jahre zurückdenke,

in schlechter Erinnerung habe, ist, wenn ich Fehler zwei

oder drei Mal vorgelegt bekomme bzw. wenn im dritten Dokument

die verbesserten Fehler vom ersten wieder enthalten waren.

3) Hin und wieder neige ich zur Ungeduld. Meine direkten Mitarbeiterinnen

wissen auch, dass ich schon mal laut denke.

4) In der Regel bereite ich mich zumindest einen, eher noch zwei Tage

vorher auf ein wichtiges Gespräch vor, weil dann noch vertiefende

Recherchen, Überlegungen, Rücksprachen möglich sind.

5) Englisch-und Sportlehrerin.

6) Ich bin mit meinem Arbeitsplatz sehr zufrieden.

1) Schon sehr früh um 6.15 Uhr mit dem zweiten Kaffee, da die Produktion

um 6:40 Uhr beginnt und ich als Ansprechpartner für Personalangelegenheiten

greifbar sein sollte. Bis zum offiziellen Büroarbeitsbeginn

um 7.30 Uhr kann ich aber meist noch ungestört arbeiten.

2) Wenn trotz getroffener Absprachen unzuverlässig und ungenau gearbeitet

wird. Dies führt zu vielen und unnötigen Rückfragen und

nervt eigentlich alle.

3) Man sagt es mir zwar selten, aber ich denke, mit einer gewissen

Übergenauigkeit meinerseits haben manche so ihre Probleme.

4) Ich versuche, vor wichtigen Terminen ein paar freie Minuten einzuplanen,

schließe die sonst immer offen stehende Bürotür und prüfe

nochmals die vorbereiteten Unterlagen und Informationen.

5) Ich glaube Fußballer. Aber ich bin mit Mink groß geworden, habe

samstags an der Schreibmaschine geübt und später als Schüler häufig

in den Ferien gearbeitet – und eigentlich war schon immer klar,

dass ich hier mal arbeiten werde.

6) Mit einem hochrangigen Politiker. Nur um einmal

im Detail zu sehen, was sich hinter

den Kulissen tatsächlich abspielt und

welche Machtspielchen dort ablaufen.

Grafik: © Alexander

Pokusay / Fotolia.com

Michael Keller ist seit 2003 bei

der Nething Generalplaner

GmbH und seit 2014 geschäftsführender

Gesellschafter. Der

43-Jährige legt sehr großen

Wert auf Vertrauen und Hilfsbereitschaft

in der Belegschaft.

1) Mein Arbeitstag beginnt um ca. um 8.00 Uhr mit einer Tasse Kaffee

und der Tagespost.

2) Wir legen in unserem Büro großen Wert auf Vertrauen, Hilfsbereitschaft

und fordern das Mitdenken aller Mitarbeiter. Meine Akzeptanz

bei einem Verhalten gegen diese Grundsätze ist sehr begrenzt.

3) Das müssen Sie meine Kollegen

fragen.

4) Es hängt sehr stark von dem

Inhalt des Gesprächs ab.

Ich versuche immer,

speziell bei personellen

Themen, ein Zeitfenster

und einen entsprechenden

Rahmen zu schaffen. Als Geschäftsführer

sehe ich meine Aufgabe

darin, speziell in schwierigen Momenten Zeit für unsere Mitarbeiter

und Kunden zu haben.

5) Mein Vater war Polizist und ich habe gesehen, welche Verantwortung

und welche Opfer dies bedeutet. Davor habe ich großen Respekt. Ich

habe mich entschieden, einen anderen Weg zu gehen.

Ich glaube, dass die kreative Ader bei mir früh erkennbar war, sich

aber noch nicht in einem konkreten Berufswunsch ausgedrückt hat.

6) Ich bin ganz zufrieden.

56


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gesetzlichen Öffnungszeiten.

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Gilt für Privatkunden. Gilt für einen Ford Mondeo Vignale Turnier 2,0-l-TDCi-

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Ford Mustang: 10,1 (innerorts), 6,8 (außerorts), 8,0

(kombiniert); CO 2

-Emissionen: 179 g/km (kombiniert).

Schwabengarage Ulm/Neu-Ulm

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Gilt für Privatkunden. Gilt für einen Ford Mustang Fastback 2,3-l-EcoBoost-

Benzinmotor 233 kW (317 PS).

57


[namen & nachrichten] Ausgabe 53 | Oktober 2016 unternehmen [!]

Tanja Riemann

vergrößert

Teamschostek

Die neue Geschäftsführerin der

Neu-Ulmer Werbeagentur

Teamschostek,

Tanja

Riemann

(37), hat das

Team zum 1.

Oktober von

neun auf elf

Führt die Agentur

Teamschostek:

Tanja Riemann.

Mitarbeiter

vergrößert.

Ziel sei es,

die Expertise

in den Bereichen

Digital und Social Media

auszubauen. Riemann verantwortete

jahrelang in führenden

Positionen den Auftritt großer

Marken wie Pampers, Tempo,

Pantene und Olaz. Zum 1. Juli

hatte sie Teamschostek von

Britta Benz übernommen, die

nach 23 Jahren aus privaten

Gründen ihre Agentur abgegeben

hatte.

IT-Sicherheit:

Kurzseminare für

den Mittelstand

Auftragsboom im Metallbau

Aufgrund der guten Auftragslage erweitert die

Rehm BlechTec GmbH aus Blaubeuren-Seißen

ihre Fertigung am Stammsitz fast um das Doppelte.

Für die neue Produktionshalle und die

Ausstattung, zu der ein Laser-Zentrum und eine

Feinplasmaschneidanlage gehören, gibt der

Die IHK Ulm will mit einer Veranstaltungsreihe

zum Thema

„Herausforderung IT-Sicherheit

und Datenschutz“ im Oktober

Mittelständler für drohende Gefahren

sensibilisieren. Zum

Auftakt am Donnerstag, 13. Oktober,

14 bis 17 Uhr, werden unter

anderem verschiedene Angriffsmethoden

live gezeigt. In

den darauffolgenden Tagen bietet

die IHK Ulm Kurzseminare

für Einzelhändler und Maschinenbauer

an. Nähere Infos unter:

www.ulm.ihk24.de

Datenbank

gibt Überblick

über Gründer

Investoren soll künftig die Suche

nach Start-ups im Südwesten

erleichtert werden. Die Initiative

Start-up Stuttgart e.V.

bietet eine entsprechende Datenbank.

Bei einem vergleichbaren

Projekt in Hamburg, das

2014 gestartet wurde, sind nun

550 Firmen registriert. In Baden-Württemberg

sind es zum

Start 20 junge Firmen.

Versicherer

zahlen

am besten

Führungskräfte mit kaufmännischem

Hintergrund verdienen

in der Versicherungsbranche

Anlagenbauer rund 5 Mio. Euro aus. Die ehemalige

Schlosserei beschäftigt 65 Mitarbeiter.

Sie ist Teil der Rehm-Gruppe (Blaubeuren),

tritt aber als eigenständige Firma auf und erwirtschaftet

40 Prozent ihres Umsatzes außerhalb

der Gruppe.

am meisten. Ihr durchschnittliches

Jahresgehalt beträgt dort

173.000 Euro. Das geht aus einer

Studie der Personal- und

Managementberatung Kienbaum

hervor. In der Pharmaindustrie

seien es im Schnitt

155.000 Euro. Auch eine größere

Berufserfahrung zahle sich

aus: Ein Leiter im Finanz- und

Rechnungswesen erhalte mit

bis zu drei Jahren Berufserfahrung

durchschnittlich 68.000

Euro jährlich. Mitarbeiter in

gleicher Position mit mehr als

20 Jahren Erfahrung verdienen

im Schnitt 150.000 Euro. [!]

[impressum]

Verlag/Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77, 89073 Ulm

Geschäftsführer:

Thomas Brackvogel

Redaktion

Alexander Bögelein (verantw.)

a.boegelein@swp.de

Anschrift wie Verlag

Anzeigen

Dr. Thomas Baumann

(verantwortlich)

Anschrift wie Verlag

Gestaltung

Alen Pahic (Art Director)

Bozena Demski (Bild)

Fotos Volkmar Könneke (Titel +

Aufmacher), Matthias Kessler

(Titelinterview + weitere),

Giacinto Carlucci, Werkfotos,

Getty Images, PR, Archiv

Druck

Druck- und Verlagsgesellschaft

Bietigheim mbH

Kronenbergstraße 10

74321 Bietigheim-Bissingen

Objektleitung

Tobias Lehmann

Telefon 0731 156-515

t.lehmann@swp.de

Mediaberatung

Christine Blum

Telefon 0731 156-356

E-Mail c.blum@swp.de

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Auflage: 18 000 Exemplare

Nächste Ausgabe

2. Dezember 2016

Die Themen

Messen, Kongresse, Events

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