unternehmen Oktober 2017

suedwest.presse

unternehmen Oktober 2017

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 59 | Oktober 2017 | 3,00 €

Ein Mann

sieht Grün

Es trifft sich gut, dass Gardena-Chef Sascha Menges

Lust am Gärtnern hat. Ein Gespräch über

bodenständige Werte und High-Tech-Helfer

4 197821 303000 5 9

Familienunternehmen Wie man Ärger bei der Nachfolge vermeidet SEITE 24

Altersvorsorge Was die neue Betriebsrente für Firmen bedeutet SEITE 40

Umfrage Was Kunst von Wirtschaft lernen kann – und umgekehrt SEITE 46


Überblick

ist einfach.

Weil die Sparkasse individuelle

Lösungen für einen

effizienten Zahlungsverkehr

im In- und Ausland bietet.

sparkasse-ulm.de

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Ulm

S Kreissparkasse

Göppingen


unternehmen [!] Ausgabe 59 | Oktober 2017

[inhalt]

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter

unternehmen [!]

die Konjunktur zeigt sich auch im Spätherbst

2017 bärenstark. Eines der Erfolgsgeheimnisse

der Wirtschaft im Südwesten

sind die Familienunternehmen. Sie streben

nicht nach schneller Rendite, sondern nach

langfristigem Wachstum. Sie sind kundennah,

oft innovationsstark. Sie leben – trotz

Flexibilität im Alltag – ihre Werte, wie unsere

Firmenporträts über Artiso aus Blaustein

(S. 32), CK aus Eislingen (S. 20) und Schwegler

aus Vöhringen (S. 38) zeigen. Nur bei einem

Thema tun sich viele sehr schwer: der

Nachfolge. Wie sich die größten Fehler vermeiden

lassen, rechtlich wie auch im Umgang

mit den Familienmitgliedern, schildern

wir ab Seite 24. Dass Familienfirmen

Bodenständigkeit, Verantwortung und Weitsicht

nicht für sich alleine gepachtet haben,

zeigt unser Titelinterview mit Gardena-Chef

Sascha Menges (S.10). Ich wünsche Ihnen

eine anregende Lektüre.

Ihr Alexander Bögelein

[spezial]

6 Trau, schau, wem? So finden Sie den

richtigen Anwalt für Ihr Unternehmen

[titelthema]

10 Gärtners Liebling Gardena-Chef

Sascha Menges im Gespräch

[machen]

20 Abriss mit Feingefühl Herausforderung

Rückbau: CK aus Eislingen

32 Die Zukunft im Programm Artiso aus

Blaustein berät den Giganten Microsoft

38 Hart, aber fair Metallbauer Schwegler

aus Vöhringen glänzt mit Soft-Skills

[verantworten]

24 So habe ich mir das nicht vorgestellt!

Nicola Buck und Ferdinand Hirmer

zeigen, wie Nachfolge ohne Streit geht

26 Immer Ärger mit der Familie Der Neu-

Ulmer Notar Christian Winkler über die

Tücken des Pflichtteils

[bauen]

34 Maßgeschneidert aus dem

Baukasten Wie Raummodule Geld und

Zeit sparen

[finanzieren]

40 Mehr Geld im Alter Die neue

Betriebsrente und ihre Folgen

[führen]

44 Eine elegante Form von Kritik

Die Kunst, richtig zu loben

[leben]

46 Die Macht des Kreativen Was

Kulturschaffende Unternehmern nahe

legen

[namen & nachrichten]

4 Müller ordnet sein Imperium

4 Volksbank-Fusion schlägt hohe

Wellen

5 Daimler investiert in

Nutzfahrzeug-Zentrum

22 E-Boards vom Bodensee

30 Kindgerechte Strukturen im Betrieb

50 Fliegende Forschungsplattform

50 Impressum

40 34

20 32

46

3


[namen & nachrichten] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

Müller ordnet sein Imperium

Wo andere sich längst zur Ruhe

setzen, hält er die Fäden fest in

der Hand: Erwin Müller ist dieser

Tage 85 Jahre alt geworden. Er regiert

die drittgrößte deutsche

Drogeriekette (4 Milliarden Euro

Jahresumsatz, 34.000 Mitarbeiter)

und regelt nun seine Nachfolge.

Wenn Müller nicht mehr

kann oder will, soll eine Stiftung

in Österreich über die Geschicke

des Konzerns bestimmen,

schreibt die Lebensmittelzeitung

(LZ). Eine zentrale Rolle spielt dabei

Wirtschaftsprüfer und Schlecker-Insolvenzverwalter

Arndt

Geiwitz. Er leitet eine der größten

Wirtschaftskanzleien Süddeutschlands,

die ihren Sitz in

Neu-Ulm hat.

Laut LZ hat Müller seine zweite

Privatstiftung in Österreich gegründet.

Vorstand der „Erwin

Müller Privatstiftung“ ist Arndt

Geiwitz, der bereits im Vorstand

der 2016 gegründeten ersten

Müllerschen Privatstiftung in

Graz sitzt. Nach LZ-Angaben war

Reinhard Müller (58), der mit seinem

Vater seit Jahren im Clinch

liegt, bis vor Kurzem noch Kommanditist

der Müller Holding

Ltd. & Co. KG. In dieser Gesellschaft

wird das operative Geschäft

des Drogeriekonzerns bilanziert.

Doch nun hat er seinen

Anteil daran im Wert von 71 Millionen

Euro nach Österreich

transferiert. Sohn Reinhard hat

sich offenbar auszahlen lassen.

Der Vorteil an der Lösung in Österreich

für Erwin Müller ist, dass

dort Unternehmen, die auf eine

Stiftung übertragen werden,

steuerlich begünstigt werden.

Trotz der Nachfolgeregelung

bleibt Müller aktiv. Jüngst hat er

seine Geschäftsführerin Elke Menold

abgelöst und ist nun Allein-

Geschäftsführer des Konzerns.

Zudem hat er überraschend das

traditionsreiche Ulmer Haushaltswarengeschäft

Abt übernommen

und damit etwa 5000

Quadratmeter Verkaufsfläche sowie

rund 100 Mitarbeiter [!] REJ

Erwin Müllers Unternehmerkarriere ist kaum zu glauben: Als Friseur mit

einem Salon gestartet, leitet er nun die drittgrößte deutsche Drogeriekette.

Volksbank-Fusion schlägt hohe Wellen

Die angestrebte Fusion der Volksbanken

Göppingen und Stuttgart

erregt die Gemüter im Filstal. Erst

jüngst meldete sich Peter Aubin

zu Wort. Er hat die Volksbank

Göppingen 14 Jahre lang geleitet

und übt nun massive Kritik an

den Plänen des jetzigen Vorstands:

Die Fusion mit der dreimal

so großen Volksbank Stuttgart

bedeute für Göppingen den

Totalverlust der eigenen Kultur.

Die Vorstände Lukas Kuhn und

Hermann Sonnenschein weisen

diese Vorwürfe in einem Brief an

die Vertreter der Volksbank zurück.

Gleichzeitig kündigten sie

an, dass die Vertreterversammlungen,

die für November geplant

waren, verschoben werden.

Die Fusionsverhandlungen gehen

indes weiter. Ursprünglich

geplant war, dass die beiden Banken

zum 1. Januar 2018 zusammengehen.

Die Beschlüsse der

Aufsichtsräte beider Banken liegen

vor. Wie die neue Struktur

aussehen soll, ist aber noch nicht

entschieden.

Die Volksbanken hatten im Juli

ihre Pläne öffentlich gemacht

und betont: Es handle sich um

Die Volksbanken Stuttgart und Göppingen wollen zusammengehen.

eine strategische Hochzeit zweier

starker Partner. Durch die Digitalisierung

von Dienstleistungen,

eine „überbordende Regulatorik“

sowie die Niedrigzinspolitik der

Europäischen Zentralbank stünden

die genossenschaftlichen

Banken im Land vor Herausforderungen,

sagte der Vorstandsvorsitzende

der Volksbank Stuttgart,

Hans Rudolf Zeisl.

Derzeit rangiert die Volksbank

Stuttgart mit einer Bilanzsumme

von rund 6,5 Milliarden Euro auf

Rang zwei unter den 193 genossenschaftlichen

Banken in Baden-Württemberg.

Göppingen

liegt mit einer Bilanzsumme von

rund 2,2 Milliarden Euro auf

Platz 14. [!]

AGR

4


unternehmen [!] Ausgabe 59 | Oktober 2017

[namen & nachrichten]

Daimler investiert in Nutzfahrzeug-Zentrum

Die Daimler AG baut in Neu-Ulm

eines der modernsten Nutzfahrzeug-Zentren

Deutschlands. Das

mehr als 20 Millionen Euro teure

Projekt wird von der Leonhard

Weiss GmbH & Co. KG (Satteldorf/Göppingen)

gebaut und soll

im August 2018 den Betrieb aufnehmen.

Das Areal löst den

Standort an der Zeppelinstraße

ab. „Der platzt aus allen Nähten“,

sagt Thomas Witzel, Chef der

Nutzfahrzeuge-Vertriebsdirektion

in Württemberg. Nach seinen

Worten boomt die Konjunktur in

der Region extrem. „Daher ist

Ulm, was Nutzfahrzeuge angeht,

ein Standort mit großer Zukunft“,

betont er. Bei der Entscheidung

im Daimler-Vorstand habe das

Projekt Vorrang vor anderen Vorhaben,

beispielsweise in China,

erhalten.

Auf dem letzten großen Gewerbegebiet

in Neu-Ulm, das vier Fußballfelder

umfasst, entsteht eine

7000 Quadratmeter große Halle,

unter anderem mit 51 Buchten

zur Reparatur für Lkw und Transporter.

„Wir werden werktags im

Zwei-Schicht-Betrieb von 7 Uhr

bis 22 Uhr arbeiten, am Samstag

bis um 14 Uhr und nach Bedarf“,

erklärt Witzel. Bis zu 130 Beschäftigte

werden dort arbeiten.

„Der Neubau wird nach modernsten

Gesichtspunkten konzipiert“,

sagt Tobias Jung von Daimler

Real Estate – samt Wärmepumpe

und biologischer Wasseraufbereitung.

Der bisherige Standort

wird verkauft. [!] KÖ/AMB

Erst rollen die Baumaschinen an, im August Lastwagen und Transporter.

Hymer ist mit kleineren

Fahrzeugen erfolgreich

Sportlich, modern, unter 3,5 Tonnen.

Nach diesem Motto hat die

Erwin-Hymer-Gruppe aus Bad

Waldsee (Kreis Ravensburg) ihr

Einstiegsmodell in der sogenannten

Integrierten-Klasse zum Modelljahr

2018 überarbeitet: den

Exsis.

Solche kompakten

Fahrzeuge

hatten

das Geschäft

von Europas

führendem

Reisemobilhersteller

im

Neuer Finanzchef

bei Hymer: Geschäftsjahr

Stefan Junker. 2016/17 (31.

August) belebt.

Der Umsatz von Hymer, einem

Teilbereich des Konzerns,

kletterte im Vergleich zum Vorjahr

um 15 Prozent auf 465 Millionen

Euro. Zahlen zum Ergebnis

nennt Hymer nicht. Der Absatz

der kompakten Freizeitfahrzeuge

verdoppelte sich auf 1680 Fahrzeuge.

Für das neue Geschäftsjahr

rechnet Hymer in diesem

Bereich mit weiter steigenden

Absatzzahlen im zweistelligen

Prozentbereich.

Insgesamt verkaufte die Gruppe

zuletzt mit ihren 22 Marken, zu

denen auch Dethleffs, Bürkner,

Laika oder Carado gehören, weltweit

55.000 Fahrzeuge – das ist

ein Plus von 38 Prozent. 6000 Mitarbeiter

erwirtschafteten einen

Jahresumsatz von 2,1 Milliarden

Euro. Seit September steht ein

neuer Finanzchef an der Spitze

der Erwin-Hymer-Gruppe, zu der

neben Hymer 20 weitere Marken

gehören. Der 48-jährige Stefan

Junker übernimmt die Bereiche

Controlling, Finanzen, Konzernrechnungslegung,

Steuern und

Recht. Er folgt auf Klaus Rudolph,

der sich nach 18 Monaten im Unternehmen

neuen Aufgaben widmen

will. [!]

AGR

Thommel expandiert und

übernimmt Abt-Filiale

Noch in diesem Jahr will Marcus

Thommel, Geschäftsführer des

Ravensburger Unternehmens

Thommel Handels-GmbH, für 1,2

Millionen Euro einen Anbau für

seinen Großhandelsmarkt in der

Bleicherstraße realisieren.

Sowohl Büros als auch Ausstellungsräume

für Sicherheitstechnik

sollen im Neubau ihren Platz

finden. Außerdem übernimmt

das Unternehmen in der Ravensburger

Innenstadt das 400 Quadratmeter

große, ehemalige „Abt“-

Ladengeschäft samt Sortiment

und vier Mitarbeitern. Der Mietvertrag

ist für zehn Jahre unterschrieben.

[!]

RIZ

Bauboom bei Noerpel:

Ulmer Logistiker erweitert

Noerpel stockt sein Zentralgebäude

auf. Mit dem 770 Quadratmeter

großen Aufbau vergrößert

das Unternehmen seine Bürofläche

um 20 Prozent. Anfang 2018

sollen die neuen Räume fertiggestellt

sein. Kosten: zwei Millionen

Euro. Einen 33.000 Quadratmeter

großen Neubau im Ulmer

Donautal nimmt Noerpel im

Spätherbst in Betrieb. Bei Bremen

entsteht zudem eine 43.000 Quadratmeter

große Logistikanlage.

Noerpel ist einer der führenden

Logistikdienstleister in Süddeutschland.

Mit 1700 Mitarbeitern

an 14 Standorten erwirtschaftete

das Unternehmen im

Jahr 2016 einen Umsatz von rund

300 Millionen Euro. [!] AGR

5


[spezial] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

Firmen können bei komplizierten Rechtsfragen schnell die Orientierung verlieren, umso wichtiger ist es, eine gute Kanzlei an der Hand zu haben.

Trau, schau, wem?

Unternehmer und Manager sind auf die Beratung von Kanzleien angewiesen. Für sie ist es wichtig, die

„richtigen Anwälte“ zu finden. Doch wie gelingt das? Unser Mitarbeiter Henning Zander hat einen kleinen

Leitfaden zusammengestellt, auf welche Punkte es bei der Suche ankommt.

Unternehmer brauchen regelmäßig Rat bei Rechtsfragen.

Doch wie findet man eine Kanzlei, der man vertrauen kann?

Von der man sicher sein kann, dass sie Fragen korrekt bearbeitet

und gleichzeitig auf die eigenen Bedürfnisse eingeht?

Und die Branche kennt? Was einen guten Anwalt ausmacht, darüber

gibt es durchaus unterschiedliche Vorstellungen. Und auch das Selbstbild

der Anwälte trifft nicht immer das, was Mandanten von ihnen

denken. In einer Umfrage des britischen Dienstleisters LexisNexis gaben

40 Prozent der Mandaten an, von ihren Kanzleien eine überdurchschnittliche

Leistung erhalten zu haben, was schon ein guter Wert ist.

Doch von den Anwälten waren 80 Prozent der Ansicht, überdurchschnittliche

Leistung geliefert zu haben. Hier klafft eine Lücke.

EINE KANZLEI KANN SELTEN ALLES

Der Wahl einer Kanzlei sollte immer eine Frage vorausgehen: Was soll

die Kanzlei für mich tun? Klassisch haben Kanzleien für Firmen drei

Funktionen. Sie vertreten das Unternehmen vor Gericht bei prozessualen

Auseinandersetzungen. Sie entlasten die interne Rechtsabteilung.

Und sie unterstützen das Unternehmen mit Expertenwissen. Für

jede Funktion gibt es die richtige Kanzlei. Aber selten eine für alles.

Philipp von Bülow, Geschäftsführer

Jurato.

Philipp von Bülow ist Gründer und Geschäftsführer

von Jurato, einem Vermittlungsdienst

für Rechtsanwälte im Internet.

Er sieht, wie sich die Anforderungen an

Kanzleien derzeit verändern. „Spezialisierung

wird immer wichtiger, gerade bei den

kleineren Kanzleien.“ Diese positionieren

sich mit Nischenthemen und hoher Branchenexpertise

gegenüber den Großkanzleien.

Davon können Unternehmen profitieren.

Positive Indikatoren für deren Qualität

können Veröffentlichungen in relevanten

Fachmedien sein, aber auch Fachanwaltstitel,

die eine Spezialisierung in einem Themenfeld gewährleisten.

Gerade der Fachanwaltstitel ist ein guter Hinweis auf die Qualität eines

Anwalts. Um einen solchen Titel zu bekommen, müssen Rechtsanwälte

nachweisen, dass sie über Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen,

„die erheblich darüber hinausgehen, was üblicherweise durch die Ausbildung

und die praktische Erfahrung im Beruf vermittelt wird“, wie

es bei der Bundesrechtsanwaltskammer heißt. Die Rechtsanwälte

6


Anzeige

Das regelmäßige Gespräch – ein

Mehrwert, der sich auszahlt.

Ein rein organisch gewachsenes System kann funktionieren. Eine regelmäßige Überprüfung,

ob nicht mit kleinen Anpassungen in der Gesellschaftsstruktur, den täglichen Abläufen oder

Verträgen mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern einiges bewegt werden kann, gehört auf

die to-do-Liste des Unternehmers und zahlt sich oftmals direkt aus.

Jeder Unternehmer kennt das: die Anforderungen

des Tagesgeschäfts erfüllt man, die Aufträge

können gut abgearbeitet werden und die

Kunden werden zufrieden gestellt. Nur bleibt

bei dem normalen Alltag im Unternehmen wenig

Zeit, um darüber nachzudenken, was wäre,

wenn es mal aus irgendeinem Grund nicht so

laufen würde.

„Am“ Unternehmen arbeiten

Eine wichtige Aufgabe des Unternehmers ist es

aber, nicht nur – wie ein Manager – IM Unternehmen

zu arbeiten, sondern auch AM Unternehmen.

Denn dadurch schafft er es, den

durch harte Arbeit geschaffenen Unternehmenswert

auch zu erhalten! Das Ziel kann dabei

unterschiedlich sein: sei es, um einfach nur

die gute aktuelle Ertragslage stabil zu halten,

sei es für die familieninterne Nachfolge in naher

oder auch ferner Zukunft oder vielleicht

auch den Verkauf des Unternehmens.

Ein kurzer Austausch mit dem

Sparrings-Partner

Vor diesem Hintergrund lohnt sich der regelmäßige

Kontakt und eine kurze Überprüfung

der aktuellen Struktur durch den juristischen

Berater, der aufgrund seiner täglichen Arbeit

auf die Anforderungen von kleinen und mittleren

Unternehmen spezialisiert ist. Der Unternehmer

hat dabei die Möglichkeit, durch diesen

Austausch in oft auch nur kurzen Gesprächen

zu überdenken, ob er im Alltagstrubel an

alles gedacht hat. Hilfreich ist dabei, dass der

Ansprechpartner Erfahrungen aus vielen Branchen,

zum Teil sogar der des Unternehmers

mitbringt, aber eben kein Konkurrenzdenken

zu befürchten ist – wie es oftmals bei Unternehmerkollegen

zu erleben ist. Mit einem solchen

„Sparrings-Partner“ kann offen gesprochen

und so effektiv agiert werden, was sich

direkt im Unternehmen auswirken kann. Wichtig

ist nur, dass der Gesprächspartner die verschiedenen

Bereiche des Unternehmens abdeckt

– sei es im Kaufmännischen oder der

Technik – und Lösungen kennt.

„Kleine Stellschrauben“ reichen oftmals

Tatsächlich ergeben sich in einem regelmäßigen

Austausch manchmal auch nur Kleinigkeiten,

die schon dazu führen, dass aufgekommene,

eventuell unbemerkte Schwachstellen

schnell wieder ausgeräumt werden. Sei es,

dass die AGB wieder aktualisiert, Lieferverträge

an die gewachsene Auftragslage angepasst

oder wertvolle Mitarbeiter ans Unternehmen

gebunden werden. Auch auf dem Gebiet des

geistigen Eigentums können durch regelmäßigen

Austausch Chancen genutzt und Risiken

vermieden werden: So kann der Unternehmer

eigene Neuentwicklungen – oftmals ein Türöffner

für die Erschließung neuer Märkte oder die

Schaffung neuer Allianzen – effektiv sichern;

dazu gehört auch der (möglichst exklusive) Zugriff

auf die Ergebnisse extern beauftragter

Entwicklungen. Risiken, die aus falscher Anwendung

des geltenden Arbeitnehmererfinderrechts

für das Unternehmen entstehen,

lassen sich leicht identifizieren und damit minimieren.

Gerade hier ist eine aktive Teilnahme

des juristischen Beraters am „Alltag“ des Unternehmens

hilfreich.

Durch ein solches Legal Process Optimizing

werden die Strukturen des Unternehmens stabilisiert,

was sowohl für den Unternehmer als

auch einen etwaigen Nachfolger einen hohen

Wert darstellt.

Die Zeit ist daher gut investiert!

Klaus P. Raunecker und Armin Weidt sind erfahrene

Ansprechpartner für Unternehmer.

Foto: Marc Hörger

Ihre zentrale Anlaufstelle:

Frauenstraße 11 D-89073 Ulm

www.knorr.ag

www.raunecker-patent.com

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[spezial] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

Kompetente und effzient arbeitende

Kanzleien geben Firmen Rückhalt.

Illustration: primovich / shutterstock.com

GROSSKANZLEIEN OFT DEUTLICH TEURER

Die Auswahlverfahren, mit denen Unternehmen ihre Kanzleien finden,

sind zum Teil sehr ausgefeilt. Wie schon lange bei der Vergabe

von Aufträgen an externe Dienstleister üblich, gibt es auch bei der

Auswahl von Kanzleien regelrechte Pitches, bei denen verschiedene

Kanzleien gegeneinander antreten. Kanzleien, die hier mit Selbstdarstellung

punkten wollen, erreichen damit das Gegenteil: Sie werden

schnell ausgesiebt. Unternehmen lassen sich nicht mehr von den Erfolgen

der Vergangenheit blenden. Kanzleien sollten die Branche kennen

und sich auch über das Unternehmen informiert haben. In ihrer

Präsentation sollten sie, soweit es geht, schon auf Fragestellungen

eingehen und zumindest eine grobe Vorstellung

von einem möglichen Projektplan haben.

Zudem ist der Auftritt bei der Präsentation wichtig:

Gibt es eine klare Rollenverteilung? Wer übernimmt

die fachlichen Fragen? Tritt hier ein Team auf,

oder nur eine Gruppe von Einzelkämpfern? Natürlich

müssen auch die Personen überzeugen

– schließlich ist Vertrauen in der Zusammenarbeit

unerlässlich. Da sollte man bei der Auswahl

auch ein gutes Bauchgefühl haben.

Je größer ein Unternehmen, desto besser ist

es bei Großkanzleien aufgehoben. Diese verfügen

in der Regel über ein internationales

Netzwerk und decken die unterschiedlichsten

Rechtsgebiete ab. Das kann zum

Beispiel bei länderübergreifenden Transaktionen

hilfreich sein, oder bei Unternehmenskäufen,

bei denen gleich ein

paar Dutzend Rechtsgebiete von Arbeitsrecht

bis Kartellrecht zu beachten

sind. Der Nachteil: Die Rechtsanwälte in

Großkanzleien haben oft sehr hohe Stundensätze

– was zu entsprechenden Kosten bei der

Rechtsberatung führt. Eine Mischkalkulation

kann hilfreich sein: Während für die „schweren

Brocken“ das Know-how und die Personalpower

einer Großkanzlei in Anspruch genommen wird, kann bei

kleineren standardisierten Fällen, etwa Streitigkeiten im Arbeits- oder

Verbraucherrecht, auch mit kleinen und mittelständischen Kanzleien

zusammengearbeitet werden. Diese haben eine schlankere Struktur

und häufig sehr viel preiswertere Stundensätze.

müssen einen 120 stündigen Fachkurs belegen

und eine Abschlussprüfung bestehen. Darüber

hinaus müssen sie jedes Jahr den Nachweis erbringen,

dass sie sich regelmäßig fortbilden.

Neben der fachlichen Qualität sollten Firmen bei der Auswahl einer

Kanzlei auch andere Faktoren berücksichtigen. „Wichtig sind Schnelligkeit

und effizientes Arbeiten“, sagt von Bülow. Ein Großteil der

Kommunikation in Unternehmen findet inzwischen per E-Mail statt.

Kanzleien sollten in der Lage sein, ihren Mandanten eine sichere digitale

Kommunikation anzubieten. Dies beinhaltet zum Beispiel moderne

Verschlüsselungstechnik und die Verwendung von Diensten,

die ihre Server ausschließlich in Europa oder Deutschland haben.

Illustration: Aenami_Art / shutterstock.com

ABRECHNUNGSMODELLE ZUR AUSWAHL

Kanzleien bieten unterschiedliche Abrechnungsmodelle an. Stundenhonorare

mit Obergrenzen, Festpreise, prozentuale Abschläge bei einem

bestimmten Auftragsvolumen. Dabei sollte die Preisplanung

immer realistisch bleiben. Denn was nützt es, dass eine Kanzlei das

günstigste Angebot abgibt, das Budget aber schon nach der Hälfte des

Weges aufgebraucht ist? Gängig sind Pauschalen auf Grundlage eines

vorher berechneten Arbeitsaufkommens. Diese gelten auch dann,

wenn die Aufgabe länger dauert als erwartet. Auch Honorarobergrenzen

können vereinbart werden. Ist eine solche Grenze bei einem Projekt

erreicht, kann man sich mit der Kanzleien zusammensetzen und

überlegen, ob mehr Budget zur Verfügung gestellt werden kann – oder

die Aufgabe anders gelöst wird.

Wichtig ist, dass sich die Kanzleien nicht vor konkreten Antworten

drücken. Schließlich werden sie dafür bezahlt, Handlungsempfehlungen

abzugeben. Häufig neigen Rechtsanwälte jedoch dazu, immer beide

Seiten im Blick zu haben. Das ist richtig, um eine umfassende Risikoeinschätzung

abgeben zu können. Doch mit dem klassischen „Es

kommt darauf an“, zu dem Rechtsanwälte oft neigen, können Unternehmen

selten etwas anfangen. Damit die Handlungsempfehlungen

fundiert sind, hilft es auch hier, dass die Kanzlei das Unternehmen

und die Branche kennt – und sich in die Rolle der Geschäftsführung

und des Managements hineindenken

kann. Es ist wichtig, dass Unternehmen das

Verhältnis zu ihren Anwälten aktiv gestalten und

die Kanzleien – auch durch kluge Wahl der Abrechnungsmodelle

– dazu zu bringen, schlank

und effizient zu arbeiten. [!]

Welche Kriterien Unternehmen

wichtig sind

Viele Unternehmen setzen vor allem auf die bewährte Zusammenarbeit

mit ihnen bekannten Rechtsanwälten oder Kanzleien.

Dies ist eventuell auch der Unübersichtlichkeit des Marktes

geschuldet, in der kleine Kanzleien, Boutiquen und

Großkanzleien zum Teil ähnliche Felder besetzen können. Was

Unternehmen bei der Auswahl wichtig ist:

Bewährte Zusammenarbeit/Vertrauen 95 %

Persönlichkeit des Anwalts 85 %

Empfehlung von Kollegen 69 %

Referenzen 67 %

Reputation/Image 61 %

Nennung in Branchenzeitschriften/

Büchern/Magazinen 30 %

Fachveröffentlichungen in

Fachzeitschriften/Magazinen/Internetforen 30 %

Kanzleiinterne MandantenSeminare (Einladungen) 25 %

Quelle: Rechtsabteilungs-Report 2015/2016

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Beratung ohne Umwege

Als Wirtschaftskanzlei vor Ort begleiten wir

Ihr Unternehmen direkt zum Ziel – und darüber hinaus.


[titelthema] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

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unternehmen [!] Ausgabe 59 | Oktober 2017

[titelthema]

Gärtners

Liebling

Heute spüren, was morgen wichtig ist. Dafür steht Gardena. Das sagt

Sascha Menges. Er leitet seit fünf Jahren den Hersteller von Gartengeräten

und sitzt im Vorstand des schwedischen Mutterkonzerns Husqvarna. Ein

Gespräch über die Launen des Wetters, Roboter und Stadtgärten der Zukunft.

Worauf schauen Sie als erstes, wenn Sie in Gärten

anderer Menschen kommen?

Ich kann nirgends vorbeilaufen, ohne zu schauen, was

im Garten steht. Wenn ich Gardena sehe, freue ich

mich. Das ist in Deutschland oft der Fall, in anderen

Ländern nicht zwangsläufig.

Wie oft werden sie privat auf Gardena angesprochen?

Oft. Der Garten ist ein ergiebiges Gesprächsthema.

Nicht nur weil ich Geschäftsführer von Gardena bin,

sondern weil viele Menschen sich fürs Gärtnern interessieren.

Gleichzeitig erzählen mir Leute von ihren Erlebnissen,

die sie mit der Marke Gardena hatten, im

Positiven wie im Negativen.

Wann haben Sie das letzte Mal gegärtnert?

Am Wochenende, als ich mit einem Konkurrenzprodukt

Unkraut entfernt habe. Auch die müssen getestet

werden.

Sie testen Konkurrenzprodukte im eigenen Garten?

In der Tat. Um zu sehen, was unser Produkt vom anderen

unterscheidet oder was wir noch besser machen

können. Oder um andere Segmente auszuprobieren,

denn Gardena besetzt längst nicht alle Gartenthemen.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung im Garten?

Definitiv Bäume schneiden. Mit dem neuen Star-Cut,

einem Teleskopstiel mit Schneidkopf an der Spitze,

macht das Spaß. Meine Frau, die eine passioniertere

Gärtnerin als ich ist, war ganz angetan und hat mich

gefragt, warum es das erst jetzt gibt.

Sie sind Vorstandsmitglied der Husqvarna Group,

Gardena-Chef und verantworten Standorte in ganz

Europa und Australien. Wie finden Sie da Zeit zum

Bäume schneiden?

Ich bin oft unterwegs, Gärtnern gehört für mich zur

Freizeit. Toll ist, dass ich das Testen unserer Geräte mit

dem Hobby verbinden kann. Unsere Familie verbringt

gerne Zeit im Garten.

Wie sehr hat das Wetter dieses Jahr den Umsatz

beeinflusst?

Das Wetter ist in dem saisonalen Geschäft natürlich

ein wesentlicher Faktor, weil Gardena auch ein Bewässerungsunternehmen

ist. Viele kennen unsere Gartenschläuche,

Brausen und Regner für den Rasen. Also

treibt vor allem trockenes Sommerwetter unseren Umsatz

in die Höhe. In Regenphasen verkaufen sich jedoch

Schneidgeräte und Rasenmäher besser. Die Herausforderung

ist, die richtige Ware zur richtigen Zeit auf Lager

zu haben, um je nach Wetter reagieren zu können.

Wie gelingt das?

Wir produzieren nah am Umsatz, um flexibel auf die

Nachfrage reagieren zu können und haben bereits vor

zehn Jahren die Logistik in Ulm zentralisiert. Wir wissen

nie, wann und wo die Gartensaison losgeht. Wir

haben auch drei Werke in Tschechien. Dort werden

aber vorwiegend Produkte hergestellt, deren Nachfrage

wenig schwankt, beispielsweise Rechen.

Wie funktioniert diese Flexibilität beim Personaleinsatz?

Dank einer über Jahrzehnte gemeinsam mit dem Betriebsrat

entwickelten Flexibilitätsvereinbarung. Diese

ermöglicht es uns, in der Hauptsaison intensiv zu produzieren,

wofür viele unserer Mitarbeiter im Sommer

Zur Person

In seiner Studienzeit

hat Sascha Menges

intensiv gezaubert

und trat

gemeinsam mit einem

Freund hobbymäßig

auf. Heute

zaubert er noch für

seine beiden Kinder

und deren Freunde.

Geboren ist Menges

1971 in Haunstetten

(bei Augsburg), aufgewachsen

in München.

Dort studierte

er Elektrotechnik und

im Hauptdiplom Wirtschaftsingenieurswesen

in Zürich. Seit

2012 ist er Vorstandsmitglied

von Husqvarna

und Standort-

Chef in Ulm. Als

liebstes Hobby nennt

er seine Familie. Zudem

läuft er zwei bis

dreimal die Woche,

insgesamt bis zu 30

Kilometer. Einmal im

Jahr nimmt er mit

Kollegen an einem

Marathon teil.

Gardena-Chef Sascha Menges freut sich über trockene Sommer. Die sind der beste Umsatzhelfer für Bewässerungstechnik.

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[titelthema] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

Sie müssen nicht rechen, kein

Kabel hinterherziehen und

der Rasen wird satt grün,

zählt Sascha Menges die Vorteile

des Mähroboters auf.

mehrere Wochen Freizeit genießen dürfen. Damit unser

System funktioniert, muss alles ineinandergreifen:

Mitarbeiter, Lieferanten, aber auch wie wir die Produkte

auslegen.

Wie meinen Sie das?

Wir produzieren in der Nebensaison Standardvarianten,

aber verpacken diese als Ländervarianten erst

kurzfristig. Das ist kapitalintensiv. Aber am Ende wird

der Strich unter allem gezogen und als Premiummarke

müssen wir vor allem lieferfähig sein.

Themenwechsel: Wie stark verändert die Digitalisierung

die Gärtnerkultur?

Sehr stark und zum Positiven. Nehmen wir zum Beispiel

die Mähroboter. Diese Produktidee bringt so viele

Vorteile, dass sie nicht aufzuhalten ist.

Was sind die Vorteile?

Das hat mit Bequemlichkeit und Zeitersparnis zu tun.

Wir haben immer weniger Zeit und suchen Wege, lästige

Dinge zu automatisieren. Das übernimmt der Roboter.

Zudem müssen Sie den Grünschnitt nicht mehr

zusammenrechen und ziehen kein Kabel hinter sich

her. Viel wichtiger ist aber, dass Sie durch den Roboter

ein besseres Ergebnis bekommen. Der kurze Abschnitt

düngt den Boden und die scharfen Klingen sorgen für

ein grüneres, satteres Rasenbild.

Mäht der Roboter tatsächlich besser als der Mensch?

Einem englischen Rasen kommen Sie mit einem Robotermäher

in jedem Fall näher als mit einem herkömmlichen.

Dazu kommt, dass Sie sich durch die Zeitersparnis

auf Dinge konzentrieren können, auf die Sie

wirklich Lust haben. Fast alle Besitzer geben ihrem

Mähroboter übrigens einen Namen, kleben Augen auf

oder bauen ihm ein Häuschen. Er wird Teil der Familie.

Warum eigentlich mäht der kleine Kerl nach dem

Zufallsprinzip?

Systematisch mähen heißt, systematisch Fehler machen.

Es passiert, dass Streifen bleiben und gewisse

Stellen nicht gemäht werden. Der intelligente Algorithmus,

den wir freies Bewegungsmuster nennen,

stellt sicher, dass die gesamte Grünfläche abgedeckt ist.

Mit mehr als 20-jähriger Erfahrung in diesem Segment

können wir sagen, dass das die beste und zuverlässigste

Form des Rasenmähens ist.

Wo macht sich die Digitalisierung noch bemerkbar?

Digitalisierung ist ein breites Feld, angefangen bei digitalen

Medien zur Informationsbeschaffung. Früher

kauften sich Gartenfans ausschließlich „Mein schöner

Garten“, heute gibt es unzählige Websites und Foren, in

denen man sich informieren kann. Unsere Zielgruppe

– die passionierten Gärtner – will sich austauschen und

Neues über ihr Hobby lernen. Auch der Vertrieb über

Online-Shops nimmt zu. Am spannendsten aus meiner

Sicht ist aber die Produktseite.

Weil Sie jetzt Gartengeräte vernetzen?

Ja, das klingt zunächst abstrus, ist aber eine riesige

Chance für unsere Endkunden, sich dem Thema Garten

auf neue Art zu nähern. Gardena ist mit Bewässerungsprodukten

und Gartengeräten schon immer ein

Systemanbieter. Mit der Vernetzung können wir unterschiedliche

Systeme zu einem kombinieren. So können

Geräte ferngesteuert werden, vor allem aber können

sie miteinander kommunizieren und dadurch

bessere Ergebnisse erzielen.

12


unternehmen [!] Ausgabe 59 | Oktober 2017

Wie zum Beispiel…?

In unserem Smart-System vernetzen wir einen Bodenfeuchte-Sensor

mit dem Bewässerungscomputer. Ist programmiert,

dass montags um 18 Uhr gegossen wird,

prüft der Sensor kurz vorher, wie feucht der Boden ist

und kommuniziert dem Computer gegebenenfalls, dass

er nicht zu bewässern braucht. Gleichzeitig kann der Anwender

Wettervorhersagen miteinbeziehen. Wenn es

morgen regnet, müssen wir heute nicht bewässern.

Das ist vermutlich noch nicht alles?

Es gibt auch komplexere Anwendungen. Mit den Sensordaten

wie Licht und Temperatur ist weit mehr möglich.

So meldet das System, wenn es Frost gibt, dass Batterie

oder Pumpe besser reingeholt werden sollten. Oder:

Du willst Freitag deine Hecke schneiden, dann lade jetzt

den Akku und so weiter. Es ist uns also möglich, mit den

Geräten zu kommunizieren. Daraus machen wir ein System

– mit der Intelligenz, die wir im eigenen Unternehmen

haben und durch Partnerschaften.

In wie vielen Gärten gibt es bereits Smart-Gardening-Lösungen?

Wir sind mittlerweile im fünfstelligen Bereich. Das ist

für uns eine große Menge, aber noch ist das kein Massenmarkt.

Wie geht es weiter?

Marktforschungen bestätigen, dass die Generation Y

oder die Millenials einen hohen Bedarf und auch Lust

auf Grün haben. Die Verstädterung nimmt zu, Menschen

haben weniger Zugang zu Grün und wollen sich

eine Oase der Erholung schaffen – mit Trends wie „Ur-

Gardena-Chef Sascha: Das

Bewässerungssystem misst

die Bodenfeuchte, holt sich

Wetterdaten aus dem Internet

und warnt vor Frost.

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Beleuchtung: kabellos, dimmbar, energieeffizient.

Eine wahre Innovation – lassen Sie sich inspirieren!

13


Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

sere Konkurrenz bei Generation Nummer zwei ist. Vor

zwei Monaten haben wir den einmillionsten Roboterrasenmäher

gefeiert, den die Husqvarna Group auf den

Markt gebracht hat.

Was sind weitere Gardena-Stärken?

In Systemen zu denken und Systeme zu schaffen, die

kompatibel sind und Komplexität aus dem Produktsortiment

nehmen. Qualität und Design bilden die dritte

Säule. Innovation bleibt unser wichtigster Treiber und

war schon immer eine Herausforderung. Daher investieren

wir heute deutlich mehr als noch vor fünf Jahren

in diesen Bereich.

Was ist so herausfordernd?

Das riesige Produktportfolio. Das reicht von der

Schlauchkupplung – also Kunststofftechnologie –

über Harken zu Rasenmähern mit Batteriesystemen bis

hin zu Robotermähern und vernetztem Garten mit

Schwerpunkt auf Software. Wir bieten rund 1200 Produkte

an.

15 Jahre war der Rasenroboter

ein Zuschussgeschäft. Gardena

blieb hartnäckig. Heute

freut sich Sascha Menges

über ein boomendes Geschäft.

ban Gardening“ oder ähnlichem. Gleichzeitig wissen

die Leute weniger darüber, wie sie eine Tomate anpflanzen

oder Bohnen großziehen. Die Kenntnisse werden

nicht mehr über Generationen weitergegeben wie früher.

An dieser Stelle kommen neue Technologien ins

Spiel. Dafür sind neue Generationen sehr offen. Deshalb

glauben wir, dass der Trend zum Smart Gardening

anhält.

Woher rührt Ihr Optimismus?

Gardena hat 1985, als so langsam PCs in Privathaushalte

einzogen, die ersten Bewässerungscomputer ins Sortiment

genommen. Das war damals kein Massenmarkt.

Aber wir stehen dafür, dass wir Trends früh erkennen

und aufnehmen. Der smarte Garten profitiert auch

vom Smart Home – was mit Heizung,

Sicherheit und Licht ja immer

mehr Bedeutung bekommt.

Das ist beim Thema Robotermähen

ähnlich.

Am Anfang

hieß es:

So, jetzt

integriert

euch mal.

Wie meinen Sie das?

Wir haben vor mehr als 20 Jahren

den ersten Robotermäher auf dem

Markt gebracht. Das war 15 Jahre

lang ein Nischenmarkt und ein Zuschussgeschäft.

Über alle Sparrunden hinweg haben

wir an das Thema geglaubt und in die Produktentwicklung

investiert. Das hat sich gelohnt. Seit fünf Jahren

hebt der Markt ab, und wir stehen mit der achten Generation

Robotermähern vor dem Kunden, während un-

Wie viele Neuheiten streben sie an?

Wir haben jedes Jahr zwischen 10 und 20 Prozent neue

Produkte im Programm.

Wie stemmt das Ihre Entwicklungsabteilung?

Die ist groß, wir arbeiten aber auch mit externen Partnern

zusammen. In der Vergangenheit hat vor allem

Hardware Gardena stark gemacht: perfekte Konstruktion

von Kunststoff- und Metallteilen, Schneidgeometrien

oder Mechaniken.

Und heute?

Da geht es auch um Software-Anforderungen und

schnellere Produkt-Zyklen. Ein Gartengerät bringen sie

einmal im Jahr. Software dagegen muss viel schneller

entwickelt werden. Jetzt müssen wir diese grundverschiedenen

Anforderungen zusammenbringen – wie

viele Unternehmen anderer Branchen auch.

Wie gehen Sie dabei vor?

Wir bauen unsere eigene Softwarekompetenz

aus und kaufen

gleichzeitig zu, so wie wir es mit

Koubachi gemacht haben, einem

kleinen Start-Up in Zürich. Die haben

nicht nur Kompetenzen und

Pflanzendatenbanken, sondern

vor allem die Start-Up-Kultur mitgebracht,

also schnelle Entwicklungsprozesse.

Uns ist es gelungen, die beiden Kompetenzbereiche

zusammenzuführen.

Wie haben Sie das gemacht?

Wir haben das Start-Up nicht komplett integriert, son-

14


unternehmen [!] Ausgabe 59 | Oktober 2017

dern zum ausgelagerten Excellence-Center im Bereich

Vernetzung erklärt. Neben den Kategorien Bewässerung,

Geräte, elektrische Geräte gibt es nun auch den

Bereich „Smart“, den der ehemalige Gründer des Start-

Ups verantwortet. Er verantwortet sowohl Hardwareals

auch Softwarekomponenten. Mittlerweile ist diese

neue Kategorie auch in der Mitarbeiterzahl deutlich

angewachsen.

Warum ist dieses Auslagern so wichtig?

Die Züricher sitzen in Start-Up-Büros. Die Atmosphäre

ist loftig. Diese Kultur der Kreativität, des Experimentierens

und Ausprobierens wollen wir durch die räumliche

Trennung aufrechterhalten. Im nächsten Schritt

mussten wir sie mit dem Markenversprechen von Gardena

zusammenbringen. Als Premiumanbieter müssen

unsere Produkte, die auf den Markt kommen, ausgereift

sein. Beide Aspekte müssen passen.

Ihre Mitarbeiter kennen die Situation. Schließlich

mussten auch Gardena und Husqvarna vor zehn

Jahren zusammenwachsen. Ist dieser Prozess abgeschlossen?

Die Mitarbeiter fühlen sich heute mehr denn je als Teil

der Gruppe. Aber das war ein langer Weg mit großen

Veränderungen.

Welche waren das?

Am Anfang hieß es von Husqvarna: So, jetzt integriert

euch mal. Es gab keine Businesspläne, es kamen keine

Manager aus Schweden, um uns anzuweisen, es gab

kein Sparprogramm, keinen Stellenabbau. Uns als

deutsches Unternehmen überraschte das. Wir behielten

zunächst eine große Eigenständigkeit. Das ist aus

meiner Sicht eine Stärke der schwedischen Unternehmerkultur.

Man ist offen für anderes. Husqvarna kaufte

uns mit einem klaren Gedanken, nämlich: Gardena

kann etwas, was wir nicht können. Deshalb geben wir

nichts vor, sondern schauen erstmal wie die das machen.

Dabei blieb es aber nicht.

Eine zweite Phase wurde durch einen Managementwechsel

eingeleitet. Zuvor hatte Husqvarna immer

wieder Unternehmen aufgekauft und nie wirklich integriert.

Die neue Leitung beschloss, gemeinsame Standards

für dieses erfolgreiche, aber komplexe Zusammenspiel

zu schaffen und zentralisierte Funktionen.

Da spürten wir erstmals, dass Gardena Teil eines Konzerns

ist und die Entscheidungsgewalt nicht mehr in

Ulm sitzt.

Wie wirkte sich das aus?

Gemeinsame Standards sind kein Fehler und sparen

Kosten ein. Sie haben aber dazu geführt, dass wir am

Zuhören, analysieren, argumentieren,

auf den Punkt

bringen: Gardena-Chef und

Husqvarna-Vorstandsmitglied

Sascha Menges.

15


[titelthema] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

Sascha Menges zeigt die kompakte Gardena-Box für Balkongärtner. Mit Schlauchverbindern ist das Unternehmen groß geworden.

Vor 49 Jahren klickte es zum ersten Mal bei Gardena

Es war im Flower-Power-Jahr 1968, als von Gardena. Seither gehört das Unternehmen

zur Husqvarna-Gruppe. Diese ist

es bei Gardena zum ersten Mal „Klick“

gemacht hat. Bis heute ist die Schlauchkupplung

das meistverkaufte Produkt geräten für Forstwirtschaft, Landschafts-

der weltweit größte Hersteller von Motor-

des Gartengeräteherstellers. Das Unternehmen

war 2002 von den Familienei-

auch europäischer Marktführer für Bepflege

und Garten und dank Gardena

gentümern für 350 Millionen Euro an den wässerungstechnik. Der Konzern ist zudem

einer der führenden Anbieter für

schwedischen Finanzinvestor Industri Kapital

verkauft worden. Der trennte sich Schneidgeräte und Diamantwerkzeuge

vier Jahre später für 730 Millionen Euro für die Bau- und Steinindustrie. Die vier

Divisonen erwirtschafteten zuletzt mit

11.900 Mitarbeitern in mehr als 40 Ländern

einen Jahresumsatz von 36 Mrd.

schwedischen Kronen (3,8 Milliarden Euro).

Mit einem Umsatz von 537 Millionen

Euro ist Gardena die drittgrößte Division.

Sie wächst seit Jahren stetig. An den

Standorten Ulm, Heuchlingen, Niederstotzingen

und Laichingen beschäftigt

Gardena rund 1850 Mitarbeiter. AMB

Markt PS verloren haben. Weil Entscheidungsprozesse

langwieriger wurden und der Fokus im Vorstand nicht

auf Schlauchkupplungen lag und liegt.

Was war die Folge?

Das haben wir erkannt und sind in der dritten Phase

nun seit drei Jahren wieder eigenständiger. Eine von

vier Husqvarna-Divisionen sitzt mit einem Managementteam

in Ulm. Wir entscheiden

viele Dinge schnell und direkt.

Grund für diesen Quantensprung

war eine klare Ausrichtung der

Marke auf eine Zielgruppe – nämlich

den leidenschaftlichen Gärtner.

Seit wir diese Richtung eingeschlagen

haben, sind wir wieder

mit mehr PS am Markt. Daher

wachsen wir schnell und profitabel.

Gleichzeitig genießen wir alle Vorteile,

die uns die Gruppe bietet.

Heute sind

wir wieder

mit mehr PS

auf dem

Markt.

Und die sind?

Wir haben Zugang zu Robotertechnologie – eine klare

Husqvarna-Stärke – zentralem Einkauf oder gemeinsamen

Technologieentwicklungen. Will Gardena einen

Standort in Indien aufbauen, können wir Vertriebsinfrastrukturen

der Gruppe nutzen. Dieses Netzwerk

in Verbindung mit der Möglichkeit, eigenständig zu

entscheiden, macht uns schneller als Mitbewerber.

Welche Vorteile bringt es dem Standort Ulm, dass

hier eine von vier Husqvarna-Divisionen ihren Sitz

hat?

Hier sitzt neben der Gardena-Division

auch der Husqvarna-Vertrieb

für Deutschland, Österreich,

Schweiz. Was wir hier an Backoffice-Prozessen

und Logistik abwickeln,

macht den Standort viel

nachhaltiger als früher. Seit 2015

haben wir in Deutschland über

200 neue Positionen aufgebaut.

Wir investieren zweistellige Millionenbeträge

für die Infrastruktur vor Ort. Für unsere

Mitarbeiter bietet die Gruppe internationale Karrierechancen.

Viele probieren sich sechs Monate oder mehrere

Jahre im Ausland aus – und wissen, dass sie zurück

nach Deutschland kommen können.

16


unternehmen [!] Ausgabe 59 | Oktober 2017

[titelthema]

Wo will Gardena wachsen?

Da gibt es mehrere Ansätze. Geografisch zählen zu unseren

Kernmärkten alle deutschsprachigen Länder, Belgien

und die Niederlande. Dort sind wir mit unserem

ganzen Sortiment von Bewässerungstechnik über Garten-,

Elektro- bis hin zu Batteriegeräten vertreten. Zudem

sind wir weltweit in Märkten mit europäisch geprägter

Gartenkultur mit Bewässerungssystemen

erfolgreich. Unser Ziel ist es, besonders in diesen Ländern

unsere anderen Segmente weiter auszubauen. Das

gilt beispielsweise für Spanien, Frankreich, Russland,

Italien und Skandinavien. Dort ist noch sehr viel Potenzial

vorhanden.

Mit zunehmender Verstädterung

verändern sich Gartenbedürfnisse.

Gardena reagiert

darauf mit neuen Produkten

und Vertriebswegen.

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Abschluss

Wir freuen uns auf Sie.

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Was ist Ihr wichtigster Vertriebskanal?

Gardena ist historisch in Baumärkten und Gartencentern

stark vertreten. Diesen wichtigen Vertriebskanal

müssen wir halten. Mit zunehmender Verstädterung

verändern sich aber Gartenbedürfnisse.

Wie meinen Sie das?

Gärten entstehen auf Balkonen, Terrassen und am

Fensterbrett. Das sind Wohnsituationen, die Kunden

nicht dazu verleiten mit dem Auto – das Städter vielleicht

gar nicht mehr haben – zum Baumarkt zu fahren.

Deshalb denken auch wir anders über Garten nach.

Wie sehen diese Gedanken aus?

Auf der Produktseite bieten wir ein eigenes City-Gardening-Sortiment

an. Das besteht aus kleineren, leichter

verstaubaren Geräten mit anderen Designs. Diese Art

des Gartenbedarfs erfordert eine andere Form der Distribution.

Deshalb erweitern wir unsere Kanäle, etwa

auf den Lebensmittelhandel, innerstädtische Läden

und Online-Shops.

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[titelthema] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

Gut gelaunt: Gardena-Chef

Sascha Menges im Gespräch

mit Alexander Bögelein, Redaktionsleiter

unternehmen[!].

DAS INTERVIEW FÜHRTE

ALEXANDER BÖGELEIN,

REDAKTIONSLEITER

UNTERNEHMEN [!]

DOKUMENTATION:

RONJA GYSIN

FOTOS:

MARC HÖRGER

Mit welchen Produkten lockt Gardena designaffine

Großstadt-Hipster?

Wir sind nach wie vor keine Fashionmarke. Wir stehen

für ein funktionales Design. Balkongärtner brauchen

kleinere Töpfe, Schaufeln und Geräte. Kompakte, vom

Design zurückhaltende Lösungen sind gefragt. Das typische

Gardena-Türkis oder Orange passt hier nicht.

Deshalb haben wir eine Balkonbox mit kompakten Geräten

und dezenten Farben entwickelt, mit der wir sehr

erfolgreich sind. Ein anderes Beispiel sind automatische

Bewässerungssysteme für Balkonkästen,

welche die Pflanzen versorgen,

während die Mieter oder

Eigentümer in den Urlaub fahren.

Welchen Umsatzanteil versprechen

Sie sich von Urban Gardening

in zehn Jahren?

Das ist schwer zu sagen. Überlegen

Sie sich einmal, wie viel Bedeutung

die Terrasse heute im Vergleich

zum Garten hat. Früher nahmen gepflasterte Flächen

fünf bis zehn Prozent des Gartens ein, heute sind es 20

bis 30 Prozent. Es würde mich nicht wundern, wenn

wir mit Citygardening in zehn Jahren bis zu 20 Prozent

unseres Umsatzes machen.

Setzen Billigangebote von Discountern Gardena

unter Druck?

Ein relevantes Marktsegment ist das schon. Aber auch

Nachhaltig

zu sein, dazu

zählt für

uns auch

das Soziale.

definitiv eines, in dem wir nicht spielen. Für manche

Anwendungen mögen diese Geräte ausreichen. Doch

wir stehen für Qualität, Langlebigkeit und Verlässlichkeit.

Wir bieten 25 Jahre Garantie und lebenslange Ersatzteilversorgung.

Das ist in einer Welt, die mehr und

mehr nach Nachhaltigkeit strebt, aus meiner Sicht genau

der richtige Anspruch.

Der Begriff Nachhaltigkeit wird oft missbraucht.

Die Husqvarna Group hat sich als eines der ersten Unternehmen

dem Pariser Klimaprotokoll

angeschlossen. Wir lassen

uns als erstes Unternehmen

Schwedens auch extern dafür zertifizieren.

Das heißt, wir schreiben

uns Nachhaltigkeit nicht nur auf

die Fahnen, sondern gehen das

Thema analytisch an.

Wie setzen Sie das im Alltag

um?

Wir haben beispielsweise komplett auf grünen Strom

umgestellt. Zur Nachhaltigkeit zählt für uns aber nicht

nur Ökologie, sondern auch Soziales. Wir wollen der

beste Arbeitgeber sein und tun vieles, um dies zu erreichen.

Die Zufriedenheit der Mitarbeiter messen wir

regelmäßig intern und entwickeln uns positiv. Dabei

spielen Diversity – also die Verschiedenheit der Menschen

– und Sicherheit eine große Rolle. Seit 2016 produzieren

wir sogar eigenen Honig hier am Standort. [!]

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[machen] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

Abriss mit Feingefühl

Eigentlich wollte Markus Christadler Bauingenieur werden. Heute ist er Geschäftsführer der Eislinger

CK Abbruch & Erdbau GmbH und hat sich einen Namen als Experte für komplexe Rückbauten gemacht.

Bagger, die in luftiger Höhe an Kranseilen

schweben, lösen bei Markus Christadler

kein Schwindelgefühl aus – und

auch der Drang, die Welt per Smartphone an

dieser Skurrilität teilhaben zu lassen, ist ihm

fremd. Seit 14 Jahren ist er Geschäftsführer

der CK Abbruch & Erdbau GmbH in Eislingen.

Mit seinem 28-köpfigen Team reißt der

39-Jährige jährlich 200 Wohn-, Gewerbe- und

Industrieimmobilien ab. Eine komplexe Aufgabe,

denn „Abbruch ist mehr als nur die Abrissbirne

zu schwingen“, sagt Christadler

schmunzelnd. In seinem Alltag kommt das

Relikt aus vergangenen Zeiten kaum mehr

zum Einsatz. Grund sind die meist beengten

Verhältnisse: Ist die Gegend um das abzureißende

Gebäude eng bebaut, muss jeder Schritt

sorgfältig geplant werden. Daher beginnt die

Arbeit der Zerstörungsexperten mindestens

sechs Wochen, bevor der erste Stein fällt.

TONNENSCHWERER FUHRPARK

„Im Abbruchzeitplan steckt viel Hirnschmalz,

denn jede Baustelle ist einzigartig“, betont der

Fachmann. So müssten Wasser- und Stromleitungen

umgelegt, Schadstoffe identifiziert

und öffentliche Flächen zum Abstellen oder

Zwischenlagern der Fuhrparkriesen gefunden

und genehmigt werden. 21, 28 oder gar 32 Meter

ragen die Arme der firmeneigenen Longfront-Abbruchbagger

in voll ausgefahrenem

Zustand in die Höhe, bis zu 100 Tonnen bringen

die Schwergewichte auf die Waage. Insgesamt

nennt CK 16 größere Bagger sowie Radlader,

Raupen, Recycling- und Siebanlagen im

Wert von mehreren Millionen Euro ihr Eigen.

Bei der Unternehmensgründung 2003 sah das

noch anders aus. „Mit nur drei Baggern haben

wir angefangen“, erinnert sich der Firmenchef,

der eigentlich Bauingenieurswesen studieren

wollte. Der frühe Tod seiner Eltern

machte ihm damals einen Strich durch die

Abbruch des Hochhauses der Staatsanwaltschaft

Ulm: Ein Vorhang schützt Passanten und Autos.

20


unternehmen [!] Ausgabe 59 | Oktober 2017

[machen]

Rechnung; mit 23 Jahren musste sich Christadler

entscheiden, wie es mit dem elterlichen

Abbruchunternehmen weitergehen sollte.

Sein Herz hing an der Branche, den Familienbetrieb

wollte er dennoch nicht übernehmen.

Stattdessen setzte er alles auf eine Karte, wickelte

das elterliche Unternehmen ab und

gründete seinen eigenen Betrieb. Der Plan

ging auf: 2016 setzte CK zehn Millionen Euro

netto um.

Auf der Baustelle hingegen geht Christadler

kein Risiko ein. „Sicherheit ist das erste Gebot“,

betont er. Weil es beim Gebäudeabriss

immer wieder zu gefährlichen Situationen

kommen kann, sind regelmäßige Sicherheitsschulungen

für alle Mitarbeiter Pflicht. Straßensperren

und ein riesiger Gummivorhang,

der herabfallende Bruchstücke abfängt, sollen

Nachbargebäude und Passanten schützen.

„Bei starkem Wind müssen wir trotzdem

manchmal unterbrechen.“

SPEZIALWISSEN GEFRAGT

Der bisher planungsintensivste Auftrag kam

vergangenes Jahr von der Firma Heidelberger

Cement in Schelklingen. „Im laufenden Betrieb

haben wir dort einen Teil des Zementwerkes

abgerissen“, erinnert sich der Firmenchef.

Darunter einen 70 Meter hohen

Schornstein und einen riesigen Drehofen. Eine

Herausforderung sei außerdem der Abbruch

des Göppinger Frey-Centers gewesen.

Um das ehemalige Kaufhaus von oben nach

unten abtragen zu können, platzierten die

Abbruch-Spezialisten hier sechs Abbruchbagger

auf dem Gebäudedach – zusammen mit

dem anfallendem Bauschutt eine nicht zu unterschätzende

Last. Deshalb stützte das CK-

Seit über einem Jahrzehnt Experte für Zerstörung

Firmenchef Markus Christadler (rechts) bei der Übergabe einer Zeppelin-Baumaschine.

Team die Kellergeschosse mit 1000 zweieinhalb

bis vier Meter langen Baumstämmen ab.

Im Betrieb wird abgetragenes Material sortiert

und je nach Schadstoffbelastung recycelt oder

entsorgt. Brech- und Siebanlagen zerkleinern

große Betonstücke und verarbeiten sie wahlweise

zu Sand oder Kies. „Diese Ersatzbaustoffe

nutzen wir in unserem zweiten Geschäftssegment,

dem Erdbau“, sagt Christadler. Um

Die CK Abbruch & Erdbau GmbH wurde

am 16. Juni 2003 in Ottenbach gegründet.

Aktuell beschäftigt das Unternehmen

28 Mitarbeiter am Standort Eislingen,

darunter Bauingenieure,

Baugeräteführer, Vorarbeiter und Abbruchhelfer.

Um das erwartete Firmenwachstum

von fünf bis zehn Prozent abzufedern,

suchen der Mittelständler

Personal, sowohl in Facharbeiter- als

auch in Führungspositionen. Die CK Abbruch

& Erdbau ist Mitglied im Deutschen

Abbruchverband (Köln), einer Interessenvertretung

der Branche. Markus

Christadler hat den Vorsitz des Landesverbands

Baden-Württemberg inne. GYS

die Umwelt zu schonen, will der Eislinger

Firmenchef noch nachhaltiger wirtschaften:

Eine Wiederverwertungsanlage auf dem

Werksgelände soll bis in zwei Jahren zusätzlich

Materialien aufarbeiten. Ein hehres Ziel,

in das der Vollblutunternehmer drei Millionen

Euro investieren will: „Wir arbeiten mit

endlichen Ressourcen. Jeder Beitrag zur Nachhaltigkeit

zählt.“ [!]

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21


[namen & nachrichten] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

Extrem günstige

Steuereinheit

für Roboter

Günstig, nachhaltig, minimalistisch

– so sollte am besten jede

neue Erfindung sein. Joachim

Feßler, Student an der Hochschule

Ravensburg-Weingarten,

liegt mit seinem fingergroßen

Platinen-Entwurf also im Trend.

Auf der Funkermesse Ham Radio

war die Steuereinheit das

kleinste der ausgestellen Exponate.

Mit nur sieben Bauteilen

und einem Gesamtpreis von

1,50 Euro ist die Schaltung extrem

billig und damit für Vereine

und Schulen interessant, besonders,

wenn Recyclingteile

für den Bau verwendet werden.

Die Steuerungseinheit kann

zum Beispiel für Roboter verwendet

werden.

Neue

Geburtshilfe

in Wangen

Rund sieben Millionen Euro

wurden in das 200 Betten große

Westallgäu-Klinikum Wangen

investiert. Mit der offiziellen

Einweihung der erneuerten Geburtshilfe-Station

ist die Modernisierung

weiter vorangegangen.

Ebenfalls in Betrieb

genommen wurde die stationäre

Löschanlage des Hubschrauber-Dachlandeplatzes.

Das Land

förderte das Projekt mit 2,7 Millionen

Euro. Das Westallgäu-

Klinikum gehört zum Verbund

der Oberschwabenklinik. Dessen

größtes Haus ist das St. Elisabethen-Klinikum

in Ravensburg

mit über 500 Betten.

Mehr Allgäuer

Emmentaler aus

Bodnegg

Von Herbst dieses Jahres an erwartet

die Martin Bauhofer Käserei

GmbH aus Bodnegg bei

E-Boards vom Bodensee

Das junge Unternehmen JayKay UG aus Kressbronn am Bodensee

hat ein Elektro-Longboard entwickelt. Dank patentierter

„E-Achse“ fahren die Boards 12 Kilometer weit mit bis zu Tempo

30. Es ist das weltweit erste elektrische Longboard mit unsichtbarem

Antrieb.

Ravensburg eine Umsatzsteigerung

von rund 15 Prozent. Das

Unternehmen wird von 17 zusätzlichen

Bauern aus der Region

um Kisslegg und Leutkirch

mit Heumilch für die Herstellung

seines Allgäuer Emmentalers

beliefert. Eine neu gebaute,

1000 Quadratmeter große Kühlund

Versandhalle verdreifacht

die Lagerkapazität des Unternehmens.

1911 wurde die Firma

gegründet: Die ersten Käse wurden

von Käsermeister Alfons

Geiselmann hergestellt. Heute

zählt die Käserei 35 Mitarbeiter

und erzielt einen Umsatz von

zehn Millionen Euro. Das Unternehmen

liefert in alle Welt,

sogar bis nach Dubai .

Airbus schickt

neuen Satellit

in den Weltraum

Im Oktober des kommenden

Jahres soll der neue Wettersatellit

„Metop-C“ seine Reise ins

Weltall starten. Entwickelt wurde

er von Airbus in Immenstaad

am Bodensee. Mithilfe einer

Ariane-5 -Trägerrakete wird er

vom europäischen Weltraumbahnhof

in Kourou, Französisch-Guayana,

in den Orbit gebracht,

um von dort noch

genauere Wetterdaten als bisher

möglich auf die Erde zu

schicken. Airbus SE ist der

größte Luft- und Raumfahrtkonzern

Europas und der zweitgrößte

der Welt. In Deutschland

beschäftigt Airbus an 29 Standorten

rund 48.000 Mitarbeiter.

Der Umsatz des Konzerns im

vergangenen Jahr betrug knapp

67 Milliarden Euro.

Aus historischer

Schule wird

Vier-Sterne-Hotel

An Pfingsten 2019 sollen die

ersten Gäste in Wolfegg übernachten.

So sieht es der Plan

von Investor Peter Hornstein

vor. In dem historischen Gebäude

plus einem 250 Quadratmeter

großen Anbau sollen 23

Doppelzimmer und zwei Einzelzimmer

mit Vier-Sterne-

Standard entstehen. Im Erdgeschoss

wird es eine offene

Gastronomie mit Weinstube geben.

Mit dem Bau begonnen

wird im Frühjahr 2018. Im vergangenen

Jahr hatte Hornstein

das 1908 erbaute, denkmalgeschützte

ehemalige Schulgebäude

von der Gemeinde für

rund eine halbe Million Euro

erworben.

Eröffnung der

Inselhalle

verzögert sich

Nach dem Jahreswechsel soll

die Lindauer Inselhalle im Januar

2018 endlich in Betrieb gehen.

Geplant war die Fertigstellung

eigentlich schon für

September dieses Jahres. Die

Höhe der Mehrkosten des 53

Millionen Euro teuren Projekts

ist noch nicht bekannt, sicher

ist aber, dass die Sache wird

teurer als ursprünglich geplant.

Trotz allem sieht die Buchungslage

zufriedenstellend aus: 1064

Raumbelegungen fürs kommende

Jahr seien bereits sicher,

heißt es von der Stadt – darunter

Tagungen, Konzerte und

Veranstaltungen von Lindauer

Vereinen. [!]

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22


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Vertrags. 3 Leasingrate auf Basis eines Kaufpreises von € 27,310.93 netto (€ 32.500,01 brutto), inkl. € 755,46 netto (€ 899,00 brutto) Überführungskosten. 4 Gilt für einen Ford Mondeo

Turnier Business Edition 1,5-l-TDCi-Dieselmotor ECOnetic 88 kW (120 PS) (Start-Stopp-System), € 259,- netto (€ 308,21 brutto) monatliche Leasingrate, € 0,- netto (€ 0,00 brutto)

Leasing-Sonderzahlung, bei 36 Monaten Laufzeit und 45000 km Gesamtlaufleistung. 5 Leasingrate auf Basis eines Kaufpreises von € 28.949,58 netto (€ 34.450,00 brutto), inkl. € 755,46

netto (€ 899,00 brutto) Überführungskosten. 6 Gilt für einen Ford S-MAX Business Edition 2,0-l-TDCi-Dieselmotor 88 kW (120 PS) (Start-Stopp-System), € 269,- netto (€ 320,11 brutto)

monatliche Leasingrate, € 0 netto (€ 0,00 brutto) Leasing-Sonderzahlung, bei 36 Monaten Laufzeit und 45000 km Gesamtlaufleistung.

23


[verantworten] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

So habe ich mir das nicht vorgestellt!

Der Generationswechsel in Familienunternehmen ist oft konfliktbeladen. Die Coaches Nicola Buck und Ferdinand

Hirmer zeigen, wie er sich vorbereiten und Streit vermeiden lässt.

Ein rosa Plüschelefant sitzt mitunter am

Tisch, wenn Nicola Buck und Ferdinand

Hirmer Unternehmerfamilien beraten.

Die beiden Coaches und Mediatoren begleiten

und unterstützen Inhaberfamilien beim Generationswechsel.

Der rosa Elefant steht für

ein grundsätzliches Thema bei der Nachfolge:

„Alle sehen den offensichtlichen Konflikt,

aber keiner spricht ihn an“, erklärt Nicola

Buck. So entsteht bei allen Beteiligten Leidensdruck.

„Werden diese Spannungen nicht

rechtzeitig bearbeitet, führt dies schnell zu

verhärteten Positionen und das bedeutet Stillstand

im Nachfolgeprozess“, sagt Hirmer.

In den Beratungsfällen der Coaches aus München

ergreifen häufig die Nachfolger die Initiative.

„So habe ich mir das nicht vorgestellt“,

lautet einer der Sätze, die Buck und Hirmer oft

zu Beginn hören. Das ist ein Signal, dass bei

der Nachfolge zu wenig auf die Bedürfnisse

der Beteiligten geachtet worden ist.

Die junge Generation sei gut ausgebildet und

reflektiere, wie sie die Situation verändern

kann. Als oberstes Ziel stehen der Frieden und

der Zusammenhalt in der Familie. Häufig sind

in ihren Beratungsfällen die Senior-Chefs

noch im Unternehmen aktiv. Dies mache in

einer Übergangsphase auch Sinn. „Aber diese

Phase muss terminiert sein“, sagt Buck. Ansonsten

könne sich die Firma nicht neu ausrichten.

„Die Mitarbeiter haben zwei Chefs,

die sich teilweise gegenseitig blockieren.“

Streit in der Unternehmerfamilie wirkt sich

schnell auf das Unternehmen aus. Das hat

nach ihren Worten eine lähmende Wirkung

aufs Unternehmen und fördert eine Atmosphäre,

in der es vor allem an einem fehlt: an

der Orientierung aus der Inhaberfamilie.

Gleichzeitig bedrohen gegensätzliche Interesse

im Unternehmen den Zusammenhalt der

Familie. Daher sei es wichtig, alle Familienmitglieder

an einen Tisch zu bringen.

WAS MACHE ICH DANACH?

Eine gelungene Übergabe benötigt Vorbereitung.

„Neben der Begleitung des Nachfolgers

muss sich vor allem der Übergeber darüber

klarwerden: Wer bin ich, wenn ich nicht mehr

das Unternehmen leite? Sie brauchen eine

Vorstellung, was sie hinterher machen“, betont

Hirmer. Es liegt in der Natur älterer Unternehmer,

dass sie nie zwischen Beruf und

ihrem Privatleben unterschieden haben.

Nach dem Austritt aus der Firma droht luftleerer

Raum. „Daher können viele nicht loslassen“,

sagt Buck. Gleichzeitig ist der Wunsch

groß, dass die Firma in der Hand der Familie

bleibt. Auch in ihrer Rolle als Eltern seien Inhaber

oft zwiegespalten, „weil sie ihre Kinder

Die Coaches und Mediatoren Nicola Buck und

Ferdinand Hirmer unterstützen Unternehmen bei

der Nachfolge. Fotos: Marek & Beier

24


unternehmen [!] Ausgabe XY 59 | Oktober Monat JJJJ 2017

[verantworten] [rubrik]

ratur heute aliquam, mehr als occus früher dolorempor liberal erziehen sa se quae und

milluptatem ihnen bei der nonserovid Studien- und qui Berufswahl sum qui freie ium

facessit Hand lassen“, molupta sagt del Buck. minimporro Diese Freiheit blatusc bedeute

mitunter duntem que eine essus mangelnde eatis es Identifikation

am cuptatati

iisqui

consenis der „Next-Generation sus. Tur repeligni mit dem im Unternehmen.

con nobis et

opti Damit qui eine debis Nachfolge explameni gelingt, qui qui ist nach to et ihren plate

nonseca Worten eine tiisqua offene tiorit Kommunikation omnim quid exeri nötig, atur,

omnimolorem aut quo dolupta tiatectorit,

ipienescit ut exceat omnia volupta sperum

dolupta Der Großteil cus ande cum will reptat fuga. Ferrume

laccatem

Verantwortung

ulpa voluptat.

Drei von vier Kindern deutscher Familienunternehmer

streben die Übernah-

ZWISCHENZEILE

Pidest,

me unternehmerischer

ini to officto totatis

Verantwortung

mi, eatecae labore

nitatinum an. Sie wollen del earum nicht inctium nur Gesellschafter

fuga. Itatiorro

mos des et Familienunternehmens as nimus volore eserspe sein, rspellecum sondern

re auch nat litiam die operative eium volorum, Führung occus im el-

etur

arum

rero terlichen vellam Unternehmen que reperch icitiis übernehmen, cipistota iuntio.

das Sunt geht enias aus dolest einer Studie pa sandiam, der Zeppelin- seriam et

Universität Friedrichshafen aus dem

vitius volupta temporeste sandund icimillest

Jahr 2015 hervor. Vier von zehn Kindern

können sich vorstellen, ein eige-

pedi tes endi voluptur? Qui odipsum qui nonenes

el Unternehmen eos quatquo zu explaut gründen. pa nonempero

AMB

eleniam fuga. Tenditam, corporibus etur

den Mut unangenehme Dinge und die eigenen

Zielen und Meilensteinen und einem konkregeln:

Bedürfnisse anzusprechen und klare Reten

Austritttermin des Senior-Chefs.

Dazu gehört, das Thema frühzeitig anzusprechen

Sinnvoll ist es laut Buck auch, eine Familien-

und zu klären, welche Ausbildung verfassung zu erarbeiten. Dabei geht es unter

und Persönlichkeit der Nachfolger benötigt, anderem um Themen: Wer gehört zur Unternehmerfamilie?

wie der Fahrplan zum Einstieg ins Unternehmen

Was sind unsere Werte? Wie

aussieht.

gehen wir in Konflikten miteinander um?

Hat sich die Familie auf einen Beratungsprozess

Wie wird die Firma in die nächste Generation

geeinigt, setzen Buck und Hirmer bei ih-

geführt? Das Dokument sei zwar nicht recht-

rem Vorgehen zunächst auf Einzelinterviews lich wirksam, besitze aber moralische Bindekraft.

mit allen Beteiligten. „Jeder soll die Möglichkeit

Dies stärke den Zusammenhalt der Un-

haben, seine Perspektive aufzuzeigen, ternehmerfamilie. [!] ALEXANDER BÖGELEIN

wie er die Situation erlebt. Es ist wichtig, dass

sich jeder gehört fühlt“, erklärt Buck und Hirmer.

INFO

Das erhöhe die Bereitschaft, sich an ei-

„Konflikte in Familienunternehmen

nen Tisch zu setzen – selbst wenn die Situati-

lautet das Motto eines Netzwerkabends am

Non schon plit officie festgefahren nimodigent, sei. corehenis sinimos ere, alit re Donnerstag, ini dolor millabo. 9. November, Itat et et ex in eatur Ulm soluptatur zum zehnjährigen

Die Einzelgespräche münden in einen moderierten

Bestehen des Wirtschaftsmagazin

fugit, Workshop id molore mit sed der quam ganzen nimus, Familie. ut et

arum

vernam Dessen Ziel exceaque sei, dass lam die hil Familie ipidunt gestärkt volorro aus occus

dem dolumquatem Prozess hervorgehe. am, volessus Dabei sei que es pratibero wichtig,

te einen delit, Nachfolgeplan si atur mod quam, aufzustellen, sam ut ut den esequas alle

borum unternehmen[!]. ini beris molorro Nicola Buck blaborum und Ferdinand

eossita Hirmer, turenis erklären rectur? dabei, Itiorrorae wie sich non Kon-

et ma-

esequam

ea

xima flikte in quuntiunto Unternehmerfamilien omnime quiam, gemeinsam sandeli asperum

bewältigen ulluptis lassen. resequos Nähere et Infos quianimos bei Tobias aliqui

volut Familienmitglieder volorer orundi mittragen, bere, cus, mit unt konkreten quo occa-

beaque Lehmann, con Telefon nonserunt. 0731 [!] 156-515. DER AUTOR

Wie Unternehmer die Nachfolge

vorbereiten

Die einen wollen ihr Unternehmen an jüngere Nachfolger übergeben, die anderen möchten eine

Firma übernehmen. Und doch kommen beide oft nicht zusammen. Woran liegt das?

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Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an

dem ein Unternehmer aus der Firma ausscheiden

will oder muss. Wie bereitet man

diesen Übergang am besten vor? Und was

hält Existenzgründer davon ab, in Ihre Firma

zu investieren?

Für Unternehmer ist es nicht leicht, den richtigen

Zeitpunkt zu finden, um aus der Firma auszuscheiden.

Doch irgendwann kann oder will

man nicht mehr. Wer dann unter Zeitdruck handelt,

findet möglicherweise nicht den richtigen

Nachfolger. Das schadet der Firma und der

Belegschaft. Sinnvoll ist es darum, sich so früh

wie möglich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Experten raten dazu, mindestens drei

Jahre einzuplanen. Die Sparkassenberater helfen

Ihnen weiter, aber auch die Industrie- und

Handelskammer (IHK) ist eine Anlaufstelle.

Der Dachverband der Industrie- und Handelskammern

ging in seinem Unternehmensnachfolgereport

vor einiger Zeit der Frage nach, wo

Sparkasse Ulm.

Foto: Martin Duckek

die größten Hemmnisse liegen. Ein Problem ist

die Finanzierung: Nachwuchsunternehmen

benötigen im Regelfall einen hohen Kredit,

wenn sie eine Firma übernehmen wollen. Sie

haben jedoch häufig nur geringe Sicherheiten.

Ein weiteres Hindernis sei die Erbschaftsteuer.

Die Diskussion darum verunsichert den Mittelstand.

Ein weiteres Problem bei Unternehmensübergaben:

Nicht jede kann von langer Hand geplant

werden. Denn auch Unternehmer können

einen Unfall haben oder plötzlich krank werden.

Für diesen Fall ist es wichtig, dass der Unternehmer

einen Vertreter bestimmt hat, dass

sein Wissen in der Firma zentral gespeichert ist

und dass es Vollmachten für den Notfall gibt.

Haben Sie Fragen zum Thema? Ihr Sparkassenberater

hilft Ihnen weiter: 0731 101-0

Kontakt

Sparkasse Ulm

Hans-und-Sophie-

Scholl-Platz 2

89073 Ulm

0731 101-0

25


[verantworten] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

Immer Ärger mit der Familie

Unternehmer trennen nicht zwischen Beruf und Privatleben. Das erschwert es ihnen, loszulassen und rechtzeitig über

die Nachfolge nachzudenken. Das Thema Pflichtteil wird dabei häufig unteschätzt, sagt Notar Christian Winkler.

Konflikt zwischen Erben: Im Todesfall des Firmenchefs haben sowohl Ehefrau als auch Sohn Anspruch

auf den Pflichtteil, sofern der Unternehmer diesen Störfaktor der Nachfolge nicht geregelt hat.

Foto: Iakov Filimonov / shutterstock.com

Sie sind das Rückgrat der deutschen

Wirtschaft: 90 Prozent der rund vier

Millionen deutschen Betriebe werden

von Familien oder Inhabern geführt. Sie beschäftigen

mehr als die Hälfte der sozialversicherungspflichtig

Beschäftigten in Deutschland

und sind ein zentraler Wirtschaftsfaktor.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des

Mannheimer ZEW-Instituts und des Instituts

für Mittelstandsforschung.

Allerdings gibt es alarmierende Zahlen: Gerade

einmal 12 Prozent der Familienunternehmen

werden bis in die dritte Generation weitergebenen,

in die fünfte Generation schafft

es nur noch ein Betrieb von einhundert. Diese

Zahlen lösen Besorgnis bei den Kammern

von Handwerk, Industrie und Handel aus.

„Die Nachfolgeproblematik wird in den

nächsten Jahren zunehmen“, sagt Wolfgang

Grenke, der Chef des Industrie- und Handelskammertags

(BWIHK). Legt man Zahlen des

Instituts für Mittelstandsforschung zu Grunde,

dann stehen in Baden-Württemberg in diesem

und im nächsten Jahr in knapp 8000 Unternehmen

Nachfolgeregelungen an. „Wenn

sich die Nachfolgeproblematik zuspitzt besteht

die Gefahr, dass es zum Verlust von Arbeitsplätzen

kommt“, sagt Grenke.

DAS GROSSE AUFSCHIEBEN

Der Neu-Ulmer Notar Christian Winkler

kennt die Problematik aus eigener Erfahrung.

Er hat nach seinen Worten „schon so einiges

beim Thema Nachfolge gesehen“. Nach seiner

Einschätzung gehen viele Unternehmer die

entsprechenden Fragen zu spät an, auch weil

Loslassen nach seinen Worten eine Kunst ist,

die viele Unternehmer erst lernen müssen.

„Im Alter von 30 bis 40 Jahren, sagen Firmeninhaber,

sie hörten mit 50 auf. Im Alter von 50

heißt es , sie zögen sich mit 62 zurück. Mit 6o

heißt es dann: Ich gehe mit 70. Im Alter von 70

äußert er sich gar nicht mehr.“ Dass sich viele

Unternehmer nicht mit der eigenen Endlichkeit

auseinandersetzen, ist das eine. Das ande-

26


unternehmen [!] Ausgabe 59 | Oktober 2017

re Thema ist, dass Firmeninhaber vielfach

Störfaktoren ausblenden. Winkler empfiehlt

den Unternehmern, frühzeitig ihren Notfallkoffer

zusammenzustellen. Dazu gehören neben

dem Testament, einem Ehevertrag, auch

Vollmachten, damit das Unternehmen bei einer

schweren Erkrankung des Inhabers oder

eines plötzlichen Unfalltods des Inhabers,

handlungsfähig bleibt.

Der Neu-Ulmer Notar Dr. Christian Winkler.

Foto: Amrei Groß

EXISTENZRISIKO PFLICHTTEIL

Zu den oft unterschätzten Störfaktoren, die

den Bestand eines Unternehmens von einem

auf den anderen Tag existenziell bedrohen,

zählt der Pflichtteils-Anspruch. Der fällt bei

nahezu jeder Nachfolgeregelung an. Der

Pflichtteil ist ein Geldzahlungsanspruch in

Höhe der Hälfte des Wertes des gesetzlichen

Erbteils, der dem Berechtigten bei gesetzlicher

Erbfolge zugestanden hätte. Bei einem

Familienunternehmen wird dieser aus dem

Verkehrswert der Unternehmensbeteiligung,

also inklusive Firmenwert plus stille Reserven,

berechnet. Dieses Vermögen ist zwar vorhanden,

übersteigt aber in aller Regel die liquiden

Mittel des Unternehmens deutlich.

„Das Tückische am Pflichtteil ist: Er wird

grundsätzlich sofort fällig“, erklärt Winkler.

Das kann die gesamte Firma finanziell ins

Wanken bringen. Daher kommt es nach seinen

Worten darauf an, frühzeitig eine Lösung

für die „weichenden Erben“ zu finden, also jene

Familienmitglieder, die bei der Fortführung

der Firma außen vor bleiben. Doch häufig

ist das nicht der Fall, sagt Winkler und

schildert einen klassischen Fall aus seiner

Praxis. Ein Allein-Eigentümer, Ü 60, hat über

27


[verantworten] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

die Jahrzehnte ein Maschinenbau-Unternehmen

aufgebaut, das mittlerweile auf einen

Jahresumsatz von mehreren Millionen Euro

kommt. Der Firmenchef ist verheiratet und

hat drei erwachsene Kinder: der älteste ist Ingenieur

und will die Firma übernehmen, der

Zweitgeborene ist Jurist, die Tochter arbeitet

als Kunsthistorikerin. Der Unternehmer will

seine Nachfolge regeln und fragt sich: Was erwartet

mich da? Der Wert der Firma beträgt 60

Millionen Euro und ist das wesentliche Vermögen,

einen Ehevertrag gibt es nicht.

Der Firmenchef überträgt die Firma an den

ältesten Sohn, stirbt aber wenig später bei einem

Unfall. Die Problematik möglicher

Pflichtteilsansprüche hat der Firmenchef bewusst

verdrängt, sagt Winkler. Der Pflichtteilsanspruch,

der zwei „weichenden Erben“

beträgt im konkreten Fall zusammen 2/12 des

Unternehmenswerts, also insgesamt 10 Millionen

Euro. „Die beiden weichenden Erben

machen ihren Pflichtteil geltend, die Firma

musste verkauft werden“, erzählt Winkler.

Nachfolger für mittelgroße Betriebe gesucht

Nur bei der Hälfte der Übergaben bleibt die Firma in der Familie.

Foto: MJgraphics / shutterstock.com

ABSCHRECKENDES BEISPIEL

Vor diesem Hintergrund rät Winkler Unternehmern,

solche Störfaktoren in der Nachfolge

zu eliminieren. Der effektivste Weg sei,

dass weichende Erben auf ihren Pflichtteil

verzichten. Der Pflichtteilsverzicht muss notariell

beurkundet werden. „Dafür wollen die

weichenden Erben entschädigt werden.“ Sofern

anderes wesentliches Vermögen als die

Firma vorhanden ist, kann dies übertragen

werden. „Oft ist das aber nicht der Fall.“.

Unter diesen Umständen bestehen zwei Möglichkeiten.

Die „weichenden Erben“ werden

zu Mitgesellschaftern und erhalten einen Anteil

am Unternehmen. „Das macht dem Nachfolger

das Leben aber nicht leichter“, betont

Winkler. Denn Gesellschafter haben Mitspracherechte

und mitunter steht das Interesse an

einer höheren Ausschüttung Investitionen in

die Zukunft des Unternehmens entgegen.

Die Alternative ist, die „weichenden Erben“

nur am Gewinn zu beteiligen, z. B. über eine

„stille Beteiligung“. Doch Konflikte kann es

im Todesfall des Unternehmers nicht nur unter

den Kindern geben. „Auch der Ehepartner

kann richtig Ärger machen“, sagt Winkler.

Besteht kein Ehevertrag, dann gefährdet der

sogenannte Zugewinnausgleichsanspruch im

Fall der Beendigung der Ehe die Existenz des

Unternehmens. Dem Ehepartner kann im Fall

der Scheidung der Ehe 50 Prozent des während

der Ehe erfolgten Wertzuwachses des

Gut die Hälfte (54 Prozent) der Eigentümer

übergeben das Unternehmen nach

einer Erhebung des Instituts für Mittelstandsforschung

an die eigenen Kinder

bzw. an andere Familienmitglieder. Weitere

29 Prozent der Übertragungen erfolgen

an externe Führungskräfte, andere

Unternehmen oder Interessenten von außerhalb.

17 Prozent übertragen das Unternehmen

an Mitarbeiter. Übergaben

stehen der Studie insbesondere bei Unternehmen

mit einem Jahresumsatz zwischen

500.000 Euro und 10 Millionen Euro

an. Bei einem Jahresumsatz bis zu

100.000 Euro fehle es häufig an der Substanz

für eine Übergabe. Unter den Familienunternehmen

mit einem Jahresumsatz

von mehr als 10 Millionen Euro gebe

es nur wenige, in denen sich überhaupt

die Nachfolgefrage stellt.

AMB

Unternehmens als Zugewinnausgleich zustehen.

Häufig werde auch übersehen, dass der

Anspruch auf einen Zugewinnsausgleich

auch bei Beendigung der Ehe durch den Tod

des Firmenchefs besteht. Hierzu schweigen

sich viele Eheverträge mit möglicherweise fatalen

Folgen für die Existenz der Firma.

„Als Unternehmer keinen Ehevertrag zu haben,

ist grob fahrlässig“, betont Winkler. Doch

scheuten immer noch viele, gerade jüngere

Firmenchefs, diesen Schritt, weil er als „unromantisch

gilt und das junge Glück belastet“.

Die Unternehmer, die zum zweiten Mal heiraten,

haben zum allergrößten Teil einen Ehevertrag“,

sagt Winkler.

Um ihre Nachfolge zu regeln, benötigen Unternehmer

Zeit. Wenn sich der Firmenchef

zum ersten Mal mit der Unternehmensnachfolge

beschäftigt, dauert es laut Winkler bei

größeren Unternehmen etwa zwölf Monate

bis alle rechtlichen, steuerlichen und psychologischen

Themen geklärt sind. Meist sei der

Steuerberater früh beteiligt, doch es sei genauso

wichtig sich auch juristischen Beistand mit

Erfahrung zu holen. Nicht zuletzt müssten

Fragen rund um die Themen Schenkungsund

Erbschaftssteuer sowie entsprechende

Verschonungsregelungen sehr sorgfältig geprüft

werden. [!] ALEXANDER BÖGELEIN

INFO

Zu seinem zehnjährigen Bestehen stellt

das Wirtschaftsmagazin unternehmen[!]

einen Netzwerkabend am Donnerstag,

9. November in Ulm unter das Thema

„ Konflikte in Familienunternehmen und wie

sie sich vermeiden lassen“.

Im Thementeil des Abends wird Notar

Dr. Christian Winkler erklären, wie sich der

„Pflichtteil als Störfaktor“ ausschalten

lässt. Interessiert? Nähere Infos bei Tobias

Lehmann, Telefon 0731 156-515.

28


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Die ganze Familie vor dem Stammsitz in der Platzgasse (v.l:) : Erik Hoffmann, Antje Seifert, Helga Hoffmann und Peter Hoffmann.

Foto: Müller/SVH

Neue Perspektiven

Der Stammsitz von Juwelier Roth in der Platzgasse wird modernisiert. Während der Umbauzeit, ab

dem 1. Januar 2018, ist das Traditionsunternehmen noch größer in der Neuen Mitte zu finden.

Juwelier Roth – ein Name der weit über Ulms

Grenzen hinaus bekannt ist. Kein Wunder,

denn es existiert bereits über 85 Jahre und

prägt seit dieser Zeit das Stadtbild als bestehende

Größe mit.

Vielen Ulmern dürfte es unter dem Namen „Juwelier

Rössle“ noch ein Begriff sein. Heute,

unter dem Namen Juwelier Roth, finden die

Kunden durch fachmännisches und stets geschultes

Personal das passende Schmuckstück

und natürlich auch die klassische Uhr für

jeden Anlass. Das Traditionshaus in der Platzgasse

kann so Einiges erzählen. Sei es die Ära

der Hochschule für Gestaltung, der Krieg, den

es überlebte oder der Münsterplatz, der sich

vom tristen Parkplatz in einen Wohlfühlbereich

für Besucher und Veranstaltungen veränderte.

Aber was lange währt, braucht auch mal eine

Veränderung. Deshalb wird das geschichtsträchtige

Gebäude ab dem neuen Jahr umgebaut,

um nach knapp zweijähriger Bauzeit

noch größer, frischer und moderner zu eröffnen.

Natürlich geht es bei Juwelier Roth während

dieser Umbauzeit weiter, denn ab dem 1.

Januar wird der Verkauf aus der Platzgasse in

die 2. Etage am Münsterplatz 35 umziehen, wo

Bis der Stammsitz renoviert ist, geht der Verkauf

am Münsterplatz 35 weiter.

Foto: Müller/SVH

Juwelier Roth bereits im Erdgeschoss zu finden

ist. Besonders Detail: Die Uhrmacherwerkstatt

wird im Spitz des Gebäudes untergebracht .

Neues, modernes Geschäft

Ziel der Sanierung ist es, das Geschäft für die

nächste Generation aufzustellen. „Meine Tochter

Antje Seifert und mein Sohn Erik Hoffmann

sind schon lange im Unternehmen tätig. Nach

der Umbauzeit können wir unseren Kunden im

ehrwürdigen Gebäude ein modernes und frisches

Geschäft präsentieren“, sagt Peter Hoffmann,

Geschäftsführer der Firma Juwelier

Roth. Für den Chef ist das zwar ein wichtiger,

aber kein ungewöhnlicher Schritt: „In knapp

fünf Jahrzehnten haben wir uns mehrmals neu

erfunden und vier Mal komplett für unsere

Kunden umgebaut.“ Der Senior ist seit über 50

Jahren Uhrmachermeister und für den Aufbau

des heutigen Sortiments und der Markenvielfalt

verantwortlich. „Von meiner Frau werde ich

immer bestens unterstützt. Sie ist der ,gute

Geist‘ im Hintergrund. Gemeinsam mit meiner

Tochter und meinem Sohn führe ich unser Geschäft

in die Zukunft.“ Beide sind schon lange

im Familienbetrieb, Erik Hoffmann hat eine

Ausbildung als Uhrmacher und später die

Meisterschule als Uhrmachermeister absolviert

und ist bereits seit über 30 Jahren im Unternehmen

tätig. Die Tochter hat eine kaufmännische

Ausbildung und ist seit mehr als 35

Jahren im Familienunternehmen tätig. Sie leitet

das Geschäft in der Platzgasse und bildet

gemeinsam mit ihrem Bruder Erik Hoffmann

neue Mitarbeiter für Juwelier Roth aus.

Juwelier Roth, Platzgasse 3/

Münsterplatz 35, 89073 Ulm,

T +49731 / 151896-0

F +49731 / 151896-37

@ info@juwelier-roth.de

29 41


[aus den hochschulen] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

Neuer Methode:

Hoffnung für

MS-Patienten

Durch die Nase ins Gehirn: Die

Hochschule Biberach forscht

mit elf Projektpartnern aus Forschung

und Industrie an einer

neuen Behandlungsform für

Multiple Sklerose. Bisher erschwert

die Blut-Hirn-Schranke

die Gabe von Medikamenten

ins zentrale Nervensystem. Die

Forscher visieren daher die

Schädelbasis an. „Der Wirkstoff

kann die Nase-Hirn-Barriere

einfacher überwinden und das

Gehirn so auf kurzem Weg erreichen“,

erläutert Professorin

Katharina Zimmermann. Gelingt

dieses Experiment, können

MS und anderen neurologischen

Erkrankungen besser

therapiert werden.

Zeppelin Uni

startet

Gründerzentrum

Kindgerechte Strukturen im Betrieb

„Kinder gehören ans Pferd“, findet die Hochschule

für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-

Geislingen. Mit dem Gestüt Marbach und dem

Pferdesportverband BW startet die Hochschule

2018 eine Initiative, die Betrieben hilft, kindgerechte

Strukturen aufzubauen. „Früher Kontakt

zu Pferden fördert Empathie und

Selbstbewusstsein“, sagt HfWU-Projektleiter

Dirk Weber. Neben konzeptionellen Empfehlungen

erhalten Teilnehmer auch kaufmännische

Kenntnisse vermittelt. Info: http://www.

pferdesport-bw.de/kinder-ans-pferd.

Mit einem Gründerzentrum

schafft die Zeppelin Universität

in Friedrichshafen einen Ort

der Innovation. Sowohl studentische

Start-Ups als auch Unternehmen

der Region sind im „Pioneer

Port“ willkommen. Als

erster Partner wagt sich die

Wagner Group aus Markdorf

auf neues Terrain. „Innovation

braucht Freiraum, um über

Grenzen hinweg denken zu

können“, begründet Bruno Niemeyer,

Vorsitzender der Geschäftsleitung,

den Schritt. Geleitet

wird das Gründerzentrum

von Sandra Rompe.

Mit violettem

Licht gegen

Keime

Wer Kontaktlinsen trägt, legt

sie zum Reinigen in spezielle

Desinfektionslösungen. Das

Problem: Aggressive Produkte

reizen die Augen, milde töten

nicht alle Keime ab. Katharina

Hönes, Studentin an der Hochschule

Ulm, forscht an einer Alternative.

Ihre These: Violettes

Licht tötet Keime auf und in der

Linse auf natürliche Weise. Dabei

ist die neue Methode nicht

nur schonender, sondern auch

günstiger. Ein erster Prototyp

existiert bereits. Hönes: „Wir suchen

nach potenziellen Partnern,

die so eine Idee vorantreiben

können.“.

Hochschule Ulm

schafft sechs

E-Bikes an

Täglich pendeln Mitarbeiter der

HS Ulm für Lehrveranstaltungen,

Meetings und Sitzungen

zwischen drei Standorten. Diese

Dienstwege sollen künftig Kopf

und Körper in Schwung bringen.

Dafür hat die Hochschule

sechs E-Bikes angeschafft. „Es

ist wichtig, Beschäftigten, die

viele Stunden am Tag sitzen,

zum Ausgleich Bewegungsmöglichkeiten

zu schaffen”, erklärt

Hochschulkanzlerin Iris Teicher.

Post und andere Güter

transportiert seit vergangenem

Jahr ein E-Golf.

App für Betriebe

hilft beim Sparen

von Ressourcen

Gemeinsam mit der Hochschule

Kempten arbeitet die Kemptener

Eisengießerei Adam Hönig

AG an einer App, die

sämtliche Arbeitsschritte erfasst

und an eine Datenbank

übermittelt. Mithilfe dieser Daten

und maschinellem Lernen

soll das Verhältnis zwischen

Formsand und Schmelze optimiert

und exakt die benötigte

Metallmenge eingeschmolzen

werden. Nach Ausreifung könnte

die App auch andere Betriebe

ressourceneffizienter machen.

Drohnen sollen

Rettungskräfte

entlasten

Die Duale Hochschule Baden-

Württemberg in Ravensburg

und der Friedrichshafener Ortsverein

des Deutschen Roten

Kreuzes arbeiten zusammen:.

Rund zehn Studierende pro Semester

tüfteln seit 1. Oktober

an der optimalen Technologie

für Drohnen im Such- und Rettungseinsatz

tüfteln. Großes Potenzial

sieht DRK-Mann Jan

Hinrichs etwa bei der Suche

von Vermissten mit Wärmebildkameras.

„Diese Sucheinsätze

sind für uns sehr personalintensiv,

außerdem sind wir oft in

schwer zugänglichem Gelände

im Einsatz“. [!]

GYS

30


Anzeige

Firmengründer und Vorstände der GUARDUS Solutions AG Andreas Kirsch und Simone Cronjäger.

Unternehmerische Weitsicht,

die sich auszahlt

Quelle: GUARDUS Solutions AG

Selbstbestimmt in die Zukunft gehen, ohne dabei die Wurzeln zu vergessen – mit diesem Erfolgs rezept

hat sich die GUARDUS Solutions AG zu einem Key-Player unter den MES-Herstellern entwickelt.

Bereits vor 15 Jahren hat sich das Unternehmen

auf die Fahne geschrieben, Software für

ganzheitliche Shopfloor-Konzepte zu entwickeln.

Ein Plan, der aufgegangen ist. Das MES

der GUARDUS Solutions gehört weltweit zu

den Industrie 4.0-Stellschrauben.

In den letzten drei Geschäftsjahren realisierte

der Ulmer Spezialist für Manufacturing Execution

Systeme ein organisches Wachstum im

jeweils zweistelligen Bereich. 2017 ist ein Zuwachs

von 20 Prozent angestrebt. Es ist also

nicht vermessen zu sagen, dass das Ulmer

Softwarehaus eine nachhaltig erfolgreiche

Strategie verfolgt. Nicht umsonst steht das

Management-Team unterschiedlichsten Normungsgremien

und Arbeitskreisen vor und gestaltet

branchenübergreifende Markttrends

aktiv mit.

Use your knowledge!

„Unsere Standard-Software basiert auf über 15

Jahren Erfahrung. Bereits mit der Gründung

der AG haben wir mit einer ordentlichen Portion

Idealismus das Ziel formuliert, Shopfloor-IT zu

entwickeln – eine Disziplin, die sich heute MES

nennt und die Grundlage für Industrie 4.0 bil-

GUARDUS MES: integrierte Wissensbasis über alle

qualitäts- und produktionsrelevanten Produktund

Prozessdaten entlang der Wertschöpfung.

det. Mit demselben Innovationsgeist schauen

wir nach vorne und beschäftigen uns mit neuen

Themen und Technologien – sei es Human Centered

Design, Cloud- & App-Technologie oder

selbstlernende Systeme“, so Simone Cronjäger,

Vorstand der GUARDUS Solutions AG. Gemäß

dem Prinzip „use your knowledge“ dienen

Datenmodell, Basisfunktionen und Wirkmodelle

von GUARDUS MES als Fundament, das um

marktrelevante Zusätze und neue Technologien

ergänzt wird. Die bestehende Investition

wird geschützt, Software-Wissen bleibt erhalten

und die Interaktion mit der umgebenden

IT-Landschaft verläuft prozesssicher.

Gemeinsam nach vorne gehen

Technologisches Fortkommen ist aber nur in

Kombination mit bedürfnisorientierten Lösungen

sinnvoll. „Durch unsere Arbeit in Gremien

und Arbeitskreisen sind wir in der Lage, Trends

vorauszusehen und aktiv zu gestalten. Diese

Expertise gibt unseren Kunden die Sicherheit,

dass unser Software-System allen Marktanforderungen

und Normen entspricht“, so Andreas

Kirsch, ebenfalls GUARDUS-Vorstand. Im April

2007 wurde der DIN Arbeitskreis MES unter

seiner Leitung gegründet, um für das Thema

MES eine internationale Standardisierung voranzutreiben.

Darüber hinaus leitet er die internationale

Arbeitsgruppe in der ISO für Manufacturing

Operation Management, die sich u.a.

mit Smart Manufacturing und Industrie 4.0

beschäftigt. Ein Ergebnis ist die Erarbeitung der

im Januar 2014 in Kraft getretenen ISO 22400.

Kontakt

GUARDUS Solutions AG

Postgasse 1

D-89073 Ulm

T +49 731 88 01 77-22

F +49 731 88 01 77-29

@ info@guardus.de · www.guardus.de

31


Blick ins Artiso-Innovationslabor: Mit einer „Augmented-Reality“-Brille namens „HoloLens“ werden digitale Inhalte in die reale Welt projiziert und können

mit dem Finger angetippt werden.

Fotos: Marc Hörger

Die Zukunft im Programm

Die Art, wie Software entwickelt wird, hat sich gewandelt. Das Blausteiner Unternehmen Artiso macht mit einer neuen

Methode Prozesse für Kunden durchschaubar und ist sogar in den Beraterkreis des US-Riesen Microsoft aufgestiegen.

Wo liegen eigentlich die Wurzeln der

Software-Firma Artiso? Im Sandkasten,

in dem die beiden Gründer

einst gemeinsam Burgen bauten? Oder im gemeinsamen

Vorsatz der Kumpel viele Jahre

später, ihr Hobby zum Beruf zu machen? Eine

entscheidene Rolle bei der Gründung des Software-

und Beratungshauses im Blausteiner

Ortsteil Arnegg darf der dortige Getränkehändler

für sich reklamieren. Eine neue Software

benötigend, erteilte er 1991 den entsprechenden

Auftrag an Thomas Schissler, damals

Student der technischen Informatik, und Volker

Rath, damals Student der Betriebswirtschaftslehre,

und brachte damit den Stein

vollends ins Rollen. „Diese Aufgabe ließ sich

nicht mehr so wie bisher nebenher erledigen“,

erzählt Rath. So hoben die Beiden, die seit Kindesbeinen

befreundet sind, erstmal eine Firma

aus der Taufe: RS-Tronics. Diese wuchs

schnell. Noch während die Freunde ihr Studium

zu Ende brachten, zählte sie betreits 15

Mitarbeiter.

GOLDGRÄBER-STIMMUNG

Handel mit Hardware, Installation und Programmierung

von Software, Individuallösungen,

Schulung und Training waren die Tätigkeitsfelder.

In der damals noch jungen

IT-Branche herrschte Goldgräberstimmung,

bald aber auch schon der Anpassungsdruck

an die sich laufend veränderten Geschäftsbedingungen.

„Mit Hardware ließ sich irgendwann

nichts mehr verdienen“, erinnert sich

Rath. Doch die anderen Geschäftsfelder blieben.

Ein weiteres Schlüsseljahr lag da bereits

länger zurück. 1995 war in der Südwest-Presse

ein Firmenportrait über Artiso erschienen.

Der Beitrag hatte ungeahnte Folgen. Er machte

einen Ulmer Unternehmer auf das sich etablierende

Start-up aufmerksam: Werner Utz.

Es blieb nicht nur bei Neugierde.

Der Einstieg der Uzin Utz AG im Jahr 1998 mit

50 Prozent brachte nach Raths Worten einen

weiteren Schub – und zwar durch den Zwang

32


unternehmen [!] Ausgabe 59 | Oktober 2017

[machen]

zu regelmäßigem Reporting und Controlling

sowie zur Jahresplanung. „Das hat uns zu

mehr Disziplin gezwungen“, hebt der geschäftsführende

Teilhaber die Vorteile einer

laufenden Berichtspflicht hervor.

Die Entwicklung von Software – auf Basis von

Microsoft.Net – rückte fortan stark in den Vordergrund.

Artiso Solutions, wie die Firma inzwischen

hieß, stieg zum sogenannten Core-

Partner des Software-Riesen auf und wurde

sogar Mitglied in dessen „Quality-Board“, einem

Berater-Kreis. Die Bande zu dem multinationalen

Konzern sind bis heute sehr eng.

EINFACH UND FLEXIBEL

Gleichzeitig veränderte sich die Ausrichtung

der Arnegger. „Agilität“ heißt nun das Schlüsselwort.

Dahinter steckt die Idee, Teilprozesse

einfach und flexibel zu halten. Mit ihm geht

eine grundsätzliche Änderung in der Software-Entwicklung

einher. Briefing, Festlegung,

Auftragserteilung, Programmierung,

Implementierung beim Kunden – diese Abfolge,

die sich über mehrere Jahre hinziehen

kann und laut Rath die Gefahr von unbefriedigenden

und bereits wieder veralteten Ergebnissen

birgt, wurde abgelöst durch „Scrum“.

Bei dieser Methode geschieht die Programmierung

in mehreren Schritten, unterbrochen

von Testphasen mit der Möglichkeit,

bereits in frühen Stadien erste Modifikationen

vorzunehmen, etwa in Reaktion auf gesetzliche

Änderungen. Diese Methode mache

den Entwicklungsprozess für den Auftrageber

„gläsern“ und informiere diesen über den

Stand des Projekts und die aufgelaufenen Kosten,

erläutert Rath. Sie biete zudem die Möglichkeit,

erst einmal „mit kleineren Funktionen“

zu starten und weitere Themen später

hinzuzufügen.

„Schon in einem frühen Stadium bringt dies

für den Kunden einen ersten Mehrwert“, hebt

Prokurist Matthias Rink einen der Vorteile heraus.

Ein weiterer bestünde in einem „Maximum

an Flexibilität und Variabilität“.

Schon im Sandkasten kennengelernt

Ihr Unternehmen wächst stark: Geschäftsführer Volker Rath und Prokurist Matthias Rink.

Industrie 4.0 – bei Artiso Solutions löst

das Stichwort frohe Erwartungen an die

künftige Geschäftsentwicklung aus, deren

Kurve zuletzt steil nach oben zeigte. Für

2017 erwartet die GmbH einen Umsatz

von rund 3,5 Millionen Euro, das wären 30

Prozent mehr als 2014. Mit 54 Mitarbeitern

ist ebenfalls ein neuer Höchststand

erreicht. Seit ihrem Einstieg 1998 hält die

in Ulm ansässige Uzin Utz AG 50 Prozent

der Firmenanteile, je 25 Prozent entfallen

auf die beiden Firmengründer Thomas

Schissler und Volker Rath, welche die Geschäfte

führen. Das Team ist international

besetzt, die Besetzung von Stellen laut

Rath bislang kein größeres Problem. Aufhorchen

lässt diese Aussage: „Wir haben

gute Erfahrungen gemacht mit Studienabbrechern.“

Ein solcher Abbruch müsse

nicht das Karriereende bedeuten. THV

Artiso verspürt in dem Sinne den Sog der Globalisierung

hautnah. Zum Kreis der Kunden

zählen Mittelständler ebenso wie weltweit

tätige Konzerne. Sie kommen beispielsweise

aus den Branchen Pharma, Maschinenbau, Robotik

und Automatisierungstechnik. Leistungen

und Know-how von Artiso stecken in der

Vernetzung von Maschinen ebenso wie in der

Steuerung von Anlagen, in der Verwaltung

wie auch im Wissensmanagement von Datenbanken.

„Spezialisierung wäre langweilig“.

Seit dem vergangenen Jahr arbeitet das Blausteiner

Unternehmen am sogenannten „Innovationslabor“,

das zu einem weiteren Geschäftsfeld

ausgebaut wird. Rink beschreibt es

als „Spielwiese“ und „Experimentierkasten“

für Unternehmen, das neue Geschäftsmodelle,

Technologien und auch eine veränderte

Firmenstruktur in unverbindlicher Form aufs

Tablett bringt, mit dem Ziel, innovatives Denken

anzuregen und Potenziale besser auszuschöpfen.

Die agile Software könne hierbei zu weit

mehr werden als zu einem technischen Instrument:

Sie verändere dann nichts weniger

als „die DNA eines Unternehmens“, beschreibt

Rink die mögliche Reichweite bei konsequenter

Anwendung. [!] THOMAS VOGEL

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[bauen] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

Im Außenbereich der Kindertagesstätte im Ulmer Stadtteil Lehr lässt sich erahnen, dass beim Bau des Gebäudes mit fertigen Modulen gearbeitet wurde …

Maßgeschneidert aus dem Baukasten

Heute eine Kindertagesstätte, morgen ein Grundschulanbau, übermorgen Seniorenwohnungen: Mobile Raumsysteme

sind wandelbar und anpassungsfähig. Längst kommen sie auch im Freizeitbereich zum Einsatz.

Der neueste Trend in Sachen Urlaub

heißt „Glamorous Camping“ – kurz

Glamping. Wer den Komfort eines Hotels

nicht missen möchte und sich doch nach

dem Charme des Inmitten-der-Natur-Seins

sehnt, bucht dieser Tage eine individuelle Unterkunft

auf einem Campingplatz. Eine Entwicklung,

die auch die Branche für mobile

Raumsysteme positiv zu spüren bekommt

und in der Folge mit schnell auf- und abbaubaren

Raummodulen bereitsteht.

Ihre maßgeschneiderten Wohnlösungen können

auf vielerlei Grundrissen und mit verschiedenen

Raumaufteilungen verbunden

werden. Das kommt an. 35 Prozent des Gesamtumsatzes

in der Branche mache Glamping

bereits heute aus, sagt Jörg Bauer, der als

Vorsitzender des Bundesverbandes Bausysteme

die rund zwölf Spezial-Unternehmen am

deutschen Markt vertritt.

SOFORT BEZUGSBEREIT

Bereits vor Jahren hat das Baukastensystem

für Gebäude einen ordentlichen Schub erfahren.

Als dringend Kindertagesstätten und

Flüchtlingsunterkünfte benötigt wurden,

griffen zahlreiche Kommunen auf mobile

Raumsysteme zurück. Denn wo üblicherweise

Bauzeiten von mindestens einem halben

Jahr erforderlich sind, entstehen Räume aus

vorgefertigten Systemen

in wenigen

Stunden. Wie das

bei einem Gebäude

mit 200 Quadratmetern

Fläche

aussehen kann,

beschreibt Bauer

so: „Nachts werden

die fertigen Module

mit Tiefladern

angeliefert, tags-

Verbandschef

Jörg Bauer.

über in drei bis

vier Stunden aufgebaut, abends kann eingezogen

werden.“ Selbst die Küche kann fertig ein-

34


unternehmen [!] Ausgabe 59 | Oktober 2017

[bauen]

… im Innenbereich ist davon nichts zu sehen. Hier dominieren Holzelemente, warme Farbtöne und flie´ßende Übergänge.

Fotos: Amrei Groß

gebaut abgeladen werden – inklusive Besteck

in den Schubladen, Bild an der Wand und

Lampe an der Decke. Bodenbeläge und Elektrik

gehören selbstverständlich ebenfalls zum

Lieferumfang.

Ein Autokran positioniert die gekauften oder

auf Jahre geleasten Raummodule an ihrem

Standort auf Zeit. Die smarten Gebäude, wie

sie Branchenvertreter nennen, sind Verwandlungskünstler.

Ein Kindergartenanbau kann

bei sinkenden Geburtenraten als Erweiterung

an die örtliche Schule angedockt werden; später

finden in dem Raummodul vielleicht Senioren

ein neues Zuhause oder genesen frisch

operierte Patienten.

Modulares Bauen spart Zeit und Geld

Mit mobilen Systemen entstehen Räume in wenigen Stunden.

Foto: JRP Studio / shutterstock.com

Die Bauwerkskosten – sie umfassen unter

anderem Rohbauarbeiten, Baustelleneinrichtung,

Verschalung – sind bei konventioneller

und modularer Bauweise in

etwa gleich hoch. Kosteneinsparungen

ergeben sich bei den Bau-Nebenkosten.

Das sind etwa Planungskosten für Architekt,

Statiker, Ingenieure und Sachverständige

sowie Gebühren für Baugenehmigungen

und Finanzierungen (Zinsen

etwa). Die Vorfinanzierungszeit kann

durch die kürzere Bau- und Planungszeit

bis zu 60 Prozent kürzer sein, verbunden

mit einem früheren Kapitalrückfluss. HAF

FLEXIBEL IN ALLEN BEREICHEN

Egal ob Privatpersonen, Firmen oder Kommunen:

Wer sich für mobile Raumsysteme entscheidet,

kann schnell auf veränderte Anforderungen

reagieren und Gebäude ganz nach

Bedarf verkleinern, erweitern oder gar umziehen.

In München entsteht derzeit im Rahmen

des sozialen Wohnungsbaus ein Modulhaus,

in dem Senioren, Studierende und Flüchtlinge

leben sollen. Auch das Gewerbe setzt immer

öfter auf mobile Lösungen. Bauer sagt:

„So können Unternehmen sich an die Mitarbeiterzahl

anpassen.“ Shops wandern mit den

Kunden, Büros wechseln den Standort. Kürz-

35


[bauen] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

Foto: kentaylordesign / shutterstock.com Foto: futurewalk / shutterstock.com

lich ist ein Firmengebäude aus Baden-Württemberg

als Wohnhaus nach Bayern verpflanzt

worden.

Oona Horx-Strathern, die das Buch „Wir bauen

ein Zukunftshaus“ geschrieben hat und

mit ihrem Mann Matthias Horx das Zukunftsinstitut

in Frankfurt und Wien leitet, sagt:

„Heute entscheiden wir flexibler, wie wir leben

und arbeiten wollen. Junge Menschen

bauen nicht mehr ihr Haus fürs Leben, sondern

für eine bestimmte Lebensphase.“ Der

Modulbau antworte darauf. So könne es sein,

dass ein Paar zunächst ein Haus nur für sich

baue. Komme ein Kind dazu, werde ein Modul

angebaut; ein weiteres Kind bedeute schlicht

ein weiteres Modul.

Wolle ein Elternteil im Homeoffice arbeiten,

folge noch ein Modul. Zögen die Kinder aus

und würden dadurch Module frei, bestehe die

Möglichkeit, diese abzukapseln und unterzuvermieten.

Im Alter könne durch den Abbau

des ersten Geschosses und einen Wiederaufbau

der entsprechenden Elemente in der Fläche

eine barrierefreie Wohnung entstehen,

für eine Pflegerin ein zusätzliches Modul angefügt

werden. Kurz: Das Haus verändert sich

mit den Lebensphasen.

„Immer mehr ältere Menschen wollen gar

kein großes Haus mehr bewohnen, sondern

einen Teil des Jahres reisen oder gleich in einem

warmen Land verbringen“, ergänzt Horx-

Strathern. Sie profitierten ebenfalls davon, ihr

Haus verkleinern zu können. Denkbar sei

auch, die eigenen vier Wände mit dem Geldbeutel

mitwachsen zu lassen oder Immobilien

auf Grundstücken mit begrenzter Mietdauer

zu errichten.

SHARED SPACES IM KOMMEN

Vor allem in Großstädten wie New York und

London werden zunehmend Modulhäuser gebaut

und als Co-Living- und Co-Working-

Spaces genutzt, berichtet die Expertin. „Dann

lebt jemand in einer Mikro-Wohnung auf 25

bis 35 Quadratmetern und teilt sich weitere

Module mit anderen: Den Fitness- oder den

Waschraum, die Bibliothek, die Terrasse oder

das Büro.“ Ihrer Meinung nach wird sich diese

Entwicklung auch hierzulande niederschlagen

– denn die Quadratmeterpreise steigen

stetig und immer mehr Menschen wollen weniger

besitzen und ihr Geld lieber für Erleb-

Wohnen im Container ist in Großstädten keine

Seltenheit mehr: Hohe Quadratmeterpreise machen

die Mikro-Wohnungen attraktiv.

36


unternehmen [!] Ausgabe 59 | Oktober 2017

nisse ausgeben. Gut für den Modulbau.

Am Baukasten-System imponiert Horx-Strathern

auch, „dass ein Haus in kurzer Zeit stehen

kann, ohne dass man die Nachbarn durch

andauernden Baulärm stört, die Technik bereits

in der Fabrik eingebaut wurde und das

Haus ökologisch ist“. Es lasse sich schließlich

immer wieder zerlegen und neu verwenden.

Energiebedarf für Abriss und Neubau sind damit

reduziert. Die Bauteile können sortenrein

und einfach voneinander getrennt und neu

montiert werden, ohne dass Bauschutt entsteht,

der zu Füllmaterial zermahlen wird.

Herstellerangaben zufolge beträgt die Lebensdauer

mobiler Raumsysteme 80 bis 100 Jahre.

Architektonisch sei alles drin, verspricht Oona

Horx-Strathern. Wer an Leben oder Arbeiten

im Container denke, irre. „Eigentlich sieht

man gar keinen Unterschied zum Massivbau.“

Durch neue Materialien und Techniken sind

Holz-, Beton- und Stahlbauweisen ebenso

möglich wie Hybrid-Stahl-Konstruktionen,

ein Stahlskelett mit Holzausfachung. Außen

Gebäude aus Raumsystemen kommen schick daher, wie dieses Hotel in Ulm.

wird verputzt, das Holz gezeigt oder verkleidet.

Weil Modular-Architektur ein rechtwinkliges

Rasterprinzip zugrunde liegt, können

die dreieinhalb Meter breiten und zwölf Meter

langen Raumkuben auf diesem Grundriss

frei angeordnet werden. Das Korsett trägt die

Räume, nicht die Zwischenwände. Bis zu vier

Stockwerke sind möglich. Ein weiterer Vorteil:

Modulhäuser sind günstig, weil ihre Teile

in Massenproduktion und standardisierter

Produktion vorgefertigt werden. Da spielt es

keine Rolle, ob es bei der Herstellung schneit

oder regnet – im Gegensatz zur monatelangen

Freiluft-Baustelle bei herkömmlichen Immobilien.

Im Vergleich zur Massivbauweise kann

sich der Bauherr auf die vereinbarten Kosten

verlassen, weil das ganze Haus aus einer Hand

stammt. [!]

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Ein Schwegler-Mitarbeiter des Vöhringer Stammwerks kontrolliert ein Werkzeug. Diese werden oft aus Wolframcarbid hergestellt.

Fotos: Amrei Groß

Hart, aber fair

Der Vöhringer Metallbauer Schwegler zählt in der Industrie zu den Top-Spezialisten für Sonderwerkzeuge. So robust

seine Werkzeuge sind, so sehr setzt das Familienunternehmen auf weiche Faktoren in der Mitarbeiterführung.

Wer Flugzeuge, Autos oder technische

Komponenten baut, braucht die

passenden Werkzeuge dazu. Werkzeuge,

die bohren, fräsen, schleifen, reiben,

entgraten oder Gewinde herstellen. Sie müssen

höchsten Ansprüchen genügen: Präzision

ist Trumpf; in einigen Fällen ist eine Genauigkeit

bis auf den tausendstel Millimeter gefragt.

Gleichzeitig müssen die Instrumente

nach Möglichkeit zu den bereits vorhandenen

Maschinen passen, kurze Taktzeiten ermöglichen

und im Idealfall gleich mehrere Arbeitsschritte

auf einmal erledigen.

Um eine lange Haltbarkeit zu garantieren

sind diese Super-Werkzeuge oft aus Wolframcarbid

gefertigt, einem der härtesten Metalle

der Welt, das sich nur mit Diamanten bearbeiten

lässt, erklärt Roger Thüne, der kaufmännische

Geschäftsführer der Schwegler

Werkzeugfabrik in Vöhringen (Landkreis

Neu-Ulm).

Im Baumarkt gibt es solche Werkzeuge nicht,

wohl aber bei Schwegler: Der Familienbetrieb

hat sich der Produktion von Sonderwerkzeugen

verschrieben. Entwickelt und gefertigt

exakt nach Kundenwunsch ist hier jedes Produkt

ein Unikat.

WHO IS WHO DER INDUSTRIE

Während das Unternehmen in der breiten Öffentlichkeit

nur wenig bekannt ist, glänzt sein

Name in der Welt der Industrie wie blank poliertes

Metall. Bosch, Continental, MTU, Audi,

BMW und EADS stehen ebenso auf der Kundenliste

wie zahlreiche Zulieferer. Für sie ist

Schwegler zwar nur ein Glied in der Produktionskette,

als kompetenter

Problemlöser

aber ein

wichtiges.

„Schwegler Werkzeugfabrik

GmbH

& Co. KG“ lautet

der Firmenname

in voller Länge,

das ist auffällig in

einer Zeit voller

Anglizismen. Da-

Roger Thüne, kaufmännischer

Geschäftsführer

zu passt, dass hier

Azubis um das Feilen am Schraubstock nicht

herumkommen und dass Facharbeiter hoch

geschätzt und wohl gehegt sind. Denn die Erfahrung

langjähriger Mitarbeiter ist für einen

innovativen Werkzeugbauer wie Schwegler

38


unternehmen [!] Ausgabe 59 | Oktober 2017

[machen]

unabdingbar und eine Stärke fast mit Alleinstellungsmerkmal,

sagt Thüne. Denn in einem

komplexen Werkzeug steckten Knowhow

und Erfahrung. Entsprechend lange

dauere die Einarbeitungszeit; entsprechend

schwierig sei es, das passende Personal zu finden.

Schwegler setzt daher stark auf den eigenen

Nachwuchs; derzeit sind knapp 20 Auszubildende

im Unternehmen beschäftigt. Auch

ein gutes Betriebsklima, gepaart mit Transparenz,

gehört zum Anspruch der Führungsriege.

„Die Tür zu den Chefs steht für alle offen“,

sagt Thüne. Die Teilnahme an Firmenläufen

und am Einstein-Marathon, das alljährliche

Sommerfest „mit bombastischem Buffet“ sowie

andere Aktionen sollen den Teamgeist

stärken. Auch werden nach seinen Worten

Führungskräfte speziell geschult, um ihren

Mitarbeitern optimale Arbeitsbedingungen

bieten zu können. Denn ein Spezialist, dem

sein Vorgesetzter auf den Magen schlage,

„kündigt über kurz oder lang“.

210 Mitarbeiter an drei Standorten

Exakt arbeiten heißt bei Schwegler: Fräsen bis auf den Millionstel Millimeter genau.

Die „Schwegler Werkzeugfabrik“, heute

geführt als GmbH & Co. KG, wurde 1978

durch den Vöhringer Manfred Schwegler

gegründet. Er leitet die Firma mit seinen

beiden Söhnen: Reiner ist für das deutsche

Mutterwerk zuständig, Bernd für

das Werk in der Türkei. „Herr der Zahlen“

ist Roger Thüne, der vor zehn Jahren als

kaufmännischer Leiter in die Firma eingetreten

ist. Das Unternehmen beschäftigt

ZWEI WERKE IM AUSLAND

Auf rund 17 Millionen Euro sollen die Umsätze

in diesem Jahr klettern. Damit würde sich

der bisherige Kurs eines moderaten Wachstums

fortsetzen. „Es läuft gut“, sagt Thüne.

Und fügt sofort relativierend hinzu: „Aber

auch, weil es gerade fast überall gut läuft.“

Man hebe deshalb nicht ab; ein zu rasches

Wachstum sei riskant. „Die Qualität darf

nicht leiden.“ Auch der Kostendruck steige

stetig. Die Preisverhandlungen würden zunehmend

härter, die Erwartung von regelmäßigen

Preissenkungen massiver, erzählt Thüne.

Noch sorgt die Automobilindustrie für

knapp zwei Drittel der Umsätze von Schwegler,

„doch wir versuchen, immer neue Sachen

zu finden“. Eine dieser zumindest relativ „neuen

Sachen“ sind rechtlich selbstständige Auslandstöchter.

Das im Jahr 2005 eröffnete Werk

im türkischen Bursa beschäftigt mittlerweile

35 Mitarbeiter, in der „kleinen Einheit“ in China,

die vor fünf Jahren folgte, sind es 14. In

210 Mitarbeiter, 160 davon am Stammsitz.

Zwei kleinere Werke hat Schwegler in

China und der Türkei. Daher schauen die

Firmenverantwortlichen sehr genau auf

die politischen Entwicklung am Bosporus.

Im Moment spüre man noch nichts von

einer abflauenden Handelsbeziehung,

sagt Thüne. Aber dort tätige Unternehmen

aus Deutschland hielten sich derzeit

mit Neuinvestitionen sehr zurück. TV

beiden Fällen sei Schwegler seinem Großkunden

Bosch gefolgt, in beiden Fällen habe sich

die Präsenz vor Ort als Türöffner für die dortigen

Märkte entpuppt. Das Exportvolumen

nach China betrug im vergangenen Jahr rund

2,5 Millionen Euro, das in die Türkei erreichte

eine Million. [!]

THOMAS VOGEL

39


[finanzieren] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

Mehr Geld

im Alter

Die gesetzliche Rente reicht oft nicht für ein

auskömmliches Leben. Daher fördert die

Bundesregierung von 2018 an Betriebsrenten

deutlich stärker als bisher. Auf die Unternehmen

kommt ein komplexes Thema zu.

Vollkommen neue Spielregeln gelten vom kommenden Jahr

an in der betrieblichen Altersvorsorge. Zum Jahreswechsel

tritt das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BSRG) in Kraft, das

noch die alte Bundesregierung im zurückliegenden Sommer

durch alle parlamentarischen Instanzen gepaukt hat. Hinter dem etwas

sperrigen Namen verbirgt sich eine umfassende Reform des Betriebsrentenrechts.

Diese erleichtert vor allem kleineren und mittleren

Unternehmen, ihren Mitarbeitern eine zusätzliche Altersvorsorge

anzubieten. Gleichzeitig bestehen in Zukunft für Arbeitnehmer höhere

Anreize, in das Betriebsrentenmodell ihres Arbeitgebers einzusteigen

und einen höheren Anteil ihres Einkommens als bisher dort einzuzahlen.

Mit dem Mauerblümchendasein, das die

betriebliche Altersvorsorge (bAV) in den

vergangenen Jahren fristete, soll es damit

vorbei sein. Umfragen etwa der Allianz Leben

oder des Beratungsunternehmens Willis

Towers Watson zufolge, besitzt nur etwas

mehr als jeder zweite

Arbeitnehmer in Deutschland

eine Betriebsrente. Dabei

hat seit dem Jahr 2002

jeder Arbeiter oder Angestellte,

der gesetzlich Longial, Düsseldorf.

Michael Hoppstädter

pflichtversichert ist, einen

gesetzlichen Anspruch auf eine sogenannte Entgeltumwandlung.

Die Unternehmen müssen seither ihren Mitarbeitern

eine Vorsorgemöglichkeit anbieten, in die ein Teil des

Bruttogehaltes fließt. Häufig ist das eine Direktversicherung

oder ein Pensionsfonds. Eine direkte Rentenzusage,

bei dem der Betrieb einem Angestellten eine feste monatliche

Rente im Alter garantiert, ist dagegen selten geworden. Viele Unternehmen

scheuen das finanzielle Risiko, das sich aus einer solchen bin-

Arbeitnehmer sollen mehr Geld im Alter haben. Vom 1. Januar 2018 können

sie 8 statt bisher 4 Prozent in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen.

40


unternehmen [!] Ausgabe 59 | Oktober 2017

[finanzieren]

Wilhelm-Friedrich

Puschinski.

denden Zusage ergibt. Weil die durchschnittliche

Lebenserwartung der

Menschen in den vergangenen Jahren rapide

gestiegen ist, sind sie gezwungen ständig

höhere Rückstellungen für ihre laufenden

Pensionsverpflichtungen zu bilden.

Das zehrt am Gewinn. Dazu kommt, dass

Direktzusagen wegen des hohen Rechnungszinses,

den der Fiskus dafür zugrunde

legt, für die Betriebe steuerlich unattraktiv

sind.

„Viele Unternehmen sind bereit, für die betriebliche

Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter

einiges zu investieren – aber sie möchten die damit verbundenen Kosten

in gut kalkulierbaren Grenzen halten“, sagt Wilhelm-Friedrich

Puschinski, Leiter General Consulting bAV bei Willis Towers Watson

in Reutlingen. „Wer Unternehmen bei der weiteren Verbreitung der

kapitalgedeckten Altersvorsorge – wofür es angesichts des demografischen

Wandels keine Alternative gibt – mit ins Boot holen will, muss

auch schauen, was Unternehmen leisten können und wollen.“

BRANCHENWEITE MODELLE ANGESTREBT

Das neue Gesetz nimmt zukünftig die Sozialpartner in die Pflicht. Sie

sind ab kommendem Jahr gefordert, ein jeweils branchenweites Modell

für eine Betriebsrente zu vereinbaren. Jedes tarifgebundene Unternehmen

muss dann dieses Modell verpflichtend übernehmen. Doch

was ist mit Unternehmen, die keinem Tarifverbund angehören? Das

ist bislang nicht geklärt. Der Gesetzgeber hofft auf einen Signaleffekt.

Sind die ersten Lösungen erst am Start, sollen auch nicht tarifgebundene

Unternehmen mitmachen dürfen. Die Aufnahmekonditionen

für sie dürfen dabei nur mit sachlicher Begründung schlechter sein als

für tarifgebundene Unternehmen.

Offen ist auch, welche Lösungen sich die einzelnen Sozialpartner vorstellen.

Bei der Ausgestaltung haben die Arbeitgeber und Gewerkschaften

grundsätzlich freie Hand. Möglich ist zum Beispiel, dass sich

Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände auf konkrete Branchenmodelle

verständigen. „Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass die

Sozialpartner nur Leitplanken für ein bAV-Modell setzen – so wie das

Die wichtigsten Änderungen

Mehr Geld im Alter als bisher: Das BRSG eröffnet neue Spielräume.

Arbeitnehmer können künftig 8 statt wie bisher 4 Prozent ihres

Bruttoeinkommens umwandeln und steuerfrei in eine betriebliche

Altersvorsorge einzahlen. Auf die zusätzlichen vier

Prozentpunkte werden Sozialbeiträge fällig (außer Rentenversicherung).

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, seine anteilig eingesparten

Sozialversicherungsbeiträge durch einen Zuschuss

in Höhe von pauschal 15 Prozent des Beitrags an die Beschäftigten

weiterzugeben. Die Grundförderung für Riesterverträge

wird auf 175 Euro angehoben. Freiwillige Zuschüsse des Arbeitgebers

zur Altersvorsorge seiner Angestellen werden ab

Jahresanfang bis zu einem Betrag von 40 Euro mit 30 Prozent

durch den Staat gefördert. Den staatlichen Zuschuss erhalten

die Firmen vergleichsweise unbürokratisch, indem sie den Betrag

mit der nächsten Lohnsteuerzahlung an das Finanzamt

verrechnen.

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41


[finanzieren] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

heute schon zum Beispiel bei der die IG-Metall-Rente der Fall ist”, sagt

Michael Hoppstädter, Geschäftsführer des Pensionsberatungsunternehmens

Longial. „Dann gäbe es einen ganzen Strauß an Durchführungswegen,

Versorgungsträgern und Anbietern, die theoretisch in

Frage kommen. Der Unternehmer muss dann ein Konzept aussuchen,

das die gestellten Anforderungen erfüllt, und dafür einen guten Anbieter

finden.” Viele Firmen werden dazu Beratungsbedarf

haben. Der Steuerberater allein

wird angesichts des komplexen

Themas kaum ausreichen.

Schon jetzt ist klar: Garantiemodelle wird

es im Zuge von neuen Sozialpartnerlösungen

nicht mehr geben. Sie sind vom Gesetzgeber

ausdrücklich verboten worden. Stattdessen

hat er eine reine Beitragszusage

eingeführt. Das heißt, der Betrieb sichert

seinem Mitarbeiter lediglich zu, dass er

sich an dessen Beitragszahlungen etwa an

eine Pensionskasse mit einem festen Anteil

Eva Moll, bAV-Expertin

bei Novethos, München.

beteiligt. Wie groß der angesparte Kapitalstock und damit die Rente

am Ende des Berufslebens ausfallen, hängt von der Entwicklung an

den Wertpapiermärkten ab, wo das Geld investiert wird. Die Versicherungsaufsicht

wacht darüber, dass dabei bestimmte Anlageregeln eingehalten

werden, so dass Missbrauch und riskante Spekulationen

ausgeschlossen sind.

STEUERVORTEILE FÜR ARBEITNEHMER

Um die Akzeptanz zu verbessern, können die Sozialpartner vereinbaren,

dass das Vorsorgemodell automatisch für alle Mitarbeiter gilt.

Will ein Arbeitnehmer nicht teilnehmen, muss er von sich aus aktiv

werden und seinen Austritt aus der bAV dem Betrieb mitteilen, auch

opting-out genannt. Durch Steuervorteile und höhere Zuschüsse sowohl

für Arbeitnehmer als auch für die Unternehmen (siehe Infokasten)

will der Gesetzgeber die Aussteigerquote gering halten und auch

auf diese Art die betriebliche Altersvorsorge stärken.

Dazu zählt auch, dass spätere Leistungen aus der Betriebsrente bis derzeit

202 Euro pro Monat nicht auf die Grundsicherung angerechnet

werden. „Das halte ich für einen wirklich gelungenen Wurf. Weil dadurch

der Arbeitnehmer, der in seiner aktiven Berufszeit etwas für

seine Alterssicherung tut beziehungsweise getan hat, immer

besser gestellt wird als jemand, der die ganze Zeit

nichts zurückgelegt hat und später Grundsicherung

bekommt“, sagt Hoppstädter. „Zusätzlich sind die steuerlichen

Vereinfachungen in Zusammenhang mit den

Beitragszahlungen und die verbesserte Riesterförderung

entscheidende Reformelemente, die die bAV einerseits

bei kleinen und mittleren Unternehmen, andererseits

bei den Arbeitnehmern in unteren und

mittleren Lohngruppen wirklich voranbringt.“

Auch Vera Moll, Expertin für betriebliche Altersversorgung,

bei Novethos Financial Partners in München,

sieht eine Reihe positiver Elemente in dem Reformpaket,

sie bleibt aber skeptisch. „Der Gesetzgeber hat nun die Rahmenbedingungen

vorgegeben. Trotzdem gibt es noch viele Fragen, die

vom Bundesministerium für Finanzen geklärt werden müssen beziehungsweise

durch Praxisfälle erst evaluiert werden können. Ich rechne

frühestens im zweiten Halbjahr 2018 mit ersten Ansätzen im Sozialpartnermodell“,

sagt Moll.

Rentenexperte Puschinski zufolge merkt man dem Betriebsrentenstärkungsgesetz

an, dass es ein Kompromiss ist. „Manche Probleme

wurden eher halbherzig angegangen und nicht konsistent gelöst. Zum

Beispiel wurde die steuerliche Förderung ausgebaut, aber nicht bei-

42


unternehmen [!] Ausgabe 59 | Oktober 2017

[finanzieren]

tragsrechtlich flankiert. Und bei den Regelungen zum Zusammenspiel

von ‚alter‘ und ‚neuer‘ bAV-Welt ist noch gar nicht klar, wie sie in der

Praxis umzusetzen sind.“

BEITRÄGE STATT LEISTUNGSVERSPRECHEN

Eine wichtige Frage ist nämlich, wie sich Unternehmen verhalten sollen,

die bereits ihren Mitarbeitern ein eigenes bAV-Modell anbieten?

Wollen sie zum Beispiel das Vermögen ihrer bestehenden Pensionskasse

auf eine neue Lösung übertragen, spielt der Fiskus nicht mit..

„Das Einzige, was Unternehmen, die in die neue bAV-Welt wechseln

wollen, machen können, ist, die bestehende Lösung einzufrieren beziehungsweise

für Neuzugänge zu schließen und mit künftigen Beiträgen

eine neue Lösung aufzubauen”, empfiehlt Hoppstädter. „Das

heißt aber auch, dass sie dann tatsächlich Beiträge zahlen müssen

und nicht wie bei einer Direktzusage nur ein Leistungsversprechen

abgeben.“ Zudem müssen die Arbeitnehmer mit einer vorhandenen

bAV-Zusage dem Wechsel zustimmen. „Es ist fraglich, ob Mitarbeiter

aus einer Zusage mit zum Teil hochverzinsten Garantien wechseln in

eine reine Zusage ohne Garantien mit der Perspektive einer attraktiven

Anlage der Beiträge am Kapitalmarkt“, gibt Longial-Geschäftsführer

Hoppstädter zu bedenken. [!] THOMAS LUTHER

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zu erzeugen, diesen in Energiespeichern zu „puffern“ und ihre Wohnräume

dann mittels einer Elektroheizung zu wärmen. Mit der Unterstützung der

Kreissparkasse Biberach konnte sich EVO zum Innovationsführer in der

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43


[führen] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

Eine elegante Form von Kritik

Das Ergebnis des Experiments von Nick Zubanov überrascht: Der Konstanzer Uni-Professor für Betriebswirtschaft erklärt

im Interview mit unserem Mitarbeiter Peter Ilg den Zusammenhang von Lob und Leistungssteigerung.

Sie haben in einer Studie unter Studenten

untersucht, ob verbale Anerkennung motiviert.

Spornt Lob zur Leistung an?

Ja, eindeutig – aber überraschenderweise steigern

nicht die ihre Leistungsbereitschaft, die

gelobt wurden, sondern die, die kein Lob erhielten.

Wir hatten für die Studie mehrere

Kontrollgruppen unter Studienanfängern

eingerichtet. Während in einigen Gruppen

bestimmte Mitglieder gelobt wurden, gab es

in anderen Gruppen keine verbale Anerkennung

Einzelner. Schließlich hat sich gezeigt,

dass diejenigen ihre Leistung verbessert haben,

die in den Gruppen waren, in denen Lob

ausgesprochen wurde.

Vorgesetzte, die Lob aussprechen,

legen damit auch eine

Norm für die Gruppe fest,

sagt Nick Zubanov, Professor

an der Uni Konstanz.

Illustration: studiostoks /

shutterstock.com

Womit lässt sich das begründen?

Es gibt mehrere Theorien, aber wie wir bei unseren

Experimenten

herausgefunden

haben, liegt

der wesentliche

Grund für das Verhalten

darin, der

Leistungsnorm

entsprechen zu

wollen. Wenn

man ein gewisses

Verhalten mit lobenden

Worten an der Uni Konstanz.

Nick Zubanov, Professor

würdigt – in unserem

Fall das gute Abschneiden bei der ersten

Semesterprüfung – ist Loben eine Form der

Kommunikation darüber, was der Norm

entspricht. Damit legt man die Höhe der

Latte fest, die jemand überspringen muss,

um Teil der Gruppe zu sein. Diejenigen, die

diese Information mitbekommen, ohne selbst

zu den Gelobten zu gehören, korrigieren ihre

Einschätzung zur geforderten Norm. Um dieser

zu entsprechen, verstärken sie ihre Bemühungen.

Lob ist eine elegante Form von Kritik.

Wirkt Lob nachhaltig oder muss man täglich

nachlegen?

Lob hat keinen dauerhaften Bestand. In

unserem Experiment konnten wir eine leistungssteigernde

Wirkung zwar noch bei der

folgenden Prüfung feststellen. Bei der Abschlussprüfung

der Kursteilnehmer war dieser

Effekt aber schon nicht mehr erkennbar.

Lob beeinflusst nach Ihren Erkenntnissen

die Leistung im Studium. Wie sehr? Gilt

das bis zur maximalen Leistungsgrenze?

Das folgende Zitat stammt von Mary Kay Ash,

einer erfolgreichen US-Geschäftsfrau: „Es gibt

zwei Dinge, die für die Menschen noch wichtiger

sind als Sex und Geld: Anerkennung und

Lob.“ Damit bringt sie es auf den Punkt, auch

wenn es vielleicht etwas zugespitzt formuliert

ist für eine wissenschaftliche Aussagekraft.

Andererseits: Anerkennung ist zwar ein

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unternehmen [!] Ausgabe 59 | Oktober 2017

[führen]

starker Motivator, aber nicht der stärkste. Der

ist natürlich immer noch das Geld.

Manche Studenten wurden mehr, manche

weniger, andere gar nicht gelobt. Welche

Gruppe reagierte am stärksten?

Profitiert haben die Kursteilnehmer, die kein

Lob erhalten, es aber mitbekommen haben.

Und die, deren ersten Klausurergebnisse etwas

unter der Schwelle für Lob lagen, also

knapp unter der Norm. Für sie war es ohne

große Anstrengung machbar, darüber zu

kommen. Für die an den Studieninhalten Desinteressierten

war die Leistungsnorm ohne

Belang und die, deren Noten zu schlecht waren,

hätten zu viel investieren müssen, um sie

zu schaffen. In diesen beiden Gruppen war

kein Anstieg der Leistung zu erkennen.

Lassen sich die Studienergebnisse auf die

Arbeitswelt übertragen?

Ja, denn die Welt der Arbeit und des Studiums

haben mehr gemeinsam, als man denkt. In

beiden gibt es starke Leistungsanreize, ehrgeizige

Erfolgsziele und starken Wettbewerb.

Motiviert Lob mehr als höheres Gehalt?

Es kommt darauf an, wie viel Geld im Spiel ist.

Man könnte die Leistungswirkung von Lob

mit der von monetären Anreizen vergleichen

und daraus ein geldwertes Äquivalent berechnen.

Beispiel: Bei US-amerikanischen High-

School-Studenten entspricht Lob einer höheren

Studienleistung im Gegenwert von etwa

20 Dollar. Jedoch nimmt die Wirkung von Lob

bei Älteren und mit steigenden Arbeitsjahren

ab, weil diese Menschen durch ihre Erfahrungen

besser einschätzen können, wo sie mit

ihren Leistungen innerhalb der Norm liegen.

Sie passen sich selbst der geforderten Höhe an.

Wenn man also den monetären Wert von Lob

ermitteln könnte, käme man zu dem Ergebnis,

dass dieser vermutlich nicht hoch ist. Lob

ist zwar billig, aber nicht umsonst. Es erfordert

Zeit und Zuwendung für den, der gelobt

wird.

Experiment mit

300 Studienanfänger

An der Studie „The power of (no) recognition“,

auf Deutsch: Die Macht des

(nicht) Lobens, haben rund 300 niederländische

Studienanfänger teilgenommen.

Sie wurden in mehrere Gruppen

eingeteilt, in denen Studenten

mehr oder weniger gelobt wurden. In

manchen Gruppen gab es überhaupt

kein Lob. Nick Zubanov, seit 2016 Professor

für Betriebswirtschaftslehre an

der Uni Konstanz mit Schwerpunkt Organisationsökonomie,

war einer der

beiden Studienautoren. Durchgeführt

wurden die Experimente 2012, die Ergebnisse

wurden jetzt veröffentlicht. PI

Wo hat Lob seine Grenzen?

Lob funktioniert nicht bei allen, sondern nur

in Grenzen. Um alle zu motivieren, braucht

man ohnehin verschiedene Instrumente. [!]

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[leben] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

Die Macht des Kreativen

Für den einen ist sie ein intellektuelles, sinnliches Abenteuer, für den anderen viel gute Arbeit. Doch wie kann

man von Kunst leben? Oder ist sie eben doch brotlos? Stefan Loeffler wollte in unserer Umfrage von sechs

Kulturschaffenden wissen, was Künstler von Unternehmern lernen können – und umgekehrt.

1) Was bedeutet Kunst für Sie?

2) Was kann die Wirtschaft von der Kunst lernen?

3) Und umgekehrt: die Kunst von der Wirtschaft?

4) Welche Eigenschaften zeichnen gute

Unternehmer/-innen aus?

5) Was ist das Schönste an Ihrer Tätigkeit als

Kulturschaffender?

Sven Wisser schätzt es,

wenn Kunst Reibung zwischen

Künstler und Zuschauer

erzeugt, die letztendlich zu

Erkenntnis führt. Der Autor

und Schauspieler leitet die Junge

Bühne Ulm.

1) Kunst ist für mich eine Behauptung, eine Auseinandersetzung und

ein Dialog zwischen Kunstschaffenden und dem Zuschauer. Im Idealfall

entsteht Reibung, die möglichst beidseitig zu neuen Erkenntnissen

führt.

2) Die kreative Freiheit, die unerwartete Wahl der Mittel und einen

offenen Blick für Problemlösungen zu bekommen.

3) Die Organisationsstruktur fern aller Emotion und die Einhaltung

des vorgegebenen Finanzrahmens.

4) Man muss ein Kommunikationsprofi sein, eine gute Fähigkeit zur

Selbstreflexion, ein fundiertes Fachwissen und eine gute Portion

Humor besitzen.

5) Die Freiheit, mit der Leidenschaft zum Beruf den Lebensunterhalt

erwirtschaften zu können.

Im Dschungel ist der Tiger los! Er bedroht Mogli, den Menschenjungen:

Szene aus „Das Dschungelbuch“ der Jungen Bühne Ulm.

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unternehmen [!] Ausgabe 59 | Oktober 2017

[leben]

Foto: Sandra Cunningham / shutterstock.com

Für die freie Künstlerin

Anneliese Hermes müssen

erfolgreiche Unternehmer

schlicht und einfach gute

Ja-Sager sein. Die Malerin arbeitet

in Wangen-Oberwälden

bei Göppingen.

1) Ich habe schon immer gerne gemalt und konnte diese Leidenschaft

zum Beruf machen. Diese Kunst erfüllt und entspannt mich und

macht fast ein bisschen süchtig. Kunst ist viel Arbeit.

2) Vielleicht kann sie etwas von der Spontanietät und der Experimentierfreudigkeit

der Kunstschaffenden übernehmen, die oftmals Unmögliches

ausprobieren. Doch dies trifft sicher in einigen Punkten

auch auf die Wirtschaft zu.

3) Das Vorhaben, Ideen nachhaltig umzusetzen und zu verwirklichen.

Dass man in einem Wettbewerb immer am Ball bleiben muss und

jedes Produkt einzigartig ist.

4) Sie müssen Ja-Sager sein. Und das bedeutet wieder Arbeit. Doch nur

so kann man etwas bewegen. Unternehmer müssen mit positiven

Gedanken vorangehen und die Dinge ausloten.

5) Dass ich das tun kann, was ich möchte. Dass ich mir die Materialien

für meine Werke selbst aussuchen und wählen kann. Das bedeutet

für mich Freiheit. Durch meine Arbeit rege ich die Menschen an zu

reflektieren.

Für Werner Meyer, Direktor

der Kunsthalle Göppingen, ist

es wichtig, die Frage nach dem

Wert der Dinge immer wieder

neu zu stellen.

1) Ein unerschöpfliches, lebenslanges, sinnliches und intellektuelles

Abenteuer, unzählige Entdeckungen von Ideen und Orten, wo ich

mit meinem Vorstellungsvermögen noch nicht war.

2) Zum Beispiel die Frage nach dem Wert der Dinge, Ideen, Entdeckungen

anders und immer wieder neu zu stellen. Ich habe gelesen, dass

der Künstler und seine Arbeit Modell sein könnten für eine projektorientierte

Ökonomie.

3) Der Kunstmarkt ist ein ökonomisches System fast wie jedes andere.

Die Spieltheorie ist auch eine ökonomische Theorie und sie passt

wunderbar auch für die Zusammenhänge der Produktion von

Kunst.

4) Erfolgreich im Sinne unserer geltenden Wirtschaftsordnung ist ein

Unternehmer und eine Unternehmerin, wenn sich ihr Unternehmen

wirtschaftlich positiv entwickelt, wenn Gewinn erwirtschaftet

wird und zukunftsträchtige Investitionen möglich sind. Interessant

wird es, wenn man „gut“ steigert in „besser“ und „am besten“.

Dann könnten Ökonomie und Ethik in Konflikt geraten.

5) Einer der schönsten Momente für mich: Ich befinde mich in einer

von mir eingerichteten Ausstellung, zusammen mit dem Künstler

oder der Künstlerin, und wir sehen, dass es gut ist. Und dann sind

wir gespannt, was daraus wird.

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[leben] Ausgabe 59 | Oktober 2017 unternehmen [!]

Foto: 5 second Studio / shutterstock.com

Nicole Fritz möchte mit Kunst

Bewusstseinsprozesse anstoßen.

Die Gründungsdirektorin

des Kunstmuseums Ravensburg

wechselt 2018 als Direktorin an

die Kunsthalle Tübingen.

Für Dr. Stefanie Dathe muss

die Kunst ebenso wie die Wirtschaft

von Marketing und Vernetzung

profitieren. Die Kunsthistorikerin

ist Direktorin des

Museums Ulm.

1) Kunst ist für mich Sinnsuche im Bereich der Ästhetik.

2) Sowohl Unternehmer als auch Künstler stehen vor derselben Herausforderung,

regelmäßig Neuerungen hervorbringen zu müssen.

Die Kernkompetenz, die hierfür notwendig ist, heißt Kreativität.

Mit ihr kann ich Problemstellungen durch Querdenken lösen und

zu Neuem zusammenfügen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet

sind Kunstwerke aller Zeiten nichts anderes als Modelle für innovatives

Denken und Handeln. Sich auf Kunst einlassen schult das

Querdenken und macht kreativ.

3) Vielleicht Strategien, um das Entwickelte zu vermarkten.

4) Unternehmungen mit Blick aufs Ganze zu initiieren.

5) Bewusstseinsprozesse anstoßen zu können.

Mit einer klaren Organisation

und strukturierten Planung

können Künstler von ihrer Arbeit

leben. So sieht das Michael

Mutschler, der für die Programmleitung

im Ulmer Kulturzentrum

Roxy verantwortlich

ist.

1) Kunst war und ist Aneignung und Interpretation von Welt. Die Vermittlung

ihrer Inhalte ist meine Leidenschaft, meine Berufung und

mein Lebenselixier.

2) Die Wirtschaft kann von Kunst und Künstlern lernen, unvoreingenommen

auf Neues zuzugehen, Risiken einzugehen, unermüdlich

nach kreativen Problemlösungen zu suchen und unübliche Wege

mit Innovationspotential zu beschreiten.

3) Kunst und Künstler können von der Wirtschaft ein strukturiertes,

zielorientiertes Arbeiten, unternehmerisches Denken, Marketing

und Vernetzung in der künstlerischen Praxis lernen.

4) Einen guten Unternehmer und Unternehmerin zeichnen Überzeugungskraft,

visionäres Denken und Handeln, Teamfähigkeit, Zielorientierung,

soziale Kompetenz und emotionale Intelligenz aus.

5) Das Schönste in meiner Tätigkeit als Museumsdirektorin ist es, unsere

Besucherinnen und Besucher für die faszinierende Welt und

die Themen der Kunst zu begeistern.

1) Kunst ist für mich Leidenschaft, Inspiration und Freiheit.

2) Quer zu denken, flexibel zu sein, traditionelle Strukturen zu

verlassen und mit gewohnten Vorstellungen brechen, um Neugierde

und Kreativität zu fördern.

3) Klare Organisation und strukturierte Planung, denn jeder

Künstler muss unternehmerisch denken, wenn er von seiner

Kunst leben möchte.

4) Authentizität und eine starke innere Haltung sowie Ausdauer und

Leidenschaft, gepaart mit Kreativität und Mut.

5) Das Schönste ist, dass ich mit außergewöhnlichen und spannenden

Menschen zusammenarbeiten darf, was lange Tage und stressige

Phasen relativiert und ausgleicht.

Foto: Dmitry Lobanov / shutterstock.com

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IHK Ulm senkt

rückwirkend

Beiträge

Zahlt Mitgliedsbeiträge

zurück:

Otto Sälzle

Die IHK Ulm erstattet ihren

Mitgliedsunternehmen rund

7,6 Millionen

Euro bereits

gezahlter

Beiträge.

Möglich machen

dies

laut Hauptgeschäftsfüh

rer Otto

Sälzle eine

„hervorragende

Wirtschaftslage

sowie einmalige

Einnahmen“. IHK-Mitgliedsunternehmen,

die für das Jahr

2013 Beiträge bezahlt haben, erhalten

nun eine Rückzahlung.

Erneut mehr

Lehrverträge

im Handwerk

Fliegende Forschungsplattform

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums

Geesthacht haben den Zeppelin NT der Deutschen

Zeppelin Reederei (Friedrichshafen) in

eine fliegende Forschungsplattform verwandelt.

Mit Spezialkameras ausgerüstet flog der

Zeppelin über Nordsee und Elbe. Im Fokus: Der

Zum vierten Mal in Folge verzeichneten

die Handwerksbetriebe

in Baden-Württemberg

mehr Auszubildende als im

Vorjahr. Das teilt die Landeshandwerkskammer

mit. Landesweit

hatten demnach 13 429

Jugendliche bis zum 31. Juli einen

Ausbildungsvertrag unterschrieben.

Das entspricht einem

Plus von 3 Prozent. Mit

einer Quote von aktuell 6,1 Prozent

beteiligen sich die Handwerksbetriebe

in Baden-Württemberg

im Branchenvergleich

überdurchschnittlich an der

Ausbildung zukünftiger Fachkräfte.

Kleine Betriebe

kehren Stuttgart

den Rücken

Die Region Stuttgart verliert Betriebe:

Wie die dortige IHK mitteilt,

sind aus Stuttgart und den

umgebenden Landkreisen in

den vergangenen vier Jahren

mehr Unternehmen weggezogen,

als sich neue angesiedelt

haben. Doch die Lage ist keineswegs

dramatisch. Zwischen

2013 und 2016 kehrten im Saldo

39 Unternehmen der Region

den Rücken. Unter ihnen waren

vor allem kleine Betriebe mit

neun oder weniger Beschäftigten.

Negative Auswirkungen

auf die Wirtschaftskraft hat diese

Entwicklung nicht. Im selben

Zeitraum stieg die Zahl der

sozialversicherungspflichtig Beschäftigten

in der Region Stuttgart

nach Angaben des Statistschen

Landesamts um rund

80.000 Menschen.

Einfluss von Windkraftanlagen auf Meeresströmungen

und der von Überflutungen auf

die Ökosysteme von Flüssen. Weitere Stopps

des Zeppelins auf seiner Tour im Norden

Deutschlands waren die Baufachmesse Nord-

Bau in Neumünster und die Stadt Flensburg.

L-Bank hilft

Existenzgründern

in Millionenhöhe

Die L-Bank, die Förderbank des

Landes, hat im ersten Halbjahr

211 Betriebe aus dem Bezirk der

IHK Ulm gefördert. Sie vergab

Darlehen im Gesamtwert von

72,3 Millionen Euro, die in Investitionen

von mehr als 105

Millionen Euro fließen. Mehr

als 214 Arbeitsplätze sind dadurch

entstanden. Unter den

geförderten Unternehmen sind

62 Existenzgründer. [!] AGR

[impressum]

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