Aufrufe
vor 2 Monaten

Missionsmagazin 4-5/2014

Voice of Hope Magazin

Inlandmission –

Inlandmission – Magdeburg Zwei Gebete – eine Antwort Wie Gott eine US-amerikanische Familie in den Missionsdienst nach Ostdeutschland führte „Dass ich ein Diener dieser Botschaft geworden bin, ist ein Geschenk der Gnade Gottes; ich verdanke es Seiner Macht, die ´in meinem L eb e n` wirksam geworden ist.” Eph. 3,7 So sehr wir uns auch freuen und staunen über das, was Gott in Sizilien, Afghanistan, Sibirien und Lettland tut, wollen wir die Menschen vor unserer Haustür – unsere Nächsten – nicht außer Acht lassen. Denn auch Deutschland ist längst ein Missionsgebiet geworden. Neben der Verbreitung des Evangeliums durch Medien ist es uns auch ein Anliegen, Geschwister zu unterstützen, die es als ihren Auftrag von Gott sehen, in unserem Land das Evangelium zu verkündigen. Schon seit einigen Jahren stehen wir mit einer Missionarsfamilie in Kontakt, die im Osten Deutschlands treu ihre Aufgabe erfüllt. Wir wollen Euch, liebe Missionsfreunde, einladen, auch für diesen Dienst zu beten. Es ist unser Anliegen, dass Gott noch viele Herzen dazu bewegt, die Not in unserem Land zu erkennen und sich zum Dienst am Evangelium einsetzen zu lassen. Lesen Sie, wie die Gemeindegründungs- und Missionsarbeit in Magdeburg begann: Es war Sommer 1986. Der seit einem Jahr verheiratete US-Amerikaner Bradley McKenzie fuhr mit seiner deutschen Ehefrau Krischa (geb. Matthia) und deren Familie von einer Reise nach Berlin in den Westen zurück. Die Polizeipräsenz in Ostberlin und zwischen den Westgrenzen kam ihnen bedrückend vor. „Nichts wie weg hier!”, dachten sie sich und beschlossen, anstatt in südliche Richtung weiterzufahren, die westliche Route – und somit den kürzeren Weg aus dem Osten, wenn auch den längeren Weg nach Hause – zu nehmen. Auf der Strecke von Berlin nach Helmstedt (an der heutigen A2) waren kaum Ortschaften zu sehen. Erst nach längerer Fahrt sah man endlich wieder eine Stadt – Magdeburg. Mittlerweile fuhr der VW-Bully, in dem die Großfamilie saß, über die Elbe. Eigentlich hätte dieser Fluss die Ost-Westgrenze werden sollen, denn an dem Fluss gaben sich die Sowjets und die Westalliierten am Ende des 2. Weltkrieges die Hand. Doch die westlichen Armeen schenkten den Sowjets einen 50 Kilometer langen Landstreifen westlich der Elbe im Tausch gegen den westlichen Teil Berlins. Somit geriet die Stadt Magdeburg für 45 Jahre unter die Herrschaft der Kommunisten und des Atheismus. Jedes Hochhaus – ein Missionsfeld! Bradley, der während der Fahrt in seiner Bibel las, schaute jetzt kurz hoch. Beim Anblick der charakteristischen Wohnblocks des Ost-Regimes wurde in seinem Herzen eine Erinnerung wach: Während seiner Kindheit in den USA pflegte sein Vater, der in der Nähe von Chicago Pastor war, folgendes über die Wohnblocks der Armenviertel zu sagen: „Jungs, schaut euch mal die Gebäude dort drüben an! Jedes dieser Hochhäuser ist ein Missionsfeld für sich.” Die Worte, die Bradley damals als Grundschüler gehört hatte, 18 Voice of Hope Nr. 4+5/2014

Inlandmission – Magdeburg hallten jetzt, Jahre später, in den Gedanken des 25-Jährigen wider: „Jedes Hochhaus – ein Missionsfeld!” Während der 80er-Jahre war es für einen Amerikaner schwierig, überhaupt zu einer ostdeutschen Stadt hinzugelangen, zumal Deutschland noch durch den Eisernen Vorhang geteilt war. Ohne besondere Erlaubnis durften Menschen aus dem Westen, die die damalige Transitstrecke Westberlin-BRD befuhren, diese gar nicht verlassen. Selbst die vielen Parkplätze entlang der Autobahn wurden streng überwacht. Jeglicher Kontakt zu den Bürgern der DDR, die in den vielen Haltebuchten anhielten, um aus ihrem Reservekanister den gemischten Treibstoff über den Motorraum ihrer Zweitakt-Trabis hinzuzufügen, war strengstens verboten. (Damals dachten Bradley und die anderen Geschwister aus dem Westen, dass diese Autos mit hochgestemmter Motorhaube eine Panne hätten; so fühlten sie sich in ihren Vorurteilen gegen das kommunistische Regime bestätigt.) Also fuhr die Familie an Magdeburg einfach vorbei. Doch im Vorbeifahren spürte Bradley plötzlich ein Verlangen, für diese Stadt zu beten. Stillschweigend sagte er dem Herrn in seinem Herzen: „Herr, ich kann zwar nicht zu der Stadt hin, doch sie hat das Evangelium nötig. Schicke du bitte jemanden mit der Guten Botschaft, der dieser Stadt von Jesus erzählt!” Mit diesen Worten allein war das Anliegen aber noch nicht beendet. Also fuhr der junge Erwachsene in seinen Gedanken fort: „Und, Herr, bitte gebrauche mich, wo Du willst. Irgendwo gibt es den Ort, an dem Du mich gebrauchen willst. Zeige mir nur, wo!” Es war für ihn eine Zeit der innigen Gemeinschaft mit dem Herrn, aber auf die Erhörung seines Gebetes musste er noch einige Jahre warten. Zuerst galt es für das junge Ehepaar McKenzie, zum Weiterstudium in die USA zurückzukehren. zwei gebete – eine antwort! Mittlerweile schrieben wir das Jahr 1994. Die Berliner Mauer war seit knapp fünf Jahren nur noch als Andenken an eine vergangene Zeit zu sehen. Deutschland war – zumindest auf dem Papier – wieder eins geworden. Bradley und sein Schwager Kevin Matthia wurden im März 1992 mit ihren Familien aus einer missionarisch gesonnenen US-amerikanischen Gemeinde zum Werk der Gemeindegründung nach Deutschland entsandt. Andere Gemeinden hatten sich ihrem Anliegen durch Gebet und Gaben angeschlossen. Bevor sie mit der Gemeindegründung loslegen konnten, musste Bradley die deutsche Sprache erlernen – anders als seine Frau Krischa und ihr Bruder Die ersten Mitarbeiter Kevin & Carol Matthia (oben); Bradley & Krischa McKenzie (unten), 2005 Kevin, die als Kinder eines Gemeindegründers bereits fließend Deutsch konnten. Während dieser Zeit begannen Bradley und Kevin, in den neuen Bundesländern Erkundigungsreisen zu unternehmen. Sie waren überzeugt: Wenn Gott schon im November 1989 den Weg in den Osten geöffnet hatte, mussten sie jetzt die Frage beantworten, ob der Herr sie nicht in einem der neuen Bundesländer gebrauchen wollte. Am Himmelfahrtstag 1993 – im Osten „Herrentag” genannt – besuchten sie in Sachsen einen Evangelisten, der bereits 17 Jahre in der DDR tätig war. Dieser breitete auf seinem Esstisch eine oft gebrauchte Landkarte Ostdeutschlands aus. „Dort müsst ihr hin!”, sagte er und deutete auf Magdeburg. Obwohl Magdeburg, laut dem Evangelisten, „ein hartes, bedürftiges Pflaster” sei, woran sich „schon einige die Zähne ausgebissen” hätten, waren die beiden noch nicht überzeugt. Schließ- Inlandmission – Magdeburg 19

Das kraftvolle Evangelium – John MacArthur
Das Evangelium Jesu Christi – Paul Washer
Voice of Hope Magazin 3-2017