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Wirtschaftszeitung_25062018

Branchen &Betriebe: Seit 30 Jahren nur Bio Seite 13/14 Geld &Geschäft: Riester-Rente wirft viele Fragen auf Seite 9/10 Leben &Wissen: Kunst im und am Paulus-Dom Seite 22 DIE WIRTSCHAFT Münster |Münsterland Mit Beilage FLOTTENMANAGEMENT & NUTZFAHRZEUGE Kompetente Beratung mit Freude! Kirchplatz 10 ·49525 Lengerich Telefon 05481/9387-0 www.kbf-steuern.de Aschendorf f Medien GmbH &Co. KG An der Hansalinie 1, 48163 Münster ZKZ 88690 PVST Ausgabe 5/18 www.die-wirtschaft-muensterland.de Preis: 3,50 Euro Im Pütt gehen die Lichter aus Das letzte Jahr der deutschen Steinkohleförderung: Ibbenbüren hat den „Strukturwandel schon geschafft“. Es ist weit mehr als das „Aus“ für zwei Betriebe. Es ist der Abschied von einer Branche, die einst die Industrialisierung befeuert hat–buchstäblich: Erst die Steinkohle sicherte die Energie für Dampfmaschine, Züge, Kraftwerke. Im Dezember wird die Förderung in den letzten beiden deutschen Zechen eingestellt – in Bottrop und inIbbenbüren. „Wenn der Pütt stirbt, stirbt die Region!“, hieß es früher. Aber wer Marc Schrameyer trifft, erlebt Aufb ruch- statt Abbruchstimmung. „Wir haben unseren Konversionsprozess ,Gute Aussichten‘ getauft“, sagt Ibbenbürens Bürgermeister. Für Westfalen sei das „forsch“ formuliert, räumt Schrameyer ein. „Aber wir glauben, dasswir trotz Zechenschließung wirklich gute Aussichten haben – auch mitBlick auf das, waswir aufder altenBergbaufl äche machenwollen.“ Denn: „Wirtschaftlich gesehen ist der Strukturwandel schon geschafft.“ Die Hälfte der Wirtschaft ist Psychologie: Den „Leuten die Angst nehmen“–das war deshalb die Devise in Ibbenbüren, seit das Aus für die Zeche feststand. 2007 einigten sich Politik, Kohlekonzern RAG und die Gewerkschaft IGBCE auf das langsame, sozialverträgliche Auslaufen des Steinkohlebergbaus. 2011 wurde der Kohlekompromiss überarbeitet.Esist ein Ausstieg nach langer Vorbereitung und ohne Entlassungen: Die meisten Ibbenbürener Kumpel gehen inden Vorruhestand, einige Hundert wechseln in neue Jobs. Rückblick: 1987 hatteIbbenbüren 44 000 Einwohner. Von den 10500 sozialversicherungspfl ichtig Beschäftigten waren 4500 auf der Zeche. „Monostruktur! Wenn der Pütt in den Jahren zugemacht hätte, wären hier wirklich die Lichter ausgegangen“,sagt Schrameyer. Die aktuellen Zahlen: 54 000 Einwohner,19500 Beschäftigte,davonnur rund 900 aufder Zeche. Die Arbeitslosenquote liegt knapp über drei Prozent –„praktisch Vollbeschäftigung“. Die Zahl der Gewerbebetriebe habe sich binnen 30Jahren auf 2200 verdoppelt. Nahrungsmittelindustrie, Pharma-Spezialisten, viele Mittelständler –die Region fußt längst nicht mehr nur auf Kohle. „Wir sind ein Tausendfüßler, den werfen Sie nicht um, wenn sie ein Bein wegtreten“, sagt er.Heuteist ein Autozulieferer zweitgrößter Arbeitgeber der Bergmannstadt – nach dem Klinikum, vor der Zeche. „Im Moment kommen uns die frei werdenden Flächen sehr gelegen“, betont Schrameyer. 70 Hektar gibt es am Schacht in seiner Stadt und 20 Hektar am Nordschacht im benachbarten Mettingen. Voll erschlossen, sehr guteAnbindung –die Nachfrage in Ibbenbüren sei groß. „Essen hat 2017 sieben Hektar Gewerbefl ächen vermarktet, wir machen mal eben das Doppelte“, berichtet der Bürgermeister. Wirtschaftlich stecken im Wandel auch Chancen,historisch ist er eine Zäsur–und fürdie Kumpel trotz allem schmerzhaft, wie ein Besuch unter Tage zeigt. -mel- ►Fortsetzung auf Seite 2 Foto: Shutterstock OFFEN GESAGT Beispielhaft Schluss, Aus, Ende –oder „Schicht im Schacht“, wie die Bergleute sagen. Zum Jahresende stirbt eine jahrhundertealte Branche: die letzten deutschen Steinkohlezechen schließen. Wer einmal unter Tage im Streb gehockt hat, weiß, dass damit jede Menge Know-how verloren geht. Über Jahrhunderte haben die Kumpel dem Berg die Kohle abgetrotzt, Kniffe und Techniken entwickelt, um an ihrem gefährlichen Arbeitsplatz zu überleben. Die Bergleute waren –zu Recht –stolz auf ihre Arbeit, ihren Mut, ihre Kameradschaft. Mit den Zechen verschwinden mehr als Arbeitsplätze... Ein sehr spezieller Beruf mit eigenen Traditionen wird zur Geschichte. Andererseits ist dieser Ausstieg ein Musterbeispiel dafür, wie ein notwendiger Wandel sozialverträglich ablaufen kann. In Zusammenarbeit von kommunaler und „großer“ Politik, von Unternehmen, Gewerkschaften (und mit großzügiger Hilfe aus dem Steuersäckel) ist das Förder-Aus langfristig geplant und gestaltet worden. Harte Brüche, die Menschen, Arbeitsmarkt und regionale Wirtschaft über Jahrzehnte belasten, sind verhindert worden –anders als etwa inden abgehängten einstigen Bergbauregionen Frankreichs. Neue Gewerbe, neue Jobs hatten in der langen Ausstiegsphase Zeit und Raum heranzuwachsen –wie in Ibbenbüren. So hart der Ausstieg für die Kumpel trotz allem sein mag, seine Umsetzung ist beispielhaft. Martin Ellerich Die Zeichen im Handwerk des Kammerbezirks Münster stehen weiterhin auf Expansionskurs. Die Handwerksunternehmerinnen und -unternehmer sind im Frühjahr 2018 in Hochstimmung und voller Zukunftsoptimismus – der Geschäftslageindikator aus aktuellerLage undPrognosezeigt mit137,2 Prozentpunkten ein Allzeithoch an. Mit einem „Gut!“ bewerteten 56 Prozent von 407 befragten Betrieben ihre Geschäftslage. 4 198869 003501 2 0 0 2 6 Allzeithoch im Handwerk Noch nie war die Stimmung im Kammerbezirk so gut wie heute. Das ist der größte Anteil seit Beginn der Konjunkturbeobachtung durch die HWK Münster in 1977.35Prozent finden ihreSituation „befriedigend“ – das ist ein historischer Minimalwert. Nurneun Prozent der Betriebe berichten von „schlechten“ Geschäften. Die Kapazitätsauslastung liegt bei 81 Prozent. Die Aufträgereichen rekordmäßige 8,3 Wochen weit. Ein Drittel der befragten Betriebe konnte höhere Verkaufspreise erzielen. Die Umsätze sind folglich weiter gestiegen (Saldo: zwölf Prozentpunkte). Der Arbeitsplatzmotor Handwerk läuft daher weiter hochtourig: Jeder vierte Betrieb hat Mitarbeiter eingestellt, nur jeder Zehntemussteseinen Personalstamm verkleinern. Das Bauhaupt- und das Ausbaugewerbe stehen im Konjunkturranking erneut auf den Plätzen1und 2.Die Auftragsreichweiten in den Bauhauptgewerken sind auf dem Höchststand von 14,9 Wochen. Etwasschneller können die Aufträge imAusbau abgearbeitet werden. Hier warten Kunden 9,5 Wochen, bis sie an der Reihe sind. Fachkräfteknappheit bremst das Wachstum laut HWK allerdings aus. Im Gesundheitsgewerbe (drittbeste Geschäftslage) blicken die Betriebe trotz eines nur mäßigen Umsatzplus bei stabil gebliebenen Verkaufspreisen mit großer Zuversicht in die Zukunft. 31 Prozent der befragten Handwerksbetriebe prognostizieren, dass sich die Geschäftslageinden kommenden sechs Monaten verbessert. 66 Prozent erwarten eine gleichbleibende Konjunktur, nur drei Prozent eine Verschlechterung. Drei starke Partner an Ihrer Seite Unsere Expertise: • Steuerberatung • Wirtschaftsprüfung • betriebswirtschaftliche Beratung • FiBu/Lohn Kanzlei Emsdetten Münsterstraße 6|48282 Emsdetten Telefon +49 (0) 2572/96052-0 Telefax +49 (0) 2572/96052-44 E-Mail emsdetten@bbk-steuerberater.de • Gründung/Umwandlung • Unternehmensnachfolge/ Erbschaften • Stiftungen/Vereine • internationales Steuerrecht Kanzlei Münster WeselerStraße 253 |48151 Münster Telefon +49 (0) 251/21070 Telefax +49 (0) 251/2107150 E-Mail muenster@bbk-steuerberater.de www.bbk-steuerberater.de Wir suchen eine/n Steuerberater/in und eine/n Steuerfachwirt/in