Wirtschaftszeitung_25062018

hallomuenster

Branchen &Betriebe: Seit 30

Jahren nur Bio Seite 13/14

Geld &Geschäft: Riester-Rente

wirft viele Fragen auf Seite 9/10

Leben &Wissen: Kunst im

und am Paulus-Dom Seite 22

DIE WIRTSCHAFT

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Ausgabe 5/18

www.die-wirtschaft-muensterland.de

Preis: 3,50 Euro

Im Pütt gehen

die Lichter aus

Das letzte Jahr der deutschen Steinkohleförderung:

Ibbenbüren hat den „Strukturwandel schon geschafft“.

Es ist weit mehr als das „Aus“ für

zwei Betriebe. Es ist der Abschied

von einer Branche, die einst die Industrialisierung

befeuert hat–buchstäblich:

Erst die Steinkohle sicherte

die Energie für Dampfmaschine, Züge,

Kraftwerke. Im Dezember wird

die Förderung in den letzten beiden

deutschen Zechen eingestellt – in

Bottrop und inIbbenbüren. „Wenn

der Pütt stirbt, stirbt die Region!“,

hieß es früher. Aber wer Marc Schrameyer

trifft, erlebt Aufb

ruch- statt

Abbruchstimmung. „Wir haben

unseren Konversionsprozess ,Gute

Aussichten‘ getauft“, sagt Ibbenbürens

Bürgermeister.

Für Westfalen sei das „forsch“

formuliert, räumt Schrameyer

ein. „Aber wir glauben, dasswir

trotz Zechenschließung wirklich

gute Aussichten haben –

auch mitBlick auf das, waswir aufder altenBergbaufl

äche machenwollen.“ Denn:

„Wirtschaftlich gesehen ist der Strukturwandel

schon geschafft.“

Die Hälfte der Wirtschaft ist Psychologie:

Den „Leuten die Angst nehmen“–das war

deshalb die Devise in Ibbenbüren, seit das

Aus für die Zeche feststand. 2007 einigten

sich Politik, Kohlekonzern RAG und die

Gewerkschaft IGBCE auf das langsame, sozialverträgliche

Auslaufen des Steinkohlebergbaus.

2011 wurde der Kohlekompromiss

überarbeitet.Esist ein Ausstieg nach

langer Vorbereitung und ohne Entlassungen:

Die meisten Ibbenbürener Kumpel

gehen inden Vorruhestand, einige Hundert

wechseln in neue Jobs.

Rückblick: 1987 hatteIbbenbüren 44 000

Einwohner. Von den 10500 sozialversicherungspfl

ichtig Beschäftigten waren

4500 auf der Zeche. „Monostruktur! Wenn

der Pütt in den Jahren zugemacht hätte,

wären hier wirklich die Lichter ausgegangen“,sagt

Schrameyer. Die aktuellen Zahlen:

54 000 Einwohner,19500 Beschäftigte,davonnur

rund 900 aufder Zeche. Die

Arbeitslosenquote liegt knapp über drei

Prozent –„praktisch Vollbeschäftigung“.

Die Zahl der Gewerbebetriebe habe sich

binnen 30Jahren auf 2200 verdoppelt.

Nahrungsmittelindustrie, Pharma-Spezialisten,

viele Mittelständler –die Region

fußt längst nicht mehr nur auf Kohle. „Wir

sind ein Tausendfüßler, den werfen Sie

nicht um, wenn sie ein Bein wegtreten“,

sagt er.Heuteist ein Autozulieferer zweitgrößter

Arbeitgeber der Bergmannstadt –

nach dem Klinikum, vor der Zeche.

„Im Moment kommen uns die frei werdenden

Flächen sehr gelegen“, betont Schrameyer.

70 Hektar gibt es am Schacht in seiner

Stadt und 20 Hektar am Nordschacht

im benachbarten Mettingen. Voll erschlossen,

sehr guteAnbindung –die Nachfrage

in Ibbenbüren sei groß. „Essen hat 2017

sieben Hektar Gewerbefl

ächen vermarktet,

wir machen mal eben das Doppelte“,

berichtet der Bürgermeister. Wirtschaftlich

stecken im Wandel auch Chancen,historisch

ist er eine Zäsur–und fürdie Kumpel

trotz allem schmerzhaft, wie ein Besuch

unter Tage zeigt.

-mel-

►Fortsetzung auf Seite 2

Foto: Shutterstock

OFFEN GESAGT

Beispielhaft

Schluss, Aus, Ende –oder

„Schicht im Schacht“, wie

die Bergleute sagen. Zum Jahresende

stirbt eine jahrhundertealte

Branche: die letzten

deutschen Steinkohlezechen

schließen. Wer einmal unter

Tage im Streb gehockt hat,

weiß, dass damit jede Menge

Know-how verloren geht. Über

Jahrhunderte haben die Kumpel

dem Berg die Kohle abgetrotzt,

Kniffe und Techniken

entwickelt, um an ihrem gefährlichen

Arbeitsplatz zu

überleben. Die Bergleute waren

–zu Recht –stolz auf ihre

Arbeit, ihren Mut, ihre Kameradschaft.

Mit den Zechen verschwinden

mehr als Arbeitsplätze...

Ein sehr spezieller Beruf

mit eigenen Traditionen

wird zur Geschichte.

Andererseits ist dieser Ausstieg

ein Musterbeispiel dafür, wie

ein notwendiger Wandel sozialverträglich

ablaufen kann. In

Zusammenarbeit von kommunaler

und „großer“ Politik, von

Unternehmen, Gewerkschaften

(und mit großzügiger Hilfe aus

dem Steuersäckel) ist das Förder-Aus

langfristig geplant und

gestaltet worden. Harte Brüche,

die Menschen, Arbeitsmarkt

und regionale Wirtschaft

über Jahrzehnte belasten, sind

verhindert worden –anders als

etwa inden abgehängten einstigen

Bergbauregionen Frankreichs.

Neue Gewerbe, neue

Jobs hatten in der langen Ausstiegsphase

Zeit und Raum heranzuwachsen

–wie in Ibbenbüren.

So hart der Ausstieg für

die Kumpel trotz allem sein

mag, seine Umsetzung ist beispielhaft.

Martin Ellerich

Die Zeichen im Handwerk des

Kammerbezirks Münster stehen

weiterhin auf Expansionskurs.

Die Handwerksunternehmerinnen

und -unternehmer sind im

Frühjahr 2018 in Hochstimmung

und voller Zukunftsoptimismus –

der Geschäftslageindikator aus

aktuellerLage undPrognosezeigt

mit137,2 Prozentpunkten ein Allzeithoch

an.

Mit einem „Gut!“ bewerteten

56 Prozent

von 407 befragten

Betrieben

ihre Geschäftslage.

4 198869 003501

2 0 0 2 6

Allzeithoch im Handwerk

Noch nie war die Stimmung im Kammerbezirk so gut wie heute.

Das ist der größte Anteil seit Beginn

der Konjunkturbeobachtung durch

die HWK Münster in 1977.35Prozent

finden ihreSituation „befriedigend“ –

das ist ein historischer Minimalwert.

Nurneun Prozent der Betriebe berichten

von „schlechten“ Geschäften.

Die Kapazitätsauslastung liegt bei 81

Prozent. Die Aufträgereichen rekordmäßige

8,3 Wochen weit.

Ein Drittel der befragten Betriebe

konnte höhere Verkaufspreise erzielen.

Die Umsätze sind folglich weiter

gestiegen (Saldo: zwölf Prozentpunkte).

Der Arbeitsplatzmotor Handwerk

läuft daher weiter hochtourig: Jeder

vierte Betrieb hat Mitarbeiter eingestellt,

nur jeder Zehntemussteseinen

Personalstamm verkleinern.

Das Bauhaupt- und das Ausbaugewerbe

stehen im Konjunkturranking erneut

auf den Plätzen1und 2.Die Auftragsreichweiten

in den Bauhauptgewerken

sind auf dem Höchststand von

14,9 Wochen. Etwasschneller können

die Aufträge imAusbau abgearbeitet

werden. Hier warten Kunden 9,5 Wochen,

bis sie an der Reihe sind. Fachkräfteknappheit

bremst das Wachstum

laut HWK allerdings aus.

Im Gesundheitsgewerbe (drittbeste

Geschäftslage) blicken die Betriebe

trotz eines nur mäßigen Umsatzplus

bei stabil gebliebenen Verkaufspreisen

mit großer Zuversicht in die Zukunft.

31 Prozent der befragten Handwerksbetriebe

prognostizieren, dass sich

die Geschäftslageinden kommenden

sechs Monaten verbessert. 66 Prozent

erwarten eine gleichbleibende Konjunktur,

nur drei Prozent eine Verschlechterung.

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2 MACHER &MÄRKTE

Ausgeraubt und abgeworfen

Der Rückzug aus einem Bergwerk will genau geplant sein

–nicht nur, weil sich sonst die Kumpel selbst die Luft abschneiden.

Allesmuss raus.Das ist nicht nur die

Devise beim Schlussverkauf, sondern

auch bei der Schließung einer

Zeche. Oberirdisch sieht man davon:

nichts. Doch unter Tage verzweigt

sich das Grubengebäude mehr als

einen Kilometer tief. Es ist vielgeschossig

und mehrere Kilometer

lang und breit. Stück für Stück ziehen

sich die Kumpel daraus zurück –

und nehmen dabei „alle Betriebsmittel

und Betriebsstoffe mit, die in irgendeiner

Weise wassergefährdend

sein könnten“, erklärt Volker Krause,

Sprecher der RAG Anthrazit Ibbenbüren

GmbH.

Krause nennt gleich ein Beispiel:

die Gurtbandförderer,

die kilometerlangen Förderbänder

unter Tage. Sie bring

Kohlen aus der Grube Ken

heraus und die Kumpel –liegend –bis

zum Arbeitsort „vor Kohle“. Die Bänder

laufen über Rollen. „Jede Rolle enthält

drei Gramm Fett“,sagt Krause. Fett kann

das Wasser verschmutzen. Fazit: „Alle

Rollen müssen raus.“

Die Maschinen werden ohnehin verwertet:

Abstütz-Schilde mit Hydraulikstempeln,

Seitenkipplader, Kohlehobel ... bis

hin zur Einspur-Hängebahn –einer Art

Wuppertaler Schwebebahn en miniature.

Alles muss aus dem Stollen „geraubt“

werden, wie Bergleute sagen. Die RAG-

Tochter RAG Solutions verkauft die Maschinen

inLänder, die weiter Steinkohle

fördern, nach China zum Beispiel. Zurück

bleiben leere Tunnel.

Rund 100Kilometer lang warenunter Tage

im Ibbenbürener Bergwerk einst die

Tunnel, die „Strecken“, wie die Kumpel

sagen. Davon sind inzwischen weniger

als 60 Kilometer übrig. Der Rest ist bereits

ausgeräumt und verrammelt für alle

Zeit. Große Teile des Grubengebäudes

seien bereits „abgeworfen“ worden, formuliert

es Markscheider Hans-Dieter

Pollmann bergmännisch. Bis Ende 2019

soll der Rückbau vollzogen sein.

Der Rückzug muss genau geplant werden,

sonst könnten sich die Kumpel selbst

die Frischluftzufuhr abschneiden. 25 000

Kubikmeter Luft werden jede Minute

über zwei Wetterschächte aus dem unterirdischen

Labyrinth gesaugt.Eszieht also

Tief unten im Ibbenbürener Bergwerk steht jede Menge Technik –alles muss raus.

unter Tage –und zwar gewaltig. Überdie

Förderschächte strömt Frischluft nach.

Diese „Bewetterung“ muss Pollmann

beim Rückzug im Auge behalten.

„Wir haben seit Jahren auf das Auslaufdatum

31. Dezember 2018 hingearbeitet“,

sagt Pollmann. Es wurden nur noch

die Teile der Lagerstätte, die Flöze, zum

Abbau untersucht und hergerichtet, die

bis dahin noch gebraucht werden. Rund

730 000 Tonnen werden im letzten Jahr

des Bergwerks gefördert –gut halb so viel

wie noch 2015. Das allerletzte Fördergefäß

mit Kohleverlässt am Barbaratag das

Bergwerk, am 4. Dezember. Dann heißt

es: Schluss, Aus, Ende. -mel-

Foto: Wilfried Gerharz

IMPRESSUM

DIE WIRTSCHAFT Münster /Münsterland

Verlag und Herausgeber:

Aschendorff Medien GmbH &Co. KG, Ander Hansalinie 1

48163 Münster, Telefon: 0251 690-0, Telefax: 0251 690-

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Redaktion: Claudia Bakker (verantwortlich)

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Anzeigenleitung: Herbert Eick, E-Mail: anzeigen@die-wirtschaft-muensterland.de

Objektkoordination: Frank Micheel, Lars Normann, Telefon:

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Gestaltung/Layout: Lisa Stetzkamp

Druck: Aschendorff Druckzentrum GmbH &Co. KG, Ander

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Auflage 17.000 Exemplare

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Ein Kumpel kann (fast) alles

Bergleute sind in vielen Branchen gefragt –aber der Personalabbau bedeutet viel Stress.

Vom Pütt zur Backstube, zur Feuerwehr,

in die Maschinenbau-Werkstatt.

„Das ist ganz bunt gemischt“,

sagt Uwe Wobben, Betriebsratsvorsitzender

der RAGAnthrazit Ibbenbüren

GmbH. „Es sind nicht ein einziges

Mal irgendwo zehn Leute auf

einenSchlag in ein Unternehmen gegangen.“

2011/12 stand fest: 356

Kumpel müssen sich mit dem Ende

der Steinkohleförderung in Ibbenbüren

einen neuen Job suchen.

Sie sind zu spät geboren, um

wie der Großteil ihrer Kollegen

den nahtlosen Übergang

in die „Anpassung“, die Frührente,

zu schaffen. Für Über-

Tage-Leutelag die Grenze bei 1965,unter

Tage bei 1973. Der Bergbau-Konzern hilft

diesen „Jahrgangsbetroffenen“ bei der

Jobsuche, schult, unterstützt. Kein Kumpelsoll

„ins Bergfreie fallen“, also arbeitslos

werden, das ist die Devise des Kohlekompromisses,

mit dem Politik, Gewerkschaft

IGBCE und Kohlekonzern RAG

2007den Ausstieg aus dem Bergbau einleiteten.

2466 Kumpel arbeiteten damals in Ibbenbüren,

im Februar 2018 waren esnoch

956, beim Schicht-Ende im Dezember

werden es 590 sein. Ab 2021 sogar nur

noch 35 –Kräfte für die Bergschadens-

Bearbeitung, die Wasserhaltung ...

Der Sinkfl

ug von 2466 auf 35 verlangt

Kumpeln und Betriebsleitung tagtäglich

Flexibilität ab. Ständig müssen die Teams

neu zusammengestellt werden, immer

wieder müssen Kumpel andereAufgaben

übernehmen –jekleiner die Belegschaft

wird, umso öfter. Frustration? Ärger?

„Das gibt es nicht. UnsereMannschaft ist

hochmotiviert –bis zum Schluss“, versichert

Wobben. „Sonst würden unsere

Zahlen bei der Förderung nicht stimmen.“

Aber es sei eine „Herausforderung“.

Bergleutehaben gelernt, mit verschiedenen

Materialien (Holz, Metall, Zement)

und schweren Maschinen umzugehen.

Sie sind das Arbeiten in schwieriger und

gefährlicher Umgebung gewohnt. Kaum

verwunderlich, dass sie in vielen Branchen

gefragt sind. 78 Kumpel seien

2016/17inJobs außerhalb des Bergbaus

gewechselt, sagt Volker Krause, Sprecher

der Ibbenbürener Zeche. „Sie sind in 50

verschiedene Betriebe gegangen –überwiegend

hier in der Region.“ Einigeführte

der Weg von Schwarz zu Weiß, von

Kohle zu Sahne: „Sieben oder acht Leute

sind zu Coppenrath &Wiese in Mettingen

gewechselt.“

-mel-

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MACHER &MÄRKTE 3

Jeder Tagein Abschied

Hitze, Nässe, Gefahr –und trotzdem lieben Bergleute ihre Arbeit:

Zum Jahresende wird dieser traditionsreiche Job zur Geschichte.

Das Gitter fährt vor. Ein Warnsignal.

Ruckeln. Es scheppert metallisch.

Dunkelheit. Abwärts, schneller, immer

schneller –scheint es. „Vier Meter

pro Sekunde“, sagt Thorsten

Schmahl. Der Bergmann dreht seine

Lampe Richtung Gitter. ImLichtkegel

rast das Mauerwerk hinauf. Die

Hand sucht Halt inder Kette ander

Decke. Es zieht, es zieht gewaltig im

Förderkorb. Doch die Luft ist warm,

wird wärmer. Und dieser Geruch:

nach Nässe, nach Schmutz, einem

Hauch Öl, warm, ein wenig modrig.

Riecht so Kohle?

Geruch“, sagt

Schmahl. Der sei

immer das Erste,

was ihm auffalle,

„Dieser

wenn er einige

Zeit nicht unter

Tage war –nach dem Urlaub etwa. Er

liebt seinen Beruf. Sein Traumjob für die

Zeit nach dem 31. Dezember, nach dem

endgültigen Aus für die Steinkohle-Förderung

in Deutschland und damit auch

für seine Zeche in Ibbenbüren? Die Antwort

kommt sofort, ohne Zögern: „Bergmann!“

Das ist nicht mehr möglich.

Dann erzählt Schmahl, wasihn fasziniert

an seiner Arbeit. Er redetvon freundlichderben

Frotzeleien im Förderkorb, beim

Umziehen auf der Kaue –über Fußball,

über persönliche Macken. „Scheiße labern“,

sagen die Kumpel dazu. Es geht direkt

zu, sehr direkt. Oft derb, aber kameradschaftlich.

Vielleicht, weil jederweiß,

dass er unter Tage auf den Kollegen zählen

muss –und der auf ihn.

Kürzlich aber sei es still geworden im Förderkorb.

Ein Kollegewusste, dass ein Ex-

Kumpel gestorben war –völlig unerwartet.

„Das war eine Type“, erinnert sich

Schmahls Kollege Carsten Rose. „Den

kannte jeder.“ Und jeder habe ein Erlebnis

mit dem Kollegen erzählen können.

Ein Kumpel erlebt viel in einem Bergmannsleben.

Und viele Geschichten passen

in sieben Minuten Seilfahrt –auch

lustige. Manchmal hilft Lachen beim

Trauern ...

Die Kumpel von der Saar haben in Ibbenbüren ihre Spuren hinterlassen.

Foto: Wilfried Gerharz

Ein besonderer Arbeitsplatz für einen besonderen Menschenschlag: Thorsten Schmahl (l.) und Carsten Rose tief unten im Ibbenbürener Bergwerk. Foto: W..Gerharz

Sohle 6. Unten am Boden ein Gitter,

rechts wacht Barbara, die Schutzpatronin.

Oben wölbt sich halbrund die Betondecke,

darüber mehr als ein Kilometer

Gestein, Erde. Dann kommt erst die Luft,

die Sonne. Nur nicht dran denken ...

„Angst? Angst habe ich unter Tage nur

einmal gehabt“, sagt Rose. Als junger

Bergmann erlebte ereinen Bergschlag –

ein Erdbeben. „Als die alten Hasen zu laufen

begannen, war klar: Jetzt musst du

los“, erinnert sich Rose. Passiert ist damals

nichts.

„Wenn du an einer gefährlichen Stelle

arbeitest, beruhigt es, wenn ein erfahrener

Kollege dabei ist“, sagt Schmahl. Wo

es ganz kritisch wird, arbeiten zwei, der

dritte beobachtet genau den Berg. „Zuverlässigkeit“,

nennt Schmahl den wichtigsten

Charakterzug eines Kumpels.

Oder umgekehrt formuliert: „Lügen“

geht garnicht unter Tage.Wodas Umfeld

voller Gefahren ist, muss man sich aufeinander

verlassen.

Der Kreidepfeil auf dem Metallträger hat

zwei Spitzen: „Hemm“ steht auf der linken

Seite, „Flemm“ auf der anderen.

Links ein fröhlicher Smiley. Der rechts

lässt die Mundwinkel hängen. „Saarländisch“,

erklärt Schmahl. „Heim und

Arbeit.“ Mehr als 750 Kumpel von der

Saar sind über die Jahre zum Arbeiten

nach Ibbenbüren gekommen, als ihre

Schachtanlagen schlossen, dazu zahlreiche

aus den Ruhr-Zechen.

„Ich bin schon zweimal für meinen Job

umgezogen“, sagt Schmahl. Nach dem

Ende der DDR

ging es von Sangershausen

nach

„Wenn im Förderkorb plötzlich

oben rot Sonnenschein

auftaucht –herrlich!“

Ahlen, als dort

Schicht im

Schacht „Westfalen“

war, weiter

ins Tecklenburger

Land. Jetzt muss

sich Schmahl

einen anderen

Job suchen. Er ist 58 Tage zu jung. Sonst

könnte erwie viele Kollegen unter Tage

mit dem Ende des Bergbaus in den Vorruhestand

wechseln. Doch der Mittvierzigermussbis

67 weiterarbeiten –ineinem

neuen Job. Der Arbeitgeber hilft beim

Carsten Rose schildert, wie es ist, im Sommer

frühmorgens nach der Nachtschicht auszufahren.

Übergang, sosind die Regeln des Kohlekompromisses

von2007.Ersei nicht neidisch

auf die älteren Kollegen. „Ich hatte

zehn Jahre Zeit, mich daran zu gewöhnen“,

sagt Schmahl. Jetzt will er „die Sache

hier mit Anstand zu Ende bringen“.

Jeder Tag ist ein kleiner Abschied –so

geht es den Kumpeln imletzten Jahr der

Kohleförderung. Im Januar hat Ausbilder

Rose seine letzten Azubis „freigesprochen“.

Er wendet

den Blick ab,

schluckt, als er

davon erzählt.

Und nach dem

letzten Schicht-

Ende? Die Kollegen

werden fehlen.

Das „Scheißelabern“.

Auch

der Geruch der

KernseifebeimDuschen in derKaue –der

Duft des Feierabends. „Und wenn man im

Sommer nach der Nachtschicht morgens

ausfährt“, sagt Rose. „Wenn im Förderkorb

plötzlich oben rot Sonnenschein

auftaucht –herrlich!“ Martin Ellerich

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4 MACHER &

Feuer und Flamm

Pyrotechniker wie Sebastian Riethues, Katharina und Wolfgang S

Effekten bestens aus und verzaubern ihr Publikum. Großfeuerwer

Die Hochzeitsfeuerwerke von Katharina Stabe lassen kaum ein Brautauge trocken und sind das tägliche Brot

der Pyrotechniker.

Foto: Robert Latuske

Buchstäbliche Bombenstimmung

herrscht im Bunker im Bioenergiepark

Saerbeck, nicht nur wegen

eines Auftrags zu einem riesigen

Lichtspektakel: Auf einer Breite von

150 Metern soll von fünf Stellen

gleichzeitig geschossen werden.

Großfeuerwerker Sebastian Riethues

ist vertieft in die Vorbereitung

dieser Inszenierung und steckt Kugelbomben

in Abschussrohre, ordnet

Feuerwerksbatterien, die zumindest

äußerlich denen des Otto-Normal-Verbrauchers

an Silvester ähneln,

in gleicher Abfolge auf jeweils

fünf Paletten.

„Am liebsten wähle ich Musicalmelodien,

die die Menschen

mitreißen und ins Herz gehen.“

Gedanklich ist der Riesenbecker

schon Feuer und

Flamme fürs Firmament.

Denn der Pyrotechniker

hat immer bildlich vor Augen,

welcher Lichtzauber sich hinter dem

schnöden Packpapier amjetzt noch plastikummantelten,

schwarzpulvergetränktenBaumwollfaden

verbirgt. In den Computer

hat der Lichtkünstler programmiert,

in welcher Abfolge das Material

zünden soll.

„Die derzeit größte Herausforderung in

meinem Job ist

das musiksynchrone

Feuerwerk,

bei dem die

Fontänen und

Bomben farblich

und rhythmisch

Sebastian Riethues

zum Klang der

Musik geschossen

werden und eine

stimmige schöne Bildfolge ergeben sollen“,

erläutert der Chef des Unternehmens

Lightfire mit Sitz in Riesenbeck.

Eine Aufgabe, die ausdem Pyrotechniker

schon mal einen „Pyromantiker“ machen

kann, dessen Herz besonders für Goldund

Silberbrokat-Effekte schlägt: „Am

liebsten wähle ich Musicalmelodien, die

die Menschen mitreißen und ins Herz gehen.“

Außerdem machen es die Themen

der Musicals dem 36-Jährigen besonders

leicht, die Grundfarbe der himmelserhellenden

Effekte zubestimmen. Sprich, zu

den musikalischen Sequenzen aus „König

der Löwen“ schießt Riethues Gelbtöne,

zur „Eiskönigin“ Blau und Weiß und zu

„Tarzan“ Grün und Weiß –und zwar so

punktgenau taktstimmig, dass ohne Laptop

nichts mehr geht.

„Zwei, drei Tage lasse ich die Wünsche

des Kunden sacken, meine Fantasiespielen

und setze mich dann an den Computer

und visualisiere das Feuerwerk. Zumal

die Kunden sich auch nicht immer

überraschen lassen wollen und zumindest

einen Teil der Inszenierung auf dem

Bildschirm gucken können“, berichtet

Riethues. Mal zu den Musikwünschen

des Kunden, mal zu seinen eigenen musikalischen

Vorschlägen.

Doch Großfeuerwerke sind echte Highlights

im Job des Riesenbeckers, die ihn

nicht nur Wochen der Vorbereitung, sondern

auch meist zwei Tage für den Aufbau

kosten. Jedoch: „Hochzeits- und Geburtstagsfeuerwerke

sind unser täglich

Brot“, betont der

Pyrotechniker.

Deutlich kleiner

und bescheidener

und meist mit romantischer

Herznote,

dafür sehr

häufig an der

Zahl. „Zurzeit haben

wir sechs bis

sieben dieser Privatevents pro Wochenende“,

schildert Riethues die Auftragslage.

Und Firmenevents, für die auch das

Logo des jeweiligen Unternehmens funkensprühend

in Szene gesetzt wird. Fünf

ausgebildete Pyrotechniker hat Riethues

Ein echter Hochkarät

tharina lagern 16 Kilo

angestellt. Drei weit

re-Chef dazubuchen

ist. Der Unternehm

kein Job, den man n

nen wählen sollte. E

man nur aus Leidens

Oder Frau,denn mit

es auch weibliche M

die beim Aufb

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ausbilden lassen – p

26 Lichtspektakeln

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icht.

Denn der sichereUm

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Abfolge der Schüsse

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neue und spektakul

haben eine Leuchtda

manche von zehn b

präzisiert Riethues

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Musiksynchrones Feuerwerk beim Kanalfest in Riesenbeck: Großfeuerwerker Sebastian Riethues zieht alle R


MÄRKTE

5

efür das Firmament

tabe kennen sich mit den himmelserhellenden

ke werden wochenlang vorbereitet.

er mit Effekten von Grün zu Rot: Wolfgang Stabe und Tochter Kaschwere

Kugelbomben in ihrem Bunker in Olfen. Fotos: Maike Harhues

PYROFORUM

Wolfgang Stabe ist ein Tausendsassa: In Bochum betreibt der Pyrotechniker

und Büchsenmacher ein Geschäft für Pyrotechnik und

Waffen, stellt selbst Munition zumeist für Bühnenshows her und

wurde sogar schon von Mercedes gebucht, um zu testen, wie sicher

ein Wagen des Stuttgarter Autobauers noch fährt, dessen

tragende Teile Stabe durch jeweils zwei Gramm Sprengstoff teilweise

zerstört hat. Seit 13 Jahren organisiert der Großfeuerwerker

die pyrotechnische Messe „Pyroforum“ für ein Fachpublikum;

das Branchenpublikum muss sich akkreditieren. Da die Messe

von Jahr zuJahr wächst, musste Stabe die Location von zunächst

Dülmen über Haltern und Lüdinghausen jetzt nach Witten

verlegen. Mehr als 600 Kollegen aus 15 Nationen strömen auf die

Fachmesse. Besonderes Highlight –auch für öffentliche Besucher

–ist das Vorschießen der Feuerwerksfirmen, die dem Fachpublikum

ihre neuen Effekte präsentieren. Jede Firma darf acht Minuten

ballern, da kommen Feuerwerkfans schon mal in den Genuss

eines einstündigen Feuerwerks.

-ma-

ere kann der Lightfi-

,wenn NotamMann

er stellt klar: „Es ist

ur zum Geldverdiesist

ein Beruf, den

chaft machen kann.“

tlerweilehat Riethuitarbeiter

im Team,

Abschussrohre mit-

Pyrotechnikerinnen

raktische Arbeit bei

unter Aufsicht eines

rwerkers ist dabei

gang mit dem hochwill

gelernt und die

auf die Sekunde gesgibt

immer wieder

äre Effekte. Manche

uer vonnur drei und

is zwölf Sekunden“,

. Crosette-Bomben,

rfallen lassen, silberälle

oder steigende

bschrauberpropeller

in den Himmel steigen. Und natürlich

Goldbrokat, deraus einer einzigen Bombe

220 Meter Firmament zeichnet und in

kleinsten Sternen vom Himmel rieselt.

Welche Neuheitenesgibt, darüber informieren

sich Riethues und Kollegen aus

der ganzen Welt jedes Jahrauf dem Pyroforum

in Witten –organisiert vom Dülmener

Wolfgang Stabe. Der 62-Jährige

ist nicht nur Großfeuerwerker, sondern

stellt Feuerwerk –zusammen mit einem

Chemieingenieur –sogar selbst her. Und

kennt die Branche wohl wie kein Zweiter.

„90 Prozent der Bomben kommen heute

aus China. Produkteaus anderen Herstellerländern

wie Italien oder erst recht Japan

sind zwar vonherausragender Qualität,

aber meist zu teuer“, weiß Stabe. „Als

wir das Pyroforum noch auf der BurgVischering

in Lüdinghausen veranstaltet

haben, standen plötzlich 15 Messedelegationen

unterschiedlicher chinesischer

Unternehmen auf der Matte –die, ohne

europäische Vertretungen zu haben, ihre

Werkslisten auf den Tisch legten. Ein absolutes

No-Go, die haben wir natürlich

nicht zugelassen“, beschreibt Stabe das

forsche Handelsgebaren einiger Firmen

aus dem Land der Mitte.

Inmitten des ehemaligen Munitionsdepots

in Olfen hat Stabe zusammen mit

seiner TochterKatharina, ebenfalls Großfeuerwerkerin,

zur Lagerung seines Feuerwerksmaterials

einen Bunker gepachtet

und ist unter namhaften Kollegen:

Keller-Feuerwerk und Tochterunternehmen

Pyrostar haben hier ihren Sitz. Und

das Wuppertaler Unternehmen Nico hat

ehemaligeBundeswehr-Bunker ebenfalls

zur Lagerung vonFeuerwerk angemietet.

Inmittendes vonWildschweinen und Rehen

bevölkerten Areals gibt es sogar

einen Testplatz für neue Himmelseffekte

–produziert werden diese aber wiederum

in China.

In echter Handarbeit, wie Wolfgang und

Katharina Stabe anschaulich an einer 16

Kilo schweren Kugelbombe demonstrieren.

Schon im Einkauf knapp 250 Euro

teuer, verspricht das Produkt eine Steighöhe

von 400 Metern. Die Lichteffekte

sollen sich auf einer Breite von 200 Metern

am Himmel von Grün auf Rot ändern.

Stabe resümiert: „Die Qualität aus China

ist auf jeden Fall besser geworden, und

meist ist drin, was draufsteht –manchmal

sind die Effekte ein bisschen bunter

als gewünscht.“ Über die Ursachen

macht sich der Pyrotechniker so seine Gedanken:

„Vielleicht hat der Arbeiter den

Tisch nicht richtig saubergemacht und es

mischen sich ein paar blaue Sterne in den

Goldbrokat.“

Maike Harhues

Sebastian Riethues justiert Fontänen auf einem Singleshot-Fächer

vor einem seiner Bunker in Saerbeck. Auch eine Konfettibombe für

Indoorfeuerwerke und Stadionshows gehört zuseiner Ausstattung.

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Foto: Lightfire

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6 MACHER &MÄRKTE

Aus der Ferne ins Münsterland

Zwei Beispiele: Der türkische Nuss-Spezialist Tadim setzt gerade inEmsdetten an, sein Verkaufsgebiet deutlich zu

erweitern. Und in Bocholt ist Qmatic, der schwedische Experte für Besucherströme, heimisch geworden.

Qmatic ist ein schwedisches Tochterunternehmen mit Sitz im Bocholter Technologiepark und bietet Lösungen für Customer Journeys.

Womit das Münsterland ausländische

Investoren anlockt, erschließt

sich manchmal erst auf den zweiten

Blick. Der türkische Nuss-Spezialist

Tadim aus Gebze bei Istanbul hatte

Düsseldorf, Essen und Köln als Wirtschaftsstandort

für die Europazentrale

im Fokus und entschied sich

dann aber für Emsdetten: „Die Nähe

zum FMO und den niederländischen

Häfen, aber vor allem die Lage in

einemechten Industriegebiet hat für

uns den Ausschlag gegeben. Denn

DIREKTINVESTITIONEN DER WIRTSCHAFT

Anzahl derFDI-Projekte (Foreign Direct Investment)

2017 in denNRW-Regionen

Bergisches Städtedreieck

Südwestfalen

Münsterland

Ostwestfalen-Lippe

Metropole Ruhr

Niederrhein

Region Aachen

Region Köln/Bonn

Region Düsseldorf

Quelle: NRW.INVEST GERMANY

Illustration: colourbox.com /Grafik:chr

38

23

156

56

7

72

12

6

32

wir sind nicht nur Logistiker, sondern

Produzent“, erklärt Mehmet Er,

Deutschland-Geschäftsführer des

Unternehmens mit weltweit 600 Mitarbeitern.

Aber auch die schnellen und

kurzen Entscheidungswege

insbesondere im Rahmen

des erforderlichen Immiss

hät-

Aionsschutzverfahrenes

ten die Standortentscheidung gefördert.

Dass es durch komplizierte Genehmigungsverfahren

und zu viel Papierkrieg

mit den Behörden in Deutschland zu Verzögerungen

gekommen ist, hat Er in Emsdetten

nicht erlebt: „Man kann überall

auf der Welt Geschäfte machen, wenn

man als Unternehmer seine Hausaufgaben

macht.“ Hat Tadim 2014 bereits rund

sieben Millionen in Produktionsanlagen

in einer Bestandsimmobilie an der Gutenbergstraße

im Industriegebiet Süd investiert,

geht das Unternehmen jetzt mit

einer weiteren Summe von elf Millionen

auf Expansionskurs –und wurde vonder

Wirtschaftsförderung des Landes mit

dem NRW.INVEST-Award ausgezeichnet.

Auf 21000 Quadratmetern baut Tadim

in Emsdetten eine rund 10 000

Quadratmeter große zweigeschossige

Produktionshalle mit Bürokomplex.

Tadim-Deutschlandgeschäftsführer

Mehmet Er

Beliefert wird Tadim aus aller Welt: Die

Sonnenblumenkerne kommen aus

Frankreich, der Mais aus Spanien, die

Mandeln aus den USA, bei den Haselnüssen

ist die Türkei selbst Weltmarktführer,

und einige andere Nuss-Sorten werden

sogar aus Vietnam geliefert. Die geschaffenen

Arbeitsplätze sollen sich von derzeitig

33 auf 50 erhöhen. Eben hier liegt

der einzigeStandortnachteil für Tadimin

Emsdetten: „Es ist unheimlich schwer,

neue Mitarbeiter zu finden –Facharbeiter

wie ungelernte Kräfte“, berichtet Er. Dabei

pfl

egt der Nussproduzent eine Unternehmenskultur,

die alle Chancen bietet:

„Der Mensch und seine Identifikation mit

unserer Firma stehen für uns im Mittelpunkt,

das impliziert auch Aufstiegsmöglichkeiten“,

betont der Geschäftsführer.

Die positive Umsatzentwicklung im vergangenen

Jahr vonzwölf Millionen Euro

ist Anlass für die bedarfsgerechtere Erweiterung,

von woaus nicht nur der gesamteuropäische

Markt, sondern auch

die USA und Kanada beliefert werden.

Und besonders in Deutschland will Tadim

präsenter werden:„Die Verhandlungen

mit den großen Supermarktketten

sind in der heißen Phase.“

In der heißen Phase, vonBocholt aus den

Healthcare-Sektor in Deutschland, Österreichund

der Schweiz zu erobern, ist derzeit

Qmatic. Das schwedische Unternehmen

ist Weltmarktführer für die Steuerung

von Besucherströmen und Customer

Journeys und hat seine Deutschlandniederlassung

im Technologiepark positioniert.

Neugründung oder Übernahme?

„Wir haben uns 2015 für den Kauf

vonNetCallUp, dem Spezialisten für Bürger-Journeys

in Behörden, entschieden –

mit dem Vorteil, auf den bestehenden

Kundenstamm aufzubauen“, erklärt Stefan

Dylka, seit November 2017 Geschäftsführer

von Qmatic Deutschland.

►Fortsetzung auf Seite 7

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MACHER &MÄRKTE 7

Ein Dutzend –

und nicht mehr

Münsterland bei Greenfield-Investitionen im Hintertreffen.

Der Nuss-Spezialist Tadim baut für elf Millionen Euro einen neuen Produktionsstandort

in Emsdetten unweit der jetzigen Bestandsimmobilie.

Fotos: Tadim

Mal FMO, mal FH:

Nähe ist wichtig

Eine Standortentscheidung hat viele Facetten.

Geschäftsführer Stefan Dylka von Qmatic

Deutschland

Fotos: Qmatic

Vn Vo hier aus will Qmatic sein

Expertenwissen vor allem

auch für Patienten-Journeys

in großen Kliniken einsetzen:

Schon beim Ziehen der

Wartenummer am Empfang soll der Patient

abhängig vomAnliegen –sei es eine

stationäreAufnahme oder eine Voruntersuchung

für die OP –dem richtigen Mitarbeiter

in der Klinikzugeordnet werden.

Anträge können vorher heruntergeladen

und dann schon ausgefüllt mitgebracht

werden.

Seit letztem Jahr firmiert NetCallUp

unter dem schwedischen Unternehmensnamen

Qmatic, der ehemaligeGeschäftsführer

Thomas Föcking wollte zurück zu

den Wurzeln und bleibt dem Unternehmen

aus dem schwedischen Mölndal in

der Entwicklung erhalten. „Hier im Technologiepark

schätzen wir besonders die

direkte Nachbarschaft zur Hochschule

und den Austausch mit den Professoren“,

resümiert Dylka. Indem das Unternehmen

Bachelor-Arbeiten der Bocholter

Studenten mitbetreuen will, hofft es, junge

Absolventen an Qmatic zu binden.

Denn die Herausforderungen für das

knapp über 20-köpfige Team wachsen

mit der Akquirierung immer neuer –und

recht großer –Kunden: Für die Reisezentren

der Deutschen Bahn hat Qmatic

ein preisgekröntes Warteschlangen-Management

entwickelt, das nicht nur die

Reisenden der ersten und zweiten Klasse

passgenau mit ihrem jeweiligem Anliegen

einem Bahnbediensteten am richtigen

Infoschalter zuordnet, sondern auch

für Menschen mit Behinderung den barrierefreien

Weg zum Mitarbeiter mit der

massgeschneiderten Information bietet.

Qmatic entwickelt für diese Customer

Journey nicht nur die Software für mehr

Kundenzufriedenheit, sondern auchspezielle,

geneigte Displays für bessere Bedienbarkeit.

Zudem wird die Wartezeit

im Reisezentrum prognostiziert. Und der

Braille-Schriftzug amDisplay wird den

Anforderungen der Barrierefreiheit gerecht.

Großkunde ist auch die österreichische

Post. Weltweit 1,8 Milliarden Menschen

in 120Ländern jährlich haben Kontakt

mitCustomer-Journey-Technologien

und zugehörigen Analysetools des

schwedischen Unternehmens.

Maike Harhues

Es sind nur zwölf Unternehmen aus

aller Welt, die mit Greenfield-Investitionen

viel Geld ins Münsterland

gesteckt haben. Und sie stammen

mit den Niederlanden, den USA, in

Irland, Schweden, Ungarn, Frankreich,

Südafrika, China, UK, Italien,

Mexiko und derTürkeiaus zwölfverschiedenen

Nationen. Von Community-Gedanken

deshalb keine Spur.

Insgesamt haben diese Unternehmen

imvergangenen Jahr 223 neue

Arbeitsplätze in der Region geschaffen.An

einigen Standortfaktoren

hat das Münsterland noch

nachzubessern, glaubt man

in Düsseldorf: Die optimal

Verkehrsanbindungen Aen

und der Breitbandausbau in Nordrhein-Westfalen

spielen bei ausländischen

Unternehmen zunehmend

eine wichtigeRolle. Im Umkehrschluss:

Damit konnte das

Münsterland nicht großartig

punkten, obwohl gerade der Glasfaserausbau

forciert wird. „Zudem

machen ausländische Investoren die

Wahl ihres Standortes nicht zuletzt

auch davonabhängig, wo sich bereits

andere ausländische Unternehmen

angesiedelt haben und

sie eine internationale Business

Community finden,“ erklärt

Petra Wassner, Geschäftsführerin

der

NRW.INVEST GmbH.

OFFEN GESAGT

Unbekanntes Münsterland

Welches Innovationspotenzial die Region

birgt und wie ausländische Investoren

davon profitieren können, will Prof. Dr.

Andreas Pinkwart stärker kommunizieren.

Der Wirtschafts- und Digitalminister

betont gegenüber unserer Zeitung: „Die

Landesregierung hat das Ziel, alle Regionen

von Nordrhein-Westfalen noch attraktiver

für ausländische Investitionen

zu machen. Dazu tragen wir zum Beispiel

mit unseren Entfesselungspaketen bei,

die Gründungen und Ansiedlungen einfacher,

schneller und digitaler machen.

Natürlich gibt es Gründe, warum gerade

außereuropäische Investoren ihren

Schwerpunkt häufig auf die Rheinschiene

legen: Das sind beispielsweise die

internationalen Flughäfen und die großen

asiatischen Communities. Bei unserenAktivitäten

im Ausland setzen wir uns

aber dafür ein, auch den

Standort Münsterland

mit seinem innovativen

Mittelstand und seiner

exzellenten Batterieforschung

noch bekannter

zu machen.“

Maike Harhues

Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart

Das Münsterland-Mantra drängt sich wieder auf. Das da lautet: Alles ist gut,

aber (fast) keiner weiß es. Dass die Region mit einigen Pfunden wuchern

kann, hat die Köpfe der Manager offenbar nicht erreicht, die weltweit Standortentscheidungen

treffen. Wenn ausländische Investoren auf die Landkarte schauen,

bleibt für sie das Münsterland eine Art „terra incognita“, während Rheinschiene

und Ruhrgebiet als Boomregion erstrahlen.

Und was noch nachdenklicher stimmt: Ostwestfalen-Lippe wirkt ebenfalls als

stärkerer Magnet als das geographisch günstiger liegende Münsterland. Mit den

tatsächlichen Bedingungen für die Betriebe hat das ziemlich wenig zu tun: Von

Breitband bis Verkehrsinfrastruktur, von Bildung und Forschung bis zur fl

otter

werdenden Verwaltung hat das Münsterland längst gut Karten. Schade, dass sie

nicht stechen. Weil das Image noch hinterherhinkt. Pumpernickel und Pättkestouren

scheinen den Markenkern in der Außenwahrnehmung weiterhin zu dominieren.

Maike Harhues

Und? Wie halten Sie

sich fachlich fit?

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„Immobilienvermittlung auf höchstem Niveau“

–das verspricht die Appelhans Immobilien

GmbH. Jetzt eröffnete das junge Unternehmen

eine Niederlassung in Münster. Die

Immobilienmaklerinnen Lisa-Marie Wolter und

Sabrina Osthues sowie Verkäuferberater Niklas

Schulte Brochterbeck wollen mit der besonderen

Philosophie auch in der Domstadt überzeugen.

„Ein schlagkräftiges Team“, nennt Sven

Mersch, Geschäftsführer Vertrieb bei Appelhans

Immobilien, das Trio aus drei erfahrenen Kräften,

die in vielen Bereichen durch die Zentrale in

Georgsmarienhütte unterstützt werden.

Denn der Erfolg von Appelhans Immobilien

basiert auf Aufgabenteilung mit klaren

Kompetenzen. So können sich die Makler im

Unternehmen voll und ganz auf den Verkauf

konzentrieren, während Verkäuferberater neue

Immobilien akquirieren, die durch spezialisierte

Mitarbeiter marktgerecht und kompetent bewertet

werden. Eine eigene Grafikabteilung

sorgt zudem für die Gestaltung aussagekräftiger

Unterlagen –vom Expose über Bauschilder

bis hin zu Werbemitteln. Standardisierte Prozesse

und hohe Qualitätsstandards sind weitere

Bestandteile der erfolgreichen Philosophie von

Appelhans Immobilien.

Unternehmensgründer Sergej Appelhans

lernte das Immobiliengeschäft von der Pike

auf kennen. Bevor er im September 2013 den

Schritt in die Selbstständigkeit wagte, sammelte

Appelhans umfangreiche Erfahrungen.

Auf Grund dessen nahm das Unternehmen eine

rasante Entwicklung und verzeichnete dank

der professionellen Aufstellung schnell starke

Wachstumsraten im Osnabrücker Raum. Neben

dem klassischen Geschäft –der Vermittlung von

Eigentumswohnungen und Eigenheimen sowie

dem Neubauvertrieb –hat sich Appelhans Immobilien

einen guten Ruf bei Bauträgern und

Investoren erarbeitet. So begleitet das aktuell

23-köpfige Team zahlreiche Neubauprojekte.

Von der Grundrissgestaltung und Preisanalyse

über die Zielfestsetzung und das Marketing bis

hin zu Infotagen an den Baugrundstücken reicht

die umfangreiche und kompetente Begleitung

durch die erfahrenen Mitarbeiter. Auch die

Wünsche von Kapitalanlegernkönnen durch ein

„gutes Netzwerk, insbesondereimOsnabrücker

Raum, erfüllt werden“, sagt Sven Mersch.

Der Markt in Münster ist Appelhans und seinem

Team nicht unbekannt. Bereits viele Objekte

wurden hier im Laufe der vergangenen

Jahre betreut. Auch mit einem Büro inAmelsbüren

war das Unternehmen vor Ort. Da das

Geschäft in Osnabrück zu diesem Zeitpunkt

jedoch überaus erfolgreich lief, konzentrierte

sich Appelhans Immobilien zunächst auf diesen

Markt und zog sich aus der Domstadt zurück.

Um der Unternehmensphilosophie gerecht

werden zu können, startet Appelhans Immobilien

in ansprechenden Räumlichkeiten in prominenter

Lage an der Kreuzung der Warendorfer

Straße mit dem Hohenzollernring. Dort präsentiert

das kompetente und erfahrene Team bereits

jetzt 14 aktive Immobilien aus Münster und

Umgebung. „Eine gute Zahl für einen Einsteiger“,

freut sich Sven Mersch angesichts eines

insgesamt sehr knappen Angebotes. Dazu wird

sicherlich auch das „Rund-um-Sorglos-Paket“

beigetragen haben, mit dem das Unternehmen

Immobilienverkäufer bei der Suche nach Interessenten

in allen Bereichen unterstützt. Das

reicht von der kostenlosen Werteinschätzung

über die Beschaffung erforderlicher Unterlagen

sowie der professionellen Objektfotografie

und der hochwertigen Präsentation bis hin zur

Verhandlungsführung und Begleitung des Vertragsabschlusses.

Auf Wunsch wird auch die

Übergabe durch die Mitarbeiter durchgeführt.

„Der Eigentümer soll mit dem Verkauf nichts zu

tun haben“, erläutert Sven Mersch den bereits

bewährten Service.

Anlässlich der Neueröffnung an der Warendorfer

Straße 60 in Münster macht Appelhans

Immobilien Verkaufsinteressenten ein attraktives

Angebot: Bei der Beauftragung bis Jahresende

winkt ein Gutschein über 2000 Euro für

Handwerkerleistungen, um das Objekt ansprechend

präsentieren zu können.

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GELD &GESCHÄFT 9

„Nicht mehr zeitgemäß“

Experten halten die Riester-Rente inZeiten von Mini-Zinsen für nicht geeignet, um die Altersvorsorge

der Bundesbürger nennenswert zuverbessern.

Mit „Riestern“ soll Geld fürs Alter beiseite gelegt werden –das gelingt nur in begrenztem Umfang.

Foto: imago

Die Riester-Rente verliert immer

mehr an Zustimmung. Die Zahl der

Bundesbürger, die mit Hilfe dieses

Instruments für das Alter vorsorgen

nimmt ab.

Experten des Instituts für Vorsorge

und Finanzplanung

(IVFP) im fränkischen Altenstadt

haben es jüngst in einer

Studie auf den Punkt gebracht:

„Die Riester-Rente ist in ihrer

derzeitigen Ausgestaltung wegen der

niedrigen Zinsen nicht mehr zeitgemäß

und wirft kaum Renditeab.“Kunden, die

bereit seien, ein höheres Risikoeinzugehen,

fänden auf dem Markt keine geeigneten

Produkte, monierte das IVFP.

Die Statistik der Deutschen Rentenversicherung

belegt die wachsende Skepsis

der Bundesbürger: So kassierten die

Riester-Sparer im Jahr 2014 durchschnittlich

nur eine Grundzulage von

122,05 Euro. Diese Zahl liegt aufgrund

steuerlicher Fristen erst jetzt vor. 2012

betrug die GrundzulageimSchnitt noch

124,05 Euro, ein Jahr später wardie Zulage

bereits auf 122,95 Euro gesunken.

Die Riester-Rente gibt es seit 2002. Die

geförderte Privatvorsorge soll das sinkende

Niveau gesetzlicher Renten ausgleichen.

Wer vier Prozent seines Einkommens

in eine Riester-Altersvorsorge

investiert, erhält staatliche Zulagen. Die

Verträge stehen aber immer wieder wegen

der hohen Kosten und des Bürokratie-Aufwands

in der Kritik. Derzeit gibt

INFOS

Die Bezeichnung „Riester-Rente“ geht auf Walter Riester

zurück, der als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung

die Förderung der freiwilligen Altersvorsorge durch

eine Altersvorsorgezulage vorgeschlagen hatte. Anlass

dafür war die Reform der gesetzlichen Rentenversicherung

2000/2001, bei der das Nettorentenniveau des

Eckrentners, eines idealtypisch sozialversicherungspflichtig

Beschäftigten, der 45 Jahre lang Sozialversicherungsbeiträge

eingezahlt hat, von 70 auf 67 Prozent reduziert

worden war. Für die Nutzung derart geförderter Altersvorsorgeverträge

hat sich später inder Öffentlichkeit das

Verb „riestern“ etabliert.

es 16 Millionen Verträge –davon liegen

aber 3,3 Millionen auf Eis, weil die SparerihreEinzahlungen

eingestellt haben.

Das Institut forderte eine Abschaffung

oder wenigstens eine Flexibilisierung

der Beitragsgarantie der Riester-Rente.

Jeder solle selbst entscheiden können,

wie hoch das Risiko sein soll, forderten

die Autoren. Auch der bürokratische

Aufwand fürs Riestern müsse gesenkt

werden.Bei der Einführung der Riester-

RenteimJahr 2002 seien die Rahmenbedingungen

für einen „vernünftigen Kapitalaufb

au“ noch gegebengewesen, heißt

es in der Studie.Sohätten etwazehnjährige

Bundesanleihen noch eine Rendite

von weit über vier Prozent gehabt, 2016

lagen sie allerdings im Negativbereich.

So funktioniert das „Riestern“:

Einen direkten Förderanspruch hat nur

derjenige, der in der gesetzlichen Rentenversicherung

pfl

ichtversichert oder

beamtet ist. „Mittelbar förderberechtigt“

sind auch alle, die mit einem pfl

ichtversicherten

Riester-Sparer verheiratet

sind. Sie müssen nur 60 Euro einzahlen

und können die volle Förderung bekommen.

Riester-Sparer bekommen eine Grundzulagevon

175Euro sowie 300 Eurofür

jedes ab2008 geborene Kind. Für ältere

Kinder gibt es eine Zulagevon 185Euro.

Die Kinderzulage gibt es, solange Eltern

Kindergeld für den Nachwuchs erhalten.

In ganzer Höhe gibt es die Zulagen nur,

wenn die Riester-Sparer vier Prozent

ihres rentenversicherungspfl

ichtigen

Vorjahres-Bruttoeinkommens ansparen.

Wer weniger spart, bekommt auch die

Zulagen nur anteilig.

Auch bei der Steuererklärung können

Riester-Sparer profitieren: Sparer können

sich die Einkommensteuer auf das

Geld, das sie in den Vertrag stecken, erstatten

lassen. Allerdings wird die Erstattungsbetrag

um die Zulagen gemindert.

Von den Zulagen profitieren am

meisten Eltern mit mehreren Kindern.

Und von den Steuererstattungen profitieren

wiederum Menschen mit hohem

Einkommen, weil sie einen hohen

Steuersatz zahlen.

► Fortsetzung auf Seite 10

Stefanie Hanrath,

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10 GELD &GESCHÄFT

Bauen als Riester-Strategie

Mit verbesserten Bedingungen für Geringverdiener wird das Sparen fürs Alter attraktiver –aber auch

bei der Finanzierung der eigenen vier Wände ist die staatliche Zulage eine mögliche Hilfe.

Riestern ist zwar immer weniger beliebt,

soll aber mit neuen Regeln

attraktiver werden:

Sowirdetwadie Riester-Rente

ab 2018 erstmalsauch für Geringverdiener

interessant.

Grund: Sie dürfenseit diesem

Jahr mindestens 100 Euro

monatlich behalten –zuvor wurden die

Einkünfte auf die Grundsicherung angerechnet.

Riester-Alternative ist auch die Investition

in eine eigene Immobilie. Wer sich

sofort ein Haus bauen oder kaufen will

oder an einen Umbau denkt, kann sich

ein Darlehen oder einen Kombi-Kredit

beschaffen. Im ersten Fall erhält der Kunde

einen Kredit mit festen Zinsen. Die Zulage

fl

ießt dabei in die Tilgung ein. Beim

Kombi-Kredit zahlt der Kunde in einen

Bausparvertrag ein, der den Kredit zum

Bau später ablöst. Ein reiner Bausparvertrag

kommt dann in Betracht, wenn erst

später eine Immobilie erworben werden

soll.

Attraktiver werden könnte das Riester-

Sparen auch, wenn man den Vorschlägen

der IVFP-Studie folgt, die gemeinsam mit

demVermögensverwalter der Deutschen

Bank, der DWS, erstellt wurde. „Wer ein

Risikoeingehenmöchte, dem muss auch

die Gelegenheit dazu gegeben werden“,

forderte IVFP-Geschäftsführer Michael

Hauer. Sparer hätten heute wegen der

anhaltenden Niedrigzinsphase aber

kaum noch die Möglichkeit zu Riester-

Produkten mit höheren Risiken.

In eine Immobilie zu investieren, kann eine Alternative beim Riestern sein.

Foto: dpa

Die Experten simulierten mit rund

10 000 Kapitalmarktszenarien die Chancen

und Risiken einzelner Produkte–einmal

für einen Riester-Tarif mit Garantie

und einmal ohne. Der Studie zufolge kamen

im ersten Fall bei einer 30-jährigen

Anspardauer nur Leistungen heraus, die

knapp oberhalb der Garantiesumme lagen.

Tarife ohne Garantie erzielten hingegenimMittelein

bis zu 64 Prozent höheres

Kapital, schrieben die Experten. Allerdings

gibt es dabei auch das Risiko,

dass unterm Strich weniger Geld herauskommt.

Außerdem müsse das Konzept deutlich

vereinfacht werden, etwa durch ein Stufenmodell

der Beitragszahlung je nach

Einkommensklasse. Derzeit ist es so, dass

Sparer die ungekürzteRiester-Zulagenur

dann kassieren, wenn vier Prozent ihres

Bruttoeinkommens in den Riester-Vertrag

fl

ießen. Jürgen Stilling

OFFEN GESAGT

Schnell handeln

Die Riester-Rente hat für die Altersversorgung

der Bundesbürger in

den kommenden Jahrzehnten bei Weitem

nicht die Bedeutung, die man ihr

ursprünglich beigemessen hat. Auch

wegen der aktuell extrem niedrigen

Zinsen ist ein Riester-Vertrag lediglich

noch für wenige Sparer lukrativ. Beispielsweise

für Geringverdiener mit

mehreren Kindern, die üppige Zulagen

des Staates bekommen, ohne eine hohe

Eigenleistung zu erbringen.

Soll Riestern insgesamt wieder attraktiver

werden, bedarf eseiner schnellen,

umfassenden Reform. Zwar steht im

Koalitionsvertrag, dass sich die

schwarz-rote Koalition die renditeschwache

Sparform vornehmen will.

Doch bislang ist nicht zu spüren, dass

„zügig ein attraktives standardisiertes

Riester-Produkt“ entwickelt wird. Bisher

standen nur Reformschritte für die

Betriebsrente auf der Agenda.

Lange Zeit kann sich die Bundesregierung

nicht lassen. Die staatliche Rente

wird für die jüngere und mittlere Generation

allenfalls noch einen Teil-Beitrag

zur Finanzierung des Lebens im

Alter leisten können. Ohne eine Förderung

privater Sparleistungen ist der

Wohlstand künftiger Senioren-Generationen

massiv inGefahr.

Jürgen Stilling

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Gemeinde Oude Ijsselstreek

bei zwei Veranstaltungen im Herbst zusammen.

Dabei wollen Firmen im Rahmen des

2. Deutsch-Niederländischen Techniktages

am 22. September junge Menschen im Alter

zwischen 8und 14 Jahren von sich und

technischen Berufsbildern begeistern. Im

Rahmen der Internationalen Matchingmesse

werden am 11. Oktober Unternehmen und

Studierende von beiden Seiten der Grenze

zusammengebracht.

Der Deutsch-Niederländische Techniktag

war bereits bei der Premiere 2017 ein

voller Erfolg. Mehr als 3000 Gäste sorgten

für einen ansprechenden Rahmen und tolle

Resonanz. Gezielt werden bei der Neuauflage

am Samstag, 22. September, von 10

bis 16 Uhr im Berufskolleg Bocholt-West an

der Schwanenstraße in Bocholt Kinder und

Jugendliche angesprochen, um sich spielerisch

mit Technik auseinander zu setzen und

von ihr begeistern zu lassen. Mit kleinen

Übungen soll dem Nachwuchs zudem ein

Eindruck vom Arbeitsalltag vermittelt werden.

Eine gute Gelegenheit auf das eigene

Unternehmen und den Wirtschaftsstandort

Bocholt aufmerksam zu machen und sich

gemeinsam mit niederländischen Unternehmen

zu präsentieren. Und eine Chance,

frühzeitig die Begeisterung für technische

Berufe zu wecken und so einem möglichen

Fachkräftemangel vorzubeugen.

Weiter Informationen und Anmeldung unter

techniekdag.nl/bocholt

Studierende stehen bei der Internationalen

Matchingmesse am Donnerstag, 11. Oktober,imFokus.

Neben Studenten des Campus

Bocholt der Westfälischen Hochschule werden

auch zahlreiche Studierende aus den

Niederlanden zu dieser Aktion eingeladen.

Insbesondere von der Radboud University

aus Nijmegen, mit der das Netzwerkbüro

diese Veranstaltung gemeinsam durchführt.

Unternehmen, die etwa mit Werkstudententätigkeiten,

Praktikumsplätzen, Traineeprogrammes

oder der Betreuung von Bachelorund

Masterarbeiten Studierende auf sich

aufmerksam machen möchten, finden dabei

ein ideales Umfeld. Interessierte Firmen

können sich noch bis zum 15. Juli bei der

Wirtschaftsförderung Bocholt anmelden.

Wirtschaftsförderung Bocholt

Osterstraße 23 ·46397 Bocholt

Ludger Dieckhues Tel.: +49 2871 294933-0

Wendelin Knuf Tel.: +49 2871 294933-20

E-Mail:

dieckhues@bocholt-wirtschaftsfoerderung.de

knuf@bocholt-wirtschaftsfoerderung.de

Weitere Informationen

sowie Anmeldemöglichkeiten

unter

www.internationales-netzwerkbuero.de


GELD &GESCHÄFT 11

Vom E-Bike bis

zur E-Klasse

Auch mit dem Dienstfahrrad lassen sich Steuern sparen.

++ TERMINE +++ TERMINE +++ TERMINE ++

28. Juni 2018: Hauptversammlung der Fiducia &GAD IT

AG, Messe- und Congresszentrum Halle Münsterland,

Münster

2. Juli 2018: MINT-Rallye 2018 des zdi-Zentrums Kreis

Steinfurt, Fürstenberg-Gymnasium, Recke

Wer inzur Rushhour mit dem Auto

unterwegs ist, steht häufig im Stau.

Das kostet Zeit und Nerven. Deswegen

bieten immer mehr Unternehmen

ihren Mitarbeitern Dienstfahrräder

als alternatives Fortbewegungsmittel

an. „Doch egal ob mit

dem Dienstfahrrad oder Dienstwagen:

Steuerpfl

ichtige sollten bei der

Überlassung durch den Arbeitgeber

steuerliche Besonderheiten beachten,

um Fallstrickezuvermeiden“, so

die Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe.

Stellt der Arbeitgeber ein

Dienstfahrrad oder ein Kraftfahrzeug

zur Verfügung,

kann das Unternehmensämtliche

mit dem Kfz oder Fahrrad

in Zusammenhang stehende Kosten

als Betriebsausgaben steuerlich abziehen.

Ob beim Arbeitnehmer jedoch ein

geldwerter Vorteil zu versteuern ist,

hängt vom Verwendungszweck ab: Wird

das Kfz oder Fahrrad nachweislich nur

betrieblich genutzt, muss der Arbeitnehmer

dies nicht steuerlich berücksichtigen.

Fährtder Arbeitnehmer das Kfz oder

Fahrrad aber auch privat, muss er einen

geldwerten Vorteil versteuern. Dieser ist

nach der Ein-Prozent-Regelung (vom

Bruttolistenpreis) zu berechnen.

Für Fahrten zwischen Wohnung und

Arbeitsstätte erhöht sich der Betrag bei

Nutzung eines Kfz grundsätzlich um 0,03

Prozent des Bruttolistenpreises pro Kilometer.

Bei der Nutzung eines Fahrrades

entsteht kein geldwerter Vorteil.

Den geldwerten Vorteil für die private

Nutzung eines E-Bikes, das Geschwindigkeiten

über 25 km/h unterstützt und damit

verkehrsrechtlich als Kfz einzuordnen

ist, oder des Dienstwagens darf der

Steuerpfl

ichtige auch gem. §40Abs. 2

Satz 2EStGpauschal mit 15 Prozent versteuern.

Dies gilt, soweit der Arbeitnehmer

für den Wegzwischen Wohnung und

Tätigkeitsstätte einen Werbungskostenabzug

nach §9Abs. 1Satz 3Nr. 4EStG

(Entfernungspauschale) beanspruchen

kann. Ein Werbungskostenabzug des

Arbeitnehmers für seine Fahrten zwischen

Wohnung und Arbeitsstätte ist

möglich, wenn der Arbeitnehmer sein

privates Fahrzeug für diese Fahrten benutzt.

Alternativ kann der Steuerpfl

ichtige für

die Fahrten mit dem Dienstwagen oder

dem E-Bike zwischen Wohnung und

Arbeitsstätte eine Einzelbewertung der

tatsächlich durchgeführten Fahrten für

höchstens 180TageimKalenderjahr vornehmen.

Diese müssen dann mit 0,002

Prozent des Bruttolistenpreises je Entfernungskilometer

und Fahrt versteuert

werden.

Bei der Nutzung eines Kfz kann der

Arbeitnehmer anstelle der Ein-Prozent-

Regelung auch ein Fahrtenbuch führen.

Dieses ist aufw

endig, aber durchaus sinnvoll,wenn

das betriebliche Kraftfahrzeug

nur in geringem Umfang privat genutzt

wird.

2. Juli 2018: 7. Dialog Fachkräftesicherung, Wirtschaftsförderung

Kreis Coesfeld, 15–18Uhr, shopware AG, Eggeroder

Str. 6, Schöppingen

4. Juli 2018: #Chefsache Digitalisierung: „Sicherheit Industrie

4.0 und Internet der Dinge“, Wirtschaftsförderungs-

und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt, 15 –17.45

Uhr, DEOS AG, Birkenallee 76, Rheine.

5. Juli 2018: wfc-Innovationsimpuls, „Unternehmensnachfolge

–den Blick in die Zukunft wagen“, 17.30 –20Uhr,

Burg Lüdinghausen, Kapitelsaal, Lüdinghausen

6. Juli 2018: Verleihung des Inklusionspreises NRW, Ministerium

für Arbeit, Gesundheit und Soziales, 11.30 –16

Uhr, Messe- und Congresszentrum Halle Münsterland

10. Juli 2018: „Alles Gute kommt von oben? Flugroboter

in der Intralogistik“, gfw, 17.30 –19, hygi.de GmbH &Co.

KG, Otto-Diehls-Str. 13–17, Telgte

11. Juli 2018: Verabschiedung der Auszubildenden des

Einzelhandels, Messe- und Congresszentrum Halle Münsterland,

Münster

11. Juli 2018: Startup2Business-Meeting, Wirtschaftsförderungs-

und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt,

ab 18:00 Uhr, Wirkaufen-IhrAuto.de, Osnabrücker Str. 109,

Ibbenbüren

13. Juli 2018: Tagder Forschung: „Fachbereich Maschinenbau“,

Initiative Train –Transfer in Steinfurt, 14 –17Uhr,

Campus Steinfurt, Stegerwaldstraße 39, Steinfurt

19. Juli 2018: Patente –Marken –Design: Erfinderberatung,

16 –19Uhr, gfw, Vorhelmer Str. 81, Beckum


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BRANCHEN &BETRIEBE 13

Seit 30Jahren nur noch Bio

Der Molkerei Söbbeke gehen Hygiene und eine lückenlose Produktionskette mit rein biologisch erzeugten

Zutaten über alles. Über 50 Millionen Liter Milch werden jährlich inGronau-Epe verarbeitet.

Das Abfüllen der Milchprodukte erfolgt unter hohen hygienischen

Sicherheitsstandards.

100 Prozent biologisch sind die Joghurt- sowie die Dessert-Erzeugnisse. Die gesamte Herstellung bedeutet ein höheres Risiko und einen größeren Aufwand.

„Aber das ist unser Qualitätsanspruch. Und der Geschmack gibt uns Recht“, sagt Geschäftsführer Nicolo Polla.

Fotos: Söbbeke

Nase oder Augen? –Welchen Sinnen

man beim Betreten des Söbbeke-Geländes

am besten zuerst folgt, ist

schnell geklärt. An denleichtsäuerlichen

Geruch der Milchsäurebakterien,

der in der Luft liegt, hat sich das

Riechorganschnell gewöhnt.Die Augen

dagegen müssen vor allem die

strengen Vorschriften, die auf dem

Areal der Biomolkerei gelten, wahrnehmen.

Den gelb auf dem Asphalt

markierten Gehweg („Bitte nur innerhalb

dieser Begrenzung entlang!“)

mit seinen verschiedenen

Wendungen, das Merkblatt mit Sicherheitshinweisen,

den auszufüllenden

Fragebogen, den Hygieneund

sonstigen Richtlinien. Das

Unternehmen, dessen zahlreiche

Kühltürme an diesem Vormittag silbrig

in der Sonne glänzen, erinnert

ein wenig an einen Hochsicherheitstrakt.Hinter

den Mauern arbeiten

allerdings Menschen, die

nett und geduldig lächelnd

die Gründe erklären,

die sicherlich bei vielen

Besuchern anfänglich Erstaunen hervorrufen:

„Hier wird mit Lebensmitteln

gearbeitet, mit leicht verderblicher Ware.

Bakterien sind nur in einer gewissen

Form erwünscht: Nämlich sofern sie dem

Produkt dienen. Schädliche Keime dagegenkönnen

wir in keiner Form gebrauchen.“

Washinter den schützenden Sicherheitstüren

und Wänden dann zu sehen ist,

spricht fast alle Sinne an: Augen, Nase,

vorallem aber den Geschmack. Denn Joghurt,

Kefir,Milchreis und Co. werden in

Bio-Qualität hergestellt. Einschließlich

der verwendeten Rohstoffe. Da wird

selbst die Nahrungsketteder milchgebenden

Kuh strengstens kontrolliert, gentechnisch-manipuliertes

Futter ist verboten.

Konventionell verarbeitete Ware ist

ausgeschlossen. Um diesen selbst gesetztenhohen

Standardeinzuhalten, werden

an Rohstoffen und Endprodukten in den

eigenen Labors täglich 300 stichprobenartige

Untersuchungen durchgeführt,

mehr als 100000 kommen da im Jahr zusammen.

Und wo bei herkömmlichem Joghurt Erdbeere,

Kirsche oder sonstigeFrucht durch

Aromastoffeersetzt werden,stellt Söbbeke

seit 2005 seine Produkte zu100 Prozent

ohne künstliche Zusätze, sondern

mit realen Fruchtmischungen her. Aus

biologischem Anbau, versteht sich.

Ursprünglich war die Molkerei um 1900

durch Milchhändler der Region als konventionelles

Unternehmen gegründet

worden. 1929 –nach dem Kauf des Betriebes

durch die GebrüderHeinrich und

Franz Rogge –firmierte die Molkerei zunächst

unter deren Namen, bevor 1950

Hildegard(geborene Rogge) und ihr Ehemann

Heinrich Söbbeke die Geschäftsführung

übernahmen und das Unternehmen

umfirmierten. 1957 wurde die

Milchverteilerstelle in Gronau neu erbaut,

elf Jahre später folgte die Molkerei

im Industriegebiet in Epe. Paul Söbbeke,

der Enkel von Heinrich Rogge, stieg als

Geschäftsführer mit ein und entwickelte

1988 die Idee, die Molkerei auf Bio-Produkte

umzustellen. 1995 wurde das

Unternehmen um den Geschäftszweig

einer Dorfk

äserei in Rosendahl-Holtwick

erweitert, 2003 die Verarbeitung konventioneller

Milch in der Molkerei komplett

eingestellt. Söbbeke war damit die erste

100-prozentige Bio-Molkerei.

Der Weg dorthin hört sich bei dem chronologischen

Rückblick allerdings einfacher

an, als er sich in der Realität gestaltethat.

Mit drei Bauern hat Paul Söbbeke

anfänglich seine Idee umgesetzt, auf Bio-

Milch zu bauen. PerHand und in Gurkengläsern

wurde die weiße Flüssigkeit zunächst

abgefüllt. Von den hohen Sicherheitsvorschriften

der heutigen Zeit damals

noch keine Spur.300 000 Liter wurden

zu Beginn jährlich verarbeitet, heute

sind es mehr als 50 Millionen Liter Milch

jährlich von 160 zertifizierten Höfen.

Nach 38 Jahren ander Spitze der Eper

Bio-Molkereihat sich Paul SöbbekeEnde

2015 aus dem operativen Geschäft zurückgezogen

und ist in den Beirat des

Unternehmens gewechselt. Sein Amt an

der Spitze übernahm der Italiener Nicolo

Polla (58), der die biologische Linie der

Molkerei seitdem im Sinne Paul Söbbekes

weiter vorantreibt.

Susanne Menzel

So gut, dass wir ihn gern

zurücknehmen.

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14 BRANCHEN &BETRIEBE

Weithin sichtbar sind die silbrig glänzenden Kühltürme der Molkerei im Eper Industriegebiet.

„Das ist unsere

Philosophie“

Söbbeke-Geschäftsführer Nicolo Polla steht zum

hohen Aufwand, den die Molkerei betreibt.

Per Hand werden die Käselaibe etikettiert.

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Fotos: Söbbeke

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Der 58-jährige Italiener Nicolo

Polla betrat mit seinem

Wechsel zur Biomolkerei

Söbbeke persönliches

Neuland. Zwar aus

dem Food-Bereich kommend, war erzuvorfür

Produktewie Mineralwasser oder

Kaffee (Senseo) innerhalb und außerhalb

Europas unterwegs. Der Wechsel in

die Bio-Spartebedeutetefür ihn eine weitere

berufl

iche Herausforderung, erklärt

er in einem Interviewmit unserer Autorin

Susanne Menzel.

Aus der weiten Welt ins beschauliche

Münsterland. Von der konventionellen

Produktherstellung in den

Bio-Bereich. Was hat Sie an dieser

Veränderung gereizt?

Nicolo Polla: Bei der Biomolkerei Söbbekehandelt

es sich um ein mittelständisches,

familiengeführtes Unternehmen

mit rund 170 Mitarbeitern. Es ist die

Kombination von Business, Fairness und

hohem Qualitätsanspruch. Früher war

ich ingroßen Unternehmen aktiv, hier

sind die Dimensionen kleiner und näher

an der Natur.

Bio hört sich nach wie vor beschaulich

und überschaubar an, hat sich

aber inzwischen zu einem riesigen

Markt entwickelt.

Polla: Viele Menschen haben immer wenigerZeit,

aufw

endig zu kochen oder Lebensmittel

selbst anzubauen und zuzubereiten.

Dennoch ist ihnen die Qualität

ebenso wie die Lebensmittelsicherheit

wichtig. Beides garantieren wir. Ja, der

Bio-Markt hat inzwischen einen Anteil

von zehn Milliarden Euro. Deutschland

ist auf diesem Sektor weltweit führend –

hinter den USA.

Was macht die Bio-Molkerei Söbbeke

so besonders?

Polla: Paul Söbbeke hat mit seiner Umstellung

auf eine reine Biomolkerei vor

30 Jahren eine kluge Entscheidung getroffen

und damit eine neue Richtung gefunden.

Er ist übrigens noch immer am

Unternehmen beteiligt. In der Region

sind wir mit diesem Portfolio der einzige

Betrieb dieser Art. Weitere gibt es meistens

noch inSüddeutschland.

Söbbeke bietet nicht nur Bioqualität,

sondern verzichtet auch gänzlich

auf die Zugabe von Aromen. In

den Joghurts, Desserts sowie im Käse

sind also echte Früchte und Kräuter

enthalten?

Polla: Das ist unser Markenzeichen. Die

Milch als cremigeMasse hat schon als solche

einen ganz anderen Geschmack. Die

Kombination mit der Fruchtmischung

Vor zweieinhalb Jahren –imHerbst 2015 –übernahm

der gebürtige Italiener Nicolo Polla die Geschäftsführung

der münsterländischen Molkerei.

wird von den Verbrauchern sehr geschätzt.

Die gesamte Herstellung bedeutet

zwar ein höheres Risiko und einen

größeren Aufw

and –aber esist unsere

Unternehmensphilosophie.

Welchen geografischen Markt decken

Sie mit Ihren Produkten ab?

Polla: Unser Fokus liegt auf der Nord-

West-Achse. Zudem auf Berlin. Aber auch

in Düsseldorf, Frankfurt, München und

Stuttgart sind unsere Produkte im guten

Fachhandel vertreten. Seit zwei, drei Jahrenstehen

die Erzeugnisse unter dem Label

„Pauls Biomolkerei“ in den Regalen

vonEdeka undRewe. Zudem ist eine Kooperation

mit Ikea entstanden, die unsere

Milch ebenfalls in ihren deutschen Restaurants

anbieten.

Der ausländische Markt lässt sich

mit der leicht verderblichen Ware

sicher nur schwer bestücken?

Polla: Frankreich, Italien oder die Benelux-Länder

sind logistisch möglich –aber

durchaus eine Herausforderung. Da ist

ein guter Dreh wichtig, die Zeit ist ein wesentlicher

Faktor.

Wie ist das Unternehmen wirtschaftlich

aufgestellt? Und worauf

richtet essich für die Zukunft aus?

Polla: Wirmachen momentan einen Jahresumsatz

von rund 80 Millionen Euro.

Unser Ziel ist es, die Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln.

Auch aus unserer Verantwortung

heraus für die Mitarbeiter,

die Landwirtesowie natürlichfür die Verbraucher.Wir

sind bislang jedes Jahr mit

Innovationen an den Markt gegangen,

waren oft die Ersten mit neuen Fruchtkombinationen.

Beispielsweise mit unserer

Mango-Mousse oder –jetzt gerade

erst im Februar –Chia Mango-Maracuja.

Wir schauen bei unserer Entwicklung

aber in alle Richtungen. Nicht nur auf die

Produkte. Auch unsereÖkobilanz wollen

wir auf die Dauer verbessern. Da ist noch

Luftnach oben. Etwabei der Verpackung.

Diese Merkmale darf man nicht vergessen.

Es ist Zeit, uns auch da anzupassen.


BRANCHEN &BETRIEBE 15

Glockenton und Paukenschlag

In der Nienberger Orgelbaufirma Fleiter steht eine seltene Wurlitzer-Kino-Orgel, mit der vor Jahrzehnten noch

Stummfilm-Szenen musikalisch untermalt wurden. Jetzt wandert das Instrument weiter nach Ostwestfalen.

Orgel –bei diesem Instrument denkt

man sofort anKirchen. Dort werden

sie gespielt. „Stimmt“, sagt Friedhelm

Fleiter. Orgelmusik erklingt

aber nicht nur in Gotteshäusern.

„Stimmt auch“, schmunzelt der Orgelbaumeister

aus Münster. Er kaufte

1997 eine Wurlitzer Kino-Orgel,

die 1924 in den USA gebaut wurde. In

Deutschland gibt es davon nur noch

ganz wenige Exemplare. Eine katholische

Kirchengemeinde aus Ostwestfalen

hat die „Nienberger Wurlitzer“

vor wenigen Wochen erworben.Friedhelm

Fleiter zog sich aus

dem traditionsreichen Familienbetrieb

„Orgelbau Fleiter“,

den sein Urgroßvater

1872 in Münster gründete, im

Jahr 2007 zurück. Die Nachfolger EberhardHilse

und Stefan Linkeführen heute

die Firma unter dem weit bekannten Namen

weiter.

Das Unternehmen benötigt den Platz im

Betrieb, an dem die große Orgel seit etwas

mehr als 20 Jahren steht, für die Erweiterung

der Werkstatt. Friedhelm Fleiter

entschloss sich deshalb zum Verkauf

des Instruments aus seinem Privatbesitz.

„Ein bisschen Stolz und zugleich auch etwas

Wehmut schwingen mit“, sagt der

Handwerksmeister, wenn er die Geschichte

der „amerikanischen Orgel“ erzählt,

die er gern als „Theater-Orgel“ bezeichnet.

Von 1914 bis 1940 baute die Rudolph

Wurlitzer Company aus North Tonawanda

im Staat NewYork Orgeln hauptsächlich

für Kinos, aber auchfür Theater und

Restaurants. Die „Style D“ –das istdie Bezeichnung

der Orgel, die nur noch wenige

Wochen in der Fleiter-Werkstatt stehen

wird– wurde bis 1946 in einemRestaurant

in Hollyw

ood gespielt.

„Ursprünglich wurden mit diesen Ein-

Mann-Orchestern Stummfilme musikalisch

begleitet“, erläutert Fleiter. Die Bedeutung

ging mit der Verbreitung von

Tonfilmen zurück, es gab aber weiter Interesse

an der besonderen Orgel, die zum

Beispiel auch Glocken, Trommeln und

Pauken erklingen lässt und dadurch den

„Orchester-Effekt“ erzeugt.

1946 kaufte ein Arzt aus Los Angeles die

„Wurlitzer“ für private Konzerte. Nach

dessen TodimJahr 1993 erwarb ein Interessent

aus Deutschland, der bereits eine

Kino-Orgel besaß, das Instrument. Bei

der Suche nach Ersatzteilen lernte er

Friedhelm Fleiter kennen. 1997 kam die

Orgel inden Besitz des Handwerksmeisters

und damit in die Werkstatt. Sie hat

eine Aufb

aufl

äche vonknapp sieben MeterBreite,

2,50 Meter Tiefeund 3,30 Meter

Höhe. Dazu kommt als besonderes

Beeindruckende Ausmaße hat die Wurlitzer-Kino-Orgel, die noch wenige Wochen in der Orgelbaufirma Fleiter in Münster stehen wird.

Schmuckstück der Spieltisch.

Wurlitzer-Kino-Orgeln wareninDeutschland

führend. Der oft reich verzierte

Spieltisch ist unabhängig vom Pfeifenwerk

platziert –eine Voraussetzung dafür,

dass diese Instrumente inKinos und

Theatern und auch in Restaurants eingesetzt

werden konnten. In Deutschland

können Wurlitzer-Orgeln im Musikinstrumentenmuseum

in Berlin und im

Deutschen Filmmuseum in Frankfurt besichtigt

werden.

„Die Kino-Orgelwar in allen Jahren mein

privates Hobby“, sagt der Orgelbauer,der

denBetrieb in Nienberge 40 Jahreleitete

und dessen Sachverstand immer noch

international gefragt ist. Er gab inder

Werkstatt Benefiz-Konzerte und engagierte

Kino-Orgel-Organisten, die das

Instrument spielten. Viele Konzertewurden

auf Tonträger aufgenommen, auch

der WDR machte Aufnahmen.

„Die Wurlitzer wird den meisten Menschen,

die dieses besondere Instrument

erlebt und die Musikgehört haben, in guter

Erinnerung bleiben“, ist Friedhelm

Fleiter fest überzeugt. Er selbst gehört auf

jeden Fall dazu. Hubertus Kost

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Der Spieltisch ist das Schmuckstück der alten Wurlitzer-Kino-Orgel. Das wissen Stefan Linke, Friedhelm

Fleiter und Eberhard Hilse (v.l.).


16 BRANCHEN

Das Ziel ist ein voller und

unverwechselbarer Klang

Die Orgelbaufirma Fleiter zieht schon seit 1872 alle Register und hat seitdem schon rund

1200 Instrumente gebaut, umgebaut oder auch restauriert.

„Auch im Orgelbau gibt es Veränderungen

und dadurch immer wieder

neue Herausforderungen.“

Stefan Linke

„Alle Register ziehen“ –diese Redewendung

bedeutet, dass man sich

mitaller Kraft dafüreinsetzt, ein Ziel

zu erreichen. Im Orgelbau ist das

nichtnur eine Redewendung.Als Register

werden die einzelnen Pfeifenreihen

einer Orgel bezeichnet. Wenn

alle Register gezogen und damit alle

Pfeifen aktiviert sind, dann kommt

der volle Klangkörper zum Einsatz –

das Ziel ist erreicht.

Die Firma Orgelbau Fleiter

in Münster zieht seit 1872

alle Register.Damals gründete

Friedrich Fleiter den

Handwerksbetrieb, den

sein Urenkel Friedhelm Fleiter in der

vierten Generation

leitete und

im Jahr 2007 in

neue Hände gab.

Eberhard Hilse

(Orgelbauer und

Intonateur) und

Orgelbaumeister

Stefan Linke setzen

die Tradition

der Firma und des Orgelbauer-Handwerks

fort.

Etwa1200Orgeln hat die Firma seit 1872

gebaut, umgebaut undrestauriert. Handwerkliches

Können, individuelle Anfertigung

und die Offenheit für neue Entwicklungen

bestimmen seit Jahrhunderten

die Arbeit imOrgelbau –und auch moderne

Technologie kommt beim Bau der

Instrumente zum Einsatz.

„Auch im Orgelbau gibt es Veränderungenund

dadurch immer wieder neue Herausforderungen“,

betont Stefan Linke.

Ein Beispiel: Eine OrgelohneGehäuse sei

voretwas 20 Jahren nicht denkbar gewesen.

„Heute kann das Instrument freier

gestaltet werden“, formuliert es der Meister.

Handwerklicheund künstlerische Aspekte

sind aber immer schon in den Orgelbau

eingefl

ossen. Und vor allem die

klangliche Gestaltung. Dafür ist EberhardHilse

als Intonateur zuständig. Eine

Aufgabe, für die er viel Erfahrungund ein

großes Einfühlungsvermögen mitbringt.

Hauptkunden der Orgelbaufirma Fleiter

sind katholische Kirchengemeinden. Dabei

geht es nicht nur um neue Instrumente.

Orgeln werden regelmäßig gewartet,

dazu gehört das Säubern und Stimmen

des Instruments. Orgeln werden auch renoviert

und erweitert –ein weiterer Aufgabenbereich

des Handwerksbetriebes.

Die Firma aus Münster-Nienberge ist

überwiegend im Münsterland aktiv.Fleiter-Orgeln

werden aber auch in anderen

Regionen gespielt.

Viel Gefühl für den Klang: Eberhard Hilse bei der Arbeit als Intonateur

Mit Eberhard Hilse und Stefan Linke

arbeiten insgesamt neun handwerkliche

Fachkräfte in dem Betrieb, außerdem

werden drei Lehrlinge ausgebildet. Auf

die Ausbildung legen die beiden Geschäftsführer

großen Wert. Dreieinhalb

Jahre dauert die Lehrzeit. Hilse: „Jede

Orgel ist ein Unikat –das vermitteln wir

dem handwerklichen Nachwuchsabdem

ersten Tag.“

Hubertus Kost

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ORGELBAU GEHÖRT ZUM WELTKULTURERBE

„Die Königin der Instrumente“: Wer zum Thema Orgelbau recherchiert, der

stößt sofort auf diese Bezeichnung. Die Orgel ist in der deutschen Kultur tief

verwurzelt. Sie gehört seit Jahrhunderten inKirchen, Klöster und Konzertsälen

zur „musikalischen Ausstattung“ und wurde auch inKinos und Theatern bespielt.

2017 nahm die Unesco, die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung,

Wissenschaft und Kultur, den Orgelbau und das Orgelspiel in die Liste

des immateriellen Kulturerbes der Menschheit (Weltkulturerbe) auf. Damit wird

zugleich eine lange Tradition gewürdigt. In kaum einem anderen Land ist sind

Orgelbau und Orgelmusik so präsent wie in Deutschland. Bundesweit werden

rund 50 000 Orgeln bespielt.

Die Geschichte des Instruments reicht indas 3. Jahrhundert v.Chr. zurück. In

Alexandrien wurde die erste Orgel gebaut: mehrere Pfeifenreihen, die unterschiedliche

Klänge erzeugen konnten. Die Orgel, die ständig weiterentwickelt

wurde, war über mehrere Jahrhunderte ein Statussymbol der Herrschenden. In

Mitteleuropa wurde um etwa 850 die erste Orgel gebaut, und zwar in Aachen,

so steht es in der „Kurzen Entwicklungsgeschichte der Orgeln“. Ein christliches

Musikinstrument oder „das“ Kircheninstrument war die Orgel allerdings lange

Zeit nicht. Erst abdem 14. Jahrhundert besaßen die meisten größeren Stadtkirchen

eine Orgel. Zum Hauptbegleitinstrument für den Gottesdienst wurde die

„Königin der Instrumente“ erst einige Jahrhunderte später durch große Komponisten

wie zum Beispiel Johann Sebastian Bach.

„Gerade der deutsche Orgelbau ist in der ganzen Welt bekannt für erstklassige

handwerkliche Arbeit“, heißt esauf der Internetseite des deutschen Orgelbaus.

Aktuell gibt es in Deutschland etwa 170 Orgelbaubetriebe –darunter sind fünf

Firmen im Münsterland aufgelistet –mit etwa 2500 Mitarbeitern, darunter 430

Lehrlinge. Neben den Orgelbauern arbeiten Tischler, Elektroinstallateure und

Feinmechaniker in den Werkstätten. Der größte Teil der Orgelbauer ist im Bund

Deutscher Orgelbaumeister (BDO) organisiert.

-hko-

Nordhorn

Rheine

Coesfeld

OSNABRÜCK

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Lars Sonius (r.) absolviert eine Ausbildung zum Orgelbauer. Dazu gehört auch der individuelle

Zuschnitt von Pfeifenkernen aus Holz. Stefan Linke (l.) ist mit der Arbeit zufrieden.


&BETRIEBE

17

Tragende Rolle –eigene Bühne

Designer aus Münster widmen sich dem Beistelltisch und präsentieren ihre Entwürfe und Ideen in einer Ausstellung.

Alte Hasen und jungeTalente verbinden

frische Ideen mit bewährter

Qualität: Die kreativen Köpfe, die

sich als „DesignLiga Münster“ zusammengeschlossen

haben, richten

ihren Spot auf ein offenbares Stiefkind

in der Möbellandschaft. Die Gestalter

beziehen „Positionen zum

Beistelltisch“, wie sie ihr Vorgehen

umschreiben, und präsentieren Modelle,

die sie gemeinsam mit dem

Handwerk erstellt haben.

Beistelltische bzw. Sidetables...

Vn Vo bloßer Begleitung zur

tragenden Rolle: Das Projekt

„Sidetables 2018“ beschert

kleinen Tischen eine große

Bühne. Und zwar in einem

adäquaten Umfeld –dem design-affinen

Einzelhandel. Die Eröffnung der Sidetables-Ausstellung

wurde in Münster bei

Ludewig Lichtkonzepte gefeiert, bis zum

5. August ist sie bei Betten Schründer zu

sehen, im Herbst bietet Nyhues den Rahmen

für die Exponate.

...kommen groß raus

Fotos: Kirchhoff

„DesignLiga“ hat sich aus dem „Design-

Doppel: 2017“ entwickelt –ein Projekt,

das zur Eröffnung der Skulpturen-Ausstellung

in Münster die internationale

Kunst mit regionaler Innovationskraft

fl

ankiert hatte: Hocker gleichsam als

Kunstwerke, als Einzelstücke mit hohem

Anspruch an originelle Gestaltung und

aufw

endige Herstellung.

Diesen Ansatz führen die „Liga-Designer“

nun fort, inderen Kreis die Sidetables-

Idee im vorigen Winter entstand. Die Produktdesigner,

die sich regelmäßig treffen,

um Projekte und Ausstellungen zu

entwickeln, werfen dabei übliche Beschränkungen

ab. Gängige Erwartungen

werden gegenden Strich gebürstet. „Wir

bewegen uns jenseits der Vorgaben des

Marktes“, schildert Peter Kirchhoff als

einer der Initiatoren. Einzelstücke, limitierte

Aufl fagen oder mögliche Kleinserien

sind jeweils für etwazweiMonatein

den Ausstellungsräumen zu sehen.

Die beteiligten Akteure Peter Kirchhoff,

Hausfreunde Design, Oliver Trepper und

Victor Chee versprechen den Besuchern

Beistelltische, die Blickefangen: „Überraschend,

unterschiedlich und unterhaltsam“

lauten die Attribute, die die Ausstellungsmacher

ihren Exponaten verpassen.

Aufexterne Sponsorenwurde verzichtet,

und jede Ausstellung wirdindividuell auf

die jeweilige Ausstellungsfl

äche zugeschnitten.

Wobei gilt, dass nicht nur die Gestalter,

die jeweils gleich mit mehreren Stücken

vertreten sein können, ihre individuelle

Visitenkarte abgeben, sondern damit

auch eine Leistungsschau des regionalen

„Tischgesellen“ von Dieterich Bobbert und Claudia Buchbinder

Handwerks verbundenist, das den offensiven

Ideen-Sturm der Liga-Köpfe auf

dem „Platz“ umsetzt. Maike Harhues

Foto: Hausfreunde Design

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Internationale Berater informieren

bei HLB Dr.Schumacher &Partner

Auslandsengagement –aber sicher

Premiere in der münsterischen Kanzlei HLB

Dr.Schumacher &Partner im Herzen Münsters.

Am Dienstag, 3. Juli, findet in den Räumlichkeiten

An der Apostelkirche 4unter dem Motto

„Meet your Adviser“ erstmals eine Messe

mit Beratern des international agierenden

HLB-Netzwerkes statt. Von 10.30 bis 16.00

Uhr können sich Mandanten ebenso wie Interessierte

aus erster Hand zu Themen rund um

Auslandsengagements informieren. Drei englischsprachige

Impulsvorträge zu den Themen

„Zusammenhänge im Welthandel“, „Geschäfte

in Russland in Zeiten von Sanktionen“ sowie

„Trump und die US-Steuerreform“ runden zwischen

11.30 und 12.30 Uhr das Programm ab.

Zudem wird dabei auch das 1969 gegründete

internationale HLB-Netzwerk vorgestellt, dem

aktuell fast 2200 Partner mit mehr als 25000 Mitarbeitern

in rund 700 Büros angeschlossen sind.

„Meet your Adviser“ ist ein interessantes Angebot,

denn auch immer mehr heimische Unternehmen

leben von Kontakten und Kontrakten

mit ausländischen Firmen oder sind mit Dependancen

selbst im Ausland aktiv. Und da gilt es

viele Klippen zu umschiffen. Denn internationales

Vertragsrecht oder ausländisches Steuerrecht

sind oftmals ausgesprochen kompliziert.

Kompetente Unterstützung trägt dazu bei, die

Chancen auf internationalen Märkten problemlos

zu nutzen.

Die Messe im Hause HLB Dr. Schumacher &

Partner richtet sich an Unternehmen, die Auslandsaktivitäten

planen oder bereits im Ausland

tätig sind und ihr Engagement erweitern oder

neu strukturieren möchten. Dabei stehen Internationale

Berater des HLB-Netzwerks aus 13

verschiedenen Ländern als Ansprechpartner

zu Gesellschaftsrechts-, Wirtschaftsprüfungsund

Steuerberatungsthemen zur Verfügung und

beantworten individuelle Fragen der Unternehmer.

Kompetente Informationen gibt es dabei

von erfahrenen Partnern aus Dänemark, Frankreich,

England, Italien, Niederlande, Österreich,

Russland, Schweiz, Slowakei, Spanien, Tschechien,

Ungarn sowie den USA. Alle Berater sind

englischsprachig, 9Ländervertreter sprechen

Deutsch. Eine Übersicht befindet sich auf der

Hompage.

Die Teilnahme an der Beratungsmesse in den

Räumlichkeiten der Kanzlei HLB Dr. Schumacher

& Partner ist übrigens kostenfrei. Zur

besseren Planung ist eine unverbindliche

Anmeldung gewünscht, aber nicht zwingend.

Wermit einem Berater etwas ausführlicher ins

Gespräch kommen möchte, kann sich auch zu

einem individuellen Beratungsgespräch anmelden

unter 0251/2808-115 oder per E-Mail an

info@schumacher-partner.de. Dabei bitte das

entsprechende Land angeben.

Die HLB Dr. Schumacher & Partner GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

bietet seit über 90 Jahren

Leistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung

und Steuerberatung an. Zusammen mit

der qualifizierten und an praktischen wirtschaftlichen

Bedürfnissen ausgerichteten

Rechts- und Finanzierungsberatung, die die

HLB Schumacher Hallermann Rechtsanwaltsgesellschaft

mbH und die HLB Dr.Schumacher

&Partner GmbH Unternehmensberatung leisten,

beinhaltet das Dienstleistungsangebot von

HLB Dr. Schumacher &Partner das gesamte

Spektrum wirtschaftlicher Beratung. Die Kanzlei

ist seit 1985 Mitglied bei HLB International.

Insgesamt beraten und betreuen derzeit 130

hochqualifizierte Mitarbeiter an den Standorten

Münster, Düsseldorf und Leipzig national und

international ausgerichtete Unternehmen und

Organisationen. Weitere Informationen unter

www.schumacher-partner.de.

Stellten stellvertretend für HLB Dr.Schumacher&Partner dieVeranstaltung „Meet your Adviser!“ vor (v.l.):

Wolf Achim Tönnes, Dr.Michael Kaufmann, Heiner Röttger und Prof. Dr.Christian Jahndorf.

Foto: wk

Ein globales Netzwerk

Die Kanzlei HLB Dr. Schumacher &Partner

ist als Teil des deutschen HLB-Netzwerks zugleich

Mitglied von HLB International –einem

weltweiten Netzwerk von unabhängigen und

rechtlich selbständigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.

Mit mehr als 25 000 Mitarbeitern

in zahlreichen Gesellschaften in über 150

Ländern der Erde bietet das ein globales Netz

eingespielter Experten, auf das die Mandanten

von HLB Dr. Schumacher &Partner jederzeit

zurückgreifen können. Damit zählt HLB International

zu den acht größten Netzwerken von

Wirtschaftsprüfungsgesellschaften weltweit.

Die Mitglieder sind namhafte Gesellschaften,

die ihr Leistungsspektrum auf der Basis von fundiertem

Fachwissen und persönlichem Engagement

stetig ausgebaut haben. So gewährleistet

HLB International die Zusammenarbeit mit hoch

qualifizierten Kollegen weltweit, die aufgrund

komplexer Fragestellungen mit internationalen

Verflechtungen immer häufiger benötigt wird.

Starkes persönliches Engagement, fundiertes

Verständnis für die Belange insbesondere inhabergeführter

mittelständischer Unternehmen,

Professionalität und weltweite Verbindungen

in alle bedeutenden Wirtschaftszentren –HLB

beweist Nähe zum Mandanten und bietet Kompetenz

aus erster Hand.

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18 BRANCHEN &BETRIEBE

Rot hat immer Saison

Der Legdener Gartenbaubetrieb Terdues hat sich auf die „Königin der Blumen“ spezialisiert. In den

Gewächshäusern stehen 21 000 Büsche auf Vulkangestein und liefern fast das ganze Jahr.

Fürmancheist es nureine Blume, die

zu bestimmten Anlässen als Geschenk

erwartet wird. Für andere ist

sie der Inbegriff vonEmotion und romantischer

Poesie. Für Guido Terdues

ist dieRose sicherlich von allem

ein wenig. Und darüber hinaus ein

Produkt, das er täglich in seinen Gewächshäusern

hegt und pfl

egt, das

er heranwachsen und erblühen

sieht, um es dann auf den Märkten zu

verkaufen. Seit den 1960er-Jahren

beschäftigt sich der Legdener Gartenbaubetrieb

mit dem Anbau der

„Königin der Blumen“.

Zunächst war esHeinrich Terdues,

der Nelken, Lilien, Iris

und Chrysanthemen –aber

auch schon ersteRosen –auf

seinem Grund und Boden im

Deipenbrock heranzog. Als 1998 Sohn

Guido den Betrieb übernahm, „wurden

die anderen Pfl

anzen- und Blumenarten

immer weniger,die Rosen immer mehr“.

Inzwischen stehen ganzjährig über

21 000 Büsche infünf Gewächshäusern

im Vulkangestein. „Die Rose hat einfach

immer Saison und ist trendstabil“, sagt

Guido Terdues.

Fünf Tage in der Woche steht der 45-Jährige

gemeinsam mit seiner Frau Gerburg

samt den drei Verkaufsanhängern auf

den Märkten im Münsterland, um –

unterstützt von einer Mitarbeiterin, die

als gelernteFloristin auch Sträuße bindet

–die rosafarbenen, weißen, roten oder

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Ihrem App-Store.

gelben Erzeugnisse an die Frau, aber

ebenso auch an den Mann zu bringen.

Morgens wird verkauft, nachmittags die

neue Ware geschnitten, sortiert, ins Kühlhaus

gebracht.

Früher hat Terdues seine Ware zusätzlich

noch auf Versteigerungen angeboten.

„Damit habe ich aber aufgehört“, sagt er.

„Wir sind im Vergleich zu anderen Anbietern

zu klein. Aufw

and und Ergebnis hielten

sich nicht mehr die Waage.“ Und zudem

ist die Konkurrenz aus den Niederlanden

groß: „Sie bauen in riesigen Gewächshäusern

ausschließlich für die Versteigerungen

an.“

Bis auf die Wintermonateverkaufen Guido

und GerburgTerdues die Erzeugnisse

aus eigener Produktion das ganze Jahr

über.„Im Winter wirddas Licht weniger,

dann wachsen und blühen die Pfl

anzen

nicht mehr so richtig. Da kaufen wir dazu.

Denn gerade vor Weihnachten steigt

die Nachfrage noch einmal an“, erklärt

Gerburg Terdues. Ab März wirft der Betrieb

wieder ausreichend Ernte ab, um

auf die eigenen Produkte zurückgreifen

zu können.

Angeboten wirddie Rose in fastjeder Farbe.

„Bis auf Blau. Schalke können wir

nicht“, lacht Guido Terdues. Jahrelang

lag beispielsweise OrangeimTrend, derzeit

ist es mehr das Rosa. Und Rotnatürlich.

Rot hat immer Saison. „Es kommt

mitunter auch darauf an, wie die Kunden

daheim ausgestattet sind. Die Rose ergänzt

als Accessoire dieEinrichtung “, erläutert

Gerburg Terdues.

Rosa ist in diesem Jahr bei den Schnittrosen die Trendfarbe.

Wichtig ist es für den Landschaftsgestalter

und seine Frau, „dass die Ware frisch

ist –und langehält. Dazu muss man den

richtigen Zeitpunkt des Schnittes beachten.

Zu knospig darf die Rose nicht sein,

aber auch nicht zu sehr aufgeblüht. Es ist

ein Erfahrungswert. Und von Sorte zu

Sorteunterschiedlich. Manche vertragen

ein knospiges Anschneiden, andere dagegenwieder

absolut nicht“. Die Rose ist

halt eine Diva.

Die Legdener haben den Anspruch, „dass

die Blume zumindest eine Woche lang

schön anzusehend in der Vase steht. Das

ist Qualität, die stimmen muss.“ Leider

lassen sich langeHaltbarkeit sowie gutes

Aussehen bis heute zumindest bei der

Schnittblume nicht mit einem weiteren

Merkmal abrunden: dem Duft. „Man

kann leider nicht alles haben“, bedauert

auchGuido Terdues: „Englische Strauchrosenetwasehen

wunderschön aus, duftenauch

herrlich –verwelken aber innerhalb

kürzester Zeit, wenn man sie schneidet.“

Er schenkt übrigens die ersteRose, dieer

im Frühjahr unter Glas findet, traditionsgemäß

seiner Frau. Dafür ist er den Rest

des Jahres eher sparsam mit Blumengeschenken.

„Aber ich weiß ja, wo sie stehen“,

lacht Gerburg Terdues. Auch den

Heiratsantrag hat ihr Mann nicht mit den

ansonsten dafür sehr beliebten eigenen

rotenRosen gemacht. „Ich habe ihn aber

trotzdem genommen“, schmunzelt die

„bessereHälfte“, die als gelerntePharmazeutisch-Technische

Assistentin „mit ins

Geschäft hineingewachsen ist“.

Inzwischen probieren die beiden als eingespieltes

Team aus, wasinihrem Betrieb

wächst, welche Pfl

anze sich gesund und

ergiebig entwickelt. „Im Durchschnitt

wirft ein Rosenstrauch zwischen fünf und

sieben JahreErtrag ab“, verrät Guido Terdues.

„Bei uns halten die Pfl

anzen allerdings

oft länger,zumeist zehnJahre. Die

älteste Rose steht sogar schon 40 Jahre

hier.“ Terdues ist stolz darauf, dass vorallem

sein biologischer Ansatz beim Pfl

anzenschutz,

auf den er 2004 umgestellt

hat, Früchte trägt.

„Jeder hat seinen Gegner in der Natur.

Und damit muss man arbeiten“, sagt er

und deutet auf die vielen Gelbtafeln, die

überall zwischen den Reihen angebracht

sind. „Dadurch kann ich kontrollieren,

wasich für einen Insektenbestand in den

Gewächshäusern habe.“ Früher waren

vor allem Schädlinge wie die weiße Fliege

und die rote Spinne gefürchtet. „Davor

habe ich aber seit dem biologischen

Pfl

anzenschutzeinsatz keine Angst

mehr.“ Nur die kaum sichtbaren Blütenthripse,

die sich gerne auch auf Getreide

ausbreiten, machen ihm noch zu schaffen.

„2016 habe ich sie mit Jungpfl

anzen

in den Bestand bekommen. Das war

schlimm“, erinnert sich der Fachmann.

„Die Schadenerreger saugen die Blütenblätter

an, und die Rose bekommt braune

Ränder. Das sieht unschön aus und die

Ware lässt sich nicht mehr verkaufen.“

Erfreut sind die Legdener immer über

Kundenrückmeldungen hinsichtlich

ihrer Blumenqualität. „Man kann ja sonst

nichts verbessern“, so weiß man bei Terdues.

Und die Anlässe, zu denen ihreBlumenverschenkt

werden, geben ab und an

Grund zum Schmunzeln.

Gerburg Terdues: „Ein Mann wollte mal

einen ganzen Eimer voller Blütenblätter,

um seiner Frau ein ,Bed of Roses‘ zu bereiten.

Ein anderer verlangteeinen schönen

Strauß mit den Worten ‚Für die Frau,

die die Gewalt über mich hat‘. Die habe

nämlich Geburtstag. Und er überbrachte

ihr die Glückwünsche im Namen der Rose.“

Susanne Menzel

Die Seitentriebe der Sträucher biegt Gerburg Terdues hier zur

Seite und auf den Boden, damit die Haupttriebe kräftiger nachwachsen

können.

Fotos: Susanne Menzel


NACHHALTIGKEIT 19

Leitbild ist ein Plus

Unternehmer und Personalverantwortliche diskutierten inCoesfeld über Verantwortung und Werte

Wie funktioniert verantwortliche

Unternehmensführung? Wie können

Unternehmenswerte und unternehmerisches

Handeln zusammengebracht

werden? – Diese und viele

weitere Fragen standen beimTreffen

des Arbeitskreises „Unternehmensleitbilderentwickeln

und nutzen“ im

Kreis Coesfeld imFokus. 20 Unternehmer

und Personalverantwortliche

waren zur Stiftung Haus Hall

nach Coesfeld gekommen, um mit

dem Referenten zu diskutieren, wie

verantwortliche Unternehmensführung

funktionieren kann.

Die Übernahme von Verantwortung

für Mitarbeiter,

Produkte und Umwelt

wirdfür kleine und mittlere

Unternehmen immer

wichtiger“, betonte Dr. Kirsten Tacke-

Klaus, Projektleiterin der Wirtschaftsförderung

Kreis Coesfeld GmbH (wfc), bei

der Begrüßung der Teilnehmer.

Austausch, Ideenfindung und voneinander

profitieren: Mit dem Arbeitskreis

möchtedie wfc gemeinsam mit ihren Kooperationspartner

Competentia Münsterland

und dem CSR-Kompetenzzentrum

Münsterland Unternehmen aus der

Region bei der Vorbereitung und Begleitung

vonbetrieblichen Leitbild-Projekten

unterstützen, indem sie den Erfahrungsund

Informationsaustausch zwischen

den Unternehmen organisiert. Unternehmer

aus kleinen und mittleren Betrieben

sollen Einblicke erhalten, wie sie Leitbilder

für ihrestrategische Entwicklung und

Austausch und Feedback: 20 Unternehmer und Personalverantwortliche waren zur Stiftung Haus Hall nach

Coesfeld gekommen, um gemeinsam mit den Referenten zu diskutieren, wie verantwortliche Unternehmensführung

funktionieren kann.

Foto: Anna Eckart/wfc

Personalarbeit nutzen können.

Dass Unternehmensverantwortung dabei

eine ganze Menge mit einem Leitbild zu

tun hat, davonberichteteDr. Udo Westermann,

Geschäftsführer des CSR-Kompetenzzentrums

Münsterland. „CSR steht

für verantwortliches unternehmerisches

Handeln in der eigentlichen Geschäftstätigkeit

(Markt) und reicht vonökologisch

relevanten Aspekten (Umwelt) bis hin zu

den Beziehungen mit Mitarbeitern

(Arbeitsplatz) und dem Austausch mit

den relevanten Anspruchs- bzw. Interessengruppen.“

Ob fl

exible Arbeitszeiten,

Energieeinsparungen oder die Vereinbarkeit

von Familie und Beruf: CSR ist die

Verantwortung von Unternehmen für

ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Und besonders für kleine und mittlere

Unternehmen (KMU) habe dieses Konzept

einen enormen Nutzfaktor, soder

Referent.

„Gerade kleinerefamiliengeführteUnternehmen

sehen sich oftmals –dem Leitbild

des ehrbaren Kaufmanns folgend –

verpfl

ichtet, einen Beitrag zum nachhaltigen

Wirtschaften zu leisten. CSR ist

aber mehr als eine moralische oder eine

ethische Frage. CSR entscheidet über den

Unternehmenserfolg mit.“ Westermann

sieht daher echten und nachhaltigen Vorteil

für Mittelständler. „Weil kleine und

mittlere Unternehmen Fachkräfte oftmals

nicht nur mit hohen Gehältern und

anderen Vergünstigungen locken können,

müssen sie andereWegefinden, sich

als attraktiver Arbeitgeber aufzustellen.

Verantwortlich handelnde und gesellschaftlich

engagierte Unternehmen ziehen

Fachkräfte von außerhalb an und

verschaffen sich so Wettbewerbsvorteile.

So geht eine strategische und klar kommunizierte

Ausrichtung und Umsetzung

von verantwortlichem Unternehmertum

Hand in Hand mit einer positiven Außenwahrnehmung

–auch bei potenziellen

Fachkräften.“

Dass sowohl ein Leitbildals auch das CSR

gewinnbringend und nachhaltig für das

eigene Unternehmen sein können, darüber

warensich die Teilnehmer schnell einig:

„Unternehmensleitbilder und CSR

bilden die ‚Charakterzüge‘ eines Unternehmens

abund sollten für Mitarbeiter,

Kunden und Geschäftspartner greifb

ar

und nachvollziehbar sein“, fasste Harald

Kahlenberg vom Competentia-Kompetenzzentrum

Frau &Beruf im Münsterland

den Workshop des Arbeitskreises

zusammen.

Die wfc, Competentia und CSR Münsterland

möchten Betriebe aus dem Kreis

Coesfeld weiterhin im Rahmen des

Arbeitskreises bei der Leitbildarbeit

unterstützen. Unternehmen können sich

an die wfc wenden. Für Infos steht Dr.

Kirsten Tacke-Klaus unter Tel. 02594 /

782 40-30, kirsten.tacke-klaus@wfckreis-coesfeld.de

zur Verfügung.

Hilfestellung bei

der Transformation

CSR-Zentrum und münsterLAND.digital kooperieren.

Die Digitalisierung beschleunigt sich

von Jahr zu Jahr. Sie birgt für eine

nachhaltige Entwicklung beachtliche

Chancen, stellt aber für viele,

insbesondere kleine und mittelständische

Unternehmen, eine Herausforderung

dar.

Das CSR Kompetenzzentrum

Münsterland und

münsterLAND.digital starten

ihre Kooperation deshalb

zur richtigen Zeit: Gemeinsam

wollen sie Unternehmen bei

einer verantwortungsbewussten digitalen

Transformation unterstützen. Denn

die Chancen sind laut CSR groß und reichen

von effizienteren Unternehmensprozessen

bis zu neuen Geschäftsmodellen.

Dabei ist nicht nur der Schutz von

Kunden- und Mitarbeiterdaten zu sichern,

sondern auch der Wandel der

Arbeitsplätze zu gestalten.

Ziel der Kooperation ist es, für die aktive

Gestaltung der Digitalisierung zu werben.

Dafür will sie bei den Unternehmen

Kooperationspartner: Dr. Udo Westermann (CSR Kompetenzzentrum

Münsterland), Francis Möllerwessel und TomMalessa (beide

muensterLAND.digital).

digitale Lösungen zum Erfolg führen, ohne

gesellschaftliche Auswirkungen in den

Bereichen Datensicherheit und Arbeitsplätze

auszublenden. Erfolgreiche Unternehmen

sollen bundesweit als „CSR-Unternehmen“

und Aushängeschild für das

Münsterland bekannt gemacht werden.

Beide Kompetenzzentren werden vom

nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium

mit Mitteln des Europäischen

Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

gefördert. Wirtschaftsminister Pinkwart

begrüßt die Zusammenarbeit der beiden

Kompetenzzentren: „Eine der großen Zukunftsfragen

ist, wie sich Digitalisierung

auf die Arbeit, auf Unternehmen, Mitarbeiter

und Kunden auswirkt. Dabei

müssen wir beachten, dass Innovationen

und Verantwortung zusammengehören.

Mit der neuen Kooperation wirddeutlich,

dass verantwortungsvolles Handeln und

die digitalisierte Welt miteinander verbunden

sind.“

Das CSR Kompetenzzentrum Münsterland

wirdvom Unternehmerverband „futuree.V.–verantwortung

unternehmen“

getragen. Es unterstützt kleine und mittlere

Unternehmen bei der Gestaltung

ihrer gesellschaftlichen Verantwortung

(Corporate Social Responsibility).

MünsterLAND.digital treibt die digitale

Transformation der Wirtschaft im Münsterland

voran. Dafür fördert es kreative

Startups, die in Kooperation mit etabliertenUnternehmen

digitale Geschäftsprozesse

und -modelle entwickeln sollen.

Kontakte:

Dr. Udo Westermann, CSR Kompetenzzentrum

Münsterland, Tel. 0251/97316

34, Email: uw@csr-muensterland.de;

Thomas Malessa, münsterLAND.digital

e.V., Tel.: 0251 /5355 6885, Email:

tm@muensterland.digital.

Telefon0251/690-916162

lars.normann@aschendorff.de

SoesterStr.13,48155Münster

Telefon0251/690-916161

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28. August 2018

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– Standpunkte und Stimmen aus der Wirtschaftt

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Branchen & Betriebe: Eisen

aus einem Guss Seite 9/10

Ausgabe 3/18

Geld & Geschäft: Der „Graue

Kapitalmarkt“ Seite 17

Die Belastung wächst

Leben

auch im

DIE WIRTSCHAFT

Mit Beilage

Hoch-/Tief- &

erbebau

Komplizierte Auflagen und gesetzliche Regelungen, lange Wartezeiten bei den Behörden und auf der

Straße machen vielen Transportunternehmen das Leben schwer. Die Kosten sind explodiert.

Sie transportierenIndustrieanlagen,

Windräder und ganze Häuser. Die

Zahl der Schwertransportewächst.

Doch die Rahmenbedingungenfür

die Spezialisten, die auch für die

WirtschaftimMünsterlandsowich-

tig sind, haben sich verschlechtert.

Die Regelungengleichenmehrund

mehr einem Dickicht.

Vo Vn Behördenwillkür will

Markus Brößkampnicht unbedingt

sprechen. Als würden

die ewigen Wartezeiten

auf die Transportgenehmigungen

bis zu acht Wochen das Unternehmen

nicht schon genug ausbremsen.

Hinzu kommt eine Gesetzesänderung zur

Privatisierung des Schwertransportbegleitverkehrs,

die voll ins Kontor schlägt:

Die Einschätzung der Sicherheitslage

durch Kreis und Polizei bezüglich der

vom Firmengelände Poppensieker & Derix

in Westerkappeln rollenden Schwertransporte

zur Autobahn hinterlässt ein

riesengroßes Fragezeichen im Kopf des

Geschäftsführers.

Statt lediglich eines Streifenwagens und

einesBegleitfahrzeuges der dritten Generation

(BF3), das den Schwertransport

auch über die Autobahn ganzbisans Ziel

begleitet, muss fahrzeugmäßig aufgerüstet

werden: Drei private Schwertransport-Begleitfahrzeuge

der ganz neuen

Generation (BF4) müssen mit Verwaltungshelfern

am Steuer auf der 1,5 Kilometer

langen Strecke bis zur Autobahn

stattdes einzigen Streifenwagens mitfahren.

Ein Einsatz von zehn Minuten, der

statt 150 Euro für die Polizei den Holzleimbinder-Hersteller

jetzt 1050 Euro

kostet. Und dies jedes Mal bei rund 100

Schwertransporten pro Jahr. „Wir haben

schon große Aufträge an unsere Mitbewerber

in Österreich verloren, weil die

Transportkosten seit Änderung der Gesetzeslage

im Mai 2017 explodiert sind“,

bedauert der Poppensieker-&-Derix-Geschäftsführer.

Bei 30 Schwertransporten

mit Dachträgern aus Brettschichtholz für

nur eine Baustelle könne das Unternehmen

die Mehrkosten von über 30 000

Euro nicht einfach auf den Kunden abwälzen.

Fortsetzung auf Seite 2

Münster | Münsterland

3,6 Prozent mehr Gäste

Auch das Münsterland profitiert vom wachsenden Inlandstourismus.

Für die westfälisch-lippischeTou-

rismusbranchewar2017eingu-

tes Jahr. Die Übernachtungszahlen

legten um 910 000 gegenüber

dem Vorjahr zu – das entspricht

einem Plus von 3,6 Prozent – und

übertrafen erstmals die Marke

von 26 Millionen.

Damit lag Westfalen-Lippe

über dem Bundestrend

(plus 2,7 Prozent),

blieb allerdings

leicht hinter den Ergebnissen

aus Nordrhein-Westfalen (plus

3,9 Prozent) zurück. Das geht aus

dem jetzt veröffentlichten Infobrief

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zum Sparkassen-Tourismusbarometer

hervor, das der Sparkassenverband

Westfalen-Lippe herausgibt.

Das Sauerland legte bei den Übernachtungen

am stärksten zu, verzeichnete

ein Plus von 353 000 Übernachtungen

auf 7,86 Mio. (plus 4,7

Prozent). Die Zahl der Übernachtungen

von Touristen aus dem Ausland

(plus 5,4 Prozent) legte im dritten

Jahr in Folge zu.

Platz zwei in der Rangliste der Zuwächse

bei Übernachtungen belegen

das Ruhrgebiet und das Münsterland.

Das Ruhrgebiet legte um 233 000

(plus 3,6 Prozent) auf 6,69 Mio. Übernachtungen

zu. Wachstumstreiber

war der Inlandstourismus mit einem

Zuwachs von 3,8 Prozent.

Das Münsterland profitierte stark von

einem Nachfragezuwachs nach Ferienwohnungen

und Campingplätzen

und verzeichnete 4,0 Mio. Übernachtungen

– das sind139 000 mehr als im

Vorjahr (plus 3,6 Prozent).

Der Teutoburger Wald legte ebenfalls

zu (plus 2,6 Prozent / plus 174 000)

und kam auf 6,8 Mio. Übernachtungen.

Die Mittelgebirgsregion Siegen-

Wittgenstein verzeichnete 808 561

Übernachtungen. Das entspricht

einem Plus von 1,4 Prozent (plus

11 000). Erstmals verbuchten die Hotels

in der Region mehr Übernachtungen

als die Vorsorge-/Rehakliniken

und setzten damit ihren Wachstumstrend

fort.

Das Stimmungshoch der westfälischlippischen

Tourismusbranche hält

weiter an: Bei der jährlichen Online-

Stimmungsumfrage zeigten sich 82

Prozent der westfälisch-lippischen

Touristiker mit der Entwicklung zufrieden

oder sogar sehr zufrieden.

Der Anzeigenschluss

ist am

10.August 2018.

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Branche tritt aufs Gaspedal,

weil der Konjunkturmotor

brummt. Doch statt

mit sperrigen Gütern Meter zu

machen, geraten die Betriebe

ins Schlingern. Sie befinden

sich auf einem Slalomkurs,

dessen Kurven immer enger

werden.

Was die Logistik-Experten auch

im Münsterland ausbremst, ist

vor allem eine Bürokratie, die

sich durch immer neue Regelungen

selbst blockiert und deren

Personalansatz weder mit

dem anschwellenden Volumen

an Anträgen noch mit der immer

komplizierteren Materie

Schritt hält.

Als zweites Nadelöhr entpuppt

sich, dass sich die Straßen und

Brücken landauf und landab in

einem immer erbarmungswürdigeren

Zustand befinden. Der

Weg aus dem Münsterland

nach München führt für einen

Schwertransport mit einem

Umweg von gut 200 Kilometern

über Leipzig/Magdeburg.

Wenn dann zu allem Überfl

uss

in benachbarten Bundesländern

mit zweierlei Maß gemessen

wird, gerät den hiesigen

Betrieben noch mehr Sand ins

Getriebe. Das Wohl und Wehe

dieses Segments der Transport-

Branche schlägt aber auch auf

die Wertschöpfung in der gesamten

Region durch.

Denn ein pfiffiger Mittelstand

muss seine innovativen Lösungen,

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LEBEN &WISSEN 21

Wo Serra ein Heimspiel hat

Bochum verfügt mit dem Museum unter Tage (MuT) und der Stiftung „Situation Kunst“ über zwei

beneidenswerte Kunstorte, die sich aktuell dem Ende des Bergbaus widmen.

Bald ist Schicht im Schacht –wenn

auch nicht ganz. Im Ruhrgebiet wird

zwar Ende des Jahres mit der Stilllegung

der letzten Zeche in Bottrop das

lange Kapitel über den Steinkohlebergbau

geschlossen. Doch seitEnde

2015 findet man statt Kohle nun ein

stattliches Kunstvorkommen unter

der Erde.

Das Museum unter Tage

(MuT) in Bochum gehört

zu den 17 Ruhrkunstmuseen,

die zurzeit das Ende

des Bergbaus thematisieren.

Beim Zyklus „Kunst &Kohle“ ist das

MuT mit der Schau „Schwarz“ prominent

vertreten. Es geht um die Bedeutung dieses

Farbtons in der Kunst seit den 60er-

Jahren –und dabei auch um Kunst mit

Kohle. In den White Cubes der Ausstellung

„wird Sehen refl

exiv“, erläutert KuratorinDr.

FriederikeWappler.„Das Ideal

des Schwarzen ist nach Adorno inhaltlich

einer der tiefsten Impulse von Abstraktion.“

Gerhard Richters berühmter „Halifax“-Zyklus,

der 128 Schwarz-Weiß-

Fotos von einen abstrakten Bild zeigt,

oder Bruce Naumans Video, in dem er mit

schwarzer und weißer Schminke agiert,

stellen die Frage nach dem Sichtbaren

bzw.dem ästhetischen Schein ebenso wie

neue Arbeiten. Von Miles Coolidge sind

geprintete Fotos von Kohlefl

özen zusehen,

während Jan Wawrzyniak minimalistische

Kohlezeichnungen beisteuert.

Besonders anregend wirkt die Gegenüberstellung

vonmit Kohlepartikeln partiell

gefüllten, transparenten Kuben von

Erwin Reusch mit den fl

ächig schwarzen

Quadraten auf Papier vonRichardSerra.

Beiden Künstlern begegnet man im unmittelbaren

Umfeld des Museums häufiger.

So hatReusch die Dimensionen der Ausstellungsfl

öze des MuT überirdisch durch

farbige Stelen kenntlich gemacht. Der

Amerikaner ist im WeitmarerPark, in den

das Museum unterirdisch integriert wurde,

mit einer Bodenplastik vertreten. Wenige

Schrittevom Eingangshäuschen entfernt

findet man Skulpturen vonFrançois

Morellet, Ulrich Rückriem und Giuseppe

Spagnulo sowie eine weitere Serra-

Arbeit, zwei Stahlquader, dieinder Ruine

der ebenfalls im Park gelegenen Sylvester-Kapelle

den Blick schärfen.

Unddann gibt es ja noch die Stiftung „Situation

Kunst“,den Träger des Kunst-Ensembles,

mit eigenen Ausstellungsfl

ä-

chen. Natürlich ist auch hier Serra vertreten.

Erstmalig wurden seine gewaltigen

Raumteiler auf der Documenta 1972 präsentiert.

In Bochum sind sie in einem eigens

für sie errichteten Gebäude zu sehen.

Diese Ehre ist auch Environments von

Maria Nordman und David Rabinowitch

zuteilgeworden. In einem weiteren Pavillon

sind GotthardGraubner,Norbert Kricke,

ArnulfRainer und Jan Schoonhoven

eigene Räume gewidmet.

Initiator und Finanzier der „Situation

Kunst“ war Alexander von Berswordt-

Wallrabe, der frühere Galerist der heute

INFOS

-Situation Kunst und Museum unter Tage im Bochumer

Park Weitmar, Nevelstr. 29c; Ausstellung „Schwarz“ bis

16. September (Mi. –Fr. 14 –18Uhr, Sa. +So. 12 –18

Uhr; 0234/322 8523,

www.situation-kunst.de).

-„Kunst &Kohle“: Zyklus in17Ruhrkunstmuseen vom

Duisburger Lehmbruck- über das Essener Folkwang-Museum

bis zum Lichtkunst-Zentrum in Unna

(www.ruhrkunstmuseen.de).

Das 2010 fertiggestellte Multifunktionsgebäude Kubus (mit Café) wurde in die Ruinen des ehemaligen Adelssitzes Haus Weitmar integriert. Im Vordergrund

eine Arbeit von David Rabinowitch.

Foto: Ulrich Traub

noch einfl

ussreichen Bochumer „Galerie

m“. Auch sie grenzt anden Park.

Den ersten Pavillons für Werke aus der

Sammlung des Galeristen folgte2006ein

weiterer,größererAusstellungskomplex.

Wer ihn betritt, wird inden Dialog von

Schwarz (Ad Reinhardt) und Weiß (Robert

Ryman) verstrickt. Dann überraschen

historische Plastiken und Kunstgegenstände

aus Asien sowie ein dunkler

Raum mit bis zu 2000 Jahrealten Kultobjekten

aus dem heutigen Nigeria: Einübungen

in das Fremde. Daneben bespielt

Gianni Colombo einen eigenen

Raum mit fünf abwechselnd aufscheinenden

Lichtquadraten. Für Farbnuancen

sorgen Dan Flavins Neonröhren-Objekte.

2006 hatteBerswordt-Wallrabe die „Situation

Kunst“ längst den Kunstsammlungen

der Ruhr-Universität Bochum angegliedert

und sie später in eine Stiftung

überführt. Dem zugrundeliegenden Gedanken,

einenOrt des DialogsüberKunst

zu schaffen, kommt die „Situation Kunst“

auf herausragende Weise nach. Hier ist

ein Arbeitsfeld für Studierende entstanden.

Vorträge und Tagungen findenstatt

und eswerden Kooperationen gepfl

egt,

z.B. mit dem Kunstgeschichtlichen Institut

der Westfälischen Wilhelms-Universität.

Zudem ist der Eintritt in die Sammlung

frei. Mit dem im Kulturhauptstadtjahr

2010 fertiggestellten Multifunktionsgebäude

Kubus und dem MuT hat dieser

außergewöhnliche Kunst-Ort seinenvorläufigen

Höhepunkt erreicht.

Zurück im MuT wartet auf die Besucher

der dickste Brocken, die Dauerausstellung

„Weltsichten“, ein 270 Exponate

umfassender Überblick über die künstlerische

Auseinandersetzung mit der Landschaft.

Von Alten Meistern wie Joos de

Momper und Jacob van Ruisdael über

Im- und Expressionistenbis zu Fotokunst

und Videos –diese Präsentation dehnt

das Thema von der Idealisierung bis zur

Verfremdung und Aufl

ösung der Landschaft:

Entdeckungen eingeschlossen.

Mäzenatentum im Dienste von Kultur,

Wissenschaft und Öffentlichkeit – Bochum

hat einen Ort, um den man die

Stadt beneiden darf. Ulrich Traub

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22 LEBEN &WISSEN

Auch Sessel bieten Frieden

Kunstakademie komplettiert Bistums-Ausstellung „Wie im Himmel so auf Erden?“

Platz nehmen, philosophieren, diskutieren: Die Sitzkombination mit Läufer von Tonio Nitsche in einer der Galenschen Kapellen trägt den Titel „Zusammensetzen, Auseinandersetzen“ und steht für das Gespräch als Prozess zum

Frieden.

Fotos: Oliver Werner

Yoana Tuzharova porträtierte eine Bettlerin

am Dom und setzte sie in ein Licht-Portal.

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Kleine Interventionen, aber auch

spektakulärere Eingriffe: Was 14

Studenten der Kunstakademie

Münster mit dem Paulus-Dom anstellen,

das sollte sich kein Kunstfreund

entgehen lassen. Die Wahl

der Mittel reicht von der Tafelmalerei

bis hin zu Environments. Während

der Katholikentag die Losung

„Suche Frieden“ ausgab, heißt es

nun „Biete Frieden“. Die künstlerischen

Akteure wollen mit ihren

Arbeiten ihre persönlichen Gedanken

zum Frieden aufzeigen.

Jetzt auch

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Unterhaltung.Lifestyle.

News rund um Bus&Bahn.

Pascale Feitners „Augen“ an

den Domtürmen schauen

weit ins Land und geben der

Kathedrale ein eigenwilliges

„Gesicht“. Doch darum geht

es nur vordergründig. Die Künstlerin will

verdeutlichen, dass der alttestamentliche

Spruch „Auge umAuge, Zahn um Zahn“

nichts mit Rache, sondern mit Wiedergutmachung

und Frieden zu tun hat. Die

Friedensbotschaft als verbindender Aspekt

der abrahamitischen Religionen:

Fridolin Mestwerdt lässt Friedensgrüße

aus Judentum, Christentum und Islam in

Form von Leuchtschriften über jeweils

anderen Gotteshäusern stehen –also„Assalamu

’alaikum“ am St.-Paulus-Dom,

„Friede sei mit euch“ an der Synagoge

und „Shalom aleichem“ an der Attawba-

Moschee.

Es war das „Anliegen, etwas Neues zu

wagen“, so formulierte es Dompropst

Kurt Schultebei der Eröffnungder Schau

mit 14 Projekten. Für Projektleiter Prof.

Thomas Flammer war eswichtig, neben

den historischen Ausstellungen gerade

auch die moderne Kunstzubefragen und

den Dom als Ausstellungsortins Zentrum

zu rücken, da die Domkammer marode

ist. Die Klasse für Kunst im öffentlichen

Raum unter Leitung der Professoren

Maik und Dirk Löbbert nutzte die Freiräume.

So hat Holger Küper ein Domfenster farblich

verändert. Grün steht für Wiese, ein

gelbes Zelt ist zu sehen. Sich zu Hause in

der Natur fühlen und Frieden finden, so

lautet die Botschaft. Yoana Tuzharovahat

eine der Bettlerinnen vor dem Paradies-

Portal porträtieren dürfen und setzt sie in

einer der hinteren Kapellen des Doms in

eine Portalsituation. So hat sie ihren

Platz im Dom gefunden. Postkarten mit

Gebetslichtern verschicken, sakrale Musik

aus Schiffslautsprechern hören, friedliche

Gespräche auf der Couch führen:

Den Künstlern ist viel Friedliches eingefallen!

Johannes Loy

|www.friedensausstellungmuenster.de

Augen an beiden Türmen: symbolstarke

Arbeit von Pascale Feitner

DIE 14 PROJEKTE DER KUNSTAKADEMIE

IM PAULUS-DOM

Jinuk Choi projiziert bei „Ein ruhiger Altar“ inliturgischen

Farben ein Konzert von Gustav Mahlers

„Auferstehungs“-Sinfonie in eine Kapelle.

Pascale Feitner bringt an den Dom-Türmen zwei

Riesenbanner mit Augen an: „Auge für Auge“ über

Friede und Gerechtigkeit.

Marlena Gundlach stellt in „Nimm das Licht mit

oder verschicke es“ an den Opferkerzentisch einen

Postkartenständer mit Opferkerzen-Postkarten.

Amelie Hirsch setzt in ihrer Installation „Narben

hinterlassen“ die vielen „Verletzungen“, die dem

Gottesgebäude widerfahren sind, in Bezug zu Wunden,

die Menschen erlitten haben.

Justyna Janetzek ließ ein Friedenstor als Himmelspforte

vor das Westportal einschweben.

Holger Küper lässt bei „Innerer Frieden“ in den

Fenstern auf der Südseite mit Folienfetzen eine frühlingsgrüne

Wiese und ein goldgelbes Zelt leuchten.

Ilsuk Lee lässt wie in Kubricks „2001: Odyssee im

Weltraum“ einen Monolithen im Domparadies auftauchen.

Aus dem Inneren des Kubus leuchtet ein

Kreuz: „Ein Denkmodell des Universums: Der Frieden“.

Peter Lepp lädt beim „Hortus Conclusus“ im Kachelzimmer

zu einer Teestunde mit dem Hohelied von

Salomo auf Arabisch und Hebräisch ein.

Fridolin Mestwerdt bringt in „Wenn ihr in ein Haus

kommt, dann wünscht ihm Frieden“ die Friedensgrüße

der drei bekanntesten abrahamitischen Religionen

am jeweils anderen Gotteshaus an.

Tonio Nitsche ersetzt eine Betbank durch zwei einander

gegenüberstehende Sessel auf einem Teppich:

„Zusammensetzen, Auseinandersetzen“.

Moritz Riesenbeck lässt in „Die Suche nach den Dingen“

vom Inneren des Dachstuhls im Westwerk

durch den Gewölbe-Abschlussstein einen Leuchtstab

langsam in den Innenraum des Domes herab- und

hinauffahren.

Elisabeth (Lis) Schröder ließ am Eröffnungsabend

den Satz „Wir alle machen Fehler“ wie ein Mantra

singen –vom Domchor.

Yoana Tuzharova: Inihrem knapp fünf Meter hohen

und zwei Zentimeter flachen Lichtobjekt „Paradies-

Portal“ steht das Porträt einer bettelnden Frau auf

der Schwelle zwischen Schatten und Licht.

Yuren Wulässt in „Porron“ Kirchenlieder in Grammophon-Qualität

aus einem Schiff ertönen –

draußen.

Gerhard H.Kock


LEBEN &WISSEN 23

In Gegenwart des Künstlers Gerhard Richter wurde das Foucaultsche Pendel am 16. und 17. Juni in Münster der Öffentlichkeit vorgestellt.

Fotos: Oliver Werner

Ein Pendel zieht Kreise

Die SAtadt Münster feiert das neue Richter-Kunstwerk in der Dominikanerkirche.

Gerhard Richter, von Journalisten umringt

Der Physiker Dr. Klaus-Jürgen Tombrink

war es, der das Pendel am 12.

Juni anstieß. Man merkt ihm den

Stolz an, wenn er davon erzählt.

Nach langen Vorarbeiten an der Installation

des Ausnahme-Künstlers

Gerhard Richter in der münsterischen

Dominikanerkirche war Tombrink

zur Tatgeschritten. „Ein aufregender

Moment“, berichtet der Physiker,

der für den technischen Teil

des Kunstwerkes zuständig ist, aber

natürlich nicht für den künstlerischen.Nun

also schwingt das Foucaultsche

Pendel offiziell

seit dem 16.Juni an einem

29 Meter langen Stahlseil

durch die profanierte Kirche.

Seit dem Tagder Eröffnung ist zudem

klar, dass das Pendel auch die Massen

bewegt. Schätzungsweise 1000 Menschen

standen auf dem Platz vorder Kirche,

als die Grußworte gesprochen wurden.

In Gruppen zu 100wurden die Besucher

anschließend in die Kirche gelassen

und scharten sich um die Installation mit

dem offiziellen Titel„Zwei graue Doppelspiegel

für ein Pendel“. Die „Würde des

Ortes“, von der Münsters strahlender

Oberbürgermeister Markus Lewe an diesem

Tagimmer wieder sprach, ist klar zu

spüren. Das lautlose Pendel schafft in

dem ansonsten komplett leer geräumten

barocken Raum eine unwiderstehliche

kontemplative Atmosphäre. Da Gerhard

Richter zu den Menschen gehört, die lieber

ihreKunst sprechen lassen, als selbst

etwas zu sagen, lag es zur Eröffnung

nicht zuletzt an

dem Kurator Marcus

Lütkemeyer,

die Besonderheit

der Installation

zu erklären. Seit

1850 gelte das

Foucaultsche

Pendel als Beweis

für die früher von

der KirchegeleugneteThese, dass die Erde

eine Kugel ist und sich um die eigene

Achse dreht, erklärte er. Die Besonderheit

der Richter-Installation bestehe nun

darin, einer naturwissenschaftlichen Erkenntnis

eine künstlerische Gestalt zu geben

–und das auch noch in einerKirche.

Ach übrigens. Nach dem „Ur-Stoß“ von

„Dieses Kunstwerk von Gerhard

Richter versöhnt Religion und

Wissenschaft.“

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe

Dr. Tombrink muss nie wieder jemand

das Pendel in der Kirche anstoßen. Vorgesetzt,

der Strom fällt nicht aus. Denn

unter dem Kirchenboden befindet sich

eine Spule, die sich durch regelmäßige

Stromstöße in ein magnetisches Feld verwandelt

und der 48 Kilogramm schweren

Kugel mit eben

dieser Regelmäßigkeit

einen kleinen

Energieschub

verpasst. Alles

sorgsam ausgerechnet

von den

Physikern der Uni

Münster. Pendelbewegungen

per

Stromschlag? Also alles nur ein Fake?

Nein, natürlich nicht. Die Besonderheit

des Foucaultschen Pendels besteht nicht

darin, dass die Kugel pendelt, sondern

dass sich die Kugel dabei langsam, aber

unaufh

altsam im Kreis bewegt und damit

die Rotation der Erde nachvollzieht.

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