MitFreude Gedanken und Geschichten aus Herzen

werkraum2018

MitFreude

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Geschichten und Gedanken aus dem Herzen ...

Juni 2018

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MitFreude

„Sei Du selbst die Veränderung,

DIE DU DIR WÜNSCHST

FÜR DIESE WELT“

Mahatma Grandi

Mit diesem Zitat von Mahatma Gandhi kann ich mich zu 100% identifizieren.

Wer neue Wege gehen will, muss seine alten Pfade verlassen, auch wenn er sich damit

vermeintlich erstmal alleine auf den Weg macht. Die Erkenntnis gar nicht alleine auf

diesem Weg zu sein, habe ich bei der Arbeit an meinem Magazin unmittelbar gefunden.

Denn alle, die ich gefragt habe, waren sofort bereit, ein Stück des Weges hier mit mir zu gehen.

Die Idee: Das oberste Credo vieler Medien lautet oft „bad news are good news“.

Schlagzeilen, vor allem negative rund um Dramen, Lug und Betrug, Mord und Totschlag faszinieren

eine Vielzahl von Menschen. Wen interessiert es überhaupt, dass jemand gesund, zufrieden und

glücklich ist, er Schönes oder Wertvolles erlebt hat - wenn

dramatische Ereignisse viel spektakulärer wirken, die Absatzzahlen

sich dabei erhöhen und die Leserschaft damit (vermeintlich)

zufrieden gestellt wird.

Ich wollte das irgendwann nicht mehr lesen und mitverfolgen und

dachte immer, dass es da doch auch noch etwas anderes geben

muss. Aufgrund einiger einschneidender Ereignisse in meinem

Leben habe ich mich vor 3 1/2 Jahren entschieden, einen anderen,

möglichst positiven, glücklichen und freudvolleren Weg zu gehen.

Und dann? Das was einem selbst Spaß macht, macht man auch

gut. Freude, die aus dem Herzen kommt und geteilt wird, vermehrt

sich. Und das ist seitdem mein Credo: ich will überwiegend Dinge

tun, die mir Spaß machen und auch anderen Freude bereiten.

Daher war es 2017 dann naheliegend, dass ich mein eigenes

Magazin auch MitFreude nannte.

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Darüber nachgedacht hatte ich schon länger und im Herbst 2017 sagte ich mir

dann – „Los geht´s, fang einfach mal damit an. Es muss nicht perfekt sein, lasse

es langsam wachsen und sich entwickeln. Es geht nur um den ersten Schritt –

es einfach zu tun“.

Das Magazin hat keinen kommerziellen Hintergrund, daher gibt es auch keine

Inserate oder bezahlte Werbung. Es kostet auch nichts.

Es ist mein persönliches Herzensprojekt und soll einen „neuen Weg in die Welt“

finden.

Ich habe versucht, Menschen zu finden, die herzvolle Geschichten erzählen

können. Ich habe versucht eigene Geschichten zu erzählen und ich habe

versucht besondere Geschichten aus aller Welt zu finden.

Es ist der Anfang getan– und darauf kam es mir an.

Für die zweite Ausgabe, die ich für den Herbst/Winter plane, wünsche ich mir

viele weitere interessante, inspirierende und herzerwärmende Menschen, die

mich besuchen, oder ich sie besuche, und die mich auf die Reise ins Neue

begleiten und mir ihre Geschichten erzählen.

Dass das Magazin nun im Juni diesen Jahres erstmals erschienen ist, das

verdanke ich auch einigen Menschen, die meine Vision – Geschichten und

Gedanken aus dem Herzen zu erzählen – berührt hat.

Mein besonderer Dank dafür gilt Eva-Maria, Catharina, Ina und Wolfgang!

MitFreude dein

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GEDANKEN

ZUR LIEBE

Was bedeutet „Ich liebe dich”

für mich eigentlich ...?

Ich sitze da, höre Musik und denke darüber nach,

was ich über die Liebe schreiben möchte.

Liebe – was ist Liebe?

Letztlich kann ich nur darüber schreiben, was Liebe

für mich selbst bedeutet, eine subjektive Form der

Betrachtung. Es scheint mir schwierig, sich diesem

Thema anders zu nähern.

Meine Erfahrungen, die ich mit der Liebe gemacht

habe, so wie sie mir begegnet ist und mein Leben

begleitet hat und das jeden Tag aufs Neue wieder

tut.

Schnell drängt sich mir da eine bestimmte Frage auf:

Gibt es verschiedene Arten der Liebe?

Eltern-Kind Liebe. Kind-Eltern Liebe. Partnerliebe.

Tierliebe. Liebe zum Beruf. Liebe zu Gott. Und

wahrscheinlich gibt es noch viele andere Lieben –

das dachte ich zumindest lange in meinem Leben.

Was bedeutet es jemanden zu sagen „Ich liebe

dich.“? Warum sagt man das meistens nur zu seinem

Partner, nicht aber zu seiner Mutter, seinem Vater

oder anderen Menschen? „Ich habe dich lieb!“ ist

dann oft das, was gesagt wird.

Ist denn „Ich habe dich lieb!“ eine abgeschwächte

Form von „Ich liebe dich.“?

Wenn ich so nachdenke, habe ich nie zu meiner

Mutter, und schon gar nicht zu meinem Vater, als

er noch lebte, gesagt „Ich liebe dich.“. Aber warum

eigentlich nicht? Wahrscheinlich weil ich Liebe

„nur meinem Partner“ zugestehen wollte und

anderen für die Zuneigung, die ich empfunden habe,

dann gesagt habe „Ich hab dich lieb!“.

Ja, so wird es wohl gewesen sein ...

Es erschien mir vielleicht einfacher, passender, als

diese magischen, aber auch sehr aufgeladenen

Worte „Ich liebe dich.“.

Aber was bedeutet es denn eigentlich zu sagen

„Ich liebe dich“?

Wenn ich das meinem Partner gesagt oder auch

geschrieben habe, dann hatte das die Bedeutung

von „Ich möchte mit dir zusammen sein, ich möchte

mein Leben mit dir teilen“. Und „Ich bin für dich

da, gehe mit dir durch dick und dünn, du bist ein

wundervoller Mensch, du bedeutest mir so sehr viel“.

Ich hätte auch für Partner mein Leben gegeben. Weil

sie mir so wichtig waren, so äußerst wertvoll.

Und plötzlich, aus welchen Gründen auch immer,

steht die Partnerschaft vor dem Ende.

Zwei stehen vor Trümmern und Scherben ihrer

gemeinsamen Existenz. Aus, vorbei – es war

einmal. Große Trauer breitet sich aus. Dazu

aber oft auch Wut, wenn nicht sogar Hass.

Vorbei ist die Liebe. Nie wieder sagt man

dann diesem Menschen „Ich liebe dich.“.

Warum sollte man auch? Man bekommt ja

keine Zuneigung mehr, der andere teilt das

Leben nicht mehr mit mir – ich kann ihn nicht

mehr besitzen. Er hat sich entschieden, sein

Leben in neue, in andere Bahnen zu lenken.

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Diese Liebe war letztlich auf die Dauer der

Partnerschaft geschlossen, solange der andere an

meiner Seite war, das war wohl die Bedingung.

Liebe auf Zeit, für die bloße Partnerzeit.

Endet diese, so wird sie entzogen ...

Der Mensch, der mir so sehr wichtig war, dieser

Mensch ist mir jetzt unwichtig geworden. Oder

zumindest ist er nicht mehr in der Art wichtig wie

vorher, auf alle Fälle, nicht mehr von mir geliebt.

Zumindest waren das meine Erfahrungen, die

ich erlebt habe, bei mir selbst, aber auch aus

Erzählungen und Miterleben bei Freunden und

Bekannten.

Ist Liebe denn etwas, das man gibt und wenn es

nicht so funktioniert wie man sich das vorstellt,

wieder nimmt?

Klar, das gute Recht hat jeder, das muss auch jeder

für sich selbst entscheiden. Als wir das Licht der

Welt erblickten, wurden wir mit dem freien Willen

beschenkt und somit auch der Fähigkeit und dem

Recht uns frei zu entscheiden. Das kann uns niemand

als Menschen, die wir sind, wieder nehmen.

Ist denn Liebe nicht vielmehr ein „Ich nehme dich

so wie du bist!“. So wie du bist, genau so, und nicht

eine andere optimierte, auf mich angepasste Version

deiner Selbst. Nicht (nur) weil du mir etwas gibst,

das mir gut tut, sondern einfach weil du bist.

Weil DU BIST.

Liebe darf einfach SEIN. Sein um des Seins selbst.

Und dann hat sie keine Bedingungen. Keine einzige.

Diesen Menschen trage ich im Herzen, egal ob er

gerade an meiner Seite ist oder auch nicht.

Diese Liebe gesteht dem anderen auch zu, sein

Leben zu verändern und sich weiterzuentwickeln.

Sie hat kein Ende.

Love has no end.

Vor einigen Jahren habe ich beschlossen, ich möchte

und werde meinen weiteren Weg der Liebe so gehen

– „Ich nehme dich so wie du bist!“.

Es fühlt sich sehr gut an, sehr aufrichtig, auch wenn

es durchaus Herausforderungen an mich heranträgt.

Liebe an Bedingungen zu knüpfen haben wir von

klein auf gelernt, sich von Bedingungen zu lösen,

braucht auch seine Zeit.

Heute blicke ich zurück und danke aus Herzen all den

Menschen, die mich begleiteten und mit denen ich

mein Leben ein Stück weit teilen durfte. Ich danke für

alle Erfahrungen, auch für jene, die mich nicht immer

nur fröhlich zurück gelassen haben.

Diese Menschen haben mein Sein bereichert und

gaben mir durch ihr Sein Wertvolles mit auf den Weg.

Durch ihr Sein haben sie dazu beigetragen, dass ich

heute so bin wie ich bin. Der Mensch, der versucht

Liebe bedingungslos zu leben und zu geben.

Ja, das bedeutet Liebe für mich.

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WANN HAST DU

ZUM LETZTEN MAL

ETWAS ZUM

ERSTEN MAL

GEMACHT?

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LEBENS

MITTEL

Eine Geschichte von Eva-Maria, die mit ihrem Tun und Sein bedürftigen Menschen und Freunden

große Freude bereitet und damit auch aufmerksam macht, wie die Wirtschaft mit Lebensmitteln umgeht ...

Es ist so dunkel, dass ich nur noch Umrisse erkennen

kann, eine Sinfonie grau in grau. Der Herbst hat

Einzug gehalten und es ist schon nach 21 Uhr,

also besteht absolut kein Grund sich über mangelndes

Licht zu beschweren. Ich ärgere mich mal wieder über

meine Nachtblindheit, weshalb ich nur sehr langsam und

unbeholfen über das Betriebsgelände des Supermarktes

tappe. Meine Taschenlampe zücke ich trotzdem erst als ich

meinem anvisierten Ziel schon sehr nahe bin.

Ich will nicht unnötig auf mich aufmerksam machen,

Dunkelheit und Stille – das sind die verlässlichen Komplizen

auf meinen abendlichen Touren. Etwas umständlich

schiebe ich den schweren Deckel der großen Mülltonne

soweit zurück bis ich das vertraute Geräusch des Einrastens

vernehme; ein Klick auf die Taschenlampe, fiat lux. Bei mir

stellt sich ein Gefühl ein ähnlich jenem, welches wohl die

Archäologen empfunden haben mussten, die als erste die

Grabkammer des Tutenchamuns betraten. Nennt mich

pathetisch, aber auch nach all den Jahren ist er immer noch

so aufregend für mich, dieser eine, ganz besondere Moment.

In voller Pracht zeigt sich ein Schatz im schwachen Schein

meiner Maglite wie es einen Schöneren nicht geben könnte

– Lebensmittel!

Ganz viele, unverdorbene, noch genießbare Lebensmittel!

Lebensmittel, die ich nun aus ihrem Grab befreien kann,

die ich säubern kann, die ich sortieren kann und denen

ich endlich den ihnen ursprünglich angedachten Zweck

zurückgeben kann, nämlich Mittel zum Leben zu sein.

Orangen, Äpfel, Bananen, Birnen, Zwetschken, Mandarinen,

Zitronen, Kürbis (ganz viel Kürbis!), Kastanien, Zwiebel,

Knoblauch, verpacktes Brot, Toast, Schokoladentafeln,

Vitaminbonbons, eingeschweißter Käse, Fischkonserven,

Tiernahrung und noch weiteres, allerdings in kleineren

Mengen – alles in allem etwa 50 Kilogramm.

Schnell schlage ich meine Bedenken in den Wind, parke

mein Auto näher an die Container, auch wenn das lärmt

und hell ist.

Aber ich habe viel zu viel Freude an dem Fund und will die

Sachen möglichst schnell und effizient verladen können.

Denn wer eine Menge findet, hat nachher auch viel zu

reinigen und zu sortieren; das braucht Zeit und Geduld –

aber das ergibt Lebensmittel die zwar nicht umsonst,

jedoch gratis sind. Lebensmittel, welche ich mir in den

Mengen nicht leisten könnte, und welche sich viele

Menschen bereits in geringen Mengen nicht leisten können.

Ja, auch nicht bei uns in Zentraleuropa.

Aber genau deshalb freue ich mich so sehr: heute Nacht

werde ich noch zahlreiche Nachrichten an Menschen

verschicken, die ich kenne und für die diese Lebensmittel

wichtige Lebens-Mittel sind.

Während ich die Waren in Kartons räume, lächle ich, weil

ich jetzt schon weiß, wie sich Carolines Kinder über die

Schokolade freuen werden und das sich Peter, ein rüstiger

Pensionist jenseits der 80, der zahlreichen Zwetschken

annehmen wird, nur um uns in ein paar Tagen mit einigen

Gläsern seines selbstgemachten Powidls zu erfreuen.

Rasch reinige ich noch den Platz und sorge dafür, dass

ich die Container sauberer verlasse als sie vor meinem

Besuch waren. Dann fahre ich los, es warten noch mehr

Schatzkammern auf mich. Noch mehr Lebensmittel, die

wieder gerne werden, was sie eigentlich sind ...

Herzlich Eva-Maria

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AWAKE2

PARADISE

Eine Geschichte von Catharina Roland, die sich auf einer weiteren Reise um die Welt

auf zu spirtituellen Lehrern machte, um für ihren Film “Awake2” Geschichten zu sammeln ...

Gerade eben, als ich mich in einem Kaffeehaus

in der Nähe von Moritz' Montessorischule

hinsetzte, um mir zu überlegen, zu welchem

Thema ich für das neue „Mit Freude Magazin“ schreiben

will, wurde meine Aufmerksamkeit von einer Songzeile

angezogen, die genau in dem Moment zu spielen

begann, als ich meinen Laptop aufklappte.

„We don't need more education, we don't need more

thought control“

Wundervoll – ich vertraue zutiefst auf die Weisheit des

Lebens, die uns immer das „serviert“, was wir gerade

brauchen.

„Wir brauchen nicht mehr Erziehung, wir brauchen

nicht mehr Gedankenkontrolle“ – was für ein schönes

Thema.

Nach meinem ersten Film „Awake – Ein Reiseführer

ins Erwachen“ hatte ich mich ja wieder aufgemacht,

um zu erforschen, was uns Menschen davon abhält,

in Balance und Einklang mit uns selbst, einander und

der Natur zu leben, um die Grundursache zu finden, die

uns zu der einzigen Spezies auf diesem wundervollen

Planeten macht, die nicht nur die Fähigkeit hat,

das Gleichgewicht unseres über Milliarden Jahren

entstandenen Ökosystems zu stören, sondern deren

Handeln mittlerweile zur Ursache des 6. Massensterbens

in der Geschichte des Planeten geworden ist.

Ich bin mittlerweile für mich zu dem Schluss gekommen,

dass es unsere Unbewusstheit über die Wirkmacht

unserer Gedanken ist. Gedanken, die uns als von allem

getrennte Individuen denken, uns glauben lassen,

dass wir immer mehr Dinge brauchen, um uns endlich

glücklich und erfüllt spüren zu können. Gedanken, dass

wir nicht gut genug sind, dass wir kämpfen müssen, um

„Recht“ zu haben, dass wir Opfer eines übermächtigen

Systems sind. Gedanken, dass wir nichts verändern

können.

In einem Interview, das mir Bernd Kolb vor einiger Zeit

für meinen neuen Film „Awake2Paradise“ gab, sagte er

folgenden schönen Satz:

„Was wir brauchen, sind nicht mehr Informationen oder

punktuelle Veränderungen an ein paar Stellen. Was wir

brauchen, ist ein neues Bewusstsein fürs Leben, dann

erübrigen sich all diese Fragen.“

Ein „neues Bewusstsein fürs Leben“ – was bedeutet das?

Die für mich wichtigste Frage, deren Erkundung die

bedeutendste Erkenntnis oder vielmehr „Erfahrung“

ist, die dieses neue Bewusstsein hervorbringen kann,

ist: „Wer und was sind wir? Was ist dieses ursprüngliche

Sein, das in einen Körper inkarniert, um hier auf der Erde

als „Mensch„ Erfahrungen zu sammeln?“.

Seit tausenden von Jahren berichten uns Mystiker und

die ursprünglichen Weisheitslehren davon, dass wir

unendliche, allverbundene Wesen sind, reines „göttliches

Bewusstsein“, wie Tropfen eines Ozeans, der gleichzeitig

der Ozean reinen Seins ist.

All dies lässt sich mit unserem Verstand aber nicht

erfassen. Ich erinnere mich daran, wie ich als Kind

versuchte, mir Unendlichkeit oder Ewigkeit zu erdenken.

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Es gelang mir nicht. Aber dieser missglückte

Versuch ließ mich immerhin darauf schließen,

dass es weit mehr geben muss, als unser Verstand

erfassen kann. Dass es eine Instanz in uns geben

muss, die weiser ist, als unser Intellekt es jemals

sein kann. Ich war neugierig geworden und

begann Bücher von „Erleuchteten“ zu lesen,

begann zu beten, dieses reine Sein zu erfahren.

Und schließlich war es eine ganz einfache Frage,

die mich zum ersten Mal soweit öffnen ließ, um zu

erfühlen, wer ich wirklich bin.

Die Frage lautete:

„Wer und was ist es, das diesen Moment erfährt?“

Als ich mir erlaubte, mich ganz tief in diese Frage

fallen zu lassen, in „etwas“ in mir zu entspannen,

das all die wilden Gedanken und Empfindungen

in absoluter Gelassenheit beobachten konnte,

erschauerte ich und spürte, wie eine Welle des

Glücks und der Befreiung durch mich strömte. Der

erste „Crack in the wall“ war geschehen.

Dachte ich damals noch, dass ich dieses reine

Bewusstsein in mir gefunden hatte, so ist mir

im Laufe meiner Praxis immer klarer geworden,

dass dieses reine Bewusstsein nicht etwas ist,

das in mir gefangen ist, sondern dass ALLES, was

ist, von diesem Bewusstsein durchdrungen ist,

jede Pflanze, jeder Stein, jedes Wesen, jede Zelle

wird von reinem Bewusstsein durchdrungen, die

Materie in-formiert und erst so Form, wie wir sie

wahrnehmen, entstehen lässt. Eine Erkenntnis,

die spannenderweise mittlerweile auch von

Quantenphysikern bestätigt wird:

Das Bewusstsein ist der Wesenskern des

Menschen. Es ist das, was übrig bleibt, wenn man

alle mit dem Gehirn verbundenen Eigenschaften

und Interpretationen wegnimmt. Es ist der Aspekt

von uns, der sich selbst beobachtet (Max Planck,

Nobel-Preisträger).

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Wenn wir in einen Körper inkarnieren, dann sind wir

dieses reine Bewusst-Sein, dessen Qualität am besten

mit „reiner Liebe“ beschrieben und erfühlt werden

kann.

Warum aber leben wir diese Liebe nicht in jedem

Moment unserer Existenz?

Spannenderweise – und vielleicht ist dies ein

wichtiger Prozess, um ein Erlebnis der Getrenntheit

von allem was ist, zu erfahren – beginnen wir, uns

in unserer Evolution als Kleinkind immer mehr mit

unserem Verstand zu identifizieren. Wir übernehmen

die individuellen Überzeugungen und kollektiven

Glaubenssätze unseres sozialen Umfeldes, die

sozusagen zur „Verstandessoftware“ werden, die dann

unbewusst unser Leben lenkt und manifestiert.

Auf der Reise für meinen ersten Film war ich

dem amerikanischen Entwicklungsbiologen und

Stammzellenforscher Bruce Lipton begegnet.

Er verdeutlichte mir, dass unser Gehirn als Kinder

im Alter von etwa 2 bis 6 Jahren überwiegend

einer Gehirnfrequenz von 4-8 Hz, den sogenannten

„Thetawellen“ läuft. Das ist ein Zustand, der von ihm als

„hypnotisch“ beschrieben wird. Alles, was wir in diesem

Zustand hören, beobachten und als „wahr-nehmen“

wird in unserem Unterbewusstsein ohne eine Instanz

der Bewertung abgespeichert.

Im Laufe unseres Lebens machen wir dann weitere

Erfahrungen, die wir dann auf Grund dieser

Vorstellungen bewerten.

Und so werden limitierende Vorstellungen und Ideen

nicht nur durch alle weiteren Informationslieferanten,

wie unser soziales Umfeld und Medien geprägt,

sondern meist unhinterfragt von Generation zu

Generation weitergegeben unnd bestimmen so unser

oft destruktives Handeln.

Dazu kommt dann die Wirkmacht unseres

Unterbewusstseins: Laut wissenschaftlicher

Forschungsergebnisse wird unser Leben nur zu etwa

5 % von unserem Tagesbewusstsein gesteuert.

95 % der wirksamen und handlungsbedingenden

Gedanken kommen aus unserem Unterbewusstsein.

Diese unterbewussten Gedanken haben also einen

Rieseneinfluss auf unsere Entscheidungen, Gefühle,

die Art, wie wir uns auf uns selbst beziehen,

miteinander agieren, wie wir mit unserer Umwelt

umgehen.

In meinem neuen Film werde ich darauf nochmals

detaillierter eingehen. Und so wird es immer klarer,

was Bernd Kolb damit gemeint hat, dass wir ein

neues Bewusstsein fürs Leben brauchen, um das

zerstörerische Verhalten auf der Erde zu stoppen und

wieder in Harmonie mit dem Ökosystem unserer Erde

zu kommen.

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Wenn wir beginnen, unseren Gedanken immer weniger

zu glauben, ihnen die Macht entziehen, unser Leben

zu bestimmen, sondern uns immer mehr darin üben

zu erfühlen, dass wir unendliche, allverbundene

Wesen sind, erkennen, dass wir in jedem Moment

unseres Lebens in ständiger Kommunikation mit allem

uns umgebenden Leben sind, werden wir nicht nur

beginnen, uns immer erfüllter, lebendiger und freudiger

zu fühlen, sondern auch achtsamer mit uns selbst,

einander und der Erde umgehen. Und das kann jeder

von uns, der bereit dazu ist.

Was heißt „bereit zu sein“?

Unsere inneren Tore für diese Erfahrung zu öffnen.

Innerlich „ja“ zu einer solchen Erfahrung zu sagen, uns

in Hingabe zu üben, Hingabe an das Leben, das sich

durch uns in Liebe und Lebendigkeit ausdrücken will.

Wir werden beginnen mit-zu-fühlen. Vielleicht

liegt ja einer der wichtigsten Prozess in unserer

Transformation von Ausbeutern zu Hütern dieser Erde

darin, die Fähigkeit zu entwickeln, uns in andere Wesen

hineinzuversetzen, also deren Perspektive einnehmen

zu können, um zu erfühlen, was dieses Wesen gerade

braucht, um zu wachsen und zu gedeihen. Das können

Menschen um uns sein, aber auch alle anderen

Lebewesen, wie Tiere oder Pflanzen. Seit ich dieses

„mitfühlen“ ganz bewusst praktiziere, habe ich ganz

automatisch aufgehört, Tiere zu essen und gehe viel

bewusster und dankbarer mit den Pflanzen um, von

denen ich meinen Körper nähre.

Bewusstes Mitfühlen und Erwachen ist ein Prozess,

den jeder von uns gehen kann. Ein Weg, an dessen

Ende wir erkennen, dass es nichts zu erreichen gibt,

was nicht immer schon da war. Das, was Du BIST,

reines Bewusstsein, Liebe, reines SEIN.

„Wir brauchen nicht mehr Erziehung, wir brauchen

nicht mehr Gedankenkontrolle“. Außer in Momenten

tiefer Meditation können wir „nicht denken“. Solange

sich unsere Seele eines Körpers als Expeditionsgefährt

durch Zeit und Raum bedient, werden wir von unserem

Verstand begleitet.

Aber wir können beginnen, unseren Verstand bewusst

zu gebrauchen, statt von ihm gebraucht zu werden.

Wir können beginnen unsere Gedanken mit unserem

Herzen auszudeuten, wie Friedrich Schiller das so schön

formuliert hat und uns immer weiter dafür öffnen, die

Weisheit des Lebens, die Intelligenz des Universums,

die in jedem Atom unseres Körpers präsent ist, durch

uns fließen zu lassen.

Ich spüre, dass dies der Weg sein kann, nicht nur dem

Kollaps aller Systeme hier auf der Erde zu entgehen,

sondern die Möglichkeit offenbart, das „Paradies“ in

uns selbst zu entfalten und es hier auf der Erde zu

manifestieren.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich inspiriert

fühlen, mich auf diesem Weg zu begleiten.

Mein neuer Film „Awake2Paradise“ hat 2018 Premiere .

www.awake2paradise.com

Danke Christian für dieses neue Magazin.

Möge es viele, viele Menschen inspirieren und ihre

Lebensfreude wecken helfen!

HERZlich

Catharina

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„Der Augenblick ist zeitlos“

Was, wenn es keine Zeit geben würde?

Gedankenreise in eine Zeit ohne Zeit ...

Leonardo da Vinci

Wie oft hören wir diesen Satz oder sagen ihn

auch selbst: „Ich habe keine Zeit“.

Diese Phrase wird oft geäußert, weil uns

etwas eigentlich nicht wichtig ist, weil wir etwas nicht

tun wollen, oder schlicht und einfach deswegen, weil

wir wirklich keine Zeit (zu glauben) haben.

Wir hängen mit unseren Gedanken gern in der

Vergangenheit, aber oft auch schon in der Zukunft. Ob

wir in Erinnerungen schwelgen oder Pläne für unser

künftiges Dasein schmieden, über alles Mögliche

denken wir nach.

Doch die Vergangenheit ist nun mal bereits vergangen,

und die Zukunft ist noch fern, erst zu erleben.

Eingeschnürt im Zeitkorsett, gefangen zwischen dem

was schon war und dem was noch ist, vergessen wir

oft etwas ganz Wesentliches. Nämlich, dass wir nur

den Augenblick haben. Nur den Augenblick.

Was aber, wenn es keine Zeit gäbe? Hätten wir dann

auch keine Zeitprobleme mehr? Würden der Mangel

an Zeit, der damit einhergehende Stress und die

allgemeine Hektik einfach so verschwinden, so ganz

ohne Zeit?

Machen wir doch dieses einfache Gedankenexperiment!

Stell dir vor, wir leben in einer Welt, in der es keine Zeit

gibt. Es gibt keine Maßeinheit mehr (keine Sekunden,

Stunden, Tage .. ) und es gibt keine Messinstrumente

(Uhren, Kalender, ..) mehr.

Es gibt nicht das Sein in Raum und Zeit, es gibt nur

mehr das Sein. Alles IST. Jetzt. Ich BIN. Jetzt.

Doch wie wäre das Leben auf einer Erde ohne Zeit?

Zweifelsohne gäbe es am Anfang wahrscheinlich

Chaos, denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier

und an feste Abläufe und Systeme stark gewöhnt.

Aber wenn dies überwunden wäre, wie wäre mein

Leben dann? Gäbe es keine Zeit, würde ich vielleicht

gar nicht wissen, wann, um welche Zeit, ich zur Welt

gekommen bin. Es war an einem warmen, sonnigen

Tag, die Menschen haben sich gefreut da ich geboren

wurde. Und seitdem bin ich einfach, jeden Augenblick

BIN ich.

Die ganzen Geburtstagsfeiern wären nicht gewesen,

denn niemand wusste, auch ich nicht, wann sie zu

feiern wären, noch wie alt ich eigentlich bin. Denn die

Zeit legt das nicht fest, es gibt sie ja nicht. Ich würde

mich einfach nur jeden Tag freuen, dass ich bin.

Wäre es dann so, dass ich statistisch gesehen nicht

mit einem bestimmten Lebensalter eine Krankheit

haben werde, weil ich und mein Körper ja gar nicht

wissen, dass wir diesen Abschnitt erreicht haben?

Oder würde ich dann meine Lebenszeit verlängern

können, denn ich weiß ja nicht, dass ich schon ein

sehr hohes Alter erreicht habe und nun dem Tode

nahe bin.

Zähle ich dann vielleicht auch gar nicht zum alten

Eisen, denn niemand weiß, dass ich über 60, 70 oder

gar 80 Jahre bin. Ich werde von niemandem in eine

Lebensabschnitt-Schublade gesteckt, nach der ich

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bewertet werden könnte. Keiner sagt „das gehört sich

doch nicht in dem Alter“, denn es weiß ja keiner wie

alt man ist. Auch ich nicht. Drum mache ich vielleicht

Sachen, die ich mit einer Zeitmessung niemals tun

würde.

Ich würde dann wahrscheinlich auch nicht um 12

Uhr essen, weil Mittag ist, sondern dann, wenn mein

Körper mir sagt, dass er Hunger hat.

Zu Bett würde ich dann gehen, wenn ich müde

bin, und aufwachen und aufstehen, wenn ich

ausgeschlafen bin. Auch das sagt mir mein Körper.

Das es Nacht ist, wenn es draußen dunkel ist und das

es Tag ist, wenn am Himmel die Sonne scheint, das

weiß ich auch ganz ohne Armbanduhr.

Vielleicht würde ich dann wirklich im Augenblick

leben und diesen einfach genießen. Denn es gibt

keine Zeit, die mir davonlaufen könnte. Ich bin

einfach. Ich BIN. Hier und jetzt.

Wenn ich mich zu unserem Gedankenexperiment

hinfühle, muss ich zugeben: es fühlt sich angenehm

an. Das Gefühl frei von Zwang im Augenblick zu

existieren, erfüllt mich von Glück.

Was spricht dagegen mal eine Zeit ohne Zeit zu

verbringen?

Einfach nur im Augenblick sein und dabei die

wundervollen kleinen Dinge des Lebens zu entdecken

und zu genießen. Die ich sonst nicht sehe, weil ich

immer „keine Zeit“ habe für diesen einen Augenblick.

Kann das funktionieren?

Das wird jeder erfahren, wenn er es ausprobiert!

Aber ICH warte nicht darauf bis ich schwer krank bin

oder ein Todesfall mir wieder die Endlichkeit unseres

menschlichen Daseins ins Bewusstsein ruft.

Ich lebe den zeitlosen Augenblick. Jetzt.

Christian

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MEINE DREI DINGE

FÜR EIN LEBEN MIT FREUDE

Eine Geschichte von Wolfgang Tejral, der vor kurzem Papa einer zweiten Tochter wurde ...

Als mich mein lieber Freund Christian fragte, ob

ich einen Beitrag für sein neues Magazin

„Mit Freude“ schreiben möchte, wollte ich zuerst

über ein berufliches Projekt schreiben. Ein Projekt, mit

dem wir unsere Musik, die „klangwelten für die seele“,

über ein "Klangei" zu den Menschen bringen. Ein Projekt,

dass mir schon lange, sehr am Herzen liegt.

Doch jetzt sitze ich hier an einem sonnigen Sonntag

Anfang Juni im Garten, nur wenige Stunden bevor das

Magazin in Druck gehen soll, und bemerke, dass ein

ganz anderes Thema in mir schwingt.

Die Frage, wie ich ein Leben in Freude leben könnte

oder was mich davon abhält, genau das zu tun, hat

in den letzten beiden Wochen für unsere Familie eine

neue Dimension erhalten. Der Grund dafür liegt darin,

dass unsere zweite Tochter Ina Sophie vor kurzem, am

20. Mai, das Licht der Welt erblickt hat und mir im Sog

der liebevollen Gefühle auch die essentielle Frage in

den Sinn kam, was ich, als Papa, als Elternteil, diesem

kleinen Engel für ein Leben mit Freude mitgeben kann.

Kurze Rückblende oder der Weg zu den essentiellen

Fragen des Lebens.

Vor etwa 18 Jahren erlebte ich eine ganz tiefe, alles

verändernde Krise. Heute nennt man sie Burnout,

damals war ich einfach nur überrascht von der

gefühlten Sinnlosigkeit, den dunkelschwarzen

Gedankenkreisläufen und meiner tiefen Depression,

die wie ein Tsunami über mich hereinfielen.

Doch statt mich der erlebten Aussichtslosigkeit

hinzugeben, nährte ich diese kleinen Funken namens

Hoffnung, Widerstand und Lebenswillen und begab

mich auf eine Reise in mein Innerstes, die bis heute

anhält.

Am Anfang jedoch standen nur Fragen…

Warum bin ich so weit weg von mir selbst, vom Kern

meines Wesens? Was wirft mich ständig aus meiner

Mitte? Wie kann ich ehrlich und in Resonanz mit meiner

Seele ein Leben in Freude leben?

Die Antworten sind so einfach wie grundlegend.

Weil ich mich selbst nicht lieben konnte (und auch gar

nicht wusste wie das geht), suchte ich Liebe im Außen.

Um das Verlangen nach Liebe zu stillen, sagen und tun

wir Menschen Dinge, die wir im selben Moment bereuen

und die uns nächtelang Selbstvorwürfe bescheren. Wir

wollen um jeden Preis geliebt werden und sind bereit

Dinge dafür zu tun, für die wir uns später oft sogar

schämen. Das untergräbt unseren Selbstwert, wir fühlen

uns klein und minderwertig und machen den nächsten

Blödsinn, um dieses Gefühl wieder loszuwerden.

Was aber, wenn wir von Kindesbeinen an lernten, uns

selbst zu lieben? Was wäre, wenn wir in diesem Feld nie

einen Mangel spüren würden?

Wir würden uns wohl nie auf die Suche nach Liebe

begeben, weil wir uns bewusst sind, dass wir sie in uns

tragen, von Anfang an. Wir würden uns nicht von uns

selbst entfernen, um dieses wunderbare Gefühl und diese

erhebende Energie erleben zu können. Und wir würden

uns viele Selbstvorwürfe, Zweifel und emotionale Täler

und unendliche Dramen ersparen. Wir würden ein Leben

in Freude und inneren Frieden (er)leben können.

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Was also kann ich meinen beiden Mädchen

mitgeben?

Ich sage ihnen jeden Tag, dass ich sie liebe, ohne

Wenn und Aber. Vielleicht bin ich das eine oder

andere Mal mit etwas nicht einverstanden, aber das

schmälert meine Liebe keinen Millimeter. Sie sollen die

Gewissheit haben, nichts tun zu müssen, um geliebt

zu werden. Sie werden geliebt, jeden Tag, jede Minute,

jede Sekunde. Weil sie SIND.

Weil ich mich selbst nicht wertschätzen konnte,

suchte ich ständig Anerkennung im Außen.

In unserer Gesellschaft ist das Kräftemessen in jedem

Bereich tief verankert. Wir vergleichen und messen

uns, wir bewerten und urteilen, wo es nur geht und

übersehen dabei die Einzigartigkeit, die jedem

Menschen innewohnt.

Weil wir dazugehören wollen, übernehmen wir die

Ziele unserer Leistungsgesellschaft und verlieren

unsere eigenen. Durch das Nutzen von sozialen Medien

haben wir die Messlatte zusätzlich höher gelegt und

das trägt oft zur weiteren Unzufriedenheit bei.

Wie werden meine Mädchen (sich) selbst-bewusst?

Meine Kinder sollen wissen, dass sie einzigartig und

großartig sind, unverwechselbar und mit keinem

anderen Menschen in ihrem Sein vergleichbar.

Ich wünsche mir, dass sie um ihre Stärken wissen und

ihre Schwächen annehmen können, im Gewahrsein,

dass jeder seinen wertvollen Teil in unserer

Gesellschaft beiträgt.

Dann werden sie ihre Freude auch zum Wohle aller

zum Ausdruck bringen können.

Einer meiner "Engel" - Marie Julia

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Und dann kommt noch die Angst dazu.

Angst ist ein lähmendes Gefühl und begegnet uns

in unendlich vielen Facetten. Die Angst, etwas nicht

zu schaffen, nicht erfolgreich zu sein, nicht geliebt

zu werden, die Existenz nicht mehr bestreiten zu

können, krank zu werden und auch zu sterben.

All das sind Emotionen, die durch unsere Gedanken

ausgelöst werden und die wir steuern können. Das

ist keine Kunst, sondern nur ein Handwerk, das von

jedem und jeder erlernt werden kann, wenn man

das möchte. Wenn wir das können, verliert die Angst

ihre Kraft in unserem Leben. Ohne Angst zu sein,

heißt, frei zu sein. Frei in seinen Entscheidungen,

frei in seinem Ausdruck.

Und ein freier Mensch ist auch in der Lage, sein

Leben in Frieden und Freude zu leben.

Wie begegne ich der Angst, wenn sie da ist?

So versuche ich, jedem angstvollen Gedanken von

mir und denen meiner Töchter einen liebevollen

und harmonischen Gedanken gegenüberzustellen

und mich und sie darin zu bestärken, die Angst als

das zu sehen, was sie ist: Das Produkt destruktiver

Gedanken, entsprungen aus einem Blickwinkel,

den ich selbst ändern kann.

Nicht mehr und nicht weniger.

So wie sie kam, kann sie auf einer (Gedanken)Wolke

wieder entschweben ...

Heute im Jetzt und Hier – mit diesen Werten.

18 Jahre nach meinem Burnout habe ich für

mich diese drei Punkte für ein glückliches Leben

entdecken und in meinen Alltag einbauen können:

Selbstliebe, Selbstwert und ein gutes Rezept,

mit Angst umzugehen.

Jeden Abend, vor dem Schlafengehen, lasse ich

meine Engel in mein Herz sehen und sie wissen,

wie sehr ich sie liebe.

Ich erinnere sie an ihre Großartigkeit und erzähle

ihnen Geschichten von Blumenwiesen, Einhörnern

oder Waldtieren, die alle ihre Freunde sind.

Herzlichst Wolfgang

PS: Gerne erzähle ich in der nächsten Ausgabe

von diesem Magazin über mein berufliches

Herzensprojekt, dem Klangei.

Denn auch die Geburt meiner zweiten Tochter hat

auch dabei etwas ganz Positives ausgelöst und

ich werde diese großartigen Schwingungen und

Stimmungen in einem ganz besonderen neuen

Projekt auffangen, um sie weiterzugeben.

Ich habe es auf den Namen "soulbee.family"

getauft …

20


MitFreude

DIE SCHWESTER

DES GLÜCKS

„Ich möchte die Liebe kennen lernen“, sagte das Schneeglöckchen zu der Krokusblüte,

die dicht neben dem Schneeglöckchen am Rande einer großen Parkwiese stand.

Die beiden Blümchen hatten fast gleichzeitig ihre Blütenköpfe geöffnet und, wie es scheint,

im selben Augenblick das strahlende Licht der warmen Sonne erblickt.

Deshalb fühlten sie sich – irgendwie – zusammengehörend.

„Sag Schneeglöckchen“, fragte die Krokusblüte: „Was ist eigentlich Liebe?“

„Etwas Schönes. Etwas Wunderbares ist Liebe“, antwortete das Schneeglöckchen. Sein

Stimmchen klang verträumt und sein Glöckchen sandte eine leise Musik in den sonnigen

Spätwintertag. Bing. Bing. „Liebe ist das Schönste und Herrlichste, was uns im Leben

begegnen kann.“

Die Krokusblüte staunte. Wie klug sie doch war, die neue Freundin, die sie gestern kennen

lernen durfte. Wie klug. Und wie hübsch! Und ihre Musik! Wie wundervoll sie doch klang!

„Woher weißt du das? Du bist doch nur wenige Zeit länger als ich auf dieser Welt“, fragte sie

das Schneeglöckchen, das seine Blüte den wärmenden Strahlen der Sonne entgegen reckte.

„Wie kannst du so viel wissen?“

„Ich lausche achtsam“, antwortet das Schneeglöckchen. „Ich lausche den Stimmen der Bäume

und der Vögel, ich sehe das Spiel der Wolken mit den Strahlen der Sonne, ich atme die Süße

der Erde und die Frische der Luft. Und ich höre die Worte der Menschen, die uns hier im Park

besuchen. Sie erzählen von der Liebe.“

„Liebe! Was ist Liebe?“, fragte die Krokusblüte wieder.

„Ich glaube“, antwortete das Schneeglöckchen, „die Liebe ist die Schwester des Glücks.“

„Du bist meine Schwester“, sagte da die Krokusblüte „und du bist mein Glück.“

„Ich … bin … dein … Glück?“ Das Schneeglöckchen stutzte, dann strahlte es und sein

Glöckchen sang ein fröhliches Lied. „Dann bist du meine Liebe.“

Es machte eine kleine Pause, dann sagte es mit einem herzlichen Seufzer:

„Wir müssen die Liebe nicht suchen. Sie ist bereits in uns da. Wie gut wir es doch haben!“

Die Krokusblüte nickte. Dann schwiegen die Blümchen wieder.

Es galt so viel zu entdecken rings um die Wiese an diesem wundervollen Sonnentag.

21


MitFreude

WIE FONGT MA ON?

WIE STEHT MA AUF?

Ina Regen berührt mit ihrem Lied „Wia a Kind” viele Herzen ...

Wie fängt man an? Wie steht man auf?

Diese Fragen hat Ina Regen bei einem

Herbstspaziergang in den Wind geflüstert ...

Die aus Oberösterreich stammende Wahl-Wienerin hatte zu

diesem Zeitpunkt schon viele Jahre inmitten der heimischen

Musikszene verbracht, gesungen für und mit Marianne

Mendt, Norbert Schneider, The Makemakes, dem Dancing

Stars Orchester, Natalia Kelly, Lylit oder Conchita Wurst.

Bislang hatte sie ihn aber noch nicht gewagt, den großen

Schritt hin zum absolut ehrlichen Ausdruck eigener

Gedanken durch eigene Musik. Weil der Schlüssel, die

Verbindung der Worte mit den Klängen sehr lange fehlte.

Bis zu diesem Spaziergang im Schönbrunner Schlosspark,

als der Wind die bunten Blätter durch die Luft wirbelte, das

Laub unter den warmen Winterschuhen raschelte und eine

tiefe Sehnsucht genau die Antwort gebar, die der Schlüssel

und somit der Anfang für die Erfüllung eines großen Traumes

war: Im Dialekt.

Dass die ersten Worte, die wir von INA REGEN im Dialekt

musikalisch zu Gehör bekommen, auch tatsächlich die

ersten sind, die sie jemals im Dialekt geschrieben hat,

schließen einerseits den Kreis einer logischen Entwicklung

und sind andererseits auch wie ein erster Schritt einer

hoffentlich lange andauernden Reise: „Wie fongt ma on?

Wie steht ma auf?“

Dieses Lied berührt und stimmt nachdenklich, ob

es denn möglich sein könnte, die Leichtigkeit und

Unvoreingenommenheit eines Kindes auch als

Erwachsener (wieder) zu (er)leben ...?

Danke liebe Ina für dieses schöne Lied!

www.inaregen.at

„Wie a Kind“ machte sich INA REGEN von nun an auf die

Suche nach Geschichten, die ihr das Leben erzählen wollte.

Erfahrungen vom Verlorengehen und sich Wiederfinden,

vom sich Fallen lassen und Aufgefangen werden,

von schmerzhaften Schicksalsschlägen und mutigen

Entscheidungen, von ganz persönlichen Antworten auf die

großen und kleinen Fragen, die sich die Großen und die

Kleinen in ihrer Welt stellten.

Ausgewählte davon hat sie in einer Klavierballade mit dem

Titel „Wie a Kind“ zusammengefasst und am 11.11.2017 auf

dem österreichischen Label ECHOPILOT veröffentlicht.

22


MitFreude

Wie fongt ma on?

Wie steht ma auf?

Wie follt ma hin und mocht sich nix draus?

Wos derf ma hoffen, wenn ma gor nix mehr waß?

Wos bleibt no offen am Ende von Gras?

Warum? Woher? Wohin?

I frog amoi in Wind.

Konn i? Konn i?

Irgendwonn wieder so sein wie a Kind?

Konn i? Konn i?

Anfoch nehman wos des Leben bringt

Is eh ois egal oder hot ois an Sinn?

Wieso drau i mi ned so sein wie i bin?

Wonn hoit ma fest? Wonn losst ma los?

Wie bleibt ma klorn und wie werd man groß?

Wie tiaf konn ma folln wenn ma den Foden verliert?

Wie schen is des Gfühl wenn mas fliagen probiert?

Warum? Woher? Wohin?

I frog amoi den Wind.

Konn i? Konn i?

Irgendwonn wieder so sein wie a Kind?

Konn i? Konn i?

Anfoch nehman wos des Leben bringt?

Is eh ois egal oder hot ois an Sinn?

Wieso drau i mi ned so sein wie i bin?

I steh vurm Spiagel, schau mi on.

So long, so long.

Es wird da Wind zum Sturm und donn

Onfong, Onfong, Onfong

Konn i? Konn i?

Irgendwonn wieder so sein wie a Kind?

Konn i? Konn i?

Anfoch nehman wos des Leben bringt

Is eh ois egal oder hot ois an Sinn?

Wieso drau i mi ned so sein wie i bin?

Fotos: André Karsai

23


MitFreude

GUTE NACHRICHTE

Hirntoter Bub (13)

erwacht aus Koma

Tagelang galt der 13-jährige Trenton aus

dem US-Bundesstaat Alabama nach einem

schweren Unfall als hirntot. Die Ärzte sahen

keine Hoffnung mehr auf Heilung, die Eltern

hatten bereits den Entschluss gefasst, die

Organe des Jungen zu spenden. Doch dazu

kam es nicht, denn Trenton kehrte ins Leben

zurück – er wachte auf und konnte wieder

sprechen. Nun erzählt Trenton von seiner

Nahtoderfahrung. Er glaubt, im Himmel

gewesen zu sein. Er ist sich sicher: Gott hat ihn

gerettet. „Es gibt keine andere Erklärung, auf

keinen Fall“, sagt der 13-Jährige.

Schule fokussiert sich auf das

Lehren von Fröhlichkeit

Freude als Schlüssel zum Erfolg.

Eine moderne Schule im ländlichen Indien stellt

das traditionelle Bildungsmodell auf den Kopf

und konzentriert sich stattdessen darauf, dass

Jugendliche zu glücklichen und mitfühlenden

Menschen heranwachsen.

„Wir wollen glückliche Kinder, mitfühlende

Menschen, die in die Welt hinausgehen und

etwas Gutes tun wollen“, sagte Architekt Danish

Kurani, dessen Team den Campus der Schule

entworfen hat.

Pizza-Kette verbannt Plastik-

Strohhalme nach berührendem

Brief einer Fünfjährigen

Ava isst sehr gerne Pizza, ärgert sich aber

darüber, dass sie zu ihrem Getränk immer

einen Strohhalm bekommt. Also schrieb

sie einen Brief mit einer Bitte an die Pizza-

Kette, die den Text kurz darauf bei Facebook

veröffentlichte. Dazu schrieben sie, dass

sie wegen des Briefes ab dem Sommer auf

Plastik-Strohhalme völlig verzichten werden.

Stattdessen werden sie recycelte und biologisch

abbaubare Papier-Strohhalme anbieten - in

allen 470 Restaurants.

„Ich höre Ihnen zu.“ - 71-Jähriger

Hamburger eröffnet ein

Zuhörer-Kiosk

Christoph Busch hat den schon länger

leerstehenden Glaskasten in der Hamburger

U-Bahnstation „Emilienstraße“ gemietet.

Dort sitzt und wartet er auf Menschen, die

vorbeikommen und ihm etwas erzählen

wollen, weil sie sonst niemanden haben, der

ihnen zuhört. Anfangs hatte er Bedenken, dass

niemand kommen wird. Doch über den Ansturm

ist er mehr als überrascht. Teilweise heißt es hier,

ähnlich eines Besuches beim Arzt, „Der nächste

bitte!“, damit jeder auch drankommt.

24


MitFreude

N AUS DER WELT ...

Polizeihunde

erhalten Rente

In vielen Bundesländern Deutschlands müssen

die Diensthundeführer den Lebensunterhalt

für ihren Hund aus eigener Tasche bezahlen.

Pensionierte Polizeihunde in Bayern, Hamburg

oder Thüringen erhalten eine kleine Rente. Nun

zieht auch Berlin nach. Der Innenausschuss des

Abgeordnetenhauses hat nun beschlossen,

Hundehalter eines pensionierten Diensthundes,

finanziell zu unterstützen. Dafür empfehlen die

Innenexperten dem Hauptausschuss, ab 2018,

85.000 Euro im Jahr für alle dienstuntauglichen

Hunde bereitzustellen.

In Panama entsteht ein

Dorf aus Plastikflaschen

Dem Unternehmer Robert Bezeau war sein

Heimatland Kanada zu kalt, also suchte

er sich ein neues Zuhause in Panama.

Als er ankam, fielen ihm sofort tausende

Plastikflaschen auf. Er wollte etwas gegen

die Verschmutzung tun und kam darauf, die

Flaschen als Baustoff für Häuser zu nutzen.

Die Idee, Plastikflaschen zum Hausbau

zu nutzen, ist zwar nicht neu, in diesen

Dimensionen gab es dies allerdings noch nicht.

Auf einer Fläche von 33,5 Hektar soll ein Dorf

mit 90 bis 120 Häusern entstehen.

Sohn findet obdachlosen Vater

nach acht Jahren via Twitter

91-jährige Oma strickt 8.000

Teddybären für Kinder in Not

Familienzusammenführung in Zeiten sozialer

Netzwerke. Über acht Jahre hatte Norman nichts

mehr von seinen Vater gesehen und gehört.

Weihnachten 2017 startete er einen berührenden

Aufruf via Twitter, in dem er um Mithilfe bei der

Suche nach seinem Vater bat. Bis auf einen vagen

Tipp, er könne sich in Hamburg aufhalten, sowie

ein altes Foto hatte Norman nichts. Bis schließlich

ein Hamburger Normans Vater erkannte. In einem

Tweet auf Twitter teilte er allen Followern mit: „Mir

fehlen die Worte. Ich bin so dankbar. Ihr habt mir

meinen Papa wiedergegeben!"

Trotz Arthritis und ihrem fortgeschrittenen Alter

engagiert sich Phyllis Reeve seit 30 Jahren

ehrenamtlich für zahlreiche wohltätige Zwecke.

In den letzten 22 Jahren hat die 91-jährige

Uroma bereits mehr als 8.000 Teddybären

für Kinder in Not gestrickt. Es gibt so viele

Möglichkeiten Menschen in Not zu helfen. Die

91-Jährige macht dies, indem sie täglich einen

Teddybären strickt. Diese Kuscheltiere schickt

sie an Kinder, die Opfer von Naturkatastrophen

oder Terroranschlägen wurden. In den letzten 22

Jahren spendeten bereits 8.000 ihrer Teddybären

25


MitFreude

LIEBES GLÜCK,

WO FINDE ICH DICH?

Die Suche danach ist wohl so alt wie die Menschheit selbst und heutzutage – so scheint es – allgegenwärtig

und das ganz große Ziel. Doch ist es so einfach zu finden? Oder suchen wir nur am falschen Ort und zur

falschen Zeit? Ein paar Gedanken dazu …

Glück bedeutet für jeden etwas anderes. Die

zahlreichen Meinungen, Untersuchungen

und Studien, die die Wissenschaft, Dichtung,

Kunst, Philosophie oder Biologie dazu geliefert

haben, sind vielfältig und oft widersprüchlich.

Doch lässt sich nicht auch ein gemeinsamer Nenner

dafür finden? Besteht das Glück nicht einfach darin,

einen gesunden Körper, genug zu essen und gute

Freunde zu haben? Nach einer Wanderung ein kühles

Glas Wasser, in der Einsamkeit ein Verbündeter,

genügend Geld, gesellschaftliches Ansehen …

beschert uns nicht die Erfüllung solch vermeintlich

„einfacher“ Wünsche schon Glück?

„Wir alle streben nach Glück und einem erfüllten

Leben“ schrieb der griechische Philosoph Seneca vor

ewig langer Zeit bereits nieder.

Die Glücks-Wunschliste ist lang …

Sind die einfach zu erfüllenden Wünsche befriedigt,

währt das Glück – so scheint es – immer nur so lange,

bis ein neuer Wunsch entsteht, oder ein bisheriger

Glücksgarant durch „unglückliche Umstände“

wegfällt. „Äußere Güter“, wie es in der antiken

Philosophie heißt, können uns glücklich – aber auch

abhängig, und somit unglücklich machen. Daher stellt

sich die Frage: materielle Dinge über die wir verfügen

und Personen, die uns nahe stehen, sind sicherlich

wichtig und angenehm - sind sie der Schlüssel zum

Glück? Und geht es nicht vielleicht auch ohne sie?

Wohlverdientes Glück erfüllt den aktiven Menschen

Für viele der alten Philosophen ist das Glück nichts

Zufälliges, sondern das begleitende Gefühl eines

aktiven Lebensstils – der Anstrengung, den täglichen

Sorgen und Freuden mit einer stabilen Haltung

zu begegnen. Und der Entscheidung, wie auf eine

bestimmte Situation reagiert und welche Bedeutung

ihr beigemessen wird. Macht sie uns glücklich oder

unglücklich.

Bruttonationalglück durch Glücksminister

Für viele Menschen sind Glücksmomente so

etwas wie Überraschungsgeschenke: Einmalige,

unvorhersagbare Ereignisse von unfassbarer

Intensität. Und vor allem: Ereignisse, die sich in

keiner Weise aus eigener Kraft herbeiführen lassen.

Doch ist dem so? Auch der Buddhismus zeigt eine

klare Haltung dazu auf, denn so erklärte Buddha,

dass alle unsere Probleme und Leiden aus verwirrten

und negativen Zuständen des Geistes entstehen,

wohingegen all unser Glück aus friedvollen und

positiven Geisteszuständen entsteht. Den großen

Beweis dafür bringt ein kleines, asiatisches Land.

26


MitFreude

„JEDER MACHT SCHWIERIGE

SITUATIONEN DURCH.

ENTSCHEIDEND FÜR EIN

GLÜCKLICHES LEBEN IST,

WIE MAN DAMIT UMGEHT.“

Georg Eman Vaillant

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MitFreude

Bhutan, ein kleines Königreich mitten im Himalaja,

dem mächtigsten Gebirgszug der Erde, hat schon

vor langer Zeit etwas für sich entdeckt: das Glück.

Das Bruttonationalglück in Bhutan steht auf vier

Grundpfeilern: eine gute Regierung, die das Glück

aller Menschen und Lebensformen fördert. Der Schutz

der Umwelt. Die Förderung der Kultur, Wissenschaft,

Kunst und Spiritualität. Eine sozial gerechte und

nachhaltige Entwicklung.

Dr. Ha Vinh Tho ist offizieller Glücksminister Bhutans:

Ein glücklicher Mensch. Doch ein Patentrezept für

Glück hat er nicht. Der Glücksminister vermittelt nicht

den Partner fürs Leben, er verteilt keine Lottogewinne,

hilft nicht dabei, den Traumjob zu finden. Es geht

beim Bruttonationalglück nicht um diese „freudigen

Erlebnisse“, nicht um das kurzlebige hedonistische

Glück. „Das ist zwar auch wichtig“, betont Ha Vinh

Tho. „Es geht aber darum“, sagt der Glücksminister,

„Rahmenbedingungen zu schaffen für eine gute,

glückliche Existenz“. Also für ein sinnvolles und

harmonisches Leben.

Allerdings: „In der westlichen Welt hat das

Wirtschaftswachstum oft einen weit höheren

Stellenwert als die anderen Ziele“, stellt Ha Vinh

Tho fest. Da bleibe für anderes kaum mehr Platz.

Wirtschaftswachstum, Profit und Geld aber seien

keine Ziele, sondern nur Mittel, um eine zufriedene

Gesellschaft zu schaffen. Lernen lässt sich Glück

seiner Überzeugung nach auch für den einzelnen:

„Glück ist eine Kompetenz.“

Neben den guten Rahmenbedingungen, die der

Staat schaffe, brauche es eine innere Veränderung

der Haltung. Es brauche Achtsamkeit und Mitgefühl.

„Wir müssen Kräfte von innen entwickeln.“ Gerade in

einer Zeit, in der die Aufmerksamkeit der Menschen

geraubt werde – zum Beispiel durch Smartphones,

Internet soziale Medien. Und so werden Achtsamkeit

und Mitgefühl für Mensch und Umwelt an Bhutans

Schulen gelehrt.

28

Dr. Ha Vinh Tho I © twitter.com/havinhtho


MitFreude

Glück ist (k)eine Glückssache

Oft aber machen wir Menschen es uns auch selbst

schwer. Oder zu einfach? Weil wir die Verantwortung

für unser Glücklichsein nach außen an andere

Menschen, Organisationen oder Materielles abgeben

oder es davon abhängig machen.

Sehen wir vor lauter Streben nach (dem großen)

Glück die kleinen Dinge, die oft so nahe und

bescheiden sind, einfach nicht mehr?

Den Schmetterling, der im Sonnenschein in seiner

Farbenpracht und Einzigartigkeit über die Wiese

schwebt … oder das glückselige Lachen eines Kindes,

das auf einer Schaukel sitzt …?

Wir brauchen es niemanden erklären wie man

glücklich lebt, noch uns das erklären lassen. Wir

können es einfach tun. Und wir entscheiden selbst

darüber, ob wir es tun möchten.

Das Unglück loslassen, denn es kommt nur aus

unseren Gedanken.

Und was sagte Georg Eman Vaillant?

„JEDER MACHT SCHWIERIGE SITUATIONEN DURCH.

ENTSCHEIDEND FÜR EIN GLÜCKLICHES LEBEN IST,

WIE MAN DAMIT UMGEHT.“

Lehnen wir uns doch einfach zurück und fühlen in uns

hinein. Wir werden intuitiv eine Antwort als Gefühl

bekommen. Wir können es vielleicht nicht in Worten

beschreiben, aber wir wissen wie sich Glück anfühlt. Es ist

nicht wichtig die Antwort ausformulieren zu können.

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MitFreude

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MitFreude

WERTVOLLES

AUS DER NATUR

Auch wenn es heute ein wenig in Vergessenheit geraten ist: wir Menschen sind Teil der belebten Natur und sich auf

Wald, Wiesen und Heiden aufzuhalten, ist mehr als eine bloße Freizeitbeschäftigung. Hier können wir nicht nur

durch Sehen und Fühlen unsere Ursprünglichkeit erleben, sondern auch, zurückgreifend auf viele Generationen

altes Wissen, wertvolle Nahrungs- und Heilmittel finden. In jeder Ausgabe MitFreude stelle ich geläufige und in

Österreich verbreitete wildwachsende Pflanzen vor, die gesammelt und verarbeitet werden können.

Wald-Erdbeeren

Süße Zwerge mit heilenden Kräften

Die Wald-Erdbeere (Fragaria vesca) ist bei uns weit

verbreitet und wächst gerne, wie ihr Name schon

sagt, in Wäldern. Die niedrigen Pflanzenstämme

findet man vor allem in hellen Bereichen, wie z.B. am

Waldrand, an Übergängen zu Wiesen und Feldern

sowie auch an Steilhängen in Wald-Nähe. Sie mögen

die Nähe von Mischwäldern am liebsten ebenso wie

stehende Gewässer. Praktischerweise wachsen die

kleinen, flachen Bodendecker oft in Gruppen, sodass

man meist genügend Wald-Erdbeeren auf einmal

findet. Reifezeit der süßen Zwerge ist von Ende Mai

bis Ende Juni, im Hochgebirge oft erst im Juli.

Jetzt ist also der perfekte Zeitpunkt um mit einem

kleinen Korb ausgerüstet auf Wald-Erdbeeren-Suche

zu gehen. Die Früchte an einer Pflanze reifen immer

erst nach und nach, niemals zeitgleich, weshalb es

sich durchaus lohnen kann, die eine Fundstelle eine

Woche später noch einmal zu besuchen um erneut

zu pflücken. Weniger bekannt ist, dass auch die

jungen Blätter der Wald-Erdbeere gesammelt und als

Heilmittel verwendet werden können. Beim Ernten

der Blätter bitte aber nicht einen Stock ganz leeren,

sondern sich an mehreren, dafür aber bescheiden

bedienen.

Die zwei folgenden Rezepte sind altbewährt und

gelingen garantiert:

Wald-Erdbeer-Marmelade

Mind. 1 kg Wald-Erdbeeren

Gelierzucker 1:1 in derselben Menge

Leere Einkoch-Gläser (100-250 ml) mit gut

verschließenden Deckeln

Die Wald-Erdbeeren vorsichtig von Stielen, Blättern

befreien und waschen. In einem großen Topf auf

geringer Hitze einköcheln, mit der flotten Lotte

passieren, Gelierzucker hinzufügen, umrühren und

stocken lassen. Gelierprobe machen, Hitze abdrehen

und rasch in die sauberen Gläser füllen. Mit den

Deckeln fest verschließen, auf den Kopf stellen und

auskühlen lassen.

Wald-Erdbeerblätter-Tee (Hausmittel gegen Durchfall)

Fünf bis sechs Handvoll frische Wald-Erdbeerblätter

werden gesammelt, gewaschen, trocken getupft, auf

Zeitungspapier auf einem Blech aufgelegt und in der

Sonne getrocknet (z.B. Fensterbrett).

Die getrockneten Blätter in ein Glas abfüllen.

Bei Durchfall oder Darmproblemen 1 EL Blätter mit

heißem Wasser übergießen und ca. 15 min. ziehen

lassen. 2-3 Mal am Tag eine Tasse trinken.

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MitFreude

HEUTE IST EIN GUTER TAG

FÜR EINEN GUTEN TAG.

Das Leben ist schön!

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Impressum I Herausgeber: Christian Madlmayr, Eigenverlag I Kratochwjlestraße 12/1/15.2 I 1220 Wien I Österreich I www.mitfreude.jetzt I info@mitfreude.jetzt Bilder: Fotolia.de, zur Verfügung gestellt

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