KULTOUREN-DAS MAGAZIN

galerieimkloster

KulTouren

Kutschera

DAS BESONDERE ERFAHREN

GPS-Daten

zum Download

10 + 1 Touren im Landkreis

Vorpommern Rügen

Galerien, Künstlerporträts

und Kulturstätten

Routendetails inklusive

Übersichtskarte

Natur pur vom Recknitztal

bis zur Insel Rügen

1


Kutschera

PUBLICPRESS – Die Karten mit der Sonne

Straßen- und

Freizeitkarte

Maßstab 1 : 200 000

Rostock

PUBLICPRESS – Die Karten mit der Sonne

Stadtplan

Maßstab 1 :: 18 000

Rügen

PUBLICPRESS – Die Karten mit der Sonne

PUBLICPRESS – Die Karten mit der Sonne

Maßstab 1 : 75 000

wetterfest • reißfest • abwischbar

Touristische Straßen

Highlights der Region

Reisemobilstellplätze

1010 · www.publicpress.de

hb

wetterfest • reißfest • abwischbar • GPS-genau

Touristischer Stadtplan

mit Sehenswürdigkeiten

Umgebungskarte

Rügen

PUBLICPRESS – Die Karten mit der Sonne

Maßstab 1 : 50 000

Straßenverzeichnis

bar

Stralsund

PUBLICPRESS – Die Karten mit der Sonne

Stadtplan

Maßstab 1 : 14000

wetter

Ostseeküste

PUBLICPRESS – Die Karten mit der Sonne

und Rügen

wetterfest • reißfest • abwischbar • GPS-genau

Touristischer Stadtplan

mit Sehenswürdigkeiten

Umgebungskarte

Straßenverzeichnis

1279 · www.publicpress.de

PS-genau

wetterfest • reißfest • abwischbar • GPS-genau

Freizeitkarte mit Ausflugstipps

der Region

Spaß und Kultur für die ganze Familie

Ihr Erlebnis-Navi

Fischland-Darß-Zingst

Südliche Boddenküste

wetterfest • reißfest • abwischbar • GPS-genau

Ausflugsziele

Einkehr- und Freizeittipps

Entfernungen

Tourenvorschläge

128 · www.publicpress.de

wetterfes

st •

GPS-genau

wetterfest • abwischbar • reißfest •

Freizeitkarte mit

Ausflugstipps

der Region

Spaß und Kultur für die ganze Familie

Ihr Erlebnis-Navi

PUBLICPRESS – Die Karten mit der Sonne

Hansestadt Rostock

Maßstab 1 : 50 000

045 · www.publicpress.de

Ostseebad Warnemünde

und Umgebung

ar •

PUBLICPRESS – Die Karten mit der Sonne

535 · www.publicpress.de

ab

PUBLICPRESS – Die Karten mit der Sonne

Fischland-Darß-Zingst

Rostock, Stralsund

Recknitztal

Maßstab 1 : 100 000

wetterfest • reißfest • abwischbar • GPS-genau

Ausflugsziele

Einkehr- und Freizeittipps

Tourenvorschläge

117 · www.publicpress.de

wetterfest • reißfest • abwischbar • GPS-genau

Ausflugsziele

Einkehr- und Freizeittipps

Tourenvorschläge

Straßennamen

Mecklenburg-

Vorpommern

Mecklenburg-

Vorpommern

• abwisc

chb

ch

eißfe

PUBLICPRESS – Die Karten mit der Sonne

Nord-Rügen

Wittow mit Kap Arkona

Hiddensee

Maßstab 1 : 50 000

PUBLICPRESS – Die Karten mit der Sonne

Mönchgut - Granitz

Putbus – Binz

Maßstab 1 : 50 000

wetterfest • reißfest • abwischbar • GPS-genau

Ausflugsziele

Einkehr- und Freizeittipps

Entfernungen

-genau

PUBLICPRESS – Die Karten mit der Sonne

Radweg

Berlin – Kopenhagen

Maßstab 1 : 50 000

2

Hier geht‘s zum Video

e

Maßstab 1 :250 000

wetterfest • reißfest • abwischbar • GPS-genau

Ausflugsziele

Einkehr- und Freizeittipps

Tourenvorschläge

Straßennamen

wetterfest • reißfest • abwischbar • GPS-genau

Entfernungen

Höhenprofile

Ausflugs-, Einkehr-, Freizeittipps

236 · www.publicpress.de

chbar • GPS-

GPS-genau

wetterfest • abwischbar • reißfest • abwisc

Ausflugsziele

Bikertreffs und Einkehrtipps

Tourenvorschläge

GPS-Tracks als Gratis-Download

0412 · www.publicpress.de

ch

g

541 · www.publicpress.de

GPS-genau

wetterfest •

abwischbar • reißfest •

Ausflugsziele

Einkehr- und Freizeittipps

Tourenvorschläge

545 · www.publicpress.de

Publicpress Publikationsges. mbH | Mühlenstraße 11 | D-59590 Geseke

Telefon: +49 (0) 29 42 / 9 88 70-0 | Telefax: +49 (0) 29 42 / 9 88 70-10 | info@publicpress.de | www.publicpress.de


Editorial

Liebe Leserinnen

und Leser,

wer an Mecklenburg-Vorpommern denkt,

denkt mitunter auch an Bismarck beziehungsweise

an dessen Aussage, dass

im Norden Deutschlands alles 50 Jahre

später geschehe. Wenngleich dieses

Zitat genauso wenig belegt ist wie die

angegebene Zeitspanne, so bleibt doch

unzweifelhaft, dass es „bi uns to Hus“ etwas

gemächlicher zugeht. Das wiederum

ist auch der Grund, warum immer mehr

Menschen in Mecklenburg-Vorpommern

Ruhe und Erholung suchen – eben auch

weil das leicht fällt. Denn abseits der

überfüllten Badeorte bietet das grüne

Hinterland jede Menge Raum, um der

rasanten Gegenwart etwas entgegenzusetzen.

Dabei bestechen die Niederungen

zwischen Recknitz und Trebel

sowie das Südliche Boddenvorland insbesondere

durch ihre unverwechselbare

Naturkulisse. Angesichts des reizvollen

Wechselspiels von Kornfeldern, Kleewiesen,

funkelnden Seen und dunkelgrünen

Wäldern versöhnte sich selbst der bekennende

Bergfreund Erich Kästner mit

der norddeutschen Tiefebene. Dieser

Landstrich hat jedoch wesentlich mehr

zu bieten. Wer sich auf die Suche macht,

dem erschließt sich die einzigartige und

vor allem lebendige Kulturlandschaft des

Nordens. Schließlich beheimatet Mecklenburg-Vorpommern

nicht nur die stummen

Zeugen der Backsteingotik sondern

gleichfalls eine Vielzahl von Künstlern,

deren kreatives Schaffen dem Land einen

ganz eigenen Anstrich verleiht.

Das Projekt der KulTouren folgt der Idee,

diese spezielle Szenerie aus Kunst und

Natur auf besondere Weise erfahrbar zu

machen. Das ist durchaus im Wortsinn

zu verstehen denn besser als mit dem

Fahrrad lässt sich die Region kaum bereisen.

Das weit verzweigte Radwegenetz

lädt zum Radeln genauso ein wie

die abseitig gelegenen Alleen, unter deren

grünen Dächern Sie in aller Ruhe auf

Entdeckungstour gehen können. Im Hinblick

auf zukünftige Exkursionen möchte

Ihnen das Magazin KulTouren dazu alle

nötige Hilfestellung geben.

In dem vorliegenden Heft finden Sie 11

Tourenvorschläge, vom äußersten Westen

des Landkreises Vorpommern-Rügen

bis zu Deutschlands größter Insel, von

der Boddenküste bis zur geografischen

Mitte Mecklenburg-Vorpommerns. Ziel

der Touren ist es, Sie in die entlegeneren

Winkel des Hinterlandes zu entführen.

Dabei bietet sich Ihnen eine Vielzahl von

Möglichkeiten – bestaunen Sie die steinernen

Zeugnisse der Gutsherrenarchitektur

, verweilen Sie in kleinen Galerien,

in blühenden Gärten und versteckten

Cafés oder besuchen Sie Künstler in ihren

Ateliers. An dieser Stelle nur einen

Bitte – respektieren Sie die Privatsphäre

der Künstler, nicht immer kommt ein

Besuch gelegen. Ein Anruf im Vorfeld

jedoch genügt zumeist, um über einen

freundlichen Empfang hinaus auch einen

intimen Einblick zu bekommen in die inspirierende

Atmosphäre einer Künstlerwerkstatt.

Haben Sie also keine falsche

Scheu, denn aus eigener Erfahrung kann

ich Sie der Tatsache versichern, dass

solche Begegnungen zu unvergesslichen

Erlebnissen geraten.

Bei unseren Empfehlungen handelt es

sich ausschließlich um Rundtouren,

Sie können also durchaus mit dem Auto

anreisen, um sich anschließend per

Drahtesel auf den Weg zu machen. Die

Dokumentationen enthalten dafür alle

nötige Informationen, vom Fahrradverleih

über Übernachtungstipps bis hin zur

Ausweisung von Parkplätzen. Illustriert

werden die Strecken von anschaulichen

Übersichtskarten, überdies stehen die

Geodaten für jede gängige Fahrrad-

navigation zum Download bereit. Des

Weiteren beinhalten die detaillierten

Tourbeschreibungen nicht nur Angaben

zum Streckenverlauf sondern auch viel

Wissenswertes. Darüber hinaus will Sie

unser Magazin aber vor allem mit dem

kulturellen Leben in der Region vertraut

machen. Aus diesem Grund finden

Sie neben ausführlichen Künstlerporträts

auch Hinweise auf kulturelle Highlights

und landesweite Aktionen wie

Kunst:Offen, Ausflugstipps und spezielle

Extras.

Was wir darüber hinaus für Sie tun können?

Wir können Ihnen eigentlich nur

noch viel Spaß wünschen und hoffen,

dass Ihnen die KulTouren Momente bescheren,

an die Sie sich gern erinnern.

Packen Sie also die Gelegenheit beim

Schopf, schwingen Sie sich aufs Rad und

werden Sie selbst zum Kunst-Entdecker

– es lohnt sich!

Ihr Kunstverein Ribnitz-Damgarten e.V.

Thomas Fehling

NAVIGATIONSDATEN

ZUM DOWNLOAD

3


Kutschera

ENT

DEC

KEN

4


Kutschera

5


Kutschera

©TV FDZ/Sandra Frese

©TV FDZ/Sandra Frese

©Daniel Scholz/fotura.com

©TV FDZ/Sandra Frese

Auf Spurensuche –

Natur- und Kulturpfade auf Fischland-Darß-Zingst

Die Region abseits der bekannten Wege entdecken

Fischland-Darß-Zingst hat eine bewegte maritime Vergangenheit, bietet Inspiration für Malerei und Fotografie, wartet mit viel Natur

auf und überzeugt auch kulinarisch. In den Orten auf der Halbinsel und im Küstenvorland kann man dank der thematischen Pfade in

die Geschichte der Region eintauchen, besonders inspirierende Aussichten entdecken, moderne Kunst im Freien bewundern, die Natur

besser kennenlernen und regionale Produkte verkosten.

Wenn Kunst und Natur aufeinandertreffen – Die Kunstpfade

Im Ostseebad Ahrenshoop sieht man die Welt im wahrsten Sinne

des Wortes in einem ganz besonderen Licht. Ahrenshoop war daher

schon immer Anziehungspunkt für Kunstschaffende. Im Jahr 1892

gründete sich hier die Künstlerkolonie Ahrenshoop, die bis heute

weit über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns bekannt ist. Die

Orte, an denen Künstler wie Paul Müller-Kaempff ihre Bilder malten,

können auf dem Kunstpfad von Ahrenshoop erkundet werden. Auch

auf dem OLYMPUS FotoKunstPfad im Ostseeheilbad Zingst steht die

Kunst im Mittelpunkt. Insgesamt zwölf Objekte laden die Besucher

dazu ein, mit den Kameras, die man im Ort kostenlos ausleihen

kann, auf Fotosafari zu gehen. So erlebt man Strand und Ort auf eine

einzigartige Weise und schaut sich alles aus den verschiedensten

Perspektiven an.

Aktiv in der Natur – Die Waldpfade von Graal-Müritz

Verlässt man die Straßen der Ostseebäder und Erholungsorte, taucht

man in der Region Fischland-Darß-Zingst augenblicklich in die

Natur ein. In Graal-Müritz soll diese auf den Waldpfaden auf eine

ganz besondere Art erlebbar gemacht werden. Auf dem Barfußpfad

können die Besucher ihre Sinne schärfen und dabei ihrer Umgebung

näherkommen. Auf anderen Entdecker- und Lehrpfaden, die sich

hier befinden, können Besucher sich mit Flora und Fauna der Region

bekanntmachen, entdecken, wie wichtig die Küstenwälder für uns

sind und auf dem Spielplatz am Seeblick auch gleich selbst ausprobieren,

wie das mit dem Küstenschutz so funktioniert.

Kulinarische Entdeckungen im Recknitztal – Die Mühlentour

In der Region Fischland-Darß-Zingst gibt es eine Vielzahl regionaler

Produzenten. Die Mühlentour führt zu drei von ihnen. In der Senfmühle

in Schlemmin erfährt man, wie aus den weißen und braunen

Senfkörnern Schritt für Schritt das fertige Produkt entsteht. Auch in

der Ostseemühle in Langenhanshagen kann man einen Blick hinter

die Kulissen werfen und dabei zusehen, wie aus ganzen Kernen und

Nüssen langsam Öl und Mehl entstehen. Station Nummer drei ist

der Salzturm von Trinwillershagen, in dem man mehr über das weiße

Gold erfährt und auch besondere lokale Rezepturen, wie das „Darßer

Urwaldsalz“ oder das „Recknitztaler Fischsalz“, probieren darf.

Von Seefahrern und Bäderwesen – Die historischen Pfade

In Prerow, Wieck und Born wird die Vergangenheit der Halbinsel

Fischland-Darß-Zingst erlebbar. Auf dem Haustürenpfad im Ostseebad

Prerow entdeckt man die wohl kunstvollsten Überbleibsel aus

der Zeit der Segelschiffart. Inspiriert von ihren Reisen in die weite

Welt, ließen sich die Seeleute in der Heimat ganz besondere Türen

für ihre Häuser anfertigen, die sie mit ihrer reichen Ornamentik unter

anderem vor Unglück beschützen und ihnen Lebenskraft schenken

sollten. Heute sind die bunten Haustüren längst zu einem Markenzeichen

der Region geworden. In Born gibt es ebenfalls viele Geschichten,

die von der bewegten Vergangenheit des Boddenortes erzählen.

Im ganzen Ort sind alte Buhnenpfähle mit den Informationstafeln

der Kulturstraat vor wichtigen Gebäuden aufgestellt. „Peterssons Hof“

und der „Borner Hof“ waren zum Beispiel die ersten Hotels im Ort, die

noch heute an das Bäderwesen erinnern. Dank alter Fotografien lassen

sich auch in Wieck auf dem Postkartenpfad noch Spuren dieser

Ära finden. Eine alte Ansicht zeigt zum Beispiel, dass es dort, wo sich

am Bodden heute nur noch das Schilf im Wind wiegt, früher einmal

einen Strand gab, der extra für die Badegäste aufgeschüttet wurde.

Von den Umkleidekabinen und Strandkörben, fehlt inzwischen zwar

jede Spur, aber mit ein bisschen Fantasie kann man sich vorstellen,

wie hier einst die Urlauber in der Sonne gelegen haben.

Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst e.V.

Barther Straße 16 · 18314 Löbnitz

Tel. 038324-6400 · Fax 038324-64034

info@tv-fdz.de · www.fischland-darss-zingst.de

facebook.com/tv.fdz

instagram.com/fischlanddarsszingst


Tourismusinformation

Am Markt 14

18311 Ribnitz-Damgarten

03821-2201

touristinfo@ribnitz-damgarten.de

www.bernsteinstadt.de

F i s c h

Ribnitz-Damgarten 1

Neuhaus

Dierhagen

Strand

Übernachtungstipp

Schloss Pütnitz

www.schloss-puetnitz.de

Dierhagen Ost

Ostseebad

Dierhagen

Parkplatz

Gänsewiese

(gebührenfrei mit Wohnmobilstellplatz)

Dierhagen

Dorf

Fahrradverleih

Radcenter Christopher Heß

Fritz-Reuter-Str. 11, 18311 Ribnitz-Damgarten

Dändorf

Bodden

www.radcenter-hess.de

0157-58262972

Tourlänge: Rundparkour: ca. 34 km

Pütnitz

Langendamm

Dauer (Fahrzeit): ca. 3 Stunden

Schwierigkeitsgrad: mittel

Beiershagen

Damser Ort

Wegprofil: größtenteils befestigte Radwege,

ca. 10 % unbefestigter Waldweg

Saal

Kückensha

Kuhlenbusch

Dechowshof

Ribnitzer See

ggenburg

Graal

X X X X X

Müritz

X

X

X

X X X

ker Heide

Klein

Müritz

X X

Wallbach

Hof

Körkwitz

Neuheide

105

Willershagen

Haubach

Körkwitz

Bodden-Therme

Blankenhagen

RIBNITZ-

Petersdorf

Wilmshagen

Bernstein-Stübingsmuseuberg

Einhuse

Freu

Ehmkenhagen

Freudenberg

Ausbau

Schubb

-DAM

Royforst

Klein

Oberhagen

Rövershagen

Peezer Bach

Klein

Kussewitz

Ausbau

Heideberge

Europäische Route

der Backsteingotik

Behnkenhagen

Mühle

Knull

Vogtshagen

Bussewitz

Cordshagen

Neu

Klockenhagen

Rostocker Tor

Hirschburg

Freilichtmuseum

Neu

Borg

Hirschburg Ribnitz-Damgarten-

Klockenhagen

Altheide Neuhof

Poppen-

Gelbensande

Baumkate

Ausbau

Bulleneck

Billenhagen

Rostocker

Wulfshagen

Bartelshagen I

Dänschenburg

56

L a n ger

Ausbau Kloster

Wulshagen

ckgen

Volkenshagen

Mandelshagen

Hinterholz Kloster

Wulshagen

Völkshagen

Gresenhorst

Marlow-

Carlsruhe

B e r g

7

Ro

A

Ne

Ste


Ribnitz-Damgarten 1

Aufgrund ihrer Sattellage zwischen

der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst

und der

Vogelparkregion-Recknitztal

ist die beschauliche Kleinstadt Ribnitz-Damgarten

nicht nur ein attraktives

Ausflugsziel sondern eignet

sich besonders gut als Startpunkt für

nord- und südwärts zielende Exkursionen.

Bevor Sie sich jedoch auf den

Weg in die eine oder andere Richtung

machen, sollten Sie sich etwas Zeit

für die Boddenstadt Ribnitz-Damgarten

nehmen. Schließlich sind nicht

nur das in Deutschland einzigartige

Bernsteinmuseum oder die Galerie

im Kloster mit ihren hochwertigen

Kunstausstellungen einen Besuch

wert, auch der historische Stadtkern

lädt zum Verweilen ein. Rund um den

Marktplatz finden sich im Schatten

der mächtigen Marienkirche neben

kleinen, liebevoll geführten Geschäften,

auch Restaurants und Cafés, in

denen Sie nach einem erfolgreichen

Einkaufsbummel genussvoll entspannen

können.

Auf dem Ribnitzer Markt startet auch

die Tour. Verlassen Sie den Marktplatz

über die Büttelstraße in nördlicher

Richtung und queren Sie die Straße

Am See. Am Hafen stoßen sie auf die

Skulptur „Der Zirkus kommt“, welche

sich dem Bildhauer Jo Jastram verdankt.

Auf dem Boddenwanderweg

fahren Sie längs des Ufers in Richtung

Körkwitz, vorbei an den weißen Seglern,

die auf dem Bodden ihre Linien

ziehen. Bei Kilometer 4 biegen Sie in

Körkwitz vom Radweg links auf die

Straße Am Bernsteinsee ab und passieren

die linkerhand liegende Wasserskianlage.

Gönnen Sie sich ruhig

eine Pause und schauen Sie den Freizeitsportlern

bei ihren waghalsigen

Manövern zu. An der nächsten Kreuzung

erreichen Sie die Bäderstraße.

Biegen Sie links ab und fahren Sie auf

dem Radweg in Richtung Klockenhagen.

An der Straßenkreuzung begrüßt

Sie das Landhotel „Zum Honigdieb“.

Biegen Sie hier rechts ab und durchqueren

Sie den Ort auf dem neugestalteten

Radweg, der Sie vorbei am

Freilichtmuseum Klockenhagen direkt

zum ca. 2 Kilometer entfernten Kunsthof

Hirschburg führt. Hier erwartet

Sie nicht nur die Galerie Black Box

des Künstlers Reinhard Buch sondern

auch die Galeriewerkstatt seiner

Tochter Lotte Buch. Überdies können

Sie dem Schmuckdesigner und Maler

Wolfgang Schlüter bei der Arbeit

über die Schulter schauen. Sollten Sie

sich ausreichend umgesehen haben,

fahren Sie weiter in Richtung Graal-

Müritz, verlassen allerdings die L 22

in der Kurve und biegen links ab nach

Neu Hirschburg. Bei Kilometer 10,5

geht die Straße über in einen befestigten

Waldweg, auf dem Sie

die lauschige Atmosphäre

der Rostocker Heide

genießen können.

Vom Hirschburger

Weg biegen Sie

bei Kilometer

13,2 links ab

und folgen

dem Waldweg

für

8


Ribnitz-Damgarten 1

800 Meter. Nun sollten Sie der beeindruckenden

Kulisse des Gelbensander

Jagdschlosses gegenüberstehen. Als

Sommerresidenz des mecklenburgischen

Großherzogs Friedrich Franz II.

wurde das Schloss unter Federführung

des Architekten Gotthilf Ludwig Möckel

in den Jahren 1884–1887 errichtet.

Heute stehen zwölf restaurierte, teils

original eingerichtete Räume des Hauses

für einen Rundgang zur Verfügung.

Des Weiteren lädt das im Erdgeschoss

eingerichtete Restaurant zum Verweilen

ein. Von hier aus führt Sie der Weg

weiter über den Schlossweg bis zur Eichenallee,

wo Sie links abbiegen und

in südlicher Richtung auf die Bundesstraße

105 treffen. Nach der Querung

von Straße und Gleisen, welche die

wichtigsten West-Ost Verbindungen

durch den Norden darstellen, biegen

Sie rechts ab und fahren am Café

Drei Jahreszeiten vorbei, welches sich

ebenfalls für eine kurze Rast anbietet.

Weiter geht es linkerhand auf dem

Waldweg durch den Forst bei Schwarzenpfost,

bis Sie auf die K 17 treffen.

Längs der Straße führt Sie der Radweg

über Behnkenhagen nach Blankenhagen.

Biegen Sie auf der Dorfstraße

rechts ab und folgen Sie dem Weg bis

zur im Jahr 1318 erstmals urkundlich

erwähnten frühgotischen Backsteinkirche.

Im dahinter liegenden Kirchweg

finden Sie das Atelier von Martina

Schultz. Für ihre vielfach in Sand gestalteten

Bilder lässt sich die Malerin

zumeist von der heimatlichen Naturlandschaft

inspirieren. Die wird auch

Ihnen zuteil, wenn Sie sich von Blankenhagen

aus auf den Weg machen in

Richtung Völkshagen. Über eine wenig

befahrene Verbindungsstraße gelangen

Sie direkt bis in das zwei Kilometer

entfernte Nachbardorf. Von dort

aus haben Sie die Möglichkeit. über

die L 182 einen Abstecher zum ca. 3

Kilometer entfernten Kunsthof Gresenhorst

zu machen. Um die

Tour zu beenden, fahren

Sie zurück nach Völkshagen

und nehmen

von der Straße

De Lappen aus

die Abbiegung

in Richtung

Rostocker

Wulfshagen.

Nach

2,5 Kilometern erreichen Sie das kleine

Dorf, welches die in der Ortsmitte

gelegene Feldsteinkirche umringt. Die

im Jahr 1318 errichtete Kirche selbst

als auch der im Kirchhof befindliche,

freistehende Glockenstuhl sind eine

Besichtigung wert. Über die zwischen

schmalen Birken verlaufende Dorfstraße

gelangt man überdies zur Museumsscheune

Ehlershof, die über

das historische Landleben informiert.

Von Rostocker Wulfshagen aus führt

die Tour ca. 6 Kilometer zurück durch

den Altheider Wald. Bitte beachten Sie

die Witterungsverhältnisse, zur trockenen

Jahreszeit kann der Weg mitunter

etwas versandet sein. Wenn Sie

bei Kilometer 33 die Bundesstraße 105

erneut überqueren, begrüßen Sie in

greifbarer Ferne schon die Kirchtürme

der Stadt Ribnitz-Damgarten. Lassen

Sie den Tag am besten in einem der

Hafenrestaurants ausklingen, wo bei

Wein und frischem Fisch das Erlebte

zum Gegenstand lebhafter Gespräche

werden kann.

9


Reinhard Buch

Terminvereinbarung empfehlenswert

Galerie Black Box

Zum Wallbach 15

18311 Ribnitz-Damgarten

0162 3766757

www.kunsthof-hirschburg.de

kunsthof-hirschburg@

t-online.de

Fr. - So. 14:00 - 18:00 Uhr

Die Landschaft hier hat noch Qualität

Sowohl in der frühen Verhaltensforschung

als auch in der Systemtheorie

beschreibt das Modell der Black Box ein

komplexes System, dessen innere Struktur

als unbekannt vorausgesetzt wird.

Erforscht werden mittels solcher Modelle

vorrangig die Beziehungen zwischen den

Reizen, die in die Black Box führen und

den daraus folgenden Reaktionen. Inwieweit

solche Überlegungen Reinhard Buch

veranlasst haben, seine Galerie in Hirschburg

Black Box zu taufen sei dahingestellt.

Festhalten lässt sich jedoch, dass

Besucher, die dem Reiz erliegen das Unbekannte

im Inneren des Ausstellungsraumes

zu erkunden, zu deutlichen Reaktionen

neigen. Die meisten Gäste zeigten

sich überrascht, sagt Reinhard Buch,

dass hochwertige Kunst auch abseits der

großen Schauplätze in einem so ansprechenden

Ambiente präsentiert werde.

Seit 1981 lebt und arbeitet der in Berlin

geborene Bildhauer in Hirschburg, wo er

mit dem Kunsthof über die Jahre eine renommierte

Adresse für Kunstliebhaber

schuf. Mit Blick auf die Entscheidung, sich

auf dem Lande niederzulassen, verweist

der Künstler zum einen auf die nötige

Ruhe, trotz der vielfachen Anregungen sei

die Großstadt doch ein Ort enervierender

Betriebsamkeit. Zum anderen schätze

er den Entfaltungsraum, den das Gehöft

ihm biete. Angesichts der Dimensionen,

in denen Reinhard Buch denkt und arbeitet,

ist das nachvollziehbar. Das der

Black Box vis-à-vis liegende Atelierhaus

beherbergt die dafür notwendigen, eindrucksvollen

Gerätschaften, die abseits

ihrer Funktionalität Reinhard Buchs Faszination

für das Handwerkliche illustrieren.

Seiner gestalterischen Vorstellung

schließlich verhilft letztlich nur die Verdinglichung

der Idee, der Prozess von Bau

und Montage zu im Wortsinn begreifbarer

Größe. Angesichts des schöpferischen

Stellenwertes des Herstellungsprozesses

scheint nicht verwunderlich, dass auch

dessen Spuren Einzug halten in Reinhard

Buchs Gesamtwerk. Die gleichwertige

Gegenüberstellung von Exponat und Abgussform

stellt hier ein beredtes Beispiel.

Diese Vorgehensweise kann dazu dienen,

der Denkweise des Künstlers auf die Spur

zu kommen. Nicht weniger verhelfen dazu

auch die Gespräche, die interessierte Besucher

erwarten, denn im Hinblick auf die

Kunst zu vermitteln bleibt ein Anliegen

von Reinhard Buch. Anlass genug liefern

seine Ausstellungen, in denen zumeist

befreundete Künstler im künstlerischen

Dialog aufeinandertreffen. Darüber hinaus

tragen auch die von ihm initiierten

Kino- und Konzertabende auf dem Kunsthof

ihren Teil dazu bei, Berührungsängste

im Umgang mit Kunst und Künstlern

abzubauen. Hinter einem solchen Aufruf

steckt die weise Empfehlung, alle Neugier

nicht zu bezähmen und insofern auch vor

dem Betreten einer Black Box nicht zurückzuschrecken.

10


Lotte Buch

Terminvereinbarung empfehlenswert

yellow cube

Zum Wallbach 15

18311 Ribnitz-Damgarten

www.lotte-buch.jimdo.com

ettol_hcub@gmx.de

Fr. – So. 14:00 – 18:00 Uhr

Meine Kunst hat viel mit Erinnerung zu tun

Der Kunsthof Hirschburg ist vor allem

ein Ort des Dialogs. Das gilt nicht nur

für die Besucher, die mit der Kunst

Zwiesprache halten, der Austausch

erstreckt sich weitergehend auch auf

die ansässigen Künstler. Daraus ergeht

nicht nur das spannungsgeladene

Wechselspiel unterschiedlicher

Ausdrucksformen, sondern mitunter

auch eine Werkkritik in gleichsam

familiärer wie konstruktiver Atmosphäre.

Das zumindest gilt für Lotte

Buch, die nach ihrem Studium an der

Kunsthochschule Burg Giebichenstein

nun auf dem elterlichen Hof Position

bezieht. Ihr Schaffen knüpft damit in

gewisser Weise an die ersten künstlerischen

Gehversuche in der Werkstatt

des Vaters an, auch wenn sich

heute beide Künstler in ganz eigenen

Sphären bewegen. Raum genug, um

experimentieren und kreieren zu können,

gebe es jedenfalls genug, sagt

die Tochter des Bildhauers. Dennoch

habe sie die Wahl, ergänzt sie, sich

künstlerisch in Klausur zu begeben

oder den Austausch mit Menschen zu

suchen, die ihre Arbeit schätzen und

verstehen. Ein vertrauensvolles Milieu

kann da nicht schaden, sind es doch

insbesondere die eigenen Empfindungen,

denen Lotte Buch mit ihrer Kunst

nachgeht. Die eben habe viel mit ihrer

persönlichen Erfahrung beziehungsweise

mit der Erinnerung daran zu tun,

erläutert sie, ihre Arbeiten seien der

Versuch, diese erlebte Wirklichkeit zu

vermitteln. Geht man dem Wesen der

Erinnerung auf den Grund, offenbart

sich in welcher Weise sie vergangene

Wirklichkeit weniger nachzeichnet,

denn neu erschafft. Im Fall von Lotte

Buch nimmt die erinnerte Vergangenheit

im Zuge der Vergegenständlichung

wahrnehmbare Gestalt an, jede

Plastik beinhaltet Sedimente persönlichen

Erlebens. Referenzen werden

dabei allenfalls angedeutet, jede Abstraktion

berücksichtigt den Versatz,

der sich zwischen Erlebnis und Erinnerung

auftut. Die Zurückgenommenheit

ihrer Arbeiten lenkt die Wahrnehmung

vordem auf das Zusammenspiel von

Material, Raum und Licht, angesichts

der auffälligen Reduzierung werde ihr

jedoch oft ein nordischer Stil bescheinigt,

erzählt Lotte Buch. Wenngleich

also die Nachstellung konkreter Landschaften

oder Geschehnisse ins Ungefähre,

ins Metaphorische verrückt,

bleibt doch zu gewissen Teilen lesbar,

was heimatliche Prägung ist. Weitaus

offenkundigere Bezugspunkte zum

unmittelbaren Lebensumfeld setzt

hingegen die Werkstattgalerie der

Künstlerin, die auf den Namen yellow

cube getauft den Dialog mit der väterlichen

Black Box enthüllt.

11


Wolfgang Schlüter

Voranmeldung erwünscht

Zum Wallbach 14

18311 Hirschburg

03821 3363

www.schlueter-schmuck.de

schlueter-schmuck@gmx.de

Ich bin ein Rostocker Jung

Im Garten Wolfgang Schlüters verwinden

sich die Obstbäume unter der Last

der Jahre, in ihrem Geäst hantieren

Wind und Sonne mit den dünnen Blättern.

Seit über dreißig Jahren teilt sich

der Maler und Schmuckgestalter den

Hof in Hirschburg mit dem Bildhauer

Reinhard Buch, nicht weniger tief als

die Obstbäume ist er selbst mit diesem

Flecken Erde verwurzelt. Auch deshalb

bekommt man im Gespräch über sein

Leben die Geschichte des Hauses, das

1759 erbaut lange Zeit als Dominialamt

fungierte, gleichsam mitgeliefert. Überhaupt

verfällt Wolfgang Schlüter gern

ins Anekdotenhafte, zum Beispiel wenn

er über seine Kindheit im Herzen Rostocks

berichtet. Angesichts seiner detailreichen

und lebendigen Schilderungen

fühlt man sich nicht von ungefähr

an das Romanwerk Walter Kempowskis

erinnert. Sein Bruder habe in der Verfilmung

von Tadellöser & Wolff eine

Statistenrolle besetzt, ergänzt Schlüter

sogleich und knüpft schon einen neuen

Erzählstrang. Seine Mutter habe immer

viel gezeichnet, vielleicht wäre ihm daraus

sein Talent erwachsen, mutmaßt

der Künstler, der in Heiligendamm nicht

nur Schmuckdesign studierte, sondern

dort anschließend die Nachfolge seiner

Dozentin Renata Ahrens antrat. Das parallele

Studium an der Hochschule Burg

Giebichenstein bestärkte den jungen

Designer zudem, sich über die Arbeit

mit Edelmetall und erlesenen Steinen

hinaus ernsthaft mit der Malerei zu beschäftigen.

Diesbezüglich hat Wolfgang

Schlüter seine Meriten schon früh erworben,

seine geradezu altmeisterliche

Darstellung eines Steinstrandes fand

nicht nur auf der größten Kunstausstellung

der DDR ihre Bewunderer, sondern

im Zuge des Ankaufs durch das Schweriner

Museum einen ehrenvollen Platz.

Das Geld sei für eine Couchgarnitur

draufgegangen, erzählt Wolfgang Schlüter

schmunzelnd. Dieser bodenständige

Witz ist für ihn ebenso charakteristisch

wie die künstlerische Handschrift, die

seine Schmuckstücke kennzeichnet.

Vor allem die fantasievolle Formgebung

ist für die Einzigartigkeit der Broschen,

Ringe sowie des Hals- und Ohrschmuckes

verantwortlich. Die ausgesuchten

Rohstoffe tragen ihren Teil dazu bei,

neben Gold und Silber künden Besatzmaterialien

wie Opale, Mondsteine und

Korallenäste von Ferne und Exotik. Die

Malerei Wolfgang Schlüters hingegen

bleibt der Heimatregion vorbehalten,

wiederkehrend befindet sie sich im expressiven

Zwiegespräch mit von Windflüchtern

geprägten Landschaften.

„Lebte ich in Venedig, würde ich mehr

Canale Grande machen“, sagt Wolfgang

Schlüter und lacht. So wie er erzählt,

wünschte man sich, er würde auch noch

Geschichten schreiben.

12


Martina Schultz

Terminvereinbarung empfehlenswert

Kirchweg 13

18182 Blankenhagen

038201 60301

www.malerei-martina-schultz.de

info@malerei-martina-schultz.de

Die Natur ist die wahre Künstlerin

Von hohen Eichen umstanden, thront die

frühgotische Backsteinkirche des ehemaligen

Bauern- und Handwerkerdorfes

Blankenhagen auf einer der wenigen

Erhebungen des Umlandes, rundherum

dehnen sich die Felder wie flaches Meer.

Als Kind schon habe sie auf dem Land

wohnen wollen, erzählt Martina Schultz,

in Blankenhagen sei sie letztlich vor Anker

gegangen. Hier sei ihre Heimat sagt

sie, hier verstehe sie die Menschen und

wichtiger noch, fühle sie sich selbst verstanden.

Auf diese Weise sei jede Heimfahrt

immer auch begleitet von einem

Gefühl des Ankommens, was letztlich

eine Gewissheit darstellt, die auf mehr

abzielt als nur auf die eigenen vier Wände.

Die dem Bewusstsein über Heimat

entspringende Ruhe ist gleichwohl nötig,

stellt sie doch das Gegenstück zu dem

dar, was die Künstlerin Martina Schultz

in Form einer kreativen Unruhe umtreibt.

Ankommen bedingt eben immer auch ein

Aufbrechen, im Fall von Martina Schultz

ließe sich jeder Aufbruch übersetzen mit

dem Beginn eines neuen Bildes. Insbesondere

die Arbeit in der von ihr forcierten

Fließtechnik ist charakterisiert durch

das Prozesshafte, eine fortschreitende

Entwicklung, die dem Begehen neuer

Wege gleicht. Die Dynamik dieses Vorganges

manifestiert sich anschaulich in der

andauernden Bewegung der Leinwand,

fortschreitend bis zu jenem Punkt, an

dem Martina Schultz das Bild zu Boden

legt und ihr Atelier verlässt. Ich weiß genau,

wann ein Bild fertig ist, versichert

die Künstlerin. Die dafür nötige Erfahrung

verdankt die Autodidaktin ihrem

intensiven Selbststudium, das mit jedem

abgeschlossenen Werk weiter ausgreift.

Lernen heißt immer auch fehlgehen, versichert

die gebürtige Rostockerin, allem

Stolpern und Fallen jedoch muss der Wille

folgen, aufzustehen und weiterzumachen.

Selbstbewusstsein kennzeichnete

schon ihre Entscheidung, ausgetretene

Pfade zu verlassen und 2006 den Weg als

freischaffende Künstlerin einzuschlagen.

Mit dem gleichen Selbstvertrauen entledigt

sich Martina Schultz aller Vorgaben

im Hinblick auf Technik und Sujet, sie experimentiert

mit allem, was zur Verwirklichung

der gestalterischen Vision geeignet

scheint. Im Ergebnis entstehen Werke

wie ihre Sandmalereien, reliefartige Materialbilder

mit denen Martina Schultz zu

archivieren sucht, was sie als nachhaltige

Impression der Natur entnimmt. Die Natur

sei eine wahre Künstlerin, schwärmt

sie, wann immer sie die Natur der Küstenregion

durchstreift, finde sie in den natürlichen

Strukturen eine inspirierende

Vorlage für ihre Werke. Jede künstlerische

Transformation des Gesehenen beinhaltet

somit nicht zuletzt eine Danksagung

an das, was Martina Schultz zu allen Seiten

behütend umschließt – Heimat eben.

13


Kutschera

in Ribnitz und Damgarten

Weitergehende Informationen zum Feininger-Rundgang erhalten Sie in der Galerie im Kloster, Im Kloster 9,

in der Tourismusinformation, Am Markt 14 | D-18311 Ribnitz-Damgarten oder unter www.feininger-rundgang.de

14


Bliesenrade

Bodde

Ostseebad

Ahrenshoop

Born

Ribnitz-Damgarten Darß

2

Jägerbülten

Bodst

-

F i s c h

Dierhagen

Dorf

Dändorf

Tourismusinformation

Am Markt 14

18311 Ribnitz-Damgarten Althagen

03821-2201

touristinfo@ribnitz-damgarten.de

www.bernsteinstadt.de

l a n d

stseebad

ierhagen

Körkwitz

Bodden-Therme

Rostocker Tor

Haubach

Balenbrink

Barnstorf

Ribnitzer See

Niehagen

Ostseebad

Wustrow

Bodden

Pütnitz

Petersdorf

Wilmshagen

Parkplatz

Saaler

Langendamm

Beiershagen

Altenwillershagen

Freilichtmuseum

Borg

Damgartenhagen

eide Neuhof

RIBNITZ-

Saaler Riff

Damser Ort

Neuendorfer

Bülten

Saaler Bach

Plummendorf

Bernstein-Stübingsmuseuberg

Einhusen

Freudenberg

Ehmkenhagen

Übernachtungstipp

Schlafen im Hafen

www.wellenreiter-ferienhaus.de

An der Boddentherme (gebührenfrei)

Fahrradverleih

Zweirad Lange

Lange Str. 78, 18311 Ribnitz-Damgarten

www.zweirad-.de

03821-2709

Schubb

Saal

Kückenshagen

Kuhlenbusch

Dechowshof

Freudenberg

Ausbau

Royforst

Saaler

Höhe

Kolonie

Kückenshagen

Tempel

Bookhorst

Kuhlrade

Eichort

Hof Saal

Saaler Bauern

Recknitz

Neuendorf

Heide

Herrmannshagen

Dorf

Hessenburg

Europäische Route

der Backsteingotik

105

Behrenshagen

-DAMGARTEN

Carlewitz

Poppendorf

Tourlänge: Rundparkour: ca. 36 km

Dauer (Fahrzeit): ca. 3 Stunden

Neuendorf

Sandberg

Tressentin

Jahnkendorf

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegprofil: größtenteils befestigte Radwege,

ca. 20 % unbefestigter

Michaelsdorf

Waldweg

-Daskow

Herrmannshof

Bartelshagen II

Neuhof

Redensee

Dettmannsdorf

Pantlitz

Herrmannshagen

Heide

Prusdorf

Beughorst

Kronsberg

Wilkensberg

Gruel

Fuhlen

24

15

S

Lüdershag

Heide

Wie

hag

Camitz


ha

Tod

Ah

T


Ribnitz-Damgarten 2

Ribnitz-Damgarten 2

Wer abseits des sommerlichen

Trubels auf der Halbinsel

Fischland-Darß-Zingst seinen

Urlaub etwas beschaulicher zubringen

möchte, der ist in der Bernsteinstadt

Ribnitz-Damgarten gut aufgehoben.

Übernachten kann man dabei nicht nur

in bequemen Hotels und gut geführten

Pensionen, sondern auch in den

schwimmenden Ferienhäusern im Ribnitzer

Stadthafen – Boddenblick garantiert.

Auch tagsüber ist für Abwechslung

gesorgt. Wer seinen Urlaub aktiv gestalten

möchte, für den findet sich beim

Fahrradfahren, in der Schwimmhalle,

auf der Wasserskianlage oder beim Kegeln

Gelegenheit, mal richtig Dampf abzulassen.

Zudem ist der Saaler Bodden

ein erstklassiges Segel-, Kite- und Surfrevier.

Aber natürlich geht es auch auf

dem Wasser gemütlich zu, zum Beispiel

bei einer Boddenrundfahrt mit der „MS

Boddenkieker“. Die abwechslungsreiche

Natur- und Kulturlandschaft lässt sich

natürlich auch auf dem Landwege erkunden,

zum Beispiel mit unserer Tour durch

die vorpommersche Boddenregion.

Die Tour startet diesmal direkt im kulturellen

Zentrum der Bernsteinstadt,

dem Ribnitzer Klosterhof. Das dort befindliche

Denkmal erinnert an die letzte

Stiftsdame des Klarissenklosters, Olga

von Oertzen, die 1961 verstarb. Über

die Klosterstraße gelangen Sie bis zum

Markt, fahren am Rathaus vorbei über

die Grüne Straße zum Hafen und wenden

sich an Jastrams Skulptur „Der Zirkus

kommt“ nach rechts. Folgen Sie nun

geradewegs dem Boddenwanderweg.

Vorbei am Hafenrestaurant De Zees,

am Ribnitzer Segelclub und am örtlichen

Stadion geht der Weg quer durch

den Nizzepark bis in den benachbarten

Stadtteil Damgarten. Am idyllischen

Damgartener Hafen passieren Sie das

Anglerheim, ein kleines Restaurant welches

mit leckerer, mecklenburgischer

Hausmannskost aufwartet. Weiter geht

es entlang der Recknitz bis zum Gutshaus

Pütnitz. Das 1836 erbaute Herrenhaus

wird von der Gemeinde liebevoll „

das Schloss“ genannt, es beherbergt seit

seiner Sanierung 2012 eine Reihe herrschaftlich

eingerichteter Ferienwohnungen.

Sollten Sie also auf der Suche nach

der ganz besonderen Urlaubsatmosphäre

sein, dann sind Sie auf Schloss Pütnitz

genau richtig. Vom Schloss aus befahren

Sie nun den Radweg längs der K 2

in Richtung Saal. Bei Kilometer 7 können

Sie in die Flugplatzallee abbiegen und

dem Technikmuseum auf dem ehemaligen

russischen Militärflughafen einen

Besuch abstatten – ein Geheimtipp für

alle Technikbegeisterten. Ansonsten

bleiben Sie auf dem Radweg und fahren

weiter bis nach Dechowshof. An der von

einem Feldstein markierten Kreuzung

biegen Sie bitte links ab, durchqueren

Dechowshof und nehmen hinter dem Ort

den Weidensteig rechts nach Langendamm.

Direkt am Ortseingang befindet

sich der Dorfplatz, dahinter im Heideweg

finden Sie in einem himmelblauen Katen

das Atelier von Gerlinde Creutzburg. Die

16


Ribnitz-Damgarten 2

Künstlerin mit der charakteristischen

Formensprache ist seit über 40 Jahren

in der Region zuhause und kann Ihnen

auch abseits der Atelierarbeit wertvolle

Anregungen geben. Folgen Sie anschließend

dem Heideweg weiter, der nach

einer Rechtskurve als Langendammer

Straße zurück zur K 2 führt. Biegen Sie

links ab in Richtung Kükenshagen und

halten Sie sich nach einigen Metern

rechts auf der schmalen Abkürzung zur

Hauptstraße. Wieder auf der K2, halten

Sie sich wiederum rechts und biegen

bei Kilometer 13 vor dem Gehöft Nummer

66 scharf rechts ab in einen Feldweg.

Folgen Sie dem Weg bis Kilometer

14 und biegen Sie dann links ab. Kurz

bevor Sie wiederum auf die Hauptstraße

gelangen, finden Sie die Abbiegung

in die Saaler Bauernreihe, in der die

Töpferei Löber beheimatet ist. Keramik

hat in der Familie Löber eine lange Tradition,

sie besticht nicht nur durch die

eindrucksvolle Ästhetik, sondern vor allem

durch ihren hohen Gebrauchswert.

Die Gastfreundlichkeit der Familie trägt

überdies ihren Teil dazu bei, den Besuch

unvergesslich zu machen. Fahren Sie im

Anschluss zurück zur K 2 und folgen Sie

der Straße nach rechts in Richtung Saal.

Hinter der Brücke über den Saaler Bach

finden Sie schon die Ausschilderung zum

Kranich-Hotel-Museum Hessenburg. Das

1840 erbaute Gutshaus ist eingebettet

in die vorpommersche Feldlandschaft,

die hunderten Kranichen als Rastplatz

dient. Tun Sie es den stolzen Vögeln

gleich und rasten Sie einen Augenblick,

zum Beispiel im Café „Alte Schmiede“,

wo Ihnen zu leckeren Kaffeespezialitäten

Selbstgebackenes serviert wird.

Versäumen Sie es anschließend nicht,

der stetig wachsenden Sammlung zeitgenössischer

Kunst Ihre Aufwartung zu

machen. Vom Gutshaus geht es rechts

auf den Parkweg abbiegend wieder in

Richtung Süden. Nach erneuter Überquerung

des Saaler Baches fahren Sie

auf einem unbefestigten Weg hinein in

das Hessenburger Holz. Folgen Sie dem

Weg bis zu Kilometer 23. Nach längeren

Regenperioden müssen Sie auf diesem

Wegstück mit Behinderungen rechnen.

Am Gedenkstein Hesbe Hessenburg biegen

Sie bitte nach rechts ab und folgen

dem sich windenden Waldweg westwärts.

Bei Kilometer 26 bietet sich die

Gelegenheit, die Apostelsteine zu besichtigen,

ein aus 13 Steinen bestehender

Steinkreis, der die Gegend um Saal

als uralte Kultstätte ausweist. Nach 1,5

Kilometern stoßen Sie dann erneut auf

die K 2, der Sie diesmal links in Richtung

Ribnitz-Damgarten folgen. Auf dem straßenbegleitenden

Radweg erreichen Sie

nach ca. 8 Kilometern wieder den Ausgangort

Ihrer Tour. Sollten Sie so schlau

gewesen sein, im Anglerheim einen Tisch

im Freien zu reservieren, können Sie den

Tag bei Zanderfilet und einem kühlen

Bier ausklingen lassen. Die romantische

Aussicht über die sich im Hafen leicht

wiegenden Segler geht dabei aufs Haus.

17


Gerlinde Creutzburg

Terminvereinbarung empfehlenswert

Heideweg 3

18311 Langendamm

0173 7070959

www.gerlinde-creutzburg.de

www.kastanienhoflangendamm.de

gerlindecreutzburg@yahoo.de

Ich bin fest im Norden verankert

In einem Text der Autorin Annett Gröschner

versuchen eine Dichterin und eine

Malerin zu ergründen, was zuerst da gewesen

sei – das Wort oder das Bild? Diese

Frage entspringt der inspirierenden Zusammenarbeit

mit Gerlinde Creutzburg,

die sich seit langer Zeit im Spannungsfeld

zwischen Wort und Bild bewegt. Über

den Hang zum bildnerischen Fabulieren

hinaus, gesteht die Künstlerin, verspüre

sie von ehedem eine Lust am Text. Der

Versuch, beidem Raum zu geben, führte

Gerlinde Creutzburg nahezu unweigerlich

zum Künstler-Buch, genau genommen ein

von langer Hand angelegtes Unterfangen.

Insbesondere die Bibliothek der alten

Handschriften auf Schloss Gotha habe sie

nicht nur früh, sondern auch nachhaltig

inspiriert, erzählt die in Thüringen aufgewachsene

Künstlerin. Überhaupt verdanke

sie ihre Aufmerksamkeit für künstlerische

Themenstellungen den Jugendjahren rund

um die ehemalige Residenzstadt. Erste

künstlerische Gehversuche fallen genauso

in diese Zeit wie die bei Weitem nicht

leichte Entscheidung, sich gänzlich auf

das Wagnis von Kunst und Künstlerdasein

einzulassen. Goethes Worten zufolge

begünstigt die Vorsehung jene, die so

kühn sind, sich endgültig einer Aufgabe zu

verschreiben. Gerlinde Creutzburg selbst

erzählt von den glücklichen Zufällen, die

es ihr wiederkehrend erleichterten, an

der eigenen Kühnheit nicht zu zweifeln

und unbeirrt den eigenen Weg zu gehen.

Der führte sie vorerst an die renommierte

Hochschule Burg Giebichenstein, wieder

ein Glücksfall. Beeinflusst vom Studium

der Textilgestaltung widmete sich Gerlinde

Creutzburg nachfolgend der Arbeit an

textilen Collagen, ein Zeichnen mit der

Nähmaschine, wie sie sagt. Dabei entwickelte

sie eben jene charakteristische Formensprache,

die heute ihr von Zeichnungen

über Künstlerbücher zu Malerei und

Skulpturen reichendes Werk überspannt.

Neben dem strukturierten Gedanken

müsse auch die Freiheit des Unbewussten

bestehen, sagt die Künstlerin, nur die Verbindung

von Geist und Gefühl bringe das

Authentische, das Eigene zutage. Dieses

Nebeneinander vergegenständlicht sich

eindrücklich in ihren Bildern und Installationen.

Auch in den Künstlerbüchern verlegt

sich Gerlinde Creutzburg darauf, die

Texte ihrer Autoren weniger illustrativ zu

enthüllen, denn sie assoziativ zu ergänzen.

Auf diese Weise weiten ihre Beiträge

den erzählten Raum so weit, bis der Zweifel

wieder spürbar wird – was war eigentlich

zuerst da, das Wort oder das Bild?

Trotz aller Fragen und aller Mehrdeutigkeit

hat das Gros ihrer Bilder jedoch eines

gemeinsam, man findet zumeist eine Horizontlinie.

Abseits jeder möglichen Deutung

steckt dahinter die Reverenz an das

Meer, in dessen Nähe Gerlinde Creutzburg

sich so lang schon zu Hause fühlt.

18


Keramikwerkstatt Löber

Terminvereinbarung empfehlenswert

Große Bauernreihe 4

18317 Saal

038223 457

0174 7079646

www.jasminloeber.de

mienschen@web.de

Wir töpfern Dinge, die wir selbst gern benutzen

Pechschwarz liegt das Teerband der Saaler

Bauernreihe, am Straßenrand mahnt

ein handgeschriebener Hinweis zur Vorsicht

– Achtung Kinder! Das Schild wurde

um die Angabe „viele“ ergänzt, was

im Wesentlichen damit zu tun hat, dass

Reinhart Löber einer vielköpfigen Familie

vorsteht. Neun Kinder sind auf dem elterlichen

Hof aufgewachsen, eines von ihnen

wird nun nicht nur das Gehöft, sondern

auch die von Reinhart Löber gegründete

Töpferei in eine gleichsam bewegte Zukunft

führen. Die intensive Beschäftigung

mit der Keramik ergeht aus einer langen

Tradition, die Löber-Keramik ist aus der

Ostsee-Region kaum noch wegzudenken.

Während ein Teil der Familie das elterliche

Erbe in Ahrenshoop weiterführt, gründete

Reinhart in der Saaler Bauernreihe eine

eigene Werkstatt und widmete sich fortan

der Salzbrandkeramik. Im Hinblick auf

diese Entscheidung lässt sich die Neigung

des Töpfers zur traditionellen Technik

als stimmführend ausmachen, noch darüber

hinaus betont er die hervorragenden

Gebrauchseigenschaften der Salzglasur.

Dass der pragmatische Mehrwert

der Löberschen Produkte nicht hinter

ihrem ästhetischen Gehalt zurücksteht,

ist letztlich jener Inspirationsquelle geschuldet,

die im Mittelpunkt jeder Familie

steht – der eigene Haushalt. Wir machen

vor allem das, was wir selbst gern benutzen,

versichert Charis Löber, die auf der

Suche nach einer Lehrstelle in Saal sehr

viel mehr fand als nur einen Ausbildungsplatz.

Die klassische Angebotspalette, erzählt

die gebürtige Dresdnerin, habe sich

auf diesem Wege um Besteckständer genauso

erweitert wie um Zitronenpressen

und Salatschüsseln. Dieser persönlichen

Nähe zu den Dingen entspringt nicht nur

ihre Alltagstauglichkeit, sondern auch die

liebevolle Gestaltung, welche jedes einzelne

Stück kennzeichnet. Für die Bemalung

seien vordem die Frauen verantwortlich,

erzählt Jasmin Löber, die das Angebot

des Ateliers in der Saaler Bauernreihe aktuell

um Töpferkurse an der Drehscheibe

ergänzt. Für die künstlerische Inspiration

sorgt nicht zuletzt die weite Landschaft

südlich des Boddens, wiederkehrend finden

Kraniche und Fische ihren Weg auf

die gebrannte Außenhaut jedes keramischen

Kleinodes und tragen damit heimatliche

Grüße in die Welt hinaus. Dass

diese Grüße unterschiedlich groß ausfallen

können, beweisen die handwerklichen

Fähigkeiten ihres Mannes Tonio Schmidt

Löber, der sich seine Meriten nicht nur

durch das Töpfern des kleinsten Kelches

verdiente. „Ich halte ihn für einen der hervorragendsten

Töpfer im Lande“, urteilt

Schwiegermutter Charis Löber lachend.

Auch deshalb fällt es Charis und Reinhart

Löber leicht, Hof und Atelier in der Bauernreihe

zu gegebenem Zeitpunkt an das

junge Paar zu übergeben. Auch das Warnschild

an der Straße kann dann getrost

weiterhin seinen Dienst tun.

19


Ausflugstipp

Deutsches Bernsteinmuseum Ribnitz-Damgarten

Wo wir sind, ist Sonne – so lautet

das ehrgeizige Motto des Deutschen

Bernsteinmuseums in Ribnitz-Damgarten.

Eingelöst wird

dieses Versprechen auch an Regentagen,

was nicht von ungefähr

mit dem Gold des Nordens zu tun

hat. Mit seinen abwechslungsreichen

Ausstellungen ist das Haus

auch unabhängig von der Wetterlage

längst zum Publikumsmagneten

der Boddenstadt avanciert,

der Bernstein besitzt eben seine

ganz eigene Strahlkraft. Über die

haben wir mit dem Bernsteindrechsler

Henning Schröder gesprochen,

aktuell der jüngste

Meister der ..., nein der einzige ...,

oder doch der jüngste ...?

Henning, bist Du der jüngste oder der

einzige Bernsteindrechslermeister

Deutschlands?

Als ich Meister wurde, das war 2004,

war ich sowohl der jüngste Meister

Deutschlands überhaupt als auch der

einzige Bernsteindrechslermeister.

Das muss aber insofern eingeschränkt

werden, als dass es andere Bernsteindrechsler

und auch Meister gibt die

jedoch aktuell nicht mehr aktiv sind.

Es gibt natürlich auch Andere, die sich

professionell mit der Bernsteindrechslerei

auseinandersetzen aber diese

entsprechende Berufsausbildung nicht

durchlaufen haben.

Welche Berufsausbildung ist das

genau?

Genaugenommen gibt es die gar nicht

mehr. Derzeit werden Drechsler/Elfenbeinschnitzer

mit der Fachrichtung

Bernstein ausgebildet, so der offizielle

Titel. Ich habe Bernsteindrechsler gelernt

aber musste mich in der Ausbildungszeit

zum Beispiel auch mit Holz

beschäftigen. In der Meisterschule kam

dann die Arbeit mit Elfenbein dazu.

Woher kam denn dieser Wunsch, Bernsteindrechsler

zu werden? Hatte das

mit Deiner Heimat hier zu tun?

Also es ist nicht schon immer mein

Wunsch gewesen, ich wollte eigentlich

mal Zahntechniker werden. In jedem

Fall aber wollte ich etwas Handwerkliches

machen. In den Ferien wurde dann

ein Praktikum in der Ribnitzer Bernsteindrechslerei

angeboten, das hat

mich interessiert und das war es dann.

Da gab es auch Anknüpfungspunkte an

die eigene Kindheit, wir sind ja bei jedem

Strandausflug wild darauf gewesen,

Bernstein zu finden. Das ist eben

so ein kleiner Schatz, den man einfach

so finden kann. Da geht es mir wie den

meisten Menschen, sobald man wirklich

mal selbst ein Stück Bernstein gefunden

hat, gewinnt es sehr stark an

Bedeutung. Und im Handwerk hat man

dann wirklich große Stücke in den Händen.

All das miteinander verbinden zu

können, das hat mich gereizt. Insofern

hat das alles schon stark mit dieser

Region zu tun.

Für Deine Lehre konntest Du dann ja

glücklicherweise in der Region bleiben.

Ja ich habe bei Alt-Meister Werner Lux

im Deutschen Bernsteinmuseum gelernt.

Ich war sozusagen nicht nur sein

letzter sondern auch sein einziger Geselle.

Für die Berufsschule allerdings

musste ich ans andere Ende der Republik

in das heutige Bad Kissingen in

Bayern.

Hatte es denn einen besonderen

Grund, dass Du der einzige Geselle

von Werner Lux geworden bist?

Nein ich denke, ich denke er wollte zuletzt

sein Wissen doch teilen und es

weitergeben.

20


Womit Du viel früher angefangen hast...

Ja aber ich habe bislang nur eine Gesellin

ausgebildet. Im Moment jedoch

schaffe ich es nicht mehr so oft, in

der Werkstatt zu sitzen aber zukünftig

möchte ich gern wieder einen Lehrling

ausbilden. Ich sehe ja auch, dass dieser

Beruf eine Zukunft hat, insbesondere

hier in Ribnitz, wo die Nachfrage sehr

stark ist. Oft geht es auch darum, alten

Schmuck zu erhalten. Ich persönlich

finde es schade, dass dem Bernstein

immer noch dieses Image des Oma-

Schmuckes anhängt, obwohl viel passiert

und viel Neues ausprobiert wird.

Dabei ist Bernstein-Schmuck wirklich

etwas Besonderes, der die Persönlichkeit

stark unterstreichen kann.

Du bist neben dem wissenschaftlichen

Leiter Axel Attula mittlerweile Teil

der Doppelspitze, die das Deutsche

Bernsteinmuseum führt. Wie kam der

Wechsel in den Museumsbetrieb?

Also ich war vorher schon Vereinsmitglied

im Museumsverein Deutsches

Bernsteinmuseum e.V. und als der ehemalige

Leiter das Haus verließ, hat man

mich angesprochen, ob ich mir diese Arbeit

vorstellen könne. Ich hab dann wirklich

ein zwei Monate überlegt, ob ich das

wirklich machen will aber ich habe auch

die Chance darin gesehen. Abgesehen

davon war ja meine Lehrwerkstatt schon

im Bernsteinmuseum untergebracht, ich

hatte von daher schon länger eine Verbindung

zu dem Haus.

Was verbindest Du mit dem Wechsel

von der Werkstatt in den musealen

Bereich?

Man setzt sich mit dem Thema wirklich

ganz anders auseinander, von Interesse

ist dann ja nicht nur der Stein

an sich sondern alle Themen rund um

Ausflugstipp

Also vor allem setzen die Schwerpunkte

Natur- und die Kulturgeschichte des

Bernsteins die Klammer um alle anderen

Themen, die verhandelt werden.

Dabei geht es um die verschiedenen

Farben des Steins genauso wie um Herkunft

und Entstehung. Viele gehen zum

Beispiel davon aus, dass es sich beim

Bernstein um ein Mineral handelt, tatsächlich

ist es jedoch ein Baumharz.

Wir erklären dann, wie daraus der

Bernstein wird, warum es Einschlüsse

gibt, was den Bernstein so einzigartig

macht und wo er vorkommt. Darüber

kommt man dann zur Kulturgeschichte,

angefangen bei der Steinzeit, in der

schon Amulette aus Bernstein gefertigt

wurden. Von der Antike über das

Unser Museumskonzept hebt heute mehr auf das Gefühl ab,

man soll ein richtiges Gespür für die Materie bekommen.

Bist Du denn momentan noch aktiv als

Bernsteindrechsler?

Also momentan eher sporadisch. Wenn

nicht so viele Besucher im Museum

sind oder ich keine anderweitigen

Termine habe, dann geht es und dann

freue ich mich auch, etwas Zeit zu haben

für die Arbeit in der Werkstatt.

den Bernstein. Die Fragen der Museumsbesucher

erstrecken sich oft auch

auf den theoretischen Teil und darauf

sollte man vorbereitet sein. Ich konnte

zwar wesentlich von meiner Ausbildung

profitieren aber ich musste

mich nochmal voll reinknien. Das geht

ja schon bei den Führungen los, man

muss erst einmal ausloten, was die

Leute überhaupt an dem Thema Bernstein

interessiert und was sie wissen

wollen. Das geht manchmal wirklich in

die Nischenbereiche.

Abseits der Nischenbereiche - welche

Schwerpunkte setzt denn aktuell das

Angebot des Bernsteinmuseums?

Mittelalter und die Barockzeit geht es

dann weiter bis ins Hier und Heute.

Hat sich mit Dir auch das Museum neu

erfunden?

Also zum Teil haben wir das Haus schon

anders konzipiert. Bis vor einigen Jahren

war es sehr wissenschaftlich ausgerichtet.

Unser Museumskonzept hebt heute mehr

auf das Gefühl ab, man soll ein richtiges

Gespür für die Materie bekommen. Wir

haben zum Beispiel den verschiedenen

Räumen durch Lichtdesign zu bestimmten

Stimmungen verholfen, die Vitrinen sind

ihrerseits mehr dekoriert und weniger

streng geordnet. Wir haben die Exponate

so einerseits etwas mehr in Szene gesetzt,

21


Ausflugstipp

andererseits auch versucht zu zeigen,

wozu die Dinge gemacht sind. Es gibt ja

zum Beispiel einige Gegenstände religiöser

Praxis, die sind ursprünglich ja nicht

dafür geschaffen worden, gut ausgeleuchtet

in einer Vitrine zu stehen.

Hast Du selbst ein Lieblingsexponat?

Also das werde ich wirklich oft gefragt

aber ehrlich gesagt gibt es das nicht.

Es kommt darauf an, womit ich mich

gerade beschäftige, dann vergesse

ich auch schnell die anderen Sachen

drumherum. Aber das wechselt eben

immer auch wieder. Ich fand mal den

blauen Bernstein richtig gut aber dann

habe ich einen neuen Stein erstanden

und dann war das mein Lieblingsstück

und nach ein paar Monaten war es

dann eine Inkluse. Also es ändert sich

wirklich ständig.

Dann bleibt das Museum für Dich

selbst ja auch beständig Gegenstand

einer Entdeckungsreise...

Auf jeden Fall. Das bezieht sich nicht

nur auf neue Sachen, auch Objekte

die schon ewig da sind, entdeckt man

nochmal neu, wenn man sich ihnen

wieder intensiver widmet. In meinen

Führungen findet sich dann auch immer

das, was mir selbst aktuell am

liebsten ist.

Zum Beispiel der blaue Bernstein...

Zum Beispiel. Das ist schon eine Rarität.

Zum einen würde man den hier

am Strand nicht finden, zum anderen

kommt der auch im Schmuckbereich

sehr selten vor. Blauer Bernstein

kommt ursprünglich aus der Dominikanischen

Republik oder aus Asien und

wird nicht so massenhaft verarbeitet

wie der Ostseebernstein. Die meisten

kennen ja gelben oder braunen Bernstein,

den man auch am Strand finden

kann. Aber wenn sie dann blauen oder

grünen Bernstein sehen, dann finden

sie das schon interessant.

Der Bernstein für die professionelle

Verarbeitung entstammt doch bestimmt

nicht der mühseligen Suche am

Ostseeufer?

Nein der stammt zumeist aus den baltischen

Ländern, aus Russland, Litauen

oder Polen und wird dort im Tagebau

abgebaut oder aus der Erde ausgespült.

Dort gibt es wirklich sehr große

Vorkommen, aus denen im Schnitt ein

bis zwei Kilogramm Bernstein pro Kubikmeter

Erde gefördert werden. Das

kann ja jeder mal ins Verhältnis setzen

zu dem, was er vielleicht während einer

Strandwanderung gefunden hat.

Gibt es auch dort Vorkommen, wo man

eigentlich gar keinen Bernstein vermutet

hätte?

Vor kurzem bin ich bei einer Messe auf

Bernstein aus Äthiopien gestoßen, das

war mir gänzlich unbekannt. Oder nehmen

wir Grönland, das ist ja eigentlich

ein einziger Eispanzer aber früher hat

es dort eine spezielle Vegetation gegeben,

die Baumharze absonderte und

heute findet man dort Bernstein. Das

finde ich wirklich krass.

Welche Farbe hat der grönländische

Bernstein?

Ganz unspektakulär, er ist vorwiegend

braun. Die Farbe des Steins geht dabei

nur zu einem Teil auf die spezifische

Zusammensetzung des Baumharzes

zurück, sie wird auch von den umliegenden

Mineralien beeinflusst, die das

Harz um- und einschließen.

Gehst du selbst eigentlich noch an den

Strand, um Bernstein zu suchen?

Gezielt auf die Suche gehe ich eher selten

aber wenn ich am Strand bin, dann

schaue ich schon. Und eigentlich finde

ich auch immer was.

Was hat denn der Fachmann für Tipps

parat?

Also eigentlich ist es nicht so schwer.

Bernstein glänzt sehr intensiv im Tageslicht

und hebt sich deshalb stark

von den anderen Steinen ab. Wer an

den Stränden des Fischlandes wie

Wustrow und Prerow erfolgreich sein

will, der sollte insbesondere nach

starken Nordostwinden auf Beutezug

gehen. Überhaupt stehen die Chancen

nach Stürmen besser. Überdies sollte

man vor allen anderen da sein, also am

besten am frühen Morgen.

Vielen Dank für das Gespäch!

22


husen

st

Rookhorst

Behrenshagen

MGARTEN

Plummendorf

Freudenberg

erg

Bookhorst

Kuhlrade

Recknitz

Carlewitz

Poppendorf

Sandberg

-Daskow

Tourismusinformation

Kölzower Chaussee 1

18337 Marlow

038221-429836

touristinfo@vogelparkregion-recknitztal.de

www.vogelparkregion-recknitztal.de

Tressentin

Jahnkendorf

Pantlitz

Wilkensberg

24

Marlow

Prusdorf

Gruel

Camitz

Todenhagen

Übernachtungstipp

Gutshaus Stubbendorf

www.gutshaus-stubbendorf.de

Parkplatz

Am Markt (gebührenpflichtig)

Vogelpark Marlow

Tribohm

Dettmannsdorf

Ahrenshagen-

Fahrradverleih

Wasserwanderrastplatz Marlow

Recknitzbrücke der L18 zwischen Marlow

und Semlow

Palmzin

Neuenlübke

Neuenrost

Schlemmin

Eickhof

Ansprechpartner H. Stypmann

0174-6789343

www.kanuverleih-marlow.info

Tourlänge: Rundparkour: ca. 28 km

Semlower

Dauer (Fahrzeit): ca. 2,5 Stunden

Schwierigkeitsgrad: mittel

Alt

Holz Ravenhor

Wegprofil: größtenteils befestigte Radwege

und wenig befahrene Landstraßen,

ca. 20 % unbefestigter Feldweg

Zornow Karlshof

Forkenbeck

e

Brünkendorf

Neu

Guthendorf

Alt Steinhorst

Neu

Steinhorst

Neu

Poppendorf

Brunstorf

Allerstorf

Alt Guthendorf

Vogelpark

Marlow

MARLOW

Marlow Ausbau

Schulenberg

Plennin

Semlow

Mühlenber

27

Bisdorf

Wohsen

Stormsdorf

H

Kavelsdorf

mmerstorf

üsthof

Neu

Barkvieren

rkvieren

orf

leinhof

Wöpkendorf

Lind-

Trinwillershagen

Zarnewanz

Kanneberg

Ausbau

Kölzow

Stubbendorf

Gnewitz

Fahrenhaupt

Grünheide

Kölzow

Ehmkendorf

Mühlenberg

Kneese

Ausbau

Liepen

Kneese

Dudendorf

Galgenberg

Neu

Stassow

42

Kucksdorf

Kneese Dorf

Neuhof

Redderstorf

Schabow

Recknitz

Böhlendorf

Rasthof Lindholz

BAD SÜLZE

20

Bad Sülze

Ausbau

Rauhes

Nütschow

Bad Sülze

Breesen

23

Moor

Recknitzberg

Dettmannsdorf

Ravenhorst

Lang

-ho

Carl


Marlow

Dass neben den Kranichen auch

Pinguine, Papageien und Pelikane

im Recknitztal eine neue

Heimat gefunden haben, verdankt sich

dem Vogelpark Marlow. Innerhalb einer

22 Hektar umfassenden Parklandschaft

präsentieren sich einheimische

Vögel in nächster Nähe zu knallbunten

Exoten. Mit seinen Abenteuerlandschaften

und Shows zählt der Erlebnispark

sicherlich zu Marlows größten Attraktionen.

Im Hinblick auf hautnahes

Naturerleben hat Marlow jedoch weit

mehr zu bieten. Eingebettet in die malerische

Landschaft des Recknitztales

gestatten Ihnen die zahlreichen Wander-

und Pilgerpfade, das Umfeld der

Grünen Stadt auf Schusters Rappen

zu erkunden. Im Wortsinn felsenfest

steht überdies die Tour der Steine, ein

Routennetz auf dem Sie per Drahtesel

durch die abwechslungsreiche Landschaft

stromern können. Darüber hinaus

lädt die ruhig fließende Recknitz

ein, sich per Kanu in die Wildnis des

Urstromtales zu verschiffen.

Unsere Tour startet am Brunnen des

Bildhauers Reinhard Dietrich, direkt auf

dem Marlower Marktplatz. Hinter dem

Rathaus biegen Sie links ab und folgen

der Hauptstraße L 18 in Richtung Ortsausgang.

Gegenüber des Unternehmens

ScanHaus finden Sie rechts den Abzweig

in die Brunstorfer Straße und wenig

später das Atelier der Flechtwerkgestalterin

Charlotte Sell. Von dort ist es ungefähr

noch 1 Kilometer bis zum Vogelpark

Marlow. Sollten Sie dessen Besuch

mit Ihrer Tour verbinden wollen, planen

Sie genügend Zeit ein. Empfehlenswert

ist jedoch, sich einen weiteren Tag Zeit

zu nehmen, um die zahlreichen Attraktionen

des Parks in aller Ruhe genießen

zu können. Der Straße in Richtung Dettmannsdorf

weiter folgend, erreichen Sie

nach ca. 2,4 Kilometern die Abbiegung

nach Fahrenhaupt. Auf einem nur wenig

befahrenen Landweg erreichen Sie

nach 2 Kilometern das sich ins hügelige

Umland schmiegende Dörfchen. Hier

ist die Keramikerin Yvonne Marquardt

ansässig. Ihr Keramikatelier m1 bietet

Ihnen Gelegenheit, der Künstlerin bei

der Arbeit über die Schulter zu schauen.

Die Werkstattgalerie hält zudem eine

breite Auswahl liebenswerter Keramik

parat. Im Anschluss an Ihren Besuch

führt Sie der Weg auf der Dorfstraße

weiter in Richtung Grünheide. Bei Kilometerstand

7,5 kreuzen Sie die L 19, halten

sich rechts und nehmen den Weg in

Richtung Dettmannsdorf-Kölzow. Wenngleich

Herr von der Lühe sein Leben in

Spanien, Amerika, Afrika und über lange

Zeit in Asien verbrachte, so spricht

der Besitzer von Schloss Kölzow doch

von Mecklenburg als Heimat. Mit dem

Gut Dettmannsdorf ist die Familiengeschichte

seit Jahrhunderten verwoben.

Nach seiner aufwendigen Sanierung

strahlt das Gutshaus heute im vollen

Glanz und bietet Feriengästen eine exklusive

Unterkunft im grünen Herzen

des Recknitztales. Empfehlenswert ist

auch ein Streifzug durch den denkmalgeschützten

Park, der sich dem Schloss

Kölzow anschließt. Mit viel Glück bezeugen

Sie, wie sich ein Hochzeitspaar unter

dem dichten Dach der Hängebuche

am Schlossteich das Ja-Wort gibt. Wieder

auf dem Weg haben Sie die Wahl –

24


Marlow

entweder fahren Sie zurück in Richtung

Landstraße und folgen von dort der

Tour der Steine in Richtung Bad Sülze

oder Sie halten sich am Schloss Kölzow

links und fahren auf der Straße Am Walde

hinaus in die benachbarten Felder.

Dieser Weg führt durch den nahegelegenen

Forst in das ca. 4 Kilometer entfernte

Dudendorf. Das dort Mitte des

19. Jahrhunderts im Stil der Tudorgotik

errichtete Gutshaus steht zwar etwas

weniger prachtvoll da als die Residenz

Schloss Kölzow, vermittelt jedoch zweifelsohne

die Atmosphäre eines herrschaftlichen

Landsitzes. Die Tour führt

Sie anschließend wieder nordwärts auf

einer mäßig befahrenen Landstraße,

welche kurz nach dem 13. Streckenkilometer

die Tour der Steine nach Bad Sülze

und Marlow kreuzt. Biegen Sie dort

rechts ab und folgen Sie dem Weg, der

vorbei an sich buckelnden Feldern bis

nach Redderstorf führt. Wiederkehrend

ist der Weg mit Bänken gesäumt, die zu

einer kurzen Verschnaufpause einladen.

An der Redderstorfer Straße rechts

abbiegend, erreichen Sie nach wenigen

hundert Metern das Rittergut Redderstorf.

Früheste historische Erwähnung

fand dieser Flecken schon 1179. Das

Gutshaus allerdings entstammt den

Bemühungen des Rostocker Arztes Dr.

H. Borck, der das Gut 1909 erwarb und

das herrschaftliche Wohnhaus errichten

ließ. Zurückkehrend auf den Weg

Richtung Marlow, erreichen Sie nach 2

Kilometern die Stadt Bad Sülze. Das älteste

Sole- und Moorbad Norddeutschlands

ist wie geschaffen für eine längere

Rast, die Sie in jeder Hinsicht sinnvoll

nutzen können. So wartet zum Beispiel

das Café Wunderbar am Markt nicht nur

mit selbstgebackenen Torten und leckeren

Kaffeespezialitäten auf, sondern

vermittelt durch die hauseigenen Ausstellungen

außerdem einen reizvollen

Einblick in die regionale Künstlerszene.

Auch einen Besuch im Salzmuseum

sollten Sie nicht versäumen. Die fast

700-jährige Geschichte der mühevollen

Salzgewinnung aus der Bad Sülzer

Sole wird hier auf eindrucksvolle Weise

vermittelt. Überdies lädt der Museumsgarten

zum Verweilen ein. Sollten Sie

es vorziehen, lieber etwas abseits eine

Rast im Grünen abzuhalten, sei Ihnen

ein Besuch des Kurparks ans Herz gelegt.

Dort haben Sie auf jeden Fall die

Chance, sich zwischen Ziergehölzen

und Rhododendronhainen eine stille

Ruhepause zu gönnen. Dermaßen erfrischt

können Sie die letzten Kilometer

in Angriff nehmen. Fahren Sie auf der

Kastanienallee stadtauswärts bis zum

Sportplatz und folgen Sie dort der Ausschilderung

nach Marlow. Von nun an

führt der neu angelegte Radweg über

7 Kilometer durch die weite Flussniederung

des Recknitztales. Und während

über Ihnen Bussarde ihre Kreise ziehen,

rollen Sie fast mühelos jenem Ort

entgegen, an dem der Rundweg seinen

Anfang nahm. Sollten Sie sich nun zu

Recht hungrig fühlen, dann sei Ihnen

abschließend die „Ratsherrenpfanne“

in Uhlirs Gasthaus ans Herz gelegt – danach

sind Sie unter Garantie wieder im

Vollbesitz Ihrer Kräfte.

25


Charlotte Sell

Terminvereinbarung empfehlenswert

Brunstorfer Weg 5

18337 Marlow

0176 64302018

038221 430295

www.flechtgestalten.de

lottesell@flechtgestalten.de

Mich reizt das Neue

Zeitreisen sind seit langem Gegenstand

der menschlichen Fantasie, darüber hinaus

lässt sich solch ein Ausflug auch

schwerlich realisieren. Das Freilichtmuseum

in Klockenhagen allerdings bietet

die Gelegenheit, sich in der Vergangenheit

umzuschauen bzw. auch ein Stück

weit in ihr zu leben. Schließlich zeigt das

Museumsdorf nicht nur, wie das ländliche

Leben in der Region vor 200 Jahren

aussah, sondern auch, wie es sich anfühlte.

Möglich wird das vor allem durch

Menschen wie Charlotte Sell, die als

Korbmacherin zur Belebung der musealen

Atmosphäre beiträgt. In ihrer Schauwerkstatt

können Interessierte den Kniffen

eines uralten Handwerkes auf die

Schliche kommen. Berührungsängste

müsse niemand haben, im Grundwesen

sei ihr Beruf ja sehr minimalistisch, sagt

Charlotte Sell. Letztlich brauche man neben

der Weidengerte nur vier Werkzeuge

– und zwar Messer, Schere, Schlageisen

und einen Pfriem. Ihre Lehrzeit hat die

gebürtige Berlinerin in der Korbstadt

Lichtenfels verbracht, einer kleinen

Stadt in Oberfranken. Seit Beginn des

20. Jahrhunderts existiert dort die bundesweit

einzige Berufsfachschule, an der

das Handwerk des Korbmachers erlernt

werden kann. Ihre Entscheidung gehe

im Grunde auf ein Flechtwochenende

zurück, erinnert sich Charlotte Sell. Die

zu gleichen Teilen friedliche wie gestalterische

Tätigkeit habe sie als sehr erfüllend

empfunden. Zudem käme ihr der

Umstand, mit unbehandelten Naturmaterialien

zu arbeiten, sehr entgegen. „Ich

mag es so pur wie möglich“, sagt sie und

lacht. Natur pur im besten Sinne bietet

ihr seit kurzem die Recknitztalregion, wo

die zweifache Mutter in Marlow sowohl

eine neue Heimat als auch eine geeignete

Werkstatt gefunden hat. In ihrem

Atelier tüftelt Charlotte Sell an neuen

Techniken und Formen genauso wie an

ungewöhnlichen Materialkombinationen.

Neue Ideen kämen ihr buchstäblich

im Schlaf, sagt sie, deshalb liege neben

dem Bett immer ein Skizzenbuch. Auch

die Kinder steuern ihren Teil bei, die

Entwicklung verschiedener Spielsachen

zum Beispiel verdanke sich vorrangig deren

inspirierender Mittäterschaft. Etwas

Neues zu entdecken, sagt Charlotte Sell,

mache ihr besonders Freude. Damit darf

auch jegliche Vorstellung von dem, was

gemeinhin mit dem Flechten verbunden

wird, getrost erweitert werden. Ihr umfangreiches

Portfolio erstreckt sich von

Körben über Schalen, Handtaschen und

Rucksäcken, von Schmuck, Windspielen

und Lichtträgern bis hin zu Kleinmöbeln

und Jonglierkeulen. Aller kreativen Geschäftigkeit

setzt Charlotte Sell die natürliche

Ruhe ihrer Umgebung entgegen.

Dabei fühle sie sich ein wenig wie die Urlauber,

gesteht sie, schließlich entdecke

sie selbst erst die spannende Naturlandschaft

rund um Marlow. Es muss eben

nicht immer gleich eine Zeitreise sein.

26


Yvonne Marquardt

Terminvereinbarung empfehlenswert

Butzbarg 1

18337 Marlow / Fahrenhaupt

038221 42588

0163 6680122

www.keramik-m1.com

keramik-m1@gmx.de

Montag bis Samstag geöffnet

Die Landschaft hier weitet mein Herz

Dass Yvonne Marquardt von ihrem Fenster

aus auf den Butzebarg sehen kann,

ist kein Zufall. Ganz ausdrücklich wurde

die Architektur ihres Hauses in Fahrenhaupt

darauf ausgerichtet, dass der Blick

ungehindert bis hinaus zu dem alten Hügelgrab

schweifen kann. Dahinter stecke

auf gewisse Weise eine Kindheitserinnerung,

erzählt die Keramikerin, die am

Rand der Mecklenburgischen Seenplatte

aufwuchs. Schließlich habe sie schon

früh die Hügelgräber und Äcker rund

um ihr Heimatdorf Schossow erkundet,

angespornt vom unbändigen Eifer der

Entdeckerin. Gesucht habe sie nach all

den Schätzen, die zu finden den Neugierigen

vorbehalten bleibt. Als Kind habe

sie mal Archäologin werden wollen, gesteht

Yvonne Marquardt. Genaugenommen

hat sie die Hände heute nach wie

vor in der Erde, der Umgang damit allerdings

hat sich gewandelt. Anstatt sie

nach Raritäten abzusuchen, hat sie sich

darauf verlegt, die Erde selbst in etwas

Wertvolles zu verwandeln. Der entscheidende

Impuls dafür verdankt sich der

Begegnung mit einer Töpferin bzw. der

ersten Teekanne, die Yvonne Marquardt

unter Anleitung herstellte. Sie sei fasziniert

gewesen, erinnert sie sich, was man

mit den eigenen Händen schaffen könne.

Überdies sei es ihr von ehedem wichtig

gewesen, etwas Handwerkliches zu erlernen.

Der nachfolgende Entschluss, selbst

Keramikerin zu werden, war insofern

nicht nur folgerichtig, sondern auch erhaben

über jedweden Zweifel. Mit Reinhart

Löber fand Yvonne Marquardt einen

erfahrenen Lehrmeister, nichtsdestotrotz

sei es ihr ein Bedürfnis gewesen,

im Nachhinein ihren eigenen Weg zu finden.

Dieser Weg führte die junge Töpferin

nicht nur durch deutsche Ateliers, sondern

bis auf den amerikanischen Kontinent

in den Bundesstaat Tennessee. Alle

gesammelte Erfahrung verjüngte sich

nachfolgend hin zu dem, was heute als

Produktpalette des Keramikstudios m1

die Schaffenslinie von Yvonne Marquardt

repräsentiert. Grundlage dafür ist rötlich

brennender Ton, dessen weiße Glasur

die Töpferin vermittels Fayencetechnik

in ihrer ganz persönlichen Handschrift

gestaltet. Mit der wiederkehrenden Stilisierung

von Tulpen und Fischen finden

sich dabei vor allem zwei Motive, in denen

sich ganz private Bezüge symbolisch

verdichten. Die Tulpe sei vor allem ein

Verweis auf das gleichermaßen kraft- wie

freudvolle Wesen des Frühlings, erklärt

die im Mai geborene Künstlerin lächelnd,

die Fische hingegen bezeugten ganz unverhohlen

ihre Nähe zur Küstenregion.

Die liegt Yvonne Marquardt besonders

am Herzen, nicht nur wegen der Ruhe,

welche die sanft wogenden Landschaftszüge

überdacht. Vor allem auch schätzt

sie jene Weite, die es ihr erlaubt, vom

Fenster aus über die Felder hinweg auf

den Butzebarg zu schauen.

27


Kutschera

Zur Geschichte

der Alten Salzstraße

Ostsee

Ahrenshoop

Darßer Ort

Prerow

Wieck a.

Darß

Bodstedter

Bodden

Born

Zingst

Das Salz aus Bad Sülze bestimmte einst die geschichtliche Entwicklung

in unserer Region seit der ersten urkundlichen Erwähnung einer Saline

im Jahre 1243. Das Salz wurde aus salzhaltigem Grundwasser (Sole)

durch Verdampfen des Wassers gewonnen. Zuvor wurde die Sole über

Gradierwerke verrieselt, um durch natürliche Wasserverdunstung den

Salzgehalt der Siedesole zu erhöhen. Diese beeindruckenden Bauwerke,

zum Teil zweistöckig und bis zu 1300 m Länge, prägten einst das

Ortsbild.

Wustrow

Barth

Saaler

Bodden

Groß Kordshagen

Wismar

Dierhagen

Dändorf

Graal-Müritz

Klockenhagen

8

Saal

Pütnitz

7

Hessenburg

Löbnitz

Langenhanshagen

Trinwillershagen

5

6

Schlemmin

Pantlitz

Ravenhorst

Barthe

Markgrafenheide

Völkshagen

Kloster

Wulfshagen

Gresenhorst

Rostock

Tessin

Sanitz

Marlow

Fahrenhaupt

3

Ribnitz-

Damgarten

Dettmannsdorf-

Kölzow

1

Semlow

2

4

Recknitz

Bad Sülze

Kavelsdorf

Eixen

Carlsthal

Tribsees

Foto: Salzmuseum Bad Sülze

Das in Säcken abgefüllte Salz wurde u.a. auf der Recknitz flussabwärts

über Damgarten und die Ribnitzer See bis nach Dändorf verschifft. Für

den Transport wurden Prahmen, ca. 20 m lange flachgängige Boote aus

Holz, genutzt. Am Salzhafen in Dändorf wurden die Säcke auf Karren umgeladen

und zum Dierhäger Strand gefahren, auf Reusenboote verladen

und zu den vor der Küste liegenden Schiffen gebracht, welche sie dann

nach Wismar ins herzogliche Salzlager brachten. Im Jahre 1907 wurde die

Salzproduktion wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt.

Heute erwecken touristische Anbieter entlang der Recknitz die „Alte Salzstraße“

zu neuem Leben, manchmal auch auf ganz moderne Art.

1

2

3

Salzmuseum Bad Sülze

Marlower Kanu- und Bootsverleih

Töpferei ton-studio-m1

Entdeckungen entlang der Alten Salzstraße

4 Landgasthof Schmugglerkrug Eixen

Acht Anbieter von Bad Sülze entlang der Recknitz bis zur Ostsee stellen sich vor und sagen Ihnen, was Sie heute noch mit

5 Salzreich Trinwillershagen

dem Thema Salz verbindet, das jahrhundertelang hier gewonnen und transportiert worden ist. Gehen Sie auf kulinarisch-

6 Ostseemühle Langenhanshagen

kulturelle Entdeckungsreise vom Salzmuseum bis zum Salzreich und

7 Kranich Café Hessenburg

darüber hinaus!

8 Töpferei Löber Saal Die historische Salzstraße von Bad Sülze über die Recknitz zur Ostsee

wird wieder lebendig und der Weg des weißen Goldes entlang vergangener

Salzpfade für Sie wieder erlebbar. Hier können Sie an so

manchem geheimnisvollen Ort in die spannende Welt der Natursalze

eintauchen, das Salz auf der Haut spüren, Salze atmen oder verkosten,

Tourismusverein Vogelparkregion Recknitztal e.V.

Am Markt 1 · 18337 Marlow

auf einem Salzkissen schlafen oder nachts das Salz leuchten sehen.

Telefon: 03 82 21 - 4 10 12

Entdecken Sie die Zeitzeugen im Salzmuseum, die Salztouren auf der

info@vogelparkregion-recknitztal.de

www.vogelparkregion-recknitztal.de

Recknitz, erleben und verkosten Sie regionale Salzspezialitäten in den

www.salzstrasse-mv.de

Salztürmen von Trinwillershagen, genießen Sie die kulinarische Salz-

Kartenillustration: arvid@oertzen-grafik.de Vogelparkregion

28

straße in den Gasthäusern und das nächtliche Verweilen auf und an

Gestaltung: uta.eickworth@ymail.com

Recknitztal

der Salzstraße.

Foto@Andreas-Duerst.de/TMV


Fuhlendorf

Gutglück

Planitz

Barther

Glöwitzer

34

Berg

kensberg

24

Barthe

BARTH

Schlemmin

-Küstrow

Dabitz

Zühlendorf

Neu

h

manns-Tourismusinformation

Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst Schloss Schlemmin

Übernachtungstipp

e Barther Stadtholz

Straße 16

www.schloss-schlemmin.de

18314 Löbnitz

Rubitz

Beughorst Telefon: 03 8324-6400

Parkplatz Divitzwww.fischland-darss-zingst.de

am Schloss und längs der Hauptstraße

info@tv-fdz.de Gäthkenhagen

Frauendorf Kenz-

(gebührenfrei)

ronsberg

Fahrradverleih

-Spoldershagen

Wobbelkow

die Möglichkeiten zur Ausleihe von Rädern

erfragen Sie bitte bei Saatel der Tourismus-

f

Ausbauinformation

Wobbelkow

Lüdershagen

Heide

Behrenwalde

lers-

Lüdershagen

Todenhagen

Grünau

Heidberg

Neuhof

Trinwillershagen

Ahrenshagen-

Langenhanshagen

Wiepkenhagen

Martenshagen

Neuenlübke

Neuenrost

Ausbau

Löbnitz

Kindshagen

Mittelhof

Löbnitz

Balkenkoppel

Schlemmin

Semlower

Holz

Eickhof

Redebas

Barthe

Starkow

Alt

Ravenhorst

Altenhagen

Zipke

Stubbenhagen

Tourlänge Rundparkour: ca. 30 km

Flemendorf

Manschenhagen

Ravenhorst

Neuseehagen

Alt

Seehagen

Buchenhorst

Sternhagen

Weitenhagen

Ausbau

Friedrichshof

Hövet

Arbshagen

Dauer (Fahrzeit): ca. 3 Stunden

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegprofil: wenig bis mäßig befahrene

Landstraßen, ca. 10 % unbefestigte

Waldwege

Karnin

Groß

Kordshagen

Karniner

Europäische Route

der Backsteingotik

Holz

Neu

Lendershage

Forst

Schuenhagen Lend

Velgast

Schuenhagen

Bussi

Wolfshag

Weitenhagen

Millienhagen-

Camitz

Tribohm Zornow

Palmzin

Plennin

Semlow

Karlshof

Forkenbeck

Bisdorf

Mühlenberg

27

Eixen

Spiekersdorf

Leplow

Koitenhagen

Behrenwalde

Süd

Schwedenstraße

Katzenow

Eichenhof

-Oebelitz

Werder

Steinfeld

Dolgen

29

e Trebel


G


Schlemmin

Der kleinen Ortschaft Schlemmin

einen Besuch abzustatten lohnt

nicht nur wegen des Schlosses –

aber vor allem. Das herrschaftliche Anwesen

zählt zu den schönsten Schlössern

in Mecklenburg-Vorpommern.

Weitab von aller hektischen Betriebsamkeit

thront es strahlend weiß inmitten

ländlicher Idylle. 1846 im damals

beliebten Stil der Tudorgotik auf

den Fundamenten einer slawischen

Wasserburg errichtet, präsentiert sich

das einstige Herrenhaus heute als Hotel

im Park. Eindrücklich illustrieren

die mit Antiquitäten und Kunstgegenständen

ausgestatteten Zimmer die

erhabenen Historie und sorgen auf luxuriöse

Weise für eine lebendige Zeitreise.

Beginnen Sie doch den Ausflug gleich

mit einer Erkundung des Schlossparks.

Ebenfalls eine Besichtigung

wert ist die vis-a-vis des Schlosses

liegende Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert.

Nach einem Kaffee in der

benachbarten Landbäckerei könnte

ihre Tour dann starten. Halten Sie sich

rechts des Schlosses und fahren Sie

auf der Eickhofer Straße bis zum Ortsausgang.

Biegen Sie von dort rechts

ab in den Schmiedeweg und folgen

Sie an dessen Ende dem Waldweg, der

Sie in das 3 Kilometer entfernte Dorf

Alt Ravenhorst bringt. Der Weg führt

direkt durch das Schlemminer Holz,

vorbei an hochstämmigen Stieleichen,

mächtigen Rotbuchen, an Eschen, Birken

und anderen Gehölzen. In Alt Ravenhorst

begeben Sie sich auf der L 23

nach Ravenhorst, wo Sie ein Wegweiser

direkt zum Gutshaus geleitet. Dort

hat Asta Rutzke ihr Atelier, in dem sie

mit kundiger Hand Kleider näht, die

in vielfacher Hinsicht einzigartig sind.

Es lohnt sich also vorbeizuschauen!

Direkt gegenüber der Gutshofstraße

führt ein Weg querfeldein bis an die

L 22. Biegen Sie dort rechts ab. Haben

Sie aber bitte ein Auge auf den Verkehr,

bedauerlicherweise steht Ihnen

auf den nächsten 2 Kilometern kein

Radweg zur Verfügung. Am Ortseingang

von Weitenhagen Ausbau befindet

sich die Raku-Werkstatt von Kathrin

Jacobs. In ihrer Galeriewerkstatt

können Sie nicht nur Keramik bewundern,

das Atelier bietet auch einen

kleinen Einblick in die breite Palette

ihres Schaffens. Der Chaussee weiter

folgend, finden Sie in unmittelba-

30


Schlemmin

nehmen Sie hinter Balkenkoppel bitte

die Abbiegung nach links. Nun fahren

Sie schnurgerade durch plattes Land

dem Dorf Neuenrost entgegen. Dort

angekommen wechseln Sie an der Weidenstraße

nach links auf die K 23. Am

Ende der letzten 2 Kilometer passieren

Sie die Alte Schlossgärtnerei, in der

sich heute die Senfmühle Schlemmin

befindet. Aus naturbelassenen Zutaten

werden hier so außergewöhnliche

Leckereien wie Whiskey-, Schwarzbieroder

Fruchtsenfsorten kreiert. Nutzen

Sie also die Gelegenheit und runden

Sie Ihre Tour um Schlemmin mit einem

Souvenir ab, welches sich in jeder Hinsicht

als geschmackvoll erweist.

rer Nähe das Atelierhaus der Malerin

Andrea Hildebrandt, die sich in ihren

Werken wiederkehrend mit jenen Bedrohungen

auseinandersetzt, denen

die grüne Idylle des Hinterlandes vielfach

ausgesetzt ist. Wie sich die Natur

nachhaltig nutzen lässt, beweist

sie im gleichen Atemzug. Lassen Sie

sich also überraschen, was die Künstlerin

für Sie bereithält. Nach diesem

Zwischenstopp folgen Sie der Chaussee

bis nach Behrenwalde. Die Ziegelfachwerkhäuser

geben diesem Ort

ein sehr charakteristisches Aussehen,

beachtenswert sind insbesondere die

Tierbüsten an den Giebeln. Wollen

Sie überdies einen Blick auf das im

Jahr 2004 sanierte Gutshaus werfen,

dann halten Sie sich an der Kreuzung

rechts. Um der Route weiter zu folgen,

biegen Sie links ab und fahren auf

einer gemütlichen Landstraße über

Weitenhagen, Hövet und Althagen bis

in das 7 Kilometer entfernte Starkow.

Nach diesem längeren Abschnitt bieten

sich in Starkow viele Gelegenheiten,

um abwechslungsreich zu rasten.

So lädt zum Beispiel der Pfarrgarten

zum Verweilen ein. In dessen Zentrum

steht die Pfarrscheune, welche als

Ausstellungs- und Konzertort genutzt

wird. Die Dreiteilung des umliegenden

Gartens in Barockparterre, Landschaftsteil

und Nutzgarten spiegelt

die verschiedenen gartenhistorischen

Zeitebenen. Inmitten der Blütenpracht

können Sie im im kleinen Scheunencafé

weitere Kräfte sammeln. In direkter

Nachbarschaft findet sich die mächtige

Backsteinbasilika, deren Größe für

einen kleinen Ort wie Starkow überrascht.

Insgesamt erweist sich das

Zusammenspiel aus Garten, Kirche,

Pfarr-, Schul- und Küsterhaus als landschaftlich

sehr reizvolles Ensemble, in

dessen Mitte Sie auf jeden Fall Erholung

finden. Auf Regeneration setzt

auch das Art-Quartier der Künstlerin

Anne Hille. Der Aufenthalt dort bringt

Sie nicht nur auf nachhaltige Weise

der Region näher, sondern macht Sie

auch mit der Kunst der Gastgeberin

bekannt. Das Art-Quartier eignet sich

übrigens auch als Ausgangspunkt für

die hier beschriebene Tour, Fahrräder

können im Art-Quartier entliehen werden.

Von Starkow aus fahren Sie bitte

ein Stück zurück, unterqueren erneut

die Gleise und folgen dann dem Pfad,

der rechts von Ihnen entlang der

Bahnschienen führt. Bei Kilometer 20

setzt sich der Weg nach links von den

Gleisen ab und führt durch Wald und

Feld zurück bis zur L 23. Beachten Sie

bitte, dass insbesondere nach längeren

Regenperioden auf diesem Wegstück

stellenweise mit Behinderungen

zu rechnen ist. Folgen Sie an der L 23

der Straße bitte nach links und biegen

nach ca. 400 Metern wieder rechts ab

auf die Landstraße Richtung Langenhanshagen.

Bei Kilometerstand 23.5

31


Kutschera

AUF

BLÜ

HEN

32


Kutschera

33


Asta Rutzke

Terminvereinbarung empfehlenswert

Gutshofstraße 4

18334 Eixen OT Ravenhorst

038222 55844

0172 3108866

www.asta-rutzke.de

unikate@web.de

Ich lasse mich ungern eingrenzen

Manchmal sind es kurze Augenblicke, in

denen über Dinge entschieden wird, die

lange Zeit Bestand haben. Asta Rutzkes

Begegnung mit Ravenhorst lässt sich

diesen Momenten zurechnen. Als sie

seinerzeit das ehemalige Wirtschaftsgut

betreten habe, sei es darum gegangen,

Freunde zu besuchen, erinnert sich

Asta Rutzke, zu bleiben sei eine spontane

Bauchentscheidung gewesen. Was

damals nur als Vision denkbar war, ist

mittlerweile zur Realität gediehen. Über

ein Zuhause hinaus hat die gebürtige

Stralsunderin in Ravenhorst Raum genug

gefunden, um sich künstlerisch entfalten

zu können. Visionen spielen dabei

genauso eine Rolle wie die Behausung,

auch wenn die im Hinblick auf Asta Rutzkes

Arbeiten vorrangig das meint, was

uns zunächst umschließt – die Kleidung.

Stoffe hätten sie als Kind schon interessiert,

erzählt Asta Rutzke, auch deshalb

habe sie ursprünglich Textilrestauratorin

werden wollen. Im Umgang mit Stoffen

und Geweben allerdings verlegte sie

sich darauf, selbst schöpferisch tätig

zu werden. Befördert wurde ihr kreativer

Impetus auch durch die Lehrzeit bei

der Stralsunder Textildesignerin Jorinde

Gustavs. Im Ergebnis illustriert Asta

Rutzkes Schaffenslinie anschaulich die

geglückte Verbindung aus gestalterischem

Denken und handwerklichen Fähigkeiten.

Der Umstand, dass ihr Portfolio

keine Konfektionsware ausweist,

berücksichtigt in erster Linie, dass Menschen

Individuen sind – wie bei den Kleidungsstücken

handelt es sich auch bei

deren Adressaten um Unikate. Die Herstellung

von Einzelstücken gestatte ihr

überdies allen nötigen Spielraum, sagt

die zweifache Mutter, sie lasse sich nicht

gern eingrenzen. Auch deshalb lege sie

viel Wert darauf, dass es eine Verbindung

zwischen ihr und dem Kunden

gäbe, die Chemie müsse schon stimmen.

Das Verhältnis zwischen Besitzerin und

Kleid erweist sich in Folge als nicht weniger

innig, handelt es sich doch über bloße

Mode hinaus um eine künstlerische

Interpretation des Selbst. Insbesondere

mit ihren Kunstobjekten führt Asta Rutzke

diesen Gedanken weiter, ihre skulpturalen

Objekte sind immer auch inspiriert

von der Frage, inwiefern dem Menschen

abseits der Kleidung eine Hülle in Form

einer seelischen Behausung zu eigen

ist. Künstlerisch zu arbeiten ist für Asta

Rutzke indes keine Nebenbeschäftigung.

„Kunst kommt weniger von Können denn

von Müssen“, zitiert sie den Komponisten

Arnold Schönberg und verweist auf

ihren unbedingten Drang, dem inneren

Gedanken einen greifbaren Ausdruck zu

verleihen. Wenn ich länger nicht künstlerisch

arbeite, sagt Asta Rutzke lachend,

dann kriege ich die Motten. Angesichts

der Vielzahl von Stoffen in ihrem Atelier

in Ravenhorst ist ihr das kaum zu wünschen.

34


Andrea Hildebrandt

Terminvereinbarung empfehlenswert

Chaussee 11

18461 Weitenhagen

www.hildebrandt-andrea.de

fiskunfien.jimdo.com

andreahildebrandt@gmx.de

fiskunfien@gmx.de

Die Natur ist für mich der Anhaltspunkt

Wer sich mit dem künstlerischen Erbe

Mecklenburg-Vorpommerns beschäftigt,

kommt an Caspar David Friedrich nicht

vorbei. Der in Greifswald geborene Maler

gehört zu den bedeutendsten Künstlern

der Frühromantik, sein Werk steht wiederkehrend

in direktem Bezug zur Ostseeregion.

Kein Wunder also, wenn einschlägige

Institutionen wie das Institut

für Bildende Kunst und Kunstgeschichte

in Greifswald sich den Namen des Meisters

zu eigen machen. Wenngleich Andrea

Hildebrandt am Caspar David Friedrich

Institut studierte, steht ihr Werk nur

bedingt in romantischer Tradition, es

ließe sich vordem als kritische Umformulierung

des Romantikbegriffs fassen.

Diese künstlerische Distanz gegenüber

idyllischer Verklärung ergeht dabei nicht

nur aus einer zivilisationskritischen Haltung,

sondern speist sich vielmehr aus

der Nähe Andrea Hildebrandts zur Natur.

Nähe ist in diesem Zusammenhang

durchaus wörtlich zu verstehen, der

Lebensmittelpunkt der Malerin liegt in

der Abseite der nordvorpommerschen

Waldlandschaft, kilometerweit entfernt

von der nächsten Stadt. Keinen ganzen

Steinwurf hingegen braucht es zum nahen

Waldrand. Schon während des Studiums

habe sie mit dem Leben auf dem

Land geliebäugelt, erzählt die Künstlerin.

Ihr Haus in Koitenhagen ist das letzte

am Wegrand, danach kapituliert die

Straße im Kampf mit der Grasnarbe. Mit

den Augen Andrea Hildebrandts hingegen

lässt sich Abgeschiedenheit durchaus

als ein Inmitten denken, die inspirierende

Atmosphäre des allgegenwärtigen

Naturraumes versucht sie auch anderen

Künstlern zugängig zu machen. So initiierte

sie u. a. das Projekt NOVOPO, im

Zuge dessen ortsfremde KünstlerInnen

die Möglichkeit haben, ihre unmittelbaren

Naturerfahrungen in eine künstlerische

Analyse zu überführen. Für Andrea

Hildebrandt geht es dabei wiederkehrend

um die Überprüfung des individuellen

wie gesellschaftlichen Naturverständnisses.

Der im Zusammenhang

mit den Vorzügen Mecklenburg-Vorpommerns

gebetsmühlenartig bemühte

Topos der „unberührten Natur“ etwa

lässt sie erheblich zweifeln. So bezeugt

auch ihr Werk nicht zuletzt den Versuch,

die Naturbeschreibungen mitunter anhaftende,

romantisierende Maskerade

kenntlich zu machen. Im unmittelbaren

Spannungsfeld zwischen Idylle und

Bedrohung zu leben motiviert Andrea

Hildebrandt insbesondere dazu, auf vielerlei

Art einen besonnenen Umgang mit

der Natur anzumahnen. Ganz praktisch

bilden das auch ihre Bemühungen ab,

mit dem Label fisk & fien Kleidung unter

Aspekten von Umweltverträglichkeit

und Nachhaltigkeit anzubieten. Im Hinblick

auf deren Gestaltung lässt sich die

gebürtige Zwickauerin dann doch gern

inspirieren von der romantischen Atmosphäre,

welche die Ostseeregion zweifelsohne

zu bieten hat.

35


Anne Hille

Terminvereinbarung empfehlenswert

Grafensteig 11

Velgast / Starkow

038324 65990

0162 6512442

www.annehille.de

www.artquartier.de

kunst@annehille.de

ferien@artquartier.de

Mein Atelier ist mein Kopf

36

Wenngleich die gotische Backsteinbasilika

die Silhouette des Dörfchens Starkow

bestimmt, stehen die im Ortskern verwurzelten

Bäume dem Bauwerk im Hinblick

auf Imposanz und Größe in nichts

nach. Um so mächtige Kronen auszubilden,

braucht es vordem zweierlei – Raum

und Zeit. Eingebettet in die Gemächlichkeit

des südlichen Boddenvorlandes hat

die ehemalige Grafenresidenz Starkow

beides zu bieten. Genügend Platz, um

sich zu entfalten, hat auch Anne Hille

hier gefunden, mit der Zeit allerdings

ist das so eine Sache. Freiräume müsse

sie sich ganz bewusst schaffen, gesteht

sie, eigentlich kämen da nur die Wintermonate

in Frage. Dass ihr die Zeit knapp

wird, liegt vor allem daran, dass die umtriebige

Künstlerin sich in vielfacher Hinsicht

engagiert. Als Vorstandsvorsitzende

kümmert sie sich im Künstlerbund um

die Belange der Kreativschaffenden, als

Dozentin vermittelt sie im Rahmen von

Lehrtätigkeit und kunstpädagogischen

Projekten und als Gastgeberin verantwortet

sie die besondere Atmosphäre

des Starkower Art-Quartiers. Diese Vielseitigkeit

spiegelt auch die Pluralität

ihres künstlerischen Ausdrucks, unter

den Arbeiten von Anne Hille finden sich

Skulpturen und Installationen genauso

wie Malereien, Grafiken, Wandobjekte

und Filme. Sie definiere sich weniger

über das Material, sagt die Bildhauerin,

die in Montpellier und Berlin studierte,

letztlich sei es die Idee, welche die Mittel

vorgebe beziehungsweise einfordere.

Inspiration und Ideen wiederum finde

sie praktisch überall, egal ob in Ausstellungsräumen,

am Frühstückstisch oder

auf der Pferdekoppel. Auch deswegen

ist das Skizzenbuch ihr ständiger Begleiter,

jedem flüchtigen Einfall folgt so eine

erste Notiz. Die primäre Auseinandersetzung

mit jeder kreativen Eingebung jedoch

finde gleichsam in Gedanken statt,

sagt Anne Hille, ihr Atelier sei eigentlich

ihr Kopf. Dort reife jede Idee zum Konzept

und letztlich zu jener präzisen Vorstellung,

welche nicht nur die Auswahl sondern

auch den Umgang mit dem Material

bestimme. Wiederkehrend spielt dabei

das Verhältnis zwischen Kunstwerk und

Betrachter eine Rolle. Die Möglichkeiten

räumlicher und haptischer Wahrnehmung

erlauben es in diesem Zusammenhang,

verschiedene Perspektiven auf ein

und dasselbe Objekt zu realisieren. Die

Kunst Anne Hilles lässt sich insofern lesen

als Ermutigung, jener Aufforderung

zu folgen, die der Eröffnung neuer Sichtweisen

innewohnt. Genau genommen ergeht

dieses Anliegen auch an die Besucher

des Art-Quartiers, denen Anne Hille

in vielerlei Hinsicht die Möglichkeit einräumt,

sich abseits ausgetretener Pfade

zu bewegen. Starkow bietet dafür das

richtige Ambiente. Schließlich erfordert

einen neuen Blickwinkel einzunehmen

vor allem zweierlei – Raum und Zeit.


Kathrin Jacobs

Terminvereinbarung empfehlenswert

Ausbau 5

18461 Weitenhagen

0174 1897423

ka.jac@gmx.net

Ich brauche Wasser an den Füßen

Mit geübtem Griff hebt Kathrin Jacobs

die rotglühende Keramik aus dem

Brennofen. Wenngleich ihre sicheren

Bewegungen und ihr prüfender Blick

von jahrelanger Erfahrung künden, ist

ihr doch eine gewisse Anspannung anzumerken.

Jeder Brennvorgang sei ein

besonderes Erlebnis, erzählt die in

Stralsund aufgewachsene Künstlerin,

die Unberechenbarkeit äußerer Faktoren

wie Wind und Wetter oder Rauch

verantworte eine ganz eigene Handschrift,

ihr Einfluss sei da begrenzt.

Auf reproduzierbare Ergebnisse jedoch

sei sie gar nicht aus, ergänzt Kathrin

Jacobs, ihr gehe es gerade um das

Prozesshafte, interessant seien eben

auch die Zufälle. Weit ab von jedweder

Zufälligkeit hingegen stand für sie die

Entscheidung, ihrem kreativen Drang

auch beruflich nachzugehen, schon

früh fest. Immer schon habe sie Dinge

auseinandergenommen, erzählt

Kathrin Jacobs, um sie dann wieder

zusammenzusetzen oder im besten

Fall etwas Neues zu kreieren. Dem

frühen Wunsch, Töpferin zu werden,

folgte vorerst die Ausbildung zur Textilgestalterin,

mit dem Kunststudium

an der Universität Greifswald setzte

sie den eingeschlagenen Weg unbeirrt

fort. Studienbegleitend entstand die

erste Keramikwerkstatt, der Rest erzählt

sich in dem, was Kathrin Jacobs

Schaffen bezeugt. Dazu zählt nicht nur

die Raku-Keramik sondern weitergehend

ihre bildnerische Tätigkeit. Überschneidungen

zeigen sich vor allem im

Hinblick auf den Konstruktionscharakter,

ganz gleich ob Ton, Kunstharze

oder Metall, die endgültige Form reift

im Prozess der Entstehung, bildlich gesprochen

wächst sie unter den Händen

der Künstlerin. Dabei spielt Kathrin

Jacobs mit der scheinbar unverrückbaren

Charakteristik des jeweiligen

Materials, indem sie herkömmlichen

Zuschreibungen Neues entgegensetzt.

Auf diese Weise scheint festes Harz

fließend, zeigt zerbrechliche Keramik

ausdrückliche Härte, erweist sich

Metall als filigraner Schwebstoff. Inspiration

für ihre Arbeit findet Kathrin

Jacobs nicht nur in gesellschaftlichen

Themenstellungen, sondern auch in

dem, was ihre unmittelbare Umgebung

an Eindrücken bereitstellt. In aller Abgeschiedenheit

besticht die Gegend

rund um Weitenhagen dabei vor allem

durch jene Ruhe, die man in den

pulsierenden Zentren menschlichen

Zusammenlebens zumeist vergeblich

sucht. In der Stadt zu leben stünde dem

meditativen Charakter ihrer Arbeit entgegen,

sagt Kathrin Jacobs, sie brauche

die räumliche Großzügigkeit des Ortes,

um sich entfalten zu können. Genauso

notwendig sei die Nähe zum Meer, fügt

sie noch hinzu, als Kind des Nordens

brauche sie Wasser an den Füßen. Das

ist nur verständlich, da sie doch allzu

oft die Hände im Feuer hat.

37


Kutschera

38


Schutzzone

I

Neuendorfer

Bülten

Darß-Museum

D a r ß

benhorst

er

Riff

r Ort

Saal

ckenshagen

lenbusch

owshof

Tourismusinformation

Am Markt 3–4

18356 Darßer Barth Ort

038231-2464

info@stadt-barth.de

www.stadt-barth.de

Saaler

Höhe

Saaler Bach

Kolonie

Kückenshagen

Tempel

Eichort

Hof Saal

Saaler Bauern

Michaelsdorf

Neuendorf

Heide

Herrmannshagen

Dorf

Europäische Route

der Backsteingotik

105

Behrenshagen

AMGARTEN

Plummendorf

Ostseebad

Prerow

Born

Neuendorf

Wieck

am Darß

Hessenburg

Sandberg

Parkplatz

Schwierigkeitsgrad: mittel

Nationalpark Vorpommersche Bodd

Fahrradverleih

Pantel Hunnenstr. 15, 18356 Barth

038231-400222

Kirchenort 0152-26305514

Seemannskirche https://www.fahrradverleih-pantel.de/

Seebrücke

Krabbenort

Divitzam

Darß

Bliesenrade

Jagdhaus

Herrmannshof

Bartelshagen II

Neuhof

Wilkensberg

24

Hertesburg

Bodstedter

Martenshagen

Herrmannshagen

Heide

Bodden

Beughorst

Kronsberg

Jägerbülten

Schmidt-

Bülten

Bodstedt

Fuhlendorf

Lüdershagen

Heide

Barth

Übernachtungstipp

Schmidt`s Essen & Wohnen

www.schmidtshof.de

Am Hafen (gebührenpflichtig)

Bülten

Barther

Stadtholz

Todenhagen

Gutglück

Grünau

Heidberg

Drehbrücke

Planitz

Große Kirr

Fitt

Bresewitz

Pruchten

Neuhof

Barthe

Stubbenhagen

Tannenheim

Langenhanshagen

Wiepkenhagen

Lüdershagen

-Spoldershagen

Trinwillershagen

Neuenlübke

Ostseebad

Zingst

Wobbelkow

Ausbau

Neuenrost

Müggenburg

Zingster Strom

St.Marien

BARTH

Frauendorf

Ausbau

Löbnitz

Oie

Wobbelkow

Kindshagen

Mittelhof

Kenz-

Löbnitz

Balkenkoppel

Tourlänge: Rundparkour: ca. 37 km

Dauer (Fahrzeit): ca. 3 Stunden

Wegprofil: größtenteils befestigte Radwege

oder wenig befahrene Landstraßen,

ca. 10 % unbefestigter Waldweg

Eickhof

Glöwitzer

34

Z i n

Müggenburg

Ablage

Salzhaken

Barther

Bodden

Altenwillershagen

Saatel

Redebas

Barthe

Starkow

Rubitz

Altenhagen

Fahrenkamp

Glöwitz

Berg

Zipke

Neuseehagen

Alt

Seehagen

Flemendorf

Manschenhagen

Kleinhöft

-Küstrow

39

Große

Kavelnhaken

Sundische

Wiese

Dabitz

Redensee

Buchenhorst

Sternhagen

Dettmannsdorf

Gäthkenhagen

Karnin

Friedrichshof

Hövet

Gra

Arbshage

K

Euro

der B

Fors

Schuenh

Sch

K

V


Barth

Viele Sagen ranken sich um die kleine

Hafenstadt Barth, soll doch vor ihren

Toren einst die reiche Handelsstadt

Vineta gelegen haben. Deren Einwohnern

allerdings war der Untergang beschieden,

da die Stadt auf göttliches Geheiß hin

durch eine Sturmflut von der Erde getilgt

wurde. Seitdem ist sie Gegenstand unendlich

vieler Erzählungen. Besucher Barths,

die sich diesem Rätsel intensiver widmen

wollen, sind im Barther Vineta-Museum in

der Langen Straße an der richtigen Adresse.

Wer sich eher für das Hier und Heute

interessiert, den laden wir ein, die Rundtour

durch den Barther Forst in Angriff zu

nehmen, um Land und Leute näher kennenzulernen.

Standesgemäß startet die Tour an der

Vineta-Säule im Barther Stadthafen. Von

hier aus folgen Sie der Hafenstraße ostwärts

bis zur Kreuzung Barthestraße.

Fahren Sie dort weiterhin Richtung Osten

auf dem straßenbegleitenden Radweg.

Weiter geht es auf der Zingster Straße (L

211) durch den Barther Ortsteil Tannenheim.

Nach ca. 4,5 Kilometern biegen Sie

rechts ab und verlassen die L 211 Richtung

Pruchten. Folgen Sie dem Wiesenweg bis

an sein Ende und biegen Sie anschließend

links ab auf die Lindenstraße. Der Wendehammer

am Ende der Straße markiert

Ihre erste Station, dort befindet sich das

Holzhausatelier von Petra & Max Barske.

Nehmen Sie das Schild mit der Aufschrift

„Offen“ durchaus wörtlich und treten Sie

ein, die Herzlichkeit der Gastgeber und

der zauberhafte Garten lohnen es allemal.

Vom Holzhausatelier aus folgen Sie

dem Waldweg, der in Wegrichtung der Lindenstraße

ostwärts führt, bis er auf die

Dankwardtstraße trifft. Fahren Sie nun

rechts Richtung Bodstedt und biegen Sie

bei nächster Gelegenheit rechts ab in den

Pruchtener Weg. Im Café Wolli können

Sie bei Selbstgebackenem verschnaufen

und sich für die kommenden Kilometer

stärken. Zurück auf der Dankwardtstraße

durchqueren Sie bald Bodstedt und

gleich darauf Fuhlendorf. Lassen Sie sich

bitte nicht die Gelegenheit entgehen,

am Hafen nach den braunen Segeln der

Zeesboote Ausschau zu halten. Der Erhalt

und der Umgang mit den traditionellen Fischerbooten

gehört insbesondere in der

südlichen Boddenregion zum gelebten

kulturellen Erbe. Überdies bieten Ihnen

die gastronomischen Einrichtungen längs

der Hauptstraße die Möglichkeit zu entspannen.

Entlang der L 211 geht es dann

für gut 5 Kilometer durch das vorpommersche

Hinterland. Begleiten werden

Sie dabei nicht selten die Kraniche, die

in dieser Region beheimatet sind. Bitte

beachten Sie, dass Ihnen bis Hermannshof

kein Radweg zur Verfügung steht (ca.

2 Kilometer). Am Ortseingang biegen Sie

in Richtung Kronsberg ab. Achten Sie ab

jetzt auf die Hinweisschilder, die „Schiffe“

in Aussicht stellen, sie führen Sie direkt

nach Beughorst zur Galeriewerkstatt von

Roland Wolff. Nächst dem Wald bietet die

Heimstatt des Künstlers Platz und Material

genug, um den ein oder anderen Windjammer

aus der Taufe zu heben. Auf dem

Weg zurück nach Kronsberg folgen Sie der

40


Barth

Waldstraße, wo Sie bei Kilometer 19 die

Werkstatt der Keramikerin Andrea Schlieff

passieren. Scheuen Sie sich nicht, selbst

nachzusehen, wie bei uns im Norden auf

wunderbare Weise fernöstlicher Tradition

nachgegangen wird. Anschließend setzen

Sie die Tour in Richtung Gäthkenhagen

fort. Folgen Sie am Ortsende der sich

nach rechts wendenden Straße für ca. 2

Kilometer und biegen Sie dann links auf

die aus Spoldershagen kommende Dorfstraße

ein. In einen befestigten Waldweg

übergehend, führt Sie der Weg direkt bis

an die Ufer der Barthe. Biegen Sie rechts

ab und folgen Sie dem Weg über die sich

weithin dehnenden Wiesen bis nach Frauendorf,

wo Sie den Fluss über eine kleine

Brücke überqueren können. Über die

von Kirschbäumen gesäumte Schulstraße

führt der Weg bis zur L 23, die Sie bitte unter

Berücksichtigung des regen Verkehrs

überqueren. Auf der gegenüberliegenden

Straßenseite befindet sich der Radweg,

auf den Sie links zurück in Richtung

Barth fahren. Von der Anhöhe erkennen

Sie schon die in einer Niederung liegende

Kirche von Kenz. Nutzen Sie die Gelegenheit

und statten Sie der 1398 im Stil der

Backsteingotik errichteten Wallfahrtskirche

einen Besuch ab, zumal sie nach

umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen

heute in vollem Glanz erstrahlt. Nun

sind es noch knapp vier Kilometer, bis

Sie wieder in Barth eintreffen. Eine willkommene

Abwechslung bietet ein kurzer

Abstecher zum Barther Ostseeflughafen.

Auch wenn Sie einer Einladung zum Fallschirmspringen

vielleicht nicht spontan

folgen möchten, so bietet doch das Terrassencafé

mit Blick auf das Rollfeld die

Gelegenheit zu einer außergewöhnlichen

Rast. Nachfolgend geht es weiter in Richtung

Barth. Bei Kilometer 34,5 biegen Sie

von der Chausseestraße ab auf die Friedrichstraße,

lassen das Grün der Barther

Anlagen rechter Hand liegen, queren am

Ende der Straße die Gleise und fahren auf

dem Kenzer Landweg bis zur Sundischen

Straße. Fahren Sie dort links in Richtung

Innenstadt. Nach wenigen Metern passieren

Sie das Niederdeutsche Bibelzentrum.

Die in der ehemaligen Hospitalkirche

St. Jürgen untergebrachte Einrichtung

beherbergt nicht nur die 1588 in Barth

gedruckte Barther Bibel in mittelhochdeutscher

Sprache sondern ist mit einer

Vielzahl von Ausstellungen ein Ort lebendiger

Wissens- und Kulturvermittlung. Nur

einige Meter weiter erwarten Sie im Keramik-Werkhof

von Irene Schuhmacher-Reidel

etwas modernere Ausstellungsstücke.

Dem Gärtnergang folgend, finden Sie über

den Stadtwall den Weg zurück ins Stadtzentrum.

Sollten Sie nicht nur im Hinblick

auf das Kulturelle noch Hunger verspüren,

besuchen Sie das Galerie-Café in der

Barther Klosterstraße, wo Ihnen neben

herzhaften Snacks oder Selbstgebackenem

auch etwas für Herz und Auge geboten

wird. Abschließen lässt sich Ihre Tour

jedoch auch in der Cocktailbar Jambolaya,

wo Ihnen im Liegestuhl sitzend nicht nur

die heimische Hafenkulisse zuteil wird

sondern auch wohlschmeckende Grüße

aus weit ferneren Ländern.

41


Petra & Max Barske

Terminvereinbarung empfehlenswert

Holzhausatelier

Lindenstraße 60

18356 Pruchten

038231 82897

038231 66098

www.holzhausatelier.de

holzhausatelier@t-online.de

Kunst ist der Raum, in dem wir uns finden

42

Ich hatte immer diesen Traum, sagt Petra

Barske lächelnd, mit Max zusammen

zu leben und zu arbeiten. Diese Vision

ist längst Wirklichkeit geworden. Schon

seit der Jahrtausendwende haben die

beiden mit Pruchten einen Ort gefunden,

an dem Familie und Kunst genug

Raum fanden, sich zu entwickeln. Wer

das Künstlerehepaar in ihrem Holzhausatelier

besucht, wird allerdings

vordem der Ansicht sein, mit dem Übertreten

der Grundstücksgrenze selbst in

einen Traum hineingeraten zu sein. Metallene

und hölzerne Installationen stehen

zwischen knorrigen Bäumen, rostige

Ketten rascheln in deren Kronen wie

eisernes Laub. Auf Staketen thronende

Schädel mustern einen mit totem Blick,

ein vom Bodden her über das Salzgras

streichender Luftzug verheddert sich in

einem Windspiel und vergeht in hellen

Tönen. Mit jedem Schritt entdeckt sich

dem Besucher etwas Neues, man fühlt

sich, als seien alle Sinne vergeben. Im

Zentrum dieses zauberhaften Gartens

steht das namensgebende, dunkel gehaltene

Holzhaus, Lebensmittelpunkt

von Petra und Max Barske. Im Erdgeschoss

befinden sich die Ateliers des

Künstlerpaares, ein jedes illustriert das

Werk, welches ihnen entstammt. In Petra

Barskes Atelier trifft das einfallende

Sonnenlicht auf ein buntes Mosaik aus

Leinwänden, Pinseln und den trockenen

Paletten anhaftenden Farbresten.

Sie denke andauernd an Motive, erzählt

die ehemalig Kunstlehrerin, deren Inspiration

vor allem aus dem unverstellten

Kontakt zu ihrem Lebensumfeld

erwächst. Die kolorierte Niederschrift

ihrer Wahrnehmungen verlässt dabei

mitunter jede Gegenständlichkeit und

lädt den Betrachter ein, sich im Angesicht

der aufgespannten Farbräume

eine eigene Deutung zuzutrauen. Die

heimatliche Umgebung spielt auch für

ihren Mann Max eine wesentliche Rolle,

auch weil er dort auf der Suche nach

geeignetem Material für seine Objekte

fündig wird. Jedes Stück Holz habe seine

eigene Geschichte, versichert er, wenngleich

die sich nicht jedem erschließe.

Gänzlich verfallen allerdings ist Barske

einem ganz anderen Werkstoff – dem

Eisen. Als reizvoll empfinde er vor allem

die Wandelbarkeit und Vergänglichkeit

des scheinbar starren und beständigen

Materials. Auch deshalb verwandelt

sich unter den Händen Max Barskes

vorwiegend rostiger Stahl in Installationen

und Objekte, deren Geschichte und

Symbolik gleichsam aus der Begegnung

ihrer einzelnen Teile erwächst. Auch

darüber hinaus ist das Holzhausatelier

von Petra und Max Barske in jeder Hinsicht

ein Ort der Begegnung – vielleicht

sucht man deshalb einen Hinweis auf

Schließzeiten vergeblich.


Andrea Schlief

Terminvereinbarung empfehlenswert

Waldstraße 3

18314 Kronsberg

038227 59943

www.raku-kronsberg.de

werkstatt@raku-kronsberg.de

Die Schönheit des Makels

Der Begriff Kingtsugi beschreibt eine

traditionelle japanische Reparaturtechnik

für Keramik, deren Besonderheit

darin besteht, Bruchstellen und

Sprünge durch das Auflegen von Gold

kenntlich zu machen. Aus dem Makel

erwächst auf diese Weise eine unverwechselbare

Einzigartigkeit, der

Ausdruck einer Anschauung, die darum

bemüht ist, die Schönheit im Vergänglichen,

Alten oder Fehlerhaften zu

verstehen. Dass sich die Keramikerin

Andrea Schlief auf dem Weg zur eigenen

künstlerischen Identität solch traditioneller

Techniken bedient, scheint

nur konsequent. Das Einfache, das

Urspüngliche habe sie schon immer

gereizt, erzählt sie. Die Entscheidung,

ihr Leben als Musiklehrerin im Herzen

Berlins hinter sich zu lassen, um

bei Reinhart Löber in die Töpferlehre

zu gehen, ist diesen Bestrebungen sicherlich

zuzurechnen. Die Zeit in der

Saaler Bauernreihe habe sie unheimlich

geprägt, sagt Andrea Schlief, das

betreffe nicht nur den Umgang mit

Keramik. Freundschaftliche Bindungen

resultieren aus dieser Zeit genauso

wie der Entschluss, sich dauerhaft

einzurichten in der Schlichtheit des

mecklenburgischen Hinterlandes. Mit

Kronsberg habe sie dafür den perfekten

Ort gefunden. Weitab vom Schuss

zu leben wird für die Künstlerin dabei

durch die Ruhe aufgewogen, die in

Berlin so wenig greifbar gewesen sei

wie ein Sonnenaufgang. Von Beginn

an wurde Kronsberg auch als Produktionsort

gedacht, direkt hinter dem

niedrigen Wohnhaus befindet sich die

liebevoll eingerichtete Werkstattgalerie.

Dort bemüht sich Andrea Schlief

vorrangig darum, Gegenstände herzustellen,

die Funktionalität und unverwechselbares

Design in sich vereinen.

Wert legt sie dabei in erster Linie auf

die Form, die durch Glasur und Dekoration

allenfalls gestützt werde.

Ganz und gar verschrieben hat sich

die Künstlerin der japanischen Raku-

Keramik, ihr Hang zum Ursprünglichen

kehrt hier wieder in der Hinwendung

zur klassischen Technik, zum klassischen

Gegenstand. Das zeigt sich insbesondere

in ihrer Beschäftigung mit

der japanischen Teeschale. Mit größter

Hochachtung spricht sie von den alten

Meistern und der vollendeten Hochkultur,

die eine klassische Teeschale verkörpere.

Dem lasse sich schwer etwas

hinzufügen, ergänzt sie bescheiden.

Dass sie es erfolgreich versucht, beweist

die Auswahl ihres Teegeschirrs,

unter dem sich hin und wieder auch ein

Stück findet, das von feinen, goldenen

Adern durchzogen ist.

43


Irene Schuhmacher-Reidel

Terminvereinbarung empfehlenswert

Keramik Werkhof

Sundische Straße 57

18356 Barth

0151 12315659

keramik-werkhof.de

info@keramik-werkhof.de

April – Okt., Mi 12 – 17 Uhr

Ich habe etwas aus der Kindheit gefunden

Für Fremde ist es nicht immer leicht, in

Mecklenburg-Vorpommern Fuß zu fassen,

erstreckt sich doch die Stille der

Hiesigen zu mancher Zeit auf mehr als

nur bloßes Schweigen. Dass sich die

gebürtige Niedersächsin Irene Schuhmacher-Reidel

in der Vinetastadt Barth

mittlerweile heimisch fühlt, liegt jedoch

nicht nur daran, dass jede Scheu längst

unverbrüchlicher Herzlichkeit gewichen

ist. Es war seltsam, gesteht Schuhmacher-Reidel,

aber der Giebelschmuck

der Bauernhäuser und die Rezeptur so

mancher Gerichte habe sie unwillkürlich

an ihre niedersächsische Heimat erinnert.

Dass diese Artefakte tatsächlich

den Zuzug niedersächsischer Bauern

am Ende des 18. Jahrhunderts bezeugen,

habe sie erst später erfahren. Sie

selbst, berichtet sie weiter, habe sich

vor allem aus gesundheitlichen Gründen

entschieden, ihren Lebensmittelpunkt

an die Küste zu verlegen. Bei der Überfahrt

vom südlichen Ende der Republik

führte Irene Schuhmacher-Reidel vor

allem die reichhaltigen Erfahrungen im

Umgang mit Farbe und Ton im Gepäck.

Seit über dreißig Jahren beschäftigt sich

die engagierte Keramikerin mit der Herstellung

von Gebrauchsgegenständen

und Kunstwerken. Spuren ihres Schaffens

sind sowohl in Baden-Württemberg

und Bayern als auch in Kopenhagen zu

finden. Dänemarks Hauptstadt sei nicht

nur aufgrund der multikulturellen Atmosphäre

und der zahllosen Möglichkeiten

reizvoll, begeistert sich Irene Schuhmacher-Reidel,

sie persönlich verbinde

mit dieser Stadt auch die Erinnerung an

einen künstlerischen Neuanfang. Nachdem

die Fließbandproduktion an der

heimatlichen Gießstraße seinerzeit zur

Bürde geworden war, bescherte ihr der

Aufenthalt in der dänischen Metropole

die Wiederentdeckung der eigenen Kreativität.

Dem Gießen hat sie indes nicht

vollends den Rücken gekehrt. In ihrem

Atelier in der Sundischen Straße stehen

der Künstlerin nahezu hundert Gussformen

zur Verfügung. Einmal gegossen

werden die Rohlinge gebrannt und mit

einer speziellen Kristallglasur überzogen,

die in leuchtenden Farben ausblüht.

Neben der Herstellung dekorativer Objekte

räumt Irene Schuhmacher-Reidel

dem Aufbau künstlerischer Einzelstücke

von Hand immer mehr Raum ein. Einen

besonderen Stellenwert nehmen die an

Masken gemahnenden Köpfe ein, die auf

Holzpfähle gespießt die Besucher des

Keramik-Werkhofes empfangen. Befindlichkeiten

und Verletzungen der Menschen

sichtbar zu machen stellt dabei

ein wesentliches Schaffensmotiv der

Künstlerin dar. Inspiriert wird sie dazu

in jedem Fall von zwischenmenschlichen

Begegnungen – auch von denen, die

wortlos verlaufen.

44


Roland Wolff

Terminvereinbarung empfehlenswert

Beughorst

18356 Barth

0173 4453321

www.rolandwolff-schiffe.de

rolandwolff-schiffe@web.de

Jedes Schiff trägt ein Geheimnis mit sich

Wer auf der Fahrt durch das mecklenburgische

Hinterland noch einige Kilometer

entfernt von der Boddenküste auf Wegweiser

stößt, auf denen Schiffe zu lesen

ist, wird mit Recht verwundert sein. Angesichts

der Unmöglichkeit eines Hafens

nehmen Fragen und Neugier schnell

überhand, wer das Geheimnis lüften

möchte, sollte der Ausschilderung folgen.

Der Weg führt letztlich in das kleine

Dorf Kronsberg und endet schließlich

vor den Toren der Werkstattgalerie des

Holzkünstlers Roland Wolff. Hier findet

sich auch des Rätsels Lösung, denn das

Haus am Rand des Barther Forstes gilt

nicht nur dem gelernten Tischler als Heimathafen,

sondern auch all den Schiffen,

die er dort aus der Taufe hebt. Seit

über 12 Jahren fertigt er Frachter, Dampfer

und immer wieder stolze Segelschiffe,

ein jedes beseelt nicht nur von der

Hand des Künstlers, sondern gleichsam

von der Formensprache der Natur. Dass

deren Botschaft erhalten bleibt, besorgt

Wolffs sensibler Umgang mit dem naturbelassenen

„Grundstock“. Manche Leute

sähen in Stämmen und Ästen Gesichter

oder Tiere, erzählt der Künstler, er hingegen

erkenne im Bruchholz jene Boote,

denen er später in der Werkstatt zur

Geburt verhelfe. Individuelle Merkmale

wie Astlöcher, Spuren von Wurmbefall

oder Verzweigungen etwa werden bewusst

Teil der Komposition und erheben

jedes Schiff zum unikaten Objekt. Dieses

geglückte Zusammenspiel aus Material

und Sujet lebt vor allen Dingen von der

Ehrfurcht, die Wolff seinem Werkstoff

entgegenbringt. Insbesondere schätzt er

die Vielseitigkeit der Hölzer, die ihm auf

seinen Streifzügen durch die Küstenregion

begegnen. Holz sei knorrig, gedreht,

krumm gewachsen oder vielfarbig,

schwärmt Wolff, das sei geradezu ideal

für das, was er selbst zum Ausdruck

bringen wolle. Dass sich der Sohn eines

Leuchtturmwärters dabei vorrangig mit

Schiffen beschäftigt, begründet sich

nicht nur in einer Form maritimer Familientradition.

Weit darüber hinaus spiegle

die Vielfalt des Holzes jene Vielzahl der

Gedanken, die den Anblick von Schiffen

begleiten, wenn sie zielgerichtet der Horizontlinie

entgegensteuern. So vermitteln

Schiffe durch ihre Stabilität nicht

nur das Gefühl von Geborgenheit, angesichts

kraftstrotzender Segel lässt sich

auch ihre zähe Stärke erahnen. Vor allem

jedoch, meint Roland Wolff, seien Schiffe

mitsamt ihrer Fracht aus Träumen und

Fernweh der Inbegriff einer Sehnsucht,

die auf die Ferne hinter den Meeren zielt.

Wohl auch deshalb bringt der Künstler

hin und wieder seine Schiffe zu Wasser –

einfach um ihnen nachzusehen.

45


Geheimtipp

Wer das Informationszentrum des Tourismusverbandes Fischland-Darss-Zingst in Löbnitz

besucht, wandelt mitunter ohne es zu wissen auf den Spuren des deutschen Schriftstellers

und Historikers Ernst Moritz Arndt. Dessen Eltern schließlich bewirtschafteten das Gut

Löbnitz, das ehemaligen Jagdhaus der Gutsherrenschaft überdauert zudem nicht nur in

der Ortsmitte sondern auch auf dem offiziellen Wappen des Ortes. Neben dem sogenannten

Storchenhaus enthüllen sich dem Besucher in Löbnitz auch andere Überraschungen,

zum Beispiel ein Kunstwerkstall. Was und vor allem wer sich dahinter verbirgt, haben wir

für Sie in Erfahrung gebracht.

Für seine Gäste nimmt Lucas Drechsler

sich Zeit. Einladend weist seine Hand in

Richtung der schattigen Terrasse. Von

dort geht der Blick über die angrenzende

Wiese, auf der sich Nixen tummeln und

gewaltige Drachen, Vögel scheinen wie im

Flug erstarrt, Fische schwingen wendig

über trockenen Grund. Angestachelt von

Entdeckerfreude kommt man kaum dazu,

sich zu setzen – nicht zuletzt, weil auch

die Bank ein von maritimen Wesen bevölkertes

Möbelstück darstellt. Ein plötzlicher

Luftzug durchstöbert das Labyrinth

aus Tauenden, Fossilien, Metallteilen und

rankendem Grünzeug, welches sich von

der Decke der Loggia her ausbreitet. In

das leise Klingen mischt sich der Duft von

frischem Kaffee. Mit vergnügter Gelassenheit

lehnt Lucas Drechsler sich zurück,

dreht eine Zigarette und wartet geduldig,

bis man sich eingerichtet hat in seiner

Welt. Dann schiebt er den Kuchenteller

über den Tisch und nickt aufmunternd.

Später wird er sagen, dass er immer versuche,

all die Freude weiterzugeben, die

er selbst bei der Arbeit empfinde. Das

gelingt ihm zweifelsohne, fühlt sich doch

schon die erste Begegnung an wie eine

Kindheitserinnerung, in der maßloses

Staunen und der Geschmack von Rührkuchen

einander die Waage halten.

Wenn Lucas Drechsler spricht, verrät der

Dialekt ihn als Zugereisten, geboren ist

er in Dresden an der Elbe. Als Sohn eines

Grafikers und einer Kunsterzieherin sei

die Kindheit in einem Künstlerhaushalt in

jeder Hinsicht prägend gewesen, erzählt

der gelernte Steinmetz, Zeichnen und

bildnerisches Arbeiten haben schon früh

dazugehört. Begonnen hat Lucas Drechsler

seine Karriere als Zuhauer, Künstler

wie Klaus Köhler und Michael Göttsche

bauten auf seiner Vorarbeit auf. Irgendwann

jedoch gewann die Sehnsucht nach

einem Neuanfang die Oberhand: „Ich hab

damals kurzerhand meine Tasche gepackt

und bin einfach gegangen“, sagt Lucas

Drechsler. Leichtgefallen sei ihm der Abschied

trotzdem nicht, ergänzt er noch.

Es ist wohl wie mit dem Dialekt – keine

Heimat lässt sich vollends verabschieden.

46


Wenngleich ihn anschließend der Zufall

nach Mecklenburg-Vorpommern verschlagen

hat, war zu bleiben eine bewusste

Entscheidung. Vor allem schätzt Lucas

Drechsler die Ruhe, die sich zwischen

Ostseedünen und den Niederungen des

südlichen Boddenlandes anhäuft. Dass

diese Ruhe in der bisweilen wortkargen

Haltung der Norddeutschen eine weitere

Entsprechung findet, ist für ihn gar kein

Problem. Er habe die hiesige Mentalität

regelrecht lieben gelernt, gesteht er,

neben der gesunden Skepsis schätze er

vor allem die ehrliche Begeisterungsfähigkeit

der Mecklenburger. „Ich bin hier

total angekommen“, sagt der Holzbildhauer

und meint damit weitaus mehr, als

nur eine neue Adresse zu besitzen. Hinter

der allerdings verbirgt sich aktuell nicht

nur Drechslers Wohnort, sondern auch

sein „Kunstwerkstall“. Neben einer charmanten

Referenz an die frühere Gebäudenutzung

verweist die Bezeichnung vor

allem auf das, was gegenwärtig innerhalb

der alten Mauern entsteht – Kunstwerke

eben. Zwischenzeitlich hat sich der Bildhauer

ganz der Arbeit mit dem Werkstoff

Holz verschrieben. Die Bandbreite reicht

dabei von mannshohen Skulpturen bis

zu filigranen Möbelstücken, von maritimen

Motiven und Fabelwesen bis hin zu

gewieften Kompositionen aus Holz und

Bernstein. Die Vielseitigkeit, die heute

Drechslers Schaffen charakterisiert, ist

nicht nur seinem Anspruch geschuldet,

sie ist auch das Ergebnis einer langjährigen

künstlerischen Auseinandersetzung.

Angefangen habe die Beschäftigung mit

Holz schon während der Kindheit, erinnert

sich der Künstler, mit 10 Jahren

habe er seinen ersten Räuchermann geschnitzt.

Heute sind seine Motive weit

weniger traditionell, viel eher stellt sein

Werk scheinbar Bekanntes in neue Bezüge.

Dass Lucas Drechsler bei seiner Arbeit

weder Aufwand noch Mühen scheut, davon

kann man sich in der liebevoll gestalteten

Galerie auf dem ehemaligem

Heuboden des Kunstwerkstalls selbst ein

Bild machen. Dem dort (noch) thronenden

Chamäleon die Schuppen einzuhauen,

habe schon einige Wochen gedauert,

sagt Lucas Drechsler und lächelt stolz.

Dass im Zuge so langwieriger Arbeiten

neben dem fertigen Werk auch der Gestaltungsprozess

in den Mittelpunkt

rückt, erklärt sich dabei fast von selbst.

Den Fokus über das zu fertigende Produkt

hinaus auf die Schaffensphase zu richten

und jedem einzelnen aller nötigen Schritte

Bedeutung zuzumessen, das gibt Lucas

Drechsler auch seinen Schützlingen

an die Hand, die er in seiner Eigenschaft

als Kunsttherapeut betreut. Es gehe doch

letztlich darum, bekräftigt er, Freude an

dem zu empfinden, was man tue. Und

gerade deshalb, sagt er dann noch, sei

es ihm wichtig, den Spaß und die Freude

weiterzugeben, die er bei seiner Arbeit

empfinde. Dass er dabei erfolgreich ist,

weiß man da schon längst.

Geheimtipp

Terminvereinbarung empfehlenswert

Lucas Drechsler

Rostocker Straße 18

18314 Löbnitz

038324-619988

kunst-werk-stall.de

info@kunst-werk-stall.de

47


48


ute

otik

agen

ühle

null

agen

ewitz

eld

Cordshagen

Dettmannsdorf

Blankenhagen

Rothbeck

Ausbau

Bulleneck

Billenhagen

Kriegholz

Rostocker

Wulfshagen

Tourismusinformation

Heimatverein Tessin und Umland e.V.

Alter Markt 10

18195 Tessin Mandelshagen

Telefon: 038205-65716

www.stadt-tessin.de

Baumkate

56

L a n ger

Ausbau Kloster

Wulshagen

Hinterholz

Gutshaus Neu WendorfKloster

www.gutshaus-neu-wendorf.de Wulshagen

Völkshagen

Marlow-

Parkplatz

Gresenhorst

Carlsruhe

Dänschenburg

Tessin

Bartelshagen I

Übernachtungstipp

hinter der St. Johannes Kirche (gebührenfrei)

Fahrradverleih

Tessiner Fahrradhof Grzysczok

Friedhofsweg, 18195 Tessin

038205-66133

Neu Wendorf

B e r g

Rookhorst

Brünkendorf

Alt Steinhorst

Neu

Steinhorst

Dammerstorf

Neu

Guthendorf

Neu

Poppendorf

Wöpkendorf

Brunstorf

Allerstorf

Alt Guthendorf

www.fahrradhof-tessin.de

Tourlänge: Rundparkour: ca. 28 km

Dauer (Fahrzeit): ca. 2,5 Stunden

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegprofil: befestigte Radwege, wenig

bis mäßig befahrene Landstraßen

Kanneberg

Vogelpa

Marlow

Fahrenh

Grünheid

Kölzow

K

A

Neu

hulendorf

lenf

Sagerheide

Klein

Lüsewitz Langenhof

Groß

Freienholz

Sanitz

Wendorf

Wendfeld

Reppelin

Wüsthof

Neu

Barkvieren

Barkvieren

Ausbau

Kölzow

Stubbendorf

Gnewitz

Ehmkendorf

Groß

Lüsewitz

Ausbau

Niekrenz

Wehnendorf

Niekrenz

Klein

Wehnendorf

Vietow

Oberhof

Horst

Stromstorf

Teutendorf

Kleinhof

Wolfsberger

Mühle

Helmstorf

Zarnewanz

Neu

Gramstorf

Starkow

Mühlenber

55

L

Lieblingshof

ldenitz

Gubkow

20 E 22

Neu

Kokendorf

Hohen

Gubkow

110

18

Klein Tessin

Sanitz

Weitendorf

Prangendorf

Wohrenstorf

TESSIN

Alte

Zuckerfabrik

Vogelsang

Vilz

Sophienhof

Reddershof

Thelk

Kowalz

19

Tessin

Teschow

Cammin

Eickhof

Drüsewitz

Selpin

Woltow

49


Tessin

Im Herzen des Recknitztals gelegen

blickt Tessin auf eine lange Geschichte

zurück. Der Name des Städtchens,

der zunächst eine wendische Burg bezeichnete,

geht auf ihren wahrscheinlich

außerordentlich beherzten Gründer

Tesa zurück – bedeutet doch Tessin

so viel wie „Ort des kühnen Kriegers“.

Auf die lange Siedlungsgeschichte verweisen

zudem die im Umfeld von Tessin

zahlreich zu findenden Hügel- und Hünengräber,

Burgwälle und Ortsnamen.

Heute präsentiert sich Tessin als Blumenstadt,

was nicht nur der Rosenfee

auf dem Neuen Markt zuzuschreiben ist.

Aber auch über die bunte Pracht hinaus

bietet die Stadt Tessin ihren Besuchern

viel Sehenswertes. Dazu zählen architektonische

Besonderheiten, wie das

alte Mühlenhaus und die St. Johannis

Kirche, genauso wie attraktive Freizeitangebote,

zu denen insbesondere das

Kulturzentrum Alte Zuckerfabrik zu zählen

ist.

Die Tour durch das Tessiner Umland

beginnt auf dem von alten Bäumen beschatteten

Hof der St. Johannis-Kirche.

Von dort folgen Sie der Sülzer Straße in

nordöstlicher Richtung, vorbei an der

beeindruckenden Industriearchitektur

der 1895 errichteten Zuckerfabrik, zum

Ortsausgang. Nach Überquerung des

Reppeliner Baches biegen Sie rechts

ab, um die L 18 ein Stück weit zu umgehen.

An der nächsten Möglichkeit

links abbiegend, behalten Sie nun die

Richtung bei. Der Weg führt Sie für ca. 2

Kilometer in die Nähe des Naturschutzgebietes

Gramsdorfer Berge. Kurz vor

Vollendung des 3. Kilometers fahren

Sie links und dann weiterhin geradeaus,

bis Sie erneut auf die L 18 stoßen.

Verfolgen Sie die Straße nach rechts in

Richtung Zarnewanz. Hinter dem Namen

des Dorfes verbirgt sich wieder ein Hinweis

auf die wendische Vergangenheit,

denn Zarnewanz verweist im Wortsinn

auf den „Ort des Schwarzbartes“. Weniger

schwarz denn bunt geht es zu im

Atelier von Britta Naumann. Auch über

den Umgang mit bloßer Farbe hinaus

versteht es die Künstlerin, auf charakteristische

Weise Zwiesprache zu halten

mit den Themen der Zeit. Als Ergebnis

entstehen eindrucksvolle Kunstwerke,

die Sie in der hauseigenen Galerie bestaunen

können. Nach dem Besuch des

Künstlerateliers geht es zurück in den

Ortskern von Zarnewanz. Dort nehmen

Sie bitte die Abzweigung auf die K 23 in

Richtung Stormstorf. Auf dieser wenig

befahrenen Landstraße lässt es sich

geruhsam radeln. Der Weg führt, vorbei

am Naturschutzgebiet Reppeliner Bachtal,

mitten durch die abwechslungsreiche

Landschaft des mecklenburgischen

Hinterlandes. Zahlreiche Großsteingräber

zeugen in dieser Gegend von der sogenannten

„Trichterbecherkultur“, der

ersten vom Ackerbau geprägten Kultur

des nordischen Frühneolithikums. Während

die Gräber von Barkvieren, Gne-

50


Tessin

witz und Zarnewanz etwas abseits der

Route liegen, finden Sie die Großsteingräber

von Stormstorf, genannt Judenkirchhof

(54°04‘16.30“ N, 12°27‘20.22“ O)

und De blage Durnbusch (54°04‘19.29“

N, 54°04‘19.29“ O) in nächster Nähe. Beide

befinden sich nördlich von Stormstorf,

jeweils westlich bzw. östlich der

Straße nach Reppelin. Ihr Weg führt in

eben diese Richtung weiter bis nach

Reppelin, wo Sie der L 19 links nach Sanitz

folgen. Außerhalb der Ortschaften

Reppelin und Wendfeld steht Ihnen kein

Radweg zur Verfügung, achten Sie hier

bitte besonders auf den Verkehr. Nach

knapp drei Kilometern erreichen Sie

Sanitz. Sollte Ihnen der Magen etwas

in den Kniekehlen hängen, empfehlen

wir Ihnen das Restaurant Mecklenburg.

Die frischen und vor allem regionalen

Spezialitäten des Hauses dürften Ihnen

helfen, auf angenehme Art und Weise

wieder zu Kräften zu kommen. Sollten

Sie keine Rast benötigen, begeben Sie

sich doch gleich zum Atelier von Josef

Kutschera bzw. zur Keramikwerkstatt

von Christiane Lamberz. Während die

Kunst Josef Kutscheras Ihnen aufzeigen

kann, auf welch vielfältige Weise die

Fantasie redensartlich Blüten schlägt,

prangen auf dem keramischen Steinzeug

der Töpferin Christiane Lamberz

die Blüten des Sanddorns nahezu im

Wortsinn. Für Abwechslung ist während

Ihres Aufenthalts in Sanitz also zur

Genüge gesorgt. Sollten Sie dann wieder

bereit sein zu Aufbruch und Reise,

dann folgen Sie dem, die Bundesstraße

110 begleitenden, Radweg zurück nach

Tessin. Das blanke Teerband macht es

Ihnen leicht, die letzten 8 Kilometer der

Tour rund um Tessin hinter sich zu bringen.

Sollte Ihnen abschließend nach einer

Erfrischung zumute sein, empfiehlt

sich ein Sprung in den Tessiner Südsee.

Einen Rückblick auf Ihre Tour durch das

Recknitztal lässt sich auch abseits der

Erinnerung mühelos realisieren, bietet

Ihnen doch der Aussichtsturm auf dem

Prangenberg einen wunderbaren Blick

über Tessin und die darum grünende

Landschaft.

51


Britta Naumann-Knapp

Terminvereinbarung empfehlenswert

Gnewitzer Straße 8

18195 Zarnewanz

038205 65025

0171 4520072

britta.naumann@gmx.net

Kunst kann einfach kein leichtes Futter sein

Bei seinem Besuch in Iquique 1835 beschrieb

Charles Darwin den Ort an der

chilenischen Pazifikküste als ein heruntergekommenes

Dorf. Solch übler Nachrede

erwehrt sich Iquique mittlerweile

genauso erfolgreich wie den sandigen

Übergriffen durch die benachbarte Atacama-Wüste.

Auch Britta Naumann ist bei

ihrem Aufenthalt in Chile dem Charme

der Hafenstadt verfallen, Iquique sei für

sie ein Sehnsuchtsort, erzählt sie. Überhaupt

sind es vordem Orte, deren prägender

Zugriff in den Erzählungen Britta

Naumanns kenntlich wird. Da ist zuerst

die Kindheit in Reez, welche die Tochter

eines Seemanns in der märchenhaften

Atmosphäre des örtlichen Gutshauses

verbringt, später ist es die Studienzeit in

Leipzig, die unauslöschliche Erinnerungen

zeitigt. Von den Zeiten an der Hochschule

für Grafik und Buchkunst spricht

Britta Naumann heute als den vielleicht

wichtigsten Lebensjahren. Das ist auch

verständlich angesichts des Umstandes,

dass die Immatrikulation seinerzeit

einen Abschied einläutete, der die examinierte

Radiologieassistentin in das

Wagnis des Künstlerdaseins entließ. Der

Nachhall der eindringlichen Erfahrungen

an der Leipziger Hochschule vergegenständlicht

sich heute in der künstlerischen

Vielseitigkeit Britta Naumanns,

was sich nicht zuletzt auf die unkonventionelle

Auswahl ihrer Gestaltungsmittel

bezieht. Schließlich zählen neben Farben

auch Extravaganzen wie Muschelreste,

Fossilien, Kaffee, Borke, Ruß und immer

wieder Sande dazu. Zu Sanden unterhält

Britta Naumann eine ganz besondere Beziehung,

wiederkehrend finden sie ihren

Weg von fernen Ursprungsorten auf die

Leinwände Britta Naumanns. Das Œuvre

der Künstlerin wiederum bezeugt auf

diese Weise die erneute Begegnung mit

jenen Orten, die im Zuge künstlerischer

Auseinandersetzung erneut bereist werden.

Dabei fungieren die sedimentären

Versatzstücke weniger als die Reminiszenz

betreffende Devotionalien. Mit ihrer

spezifischen Narration des Es war einmal

umschifft Britta Naumann den Bereich

des Sentimentalen und stellt das Erlebte

in den Kontext neuer, mitunter auch

unbequemer Fragen. Exemplarisch verweist

so der expressive Rückbezug auf

die Wasser Gotlands oder die Sande der

chilenischen Wüste immer auch auf die

Ungewissheiten, die das problematische

Verhältnis von Mensch und Natur charakterisieren.

Es gehe nicht darum, dem

Betrachter zu zeigen, was er sehen wolle,

erklärt die Künstlerin, Kunst müsse zum

Nachdenken anregen. Es bleibt insofern

ein dankenswerter Umstand, dass die

Kunst Britta Naumanns dem Betrachter

nicht nur einen Ortswechsel ermöglicht,

sondern diesen mit der rechtschaffenen

Aufforderung verbindet, etwas aus der

Reise zu machen.

52


Josef A. Kutschera

Terminvereinbarung empfehlenswert

Am Kiebitzmoor 26

18190 Sanitz

038209 80570

www.gestaltung-kutschera.de

josef-a.kutschera@t-online.de

Im Mittelpunkt steht immer der künstlerische Schaffensprozess

Der Weg zu Josef A. Kutscheras Atelier

führt in eine kleine Siedlung am Stadtrand

von Sanitz. Ebenmäßig stehen die

Häuser in rotem Stein, weiße Zäune

ziehen die Grundstücksgrenzen nach.

Schon im Vorgarten des Künstlers künden

Objekte von Kutscheras Schaffen,

in dessen Mittelpunkt sowohl das gestalterische

Spiel mit der Linie, die Addition

von Flächen als auch die Formverwandlung

von Materialien steht.

Verantwortlich für seinen außerordentlichen

Gestaltungsdrang ist unter

anderem seine frühe Begegnung mit

der expressiven Malerei. Die Ausbildung

zum Lithografen legte anschließend

den handwerklichen Grundstein

für das Studium zum Werbegrafiker,

dem sich ein Besuch der Meisterklasse

bei Professor Sonnewend anschloss.

Kutscheras Drang, fortlaufend etwas

Neues zu entwickeln, wird von seiner

Vita trefflich illustriert, der Künstler

selbst befindet sich nicht weniger im

Prozess als sein Werk. Absolut lässt

sich dieses Werk schwer fassen, allenfalls

lässt es sich segmentieren in all

die Bereiche, in denen Josef Kutschera

seiner Kreativität freien Lauf lässt. Dabei

verbindet seine Malerei, seine Grafik,

seine Zeichnungen und Faltungen

vor allem eines – die Stillstand und

Wiederholung verabschiedende Dynamik.

Vielseitigkeit erreicht Kutschera

jedoch nicht nur durch den Wechsel

der Darstellungstechniken, seine Bildsprache

wird durch die Wahl unkonventioneller

Mittel und Methoden genauso

bestimmt wie durch seinen Hang

zum Experiment. Abgebrochene Pinsel,

Löffel, Messer und Holzstifte gehören

insofern in gleicher Weise zum Instrumentarium

des Künstlers wie Schweißgerät

und Falzbein. Den Wechsel von

der Leinwand zur Druckerpresse, von

der Farbe zur Monochromie versteht

Kutschera als kreative Atempause. Das

bringe neben aller nötigen Ruhe auch

wieder eine neue Sichtweise mit sich,

sagt er, eine neue Perspektive. Bezähmen

lasse sich die Kreativität am Ende

nur durch Erfahrung, ergänzt er noch,

irgendwann schließlich müsse man einen

Punkt setzen. Wie schwer ihm das

fällt, lässt sich erahnen. Dabei endet

die Suche nach der immer neuen Variation

ja nicht mir der Präsentation

des Werkes, sie verwandelt sich in die

Neugier des Betrachters, welcher den

künstlerischen Winkelzügen zu folgen

sucht. Klaus Dieter Trompke schrieb:

„Kutscheras Kunst zeigt, welche Freiheit

die Fantasie hat, wenn man sie

nutzt.“ Der besondere Reiz, möchte

man ergänzen, liegt gleichfalls darin,

dass dies als Aufforderung auch an

den Betrachter ergeht.

53


Christiane Lamberz

Terminvereinbarung empfehlenswert

Keramikwerkstatt

Rostocker Str. 31, 18190 Sanitz

038209 80362

0381 5108577

www.klosterformat.de

info@klosterformat.de

Ich arbeite gern in der Mehrdeutigkeit

Auf dem Schreibtisch von Christiane

Lamberz stapeln sich ihre Angelegenheiten,

ein scheinbar undurchdringliches

Gewirr aus Handzetteln, Notizen,

Akten, Broschüren und Korrespondenz.

Gänzlich unbeeindruckt greift die

Künstlerin zielgerichtet heraus was sie

braucht, die Übersicht zu behalten fällt

ihr scheinbar leicht. Angesichts der Vielzahl

der Dinge, mit denen sie betraut

wird, ist das nicht selbstverständlich.

Christiane Lamberz ist schließlich nicht

nur mit Leib und Seele Keramikerin, sie

engagiert sich gleichfalls im Künstlerbund,

organisiert Kunsthandwerkermärkte,

leitet Workshops, bemüht sich

um die Verbindung von Musik und Literatur

und irgendwie, schiebt sie bescheiden

nach, sei sie ja auch Galeristin.

Dabei fordert die 2002 nächst zum

Kulturhistorischen Museum Rostock eröffnete

Galerie Klosterformat ihre volle

Aufmerksamkeit. Knapp sechzig Vertretern

der Angewandten und Bildenden

Kunst gibt Christiane Lamberz inzwischen

die Möglichkeit, sich zu präsentieren,

mindestens die Hälfte der ausgestellten

Künstler sind Keramiker. Sie

organisiere eben gern auch für andere,

sagt sie. Dafür nimmt sie in Kauf, dass

für die eigene Arbeit an der Drehscheibe

mitunter nur die halbe Woche zur

Verfügung steht. Seit fast vierzig Jahren

fertigt sie Keramik, ihr Œuvre erscheint

dabei genauso vielseitig wie ihre Interessen.

Die Bandbreite reicht von baugebundener

Kunst bis zur künstlerischen

Restauration, von Fayencen bis zum

Salzbrand, von unikaten Objekten bis

hin zum kunstvoll gestalteten Teeservice.

Diese Vielseitigkeit steht auf soliden

Wurzeln, Christiane Lamberz hat ihr

Fach von der Pike auf gelernt. Der Lehre

als Keramikeinrichterin in Thüringen

folgte die Ausbildung zur Töpferin, ein

Studium für angewandte Kunst in Heiligendamm

schloss sich an. Der eigentliche

Teil aber komme dann erst, erklärt

Lamberz, das bloße Drehen schließlich

sei keine Kunst. Etwas aus dem Erlernten

zu machen, zu variieren, eine eigene

künstlerische Sprache zu entwickeln,

das sei unerlässlich, um als Künstlerin

ernst genommen zu werden. An dieser

Stelle zieht die ambitionierte Flötistin

Parallelen zur Musik, auch hier komme

es letztlich darauf an, den eigenen Ton

zu finden. Die Welt mit wachen Augen zu

betrachten und ihre Vielfalt anzuerkennen

helfe dabei, sagt Christiane Lamberz,

schon deshalb reise sie so gern.

Begleitet wird sie dabei stets von ihrem

Reiseblock, in dem sie Naturstudien,

Notizen und Anregungen festhält. Auf

gewisse Weise ist sie dann doch wieder

dienstlich unterwegs.

54


Schaprod

ndschaft

isdorfer

Steinriff

gener

iff

t

Klein Kedingshagen

Bartelsagen

Tourismusinformation

Touristeninformation Vorpommernhus

Prohner Straße 20

18445 Klausdorf

Telefon: 038323-81442

www.vorpommernhus.net

service@vorpommernhus.de

Neu

Lassentin

Nisdorf

Bisdorf

Kinnbackenhagen

Buschenhagen

Wüstenhagen

Großer

Werder

Vierendehlrinne

Günz

Lassentin

Batevitz

Neuenpleen

Tour Barhöft

Schutzzone I

Kleiner

Werder

Langendorfer

Breite

Klein

Mohrdorf

Duvendiek

Zansebuhr

Übernachtungstipp

Schloss Hohendorf

www.schloss-hohendorf.net

Parkplatz

Am Hafen (gebührenpflichtig)

Fahrradverleih

Fahrrad- und Bootsverleih Sprenger

Am Hafen 3-4

18445 Barhöft

038323-219

Groß

Mohrdorf

Altenpleen

Oldendorf

Wendisch

Langendorf

Hohendorf

Muuks

Preetz

Krönnevitz

Bock

Barhöft

Solkendorf

Muuks

Ausbau

Prohn

Groß Kedingshagen

Sommerfeld

Klein

Kordshagen

Klausdorf

Prohner

Stausee

Schmedshagen

HanseDom

Tourlänge Rundparkour: ca. 26 km

Dauer (Fahrzeit): ca. 2,5 Stunden

Schwierigkeitsgrad: leicht

Gellen

Barhöfter

Rinne

Haken

Grund

Prohner

Wiek

Klein

Damitz

Groß

Damitz

Kramerhof

Knieper

West

Parow

Knieper

Bodden

Wegprofil: befestigte Radwege, wenig

befahrene Landstraßen, Fauler ca. 10 % unbefestigte

Feldwege

55

Neue

brü

Klapp-

Geller-

Mittelgru

Heuwie

haken-

rinne

Gellenstrom

Vierendehl-

Suhre

Freesen

B

Nikolaikirche


Kutschera

Barhöft

Die ehemals kaiserliche Lotsenstation

Barhöft ist der nördlichste

Punkt des vorpommerschen

Festlandes, davor umspielt die

See die vorgelagerten Inseln. Auch

deshalb ist der Aufstieg zur Plattform

des Barhöfter Aussichtsturmes, die 38

Meter über dem Meeresspiegel liegt,

empfehlenswert. Besser lassen sich

die Hochufer Hiddensees, die Inseln

Bock und Rügen, die Ostsee und die

Hansestadt Stralsund mit der charakteristischen

Rügendammbrücke kaum

in den Blick nehmen. Angesichts so einer

überwältigenden Rundumsicht ist

es vielleicht gar kein Versehen, dass

der Wegweiser am Barhöfter Hafen einen

„Ausichts-Sturm“ verspricht.

Los geht die Tour direkt am Barhöfter

Yachthafen. Nach einem kräftigen

Kaffee auf der sonnigen Terrasse des

Hotels Seeblick folgen Sie vom Hafen

aus der Ausschilderung nach Klausdorf.

Nach dem ersten Kilometer halten

Sie sich links von der K 10 auf dem

kleinen Waldweg, der Sie in Blickweite

der Wasserkante bis zum Gutspark

Klausdorf bringt. Von hier biegen Sie

rechts ab und gelangen über den

Strandweg bis auf die Prohner Landstraße,

die den Ort der Länge nach

durchquert. Unter der Hausnummer

20 finden Sie das Vorpommernhus,

welches im Sprachgebrauch der Einheimischen

immer noch unter „Bullenstall“

geführt wird. Die letzten Bullen

allerdings sind 1992 aus dem Gebäude

entlassen worden, seit 2006 steht das

Haus Einwohnern, Gästen und Touristen

offen. Neben ständig wechselnden

Kunstausstellungen ist auch die Touristeninformation

im Vorpommernhus

untergebracht. Hier können Sie sich

über die Sehenswürdigkeiten in der

südlichen Boddenregion informieren.

Eine sozusagen landestypische Besonderheit

stellt sicherlich die Klausdorfer

Milchtankstelle dar, standesgemäß

zu finden unter der Adresse Kuhdamm

21. Weiter südwärts führt Sie der asphaltierte

Weg in das 4 Kilometer entfernte

Dorf Prohn. Die direkt an der

Straße nach Stralsund befindliche

Backsteinkirche, welche in der zweiten

Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet

wurde, ist eine Besichtigung wert. Den

schlanken, neugotischen Turm fügte

man erst im Zuge des Umbaus 1860

hinzu. Sollte es Ihre Zeit erlauben, drehen

Sie doch noch eine Runde um den,

hinter der Kirche liegenden, Prohner

See. Vom schmalen Damm zur Prohner

Wiek aus haben Sie einen schönen

Blick über den Nationalpark Vorpommersche

Boddenlandschaft. Wieder

Richtung Ortskern fahrend, kommen

Sie auf dem Sommerfelder Weg bis zum

namensgebenden Örtchen, welches

aus nur wenigen Häusern besteht. Um

zu Karsten Millers Galeriewerkstatt

Sommerfeld zu gelangen, biegen Sie

an dem frei stehenden Gehöft an Kilometer

10 links ab und fahren über die

gepflasterte Allee bis zum Gutshaus

Sommerfeld. Das aktuell vom Verfall

bedrohte Gebäude steht dank neuer

Eigentümer kurz vor der Sanierung.

Gleich neben dem Herrenhaus befin-

56


Barhöft

det sich der Wohn- und Schaffensort

von Karsten Miller. Dessen Kreativität

macht vor keinem Material halt, wovon

Sie sich in seiner Galerie selbst

ein Bild machen können. Anschließend

fahren Sie über die Allee zurück, biegen

links ab und folgen der Straße für

einige hundert Meter. An der nächsten

Kreuzung fahren Sie rechts auf

dem Prohner Weg nach Muuks. Dort

wo sich die Straße nach rechts wendet,

finden Sie hinter einem kleinen

Waldstück links den Abzweig auf einen

gut befestigten Feldweg, dem Sie für

3 Kilometer bis nach Groß Mohrdorf

folgen. In Groß Mohrdorf befindet sich

das Kranich-Informationszentrum.

Neben allem Wissenswerten rund um

den grau gefiederten Star der hiesigen

Fauna bietet das Informationszentrum

vornehmlich im Herbst Exkursionen

an, die zu den Sammelplätzen der Kraniche

im größten Rastgebiet Europas

führen. In Groß Mohrdorf folgen Sie

der Lindenstraße zum Ortsausgang

bzw. fahren weiter auf der Hauptstraße

bis zum Abzweig nach Hohendorf.

Versäumen Sie nicht, einen Blick auf

Schloss Hohendorf zu werfen. Kulturund

Naturliebhabern bietet das einst

von Karl Friedrich Schinkel entworfene

Anwesen, mit seinem „Wohnen und

Kultur“ getauften Konzept, eine exklusive

Mischung aus anspruchsvollem

Ambiente und niveauvollen Kulturerlebnissen.

Eingebettet in die reizvolle

Landschaft südlich des Boddens ist es

überdies ein perfekter Ausgangspunkt

für Ausflüge in die nähere und weitere

Umgebung. Von Schloss Hohendorf

aus folgen Sie dem Langendorfer Weg

in Richtung Wendisch Langendorf.

Kurz nach Kilometer 20 halten Sie sich

rechts auf dem unbefestigten Boddenweg,

dem Sie nun für die nächsten

3 Kilometer folgen. Vorbei an den sich

bis zur Küste dehnenden Feldern geht

es bis zur Kreuzung, an der Sie bitte

nach links auf die asphaltierte Straße

abbiegen. Dieser folgend, gelangen Sie

bis zum Boddenblick Zarrenzin. Von

dort bietet sich Ihnen ein eindrucksvolles

Panorama auf den nahen Bodden

und die gegenüberliegende Insel

Bock. Die letzten 2 Kilometer bewältigen

Sie auf dem Boddenweg, der Sie direkt

entlang des Barhöfter Kliffs führt.

Von weitem grüßt dann schon der Aussichtsturm

Barhöft, von dem aus Ihre

Tour ihren Anfang nahm. Ein gleichfalls

finaler wie farbenfroher Schlusspunkt

ließe sich mit dem Besuch des Ateliers

Adjelka setzen, welches in einem der

historischen Lotsenhäuser direkt am

Barhöfter Kliff angesiedelt ist. Dort

fertigt die Künstlerin Adele Todemann

farbenfrohe und vor allem und exklusive

Accessoires.

57


Adele Todemann

Terminvereinbarung empfehlenswert

Lotsenweg 2

18445 Barhöft

038323 258012

adeletodemann@hotmail.com

Mit Schal in bester Begleitung

Unweit des Barhöfter Kliffs findet sich in

Ufernähe eine von Flechten und Moosen

bewachsene Waldlichtung, ihr Anblick

erinnert unvermittelt an die Seele russischen

Waldlandes. Adele Todemann

geht hier gern spazieren, sie hat den

Ort „kleine Taiga“ getauft. Die Namensgebung

ist eine Reverenz an ihre Zeit in

der kasachischen Steppe, eindeutiger

jedoch verweist ihr Label auf den Rufnamen,

den man ihr fernab der Heimat

verlieh – Adjelka. Der Grund für ihre

Reise nach Kasachstan bestand ganz

wesentlich in der Auseinandersetzung

mit dem Handwerk des Filzens, eine

Technik die Adele Todemann während

ihres Studiums für Angewandte Kunst

in Schneeberg erlernte. Für die Nomadenvölker

in Zentralasien hingegen besitzt

das Filzen eine Jahrtausende alte

Tradition. Der Besuch Adele Todemanns

enthielt so nicht nur die Begegnung mit

einer fremdländischen Kultur, sondern

vermittelte gleichsam zwischen Tradition

und Moderne. Gleichlautend stellt

auch ihre Spezialisierung auf das Färben

einen Brückenschlag dar, die ältesten

Zeugnisse über das Geschäft des Färbens

sind schließlich über viertausend

Jahre alt. Obwohl sich die Techniken

mittlerweile ausdifferenziert haben,

gehe es doch immer noch darum, die

Sprache des Materials zu verstehen,

sagt die gebürtige Stralsunderin. In Anlehnung

an die Shibori-Technik hat sie

sich selbst auf ein experimentelles Spiel

mit Farbüberlagerungen spezialisiert.

Dabei erlaube es ihr der Einsatz von Färbehölzern

nicht nur, bestimmte Strukturen

und Muster zu kreieren, erklärt Adele

Todemann, weitergehend könne sie

auch die aus vorhergehenden Prozessen

entstammenden Abfärbungen auf experimentelle

Weise einbinden. Der unikate

Charakter ihrer Produkte sei insofern

auch dem Umstand geschuldet, dass

alle konzeptionelle Vorarbeit von jenem

Quäntchen Zufall bereichert werde, der

ihre Arbeit so spannend mache. Das

Färben bleibe so immer auch eine sehr

intuitive Angelegenheit, erzählt sie weiter,

aus der im Endeffekt Dinge mit sehr

persönlichem Charakter resultierten.

Die Kunden von Adele Todemann wissen

das zu schätzen, ein Schal von Adjelka

ist für viele von ihnen mehr als nur ein

weiteres Accessoire, er ist eben auch ein

Stück weit Heimat. Ein ähnlich metaphorischer

Heimatbezug könnte in einem

weiteren Bestseller aus dem Hause Todemann

stecken, den aus farbenfrohen

Washi-Papieren gefertigten Kranichen.

Wenngleich die Origami-Arbeit auf die

symbolische Zuschreibung als Vogel

des Glücks verweist, könnte Adele Todemann

ebenso inspiriert worden sein

von dem graugefiederten Original, das

zu Hunderten die Wiesen der Vorpommerschen

Boddenlandschaft bevölkert.

Heimat versteckt sich letztlich nicht weniger

in den Dingen als die Erinnerung

an ferne Orte.

58


Karsten Miller

Terminvereinbarung empfehlenswert

Gartenweg 6a

18445 Sommerfeld

038323 80841

0171 4466184

www.galeriewerkstattsommerfeld.de

millerkarsten@aol.com

Ich weiß noch nicht genau, wohin es mich treibt

Wenn Karsten Miller auf die Brennholzjäger

zu sprechen kommt, verdüstert

sich seine freundliche Miene. Die Leute

wüssten ja gar nicht, was sie da in den

Händen hielten, schimpft er. Wenn es ihn

nicht gäbe, wäre so manches Stück Nussholz

ein Opfer der Flammen geworden,

anstatt sich in eine kunstvolle Schnitzerei

zu verwandeln. Denn das ist es,

was Karsten Miller macht – er verwandelt

scheinbar profane Dinge wie einen

Holzklotz in etwas Kunstvolles. Dabei ist

es egal, ob es sich um Holz, Stein oder

Metall handelt. Bestimmend für die Wahl

des Materials, erklärt der Künstler, seien

die Ideen, die er im Kopf habe. Dass ihm

die nicht ausgehen, offenbart der Blick in

die Galerie-Werkstatt Sommerfeld, dem

Lebens- und Wirkungsort von Karsten

Miller. Schon als Kind, erzählt der gebürtige

Stralsunder, habe er einen Hang zur

Kunst gehabt. Vorerst jedoch absolvierte

er eine Ausbildung zum Elektromonteur,

später qualifizierte er sich zum Ingenieur.

Die praktischen Erfahrungen dieser

Zeit kämen ihm heute zugute, erklärt

Miller und zitiert den Berliner Künstler

Fritz Kühn: Das Handwerk sollte der

Kunst vorangehen. Der entscheidende

Vorteil sei, dass man sich mit den Eigenheiten

des jeweiligen Materials genauso

auskenne wie mit den spezifischen

Bearbeitungstechniken. Was aus diesen

Fertigkeiten resultiert, ist nicht nur der

hohe Anspruch, den Karsten Miller an

seine Kunst stellt, sondern auch der Facettenreichtum

seiner Arbeit. Ausgehend

von der Öl- und Aquarellmalerei entwickelte

er sich vom Maler zum Metall- und

Holzbildhauer, die Zusammenarbeit mit

befreundeten Künstlern inspirierte ihn

ferner zur Arbeit mit Stein. Auf diese Weise

verwandelt Karsten Miller heute ein

Stück Buche in einen Fantasiefisch, klotzigen

Sandstein in eine filigrane Muschel

und den Auftriebskörper eines Fischernetzes

in eine kunstvoll geschmiedete

Lampe. Am Ende seiner künstlerischen

Reise ist er damit noch lange nicht, abgesehen

natürlich davon, dass er Mecklenburg-Vorpommern

die Treue halten wird.

Die Ostseeregion liefert jedoch nicht nur

das Material, die Motive und die Ideen

für Karsten Millers Kunst, sie profitiert

auch von ihr. So verdankt sich der Skulpturenpark

Grüne Kliffkunst in Barhöft

vor allem dem Engagement des Künstlers,

dem es neben aller Außenwirkung

hauptsächlich darum geht, Einheimische

und Besucher an die Kunst heranzuführen.

Für ein solches Anliegen bietet das

Projekt der Kliffkunst genau die richtige

Plattform. Angesichts der fruchtbaren

Verbindung von Natur und Kunst gelingt

es schließlich den meisten, ein Gespür

für Formenvielfalt und Gestaltungsreichtum

zu entwickeln. Abgesehen von den

Brennstoffjägern vielleicht, sagt Karsten

Miller und lächelt.

59


Kutschera

Die Odyssee ist ein Projekt der Galerie Teterow – Galerie für zeitgenössische Kunst

Informationen zum Programm unter:

Kunstverein Teterow e.V. Bahnhof 1

D-17166 Teterow

Tel.: +49 3996 172657

E-Mail: info@galerie-teterow.de

60


nd

er

Museum

arnkenhagen-

Tellow

ofAusbau

Tenze

Hilgenberg

71

lkendorf

Roge

Groß

olkern

usbau

rf

thof

on

Tenze

Klein

Roge

Meierei

Neu

Wokern

Schwinkendorf

Groß-

Wokern

Badenberg

Teterower

Heidberge

Uns

Hüsung

Luckow

Großen

loß

Luckow

hhagen

irch

gen

84

Nienhagen

108

Burg Schlitz

Barz

hsruhe

Görzhausen

103

B u c henb e r g

Park

Schloss

Karstorf

Neu

Ziddorf

Klein

Rehberg

Perow

Todendorf

Klein Köthel

Groß

Rehberg

Thürkow

108

Rostocker

Tor

Kätnerberg

87

Dornrehmelberg

35

Slawischer

Burgwall

Teschower

Siedlung

Malchiner

Tor

M e c k l e n

Haussee

Neuhof

Flacher

Blücherhof

See

Grambzow

Hohen

Demzin

Carlshof

Schorssow

Ziddorf

-Levitzow

Naturpark

Mecklenburgische

TETEROW

Grube

M

Pampow

a

See

Teterower

See

104

Neu Panstorf Schlosspark

Alt

Panstorf

Schweiz

Hardtberg

122

Hohen Mistorf

b u r g i s c h e S c h w

Neu

Tessenow

Tessenow

Dahmen

Klocksin

Moltzow

l c h

Neu Sührkow

Niendorf

Glasow

e r

i n

e

S

e

Markow

Teterow

Übernachtungstipp

Gutshaus Gottin

www.gutshaus-gottin.de

Bristow

Bülow

Teschow

Alt-Sührkow

Parkplatz Bukow

Am Gasthaus „Zum Goldenen Frieden“

Burg Schlitz 1 (gebührenfrei)

Fahrradverleih

Aral-Tankstelle Teterow-Fahrradverleih

Poggestraße 17, 17166 Teterow

03996-187931

Rothenmoor

Seedorf

Eichberg

54

Neuhäuser

Neu

Basedow

Ludwigsdorf

Groß Markow

Peene

Pohnstorf

Dahmer Kanal

Schloss

Teerofen

Haustierpark

Karnitz

Tourlänge: Rundparkour: ca. 36 km

Dauer (Fahrzeit): ca. 3 Stunden

Schwierigkeitsgrad: mittel

e i z

Wegprofil: befestigte Radwege, wenig

bis mäßig befahrene Hagensruhm Landstraßen, ca.

10 % unbefestigter Waldweg

Gülitz

Retzow

Basedow

Remplin

Schwarzenhof

61

Basedow-

Höhe

Stöckersoll

Harkenberg

108

Pisede

MALCHIN

Gessin

Immensoll

Liepen

Langwitz

Zieg

Schlakendorf

Fau

A

Christinenhof

Pfarr

St.Ma

Fuhrt

Giel


Ost

Gielower

Ausbau

Pen

häus

Gielow

Gielow Aus

Hinrich

felde

Försterhof

Rambow

Lupendorf

Tressow

Gutspark

Ulrichshusen Ulrichshusen

Kirchenruine

Wüste Kirche

Hinrichshagen

Sapshagen

Hinrichshagen-

Ausbau

Marxhagen

Levenstorf

Neu

Panschen-

Deutsche

Alleenstraße

Viezenhof Jägerhof

Tourismusinformation

Östliche Ringstraße 105

17166 Teterow

Appelhagen

038996-172028

tourist-info@teterow.de Stadtrandsiedlung

www.teterow.de

Teterower

Bergring

Mieckow 100

Bornmühle

Hohes

Holz

Waldschmidt

Köthel

Groß

Uhlenhof

Peenhäuser

Schlehenberg

Wendischhagen

Rittermann

hagen Hof

Rittermann

hagen

P e e n e -

La

Se


Teterow

Wenngleich klein spielt Teterow

doch in vielerlei Hinsicht

eine zentrale Rolle. So ist die

Stadt der geografische Mittelpunkt von

Mecklenburg-Vorpommern, sie liegt

überdies im Herzen der Mecklenburgischen

Schweiz und hat als Bergringstadt

für Motorsportfans eine ganz besondere

Bedeutung. Im Zentrum laden

der mittelalterliche Stadtkern und die

im Teterower See liegende Burgwallinsel

zu Erkundungstouren ein, im Mühlenviertel

lässt es sich bei gutbürgerlicher

Küche gemütlich klönen. Aber

auch Naturliebhaber kommen vollends

auf ihre Kosten, erstreckt sich doch

rings um Teterow das Mecklenburger

ParkLand, eine idyllische Region mit

zahlreichen Schlössern, Gutshäusern

und grünen Alleen.

Um Bundesstraßen zu vermeiden, startet

unsere Tour nicht direkt in Teterow,

sondern an der 14 Kilometer entfernten

Burg Schlitz, eine der bedeutendsten,

klassizistischen Schlossanlagen Mecklenburg-Vorpommerns.

Erwähnenswert

ist gleichfalls der 80 Hektar große Park.

Seine über 40 Denkmäler und Steinsetzungen

finden im Skulpturenweg Burg

Schlitz-Görzhausen eine zeitgenössische

Entsprechung, die Skulpturen

„leben“ dort im freien Landschaftsraum.

Von der Burg Schlitz wendet sich

der Weg jenseits der B 108 in Richtung

Carlshof, wo Sie das Keramikatelier

Steckhan & Schulze erreichen. Malerisch

gelegen bietet das Atelierhaus

des Künstlerpaares die Möglichkeit,

sich selbst am Töpfern zu versuchen.

Die kleine Galerie ermöglicht es ebenfalls,

schöne Keramik mit nach Hause

zu nehmen, ohne selbst Hand anzulegen.

Den Stammbachweg verlassend,

halten Sie sich links und befahren den

Schorssower Weg in südlicher Richtung.

Nach 3 Kilometern erreichen Sie

das am Haussee liegende Schlosshotel

Schorssow, wo Sie im Café Rose auch

den Blick von der Seeterrasse genießen

können. Weiter geht es entlang der K 44

in Richtung Ziddorf. An der Wassermühle

vorbei gelangen Sie auf dem Radweg

bis an die Ufer des Malchiner Sees. Folgen

Sie dem Radweg, bis Sie das Dorf

Dahmen erreichen. Hier können Sie

im Bauerngarten des Hofcafé Klinder

im Schatten alter Apfelbäume rasten,

im Hofladen finden Sie überdies eine

Auswahl regionaler Spezialitäten. Von

Dahmen aus steht Ihnen der straßenbegleitende

Radweg nur bis Rothenmoor

zur Verfügung. Bei Kilometer 12

wechseln Sie bitte auf die L 20. Um die

kurvige und vielbefahrene Straße weiterhin

zu meiden, führt die Route nach

einigen hundert Metern nach rechts auf

einen Waldweg nach Neuhäuser. Kurz

hinter der Siedlung biegen Sie links ab,

bei Kilometer 14,4 wiederum rechts. An

der nächsten Kreuzung halten Sie sich

links. Nach 15 Kilometern erreichen Sie

erneut die L 20, der Sie nach rechts ein

kleines Stück bis nach Seedorf folgen.

Von dort aus fahren Sie auf dem ausgeschilderten

Radweg bis Sie einen weiteren

Höhepunkt Ihrer Tour erreichen,

das 2 Kilometer entfernte Dorf Basedow

samt Schloss und Landschaftspark. Der

von Peter Joseph Lenné konzipierte

Park bietet seinen Besuchern nicht weniger

beeindruckende Aussichten als

das Schloss, welches im Rahmen von

Führungen öffentlich zugänglich ist.

Das einstige Wirtschaftsgebäude des

Schlosses, der sogenannte Marstall, beherbergt

heute das Farmer Steakhouse,

weniger Hungrige lädt darüber hinaus

das Café am Schloss zur Rast ein. Auf

der K 9 führt die Route anschließend

bis nach Gessin, wo die Bildhauerin Ka-

62


Teterow

thrin Wetzel auf dem heimatlichen Hof

ihr Atelier unterhält. Ihre beeindruckenden

Arbeiten künden auf kunstvolle Art

vom Wunderwerk Mensch, was über das

Figurative hinaus auch auf eine Abbildung

der Seele zielt. Bevor Sie sich wieder

auf den Rückweg machen, werfen

Sie noch einen Blick auf die Kapelle des

Ortes, die unverbaut das Aussehen ihrer

Entstehungsjahre um 1400 preisgibt.

Zurück in Richtung Basedow fahrend,

nehmen Sie kurz hinter Gessin rechts

den Abzweig nach Basedow Höhe. Die

wenig befahrene Landstraße führt Sie

zur L 20, die Sie in Richtung Wendischhagen

überqueren. Nach Überquerung

des Dahmer Kanals biegen Sie bei Kilometer

26 links ab. Während sich Ihnen

der Blick über den Malchiner See eröffnet,

erreichen Sie nach einem Kilometer

das Künstlerhaus von Sabine Naumann

und Günter Kaden. Die Grafikerin und

der Bildhauer haben sich ein Refugium

geschaffen, das zu betreten und

zu erkunden ausdrücklich erwünscht

ist. Scheuen Sie sich also nicht, einen

Termin zu vereinbaren, denn Sie werden

den Hof garantiert mit einem Lächeln

wieder verlassen. Auf einem gut befahrbaren

Feldweg geht es von Wendischhagen

aus längs des Seeufers weiter nach

Bristow. Auf dem Gelände des dortigen

Gutshauses wurde 1891 ein Taubenturm

errichtet, in dem heute das „Aschenputtelmuseum“

untergebracht ist. Die Hintergründe

der Namensgebung dürften

sich Ihnen schnell erklären. Von Bristow

sind es dann noch ca. 5 Kilometer,

bis Sie wieder vor den Toren der Burg

Schlitz stehen. Zurück in Teterow sollten

Sie zwingend der örtlichen Galerie

einen Besuch abstatten. Das alte Bahnhofsgebäude

dient heute dem Kulturtransfer,

insbesondere im Rahmen der

sehenswerten Ausstellungen. Darüber

hinaus ist die Galerie Teterow auch eine

Ideenschmiede, der unter anderem das

Tourenprojekt „Odyssee“ entstammt.

Sollten Sie sich also nachhaltig verliebt

haben in die Landschaft der Mecklenburger

Schweiz, dann gehen doch auch

Sie einmal auf eine Odyssee – zum Beispiel

durch die Kulturlandschaft der

Mecklenburger Seenplatte.

63


Kutschera

AUF

TAN

KEN

64


Kutschera

65


Elke Steckhan & Victor Schulze

Terminvereinbarung empfehlenswert

Stammbachweg 5

17166 Schorssow OT Carlshof

03996 173517

schulze-steckhan@freenet.de

Wir sind wie ein Schiff vor Anker gegangen

Unweit der herrschaftlichen Atmosphäre

des Landpalais Burg Schlitz befindet

sich die kleine Ortschaft Carlshof.

Dort, wo die bewaldete Siedlung

ostwärts verrinnt und flache Felder

dem Seeufer zustreben, steht das Haus

von Elke Steckhan und Victor Schulze.

Gefunden haben die beiden das Anwesen

in den 90er Jahren, an den seinerzeit

pflegebedürftigen Zustand des

Gebäudes erinnern heute nur noch

die Geschichten des Künstlerpaares.

Vom gemeinsamen Leben und Arbeiten

habe sie schon während der Studienzeit

geträumt, gesteht Elke Steckhan,

die mit der Ausbildung zur Porzellanmalerin

in Meißen früh die Weichen für

ihre berufliche Zukunft stellte. Als eine

der ersten Studentinnen wurde sie in

den Studiengang Keramikdesign in Heiligendamm

immatrikuliert, die kreative

und lebhafte Atmosphäre auf dem

Campusgelände überdauert in den Erzählungen

der Künstlerin. Auch Victor

Schulze spricht mit Begeisterung von

der Zeit an der Heiligendammer Kunstund

Designschule. Die auf dem Schulgelände

zelebrierte Einheit von Leben

und Arbeiten sei ein Modell, das sie

beide geprägt habe, erzählt der Innenarchitekt.

Ein Haus inmitten der unübersichtlichen

und schwierig zu überwachenden

Weite Mecklenburgs habe

vor der Wende als Garant für die Verwirklichung

persönlicher wie künstlerischer

Freiheit gegolten, sagt er und es

klingt, als habe dies auch heute nichts

von seiner Gültigkeit verloren. Angesichts

des stimmungsvollen Ambiente,

das ihr Keramikatelier im Stammbachweg

umgibt, fällt das nicht schwer zu

glauben. Im weitläufigen Garten setzen

die blaugrünen Keramikobjekte Elke

Steckhans muntere Akzente, nach dem

Übertreten der Schwelle stellt das kreative

Milieu der Werkstattgalerie den

Empfangsbereich. Seit einigen Jahren

widmet hier auch Victor Schulze seine

gestalterische Kraft der Keramik,

gemeinsam mit Elke an Projekten zu

arbeiten geriet auf diesem Wege vom

Traum zur greifbaren Realität. Unbeirrt

versuchen jedoch beide weiterhin, ihre

ganz persönliche Formensprache zu

finden. Insbesondere Elke Steckhans

Arbeiten zeugen von ihrer tiefgreifenden

Leidenschaft für die Malerei.

Dabei wechselt sie galant zwischen

Engobenmalerei und Fayencetechnik,

zwischen Spielformen geometrischer

Abstraktion und figurativen Miniaturen,

die ihrerseits jene Landschaft

spiegeln, die längst Heimat geworden

ist. Wie ein Schiff seien sie im Gewoge

der Mecklenburgischen Schweiz vor

Anker gegangen, erzählt Victor Schulze

und spricht von der ganz besonderen

Freiheit, die diese Gegend biete. Die

künstlerische Reise sei damit jedoch

keinesfalls zu Ende, ergänzt Elke Steckhan,

sie verspüre immerfort die Sehnsucht,

etwas Neues auszuprobieren.

Ein Schiff zieht es eben auch immer

wieder auf die See hinaus.

66


Günter Kaden und Sabine Naumann

Terminvereinbarung empfehlenswert

An der Hufe 8

17139 Wendischhagen

03994 633840

www.naumannsabine.de

www.guenterkaden.de

mail@naumannsabine.de

Irgendwie auch Kanada

Artig aufgereiht stehen die Telefonmasten

entlang der Straße nach Wendischhagen.

Die sich jenseits des Weges

buckelnden Felder erinnern an die

wogende Dünung des Meeres. Alle Geräusche

scheinen verstummt zu sein,

nur das Gezwitscher der Vögel wird

getragen von einem leichten Wind, der

seewärts vergeht. Viel mehr als einen

Windhauch, sagt Sabine Naumann,

braucht es ja manchmal nicht, um eine

Eingebung zu haben. Oder die Art und

Weise, wie das Licht falle auf ein Gesicht

oder eine Landschaft, der Abdruck

einer Katzenpfote auf einem Stück Zeichenkarton,

die Textur auf einem Blatt

handgeschöpften Büttenpapiers – all

diese Dinge können mitunter dazu führen,

dass sie zum Stift, zum Pinsel oder

zur Feder greife, um ihren Ideen Leben

einzuhauchen. Das Atelierhaus in Wendischhagen

biete ihr insofern beides,

eine gleichermaßen inspirierende wie

abgelegene Kulisse, die es ihr erlaube,

sich auch mal unerreichbar zu machen.

Das gilt nicht weniger für Günter Kaden,

der das über 200 Jahre alte Bauernhaus

Anfang der achtziger Jahre auf

einer Fahrradtour entdeckte. Eigentlich

wäre Kaden gern nach Kanada ausgewandert,

die Weite dieses riesigen

Landes, erzählt der Bildhauer, habe ihn

immer beeindruckt. Allerdings habe er

in Mecklenburg all das gefunden, was er

mit seinem fernen Sehnsuchtsort verbinde.

Auch deshalb hat Günter Kaden

den Entschluss, nach dem Studium an

der Burg Giebichenstein, in den Norden

auszuwandern, nie bereut. Heute

liefert ihm die heimatliche Landschaft

mit den mächtigen Findlingen nicht nur

das Material für seine Arbeiten, auch

hinsichtlich der Formgebung beeinflusst

sie den Künstler. Die Kurven seiner

Skulpturen allerdings seien nicht

ausschließlich von den sanften Bögen

der Mecklenburgischen Schweiz beeinflusst,

ergänzt er schmunzelnd, man

müsse eben eine Figur auch im Wortsinn

gern begreifen wollen. Feminine

Nuancen jedenfalls lassen sich Günter

Kadens Werk ebenso bescheinigen wie

jener feinsinnige Humor, dem bei aller

respektvollen Achtung doch nichts heilig

ist. Den Unzulänglichkeiten von Welt

und Zeitgenossen mit heiterer Gelassenheit

zu begegnen, betrachtet auch

Sabine Naumann als Geheimrezept.

Wir haben beide den gleichen Humor

aber unterschiedliche Ausdrucksmittel,

erzählt sie lächelnd, das ergänze sich

hervorragend. Insofern sind die beiden

Künstler bestrebt, von Zeit zu Zeit ein

Projekt zusammen zu verwirklichen.

Konkurrenzdenken, lacht Sabine Naumann,

gäbe es zwischen ihnen nicht, „er

formt etwas und ich bemale es“. Manchmal

können die Dinge erstaunlich einfach

sein.

67


Kathrin Wetzel

Terminvereinbarung empfehlenswert

17139 Basedow, OT Gessin 12a

039957 21205

0173 8700553

www.kathrin-wetzel.de

kwetzel.gessin@web.de

Das Wichtigste ist die Begegnung

Die tiefstehende Sonne des Spätherbstes

zielt direkt auf das Fenster

von Kathrin Wetzels Küche, am Esstisch

kehrt langsam Ruhe ein. Die stillen

Momente seien selten, sagt die Künstlerin,

schließlich wollen sowohl die

als auch Haus und Hof versorgt sein.

Der Vormittag jedoch, betont sie, stehe

mittlerweile ganz im Zeichen ihrer

Arbeit. Kathrin Wetzel wählt die Worte

gewissenhaft, wenn sie von dieser Arbeit

spricht, es ist als spiegle sich darin

die Präzision des Bildhauers. Wenn sie

das Abbild eines Menschen modelliere,

sagt sie, dann griffen ihre Hände nicht

nur nach einer äußeren Form, auch ihr

Blick richte sich nicht ausschließlich

auf Maß und Proportion. Weit darüber

hinaus versuche sie zu fassen, was dem

Menschen innewohnt, was ihm in Form

von Wünschen, Zweifeln und Sehnsüchten

seine eigentliche Gestalt verleiht.

Dieses Vorgehen ist nicht zuletzt der

Frage geschuldet, die Kathrin Wetzel

umtreibt: Was macht den Menschen zu

dem, der er ist? Der Versuch, diese Frage

zu beantworten, führt die Bildhauerin

auch immer wieder zu sich selbst,

in die Existenz als Künstlerin zu finden

war schließlich kein leichter Weg. Den

Drang, sich kreativ zu betätigen, habe

sie schon verspürt, als sie noch Kind

war, kaum eine Kuhweide entfernt von

ihrem jetzigen Wohnort. Anfänglich jedoch

gerieten Attribute wie sensibel

und feinfühlig zu sein vordem zu Hindernissen,

Anpassung erschien lange

Zeit als einziger Ausweg. „Ich wollte

nicht die sein, die ich bin“, sagt Kathrin

Wetzel und schaut aus dem Fenster,

vor dem die braunen Hühner, liebevoll

die Saurier genannt, auf- und abmarschieren.

Viel später erst habe sie den

Mut gefunden, sich ernsthaft der Kunst

zu widmen. Der Bildhauer Thomas Jastram

führte sie während des Studiums

an der RTK an das plastische Gestalten

heran, Kathrin Wetzel spricht von dieser

Zeit als Wiedergeburt kindlicher Entdeckerfreude.

Geblieben ist die Beschäftigung

mit dem Wunderwerk Mensch.

In ihrem Atelier finden sich klein- und

großformatige Skulpturen, die allesamt

Begegnungen bezeugen – zwischen

Mensch und Musik, Mensch und Literatur,

zwischen Mensch und Mensch. Die

Begegnung, sagt Kathrin Wetzel, sei ihr

eigentlich das Wichtigste. Beispielhaft

thematisiert ihr Projekt Die Schönheit

des Verschiedenseins die Begegnung

zwischen Menschen und Orten, vielleicht

auch aufgrund der Erkenntnis,

wie weit die wechselseitige Prägung

reicht. Im Hinblick auf ihren Wohnort

spricht Kathrin Wetzel von Heimat. Auch

weil sie sich hier nicht mehr verstellen

muss, sondern sein kann, wie sie ist.

Am besten allerdings gelingt ihr das auf

einem der begrünten Hügel im Umland

von Gessin, wenn sie mal ganz für sich

ist und sie genießen kann, diese seltenen

stillen Momente.

68


tz

epow

Renz

Woorke

Veikvitz

Dramvitz

Ramitz Lipsitz

Tourismusinformation

Kurverwaltung Thesenvitz

Putbus

Ramitz

Siedlung

Alleestraße 2

038301-431 Parchtitz

www.ruegen-putbus.de

Muglitz

vitz

Willihof

Swine

Parchtitz

Hof

Gademow

Reischvitz

Klein

Kubbelkow

Groß

Kubbelkow

ietegast

e

Stönkvitzer

Siedlung

Koldenitz

Kowall

Schwedenkirche

Jarnitz

Tamsenberg

Gutshaus

44

Karnitz Kransevitz

Lanschvitz

Dumgenvitz

Alt

Lanschvitz

Strachtitz

Krimvitz

Litzenhagen

laffsen

Siegershagen

Mölln-

Medow

E 251

Rugard

Forst

Werder

E 22

Parkplatz

Am Circus (gebührenpflichtig)

Prisvitz

Darseband

196

Deutsche Gremmin

Alleenstr.

Wreechen

Kasnevitz

Wreechensee

Krakvitz

Glowitz

Siggermow

Kleiner

Pulitz

Sehlen

GARZ

/Rügen

Patzig

Ralswiek

Garz-

Groß Schoritz

Schoritzer

Zudar Wiek

Rotensee

Strüssendorf

Bergen Süd

BERGEN

auf Rügen

Krakow

Altkamp

Neklade

Güstelitz

Putbus

Übernachtungstipp

Gutshaus Krimvitz

www.krimvitz.de

PUTBUS

Stedar

Buschvitz

Kaiseritz

Dolgemost

Jasmunder

Trips

Alt Pastitz

Thiessow

Bodden

Buhlitz

Streu

Lonvitz

Vilmnitz

Schlosspark

Lauterbach

Neukamp

Karow

Silvitz

Neuendorf

Dalkvitz

Kleiner

Haken

Insel Vilm

h m

Tourlänge: Rundparkour: ca. 23 km

60

a l e

Dauer (Fahrzeit): ca. 2 Stunden

Schwierigkeitsgrad: leicht

S c hanzen b er g

Lubkow

Kiekut

Viervitz

Posewald

Schmalspurbahn

Nadelitz

Vilm

Eisenbahn- u.Te

Museum Rügen

Wegprofil: größtenteils befestigte Radwege

oder wenig befahrene Landstraßen,

ca. 10 % unbefestigter Waldweg

H e i

Zirkow

Wobbanz

Freetz

Muglitz

Großer

Haken

d e

Pantow

Zargelitz

E. M. Arndt-

Museum

Wendorf

Ostseetherme

Kurha

Schmachter

See

Schmacht

Nistelitz

Serams

Groß Stresow

“Rasender Rola

Stresower

Biosphä

Bucht

Alt

P

Ostseebad

Prora

G

Kle

Stre

N

S

ow

uddemin

hse

Poltenbusch

Dumsevitz

Schabernack

Nonnensee

die Möglichkeiten zur Ausleihe von Rä-

Fahrradverleih

dern erfragen Sie bitte Zittvitz bei der Touris-

E.-M.-Arndt-Turm

Inselrodelbahnmusinformation

Zirzevitz

Marienkirche 90

Tetel Dumsevitz

Neu-

-Sassnitz

Alt-

Tilzow

Teschenhagen

Tegelhof

Ketelshagen

Tangnitz

Rosengarten

Silmenitz

Rügischer Bodde

69


Putbus

Abseits des Trubels der Rügener

Badeorte charakterisiert Putbus,

aus gutem Grund auch „Rosenstadt“

genannt, vor allem die kulturelle

Vielfalt. Schon die durchweg

klassizistische Architektur der Weißen

Stadt kündet ungebrochen von der

großartigen Vision des Stadtgründers

Fürst Wilhelm Malte. Darüber hinaus

beherbergt Putbus mit dem einzigen

geschlossenen Theater der Insel, dem

eindrucksvollen Ausstellungszentrum

der Kulturstiftung Rügen sowie den

Galerien Circus Eins und Atelier Rotklee

eine Vielzahl hochkarätiger kultureller

Einrichtungen. Nicht zuletzt

rundet der weitläufige Putbusser Park

mit seinen exotischen Gehölzen das

Angebot der Kulturhauptstadt Rügens

auf eindrucksvolle Weise ab.

Am Obelisk in der Mitte des Circus´,

des wohl schönsten Platzes in Putbus,

startet und endet Ihre Tour. Ob Sie

also Ihren Besuch in Susanne Burmesters

Galerie Circus Eins der Tour durch

die idyllische Umgebung der Stadt voranstellen

oder ob Sie Ihre Rundfahrt

auf diese Weise abschließen wollen,

bleibt ganz Ihnen überlassen. Versäu-

men sollten Sie es allerdings nicht,

sich von der versierten Galeristin über

die Fragestellungen und Ausdrucksformen

der zeitgenössischen Kunst

informieren zu lassen. Vom Circus aus

bewegen Sie sich auf der Alleestraße

bis zum Markt. In der Mitte des Platzes

stand einst ein eiserner Kandelaber.

An seiner statt schmückt heute

das Denkmal zum Gedenken an die

Gefallenen der Grafschaft Putbus die

begrünte Mitte. Durch das klassizistische

Ensemble fahren Sie weiter auf

der Gartenstraße. Flankiert wird der

Weg von den blutroten Rosenstöcken,

welche die weißen Häuserfronten

zieren. Nach knapp einem Kilometer

halten Sie sich rechts und fahren auf

dem beiderseits bewachsenen Weg bis

nach Güstelitz. Folgen Sie dem Lauf

der Hauptstraße weiter geradeaus in

Richtung Alt Güstelitz. Bei Kilometer

4 stoßen Sie auf die alte Bäderstraße

zwischen Garz und Putbus, der Sie in

Richtung Kasnevitz folgen. Schon von

weitem begrüßt Sie der ungewöhnlich

geformte Turm der St. Jacobi Kirche, die

eingefasst von einer Natursteinmauer

in der schweren Gelassenheit ihrer

mittelalterlichen Architektur ruht. Direkt

gegenüber der Kirche verlassen

Sie die L 29 und biegen nach links auf

die Dorfstraße ab, der Sie bis nach

Krakvitz folgen. Neben Vilmnitz war

übrigens auch das Dorf Krakvitz 1967

Schauplatz der Dreharbeiten für Ehm

Welks „Die Heiden von Kummerow“. In

Krakvitz verlassen Sie die Straße und

biegen links ab auf den Feldweg Richtung

Gremminer Busch. Nach ca. 400

m eröffnet sich Ihnen die Caspar David

Friedrich Sicht. Hier schuf der berühmte

Maler einst sein Gemälde „Landschaft

mit Regenbogen“. Halten Sie

also einen Augenblick inne, denn neben

Tisch und Bank lädt auch der über

die Felder hin zum Wasser gehende

Ausblick zum Verweilen ein. Kurz bevor

sich der 9. Kilometer rundet, biegen

Sie rechts ab und fahren in Richtung

Wreechen. Nun dauert es nicht mehr

lange, bis Sie auf Bernd Misgajskis

dreiohrige Hasen treffen. Lassen Sie

sich vor der Weiterfahrt ruhig von den

Arbeiten des Künstlers sowie seinem

Kunstort Alte Wassermühle inspirieren.

Sie werden staunen, in was sich

alter Stahl unter dem Einfluss schöp-

70


Putbus

ferischen Geistes verwandeln lässt. Im

Anschluss folgen Sie der Kastanienallee,

überqueren den Wreechener Weg

und befahren geradeaus einen schmalen

Feldweg, der gleich darauf durch

ein kurzes Waldstück führt. Dort wo

die Bäume sich lichten, verliert sich

der Blick über der sich nun ausbreitenden

Bläue des Greifswalder Boddens.

Seinen Ufern folgen sie ostwärts in

Richtung Neuendorf. Für eine Zeit lang

ist nun der Ausblick auf die Wasser des

Boddens bzw. auf die Umrisse der Insel

Vilm ihr ständiger Begleiter. Sollte Ihnen

zwischenzeitlich warm geworden

sein, lädt der Strand in Neuendorf zum

erfrischenden Bad ein. Nach einem

Kilometer erreichen Sie Lauterbach,

den ersten Badeort der Insel Rügen.

Am Hafen erwartet Sie neben dem beeindruckenden

Gewimmel aus Segeln,

Masten und Wanten auch die Möglichkeit

einer zünftigen Mittagspause. Ob

nun Hausmannskost im Schwarzen Bären

oder frischer Fisch an der Kaikante

bleibt selbstredend Ihnen überlassen.

Frisch gestärkt geht es weiter auf der

Fürst-Malte-Allee, welche Sie direkt

bis vor die Tore des Badehauses Goor

geleitet. Hinter dem klassizistischen

Badetempel geht die Tour über Die

Goor direkt entlang der Ufer weiter in

Richtung Freetz. Wenn es das Wetter

erlaubt, nutzen Sie die Gelegenheit zu

einer kleinen Rast in einer der zahllosen

Buchten, die sich küstenseitig

zwischen den Uferbäumen verstecken.

Sollte Ihnen nach einem kleinen Fußmarsch

zumute sein, lädt überdies der

„Pfad der Muße und Erkenntnis“ zu einer

gewissen Verlangsamung ein. Von

Freetz aus gelangen Sie über eine wenig

befahrene Dorfstraße nach Vilmnitz,

wo auf einer kleinen Anhöhe und

versteckt hinter mächtigen Kastanien

die St. Maria Magdalena Kirche steht.

Neben den sehenswerten Sandsteinepitaphien

aus dem Jahr 1602 beherbergt

die Kirche die wohl klangschönste

Orgel, die jemals vom Stralsunder

Orgelbauer Mehmel erbaut wurde. Von

der Kirche aus halten Sie sich Richtung

Ortsmitte, die Vilmnitzer Chaussee

führt Sie auf geradem Wege zurück zur

Fürst-Malte-Allee. Nach zwei weiteren

Kilometern befinden Sie sich wieder

am Ausgangspunkt der Unternehmung,

inmitten des kreisrunden Circus´ und

seiner strahlend weißen Umgrenzung.

71


Susanne Burmester

Galerie CIRCUS EINS

Circus 1, 18581 Putbus

0151 42446638

www.circus-eins.de

mail@circus-eins.de

Nov. - März Do–So, 11–17 Uhr

April bis Okt. tägl. 11–17 Uhr

Kunst stellt viele Fragen

Angesichts so klingender Losungen wie

Schöner unsere Städte und Gemeinden

lassen sich manche Beschlüsse der

DDR-Behörden nur bedingt nachvollziehen.

Die Entscheidung zur Beseitigung

des Putbusser Schlosses jedenfalls hat

zur Attraktivitätssteigerung des Ortes

kaum etwas beigetragen. Vielmehr klafft

seit der Sprengung des bedeutendsten

Profanbaus Rügens im Jahr 1962 bis heute

eine Wunde im Herzen der Stadt, die

sich damit nicht nur um den Bau, sondern

auch um ihr Zentrum beraubt sieht.

Diese Auslassung bilde über städtebauliche

Aspekte hinaus eine symbolische

Leerstelle, die es zu befüllen gilt, meint

72

Susanne Burmester, künstlerische Leiterin

der Galerie Circus Eins. Insbesondere

die Kunst, ergänzt sie optimistisch, könne

das sehr gut leisten. Ihre Zuversicht

im Hinblick auf das Potential künstlerischen

Schaffens verdankt sich einer langen

Prägung, die Beschäftigung mit den

schönen Künsten wurde ihr schließlich

fast im Wortsinn in die Wiege gelegt. Als

Tochter eines Musikers wuchs Susanne

Burmester in der kreativen Atmosphäre

des Künstlerdorfes Worpswede auf. Das

sich anschließende Studium der Kunstund

Kulturwissenschaften lässt sich als

konsequenter Ausdruck eines wachsenden

Interesses interpretieren. Macht

man sich bewusst, dass es vordem die

Kunst ist, die ihre Fragen nicht nur an

den Ungereimtheiten der Gegenwart

ausrichtet, sondern auch visionär einen

Blick in die Zukunft wagt, erklärt sich

Susanne Burmesters Passion hinlänglich.

Ihre Neugier sei unglaublich groß,

gesteht die Galeristin, der Reiz des Unbekannten

erstrecke sich dabei auch auf

die Unbequemlichkeit des schwer Verständlichen.

Im Umgang mit der Kunst

löst sich diesbezüglich ein, was als Anspruch

aus ihrem Wesenszug erwächst.

Sie persönlich finde es toll, wenn sie in

Kunstwerken jene Fragen erkenne, die

auch ihre eigenen seien. Überdies seien

es die Künstler, die es sich trauten,

Dinge in den Blick zu nehmen, über die

gemeinhin gern hinweggesehen werde.

Auch deshalb nimmt sich Susanne Burmester

viel Zeit für ihre Besucher. Ziel

ihrer Chefarztbehandlung schließlich ist

es, ihre Gäste für die der Kunst innewohnenden

Fragen und Antworten zu sensibilisieren.

Die Galerie Circus Eins gerät

auf diese Weise nicht nur zum Spiegelbild

zeitgenössischer Kunst, sondern

zu einem Ort gelebter Kulturvermittlung.

Dieses aufklärerische Engagement

Susanne Burmesters steht in bester

Tradition zu Fürst Wilhelm Malte, dem

Stadtgründer von Putbus, der seinerzeit

als moderner Vordenker und Visionär

galt. Ihr attraktives Erscheinungsbild

schließlich verdankt die Stadt vor allem

den ambitionierten Ideen ihres Erbauers

– auch wenn sie dabei aktuell ohne

Schloss auskommen muss.


Bernhard Misgajski

Terminvereinbarung empfehlenswert

Kastanienallee 2

18581 Wreechen/Putbus

038301 61516

www.kunstort.net

misgajski@t-online.de

post@kunstort.net

Mein Werkstoff ist Stahl

Wer die Gegend rund um den Wreechener

See durchstreift und dabei auf einenroten,

dreiohrigen Hasen trifft, der sollte

diese Zusammenkunft als Einladung verstehen.

Schließlich entspringt die seltene

Spezies der Fantasie eines Mannes, der

durch die Belebung der Alten Wassermühle

unweit des Seeufers einen Kunstort

erschuf, welcher weit mehr parat hält

als nur den roten Hasen. Der allerdings

ist Bernhard Misgajski zur Herzensangelegenheit

geworden. Der Hase sei nicht

nur sein Logo, gesteht er, vielmehr sei

er Bestandteil einer persönlichen wie

globalen Kunstaktion. Denn wo der weitgereiste

Künstler auch anlandet, immer

ist ihm daran gelegen, dem Hasen eine

neue Heimat zu eröffnen. Die Welt hat

der Wreechener Rammler auf diesem

Wege längst erobert, man findet ihn mittlerweile

in Asien, Europa und Afrika. Jede

Reise wiederum gerät zum interkulturellen

Austausch, denn genauso wie etwas

zurückbleibt, spiegelt das Werk Misgajskis

die im Angesicht fremder Ausdrucksformen

und unbekannter Landschaften

gewonnenen Eindrücke. Die Frage nach

dem Material, in dem sich jede kreative

Idee vergegenständlicht, beantwortet

der Künstler ohne zu Zögern: „Mein Werkstoff

ist Stahl!“ Der findet sich in Misgajskis

Kunst nicht nur in Reinform, sondern

geht zumeist eine Symbiose mit anderen

Werkstoffen ein. Seine Vorliebe für das

vornehmlich rostige Metall habe sich

schon früh entwickelt, erzählt der Sohn

eines Schiffbauers, die Nähe zur Werft in

seiner Geburtsstadt Emden sei in dieser

Hinsicht prägend gewesen. Noch heute

treibt ihn die Suche nach geeigneten

Rohstoffen in die Nähe von Häfen und

Schrottplätzen. Längst totgesagten Relikten

einer industriellen Vergangenheit

haucht er in seiner Werkstatt neues Leben

ein. Dabei entstehen in der Regel

sehr reduzierte Konstrukte aus Elementen,

deren frühere Funktion kaum mehr

zu erkennen ist. In gleichem Maße lässt

sich Bernhard Misgajski von der Beschaffenheit

seiner Entdeckungen zu kühnen

Verwandlungen inspirieren, welche die

Vorstellungskraft und Schaffensfreude

des Künstlers nachdrücklich porträtieren.

Plumpe Kranhaken nehmen so die

Gestalt gehörnter Antilopen an, die Zähne

einer Baggerschaufel entschweben

auf leichten Schwingen und eingefasst in

ein stählernes Korsett lassen Ziegelreste

nordafrikanische Architektur erahnen. Im

Verlust der ursprünglichen Funktionalität

entheben sich Misgajskis Fundstücke der

scheinbaren Eindeutigkeit, verwandeln

sich als gestaltete Form der Intention des

Künstlers an und gewähren dem Betrachter

das, was Kunst zu leisten imstande ist

– die Eröffnung einer neuen Sichtweise.

Vor diesem Hintergrund sind Hasen mit

drei Ohren allenfalls ein Anfang.

73


Kutschera

KULTURERLEBNISSE AUF RÜGEN

EINE INSEL VOLLER EMOTIONEN

Rüganer haben es den Romantikern zu verdanken, dass ihre Insel weltberühmt wurde - verewigt in Kompositionen, Büchern und Gedichten, auf

mittlerweile unbezahlbaren Gemälden. Rügen ist weltoffen, musikalisch sowie romantisch und erwartet Kulturfreunde das ganze Jahr über mit

hochwertigen Konzerten, Veranstaltungen und Ausstellungen. Alljährlich lädt die Insel zum Festspielfrühling ein: im März spielen renommierte

Musiker hochkarätige Kammermusik an den schönsten Orten auf der Insel. Und zwischen Himmelfahrt und Pfingsten ist es in Putbus wieder

Zeit für die Putbus-Festspiele. Dann erklingt Musik im Inseltheater oder zum Picknick im fürstlichen Park – mit zwitschernder Begleitung.

Deftiger geht es hingegen in Ralswiek zu, denn Rügen verwandelt sich in jeden Sommer auch in eine Pirateninsel. Von Juni bis September eines

jeden Jahres entert Klaus Störtebeker mit seinem Gefolge die Naturbühne am Großen Jasmunder Bodden zu den Störtebeker Festspielen. Saisonverlängernd

sind zudem die Kabarett-Regatta Ende September / Anfang Oktober im Inseltheater Putbus mit zahlreichen und hochkarätig

besetzten Veranstaltungen oder auch die Konzerte und Kulturveranstaltungen während der Weihnachtszeit in den Ostseebädern. Rügen, eine

Insel mit atemberaubenden Kulturlandschaften zwischen Arkona und Zicker, eine Insel voller Emotionen, mit anspruchsvollen Galerien in Putbus

und Sellin, mit offenen Ateliers, Freiluft-Ausstellungen, Mal- und Zeichenkursen, mit Konzerten, Kleinkunstbühnen wie dem „Löwenherz“ in Binz

und dem bezaubernden „Sommervarieté“ im Kurhaussaal Binz. MEHR INFORMATIONEN unter www.ruegen.de und Fon: + 49 (0) 38 38 | 80 77 0.

74

Alleestraße 2, 18581 Putbus

Fon +49 (0) 38 38 | 80 77 80

DIE INSELEXPERTEN

TOURISTINFO / TICKETSHOP

inselexperten@ruegen.de

www.ruegen.de


ußvitz

6

e

k

nkvitz

tz

Mölln

Mulitz

Frankenthal

tzow

edlung

Wulfsberg

Poseritz-

Ausbau

Negast

Tourismusinformation

Lindenstraße 5 (im Rathaus)

18574 Garz

Telefon 038304-12107

atzevitz

Luttow

Poseritz Hof

Sehrow

Püggentin

Tolkmitz

Groß

Stubben

Güttin

Samtens

Zeiten

Poseritz

Klein

Stubben

Burkvitz

Stönkvitz

Dumrade

Gützlaffshagen

Kniepow

Berglase

Litzenhagen

Renz

Garz

Stönkvitzer

Siedlung

Übernachtungstipp

Kornspeicher Mauritz

www.kornspeicher-mauritz.de

Swine

Koldenitz

Parkplatz

An den Anlagen (gebührenfrei)

Fahrradverleih

Peter Baaske, Bergener Straße 12

18574 Bietegast

Garz

0151-18360828

038305-535728

Kowall

Wendorf

Teschenhagen

Sehlen

Gutshaus

Karnitz

GARZ

/Rügen

Tangnitz

Dumgenvitz

Strachtitz

Tegelhof

Krimvitz

Tamsenberg

Alt

Lanschvitz

Siegershagen

Mölln-

Medow

Tourlänge: Rundparkour: ca. 17 km

Dauer (Fahrzeit): ca. 1,5 Stunden

Schwierigkeitsgrad: leicht

44

Kransevitz

Lanschvitz

Freudenberg

Smitershagen

Forst

Werder

Wegprofil: größtenteils befestigte

Radwege oder wenig befahrene Landstraßen

Darseba

Güstelitz

Deutsche

Alleenstr.

Wreechense

Krakvitz

Altkamp

PUTBUS

Kasnevitz

Glowitz

uppath

zow

f

Grabow

Glutzow

Siedlung

Üselitz

Glewitzer

Ort

s u n d

Swantow

Neparmitz

Mellnitz

Tannenort

Glewitz

Puddemin

Buhse

Foßberg

E. M. Arndt-

Museum

Technik-Modell-

Museum

Glewitzer

Fähre

Poltenbusch

Losentitz

Ketelshagen

Rosengarten

Garz-

Groß Schoritz

Zudar

Dumsevitz

Schabernack

Schoritzer

Wiek

Poppelvitz

Maltzien

Silmenitz

Zicker

Zudar

Grabow


75


Garz

Garz

Zwar ist Garz die kleinste Stadt

Rügens, dafür jedoch die älteste.

Das diesbezügliche Vermächtnis

illustriert nicht nur der slawische Burgwall

sondern auch die Mitte des 14.

Jahrhunderts im gotischen Stil errichtete

St. Petri Kirche. Wem an Reichtum

und einer schönen Frau gelegen ist, der

sollte sich den Garzer Burgwall genauer

besehen. Einer Sage zufolge sitzt hier

Prinzessin Svanvithe und wartet nicht

nur auf ihre Erlösung sondern auch auf

jemanden, der die Schätze heimführt,

die sie hütet. Mit derlei Geschichten

ist die Region rund um Garz reichlich

gesegnet, was untrennbar in Zusammenhang

mit dem Schriftsteller Ernst

Moritz Arndt steht. Seine Sagen und

Märchen setzen der Gegend zwischen

Poseritz und Schoritzer Wiek ein literarisches

Denkmal.

Die Tour beginnt dann auch vor dem

Ernst-Moritz-Arndt-Museum, welches

in wechselnden Ausstellungen über

Werk und Wirkung des Dichters informiert.

Fahren Sie vom Museum aus

auf der Ernst-Moritz-Arndt-Straße in

Richtung Innenstadt. Biegen Sie rechts

ein auf die Wendorfer Straße, welche

Sie aus der Stadt herausführt, direkt

vorbei an der mächtigen St. Petri Kirche.

Nach 2 Kilometern erreichen Sie

Gut Rosengarten. Die Geschichte des

Gutes reicht zurück bis in das 14. Jahrhundert.

Heute zeichnet sich der Hof

besonders durch nachhaltige Bewirtschaftung

aus. Einen Besuch wert ist

in jedem Fall der denkmalgeschützte

Landschaftspark. Von dem Flüsschen

Beek durchquert, gedeihen in dem

Garten nicht nur der alte Baumbestand

sondern auch Rhododendren und Rosensträucher.

Im Hofcafé finden Sie

überdies die Möglichkeit, einen Moment

auszuspannen. Über einen Feldweg

geht es anschließend weiter südwärts

bis nach Dumsevitz. Halten Sie

sich in der Ortschaft links und folgen

Sie der Ausschilderung nach Silmnitz.

Nach ca. 5 Kilometern biegt der Ostseeküsten-Radweg

nach rechts ab und

verläuft nun parallel zu den Gewässern

des Greifswalder Boddens. Voraus liegt

das Dörfchen Silmnitz und die Halbinsel

Zudar, welche die Schoritzer Wiek

vom Greifswalder Bodden teilt. Dort ist

die Gestalterin Silke Tolk-Ninnemann

zu Hause. Ihr Haus bietet nicht nur

erholungsbedürftigen Feriengästen

eine Unterkunft sondern ist auch Geburtsstätte

für die aus Edelmetall und

Emaile gefertigten Schmuckstücke. So

können Sie sich, vielleicht schon unter

Mitnahme eines erlesenen Andenkens,

auf den Weg Richtung Groß Schoritz

machen, dem Geburtsort Ernst Moritz

Arndts. Erinnert wird daran nicht nur

durch eine Aufschrift auf dem Dacherker

des Gutshauses sondern auch

durch zahlreiche Ausstellungen. Der

angrenzende Park im Stil einer Fallobstwiese

bietet Gelegenheit zur Rast.

Der im Garten befindliche Holzturm

ermöglicht zudem einen weiten Blick

in Richtung Schoritzer Wiek. Dem Weg

76


Garz

gen unter dem DDR-Regime. Besuchen

sollten Sie unbedingt die am Heiligen

Berg stehende St. Stephanus Kirche,

die zu Beginn des 14. Jahrhunderts als

Feldsteinkirche errichtet wurde. Das

Gotteshaus verfügt über eine herausragende

Akustik, weshalb es insbesondere

während der Sommermonate

vielfach für Konzerte genutzt wird.

Sehenswert sind überdies die Eiben

im Pfarrgarten, unter deren regendichtem

Dach regelmäßig die sogenannten

„Baumkonzerte“ stattfinden. Bei Vollmond

heißt es, seien unter den Eiben

unerklärliche Stimmen zu hören. Um

vor Einbruch der Dunkelheit nach Garz

zurückzukehren, sollten Sie jedoch die

Nacht nicht abwarten sondern die letzten

Kilometer in Angriff nehmen. Durch

die weiten Felder des Garzer Winkels

fahren Sie dann wieder dem Städtchen

Garz entgegen. Zurückgekehrt

finden Sie hier in jedem Fall Gelegenheit,

die Sagen des Rügener Südens

als in Leinen gebundene Erinnerung zu

erstehen.

weiter folgend, stoßen Sie bald auf die

vom Festland kommende Landstraße.

Dort erwartet Sie mit dem Galeriecafé

Friedrich ein besonderes Highlight.

Der historische Bau, eine ehemalige

Zollstation, geht auf den berühmten

Architekten Friedrich Schinkel zurück.

Nach langem Leerstand nahm

sich das Ehepaar Zeitz des Gebäudes

an und sanierte es. Heute beherbergt

das Haus ein Café, in dem Sie sich an

hausgemachten Kuchen und regionalen

Spezialitäten erfreuen können. Die

rückwärtig gelagerte Galerie bietet

zudem einen Überblick über das eindrucksvolle

Schaffen regionaler Künstler.

Wenngleich Ihnen so die Zeit nicht

lang werden dürfte, heißt es doch bald

wieder aufbrechen. Sollten Sie im Café

Friedrich keinen Platz gefunden haben,

ergattern Sie im Café Mäusewinkel im

nahegelegenen Museumshof Puddemin

vielleicht noch einen der vier Tische

und genießen hier nicht nur die

Backkünste der Hausherrin sondern

auch den romantischen Ausblick auf

den kleinen Naturhafen. Puddemin

hinter sich lassend, biegen Sie nach

ca. einem Kilometer rechts ab in Richtung

Swantow, kreuzen noch einmal

die K 13 und erreichen das Dorf nach

wenigen Minuten. Der Schriftsteller

Hanns Cibulka setzte mit seiner Tagebuchprosa

Swantow dem Ort ein literarisches

Denkmal. Das Ostseetagebuch

schildert unverhohlen und kritisch

die alarmierenden Umweltzerstörun-

77


Silke Tolk-Ninnemann

Terminvereinbarung empfehlenswert

Silmenitz 2

18574 Garz/Rügen

038304 556

www.email-kunst-ruegen.de

silketolk@gmx.de

Ich hätte Arbeit für mehrere Leben

Von der Südküste Rügens aus geht der

Blick weit. Nichts stellt sich ihm in den

Weg, es ist als hätte der Wind die hohen

Kiefern nur zur Seite gebogen, um die

wasserblaue Horizontlinie sichtbar zu

machen. Doch nicht nur landschaftlich

ist diese Gegend zauberhaft. Folgt man

den Sagen des Dichters Ernst Moritz

Arndt, so ist das Areal zwischen Dumsevitz,

Schoritz und Schabernack bevölkert

von magischen Wesen, von bunten

Mäusen, Wichten und Hexen wie Thrin

Wulfen. Von der geheimnisvollen Atmosphäre

dieser Geschichten ist auch

Silke Tolk-Ninnemann nicht unberührt

geblieben. Schon früh habe sie sich

mit dem Werk von Arndt beschäftigt,

erzählt die gebürtige Leipzigerin, die

ihre Kindheit in Binz auf Rügen verlebte.

Dass das literarische Werk des Schriftstellers

eines Tages auch ihre künstlerische

Arbeit beeinflussen würde, war damals

allerdings noch nicht abzusehen.

Die Entscheidung, die künstlerische

Richtung eingeschlagen zu haben, habe

sie nie bereut. Abseits der angestrebten

Karriere als Malerin allerdings ging

die junge Studentin neue Wege, als sie

an der Hochschule Burg Giebichenstein

mit der Fachrichtung Emailgestaltung

vertraut wurde. Unter Anleitung ihrer

Professorin Irmtraud Ohme verschrieb

sie sich ganz der Beschäftigung mit

diesem außergewöhnlichen Werkstoff,

der sie vor allem auch ihr technisches

Know-How verdankt. Der handwerkliche

Aspekt der Ausbildung habe ihr besonders

gefallen, verrät die Künstlerin

schmunzelnd, sie könne nun schließlich

auch Maschinen bedienen. Angesichts

der grazilen Arbeiten allerdings, die Silke

Tolk-Ninnemann fertigt, würde man

nicht gleich an schweres Gerät denken.

Die Arbeit mit Metall und Emaille indes

erfordere spezielle Techniken wie Grubenschmelz

und Ätzungen, berichtet

die Gestalterin. Anschaulich erklärt sie

ihr Handwerk anhand der in ihrer Werkstatt

entstandenen Arbeiten, die im

Hinblick auf Farbbrillanz und Exklusivität

miteinander wetteifern. Motivisch

zeigt sich ihr Werk dabei wiederkehrend

inspiriert von den wechselvollen

Eindrücken, welche ihr die Landschaft

rund um ihr Wohn- und Atelierhaus in

Silmenitz beschert. Man bräuchte mehrere

Leben, um all das zu verarbeiten,

seufzt sie lächelnd. Dass sie nach dem

Studium zurückkehren würde auf die

Insel, sei ihr immer klar gewesen, erzählt

sie weiter, zu tief sei sie mit dem

Eiland verwurzelt. Auch deshalb hat sie

vor vielen Jahren ihr Domizil zwischen

Schoritzer Wiek und der Halbinsel Zudar

errichtet – übrigens nur ein paar

Steinwürfe entfernt von jenem Haus, in

dem Ernst Moritz Arndt einst geboren

wurde.

78


Kutschera

79


BUCHTIPP

Wilfriede

Maaß

Im Glossar des Töpferhandwerks

bezeichnet

die Brennzeit

jene Dauer die

es braucht, bis aus

weichem Ton harte

Keramik und aus

frischen Farben eine

feste Glasur wird.

Im Leben der Keramikerin

Wilfriede

Maaß allerdings

sind Brennzeiten

nicht ausschließlich

Bestandteil eines

schöpferischen Prozesses,

vielmehr lassen

sich unter dieser

Bezeichnung Lebensphasen

fassen, in

denen weit mehr als

nur ein Gingko-Blatt

zur Reife gelangte.

80


Auf die Frage, was es mit dem Markenzeichen

ihrer Keramik, dem

Ginkgoblatt, auf sich habe, antwortet

die Künstlerin Wilfriede Maaß

mit Erinnerungen. Einmal habe sie eine

im Jugendstil gehaltene Darstellung des

Ginkgoblattes auf einer Vase gefunden,

die sie sehr beeindruckte. Und früher

in Weimar, holt Wilfriede Maaß weiter

aus, durchstöberte sie mit einem ausgemachten

Romantiker die Antiquariate

der Stadt. Immerfort seien sie auf

der Suche gewesen nach Kunstbüchern,

nach Biografien, Briefwechseln und nach

Goethe eben. Den hat die charakteristische

Form des Ginkgoblattes letztlich zu

seinem Gedicht „Gingo Biloba“ inspiriert.

Was hier offensichtlich wird, ist eine

Sehnsucht nach Kreativität und künstlerischem

Ausdruck, die sich im Falle

von Wilfriede Maaß auch als Fluchtmöglichkeit

identifizieren lässt. Auf andere

Weise schließlich war der gedanklichen

Enge der DDR, in die sie 1951 als Kind des

Bauhauskünstlers Wilhelm Löber hineingeboren

wurde, kaum zu entkommen.

Schon die ersten Erlebnisse als Pionier

hinterließen die Erinnerung an öffentliche

Demütigung und die Erkenntnis, in

einem solchen System eine Randfigur zu

bleiben – und zwar von klein auf. Vielleicht,

mutmaßt Wilfriede Maaß, habe sie

sich deshalb schon sehr früh mit Leuten

solidarisiert, die Schwierigkeiten hatten.

Zu denen, die in der DDR Schwierigkeiten

bekamen, gehörten naturgemäß all jene,

denen es unmöglich war, sich anzupassen

und die sich weigerten, auf die Entwicklung

bzw. die Formulierung eigener

Gedanken zu verzichten. Um nicht vollends

zu verstummen, brauchte es insofern

Räume, innerhalb derer Vertrauen

und Toleranz eine schützende Atmosphäre

schufen. Das Berliner Atelier von

Wilfriede Maaß in der Schönfließer Straße

21 gehörte von Anbeginn zu diesen

Räumen, mehr noch entwickelte es sich

im Laufe der 80er Jahre zu einem der bedeutendsten

Zentren der künstlerischen

und politischen Opposition in der DDR.

Eingeläutet durch die illegalen Lesungen,

die ihr Ehemann Ekkehard Maaß in

der gemeinsamen Wohnküche organisierte,

geriet das Atelier von Wilfriede

Maaß immer mehr zum Treffpunkt von

renitenten Künstlern und Autoren. Die

damit einhergehende Verdichtung kreativer

Energien machte aus dem Atelier

im Prenzlauer Berg einen künstlerischen

Schmelztiegel, in dem die unterschiedlichsten

Genres zueinanderfanden und

sich gegenseitig beflügelten. Auf diese

Weise entstanden expressiv bemalte

Keramiken genauso wie Künstlerbücher,

konspirative Editionen, Flugblätter, Plakate,

Plastiken und Fotos. Über den Austausch

und die Verbreitung visionärer

Gedanken und oppositioneller Inhalte

hinaus bot die Werkstatt damit eine gleicherweise

künstlerische wie ökonomische

Überlebensmöglichkeit für Künstler,

denen sich der staatliche Kunstbetrieb

verweigerte. Wie genau sich die Adresse

Schönfließer Straße 21 von einer ehemaligen

Fleischerei zum Künstlerort und

Oppositionszentrum entwickelte, dokumentiert

das von Ingeborg Quaas und

Henryk Gericke im Lukas-Verlag herausgegebene

Buch „Brennzeiten“. Die im

Jahr 2014 anlässlich der gleichnamigen

Ausstellung erschienene Publikation dokumentiert

eindrucksvoll, mit welchem

Eifer Wilfriede Maaß einerseits der Kunst

ihrer Freunde und Freundinnen zu allem

nötigen Freiraum verhalf und welche Bescheidenheit

sie andererseits aufbringt

angesichts der eigenen Historie. Deutlich

vernehmbar jedoch wird ihr Anteil

in den retrospektiven Beiträgen von

Ekkehard Maaß, Christoph Tannert und

Uwe Warnke, die einem Interview mit

der Künstlerin selbst beigestellt sind.

Die fotografischen Zeugnisse verschaffen

überdies nicht nur einen lebendigen

Einblick in die konspirative Szene der

DDR, sondern illustrieren ebenso die ihr

entspringenden Ideen. Wenngleich jedes

dieser Werkstücke eine ganze Bewegung

dokumentiert, lassen sie sich auch begreifen

als irdene Versatzstücke eines

einzigen Lebens. Rückblickend spricht

Wilfriede Maaß von diesem Leben als

eines, das man kaum habe verkraften

können. Visionen zu denken bzw. sie im

restriktiven Klima der DDR am Leben zu

erhalten, habe neben der Ahnung von

Freiheit auch bedeutet, in einem Zustand

permanenter Überforderung zu

leben. Dem sei sie eigentlich nur durch

ihren Beruf entkommen, erzählt Wilfriede

Maaß, die Arbeit an der Drehscheibe

in ihrer Werkstatt sei ein unersetzlicher

Ausgleich gewesen. Vor dem Fenster dieser

Werkstatt, merkt sie noch an, habe

übrigens ein Ginkgobaum gestanden,

seine Blätter hätten im Herbst im ganzen

Hof gelegen.

Ingeborg Quaas und Henryk Gericke (Hrsg.):

brennzeiten

Die Keramikwerkstatt Wilfriede Maaß

1980–1989–1998 / Ein Zentrum des künstlerischen

Offgrounds in Ost-Berlin

184 Seiten, 193 x 265 mm, Festeinband, 214

meist farbige Abbildungen

ISBN 978-3-86732-195-2

81


Zeitenreise durch

die Romantik

Die Heimat der Romantik aktiv entdecken.

Unterwegs mit dem Rad auf der

Route der Norddeutschen Romantik

zwischen Greifswald und Wolgast.

Route der Norddeutschen Romantik

Von der Klosterruine Eldena landeinwärts

und küstennah bis zum Rungehaus

Wolgast – die „Route der Norddeutschen

Romantik“ verbindet Kunst

und Literatur der Romantik mit dem

heutigen Naturerlebnis an der Küste des

Greifswalder Boddens. Entdecken Sie auf

54 Kilometern bedeutende Lebens- und

Motivstationen der frühromantischen

Maler Caspar David Friedrich, Friedrich

August von Klinkowström, Philipp Otto

Runge und des Dichters Karl Lappe. Sie

alle stehen im Fokus dieser Themenradroute.

Teilen Sie die Faszination der ursprünglichen

Landschaft, die Caspar David

Friedrich und Co. in ihren Werken weltberühmt

machten. An Originalschauplätzen

tauchen Sie ein in die Heimat der

Romantik. Werfen Sie einen Blick zurück,

schärfen Sie die Sinne für alte und neue

Blickwinkel im Wechselspiel der Natur.

Ausgewiesene Stationen dokumentieren

kunsthistorische Inhalte und weisen

Ihnen den Weg durch verträumte Dörfer,

Ortschaften mit Tradition und Städte mit

Geschichte.

Ausführliche Informationen zur „Route

der Norddeutschen Romantik“ finden

Sie in unserem Flyer - erhältlich in den

Tourist-Informationen, beim Tourismusverband

Vorpommern e.V. sowie

im Pommerschen Landesmuseum und

dem Caspar-David-Friedrich-Zentrum in

Greifswald.

Wir wünschen Ihnen eine schöne

Zeitenreise!

Erfahren Sie mehr unter:

romantik.vorpommern.de

Informationen und Angebote für Ihren Urlaub:

Tourismusverband Vorpommern e.V.

Fischstraße 11 . 17489 Greifswald

Buchungsservice: +49 3834 891189

buchung@vorpommern.de

vorpommern.de

Fotos: TVV/ pocha.de; TMV/ Krauss


Kutschera

Kunst:Offen in Vorpommern

Erleben Sie Kunst auf besondere Art, lernen Sie die Menschen dahinter kennen und

erleben Sie einzigartige Tage zu Vorpommerns größter Kunst und Kultur

Veranstaltung: Kunst:Offen.

Seit dem ersten Kunst:Offen im Jahr

1995 gewann das Kunstspektakel immer

mehr an Bedeutung. Mittlerweile ist die

Veranstaltung nicht mehr wegzudenken

und hat sich als fester Bestandteil des

Kulturangebotes in Vorpommern etabliert.

Die blau-weiße Fahne signalisiert

alle teilnehmenden Ausstellungsorte.

Hunderte Freizeit- und professionelle

Künstler aus verschiedenen Genres öffnen

Ihre Galerien, Werkstätten und Ausstellungen,

um Besuchern ihre Werke zu

zeigen. Vielerorts gibt es Angebote wie

Workshops, Live-Malerei, Musik, Theater,

Performances und Kinderanimation. So

entstehen im ganzen Land kleine und

große Veranstaltungen und Feste im

Rahmen von Kunst:Offen.

Die Eröffnung der zentralen Sammelausstellung

am Freitag vor Pfingsten, bei

der jeder teilnehmende Künstler eines

seiner Werke zeigen kann, ist traditionell

der Startschuss ins Kunst:Offen Wochenende.

Die Eröffnungsorte variieren dabei

jedes Jahr und reichen von Schlössern

über Gutshäuser oder Kirchen bis hin zu

alten Scheunen. Verschiedene Kunstobjekte

wie Skulpturen, Malereien oder

Plastiken werden in der Ausstellung

gezeigt, die mit Live-Musik und zusätzlichen

Programmpunkten umrahmt wird.

Während der Pfingsttage werden jedes

Jahr um die 25.000 Besucher in Vorpommern

gezählt.

Atelierführer Vorpommern

Fotos: TVV; Monika Ortmann

Der Kunst:Offen Flyer fungiert zusätzlich

als Atelierführer für Vorpommern. Alle

Künstler die an Kunst:Offen teilnehmen

und ganzjährig geöffnete Ateliers oder

Werkstätten haben, sind besonders

gekennzeichnet. Gäste und Einheimische

kommen so auch außerhalb von

Kunst:Offen in den Genuss des künstlerischen

Angebotes von Vorpommern.

Der Flyer ist ganzjährig erhältlich und

gilt immer bis zum Erscheinen der neuen

Auflage.

Erfahren Sie mehr unter:

kunst-offen.net


Kutschera

DIE ARTMAPP APP

KUNST FÜR ENTDECKER

IN DEUTSCHLAND,

ÖSTERREICH UND

DER SCHWEIZ

JETZT IM

ZEIT SCHRIFTEN HANDEL!

Das aktuelle

ARTMAPP Kunst magazin

für Entdecker

Covermotiv, ARTMAPP Magazin, Frühjahr 2018: M.S. Bastian / Isabelle L., Africa-Pulp & Hintergrundgemälde, © Die Künstler

Pulp-Foto: © Alain Germond, MEN, Musée d’ethnographie de Neuchâtel

im App Store und

bei Google Play

mobil.artmapp.net

84


Klein Zicker

Wiek

Baabe

s

Tourismusinformation

Haus des Gastes

Am Kurpark 9

18586 Baabe

Telefon: 038303-1420

www.baabe.de

kvbaabe@t-online.de

Ostseebad

Binz

Seebrücke

Granitzer Ort

Übernachtungstipp

Solthus Baabe

www.solthus.de

Parkplatz

am Haus des Gastes (gebührenpflichtig)

Fahrradverleih

Fahrrad Mix

Strandstraße 31, 18586 Baabe

038303-493161

www.fahrradverleih-baabe.de

Tourlänge: Rundparkour: ca. 24 km

Dauer (Fahrzeit): ca. 2,5 Stunden

Schwierigkeitsgrad: leicht

W e g p r o fi l : befestigte Radwege, wenig

befahrene Landstraßen

d”

Neu Sülitz

litz

w

Burtevitz

Gobbin

Jagdschloss

Granitz

renreservat

H

Reddwitzer

Höft

Blieschow

a v i

Garftitz

ancken-Granitz

ummertevitz

u Reddevitz

Preetz

n g

H a g e n s c h

Frankenberge

85

Zicker

66

Baaber

Rinne

Alt

Reddevitz

e W i

Berg

e k

Groß Zicker

Ostseebad Sellin

Schmalspurbahn

“Rasender Roland”

nik-

üdost-

Mönchgut

nitzof

Mariendorf

Kleinhagen

Inselparadies

196

Selliner

Altensien

See

Neuensien

Moritzdorf

Seedorf

Middelhagen

u t

Gager

M ö n c h g

Ostseebad

Baabe

Rookhus

Museumsschiff

Lobbe

Ostseebad Göh

Lobber Ort

Nordperd

85


Kutschera

Baabe

Gut abgeschirmt durch den

Mönchsgraben bestand Baabe

auf der Halbinsel Mönchsgut

lange Zeit als verträumtes Fischerdorf.

Erst mit Errichtung des Bollwerkes an

der Baaber Beek wurde der Grundstein

für die touristische Entwicklung gelegt.

Einer der ersten Gäste im damals noch

ursprünglichen Baabe war der zu jener

Zeit 22 Jahre junge Karikaturist und

Zeichner Lyonel Feininger. Heute zählt

Feininger zu den bedeutendsten Künstlern

der Klassischen Moderne, seine

Bilder hängen in den namhaftesten Museen

der Welt und sein künstlerisches

Erbe wird international mit großer Aufmerksamkeit

gepflegt. Mit der Gegend

rund um Baabe verband der junge

Künstler unvergessliche Erlebnisse, was

nicht zuletzt seinen Briefen zu entnehmen

ist. So schrieb er 1931 an seine Frau

Julia Berg: „Ich werde nie vergessen, wie

ich im Jahre 1892 in Seedorf das Wrack

der Triton gezeichnet habe.“ Wiederkehrend

verbringt der Künstler die Sommermonate

auf der Halbinsel Mönchgut

und bezieht die Pension in Baabes erstem

Hotel, dem 1898 eröffneten Haus

Fortuna. Seine Ausflüge führen Feininger

nach Moritzdorf, Sellin, Seedorf

und Middelhagen, immer begleitet von

seinen Zeichenutensilien. An die 20 Gemälde

und unzählige Zeichnungen entstehen

in dieser Zeit, vorrangig geprägt

von seiner damaligen Beschäftigung

mit der Pleinair-Malerei. Im gleichen

Atemzug bezeugt Lyonel Feininger, wie

Baabe zum touristischen Anziehungspunkt

avanciert, was er wenig begeistert

beschreibt: „Lauter Neues, lauter

Villen, Hotels, Rasierbuden, Waschküchen

etc., und so vieles Liebe, alte auf

ewig verschwunden“. Dennoch schickt

er der Ankunft seiner Frau folgendes

Geständnis voraus: „Oh Girlie wenn du

kommst wirst du alles sehen, was ich

seit so vielen Jahren hier lieb habe, und

dann wird es unsagbar schön.“

Sich auf den Spuren Feiningers zu bewegen

meint gleichzeitig, die Halbinsel

Mönchgut auf ganz charmante Weise

kennenzulernen. Wenngleich wir Ihnen

die Tour hier im Überblick vorstellen,

empfehlen wir nachdrücklich, sich dem

Angebot Dörthe Uloths anzuschließen.

Als Spezialistin für KulTouren im

Wortsinn stellt sie nicht nur Angebote

zu Caspar David Friedrich zusammen,

sondern konzipierte auch die Feininger-Tour

auf der Halbinsel Mönchgut.

Nächst zum Strand beginnt die Tour

am Haus des Gastes. Nach einer kurzen

Einführung in das Leben des Bauhauskünstlers

Lyonel Feininger werden sich

Ihnen nächst zur See schon die ersten

Motive enthüllen, die der Maler bereits

1892 festhielt. Die Tour durch den Ort

bringt Sie sowohl an dem „wundervollen

300 Jahre alten Haus mit dem fabelhaften

Dache“ vorbei, welches Feininger

so liebte als auch zum einstigen Haus

Fortuna, dem heutigen Hotel Rügen.

Den Ort verlassend, führt die Route

nun rund um den Selliner See bis nach

Altensien. Unterwegs können Sie sich

86


Baabe

aufgrund der ortskundigen Führung

über wissenswerte Details zu Land und

Leuten freuen. In Altensien gewährt die

vom letzten Mühlenbaumeister Mecklenburg-Vorpommerns

errichtete Bockwindmühle

einen lebhaften Einblick in

das Müllerhandwerk vergangener Tage.

Da donnerstags Backtag an der Mühle

ist, können Sie die Gelegenheit nutzen,

um leckere Kuchen und Brot nach

vorpommerschen Rezepten zu probieren.

Darüber hinaus erfahren Sie, welche

starke Faszination Windmühlen

auf den Künstler Feininger ausübten.

Durch malerische Landschaften geht

es weiter, am Neuensiener See vorbei

bis nach Seedorf. Am Hafen bietet sich

Ihnen die Gelegenheit, sich wahlweise

mit Eis oder einem Fischbrötchen für

den zweiten Teil der Tour zu stärken.

Zudem bekommen Sie eine Vorstellung

davon, wo Feininger 1892 saß, als er das

Wrack der Triton zeichnete und ihm zum

ersten Mal bewusst war „wie viel Glück

und Stimmung in einem so windstillen

Septembertag bei goldenem Sonnenschein

enthalten sein kann.“ Von Seedorf

geht die Reise weiter nach Moritzdorf,

wo Sie sich per Fahrradfähre über

die Baaber Beek verschiffen lassen.

Vorbei am Solthus geht es dann dem

nicht nur sprichwörtlichen Höhepunkt

der Reise entgegen. Der für Flachländer

ungewöhnliche Anstieg auf den Fliegerberg

birgt jedoch die Gelegenheit,

den Blick über die Wasser der Having

gleiten zu lassen. Auch der Umstand,

dass Sie dort auf eindrückliche Weise

mit Feiningers musikalischem Schaffen

in Berührung kommen, kann sehr

nachhaltige Erinnerungen hinterlassen.

Den Berg hinab geht es vorbei an

Alt Reddevitz bis nach Middelhagen. So

wie sich überall auf der Strecke Anlässe

bieten, um die Zeichnungen Feiningers

mit den Originalmotiven abzugleichen,

können Sie auch in Middelhagen Original

und Kopie unmittelbar gegeneinander

halten. Dabei zählt gerade die

im Jahr 1455 errichtete St. Katharinen-

Kirche zu den bekanntesten Motiven

Feiningers. Von Middelhagen ist es

nun nicht mehr weit bis nach Lobbe,

wo Lyonel und Julia Feininger im September

1907 zusammen logierten. Über

die gezeichneten Strandansichten hinaus

ist auch die Menüwahl der beiden

überliefert – Fleisch mit Gurkensalat

und Kirschkompott zum Mittag sowie

gebratene Flundern zum Abendbrot. Mit

der Aussicht auf die Prorer Wiek ist der

Strand vor Lobbe auch die letzte Station.

Quer durch die Heide geht es nun

zurück nach Baabe, wo Ihre Radwanderung

auf den Spuren Lyonel Feiningers

endet. Um sie zünftig ausklingen zu lassen,

machen Sie es doch wie Feininger

seinerzeit und bestellen Sie sich frische

Flundern zum Abendbrot – egal ob gebraten

oder geräuchert, der Plattfisch

gehört auf jeden Fall zum Besten, was

Rügen zu bieten hat.

Als geführte Tour von Mai bis Oktober:

jeden Donnerstag 10.00 Uhr

Treffpunkt: am Haus des Gastes, Baabe

Kontakt:

Dörthe Uloth

0172-4015477

DoertheUloth@smaile.de

87


Kutschera

BES

TAU

NEN

88


Kutschera

89


Impressum

Herausgeber:

Kunstverein Ribnitz-Damgarten e.V.

Im Kloster 9, 18311 Ribnitz-Damgarten

www.galerie-ribnitz.de

Projektleitung und Koordination:

Thomas Fehling

thomas.fehling@galerie-ribnitz.de

Redaktion und Text:

Thomas Fehling

Korrektorat:

Effi Sternkiker

Gestaltung und Satz:

Steffen Dürre – www.fffindling.de

Druck:

Kartenmaterial:

Public Press Publikationsgesellschaft mbH

Mühlenstraße 11, 59590 Geseke

www.publicpress.de

Umschlagfoto:

© Robert Kneschke, shutterstock.de

Bildnachweis:

Alle Fotos von © Thomas Fehling, außer:

S. 8, 9, 16: © Stadt Ribnitz-Damgarten

S. 10: © Reinhard Buch

S. 24: © Martin Hagemann

S. 56, 57: © derhoff, stock.adobe.com

S. 62: © Stadt Teterow

S. 63: © Sylvia Henschel

S. 70, 84: © Christian Thiele

S. 74: © Matthes Trettin

S. 79: © Robert Kneschke, shutterstock.de

Copyright:

© Kunstverein Ribnitz-Damgarten

© S. 6: TV Fischland-Darß-Zingst

© S. 28: TV Vogelparkregion Recknitztal

© S. 74: TV Rügen

© S. 82-83: TV Vorpommern

Alle Rechte zur weiteren Verwendung liegen

beim Herausgeber. Abdruck, auch auszugsweise,

nur mit vorheriger, schriftlicher Genehmigung

des Herausgebers.

Die KulTouren sind ein im Rahmen des Europäischen

Sozialfonds gefördertes Projekt der Regional-

und Strukturentwicklung.

Mit freundlicher Unterstützung von:

90


Kutschera

91


Kutschera

Gefördert aus Mitteln

der Europäischen Union

92

Ähnliche Magazine