bips xpress 1 2010.qxp - Hannoversche Werkstätten

hwhannover

bips xpress 1 2010.qxp - Hannoversche Werkstätten

Mitbestimmung:

Neuer Werkstattrat

und neue Frauenbeauftragte

in HW

S. 12-15

bips

Ausgabe 1/2010

Mitarbeiterzeitung der Hannoversche Werkstätten gem. GmbH

Mit Behinderung ein Kind groß ziehen

S. 3-4

Gastro-Service Team

12 Mann für alle Fälle

S. 8-9

Budget für Arbeit - So geht´s

S. 10-11


2

aktuell

Die gute Idee

Mode für Rollifahrer? Braucht

man das? Geht das überhaupt?

Aber klar, dachten sich

eine handvoll Studierende der

Fachhochschule Hannover

und machten das Thema zu

einer Projektarbeit. bips findet

- eine super Idee!

Anfang Februar fand dann in

den Räumen der RSG Hannover

die Präsentation des Fachbereichs

Modedesign statt.

Die Studierenden des Hauptstudiums

hatten sich ausgiebig

mit der Thematik auseinandergesetzt.

Am Anfang

standen Eigenversuche im

Rollstuhl. Dabei konnten die

Jungdesignerinnen erfahren,

wie schwierig es für Rollstuhlfahrer

ist, "einfach einmal

Schoppen zu gehen". Stufen

vor Geschäften, enge Durchgänge,

zu hohe Kleiderstangen,

zu kleine Umkleidekabinen

machen das Einkaufserlebnis

oft zum Stress.

Mit den Erfahrungen wurden

dann zielgerichtete und kundenorientierte

modische Kleidungstücke

entwickelt. Darun-

ter befanden sich z.B. ein

Abendanzug, ein Abend- und

Partykleid, Jacken, Handschuhe,

Schlupfsack mit neuem

Namen PROLEG, Wechselbezüge

für Rollikissen, freche

Sprüche für T-Shirts und Rollstuhllehne

und vieles mehr.

Die gesamte Entwurfsreihe

wurde in Form von Zeichnungen

und Mustern erörtert.

Erste Umsetzungen wurden in

einer kleinen Modenschau

vorgestellt.

Bei den Entwürfen hatten die

Studierenden darauf geachtet,

dass die Schnitte die speziellen

Bewegungsbedürfnisse der

Rollstuhlfahrer berücksichtigen.

Daneben war natürlich

auch die Auswahl der Materialien

entscheidend. Pflegeleicht,

abwaschbar, elastisch,

formbeständig und natürlich

modisch sollte sie sein. Die

Präsentation fand großen Beifall.

Jetzt muss diese Marktlükke

nur noch von den Herstellern

erkannt werden, damit solche

Kleidungsstücke auch im

Handel zu kaufen sind.

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Mo-Do 8-15.45 Uhr, Fr 8-12.00 Uhr

Impressum

Herausgegeben im Auftrag der

Geschäftsführung der Hannoversche

Werkstätten gem. GmbH

V.i.S.d.P.: Vera Neugebauer

Redaktionsleitung:

her: Christine Herbrig

Vertretung: wag: Stefan Wagner

Lathusenstraße 20

30625 Hannover

0511/5305-215

bips@hw-hannover.de

Verantwortliche Redakteure

eng: Elisabeth Engelhardt, hil:Inka

Hildebrandt, hlm:Rena Hillmann,

hof:Andreas Hoffmann, lor:Martin

Lorber, mus:Susanne Muckelberg,

prü:Marc Prüsse, poe:Sebastian Poerschke,

schu:Andrea Schubert, slz:

Katrin Schulze, see:Daniel Seefeld,

sta:Gisela Staben, stü:Sebastian

Stürmer, tön: Reinhard Töneböhn.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge

geben nicht unbedingt die Meinung

der bips-Redaktion wieder. Die

Redaktion behält sich die Bearbeitung

und Kürzung von eingesandten

Manuskripten vor.


ips

aktuell

Mit Behinderung ein Kind groß ziehen

eng, lor, schz Menschen mit

Behinderung können auch

Eltern sein. Gute und liebevolle,

so wie nichtbehinderte

Eltern es auch sind. Wir

stellen euch ein Beispiel aus

den Hannoverschen Werkstätten

vor. Markus Kampe

arbeitet in der Lathusenstraße,

ist verheiratet und hat

zwei Kinder mit seiner Ehefrau.

Wir von der bips-Redaktion

haben uns mal an ein Tabuthema

getraut. Behindert und

trotzdem Eltern sein. Das

geht, ist selten und schwierig,

aber sicherlich möchten weder

Eltern noch Kinder auf diese

Erfahrung verzichten. Markus

Kampe ist selbst behindert

und hat mit seiner Frau (ebenfalls

behindert) zwei Kinder

gezeugt. „Die waren geplant“

strahlt uns ein sichtlich stolzer

Vater an.

Markus arbeitet in der Verwaltungsgruppe

im Haupthaus

der Hannoverschen Werkstätten.

Sein Sohn Felix ist 7

Jahre alt und lebt mit seiner

zweijährige Schwester Mia im

elterlichen Haushalt.

Markus berichtet uns: „Ich

gehe arbeiten, meine Frau hat

die Arbeit für die Kinder niedergelegt

und ist jetzt Hausfrau

und Mutter“ - Wie viel Arbeit

aber auch Freude auf

einen zukommen, können wir

glaube ich alle abschätzen.

Auch schon für nichtbehinderte

Eltern ist die Erziehung von

Ein stolzer Vater mit seinen zwei Kindern

Kindern eine Lebensaufgabe

voller Verantwortung und

Schwierigkeiten. Da haben es

behinderte Eltern ungleich

schwerer. „Ohne Hilfen seitens

der Behörden hätten wir da

keine Chance gehabt“, blickt

Markus zurück.

Gleich zu Beginn brauchten er

und seine Ehefrau ein Kinderzimmer

das ihnen von Pro Familia

gestiftet wurde. Weitere

3

finanziellen Hilfen konnten sie

beim Sozialamt beantragen.

Aber selbst die ganzen Anträge

bei den Behörden, da bedurfte

es schon Hilfe von jemanden

der sich auskennt. So

von allein kommt man in dem

Behördendschungel ja auch

schnell durcheinander und

weiß gar nicht, was man so

alles beantragen soll und darf.

Die HTF (Gesellschaft für begleitende

Hilfen, Therapie und

Förderung m.b.H) schickt einmal

pro Woche jemanden zur

Familie Kampe und hilft bei

dem ganzen Briefverkehr mit

Ämtern. Felix und Mia erhalten

beide eine Frühförderung. Das

soll einen möglichen Rückstand

oder Nachteil gegenüber

anderen Kindern, deren

Eltern ohne Hilfen auskommen,

wieder wettmachen.

„Ganz zu Beginn hatten wir

eine Hebamme für einige Zeit


4 aktuell bips

an unserer Seite“ erzählt uns

Markus. Von Vorbereitungskursen,

bei denen man mit

Puppen das Windeln übt hält

Markus nicht so viel. Das Baby

wickeln, halten und Essen reichen

zeigte ihnen die Hebamme.

Auch wie man sein Baby

das erste mal badet.

Im Bekannten- und Freundeskreis

haben die Kampes unterschiedliche

Erfahrungen gemacht.

Teilweise waren die

Leute erstmal schockiert, andere

dafür um so freudiger

überrascht und sogar stolz auf

das junge Ehepaar. „Meine

Frau und ich, wir hatten bevor

Felix kam, schon ein Jahr zusammen

gewohnt,“ sagt Markus.

“Wir hatten uns die Sache

ganz genau überlegt“. „Und

als wir dann gesehen haben,

das klappt mit all der Hilfe sehr

gut, haben wir uns entschlos-

Kein Einzelfall !!!

schz Maria Polanski, Werkstattmitarbeiterin

in der Montage,

sitzt im E-Rollstuhl und

hat die Herausforderung Kinder

trotz Behinderung angenommen.

Sie ist stolze Mutter

von drei Mädchen im Alter zwischen

sechs und neun Jahren.

Viel Unterstützung bei der Erziehung

und Versorgung der

Kinder erhält sie von Ihrem

Mann, einer Familienhelferin

und ihrer Verwandtschaft.

Die drei Mädchen sind sehr

selbständig, da sie mit der körperlichen

Einschränkung ihrer

Mutter aufgewachsen sind.

sen Felix eine Schwester zu

schenken, die Mia“, grinst

Markus schelmisch.

Felix, der das ADHS-Syndrom

hat (er kann nicht lange still

sitzen und sich nur schwer

konzentrieren), geht deshalb

auf eine Förderschule, um gut

lernen zu können. Mia, die

keine Behinderung hat, wird

später auf eine ganz normale

Schule gehen. Außer der

Frühförderung für die Kinder

brauchen die Kampes nur die

Behördenhilfe von der HTF.

Den Haushalt machen sie

ganz alleine. Markus unterstützt

seine Frau sobald er

Feierabend hat. Und den

macht Markus schon etwas

früher als seine Gruppenkollegen,

damit er seinem Sohn bei

den Hausaufgaben helfen

kann.

Bundesverband behinderter-Eltern e.V.

Die Selbsthilfegruppe behinderter und chronisch kranker

Eltern Region Hannover besteht z.Z. aus ca. 15 Familien

mit unterschiedlichen Behinderungen. Bei uns sind auch

Eltern mit Lernschwierigkeiten und psychischen Beeinträchtigungen

Mitglied. Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen.

Wann?

Alle 2 Monate Samstags von 15 bis 17 Uhr mit Kinderbetreuung

und bei Bedarf Gebärdensprachdolmetscher. Termine

bitte nachfragen.

Kontakt:

bbe e.V., Kerstin Blochberger,

Projektleiterin indokus bbe e.V

Am Mittelfelde 80

30519 Hannover

Tel.: 0511 69 63 256,

e-Mail: bbe.indokus@gmx.de

INFO-Kasten

“Die Hebamme

hat uns

Tipps

gegeben -

was man

macht, wenn

zum Beispiel

das Kind nur

schreit.”

Marcus

Kampe


ips

extern

Eine Lobby für Menschen mit Handicap

lor SoVD - Ein Verband mit Tradition. Bereits 1917

als Kriegsopferverband gegründet, hat sich der Sozialverband

Deutschland heute zu einem modernen

Interessenvertreter für Rentner, Krankenversicherte,

pflegebedürftige und behinderte Menschen entwickelt.

Allein der Landesverband in Niedersachsen

hat über 250.000 Mitglieder.

Und was leistet so ein Sozialverband

heute für die Menschen?

Ist das denn nicht was

für alte Omas? - Nein, überhaupt

nicht! Der SoVD gibt

Menschen mit Behinderungen

eine Lobby.

Der Verband kümmert sich um

sozialen Wohnungsbau (meravis)

und hilft seinen Mitgliedern

durch fachliche Rechtsberatung.

Das kann sogar so

weit gehen, dass der SoVD

Rechte für seine Mitglieder bei

den Sozialgerichten einklagt.

Wer also zum Beispiel Probleme

mit seiner Grundsicherung,

Renten- und Unfallversicherungsträgern

oder Hartz IV

hat, kann sich an den Verband

wenden. Auch den eigenen

Bescheid kann man prüfen

lassen. So erfährt man, ob

man auch tatsächlich das bekommt

was einem zusteht.

Der Sozialverband ist in vielen

Gremien vertreten. Er arbeitet

im Hintergrund mit der Volkshochschule

und den Hannoverschen

Werkstätten beim

Bildungsprogramm zusammen.

Zudem sitzt er mit anderen

Wohlfahrtsverbänden im

2008 gegründeten Landesbehindertenbeirat.Landesge-

schäftsführer Dirk Swinke unterstützt

im Gremium Karl

Finke, unseren NiedersächsischenBehindertenbeauftragten,

bei der Umsetzung des

Gleichstellungsgesetztes für

Behinderte (NBGG). Damit

Menschen mit Behinderung

endlich tatsächlich selbstbestimmt

und mit gleichen Rechten

ausgestattet Leben können.

Eine Mitgliedschaft im SoVD

kostet im Monat 5 Euro. Dafür

bekommt jedes Mitglied diese

Hilfen und noch mehr, z.B. unabhängige

Patientenberatung,

Reisen, Nachmittags- und

Freizeitveranstaltungen. Für

die Hannoverschen Werkstätten

ist auch der Jugendverband

integ des SoVD interessant.

Damit eben nicht alles so

altbacken daherkommt. Zwei

Berufsbildungswerke in Stendal

und Bremen sorgen dafür,

dass junge Menschen mit Behinderung

eine berufliche Erstausbildung

erhalten.

Wie aktuell der SoVD an den

Bedürfnissen der Menschen

ist, zeigt sich auch an folgenden

Beispielen:

- Mit Hilfe der Bevölkerung,

Fortsetzung auf S. 6

5


6 bips

arbeiten

12 Mann für alle Fälle

her Ohne sie würde es in der HW-Gastronomie nicht rund

laufen: Die Männer vom Gastro-Service Team Rethen,

unter der Leitung von Manfred Gellert, packen überall dort

an, wo Not am Mann ist.

"Wir arbeiten in erster Linie für

die Gastronomie und springen

überall dort ein, wo wir gebraucht

werden." Vor 10 Jahren

wurde die Gruppe gegründet,

erinnert sich Manfred Gellert,

heute arbeiten 11 Werkstattmitarbeiter

im Team. "Wir

können nie richtig planen, was

auf uns zukommt, das hängt

immer davon ab, was in der

Gastronomie anfällt. Darum

müssen wir enorm flexibel

sein." Häufig unterstützen die

vielseitigen Kerle den Partyservice:

Da müssen Geschirr,

Gläser, Getränke u.a. Material

zusammen gestellt und aufgeladen

werden. Dann werden

Tische und Stühle aufgebaut

Fortsetzung “Eine Lobby für Menschen mit Handicap”

also auch mit deiner Hilfe,

erstellt der SoVD Landesverband

Niedersachsen ein

Verzeichnis barrierefreier

Arztpraxen.

- Im Deutschen Behindertenrat

hat der SoVD den Vorsitz

übernommen und vertritt

somit auf Bundesebene

die Interessen von über 2,5

Mio Menschen mit Handicap.

- 143 Länder der ganzen

Welt haben die UN-Konventionen

unterzeichnet,

der SoVD ist auch hier

einer der führenden Unterstützer

damit diese von der

und manchmal unterstützen

sie auch ihre Gastro-Kollegen

beim Ausschenken und Servieren.

Doch das ist nicht

alles. Das Service-Team

springt auch bei der Auslieferung

der Fernverpflegung ein

oder hilft mal in der Spülküche

mit, wenn sich dort das

schmutzige Geschirr zu stapeln

droht.

Wenn die Arbeiten für die Gastronomie

nicht ausreichen,

dann werden auch handwerkliche

Tätigkeiten übernommen:

Z.B. Maler- oder Reparaturarbeiten

in der Werkstatt Rethen,

aber auch mal außerhalb.

"Jetzt im Moment sind

wir schwer mit dem Winterdienst

beschäftigt." Im Hof

wird sowohl von Hand geschippt,

als auch mit einem

kleinen Trecker der Schnee

zur Seite geräumt.

"Im Partyservice muss man

auch mal am Wochenende antreten,

aber das kommt bei unseren

Leuten eigentlich ganz

Politik umgesetzt wird.

Man sieht, es kann sich lohnen,

sich einmal mit diesem

Verband zu beschäftigen.

Weitere Informationen findet

Ihr im Internet unter

www.sovd.de und

www.integ-jugend.de .


ips

gut an. Schließlich bekommt

man die Stunden auch ausgeglichen."

Herr Gellert kann

sich auf seinen Trupp verlassen.

Er weiß genau, welchem

Mitarbeiter er zumuten kann,

auch mal am Sonntag morgen

um 6 Uhr zur Arbeit zu erscheinen.

"Ich habe Mitarbeiter,

für die würde ich meine

Hand ins Feuer legen."

Wer im Gastro-Service-Team

arbeiten will, wird natürlich angelernt.

Mit der Zeit hat das

noch jeder geschafft, denn

Übung macht den Meister.

Aber körperlich fit sollte man

schon sein. Offensichtlich

macht die Arbeit Spaß, denn

die meisten Werkstattmitarbeiter

sind schon seit vielen Jahren

in der Gruppe. "Ich bin ein

Allrounder" verkündet Steven

Martin stolz, "mache Hausmeistertätigkeiten,

Malerarbeiten,

alles was eben erledigt werden

muss." Er mag an seinem

Job die Abwechslung. Gerne

nimmt er sich auch seiner Kollegen

an, gibt Tipps und erklärt

den Umgang mit Maschinen.

Auch Sebastian Poerschke

gehört seit einiger Zeit zum

Gastro-Service-Team. Er

nimmt am Empfang der Werkstatt

Rethen die Telefonate

entgegen und meldet Besucher

an. "Das ist ja auch eine

Wie barrierefrei ist Ihre Arztpraxis?

Eine Umfrage des SoVD Landesverbandes Niedersachen

Mit einem umfassenden Fragenkatalog

will der SoVD

einen Überblick über barrierefreie

Arztpraxen schaffen.

Jeder kann (und sollte) daran

teilnehmen. Die Ergebnisse

werden Ende des Jahres ausgewertet.

Dann kann sich

Jeder über die barrierefreien

Arztpraxen in seiner Region

informieren.

Oftmals erschweren Barrieren

die Bewegungs- und

Kommunikationsfreiheit innerhalb

der jeweiligen Arztpraxis.

Barrierefreie Arztpraxen

sind nicht nur im Interesse

der Mernschen mit Behin-

arbeiten

7

serviceorientierte Tätigkeit".

Auch wenn sein Arbeitsplatz

ganz unabhängig von den

Kollegen ist, fühlt er sich

schon recht gut integriert in

das Team. "In den gemeinsamen

Pausen kann man sich

kennen lernen. Das ist mir

wichtig. Damit man mit den

Kollegen auch mal was zusammen

unternehmen kann."

Der Zusammenhalt in der

Gruppe ist gut. Da wird auch

mal Karten gespielt oder eine

Trainingsrunde von Hannover

96 besucht. Vielleicht sind

diese typisch männlichen Interessen

der Grund, das bislang

keine Frau zur Gruppe

gehört? Nur Mut Mädels, die

Kerle vom Gastro-Service-

Team hätten gegen eine Kollegin

nichts einzuwenden.

derung. Sie kommen auch älteren

Menschen und Eltern

mit Kleinkindern zugute.

Erhältlich ist der Fragenkatalog

beim SoVD in Hannover,

in der Herschelstraße 31 oder

über das Internet über

www.sovd-nds.de .


8 arbeiten

Vereinbarung über Alkohol und

Drogen im Betrieb

Darum geht es:·

was kann ich tun, damit ich gesund

bleibe

wie schütze ich mich, damit ich nicht

krank werde, weil ich zuviel Alkohol

trinke

oder Drogen nehme

Wer hat die Vereinbarung gemacht?

Die Geschäfts-Leitung der Hannoverschen

Werkstätten und der Werkstatt-Rat der Hannoverschen

Werkstätten haben sich getroffen,

darüber geredet und abgemacht was zu

tun ist. Für die Geschäfts-Leitung war Frau

Vera Neugebauer dabei. Für den Werkstatt-

Rat waren Herr Hajo Klinge und Herr Lars

Torn dabei.

Der Name Hannoversche Werkstätten

gem. GmbH ist ein

schweres Wort. Deshalb

verwenden wir dafür

die Buchstaben HW.

Das ist leichter.

Die HW und der

Werkstatt-Rat

finden es sehr

wichtig, dass

sie sich gut um

die Werkstatt-

Mitarbeiter kümmern.

Wenn ein

Werkstatt-Mitarbeiter

Probleme mit

Alkohol oder Drogen

hat, geht das HW und

Werkstatt-Rat etwas an.

Auch wenn ein Werkstatt-Mitarbeiter

schon krank ist weil er zu-

IN LEICHTER

SPRACHE

bips

viel Alkohol trinkt oder Drogen nimmt. HW

und Werkstatt-Rat müssen sich darum kümmern,

das ist ihre Aufgabe.

Darum wurde die Vereinbarung gemacht:

Manche Mitarbeiter müssen immer wieder

Alkohol trinken oder Drogen nehmen.

Sie können damit nicht mehr aufhören.

Diese Mitarbeiter sind süchtig. Ein süchtiger

Mitarbeiter ist krank. Er braucht Hilfe.

HW und Werkstatt-Rat sorgen dafür, dass

er Hilfe bekommt. Und sie helfen mit,

dass Mitarbeiter gar nicht erst süchtig

werden.

Mitarbeiter, die noch nicht süchtig sind

sollen Hilfe bekommen. Sie sollen lernen

sich vor Alkohol und Drogen zu schützen.

Einem Mitarbeiter der süchtig ist, soll

schnell geholfen werden. Die Hilfe soll so

sein, dass er wieder gesund wird.

Mitarbeiter mit Alkohol

oder Drogen Problemen,

können Maschinen

und Werkzeuge

nicht sicher benutzen.

Das ist für

den Mitarbeiter

und andere Personen

gefährlich.

Das darf nicht

sein.

Alle Mitarbeiter sollen

gleich behandelt

werden. Deshalb ist

es wichtig, dass es Regeln

gibt. An diese müssen

sich alle halten. Es kann

passieren, dass es zwischen

HW und Mitarbeiter zu einem Streit


ips

wegen Alkohol oder Drogen kommt. Manchmal

muss so ein Streit vom Arbeits-Gericht

geregelt werden. Dann soll diese Vereinbarung

vom Gericht beachtet werden.

Die Vereinbarung hat 11 Paragraphen. Pragraphen

ist das schwere Wort für einen Abschnitt

in einem Gesetz oder einer Vereinbarung.

In den Abschnitten steht, dass die Vereinbarung

für alle HW Werkstatt-Mitarbeiter gilt. Da

steht, dass Alkohol und Drogen in den Werkstätten

verboten sind. Da steht, dass alle über

die Gefahr von Alkohol und Drogen informiert

werden müssen. Und dass man sich beraten

lassen kann. Da steht wo es Hilfe gibt. Und wie

Kontakktt-

SSuucchhe

Ich heiße Gökhan Coban, bin 23

Jahre alt und arbeite in der

PVG Gruppe in Rethen. Ich

wohne in Hannover/Kleefeld in

einer Wohngruppe. Meine Hobbys

sind Mathematik, Musik und

Play Station. Ich wünsche mir

eine Freundin, ungefähr in meinem

Alter, mit der ich gemeinsam

etwas unternehmen kann.

Ich würde mich sehr über Post

freuen, gern auch mit einem

Foto.

Bis hoffentlich bald,

Gökhan Coban

arbeiten

9

die Hilfe von HW sein soll. Die HW Hilfe ist in

einem 5-Stufen-Plan aufgeschrieben. Dieser

Plan gibt dem süchtigen Werkstatt-Mitarbeiter

viele Möglichkeiten, Hilfe anzunehmen. Dann

kann er von seiner Sucht loskommen.

In der Vereinbarung steht auch, ob ein süchtiger

Werkstatt-Mitarbeiter weiter bei HW arbeiten

darf.

Den vollständigen Text der Vereinbarung bekommt

jeder Werkstatt-Mitarbeiter bei dem

Werkstattrat in seiner Einrichtung.

Marion Forstmeier

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Ihr wollt neue Leute kennenlernen und gemeinsam die

Freizeit verbringen? Nutzt die bips-Kontaktsuche!

Werft Eure Kontaktwünsche in die bips-Briefkästen oder

schickt sie uns per E-Mail (bips@hw-hannover.de).

Wir leiten Eure Zuschriften gerne weiter!

Eure bips-Redaktion

Ich heiße Stefan Fastenau und wurde 1969 geboren. Seit

Dezember 2008 arbeite ich in Laatzen-Rethen in der Gastronomie-Verwaltung,

in der ich seit 1998 beschäftigt

bin. Meine Hobbies sind Musik, Filme,Wissenssendungen

im TV, Fotografieren und Theater.

Ich suche eine tolerante, ehrliche und natürliche Freundin

(Nagellack und Lidschattenfärben mag ich nicht, knallroten

Lippenstift und schwarze lange Winpern finde ich

aber toll), mit der ich offen über meine und ihre Wünsche

reden kann. Gegenseitiges Vertrauen und keine Lügen

sind für mich Voraussetzung für eine funktionierende

gleichberechtigte harmonische Partnerschaft, in der wir

bei schöner Musik uns in die Arme nehmen und gegenseitig

kennenlernen.

Schreibe mir bitte eine SMS an 01788246850 oder schreibe

an die bips, wenn du mich treffen möchtest. Ich freue

mich schon auf deine SMS oder Deinen Brief an die bips!


10 bips

politik

Budget für Arbeit - So geht´s

tön Mit dem Budget für Arbeit soll Menschen mit Behinderung

der Weg auf den Allgemeinen Arbeitsmarkt erleichtert

werden. Damit will das Land Niedersachsen die Rechte von

Menschen mit Behinderungen auf ein selbstbestimmtes

Leben stärken.

"Menschen mit Behinderungen

müssen eine echte Chance

haben, sich in den ersten

Arbeitsmarkt zu integrieren.

Deshalb bin ich richtig stolz

auf das Budget für Arbeit",

sagt Niedersachsens Sozialministerin

Mechthild Ross-

Luttmann. Das Budget für Arbeit

gibt es jetzt seit gut eineinhalb

Jahren. Es richtet sich

vorwiegend an Beschäftigte in

Werkstätten für Menschen mit

Behinderungen. Und dies sind

in Niedersachsen rund 24.000

Menschen.

Es gilt als Erfolg, dass davon

knapp 1000 Menschen auf Außenarbeitsplätzen

tätig sind.

Dies bedeutet, dass sie zwar

noch Werkstattbeschäftigte

sind, aber nicht mehr in den

Werkstätten, sondern direkt in

den Betrieben der Auftraggeber

arbeiten.

Motor für das Budget für Arbeit

in Niedersachsen ist der Landesbehindertenbeauftragte

Karl Finke. Gegenüber der

bips erklärt er: "Vielleicht ist es

ja ein Mitarbeiter in einer Außengruppe,

der dann sagt, er

möchte auf den Allgemeinen

Arbeitsmarkt. Mit dem Budget

für Arbeit klappt das, wenn er

einen Arbeitgeber gefunden

hat." Dann geht das Geld, das

bisher an die Werkstätten ge-

zahlt wurde, an den neuen Arbeitgeber.

Vollständig allerdings

nur, wenn am neuen Arbeitsplatz

keine Assistenz für

den Menschen mit Behinderung

benötigt wird.

"Ich möchte erreichen, dass

der behinderte Mensch für

seine Arbeit kein Taschengeld

mehr bekommt, sondern am

Monatsende sein Gehalt

kriegt, wie jeder Andere auch,"

sagt Karl Finke. Geschafft

haben dies in Niedersachsen

bisher allerdings nur 20 bis 25

Vielleicht der erste Schritt auf den

den Allgemeinen Arbeitsmarkt? Ein

Außenarbeitsplatz bei IKEA

Personen. Sozialministerin

Ross-Luttmann wertete dies

jüngst vor dem Parlament angesichts

der Wirtschaftskrise

dennoch als Erfolg. Sie

wünscht sich aber, dass sich

dies noch steigern ließe. Die

Werkstattmitarbeiter der Hannoverschen

Werkstätten wün-

Zwei Beispiele für Budgets für Arbeit

Die Höhe des "Budgets für Arbeit" wird zwischen Antragsteller

und dem Sozialhilfeträger ausgehandelt. Dabei sollen beide

gleichberechtigt den notwendigen Bedarf ermitteln und diesen in

einer Zielvereinbarung gemeinsam festlegen. Das "Budget für

Arbeit", wie das "Persönliche Budget", ist also eine Abkehr vom

alten Denken in Maßnahmen. Daher können die folgenden Beispiele

nur Anregung, aber nicht Ersatz für die Verhandlungen

mit dem Kostenträger sein.

Beispiel 1:

Arbeitslohn (brutto) 1.300 €

Budget für Arbeit (vom Budgetnehmer) 900 €

verbleiben für den Arbeitgeber 400 €

Beispiel 2:

Arbeitslohn (brutto) 1.300 €

Budget für Arbeit, 900 €

aufgeteilt in:

1.) Unterstützung am Arbeitsplatz (Assistenz) 400 €

2.) Lohnsubvention an den Arbeitgeber 500 €

verbleiben für den Arbeitgeber 800 €

Quelle: Niedersächsischer Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderungen


ips

schen das auch: bei einer Befragung

im Jahr 2007 äußerten

über ein Drittel ihr Interesse

an einer Stelle auf dem ersten

Arbeitsmarkt. Die größte

Hürde für die Beschäftigten

der Werkstätten aber wird sein

Arbeitgeber zu finden, die sie

auch einstellen wollen.

Die Beispiele (S.10) zeigen,

dass die Leistungen über das

Budget für Arbeit entweder

eine Lohnsubvention sein können,

oder für die Betreuung

genutzt werden können, oder

beides. Grundsätzlich gilt:

ohne Antrag auch kein Budget

für Arbeit. Bewilligt wird das

Geld zunächst für zwei Jahre.

Scheitert die Integration in den

allgemeinen Arbeitsmarkt,

können die Beschäftigten in

die Werkstätten für Menschen

mit Behinderungen zurückkehren.

Auch die Möglichkeit,

nach 20 Beschäftigungsjahren

in der Werkstatt eine Rente in

Anspruch zu nehmen, wird

durch das Budget für Arbeit

nicht unterbrochen. Dies bestätigt

die Deutsche Rentenversicherung.

"Integration und Teilhabe

muss es auch auf der Arbeit

geben, denn da läuft das

Leben ab. Ansatz ist neben

den Werkstätten auch Übergänge

auf den Ersten Arbeitsmarkt

zu organisieren, mit voller

Teilhabe und Tarifrechten,"

erklärt Karl Finke gegenüber

der bips.

Abschließend ist festzustellen:

Über das Perönliche Budget

für Arbeit kann der Einstieg auf

den ersten Arbeitsmarkt für

wenige Werkstattbeschäftigte

möglich werden. Die Barrieren

bleiben dafür aber ziemlich

hoch. Der bürokratische Aufwand

lässt sich ohne Assistenz

kaum bewältigen. Arbeitgeber

müssen von den Vorteilen

überzeugt werden. Dies

geht nur durch Leistung und

den finanziellen Vorteil. Und

Arbeitsplätze sind auch für

Menschen ohne Handicap

Noch mehr Informationen zum Budget

für Arbeitgibts in einem Faltblatt

beim Sozialministerium

knapp. Arbeitgeber auf der

Suche nach Mitarbeitern gibt

es also kaum. Nur über Außenarbeitsplätze

können Firmen

von der Qualität der

Werkstattmitarbeiter überzeugt

werden. Dennoch ist

das Budget für Arbeit ein Weg,

auch in schweren wirtschaftlichen

Zeiten, eine Chance für

den ersten Arbeitsmarkt zu bekommen.

Das Verfahren (in Auszügen):

- Der Werkstattbeschäftigte

politik

11

meldet den Wunsch beim

örtlichen Sozialhilfeträger

oder bei der zuständigen Gemeinsamen

Servicestelle an.

- Der Sozialhilfeträger beauftragt

den örtlich zuständigen

Integrationsfachdienst (IFD)

mit der Vermittlung in ein reguläres

Arbeitsverhältnis und

der daran anschließenden

Begleitung. Die Vermittlung

kann auch durch die Werkstätten

für Menschen mit Behinderung

erfolgen.

- Die bisherige Vergütung an

den Werkstattträger wird als

persönliches Budget an den

Antragsteller ausgezahlt, um

sich Leistungen bei seinem

künftigen Arbeitgeber einzukaufen.

Diese Leistungen

können in Form von Betreuung

oder auch Lohnsubventionierung

erbracht werden.

- Grundlage ist die Vorlage

eines gültigen Arbeitsvertrages.

Der kann auch befristet

sein, denn auch das Budget

für Arbeit wird jeweils für

zwei Jahre bewilligt und

kann dann verlängert werden.

- Das Integrationsamt leistet

neben anderen möglichen

Leistungen ggf. auch Minderleistungsausgleich.

- Der IFD begleitet die Phase

intensiv.

- Arbeitgeber und Budgetnehmer

sind für die Beitragszahlungen

in die Sozialversicherung

verantwortlich.

- Im Falle eines Scheiterns ist

eine Rückkehr in die Werkstatt

für Menschen mit Behinderungen

mit Empfehlung

des Fachausschusses möglich.


ips

12 mitbestimmung

Der neue

Werkstattrat

legt los

lor/prü Der Frühling ist da

und unser neuer, reformierter

Werkstattrat auch.

Jede Einrichtung der Hannoverschen

Werkstätten hat nun

seinen eigenständigen Werkstattrat.

Und es gibt einen Gesamtwerkstattrat.

Auch die

Leute aus dem Berufsbildungsbereich

haben jetzt eigene

Sprecher.

Der neue Gesamtwerkstattrat

vertritt die Interessen aller

Werkstattmitarbeiter. Dort arbeiten

die zwei bewährten

WR-Kräfte Lars Torn und Daniel

Seefeld mit. Neu hinzugekommen

ist Uwe Zajdowicz,

den wir alle aus der Zentrale

kennen. Lars und Uwe sind

zugleich die beiden Vorsitzenden

des Gesamtwerkstattrates.

Die Einrichtung Hainholz

wird von Moritz Thorndike und

die Kühnstraße von Angelika

Zander vertreten. Aus unserer

neuen Filiale Rethen kommen

Aytac Akgül sowie für die Gastro

Klaus Fiebig in den Gesamtwerkstattrat.

Daniel Seefeld

ist der Schriftführer. Die

beiden Sprecher des Berufsbildungsbereichs

sind Meikel

Mauke (Holztechnik) und Marc

Prüsse (Papierverarbeitung).

Auch sie dürfen an den Werkstattratssitzungen

ihres jeweiligen

Hauses teilnehmen,

haben aber kein Mitwirkungsrecht.

Jetzt wisst ihr, wen ihr ansprechen

könnt. Aktuell hat der

Werkstattrat auch darum ge-

beten, Gruppensprecher einzurichten,

damit die Bedürfnisse

der einzelnen Gruppen

dem Werkstattrat besser vorgetragen

werden können.

Aber selbstverständlich kann

jeder einzelne immer noch

das Werkstattratsmitglied seines

Vertrauens bei persönlichen

Anliegen ansprechen.

“Das alles ist noch neu und

gerade am Anfang mit viel Arbeit

verbunden,“ erklärte Lars

Torn uns in einer bips-Redaktionssitzung,

„aber wir glauben,

dass wir so besser die Interessen

der einzelnen Werkstattmitarbeiter

wahrnehmen können.“

Und Daniel Seefeld

fügte hinzu: „Jetzt kann sich

Lars wieder besser auf seine

Aufgaben als freigestellter

Werkstattrat konzentrieren

und ist nicht immer außer

Haus.“ Dann lachten die beiden

und versprachen, uns regelmäßig

mit Neuigkeiten des

Werkstattrates zu füttern.

Auch Uwe Zajdowicz ist sofort

in seiner neuen Funktion tätig

Wahllokal in der Einrichtung Kleefeld: Wahlausschuss und Wahlhelfer standen

helfend zur Verfügung.


ips REFORMIERT mitbestimmung 13

Lars Torn - Kleefeld

geworden. “Es ist sehr ärgerlich,

dass blinde Mitarbeiter

nie genau wissen, was es zu

essen gibt, weil es keinen

Speiseplan in Punktschrift

gibt“, berichtete Uwe uns.

Dank seines Arbeitsplatzes in

der Zentrale kann er zwar auf

die Speisepläne im Computer

zugreifen. Allerdings konnten

seine veralteten Programme

die pdf-Dokumente nicht öffnen

und in Brailleschrift auslesen.

Aber inzwischen hat

seine Arbeit im Werkstattrat

auch Früchte getragen. Uwe

bekommt nun eine neue Version

des Adobe Readers installiert.

„Und wir Blinden können

dann ohne jedes Mal auf einen

netten Gruppenleiter angewiesen

zu sein uns in Ruhe

selbstständig die Speisekarte

und

GESTÄRKT

Daniel Seefeld - Kleefeld

Der Gesamtwerkstattrat

Gesamtwerkstattrat

Klaus Fiebig - Gastro

Uwe Zajdowicz - Kleefeld Aytac Akgül - Rethen Angelika Zander - KHS

vorlesen“, freut sich Uwe sichtlich.

Insgeheim hofft er noch

auf einen Speiseplan in Punktschrift.

Ein solcher Punktschriftdrucker

ist vorhanden.

Auch wenn es in den anderen

Betriebsstätten Beschwerden

oder Fragen gibt, brauchen

die Mitarbeiter jetzt nicht mehr

extra in die Lathusenstraße

fahren. In der Einrichtung

Hainholz z.B. stellten sich acht

Bewerber zur Wahl. Moritz

Thorndike, Katharina Giesa

und Jan Christoph Christen

bekamen die meisten Stimmen.

Moritz Thorndike ist 1.

Vorsitzender. Im Gespräch mit

bips-Redakteur Marc stellte er

sich vor. Moritz Thorndike ist

43 Jahre alt und E-Rolli-Fahrer.

Er arbeitet in der Druck-

Moritz Thorndike - EMS

Meikel Mauke - BBB

weiterverarbeitung und ist

sprachbehindert. Seine behinderung

hält ihn aber nicht

davon ab für den Werkstattrat

aktiv zu sein. Moritz will sich

für Rollifahrer und Menschen

mit Sprachbehinderung einsetzen.

Auch die Werkstatträte in Rethen

sind schon aktiv. Im

Brennpunkt steht hier das

Thema Hochbahnsteig. Klaus

Fiebig und seine Mitstreiter

wollen die Aufmerksamkeit der

Öffentlichkeit darauf lenken,

dass sich hier noch nichts

getan hat.

Die bips wünscht allen alten

und neuen Werkstatträten

viel Freude und Erfolg bei

ihrer Arbeit!


14 mitbestimmung

Schon vor 5 Jahren sammelte

Petra Groß von Mensch Zuerst

– Netzwerk People First

Deutschland Unterschriften

für die Einrichtung von Frauenbeauftragten.

Die Forderung

wurde dem damaligen

Behindertenbeauftragten der

Bundesregierung übergeben.

Auch die Frauen der Gesprächsgruppen

in den Hannoverschen

Werkstätten hatten

festgestellt: Behinderte

Frauen haben oft besondere

Probleme und brauchen dabei

Unterstützung von anderen

Frauen. Sie haben beim Sammeln

der Unterschriften mitgemacht

und sie haben einen

Brief an Frau Neugebauer geschrieben:

Sie wollen Frauenbeauftragte

für die Hannoverschen

Werkstätten haben.

Frau Neugebauer, der Werkstattrat

und Werkstattmitarbeiterinnen

unterstützten den

Wunsch.

Es gibt Frauen die diese Aufgabe

gern übernehmen wollen.

Dazu müssen sie aber viel

wissen. Sie brauchen eine

Schulung, um gute Frauenbe-

Seit letztem Jahr haben die Hannoverschen

Werkstätten eine Frauenbeauftragte. Claudia

Jahns will die Frauen in den Hannoverschen

Werkstätten unterstützen, wenn sie Probleme

haben.

auftragte zu werden. Seit Mai

letzten Jahres nimmt Claudia

Jahns für die Hannoverschen

Werkstätten daran teil.

Cllauuddiaa JJahnss

Claudia Jahns ist nun Frauenbeauftragte.

Sie hat einen eigenen

Beratungsraum bei

der HWA, Emil-Meyer-Straße

12. Claudia Jahns ist dort

immer Mittwochs von 14:00

bis 15:30 Uhr zu erreichen.

Weiterhin kann sie auch per E-

Mail unter der Adresse

claudia.jahns@hw-hannover.de

oder per Telefon unter der

bips

Nummer (0511) 358 14 19 angesprochen

werden.

“Ich höre zu. Gemeinsam

mit den Frauen will ich nach

Lösungen suchen. Ich

schaue nach, wer weiterhelfen

kann. Das Wichtigste ist:

Alles, worüber wir sprechen,

darf nicht weitererzählt werden!”

Claudia Jahns

Frauen können zu den Frauenbeauftragen

gehen, zum

Beispiel

wenn sie belästigt werden,

wenn sie sich von Männern

gestört fühlen,

wenn sie geschlagen werden,

wenn sie ein Kind haben,

wenn sie Hilfe brauchen.

Barbara della Monica begleitet

die Frauen-Gesprächsgruppen.

Sie wird auch die Schulung

für weitere Frauenbeauftragte

machen und die Frauenbeauftragten

bei ihrer Arbeit

unterstützen.


ips

Aus dem Werkstattrat:

Eltern- und Betreuerrrat:

räte

15

Gruppensprecher:

Was haltet Ihr von der Idee, in jeder Gruppe einen Gruppensprecher zu haben?

Jede Gruppe kann einen Sprecher wählen, der die Mitarbeiter dieser Gruppe vertritt,

ihnen hilft bei Problemen mit der Gruppenleitung oder der Technischen Leitung. Vielleicht

kann hierdurch mancher Streit vermieden werden, so dass euch die Arbeit mehr

Spaß macht als vorher. Schließlich wollen wir alle gern zur Arbeit gehen und keine

Angst vor ihr haben müssen.

Streitschlichtung

Der Werkstattrat hat ein neues Projekt in Aussicht: Wir möchten Streitschlichtung in diesem

Haus einführen. Das heißt, wenn sich 2 Leute streiten, hilft ein dritter unparteiischer

Kollege den Streit zu einem guten Ende für beide Kollegen zu bringen.

Wir brauchen euch hierfür! Bitte sagt uns, was ihr von der Idee haltet. Ihr könnt auch

Streitschlichter werden. Es gibt dieses Jahr auch einen VHS-Kurs zu diesem Thema.

Wenn das Klima hier auf der Arbeit ruhiger und schöner ist, macht allen die Arbeit mehr

Spaß oder die Mitarbeiter denen die Arbeit nicht so viel Spaß macht, können sie dann

leichter ertragen.

Macht euch also hierzu auch Gedanken. Sprecht uns an, m@ilt uns, ruft uns an oder

benutzt unseren Briefkasten. Ihr könnt uns vertrauen, wir erzählen niemanden was ihr

gesagt habt. Wenn ihr den Briefkasten benutzt, braucht ihr auch nicht euren Namen auf

den Brief zu schreiben. werkstattrat@hw-hannover.de

Der Adventsbasar war wieder toll, alles war schön dekoriert

und geschmückt und viele waren dort. Egal ob man

sich den schönsten Weihnachtsbaum aussuchen, die

letzten Geschenke besorgen oder in der Kaffeestube bei

leckeren Kuchen ins Gespräch kommen wollte, allen hat

es gut gefallen.

Der Elternbeirat und viele Helfer hatten einen Stand mit

Second-hand-Bekleidung aufgebaut und den Flohmarkt

unterstützt. Die Einnahmen von der Kaffeestube und

dem Bekleidungsverkauf ergaben stolze 1.606,--Euro.

Ein großes herzliches Dankeschön an alle, die Geld und

Kuchen gespendet haben, dem Berufsbildungsbereich Gastronomie Frau Sartison, die

Kuchen zum Verkauf gebacken haben und natürlich an die Eltern und

Gruppenleitern/innen die so tatkräftig geholfen haben.

Von dem Erlös wurde schon ein Krökeltisch für alle Mitarbeiter/ innen angeschafft. Er

steht im Holzbereich. Herr Wagner möchte demnächst das Bildungsangebot mit Klangmassage

erweitern, dazu werden noch Klangschalen gekauft. Es wird immer schöner.

Der Eltern- und Betreuerbeirat ist ein Bindeglied zwischen Eltern, Angehörigen, gesetzlichen

Betreuern, Beschäftigten, sowie dem Träger der Werkstatt für behinderte Menschen.

Es ist Aufgabe, den einzelnen betreuten Menschen in der Wahrnehmung seiner

Rechte zu unterstützen. Der Elterbeirat lädt zum nächsten Eltern- und Betreuer Gesprächskreis

am 21. April 2010 von 16-17.30 Uhr in Kleefeld ein. Wichtige Themen werden

dort besprochen, die nächsten Termine sind auf dem Jahresplan 2010 verzeichnet.

Bis zum nächsten Wiedersehen

Eltern- und Betreuerbeirat der Hannoverschen Werkstätten


16 freizeit

Freizeit-Treff für Aktive

her Zuhause vor der Glotze sitzen oder stundenlang

Computerspiele spielen? Wer mit

seiner Freizeit etwas besseres anfangen

möchte und Gleichgesinnte sucht, ist richtig

in Döhren. Im Mütterzentrum gibt es seit

2006 einen Freizeit-Treff für erwachsene

Menschen mit Behinderung.

Einmal im Vierteljahr planen

die rund 15 Männer und Frauen

im Alter von 25 bis 68 Jahren

ihre Aktivitäten. Montags

und Dienstags trifft man sich

im Mütterzentrum: da wird geredet,

gekocht und kreativ gestaltet,

es gibt Spiele-Abende

und Partys. Donnerstags ist

dann Aktionstag: Gemeinsam

geht es ins Schwimmbad,

Kino, zum Kegeln oder ins

Museum. Der Höhepunkt war

im letzten Jahr ein eintägiger

Ausflug zum Reichstag nach

Berlin. Eingeladen hatte die

Bundestagsabgeordnete Rita

Pawelski.

Ulrike Preuser leitet die Freizeit-Gruppe.

Sie unterstützt

wo es nötig ist, denn nebenbei

sollen die Unternehmungen

auch lebenspraktische Anleitung

für mehr Selbständigkeit

in der Freizeit sein. So kann

man gemeinsam trainieren,

wie man sich in Hannover zurecht

findet, wie man Bahn

fährt u.s.w.

Der Freizeit-Treff findet montags,

dienstags und donnerstags

ab 16:30 Uhr statt, wobei

vor allem in der Dienstagsgruppe

noch Plätze frei sind.

Auch an den Aktionen am

Donnerstag kann man teilnehmen.

Das Mütterzentrum wurde

1985 als Verein von 15 Döhrener

Frauen gegründet, heute

ist es ein Mehrgenerationenhaus

und Treffpunkt für viele

Gruppen. Es befindet sich in

der Querstraße 22 und ist mit

öffentlichen Verkehrsmitteln

gut zu erreichen (U 1,2 und8,

Haltestelle Fiedelerstraße).

Darum kommen die Teilnehmer

aus den unterschiedlichsten

Stadtteilen Hannovers.

Auch Rollifahrer können kommen,

die Haltestelle verfügt

bips

über einen Hochbahnsteig und

das Mütterzentrum ist ebenfalls

rollstuhlgerecht.

Mitmachen

kann jeder

Der Freizeit-Treff freut sich

über neue Teilnehmer. Wer

Lust hat, kann einfach

dazu kommen. Wer sich

erst einmal informieren

möchte, kann aber auch

Lars Torn ansprechen. Er

ist von Anfang an dabei im

Freizeit-Treff. Tel. 0511-

5305-233


ips

Sterne der Nacht mit neuer CD

Ich glaub mich knutscht ein Stern!

Wir haben es geschafft. Unsere zweite CD ist endlich fertig!

Seit Februar hat uns die Arbeit daran einige Nerven gekostet

und viel Spaß gebracht.

Wir möchten uns bei allen, die das ermöglicht haben, ganz

herzlich bedanken. Beim Elternbeirat, der Geschäftsleitung,

bei den Mitarbeitern der Kühnsstraße und der Lathusenstraße

und nicht zuletzt bei den Mitarbeitern des Blindenwohnheims.

Die Aufnahme unserer ersten CD im Jahr 2004 war schon ein

besonderes Erlebnis. Die Arbeit an unserer zweiten Scheibe

hat uns jedoch noch andere Erfahrung machen lassen. Wir

hatten die Möglichkeit, wie professionelle Musiker, mit Mehrspuraufnahmen

zu arbeiten. Das brachte den Vorteil einer intensiven

Bearbeitung und Optimierung des Tonmaterials. Auf

der anderen Seite waren die Aufnahmen sehr viel umfangreicher

und anspruchsvoller und dauerten bis Ende September.

Deren Bearbeitung fand parallel statt und zog sich bis in den

November hinein. Die gesamte Produktion war nicht zuletzt

durch den langen Zeitraum für uns eine große Herausforderung,

hat uns jedoch im musikalischer und persönlicher Hinsicht

weiter gebracht.

Vielen Dank - Eure Sterne

Mein Tag mit

Robert Enke

von Sebastian Poerschke

Am 3. November bin ich zusammen

mit meiner Ergotherapeutin

zu einem persönlichen

Treffen mit Robert

Enke gefahren.

Es war ein lang ersehnter

Wunsch von mir, den Torwart

mit der Nummer eins zu treffen,

mit ihm zu reden und ihm

dabei die Hand zu schütteln.

Für mich war es ein sehr aufregendes

Erlebnis. Ich durfte

beim Training dabei sein und

danach sollte das Gespräch

stattfinden.

Es war sehr spannend mitzubekommen,

wie sich die Spie-

ler, die man nur

aus den Medien

kennt, ganz normal

unterhielten.

Als Robert Enke

dann zu mir

kam, mir die

Hand gab und

mich begrüßte,

kam es mir vor

wie ein Traum.

Erst als ich ein T-Shirt mit seiner

Unterschrift in der Hand

hielt, kehrte die realität für

mich zurück. Bei diesem gespräch

wirkte Robert wie ein

Kumpel für mich, der eine lokkere

Klönrunde abhielt. Nie

hätte ich gedacht, dass Robert

Enke eine Woche später tot

sein würde.

kultur

NEU!

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H rgenuss pur!

17

Hannoversche Werkstätten

gem.GmbH

Betriebsstätte Kirchrode

Frau Koller

Kühnsstraße 18

30559 Hannover

0511/5104232

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Ich möchte mich bei meiner

Ergotherapeutin Claudia

Zigldrum, bei Hannover 96

und besonders bei Robert

Enke bedanken, der es vielleicht

nicht mehr lesen kann.

Ohne ihn hätte dieser

Wunsch nicht erfüllt werden

können.


18 arbeiten

Neue Gesichter, neue Angebote –

Bewegung in der Montage

von Werner Anders

In den letzten Monaten hat

es viele Veränderungen in

der Montage-Kleefeld gegeben.

Drei neue Gruppenleiterinnen

haben ihren Dienst

angetreten.

Mit diesen Neubesetzungen

hat sich das Spektrum der

Fachkompetenzen im Team

erweitert. Davon profitieren

vor allem die Werkstattmitarbeiter.

Neben den montagetypischen

Beschäftigungen stellt der Bereich

jetzt auch künstlerisch

kreative Eigenprodukte her,

die unter ergotherapeutischer

Anleitung gefertigt werden.

In diesem Projekt geht es

darum, Alternativen zu den

Routinetätigkeiten zu schaffen,

die oft wiederholenden

Charakter haben. Der tägliche

Trott kann schon mal die Motivation

rauben. Mit den ergänzenden

Angeboten wollen wir

die Freude an der Aktivierung

vorhandener Fähigkeiten aufrecht

erhalten. Zugleich aber,

mit dem Reiz des Neuen, die

Werkstattmitarbeiter zur Annäherung

an Arbeitsformen ermuntern,

die sie zur Erweiterung

ihrer berufspraktischen

Einsetzbarkeit herausfordern

und mit denen sie sich auch

persönlich identifizieren können.

bips

vlnr: Die neuen Gruppenleiterinnen Doris Zillich, Zahra Sawischa, Angeliki

Lazidou

Durch die Möglichkeit jetzt Ergopraktikanten fachgerecht anleiten

zu können, erhält die Montage zudem ständig neue Impulse

von draußen, ihr Konzept weiterzuentwickeln. Denn wichtig

ist für alle Beteiligten, aktiv und in Bewegung zu bleiben.

Die beiden Ergotherapeutinnen

präsentieren mit dem

Werkstattmitarbeiter Herrn

Stolle die ersten Erzeugnisse

aus geflochtenem Peddigrohr

und Serviettentechnik


ips

Was für ein toller Start in das Jahr 2010

Mitte Januar erreichte uns eine tolle Spende.

Die Firma ASP - Automotive GmbH, dort der Bereich: Abteilung

Marketing Service, ließ uns durch Herrn Günther

eine riesige Kleiderspende zukommen.

Die Abteilung läßt fahrzeugbezogene Werbeartikel für die Autobranche

herstellen, aus der wir durch einen netten Zufall mit

sehr guten Jacken und Polo-Shirts versorgt wurden. Herrn

Günther war es eine Freude, uns eine Freude zu machen.

Herzlichen Dank!

Musik!

gruselig!

dies & das

Spaß!

19

bunter Rosenmontag

Laut!

lustig!

Tanzen!


20 bips

unterhaltung

Der Schwarzfahrer

Eine Geschichte von Susanne Muckelberg

Ein gerissener und frecher Schwarzfahrer schaffte es,

unentdeckt mit dem Zug bis in die schneebedeckten

Berge der Alpen zu fahren! Als er in Eiseskälte sein

Ziel zu einer kleinen Berghütte erreicht hatte, rieb er

sich erleichtert die Hände und war froh und dankbar,

sich das teure Bahnticket gespart zu haben. Das Geld

konnte er nun für den Winterurlaub ausgeben. Die

Miete für die kleine gemütliche Holzhütte war auch

nicht gerade niedrig. Doch das machte dem Schwarzfahrer

nichts aus, man gönnt sich ja sonst nichts.

Abends machte er sich den Kamin an und lauschte

dem Knacken und Knistern des Feuers. Ihm wurde

ganz heimelig und warm ums Herz. Er trank eine

ganze Kanne grünen heißen Tee und kuschelte sich

in seine flauschige Felldecke ein. Draußen stürmte es

und die Schneeflocken wurden immer dicker. Er holte

sich noch eine Tüte wohlschmeckender Kekse aus

der Tasche und genoss das besondere Ambiente dieser

Berghütte. Langsam schlief er vor dem bollernden

Kamin ein. Mitten in der Nacht wachte der Schwarzfahrer

wieder auf. Das Kaminfeuer zeigte nur noch

eine knallrote Glut. Jetzt war es wirklich Zeit ins Bett

zu gehen! Er zog sich rasch aus, wusch sich und

nahm auch seine kuschelige Felldecke mit ins Bett.

Es war bitterkalt im Schlafzimmer und er fror immer

noch. Dazu war das Holzbett auch noch ziemlich

schmal und hart.

Am anderen Morgen schien die Sonne in das kleine

Schlafzimmer hinein. Der Lichtstrahl fiel direkt auf

sein Bett. Er öffnete kurz das Fenster und holte tief

Luft. Er hatte eine wundervolle freie Sicht, auf hohe

schneebedeckte Berge. Kurz vor einem Berg

schmiegte sich ein kleines dunkles Wäldchen an.

Der Schwarzfahrer machte sich schnell

zurecht, nahm ein ausgiebiges Frühstück

ein und machte sich auf den

Weg. Sein Fotoapparat war immer

dabei. Hinter dem kleinen lauschigen

Wäldchen entdeckte er einen zugefrorenen

Fischteich. Dort schlidderte er

hin und her und immer im Kreis herum.

Das machte ihm heute noch genauso

viel Spaß wie schon zu Kinderzeiten!

Viele Erinnerungen aus der Kindheit

kamen ihm zurück.

Zum Schluss angelte er sich durch das

dicke Eis einen großen leckeren Karpfen.

So, oder so ähnlich, mussten es

auch die Inuit-Indianer in Alaska gemacht

haben. Jedenfalls kam sich der

Schwarzfahrer auch so vor. Er freute

sich auf seinen dicken und schmackhaften

Fang. „Das wird ein leckeres

Mittagessen!“, dachte er sich süffisant.

Doch vor ihm lag erst mal noch ein

Haufen Arbeit, denn so ein Fisch verwandelte

sich nicht allein in ein leckeres

Essen! Booooah, vorher musste

der Karpfen noch getötet und ausgenommen

werden!

Der Schwarzfahrer hatte so etwas

noch nie gemacht! Der Fisch zappelte

in seinem Fangnetz um sein Leben.

Doch schließlich ließ der Schwarzfahrer

ihn durch das Loch zurück, was er

vorher in das Eis geschlagen hatte. Der

große prächtige Karpfen sauste raketenschnell

in das eisige Wasser unter

die dicke Eisschicht zurück, bis nur

noch ein kurzer Schatten von ihm zu

sehen war. Erleichtert über diese vernünftige

Entscheidung ging der

Schwarzfahrer in das nächste Lokal

und ließ sich dort eine vegetarische

Mahlzeit schmecken. Dazu trank er

einen Wein, der den seltsamen Namen

„Monokel“ trug. Er fragte den Gastwirt

woher dieser Name kommt, aber der

Wirt wusste das selbst nicht.


ips

Ein bißchen fotoscheu: die Künstlerin

Nicht immer weiß man, was in anderen Menschen

vorgeht. Besonders, wenn sie sich sprachlich nicht

so gut ausdrücken können, wie z.B. Andrea Graf.

Doch es gibt auch andere Wege sich mitzuteilen.

Andrea Graf drückt ihre Liebe zur Natur in ihren

Fotos aus - und lässt uns alle teilhaben.

Andrea Graf wurde 1963 in

Herzberg geboren und ist seit

ihrem 15. Lebensjahr auf

einen Rollstuhl angewiesen.

Sie hat durch eine frühkindliche

Hirnschädigung eine ausgeprägte

Tetraspastik und

eine schwere Sprachschädigung.

Bis zum Jahr 2000 hat Andrea

Graf in Osterrode gelebt. Danach

zog es sie in eine größere

Stadt. Sie entschied sich für

Hannover und zog in eine

Wohngruppe des Annastifts.

Seit dieser Zeit arbeitet sie in

den Hannoverschen Werkstätten.

Inzwischen ist auch ihr

größter Wunsch - eine eigene

Wohnung - Wirklichkeit geworden.

Seit einem Jahr hat Andrea

Graf die Fotografie für sich

freizeit

Fotografin mit Blick

für das Wesentliche

entdeckt. Sie liebt es in der

Natur nach geeigneten Motiven

Ausschau zu halten. Eines

ihrer Lieblingsthemen ist der

Maschsee. Er liegt in der Nähe

ihrer Wohnung und bietet das

ganze Jahr über etwas zu entdecken.

Reduziert wirken ihre Bilder.

Das Wesentliche ist darauf zu

sehen, oft aus einer ganz persönlichen

Perspektive. Was

uns die Bilder sagen wollen?

Das kann letzten Endes jeder

selbst entscheiden. Freude,

Stille, Vollkommenheit, Geborgenheit

sind einige Begriffe,

die einem dazu einfallen

mögen.

Zu sehen sind einige der Bilder

auf der Homepage der

Hannoverschen Werkstätten

Jeder Tag - ein Gedicht von Kyra Maraike Oppel

21

unter www.hw-hannover.de/

andrea_graf, im Mai werden

sie in der Einrichtung Rethen

ausgestellt.

Die Fotografien können für

25,00 Euro erworben werden.

Bei Interesse melden Sie sich

bitte bei Anke Höhle, PVG-Bereich

Einrichtung Kleefeld, Tel:

0511 / 5305- 218.

Jeder Tag ist wie ein Regenbogen, wie eine Büroklammer, die alles zusammenhält.

Das ist das Leben, das wie eine Wäscheklammer alles zusammen hält.

Oder ein Ladegerät, das ohne Steckdose nicht funktioniert.

Ein Auto, das ohne Fahrer nicht fahren kann.

Ohne einen Eishockeyspieler das Spiel nicht gewinnen .

So ist das Leben.

Und wenn keiner da ist, der uns retten kann, fallen wir in ein tiefes Loch.


22 dies & das bips

Frische Farben gegen den Bürofrust

her "Unser Büro soll schöner

werden" dachten sich

die Mitarbeiter der Oberfinanzdirektion

Hannover. Im

Rahmen des Gesundheitsschutzes

überlegten sie,

wie das Arbeitsklima in dem

düsteren 80er Jahre Bau am

Waterlooplatz verbessert

werden könnte. "Bilder

müssen her" war das Ergebnis

der Arbeitsgruppe

und da kommen die Hannoverschen

Werkstätten ins

Spiel.

Denn in der Werkstatt Rethen

gibt eine Arbeitsgruppe mit

dem schönen Namen "Möglichmacher".

Die Mitarbeiter

sind die kreativen Köpfe der

Hannoverschen Werkstätten

und stellen "Auftragskunst"

her. Kunden, die ein Bild in

einer bestimmten Stilrichtung

oder Farbe suchen, können es

hier bekommen.

So auch die Mitarbeiter der

Oberfinanzdirektion. Sie

gaben drei Gemälde für ihre

Flure in Auftrag. 1,60 x 2,20 m

sollten die Werke werden, in

warmen Rot-, Gelb und Orangetönen.

"Das war für uns eine

ganz schöne Herausforderung"

erinnert sich Gruppenleiterin

Gabi Martin. Denn Bilder

in dieser Größe hatten die

Künstler bislang noch nie produziert.

Doch keine Herausforderung

ist den Möglichmachern

zu groß. Erst wurde eine

XXL-Staffelei gebaut, dann mit

Farben und Techniken probiert.

Die Auftraggeber wurden

immer wieder hinzu gezogen ,

damit das Ergebnis auch den

Vorstellungen entsprach. Für

Treuer Drahtesel gesucht?

den letzten Feinschliff unterstützte

Künstlerin Gina Gass

die Kreativ-Gruppe.

Am 10. Dezember wurden die

Werke in der Oberfinanzdirektion

offiziell enthüllt, eine Feier

zu der auch die Künstler eingeladen

waren. Mit stolz präsentierten

sie sich vor ihren

Gemeinschaftswerken. Und

tatsächlich, zitronengelb und

sonniges orange zaubern in

die tristen Flure gleich eine

ganz neue Atmosphäre. Das

Lob der Mitarbeiter war groß.

Die Möglichmacher haben`s

möglich gemacht!

Die Rad-Werkstatt in Rethen bietet seit Neustem auch gebrauchte

Fahrräder unterschiedlichen Typs: Crossräder, Tourenräder, Sporträder

oder Nostalgieräder/Oldies ab 70.- €, Kinderräder bereits ab 20.- €.

Die Räder sind komplett generalüberholt und damit technisch in

einem einwandfreien Zustand. Selbstverständlich ist jedes Rad verkehrssicher

und gereinigt. Auch Sonderwünsche wie gefederte Sattelstütze,

pannensichere Reifen, spez. Beleuchtung können umgesetzt

werden.

Einzelne Exemplare präsentieren wir auf unserer Internetseite

www.hw-hannover.de oder man schaut direkt vorbei in der Rad-

Werkstatt, Zur Sehlwiese 3, Laatzen-Rethen.


ips

Recht auf beste Hilfe

Krankenkassen müssen auch die Kosten für teuere Hilfsmittel

übernehmen. Das hat jetzt das Bundessozialgericht

entschieden. Es genügt nicht, wenn die Krankenkassen den

festgelegten Zuschuss (Festbetrag) für ein Hilfsmittel wie

z.B. ein Hörgerät bezahlt. Wenn ein teureres Hilfsmittel dem

behinderten Menschen besser hilft, muss es von der Kasse

gezahlt werden.

Die eigene Stimme im Radio

hören? Kein Problem bei

Handicap on Air. Recherche,

Interviews, Moderation, all

das gehört zu den Aufgaben

der Teilnehmer unserer Radiosendung.

Die Redaktion trifft sich ab

sofort an einem neuen Ort:

In den neuen Büros der

Hannoverschen WohnAssistenz

in der Hildesheimer

Str. 29, direkt über Radio

LeineHertz. Der Zugang ist

rollstuhlgerecht, auch die

naheliegende U-Bahn Haltestelle

Schlägerstraße hat

einen Aufzug.

Wer Interesse hat mitzumachen,

kann sich informieren

bei: Norbert Pomorski

(0511) 5305-496

Foto: Benjamin Gimmel

dies & das

Und noch ein Urteil

23

Eine Krankenkasse darf

einem Menschen mit Behinderung

die Anschaffung

eines Elektrorollstuhls nicht

mit der Begründung verwehren,

er könne sich von Angehörigen

schieben lassen.

Das geht aus einem Urteil

des Bundessozialgerichtes

hervor.

Vielmehr hätten behinderte

Menschen Anspruch auf

Hilfsmittel, die ihnen eine

selbstständige und unabhängige

Lebensweise ermöglichten.

Geklagt hatte ein beinamputierter

und übergewichtiger

Mann, der aufgrund von

Herz- und Kreislaufproblemen

sowie einer chronischen

Entzündung beider

Arme seinen bisherigen

Rollstuhl nicht mehr benutzen

konnte.

Bekanntgabe der Gewinner

Gewinnerin des Anne-Frank-Spiels

auf dem Weihnachtsbasar:

Ute Beuche aus Isernhagen hat einen Gutschein im Wert

von 20,- Euro für den Einkauf in unserer Einrichtung in

Rethen gewonnen!

Gewinner des Preisrätsels

“Finale in Linden - Otto Pohle”

je ein Exemplar des Hannover - Krimis haben gewonnen:

- Mustafa Cicek, Lathusenstraße AB Holz, Gruppe Neck

- Werner Jewski, EMS - Gruppe Bohlmann

die richtige Lösung war: Linden

Wir gratulieren allen Gewinnern!!!

Die Gewinner werden von uns schriftllich benachrichtigt!


Termine Termine Termine Termine Termine Termine Termine

26.3.2010 HW-Fun-Olympics

21.4.2010 Eltern- und Betreuer-Gesprächskreis

12.5.2010 Elternabend BBB

29.5.2010 Bethel-Athletics

9.6.2010 Feier Übergang Arbeitsbereich

4.-19.6.2010 Special Olympics Bremen

bips-wir sind doch nicht blöd!

26. März von 7:45 bis 12:30 Uhr

in den Sporthallen der

IGS Roderbruch

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