25 Jahre Arbeiten des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten ...

rag.deutsche.steinkohle.de

25 Jahre Arbeiten des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten ...

Fachverbände und Unternehmen

25 Jahre Arbeiten des Fördervereins

Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V.

Der Initiative der eigenverantwortlich

tätigen 11 Arbeitskreise

des Fördervereins ist die Anlage

mehrerer Bergbau-Rundwanderwege

zu verdanken. Sie stellten

über 150 Informationstafeln

auf und verfassten eine Anzahl

Bücher und Abhandlungen zum

historischen Bergbau. Mit großer

Ausdauer konnten ein Besucherbergwerk

und ein kleines Bergbaumuseum

eingerichtet werden.

Bei einigen Vorhaben arbeiten

Mitglieder “grenzüberschreitend”

in mehreren Arbeitskreisen mit.

Die folgenden Kurzbeschreibungen

der Arbeitskreise in der

Reihenfolge ihrer Gründung und

die Bilder gehen auf die Arbeitskreisleiter

zurück (Bild 1).

Arbeitskreis Witten

Der Arbeitskreis Witten hat mit Unterstützung

der Stadt, der Stadtwerke und des

Regionalverbandes Ruhrgebiet (RVR) die

Aufgabe übernommen, die in Witten und

insbesondere im Muttental noch vorhandenen

Bergbaurelikte zu pflegen, die Bergbaugeschichte

zu erforschen und neue Objekte

einzurichten, wie den Schutzbau über dem

Aufschluss des Flözes Geitling 3 und den

Ausbau des Stollenmundlochs Turteltaube

(Bild 2).

* Dipl.-Ing. Tilo Cramm, Mitglied im Förderverein

Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier

e.V., Baroper Straße 235 b, 44227 Dortmund;

Tel.: 0231/751338; e-Mail:tcramm@aol.com

1 Der Vorstand 2007 (Es fehlen Dr. Gisela Binde und Hans-Werner

Lux) Foto: Karsten Rabas

416 bergbau 9/2007

Dipl.-Ing. Tilo Cramm, Dortmund*

Vor Jahren wurde das südliche Mundloch

des Nachtigall-Stollens und der Stollen

selbst von Auszubildenden der Firma

Deilmann/Haniel unter Aufsicht des Arbeitskreises

mit Ausbau versehen. Im Auftrag

des Museums statteten dann ehemalige

Bergleute der Zeche Victor-Ickern den

25 m langen nördlichen Vorbau dieses

Stollens mit verschiedenen Ausbauarten

aus. Zu erwähnen ist auch die Renovierung

des Wetterschornsteins der Zeche

Vereinigte Geschwind im Hammertal.

Inzwischen ist der Bergbau-Rundwanderweg

Muttental mehr als 9 km lang und

erstreckt sich mit seinen über 40 Stationen

bis ins Hardensteiner Tal. Die anfangs vom

Deutschen Bergbau-Museum Bochum, dann

vom Förderverein aufgestellten konischen

Informationstafeln wurden im Zuge des Ausbaus

der Route der Industriekultur unter Mitwirkung

des Arbeitskreises vom RVR durch

rechteckige Tafeln ersetzt.

So ist das bergbaugeschichtliche Wandergebiet

in Witten inzwischen über die

Stadtgrenzen hinaus nicht nur Fachleuten

bekannt geworden. Besondere Attraktionen

des Rundwegs sind der Besucherstollen

Nachtigall, der geologische Aufschluss

am Hedtberg mit dem Flöz Geitling 3, das

historische Bethaus der Bergleute, der

Pferdegöpel, der Dreibaum mit Haspel,

die Kohlenverladeanlage mit Kreiselkipper

und andere mehr. Hinzuweisen ist auf

die vom Förderverein betreute, kürzlich

renovierte Kleinzeche Egbert in Witten-

Kämpen, die 1976 als letzte im Ruhrgebiet

stillgelegt wurde. Über das Muttental

hinaus wurden in Witten 10 konische Informationstafeln

aufgestellt.

Leiter des Arbeitskreises waren Bruno

Sobotka, Max Kuhn, Werner Rathay und

Siegfried Obst, heute ist es Hans-Werner

Lux. Inmitten des Muttentals liegt neben

dem Steigerhaus das ehemalige Zechenhaus

Herberholz, jetzt Vereinsheim. Es

beherbergt eine Ausstellung zum alten

und auch zum modernen Bergbau. Das

vom Arbeitskreis geführte Haus steht

Besuchern während der Saison April bis

Oktober mittwochs und an den Wochenenden

von 10.00 bis 18.00 Uhr sowie nach

Absprache offen.

Arbeitskreis Bochum

1986 wurde der Förderverein durch Bildung

des Arbeitskreises Bochum erweitert.

Hieran waren Mitglieder des RDB-BV Langendreer

beteiligt. Der Arbeitskreis wurde

bis zu seinem Tod von Herbert Danz repräsentiert,

der auch den Geschichtskreis

Langendreer leitete.

Wiederbelebend wirkte 1992 der Anstoß

von Herrn Roos, Leiter des Planungsamtes

und Unterer Denkmalbehörde der

Stadt, als er Vertreter von Vereinen, Grup-

2 Mundloch Turteltaube Foto: Tilo Cramm


pen und auch Einzelpersonen zur Intensivierung

der bergbauhistorischen Aktivitäten

einlud. Von 26 Teilnehmern erklärten

13 dazu ihre Bereitschaft. Dieses Treffen

wurde nachträglich zur ersten Sitzung des

erneuerten Arbeitskreises erklärt. In der 4.

Sitzung konnte Max Kuhn, Vorsitzender

des Fördervereins, Prof. Dr. rer. nat. Ernst

Beier gewinnen, für ein Jahr die Leitung

zu übernehmen. 1994 löste ihn Dr.-Ing.

Siegfried Müller ab, der inzwischen zum

stellvertretenden Direktor des Deutschen

Bergbau-Museums Bochum ernannt wurde.

Seit 1992 befasste sich der Arbeitskreis

mit der Planung und Anlage eines Bergbauwanderweges

sowie der Erarbeitung

von Texten für Informationstafeln. So entstand

1996 unter Mithilfe der Sparkasse

Bochum der 14 km lange Bergbaurundweg

“Ruhr-Uni”. Über ihn liegt seit 2003 eine

im Buchhandel erhältliche Broschüre vor.

Seit 1996 wurden viele geführte Wanderungen

durchgeführt, wie auch vom Verein

“University meets Querenburg” (Bild 3).

Am Bergbaurundweg stellte der Arbeitskreis

8 Informationstafeln auf; 11 weitere

stehen im Osten und Norden der Stadt.

6 Tafeln sind noch in Arbeit. Außerdem

wurden einige bergbauhistorische Erinnerungsmale

der Öffentlichkeit übergeben,

wie eine Skulptur von Paul Epp vor dem

Ernst-Brühmann Haus in Bochum-Werne.

Dr.-Ing. Müller musste vor allem wegen

starker beruflicher Belastung seinen

Vorsitz aufgeben. Die Mitglieder Günter

Möller und Friedhelm Vielstich sowie der

Vorstand des Fördervereins bemühen sich

seitdem, einen Nachfolger zu finden, der

vor allem die Arbeiten zur Aufstellung von

weiteren Tafeln im Norden und Osten des

Stadtgebiets koordiniert.

In Bochum bestehen seit längerem weitere

Gruppen, die sich um die Bewahrung

der Bergbaugeschichte der Stadt kümmern.

So sind im Südwesten der Bergmannstisch

Bochum-Süd, im Westen der

Heimat- und Bürgerverein Wattenscheid

und auch einige Stadtbezirksvertretungen

tätig. Alle Gruppen arbeiten an der Verwirklichung

des gemeinsamen Ziels nach dem

Motto zusammen: “getrennt marschieren,

vereint schlagen!”. Leider hat sich in Bochum

- entgegen der Entwicklung in anderen

Städten des Ruhrreviers - bisher

keine gemeinsame Organisation gebildet.

Das drückt sich auch in unterschiedlichen

Tafelkonstruktionen aus.

Arbeitskreis Dortmund

Am historischen Bergbau Interessierte

gründeten 1986 den Arbeitskreis Dortmund.

Auslöser war die Begehung der

Bergbauspuren am Nordwesthang des

Sybergs, geführt vom Willi Kuhlmann und

Heinrich Scholle. Zum Vorsitzenden des

Arbeitskreises wurde Tilo Cramm gewählt,

dem 1999 Heinrich Bertelsbeck und 2001

Heinz-Ludwig Bücking nachfolgten.

Die größte der neu gebildeten Arbeitsgruppen

befasste sich mit der Anlage des

"Syburger Bergbauwegs" und Einrichtung

des "Besucherbergwerks Graf Wittekind".

Hierzu wurden mehrere Stollen geöffnet,

die alten Grubenbaue erforscht, aufgewältigt

und am 1992 eingeweihten Wanderweg

Informationstafeln aufgestellt.

Unterstützung erfuhr die Arbeitsgruppe

vor allem vom Museum für Naturkunde,

vom städtischen Forstbetrieb und von der

Denkmalbehörde, die 1990 den Altbergbau

unter Bodendenkmalschutz stellen

ließ. Die Vorhaben wurden in jahrelanger

ehrenamtlicher Arbeit der Mitglieder und

Helfer des Fördervereins - auch aus Bereichen

anderer Arbeitskreise - mit rd. 33000

Arbeitsstunden Wirklichkeit. Die Aufwältigung

der Abbaustrecken, Förderberge

und Aufhauen der Zeche Schleifmühle bis

zum Durchschlag mit dem 30 m höher gelegenen

Förderstollen Graf Wittekind dauerte

bis 2003 11 Jahre. Diese Verbindung

schaffte dem Besucherbergwerk einen

zweiten Ausgang und ermöglichte die beliebten

“Erlebnisführungen”. Mit den Aufwältigungsarbeiten

war die Entdeckung

zum Teil einmaliger bergbaugeschichtli-

Fachverbände und Unternehmen

cher Objekte verbunden: unter anderem

waren es Schlittenspuren, Holzschienengestänge,

Bergemauern, “Trittspuren der

Alten” und mit der Keilhaue unterschrämte

Kohlenstöße (Bild 4).

Alle markscheiderischen Aufnahmen

übernahm Wolfgang Rühl, der auch Vermessungen

und Diplomarbeiten der Technischen

Fachhochschule Georg Agricola

zu Bochum betreute.

Das bisherige Untersuchungsbergwerk

wurde auf Anraten der Bergbehörde 1997

Besucherbergwerk, wozu auch die Besucher

gegen Unfall versichert werden

mussten. Im selben Jahr schloss die Stadt

als Grundeigentümerin mit dem Förderverein

einen Gestattungsvertrag ab, der

die Pflege der Objekte und der neu angelegten

Wege durch den Verein beinhaltet.

Die niedrigen, engen Grubenbaue lassen

jährlich ca. 700 Besucher zu. Davon kommen

rd. 200 zum “Tag des Offenen Denkmals”

bzw. zum “Tag des Geotops”.

Auch der Westfalenpark ist ein bergbaugeschichtlich

interessanter Boden. So

wurden 1989 beim Vortrieb des “Emscherrohrs"

zur Renaturierung der Emscher

gut erhaltene Grubenbaue der Zeche Am

Busch angeschnitten und dokumentiert.

Der Arbeitskreis schlug daher 1988 der

Stadt vor, zur Bundesgartenschau 1991 in

der Nähe des früheren Schachtes Christine

der Zeche Am Busch einen westfälischen

Pferdegöpel nachzubauen. Hierzu stellte

das Deutsche Bergbau-Museum Bochum

Zeichnungen von 1821 zur Verfügung.

Ohne ehemalige Bergleute der Zechen

Victor-Ickern und Emscher-Lippe sowie

die Hilfe der Bergbau AG Westfalen und

Finanzierung vor allem durch die Sparkasse

Dortmund wäre das Vorhaben jedoch

nicht geglückt. Die Helfer bauten den Göpel

so exakt nach, dass er funktionieren

würde, wenn es noch einen Schacht darunter

gäbe. Eine von 3 Informationstafeln

im Westfalenpark erläutert den 1813/15

zur Wasserhebung geteuften 49 m tiefen

“Kunst - und Maschinenschacht” Am

3 Wandergruppe unter Führung von Prof. Dr. Ernst Beier

Foto: Tilo Cramm 4 Ausbauarbeit in Schleifmühle Foto: Tilo Cramm

bergbau 9/2007 417


Fachverbände und Unternehmen

Busch. Hier lief am 21.02.1816 die erste,

8 PS starke, von Johann Dinnendahl gebaute

Dortmunder Dampfmaschine an.

In Herdecke wurde 1994 mit Unterstützung

des Ruhrverbandes und des RVR der

am Schittswinkel gelegene Stollen der Zeche

Gotthilf freigelegt. Zusammen mit dem

bekannten nahen geologische Aufschluss

wurde er in den “Energiewirtschaftlichen

Wanderweg Herdecke” einbezogen. Der

Arbeitskreis stellte 1996 auch eine Informationstafel

am Stollen Vereinigte Eulalia

in Wetter auf.

In Dortmund errichtete der Arbeitskreis

weitere 22 von Paten gepflegte Tafeln.

In Gruppenarbeit wurde mit zeitweiser

Unterstützung des Landschaftsverbandes

eine Reihe von Monographien verfasst

(siehe Literaturliste in der Ausgabe 7/2007

der Zeitschrift “bergbau”).

Neben der Organisation von Büchertischen

beteiligte sich der Arbeitskreis an

Ausstellungen, wie 2002 an der Schau

“Früher Bergbau in Dortmund” im Museum

für Naturkunde. 1988 und 1996 half der Arbeitskreis

bei der Aufstellung von Seilscheiben

im Hansemann-Park in Dortmund-

Mengede, im Castrop-Rauxeler Stadtteil

Ickern und vor dem Dortmunder Naturkundemuseum

mit. Bei der UnterschutzsteIlung

von 4 Lochsteinen, der zumindest in

Dortmund letzten noch vorhandenen Spitzkegel-Bergehalde

bei der früheren Zeche

Dorstfeld und des Altbergbaugebietes in

der Bittermark war der Arbeitskreis erfolgreich.

Arbeitskreissitzungen sowie die jährlichen

Helfer- und Barbaraessen dienen

dem Zusammenhalt der Gruppe.

Arbeitskreis Kreis Unna

Der Arbeitskreis wurde 1987 auf Initiative

des damaligen Kreisheimatpflegers

Helmut Kleiböhmer gegründet. Joachim

Huske leitet den Arbeitskreis als längstgedienter

Vorsitzender bis heute. Fallweise

werden Arbeitsgruppen für bestimmte

Aufgaben gebildet. Da in Holzwickede ein

bergbauspezifischer Schwerpunkt liegt,

418 bergbau 9/2007

wurde 1990 dort ein eigener Arbeitskreis

gegründet.

Die Arbeiten konzentrierten sich anfangs

auf das südliche Kreisgebiet mit

zahlreichen Relikten. In den letzten Jahren

wurde auch das nördliche Kreisgebiet

erfasst. Mit Unterstützung durch die Kommunen,

die Industrie und verschiedene

Geldinstitute wurden bisher 32 bergbauhistorische

Informationstafeln aufgestellt.

Eine regelmäßige Kontrolle und Pflege der

Tafeln ist unumgänglich (Bild 5).

Seit Bestehen des Arbeitskreises wurden

7 meist erfolgreiche Suchgrabungen

durchgeführt. Bei Vorankündigung in der

Lokalpresse nahmen auch interessierte

Bürger, Jugendliche oder Schüler teil. Gesucht

wurden ein Erzsuchstollen in Fröndenberg-Warmen

(1989), das sog. "Russenloch”

in Fröndenberg -Ardey (1989),

ein Erzsuchstollen in Schwerte-Villigst

(1990 und 1996), der Steinkohlenstollen

Frohe Ansicht in Fröndenberg-Thabrauck

(1998), der Josephiner Erbstollen im

Schwerter Wald (1998), Pingenreihen

auf dem Ebberg in Schwerte-Westhofen

(2005) und ein Stollen im Ohl in Schwerte-

Villigst (2006).

Seit seiner Gründung veranstaltete der

Arbeitskreis eigene Exkursionen, zunächst

eintägig, später fast nur noch mehrtägig.

An ihnen nahmen nicht nur Mitglieder des

Arbeitskreises, sondern auch anderer Arbeitskreise

des Fördervereins sowie gelegentlich

Nichtmitglieder teil. Die Zahl der

Exkursionsteilnehmer lag im Schnitt bei 25

Personen, die mit eigenem PKW oder in

Fahrgemeinschaften reisten. Die Exkursionen

führten in verschiedene Bergbaugebiete

Deutschlands: Harz, Mansfeld, Sachsen,

Sauerland, Schwarzwald, Siegerland

und Thüringen, aber auch ins Ausland, wie

nach Südtirol.

Mitglieder des Arbeitskreises hielten

mehrfach bergbaugeschichtliche Vorträge,

so bei Kreisheimattagen und im Rahmen

von Volkshochschulkursen. Außerdem

erschienen Veröffentlichungen über

die Geschichte des Ruhrbergbaus sowie

einzelner Bergwerke (siehe Literaturlisten

der Ausgabe 7/2007 der Zeitschrift “bergbau”).

Arbeitskreis Holzwickede

Der in Holzwickede bis ins 16. Jahrhundert

zurückreichende Steinkohlenbergbau

war bis 1956 zeitweise ein wichtiger Industriezweig.

Um das Geschichtsbewusstsein

der Bevölkerung wach zu halten, gründeten

mehrere Holzwickeder Bürger 1990 einen

bergbauhistorischen Arbeitskreis, der

sich unter das Dach des Fördervereins

stellte und bis heute von Dietmar Hilburg

geleitet wird.

Hauptziel wurde die Mundlochsicherung

des fast 5,2 km langen, beinahe vergessenen

Caroliner Erbstollens. Hierfür waren

umfangreiche Erd- und Restaurationsarbeiten

erforderlich, die sich über mehrere

Jahre hinzogen. Zusätzlich musste eine

Fußgängerbrücke über den Holzwickeder

Bach gebaut werden. Im Sommer 1995

konnten Brücke und Stollenmundloch der

Öffentlichkeit übergeben werden (Bild 6).

Parallel zum Caroliner Erbstollen wurde

ein bergbauhistorischer Rundweg von 17

km Länge mit 27 bergbaulichen Objekten

festgelegt. 14 vom Arbeitskreis gepflegte

Tafeln erläutern die Entwicklung des örtlichen

Bergbaus vom oberflächennahen

Kohlengraben über den Stollenbau bis zum

Kleinzechenbergbau. Ein Faltblatt kann bei

der Gemeinde erworben werden.

Durch Archivarbeit konnte ermittelt werden,

dass Ende des 18. Jahrhunderts eine

Wasserkunst in Betrieb war. Sie pumpte

das in den Grubenbauen unterhalb des Caroliner

Erbstollens zulaufende Grubenwasser

nach über Tage. Reste dieser Wasserkunst

sind im Gelände noch erkennbar, wie

eine Uferbefestigung des Kunstgrabens mit

Sandsteinquadern. Sie wurde nach Hochwasserschäden

2006 von den Mitgliedern

erneuert.

Seit 2003 legte der Arbeitskreis das

Mundloch eines ehemaligen Wetterschach-

5 Tafeleinweihung Königsborn 2/5 Foto: Tilo Cramm 6 Caroliner Erbstollen heute Foto: Tilo Cramm


Fachverbände und Unternehmen

7 Industriepark Alte Haase Foto: Tilo Cramm 8 Schacht auf dem Stollen Erbenbank Foto: Tilo Cramm

tes der Zeche Margarethe frei. Nach Entfernung

der Schachtverfüllung bis auf 4 m

Teufe wurde das Schachtmundloch nach

Wiederherstellung der teilweise fehlenden

Schachtmauerung mit einem stabilen

Schutzgitter abgedeckt und im Schacht

selbst eine Fahrte eingebaut. Über dem

Schacht wurden ein Dreibaum und daneben

ein Handhaspel mit Förderkübel aufgestellt.

Die Demonstrationsanlage konnte im

Herbst 2005 der Öffentlichkeit übergeben

werden.

Der Arbeitskreis führte in den vergangenen

Jahren mehrere Suchgrabungen

durch, an denen zeitweise auch Schüler

teilnahmen. Die umfangreichste, leider

ergebnislose Grabung erfolgte 1998 im

Hixterwald nach einem Haspelschacht der

Stollenzeche Schwarze Adler.

Das von der Gemeinde erworbene Gelände

der ehemaligen Zeche Caroline

wird zur Zeit nach Abriss der verbliebenen

Zechengebäude zur Wohnbebauung hergerichtet.

In Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung

hat der Arbeitskreis von der

DSK eine Seilscheibe der stillgelegten

Schachtanlage Wulfen übernehmen können,

welche im Bereich des ehemaligen

Förderschachtes zusammen mit einem

Förderwagen und einer Informationstafel

aufgestellt werden soll. Über den ehemaligen

Bergbau im Raum Holzwickede erschien

2003 eine umfangreiche Dokumentation

(siehe Literaturliste in der Ausgabe

7/2007 der Zeitschrift “bergbau”).

Arbeitskreis Sprockhövel

Der Arbeitskreis Sprockhövel wurde

im Herbst 1992 gegründet. Zum Vorsitzenden

wurde Klaus Leyhe gewählt,

dem 2007 Werner Kipper nachfolgte.

Die ersten 3 Mitglieder wanderten ein

ganzes Jahr mit alten Karten und Papieren

durch Büsche und Felder der Ge-

meinde. Dabei bot sich an, die vielen

Bergbauspuren durch Wanderwege in der

schönen Landschaft miteinander zu verbinden.

Nach einem Jahr leitete der Arbeitskreis

die erste geführte Wanderung und

konnte 1994 mit Hilfe der NRW- Stiftung,

der Stadtverwaltung und des Heimat- und

Geschichtsvereins Sprockhövel im Ortsteil

Hasslinghausen den "Deutschlandweg"

einweihen.

Von nun an wuchs der Arbeitskreis auf 6

Mitglieder und erstellte alle 2 Jahre einen

neuen Wanderweg: 1996 den "Alte Haase

Weg Nord", 1998 den "Alte Haase Weg

Süd" und im Jahr 2000 den "Herzkamper

Mulde Weg".

2004 begann die Einrichtung noch eines

fünften Wanderwegs, des "Pleßbachwegs".

Er wurde im Herbst 2005 fertig. Die

Faltblätter zu den 5 Wanderwegen sind

gegen eine geringe Gebühr in der Heimatstube,

beim Arbeitskreis Sprockhövel

und bei der Stadtverwaltung zu erwerben.

Mit zunehmendem Interesse der Bevölkerung

wurden neben den beiden jährlichen

öffentlichen Wanderungen zahlreiche

Gruppen und Vereine zusätzlich geführt.

Darüber hinaus wurden Vorträge über den

örtlichen Bergbau gehalten.

Insgesamt stehen bisher 39 Informationstafeln.

Um die Pflege der Wege und Tafeln

kümmern sich nun 17 Mitglieder. Der

Heimat- und Geschichtsverein Sprockhövel

nahm die Gruppe in sein Vereinsheim

auf. Das alte Fachwerkhaus ist mit bergmännischen

Objekten ausgestattet und

dient auch dem Förderverein einmal im

Jahr als Tagungsort.

In Sprockhövel lässt sich die Entwicklung

des Bergbaues nun gut verfolgen.

Nur die Präsentation der am Ort einst

so bedeutenden Bergbauzulieferindustrie

hinterließ kaum Anschauungsobjekte. Da-

her schuf der Arbeitskreis in Verbindung

mit dem Heimat- und Geschichtsverein

Sprockhövel und der Stadt 2001 auf dem

Gelände der ehemaligen Kläranlage der Zeche

Alte Haase einen Industriepark (Bild 7).

Hier stellte man von jeder Sprockhöveler

Firma ein Gerät oder eine Maschine

auf. Ein naher Stollen wurde gesäubert

und mit einer Stahltreppe zugänglich gemacht.

Der Park zeigt nun den Weg vom Bauern

über den Kohlengräber und Bergmann

zum Maschinenbauer.

Arbeitskreis Essen

Im Zuge der Ausdehnung der Aktivitäten

des Fördervereins bildete sich 1997 auch

in Essen ein Arbeitskreis. Den Vorsitz

übernahmen Karlheinz Rabas und Prof.

Dr. Albert Rubach gemeinsam. Da konkrete

Objekte zunächst nicht anstanden,

kam man überein, eine Bestandsaufnahme

der im Stadtgebiet noch vorhandenen

Bergbaurelikte durchzuführen und einen

“Bergbauhistorischen Atlas für das Stadtgebiet

Essen” zu erstellen.

Bei der Aufnahme der Bergbauspuren

stellte sich sehr schnell heraus, dass durch

die zufällig erhalten gebliebenen Bergbaureste

kein auch nur halbwegs geschlossenes

Bild des Essener Bergbaus entsteht.

So wurde nach längerer Diskussion ein

neuer Ansatzpunkt gesucht und dieser in

den Schächten gefunden. Auf dieser Basis

wurden alle erreichbaren Daten zum Essener

Bergbau zusammengetragen, ausgewertet

und sinnvoll zusammengestellt.

Zur Zeit wird nach der geeigneten Form

der Veröffentlichung gesucht.

Der Arbeitskreis arbeitet eng mit allen

an der Bergbaugeschichte interessierten

Personen und Institutionen zusammen, so

auch mit der “Arbeitsgemeinschaft Essener

Geschichtsinitiativen”.

bergbau 9/2007 419


Fachverbände und Unternehmen

Als Mitglied im GeoPark Ruhrgebiet e.V.

überprüft und dokumentiert er - wie die

anderen Arbeitskreise des Fördervereins

in ihren jeweiligen Bereichen - den heutigen

Zustand der im Stadtgebiet liegenden

Geotope.

Ein weiteres Projekt des Arbeitskreises

ist die Öffnung des Tiefen Stollens der

Zeche Erbenbank in Essen-Kettwig. Gemeinsam

mit Mitgliedern der Grubenarchäologischen

Gesellschaft (GAG) wurde

ein neuer Zugangsschacht auf den Stollen

gegraben und durch ein kleines Bauwerk

gesichert (Bild 8).

Arbeitskreis

Wetter/Herdecke

In den südlichen Stadtteilen von Wetter bis

Silschede erstreckt sich das Schlebuscher

Revier mit zahlreichen Relikten, wie dem

Schlebuscher Erbstollen, dem ehemaligen

Maschinenhaus Friederika, der Trasse der

Schlebusch-Harkorter Kohlenbahn mit einer

der ersten Eisenbahnbrücken Deutschlands

und auch der Waschkaue der Zeche Neuwülfingsburg.

Der Altbergbau in diesem Bereich

wurde bis zu seinem Tod 1997 vom

Mitglied Wilhelm Riebeling betreut, dem

letzten Steiger von Neuwülfingsburg. Er

übernahm im Auftrag der "AG für Versorgungsunternehmen

(AVU)" in Gevelsberg

die Projektierung und Kennzeichnung eines

15 km langen Bergbaurundweges.

Auf Initiative des 1995 gegründeten

"Stadtmarketing für Wetter e.V." wurden

Projektgruppen zur Anlage von Themenwegen

ins Leben gerufen. Eine Gruppe übernahm

1997 unter Leitung von Karl Hebeker

die Überarbeitung des Bergbaurundwegs.

Mit Übernahme der Betreuung der Bergbaurelikte

in der Freiheit Wetter und in Herdecke

vom Arbeitskreis Dortmund entstand

1999 der Arbeitskreis Wetter/Herdecke.

Seit 2004 steht ihm Gerd Langfeld vor.

9 Einweihung Tafel Neuwülfingsburg Foto: Tilo Cramm

420 bergbau 9/2007

Am Mundloch “Vereinigte Eulalia” geht

der “Energiewirtschaftliche Wanderweg

Herdecke” in den Wetteraner “Harkortweg”

mit dem ehemaligen Märkischen Berg- und

Oberbergamt, das von 1784 bis 1793 vom

Freiherrn vom Stein geleitet wurde, und der

“Mechanische Werkstätte” des Industriepioniers

Friedrich Harkort und seines Kompagnons

Heinrich Kamp in der Burg der

Freiheit Wetter über (siehe Faltblatt “Harkortweg”

der Stadt Wetter).

2000 konnte mit Pfadfindergruppen im

Schlebuscher Berg historische Karrenspuren

freigelegt, die Schachtpinge “Frischgewagt”

freigeschnitten und eine Zuwegung

zu ihr vom Bergbauwanderweg geschaffen

werden. Außerdem renovierten die

Pfadfinder 2001 die vor dem ehemaligen

Bahnhof Albringhausen zur Erinnerung an

die 1967 stillgelegte Zeche Neuwülfingsburg

aufgestellte Förderwagengruppe.

Der Arbeitskreis teilte den Bergbaurundweg

im Schlebuscher Revier in die 3

Wege BW 1 (“Schlebuscher Weg”), BW 2

(“Erbstollenweg”) und BW 3 (“Neuwülfingsburgweg”)

mit je ca. 9,5 km Länge auf und

weihte sie 2002/2003 ein. In Kooperation

mit dem Stadtmarketing wurden sie in die

Faltblatt-Reihe “Wandern in Wetter (Ruhr)”

aufgenommen. Zu diesen Maßnahmen

zählten auch die Mithilfe bei der Gestaltung,

Aufstellung neuer und die Pflege vorhandener

Informationstafeln (Bild 9).

Das Hauptaugenmerk des Arbeitskreises

liegt jedoch auf dem Erhalt des 15 km

langen Schlebuscher Erbstollens, dem

längsten Erbstollen des Ruhrbergbaus. Er

wurde nach Abschluss eines Gestattungsvertrages

mit der AVU teilweise erforscht.

Im Fahrschacht, dem einzigen Stollenzugang

und im Stollen selbst wurde mit

Richtarbeiten am Gewölbe begonnen. Zur

Kontrolle der Profilverformungen werden

Konvergenzmessungen durchgeführt. Zur

Fortsetzung der Sicherungsmaßnahmen,

der weiteren Erforschung und als Fluchtweg

soll ein auf dem Erbstollen stehendes

Lichtloch geöffnet werden.

Der Arbeitskreis richtete Bergbauausstellungen

2003 auf dem Betriebsgelände

der Fa. Naturstein Külpmann (vormals

Neuwülfingsburg) und 2004 bei der Stadtsparkasse

Wetter aus.

Seit 2003 besteht vor allem zum Stollen

die Domain www.bergbau-wetter.de.

Arbeitskreis Recklinghausen

Bei einem Treffen ehemaliger Berglehrlinge

der Zeche König Ludwig 1/2 in IIfeld/

Harz schlug der frühere Steiger, Vereinsmitglied

Klaus Rübesame (Berlin) vor, eine

Monographie über die Gründerzeche der

Ruhrfestspiele zu schreiben. Er bat um Unterstützung

bei seiner Archivarbeit. 2 Monate

später trafen sich 5 Mann zum ersten

Gedankenaustausch auf der “Ranch” von

Hans-Dieter Pröve in Recklinghausen-Pöppinghausen.

Dieser Raum mit seinem bergmännischem

Flair und einem offenen Kamin

blieb bis heute Treffpunkt. Klaus Rübesame

brachte 2000 den damaligen Vorsitzenden

des Arbeitskreises Dortmund Heinrich

Bertelsbeck mit, der ebenfalls ehemaliger

König-Ludwiger ist. Er schlug vor, das Buchprojekt

im Rahmen des Fördervereins

durchzuführen.

Die Gruppe wurde daraufhin ohne große

Formalitäten als Arbeitskreis Recklinghausen

in den Förderverein aufgenommen; Leiter

wurde Richard Geipel.

Der Arbeitskreis befasste sich als “Arbeitsgruppe

König Ludwig” zunächst mit

der geplanten Monographie. In ihr sollte

vor allem berichtet werden, dass diese

Zeche im harten Winter 1946/47 das Hamburger

Staatstheater illegal mit Kohlen versorgte,

damit die Bühnenhydraulik nicht

einfror. Als Dank hatten die Hamburger

10 Festgemeinde Foto: Tilo Cramm


ereits 1947 im Saalbau Recklinghausen

gespielt. So stand die Zeche König Ludwig

an der Wiege der bis heute bestehenden

Ruhrfestspiele Recklinghausen.

Bei der letzten Durchsicht des Manuskriptes

half Dr. Christoph Thüer. 2005

wurde die Monographie “Unsere Zeche

König Ludwig” im “Haus König Ludwig”

unter großer Beteiligung der Bevölkerung

vorgestellt. Zur Finanzierung hatten vom

Arbeitskreis herausgegebene “Kuxe” (Anteilsscheine)

beigetragen (Bild 10).

Der Arbeitskreis führte außerdem zusammen

mit den örtlichen Bürgermeistern

Vortragsreihen und Bergmannsabende

durch. Seit 2001 wurden mit den Gönnern

des Buchprojekts Barbarafeiern auf

der “Ranch” abgehalten. Ein Jahr später

arbeitete der Arbeitskreis Recklinghausen

als “Geschichtsgruppe König Ludwig”

auch bei der Revierarbeitsgemeinschaft

für kulturelle Bergmannsbetreuung (RE-

VAG) mit.

Arbeitskreis Gelsenkirchen

Der Arbeitskreis Gelsenkirchen wurde

2001 vom Gelsenkirchener Karlheinz Rabas

gegründet. Er hatte sich seit mehr als

30 Jahren mit der Orts- und Bergbaugeschichte

befasst. Den Vorsitz übernahm

er nach 2 Jahren kommissarisch, da sich

der bisherige Leiter Lars Dachnio wegen

beruflicher Überlastung zurückgezogen

hatte.

Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit

ist die Bergbausammlung im Volkshaus

Rotthausen, die gemeinsam mit dem Heimatbund

Gelsenkirchen e.V., dem Stadtteilarchiv

Rotthausen e.V. und dem Arbeitskreis

Essen des Fördervereins betrieben

wird. Sie stellt insbesondere Informationen

zum Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet,

aber auch über den Bergbau in anderen

Regionen in Deutschland und in der übrigen

Welt bereit. Neben Bergbauliteratur

11 Buchvorstellung "Gelsenkirchener Bergwerke im Bild"

Foto: Tilo Cramm

und Bergbauzeitschriften finden sich hier

Fotos von Bergwerksanlagen, Bergbauakten,

Bergbaupläne und weitere Bergbaugegenstände.

Z.Z. werden Verhandlungen

über die Unterbringung der umfangreichen,

ständig wachsenden Sammlung in

größeren Räumlichkeiten geführt.

Ein besonderes Ereignis war 2006 die

Vorstellung des Buches “Gelsenkirchener

Bergwerke im Bild” von Karlheinz Rabas

und Helmut Striecker. Die Präsentation

erfolgte in der nördlichen Fördermaschine

Schacht 9 der Zeche Consolidation in der

sehenswerten Ausstellung bergbauspezifischer

Objekte des Sammlers und Künstlers

Werner Thiel (Bild 11).

2005 war der Arbeitskreis Mitorganisator

der Gedenkveranstaltung an das letzte Grubenunglück

auf der Zeche Dahlbusch mit 42

Toten. Erst knapp 2 Monate zuvor hatte die

Zeche Dahlbusch mit der sog. Dahlbusch-

Bombe Erfolg bei der Rettung von 3 eingeschlossenen

Bergleuten gehabt.

Arbeitskreis Mülheim

an der Ruhr

Auch Mülheim war schon früh eine Wiege

des Bergbaus. 1225 soll ein Bauer in

Eppinghofen beim Pflügen Kohle gefunden

haben. Den ersten gesicherten Nachweis

für Stollen in Heißen gibt es aus dem

16. Jahrhundert. Danach hat es zahlreiche

Stollen und bedeutende Tiefbauzechen

bis in unsere Zeit gegeben. Mit der Schließung

des Bergwerks Rosenblumendelle

1966 wurde Mülheim allerdings zur ersten

“bergfreien” Stadt des Ruhrgebietes.

Die früher überwiegend landwirtschaftlich

geprägte Stadt verdankt dem Bergbau

den Aufschwung zu einem frühindustriellen

Zentrum. Auch die Ruhrschifffahrt, die

aufkommende Werftindustrie und die Entwicklung

der Stadt zu einem Handelszentrum

haben ihren Zusammenhang mit der

Kohlenförderung.

Die Brüder Johann

und Franz Dinnendahl

gründeten in

Mülheim eine Eisenhütte

und “Mechanische

Werkstätte”,

aus der 1832 die

Friedrich-Wilhelms-

Hütte hervorging.

Bereits seit 1810 gab

es auf den Mülheimer

Zechen Caroline

und Wiesche und

1814 auf Sellerbeck

Dampfmaschinen zur

Wasserhebung aus

Schächten. Unweit

der Mülheimer Stadt-

Fachverbände und Unternehmen

grenze durchteufte

Franz Haniel 1832

und 1834 mit seinen Schächten Franz und

Kronprinz zum ersten Mal die Mergeldecke.

Es hatte vorher nur kleinere Schächte

durch den Mergel gegeben.

2001 schlossen sich Interessierte an der

Wahrung der örtlichen bergmännischen

Tradition als Arbeitskreis Mülheim an der

Ruhr dem Förderverein an. Zum Vorsitzenden

wurde Heinz Wilhelm Auberg gewählt.

Seitdem sammeln die Mitglieder

bergmännische Literatur, Karten, Pläne

und Risse und fotografieren bergbauhistorische

Bauwerke, um Grundlagen zur

Information der Öffentlichkeit bereitzustellen.

Fertiggestellt wurden inzwischen mit

Hilfe des Stadtmarketing und des Kulturbetriebes

ein Faltblatt “Auf den Spuren

des Mülheimer Bergbaus” und eine Darstellung

auf der Webseite der Stadt verwirklicht.

Auch ein Radrundweg entlang

der ehemaligen Bergwerke in Mülheim-

Heißen wurde der Bevölkerung angeboten.

Mitglieder des Arbeitskreises arbeiten

mit dem Geschichtsverein Mülheim an

der Ruhr zusammen und halten die Erinnerung

an den Bergbau durch öffentliche

Vorträge wach und unterstützen Schulen

bei Bergbau-Projektwochen.

12 Einweihung Tafel Rosenblumendelle

Foto: Tilo Cramm

Von Anfang an schwebte dem Arbeitskreis

vor, mit Informationstafeln an ehemalige

Mülheimer Bergwerke zu erinnern.

Inzwischen sind an markanten Punkten

der Stadt Bronzetafeln an Sandsteinblökken

zur Erinnerung an die Zechen Humboldt,

Wiesche und Rosenblumendelle

angebracht worden. Weitere sind für die

Zeche Sellerbeck und den Hollenberg-

Darmstadt-Stollen in Vorbereitung. Damit

möchte der Arbeitskreis einen Beitrag zum

200-jährigen Stadljubiläum im Jahre 2008

leisten (Bild 12).

bergbau 9/2007 421

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine