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additive 04.2019

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02 Post-Processing

02 Post-Processing Ergonomie und Sicherheit bei der Nachbearbeitung Post-Processing voll im Griff Mit der rasanten Verbreitung additiver Fertigungsverfahren entstehen mehr und mehr Herausforderungen, über die bisher wenig nachgedacht wurde. Denn Entpulverung, Supportentfernung und Oberflächenbearbeitung setzen Pulverreste und Stäube frei, die lungengängig, hautreizend und teilweise sogar stark explosiv sein können. Joke Technology hat mit der Eneska-Postpro eine Lösung für alle Post-Processing-Arbeiten entwickelt. ■■■■■■ Eneska-Postpro von der Joke Technology GmbH beinhaltet einen dichten, komplett eingehausten Arbeitsraum, ausgestattet mit verschiedenen elektrischen und pneumatischen Werkzeugen sowie leistungsstarken Absaugvorrichtungen mit Explosionsschutz. Denn neben der möglichen Gesundheitsgefährdung für den Menschen können die Feinstäube ähnlich wie das Mehl in Bäckereien zur Verpuffung führen. Vorsicht ist vor allem bei reaktiven Stoffen wie Titan oder Aluminium geboten: Explosionen und Brände entstehen in kürzester Zeit durch Reibung einzelner Partikel. Dank der Eneska-Postpro können die Fertigungsschritte ohne jeglichen Kontakt zu den Materialien oder Feinstäuben getätigt werden – das bedeutet mehr Sicherheit für Anwender und Betrieb. Viele Arbeitsschritte mit einer Anlage erledigen Joke Technology hat mit der Eneska- Postpro eine Lösung für alle Post- Processing-Arbeiten entwickelt. Bild: Joke Die Anforderungen an additiv gefertigte Werkstücke wachsen fast ebenso schnell wie ihre Verbreitung. Die Entpulverung wirkt auf den ersten Blick noch trivial, doch meist steckt der Teufel im Detail – in diesem Fall die Rückstände des Pulvers. Spätestens beim Trennen von der Druckplatte oder der Entfernung der Stützstrukturen wird es dann kniffliger. Mikromotorwerkzeuge helfen dabei, die Funktion einschränkende Beschädigungen oder Verformungen des Bauteils zu vermeiden. Anschließend müssen Oberflächen entgratet, geschliffen und zum Finish gegebenenfalls poliert werden. Alle diese Bearbeitungsmöglichkeiten bietet die Eneska-Postpro in einer Anlage. Bei jedem dieser Arbeitsschritte spielen spezielle Aspekte für die Sicherheit und Ergonomie des Anwenders eine wichtige Rolle – und auch hier gibt die Postpro die richtige Antwort. Der Sicherheitsstandard beim manuellen Nachbearbeiten ist in vielen Unternehmen nicht ausreichend, unabhängig davon, um welchen Nachbearbeitungsschritt es sich handelt. Entgratboxen, die dafür in manchen Betrieben zum Einsatz kommen, sind bessere Schutzbrillen. Sie schirmen mit ihren Glasscheiben zwar die Augen ab, halten aber nicht die Stäube zurück. Größere Gleitschleif- wie auch Strahlanlagen verfügen zwar oft über entsprechende und sichere Absaug- und Filtereinrichtungen. Allerdings verändern sie die Geometrie der Bauteile und sind deshalb nicht für jedes Finish oder Werkstück geeignet. Professionelle Protektion Um genau diesem manuellen und hochpräzisen Finish so viel Sicherheit und Ergonomie wie möglich zu bieten, wurde die Eneska-Postpro konzipiert. Das Joke-Entwicklerteam hatte als Ziel, die beste machbare Lösung zu liefern. „Deshalb lautete unser Motto: Lieber eine Schippe drauf als zu wenig“, macht Joke-Produktmanager Ibrahim Anusch den eigenen Anspruch deutlich. Das zeigen schon die Maße: Knapp einen Quadratmeter groß ist der Arbeitsraum. Hier haben selbst große Substrat- und Druckplatten genug Platz. Ebenso spiegeln die Sicherheitsstandards und vielen funktionalen Details den Ansatz wider. Besonders ist aber vor allem die Vielseitigkeit des Systems. Egal ob es um Entfernung von Restpulver, das Trennen von der Substratplatte, Supportentfernung, Oberflächenglättung oder das Finish geht – alle Arbeitsschritte sind mit der Eneska-Postpro zu erledigen. 56 additive November 2019

Droht die Wiederkehr der Staublunge? Aus den Kohlebergwerken ist das Krankheitsbild einer Staublunge bekannt, auch Asbest- oder Quarzstaub kann zu Schädigungen am Atemorgan führen. Ebenso ist es beim 3D-Druck: Die meisten hierbei eingesetzten Materialien setzen beim Postprocessing lungengängige Stäube frei. Sie werden unter anderem für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich gemacht. Deshalb ist die Eneska-Postpro komplett eingehaust und verschlossen. Aus ihrem Arbeitsbereich können keine Stäube austreten. Nach allen Bearbeitungsschritten wird der Innenraum mit einer Luftdusche zusätzlich komplett gereinigt. Bevor die Anlage sich öffnen lässt, gibt es eine etwa zehnsekündige Nachsaugphase – erst dann entriegelt sich die Glaskuppel und das fertige Werkstück kann entnommen werden. Arbeitsschutz für den Anwender Eneska-Postpro von der Joke Technology GmbH beinhaltet einen dichten, komplett eingehausten Arbeitsraum, ausgestattet mit verschiedenen elektrischen und pneumatischen Werkzeugen sowie leistungsstarken Absaugvorrichtungen mit Explosionsschutz. Bild: Joke Die Absauganlage der Eneska-Postpro ist geerdet, um einen Funkenschlag zu verhindern. Optional gibt es für reaktivere Stoffe zukünftig eine weitere Absaugvariante, die durch einen integrierten Nassabscheider eine mögliche Entzündung nicht zulässt. Die Absaugung erreicht eine Leistung von stolzen 410 m 3 /h und dank des Seitenkanalverdichters wird die Absaugkraft nochmal erhöht. Zusätzlich unterstützen eine Druckluftpistole und ein Absaugarm die Reinigung in versteckteren Ecken. Denn fast jeder Anwender kennt das Phänomen, wenn sich die feinen Stäube in Spalten eines Werkstücks oder den Ecken einer Entgratbox ansammeln. Sind sie aus Titan oder Aluminium, darf man auf keinen Fall versuchen, sie mit einem handelsüblichen Staubsauger zu reinigen. Ein kleiner Funke durch eine elektrische Ladung im Filter würde schon ausreichen, um zu einer Verpuffung oder Explosion zu führen. Ergonomie & Bedienerfreundlichkeit Um beste Ergebnisse beim Postprocessing zu erreichen, müssen die Anwender konzentriert und entspannt arbeiten können. Mit vielen Ausstattungsdetails hat das Joke-Entwicklerteam dieses Ziel erreicht. Der Zugriff und die Gummihandschuhe sind ergo- Egal ob es um Entfernung von Restpulver, das Trennen von der Substratplatte, Supportentfernung, Oberflächenglättung oder das Finish geht – alle Arbeitsschritte sind mit der Eneska-Postpro zu erledigen. Bild: Joke nomisch optimiert. Das System ist geräuschgedämmt, vor allem beim Einsatz der Druckluftpistole sehr angenehm. Leuchtsignale beim Ein- und Ausschalten zeigen den Status der Eneska-Postpro. Außerdem ist die Intensität der Beleuchtung dimmbar. Aufgrund der großen Glaskuppel hat man nicht nur eine sehr gute Sicht auf die zu bearbeitenden Bauteile – auch macht sie das Beladen sehr einfach. Über integrierte Steuergeräte können verschiedene elektrische und hydraulische Werkzeuge angeschlossen werden. Allein drei unterschiedliche Mikromotoren können gleichzeitig angeschlossen werden – das reduziert die Rüstzeiten und ermöglicht ein schnelles Finish. Das Steuergerät ist kompatibel mit den Handstücken der ENESKA-Serie, auch verschiedenes Zubehör kann verwendet werden wie zum Beispiel ein Drehteller und Magnetspannkugel. „Wir haben viel zugehört“, beschreibt Anusch den Entwicklungsprozess. Das Joke-Team stand im engen Austausch mit Herstellern von 3D-Druckern, Anwendern und auch Berufsgenossenschaften. Auch erfüllt das System wichtige „goldene Regeln“ der IG Metall zur Staubbekämpfung, wie zum Beispiel die, Staub unmittelbar an der Austrittsstelle abzusaugen. ■ Joke Technology GmbH www.joke-technology.de Formnext Halle 11.0 Stand B41 additive November 2019 57

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