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Bock E-Paper 2024 KW08

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8 Gesellschaft

8 Gesellschaft Bock | Dienstag, 20. Februar 2024 «Right Plant, Right Place» RATGEBERKOLUMNE PFLANZENFLÜSTERER Hauenstein AG Rafz Zimmerpflanzen gehören zum modernen Lifestyle. Sie wirken sich positiv auf das Raumklima aus und sie erfreuen das Auge. Studien belegen, dass Zimmerpflanzen Geist und Körper aufleben lassen. Sie sind für eine kontinuierliche Luftfeuchtigkeit und frischen Sauerstoff besorgt. Dies wirkt sich positiv auf die Konzentration und die Arbeitsleistung aus. Und zu guter Letzt ist zu sagen: Grüne Pflanzen verbreiten Frische und Energie. Indoor-Pflanzen sind meist Pflanzen, die in den tropischen Regenwäldern beheimatet sind. Viele dieser Pflanzen, die in unseren Breitengraden als Zimmerpflanzen verwendet werden, benötigen wenig Licht, weil sie an ihrem natürlichen Standort auch mit nur wenig Licht auskommen. In der Regel sind Zimmerpflanzen für dunkle Standorte pflegeleichter und anspruchsloser als ihre sonnenanbetenden Artgenossen. Somit bieten sie beste Voraussetzungen für die Begrünung von wenig lichtdurchfluteten Innenräumen. Das Grün im Wohn- oder Bürobereich ist ein wichtiges Gestaltungselement. In Einzelstellung wie auch in Gruppen arrangiert, setzen Zimmerpflanzen im passenden Gefäss Akzente im Raum. Grüne Wände oder Wandgärten sind moderne Innenraumteiler. Sie schaffen nicht nur eine positive Atmosphäre, sie sorgen auch für ein angenehmes Klima. Die grünen Blätter dämpfen sogar den Lärm und hallende Geräusche und sorgen so für eine angenehme Raumakustik. Indoor-Pflanzen, wie zum Beispiel Kolbenfaden, Schusterpalme, Bogenhanf oder Glücksfeder, sind für dunkle Standorte geeignet. Weitere Auskünfte über Zimmerpflanzen und den richtigen Standort, also zu «The Right Plant for the Right Place», erhalten Sie von den Gärtnern in Fachgeschäften. Je nach Art der Zimmerpflanze variieren die Pflege und die Ansprüche bezüglich Wasserbedarf und Düngung. Zimmerpflanzen mit grossen Blättern sind ziemlich schnell verstaubt; sie lassen sich mit einem feuchten Lappen einfach abstauben. Welke Blüten und Blätter sollen regelmässig entfernt werden. Zudem lohnt es sich, das Gefäss öfters um seine Achse zu drehen. So wird eine einseitige Ausrichtung der Pflanze vermieden. Die meisten Zimmerpflanzen gedeihen in normaler Pflanzenerde. Falls Sie sie umpflanzen möchten, dann empfiehlt es sich, sich im Gartencenter über die zu verwendende Erde zu informieren. www.hauenstein-rafz.ch Buch-tipp: Sylvia Bührer stellt Bücher vom Verlag Mare vor TIPP DER WOCHE SCHAFFHAUSEN Sylvia Bührer (geb. 1964) arbeitet seit 2016 bei den Bibliotheken Schaffhausen. Sie ist in den Niederlanden geboren und aufgewachsen, wohnt aber seit über drei Jahrzehnten in der Region Schaffhausen. Während der Pandemie hat die Vielleserin begonnen regelmässig Buchrezensionen zu schreiben – zuerst ausschliesslich für ihre Kolleg:innen aus der Bibliothek, unterdessen auch für den Bibliotheksnewsletter und die App der Stadt Schaffhausen. In loser Folge schreibt sie für den «Bock» Buchempfehlungen. Die Bücher, die Sylvia Bührer hier vorstellt, spiegeln ihr breites Leseinteresse wider. Vor ein paar Monaten habe ich den Mare Verlag für mich entdeckt. Er publiziert Bücher rund um den Lebensraum Küste, Meer und Mensch. Meine bisherigen Favoriten und damit Lesetipps stelle ich hier kurz vor. Jeder dieser vier Romane ist eine richtige Perle - Lesevergnügen pur, spannende Hauptfiguren und auf den ersten Blick kleine Ereignisse, jedoch mit grossen Folgen für die Menschen. «Solange wir schwimmen» von Julie Otsuka Eine Gruppe sehr unterschiedlicher Menschen trifft sich regelmässig in einem unterirdischen Hallenbad. Julie Otsukas Roman bietet ungewohnte Blickwinkel und ist mal traurig, mal lustig. «Das Haus über dem Fjord» von Kristin Valla Die Kindheitserinnerungen von Elin, der Hauptprotagonistin, werden durch ihre Recherchen als Journalistin in Frage gestellt. Vieles war anders, als sie meint. Ein schöner Roman über ein grosses Familiengeheimnis. «Bin das noch ich» von Stefan Moster Das Leben von Geigenspieler Simon wird auf den Kopf gestellt, als zwei seiner Finger den Dienst verweigern. Auf einer einsamen Insel versucht er den Schock zu verarbeiten, indem er sich mit den Vögeln der Insel beschäftigt und Briefe an eine ukrainische Stargeigerin schreibt. Wird er ohne Musik noch er selbst sein? «Zuhause ist ein grosses Wort» von Nina Polak Nienke «Skip» Nauta ist eine leidenschaftliche Seglerin. Seit sieben Jahren ist sie auf den Meeren Europas unterwegs. Eine Begegnung in Nizza lässt sie zurückkehren nach Amsterdam, wo sie sich Gedanken macht über ihre Vergangenheit und sich entscheiden muss, wie ihre Zukunft aussehen wird. bibliotheken-schaffhausen.ch Publireportage Posaune,Pärt & mehr Dynamische Bläserklänge bei Schaffhausen Klassik: Am 1. März tritt das Musikkollegium Winterthur gemeinsam mit dem Posaunisten Jörgen van Rijen auf. Jan Willem de Vriend leitet das vielfältige Programm, welches diverse Werke zur Aufführung bringt. PUBLIREPORTAGE SCHAFFHAUSEN Musik-Collegium Schaffhausen Der März beginnt mit einer musikalischen Schau auf die Entwicklung der Bläserklänge: Den Anfang macht dabei mit einem Werk aus dem späten 18. Jahrhundert Haydns letzte Sinfonie mit dem Beinamen «Salomon». Ferdinand Davids Concertino für Posaune und Orchester gehört ebenso wie Robert Schumanns Sinfonie Nr. 2 zum unverzichtbaren Repertoire des 19. Jahrhunderts. Mit Arvo Pärts «Fratres» steht schliesslich ein Werk der Neuen Musik auf dem Programm. Besonders wirkungsvoll ist auch die Abfolge dieser vier Glanzstücke: Ein Rekurs auf den Beginn findet sich nämlich Vorschau auf weitere Konzerte mit Schumanns zweiter Sinfonie, nimmt doch dessen Werk direkten Bezug auf Haydns «Salomon». Abwechslungsreiche Klänge «Salomon» ist dabei weniger aus einem biblischen Kontext heraus zu verstehen – der Bezug gestaltet sich ganz säkular mit Johann Peter Salomon, einem Londoner Komponisten und Impresario, der mit seinen «Salomon-Konzerten» einen weiteren Aufführungsrahmen für diese Sinfonie bot. Das Concertino findet sich im festen Repertoire der meisten Posaunistinnen und Posaunisten, zählt es doch zu den Standardwerken für instrumentale Wettbewerbe und Vorspiele. Ferdinand David schrieb das Werk für Carl Traugott Queisser, einem äusserst virtuosen Mitglied des Leipziger 25. Februar, 11 Uhr, Rathauslaube Schaffhausen sonntags um 11 Uhr : Kulturelle Begegnung 3 Werke von Claude Debussy, Philippe Gaubert, Camille Saint-Saëns, Dmitri Schostakowitsch und Malcolm Arnold. Mit Nolwenn Bargin, Flöte, Francesco Negrini, Klarinette und Layla Ramezan, Klavier. Sa. 23. März, 15 Uhr, St. Johann Schaffhausen Schaffhausen Klassik Familienkonzert – «PEER GYNT» Mit dem Sinfonischen Orchester Schweiz, der Singschule des MKS, Béatrice Gründler, Konzept, Monika Flieger, Moderation und Annedore Neufeld, Leitung. Tickets «Posaune, Pärt & mehr»: CHF 75 | 65 | 50 | 35 Fr, 1. März, 19.30 Uhr, St. Johann, Schaffhausen Freier Eintritt für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende bis 25 Jahre (ausgenommen Plätze in der 1. Kategorie: Vorverkauf CHF 10) Konzerteinführung um 18.45 Uhr im Bistro Meetingpoint Gewandhausorchesters, den David selbst sogar einen «Posaunengott» nannte. Mit «Fratres» werden die Zuhörenden in die Welt der «Tintinnabuli»-Kompositionstechnik, wie sie vom estnischen Komponisten Arvo Pärt geprägt und benannt wurde, eintauchen. Stark reduziertes Klangmaterial statt stetig zunehmender klanglicher Komplexität ist das Ziel bei dieser «Glöckchen»-Kompositionsweise. Den Abschluss macht Robert Schumann mit seiner C-Dur-Sinfonie – er definierte die eigenen Kompositionsmassstäbe mit Anklängen an Haydns Sinfonie Nr. 104 und an Beethovens fulminantes Finale seiner Neunten gleich selbst. Entstanden ist eine bewegende, faszinierende Komposition, und auch für Schumann schien die Arbeit daran, nach eigenen Angaben eine Bewältigung der eigenen gesundheitlichen und seelischen Krisen zu bedeuten. Jörgen van Rijen und das Musikkollegium Winterthur Mit Jörgen van Rijen, dem Solo-Posaunisten des Concertgebouworkests Amsterdam, kommt ein gefragter Solist nach Schaffhausen. So ist er bereits mit zahlrei- Jörgen van Rijen ist ein Meister an der Posaune. chen internationalen Klangkörpern aufgetreten: Das BBC Scottish Symphony Orchestra, das Dallas Symphony Orchestra oder das Orchestre de la Suisse Romande sind dabei nur einige auf der Liste. Dass van Rijen mit seinen breiten Repertoirekenntnissen und seinem virtuosen Spiel der Posaune als Solo-Instrument zu neuem Glanz verhilft, beweist die Zahl der neuen Werke, die für ihn geschrieben wurden. Unter der Leitung des niederländischen Dirigenten Jan Willem de Vriend, Gastdirigent bei verschiedenen internationalen Orchestern und künstlerischer Leiter des bekannten Ensembles Combattimento Bild: zVg. Consort Amsterdam, findet das Programm «Posaune, Pärt & mehr» nach Aufführungen Ende Februar in Winterthur im St. Johann seinen krönenden Abschluss. «Posaune, Pärt & mehr» am Freitagabend, 1. März, um 19.30 Uhr im St. Johann. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit den gespielten Werken bietet die Konzerteinführung um 18.45 Uhr im Bistro Meetingpoint. Weitere Informationen unter: schaffhausen-klassik.ch

9 Sport Bock Einweihungsfeier Neue Kunstwerke, gemalt von der Künstlerin Monika Sommerhalder, schmücken das Café am Rheinquai. Seite 11 Gold, Silber und vier Kantonalrekorde Die Sieber-Zwillinge schaffen im Dreisprung Historisches und durften einen Doppelsieg feiern. Für neue Kantonalrekorde sorgten die Nachwuchshoffnungen Felix Doll, Tim Hübscher und Nadja Lüthi. LEICHTATHLETIK SCHAFFHAUSEN Ernst A. Müller/ Mevina Portner An der Hallen-SM in St.Gallen wurde Simon Sieber seiner Favoritenrolle im Dreisprung gerecht. Er steigerte seine Saisonbestleistung auf 15,14 Meter und gewann Gold. Bruder Roman Sieber erreichte mit 14,77 Metern vor dem Genfer Louis Mallet Silber. Damit konnten die Sieber-Zwillinge ihren Doppelsieg nach acht Jahren wiederholen. Gysi, knapp am Podest vorbei Am Sonntagmorgen eröffneten die Dreispringerinnen den zweiten Wettkampftag in der Leichtathletikhalle in St. Gallen. May- Madeleine Gysi steigerte just an der SM ihre persönliche Bestleistung auf 11,86 Meter. Damit wurde sie Vierte. Doll verbessert zwei Kantonalrekorde Bei Felix Doll blieben die Uhren über 60 Meter bei 7,10 Sekunden stehen. Er verbesserte damit den 41-jährigen Kantonalrekord bei den U23. Über 200 Meter doppelte Felix Doll gleich nach. Der erst 21-jährige LCS-ler und platzierte sich im Final bei den Männern auf dem sensationellen vierten Rang. Noch nie war ein Schaffhauser schneller als die 22,11 Sekunden von Felix Doll gesprintet. U23-Athlet Felix Doll pulverisierte den Kantonalrekord sogar bei den Männern um satte 39 Hundertstel. Weitere Kantonalrekorde Tim Hübscher wird dieses Rennen wohl nie mehr vergessen, denn ein Start neben Lobalu ist etwas Einzigartiges. Tim Hübscher führte längere Zeit die Verfolger hinter dem Läuferstar an und kämpfte sich über die 3000 Meter in 8:44,23 auf dem bemerkenswerten fünften Rang über die Ziellinie. Damit unterbot er den Kantonalrekord um 11 Hundertstelsekunden. Auch Nadja Lüthi stellt über die 60 Meter Hürden einen U20- Kantonalrekord mit 8,80 Sekunden auf. Sport in Kürze Eine Achterbahnfahrt der Gefühle Mit grosser Vorfreude reiste Tanja Schmid vergangene Woche an die Elite Europameisterschaften in Bulgarien. Die Voraussetzungen waren gut: «Ich war voll motiviert, alles zu geben und das Training am Vortag lief sehr gut.» Doch schlussendlich sollte es nicht aufgehen an ihrem ersten internationalen Grossanlass: Beim Reissen gelangen ihr weder der zweite noch der dritte Versuch und unglücklicherweise erklärte die Jury im Nachhinein auch den ersten Versuch als ungültig, da sie mit dem Ellbogen leicht eingeknickt war. Auch beim Stossen konnte sie nicht wie geplant abliefern – zuerst fiel die Stange nach vorne, dann konnte sie nicht umsetzen und beim letzten Versuch pushte sie die Stange gar mit zu viel Kraft nach oben. Obwohl sie nun kein offizielles Resultat von der EM hat, sei es ein unvergessliches Erlebnis gewesen. «So viele Emotionen in so kurzer Zeit habe ich noch nie in erlebt», berichtet Tanja Schmid. «Von der riesigen Vorfreude bis zur grossen Enttäuschung, dass ich nicht abrufen konnte, was in mir steckt.» Mit Blick auf die Zukunft ist es ihr klares Ziel, sich nochmals für eine EM oder gar WM zu qualifizieren. Gold und Silber im Dreisprung gehen an die Zwillinge Roman (l.) und Simon Sieber (m.) nach Schaffhausen. Damit können sie ihren Doppelsieg nach acht Jahren wiederholen. Bilder: zVg. Gratulation zum vierten Rang über 200 Meter für Nachwuchssprinter Felix Doll. Nachwuchs an der Reihe Am 24. und 25. Februar kämpft nun der Nachwuchs des LC Schaffhausen in Magglingen um persönliche Bestleistungen und Podestplätze. An der Hallen-Nachwuchs-SM nehmen insgesamt 17 Athletinnen und Athleten des LC Schaffhausen teil. In der Laufdisziplin 1000 Meter steht mit Amaja Rahm eine Topathletin für den LC Schaffhausen in den Startlöchern. Nachdem Nadja Lüthi Tim Hübscher (r.) startet mit Weltklasseläufer Dominic Lobalu (l.) über 3000 Meter. letztes Jahr den zweiten Platz belegte, hat sie auch dieses Jahr vielversprechende Chancen auf eine Medaille, denn in den Wettkampf startet sie mit der besten Meldehöhe. Auch im Kugelstossen starten gleich fünf ambitionierte Sportlerinnen und Sportler in den Wettkampf. Darunter Luis Wettstein, der sich den U16 Kantonalrekord als Ziel setzt, und Léon Grosshans, der auf einen Podestplatz hofft. Nächster Halt: Dänemark Gestern führte es die Kadetten Schaffhausen in Richtung Norden. Dort wartet heute Dienstagabend der zweite Hauptrundengegner in der European League – das dänische Team Bjerringbro- Silkeborg. Eine prominente und vor allem erfahrene Mannschaft. «Wir reisen mit einem guten Gefühl nach Dänemark», meint Torhüter Kristian Pilipović mit Blick auf die bevorstehende Partie. «Gleichzeitig wissen wir, dass Silkeborg auswärts Favorit ist – sie haben viele Weltmeister von 2021 in den eigenen Reihen.» Aus dem Kader hervorzuheben sind sicherlich Rasmus Lauge und Morten Olsen im Rückraum sowie Kreisläufer René Toft Hansen. In Flensburg unterlagen die Dänen vergangenen Dienstag deutlich mit 28:38. Erfreulich ist, dass Ariel Pietrasik nach der Sperre im letzten Spiel wieder im Einsatz für die Kadetten steht. Die Partie wird heute um 18.45 Uhr angepfiffen und live im Meetingpoint übertragen. (lg.) Challenge gemeistert: 50, 80 oder 100 Mal 100 Meter haben die Schwimmerinnen und Schwimmer des Tristar Schaffhausen am Sonntag bewältigt. Bild: zVg. 10-Kilometer-Challenge SCHWIMMEN SCHAFFHAUSEN Sonntagmorgen, 8.45 Uhr. In der KSS- Ballonhalle ist es still und dunkel. Die acht Bahnen sind bereit, die ersten Gäste laufen ein. Eine Gruppe sportlich gekleideter Frühaufsteher beginnt sich aufzuwärmen, stellt Trinkflaschen, Bananen und Riegel an den Beckenrand. Die Startblöcke 1 bis 4 sind mit Schildern «Tristar» gekennzeichnet. Plötzlich geht das Licht an und das tiefblaue Wasser leuchtet im Scheinwerferlicht. Mittlerweile sind 20 Schwimmbegeisterte eingetroffen und Disziplin und Prokrastination KOLUMNE SPORT FREIBURG Serge Müller, Fussballer Jahr für Jahr fassen sich die Leute Neujahrsvorsätze, viele davon in Verbindung mit Sport und Gesundheit. Aktuell befinden wir uns in der Phase, in der sich die regelmässigen Fitnessbesucher ihr Revier von den Neueinsteigern zurückerobern, denn die Umsetzung der Vorsätze erfordert eine ganze Menge Disziplin. Doch was ist überhaupt Disziplin? Laut Duden «das Beherrschen des eigenen Willens und der eigenen Gefühle, um etwas zu erreichen», in der Psychologie spricht man bei der «Kompetenz, kurzfristige Befriedigungswünsche längerfristigen Zielen unterzuordnen,» von Disziplin. Für mich bedeutet dies: Was immer man sich vornimmt, das wird erledigt, selbst wenn mir nicht danach ist. Das ist natürlich einfacher gesagt als getan, denn die Widerstände sind vorhersehbar. Bei der ersten kurzfristigen Verlockung, sich beispielsweise statt zum Sport zu gehen auf die Couch zu kuscheln, wägen wir die Konsequenzen ab. Da im Sport die positiven Folgen eines Trainings sehr viel weiter in der Zukunft liegen können als der kurzfristige Genuss eines Abends auf dem Sofa, tendiert unser Gehirn dazu, den sofortigen Anzeige versprühen viel Enthusiasmus. Auf was sie sich freuen? Einmal im Jahr treffen sich Triathletinnen und Triathleten zur 50, 80 oder 100x100-Meter-Challenge. Selbstverständlich wäre ein 10-Kilometer Spaziergang auch etwas Erholsames, aber die Damen und Herren stellen sich der grösseren Herausforderung. Alle sind sich bewusst, dass die nächsten rund drei Stunden anstrengend werden, dass die gegenseitige Motivation alle ins Ziel tragen wird und dass am Ende alle nicht nur eine nasse Badehose, sondern vor allem ein unvergessliches Erlebnis der besonderen Art mit nach Hause nehmen werden. (shb./rb.) Gewinn vorzuziehen. Darum empfehlen sich kleine Etappenziele, um regelmässig Erfolge feiern zu können. Ganz wichtig dabei: Belohnt euch! Trotzdem wird und darf es zu Verzögerungen, Rückschlägen oder Rückfällen kommen, denn Disziplin und Willenskraft sind trainierbar und unser Gehirn lässt sich austricksen. Wer kennt den plötzlichen Produktivitätsschub nicht, wenn etwas Unangenehmes erledigt werden sollte und man lieber alles andere erledigt? Genau dieses oftmals verteufelte Aufschieben kann unser Erfolgsrezept sein. Das menschliche Gehirn kann einer Verlockung besser widerstehen, wenn sie nur aufgeschoben und nicht aufgehoben oder gar verboten wird. Bestenfalls wird sie nach die Anstrengung geschoben, durch das Erfolgserlebnis erst noch versüsst und dies so oft, bis es zur Normalität wird. Studien identifizieren nämlich die Fähigkeit, Gewohnheiten zu etablieren und Verhaltensweisen zu automatisieren, als entscheidende Verbindung von Disziplin und Erfolg. Das mühsame Überwinden soll der Gewohnheit weichen. Nicht umsonst meinte Michael Jordan: «If you quit once, it becomes a habit. Never quit.» Es gilt, die Verlockungen als Belohnung für das Erreichen des Etappenziels aufzusparen, und zwar bis es zur Gewohnheit wird. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, dass es Ihnen gelingen möge, die richtigen Gewohnheiten zu etablieren. Behalten Sie immer das Ziel vor Augen und vergessen Sie die Belohnung nicht!

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