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Taxi Times München - Dezember 2017

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SCHLUSSKUNDGEBUNG STOPPT

SCHLUSSKUNDGEBUNG STOPPT DIE AUFLÖSUNG DES RECHTSSTAATS Taxi Times-Herausgeber Jürgen Hartmann führte als Moderator durch die Schlusskundgebung, Gert Wohlgemuth vom Taxiverband München machte noch mal die Forderungen des Taxigewerbes deutlich. Nachfolgend die Auszüge aus deren Reden. „Wir waren heute sehr laut, weil wir im Moment sehr wütend sind.“ – Mit diesen Worten leitet Jürgen Hartmann die Schlusskundgebung ein, nachdem er sich zuvor bei den rund 1 500 männlichen wie weiblichen Taxiunternehmern und Taxifahrern für deren Teilnahme an der Demo bedankt hatte. „Wir sind wütend, weil uns kapitalstarke Firmen bis zu 20 Prozent unseres Umsatzes wegnehmen. Wir sind wütend, weil wir uns unsere Fahrgäste und unser Geld von denjenigen klauen lassen müssen, die sich nicht an Gesetze halten. Wir sind wütend, weil diese Firmen glauben, dass die Entwicklung einer App ihnen das Recht gibt, illegal unterwegs sein zu dürfen. Wir sagen hier und heute ganz laut zu Uber & Clones: Nein, dieses Recht habt ihr nicht! Wir können nicht verstehen, warum die Behörden so machtlos sind, um gegen dieses Raubrittertum vorzugehen. Wir können nicht verstehen, warum wir seit Wochen den Job der Behörden UNTER STÜTZER DES TAXI GEWERBES übernehmen müssen, indem wir Tag für Tag die Kennzeichen der illegalen Fahrer aufschreiben und diese an die Genehmigungsbehörden weitergeben – um dann festzustellen, dass dieses Kennzeichen heute immer noch am Flughafen unsere Gäste ein- und aussteigen lässt. Liebe Behörden, wenn wir schon einen Teil eurer Arbeit erledigen, dann bringt wenigstens das, was dann noch zu machen ist, zu Ende! Holt diese Fahrzeuge endlich von der Straße. WARUM MACHT UBER TROTZ VERBOTS WEITER? Wir sind heute hier, weil es Zeit ist, auf diese seltsame Entwicklung hinzuweisen. Wie kann es sein, dass unser Verband und unsere Zentralen viel Geld für Rechtsanwälte ausgeben müssen, die dann vor Gericht das durchsetzen, was sowieso unser Recht ist? Warum werden UberPOP und UberBLACK verboten und trotzdem macht Uber weiter, nur dass sie das Produkt jetzt UberX nennen? Das ist die schleichende Auflösung unseres Rechtsstaats und das muss gestoppt werden!“ Der Taxi Times-Herausgeber begrüßte nach dieser Einschätzung Alt-OB Christian Ude als ersten Redner. Es folgten danach noch Markus Ganserer von den Grünen und Frank Schütz von ver.di. Als letzter Redner sprach Gert Wohlgemuth vom Taxiverband München (TVM). Auch dessen Rede bringen wir nachfolgend nahezu ungekürzt. „Ihr seid großartig! Wer nicht großartig ist, ist Uber. Dieser Verein von Gesetzlosen könnte niemals gegen uns antreten, er setzt sich nur durch permanenten Rechtsbruch durch. Wir setzen uns dafür ein, dass das PBefG, so wie es besteht, in seinen Einzelteilen behalten und umgesetzt wird. Wir brauchen keine neuen Gesetze wie in vielerlei anderer Hinsicht in unserer Gesellschaft. Wir brauchen die Einhaltung der Gesetze, die wir schon haben. Wir brauchen zum Beispiel die Ortskundeprüfung. An der wird kritisiert, dass ein Navi den Taxifahrer dreimal so gut ersetzen würde und viel perfekter ist. Ich frage euch: Welches Navi gibt mir eine Antwort, wenn ich hier am Odeonsplatz stehe und wissen will, was es an interessanten Sehenswürdigkeiten und Lokalen gibt? Kein Navi kann mir verraten, dass rechts von uns die Resi- FOTOS: Taxi Times, F. Schmiedl / MTZ 12 DEZEMBER / 2017 TAXI

SCHLUSSKUNDGEBUNG »Das Ziel von Uber ist die freie Marktwirtschaft, in der das viele Geld alles kaufen kann und die Menschen nichts zählen.« Gert Wohlgemuth, Vorstandsmitglied des TVM denz, links das Siegestor und hinter dem Hofgarten die Staatskanzlei steht. Kein Navi weiß, dass wir hier auf einer geschichtsträchtigen Straße sind, in der mit der Staatsbibliothek eine der größten Bibliotheken Europas und schräg gegenüber mit der LMU eine der großartigsten Universitäten zu finden ist. Das alles weiß ein Münchner Taxifahrer, weil es Teil seiner Ausbildung ist. Deshalb muss die Ortskundeprüfung bleiben. Dazu setzen wir uns dafür ein, dass die Tarif- und auch die Beförderungspflicht beibehalten wird. Tarifpflicht heißt: Wir fahren zu allen Zeiten mit demselben Preis jede Person, unabhängig vom Ansehen, unabhängig, ob sie einen Rollstuhl hat oder ob sie sonst wie eingeschränkt ist. Sie bekommt denselben Preis wie der junge Mann, der in die nächste Diskothek will. »Wir brauchen keine neuen Gesetze. Wir brauchen die Einhaltung der Gesetze, die wir schon haben.« EIN SOLIDARISCHER, SOZIAL ANGEMESSENER TAXITARIF Dieser Tarif wird festgelegt von einer Kommission, der Taxikommission, die aus einem breiten Spektrum unserer Gesellschaft besteht. Aus Gewerkschaften, der Industrie- und Handelskammer, der Polizei, Stadträten und den Taxiverbänden und noch mehreren anderen Organisationen, die alle ihre Meinung dazu beitragen, welcher Tarif solidarisch, sozial und angemessen ist. Und für den Tarif fahren wir. Hier sollte unbedingt angeregt werden, dass wir auch für weitere Leistungen bereit sind, so zum Beispiel das Anruf-Sammeltaxi, das in vielen Städten Deutschlands bereits auf der Straße ist und das auch bei uns dringend angegangen werden muss, u Verkehrsmedizinisches Untersuchungszentrum Medex Plus GmbH – Betriebsärztlicher Dienst Dr. med G. Kirchhoff Alle Untersuchungen zum Ersterwerb oder zur Verlängerung von Führerscheinen für Fahrgast- und Personenbeförderung (Taxi/Mietwagen), Lastwagen (Klasse C) und Omnibusse (Klasse D) Unsere Untersuchungszeiten: Montag, Mittwoch und Freitag 8:00 Uhr bis 13:00 Uhr Ridlerstr. 8 (Erdgeschoss) 80339 München Bitte telefonisch voranmelden! Tel: 089 / 509 144 Fax. 089 / 506 094 E-Mail: info@zemba.de medico_advertisement.indd 1 21.07.14 13:22 TAXI DEZEMBER / 2017 13

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