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Taxi Times München - Dezember 2017

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SCHLUSSKUNDGEBUNG das

SCHLUSSKUNDGEBUNG das natürlich, nicht nur an die Gesetzgeber –, sondern auch an die Fahrgäste wenden: Liebe Fahrgäste, wenn Sie sich auch morgen und übermorgen auf das Münchner Taxiangebot verlassen wollen, dürfen sie das Gewerbe jetzt »Kein Münchner, der noch alle Tassen im Schrank hat, will dieses System.« Christian Ude nicht im Stich lassen. Natürlich beschäftigt es Sie am meisten, weil es Ihr Gewerbe und Ihr Einkommen ist, aber der Kreis muss größer werden. Wir müssen es schaffen, bei der nächsten Demonstration so viele Fahrgäste zu mobilisieren, damit die beim nächsten Mal auch dabei sind. Das ist in München gelungen, als es um die Privatisierung der Energieversorgung ging. Das wollten die Kunden nicht, sondern sie wollten die Zuverlässigkeit der Stromversorgung. Genauso war es, als andere Teile, die sich in geregelten Bahnen bewegten, dereguliert werden sollten. DIE DEREGULIERUNG RÄCHT SICH Die Deregulierung hat sich in den meisten Fällen nämlich nicht bewährt, sondern nach einer kurzen Billigpreisphase der Lockvogelangebote natürlich für die Kundschaft gerächt, denn die investieren doch nicht Milliarden, um die Preise zu senken. Sie erobern Marktanteile, um hinterher zuzulangen. Ein letztes Wort zum Abschluss: Vor genau 50 Jahren, im Oktober 67, habe ich eine Demo leiten dürfen für ein hochschulpolitisches Anliegen der Studenten. Wir haben damals einen wunderbaren Slogan gehabt, wo ich heute nur einen Buchstaben weglassen muss, dann ist er sehr aktuell, dann heißt es nämlich: Haut den Uber in den Zuber! HAPPY BIRTHDAY, HERR UDE! Alt-OB Christian Ude hat den Münchner Taxifahrerinnen und Taxifahrern aus der Seele gesprochen. Entsprechend groß war der Applaus, den er während seiner Rede und auch hinterher bekommen hat. Noch größer wurde der Beifall, als Herr Ude vom Demo-Organisator Gregor Beiner ein Geschenk zu seinem 70. Geburtstag überreicht bekam. Trotz Geburtstag war er für die Münchner Taxler an diesem Tag da und die bedankten sich mit einem kanonhaft vorgetragenen „Happy Birthday“. Dass Hunderte Taxifahrer einem ein Geburtstagsständchen singen, das können nicht viele Menschen von sich behaupten. Behalten Sie den Tag in guter Erinnerung, Herr Ude. Münchens Taxler tun das auch. DANK AN DIE POLIZEI Mit einer persönlichen Mail an Herrn Freundorfer, den Verkehrsverantwortlichen der Münchner Polizei während der Demo, bedankten sich die Veranstalter für den reibungslosen Ablauf der Sternfahrt und der Schlusskundgebung. Sie wünschten dem Motorradpolizisten, der während der Fahrt an der Leopold-/Ecke Karl-Theodor- Straße in einen Lkw-Unfall verwickelt wurde und ins Krankenhaus musste, gute Besserung und eine schnelle Genesung. jh FOTOS: Taxi Times, F. Schmeidl / MTZ, Fotolia / Kara, Werner Bachmeier 8 DEZEMBER / 2017 TAXI

SCHLUSSKUNDGEBUNG UBER GEFÄHRDET DIE EXISTENZ Als dritter Redner nach Ude und Ganserer sprach Franz Schütz, Gewerkschaftssekretär im Fachbereich Verkehr bei ver.di München. Er hob die unsozialen Arbeitsbedingungen von Uber hervor. Uber gefährde die Existenz von Tausenden Angestellten und selbstständigen Taxiunternehmern. Dem Unternehmen, das unter anderem von Google und Goldman Sachs finanziert würde, ginge es nicht um eine qualitativ hochwertige Personenbeförderung, sondern darum, Gewinne für die Anteilseigner abzuschöpfen. Diese Gewinne machen sie, indem sie keine Sozialabgaben oder Krankenkassenbeiträge zahlen und die Fahrer scheinselbstständig sind. Das gesamte Be triebs risiko werde auf die Fahrer ab gewälzt. Die Gewinne der Anteilseigner gingen somit zulasten der Gesellschaft und der Beschäftigten. Uber habe nicht nur dem Taxigewerbe mit dem berühmten Arschloch-Zitat den Kampf angesagt, sondern auch dem Staat und den Behörden, da sie versuchen, die Gesetze zu umgehen. Die Gewinne gingen aber auch zulasten des Kunden, wenn er einen willkürlich festgelegten Preis bezahlen soll, und der Preis gerade dann höher ist, wenn die öffentlichen Verkehrsmittel nicht mehr führen, wie z. B. bei Naturkatastrophen oder Krisen. Man muss in Zukunft eine gute Bezahlung und soziale Standards im Taxigewerbe sicherstellen und verlässliche Preise und Qualität für den Kunden, und das gehe nicht mit Ubers unfairem Wettbewerb. Weitere gemeinsame Proteste wären in Zukunft nötig. prh Franz Schütz, ver.di München Dr. Hans Bake v. Bakin Erst- und Verlängerungsuntersuchung Taxi-Mietwagen-Lkw-Bus • Mo-Fr: 8-12 Uhr Mo, Di, Do: 15-19 Uhr und nach Vereinbarung • telefonische Terminvergabe möglich Tassilostr. 23, 85609 Aschheim Tel.: 089/37065690 Mobil 0172/6523805 e-mail: bakebakin@gmx.de TAXI DEZEMBER / 2017 9

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