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Weihnachtsglanz

herausgegeben von

Julia Krischak und Barbara Schrettle

LESEPROBE

„O du Fröööhliche…!“

von Anke Greifeneder

Weihnachtsglanz – Ein Sack voll Geschichten

Julia Krischak & Barbara Schrettle (Hrsg.)

Verlag epubli GmbH, Berlin, www.epubli.de

Copyright: © 2011 Die Autorinnen und Autoren

Idee und Umsetzung:

Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, Garbsen

www.schlueckagent.com/

ISBN 978-3-8442-0983-9


Für die Weihnachtsanthologie „Weihnachtsglanz − Ein Sack voll

Geschichten‚ haben sich 21 Bestseller-Autoren der Agentur Schlück

zusammengeschlossen, um für den guten Zweck zu schreiben.

Entstanden ist eine Kurzgeschichten-Sammlung, die vielfältiger nicht

sein könnte. Gemeinsam ist den Geschichten nur die Thematik

Weihnachten und Winterzeit.

Die Erlöse gehen zu gleichen Teilen an zwei gemeinnützige

Einrichtungen: Writers in Prison, die verfolgte und inhaftierte Autoren

unterstützen, die aufgrund kritischer Meinungsäußerungen zum

Schweigen gebracht wurden, sowie den hannoverschen Trauer-

Fuchsbau, in welchem u.a. trauernde Kinder und Jugendliche betreut

werden.


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http://www.writersinprison.org/

http://www.trauer-fuchsbau.de/


»O du Fröööhliche ...!«

Anke Greifeneder

Was kamen wir uns schlau vor, so was von smart, diesem Weihnachtstrubel zu

entfliehen. Kein Geschenkstress in letzter Minute, keine Überlebenseinkäufe im

Supermarkt und Prügeleien um die letzte Gans. Raus aus dem Schmuddelgrau, der

Kälte ohne Schnee, denn wann hatte es schon das letzte Mal geschneit an

Heiligabend?

Natürlich waren unsere Familien einerseits enttäuscht gewesen, hatten aber

letztendlich doch Verständnis; beim ein oder anderen klang auch Sehnsucht durch.

Wenn wir »Nehmt mich mit!«-Gesuche zugesteckt bekommen hätten, wäre ich nicht

verwundert gewesen.

Konstantins Familie war groß, sehr konservativ und versammelt ziemlich

anstrengend. Meine war klein und entspannt, aber dieses Jahr leider nicht dran.

Konstantin und ich wechselten seit den vier Jahren, die wir zusammen waren,

nämlich jedes Jahr zu Weihnachten die Familien ab. Umso überraschter war ich, als

Konstantin Anfang November nach Hause kam und vorschlug: »Lass uns dieses Jahr

endlich mal an Weihnachten in die Wärme fliegen. Nur wir beide, weit weg, ohne

Stress!«

Zwar hatten wir öfter darüber nachgedacht, wie schön es wäre, in diesen dunklen

Tagen Sonne zu tanken, aber meist war es nur eine Idee, ein Fluchtgedanke, wenn

kurz vor Weihnachten die gesamte Republik durchdrehte und sich verhielt, als ob es

kein Morgen gäbe.

Voller Vorfreude buchten wir eine Woche Karibik und als wir am 23. Dezember

am Flughafen standen, in die blassen, abgekämpften Gesichter blickten, die

vollbepackt mit Geschenktaschen nach Hause flogen, während »Jingle Bells« in

Endlosschleife aus dem Lautsprecher schallte, klatschten wir heimlich ab.

Überglücklich ließen wir uns in die Flugzeugsessel fallen und stießen mit

Champagner auf unsere Reise an, die ein kleines Vermögen gekostet hatte.

»Möchten Sie noch ein Glas?«, fragte die freundliche Stewardess und schenkte auf

unser freudiges Nicken hin mehrmals nach. Keine gute Idee, wie sich herausstellte,

denn nur kurz nach Kanada, als es über das offene Meer Richtung Miami ging, fing

es an zu schaukeln – erst leicht, dann immer stärker. Die Anschnallzeichen gingen

an, irgendwann kam die Ansage aus dem Cockpit: »Ja, verehrte Gäste, wie Sie bereits

gemerkt haben, kämpfen wir gerade mit einigen Turbulenzen, weswegen ich die

Anschnallzeichen eingeschaltet habe. Ich melde mich wieder, sobald wir die

Schlechtwetterzone durchquert haben! Bis dahin machen Sie es sich gemütlich an

Bord.«


Konstantin und ich flogen geschäftlich sehr viel – auch lange Strecken. Ein paar

Turbulenzen brachten uns da nicht aus der Fassung. Solange die Stewardessen noch

servierten, war alles in Ordnung.

Aber das Wackeln ließ nicht nach, die Schübe wurden sogar stärker, das Flugzeug

vibrierte samt Tabletts auf den Tischen. Mit einem Mal sackte die Maschine einige

Meter ab, was von hysterischem Geschrei begleitet wurde.

»Wie Sie bemerkt haben, sind wir immer noch in einer Schlechtwetterzone. Leider

wird sich das bis Miami nicht legen, da wir Nachricht bekommen haben, dass wir die

Ausläufer der Hurrikans zu spüren bekommen, die gerade in der Region wüten. Wir

stellen jetzt den Bordservice ein, damit die Sicherheit unserer Crew gewährleistet

ist!«

Mist! Wenn sich die Crew setzen musste, war es wirklich turbulent. Schön würde

der Flug, der immerhin noch acht Stunden dauern würde, nicht. Das stand fest.

Während wir heftig durchgeschüttelt wurden, wurde mir immer übler, was daran

lag, dass ich viel zu viel Champagner getrunken und leider nichts im Magen hatte.

So war das mit der Dekadenz! Wurde sofort bestraft …

»Alles klar, Leni? Du bist ganz grün im Gesicht!«

Konstantin sah mich besorgt an, nahm meine Hand, die ich ihm sofort entzog, um

die Spucktüte zu suchen. Hinter mir betete ein älteres italienisches Paar unaufhörlich

den Rosenkranz und vor uns saß ein circa zehnjähriger Junge mit blonden Locken,

der seine Mutter immer wieder interessiert fragte, ob wir jetzt gleich abstürzen

würden: »Mama, kann das Flugzeug eigentlich auf dem Meer landen? Wieso haben

wir keine Fallschirme? Boah, schau mal, wie der Flügel sich nach oben biegt! Kann

der eigentlich brechen?«

Ich konnte den Alkohol nicht länger bei mir halten und übergab mich mehrmals,

was gar nicht so einfach war bei dem Geschaukel und meine volle Konzentration

erforderte.

»Guck mal, die Frau muss kotzen!«, kommentierte der Blondschopf interessiert,

was seiner Mutter höchst peinlich war. Mir war überhaupt nichts mehr peinlich. Mir

war nur noch übel, was durch den Geruch der gefüllten Tüten nicht besser wurde.

Leider konnte ich ja nicht aufstehen und sie entsorgen. Zum ersten Mal sehnte ich

mich zurück ins kalte Deutschland, den Schwarz-Weiß-Film, genauer gesagt: in mein

Bett!

Konstantin war rührend, auch wenn er nur noch durch den Mund atmen konnte.

Der Arme ist sehr geruchsempfindlich.

Völlig gerädert und fertig mit den Nerven kamen wir Stunden später in Miami an.

Der Pilot verabschiedete sich mit den Worten: »Das war heute kein Spaziergang. Ich

hab Muskelkater in den Armen. Tut mir leid, dass wir es Ihnen an Bord nicht

angenehmer machen konnten. Die gesamte Crew und ich wünschen Ihnen eine gute

Weiterreise und schöne Weihnachten!«

Weihnachten! Zu Hause trafen sich jetzt alle meine alten Schulfreunde und gingen

auf den Weihnachtsmarkt, um Grünkohl mit Pinkel und Glühwein zu konsumieren.

Das war eigentlich immer sehr nett.

Aber was war schon »nett« gegen das Paradies, das uns erwartete.


Nach einem kurzen Flug im Achtsitzer und einer zum Glück ruhigen Bootsfahrt

waren wir endlich auf der Insel angekommen. Die hoteleigene Homepage und

»tripadvisor« hatten nicht gelogen. Das Paradies existierte und der Horrorflug war

beim Begrüßungscocktail – meiner natürlich ohne Alkohol – schnell vergessen.

»Wir haben alles richtig gemacht! Genau so habe ich es mir vorgestellt!«, seufzte

ich und ließ mich auf eines der breiten, aus Korb geflochtenen Sofas fallen.

Konstantin nickte und lächelte glücklich.

»Ihre Hütte ist fertig. Kommen Sie bitte mit!«, wurden wir von der freundlichen,

gut genährten Einheimischen aufgefordert. Durch den Sand folgten wir ihr.

Insgesamt gab es nur fünfzehn Hütten, die allesamt direkt am Strand lagen und

hinter denen sich ein kleiner tropischer Wald erstreckte.

Völlig überwältigt stiegen wir eine kleine Holztreppe in unsere Hütte hinauf , die

komplett offen gebaut war: nur Moskitonetze und Vorhänge, die sich leicht im

sanften Wind bewegten, gaben Sichtschutz. Dadurch, dass die Hütte im tropischen

Wald stand, war man durch das Grün der Fauna komplett geschützt und hatte das

Gefühl, fast im Freien zu schlafen.

Völlig fertig ließen wir uns auf das mit weißen Leinen bezogene Bett fallen, um

endlich ein paar Stunden zu schlafen.

»Schlaf gut!«, flüsterte Konstantin bereits völlig weggetreten, eine dunkle Strähne

war ihm über die Augen gefallen und sein linker Flip-Flop hing noch an seinem Fuß.

Bevor ich ihm den Flip-Flop ausziehen konnte, verabschiedete auch ich mich ins

Land der Träume, wo ich am laufenden Band Weihnachtsgeschenke einpacken

musste, ohne jemals fertig zu werden.

Plötzlich fuhr ich hoch. Konstantin neben mir war ebenso aufgeschreckt.

»Hast du auch die Schreie gehört?«

Hatte ich – und fand mit einem Mal unsere offene Hütte nicht mehr ganz so

romantisch.

Die Schreie hörten nicht auf und schnell war uns klar, worum es sich handelte.

Niemand wurde ausgeraubt, bedroht oder von einer Schlange gebissen. Nein, ein

liebestolles Paar, das sich vergnügte und alle anderen auf der Insel daran teilhaben

ließ, war des Rätels Lösung.

Irgendwann mussten die doch fertig sein, das Geschrei dauerte − in

unregelmäßigen Abständen − bereits über eine halbe Stunde.

»Immer noch besser hier, als Tante Trudis‘ nörgelige Gieskannenstimme unterm

Weihnachtsbaum ertragen zu müssen«, grinste Konstantin. Tante Trudis‘ Mann war

früh verstorben. Konstantins Vater meinte immer »der wusste schon, weshalb er sich

so früh vom Acker machte«, was zwar gemein war, aber leider nachvollziehbar. Mir

zumindest reichten die paar Zusammentreffen im Jahr völlig aus – und Weihnachten

ganz besonders. Tante Trudis packte ihre Geschenke aus und teilte sie in drei Stapel

auf, nachdem sie den Wert der Geschenke geschätzt hatte – von wegen heimlich,

Tante Trudis tat das gern in großer Runde: »39,99 Euro, schätze ich. Hab ich recht?«

Die Geschenke, die teuer genug waren und ihr gefielen, kamen auf einen Stapel.

Dann gab es Geschenke, die teuer waren, aber nicht ihren Geschmack trafen. Für

diese fragte sie nach dem Kassenbon, um angeblich umzutauschen. Tatsächlich


wussten wir, dass sie hinter dem Bargeld her war. Und dann gab es noch den dritten

Stapel an Geschenken, die ihr nicht gefielen und zu billig waren. Die stellte sie dann

auf eBay ein. Ja, Tante Trudis war trotz ihres betagten Alters bei eBay aktiv.

»Sie haben aufgehört! Schnell, lass uns weiterschlafen!«, rief ich und malte mir

aus, wer wohl das aktive Paar nebenan war. Bestimmt frisch verliebt, Mitte zwanzig,

Amerikaner in den Flitterwochen.

Seufzend ließen wir uns in die Kissen fallen und schliefen weiter.

»Kannst du auch nicht mehr schlafen?«, flüsterte ich Konstantin zu, der sich ebenfalls

seit einiger Zeit hin und her wälzte.

»Wie denn auch? Jetlag und dazu die Poppweltmeister nebenan!« Mein Blick auf

die Uhr verriet, dass es kurz vor sechs Uhr morgens war und wir beide hellwach.

»Frohe Weihnachten!«, lächelte ich Konstantin an, rückte näher und gab ihm einen

Kuss. Er zog mich an sich, doch bevor wir auch nur daran denken konnten, uns

weiterzuküssen, ging Bunga-Bunga nebenan heiter weiter.

»Nichts wie raus hier, lass uns aufstehen! Haben wir eigentlich noch die Ohropax

aus dem Flugzeug?«, Konstantin sah mich hoffnungsvoll an. Noch so eine Nacht

wollte er nicht erleben.

»Irgendwann müssen die doch auch mal schlafen, oder?«, antwortete ich

verunsichert.

»Ja, bestimmt tagsüber in der Hängematte, um heute Nacht wieder loslegen zu

können!«

Übermüdet, aber immer noch froh, in der Sonne aufzuwachen, gingen wir zum

Haupthaus, wo unter Strohschirmen das Frühstück serviert wurde. Frisches Obst,

Toast, Eier – einfach alles, was das Herz begehrte. Mit dem starken Kaffee kamen die

Lebensgeister wieder und langsam auch die anderen Gäste. Entweder waren das

alles Frühaufsteher oder Menschen mit leichtem Schlaf, die das frisch verliebte

Pärchen gehört hatten.

Da die Gästeanzahl überschaubar war, sagte man sich freundlich »Guten

Morgen«, stellte sich vor, hielt kurz Small Talk und ließ sich dann in Ruhe. Herrlich!

Wenn ich da an Weihnachten zu Hause dachte, wäre jetzt schon jemand sauer oder

beleidigt gewesen, weil die Erwartungen an das Fest der Liebe so hoch waren.

An den Tisch neben uns setzten sich Becky und Steve, ein sehr nettes älteres Paar

aus San Francisco, die ihre Kinder und Enkelkinder mal alleine feiern lassen wollten,

damit sie sich nicht immer verpflichtet fühlten. Eine löbliche Einstellung. Allerdings

verstanden sie nicht, wie man »Germany« zu Weihnachten freiwillig verlassen

konnte, wo es doch so besinnlich sein sollte – hach, und all die Weihnachtsmärkte!

Gerade als wir erklärten, dass wir einfach mal abschalten und entspannen wollten,

schob uns Steve flugs die Einladung für eine Yogastunde am Strand zu – die beiden

praktizierten seit Jahren und schienen richtige Asse zu sein.

So schlenderten wir gemeinsam am Strand zu unseren Hütten, um uns bequeme

Klamotten anzuziehen.

»Hier wohnen wir, in der Nummer zehn«, erklärte ich.


Becky und Steve lachten fröhlich.

»Mensch, dann sind wir ja Nachbarn! Wir wohnen direkt neben euch.«

Konstantin und ich blickten uns verdutzt an. Die beiden waren die

Poppweltmeister von heute Nacht! Aus der Yoga-Nummer kamen wir nicht mehr

raus und so durfte ich mir tolle Übungen für die Beckenbodenmuskulatur von Becky

zeigen lassen, mit dem augenzwinkernden Hinweis: »Konstantin wird ein sehr

glücklicher Mann sein!« Steve wollte Konstantin währenddessen in die geheimen

Techniken des Tantras einweisen, was er höflich dankend ablehnte.

»Aber so einem hübschen Mädchen wie Leni musst du doch was bieten«,

versuchte er Konstantin kumpelhaft zu überreden.

Schnell ging ich dazwischen: »Danke, aber ich bin sehr zufrieden. Wirklich

seeeehr zufrieden«, und streckte das »sehr« extra in die Länge, um weitere

Nachfragen auszubremsen.

»Puuuh, ich bin irgendwie noch ziemlich erledigt vom Flug. Ich glaube, ich lege

mich noch mal kurz hin, kommst du auch?«, gähnte ich demonstrativ und zog

Konstantin mit, bevor wir noch mehr Details über Seniorensex zu hören bekamen.

Kaum waren wir in der Hütte, lachte Konstantin los: »Habe ich je behauptet, dass

Tante Trudis anstrengend oder meine Eltern zu konservativ sind? Da fliegt man um

den halben Erdball, nur um am Ende wieder in peinliche Situationen zu geraten,

denen man nicht entkommen kann und das auch noch mit Fremden!«

Wir beschlossen, nach dem Yoga-Erlebnis erst mal am Strand spazieren zu gehen.

Ausgerüstet mit einer Flasche Wasser und Sonnencreme marschierten wir los und

konnten unser Glück kaum fassen: War das schön hier. Und so ruhig! Niemand

außer uns am Strand. Nach einer Weile legten wir uns an ein besonders schönes

Plätzchen unter Palmen, die Schatten spendeten, und schliefen selig ein.

Keine Ahnung, wie lange ich weggedöst war. Auf alle Fälle wachte ich auf, weil

meine Beine juckten. Langsam kam ich zu mir und öffnete die Augen, wobei ich

mein linkes Auge nicht ganz aufbekam.

Was ich dann sah, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren: Ich sah aus, als ob ich

die Masern, Röteln und Windpocken auf einmal bekommen hätte. Mein ganzer

Körper war zerstochen und anscheinend reagierte ich zudem noch allergisch auf die

Stiche.

Panisch weckte ich Konstantin, der in seinem Zivildienst Rettungsfahrer gewesen

war und somit medizinisch erfahrener als ich.

»Uaaaah!« Der Schreckensruf zusammen mit seinem angewiderten

Gesichtsausdruck machte mir schnell klar, dass ich wirklich so schlimm aussah, wie

befürchtet.

»Auweia, lass mal schnell zum Haupthaus zurückgehen! Du brauchst dringend

Histamine!«

Was auch immer half, ich würde es nehmen, denn das Jucken und Brennen war

nicht mehr auszuhalten. Konstantin nahm meine beiden Hände in seine, damit ich

mich nicht kratzen konnte. Das aber führte dazu, dass ich meinen Fuß mitsamt der

Stiche solange heftig an jedem Stück Treibholz rieb, das am Strand lag, bis er es

bemerkte und mich weiterschob.


Der Besitzer unseres Hotels, ein Engländer namens Pete, war nicht so schnell zu

schocken und hatte schon Schlimmeres gesehen.

»Das an deinen Füßen sind Sandflohbisse. Da kann man nichts machen. Entweder

die mögen dein Blut oder sie gehen gar nicht an dich ran. Im Gesicht und am Auge

haben dich Moskitos erwischt. Was benutzt du denn für eine Sonnencreme?«

Wortlos reichte ich ihm die Creme. Er roch daran und nickte.

»Alles klar, das mögen die Viecher.«

So, so, und weshalb hatte Konstantin nicht einen Stich oder Biss?

»Wenn du zwischen einer Delikatesse und ‘ner gewöhnlichen Stulle wählen

könntest, würdest du doch auch erst die Delikatesse essen, oder?«, versuchte

Konstantin mich aufzuheitern.

Pete gab mir Tabletten, die helfen sollten. Einen Beipackzettel gab es nicht mehr,

aber das war auch egal.

»Muss ich auf irgendwas achten?«, fragte ich ihn.

»Nein, aber zieh dir besser was Langärmliges und ‘ne lange Hose an und bleib

vom Strand weg. Mückenspray findest du am Pool. Wirklich komisch, das ist

eigentlich gar nicht die Zeit für Moskitos …«, murmelte er noch und ging wieder zu

seinem Boot, um mit ein paar Gästen zum Schnorcheln zu fahren.

So kam es, dass ich am Mittag des Heiligen Abends bei dreißig Grad, gefühlten

vierzig, mit langer Hose und langem Shirt in unserer Hütte saß, um nicht weiteren

Viechern zum Fraß vorgeworfen zu werden.

Als ich ins Bad ging und in den Spiegel schaute, schreckte ich vor meinem

zerstochenen Gesicht zurück. Besonders schön war mein zugeschwollenes linkes

Auge anzusehen, das mich locker als Quasimodos Schwester durchgehen ließ.

»Du siehst immer schön aus!«, versuchte Konstantin die Stimmung zu retten.

»Komm, ich besorg erst mal was zu essen und dann lesen wir ein wenig und

entspannen, ok?«

Ich nickte und war den Tränen nahe. Plötzlich fühlte ich mich so weit weg von zu

Hause, so fremd. Alles schien so surreal. Was machten wir hier?

Kurz, mir ging es mau und ich bekam Heimweh. Konstantin, der sich alles auch

anders vorgestellt hatte, ging los und kam mit einem Tablett voll leckerem Essen und

einer Flasche Wein wieder.

Besser gelaunt verdrückte ich den gemischten Salat – genau das Richtige bei den

Temperaturen. Den Wein ließ ich erst mal stehen. Tagsüber in der Hitze wurde man

bestimmt sofort betrunken.

Konstantin hingegen brauchte dringend ein Glas. Gut so, sollte er ruhig trinken,

da sah ich bestimmt gleich nicht mehr so schlimm aus. Das Jucken wurde noch nicht

besser. Es dauerte, bis die Tabletten wirkten.

Zur Ablenkung vertiefte ich mich in meinen Krimi. Konstantin tat es mir gleich

und so lasen wir, bis Becky und Steve wieder ihre Tantraübungen vollführten, und

alle daran teilhaben ließen. Jetzt, wo wir wussten, wer sich da vergnügte, war die

Vorstellung noch unangenehmer, zumal sie bei uns selber so jede Lust im Keim

erstickte.


»Im Ernst? Jetzt auch tagsüber? Das gibt’s doch nicht!«, kommentierte Konstantin

entnervt das Geschehen. Schön war auch, dass Becky tagsüber gesprächiger schien –

zumindest gab sie Steve, für alle vernehmbar, sehr genaue Anweisungen, was er

wann, wie mit ihrem Körper anstellen sollte und Feedback auf alles, ob sie es für gut

befand. Ich sah auf die Uhr: gleich Zeit fürs Abendessen. Dann mussten die beiden

ja endlich aufhören.

Konstantin hatte eine Idee: »Was hältst du davon, wenn wir beide heute Abend

ganz romantisch hier auf der Veranda essen und danach eine Runde im Whirlpool

planschen, während unsere Nachbarn im Restaurant sind?«

Das klang nach einem tollen Plan! Den Whirlpool hatten wir aus

Romantikgründen dazugebucht. Kostete zwar fünfzig Dollar mehr pro Tag, aber

wann hatte man schon einen Whirlpool auf der eigenen Veranda mit Blick in den

Sternenhimmel? Im Wasser konnten mich die Viecher wenigstens nicht stechen!

Während Konstantin sich auf den Weg machte, um alles zu organisieren, trudelten

bei mir SMS von Familie und Freunden ein. Der Tenor war immer der gleiche: »So

schade, dass ihr nicht da seid. Wir vermissen euch so und hoffen, dass wir uns ganz

bald sehen. Habt ein schönes Fest, wir denken an euch und stoßen auf euch an!«

Ohne dagegen ankämpfen zu können, bekam ich einen Kloß im Hals. Mama,

Papa, meine beiden Brüder und Neffen, meine alten Schulfreunde – sie alle fehlten

mir. Auch Konstantins Familie mochte ich gerne und ich vermisste sie in diesem

Moment. Das durfte ich Konstantin auf keinen Fall sagen, wo er sich so auf diese

Reise gefreut und wir fast unser ganzes Erspartes reingebuttert hatten.

Natürlich ließ ich mir nichts anmerken, als Konstantin wieder zurück war. Mit

meinem Karl-Dall-Auge konnte er meinen Blick eh nicht deuten. Um meinen Look

noch zu verschönern, hatte ich meine Kontaktlinsen gegen meine Brille austauschen

müssen, was bei einer Gläserstärke von minus acht Dioptrien alles andere als

betörend aussah, zumal das alte Kassengestell aus rotem Plastik war, da ich die Brille

sonst nur für den Weg aus dem Bad zum Bett brauchte.

Vorsichtshalber nahm ich gleich noch mal eine Tablette gegen das Jucken.

»So, dann lass uns auf unseren Urlaub anstoßen. Frohe Weihnachten, mein

Engel!«

Konstantin sah mich trotz Brille und geschwollenem Gesicht zärtlich an. Gerührt

stieß ich mit ihm an und leerte das Champagnerglas in einem Zug. Zuvorkommend

schenkte er mir nach. Das schmeckte aber auch gut!

Geschenke gab es keine. Die Reise war teuer genug gewesen und die Geschenke

von unseren Familien hatten wir nicht im Koffer mitschleppen wollen. Aber darum

ging es ja auch nicht. Ich saß mit dem tollsten Mann, den ich mir wünschen konnte,

an einem Traumstrand. Das war alles, was zählte!

Dieses Prachtexemplar schmiss gerade den Jacuzzi an und rief ein schelmisches

»So, darf ich bitten?« hinterher.

Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Mit meinem Glas in der Hand ging ich ganz

mondän zum Whirlpool, glitt hinein, nur um im nächsten Moment mit

schmerzverzerrtem Gesicht wieder rauszuspringen.

»Was ist los? Was ist passiert?«


Konstantin kam erschrocken zu mir gelaufen.

»Das Wasser ist brühend heiß!«

Unerschrocken fasste er mit der Hand ins Wasser und zog sie sofort wieder raus.

»Hast du dich verbrannt?«

Benommen sah ich an mir runter und musste plötzlich loslachen. Mein Körper

war krebsrot, was jedoch die Stiche – jetzt Ton in Ton – weniger auffallen ließ.

Überhaupt spürte ich fast gar nichts mehr, auch meine Bewegungen waren plötzlich

langsamer und ich war schrecklich gut gelaunt. Konstantin fand das alles nicht so

lustig wie ich.

»Leni, ich glaube du bist high! Wann hast du heute Nachmittag die letzte

Histamintablette genommen?«

Verständnislos sah ich ihn an.

»Vorhin erst habe ich eine genommen, wieso?«

Anscheinend war es keine gute Idee, Alkohol und die Tabletten zu mischen,

zumindest von medizinischer Seite aus gesehen.

Konstantin setzte mich erst mal auf den Verandastuhl, wo bereits das Essen schön

aufgetischt stand, und schenkte sich Wein ein. Anscheinend machte ihn das ganze

Schlamassel auch fertig, genauso wie mich, nur dass ich jetzt high und entsprechend

gut gelaunt war. Kaum saßen wir und begannen mit der Vorspeise – einem

Meeresfrüchte-Salat mit Muscheln –, da fiel mit einem Schlag der Strom aus. Das

hatte man davon, wenn man auf einer touristisch kaum erschlossenen Insel mit

eigenem Stromaggregat weilte. Konstantin hatte zum Glück einen Plan B.

Er kramte zwei Taschenlampen hervor, die wir bekommen hatten, um abends den

Weg zu unserer Hütte zu finden, und gab mir eine davon. Der Haken war, dass diese

Taschenlampen über Reibung funktionierten, sprich man musste ständig eine Kurbel

drehen, damit sie Licht gaben. So saßen wir also beide kurbelnd mit der

Taschenlampe in der Hand da und leuchteten uns gegenseitig ins Gesicht, um uns

wenigstens sehen zu können. Wenn es nicht Heiligabend gewesen wäre, der

natürlich über allem schwebte, und wir nicht so viel Geld für diesen Urlaub

ausgegeben hätte, wäre es bestimmt witzig gewesen.

Während wir überlegten, was wohl unsere Lieben im fernen Deutschland jetzt

machten und leicht sentimental wurden, spürte ich, wie mir schlecht wurde. Aber so

was von spontan und heftig, dass ich geradezu erschrak!

»Ich glaube, ich hab was im Essen nicht vertragen!«, rief ich, während ich

Richtung Toilette rannte und jetzt schon die Tatsache verfluchte, dass wir keine

Wände hatten. Wo waren bitte Becky und Steve, wenn man sie einmal als

Geräuschkulisse brauchte, um unliebsame Darmgeräusche zu übertünchen?

Konstantin war hinterhergerannt, blieb aber in gebührendem Abstand stehen.

»Alles klar bei dir? Sag mal, hast du die Hepatitis-Impfung beim Tropeninstitut

eigentlich noch gemacht?«, fragte er in einer stillen Sekunde.

Was für eine Impfung bitte? Wie aufgetragen hatte ich Tetanus und Diphtherie

auffrischen lassen. Von Hepatitis war nie die Rede gewesen.

»Nee, wieso?«

Konstantins Schweigen war kein gutes Zeichen.


Zögerlich rief er durch den Vorhang:

»Na, weil man das von Muscheln bekommen kann!«

Kaum ausgesprochen wurde mir richtig übel und ich übergab mich.

Genau in diesem Moment vibrierte mein Handy. Obwohl es mir richtig dreckig

ging, drückte ich auf das Briefsymbol – bestimmt eine Nachricht aus der Heimat,

dem gelobten Land, mit anständigem Essen, einem schön geschmückten

Weihnachtsbaum und lieben Menschen.

Mein Bruder hatte mir ein Foto geschickt mit der Nachricht dazu: »Stell dir vor, es

schneit! Sieht das nicht magisch aus?«

Der Damm war gebrochen: Ich schniefte und heulte, was das Zeug hielt.

Wahrscheinlich ließ zu allem Überfluss gerade die Wirkung der Tabletten nach und

jetzt kam das richtige Stimmungstief. Ich hatte Heimweh, sah furchtbar aus, hatte

mich vor Konstantin alles andere als ladylike benommen und ihm komplett den

Urlaub versaut.

Wahrscheinlich überlegte er bereits, wie er mich loswerden konnte. Ob er mich

überhaupt noch liebte?

Mit einem Mal ging der Strom wieder an und aus dem Whirlpool kam ein

ohrenbetäubendes Brummen, das nicht gesund klang.

Völlig zerstört kroch ich unter dem Brummgeräusch aus der Toilette Richtung

Schlafzimmer, warf mich aufs Bett und heulte weiter.

Zwischen Schluchzen und Luftschnappen wollte ich von Konstantin, der besorgt

neben mich getreten war und mir über den Kopf streichelte, nur eines wissen:

»Liebst du mich überhaupt noch? Ich meine, es ist alles so schrecklich und ich

habe uns den teuren Urlaub versaut! Du könntest jetzt bei deiner Familie in

Deutschland sein, stattdessen sitzt du hier mit einem Wrack, das übel zugerichtet in

die Kissen heult. Es tut mir so leeeeeeiiiiid!«

Konstantin kramte suchend in seinen Hosentaschen. Ein Taschentuch könnte ich

gut gebrauchen, die Wimperntusche war nämlich auch verlaufen, auch wenn das

hinter der Flaschenboden-Brille vielleicht gar nicht auffiel.

Plötzlich kniete er neben mir und zog einen wunderschönen silbernen

Diamantring aus der Hose.

»Leni, mein Engel! Nirgendwo will ich lieber sein, als hier mit dir. Ich liebe dich

von ganzem Herzen und bin schon seit Tagen so nervös, weil ich dich nur eines

fragen möchte: Willst du mich heiraten?«

Baff nickte ich und hörte sofort auf zu weinen.

»Ja! Also, ja natürlich! Bist du dir auch sicher?«

Konstantin umarmte und küsste mich überglücklich.

»So was von sicher!«

Geplättet grinste ich wie ein Honigkuchenpferd und mit einem Mal verstand ich

den ganzen Aufwand.

»Ach, deshalb sind wir hier, richtig?«

»Ja, es sollte doch ganz besonders werden!«, lächelte er mich glücklich an.

Ich liebte ihn so sehr, er hätte mich auch in Wanne-Eickel bei Obi fragen können!


»Das wäre doch nicht nötig gewesen, du Spinner! Hättest du mich mal einfach

unterm Weihnachtsbaum gefragt! Dann hätte Tante Trudis auch gleich schätzen

können, wie viel der Ring gekostet hat«, lachte ich los. Die letzten Tränchen waren

längst getrocknet.

»Ab nächstem Jahr feiern wir Weihnachten nur noch zu Hause, mit allem was

dazugehört, dem Wahnsinn, Geschenken, Gans und Tante Trudis!«

Glücklich schaute ich ihn an.

»Versprochen?«

»Versprochen!«

Ende der Leseprobe


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drucken und binden lassen. Auf Wunsch können die erstellten Bücher bei epubli

kostenlos oder mit einer ISBN im on- und offline Buchhandel veröffentlicht werden –

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Die Autorinnen und Autoren

Andreas Eschbach, Jahrgang 1959, studierte Luft- und Raumfahrttechnik und

arbeitete zunächst als Softwareentwickler. Bis 1996 Geschäftsführer einer EDV-

Beratungsfirma, lebt er inzwischen als freier Schriftsteller in der Bretagne. Er ist

verheiratet und hat einen Sohn. Zu seinen bekanntesten Romanen zählen »Das Jesus-

Video«, »Die Haarteppichknüpfer«, »Eine Billion Dollar« und »Ausgebrannt«.

Das schönste Fest © Andreas Eschbach 2011.

http://www.andreaseschbach.com

Carla Federico ist eine junge österreichische Autorin, die u.a. Geschichte studiert hat.

Sie lebt heute als Fernsehjournalistin in Deutschland. Ihre große Leidenschaft fürs

Reisen hat sie in zahlreiche Länder geführt, bevor sie für einen längeren Aufenthalt

in Südamerika »hängenblieb«, wo auch ihre Romane spielen. Der aktuelle Band ihrer

Chile-Saga »Jenseits von Feuerland« ist im Mai 2011 erschienen.

Weihnachten auf Feuerland © Carla Federico 2011.

http://www.carlafederico.de

Marcel Feige, 1971, lebt als Schriftsteller in Berlin. In seinen Krimis »Wut« (2007),

»Gier« (2008) und »Trieb« (2009), alle im Goldmann Verlag erschienen, ermittelt sein

Kommissar Kalkbrenner im Berliner Großstadtdschungel und erlebt dort auch ein

ums andere Mal eine Konfrontation mit dem »Paten« Miguel Dossantos. Sein neuer

Thriller »Kalte Haut« erscheint Anfang 2012.

Rettender Engel © Marcel Feige 2011, überarbeitete Fassung der 2010 unter dem Titel

Erste Hilfe im Internet erschienenen Kurzgeschichte.

http://www.marcel-feige.de

Katia Fox, geboren 1964, wuchs in Südfrankreich und in der Nähe von Frankfurt auf.

Nach ihrem Studium und der Prüfung zur Dolmetscherin und Übersetzerin hat die

Autorin in diversen Unternehmen und schließlich selbstständig gearbeitet. Seit 2005

widmet sie sich nur noch dem Schreiben. Katia Fox ist Mutter von drei Kindern, lebt


mit ihrer Familie in einer idyllischen Kurstadt in Hessen und verbringt so viel Zeit

wie möglich in der Provence und in England. Ihr neuster historischer Roman »Der

goldene Thron« ist 2010 erschienen.

Eine mondlose Weihnachtsnacht © Katia Fox 2007, zuerst erschienen in:

»Weihnachtsstern, Lichterglanz«, hrsg. von Iris Grädler.

http://www.katiafox.de

Robert Gernhardt (1937-2006) lebte als freier Lyriker, Schriftsteller und Essayist,

Maler und Zeichner in Frankfurt am Main und in der Toskana. Sein großes

literarisches, malerisches und zeichnerisches Werk wurde mit zahlreichen Preisen

und Ehrungen ausgezeichnet wie z.B. dem Heinrich-Heine-Preis und dem Wilhelm-

Busch-Preis. Robert Gernhardts umfangreiches Werk erscheint im S. Fischer Verlag.

Weihnachten © Robert Gernhardt 1962, zuerst erschienen in Pardon.

Anke Greifeneder, geb. 1972 im Schwarzwald, studierte Jura in Konstanz, wo sie –

laut eigener Aussage – weder Gerechtigkeit noch einen Ehemann fand. Sie

verabschiedete sich von der Juristerei und tauchte ab in die »glitzernde Welt der

Medien«, wo sie Ende 1999 bei MTV in München begann. Als Channel Managerin

für Comedy Central war sie am Aufbau des Kanals beteiligt und wechselte im

Oktober 2007 zu Turner Broadcasting System nach München. Im Juni 2011 erschien

ihr neues Buch »Heute, morgen und für immer«.

»O du Fröööhliche…!« © Anke Greifeneder 2011.

http://www.anke-greifeneder.de

Thomas Gsella war bis 2008 Chefredakteur des Frankfurter Satiremagazins

TITANIC, schrieb u.a. den lehrreichen Fußballklassiker »So werde ich Heribert

Faßbender« (mit Heribert Lenz und Jürgen Roth) und elf Bände meist komischer

Lyrik, zuletzt »Offenbacher Anthologie« (2009) und »Reiner Schönheit Glanz und

Licht – Ihre Stadt im Schmähgedicht« (2011). Er wurde ausgezeichnet mit dem

»Cuxhavener Ringelnatz-Nachwuchspreis für Lyrik 2004« und 2011 mit dem

»Robert-Gernhardt-Preis«. Auf Lesereise geht er solo und mit der TITANIC-

BoyGroup.

Jesus kommt zu früh, macht alles nass und braucht kein Handtuch © Thomas Gsella 2011.

http://www.thomasgsella.de

Caroline Hartge studierte Anglistik, Hispanistik und Geographie. Ihre Gedichte

werden seit 1987 im deutschen Sprachraum veröffentlicht, u.a. im Neuen Conrady

(2000), Lyrik von Jetzt (2003), Jahrbuch der Lyrik (2009f.) und im Deutschen Lyrikkalender

(2009f.); desweiteren erschienen Übersetzungen ins Englische, Italienische,

Katalanische, Spanische und Arabische sowie eigene Übersetzungen aus dem

Englischen und Herausgaben. 2012 erscheint »abschied nehmen, abschied geben«

(Verlag Peter Engstler). Hartge lebt in Garbsen bei Hannover.

dieser stern lehrt beugen II © Caroline Hartge 2011.

http://www.carolinehartge.de


Tanja Heitmann wurde 1975 in Hannover geboren, studierte Politikwissenschaften

und Germanistik und arbeitet in einer Literaturagentur. Sie lebt mit ihrer Familie auf

dem Land. Ihr Debütroman »Morgenrot« war ein sensationeller Erfolg und stand

monatelang auf den Bestsellerlisten. Ihr neustes Buch »Traumsplitter« erscheint im

Oktober 2011 im Heyne Verlag.

Weihnachtsglanz © Tanja Heitmann 2010 im Internet.

http://www.tanja-heitmann.de

Dora Heldt wurde 1961 auf Sylt geboren, ist gelernte Buchhändlerin, seit 1992 als

Verlagsvertreterin unterwegs und lebt heute in Hamburg. Mit ihren spritzigunterhaltsamen

Romanen hat sie sämtliche Bestsellerlisten erobert. »Urlaub mit

Papa« (2008) und »Tante Inge haut ab« (2009) wurden fürs ZDF verfilmt. Ihr neustes

Buch »Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt« ist am 1. Oktober 2011 erschienen.

Weil Weihnachten ist … © Bärbel Schmidt 2011.

http://www.dora-heldt.de

Gunnar Homann, geboren 1964, besuchte die Deutsche Sporthochschule in Köln.

Seine Texte erscheinen seit fünfzehn Jahren im Satiremagazin TITANIC, seit einigen

Jahren ist er Redakteur für die Zeitschrift outdoor. Er lebt mit Frau und Kindern in

Esslingen am Neckar. Sein Roman »All exclusive« ist 2010 bei Dumont erschienen.

Blutgrauen in den Massakerbergen © Gunnar Homann 2006, zuerst erschienen in

Titanic.

Vincent Kliesch, geboren in Berlin, ist gelernter Restaurantfachmann und arbeitete

danach mehrere Jahre in der Gastronomie. Sein erster Thriller »Die Reinheit des

Todes« wurde auf Anhieb zu einem großen Erfolg. Wenn Vincent Kliesch nicht

schreibt, steht er als Moderator und Stand-up-Comedian auf der Bühne. Sein neuster

Thriller »Der Prophet des Todes« erscheint 2012 im Blanvalet Verlag.

Der Fremde © Vincent Kliesch 2011, überarbeitete Fassung der in »Berlin Blutrot« von

Kölnisch-Preußische Lektoratsanstalt (Hrsg.) erschienenen Kurzgeschichte.

http://www.vincent-kliesch.de

Gisa Klönne, 1964 geboren, studierte Anglistik, arbeitete als Journalistin und

Dozentin fürs Schreiben. 2005 erschien ihr Romandebüt »Der Wald ist Schwiegen«

(Ullstein), der erste Band ihrer Erfolgsserie mit Kommissarin Judith Krieger. Für ihr

Werk wurde Gisa Klönne mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem renommierten

Friedrich-Glauser-Preis, die Kriminalpolizei Bonn ernannte sie zur

Ehrenkommissarin. Der fünfte Fall für Judith Krieger, »Nichts als Erlösung«,

erscheint im Oktober 2011. Gisa Klönne lebt als Schriftstellerin in Köln.

Frohe Botschaft © Gisa Klönne 2008, zuerst erschienen in »Der Tod hat 24 Türchen«,

hrsg. von Jan Seghers.

http://www.gisa-kloenne.de


Sarah Lark, geboren 1958, studierte Psychologie und arbeitete neben ihrem

Promotionsstudium zum Thema »Tagträume« u.a. als Reiseleiterin. Schon immer

war sie fasziniert von den Sehnsuchtsorten dieser Erde. Ihre fesselnden

Neuseelandromane fanden sofort ein großes Lesepublikum und sind Dauerbrenner

auf der Bestsellerliste. Sarah Lark ist das Pseudonym einer erfolgreichen deutschen

Schriftstellerin. Sie lebt in Spanien und arbeitet zurzeit an ihrem nächsten Roman.

Friede auf Erden © Sarah Lark 2011.

Christoph Lode, geboren 1977, wuchs bei Kaiserslautern auf. Er studierte in

Ludwigshafen am Rhein und arbeitete anschließend im Öffentlichen Dienst, zuletzt

in einer Psychiatrischen Klinik bei Heidelberg. Bereits mit seinen ersten beiden

historischen Romanen, »Der Gesandte des Papstes« und »Das Vermächtnis der

Seherin«, sorgte er ebenso für Furore wie mit der großen Fantasy-Trilogie

»Pandaemonia«. Heute widmet er sich ganz dem Schreiben. Er ist verheiratet und

lebt in Mannheim.

Nach Jahr und Tag © Christoph Lode 2011.

http://www.christoph-lode.de

Laila El Omari, in Münster als Tochter einer deutschen Mutter und eines

palästinensischen Vaters geboren, studierte nach dem Abitur in Münster

Orientalistik, Germanistik und Politikwissenschaften. Sie spricht mehrere arabische

Dialekte und hat oft Länder des Orients bereist. Fasziniert von der Geschichte des

British Empire schrieb sie ihr erstes Buch »Die englische Erbin« (2006). Dem Thema

Kolonialreiche blieb sie auch in ihren folgenden Romanen treu.

Schwefelhölzer © Laila El Omari 2011.

http://www.laila-omari.de

Fran Ray, 1963 in Deutschland geboren, hat nach einigen Studienjahren zuerst die

praktische Arbeit im Filmgeschäft in München ausprobiert, um dann doch durch

Umwege das zu werden, wovon sie seit ihrer Kindheit träumte: Schriftstellerin. Nach

Jahren in München und Australien, wo sie unter Pseudonym eine Krimireihe schrieb,

hat es sie jetzt an die spanische Mittelmeerküste verschlagen. Ihr Thriller »Die Saat«

erschien 2010 bei Lübbe.

Copy Checker © Fran Ray 2011.

http://www.fran-ray.com

Michaela Schwarz, Jahrgang 1961, ist Übersetzerin und Autorin und arbeitet auch

als Homöopathin. Sie lebt mit ihrer Familie und ihrem Hund in der Nähe von Köln.

In der Verlagsgruppe Lübbe erschienen von ihr bereits »Paganini und das

Weihnachtswunder«, »Der Weihnachtstango« sowie der Spannungsroman

»Schmetterlingskinder«.

Slow Christmas oder ein Heiligabend mit Kerzenschein © Michaela Schwarz 2009, zuerst

erschienen in »Slow Christmas«, hrsg. von Catrin Polojachtof und Reinhard Rohn.


Jana Seidel wurde 1977 in Hannover geboren. Nach ihrem Studium in Kiel

volontierte sie bei einer Tageszeitung. Anschließend schrieb Jana Seidel zwei Jahre

als freie Journalistin für diverse Medien. Mittlerweile lebt sie in Hamburg und

arbeitet in einer Zeitschriftenredaktion. Ihr Debütroman »Über den grünen Klee

geküsst« wurde 2011 veröffentlicht, im Februar 2012 erscheint der Folgetitel

»Eigentlich bin ich eine Traumfrau«.

Zimtsternschnuppen © Jana Seidel 2011.

http://de-de.facebook.com/pages/Jana-Seidel/229017360445771

Ines Thorn verbrachte Kindheit und Jugend in Leipzig. Nach dem Abitur begann sie

zunächst eine Ausbildung zur Buchhändlerin, studierte später in Frankfurt am Main

Germanistik und Slawistik. Ihr erster Roman »Die Spiegeltänzerin« wurde im Jahr

2000 veröffentlicht. Es folgten weitere Kurzgeschichten und seit 2002 mehrere

Romane, darunter eine Krimi-Reihe aus dem ausgehenden Mittelalter. Ines Thorn

lebt heute als freiberufliche Schriftstellerin in Frankfurt am Main.

Der Weihnachtshasser © Ines Thorn 2011.

http://www.inesthorn.de

Claudia Toman, geboren 1978 in Wien, arbeitete als Inspizientin, Regieassistentin,

Regisseurin und Librettistin in Wien, Tokio und Tel Aviv. Sie publizierte

Kurzgeschichten und Lyrik in verschiedenen Anthologien, bevor sie mit

»Hexendreimaldrei« (2009) ihren ersten Roman schrieb. Ihr aktueller Roman

»Goldprinz« erschien im März 2011 im Diana Verlag. Claudia Toman lebt in Wien.

Hering mit Heiligenschein © Claudia Toman 2010, zuerst erschienen in

»Schneegeflüster«, hrsg. von Uta Rupprecht.

http://claudiatoman.blogspot.com

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