BGHW-Kompakt 2 - Medienangebot der Sparte Einzelhandel

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BGHW-Kompakt 2 - Medienangebot der Sparte Einzelhandel

BGHW-Kompakt 2

Gefahrstoffe im Handel


Gefahrstoffe im Handel


Inhalt

Wie erkennt man Gefahrstoffe? ....................................................................................................................................... 5

Kennzeichnung .................................................................................................................................................................. 6

Neue Kennzeichnung nach GHS .................................................................................................................................. 7

Sicherheitsdatenblatt .................................................................................................................................................. 10

Wege in den Körper - Wirkungen von Gefahrstoffen ............................................................................................. 10

Betriebliche Maßnahmen ................................................................................................................................................ 11

Erfassen vorhandener Gefahrstoffe ........................................................................................................................ 11

Gefährdungsbeurteilung ............................................................................................................................................ 11

Ein wichtiger Hinweis zur Gefährdungsbeurteilung ........................................................................................ 12

Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ........................................................................................ 13

Gefahrstoffe - nötig oder vermeidbar .................................................................................................................... 13

Technische Schutzmaßnahmen ............................................................................................................................... 14

Grenzwerte ...................................................................................................................................................................... 15

Persönliche Schutzmaßnahmen und allgemeine Hygienemaßnahmen ................................................... 16

Betriebsanweisung ....................................................................................................................................................... 17

Unterweisung der Beschäftigten ............................................................................................................................. 18

Und außerdem: ..................................................................................................................................................................... 19

Verpackung ...................................................................................................................................................................... 19

Umfüllen ........................................................................................................................................................................... 19

Aufbewahren und Lagern ........................................................................................................................................... 20

Wechselwirkungen von Gefahrstoffen .................................................................................................................. 20

Entsorgen von Gefahrstoffen .................................................................................................................................... 20

Erste Hilfe ......................................................................................................................................................................... 21

Arbeitsmedizinische Vorsorge ................................................................................................................................... 22

Einsatz von Fremdfirmen ............................................................................................................................................ 23

Beschäftigungsbeschränkungen .............................................................................................................................. 23

Schriften und Medien ........................................................................................................................................................ 24

Anhang ................................................................................................................................................................................ 24

Adressen Giftnotrufzentrale ........................................................................................................................................... 29

Betriebsanweisung ............................................................................................................................................................ 31


Wie erkennt man Gefahrstoffe?

In fast allen Handelsbetrieben wer den Flüssigkeiten,

Pasten, Pulver und ähn liche Materialien

verbraucht und/ oder gehandelt.

Die meisten dieser Pro duk te sind harmlos,

z.B. Milch, Wein, Zahn pasta, Senf, Zucker

Beispiele für Gefahrstoffe und ihre Kennzeichnung:

Gefahrensymbol

Kein Ge fah rensymbol

Gefahrenbezeichnung

Hochentzündlich

Leichtentzündlich

Entzündlich

Sehr Giftig/Giftig

Ätzend

Reizend

Gesundheitsschädlich

Gefahrstoffe im Handel

und Katzen streu. Andere Produkte wie z.B.

Brenn spi ritus oder Rohrreiniger haben Eigenschaften,

die sie für den Menschen

ge fähr lich machen. So kann der offene

Um gang mit Brennspiritus zu nicht unerheb

lichen Brand- und Explosionsgefahren

Art der Gefährdung Beispiele

Hat als Flüssigkeit einen Flammpunkt

unter 0° C und einen Siedepunkt von

höchstens 35° C.

Ist als Gas bei gewöhnlichen Tem pe ratu

ren und normalem Druck bei Luftkontakt

sehr leicht entzündlich.

Hat als Flüssigkeit einen Flammpunkt

von mindestens 0° C und weniger als

21° C.

Hat als Flüssigkeit einen Flammpunkt

von mindestens 21° C und höchstens

55° C.

Kann in sehr geringer Men ge/ge rin ger

Menge beim Einatmen, Ver schlucken

oder Aufnahme über die Haut zum

Tode führen oder akute oder chronische

Gesundheitsschäden verursachen.

Kann lebendes Gewebe bei Be rüh rung

zerstören, insbesondere die Augen

Kann bei kurzzeitigem, länger andauerndem

oder wiederholtem Kontakt

mit Haut oder Schleimhaut eine Entzündung

hervorrufen.

Kann beim Einatmen, Verschlucken

oder Aufnahme über die Haut zum

Tode füh ren oder akute oder chronische

Gesundheitsschäden verursachen.

Otto-Kraftstoff, Flüssiggas-Treibmittel

in Spraydosen,

z.B. Propan und

Butan

Spiritus, Nitroverdünner,

Klebstoffe

Terpentin-Ersatz, Kunstharzverdünner

Cyanidhaltige Gold reinigungs

mit tel, Treibstoff

für Modell-Flug zeu ge,

Otto-Kraftstoff

Rohrreiniger, Batteriesäure

Kaffeemaschinen-

Reiniger, Grillreiniger,

Zementprodukte

Verdünner, Kaltreiniger,

Scheibenreiniger für

Kraftfahrzeuge

5


Gefahrstoffe im Handel

füh ren und der Einsatz eines Rohrreinigers

zu Ver ätzungen z.B. der Hände oder der Augen

führen. Solche Produkte wer den daher

als Gefahrstoffe be zeich net (Be griffsbestimmungen

siehe Anhang).

Gefahrstoffe sind insbesondere an ihrer

Kennzeichnung zu er ken nen. Auf der Verpackung

ist dann deutlich sichtbar mindestens

eines der in der vorausstehenden Tabelle

gezeigten Ge fah rensymbole und/oder

die Aufschrift „Entzündlich“ vorhanden.

Kennzeichnung

Alle Verpackungen von Gefahrstoffen müssen

mit einer Kennzeichnung versehen sein

(Bild 1 und 2), die neben den beschriebenen

Gefahrensymbolen und Gefahrenbezeichnungen

weitere wichtige Angaben zum

sicheren Umgang enthält.

6

Dies gilt übrigens auch, wenn Gefahr stof fe,

z.B. zur innerbetrieblichen Nutzung, in kleinere

Behälter abgefüllt wer den. Dann sind

zumindest die Ge fahr stoff bezeichnung,

die wesentlichen In for mationen zur Einstufung,

die möglichen Gefahren und die

zu treffenden Si cherheitsmaßnahmen auf

die Ge fäße auf zubringen, also neben dem

Namen noch das Gefahrensymbol, die

Ge fah ren hinweise (R-Sätze) und Si cher -

heitsratschläge (S-Sätze).

Diese R- und S-Sätze sind bei Tätigkeiten

mit Gefahrstoffen in jedem Fall zu beachten.

Die Kennzeichnung gefährlicher Stoffe und

Zubereitungen muss in deutscher Sprache

abgefasst sein. Sie muss deutlich erkennbar

und haltbar auf der Verpackung angebracht

sein. Sie darf keine die Gefahren verharmlosenden

Angaben wie „Nicht giftig“,

Erforderliche Angaben auf der Verpackung eines

(z.B. ätzenden) Gefahrstoffes

Bild 1 Kennzeichnung eines Gefahrstoffes

Bezeichnung (Handelsname)

Chemische Bezeichnung der enthaltenen

gefährlichen Stoffe

Hinweise auf die besonderen Gefahren

Gefahrensymbol und Gefahrenbezeichnung

Sicherheitsratschläge

Name, Anschrift und Telefonnummer des Herstellers,

Einführers oder Vertreibers


„Nicht gesundheitsschädlich“, „Nicht kennzeichnungspflichtig“

aufweisen.

Aus Platzgründen enthält die Kennzeichnung

auf der Verpackung nur die allerwichtigsten

Hinweise. Deshalb muss

sich der Betrieb für jeden Ge fahr stoff ein

aktuelles Sicherheits da ten blatt besorgen,

um die vollständigen Angaben zum sicheren

Umgang mit dem Produkt zu erhalten.

Zusätzlich gilt:

Bei sehr giftigen (T+), giftigen (T) oder ätzenden

(C) Produkten, die im Einzelhandel

angeboten werden oder für jedermann

zugänglich sind, muss auf der Verpackung

eine allgemein verständliche Gebrauchsanweisung

angebracht sein. Ist dies aus technischen

Gründen nicht möglich, so muss

die Gebrauchsanweisung der Verpackung

beigefügt sein.

Ätzend

Rohrreiniger

Enthält: 54 % Natriumhydroxid

Sicherheitsratschläge:

Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.

Bei Berührung mit den Augen gründlich

mit Wasser spülen und Arzt aufsuchen.

Bei der Arbeit geeignete Schutzhandschuhe

und Schutzbrille/Gesichtsschutz

tragen.

Hersteller:

Bild 2 Kennzeichnungsbeispiel

Gefahrenhinweis:

Verursacht schwere

Verätzungen

Gefahrstoffe im Handel

Neue Kennzeichnung nach GHS

GHS steht als Abkürzung für Globally Harmonised

System of Classification and Labelling

of Chemicals. Hierdurch sollen

Gefahr stoffe künftig weltweit gleich eingestuft

und gekennzeichnet werden. Dies gilt

auch für so alltägliche Produkte wie Reinigungsmittel

oder Lösungsmittel aus dem

Hand werk er bedarf. Bislang gab es große

Unterschiede. So konnte ein Produkt in der

EU als „gesundheitsschädlich“, in anderen

Ländern als „giftig“ gekennzeichnet oder

auch gar nicht kennzeichungspflichtig sein.

Auch die Unter schiede zwischen der Einstufung

nach Gefahrgutrecht und Gefahr stoffrecht

werden mit der Einführung von GHS

beseitigt.

Zum Umfang der neuen Kennzeichnung

gehören:

• Stoffname, Identifikationsnumer oder

Name des Gemisches

• Firmenanschrift

• Nennmenge des Stoffes oder Gemisches

• Gefahrenpiktogramme

• Signalwörter (wie „Gefahr“ oder „Achtung“)

• Gefahrenhinweise H-Sätze

(entsprechen den bisherigen R-Sätzen)

• Sicherheitshinweise P-Sätze

(entsprechen den bisherigen S-Sätzen)

• Eventuell ergänzende Hinweise

• Produktidentifikation (zum Beispiel Indexnummer

oder CAS-Nummer)

• Globally Harmonised System of Classification

and Labelling of Chemicals

Konkrete Änderungen in der Kennzeichnung

sind:

• Neue Gefahrenpiktogramme lösen die

orangefarbenen Gefahrensymbole ab

(siehe Gegenüberstellung Seite 8).

7


Gefahrstoffe im Handel

• Das Andreaskreuz als Gefahrensymbol

für reizende beziehungsweise gesundheitsgefährliche

Gefahr stoffe entfällt

(siehe Gegenüberstellung rechts).

• Die Kennbuchstaben (zum Beispiel F, F+,

Xi, Xn etc.) entfallen.

• Die Gefahrenbezeichnungen (zum Beispiel

giftig, gesundheitsschädlich), die

den Gefahrensymbolen zugeordnet waren,

entfallen.

• 28 Gefahrenklassen treten an die Stelle

der bislang bekannten 15 Gefährlichkeitsmerkmale.

Dadurch können zum

Beispielhafte Gegenüberstellung der Piktogramme

8

Beispiel physikalisch-chemische Eigenschaften

genauer beschrieben werden.

• Es werden zwei neue Signalwörter, „Gefahr“

und „Achtung“, eingeführt. Sie

kennzeichnen unterschied lich hohe Gefährdungspotenziale

von Gefahrstoffen,

die das gleiche Gefahrensymbol tragen.

• Es gibt neue Gefahrenklassen zum Beispiel

„Gase unter Druck“ oder „Akute Toxizität“.

• R- und S-Sätze werden ersetzt durch H-

und P-Sätze (hazard and precautionary

statements).

Bisherige Gefahrensymbole Neue Gefahrensymbole

Gefahrenbezeichnung

Hochentzündlich

Leichtentzündlich

Bislang keine

Entsprechung

Sehr giftig

Giftig

Symbol mit

Kennbuchstabe

Piktogramm nach GHS

Flamme

Gasflasche

Totenkopf mit

gekreuzten Knochen

Ätzend Ätzwirkung

Reizend oder

Gesundheitsschädlich

Bislang keine

Entsprechung

Bislang keine

Entsprechung

oder

Ausrufezeichen

Gesundheitsgefahr


• Einige Einstufungskriterien ändern sich.

Beispiel: Der Flammpunkt als Entscheidungs

kriterium zwischen leicht entzündbaren

und entzündbaren Flüssigkeiten

wird von 21°C auf 23°C angehoben. Daher

werden mehr Flüssigkeiten als bis her

als „leicht enzzündbar“ einzustufen sein.

In den Betrieben ergeben sich durch die

Einführung der GHS-Kennzeichnung folgende

Pflichten:

• Gefährdungsbeurteilung aktualisieren

• Sicherheitsdatenblätter überprüfen gege

benenfalls aktuelle Sicherheitsdatenblätter

anfordern

• Kennzeichnung von Gefahrstoffen für

den innerbetrieblichen Einsatz anpassen

• Betriebsanweisungen überarbeiten

• Unterweisungsinhalte anpassen

Gefahrstoffe im Handel

Übergangsfristen:

Ab 1. Dezember 2010 müssen Stoffe

(wie Aceton), ab 1. Juni 2015 auch Gemische

(bisher Zubereitungen), wie Farben,

Reinigungs mittel, nach GHS eingestuft und

gekennzeichnet werden.

Hinweis: Seit dem 20. Januar 2009 können

Chemikalien nach der neuen Verordnung

ge kenn zeichnet werden. Das heißt zunehmend

werden die vertrauten orangefarbenen

Symbole und die R- und S-Sätze durch

die neuen Kenn zeich nungs elemente ersetzt.

Außerdem: Gefahrstoffe, die bereits vor den

oben genannten Stichtagen in den Verkehr

gebracht und nach dem alten Sys tem eingestuft

und gekennzeichnet sind, dürfen

noch zwei Jahre ohne Umetikettierung verkauft

werden. Diese Ab verkaufsfrist endet

am 1. Dezember 2012 für Stoffe und am 1.

Juni 2017 für Gemische.

Beispieletikett: Entzündbare Flüssigkeiten (inkl. Erläuterung der Kennzeichnungselemente)

Piktogramme

Nennmenge,

wenn Stoff

oder Gemisch

der breiten

Öffentlichkeit

zugänglich

gemacht wird

Name, Anschrift,Telefonnummer

des Lieferanten

200 L Gefahr

Firma Mustermann

Signalwort

Name und

Produktidentifikatoren

Methanol (Lösungsmittel)

(Index-Nr.: 603-001-00-X)

Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar.

Giftig bei Verschlucken.

Giftig bei Hautkontakt.

Giftig bei Einatmen.

Schädigt die Augen - Erblindungsgefahr.

Von Hitze/Funken/offener Flamme/heißen

Oberflächen fernhalten. Nicht Rauchen.

An einem gut belüfteten Ort lagern.

Behälter dicht verschlossen halten.

Schutzhandschuhe/Schutzkleidung tragen.

Bei Berührung mit der Haut:

Mit reichlich Wasser und Seife waschen.

Bei Verschlucken: Sofort Giftinformationszentrum

oder Arzt rufen.

Unter Verschluss lagern.

11111 Musterhausen Tel: +49(0)0123-1234

H-Sätze

Anzahl

durch

GHS-VO

vorgegeben

P-Sätze

maximal 6

9


Gefahrstoffe im Handel

Sicherheitsdatenblatt

Das Sicherheitsdatenblatt enthält die vollständigen

Sicherheitsinformationen über

den Gefahrstoff, die oft deutlich über die

Angaben auf der Verpackung hinausgehen.

Der Hersteller/Inverkehr bringer eines Gefahrstoffes

ist nach Ge fahr stoffverordnung

verpflichtet, ge werbs mäßigen Anwendern

ein aktuelles, in deutscher Sprache abgefasstes

und mit Datum versehenes Sicherheitsdatenblatt

kostenlos und spätestens

mit der ersten Lieferung zu übermitteln

Wege in den Körper - Wirkungen

von Gefahrstoffen

Gefährliche Stoffe können ihre gesundheitsschädigende

Wirkung nur entfalten,

wenn sie in den menschlichen Körper gelangen.

Dies kann durch das Einatmen von

Gasen, Dämpfen oder Stäuben (inhalativ),

durch das Verschlucken von Flüssigkeiten

oder Feststoffen (oral) oder durch die Auf-

10

Gefahrstoff-Kennzeichnung am Arbeitsplatz

Kennzeichnung

Rettungszeichen für Erste-Hilfe-Einrichtungen

Erste Hilfe

Augenspüleinrichtung

Leicht

entzündlich

Xi Reizend

Ätzend

Gesundheitsschädlich

T

Giftig

F

C

X n

Verbotszeichen

Rauchen verboten

Feuer, offenes Licht und

Rauchen verboten

Mit Wasser

löschen verboten

Essen und Trinken

verboten

Bestell-Nr.: P12

Bild 3 Plakat P12 – Gefahrstoffkennzeichnung am Arbeitsplatz

nahme von Flüssigkeiten oder Stäuben

durch die Haut (resorptiv) geschehen.

Im Bereich des Handels ist die Haut ein

wesentli cher Ein trittspfad für Gefahrstoffe

in den men schlichen Körper. Der Kon takt

mit den Gefahrstoffen kann hier bei zu Reizungen,

Sensibilisierungen (Reak tion des

Körpers auf allergieauslösende Subs tanzen,

hervorgerufen durch wiederholten Kontakt,

Vorstufe zur Allergie) oder zur Zerstörung

des Hautgewebes führen. Gelangen z.B. ätzende

Ge fahr stof fe ins Auge, so kann es zu

schwersten Augenschäden wie Horn haut -

trü bung bis hin zum Er blinden kommen.

Auch über verschmutzte Arbeitskleidung

besteht die Gefahr eines Kontaktes mit Gefahrstoffen,

wenn z.B. lösemittelhaltige Gefahrstoffe

die Kleidung ver un rei nigt haben.

Daher sollte durch Che mika lien verschmutzte

Kleidung sofort ge wechselt werden.


Besondere Gesundheitsgefährdungen

können auftreten, wenn entsprechende

Men gen an Gefahrstoffen in den Ma gen-

Darm-Trakt gelangen, wenn z.B. das Ess-,

Trink- und Rauchverbot in Arbeitsbereichen,

in denen mit Gefahrstoffen um gegangen

wird, nicht beachtet wird oder vor Arbeitspausen,

vor dem Essen und Trinken die Hände

nicht sorgfältig ge reinigt werden. Auch

das unsachgemäße Aufbewahren von Gefahrstoffen

in Lebensmittelbehältern führt

immer wieder zu Verwechselungen und so

zu Unfällen mit Gefahrstoffen.

Alle Schutzmaßnahmen laufen daher auf

die Vermeidung derartiger Kontakte von

Gefahrstoffen mit dem menschlichen Körper

hinaus.

Betriebliche Maßnahmen

Bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen sind vom

Unternehmer betriebliche Maßnahmen

zu ergreifen. Dabei sind die Bestimmungen

der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)

und die Technischen Regeln für Gefahrstoffe

(TRGS) zu beachten. Zu den betrieblichen

Maßnahmen zählen unter anderem

die Ermittlung von Informationen über die

im Betrieb vorhandenen Gefahrstoffe, die

Gefährdungsbeurteilung, Grundpflichten,

allgemeine und zusätzliche Maßnahmen,

die Vorsorge für Betriebsstörungen, Unfälle

und Notfälle und die Unterrichtung

und Unterweisung der Beschäftigten. Für

Einzelhandelsuntenehmen sowie für Großhandelsunternehmen

und Lagereibetriebe,

die nicht mit Chemikalien handeln, kann

die Zusammenstellung „Arbeitsschutzprogramm

Gefahrstoffe“ auf Seite 28 als Anleitung

für den Umgang mit Gefahrstoffen

dienen.

Erfassen vorhandener Gefahrstoffe

Zunächst einmal muss festgestellt werden,

wie viele und welche Gefahrstoffe im

Betrieb vorhanden sind. Diese oft recht

mühsame Erfassung kann durch die Ver-

Gefahrstoffe im Handel

wendung eines geeigneten Formulars erleichtert

werden.

Im Anhang ist ein solches Formular zur Erfassung

von Gefahrstoffen im Betrieb abgedruckt,

das zur praktischen An wendung

beliebig kopiert werden kann. Nach der

Produktbezeichnung wird die vollständige

Anschrift des Herstellers oder Lieferanten

eingetragen, was die spätere Anforderung

von Informationen, wie z.B. Sicherheitsdatenblättern

er leichtert. Durch die Gefahrenbezeichnung

und die R-Sätze/H-Sätze

wird die Art der Gefährdung festgehalten.

Die Eintragungen zu Einsatzmenge, Lagermenge

und Jahresverbrauch erlauben Rückschlüsse

auf das Maß der Gefährdung. Die

Notizen über den Verwendungszweck und

die Verarbeitungsart erleichtern später die

Entscheidung, ob der Gefahrstoff durch ein

ungefährliches oder weniger gefährliches

Produkt er setzt werden kann, oder welche

Schutzmaßnahmen ggf. zu ergreifen sind.

Auf Grund der neuen Gefahrstoffverordnung

2010 müssen ebenfalls enthalten

sein: Hinweis auf das Sicherheitsdatenblatt,

die Einstufung/gefährliche Eigenschaften

und der Arbeitsbereich.

Sind alle Gefahrstoffe im Betrieb er fasst,

ist zu prüfen, ob die einzelnen Ge fahr stoffe

tatsächlich benötigt werden. Gefährliche

Stoffe und Zubereitungen sind möglichst

durch ungefährliche oder weniger gefährliche

zu ersetzen. Nicht mehr benötigte Gefahrstoffe

werden sachgerecht entsorgt.

Ein Verzicht auf gefährliche Stoffe er spart

die nachfolgend beschriebenen Maßnahmen

und reduziert damit den Arbeitsaufwand.

Gefährdungsbeurteilung

Anhand der Erfassungsliste und den Gefahrstoffinformationen,

u.a. aus dem

Sicherheitsdatenblatt, hat der Un ter -

11


Gefahrstoffe im Handel

neh mer, bevor Tätigkeiten mit Ge fahrstoffen

durchgeführt werden, eine Ge -

fähr dungsbeurteilung durchzufüh ren, um

Gesundheits- und Unfallgefährdungen mit

Gefahrstoffen zu vermeiden. Die Gefährdungsbeurteilung

ist zu do ku mentieren.

Die Gefährdungsbeurteilung darf nur von

fachkundigen Personen durchgeführt werden.

Verfügt der Unternehmer nicht selbst

über die entsprechenden Kenntnisse, so hat

er sich fachkundig beraten zu lassen. Fachkundig

können insbesondere die Fachkraft

für Arbeitssicherheit und die Betriebsärztin

oder der Betriebsarzt sein.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung

ist zu ermitteln und zu bewerten, welchen

Gefährdungen die Be schäf tigten bei ihrer

Tätigkeit mit Ge fahrstoffen ausgesetzt sind

und welche Schutzmaßnahmen zu ergreifen

sind. Hierzu sind unter Umständen besondere

Kennt nisse über die gefährlichen

Stoff eigenschaften der eingesetzten Ge fahrstoffe

notwendig, um Gefährdungen erkennen

und beurteilen zu können.

Auf der Grundlage der Gefähr dungs beur

teilung sind dann geeignete Schutzmaßnahmen

auszuwählen und um zusetzen.

Bei dieser Bestandsaufnahme sollte besonders

die Frage im Vordergrund stehen, ob es

möglich ist, den verwendeten Gefahrstoff

durch einen un gefährlichen oder zumindest

weniger gefährlichen zu ersetzen.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung

sind unterschiedliche Arten von Ge fährdungen,

die Gefahrstoffe mit sich bringen

können, zu berücksichtigen:

• Brand- und Explosionsgefährdungen

• Gefährdungen durch toxische Ei genschaften

• Gefährdungen durch besondere Stoff -

eigenschaften (nicht als Ge fahr stoff gekennzeichneter

Stoffe)

12

Die wichtigste Informationsquelle zur

Ge fährdungsbeurteilung ist das Sicherheitsdatenblatt

der Gefahrstoffe. Zu beachten

sind außerdem:

• die Arbeitsbedingungen, z.B.: Wird der

Geschirrspülmaschinenreiniger als loses

Pulver eingesetzt oder automatisch

aus einem Vorratsbehälter zudosiert?

Wird die Bodenreinigung von Hand oder

mit einer Reinigungsmaschine durchgeführt?

• die verwendete Stoffmenge,

• die Höhe und Dauer der Einwirkung der

Gefahrstoffe,

• die Art und Weise, wie die Beschäftigten

mit dem Gefahrstoff in Be rührung kommen

können, d.h. wird der Ge fahr stoff

über die Haut (dermal) oder durch Einatmen

(inhalativ) aufgenommen

Ein wichtiger Hinweis zur Gefährdungsbeurteilung:

Es ist möglich eine Gefährdungsbeurteilung,

die der Hersteller / Inverkehrbringer

des Gefahrstoffes mitliefert, zu übernehmen.

Voraussetzung: Die betrieblichen Tätigkeiten

werden gemäß den Angaben und

Festlegungen der mitgelieferten Gefährdungsbeurteilung

durchgeführt.

Sinnvoll ist es, eine solche Gefährdungsbeurteilung

oder zumindest de taillierte Informationen

zu den verwendeten Stof fen

vom Lieferanten zu verlangen (Musterbrief

hierzu im Anhang).

Die Gefährdungsbeurteilung ist unabhängig

von der Zahl der Beschäftigten erstmals

vor Aufnahme der Tätigkeit zu dokumentieren.

Die Dokumentation muss

folgendes enthalten; die Gefährdungen

am Arbeitsplatz, das Ergebnis der Suche

nach Ersatzstoffen, die durchzuführenden

Schutzmaßnahmen, und die Ermittlungsergebnisse,

die belegen, dass der Arbeits


platzgrenzwert eingehalten wird oder - bei

Stoffen ohne Arbeitsplatzgrenzwert - die

ergriffenen technischen Schutzmaßnahmen

wirksam sind.

Auf eine detaillierte Dokumentation kann

bei Tätigkeiten mit geringer Gefährdung

verzichtet werden. Falls in anderen Fällen

auf eine detaillierte Dokumentation verzichtet

wird, ist dies nachvollziehbar zu

begründen.

Die Gefährdungsbeurteilung ist regelmäßig

zu überprüfen und bei Bedarf zu aktualisieren.

Sie ist umgehend zu aktualisieren,

wenn maßgebliche Veränderungen

oder neue Informationen dies erfordern

oder wenn sich eine Aktualisierung auf

Grund der Ergebnisse arbeitsmedizinischer

Vorsorgeuntersuchungen als notwendig

erweist.

Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten

mit Gefahrstoffen

Auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung

werden geeignete Maßnahmen ausgewählt,

um das Entstehen von Gesundheits-

und Unfallgefährdungen durch

Gefahrstoffe zu vermeiden oder zumindest

zu minimieren. Hierbei sind die Vorschriften

der Gefahrstoffverordnung zu beachten

(siehe Schaubild).

Gefahrstoffe - nötig oder vermeidbar?

Oberste Priorität hat immer ein Ersatz des

Gefahrstoffes durch ein ungefährliches

oder weniger gefährliches Produkt.

Werden im Betrieb also Gefahrstoffe eingesetzt,

so ist zu prüfen, ob sie für das Arbeitsverfahren

notwendig sind, oder ob

das Arbeitsziel nicht auch ohne sie erreicht

werden kann, ggf. auch durch Änderung des

Arbeitsverfahrens. Die Möglichkeit Gefahrstoffe

zu ersetzen, bietet sich häufiger als

allgemein angenommen, wie einige Beispiele

zeigen:

Gefahrstoffe im Handel

• Lacke und Farben auf Lösemittelbasis

sind entzündlich und oft auch gesundheitsschädlich.

Pinsel, die mit diesen Farben

und Lacken in Be rührung gekommen

sind, müssen mit ebenfalls entzündlichen

und gesundheitsschädlichen Lösemitteln

gereinigt oder in solchen aufbewahrt

werden. Dispersionslacke auf

Wasserbasis sind ungefährlich, lassen

sich mit Wasser verdünnen und haben

den zusätzlichen Vorteil, dass die verwendeten

Pinsel mit Wasser ausgewaschen

werden können.

• Die Fettfilter aus den Dunstabzugshauben

von Küchen müssen mindestens alle

zwei Wochen gereinigt werden. Oft werden

sie mit entzündlichen und/oder gesundheitsschädlichen

Kalt reinigern entfettet.

Führt man die Reinigung öfter als

vorgeschrieben durch, z.B. wöchentlich,

so genügt es meist, die Filter in die Spül -

maschine zu stellen; die Verwendung des

Kaltreinigers ist dann überflüssig.

• Überflüssig ist häufig auch der Einsatz

ätzender Rohrreiniger. Mechanische Reinigungsverfahren

mit Spirale und Saugglocke

sind ungefährlich und schonen

Abflüsse und Rohre.

• Goldreinigungsarbeiten lassen sich sowohl

mit einem Tauchbad, das sehr giftiges

Natriumcyanid enthält, durch führen

als auch mit einer Seifenlösung in einem

Ultraschallbad.

• Für die Fußbodenreinigung lassen sich

z.B. auch Rei nigungsmittel, die keine

Gefahrstoffe sind, mit gleichem Rei -

nigungsergebnis einsetzen oder der ätzende

Fußbodenreiniger kann zu mindest

durch ein nur als reizend gekennzeichnetes

und somit weniger gefährliches Produkt

ersetzt werden.

Wichtig ist es, die Ersatzstoffprüfung bereits

vor der Beschaffung eines Ge fahrstoffes

durchzuführen, und mit den Anwen-

13


Gefahrstoffe im Handel

dern die Frage zu klären, ob es nicht auch

ohne den Gefahrstoff geht oder ob zumindest

ein weniger ge fährliches Produkt eingesetzt

werden kann.

Technische Schutzmaßnahmen

Ist ein Ersatz der Gefahrstoffe nicht möglich,

muss ein Kontakt mit dem menschlichen

Körper auf andere Weise sicher vermieden

werden, z.B. durch Anwendung des

Gefahrstoffes in einer geschlossenen Apparatur.

Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung

ätzender Geschirrspülmittel, die als Pulver

und als Flüssigkeit angeboten werden. Die

ätzenden Pulver müssen von Hand in die

Spülmaschine gefüllt werden, wobei die

Gefahr besteht, dass die Beschäftigten damit

in Berührung kommen. Leicht können

z.B. Partikel des Pulvers ins Auge geraten.

14

§5

ArbSchG

Tätigkeit mit

Gefahrsroff?

Ja

§ 6 GefStoffV

Gefährdungsbeurteilung

Geringe

Gefährdung

Ja

§ 7 findet

Anwendung

§ 8 reicht

zusätzlich aus

Stopp

Grafik: BAuA, Dortmund

Ja

Nein

§ 7, 8 und 13ff finden

Anwendung

Nein

Diese Gefährdungen werden ausgeschlossen,

wenn ein flüssiges Spülmittel verwendet

und mit einer automatischen Dosiereinrichtung

der Spülmaschine zu geführt

wird. Eine Gefährdung ist dann nur noch

beim Anschluss des Vor ratsbehälters an die

Dosieranlage gegeben.

Ein anderes Beispiel sind automatische

Farbenmisch- und -abfüllanlagen, de ren

geschlossene Bauweise das Aus treten von

Lösemitteln und deren Dämpfen weitestgehend

verhindert.

Auch andere Hilfsmittel können helfen,

einen Kontakt zwischen Körper und Gefahrstoff

zu vermeiden. So können z.B. flüssige

Gefahrstoffe mittels eines Saughebers

umgefüllt werden, wo durch das trotz Verwendung

eines Trich ters unsichere Umschütten

vermieden wird (Bild 4).

gefährdungsabhängig

zusätzlich

inhalativ oder dermal:

§ 9

Cancerogen, mutagen,

fruchtbarkeitsgef.:

§ 10

brennbar oder explosiv:

§ 11

explos. gefährlich org.

Perxide:

§ 12

ggf. Anhänge l, ll


Bild 4 Saugheber zum Umfüllen gefährlihcer Flüssigkeiten.

(Foto: Bürkle GmbH, Lörrbach)

Entstehen bei der Verwendung eines Arbeitsstoffes

gesundheitsgefährliche Gase,

Dämpfe, Nebel oder Stäube, so sind diese

vorzugsweise an der Entstehungs- oder

Austrittsstelle in ungefährlicher Weise abzusaugen.

Eine Absaugung kann z.B. erforderlich

sein bei Farbspritzarbeiten oder der

Holzbearbeitung. Die Absaugeinrichtung

ist immer so anzuordnen, dass die Gefahrstoffe

vom Körper des Beschäftigten

weggesaugt werden und somit nicht in seinen

Atembereich gelangen können (Bild 5).

Ist eine Absaugung nicht möglich oder werden

solche Arbeiten nur in geringem Umfang

durchgeführt, so ist mindestens für

eine angemessene natürliche (Fenster) oder

künstliche Belüftung des Raumes zu sorgen.

Mit Ausnahme von Wasserstoff, der in

Batterieräumen und -ladestationen auftreten

kann, sind die im Einzelhandel vorkommenden

Gase und Dämpfe schwerer als

Gefahrstoffe im Handel

Bild 5 Die Wirksamkeit einer Absaugung hängt wesentlich

von der Lage der Luftzu- und -abführung ab.

Luft. Die Abluft einer Be- und Entlüftungsanlage

sollte also stets unten abgeführt, die

Frischluft oben zugeführt werden. Zuweilen

können Arbeiten mit Gefahrstoffen auch im

Freien durchgeführt werden, z.B. das Einsprühen

von Schuhen mit Lederspray.

Sind solche technischen Schutzmaßnahmen

im Betrieb erforderlich, so ist auf eine

ordnungsgemäße Benutzung und Funktionsweise

zu achten. Außerdem sind diese

Einrichtungen in regelmäßigen Abständen,

mindestens alle 3 Jahre auf Funktionstüchtigkeit

und Wirksamkeit zu prüfen.

Grenzwerte

Wenn Gefahrstoffe in der Atemluft auftreten,

dürfen bestimmte Grenzwerte nicht überschritten

werden. Diese Grenzwerte, u.a. der

Arbeitsplatzgrenzwert (AGW), geben die einzuhaltende

Gefahrstoffkonzentration in der

Atemluft am Arbeitsplatz wieder. Wird im Un-

15


Gefahrstoffe im Handel

Bild 6 Schutzbrillen (Foto: uvex) Bild 7 Schutzhandschuhe (Fotos: Berner International)

ternehmen mit Gefahrstoffen um gegangen,

so hat der Unternehmer zu prüfen, ob die

Arbeitsplatzgrenzwerte ein gehalten werden.

Zur Überprüfung der Arbeitsplatzgrenzwerte

sind prinzipiell Messungen durch eine anerkannte

Messstelle durchzuführen. Für eine

Reihe von Tätigkeiten mit Gefahrstoffen liegen

aber bereits Messergebnisse zu Gefahrstoffkonzentrationen

vor. Bei ver gleichbarer

Vorgehensweise im eigenen Betrieb kann auf

solche Ergebnisse zurückgegriffen werden,

wenn geeignete Be ur tei lungs verfahren vorliegen.

Verpflichtend ist eine Gefahrstoffmessung,

wenn mit krebserregenden, erbgutverändernden

oder fruchtbarkeitsgefährdenden Gefahrstoffen

umgegangen wird.

Persönliche Schutzmaßnahmen und allgemeine

Hygienemaßnahmen

Ist es durch das Arbeitsverfahren oder

durch technische Schutzmaßnahmen nicht

ausgeschlossen, dass Gefahrstoffe auf Beschäftigte

einwirken, so muss der Unternehmer

persönliche Schutz-ausrüstungen

zur Verfügung stellen, z.B. Schutzbrille und

Schutzhandschuhe beim Umgang mit Batteriesäure

(Bilder 6 und 7). Das Sicherheitsdatenblatt

nennt die beim Umgang mit

dem jeweiligen Arbeitsstoff erforderlichen

per sönlichen Schutzausrüstungen.

Die Beschäftigten können durch ihr Verhalten

ganz wesentlich zur Verminderung

der Gefährdung durch Gefahrstoffe beitragen.

Sie müssen sich an die in der Be-

16

triebsanweisung aufgeführten An ordnungen

halten, insbesondere müssen die

zur Verfügung gestellten per sön li chen

Schutzausrüstungen benutzt werden.

Wichtig ist auch verschmutzte Hände

gründlich aber schonend mit geeigneten

Reinigungsmittel wie z.B. Wasser und Seife

zu reinigen. Bei hartnäckigen Verschmutzungen

müssen ggf. spezielle Reinigungsmittel

eingesetzt werden, jedoch sollten

hierzu keine stark scheuernden Produkte

eingesetzt werden. Das Händewaschen sollte

vor Ar beitspausen, insbesondere vor dem

Essen, Trinken und Rauchen und nach Arbeitsende

zur Routine gehören.

Zu den persönlichen Schutzmaßnahmen

zählen auch der Hautschutz und die Hautpflege,

insbesondere wenn z.B. mit hautentfettenden

Stoffen wie Löse mitteln, Verdünnern

umgegangen wird oder häufiger im

feuchten Milieu gearbeitet wird. Nähere Informationen

hierzu können dem Merkblatt

„Hautschutz“ (M 100) entnommen werden.

Werden in Arbeits- und Lagerräumen Gefahrstoffe

verwendet, d.h. ge braucht,

verarbeitet, umgefüllt, ge mischt, aufbewahrt

oder gelagert, so dürfen dort Nahrungsmittel,

z.B. Frühstücksbrote und Getränke,

weder aufbewahrt noch verzehrt

werden.

Auch das Rauchen ist in diesen Räumen

verboten. Zum einen, weil von vielen Ge-


fahrstoffen Brandgefahren ausgehen, z.B.

von entzündlichen Lacken und Lösemitteln.

Zum anderen aber auch, weil sich die

Dämpfe von Arbeitsstoffen in der Glut von

Tabakwaren zu giftigen Stoffen umsetzen

können; so kann beispielsweise in der Hitze

aus den „nur“ gesundheitsschädlichen

Chlor kohlen wasser stoffdämpfen, die z.B.

aus Abbeizern und Schmierstoff sprays entweichen

können, unter an derem das giftige

Phosgen entstehen.

Sauberkeit und Ordnung sind beim Umgang

mit Gefahrstoffen von besonderer

Bedeutung. Oft bleiben angebrochene Behälter

wie Lackdosen oder Lösemittelkanister

nach Gebrauch offen oder nur unzureichend

verschlossen am Arbeitsplatz stehen.

So können Flüssigkeiten verdunsten und

Stäube durch Zugluft aufgewirbelt werden

und dann in die Atemluft der Beschäftigten

gelangen. Behälter mit Gefahrstoffen müssen

deshalb nach Gebrauch sofort wieder

dicht verschlossen werden. Werden sie am

gleichen Tag nicht mehr benötigt, sind sie

alsbald aus dem Ar beitsraum in den Lagerraum

zu schaffen.

Kommt es doch einmal zu einem ungewollten

Austritt gefährlicher Stoffe oder

Zubereitungen, z.B. durch Verschütten oder

Verspritzen, so sind sie sofort entsprechend

den Angaben in der Be triebs anweisung unschädlich

zu machen und zu beseitigen. Mit

Gefahrstoffen verunreinigte Kleidung muss

sofort ausgezogen und in geeigneter Weise

gereinigt oder beseitigt werden.

Betriebsanweisung

Der Unternehmer hat für alle Tätigkeiten

mit Gefahrstoffen eine Betriebsanweisung

zu er stel len, in der arbeitsplatz- und

tätigkeitsbezogene verbindli che schrift -

liche Anordnungen und Verhaltensregeln

zum Schutz vor Unfall- und Ge sundheitsgefahren

sowie zum Schutz der

Umwelt enthalten sind.

Gefahrstoffe im Handel

Insbesondere muss eine Betriebsanweisung

folgende Angaben enthalten:

• Arbeitsbereich, Arbeitsplatz, Tätigkeit,

• Gefahrstoffbezeichnung,

• Gefahren für Mensch und Umwelt,

• Schutzmaßnahmen, Verhaltensregeln (z.B.

auch hygienische Maßnahmen),

• Verhalten im Stör- und Gefahrfall,

• Erste Hilfe Maßnahmen

• Sachgerechte Entsorgung.

Gebrauchsanweisungen oder Sicherheitsdatenblätter

der Hersteller oder Lie feranten

reichen als Betriebsanweisung nicht aus,

können aber als pro dukt be zogene Informationen

zugrunde ge legt werden. Die Betriebsanweisung

ist all gemein verständlich und

in der Sprache der Beschäftigen abzufassen.

Wichtig ist, dass die Angaben der Be triebsan

wei sung konkret sind (siehe Beispiel auf S.

18: „Sachgerechte Ent sorgung“).

Sind mehrere Betriebsanweisungen zu erstellen,

so sollen diese grafisch einheitlich

gestaltet werden.

Eine Musterbetriebsanweisung ist im An -

hang dieses Merkblattes abgedruckt. Weitere

Musterbetriebs an wei sun gen (MS-

Word-Format) sind auf der BGHW-DVD und

eine Sys tembibliothek ist über das Internet

unter www.sw-media.de verfügbar.

Hilfe bei der Erstellung von Betriebsanweisungen

leistet die Broschüre „Betriebsan weisun

gen für den Umgang mit Ge fahr stoffen

im Ein zelhandel“ (Be stell-Nr. A 39). In die ser

Bro schüre sind kurzgefasste Hand l ungs an -

leitungen, Musterbetriebsan weisungen sowie

ein Blankoformular (Ko pier vor lage) zur

Erstellung weiterer Be triebs an wei sungen

ent halten. Diese Bro schüre stellt die Be rufs -

genos sen schaft ihren Mit glieds be trie ben

kos ten los zur Verfügung.

17


Gefahrstoffe im Handel

Bei der Erstellung von Betriebsanweisungen

kann sich der Unternehmer oder sein

Beauftragter insbesondere von der Fachkraft

für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt

be raten lassen.

Die fertige Betriebsanweisung ist an geeigneter

Stelle in der Arbeitsstätte bekannt

zumachen.

18

Ungenau:

Betriebsanweisung nach GefStoffV

Firma:

Abteilung/Arbeitsplatz: Hausverwaltung

Tätigkeit: Umgang mit Verdünner

...

.....

.......

SACHGERECHTE ENTSORGUNG

Reste an Verdünner und ausgelaufener

Ver dünner müssen sachgerecht entsorgt

werden.

....

Unterweisung der Beschäftigten

Anhand der erstellten Betriebsanweisung

muss der Unternehmer dann alle

Be schäftigten, die Tätigkeiten mit Ge fahr -

stoffen durchführen, vor der Be schäftigung

und danach mindestens ein mal jährlich arbeitsplatz-

und tätigkeitsbezogen mündlich

unterweisen. Im Rahmen der Unterweisung

sind die Be schäftigten ggf. durch einen Betriebs

arzt auch arbeitsmedizinisch-toxikolo

gisch zu beraten, u.a. sind sie dabei auf die

besonderen Gesundheitsgefahren bei Tätigkeiten

mit Ge fahrstoffen hinzuweisen und

über mögliche Vorsorgeuntersuchungen zu

in formieren. Eine zu sätzliche Unter wei sung

ist erforderlich, wenn sich Än de rungen beim

Umgang mit den Ge fahrstoffen ergeben,

Konkret:

Betriebsanweisung nach GefStoffV

Firma:

Abteilung/Arbeitsplatz: Hausverwaltung

Tätigkeit: Umgang mit Verdünner

...

.....

.......

SACHGERECHTE ENTSORGUNG

Reste an Verdünner, verunreinigter Ver dün ner

sowie das zum Aufsaugen ver schüt teten Verdünners

verwendete Kie sel gur sind in einen

leeren Lieferbehälter zu füllen und dieser mit

„Verdünner-Ab fäl le“ zu kennzeichnen. Abfall-

Behälter und leere Verdünner-Gefäße gut

ver schlos sen in der Hausinspektion zur sach -

gerechten Entsorgung abgeben.

...

z.B. durch neue Arbeitsverfahren, andere Ge -

fahrstoffe oder wenn sich Unfälle ereignet

haben.

Die Unterweisungen sind grundsätzlich von

den jeweiligen betrieblichen Vor ge setzten

durchzuführen. Die Beschäftigten haben an

den Unterweisungen teilzunehmen. Inhalt

der Unterweisung sind die durch die jeweils

aktuelle Be triebs anweisung vorgegebenen

Themen. Haben sich Unfälle mit Gefahrstoffen

er eignet, so sind diese und die Schlussfolgerungen

daraus anzusprechen.

Der Unterweisende hat sich davon zu überzeugen,

dass die Unterweisung von den Teilnehmern

ausreichend verstanden worden ist.

Inhalt, Teilnehmer und Datum der Unterweisung

sind schriftlich festzuhalten; auf

Wunsch ist dem Unterwiesenen eine Kopie

auszuhändigen. Die Un ter wie senen haben

Inhalt und Zeitpunkt der Unterweisungen

durch Un ter schrift zu bestätigen (dazu

Nach weis block „Unterweisungen“, Bestell-


Nr. A 238). Eine de taillierte Anleitung zur

Durchführung von Un terweisungen enthält

die Broschüre „Un terweisungen“ (B 36), die

von Mit glieds betrieben kostenlos bei der Berufs

genossenschaft be zogen werden kann.

Und außerdem:

Verpackung

Verpackungen von Gefahrstoffen müssen

so beschaffen sein, dass vom In halt nichts

unbeabsichtigt nach außen gelangen kann.

Sie können aus den unterschiedlichsten

Materialien bestehen, z.B. Glas, Kunststoff

und Metall und in verschiedensten Formen

ausgeführt sein, z.B. als Flasche, Kanister

oder Dose. Nicht jede Art von Verpackung

ist für jeden Gefahrstoff ge eignet.

So wurde schon Batteriesäure (Schwefelsäure)

in Plastikflaschen geliefert, die bereits

den Belastungen des Transports auf

einer Palette nicht gewachsen waren und

teilweise aufplatzten. Salz säure wurde in

Blechkanister gefüllt, zersetzte diese und lief

aus. Lö se mittel und Verdünner greifen viele

Kunst stoffe an; werden sie in Gefäße aus

solch ungeeigneten Materialien ge füllt, so

lösen sie diese nach kurzer Zeit auf.

Wichtig ist auch, dass Gefahrstoffe mög lichst

bruchsicher verpackt sind. Glas gefäße sind

zwar unverzichtbar zur sicheren Verpackung

einiger weniger Gefahrstoffe, doch sollten

bruchsichere Gefäße aus Kunststoff oder Metall

generell bevorzugt werden. Müssen solche

nicht bruchsicheren Gefäße transportiert

werden, so müssen hierzu unzerbrechliche

und gegen die Wirkungen des Gefahrstoffs

widerstandsfähige Behälter, wie z.B. Blecheimer

oder Kunststoffeimer mit Tragegriff, eingesetzt

werden. Im Falle eines Ge fäß bruchs

beim Transport wird so ein Ver schüt ten von

Gefahrstoffen auf den Bo den verhindert.

Umfüllen

Gefährliche Stoffe und Zubereitungen dürfen

nicht in solche Behältnisse abgefüllt

Gefahrstoffe im Handel

Bild 8 Lebensmittelgefäße dürfen nicht zur Aufbewahrung

gefährlihcer Arbeitsstoffe verwendet werden.

werden, durch deren Form oder Bezeichnung

der Inhalt mit Le bens mit teln verwechselt

werden kann (Bild 8).

Das Verwenden solcher Be hält nisse ist auch

dann unzulässig, wenn sie dem tatsächlichen

Inhalt entsprechend ge kennzeichnet

werden. Die Missachtung dieses Verbots

hat schon oft zu schweren und tödlichen

Ver ätzungen und Vergiftungen geführt. So

kam es z.B. zu Verätzungen des Mund- und

Rachenraumes eines Be schäf tigten, der einen

Schluck aus einer Bierflasche nahm, in

die ein Kollege zuvor Batteriesäure (Schwefelsäure)

gefüllt hatte.

Müssen im Betrieb also Gefahrstoffe abgefüllt

werden, z.B. wenn der Inhalt des Liefergefäßes

größer als die gerade benötigte

oder von einem Kunden verlangte Menge,

so sind geeignete Gefäße einzusetzen, die

man in Drogerien, Apotheken und Fachgeschäften

für Laborbedarf beziehen kann.

Dort und vom Hersteller oder Lieferanten

des Gefahrstoffs erhält man auch Auskunft

darüber, welches Gefäß für den jeweiligen

Ar beits stoff geeignet ist (Bild 9).

Nachdem der Gefahrstoff abgefüllt wurde,

ist eine ordnungsgemäße Kennzeichnung

anzubringen mit der Gefahrstoffbezeich-

19


Gefahrstoffe im Handel

Bild 9 Geeignete Gefäße zur aufbewahrung von Gefahrenstoffen

aus bruchsicherem Kunststoff

nung, den wesentlichen Informationen zur

Einstufung, den Ge fahrenhinweisen und Sicherheitsratschlägen

(vgl. Kennzeichnung).

Aufbewahren und Lagern

In Arbeitsräumen dürfen Gefahrstoffe nur

in Mengen vorhanden sein, die für den Fortgang

der Arbeit notwendig sind. Dies bedeutet,

dass im Arbeitsraum keine größere

Menge eines Ge fahr stoffes vorhanden sein

darf, als an dem jeweiligen Arbeitstag benötigt

wird.

Hierzu ein Beispiel: Werden in der Lackiererei

einer Möbelschreinerei an einem Arbeitstag

einzig Sessel mit schwarzer Farbe lackiert, so

dürfen an diesem Tag nur die schwarze Farbe

und der dazugehörige Verdünner in der

an diesem Tag benötigten Menge in dem

Lackierraum/-kabine vorhanden sein; alle

anderen Gefahrstoffe wie weitere Farben,

Kleber, Lösemittel etc. sind in einem separaten

Raum zu lagern, der kein Arbeitsraum ist.

Räume, in denen Gefahrstoffe gelagert werden,

sollen kühl und gut belüftet sein. Ggf.

kann es erforderlich sein, La ger räume mit

Warnschildern zu kennzeichnen, wenn z.B.

brennbare Flüssigkeiten gelagert werden.

Gefahrstoffe sind so aufzubewahren, dass

unsachgemäße Verwendung nach Möglichkeit

verhindert wird. Es ist zu empfehlen, Gefahrstoffe

in einem verschließbaren Schrank

(Bild 10) oder Lagerraum aufzubewahren,

der nur von befugten und fachkundigen Per-

20

sonen geöffnet werden kann. Dies ist für alle

giftigen Stoffe zwingend vorgeschrieben!

Wechselwirkungen von Gefahrstoffen

Bevor Tätigkeiten mit Gefahrstoffen im

Betrieb aufgenommen werden, muss

man sich u.a. anhand der Kennzeichnung

und der Betriebsanweisung mit den

grundlegenden Informationen zu Verwendungszweck

und -menge und den einzuhaltenden

Sicherheitsanforderungen

vertraut machen. Hierbei ist z.B. auch zu

prüfen, ob Gefahrstoffe zu sam men verwendet

werden dürfen. Zur Bildung neuer

Stoffe mit gefährlichen Eigenschaften kann

es kommen, wenn mehrere nicht aufeinander

abgestimmte Gefahrstoffe zusammen

verwendet werden. Durch Presseberichte

bekannt ge worden sind mehrere Fälle

schwerer Vergiftungen durch Chlorgas, das

sich bei der gleichzeitigen Verwendung

von hypo chloridhaltigen und sauren Sa nitärreinigern

gebildet hatte. Gefahrstoffe

dürfen deshalb nur einzeln verwendet

werden, es sei denn, die Gebrauchs- oder

Betriebsanweisung verlangt ausdrücklich

etwas anderes.

Entsorgen von Gefahrstoffen

Abfälle und Rückstände gefährlicher Stoffe

und Zubereitungen müssen un verzüglich

und gefahrlos beseitigt werden. Wie dies im

Einzelfall zu ge schehen hat, beschreibt das

zugehörige Sicherheitsdatenblatt.

Nur in wenigen Fällen kann man Rückstände

von Gefahrstoffen mit dem normalen

Müll entsorgen. Geringe Reste mancher

ätzender Arbeitsstoffe (wässrige Säuren

und Laugen) können mit viel Wasser in den

Ausguss gespült werden.

Es sind daher für die unterschiedlichen

Stoffe separate Sammelbehälter au ßer halb

der Arbeitsräume bereitzustellen. So können

z.B. lösemittelhaltige flüssige Gefahrstoffe

in einem Kanister ge sammelt werden.

Für lösemittelgetränkte feste Abfälle


gibt es spezielle, brandgeschützte Sammelbehälter

(Bild 11). Insbesondere diese Sammelbehälter

sind entsprechend zu kennzeichnen.

Sind gefährliche Flüssigkeiten verschüttet

worden, so kann man sie mit einem flüssigkeitsbindendem

Granulat (z.B. Katzenstreu)

aufnehmen (Bild 12) und dieses in den entsprechenden

Ab fallsammelbehälter geben.

Über die Entsorgung der gesammelten

Abfälle und Rückstände gefährlicher Stoffe

und Zubereitungen informieren die Stadt-

und Kreisverwaltungen.

Erste Hilfe

Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen

im Betrieb zu einem durch Gefahrstoffe

ausgelösten Unfall, so ist der Verletzte ei-

TÜREN SCHLIESSEN!

Optimaler

Brandschutz:

Selbstüberwachung –

Thermomechanik

Fugensusschäumung

im Brandfalle

Feuergeschützte

Lüftungsanschlüsse

Verschleißfreie

Türschließer

Feuerfalz

Höchste

Arbeitssicherheit:

Einstellbare

Schließgeschwindigkeit

Fugensperrung +

Klemmschutz

Eindeutige

DIN-Markierung

Leicht verständliche

Bedienungsanleitung

Einfache

Bedienung:

Hebelgriff –

Fehlbedienung

durch automatische

Zwangsverriegelung

ausgeschlossen

Höhenverstellbare

Wannenböden

Herausnehmbare

20l - Auffangwanne

Bild 10 Selbstschließender und -verriegelnder Sicherheitsschrank zur Aufbewahrung von Gefahrstoffen

Gefahrstoffe im Handel

nem Durchgangsarzt zuzuführen. Dieser

muss über den Gefahrstoff informiert werden,

da Verletzungen durch unterschiedliche

Stoffe sehr ver schiedene Behandlungen

verlangen. Wenn möglich sollte dem Arzt

das Etikett des Behälters, der den Gefahrstoff

enthielt, oder noch besser das zu gehörige

Sicherheitsdatenblatt oder die Betriebsanweisung

gezeigt werden.

Bei einer Vergiftung rufen Sie am bes ten

die Giftnotrufzentrale an, um zu erfahren,

ob besondere Maßnahmen notwendig sind.

Die Adressen der Giftnotrufzentrale finden

Sie im Anhang auf den S. 29 - 30. Hier werden

Sie rund um die Uhr beraten, was im

Ernstfall zu tun ist. Am besten notieren Sie

die Telefonnummer der nächsten Giftnot-

21


Gefahrstoffe im Handel

Bild 11 Selbstschließender Sammelbehälter für lösemittelgetränkte

Abfäll, nicht brennbar und mit unterlüftetem

Boden

rufzentrale auf dem Aus hang über die berufs

ge nos sen schaft liche Zugehörigkeit mit

Anleitung zur Ersten Hilfe (Bestell-Nr. A 1).

Hinweise auf stoffspezifische Erste-Hilfe-

Maßnahmen gibt das Sicherheitsdatenblatt.

Diese müssen mit der Betriebsanweisung

allen mit dem Arbeitsstoff Be schäftigten

und auch den Ersthelfern be kannt gemacht

werden. Die zur Durchführung dieser Maßnahmen

benötigten Hilfsmittel, z.B. eine

Au gen spülflasche zum Ausspülen benetzter

Augen, sind am Arbeitsplatz bereitzuhalten

(Bild 14, Bild 15). Unterstützung bei der Ermittlung

und Festlegung der notwendigen

Maßnahmen können u.a. der Betriebsarzt

und die Fachkraft für Arbeitssicherheit geben.

Die Leitlinie „Anforderungen an Spülflüssigkeiten“

ist im Internet unter

www.bgchemie.de -> Prävention -> Ar beitsmedizin

-> Erste Hilfe veröffentlicht.

22

Bild 12 Granulat zum Aufsaugen verschütteter Flüssigkeiten

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Für bestimmte Tätigkeiten sieht der Gesetzgeber

arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

vor, die im Handel jedoch selten

erforderlich sind.

Ausnahme: Wird z.B. Feuchtarbeit von regelmäßig

mehr als 2 Stunden durchgeführt,

so muss der Arbeitgeber den betroffenen

Beschäftigten arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

an bie ten (Annahme

des Angebotes durch die Beschäftigten freiwillig),

bei Feuchtarbeit von arbeitstäglich


→ Person aus dem Gefahrenbereich

bringen

→ wenn möglich, Notruf durch

dritte Person veranlassen

Eine ausführliche Anleitung zur Ersten Hilfe

finden Sie in jedem Verbandkasten oder

können Sie bestellen (Bestell-Nr. BGI 503)

• kleine Stückzahl (kostenfrei):

Telefon 0228 5406-5854, Fax 5406-5899

• große Stückzahl (kostenpflichtig):

Fax 2631 801-2223, Wolters Kluwer

Deutschland, Neuwied

Bestell-Nr. A1 (BN) – 01/2011

→ Bewusstsein prüfen

laut ansprechen, anfassen,

vorsichtig an der Schulter

schütteln

vorhanden

Nicht

vorhanden

Um Hilfe

rufen!

→ Atmung prüfen

Atemwege freimachen,

Kopf nackenwärts beugen,

Kinn anheben, sehen/hören/fühlen

→ Situationsgerecht helfen

→ Stabile Seitenlage

z. B. Wunden versorgen,

Brüche ruhig stellen

✆ Notruf

Bewusstsein und Atmung überwachen

normale

Atmung

* Sofern verfügbar – den Anweisungen des „Automatisierten Externen Defibrillators“ (AED) folgen

Dieser Betrieb gehört zur

Regionaldirektion West,

Standort Bonn

→ 30 x Herzdruck-Massage → im Wechsel mit 2 x Beatmung

Hände in Brustmitte,

1 sec lang Luft in Mund

Drucktiefe 5 – 6 cm,

oder Nase einblasen

Arbeitstempo 100 – 120/min

Keine normale

Atmung

✆ Notruf,

AED* holen (lassen)!

✆ Notruf: _________________________

Wichtig: → Ruhe bewahren → Unfallstelle sichern → eigene Sicherheit beachten

Notruf so früh wie möglich situationsgerecht absetzen! Bitte entsprechend informieren:

Wo geschah es? Was geschah? Wie viele Verletzte? Welche Art von Verletzungen? Warten auf Rückfragen!

Rufnummer Rettungsleitstelle Giftnotruf Betriebliche Unfallmeldestelle

Ersthelfer Verbandkasten bei

Durchgangsärzte** Telefon Adresse

Telefon Adresse

HNO-Arzt Telefon Adresse

Augenarzt Telefon Adresse

Unfallkrankenhaus Adresse

** Durchgangsärzte finden Sie im Internet unter www.dguv.de/landesverbaende/de/datenbank/index.jsp

53102 Bonn

Telefon 0228 5406-0

Fax 0228 5406-61500

bonn@bghw.de

www.bghw.de

Bild 13 Aushang über die berufsgenossenschaftliche

Zugehörigkeit

mehr als 4 Stun den sind arbeitsmedizinische

Vor sorgeuntersuchungen verpflichtend.

Vor sorgeuntersuchungen sind auch

Be schäftigten anzubieten, wenn eine Ex position

durch Hartholzstaub besteht. Wird der

Arbeitsplatzgrenzwert hierbei nicht eingehalten,

sind re gelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

verpflichtend.

Hilfestellung bei der Klärung der Frage, ob arbeitsmedizinische

Vorsorgeuntersuchungen

durchzuführen sind, kann der Betriebsarzt

geben, der dann ggf. auch die entsprechenden

Untersuchungen durchführen bzw. bei

der Auswahl geeigneter Ärzte unterstützen

kann. Generell darf der Arbeitgeber mit der

Durchführung der Vorsorgeuntersuchungen

nur Ärzte beauftragen, die entweder Fachärzte

für Arbeitsmedizin sind oder die Zusatzbezeichnung

„Be triebs me dizin“ führen.

Einsatz von Fremdfirmen

In vielen Unternehmen ist es mittlerweile

an der Tagesordnung, dass neben den eigenen

Mitarbeitern auch Mitarbeiter von

Bild 14 Rettungszeichen E 06, Augenspüleinrichtung

Gefahrstoffe im Handel

Fremdfirmen tätig werden, und das z.B.

nicht nur im Rahmen von Re paratur- und

Installationsarbeiten, son dern auch regelmäßig,

wie bei spiels weise der Einsatz

von Rei nigungs firmen zur täglichen Reinigung

der Fußböden in der Betriebsstätte.

Wer den bei solchen Tätigkeiten Ge fahr -

stoffe eingesetzt, so ist der Ar beit geber

in seiner Funktion als Auftraggeber dafür

verantwortlich, dass nur Firmen mit der

Durchführung der Tätigkeiten be auftragt

werden, die über die er for derlichen Fachkenntnisse

und Er fah rungen verfügen.

Er hat außerdem das be auftragte Unternehmen

über be son dere innerbetriebliche

Gefahrenquellen und spezielle betriebliche

Ab läufe zu in formieren. Be steht

während des Fremd firmeneinsatzes die

Möglichkeit der gegenseitigen Gefährdung,

so kann es ggf. notwendig sein,

einen Ko or di na tor zu be stellen, der die

notwen di gen Infor mationen über die

durch zu füh ren den Ar beiten und die entsprech

en den Schutz maßnahmen be sitzt.

Bild 15 Augenspülflasche

Beschäftigungsbeschränkungen

Der Unternehmer darf Jugendliche und

werdende Mütter nur unter bestimmten

Bedingungen mit Gefahrstoffen beschäftigen,

die im Mutterschutzgesetz

und im Jugendarbeitsschutzgesetz beschrieben

sind.

23


Gefahrstoffe im Handel

Schriften und Medien

- Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Stoffen

(Chemikaliengesetz - ChemG)

- Technische Regeln für Gefahrstoffe

(TRGS) 200 „Einstufung und Kennzeichnung

von Stoffen und Zubereitungen

und Erzeugnissen“

- Technische Regeln für Gefahrstoffe

(TRGS) 220 „Sicherheitsdatenblatt“

- Technische Regeln für Gefahrstoffe

(TRGS) 400 „Ermitteln und Beurteilen der

Gefährdungen durch Gefahrstoffe am

Arbeitsplatz: Anforderungen“

- Technische Regeln für Gefahrstoffe

(TRGS) 440 „Ermitteln und Beurteilen der

Gefährdungen durch Gefahrstoffe am

Arbeitsplatz: Ermitteln von Gefahrstoffen

und Methoden zur Ersatzstoffprüfung“

- Technische Regeln für Gefahrstoffe

(TRGS) 500 „Schutzmaßnahmen: Mindeststandards“

Anhang

Begriffsbestimmungen

Gefahrstoffe sind Stoffe oder Zubereitungen mit mindestens einer gefährlichen Eigenschaft.

Ein Stoff ist ein chemisches Element oder eine chemische Verbindung, einschließlich der

notwendigen Hilfsstoffe und der herstellungsbedingten Verunreinigungen.

Eine Zubereitung ist ein Gemenge, ein Gemisch oder eine Lösung aus zwei oder mehreren

Stoffen.

Erzeugnisse sind Stoffe oder Zubereitungen, die bei der Herstellung eine spezifische Gestalt,

Oberfläche oder Form erhalten haben, die deren Funktion mehr bestimmen als ihre

chemische Zusammensetzung.

Unter der gefährlichen Eigenschaft eines Stoffes oder einer Zubereitung versteht man eine

für den Menschen gefährliche Eigenschaft wie z.B.:

giftig, ätzend, reizend, gesundheitsschädlich, hochentzündlich, leichtentzündlich, entzündlich,

umweltgefährdend.

Diese Eigenschaften von Stoffen oder Zubereitungen werden durch physikalische Messungen

und chemische, toxikologische oder ökotoxikologische Prüfungen be stimmt. Eine

24

- Technische Regeln für Gefahrstoffe

(TRGS) 555 „Betriebsanweisung und Unterweisung

nach § 20 GefStoffV“

- GHS-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008

(siehe hierzu z.B. www.baua.de -> Themen

von A-Z ->Gefahrstoffe)

Folgende Schriften und Arbeitsmittel sind

für Mitgliedsbetriebe kostenlos über die

BGHW (siehe Impressum) zu be ziehen:

- Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) *

- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) *

- Merkblatt „Hautschutz“ (M 100)

- Broschüre „Unterweisungen/Be triebsanweisungen“

(B 36)

- Plakat „Gefahrstoff-Kenn zeich nung am

Arbeitsplatz“ (P 12)

- Betriebsanweisungen für den Um gang

mit Gefahrstoffen (A 39)

- Flyer „GHS - Einstufung und Kennzeichnung

von Gefahrstoffen“ (F 14)

* beide enthalten in der Broschüre B1


Gefahrstoffe im Handel

Überschreitung bestimmter, u.a. in Verordnungen festgelegter Werte hat dann die Einstufung

als Gefahrstoff zur Folge. Insgesamt sind im Chemikalienge setz 15 gefährliche Eigenschaften

festgelegt.

Unter der Einstufung eines Stoffes, eines Erzeugnisses oder einer Zubereitung versteht

man die Zuordnung zu einem Gefährlichkeitsmerkmal auf Grund seiner gefährlichen Eigenschaften.

Inverkehrbringen ist die Abgabe an Dritte, z.B. durch Verkauf oder die Bereitstellung für

Dritte, z.B. im Laden.

Lagern ist das Aufbewahren zur späteren Verwendung sowie zur Abgabe an andere, einschließlich

der Bereitstellung zur Beförderung, wenn die Bereitstellung nicht binnen 24

Stunden nach der Bereitstellung oder am darauf folgenden Werktag erfolgt.

Eine Tätigkeit ist jede Arbeit, bei der Stoffe, Zubereitungen oder Erzeugnisse u.a. bei der

Produktion, Handhabung, Lagerung, Beförderung, Entsorgung und Be handlung ver wendet

werden, oder bei der Stoffe oder Zubereitungen entstehen oder auftreten.

Umgang bedeutet das Herstellen oder Verwenden (seit In-Kraft-Treten der neuen Gefahrstoffverordnung

zum 01.01.2005 formal durch den Begriff „Tätigkeit“ ersetzt).

Verwenden meint das Gebrauchen, Verbrauchen, Lagern, Aufbewahren, Be- und Verarbeiten,

Abfüllen, Umfüllen, Mischen, Entfernen, Vernichten und das innerbetriebliche Befördern.

Der Flammpunkt ist die niedrigste Temperatur, bei der eine Flüssigkeit unter vorgeschriebenen

Versuchsbedingungen soviel brennbare Dämpfe entwickelt, dass bei Kontakt mit

einer wirksamen Zündquelle an der Oberfläche der Flüssigkeit eine selbstständige Flammenausbreitung

zu beobachten ist.

Schutzstufen

Das Schutzstufenkonzept wurde mit der Gefahrstoffverordnung 2010 zurückgezogen und

kann nicht mehr angewendet werden.

Arbeitsplatzgrenzwert

Der AGW ist der Grenzwert für die zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines

Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz in Bezug auf einen gegebenen Referenzzeitraum. Er

gibt an, bei welcher Konzentration eines Stoffes akute oder chronische schädliche Auswirkungen

auf die Gesundheit im Allgemeinen nicht zu erwarten sind. Er entspricht der früheren

Grenzwertdefinition der maximalen Arbeitsplatzkonzentration (MAK-Wertes).

25


Gefahrstoffe im Handel

Musterbrief zum Anfordern notwendiger Produktinformationen zur

Erstellung der Gefährdungsbeurteilung

26

Sehr geehrter Hersteller / Vertreiber,

wir haben Ungewissheit über eine mögliche Gefährdung bei der Verwendung

Ihres Produktes ......

Wir setzen das Produkt unter folgenden Bedingungen ein:

..........

..........

.......... (möglichst ausführlich beschreiben!)

Bitte teilen Sie uns die Inhaltsstoffe und die davon ausgehenden Gefahren

mit, sowie Ihre Vorschläge für die notwendigen Schutzmaßnahmen bei diesen

Tätigkeiten.

Weiterhin benötigen wir für unsere Gefährdungsbeurteilung im Hinblick auf

den o. g. Verwendungszweck einige Informationen, u.a.

- zur Art der Gefährdung (inhalativ, dermal),

- zu den erforderlichen technischen, organisatorischen und persönlichen

Schutzmaßnahmen,

- zur Art und Höhe der Exposition,

- zu den Arbeitsplatzgrenzwerten oder sonstigen Angaben zur Beurteilung

des Gesundheitsrisikos.

Mit freundlichen Grüßen


Vordruck zur Gefahrstofferfassung

Arbeitsbereiche/Tätigkeit:

Verpackung

(Originalverpackung

abgefüllt,

o.ä.)

Verwendungszweck/Verarbeitungsart

Mengenbereiche (Min-Max) Arbeitsbereiche,

in denen

Beschäftigte

Vorkommen

am Arbeitsplatz

(fest,

flüssig, gasförmig,

o. ä.)

Gefährliche

Inhaltsstoffe

Gefahrensymbol/Gefahrenkennzeichnung

Einstufung/

gefährliche

Eigenschaften

Sicherheitsdatenblatt

Nr.

Produktbezeichnung/

Hersteller

(Anschrift)

dem Gefahrstoffausgesetzt

sein

können

Lagermenge

Jahresverbrauch

Für die

Tätigkeit

R-Sätze/H-Sätze

27


Gefahrstoffe im Handel

Arbeitsschutzprogramm "Gefahrstoffe"

In allen Handelsbetrieben werden mehr oder weniger gefährliche Arbeitsstoffe verwendet.

Das folgende Programm zeigt die Möglichkeit, die Arbeitssicherheit dabei systematisch

zu verbessern. Ausführungen zu einzelnen Punkten finden sich im Text dieses Merkblatts.

1. Erfassen aller Gefahrstoffe.

2. Prüfen, ob die erfassten Gefahrstoffe (noch) benötigt werden.

3. Nicht benötigte Gefahrstoffe sachgerecht und umweltverträglich entsorgen.

4. Beschaffen von Informationen und Daten zu den verbliebenen Gefahrstoffen, u.a. aktuelle

Sicherheitsdatenblätter.

5. Durchführen einer fachkundigen und tätigkeitsbezogenen Gefährdungsbeurteilung vor

Aufnahme einer Tätigkeit mit Gefahrstoffen (Dokumentation!), insbesondere prüfen,

ob die benötigten gefährlichen Arbeitsstoffe durch weniger gefährliche ersetzt werden

können.

6. Durchführen der notwendigen technischen, organisatorischen und personellen Schutzmaßnahmen,

die sich aus der Gefährdungsbeurteilung ergeben. Schutzmaßnahmen

auf Wirksamkeit prüfen.

7. Erstellen eines Gefahrstoffverzeichnisses, auf der Grundlage von 1.) und 3.), zugänglich

für die betroffenen Beschäftigten. Gefahrstoffverzeichnis regelmäßig aktualisieren.

8. Erstellen von Betriebsanweisungen für die Gefahrstoffe, die im Betrieb verwendet werden

sollen.

9. Einrichtungen und Materialien zur Ersten Hilfe auf der Basis der Betriebsanweisung zur

Verfügung stellen.

10. Unterweisung der Beschäftigten anhand der Betriebsanweisungen (Dokumentation!).

11. Überwachung der Einhaltung der Bestimmungen der Betriebsanweisung, insbesondere

die Benutzung der technischen Schutzeinrichtungen und der persönlichen Schutzausrüstung.

12. Veranlassen bzw. Anbieten von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen, falls

entsprechende Tätigkeiten durchgeführt werden oder Erkrankungen auf Tätigkeiten

mit Gefahrstoffen zurückzuführen sind.

13. Beim Vorhandensein technischer Schutzeinrichtungen: Regelmäßige Überprüfung der

Funktion und Wirksamkeit, mindestens alle 3 Jahre, Dokumentation der Prüfergebnisse.

14. Bei wesentlichen Änderungen: Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung und Anpas

sung der Schutzmaßnahmen.

28


Adressen Giftnotrufzentralen:

Informationszentralen für Vergiftungsfälle

in Deutschland

BERLIN

Charité, Campus Virchow Klinikum

Klinik für Nephrologie und internistische

Intensivmedizin

Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin

Tel.: (030) 450 653 555

Fax: (030) 450 553 915

giftinfo@charite.de

www.charite.de/rv/nephro/Vergiftungen/

vergiftungen.html

BERLIN

Berliner Betrieb für Zentrale Gesundheitliche

Aufgaben

Klinische Toxikologie und Giftnotruf Berlin

Oranienburger Straße 285, 13437 Berlin

24 Std.-Notruf: Tel. (030) 19240

Fax: (030) 306-86-721

mail@giftnotruf.de

www.giftnotruf.de

BONN

Informationszentrale gegen Vergiftungen

Zentrum für Kinderheilkunde der Rheinischen

Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Adenauerallee 119, 53113 Bonn

24 Std.-Notruf: Tel. (0228) 19240

Fax: (02 28) 287-33 14, 33 78

gizbn@mailen.meb.uni-bonn.de

www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale

ERFURT

Gemeinsames Giftinformationszentrum

der Länder Mecklenburg-Vorpommern,

Sachsen, Sachsen-Anhalt u. Thüringen

c/o Klinikum Erfurt GmbH

Nordhaeuser Straße 74, 99089 Erfurt

Tel.: (0361) 730 730

Fax: (0361) 730-73 17

info@ggiz-erfurt.de

www.ggiz-erfurt.de

Gefahrstoffe im Handel

FREIBURG

Universitätsklinikum Freiburg

Vergiftungs-Informationszentrale

Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin

Mathildenstraße 1, 79106 Freiburg

24 Std.-Notruf: Tel. (0761) 19240

Fax: (0761) 270-44 57

giftinfo@kikli.ukl.uni-freiburg.de

www.giftberatung.de

GÖTTINGEN

Giftinformationszentrum Nord der Länder

Bremen, Hamburg, Niedersachsen und

Schleswig-Holstein (GIZ-Nord)

Zentrum Pharmakologie und Toxikologie

Universität Göttingen

Bereich Humanmedizin

Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen

24 Std.-Notruf: Tel. (0551) 19240

Fax: (0551) 38 31 881

giznord@giz-nord.de

www.giz-nord.de

HOMBURG/SAAR

Universitätskliniken

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Informations- und Beratungszentrum für

Vergiftungen

66421 Homburg/Saar

24 Std.-Notruf: Tel. (06841) 19240

Fax: (06841) 1 62 84 38

szab@med.rz.uni-sb.de

www.med-rz.uni-sb.de/med_fak/kinderklinik/

Vergiftungszentrale/vergiftungszentrale.html

MAINZ

Beratungsstelle bei Vergiftungen

II. Medizinische Klinik und Poliklinik der

Universität

Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz

24 Std.-Notruf: Tel. (06131) 19240

Fax: (06131) 232-468

giftinfo@giftinfo.uni-mainz.de

www.giftinfo.uni-mainz.de

29


Gefahrstoffe im Handel

MÜNCHEN

Giftnotruf München

Toxikologische Abteilung der II. Medizinischen

Klinik rechts der Isar der Technischen

Universität München

Ismaninger Straße 22, 81675 München

24 Std-Notruf: Tel. (089) 19240

Fax: (089) 4140-2467

tox@lrz.tum.de

www.toxinfo.org

30

NÜRNBERG

Giftinformationszentrale der Medizinischen

Klinik 2 des Klinikums Nürnberg

Nord

Professor-Ernst-Nathan-Str. 1, 90419 Nürnberg

Tel.: (0911) 398-24 51 (Gifttelefon)

Fax: (0911) 398-21 92

muehlberg@klinikum-nuernberg.de

www.giftinformation.de


Betriebsanweisung gemäß § 14 GefStoffV

Firma:

Abteilung / Arbeitsplatz: Hausverwaltung

Tätigkeit: Beseitigen verschütteter Gefahrstoffe

gesundheitsschädlich

Gefahrstoffbezeichnung

Gruppe C

Gesundheitsschädliche Gefahrstoffe

Datum:

Unterschrift:

Gefahren für Mensch und Umwelt

• Die Gefahrstoffe der Gruppe C können durch Einatmen, Verschlu-

cken oder Aufnahme durch die Haut in den Körper gelangen.

Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln

Verhalten im Gefahrfall

Erste Hilfe

Sachgerechte Entsorgung

Gefahrstoffe im Handel

• Sie könne Gesundheitsschäden von beschränkter Wirkung hervorrufen

und sind meist wassergefahrdend.

• Beim Beseitigen verschütteter Gefahrstoffe der Gruppe C nicht

rauchen.

• Die bereitsgestellten säuren- und laugenbeständigen Schutzhandschue

sind zu tragen.

• Dänpfe und Stäube nicht einatmen, für gute Belüftung sorgen.

• Flüssige Stoffe der Gruppe C nach Verschütten mit dem bereitgestellten

Binde-Granulat aufnehmen.

• Feste Stoffe der Gruppe C nach Vorschriften ohne Staubbildung

zusammenfegen.

• Mit Gefahrstoffe der Gruppe C verschmutzte Kleidung ausziehen.

• Nach Einatmen: Frische luft zuführen.

• Nach Augenkontakt: Mit viel Wasser spülen, bereitgestellte

augendusche benutzen, Augenarzt aufsuchen (Gefahrstoffetikett/Sicherhitsdatenblatt

mitnehmen).

• Nach Hautkontakt: Mit Wasser und Seife abwaschen.

• Benutzes Binde-Granulat, feste und flüssige Reste und Abfälle

der Gruppe C in den bereitgestellten Samelbehälter geben.

Muster-Betriebsanweisung Geschäftsleitung Mustermann


BGHW - Prävention

Postfach 12 08

53002 Bonn

Telefax 02 28 / 54 06 - 58 99

Bestellung per E-Mail: medien@bghw.de

Internet: www.bghw.de

Bestell-Nr. M 2 Ausgabe Februar 2011

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