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Selen - Bedeutender Schutzfaktor unserer Körperzellen

1979 war ein großes Selen-Jahr - denn damals gingen erste aufsehenerregende

Berichte durch die Stoffwechselwelt: Selen, ein vorher recht gering geschätztes

Mineral, ist für den menschlichen Organismus ebenso lebensnotwendig wie andere

Spurenelemente auch. Inzwischen verdanken weltweit Hunderttausende Forscher,

Pharmakologen, Immunologen und andere Wissenschaftler ihren Arbeitsplatz dem

eigentlich recht unscheinbaren Element.

Selen hat viel Ähnlichkeit mit Schwefel. Schon die Pflanzenzellen bauen das

Spurenelement am liebsten in Moleküle ein, die bereits Schwefel enthalten, wie z.B.

die Aminosäuren (Eiweißbausteine) Methionin und Cystein. Interessant dabei ist,

dass Pflanzen das Spurenelement gar nicht mal für die ihre eigene Existenz brauchen,

Denkbar wäre, dass sie es auf diese Weise loszuwerden versuchen. Wir Menschen

allerdings würden ohne Selen wahrscheinlich nicht einmal die erste Lebenswoche

überstehen.

Selen ist einer der mächtigsten Verbündeten unseres Immunsystems. Das

Spurenelement ist nach neuen Erkenntnissen am Umbau des Schilddrüsenhormons

in seine aktive Form beteiligt. Und was auch ganz interessant ist: Biochemiker waren

bislang der Meinung, dass Zellen Schwefel-Selen-Verbindungen wegen des darin

enthaltenen Schwefels benötigen. So nach und nach kommt man darauf, dass es

ihnen oft nur auf das Selen ankommt.

Selen in unserer Nahrung:

Am meisten Selen enthalten Leber und Nieren sowie auch Muskelfleisch, Fisch,

Schaltiere, Vollkornprodukte, Milchprodukte und in geringen Mengen Obst und

Gemüse. Getreide als wichtiger Selen-Lieferant in unserer täglichen Nahrung kann

das Spurenelement jedoch nur dann über die Wurzel aufnehmen, wenn Selen im

Boden enthalten ist. Dementsprechend ist der Selen-Anteil im Korn äußerst

unterschiedlich. In einer chinesischen Studie schwankte er zwischen 0,005 und 8,1

Mikrogramm pro Gramm Getreide - so manches Korn strotzte regelrecht von Selen,

ein anderes wiederum enthielt fast gar kein Selen. Unsere Ackerböden sind arm an

Selen, insbesondere in den Mittelgebirgen oder den Alpen bzw. auch im

Gebirgsvorland, wo Gletscher, Regen usw. einen großen Anteil der Spurenelemente in

die Flüsse gewaschen haben. Außerdem: Nach Hunderten Ernten enthalten

Agrarflächen nur noch Bruchteile früherer Biostoffanteile - ganz bestimmt dann,

wenn seit Jahrzehnten frisch drauflos lediglich chemischer Dünger abgeladen wird.

In tierischen Produkten schwanken die Selen-Werte nicht so sehr, weil die Tiere im

Stoffwechsel für die nötige Nährstoffhomöostase (Balancewerte) sorgen.

Warnzeichen bei Selen-Mangel:

Infektionsanfälligkeit, Alterserscheinungen, Sehstörungen, Mangel an geistiger

Frische, Haarausfall, Herzfunktionsstörungen, Gelenkbeschwerden, Hautblässe,

Muskelbeschwerden, brüchige Nägel.

Wieviel Selen ist nötig?

Empfohlen wird eine tägliche Aufnahme von 50 bis 200 millionstel Gramm Selen,

um einen wahrscheinlichen Bedarf von ungefähr 80 Mikrogramm zu decken. Dies


klingt paradox, hängt aber damit zusammen, dass nicht nur die Selen-

Konzentrationen in verschiedenen Nahrungsmitteln extreme Unterschiede

aufweisen, sondern dass auch die Verwertbarkeit ganz enorm schwankt. So enthalten

z.B. Fleisch und Fisch viel Selen, dieses Selen hat aber bei weitem nicht die

Bioverwertbarkeit wie das typische Pflanzen-Selen. Es hat deshalb wenig Sinn, seinen

persönlichen Selen-Bedarf anhand von Mikro-Grammtabellen zu errechnen.

Reich an Selen sind: Bierhefe, Vollkornprodukte, Naturreis, Pilze, Spargel,

Knoblauch, Käse, Eier, Leber, Fleisch, Fisch, Schaltiere.

Wie Selen zerstört wird:

Selbst wenn der Ackerboden reichlich Selen enthält, können bei Luftverschmutzung

bestimmte Schwefel-Substanzen im sauren regen die Selen-Aufnahme der Pflanzen

fast auf Null drücken. Industrielle Verarbeitung oder auch heißes Kochen und Braten

zerstört bis zu 45 Prozent der Selen-Moleküle. Bei der Mehlerzeugung gehen 50 bis

75 Prozent des kostbaren Spurenelements flöten. Brauner Naturreis enthält 15mal

mehr Selen als weißer polierter Reis. Obwohl es all diesen Selen-Killern ausgeliefert

ist, bleibt Getreide ein wichtiger Selen-Lieferant für unseren Stoffwechsel.

Fleißarbeit im Immunsystem:

Selen ist Bestandteil des Enzyms Glutathionperoxidase (GP), das man sich als

schlagkräftige Polizeistreife im menschlichen Körper vorstellen kann, vier oder fünf

Mann im schwerbewaffneten Panzerauto. Die Streife ist ständig auf der Suche nach

Freien radikalen, zerstörerischen Zellsubstanzen, die vorwiegend durch Einwirkung

von Sauerstoff entstehen. Ein Beispiel: Wer richtig tüchtig und schweißtreibend

irgendeine Sportart ausübt, verbraucht wesentlich mehr Sauerstoff und erzeugt

deshalb auch mehr sauerstoffradikale. Gegen diese wirkt Selen bzw. das GP-Molekül

als schwer bezwingbarer Immunschutz. Radikale aller Art sind grundsätzlich für das

Altern unserer Körperzellen verantwortlich, daher ist Selen einer der bedeutenden

Jungmacher.

GP-Moleküle gegen Freie Radikale:

Während die Immunsubstanz Vitamin E hauptsächlich die ölig-feuchte Schutzschicht

der Zelle schützt, konzentrieren sich GP-Moleküle im wässrigen Zellinnern sowie

auch im Zellkern und in den vielen Mitochondrien (Energiebrennkammern) der Zelle

- typischerweise dort, wo Freie Radikale besonders heftig angreifen wie im Auge. So

können Augenzellen ohne Selen-Schutz schnell Opfer Freier Sauerstoffradikale sein.

Wie wirkt Selen?

Selen arbeitet sehr eng mit Vitamin E zusammen; das Spurenelement sorgt dafür,

dass unsere Gewebe elastisch bleiben, dass unsere Arterien nicht verstopfen und der

Blutdruck nicht ansteigt und dass unsere Muskelzellen, insbesondere jene des

Herzmuskels, stets ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Darüber hinaus

beugt Selen nicht nur Beschwerden und Krankheiten vor, sondern es beschleunigt

auch die Heilung. Die Produktion von Antikörpern gegen Krankheitserreger und

Zellgifte ist nämlich u.a. von Selen abhängig.

Selen gegen Herzanfälle:


Gemeinsam mit Vitamin E beugt das Spurenelement Angina pectoris und

Herzanfällen vor (auch das EKG, das Elektrokardiogramm, kann sich deutlich

verbessern), es hilft beim Ausscheiden giftiger Metalle wie Quecksilber, Cadmium

und Silber, und es kann unter Umständen auch Unfruchtbarkeit beheben - im

männlichen Hoden sind hohe Konzentrationen selenhaltiger Eiweißstoffe

angereichert. Von großer Bedeutung für unser Wohlbefinden und unsere Vitalität ist

das selenabhängige Enzym Deiodinase, das unser Schilddrüsenhormon erst richtig

aktiv macht. Hier greift das Spurenelement in wichtigste Lebensprozesse ein.

Biochemiker sind überzeugt, dass uns das Mineral Selen in den kommenden Jahren

noch einige weitere Überraschungen bescheren wird - derzeit ist noch gar nicht

abzusehen, wo überall Selen seine segensreiche Wirkung entfaltet.

Wofür Selen wichtig ist:

Immunschutz, Kreislauf, Herzfunktion, Zeugungsfähigkeit, Zellatmung,

Konzentrationsfähigkeit, Sehschärfe, Wachstum, Heilung und Regeneration.

Quelle: http://byrd.de/index.php?id=56

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