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EHRLICH GUT - Schwäbisches Tagblatt

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Die Region Neckar-Alb<br />

<strong>EHRLICH</strong> <strong>GUT</strong>!<br />

2011engagieren<br />

Startins neue Jahr Unternehmen,<br />

Einrichtungen<br />

und Menschen<br />

Ausdem Inhalt:<br />

// Ältester Werkstoff der<br />

Menschheit:<br />

Holz ist höchst variabel einsetzbar –<br />

Beispiele aus der Praxis<br />

// HeimatimSpiegel<br />

der Kunst:<br />

Die Klanginstallationen von<br />

Stephan Potengowski<br />

sich für<br />

die Zukunft<br />

// Fruchtige<br />

Impressionen:<br />

DerMössinger Panoramawegführt<br />

durch malerische Streuobstwiesen<br />

Verlagssonderbeilage •Montag,3.Januar 2011


<strong>EHRLICH</strong><strong>GUT</strong> –die RegionNeckar-Alb Montag, 3.Januar 2011<br />

Ehrlich gut!<br />

Geschichten aus der Region Neckar-Alb<br />

Die Menschen streben<br />

nach Ehrlichkeit,<br />

Qualität und<br />

Integrität.<br />

Zu Recht – denn nur so entstehen<br />

Vertrauen, Zuverlässigkeit<br />

und damit auch Zukunftsperspektiven.<br />

Ehrlich,<br />

bodenständig und innovativ<br />

wünscht man sich auch seine<br />

Heimat – und diesbezüglich<br />

ist die Region Neckar-Alb vorbildlich.<br />

In dieser Beilage zum<br />

Start ins neue Jahr 2011 stel-<br />

len wir Unternehmen, Einrichtungen<br />

und Menschen<br />

vor, die sich für die Zukunft<br />

engagieren – ehrlich gut!<br />

Traditionsreiche Handwerksbetriebe<br />

sind ebenso<br />

darunter wie ein international<br />

bekannter Künstler, ein äußerst<br />

aktiver Gewerbeverein<br />

und ein Verein, der sich für<br />

die artgerechte Ausbildung<br />

von Hunden engagiert. Ein Nudelhersteller<br />

von der Alb gibt<br />

Einblick in seine Produktion<br />

„ Ohne Ehrlichkeit –<br />

kein Vertrauen, ohne Vertrauen –<br />

keine Zusammenarbeit.<br />

Volkmar Frank<br />

Dichter und Aphoristiker<br />

und anhand mehrerer Beispiele<br />

beweisen wir, wie viel Handwerk<br />

und Kunst gemeinsam<br />

haben. Eine Gaststätte, die Wege<br />

abseits der Norm beschrei-<br />

tet – und nicht zuletzt ist natürlich<br />

die in diesem Jahr anstehendeFußball-Weltmeisterschaft<br />

der Frauen ein Thema<br />

dieser Beilage.<br />

Bild: Fotolia<br />

AUSDEM INHALT<br />

Seite 4<br />

Denrichtigen Berater zurHand:Auren in Rottenburg<br />

»Wirwollen denTitel holen«: Fußball-WM 2011 derFrauen<br />

Seite 5<br />

FuturistischeFormenaus Holz:Friedrich SchmidHolzbau,<br />

Tübingen, und der Architekt Florian Danner<br />

Seite 6<br />

Ehrlich guterGenerationenwechsel:Firma Schnitzer,Belsen<br />

Motorisierte Geschichte erfahren:Automobilsommer2011<br />

Seite 7<br />

Nudeln am laufenden Band:Alb-GoldinTrochtelfingen<br />

Seite 8<br />

Werkstatt alsBühne:Echaz-SchreinereiinKirchentellinsfurt<br />

Seite 9<br />

Alle ziehenaneinem Strang:Hans-GeorgNestelvom<br />

Betzinger Gewerbeverein<br />

Seite 10<br />

Heimat im Spiegelder Kunst:Die Klanginstallationendes<br />

Künstlers Stephan Potengowski<br />

Seite 11<br />

Innovativund bodenständig:Schreinerei Rapp in Lustnau<br />

Wieder fitfür denArbeitsmarkt:GaststätteLoretto,Tübingen<br />

Seite 12<br />

VonÄpfelnund Birnen:Der Mössinger Panoramaweg<br />

IMPRESSUM<br />

Verlagssonderbeilage des Schwäbischen <strong>Tagblatt</strong>s<br />

und der Südwest Presse /Neckar-Chronik<br />

Titelgestaltung:<br />

Thomas Dany<br />

Texte:<br />

Martina Hönekopp, Ghita Kramer-Höfer, Simone Maier,<br />

Judith Midinet, Evi Miller, Birgit Pflock-Rutten, Bettina Puth,<br />

Michael Sturm<br />

Bilder:<br />

PR-Service, Manfred Grohe, Dominik Hatt, Unternehmen,<br />

Fotolia, Pressefoto Ulmer<br />

Anzeigen:<br />

Wolfgang Dieter<br />

SCHWÄBISCHESTAGBLATT | ANZEIGE


Diekörperliche und geistigeAuslastung desHundesist wichtig.<br />

Mensch und Hund– ein gutes Team<br />

Dieengagierten Ausbildervom Hunde-Rudel e.V. in Pfrondorfsetzensichfür artgerechte Hundeausbildung ein<br />

Acht Hundefreunde<br />

gründeten am<br />

10. März 1992 den<br />

Verein Hunde-Rudel<br />

e.V. Explizit in die Satzung aufgenommen<br />

wurde das Ziel der<br />

artgemäßen Ausbildung, die<br />

auf die natürlichen Veranlagungen<br />

des Hundes eingehen<br />

und auf diesen aufbauen wollte.<br />

Die erste Vorsitzende war<br />

damals Raina Wolff, von Berufs<br />

wegen psychologische Psychotherapeutin.<br />

»Wir wollten uns<br />

von dem damals üblichen Ausbildungsbetrieb,<br />

der sehr auf<br />

Druck und Gewalt setzte, abheben.<br />

Stachel- und Würgehalsbänder<br />

sowie der rabiate Leinenruck<br />

waren übliche Ausbildungsinstrumente<br />

und -methoden,<br />

die wir als nicht artgemäß<br />

ablehnten«, sagt Manfred<br />

Wolff, Ehemann von Raina<br />

Wolff und Vorsitzender des<br />

Vereins in den Jahren 2000 bis<br />

2008. Wichtig war dem Ehepaar<br />

Wolff von Anfang an, die eigenen<br />

Vorstellungen auch auf eine<br />

wissenschaftliche Basis zu<br />

stellen. »Vor 18 Jahren war äußerst<br />

wenig Konkretes über eine<br />

artgemäße Ausbildung bekannt.<br />

Die Hunderte von modernen<br />

Hunde-Büchern gab es<br />

noch nicht. Einzig das Buch<br />

›Hund und Mensch im Zwiegepräch‹<br />

von Gudrun Feltmannvon<br />

Schröder ging in unsere<br />

Richtung. Wir waren davon so<br />

begeistert, dass wir Kontakt zu<br />

der Autorin aufnahmen und<br />

mehrere Seminare bei ihr besuchten«,<br />

erinnert sich Manfred<br />

Wolff. Die erlernten und<br />

von Raina Wolff weiterentwickelten<br />

Methoden waren der<br />

Durchbruch für den Verein.<br />

»Die Leute strömten und 1998<br />

wurden wir mit dem Tierschutzpreis<br />

des Landes Baden-Württemberg<br />

für unsere<br />

tiergerechten Ausbildungsmethoden<br />

ausgezeichnet«, so<br />

Manfred Wolff. Laut Satzung<br />

verpflichtet sich der Verein zur<br />

permanenten Fortbildung seiner<br />

Ausbilder – bis heute wird<br />

Elektroräder<br />

großer Wert auf diese Tradition<br />

gelegt. Unter dem Vorsitz von<br />

Manfred Wolff übernahm der<br />

Verein auch neu aufgekommene,<br />

speziellere Ausbildungsmethoden,<br />

wie zum Beispiel das<br />

»Clickertraining«. Seit 1994 verfügt<br />

der Verein über einen eigenen<br />

Trainingsplatz mit Vereinshütte<br />

in Pfrondorf.<br />

Hunde-Rudelheute<br />

Inzwischen ist im Hunde-Rudel<br />

die zweite Generation angekommen.<br />

»Viele langjährige Mitglieder<br />

mussten sich vom ersten<br />

Hund verabschieden, den sie bei<br />

uns ausgebildet haben, und<br />

kommen nun nach einer Zeit<br />

der Trauer mit einem neuen<br />

Welpen zu uns. Viele sagen, dass<br />

sich zwar manches verändert<br />

habe, eines sei aber gleich geblieben:<br />

Die gute Atmosphäre<br />

und der menschliche und offene<br />

Umgang miteinander«, sagt Petra<br />

Morbitzer, seit 2008 Vorsitzende<br />

des Vereins. »Als Diplom-Psychologin<br />

stehe ich gewissermaßen<br />

in der Tradition des Vereins.<br />

Zum Hunde-Rudel bin ich allerdings<br />

ganz praktisch gekommen,<br />

weil ich einen schwierigen<br />

Hund hatte. Und die Vorstellungen<br />

haben gepasst.«<br />

So liegt die Betonung des Trainingsangebots<br />

auf der Ausbildung<br />

zum Familienhund und<br />

nicht auf sportlichem Ehrgeiz.<br />

Den zehn ehrenamtlich tätigen<br />

Ausbildern geht es darum,<br />

Mensch und Hund dabei zu unterstützen,<br />

gut zusammenzuwachsen<br />

und ein gutes Team zu<br />

bilden. »Dazu muss man das<br />

Ausdrucksverhalten des Hundes<br />

verstehen. Das ist mindestens<br />

genauso wichtig wie das Lernen<br />

von Hörzeichen durch den<br />

Hund. Letztlich geht es nicht<br />

ums Abrichten, sondern um<br />

deutliche Kommunikation zwischen<br />

Mensch und Hund«, so<br />

Petra Morbitzer.<br />

Seit den Beißvorfällen mit<br />

Kampfhunden hat sich das Klima<br />

für Hundeführer verändert,<br />

stellt Petra Morbitzer fest: »Heu-<br />

Beim Spielen lernen Hunde sozialverträglichesVerhalten.<br />

„ Die<br />

Betonung<br />

unseres Trainingsangebots<br />

liegt auf<br />

der Ausbildung<br />

zum Familienhund.<br />

Petra Morbitzer<br />

1. Vorsitzende des Hunde-<br />

Rudels e.V.<br />

te stehen Hundebesitzer in der<br />

Öffentlichkeit stärker unter<br />

Druck«. Umso wichtiger ist es,<br />

die Sozialverträglichkeit der<br />

Hunde, aber auch der Hundebesitzer<br />

zu fördern. Die Frage, wie<br />

bewege ich mich als Mensch-<br />

Hund-Team in der Öffentlichkeit,<br />

gilt es dabei im Auge zu behalten.<br />

DasProgramm<br />

Zu den weiteren Schwerpunkten<br />

des Vereins zählen:<br />

• Die Grundausbildung des<br />

Hundes bis zur Prüfungsreife.<br />

• Die artgemäße Beschäftigung<br />

des Hundes in den verschiedensten<br />

Bereichen (Dog Dance,<br />

Apportieren, Agility, Flächensuche,<br />

Mantrailing, Spiel und<br />

Spaß).<br />

• Die Integration von Hunden<br />

mit »Migrationshintergrund«.<br />

»Immer mehr Hunde kommen<br />

zum Beispiel aus Spanien und<br />

Rumänien zu uns. Diese Hunde<br />

haben ganz andere Bedürfnisse.<br />

Sie haben gelernt, selbstständig<br />

zu leben, und müssen in speziellen<br />

Kursen erst einmal lernen,<br />

dass es gut für sie ist, mit den<br />

Menschen zusammenarbeiten«,<br />

sagt Petra Morbitzer. Der Verein<br />

bietet zwei Kurse für diese Hunde<br />

an.<br />

• Seit 1998 gibt es regelmäßig<br />

Kindernachmittage. »Für manches<br />

Kind waren diese Nachmittage<br />

schon Anlass, dass es doch<br />

noch zu einem eigenen Hund<br />

kam«, erinnert sich Petra Morbitzer.<br />

»Die Nachmittage helfen,<br />

auch Ängste bei den Eltern abzubauen.«<br />

• Feste sind ebenfalls ein wichtiger<br />

Bestandteil des Vereinslebens<br />

und fördern das gute Klima<br />

und den fröhlichen Umgang untereinander.<br />

Die Zukunft des Vereins sehen<br />

die verantwortlichen Ausbilder<br />

in weiteren Fortbildungen. »Das<br />

Wissen über Hunde vermehrt<br />

sich momentan rasant. Da es<br />

endlich Forschungen zu Hunden<br />

in ihrem natürlichen Lebensumfeld<br />

– nämlich der Familie<br />

– gibt«, so Manfred Wolff. Außerdem<br />

will der Verein verstärkt<br />

modulare Ausbildungsblöcke<br />

anbieten: Das sind Lehreinheiten,<br />

die Mensch und Hund befähigen<br />

sollen, bestimmte Situationen<br />

gut zu meistern: wie zum<br />

Beispiel einen Stadtbummel<br />

oder Abenteuerspaziergänge.<br />

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<strong>EHRLICH</strong><strong>GUT</strong> –die RegionNeckar-Alb Montag, 3. Januar 2011<br />

Die Kindernachmittage aufdem HundeplatzinPfrondorfsindsehrbeliebt.<br />

Ein breites Kursangebot für<br />

die verschiedensten<br />

Bedürfnisse stehen für Hund<br />

und Mensch zur Auswahl.<br />

Bilder: Hunde-Rudel e.V.<br />

DerVereinlebtvom ehrenamtlichenEngagement seiner Mitglieder undAusbilder.<br />

Fa.Peter Weigelt·� (0 74 73) 92 11 84<br />

Silcherstraße 1 · D 72131 Ofterdingen<br />

Jetzt auch Zuschüsse<br />

bei der Badsanierung


<strong>EHRLICH</strong><strong>GUT</strong> –die RegionNeckar-Alb Montag, 3.Januar 2011<br />

Den richtigen Berater zur Hand<br />

DieFirma AUREN inRottenburg unterstütztUnternehmerbei Entscheidungen<br />

Die Herausforderungen<br />

in den Bereichen Personal<br />

allgemein, Arbeitsrecht,<br />

Steuerrecht oder<br />

auch die Abwicklung einer<br />

Lohnabrechnung<br />

werden zunehmend<br />

komplexer und stellen<br />

die Unternehmen vor<br />

neue Entscheidungen.<br />

Für Unternehmer ist es<br />

daher besonders wichtig,<br />

den richtigen Berater<br />

an der Hand zu haben<br />

– wie etwa die der<br />

»AUREN WirtschaftsprüfungsgesellschaftSteuerberatungsgesellschaft«<br />

in Rottenburg.<br />

Was verbirgt sich hinter AUREN?<br />

Birgit Ennemoser: AUREN ist<br />

ein überregional tätiges Beratungs-<br />

und Dienstleistungsunternehmen<br />

mit zirka 200 Mitarbeitern<br />

an zehn Standorten in<br />

Deutschland und mehr als<br />

1500 Mitarbeitern weltweit.<br />

Dabei unterteilen sich unsere<br />

Tätigkeitsbereiche in vier Sparten:<br />

die Unternehmensberatung,<br />

die Steuerberatung, die<br />

Wirtschaftsprüfung und die<br />

Rechtsberatung.<br />

Solche Angebote gibt es<br />

allerdings mehrfach – was<br />

Eine der ausgesprochen<br />

erfolgreichen Fußballerinnen<br />

Deutschlands: Kim Kulig<br />

Bild: Pressefoto Ulmer/ Lucas Coch<br />

hebt Ihr Unternehmen von der<br />

Masse ab?<br />

Ennemoser (schmunzelnd):<br />

Dazu gibt es auch eine offizielle<br />

Definition: Wir verbinden<br />

fachliches Know-how mit der<br />

Flexibilität eines mittelständischen<br />

Unternehmens. Das<br />

klingt jetzt vielleicht etwas<br />

kompliziert; aber vielleicht<br />

drücke ich es in meinen Worten<br />

aus: Wir sind ein Unternehmen,<br />

das seinen Kunden<br />

jegliche Hilfestellung bietet<br />

und dabei sehr schnell und<br />

spontan agieren und reagieren<br />

kann. Dabei steht bei uns<br />

nicht nur die Beratung im Fokus,<br />

sondern vor allem auch<br />

die Begleitung der Maßnahmen<br />

oder die Umsetzung derselben<br />

für Kunden. Und das<br />

dann eben auch zu klar fixierten<br />

Preisen ohne Kostenexplosion.<br />

Sie sind die Geschäftsführerin<br />

der AUREN Personal Services.<br />

Was muss man sich unter<br />

Personal Services vorstellen:<br />

Sind Sie ein Leiharbeitunternehmen<br />

im klassischen Sinne?<br />

Ennemoser (lachend): Nein,<br />

nein, sicherlich nicht. Mit dieser<br />

Einschätzung müssen wir<br />

immer wieder umgehen. Wir<br />

erledigen im Prinzip auf Kundenwunsch<br />

seine im Personalbereich<br />

anfallenden Aufgabenstellungen.<br />

Das kann damit<br />

beginnen, dass wir die<br />

Gehaltsabrechnung für ein<br />

Unternehmen durchführen,<br />

kann sich auf die reine Bewerbungsbearbeitung<br />

begrenzen<br />

oder darüber hinaus bis zur<br />

Übernahme der Personalabteilung<br />

durch uns führen.<br />

Wie muss man sich das<br />

vorstellen? Sie können ja nicht<br />

überall gleichzeitig sein …<br />

Ennemoser: Das stimmt, deshalb<br />

teile ich mir diese interessanten<br />

Aufgaben mit einem<br />

sehr guten Team. Das kann<br />

bedeuten, dass Mitarbeiter<br />

von uns vor Ort in einem Unternehmen<br />

sind und dort im<br />

Namen des Auftraggebers die<br />

Personalarbeit abwickeln,<br />

kann aber auch heißen, dass<br />

wir die Aufgaben zu uns verlagert<br />

bekommen, da im Zeitalter<br />

der elektronischen Vernetzung<br />

und mobilen Erreichbarkeit<br />

viele Dinge auch außerhalb<br />

des Unternehmens angesiedelt<br />

werden. Gerade sensible<br />

Themen wie Gehaltsabrechnungen<br />

sollen auf Kundenwunsch<br />

– auch aus Datenschutz-<br />

und Haftungsgründen<br />

– häufig extern und unabhängig<br />

bearbeitet werden.<br />

Damit verlieren Ihre Kunden<br />

aber auch alle eigenen Daten,<br />

oder? Führt dies nicht zu<br />

Problemen?<br />

Ennemoser: Wir bieten unseren<br />

Kunden ein eigenes Personalinformationssystem<br />

an,<br />

so dass hier über Web-Lösungen<br />

je nach Wunsch und Hierarchieebene<br />

auf sämtliche<br />

Daten zugegriffen werden<br />

kann. Gerade diese Möglichkeiten<br />

sind für unsere Kunden,<br />

die vorrangig im Mittel-<br />

Birgit Ennemoser<br />

Geschäftsführerin der<br />

AUREN Personal Services<br />

mit Sitz in Rottenburg<br />

stand angesiedelt sind, sehr<br />

interessant. Wer leistet sich<br />

hier ein eigenes System, eventuell<br />

ein Abwesenheitsmanagement<br />

oder ein Beurteilungssystem?<br />

Die damit verbundenen<br />

hohen Investitionsvolumina<br />

schrecken im<br />

Regelfall ab. Bei uns wird auf<br />

Kundenwunsch angepasst<br />

und programmiert und es fallen<br />

aber neben einmaligen Lizenzkosten<br />

nur monatliche<br />

Gebühren an.<br />

Seit wann betreiben Sie dieses<br />

Geschäftsfeld denn?<br />

Ennemoser:Ich hatte mich anfangs<br />

nebenberuflich selbst-<br />

Mit drei Toren in mittlerweile<br />

20 Länderspielen für die<br />

deutsche Nationalelf haben<br />

Sie sich hierzulande ins<br />

Rampenlicht gespielt. Finden<br />

Sie daheim in Poltringen<br />

etwas Ruhe?<br />

KimKulig: Es wird immermehr,<br />

was das Interesse der Medien<br />

angeht. Eigentlich sollte ich heute<br />

für ein Foto-Shooting mit anderen<br />

Nationalspielerinnen in<br />

London sein. Das findet aber<br />

nun in Düsseldorf statt. Da muss<br />

ich später noch fix hin.<br />

Bundestrainerin Silvia Neid<br />

baut auf Sie. Sehen Sie es<br />

selbst auch so, dass Sie einen<br />

Stammplatz sicher haben?<br />

Man kann sich nie sicher sein.<br />

Um im Kader dabei zu sein,<br />

muss man ständig Leistung<br />

bringen. Gerade im Verein, wie<br />

ich beim Hamburger SV.<br />

Bei der Weltmeisterschaft im<br />

eigenen Lande werden Sie vor<br />

Tausenden spielen, statt nur<br />

vor Hunderten, wie oft im<br />

Verein. Welche WM-Stadien<br />

kennen Sie bereits?<br />

Ich habe bereits in Sinsheim ge-<br />

ständig gemacht, schnell aber<br />

gemerkt, dass dies zu einer zu<br />

hohen Auslastung führt und<br />

mich dann für den kompletten<br />

Schritt in die Selbstständigkeit<br />

entschieden. Seit Sommer 2009<br />

baue ich innerhalb AUREN dieses<br />

Geschäftsfeld als Geschäftsführerin<br />

weiter aus.<br />

Was macht Sie erfolgreich?<br />

Ennemoser (lachend): Was ist<br />

erfolgreich? Spaß beiseite, mein<br />

Erfolgsfaktor sind meine Mitarbeiter.<br />

Ich habe hier eine sehr<br />

gute Gruppe, wir stammen alle<br />

aus ganz unterschiedlichen<br />

Ausbildungsrichtungen und<br />

Studiengängen, immer aber aus<br />

der praktischen Personalarbeit.<br />

Die Personaldienstleistungskauffrau<br />

trifft auf den Diplom-<br />

Betriebswirt, die Rechtsanwältin<br />

auf den Steuerfachangestellten,<br />

der Change Manager auf<br />

den Business Coach. Und die<br />

bunte Mischung sorgt für die<br />

richtige ausgewogene Beratung<br />

mit einem sehr hohen Grad an<br />

Expertise.<br />

Eine abschließende Frage<br />

noch: Warum sind Sie mit<br />

Auren »Ehrlich gut«?<br />

Ennemoser: Ich denke, dass es<br />

heutzutage Grundvoraussetzung<br />

im Geschäftsleben ist,<br />

nicht nur gut zu sein, sondern<br />

noch besser. Und wir paaren<br />

dies bei uns mit absoluter Ehrlichkeit.<br />

Eine Eigenschaft, die<br />

vielleicht nicht immer angenehm,<br />

für eine gute Zusammenarbeit<br />

aber absolut unerlässlich<br />

ist.<br />

spielt, in Frankfurt, in Augsburg<br />

… – es wird in jedem Stadion<br />

ein Stück Heimatgefühl dabei<br />

sein. Es ist natürlich ein Vorteil,<br />

die Stadien wie Frankfurt, wo<br />

das Finale stattfindet, schon zu<br />

kennen.<br />

Würdet Ihr das Turnier<br />

gewinnen, wäre es der dritte<br />

Weltmeister-Titel in Folge –<br />

damit wäre Deutschland<br />

Rekord-Weltmeister. Wie geht<br />

die Mannschaft mit dem<br />

Druck des Favoriten um?<br />

In letzter Zeit hat es sich gezeigt,<br />

dass viele Mannschaften gefährlich<br />

sein können. Wir wollen natürlich<br />

den Titel holen. Aber das<br />

wird kein Selbstläufer.<br />

Die Voraussetzungen für den<br />

nächsten Titel stimmen aber:<br />

Letztes Jahr wurden Sie mit 19<br />

Europameisterin, in diesem<br />

Sommer waren Sie Teil der<br />

U 20-Weltmeisterelf …<br />

… das war ein besonderes Erlebnis,<br />

auch weil andere im Team,<br />

wie ich, schon bei der A-Nationalmannschaft<br />

gespielt hatten.<br />

Kontinuierlicher Wissensaufbau<br />

ist durch die schnellen<br />

Entwicklungen unerlässlich.<br />

Gerade bei mittelständischen<br />

Unternehmen bleibt oft nicht<br />

genug Zeit im Alltag, sich in<br />

die entsprechenden aktuellen<br />

Themen einzuarbeiten. Daher<br />

nutzen die Kunden von<br />

Auren das Angebot an Schulungen<br />

sowie das regelmäßig<br />

zweimal jährlich stattfindende<br />

Herbst- und Frühjahrssymposium.<br />

Das nächste findet<br />

am 8. April 2011 in Stuttgart<br />

statt.<br />

Dabei wird Kunden und allen<br />

Interessierten die Mög-<br />

Zum Beispiel Alexandra Popp,<br />

die im Verein in der Abwehr<br />

spielte und während der<br />

U 20-WM als Stürmerin Tor<br />

um Tor erzielte. Wie ist das<br />

möglich?<br />

Sie kann beides spielen. Es<br />

kommt darauf an, wo sie benötigt<br />

wird. In ihrem Verein, FCR<br />

2001 Duisburg, hat sie mit Inka<br />

Grings und der japanischen<br />

Nationalspielerin Kozue Ando<br />

im Sturm starke Konkurrenz.<br />

Sie haben einmal Fatmire<br />

Bajramaj und Simone Laudehr<br />

als Vorbilder bezeichnet. Die<br />

beiden sind nur zwei<br />

beziehungsweise vier Jahre<br />

älter als Sie. Jetzt spielen Sie<br />

in der Nationalelf zusammen.<br />

Was ist das für ein Gefühl?<br />

Am Anfang war es komisch.<br />

Ich hatte die zuerst ja nur im<br />

Fernsehen gesehen. Aber<br />

dann kam es immer öfter zu<br />

Duellen, auch in Auswahlmannschaften.<br />

Irgendwann<br />

kannte man sich.<br />

Gab es irgendwelche Rituale,<br />

die Sie über sich ergehen<br />

lassen mussten, als Sie zur<br />

Nationalmannschaft kamen?<br />

Man wird da sehr gut aufgenommen.<br />

Es sind alles nette<br />

Spielerinnen. Bei uns Frauen<br />

ist alles ganz easy. Als jüngere<br />

Spielerin muss man halt mehr<br />

Material tragen. Mittlerweile ist<br />

es nach mir die Poppy – Alexandra<br />

Popp. Ach nein, jetzt ist<br />

es die Dzenifer Marozsan, die<br />

istnochjünger.<br />

UndSie spielenmit der<br />

deutschenRekordspielerin<br />

SCHWÄBISCHESTAGBLATT | ANZEIGE<br />

lichkeit geboten, sich über aktuelle<br />

Themen aus den Bereichen<br />

Personal, Steuer und<br />

Recht in Form von parallel<br />

ablaufenden Fachvorträgen<br />

zu informieren, je nach Interesse<br />

und Belangen. Die Fachexperten<br />

bereiten die Themen<br />

verständlich auf und stehen<br />

gerne für Kundenfragen zur<br />

Verfügung. Diese Art des<br />

»Schulen« hat den Vorteil eines<br />

gegenseitigen Erfahrungsaustauschs<br />

und bietet die<br />

Möglichkeit, über Fälle aus<br />

der Praxis zu diskutieren –<br />

und das alles in einem zeitlich<br />

klar abgegrenzten Rahmen.<br />

»Wir wollen natürlich den Titel holen«<br />

Vom26. Juni bis 26. Juli2011findetinDeutschlanddie Fußball-WM der Frauen statt<br />

Kim Kulig ausPoltringen<br />

wuchs von einer Nachwuchshoffnung<br />

zur Leistungsträgerin<br />

des deutschen<br />

Frauenfußballs<br />

heran. Vor Weihnachten<br />

nahm sie zur Weltmeisterschaft<br />

Stellung, die im<br />

Sommer dieses Jahres in<br />

Deutschland stattfindet.<br />

Bild: Fotolia<br />

und -torschützin Birgit Prinz<br />

zusammen. Was können Sie<br />

von ihr lernen?<br />

Man kann von jeder Spielerin<br />

etwas lernen. Die Birgit ist<br />

schon lange dabei. Für das,<br />

was sie alles schon erreicht<br />

hat, muss man ihr Respekt zollen.<br />

Vor allem, weil sie so normal<br />

und bodenständig geblieben<br />

ist. Die mag den ganzen<br />

Trubel um ihre Person auch<br />

nicht.<br />

So richtig ins Schwärmen<br />

kamen Sie früher, wenn Sie<br />

vom portugiesischen<br />

Mittelfeld-Ass Luis Figo<br />

gesprochen haben …<br />

Figo hat aufgehört, aber er wird<br />

immer mein großes Vorbild<br />

bleiben. Ich habe zwar kein<br />

Poster von ihm in meiner<br />

Hamburger Wohnung, aber<br />

wenn ich ein hübsches hätte,<br />

würde ich es aufhängen.<br />

Welcher männliche, noch<br />

aktive Fußballer beeindruckt<br />

Sie heute am meisten?<br />

Frank Lampard vom FC Chelsea.<br />

Vielleicht ist das so, weil<br />

ich auf der gleichen Position<br />

spiele wie er, im zentralen Mittelfeld.<br />

Wird der Frauenfußball in<br />

Deutschland durch die WM<br />

einen weiteren Schub<br />

bekommen?<br />

Ich denke schon, dass es einen<br />

Schub geben wird. Es<br />

wird bis dahin wohl jeder mitbekommen,<br />

dass die Weltmeisterschaft<br />

hier im Land<br />

stattfindet, dawird wohl jeder<br />

damit konfrontiert werden.


Futuristische, archaische Formen aus Holz<br />

FriedrichSchmid Holzbau verwirklichteinStuttgartden architektonischenTraum vonFlorianDanner<br />

Ein Mehrfamilienhaus<br />

aus der Gründerzeit, mitten<br />

in Stuttgart ist zum<br />

Hingucker in der Architekturszene<br />

geworden.<br />

Aus dem im Zweiten<br />

Weltkrieg zerstörten<br />

Dach wurden Dank des<br />

spektakulären Entwurfs<br />

des Tübinger Architekten<br />

Florian Danner und der<br />

komplizierten Holzkonstruktion,<br />

ausgeführt von<br />

Friedrich Schmid Holzbau,<br />

zwei traumhafte<br />

Maisonettewohnungen,<br />

die ihresgleichen suchen.<br />

Das Behelfsdach des Gebäudes<br />

war baufällig geworden<br />

und wurde für den symbolischen<br />

Preis von einem Euro<br />

verkauft. Die Aufgabe: Ein neues<br />

Dach zu bauen. Die Chance:<br />

Ein Bauplatz in luftiger Höhe<br />

mitten in der Stuttgarter City.<br />

Florian Danner griff zu. »Meine<br />

Grundidee war, eine ganz archetypische<br />

Form zu schaffen,<br />

eine Schale, die das Leben<br />

schützt.«<br />

Entstanden ist ein organischer,<br />

zweigeschossiger Dach-<br />

aufbau, der ganz futuristisch<br />

ein wenig an ein UFO erinnert.<br />

Idee und Entwurf standen<br />

schnell. Weitaus schwieriger<br />

war die Wahl des Baustoffs.<br />

»Beton schied aus. Die Form<br />

wäre schwer zu dämmen gewesen<br />

und das Gebäude ist statisch<br />

für solch ein Gewicht<br />

nicht ausgelegt. Zudem wäre<br />

die Eleganz und die Schlankheit<br />

des Entwurfs zerstört worden.«<br />

Die Gedanken wanderten in<br />

Richtung Schiffs- und Flugzeugbau:<br />

»Rippen, mit Holz beplankt,<br />

lassen nahezu alle For-<br />

men zu und bietet unendliche<br />

Gestaltungsmöglichkeiten – vorausgesetzt<br />

man hat Fachleute,<br />

die es können«, dachte sich der<br />

Architekt. Und fand seine Fachleute<br />

in Tübingen: Das Unternehmen<br />

Friedrich Schmid<br />

Holzbau mit Sitz im Handwerkerpark<br />

ist spezialisiert auf<br />

schwierige Aufgaben. »Bisher<br />

haben wir jedes Problem gelöst,<br />

und wenn es noch so kompliziert<br />

war«, betont Zimmerermeister<br />

Jürgen Gugel, zuständig<br />

für die Planung des Objekts.<br />

»Man muss sich eben ein paar<br />

So sah das marode Behelfsdach vor der Aufstockung durch<br />

Friedrich Schmid Holzbau im Auftrag von Florian Danner aus.<br />

„ Es ist schon<br />

abgefahren,<br />

hier zu wohnen –<br />

es ist der Hammer.<br />

Florian Danner<br />

Architekt und Bauherr<br />

mehr Gedanken machen, dann<br />

klappt das schon.«<br />

Große Teile der ausschließlich<br />

aus Holz bestehenden Gebäudehülle<br />

wurden in der Halle der Tübinger<br />

Zimmerei vorgefertigt. Die<br />

Formen haben nichts mit einem<br />

herkömmlichen Dach gemein.<br />

Die beiden ineinander verschlungenen<br />

Stockwerke bestehen<br />

in der Hauptsache aus<br />

mehrfach gekrümmten Bögen.<br />

Ziel war es, eine völlig glatte und<br />

präzise Oberfläche zu schaffen,<br />

denn das Objekt ist gegen die<br />

Witterung nur durch eine fünf<br />

Millimeter dünne Kunststoffspritzbeschichtung<br />

geschützt.<br />

Das Ergebnis ist in jeder Hinsicht<br />

atemberaubend. Ungewöhnliche<br />

Formen und überwältigende<br />

Ausblicke prägen das<br />

Wohngefühl. Eine der beiden<br />

100-Quadratmeter-Wohnungen<br />

bewohnt der Architekt selbst –<br />

und genießt es in vollen Zügen.<br />

Von den Handwerkern bei<br />

Friedrich Schmid Holzbau, die<br />

seinen architektonischen Traum<br />

in Wirklichkeit umgesetzt haben,<br />

ist er begeistert: »Die Formen<br />

sind ja nicht nur in verschiedenen<br />

Winkeln geneigt, sondern<br />

auch noch gekrümmt – das<br />

könnte nicht jede Zimmerei umsetzen.<br />

Ich bin sehr beeindruckt.«<br />

guertel@elektro-guertel.de<br />

Friedrich Schmid Holzbau hat<br />

sich bereits mit mehreren spektakulären<br />

Projekten einen Namen<br />

gemacht. 1996 beispielsweise<br />

bauten die Mitarbeiter in<br />

Stuttgart das erste mehrstöckige<br />

Wohnhaus in Holzrahmenbauweise<br />

in Baden-Württemberg.<br />

Auch auf Tübinger Baustellen ist<br />

dasUnternehmen gefragt. Ein 23<br />

mal 30 Meter großes mobiles<br />

Dach ermöglichte beispielsweise<br />

eine Baustelle am Klinikum bei<br />

jedem Wetter: Jeden Morgen<br />

wurde das Dach mit dem eigenen<br />

Kranen abgenommen und<br />

am Abend wieder hinaufgehievt.<br />

Ihre Flexibilität stellen die<br />

insgesamt 30 Mitarbeiter des<br />

1927 gegründeten Handwerksbetriebs<br />

täglich unter<br />

Beweis: Mal bauen sie eine<br />

Treppe ein, dann wird kurz<br />

der kaputte Besenstiel einer<br />

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<strong>EHRLICH</strong><strong>GUT</strong> –die RegionNeckar-Alb Montag, 3.Januar 2011<br />

UngewöhnlicheFormenauf demDacheines StuttgarterMehrfamilienhauses ausder Gründerzeit: Florian Danner, Architektaus Tübingen, verwirklichte sich mitdieser Dachaufstockungeinen Traum.Der Handwerksbetrieb<br />

Friedrich Schmid Holzbau, ebenfalls aus Tübingen, fertigte die komplette Holzkonstruktion, die sich unter der Kunststoffspritzbeschichtung befindet. Eine komplizierte Aufgabe, die die Mitarbeiter bravourös lösten. Bilder: Dominik Hatt<br />

Individualisten ans Werk! Jetzt Wohnträume verwirklichen.<br />

Ausführung der gesamten<br />

Holzbauarbeiten als<br />

Dach-Komplett-Leistung<br />

Kundin gegen einen neuen ersetzt,<br />

ein Dachfenster eingebaut<br />

oder ein ganzer Dachstuhl<br />

saniert. »Wir machen<br />

nahezu alles, das mit Holz zutun<br />

hat. Als Generalunternehmen<br />

decken wir zudem mindestens<br />

80 Prozent aller Leistungen<br />

ab«, erklärt Jürgen Gugel<br />

und ergänzt spitzbübisch<br />

»man muss nur gute Ideen haben<br />

– und wollen.«<br />

Es gibtkaumetwas,das manmit Holz nichtmachenkann. Dergesamte zweistöckige Dachaufbau<br />

aufdiesem Gründerzeitgebäude in Stuttgartbestehtaus einer reinen Holzkonstruktion,die<br />

durch eine Kunststoffspritzbeschichtung gegen Witterungseinflüsse geschützt ist. Die meisten<br />

Bauteile konnten in der Werkshalle von Friedrich Schmid Holzbau in Tübingen vorgefertigt werden<br />

– eine große Arbeitserleichterung. Bilder: Friedrich Schmid Holzbau<br />

Sie haben ein<br />

interessantes<br />

Bauprojekt<br />

vorzustellen?<br />

Infos: 07071/ 93 41-64<br />

Jan Dominik Hatt<br />

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<strong>EHRLICH</strong><strong>GUT</strong> –die RegionNeckar-Alb Montag, 3.Januar 2011<br />

Ein ehrlich guter Generationenwechsel<br />

Gutgerüstetstartet die FirmaSchnitzer ausBelsen in 2011<br />

Bereits in dritter Generation<br />

führt der Enkel<br />

des Firmengründers<br />

Julius Schnitzer, Wolfgang<br />

Schnitzer, heute erfolgreich<br />

den elterlichen Betrieb in<br />

Mössingen-Belsen. Sanitärtechnik,<br />

Heizung und Solar,<br />

Bauflaschnerei ind Blechbearbeitung<br />

sind die vier Standbeine<br />

der Firma Schnitzer.<br />

Der engagierte Geschäftsführer<br />

Wolfgang Schnitzer hat bereits<br />

im elterlichen Betrieb gelernt.<br />

Nach seiner Ausbildung<br />

zum Sanitärmeister in Konstanz<br />

hat er sich danach drei<br />

Jahre lang zum Heizungs-, Lüftungs-<br />

und Klimatechniker in<br />

Karlsruhe ausbilden lassen. Mit<br />

Ende 20 machte er dann noch<br />

den Betriebswirt des Handwerks<br />

und war damit gut gerüstet,<br />

peu à peu den elterlichen<br />

Betrieb zu übernehmen und<br />

auszubauen. Seit 2008 ist er der<br />

alleinige Geschäftsführer der<br />

Firma Schnitzer; gleichwohl ist<br />

Vater Paul Schnitzer auch heute<br />

noch jeden Tag im Betrieb<br />

und steht mit seinem langjährigen<br />

Fachwissen den Mitarbeitern<br />

mit Rat und Tat zur Seite.<br />

Fundiertes Fachwissen seiner<br />

Mitarbeiter ist Wolfgang<br />

Bild: TMBW<br />

„ Mitrund70<br />

realisierten<br />

Bädern in 2010<br />

haben wir ein<br />

gutes Jahr gehabt.<br />

Wenn es sein muss,<br />

entsteht einneues<br />

Bad innerhalb<br />

einiger Wochen.<br />

Wolfgang Schnitzer<br />

Geschäftsführer<br />

Schnitzer sehr wichtig. Jedes<br />

Jahr werden zwei Lehrlinge<br />

ausgebildet – so wurden in den<br />

letzten 14 Jahren fast alle heutigen<br />

Mitarbeiter im eigenen<br />

Betrieb ausgebildet und zu<br />

Spezialisten weiterentwickelt.<br />

Es steht quasi für jeden Fachbereich<br />

ein Meister zur Verfügung.<br />

Zudem werden alle Mitarbeiter<br />

regelmäßig geschult,<br />

so dass sie mit ihrem Fachwissen<br />

immer auf dem neuesten<br />

Stand sind.<br />

Wolfgang Schnitzer selbst<br />

kümmert sich hauptsächlich<br />

um die Geschicke der Badrenovierungen.<br />

Erst Anfang November<br />

dieses Jahres rief eine Kundin<br />

aus Leonberg bei ihm an<br />

und wollte so gerne noch ein<br />

neues Badezimmer vor Weihnachten<br />

haben. »Eigentlich<br />

ganz schön knapp,« so der dynamische<br />

Geschäftsführer,<br />

»aber da ich nach dem Motto<br />

›Geht nicht, gibt's nicht‹ lebe,<br />

habe ich mich für den nächsten<br />

Tag mit der Kundin verabredet<br />

und wir haben es geschafft:<br />

Noch vor Weihnachten<br />

konnte sie sich über ihr neues<br />

Bad freuen.« Der große Vorteil<br />

für die Kunden der Firma<br />

Schnitzer ist, dass sie sich quasi<br />

um nichts kümmern müssen –<br />

sie bekommen alles aus einer<br />

Hand.<br />

Am Firmenstandort in Mössingen-Belsen<br />

können verschiedene<br />

Badgestaltungen –<br />

für einen ersten Eindruck – von<br />

namhaften Herstellern angeschaut<br />

werden. Auch diverse<br />

Gas- und Ölheizkessel sind vor<br />

Ort zu sehen. Es gibt viel Information<br />

und zu jeder Zeit eine<br />

kompetente Beratung zur Nutzung<br />

von Solarenergie, Photovoltaikanlagen<br />

und vielem<br />

mehr.<br />

Das Automobil<br />

wurde anno 1886<br />

in Baden-<br />

Württemberg von<br />

Carl Benz erfunden<br />

und von den<br />

Herren Daimler<br />

und Maybach<br />

weiterentwickelt.<br />

Hier fand seine<br />

Jungfernfahrt<br />

statt, hier sind bis<br />

heute die meisten<br />

Produktionsstätten:<br />

Marken wie<br />

Mercedes, Porsche<br />

oder Audi<br />

genießen Weltruf,<br />

renommierte<br />

Zulieferfirmen wie<br />

Bosch und<br />

ZF Friedrichshafen<br />

ergänzendas Bild.<br />

Motorisierte Geschichte erfahren<br />

Baden-Württembergfeiertmit dem»Automobilsommer2011«125 JahreAutomobil<br />

Dieses Jahr feiert Baden-<br />

Württemberg die Erfindung<br />

des Automobils –<br />

125 Tage lang: Vom 7. Mai bis<br />

10. September dauert dieser<br />

»Automobilsommer 2011«.<br />

Denn genau vor 125 Jahren wurde<br />

hierzulande das Automobil<br />

erfunden: Carl Benz hatte es am<br />

29. Januar 1886 unter der Patentnummer<br />

3 74 35 offiziell angemeldet.<br />

Erlebnisstadtführungen, Oldtimer-Events,<br />

ein Blick in die Zukunft<br />

und hinter die Kulissen der<br />

großen Automobilfirmen: 2011<br />

wird der 125. Geburtstag des Automobils<br />

mit zahlreichen spannenden,<br />

interessanten und erlebnisreichen<br />

Veranstaltungen<br />

gefeiert. So wird zum Beispiel<br />

der elf Kilometer lange Solitude-Ring<br />

– seines Zeichens Ort<br />

der ersten Autorennen in<br />

Deutschland – vier Tage lang<br />

komplett gesperrt und wieder<br />

Schauplatz eines historischen<br />

Fahrzeugrennens sein. Ganz wie<br />

damals in den frühen 20er-Jahren,<br />

als alles begann und Hunderttausende<br />

zu dem Großereignis<br />

in Stuttgart strömten. Das<br />

Solitude-Revival am 22. bis<br />

24. Juli 2011 ist eines der Highlights<br />

des »Automobilsommers<br />

2011«.<br />

Für große und kleine Autofans<br />

lohnt es sich schon jetzt, sich im<br />

Land auf die Suche nach den<br />

Spuren des Automobils zu machen.<br />

So gehört beispielsweise<br />

das Mercedes-Benz-Museum<br />

mit seinen eine Million Besuchern<br />

zu den bedeutendsten<br />

Fahrzeugschauen der Welt; das<br />

erst im Jahr 2009 eröffnete Porsche-Museum<br />

und das Audi-Forum<br />

in Neckarsulm sind nicht<br />

weniger faszinierend. Fans des<br />

Speziellen können das Unimog-<br />

Museum in Gaggenau besuchen<br />

oder die private Oldtimer-<br />

Sammlung des Fürsten zu Ho-<br />

Unter dem Titel »Voyage de<br />

plaisir« führen Oldtimertouren<br />

zu den Schlössern, Burgen und<br />

Klöstern in den Regionen Baden-Württembergs.<br />

Eine dieser<br />

Schlössertouren führt<br />

zum Beispiel nach Bebenhausen<br />

und Urach. Denn bereits<br />

für die weltlichen Herrscher<br />

früherer Jahrhunderte war es<br />

der Normalzustand, auf Reisen<br />

zu sein. Auch Bebenhausen<br />

war eine solche Station der<br />

mobilen Fürsten: Hier her kamen<br />

die württembergischen<br />

henlohe auf Schloss Langenburg<br />

entdecken. Über 40 Museen in<br />

Baden-Württemberg nehmen<br />

sich des Themas Auto und Technik<br />

an; im Technik-Museum in<br />

Sinsheim ist darüber hinaus sogar<br />

ein Exemplar der legendären<br />

Concorde zu bewundern.<br />

Beim »Automobilsommer<br />

2011« kann aber noch weit<br />

mehr entdeckt werden, als die<br />

Fahrzeuge selbst und deren Geschichte.<br />

Insgesamt acht Themenbereiche<br />

deckt die 125 Tage<br />

dauernde Geburtstagsfeier ab:<br />

Familie & Kinder, Entstehung &<br />

Geschichte, Kunst, Kultur & Life-<br />

Herzöge und später die Könige<br />

des Landes. Sie verwandelten<br />

das einstige Kloster in ein Jagdschloss;<br />

und am Ende der Monarchie<br />

war das stille Schönbuch-Kloster<br />

zum Treffpunkt<br />

der Hofgesellschaft geworden,<br />

die aus ganz Deutschland hierher<br />

anreiste. Und so fuhr etwa<br />

die letzte württembergische Königin,<br />

Charlotte, die in Bebenhausen<br />

wohnte, mit ihrer großen<br />

Limousine durch den Schönbuch<br />

und bis an den Bodensee.<br />

In den Jahren nach dem Ersten<br />

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Das30-köpfige Team derFirma Schnitzer vordem FirmengebäudeinMössingen-Belsen: Seniorchef Paul Schnitzer mitEhefrau Helga<br />

(in der Mitte mit schwarzen Oberteilen), rechts daneben der jetzige Chef und Geschäftsführer Wolfgang Schnitzer, neben ihm<br />

SchwesterHeike Wulle,die fürdie Buchhaltungverantwortlichist,umrahmt vomsympathischen Team derFirma Schnitzer.<br />

Bild: Ingrid Kleinlugtenbeld<br />

style, Technik & Forschung, Reise<br />

& Genuss, Umwelt & Nachhaltigkeit,<br />

Motorsport & Tuning<br />

sowie Wellness & Gesundheit.<br />

Und so wird es Kunst-Ausstellungen,<br />

Konzerte, Filmnächte,<br />

Theateraufführungen, Kartmeisterschaften,<br />

Info-Tage zu alternativen<br />

Antriebstechniken und<br />

vieles andere mehr geben – eben<br />

für jeden Geschmack und jede<br />

Vorliebe das Passende.<br />

Info: Das komplette Programm<br />

ist im Internet unter www.automobilsommer2011.de<br />

zu finden.<br />

Weltkrieg war das ein durchaus<br />

berühmter Anblick.<br />

Außerdem ist eine Theatertournee<br />

mit der Badischen<br />

Landesbühne Bruchsal in Vorbereitung:<br />

Auf dem Spielplan<br />

steht die Uraufführung einer<br />

Komödie, bei der sich alles um<br />

das Thema Automobil dreht.<br />

Hochkarätige Oldtimershows<br />

im historischen Rahmen – etwa<br />

in den Schlössern von Ludwigsburg<br />

und Schwetzingen –<br />

sind ein weiteres Element des<br />

»Automobilsommers 2011«.<br />

Diese Sonderbeilage ist<br />

eine Woche lang unter<br />

www.tagblatt.de<br />

abrufbar.


Nudeln am laufenden Band<br />

EinBesuchimNudelkosmosvon Alb-Gold in Trochtelfingenist ein ausgesprochen spannendes Ereignis<br />

Ein Produktionstag<br />

beim Nudelhersteller<br />

Alb-Gold in Trochtelfingen<br />

beginnt morgens<br />

gegen sieben Uhr – und<br />

dann erst einmal mit einem<br />

»Hauen und Stechen«. Weiß,<br />

braun und oval sind die, denen<br />

es mit ausgesprochen effizienten<br />

Klingen an die Schale geht.<br />

Die Rede ist von den rund<br />

200 000 bis 250 000 Eiern, die<br />

täglich von der Eieraufschlagmaschine<br />

geöffnet werden, damit<br />

deren goldgelbes Inneres<br />

erst einmal pasteurisiert und<br />

dann sorgfältig in den jeweiligen<br />

Nudelteig eingeknetet werden<br />

kann. Weitere Zutaten sind<br />

Grieß beziehungsweise Mehl –<br />

je nachdem, was als nudeliges<br />

Endprodukt entstehen soll zum<br />

größten Teil aus Hartweizen<br />

oder Dinkel gewonnen – und<br />

Wasser. So werden bei Alb-<br />

Gold wöchentlich rund 250 bis<br />

300 Tonnen Hartweizengrieß<br />

und Dinkelmehl verarbeitet,<br />

die in riesigen Silos gelagert<br />

werden. Es gibt aber auch Nudeln<br />

aus den alten, neu kultivierten<br />

Getreidesorten Emmer<br />

und Einkorn – allerdings in<br />

deutlich kleineren Chargen.<br />

»Mehr als Grieß, Eier und<br />

Wasser kommt in unsere Nudeln<br />

nicht rein«, erklärt Matthias<br />

Klumpp, Leiter der Abteilung<br />

Marketing bei Alb-Gold.<br />

Keine Geschmacksverstärker,<br />

Mittagstisch 5,70 � auch zum Mitnehmen<br />

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Jetzt ist mehr drin!<br />

keine Farbstoffe, keine Bindemittel.<br />

Denn die Maxime des<br />

Familienunternehmens ist, allein<br />

beste, gentechnikfreie<br />

Rohstoffe zu verarbeiten – und<br />

zwar über die gesamte Produktionskette<br />

hinweg. Das heißt,<br />

dass zum Beispiel auch schon<br />

das Futter, das den Hühnern<br />

verfüttert wird, den hohen<br />

Qualitätskriterien entsprechen<br />

muss.<br />

Überhaupt Hühner: Mit ihnen<br />

hatte anno 1968 alles angefangen.<br />

Damals gründete Franz<br />

Freidler seinen Geflügelhof, die<br />

Keimzelle des heutigen Unternehmens<br />

mit Hauptsitz in<br />

Trochtelfingen. Zwei Jahre später<br />

startete er mit seinem Direktvertrieb<br />

der Alb-Gold-Eier: Er<br />

fuhr mit seinem ersten »Eierauto«<br />

durch die Region, um die<br />

frisch gelegte Ware an den Mann<br />

und die Frau zu bringen. Eine<br />

erfolgreiche Idee – bis Ende der<br />

70er-Jahre eine ausgewachsene<br />

Eierkrise eintrat und partout keiner<br />

mehr Frischeier in großen<br />

Mengen haben wollte.<br />

In dieser Situation war schnelle<br />

Kreativität gefragt, denn der<br />

Nachschub kullerte ja stetig weiter<br />

aus den Gelegen der Hennen<br />

… Nach einigem Ausprobieren<br />

hatte Klaus Freidler – der<br />

Sohn des Firmengründers war<br />

1977 ins Unternehmen eingestiegen<br />

– DIE Idee: Er begann,<br />

Teigwaren herzustellen. Und<br />

dann ging alles ziemlich schnell:<br />

1982 wurde die erste vollautomatische<br />

Nudellinie in Betrieb<br />

genommen, 1986 die erste vollautomatische<br />

Spätzleanlage installiert<br />

und 1989/90 wurde<br />

schließlich damit begonnen, das<br />

Unternehmen komplett auf die<br />

Nudelproduktion umzustrukturieren.<br />

Übrigens: Die letzten<br />

Hühner verließen 1995 das Unternehmen.<br />

Heute werden bei Alb-Gold<br />

insgesamt rund 150 verschiedene<br />

Nudelvarianten – in Form<br />

von Trocken- und Frischteigware<br />

– hergestellt. Täglich verlassen<br />

bis zu 65 Tonnen Spätzle und<br />

Nudeln die Produktionsbänder.<br />

Dieser Nudelentstehungsprozess<br />

ist ein ausgesprochen spannender<br />

Vorgang, setzt man sich<br />

als Koch oder Köchin für den<br />

Hausgebrauch doch nicht wirklich<br />

mit dem Gedanken auseinander,<br />

wie die rauen Mengen an<br />

Nudeln, die in den Regalen der<br />

Lebensmittelläden zu finden<br />

sind, eigentlich entstehen.<br />

Bei Alb-Gold kann man bei<br />

Rundgängen durch die »Gläserne<br />

Produktion« den Nudelmachern<br />

wochentags quasi »in den<br />

Kochtopf« gucken. Fünf verschiedeneProduktionstechniken<br />

gibt es hier, mit denen die<br />

zahlreichen Nudelspezialitäten<br />

hergestellt werden. So werden<br />

zum Beispiel alle geformten<br />

Teigwaren wie etwa die sogenannte<br />

Hohlware (Makkaroni,<br />

Rigatoni & Co.), die gedrehten<br />

Nudeln, Motive – etwa die<br />

Kindernudeln in Tierform – oder<br />

auch die Schwabenspätzle gepresst.<br />

Dabei wird in der Nudelpresse<br />

der Teig mit hohem<br />

Druck durch unterschiedliche<br />

Bronzematrizen gedrückt – und<br />

geht in neuer Gestalt direkt in<br />

den sogenannten Vortrockner,<br />

wo es den Nudelneulingen das<br />

erste Mal in ihrem Nudelleben<br />

richtig heiß wird.<br />

Für Spätzle und Knöpfle gibt<br />

es bei Alb-Gold zwei spezielle<br />

Produktionslinien, die je nach<br />

Endprodukt mit Drück-, Schabund<br />

Tropfverfahren arbeiten.<br />

Die erste Spätzleanlage ist für<br />

lang geschnittene Spätzlesorten<br />

ausgelegt. Der Teig wird hier<br />

mithilfe von Walzen durch<br />

Formbleche mit unterschiedlichen<br />

Löchern gedrückt. Die<br />

zweite Spätzleanlage ist für geschabte<br />

Spätzle und Knöpfle zuständig.<br />

Beim »Schaben« werden<br />

die Spätzle von einer sehr feuchten<br />

Teigmasse von einer Art<br />

»Hobel« abgeschabt – ganz ähnlich<br />

einem überdimensionierten<br />

»Spätzlebrett«. Ebenfalls an dieser<br />

Anlage entstehen die Knöpfle,<br />

doch bei ihnen tropft der Teig<br />

durch sein hohes Eigengewicht<br />

ohne mechanische Hilfe ins<br />

Heißwasserbad.<br />

Und dann gibt es da noch die<br />

großen Teigbänder, auf denen<br />

der Nudelteig langsam auf eine<br />

Dicke von etwa einem Millimeter<br />

ausgewalzt wird. Hat der Teig<br />

die nötige Stärke, geschieht mit<br />

ihm allerlei: Je nachdem, was<br />

aus ihm werden soll, wird er geschnitten<br />

oder es werden<br />

Schleifchen, Hütchen oder<br />

Täschchen aus ihm ausgestanzt.<br />

Den Ideen der Nudeldesigner<br />

sind dabei fast keine Grenzen<br />

gesetzt. Anschließend werden<br />

die großen, kleinen, geringelten,<br />

muscheligen, kurzen oder langen<br />

Teigwaren in den Trockner<br />

geschickt.<br />

Dort in der Vortrocknung wird<br />

ihnen rund 40 bis 60 Minuten<br />

lang bei hohen Temperaturen<br />

die erste Feuchte entzogen, bevor<br />

sie schließlich in den Endtrockner<br />

wandern. Dort trocknen<br />

die Nudeln zirka vier bis<br />

sechs Stunden lang langsam und<br />

schonend bis zu ihrer Endfeuchte<br />

von unter 13 Prozent. Dass<br />

den Teigwaren beim Trocknen<br />

so viel Zeit gelassen wird, ist<br />

wichtig, denn »sonst reißen sie«,<br />

erklärt Marketingleiter Klumpp.<br />

Und Nudelbruch ist – im Gegensatz<br />

zu Schokoladenbruch – wenig<br />

brauchbar. Deshalb ruhen<br />

die Nudeln nach dem Trocknen<br />

auch erst noch einmal 24 Stunden.<br />

Danach ist es allerdings mit<br />

der Ruhe vorbei: Dann sausen<br />

die verschiedenen Nudelarten<br />

aus ihren Silos durch die Verpackungsanlage<br />

in die Tüten, in<br />

denen sie sich – mit ihren neuen<br />

auberginefarbenen Etiketten<br />

versehen – auf den Weg in die<br />

Geschäfte machen. Dass das<br />

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<strong>EHRLICH</strong><strong>GUT</strong> –die RegionNeckar-Alb Montag, 3.Januar 2011<br />

Idyllisch aufder Schwäbischen<br />

Alb gelegen: Das Firmenzentrum<br />

von Alb-Gold mit dem<br />

großen Kräutergarten im<br />

Vordergrund – der sich zurzeit<br />

natürlich im Winterschlaf<br />

befindet. Bilder: Alb-Gold<br />

„ Undüber<br />

allem liegt<br />

ein Hauchvon<br />

kochendem<br />

Nudelwasser …<br />

Eintüten ruckzuck geht, sieht<br />

man, doch wie hoch das Tempo<br />

tatsächlich ist, machen Matthias<br />

Klumpps Worte deutlich: »Bei<br />

Alb-Gold verlassen täglich<br />

100 000 Nudelpäckchen das<br />

Werk.«<br />

Info:<br />

Das Kundenzentrum von Alb-<br />

Gold ist das gesamte Jahr über<br />

täglichgeöffnet.Die Gläserne<br />

Produktion kannMontagbis<br />

Freitag jeweils um 11.30 Uhr besichtigt<br />

werden – für Gruppen<br />

nach Voranmeldung auch zu alternativen<br />

Zeiten. Am 20. Januar<br />

2011 steht außerdem die lange<br />

Nudelnacht auf dem Programm.<br />

Los geht’s dabei mit einem Sektempfang<br />

um 18 Uhr, bevor die<br />

Führung durch die laufende Nudelproduktion<br />

startet. Nach der<br />

Betriebsführung können die Besucher<br />

im hauseigenen Restaurant<br />

»Sonne« das große Nudelbuffet<br />

genießen. Der Preis für die Nudelnacht<br />

beträgt 19 Euro pro Person<br />

– eine Anmeldung ist erforderlich.<br />

Lesen<br />

macht Laune.<br />

tagblatt.de


<strong>EHRLICH</strong><strong>GUT</strong> –die RegionNeckar-Alb Montag, 3.Januar 2011<br />

Passt gut in eine<br />

bodenständige<br />

Region: Ein<br />

Handwerksbetriebmit<br />

kultureller und<br />

sozialer Ader.<br />

Vor drei Monaten feierte<br />

die Echaz-Schreinerei<br />

ihr 25-jähriges<br />

Bestehen mit einem<br />

rauschenden Fest. Die Werkstatt<br />

verwandelte sich zwei<br />

Abende lang in einen Zuschauerraum<br />

samt Bühne.<br />

Nicht zum ersten Mal: Die<br />

Echaz-Schreiner laden zweimal<br />

pro Jahr zu kulturellen<br />

Veranstaltungen ein. Und auch<br />

sonst ist das Unternehmen alles<br />

andere als ein ganz normaler<br />

Schreinerbetrieb.<br />

Damals, vor 25 Jahren, gründeten<br />

in Reutlingen vier junge<br />

Schreiner ein Handwerkerkollektiv.<br />

Der Standort gleich neben<br />

der Echaz führte zum Namen.<br />

Auch nach dem Umzug<br />

nach Kirchentellinsfurt vor<br />

zehn Jahren blieb die Echaz-<br />

Schreinerei dem Flüsschen<br />

treu – allerdings fließt es nun<br />

Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens vor fünf Jahren arbeiteten die<br />

Echaz-Schreiner einen Tag lang unentgeltlich für die Gemeinde –<br />

wie hier beim Aufstellen des Klettergerätes auf dem Spielplatz.<br />

Wenn die Werkstatt zur Bühne wird<br />

Seit 15 Jahren mitder Gemeinde verbunden: Die Echaz-Schreinerei in Kirchentellinsfurt<br />

ein paar hundert Meter weiter<br />

am Firmendomizil in der Kusterdinger<br />

Straße vorbei.<br />

Schreinerbetrieb im Wandel<br />

Das Kollektiv hat sich inzwischen<br />

in eine GmbH gewandelt,<br />

jeder der sechs Geschäftsführer<br />

hat einen eigenen Verantwortungsbereich.<br />

Insgesamt 21 Mitarbeiter<br />

sind heute im Einsatz.<br />

Auch die Arbeitsweise hat sich<br />

geändert. Von den Schreinern<br />

wird heute nicht mehr erwartet,<br />

ein Möbel von Anfang bis Ende<br />

komplett fertigzustellen. »Beim<br />

heutigen Stand der Technik hat<br />

es sich bewährt, auf die jeweiligen<br />

Stärken der Mitarbeiter zu<br />

setzen«, sagt Ernst-Martin Hauerwas,<br />

einer der Geschäftsführer.<br />

»Das fängt schon bei der Ausbildung<br />

an: Den einen fasziniert<br />

eher die CNC-Technik, andere<br />

bevorzugen den Bau. Dazu<br />

kommt ein weiterer ganz banaler<br />

Grund: Die Aufträge sind im<br />

Lauf der Zeit einfach umfangreicher<br />

geworden.«<br />

Auch bei den Materialien hat<br />

sich einiges getan. In den Anfangszeiten<br />

wurden die Möbel<br />

fast ausschließlich aus Massivholz<br />

hergestellt. Auf die Ehrlichkeit<br />

des Holzes setzen die<br />

Echaz-Schreiner nach wie vor –<br />

und ergänzen es mit Materialien<br />

wie Edelstahl, Granit, Glas oder<br />

farbigen Flächen und Kunststoffen.<br />

Seit 2002 betreibt die<br />

Echaz-Schreinerei zusätzlich<br />

noch – mit großem Erfolg – ein<br />

Ergonomie-Studio.<br />

Derzeit ist das Unternehmen<br />

bei mehreren Groß-Projekten<br />

im Einsatz – wie beispielsweise<br />

beim Kinder- und Familienzentrum<br />

Reutlingen, dem Kultur-<br />

und Kongresszentrum Heidenheim<br />

oder auch bei der<br />

Komplettrenovierung einer Kir-<br />

che in Stuttgart-Ost. Dennoch:<br />

»Der Privatkunde steht bei uns<br />

an oberster Stelle«, betont<br />

Hauerwas. »Teilweise betreuen<br />

wir Kunden bereits in zweiter<br />

Generation.« Auch wenn die<br />

Philosophie der Echaz-Schreinerei<br />

auf zeitloses Design und<br />

reduzierte Formen setzt, »unsere<br />

Maßgabe ist es, den Wunsch<br />

des Kunden zu erfüllen.«<br />

Wurzelngeschlagen<br />

Sehr am Herzen liegt den<br />

Echaz-Schreinern der Bezug<br />

zu ihrem Standort Kirchentellinsfurt.<br />

Längst sind sie hier<br />

angekommen. Und überzeugen<br />

mit ihrem Engagement:<br />

Anlässlich ihres 20-jährigen<br />

Jubiläums beispielsweise arbeiteten<br />

ehemalige Lehrlinge<br />

und die Mitarbeiter einen Tag<br />

lang unentgeltlich für die Gemeinde.<br />

Sie leimten wacklige<br />

Stühle aus dem Schlossmuseum,<br />

stellten ein neues Klettergerüst<br />

auf dem Spielplatz auf<br />

und erledigten weitere »Aufträge«<br />

aus der vorher angefragten<br />

Wunschliste der Gemeinde.<br />

Eine Aktion, die allen Beteiligten<br />

Riesenspaß gemacht<br />

hat und bei den Kirchentellinsfurtern<br />

bestens ankam.<br />

Neben ihrer sozialen Ader<br />

beweisen die Echaz-Schreiner<br />

auch Sinn für Kultur. Seit fast<br />

20 Jahren finden regelmäßig<br />

Lesungen, Konzerte und Theateraufführungen<br />

statt. »Zu unserem<br />

fünfjährigen Jubiläum<br />

hatten meine Kollegen und ich<br />

uns in den Kopf gesetzt, eine<br />

Tucholsky-Lesung mit Rolf<br />

Linnemann zu organisieren«,<br />

erzählt Hauerwas. Mit nachhaltigem<br />

Erfolg: Die Lesung<br />

war die Geburtsstunde für regelmäßige<br />

Veranstaltungen.<br />

Die nächste wird im März<br />

Theater, Lesungen, Musik: Die Veranstaltungen mit Werkstatt-Atmosphäre kommen beim<br />

Publikum bestens an – wie beispielsweise im vergangenen Herbst beim Jubiläumsabend mit<br />

Heiner Kondschak. Bild: Privat<br />

stattfinden: Eine Benefiz-Veranstaltung<br />

mit Dieter Baumann<br />

zugunsten der Aids-Hilfe<br />

Tübingen.<br />

Damit der Schreiner- wie<br />

auch der Kulturbetrieb noch<br />

lange weiterlebt, müssen sich<br />

die Geschäftsführer der Echaz<br />

Schreinerei »in den nächsten<br />

fünf Jahren mehr als nur Gedanken<br />

machen«, sagt Hauerwas.<br />

»Wir sind in einem Altersspektrum,<br />

in dem in einem<br />

überschaubaren Zeitrahmen<br />

Übergaben anstehen.« Eigentlich<br />

eine schöne Perspektive<br />

für motivierte Jugendliche auf<br />

der Suche nach einem spannenden<br />

Ausbildungsplatz …<br />

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Ernst-Martin Hauerwas (2. von rechts) mit drei weiteren der insgesamt<br />

sechsGeschäftsführerder Echaz-Schreinerei.Bild: PR-Service<br />

Sie haben ein<br />

interessantes<br />

Projekt<br />

vorzustellen?<br />

Infos: 07071/ 93 41- 64


<strong>EHRLICH</strong><strong>GUT</strong> –die RegionNeckar-Alb Montag, 3.Januar 2011<br />

Alle ziehen an einem Strang<br />

Hans-Georg Nestel über ehrenamtlichesEngagementund denZusammenhaltinBetzingen<br />

Hans-Georg Nestel<br />

hat sehr arbeitsintensive<br />

Monate hinter<br />

sich: Im Familienbetrieb,<br />

dem Schuhhaus<br />

Nestel, herrschte winterbedingt<br />

Hochbetrieb, dazu die<br />

vielen organisatorischen Aufgaben<br />

in seiner Funktion als<br />

Zweiter Vorsitzender des Betzinger<br />

Gewerbevereins – viel<br />

Freizeit bleibt da nicht.<br />

Sein ehrenamtlicher Einsatz<br />

ist für den rührigen Betzinger<br />

fast selbstverständlich. Seit<br />

35 Jahren ist er Mitglied im<br />

Tischtennisverein, der vor wenigen<br />

Jahren in der Bundesliga<br />

war, seit 25 Jahren ist er dort<br />

Kassier. Und seit acht Jahren<br />

arbeitet er im Vorstand des<br />

Betzinger Gewerbevereins. »Als<br />

ortsansässiger Betrieb macht<br />

man das gerne – für mich ist es<br />

eine Ehre, so ein Amt bekleiden<br />

zu dürfen.«<br />

Auch wenn viel Freizeit investiert<br />

werden muss, für<br />

Hans-Georg Nestel bedeutet<br />

sein Engagement mehr Spaß<br />

als Arbeit. »Man lernt viele verlässliche<br />

Menschen kennen,<br />

die auf gleicher Wellenlänge<br />

sind« – das treibt ihn an. Seine<br />

Frau unterstützt ihn in seinem<br />

Einsatz, »sonst wäre dies gar<br />

nicht möglich«, sagt der Vater<br />

zweier erwachsener Kinder.<br />

Und auch seine Schwester<br />

Dagmar Krause, die mit ihm<br />

zusammen in vierter Generation<br />

den Familienbetrieb leitet,<br />

ist ehrenamtlich aktiv.<br />

Gute Zusammenarbeit<br />

An einem Strang zu ziehen,<br />

das scheint den Betzingern im<br />

Blut zu liegen. Das gilt nicht<br />

nur für die Vorstandsmitglieder<br />

des Gewerbevereins: »Wir sind<br />

ein Team – und nur so funktioniert<br />

das«, ist Nestel überzeugt.<br />

Das gilt auch für die Ortsverwaltung:<br />

»Obwohl unser Ortschaftsrat<br />

die unterschiedlichsten<br />

politischen Ansichten vertritt,<br />

steht für alle das Wohl des<br />

Ortes im Vordergrund. Alle<br />

marschieren in eine Richtung<br />

– so kann man viel erreichen«.<br />

Wie zum Beispiel, als bekannt<br />

wurde, dass die Firma<br />

Bosch ihr neues Halbleiterwerk<br />

in Reutlingen baut. »Zuerst wa-<br />

„ Mitunseren<br />

zahlreichen<br />

Aktionen möchten<br />

wir Betzingen<br />

attraktivmachen<br />

undstärken.<br />

Hans-Georg Nestel<br />

2. Vorsitzender des Betzinger<br />

Gewerbevereins<br />

ren wir erfreut, dass das Unternehmen<br />

eine so hohe Summe<br />

in den Standort Reutlingen investiert«,<br />

erzählt Hans-Georg<br />

Nestel. Der Schock kam dann<br />

bei der Einsicht der Planungen:<br />

Sie sahen vor, die Tübinger<br />

Straße während der Baumaßnahmen<br />

komplett zu sperren.<br />

Und das unmittelbar nach der<br />

vier Jahre dauernden Sperrung<br />

der Steinachstraße. »Wieder<br />

wären die Geschäfte davon betroffen<br />

gewesen, die gerade angefangen<br />

haben, sich von der<br />

Sperrung zu erholen.« Der Gewerbeverein<br />

suchte mit Unterstützung<br />

von Bezirksbürgermeister<br />

Thomas Keck und seines<br />

Bezirksamts das Gespräch<br />

mit der Stadtverwaltung und es<br />

wurde erreicht, dass die<br />

Bosch-Baustelle unter laufendem<br />

Verkehr durchgezogen<br />

wurde. »Das ist nur eines der<br />

zahlreichen Beispiele für die<br />

äußerst angenehme Zusammenarbeit<br />

mit der Stadtverwaltung«,<br />

betont Nestel.<br />

Einsatzfür denStandort<br />

Neben der Aufgabe, Probleme<br />

im Ort einvernehmlich mit der<br />

Stadt und den Betroffenen zu lösen,<br />

koordiniert der Gewerbeverein<br />

die Organisation von Veranstaltungen<br />

zusammen mit<br />

örtlichen Vereinen und Verbänden.<br />

Der Gewerbeverein zählt<br />

derzeit 66 Mitglieder – nicht gerade<br />

wenig für einen Stadtteil.<br />

Ein besonderes Charakteristikum<br />

im Betzinger Ortskern ist<br />

die Tatsache, dass sehr viele Geschäfte<br />

inhabergeführt sind –<br />

sieben von ihnen schon seit über<br />

100 Jahren. »Die Betzinger Geschäfte<br />

leben von der Persönlichkeit<br />

der Inhaber«, sagt Nestel.<br />

Kein Wunder, dass die Kunden<br />

nicht nur aus Betzingen<br />

kommen: »Wir haben auch viele<br />

Stammkunden, die sich nicht<br />

scheuen, weite Wege zu fahren.«<br />

Der Veranstaltungskalender<br />

des Betzinger Gewerbevereins<br />

beginnt im Januar mit dem Neujahrsempfang<br />

für geladene Gäste.<br />

Im Mai folgt die Aktion »Rosen<br />

in den Mai«, die bei den<br />

Kunden »unglaublich beliebt<br />

ist«, so Nestel. Dabei werden in<br />

den Mitgliedsgeschäften des Gewerbevereins<br />

über 3000 Rosen<br />

verteilt.<br />

Im zweijährigen Wechsel mit<br />

dem Dorffest wird das Apfelfest<br />

veranstaltet. Ursprünglich als Eröffnungsfest<br />

der neu gestalteten<br />

Steinachstraße geplant – als<br />

Dank für die Treue der Kunden<br />

während des Umbaus – kam das<br />

Motto des Festes derart gut an,<br />

dass im vergangenen Herbst bereits<br />

das dritte Apfelfest gefeiert<br />

wurde. Über 50 Mitwirkende<br />

und Vereine beteiligten sich, und<br />

trotz des Regenwetters war es<br />

proppevoll. Die letzte Veranstaltung,<br />

die es jedes Jahr zu organisieren<br />

gilt, ist dann der Weihnachtsmarkt.<br />

Kooperationmit derSchule<br />

Das neueste Projekt des Gewerbevereins<br />

ist eine Kooperation<br />

mit der Betzinger Hoffmann-Schule.<br />

Rektor Lothar<br />

Richter und Frank Vogt, Fachlehrer<br />

für die Berufspraktika,<br />

kamen auf den Gewerbeverein<br />

zu mit der Idee, ein flächendeckendes<br />

Netzwerk von Bildungspartnerschaften<br />

zwischen<br />

Schulen und Unternehmen zu<br />

schaffen. Im Oktober wurde der<br />

Kooperationsvertrag unterzeichnet.<br />

Die Schule schaffte es,<br />

gleich mehrere Betzinger Unternehmen<br />

ins Boot zu holen,<br />

inzwischen haben die ersten<br />

Schüler schon ihr Betriebspraktikum<br />

absolviert. Im Februar<br />

folgt die nächste Stufe: Verantwortliche<br />

aus Betzinger Firmen<br />

gehen in die Schule, um mit<br />

den Schülern Planspiele zu machen<br />

und Kontakte zu ihnen zu<br />

knüpfen. »Wir hoffen, mit dieser<br />

Kooperation noch mehr Jugendliche,<br />

die in Betzingen<br />

wohnen, auch in Betzingen<br />

ausbilden zu können«, sagt<br />

Hans-Georg Nestel.<br />

Zu den Veranstaltungen des<br />

Betzinger Gewerbevereins<br />

gehörtdas Apfelfest, dasim<br />

vergangenen Herbst zum<br />

dritten Mal stattfand. Rund<br />

50 Vereine, Institutionen und<br />

Einzelhändler beteiligten sich.<br />

Auch der Kinderflohmarkt<br />

wird vom Gewerbeverein<br />

organisiert.<br />

Ihre Ansprechpartner für<br />

Geschäftsanzeigen und<br />

Sonderveröffentlichungen<br />

im Raum Tübingen -<br />

-Härten-Reutlingen<br />

Kathrin Dietter<br />

070 71 /934-192<br />

Jürgen Hagemann<br />

070 71 /934-196<br />

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<strong>EHRLICH</strong><strong>GUT</strong> –die RegionNeckar-Alb Montag, 3.Januar 2011<br />

Fürmoderne Nomaden: DieJurte,die aufs Auto passt.(Göttingen, 2001)<br />

Heimat im Spiegel der Kunst<br />

Stephan Potengowski schafft Klanginstallationen zum Begehen und Bewohnen<br />

Kunst mit dem Leben<br />

zu verbinden« ist ein<br />

Grundbedürfnis des<br />

Künstlers Stephan Potengowski.<br />

Seine raumgreifenden<br />

Installationen, die mitunter<br />

von summenden und surrenden<br />

Klangvibrationen belebt<br />

werden, laden zur Begehung<br />

ein. Dabei ist nicht ausgeschlossen,<br />

dass sich Besucher<br />

in eine andere Welt versetzt<br />

fühlen oder sich – ganz<br />

ehrlich – mit sich und ihrer<br />

Vergangenheit auseinandersetzen.<br />

Die Frage nach einem<br />

möglichen Zuhause, nach Heimat<br />

und Reisen sind dabei<br />

Themen, die sich wie ein roter<br />

Faden durch das Werk des<br />

mittlerweile in Tübingen angekommenen<br />

Künstlers ziehen.<br />

Der Blickwinkel ist mitunter<br />

ganz persönlich, scheut aber<br />

auch die Auseinandersetzung<br />

mit der Geschichte nicht.<br />

Wie zum Beispiel bei der<br />

»Metallrefuge«: Während eines<br />

Studienaufenthalts in Delphi in<br />

Griechenland fand der Künstler<br />

Metallschrott deutscher Soldaten<br />

aus dem Zweiten Weltkrieg.<br />

Er baute daraus eine Art<br />

Schutzhütte mit der Öffnung<br />

nach Distomo, zu dem auf dem<br />

Berg gegenüber liegenden<br />

»Spacewalkinsideadonut«,<br />

Kirchentellinsfurt, 2003<br />

Dorf, das im Krieg komplett<br />

von den Soldaten ausgerottet<br />

wurde.<br />

Seine eigene Jurte hat sich<br />

Stephan Potengowski für seine<br />

Hochzeit in Göttingen aus einer<br />

Holzkonstruktion und Leinenbespannung<br />

gebaut. Ursprünglich<br />

musste eine Jurte<br />

auf zwei Kamele passen. »Meine<br />

Jurte muss aufs Auto passen«,<br />

sagt Potengowski, der bereits<br />

14 Umzüge gestemmt hat<br />

und seine Jurte auch an Freunde<br />

und für verschiedene Feste<br />

ausgeliehen hat.<br />

Eingeladen »die Zeit zu vergessen<br />

oder zu verlieren« werden<br />

die Besucher beim Besuch<br />

der begehbaren Skulptur<br />

»Loop«. Deren Idee fußt auf<br />

dem Versuch, den Anfang und<br />

das Ende eines Tunnels miteinander<br />

zu verbinden. Eine<br />

Klanginstallation mit Zuggeräuschen<br />

im Inneren der<br />

Skulptur überträgt ihre Vibration<br />

auf das Seidenpapier, das<br />

Gerüst aus Eisenstangen gibt<br />

diese Vibration wiederum an<br />

benachbarte Papiersegmente<br />

weiter. Die Dynamik, die in<br />

diesem Raum erzeugt wird,<br />

sollte den Besucher theoretisch<br />

in neue Erfahrungswelten versetzen.<br />

AktuelleArbeiten<br />

Mit Klanginstallationen beschäftigt<br />

sich Stephan Potengowski<br />

auch in seinen aktuellen<br />

Werken: Seine Spinnen-Installation<br />

»Zitterpartie« ist noch bis<br />

zum 15. Januar in der Jahresausstellung<br />

des Künstlerbundes Tübingen<br />

e.V. in der Kulturhalle<br />

Tübingen zu sehen. Auch für das<br />

Jahr 2011 haben sie bereits einen<br />

Ausstellungstermin: Am 12. und<br />

13. Juni sind sie im Unterjesinger<br />

Künstlerdorf zu sehen. Der<br />

Künstler hat sich dafür die<br />

600 Jahre alte Mühle ausgesucht.<br />

Bis zur Ausstellung werden sich<br />

die Spinnen noch stark vermehren:<br />

Das Ziel des Künstlers sind<br />

rund 200 summende, surrende,<br />

vibrierende oder sogar hüpfende<br />

Spinnen, die die alte Mühle bevölkern.<br />

Dazwischen bewegen<br />

sich die Besucher. Der Spinnenkörper<br />

besteht aus einem Lautsprecher,<br />

der akustische Aufnahmen<br />

des Mühlenrads wiedergibt.<br />

Ȇber die Vibration fangen<br />

die Spinnen an, sich zu bewegen.<br />

Das hat etwas beunruhigendes«,<br />

so der Künstler.<br />

Lebenund Ausbildung<br />

Ursprünglich kommt der<br />

1970 in Aschaffenburg geborene<br />

Künstler vom Holz her: Er<br />

hat Holzbildhauerei gelernt<br />

und mit Gesellenbrief abgeschlossen.<br />

Es folgte das Studium<br />

der Bildhauerei zuerst in<br />

Kiel und dann an der Akademie<br />

der bildenden Künste Wien als<br />

Meisterschüler bei Professor<br />

Michelangelo Pistoletto. Mit<br />

dem Diplom erhielt er eine<br />

Auszeichnung und einen Würdigungspreis<br />

vom Staat Österreich.<br />

Längst arbeitet Stephan Potengowski<br />

nicht nur mit Holz.<br />

Er lötet und schweißt Metall,<br />

bespannt mit Stoff, hämmert<br />

und schraubt und kombiniert<br />

seine Installationen mit visuellen<br />

und akustischen Reizen. So<br />

vielseitig wie seine Arbeitstechniken<br />

sind auch seine Einsatzgebiete.<br />

Als selbstständiger<br />

Künstler übernimmt er auch<br />

Auftragsarbeiten für Raumgestaltungen<br />

im Bereich Ausstellungsgestaltung,Inneneinrichtung,<br />

Bühnenbild und Messestand<br />

und fertigt in handwerklicher<br />

Perfektion ganze Figuren<br />

oder Porträts.<br />

Ursprünglich wollte Stephan<br />

Potengowski nur ein Jahr in<br />

Tübingen bleiben. Mittlerweile<br />

sind es bereits zehn. Ob er seine<br />

Heimat hier gefunden hat?<br />

»Jedenfalls einen Ort, wo es<br />

sich gut mit Familie und Kindern<br />

leben lässt.«<br />

Info:<br />

AusstellungenimJahr 2011 von<br />

Stephan Potengowski auf einen<br />

Blick:<br />

• Bis zum 15. Januar ist die Rauminstallation<br />

mit Spinnen in der Kulturhalle<br />

Tübingen zu sehen.<br />

• Am 12. und 13. Juni 2011 ziehen<br />

die Spinnen in die alte Mühle ins<br />

Unterjesinger Künstlerdorf.<br />

• Eine Rauminstallation von Stephan<br />

Potengowski ist vom 11. März<br />

bis 21. April in der Peripherie, der<br />

Galerie im Südhaus, zu sehen.<br />

»Die Metallrefuge« (Delphi/Griechenland 1997) isteineSchutzhütte ausMetallschrott deutscherSoldaten.<br />

Loop Rauminstallation(Wien,1999):Die Idee zu dieser Rauminstallationist, den Anfang unddas<br />

Ende einesTunnels miteinanderzuverbinden.<br />

Eine Klanginstallation mitZuggeräuschen befindet sich im Inneren.<br />

»Zitterpartie«, Kulturhalle<br />

Tübingen,2010<br />

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<strong>EHRLICH</strong><strong>GUT</strong> –die RegionNeckar-Alb Montag, 3.Januar 2011<br />

Innovativ, kreativ und bodenständig<br />

Die SchreinereiRappinLustnau hatdurch Qualität undZuverlässigkeit einengroßenKundenstamm gewonnen<br />

Möbel müssen leben«,<br />

davon ist<br />

Schreinermeister<br />

Hartmut Rapp zutiefst<br />

überzeugt. Er baut gerne<br />

»Wow-Effekte« in seine Entwürfe<br />

ein und freut sich darüber<br />

mindestens so sehr, wie<br />

seine Kunden.<br />

Durch intelligente Lösungen<br />

nutzt er jede noch so versteckte<br />

Ecke im Eckschrank und<br />

hinter dem Spiegelschränkchen<br />

im Bad verbirgt sich unsichtbar<br />

die komplette<br />

Schmuck-Kollektion. Die Stereoanlage<br />

lässt sich per Fernbedienung<br />

im Sideboard versenken<br />

– solche und ähnliche<br />

Lösungen gehören zu den Spezialitäten<br />

der Schreinerei Rapp<br />

in Lustnau.<br />

Hartmut Rapp führt die Familientradition<br />

in dritter Generation<br />

fort. Großvater Chris-<br />

Wieder fit für den Arbeitsmarkt<br />

Die GaststätteLorettoinTübingen beschäftigt seit 13 Jahren Menschen mitBehinderung<br />

Seit 13Jahren besteht<br />

die Gaststätte Loretto<br />

in der Katharinenstraße<br />

22 in Tübingen. Sie<br />

wurde im Jahr 1997 durch den<br />

Freundeskreis der beschützenden<br />

Werk- und Heimstätte für<br />

Behinderte e.V. mit Sitz in Gomaringen<br />

als Integrationsbetrieb<br />

gegründet.<br />

Angefangen hat alles mit der<br />

Beschäftigung von Menschen<br />

mit psychischer Erkrankung –<br />

heute sind es zusätzlich sowohl<br />

Menschen mit geistiger Behinderung<br />

als auch solche, die Sozialstunden<br />

unter dem Motto<br />

»Schwitzen statt sitzen« ableisten<br />

müssen. Außerdem wird<br />

seit zwei Jahren vermehrt die<br />

„ Es istfür mich<br />

das größte<br />

Kompliment, wenn<br />

die Kunden sagen,<br />

dass Qualität und<br />

Zuverlässigkeit in<br />

der Schreinerei<br />

Rapp heute noch<br />

so gut sind , wie bei<br />

meinem Vater und<br />

Großvater.<br />

Hartmut Rapp<br />

Schreinermeister<br />

tian gründete den Handwerksbetrieb<br />

offiziell 1947, hatte<br />

sich aber bereits während des<br />

Eingliederung der im Werkstattbereich<br />

tätigen Personen<br />

unterstützt, die ursprünglich<br />

dem ersten Arbeitsmarkt gar<br />

nicht mehr zur Verfügung standen.<br />

»Es bedarf einer strengeren<br />

Organisation, als in einem vergleichbaren<br />

Betrieb«, erklärt<br />

Betriebsleiter Uwe Mayer den<br />

Arbeitsalltag in der Gaststätte<br />

Loretto. Durch den integrativen<br />

Ansatz werden die verantwortlichen<br />

Mitarbeiter durch<br />

die Menschen mit Behinderung<br />

unterstützt. Diese haben<br />

die Möglichkeit im Restaurant<br />

an der Theke, im Service, als<br />

Küchenhilfe oder auch im<br />

Hauswirtschaftsbereich zu ar-<br />

Zweiten Weltkriegs eine große<br />

Stammkundschaft erarbeitet.<br />

Auch sein zweiter Großvater<br />

Johannes Mozer war Schreiner<br />

mit einer eigenen Werkstatt in<br />

Kusterdingen.<br />

Waren die Möbel der Schreinerei<br />

Rapp anfangs hauptsächlich<br />

funktional, spielte im Lauf<br />

der Zeit das Design eine immer<br />

größer werdende Rolle. Als Vater<br />

Fritz Rapp das Unternehmen<br />

1956 übernahm, vergrößerte<br />

er den Betrieb und begann<br />

zusätzlich zum Möbelbau<br />

auch damit, Türen zu fertigen.<br />

Hartmut Rapp wuchs mitten<br />

in der Schreinerwerkstatt auf<br />

und konnte sich für sein Leben<br />

nichts Schöneres vorstellen,<br />

als ebenfalls Schreiner zu werden.<br />

»Ich habe immer gesehen<br />

und bewundert, was mein Vater<br />

gemacht hat – das wollte<br />

ich auch können.« Die Lehre<br />

beiten: Die Tätigkeiten führen<br />

zu einem erheblich gesteigertem<br />

Selbstbewusstsein bei den<br />

Betroffenen. Seit dem Start des<br />

Projekts im Jahr 1997 läuft das<br />

Modell mit großem Erfolg und<br />

zahlreiche Menschen konnten<br />

wieder erfolgreich in den ersten<br />

Arbeitsmarkt integriert werden.<br />

Als Ausbildungsbetrieb bildet<br />

die Gaststätte Loretto derzeit<br />

zwei Köche und eine Restaurantfachfrau<br />

aus.<br />

140 Plätze im Biergarten und<br />

rund 120 Sitzplätze im Gastraum<br />

sprechen für eine gut<br />

funktionierende Organisation<br />

im »Loretto«. Die gutbürgerliche<br />

Küche mit saisonalen Akzenten<br />

wird auch bei vielen Fei-<br />

begann er mit 15 Jahren beim<br />

Vater und machte nach seinen<br />

Gesellenjahren schnell den<br />

Meister. Als er 1999 das Ruder<br />

in der Werkstatt übernahm,<br />

blieb vieles beim Alten, nur die<br />

Technik wurde erneuert. »Wir<br />

haben viele moderne Maschinen<br />

angeschafft, um Arbeitsabläufe<br />

zu optimieren und<br />

mehr Möglichkeiten zu haben«,<br />

erklärt er. Eine eigene<br />

Metallwerkstatt ermöglicht es<br />

beispielsweise, kleinere Teile<br />

selbst zu drehen, und sämtliche<br />

Oberflächen werden im<br />

Betrieb selbst hergestellt.<br />

Die Mitarbeiter werden regelmäßig<br />

geschult, um immer<br />

auf dem neuesten Stand der<br />

Technik und der Information<br />

zu sein. Zahlreiche Zertifizierungen<br />

wie zum Beispiel das<br />

CE-Zeichen für Haustüren sorgen<br />

für größtmögliche Sicher-<br />

„ Fürdie<br />

Mitarbeiter<br />

ist das Konzept<br />

erfolgreich. Sie<br />

fühlen sich wohl<br />

und die meisten<br />

würden gerne<br />

bleiben.<br />

Uwe Mayer<br />

Betriebsleiter, Gaststätte Loretto<br />

ern – von der Taufe über Hochzeiten<br />

bis hin zu Trauerfeiern –<br />

geschätzt.<br />

Dieinnovative Schreinerei RappinLustnau baut Möbelund EinrichtungennachMaß,ebenso<br />

Küchen mit Pfiff, verlegt Fertigparkett und Laminat, Stil- und Holzdecken, fertigt<br />

Sicherheitsbeschläge und ist Fachbetrieb für Schall- und Brandschutzsysteme. Am meisten Spaß<br />

habendie Mitarbeiter an Möbeln mit verborgenemInnenleben –wennsich hinter dem<br />

Spiegelschrank im Bad zum Beispiel eine große Schmuckwand versteckt oder sich die Stereoanlage<br />

auf Knopfdruck aus dem Sideboard hebt. »Möbel, die Know-how fordern, sind unsere Spezialität«,<br />

freut sich Inhaber Hartmut Rapp. Bilder: PR-Service<br />

heit für die Kunden. Die Mitarbeiterzahl<br />

der Schreinerei ist<br />

mittlerweile auf 16 gestiegen,<br />

Qualität spricht sich rum.<br />

Hochfliegende Pläne hat Hartmut<br />

Rapp dennoch nicht: »Wir<br />

möchten der Schreiner aus der<br />

Nachbarschaft sein und bleiben«,<br />

betont er. »Uns ist es genauso<br />

lieb, einen kaputten<br />

Stuhl zu reparieren, wie ein<br />

komplettes Büro zu planen<br />

oder eine neue Küche. Und<br />

unsere Kunden wissen das<br />

auch.«<br />

Das Holzwurm-Gen muss in<br />

der Familie liegen: Sohn Christian<br />

hat seine Lehre im väterlichen<br />

Betrieb vor zwei Jahren<br />

abgeschlossen und arbeitet nun<br />

als Geselle, Tochter Alexandra<br />

macht soeben eine kaufmännische<br />

Ausbildung. Wo? Die Frage<br />

erübrigt sich beinahe – natürlich<br />

auch beim Papa.<br />

Schreinermeister HartmutRapp (Mitte) übernahm 1999 denBetrieb<br />

in dritter Generation. Gemeinsam mit 16 Mitarbeitern sorgt<br />

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<strong>EHRLICH</strong><strong>GUT</strong> –die RegionNeckar-Alb Montag, 3.Januar 2011<br />

Luftbild:Grohe<br />

Der Mössinger<br />

Panoramaweg<br />

Startpunkt ist der Parkplatz am Schützenhaus. Der Weg führt ein kurzes Stück bergauf, dann geht eslinks auf den Höhenweg, der von der Olgahöhe herüberführt. Nach Querung des Ettenfeldgrabens geht esein ganzes<br />

Stück bergab. Kurz vor dem Feuchtbiotop am Laubensteggraben biegt eine Wegalternative für den Rückweg nach links ab. Zunächst geht es aber auf einem Schotterweg weiter und kurz nach dem Tümpel kann man ein<br />

Grundstück betreten und die neu erworbenen Kenntnisse testen. Ein kleines Stück weiter und man befindet sich auf der Straße zur Lindenstelle. Entweder nimmt man den Weg bergab oder geht wie schon erwähnt auf<br />

dem mit Gras bewachsenen beschriebenen Weg, der mitten durch das schöne Streuobst führt, zurück.<br />

Bilder: Sabine Mall-Eder<br />

Das SCHWÄBISCHE<br />

TAGBLATT sprach mit<br />

Sabine Mall-Eder, die<br />

federführend den Mössinger<br />

Streuobst-Panoramaweg mit<br />

konzipiert hat, und mit ihrem<br />

Ehemann Uli Eder, der sie mit<br />

seinen Kenntnissen als Werbefachmann<br />

unterstützte.<br />

Wie kam es dazu, dass Sie den<br />

Panoramaweg<br />

konzeptionieren durften?<br />

Uli Eder:ImJahre 2004 sind wir<br />

nach Mössingen gezogen. Ein<br />

Grund war unter anderem die<br />

schöne Landschaft, die Nähe<br />

zur Alb und natürlich die<br />

Streuobstwiesen, die wir schon<br />

durch einige Wanderungen am<br />

Hirschkopf kennengelernt hatten.<br />

Wir haben uns gefragt, wie<br />

man wohl ein Streuobstwiesenstück<br />

pachten könnte, und<br />

haben deshalb Kontakt zum<br />

Netzwerk Streuobst aufgenommen.<br />

„ Wenn ich<br />

wüsste, dass<br />

morgen die Welt<br />

untergeht, würde<br />

ich heute noch ein<br />

Apfelbäumchen<br />

pflanzen.<br />

Martin Luther<br />

Reformator<br />

Sabine Mall-Eder: Genau, und<br />

das Netzwerk hat sich dann vor<br />

zwei Jahren an mich gewandt,<br />

mit der Bitte, einen Panoramaweg<br />

durchs Streuobst zu konzipieren.<br />

AlsLandschaftsplanerin haben<br />

Sie ja gute Voraussetzungen,<br />

diese Aufgabe zu meistern. Wie<br />

ging es dann weiter?<br />

Sabine Mall-Eder: Erst habe ich<br />

mir vor Ort ein Bild gemacht, um<br />

schließlich zu Hause an die Umsetzung<br />

zu gehen. Auch sind wir<br />

andere Lehrpfade abgelaufen. Es<br />

war mir wichtig, etwas ganz<br />

»mössingenspezifisches« zu gestalten.<br />

Entlang des Panoramawegs<br />

informieren sechs Schautafeln<br />

über die Streuobstwiesen.<br />

BeschreibenSie doch bitte<br />

unseren Lesern,wie diese<br />

aussehen.<br />

Sabine Mall-Eder: Die Tafeln<br />

Von Äpfeln und Birnen<br />

Ausblick mitStreuobst: Der Mössinger Panoramaweg<br />

Der Mössinger Panoramaweg<br />

mitten<br />

durch alte Streuobstbestände<br />

ist<br />

durch seinen herrlichen Ausblick<br />

über das Steinlachtal einigen,<br />

aber nicht vielen bekannt.<br />

Das hat sich nun geändert:<br />

Im Mai dieses Jahres<br />

fand die offizielle Eröffnung<br />

des Mössinger Panoramaweges<br />

statt.<br />

Auf dem zwei Kilometer<br />

langen Streuobstpfad soll den<br />

Besuchern und Spaziergängern<br />

die einmalige Kulturlandschaft<br />

der Mössinger<br />

Streuobstwiesen sowie deren<br />

Bedürfnisse und Bedeutung<br />

nahe gebracht werden. Dies<br />

geschieht durch sechs informative<br />

Tafeln, die zum Panoramaweg<br />

(1), zur Kulturgeschichte<br />

(2), dem Lebensraum<br />

(3), zur Gefährdung und dem<br />

Wandel (4) Auskunft geben.<br />

Die fünfte Tafel stellt die Bäume<br />

auf einer Streuobstwiese<br />

vor und die sechste schließlich<br />

gibt über die Nutzung<br />

und Pflege Auskunft.<br />

Wer bei seinem Spaziergang<br />

sollen den Leser oder Betrachter<br />

ansprechen. Kurze Texte in einem<br />

Kasten führen in das Thema<br />

ein und werden dann in weiteren<br />

Texten ausführlicher behandelt.<br />

Bilder, Karten und Grafiken<br />

gestalten die Themen plastischer.<br />

Und immer am unteren<br />

Ende der Tafel möchte ein Grünspecht<br />

namens Franz Fragen beantwortet<br />

haben. Den frechen<br />

Grünspecht hat übrigens Harry<br />

Rey illustriert, dem einen oder<br />

anderen bekannt als Tübinger<br />

Kartoplan-Gestalter.<br />

Sie haben die Karten auf den<br />

Tafeln angesprochen. Wie sind<br />

Sie da an das Material<br />

gekommen?<br />

Sabine Mall-Eder: Das war<br />

ganz schön aufwändig. Das<br />

Kartenmaterial war zum Teil<br />

ziemlich veraltet. Ich musste<br />

alles digitalisieren und neu<br />

überarbeiten beziehungsweise<br />

aufarbeiten.<br />

Interesse bekommt, ein Stück<br />

dieses Naturguts sein Eigen<br />

nennen zu wollen, es zu pflegen<br />

und das eigene Obst zu<br />

ernten, kann bei der Stadt für<br />

ein kleines Geld eine kleine<br />

Fläche pachten.<br />

Nutzung, Wandel<br />

und Gefährdung<br />

Früher nutzen die Mössinger<br />

Bürger die Albtrauflage so aus,<br />

dass an den Hängen die Obstbäume<br />

standen und darunter<br />

die Wiesen als Weideflächen<br />

dienten. Angepflanzt wurden<br />

großkronige und hochstämmige<br />

Obstbäume. Bis zur zweiten<br />

Hälfte des 19. Jahrhunderts<br />

nahm der Obstanbau stetig zu.<br />

Der Trend, Nieder- und<br />

Halbstämme anzupflanzen,<br />

den Boden maschinell zu bearbeiten<br />

und verstärkt Pflanzenschutzmaßnahmendurchzuführen,<br />

setzte sich im Raum<br />

Mössingen lange nicht durch.<br />

Erst eine EG-Rodungsprämie<br />

und die Empfehlung an Baumschulen<br />

nur noch Nieder- beziehungsweise<br />

Halbstamme zu<br />

züchten, sorgten für einen<br />

Uli Eder: Zum Schluss hatte Sabine<br />

so viel Material, dass sie<br />

20 Tafeln hätte aufstellen können.<br />

Mir fiel dann die Aufgabe<br />

zu, die Texte zu kürzen. Wir haben<br />

uns, bedingt durch unsere<br />

Berufe – einer Landschaftsplanerin<br />

und einem Werbefachmann<br />

– in diesem Projekt sehr<br />

gut ergänzt.<br />

Das Jahr 2010 neigt sich dem<br />

Ende zu. Gibt es schon<br />

Planungen, Ideen oder<br />

Wünsche hinsichtlich des<br />

Panoramawegs für 2011?<br />

Uli Eder: Eine gute Idee fände<br />

ich es, bei Neubürgern gleich Interesse<br />

zu wecken und ihnen eine<br />

Pacht anzubieten. Diese<br />

könnte ja unterschiedlich aussehen,<br />

so könnte es zum Beispiel<br />

auch nur eine Patenschaft geben.<br />

Viele haben vielleicht nicht<br />

die Zeit, sich um eine Obstwiese<br />

zu kümmern, möchten aber die<br />

Landschaft erhalten und sind<br />

drastischen Rückgang der<br />

Streuobstwiesennutzung.<br />

Auch die Siedlungserweiterung<br />

wirkte sich negativ auf die<br />

Streuobstflächen in Deutschland<br />

aus. Allerdings half den<br />

Wiesen in Mössingen und Umgebung<br />

die spezielle und für<br />

Mit viel Herz und so einigen Arbeitsstunden<br />

SabineMall-Eder undEhemann UliEdersprechenüberdie Konzeption des Panoramawegs<br />

mit ihr verbunden. So tut man<br />

etwas für den Erhalt der Streuobstwiesen<br />

und die Pflege übernimmt<br />

in Auftragsarbeit jemand<br />

anderes.<br />

Sabine Mall-Eder: Momentan<br />

muss sich ein Interessent an die<br />

Stadt wenden, um ein Stück zu<br />

erhalten. Ich fände es wünschenswert,<br />

wenn ein Kataster<br />

aufgebaut wird und im Internet<br />

abrufbar wäre. Dann könnten<br />

Interessenten sehen, welche<br />

Stücke noch frei sind, wo sie liegen<br />

und mit welchen Baumarten<br />

sie bepflanzt sind. Ein weiterer<br />

Punkt, der noch optimiert werden<br />

könnte, ist der Verleih von<br />

speziellen Geräten wie dem Balkenmäher.<br />

Auch hier könnten<br />

Buchungsmöglichkeiten über<br />

das Internet helfen. Sinnvoll wäre<br />

auch der Aufbau eines Maschinenrings.<br />

Undhat sich rückblickenddie<br />

Bild:Eva-Maria Ferber<br />

den Ackerbau ungünstige Lage<br />

am Albtrauf. Die extreme Zerstückelung<br />

in kleine Parzellen,<br />

bedingt durch die Realerbteilung,<br />

bewirkte den positiven<br />

Effekt, dass es heute auf kleinstem<br />

Raum eine Vielzahl unterschiedlicher<br />

Bäume gibt.<br />

viele Arbeit und der Zeiteinsatz<br />

gelohnt?<br />

Sabine Mall-Eder: Aber natürlich!<br />

Man vergisst doch recht<br />

schnell den Stress, den man<br />

hatte. Wir möchten uns an dieser<br />

Stelle auch bei den vielen<br />

Helfern bedanken.<br />

Uli Eder: Wir haben an uns<br />

selbst sehr hohe Ansprüche gestellt.<br />

Man möchte ja etwas Gutes<br />

auf die Beine stellen. Da<br />

sind schon viele Stunden Arbeit<br />

und Mühe in das Projekt<br />

geflossen.<br />

Und das ist Ihnen und den<br />

vielen Verantwortlichen sehr<br />

gut gelungen. Stimmt es, dass<br />

sich auch Geocacher schon für<br />

den Pfad interessieren?<br />

Sabine Mall-Eder: Ja, zwei Geocaches<br />

befinden sich auf dem<br />

Panoramaweg. Dort müssen<br />

Fragen beantwortet werden,<br />

deren Antworten sich auf den<br />

Tafeln befinden.<br />

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Streuobst heute<br />

Nach wie vor dienen die<br />

Mössinger Streuobstwiesen der<br />

landwirtschaftlichen Produktion<br />

von Direktsaft, Most,<br />

Schnaps, Dörrobst und Eingemachtem<br />

wie auch als Bienenweiden<br />

zur Honigproduktion<br />

und als Weide für Schafe, Ziegen,<br />

aber auch für Pferde.<br />

Sie bieten Schutz vor Wind<br />

und Erosion. Da die Wiesen extensiv<br />

genutzt werden, das<br />

heißt kein Eintrag von Nährund<br />

Schadstoffen statt findet,<br />

schützen sie das Grundwasser,<br />

sind Frischluftproduzent und<br />

Filter gegenüber Schadstoffen<br />

aus der Luft. Zudem zählen<br />

Streuobstwiesen zu den sogenannten<br />

Trittsteinbiotopen. Sie<br />

verbinden unterschiedlich<br />

ökologische wertvolle Biotope<br />

miteinander.<br />

Info:<br />

Interessenten können sich auch<br />

gerne an Hans Wener (Vositzender<br />

Netzwerk Streuobst) wenden.<br />

Telefon (0 74 73) 81 78 oder<br />

hans.wener@uni-tuebingen.de<br />

Schon<br />

probiert?<br />

»DerMössinger«<br />

Ein Apfelsaft aus Äpfeln<br />

von Mössinger Streuobstwiesen?<br />

Ja gibt es<br />

denn so was? Aber ja! Im Oktober<br />

dieses Jahres konnten<br />

die Gütlesbesitzer ihre Äpfel<br />

bei den örtlichen Mostereien<br />

Kühbauch und Streib abliefern<br />

und entstanden ist der<br />

leckere »Mössinger«. Ob klar,<br />

trüb oder als Schorle – ein<br />

Genuss, den man sich nicht<br />

entgehen lassen sollte. Momentan<br />

gibt es das gute<br />

Tröpfchen nur bei den beiden<br />

Mostereien, aber dank großer<br />

Nachfrage könnte der Saft<br />

laut Hans Wener, Vorsitzender<br />

von Netzwerk Streuobst,<br />

bald auch in größeren Geschäftenerhältlich<br />

sein.

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