Ausgabe 6/ 2013 - BLLV

bllv.de

Ausgabe 6/ 2013 - BLLV

ZKZ 03646

Oberpfälzer

Schule

Zeitschrift des Bezirksverbandes Oberpfalz

2013, Heft 6 (Dezember)

35. Jahrgang


Amberger Seminar:

Klimagerechtigkeit gefordert Seite 3


Dienstrecht, Beförderungsamt:

Wie geht es weiter?

Seite


Regensburger Studenten werben

100 neue BLLV-Mitglieder Seite 9

Oberpfälzer Schule 2013/6 1


INHALT 2013/6

3 Ein 16-Jähriger lehrt Lehrern Nachhaltigkeit

Amberger Seminar 2013: Felix Finkbeiner fordert

Klimagerechtigkeit. BLLV Oberpfalz will 150 Bäume

pflanzen

7 Funktionsloses Beförderungsamt – wie geht es weiter?

Wilhelm Trisl mit Rückschau und Ausblick

Warten auf den LehrplanPLUS

Ursula Schroll kommentiert die Einführung des neuen

Lehrplans, der den Lehrern immer noch nicht vorliegt

9 BLLV-Dienstanfängerseminar für Förderschulen

Erstmals Dienstanfängerseminar zusammen mit dem

Verband Sonderpädagogik e. V.

Studentengruppe: 100 neue Mitglieder geworben

Die Regensburger Studentengruppe berichtet über ihre

Aktivitäten für die Studenten der Erstsemester

ABJ zur Notengebung: Was habe ich zu beachten?

Die ABJ Oberpfalz lädt zu einer

Fortbildungsveranstaltung im Januar 2014 ein

10 Keine Sechser von Adam Sechser

Josef Eimer schreibt zur Oberpfälzer Schulgeschichte

11 Leißlfibel – ein Spiegelbild der gesellschaftlichen

Veränderungen

Ein Vergleich der „Fibelkinder“ aus den Jahren 1962 und

1978 – zur Erinnerung an den Todestag von Anni Leißl

12 Zahnersatz billiger

Der BLLV-Bezirksreferent Arthur Schriml gibt

Ratschläge für den Alltag

BLLV und Fremdsprachen

Die BLLV-Landesfachgruppe Fremdsprachen berichtet

von einer gut besuchten Fortbildung in Nürnberg

12 Sind Sie umgezogen?

Sie haben ein anderes Stundenmaß? Sie haben die Bank

gewechselt? Der BLLV bittet um Nachricht

Weitere Informationen unter www.oberpfalz.bllv.de

Die nächste Nummer der OBERPFÄLZER SCHULE,

Heft 2014/1, erscheint Mitte Februar.

Redaktionsschluss ist am 18. Januar 2014

Die Oberpfälzer Schule können Sie schon eine Woche nach

Redaktionsschluss im Internet lesen: www.bllv.de/opf-Schule:

13 Personalräte in der Oberpfalz

Die Anschriften der örtlichen Personalratsvorsitzenden,

des Bezirkspersonalrates, des Personalrates für

Förderschulen und Schulen für Kranke, für die Gruppe

der Arbeitnehmer, der Schwerbehindertenvertretung

14 Humor in Oberpfälzer Schulen

Aus der Sammlung von Sophie Schikora, Schirmitz

Nach dem 8. April erhöhte Gefahren für XP-

Computer

Microsoft stellt im April 2014 den Support ein

Kostenlose Office-Programme

Gleichwertig Software für jeden Computer

15 Schulische Aufsichtspflicht juristisch unter der Lupe

Die Aufsichtspflicht aus Sicht der Lehrer, der

Schulleitung und des Sachaufwandsträgers (Teil 2)

18 Wir gratulieren unseren Mitgliedern zu runden

Geburtstagen

Jubilare der Monate Dezember und Januar

19 Oberpfälzer Kreisverbände berichten

Kreisverband Nittenau:

Klaus Beiderbeck weiterhin Kreisvorsitzender

27 Impressum

28 Schule in der Zeitung

Was bayerische und außerbayerische Zeitungen zu

schulischen und pädagogischen Themen schreiben

Unsere Inserenten:

6 Volksbanken Raiffeisenbanken, Jugendwettbewerb

8 Domino-Verlag, München

13 Druckerei Wittmann, Roding

17 edacta, Lehrmittel, Neumarkt

27 BtB, Software, Nittendorf

28 BLLV-Wirtschaftsdienst

Redaktionstermine für die

OBERPFÄLZER SCHULE

im Jahr 2014

Heft Redaktionsschluss Heft erscheint

1 18.1.2014 Mitte Februar

2 15.3.2014 Mitte April

3 10.5.2014 Anfang Juni

4 5.7.2014 Ende Juli

5 20.9.2014 Mitte Oktober

6 22.11.2014 Mitte Dezember


Oberpfälzer Schule 2013/6 – 35. Jahrgang


Amberger Seminar 2013:

Ein 16-Jähriger lehrt

Lehrern Nachhaltigkeit

Kümmersbruck. – „Nachhaltig lernen“

bzw. „Nachhaltigkeit lernen“ war

das Motto des diesjährigen Amberger

Seminars, das am 20./21. November an

der Schule Kümmersbruck stattfand. Als

Helfer, als Vorbild für diese Nachhaltigkeit,

als Festredner zu diesem Thema

hatten sich die Verantwortlichen Felix

Finkbeiner ausgewählt, jenen 16-jährigen

Jungen, der – für dieses Alter ungewöhnlich

– weltweit schon wiederholt

auf den Titelseiten der Zeitungen

stand, der schon vor den Vereinten Nationen

und in China gesprochen hat, der

UN-Kinderbotschafter für Klimagerechtigkeit

ist und mit vielen Gleichgesinnten

in vielen Ländern dafür kämpft, den Kindern

dieser Welt eine saubere Zukunft zu

bieten. Das Amberger Seminar, seit über

50 Jahren eine anerkannte Fortbildungsveranstaltung

für die Lehrer, hatte noch

nie einen so jungen Festredner und noch

nie einen Festredner, der für seinen Vortrag

einen derart langen Beifall geerntet

hat.

Das Motto des Festvortrages war

„STOP TALKING. START PLAN-

TING!“ Eingangs berichtete Finkbeiner,

wie es dazu kam, dass er zum UN-Kinderbotschafter

wurde: Als 9-Jähriger, in

der vierten Klasse der „Munich International

School“ in Starnberg, hatte er ein

Referat zum Thema „Klimakrise“ zu halten

und sein Appell war: „Lasst uns in

jedem Land der Erde eine Million Bäume

pflanzen.“ Diese Idee fand Gefallen

in der Schule und außerhalb der Schule,

weltweit. Und schließlich wurde er auf

einem Rückflug aus Japan zu einer UN-

Konferenz eingeladen.

Der Referent freute sich, als Schüler

vor Lehrern sprechen zu können. Er fand

es „Klasse, dass sich Lehrer mit diesem

Thema befassen“, und er fügte später

hinzu: „Ohne meine Lehrerin würde es

heute unsere Schülerinitiative vielleicht

gar nicht geben.“

Vorbild war Wangari Maathai aus Kenia,

die in 30 Jahren in Afrika 30 Millionen

Bäume gepflanzt hatte und auch gegen

die egoistischen Interessen der Oberschicht

kämpfte. Die Afrikanerin brachte

ihn auch auf die Idee, die Initiative

„Plant-for-the-Planet“ zu gründen, eine

Schülerinitiative, die Jugendliche und

Erwachsene motivieren will, Bäume zu

pflanzen, um so den CO 2

-Ausgleich zu

schaffen.

Der Redner erzählte, welche Aktivitäten

er bereits unternommen hat, wie

er Politiker, Wirtschaftsverbände für die

Baumpflanzaktion gewinnen konnte.

Und, so betonte der Referent immer

wieder, wie wichtig es sei, dass die Jugendlichen

Bäume pflanzen. Bedauerlich

sei, dass sich viele Erwachsene hinter

den Klimaskeptikern verstecken,

nach deren Meinung es keine Klimakrise

gebe.

So ist es nur zu logisch, dass der Redner

auf die Folgen der weltweiten Klimaveränderung

hinwies: dass die Gletscher

und das arktische Eis schmelzen und

der Meeresspiegel steigen wird. Dass

die Menschen für die Produktion zuviel

Wasser verbrauchen.

Finkbeiner warb für seine Idee. Diese

braucht Botschafter für Klimagerechtigkeit.

Deshalb wurde 2008 die Einrichtung

von „Akademien“ geschaffen,

in denen „wir Kinder“ voneinander

und miteinander lernen“. Im ersten

Schritt diskutieren die Teilnehmer über

die Rede eines „Botschafters“ für Klimagerechtigkeit,

im zweiten Schritt ist die

Klimagerechtigkeit beherrschendes Thema.

Schritt 3: Das Reden üben und selber

einen kleinen Vortrag halten. Der 4.

Schritt beinhaltet die Pflanzaktion. Die

weiteren Schritte sind: Ideen sammeln,

wie man andere zum Mitmachen motivieren

kann, die Arbeit in Schulgruppen

und schließlich die Präsentation der

Ziele vor Erwachsenen.

Finkbeiner spricht ohne Manuskript,

ohne Stichwortzettel. Mit Beamer und

Leinwand erläutert er Fakten, Ereignisse,

Forderungen, verweist auf die weltweiten

Probleme: dass hauptsächlich Kinder

hungern und verhungern, dass zu viele

Oberpfälzer Schule 2013/6


arbeit in einer Akademie werben. Und der

BLLV hat diese Einladung bereits angenommen.

Im Frühjahr 2014 wird die Veranstaltung

in Kümmersbruck stattfinden, wo

dann Kinder aus der gesamten Oberpfalz

zu Klimabotschaftern ausgebildet werden.

Und weil 2014/15 der BLLV-Bezirksverband

Oberpfalz seinen 150. Geburtstag

feiern wird, sollen bis zu diesem

Zeitpunkt mindestens 150 Bäume gepflanzt

sein.

Anton Schlicksbier

Weitere Informationen:

www.plant-for-the-planet.org

Bürgermeister Richard Gaßner:

„Alles Gute dem BLLV

Mit einem „Alles Gute dem BLLV“ verabschiedete

sich der Kümmersbrucker Bürgermeister

Richard Gaßner von den Gästen

des Amberger Seminars. Gaßner wird

bei der nächsten Kommunalwahl Jüngeren

Platz machen. Seit 1990 stand er mit

wenigen Ausnahmen vor den Oberpfälzer

Lehrerinnen und Lehrern und fand dabei

– im Gleichklang mit dem BLLV – immer

auch kritische Worte zur bayerischen

Schulpolitik.

In dieser Rückschau konnte Gaßner feststellen,

dass „in jedem Jahr äußerst interesssante

Hauptreferate“ angeboten worden

sind, verbunden mit standespolitischen

Forderungen des BLLV.

„Die nächsten Jahre werden nicht ein-

Schadstoffe produziert werden, dass diejenigen,

die behaupten, die Energiewende

sei teuer, nicht rechnen könnten, dass die

Sonne keine Rechnung schickt, dass die

konventionelle Herstellung eines T-Shirts

2000 Liter Wasser benötigt, und deshalb

hat sich die Initiative zur Herstellung von

Tree-Shirts entschlossen.

Finkbeiner wirbt auch für die „Gute

Schokolade“, ein Plant-for-the-Planet-

Produkt, das schon mehrere Händler anbieten,

so Dehner, dm, Kaufland, Rewe

oder Tengelmann. 20 Prozent von einem

Euro Verkaufspreis jeder Tafel gehen an

die Stiftung.

Finkbeiner war nach Kümmersbruck

gekommen, um nicht nur für das Pflanzen

von Bäumen zu werben, er wollte

auch seinen Freundeskreis erweitern und

möglichst viele junge Menschen zur Mitfacher“,

stellte Gaßner fest und bezog

sich dabei auf die Aussage des Ministerpräsidenten,

es werde in den nächsten

fünf Jahren keine Reformen im Bildungsbereich

geben. Gaßner befürchtet, dass es

zu weiteren Schulschließungen kommen

wird, er wünschte sich einen gleichwertigen

Mittleren Bildungsabschluss an den

Mittelschulen und an den Realschulen. Im

Hinblick auf die Grundschle meinte er:

„Es sollte nicht verboten sein, neue Versuche

zu starten.“ Warum will man keine

Diskussion über eine gemeinsame sechsjährige

Grundschule, fragte sich Gaßner

und wurde vom Beifall der Zuhörer bestätigt.

Die Baumpflanzaktion des BLLV in Küm-

mersbruck gab dem Redner die Möglichkeit,

eine Verbindung zum (wenig erfolgreichen)

Klimagipfel in Warschau herzustellen.

Für Gaßner steht fest: Was bei dem

Klimagipfel von Erwachsenen nicht auf

den Weg gebracht worden ist, müssen die

Jungen schaffen. –as–

Katja Meidenbauer: Danke

Katja Meidenbauer, die Leiterin der Oberpfälzer

BLLV-Abteilung Berufswissenschaft,

hatte in dieser Funktion das Amberger

Seminar hauptverantwortlich vorbereitet

und die Referentenauswahl getroffen.

Sie begrüßte die Gäste und dankte

vor den Besuchern der Festversammlung

dem gesamten Organisationsteam für das

Engagement, das alle bei der Vorbereitung

an den Tag gelegt hätten. In diesen Dank

zog sie vor allem den Kümmersbrucker


Bürgermeister Richard Gaßner

ein, der viele Jahre lang geholfen

hatte, räumliche und organisatorische

Hürden für das

Amberger Seminar in Kümmersbruck

aus dem Weg zu

räumen. Sie dankte der Schule

für die Bereitstellung der vielen

Räume sowie allen Helfern

im „Hintergrund“ für die organisatorische

Mithilfe. –as–

Oberpfälzer Schule 2013/6 – 35. Jahrgang


Ursula Schroll:

Sind unsere Kinder

glücklich?

Mit kritische Feststellungen zu bildungspolitischen

Fragen und Problemen eröffnete

Ursula Schroll, die BLLV-Bezirksvorsitzende,

die Festveranstaltung des

diesjährigen Amberger Seminars. „Bei ihrer

Geburt sind 98 Prozent der Menschen

hochbegabt. Nach der Schulzeit sind es

nur noch 2 Prozent“, stellte Schroll eingangs

fest und bezog sich dabei auf den

neuen Film „alphabet“.

Danach sei in den Schulen „Leistung“ zur

Maxime der Wettbewerbsgesellschaft geworden.

Die politisch und wirtschaftlich

Mächtigen seien ratlos und statt langfristiger

Perspektiven gebe es kurzatmigen

Aktionismus.

Schroll brachte Beispiele aus dem Film;

seine Botschaft sei: Die Schule verhindert

Kreativität. Der Film lässt Schüler

zur Wort kommen: „Was denken sich eigentlich

diejenigen, die über unser Schulleben

bestimmen?“, erklärt eine Hamburger

Gymnasiastin.

Auch der Hirnforscher Gerald Hüther

kommt zu Wort und kritisiert das Schulsystem.

Und der Lernforscher Dr. Michael

Schratz stellt fest: Die Schule betreibt

einen riesigen Aufwand, erzielt aber nur

magere Ergebnisse. Schroll kritisierte die

permanenten Schönheitskorrekturen, bei

denen die Ursachen nicht an der Wurzel

gepackt werden. So müsse man sich fragen:

Interessiert es noch jemanden, ob unsere

Kinder auch glücklich sind? –as–

150 Bäume will der BLLV-Bezirksverband Oberpfalz bis zu seinem Jubiläum anlässlich

des 150. Geburtstages pflanzen. Der erste Baum steht schon bei der Kümmersbrucker

Schule. Unser Bild, von links: Felix Finkbeiner, Ursula Schroll und Bürgermeister

Richard Gaßner.

Nach dem Festvortrag des Amberger Seminars scharten sich die Besucher vor dem

Info-Stand der Initiative „Plant-for-the Planet“.

Felix Finkbeiner, der Referent beim Amberger Seminar, musste sich nach der Veranstaltung

mit Autogrammen „verewigen“. Gerade die Jugendlichen hatten Interesse für

die Unterschrift.

Oberpfälzer Schule 2013/6


42. Internationaler

Jugendwettbewerb

jugend creativ

Volksbanken

Raiffeisenbanken

Abgabeschluss

am 3. Februar 2014

44. Internationaler Jugendwettbewerb jugend creativ

Der 44. Internationale Jugendwettbewerb lädt Schülerinnen und Schüler ein, mit originellen Bildern oder Kurzfilmen

sowie Quizlösungen teilzunehmen. Das Motto „TRAUMBILDER: Nimm uns mit in deine Fantasie“ bietet

Raum für vielfältige kreative Interpretationen und Ansätze zur didaktischen Umsetzung in allen Klassenstufen.

Weitere Informationen zum weltgrößten Jugendwettbewerb

erhalten Sie bei Ihrer Volksbank Raiffeisenbank

oder unter www.jugendcreativ.de

www.facebook.com/jugendcreativ

Volksbanken

Raiffeisenbanken


Oberpfälzer Schule 2013/6 – 35. Jahrgang


Dienstrecht:

Funktionsloses

Beförderungsamt –

wie geht es weiter?

„Laufstall statt Laufbahn! Beginn in A 12 und Ende in A 12!“

Diese Festsstellung galt über viele Jahre hinweg für den Großteil

der Lehrkräfte an Volksschulen bzw. an Grund- und Hauptschulen.

Erst im Zuge der jüngsten Dienstrechtsreform gelang

es dem BLLV und dem Bayerischen Beamtenbund (BBB) unter

seinem Vorsitzenden Rolf Habermann, ein funktionsloses

Beförderungsamt für diese Lehrergruppe zu erreichen. Bisher

gab es drei Beförderungsrunden:

Y 1.9.2009: Beförderung von Lehrkräften A 12 nach A 12 + Z

mit den Beurteilungsstufen eins bis drei und einer bestimmten

Anzahl von Dienstjahren.

Y 1.1.2011: Beförderung von Lehrkräften A 12 nach A 12 + Z

mit den Beurteilungsstufen eins bis vier und einer bestimmten

Anzahl von Dienstjahren; mit der Einbeziehung der Stufe vier

wurde die Forderung der Verbände nach Würdigung der Lebensleistung

berücksichtigt.

Y 1.7.2013: Erstmalige Beförderung von knapp 700 Lehrkräften

A 12 + Z nach A 13 und der Zuerkennung des Titels

„Studienrat an Grund- bzw. Mittelschulen“ unter folgenden

Bedingungen: Beförderung nach A 12 + Z zum 1.9.2009

(Wartezeit); Beurteilungsstufe eins (HQ) oder Beurteilungsstufe

zwei (BG) + 22 Jahre Dienstzeit; weitere Beförderungen

von Lehrkräften A 12 nach A 12 + Z mit der Beurteilungsstufe

eins, Beurteilungsstufe zwei + 10 Dienstjahren und Beurteilungsstufe

drei + 15 Dienstjahren.

Viele Kolleginnen und Kollegen werden sich fragen: Wie geht

es weiter? Besteht auch bei mir Aussicht, in den Genuss einer

solchen Beförderung zu kommen? Ziel der Verbände ist es, für

die Lehrergruppe an Grund- und Mittelschulen auf lange Sicht

einen Beförderungskegel zu schaffen, bei dem sich ca. 35 %

in A 12, ca. 35 % in A 12 + Z und ca. 30 % in A 13 befinden.

Voraussetzung für eine Beförderung wird mit Sicherheit eine

positive Beurteilungsstufe – also mindestens die Stufe vier

(VE = voll entspricht) – sein. Angestrebt wird eine jährliche

Beförderungsrunde jeweils spätestens zum 1. August, da eine

solche Beförderung erst nach zwei Jahren versorgungswirksam

wird. Zu beachten ist, dass die Kriterien für eine Beförderung

jeweils neu festgelegt werden. Sollte man z. B. bei

einer Beförderungsrunde das Kriterium der Dienstjahre knapp

verfehlt haben, kann man nicht erwarten, dass die Kriterien

bei der nächsten Beförderungsrunde genauso oder ähnlich

ausschauen werden.

„Leistung muss sich lohnen!“ Diesen Grundsatz hat sich

die bayerische Staatsregierung auf ihre Fahnen geschrieben.

Einen ersten Schritt in die richtige Richtung hat sie mit der

Einführung des funktionslosen Beförderungsamtes gemacht.

Nehmen wir sie für die nächsten Beförderungsrunden beim

Wort!

Wilhelm Trisl,

BLLV-Abteilung Dienstrecht und Besoldung Oberpfalz

Kommentar:

Warten auf den

LehrplanPLUS

Gut, dass Grundschullehrerinnen (Grundschullehrer) ein

geduldiges Volk sind! Denn eigentlich müsste der Aufstand

groß sein. So lässt man geduldig die Botschaften über sich

ergehen und will die

Überbringer nicht demotivieren,

weil man die

Falschen treffen würde

und weil diese ebenso

verärgert sind. Man überlegt

und diskutiert im

Lehrerzimmer, was tatsächlich

neu ist und stellt

fest, dass man Gott sei

Dank auch bisher nicht

alles falsch gemacht hat.

Und dann erwartet man

den nächsten Termin:

Fortbildung: Neuer LehrplanPLUS

für die Grundschule.

Es ist alles andere als professionell, was da das Kultusministerium

auf die Lehrer und Multiplikatoren loslässt: In

aller Regel fünf Nachmittage Fortbildung über einen neuen

LehrplanPLUS, den viele hoch engagierte Multiplikatoren

verkaufen sollen, ihn aber bis jetzt noch nicht einmal

zu Gesicht bekommen haben. Inhalte, die man im Grund

genommen noch gar nicht genau kennt und die sich bald

täglich noch verändern. Informationen, die häufig im Allgemeinen

bleiben müssen. Dazu müssen die Multiplikatoren

mit einer Power-Point-Präsentation arbeiten, auf die sie

keinerlei Einfluss haben und die unveränderbar auf Biegen

und Brechen allen in den Grundschulen arbeitenden Lehrkräften

in ganz Bayern präsentiert werden muss.

Das also ist die viel gepriesene Vertrauenskultur, die wir

derzeit erleben. Niemand weiß, warum der LehrplanPLUS

offenbar ein Geheimpapier ist. Für die Verlage scheint das

ja auch nicht zu gelten, denn mittlerweile stapeln sich die

Prüfstücke der neuen Schulbücher in den Lehrerzimmern.

Na, ja, da gibt es ja auch was zu verdienen!

Von den Lehrern wird erwartet, dass sie den neuen Lehrplan

mittragen und umsetzen. Eine derartige Verfahrensweise

aber ist die denkbar schlechteste Voraussetzung für

einen positiven Start.

Schade!

Ursula Schroll

BLLV

Bezirksvorsitzende

Oberpfälzer Schule 2013/6


Horst Bogner, ehem. Vorsitzender im BLLV-Kreisverband Regensburg-Land

Siegfried Hümmer

VS Laaber

8

Oberpfälzer Schule 2013/6 – 35. Jahrgang


BLLV-Dienstanfängerseminar

für Förderschulen

ABJ zur Notengebung:

Was

habe ich zu

beachten?

Mitte Oktober fand ein Dienstan fängerseminar

für Studienreferendare an

Förderschulen statt, zu dem Uli Radl,

zu ständig für die Studienreferendare in

der Fachgruppe Förderschulen in der

Oberpfalz, nach Schwandorf eingeladen

hatte. Zum ersten Mal wurde diese

Veranstaltung zusammen mit dem Verband

Sonderpädagogik e.V. abgehalten. Dazu

konnte Radl die Bezirksvorsitzende des

vds, Frau Ingrid Neumann-Lewerenz, und

Frau Eva Friedl begrüßen, welche ihren

Verband kurz vorstellten und erwähnten,

dass es bei einer Doppelmitgliedschaft im

BLLV und vds eine Beitragsermäßigung

gibt.

Wilhelm Trisl (Abteilung für Dienstrecht

und Besoldung im BLLV) informierte,

gespickt mit vielen Beispielen, über

Rechte und Pflichten der Referendare als

Beamte. Die Beiträge befassten sich u. a.

mit Beihilfe, Bezüge, Dienstbefreiung bei

persönlichen Anlässen, Vertretung durch

den Personalrat, Amtsverschwiegenheit,

Meldung, dienstortnahe Wohnung

und Einhaltung des Dienstweges.

Ganz besonders wichtig sei es, eine

Krankenversicherung zusätzlich zum

Beihilfeanspruch abzuschließen.

Manfred Böhm stellte sich als Vorsitzender

der BLLV-Fachgruppe Oberpfalz und

als 1. Vorsitzender des Personalrats für

Förderschulen in der Oberpfalz ebenso

vor wie Elisabeth Bierler als Vertreterin

der Schwerbehinderten und Helmut Lang

als stellvertretenden Personalratsvorsitzenden.

Böhm bot im Namen der Be zirksvor

sitzenden Ursula Schroll den Studienreferendaren

Hilfe in jeder Lage an und

verwies darauf, dass dieses Angebot auch

von allen Verantwortlichen der Fachgruppe

und den Personalratsmitgliedern komme.

Er verwies auf die vielfältigen

Fortbildungsangebote des BLLV. Zusätzlich

bietet der BLLV über seinen

Wirtschaftsdienst den Abschluss von

günstigen Versicherungen an.

Zum Schluss merkte Böhm noch an, dass

der BLLV als Verband sehr auf das Wohl

seiner Mitglieder bedacht ist, sei es im

Kampf um bessere Arbeitsbedingungen

und Bezahlung für Lehrer oder um bessere

Lernvoraussetzungen für die Kinder,

wobei eines das andere bedingt, frei nach

Ursula Schroll: „Wenn es den Lehrern

gutgeht, geht es auch den Schülern gut.“

Dabei helfen junge BLLV-Mitglieder mit,

den Verband noch mehr zu stärken und

aufrecht zu erhalten. Helmut Lang

Studentengruppe:

100 neue Mitglieder

geworben

Die ersten beiden Oktoberwochen standen

für die Aktiven der Regensburger

Studentengruppe (SG) ganz im Zeichen

der Erstsemesterbetreuung.

Von Freitag, 5.10., bis Samstag, 6.10.,

fand in der Regensburger Jugendherberge

die Erstsemesterhütte für frisch gebackene

Lehramtsstudierende statt. An den beiden

Tagen erhielten die Teilnehmer nützliche

Informationen, das Studium sowie

das „Überleben“ an der Uni betreffend.

Blickten die SGler anfangs noch in verwirrte

und leicht überforderte Gesichter,

so waren am Ende die Grübelfalten einem

erleichterten Lächeln gewichen und jede(r)

Teilnehmer(in) konnte mit einem

fertigen Stundenplan beruhigt in den Uni-

Alltag starten.

Am darauffolgenden Dienstag, 8.10., betreute

die SG einen Infostand im Rahmen

Am 21.1.2014 bietet die ABJ Oberpfalz

für alle Junglehrer und alle Interessierten

eine Fortbildung zum Thema Notengebung

an. Als Referenten konnten wir den

verbandspolitischen Leiter der Rechtsabteilung,

Hans-Peter Etter, gewinnen. Dieser

wird auf folgende Punkte eingehen:

• Wie muss eine Notendokumentation

aussehen? • Was ist bei „mündlichen Noten“

zu beachten? • Dürfen „Mitarbeit“

und „Erledigung der Hausaufgaben“ in

die Notengebung einbezogen werden? •

Muss eine versäumte Probearbeit nachgeholt

werden? • Was ist bei der Festlegung

für Probearbeiten von der Lehrerkonferenz

zu beachten? • Was wird bei der Anfechtung

eines Zeugnisses überprüft?

Die Veranstaltung ist als die staatliche

Fortbildung ergänzende Maßnahme anerkannt

und findet um 15 Uhr an der Telemann-Schule

Teublitz statt.

Gegen Vorlage des BLLV-Mitgliedsausweises

ist die Veranstaltung kostenlos,

Nichtmitglieder zahlen 5 Euro. Anmeldungen

bitte bis 17.1.2014 per Mail an

Anja Decker (abj-amberg@web.de).

der Erstsemestermesse an der Uni

Regensburg. Aufgrund der hohen Zahlen

der Studienanfänger im Wintersemester

erfreute sich der BLLV-Stand traditionellerweise

zahlreicher Besucher. Dank rhetorisch

bestens aufgestellter SGler sowie

neuer, ansprechender Werbematerialien,

wie zum Beispiel diverser Studienhelfer,

die vom Hochschulreferat zur Verfügung

gestellt worden waren, wurde mit 100 ausgefüllten

BLLV-Mitgliedschaftsanträgen

außerdem ein kleiner Regensburger Rekord

erzielt.

Viele der Standbesucher schlossen sich

auch der Erstsemesterkneipentour am

selben Abend an, konnten noch dringende

Fragen loswerden, erste Kontakte knüpfen

und/oder die ersten, informationsreichen

Tage an der Uni bei dem ein oder anderen

Getränk ausklingen lassen.

Und so bleibt abschließend nur wieder zu

hoffen, dass ein kleiner Teil der „Neuen“

nicht nur in einer passiven Mitgliedschaft

verschwindet, sondern sich auch an der

ein oder anderen Aktion der aktiven SGler

beteiligt.

Diana Wengler

Oberpfälzer Schule 2013/6 9


Schulgeschichte:

Keine „Sechser“

von Adam Sechser

Nach Gottfried Lacense leitete Raimund

Schlecht von 1838 bis 1868 das

Lehrerseminar Eichstätt, nachdem die

Oberpfälzer Schulbewerber zuvor in

Amberg (1807) und dann in Straubing

(1824) ausgebildet worden waren.

1859 konnte er u. a. den 16-jährigen

Straßenwärtersohn Adam Sechser aus

Schwarzenfeld begrüßen, der nach der

Werktagsschule Präparand des Lehrers

Josef Roll gewesen war. Vor dem Eintritt

in das Seminar lag aber die Hürde einer

anspruchsvollen Aufnahmeprüfung

– durchgeführt vom Kreisscholarchen,

Inspektor und von den Seminarlehrern.

Nach bestandenem Examen verließ

Georg Sechser 1861 Eichstätt.

Er begegnete nun vier Jahre der rauen

Schulwirklichkeit, in der er sich als

Exspektant in Waidhaus und Nabburg bewähren

musste. 1865 legte er wiederum

in Eichstätt die Anstellungsprüfung ab.

Anschließend diente er weitere vier Jahre

als Schulverweser in Nabburg, bis er endlich

die „wirkliche Anstellung“ erreichte.

Mit diesem Status war die Versetzung

nach Neunaigen verknüpft, wo 50 Kinder

der Jahrgangsstufen eins mit sieben im

Schulhaus hinter der St.-Vitus-Kirche auf

Unterricht und Erziehung warteten. Im

ersten Stock befand sich der Klassensaal,

während ebenerdig der auch mit dem niederen

Kirchendienst betraute Lehrer hauste.

Erneut gingen vier Jahre ins Land, als

Adam Sechser 1873 die Rückkehr vom

Dorf in die Stadt gelang. In Nabburg

übernahm er die gemischte vierte Klasse

– gebildet aus den Jahrgangsstufen sechs

und sieben. Er wohnte im Kantorhaus unterhalb

des „Johannes-Doms“ und wurde

mit 1.400 Mark jährlich besoldet. Dabei

wurde sein Kirchendienst als Chorregent

und Kantor mit 880 Mark höher honoriert

als der Einsatz in der Schule, der ihm nur

520 Mark einbrachte.

Adam Sechsers Notenskala umfasste

nur vier Abstufungen. Zu bewerten hatte

er zuvörderst die Geistesgaben: I = sehr

viele, II = viele, III = hinlängliche und IV

= geringe. Ihnen folgte die Klassifikation

des Betragens: I = sehr lobenswürdig,

II = lobenswürdig, III = nicht tadelfrei

und IV = strafbar. Schließlich oblag es

dem Pädagogen, den Fortgang in den

Unterrichtsfächern Biblische Geschichte,

Sprache, Rechnen, Realien und Fertigkeiten

abzuwägen: I = sehr gut, II =

gut, III = genügend und IV = ungenügend.

Erst 1919 wurde das Bewertungssystem

auf sechs Noten erweitert.

1907 erfuhr Adam Sechser – mittlerweile

Oberlehrer – eine seltene Anerkennung.

Wegen vielfältiger Verdienste um die

Schuljugend und Pfarrei ernannte ihn der

Stadtmagistrat Nabburg zum Ehrenbürger.

1909 trat er dann 66-jährig in den wohlverdienten

Ruhestand, den er aber nur kurze

Zeit genießen konnte. Seinen Tod am 2.

August 1913 meldete Witwe Augusta

dem Standesamt. Vier Tage später wurde

er auf dem Stadtfriedhof beerdigt.

Das Amts- und Anzeigeblatt für das Bezirksamt

Nabburg berichtete: „Zur ewigen

Ruhe wurde gestern Herr Oberlehrer

Adam Sechser gebettet. Jung und Alt

waren erschienen, um ihren Lehrer und

Erzieher, ihren Freund und Kameraden

auf dem letzten Weg zu begleiten. Auch

der Bürger- und Veteranenverein sowie

die Freiwillige Feuerwehr waren mit ihren

Bannern vertreten. Bürgermeister August

Schreiner beleuchtete die Pflichttreue,

Rechtschaffenheit und Pflichterfüllung

des Verstorbenen. Besonders erwähnte

er, daß ihm die Stadt wegen seiner vielen

Verdienste das Ehrenbürgerrecht verliehen

habe.“

Josef Eimer, Wernberg-Köblitz

Die Zusendung der

BLLV-Zeitschriften

an die Mitglieder

ist nur gesichert,

wenn dem BLLV jede

Adressänderung

mitgeteilt wird.

Nachsendeanträge bei

der Post erledigen das

nicht.

MEDIEN

HEILIGE BERGE -

HEILIGE QUELLEN

Wallfahrtsstätten in der

Oberpfalz

Buch & Kunstverlag, Amberg

ISBN 978-3-935719-96-4

Hardcover, 320 Fotos,

Format 27 x 24 cm; 24,95 EUR

57 Wallfahrtsorte der Oberpfalz, getrennt

nach Landkreisen, werden in dem Bildband

dargestellt. Es handelt sich um Wallfahrtsorte,

die auch heute noch von Wallfahrern

gern aufgesucht werden. Insgesamt

gibt es etwa 100 Gnadenstätten.

Die Fotos schuf Günter Moser, die Texte

Bernhard Setzwein. Das Vorwort stammt

aus der Feder des Regensburger Bischofs

Rudolf Voderholzer.

Die Oberpfalz ist reich an Heiligen Bergen

und Heiligen Quellen. Sie waren und

sind seit Jahrhunderten Ziel von Wallfahrern,

die ihre Sorgen und Nöte in diese

Kapellen und Kirchen tragen.

Bestechend sind die teils großformatigen,

oft zweiseitigen Bilder, welche die Stimmung

der landschaftlichen Schönheiten in

den verschiedenen Jahreszeiten einfangen

und die prunkvollen Innenansichten widergeben.

In Ergänzung dazu Bilder, welche

die Details der Wallfahrtsstätten einfangen

oder Votivtafeln präsentieren, die

Zeugnis ablegen, Zeugnis, dass ein Hilfesuchender

in der Kirche Hilfe gefunden

hat. Die Texte fassen die Geschichte der

Kirchen zusammen, beschränkt jeweils

auf eine Seite.

Der Bildband zeigt auch die weltliche

Seite einer Wallfahrt: Wie die Menschen

zu ihrem Ziel pilgern, wie sie mit Musik,

Bier und Bratwürsten die Wallfahrt feiern.

Wallfahrt hat in Bayern Tradition. So

schreibt Aventinus 1556 in seiner „Baierischen

Chronik“: „Das bairische volk ist

geistlich, schlecht und gerecht, käuft gern

kirchferten, hat auch vil kirchfahrt.“

Diözesanbischof Rudolf Voderholzer beschreibt

in seinem Geleitwort, wie das

Buch auf den Leser wirkt: „In diesem

schönen Bildband können Sie sich vertiefen

in die Welt der „heiligen Berge der

Oberpfalz und einen Vorgeschmack davon

bekommen, was Sie dort erwartet, wenn

Sie sich selbst auf den Weg machen.“

10

Oberpfälzer Schule 2013/6 – 35. Jahrgang


BLLV IN NEUSTADT AN DER WALDNAAB

Leißlfibel – ein Spiegelbild der

gesellschaftlichen Veränderungen

Ein Vergleich der Fibelkinder aus den Jahren 1962 und 1978

Auf dem bunten Titelbild der Fibelkinder

1 (oben links), veröffentlicht 1962

und gezeichnet von Ali Mitgutsch, reisen

die Kinder in einem offenen Holzkoffer,

der gegen den blauen Hintergrund

die Funktion eines fliegenden Teppichs

erfüllt. Und der Chauffeur trägt natürlich

noch zackig Uniform. Der blonde

Otto in der letzten Reihe schwingt eine

polnische Fahne. Man hätte statt weiß-rot

in einem bayerischen Lesebuch eher eine

weiß-blaue Fahne erwartet. Gut, die hätte

sich gegen den himmlisch blauen Hintergrund

schlecht abgehoben und so müssen

es die Ringelsocken des Buben in den

bayerischen Landesfarben wieder wettmachen.

Auf dem Titelbild der Ausgabe von

1978 (Bild rechts) sitzen die neuen Fibelkinder

– wenig märchenhaft – auf einer

riesigen Straßenwalze. Unwillkürlich

kommt mir in den Sinn: „Eltern haften für

ihre Kinder“. Juristisch ist die Elternhaftung

nicht haltbar, also können die Kinder

ruhig sitzenbleiben – auf der Straßenbaumaschine.

Auch die anderen Seiten regen die

Phantasie an: Das traditionelle, in Bayern

übliche „Grüß Gott!“ auf der Begrüßungsseite

(1962) ist nun vom Zeitgeist

verweht. 1978 findet sich stattdessen ein

Straßenschild „Karl-Theodor-Str.“ Namen

und Anzahl der Kinder sind gleich geblieben,

doch Ottos Outfit hat sich verändert.

Er trägt keinen Trachtenjanker mit kurzer

Hose und Ringelsocken mehr (letztere

waren wohl 1962 schon out!), sondern einen

grünen Nicki mit aufgenähtem gelben

Apfel und eine lange schwarze Schnürlsamthose.

Eben Mode um das Jahr 1978.

Auch die anderen Seiten bieten Unterschiede,

kennzeichnen die Epoche. Nicht

Energie, sondern Wärme gespart: Der

Gasherd war wohl schon 1978 sehr nostalgisch.

Nicht nur, weil man die Energieeffizienz

noch nicht kannte. Energie

sparen im heutigen Sinne war noch unbekannt,

man sparte stattdessen „Wärme“.

1962 sehen wir auf Seite 44 bereits einen

Elektroherd, wenn auch noch ohne Cerankochfeld.

Da war die alte Fibel von 1962

doch schon recht fortschrittlich!

Familie Uhlenfuß (1978, Seiten 30/31):

Hier stellt Werner Halle (Gedichte für die

Grundschule) Vokale vor. Wohl eher für

Zuagroaste. Nein, nicht Ali und Aische,

sondern die Kinder von Familie Uhlenfuß.

Da gibt es (A, a wie) Ananassalat,

nicht bayerische Weißwurst oder Wurstsalat,

weil diese Wörter leider mit W

anfangen und im Deutschen keine Vokale

sind. Bei „I, i“ lernt der Schüler in

Bild und Wort zwei veritable Alko-Junkies

kennen: „Zipf und Kipf, die beiden

Wichtel, sitzen schon seit Viertel vier auf

dem Fliegenpilz und trinken Wichtelwein

und Wichtelbier“. Das Zwei-Wichtel-Bacchanal

soll wohl abschreckend

wirken, vergleichbar mit den Sprüchen

auf Zigarettenschachteln. Das O des jodelnden

Onkels „Otto aus Tirol“ hat die

Form eines Rotwein pfützelnden Eichenfasses.

Gut, die Kulturtechnik Jodeln verbindet

schließlich die deutschsprachigen

europäischen Alpenregionen. Aber dann

die unbayrischen Namen (E, e wie) Besengret

und (U, u wie) Uhlenfuß! Letztere

„braut Rapunzelsuppe, Wurzelwein und

Gurkenmus.“ Mit Wurzelwein lernt der

Erstklässler die zweite Weinsorte kennen.

Aber gut, wenigstens geraucht wird nicht.

Nicht einmal der Kanonenofen (Seite 31)

wagt zu rauchen. Gut so, ein Gesundheitsrisiko

weniger!

Keine Kohle mehr (1962, S. 64 / 1978,

S. 53): Der Kohlenmann schleppt nicht

mehr löchrige Säcke. Kinder eilen nicht

mehr „mit Körben und Eimern herbei“

und sammeln Kohlestücke von der Straße

auf wie die Fibelkinder noch 1962 auf

Seite 64. Die Nachkriegszeit ist inzwischen

Vergangenheit, das Wirtschaftswunder

ausgebrochen. Der Tankwagen

der Ölfirma fährt vor. „Wir brauchen Öl“,

keine Kohle mehr. „Öl ist teuer“, sagt die

Mutter“. Welch zukunftsweisende Worte!

31 Pf. (0,16 €) kostete 1978 ein Liter

Heizöl.

Die fragwürdige Jagdleidenschaft des J.

Silberbart (1978, S. 57): „Jakob Silberbart

ist ein alter Jäger“. Im Januar bis März ist

er, erfährt der ABC-Schütze, in Amerika

und jagt „einen Jaguar“, die vom Aussterben

bedrohte Raubkatze. Aber der Jaguar

lässt sein Leben natürlich für einen guten

Zweck: Vorstellen der Monatsnamen und

Erfassen der Form und phonetischen Eigenart

des J/j.

Anni Leißls Fibelkinder begleiteten die

Schulanfänger fast ein Vierteljahrhundert.

Mit dieser Darstellung erfüllen wir

die testamentarische Verpflichtung, des

Todestages von Frau Anni Leißl (gest. am

9.11.1998) zu gedenken, der Schulbuchautorin

und großzügigen Förderin der

„Leißlstiftung“. Michael Geipel

Oberpfälzer Schule 2013/6 11


Zahnersatz billiger

www.2te-ZahnarztMeinung.de ist ein Auktionsportal für Zahnersatz:

Nach der Registrierung stellt der Patient seinen Heilund

Kostenplan kostenfrei ein und erhält innerhalb von drei Tagen

Kostenschätzungen von Zahnärzten aus seiner Region, wobei

insgesamt etwa 1200 Zahnärzte registriert sind. Dadurch lassen

sich bei den privaten Behandlungs- und Laborkosten durchschnittlich

56 Prozent des Eigenanteils sparen – ohne Qualitätseinbußen.

All das ist aber nur eine Option.

Statt zur günstigsten Praxis zu fahren, kann der Kunde auch deren

Angebot ausdrucken und seinem bisherigen Zahnarzt vorlegen

– als Verhandlungsbasis. Patienten sollten sich auch nicht

scheuen, ihren Zahnarzt direkt darauf anzusprechen, wo sich

Kosten sparen lassen. Auch die Krankenkassen haben einen Kostenvorteil

und befürworten diese Auktionsportale, wo monatlich

über 600 Auktionen stattfinden.

Bei www.mediKompass.de wird neben dem Zahnarzt-Preisvergleich

auch ein Augen-Laser-Preisvergleich angeboten.

Bei hohen Beträgen stellt dies sicherlich ein sinnvolles Preisreduzierungsmodell

dar, ohne ins Ausland fahren zu müssen.

Arthur Schriml,

BLLV-Bezirkssozialreferent

BLLV und Fremdsprachen

Bei einer Fortbildung der BLLV-Landesfachgruppe Fremdsprachen

in Nürnberg wurde den 100 Teilnehmern ein vielfältiges

Angebot unterbreitet: Gerhard Eichner und Alexandra Papa hatten

den Organisationsrahmen geschaffen. Fachgruppenleiter Jochen

Vatter und seine Helfer freuten sich über den Zuspruch.

Prof. Dr. Thorsten Piske (Universität Erlangen-Nürnberg)

sprach zum Fach Englisch in der Grundschule und nannte die

Voraussetzungen, unter denen erfolgreiches Fremdsprachenlernen

möglich ist.

Sophie Hill (Universität Regensburg) bot den Teilnehmern 90

Minuten lang die Möglichkeit, durch Übung und gutes Zuhören

die eigene Aussprache zu verbessern.

Christoph Vatter beschäftigte sich mit der Vorbereitung des bilingualen

Sachfachunterrichts. Fachberaterin Gaby Fruhmann informierte

über den Einsatz von Filmen im Englischunterricht.

Dr. Clemens M. Schlegel (Universität München) bot schwungvolle

Songs an.

Fachberater Anna Weber und Simon-Lorenz Dürr vermittelten

in einem Workshop, wie man Wortschatz selbstständig erlernen

kann.

Das Seminar „Cultural Events im Herbst und Winter“ mit Irmentraut

Kaunert-Steel zeigte auf, wie man englische und amerikanische

Festtage in den Unterricht einbindet. Institutsrektorin

Hella Tinis-Faur gab Informationen zum LehrplanPLUS.

Simone Fleischmann, Leiterin der BLLV-Abteilung Berufswissenschaft,

informierte über die Neugestaltung der Lehrpläne.

Der neue Lehrplan wird ab 2014 in der 1./2. Jahrgangsstufe

eingeführt.

Susanne McCafferty, Rektorin und Lehrbeauftragte an der PH

Ludwigsburg, führte mit Hilfe ihrer Puppe in das Thema „Kommunikation

im Englischunterricht der Grundschule“ ein. Seminarrektor

Frank Wessel vermittelte Möglichkeiten, mit englischen

Bilderbüchern in der Grundschule zu arbeiten.

Der Bezirksverband Oberpfalz

wünscht den Mitgliedern

sowie allen Lesern

der Oberpfälzer Schule

ein frohes, gesegnetes

Weihnachtsfest und für

das neue Jahr im privaten

und beruflichen Bereich

alles Gute.

Sind Sie umgezogen? Sie haben ein anderes

Stundenmaß? Sie haben die Bank

gewechselt?

Wir bitten um Nachricht an

BLLV-Geschäftsstelle, Adolf-Kolping-Str. 7, 92708 Mantel

oder: geschaeftsstelle@oberpfalz.bllv.de

oder Fax: 09605/ 9 250 211

Wir leiten Ihre Mitteilung weiter an Ihren Kreisverband.

Neue Anschrift:

Vorname Name

Straße / Hausnr.

PLZ / Ort

E-Mail (Tel.-Nr.)

Neue Bankverbindung:

Konto-Nr.

Name der Bank

Bankleitzahl

Dienstliche Veränderungen:

Vollzeit / Teilzeit / Unterrichtsstunden / Gehaltsstufe...

Dienstbezeichnung / Dienstort

..................................................

Unterschrift

..... ..... ..... ..... ..... .....

BLLV-Mitgliedsnummer

(siehe Aufkleber der Bayer. Schule * _ _ _ _ _ _ *):

12

Oberpfälzer Schule 2013/6 – 35. Jahrgang


Ihre Ansprechpartner:

Personalräte

in der Oberpfalz

Die Vorsitzenden der örtlichen Personalräte

im Bereich der Schulämter:

Amberg-Land: Martin Sekura (GS Kastl, Tel.: 09625/ 231)

Amberg-Stadt: Elke Schmidt (Barbara-GS Amberg, Tel.: 09621/ 8 50 17)

Cham: Josef Messerer (GS/MS Falkenstein, Tel.: 09462/ 361)

Neumarkt: Ursula Schroll (GS/MS Mühlhausen, Tel.: 09185/ 9 00 22)

Neustadt/WN: Elisabeth Graßler (GS Mantel, Tel.: 09605/ 9 250 647;

Tel. privat: 09605/ 2568)

Regensburg-Land: Siegfried Hümmer (MS Laaber), Tel.: 0176/ 23 44 75 42

Regensburg-St.: Heinz Freymann (Pestalozzi-MS Regensburg), T. pr.: 0941/ 85 310

Schwandorf: Maria Karg-Pirzer (GS/MS Teublitz, Tel.: 09471/ 6 019 800;

Tel. privat: 09431/ 42 715)

Weiden: Christiana Köhler (Max-Reger-Schule Weiden), Tel. privat: 0961/ 27 489

Tirschenreuth: Wilhelm Trisl (MS Tirschenreuth), Tel. privat: 09636/ 91 943

------------------------------------------------------------------------------------------------------

Bezirkspersonalrat:

1. Vorsitzender: Albert Schindlbeck, Tel.: 0941/ 5680 285

2. Vorsitzende: Elisabeth Graßler, Tel.: 09605/ 9 250 647

weitere Mitglieder:

Heinz Freymann, Maria Karg-Pirzer, Beate Leipold, Katja Meidenbauer, Wilhelm Trisl

Vertrauensperson für die Schwerbehinderten:

Josef Schosser, Tel.: 0941/ 5680 285 (donnerstags, 8.45 bis 11.15 Uhr)

Jugend und Auszubildendenvertretung:

(nicht mehr besetzt)

-----------------------------------------------------------------------------------------------------

Personalrat

für Förderschulen und Schulen für Kranke:

Manfred Böhm: 1. Vorsitzender, Tel.: 09651/ 917 883 oder

0941/ 5680/ 285 (dienstlich)

Helmut Lang, stellv. Vorsitzender, Tel.: 09181/ 905 038 (dienstlich)

weitere Mitglieder: Günther Amann, Luise Amschl, Ulrike Gabath-Brenninger,

Irmgard Hermann, Robert Lohr, Ulrich Radl, Joachim Schramm

Gruppe der Arbeitnehmer (Angestellten):

Inge Wendl: 2. Vorsitzende (Arbeitnehmer)

Annemarie Scherbaum

Schwerbehindertenvertretung:

Elisabeth Bierler

Jugend und Auszubildendenvertretung:

NEU: Susanne Brunner, geb. Schott (Sonderpäd. Förderzentrum Neumarkt;

Vorgängerin: Nicola Fiedler)

MEDIEN

Der

Oberpfalz-Kalender 2014

Buch & Kunstverlag, Amberg

ISBN 978-3-95587-001-0

104 Seiten, 11,95 EUR

Der neue Oberpfalz-Kalender bringt Veranstaltungstipps,

berichtet über Brauchtum

und Tradition, nennt lohnenswerte

Ausflugsziele und blickt zurück in die

Heimatgeschichte, zum Beispiel über

Kümmersbruck (900 Jahre), über das

Kloster Waldsassen, den Markt Donaustauf

(1100 Jahre) oder über Tirschenreuth

(650 Jahre Stadtrechte). Jede Seite

wird zu einer Informationsquelle über

Oberpfälzer Themen, illustriert mit farbenprächtigen

Bildern. Dazu natürlich

das Kalendarium mit Bauernregeln, mit

einer Auflistung Oberpfälzer Festlichkeiten

oder auch vergessenen Rezepten zum

Sauerkraut, zum Schnittlauch, zur Kapuzinerkresse

oder zum Basilikum.

Oberpfälzer

Heimatspiegel 2014

Verlag der Buchhandlung

Eckhard Bodner, Pressath

ISBN 978-3-939247-36-4

208 Seiten, 7,95 €

Auf 208 vierfarbigen Seiten bietet der

Heimatspiegel 2014 53 lesenswerte Beiträge,

die eine bunte Mischung aus Information

und Unterhaltung darstellen. 60

Autoren, Fotografen und Texter haben

ihre Beiträge über historische Ereignisse,

Landschaften, Veranstaltungen, Kleidung,

Pflanzen und Personen eingebracht. Dazwischen

immer wieder Fotos und Verse,

die zum Nachdenken, zum Schmunzeln

anregen. Und welch ein Zufall: Der Heimatspiegel

bringt eine ausführliche Biographie

über den jüngst verstorbenen Dieter

Hildebrandt, der in Windischeschenbach

wohnte und in Weiden sein Abitur

gemacht hat.

Zu all diesen Fakten natürlich auch ein

ausführliches Kalendarium.

Ihr Drucksachenlieferant

wittmann-druck

Regensburger Str. 13–15

93426 Roding

Tel. 0 94 61 / 26 93 · Fax 74 75

Wittmann-Druck@t-online.de

Oberpfälzer Schule 2013/6 13


Dorothee Braun,

Hans-Jürgen Braselmann

Mobbing und Gewalt in der

Grundschule

Cornelsen Schulverlage GmbH Berlin

ISBN 978-3-589-03920-3

2013, kartoniert, 128 Seiten

17,50 EUR

Mobbing und Gewalt haben viele Gesichter.

Kinder, die beißen, schlagen, treten,

beleidigen, Sachen zerstören oder andere

Kinder gezielt so ignorieren, dass diese

sich tief getroffen und ausgegrenzt fühlen

– das sind brennende Themen auch an

der Grundschule, und dies nicht nur in der

Großstadt, auch in ländlichen Schulen.

Diesen Herausforderungen zu begegnen

wird aufgrund vielfältiger sozialer und

gesellschaftliche Ursachen immer komplexer.

Gerade im Prozess der Inklusion wird

das Thema Mobbing und Gewalt notwendig,

eine pädagogische Perspektive für

das emotional-soziale Lernen zu entwickeln

und Angebote bereitzuhalten, die

ein friedliches Miteinander aller ermöglichen.

Daraus ergibt sich die Aufgabe,

auch Kinder mit einer hohen Aggressionund

Gewaltproblematik zu halten, einzubinden,

zu stabilisieren und bestmöglich

zu fördern. Dieser Auftrag ist anspruchsvoll,

denn gerade in der Auseinandersetzung

mit Aggression, Gewalt und Mobbing

treffen pädagogischer Anspruch und

reale Gegebenheiten konflikthaft aufeinander

und lassen Belastungen und Grenzen

schmerzhaft erfahren. Dies alles

macht deutlich, dass es keine einfachen

Lösungen und auch nicht den einen richtigen

Weg gibt.

Die Grundgedanken des Buches sind: Auf

der Grundlage eines humanistischen Menschenbildes

mit Werten wie Menschenwürde,

Freiheit und Frieden geht es beim

professionellen Bewältigen von gewalttätigem

und mobbendem Verhalten um einen

klaren Rahmen mit hilfreichen Angeboten

auf der einen Seite und dem individuellen

Intervernieren und Bearbeiten

auf der anderen Seite. Dies schließt auch

den Anspruch ein, Kinder in ihrer emotianalen

und sozialen Entwicklung zu fördern

und Friedfertigkeit und Konfliktfähigkeit

als Schulethos zu leben und umzusetzen.

14

MEDIEN

Humor in Oberpfälzer

Schulen

Aus der Sammlung von

Sophie Schikora, Schirmitz

Sexualkunde war vor einiger Zeit eine

fest im Lehrplan vorgeschriebene

Aufgabe. Mit mehr oder weniger Engagement

wurde diese Anordnung auch durchgeführt.

Es ist nicht mehr auszumachen, was sich

einst im Kopf eines Buben getan hat: Längere

Zeit nach einer Sexualkunde-Stundekommt

er eines Morgens, noch vor dem

Unterricht, zur Lehrerin und fragt: „Fräulein,

kennst du den Embro?“ (Er meinte

Embryo.) „Den Embro, wer soll denn das

sein?“ fragt die Lehrerin zurück. „Ich hab

mir gleich denkt, dass du von Sozialkunde

und Kindakriegn kei Ahnung hast“, meinte

der Bub und ging.

Heutzutage wird in den Familien nicht

mehr viel gebetet. Es kommen Kinder

in die Schule, denen die einfachsten

religösen Grundbegriffe fehlen. Deshalb

ist es wichtig, dass die Kinder im Religionsunterricht

einen Grundstock an Gebeten

auswendig lernen, so das „Vater

unser“, das „Gegrüßt seist du, Maria“,

„Müde bin ich, geh zu Ruh“ und „Zu dir

erwach ich, liebster Gott“. Diese Gebete

haben alle Kinder lernen müssen. Später

sind noch andere Gebete dazu gekommen,

z. B. der „Engel des Herrn“.

Ein Mädchen aus einer recht braven Familie

hat diesen schon gekannt. Deshalb

darf es vorbeten. Und so hat es gebetet:

„Der Engel des Herrn brachte Maria ein

Putzschaff und sieben Pfennig vom Heiligen

Geist.“

Schulratsbesuch in einer ersten Klasse:

Der Schulrat ist ein großer Mann, die

Kinder reichen ihm nur bis zur Taille. Nach

Beendigung des Besuches fragt der Lehrer:

„Nun, was ist euch bei unserem Besuch am

meisten aufgefallen?“ Darauf ein Schüler:

„Der hat so ein großes Hosentürl.“

Haben auch Sie heitere Episoden

aus dem Schulalltag? Stilblüten

aus Schüleraufsätzen? Wir

möchten unsere Reihe fortsetzen.

Schicken Sie uns ihre Geschichten.

Wenn Sie es wünschen, bleibt Ihr

Name ungenannt. Die Anschrift der

Schriftleitung findet sich im Impressum.

Oberpfälzer Schule 2013/6 – 35. Jahrgang

Nach dem 8.

April erhöhte

Gefahren für

XP-Computer

Am 8. April stellt Microsoft den Support

für das Betriebssystem XP und das OF-

FICE 2003 ein. Wenn Sie nach diesem

Zeitpunkt weiterhin Windows XP und

Office 2003 verwenden und das Internet

benutzen, können daraus ernst Gefahren

entstehen. Das System rückt verstärkt ins

Visier von Angreifern, warnt Microsoft.

Mit dem Ende des Supports werden auch

keine Lücken im System mehr geschlossen.

„Das wissen auch Cyberkriminelle

und lauern auf noch unentdeckte Sicherheitslücken“,

betonte Microsoft. Bereits

heute sei Windows XP sechs Mal anfälliger

als aktuelle Systeme wie Windows

8. Das belege der aktuelle Sicherheitsreport

des Unternehmens.

Ohne die wichtigen Sicherheitsupdates

sind die PCs und deren Daten möglicherweise

durch Viren, Spyware und andere

Schadsoftware gefährdet. Auch Anti-Viren-Software

wird keinen umfassenden

Schutz mehr bieten, sobald der Support

für Windows XP eingestellt ist.

Ein Umstieg auf Windows 7 oder 8 wird

empfohlen. Da bei einem Umstieg auf ein

neues Betriebssystem die gesamte Festplatte

gelöscht wird, gehen dabei alle Daten

verloren. Diese müssen vorher auf einer

anderen (z. B. externen) Festplatte gesichert

werden. –as–

Kostenlose Office-Programme

Open Office und Libre Office sind kostenlose

Programme, die im Internet oder

über CDs in Computerzeitschriften erworben

werden können. Sie sind eine

vollwertige Alternative zu Microsoft Office

und kompatibel zu allen Office-Dateiformaten.

Die Programme enthalten

eine Textverarbeitung, eine Tabellenkalkulation,

ein Präsentationsprogramm, ein

Zeichenprogramm, einen Formeleditor

sowie ein Datenbanksystem. Es werden

auch Microsoft-Formate wie etwa DOC

und DOCX unterstützt.


Schule und Recht (Teil 2):

Schulische Aufsichtspflicht

juristisch unter der Lupe

Aufsichtpflicht aus Sicht der Lehrer, der Schulleitung und

des Sachaufwandsträgers. Hier die Fortsetzung des 1.

Teiles (im Heft 5/2013)

Rechtsgrundlagen

Gesetze, Rechtsverordnungen und Erlasse

beschreiben nur allgemein die Aufsichtspflicht

der Schule. Die fehlende Konkretisierung

ist darauf zurückzuführen, dass

die Rechts- und Verwaltungsvorschriften

nicht jede denkbare Situation erfassen

können. Die weite Formulierung der Aufsichtspflicht

in den Normen entspricht

den vielen denkbaren Situationen, bei denen

nur bezogen auf den konkreten Einzelfall

unter Berücksichtigung aller Umstände

entschieden werden kann, ob etwa

die Aufsichtspflicht von einer Lehrkraft

verletzt wurde.

Ziele der Aufsicht

Der staatliche Erziehungsauftrag verpflichtet

die Schule, die ihr anvertrauten

Schüler vor Schäden zu bewahren, die

sich aus dem Schulbetrieb ergeben.

Die schulischen Ziele der Aufsicht können

folgendermaßen zusammengefasst werden:

Schutz der Schülerinnen und Schüler

vor körperlichen und seelischen Schäden,

einschließlich Unfallverhütung und

Schutz vor ansteckenden Krankheiten;

Verhinderung von materiellen Schäden

der Schülerinnen und Schüler; Erhaltung

des Schuleigentums; materieller und körperlicher

Schutz Dritter gegenüber Schülern;

Wahrung der Chancengleichheit

bei Klassenarbeiten, Klausuren und Prüfungen;

Gewährleistung eines geordneten

Schulbetriebes.

Grundlegende Kriterien

Kontinuierliche Aufsicht

Im Unterricht und bei anderen schulischen

Veranstaltungen ist es faktisch

unmöglich, jeden Schüler ununterbrochen

zu beobachten. Dem Erfordernis der

kontinuierlichen Aufsicht wird daher u.

U. Genüge getan, wenn sich die Schüler

ständig beobachtet fühlen. Je größer die

möglichen Gefahren sind, desto strenger

sind die Anforderungen an die Kontinuität

der Aufsicht. Reicht es z. B. in einer

normalen Unterrichtssituation aus, wenn

sich die Schüler beaufsichtigt fühlen, so

muss im Schwimmunterricht sichergestellt

sein, dass der Aufsichtsführende

jeden Schüler im Blick hat, der sich im

Wasser befindet.

Präventive Aufsicht

Präventive Aufsicht bedeutet, dass der

Aufsichtsführende bemüht sein muss,

mögliche Gefahren vorausschauend zu

erfassen, indem er versucht, typische Gefahren

im Voraus zu erkennen und auszuschließen.

Lehrer müssen umsichtig und

vorausschauend handeln. In Bezug auf die

Schülergruppe gilt es, gewisse allgemeine

Erfahrungswerte zu berücksichtigen.

Hierbei hat die Lehrkraft die möglichen

Gefährdungen, die Zahl, das Alter, das

Verantwortungsbewusstsein und den Entwicklungsstand

der Schüler, die örtlichen

Verhältnisse und ihre eigenen Eingriffsmöglichkeiten

zu berücksichtigen.

Aktive Aufsichtsführung

Aktiv ist die Aufsichtsführung, wenn die

Lehrkraft darauf achtet, dass ihre Warnungen

und Weisungen auch eingehalten

werden. Sie muss auch Vorsorge für den

Fall treffen, dass ihre Ermahnungen nicht

beachtet werden. Verbote muss sie durchsetzen.

Die schwächste Form aktiver

Aufsichtsführung sind Ermahnungen und

Belehrungen. Der nächste Schritt wäre

die Kontrolle, ob die Anordnungen und

Belehrungen befolgt werden. Schließlich

versteht man darunter das aktive Eingreifen

bei absehbarem Fehlverhalten.

Grundsätze:

Aufgaben des Schulleiters

Die Verantwortung der Schulleiterin bzw.

des Schulleiters für die Organisation

und Durchführung der Aufsicht umfasst

vier Teilbereiche. Der Schulleiter bestimmt

u. a., wo auf dem Schulgelände,

im Schulgebäude und bei Schulveranstaltungen

außerhalb des Schulgeländes

Aufsicht auszuüben ist, wie intensiv

die Aufsicht zu bestimmten Zeitpunkten

und an welchen Orten zu erfolgen

hat, welche Person unter Berücksichtigung

der Rechts- bzw. Verwaltungsvorschriften

und der von der zuständigen

Konferenz aufgestellten Grundsätze

welche Aufsichtsfunktionen übernimmt.

Man spricht von einem Organisationsverschulden

(des Schulleiters), wenn nach

den in der Schule gegebenen ausstattungsmäßig,

örtlichen und personellen

Verhältnissen die Aufsichtsführung so

hätte organisiert werden können, dass ein

tatsächlich eingetretenes Schadensereignis

(Unfall) hätte vermieden werden können.

Aufgaben der Lehrkräfte

Die Aufsichtspflicht obliegt allen Lehrkräften

der Schule unabhängig von ihrem

Rechtsverhältnis, ihrem Beschäftigungsumfang

an der Schule, ihrer Beschäftigungsdauer

und ihren persönlichen

Verhältnissen, wie Schwerbehinderung,

Krankheit. Zur Aufsicht sind insofern gegebenenfalls

proportional zur Arbeitszeit

(Unterrichtsverpflichtung) Lehrkräfte

im Vorbereitungsdienst, nebenberufliche

Lehrkräfte, teilzeitbeschäftigte Lehrkräfte,

Lehrkräfte mit altersbedingter Pflichtstundenermäßigung

und schwerbehinderte

Lehrkräfte (zunächst) verpflichtet.

Ob im Einzelfall Lehrkräfte von der Aufsichtspflicht

freigestellt werden, entscheidet

nach pflichtgemäßem Ermessen der

Schulleiter oder eine Schulaufsichtsbehörde

in Ausübung der Fürsorgepflicht.

Andere Personen

Andere Personen (z. B. Eltern, ältere

Schüler, schulfremde Personen) dürfen

als „geeignete Hilfskräfte” zur Aufsicht

nur zeitweise herangezogen werden. Unzulässig

ist es auch, bestimmte Aufsichtsbereiche

(z. B. vor Unterrichtsbeginn,

Aufsicht in Freistunden) in vollem Umfang

anderen zu übertragen.

Oberpfälzer Schule 2013/6 15


Zeitliche Dauer der Aufsichtspflicht

der Schule

(vgl. § 31 GrSO, § 40 MSO)

Die Aufsichtspflicht der Schule erstreckt

sich auf die Zeit, in der die Schüler am

Unterricht oder an sonstigen Schulveranstaltungen

teilnehmen einschließlich einer

angemessenen Zeit vor Beginn und

nach Beendigung des Unterrichts oder

der Schulveranstaltungen. Als angemessene

Zeit vor Beginn des Unterrichts gelten

15 Minuten, als angemessene Zeit

nach Beendigung des Unterrichts gilt die

Zeit bis zum Weggang der Schüler aus der

Schulanlage. Darüber hinaus werden die

Grundschüler bei Bedarf ab 7.30 Uhr beaufsichtigt.

Die Aufsichtspflicht erstreckt

sich auch auf Freistunden, auf sonstige

Zeiten, in denen sich Schüler berechtigt

im Schulgebäude aufhalten und auf

Pausen; während einer Mittagspause besteht

dann Aufsichtspflicht für der Schule,

sofern keine anderweitige Beaufsichtigung/

Aufsichtspflicht (bei Fahrschülern

u. U. beim Aufwandsträger) besteht, z. B.

durch eine Mittagsbetreuung, und es den

Schülern im Hinblick auf die Pausenzeit

nicht zumutbar ist, für die Mittagspause

nach Hause zu gehen.

Schüler ab der Jahrgangsstufe 5 kann gestattet

werden, während der unterrichtsfreien

Zeit die Schulanlage zu verlassen.

Aufsichtspflicht bei Wartezeiten

von Fahrschülern (u. a. in der Mittagspause)

Wenn genügend Zeit zwischen Vormittags-

und Nachmittagsunterricht besteht,

um die Schüler nach Hause zu transportieren

und nach angemessener Zeit

des Aufenthalts zu Hause (Mittagessen!)

wieder zur Schule zu befördern, besteht

eine Beförderungspflicht des Sachaufwandsträgers.

Wenn der Sachaufwandsträger

der Schule dieser Beförderungspflicht

trotz ausreichender Zeit

nicht nachkommt, besteht eine Pflicht

zur Beaufsichtigung durch den Sachaufwandsträgers

über die Fahrschüler, die

er in der Mittagspause nicht befördert.

Wenn die Schule z. B. wegen zu kurzer

Mittagspause es verschuldet, dass eine

Beförderung unmöglich wird, trifft die

Aufsichtspflicht über Fahrschüler, die in

der Mittagspause vom Sachaufwandsträger

aus zeitlichen Gründen nicht befördert

werden können, die Schule. Die Aufsichtspflicht

über Fahrschüler auch während

der Wartezeiten an der Schulbushaltestelle

obliegt dem Sachaufwandsträger

unabhängig davon, ob die Schulbushaltestelle

innerhalb oder außerhalb des Schulgeländes

(Schulgrundstücks) liegt.

Allgemeinen Rechtsgrundsätze für

eine „gehörige Erfüllung der Aufsichtspflicht“

Bei Grundschulkindern auch schon der

1. und 2. Klasse ist es nicht unbedingt

notwendig, ohne konkreten Anlass eine

Überwachung durch ständigen Sichtkontakt,

wie sie etwa bei Kindergartenkindern

noch erfolgen kann und muss, sicherzustellen.

Die Schule muss jedenfalls

im Rahmen des Zumutbaren, soweit

sie von Rechtsgutsverletzungen

oder drohenden Gefahren für Rechtsgüter

Dritter Kenntnis erlangt, unter Umständen

besondere Vorkehrungen treffen.

Die Aufsicht der Schule gegenüber den

volljährigen Schülern entfällt jedoch

nicht gänzlich. Unterschiede hinsichtlich

der Aufsicht ergeben sich bei den minderjährigen

und den volljährigen Schülern

nur in der Intensität der Aufsicht. Alter,

Entwicklungsstand und Verantwortungsbewusstsein

der Volljährigen lassen bei

der Aufsichtsführung größere Freiheitsräume

zu.

Aufsichtspflicht vor und nach dem

Unterricht

Hinreichend bekannt ist die Tatsache,

dass die Aufsichtspflicht der Schule/ der

Lehrkräfte eine Viertelstunde vor Unterrichtsbeginn,

in der Grundschule (Betreuung/

Aufsicht) grundsätzlich ab 7.30

Uhr einsetzt. Während die Lehrkraft bei

Aufsichtspflicht über Schüler der Mittelschule

ihrer Aufsicht wohl auch dann

noch genügt, wenn sie sich bei einer einigermaßen

disziplinierten Klasse kurzzeitig

vor die offene Klassenzimmertüre

begibt, so hat sie diese Aufsicht

eine Viertelstunde vor Unterrichtsbeginn

über Grundschüler durch Anwesenheit

im Klassenzimmer zu erfüllen

Nach Unterrichtsschluss endet die Aufsichtspflicht

nach einer angemessenen

Zeitspanne. Als „angemessene Zeitspanne”

gilt die Zeit, die (in der Regel) von

den Schülern benötigt wird, um die Schulanlage

zu verlassen (vgl. § 31 GrSO, § 40

MSO).

Verweisung eines Schülers aus

dem Unterricht

Wenn ein Schüler fortwährend den Unterricht

massiv stört, so ist es von den Umständen

des Einzelfalles abhängig, ob

diese Verweisung unbedenklich ist oder

nicht. Die Kontinuität der Aufsicht ist gewährleistet,

wenn der aus dem Klassenzimmer

verwiesene Schüler jederzeit damit

rechnen muss, dass seine Anwesenheit

vor der Tür kontrolliert wird. Ein

Verstoß gegen die Kontinuität läge dann

vor, wenn ihn der Lehrer bis zum Ende

der Unterrichtsstunde unkontrolliert vom

Klassenzimmer verweist.

Weglaufen aus der Schule (dem

Unterricht)

Die den Lehrkräften obliegende Aufsichtspflicht

besteht kraft Gesetzes.

Sie hat zum Inhalt zu verhindern, dass

Schüler selbst oder Dritte durch Schüler

zu Schaden kommen. Allerdings dürfen

Lehrkräfte dabei grundsätzlich keine

Gewalt anwenden, es sei denn, dass

Personen oder Sachen eine unmittelbare

Gefahr droht. Die dem Schüler obliegende

Erfüllung der Schulpflicht darf die

Lehrkraft nicht mit Gewalt oder Zwang

durchsetzen. Das heißt, dass Lehrkräfte

ihre Schüler grundsätzlich nicht gegen

deren Willen festhalten und schon gar

nicht etwa im Klassenzimmer einsperren

dürfen (um ein Weglaufen des Schülers

aus dem Unterricht zu verhindern).

Etwas anderes gilt allerdings, wenn eine

besondere Situation vorliegt, die ein Festhalten

oder Einsperren erforderlich macht,

um den Schüler oder Dritte vor Schaden

zu bewahren. Hier wird aus dem „Nicht-

Dürfen” dann plötzlich ein „Müssen”

(Beispiel: Schüler im Alter von 7 Jahren,

der etwa eine Förderschule für geistig Behinderte

besucht, und der bekanntermaßen

den Heimweg nicht alleine findet; die

Klasse befindet sich auf einer Wanderung

durch den Wald weit ab jeder Zivilisation

und vom bekannten Heimweg; Eintritt

ungünstiger Witterungsumstände (Hagelschlag,

Eisregen, Ausfall von öffentlichen

Verkehrsmitteln nach plötzlichem

schwerem Wintereinbruch); Schüler befindet

sich in einer physischen oder psychischen

Ausnahmeverfassung (zum Beispiel

soeben verstorbene Eltern).

16

Oberpfälzer Schule 2013/6 – 35. Jahrgang


Mitführung von Klassen

Die Anordnung eines Schulleiters zur

Mitbeaufsichtigung einer Klasse genügt

nicht immer den geforderten Sorgfaltsanforderungen,

Nach einem Urteil des

BGH vom 19.6.72 hatte der Schulleiter

einer Realschule mehrere Male angewiesen,

eine 8. Klasse mitzuführen, da die

zuständige Lehrkraft mit anderen Schülern

für die Schulfeier proben musste. Es

kam zu einer „Kreide- und Radiergummi-Schlacht“,

bei der ein Kind am Auge

schwer verletzt wurde. Der BGH sah eine

– wenn auch geringe schuldhafte Aufsichtspflichtverletzung

(sog. „Organisationsverschulden”)

durch den Schulleiter,

da diesem das Fehlen/ der Ausfall der

Lehrerin bei der Aufsichtsführung schon

lange vorher bekannt war und eine andere,

geeignetere Maßnahme zur Vertretung

(bei der Aufsichtsführung) durch ihn hätte

organisiert werden können/ müssen.

Aufsicht in Freistunden und bei

Unterrichtsausfall

In Freistunden besteht die Aufsichtspflicht

der Schule fort. Schülern ab der

Jahrgangsstufe 5 kann gestattet werden,

während der unterrichtsfreien Zeit die

Schulanlage zu verlassen. Bei vorher

den Erziehungsberechtigten nicht angezeigtem

bzw. bekanntem Unterrichtsausfall

bleibt die Aufsichtspflicht zunächst

allenfalls bei der Schule. Die Schule

(Schulleiter, Lehrer) hat gegenüber den

Schülern eine Garantenstellung. Schüler,

insbesondere jüngere, dürfen daher

ad hoc erst nach (telefonischer) Verständigung

der Eltern aus der Aufsicht der

Schule entlassen werden. Problematisch

ist es deshalb allemal, Schüler bei unvorhergesehen

Unterrichtsausfällen nach

Hause zu schicken. Es ist umstritten, ob

Eltern durch ein generelles Einverständnis

die Schule von ihrer Aufsichtspflicht

bei unvorhersehbaren Unterrichtsausfällen

befreien können, und Schüler bei

Vorliegen dieser schriftlichen Einverständniserklärungen

nach Hause entlassen

werden können; hilfreich ist eine derartige

Einverständniserklärung allemal.

Aus der Tatsache, dass in drei Schulordnungen

(RSO, seit 1.8.2013 auch in

(MSO, GrSO) im Gegensatz zur früheren

ausdrücklichen Gestattung der vorzeitigen

Unterrichtsbeendigung an besonders

heißen Tagen keine derartige Regelung

mehr enthalten ist, könnte durchaus der

Schluss gezogen werden, dass der Verordnungsgeber

diese Möglichkeit abschaffen

wollte. Auch an heißen Tagen hat grundsätzlich

die Erteilung von Unterricht den

Vorrang. Lässt die Temperatur an solchen

Tagen es nicht mehr zu, dass Unterricht

in gewohntem Maße erteilt werden kann,

sind andere Unterrichtsformen und gfs.

andere Unterrichtsorte (kühle Räume, im

Freien, klimatisierte Räume, Schwimmbad...)

zu wählen. Letztendlich aber kann

der Schulleiter nach Auffassung des Verfassers

wohl bei außerordentlich (extrem)

hohen Temperaturen eine entsprechende

Entscheidung (= teilweise oder umfassende

vorzeitige Unterrichtsbeendigung/

Einstellung des Schulbetriebs) treffen, da

er für einen geordneten Schulbetrieb und

Unterricht zuständig ist und die organisatorische

Gesamtverantwortung trägt (vgl.

Art. 57 Abs. 2 BayEUG; § 4 GrSO). Für

diesen Fall hat er aber eine ganze Reihe

von Obliegenheiten zu beachten.

Aufsicht bei Wanderungen und

Fahrten/ Exkursionen

(auszugsweise)

Bei allen Schülerwanderungen einschließlich

der Jahrgangsstufe 10 ist die Begleitung

durch zwei Begleitpersonen grundsätzlich

vorgeschrieben. Alle Schülerwanderungen

sollen von mindestens einer

Lehrkraft pro Klasse geführt werden,

die gegenüber weiteren Begleitpersonen

weisungsberechtigt ist. Führen

zwei Klassen eine Wanderung gemeinsam

durch, dann können zwei Begleitpersonen

für die gesamte Gruppe genügen.

Bei Fahrten/ Exkursionen gemischten

Klassen müssen mindestens eine männliche

und eine weibliche Lehrkraft (oder

Begleitperson) zur Beaufsichtigung herangezogen

werden. Bis einschließlich der

vierten Jahrgangsstufe kann auch der ausschließliche

Einsatz von Lehrerinnen genehmigt

werden.

Einsatz von Erziehungsberechtigten

und weiteren externen

Partnern zur Beaufsichtigung von

Schüler im Unterricht

Obwohl nach dem KMS vom 18.9.03

zum „Einsatz von Erziehungsberechtigten

und weiteren externen Partnern zur

Beaufsichtigung von Schüler im Unterricht“,

ein Einsatz in Notsituationen vom

KM für möglich gehalten und propagiert

wird, ergeben sich gravierende Rechts-

probleme, die durch das KMS nicht annähernd

gelöst werden. Ein Vollzug des

KMS ist äußerst problematisch.

Änderung der Auffassung der Beweislastregel

durch das Urteil des

BGH vom 13.12.2012

Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofes

vom 13.12.2012 zur Frage der Anwendung

der Beweislastregelung (vgl.

§ 832 BGB) auf Personen, die die Aufsicht

aufgrund öffentlich-rechtlicher Verpflichtung

führen, ist der BGH in Abweichung

von der 1954 begründeten Rechtsprechung

nunmehr der Auffassung, dass

auch die aufgrund öffentlich-rechtlicher

Verpflichtung zur Aufsichtsführung Verpflichteten

(bzw. deren Anstellungskörperschaften,

Dienstherrn...) darlegen müssen,

was sie zur Erfüllung ihrer Aufsichtspflicht

unternommen haben. Bislang traf

diese Verpflichtung lediglich die zivilrechtlich

zur Aufsichtsführung verpflichteten

Personen.

Udo Behn,

BLLV-Rechtsabteilung Oberpfalz

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Oberpfälzer Schule 2013/6 17


Wir gratulieren

unseren Mitgliedern

zu runden Geburtstagen

Im Dezember feiern Geburtstag:

Zoglauer, Ernestine, Brunn, 95 Jahre

Alt, Ernestine, geb. Jurasek, Parsberg, 93 Jahre

Bock, Antonie, Regensburg, 93 Jahre

Wolf, Hildegard, Schwandorf, 92 Jahre

Baier, Franziska, geb. Klonner, Roding, 91 Jahre

Sanetra, Kurt, Lam, 90 Jahre

Hehenberger, Franz, Schnaittenbach, 85 Jahre

Köstler, Rita, geb. Schauer, Regensburg, 85 Jahre

Koller, Ludwig, Amberg, 85 Jahre

Dommer, Sonja, geb. Seliger, Berngau, 80 Jahre

Hofmeister, Lothar, Neumarkt, 80 Jahre

Siegert, Alfons, Amberg, 75 Jahre

Vogl, Karl, Bad Kötzting, 75 Jahre

Braun, Johann, Regensburg, 70 Jahre

Behn, Udo, Amberg, 70 Jahre

Faltermeier, Peter, Regensburg, 70 Jahre

Heigl, Melanie, geb. Welter, Miltach, 70 Jahre

Jungbauer, Helga, geb. Schindler, Seubersdorf, 70 Jahre

Ockl, Agnes, geb. Weis, Tirschenreuth, 70 Jahre

Henzel, Christa, Nürnberg, 65 Jahre

Paul, Gisela, geb. Hofmann, Pilsach, 65 Jahre

Schwemmer, Margot, geb. Veit, Neumarkt, 65 Jahre

Butz, Karin, geb. Decker, Wernberg-Köblitz, 60 Jahre

Hauer, Martha, geb. Auers, Poppenricht, 60 Jahre

Hecht, Josef, Burglengenfeld, 60 Jahre

Höring, Wolfgang, Bad Kötzting, 60 Jahre

Lohr, Angelika, Thalmassing, 60 Jahre

Schachinger, Eva, geb. Vilsmeier, Bad Abbach, 60 Jahre

Sekura, Renate, geb. Koller, Amberg, 60 Jahre

Völkl, Christa, geb. Pausch, Waldsassen, 60 Jahre

Wiehle, Günther, Weiden, 60 Jahre

Winkler, Helmut, Regensburg, 60 Jahre

Zeiler, Norbert, Pentling, 60 Jahre

Augustin, Claudia, geb. Dilling, Furth, 50 Jahre

D´ Ascanio, Sabine, Thalmassing, 50 Jahre

Zeitler, Michaela, geb. Höfer, Wiesau, 50 Jahre

Im Januar feiern Geburtstag:

Paul, Rosa, Burglengenfeld, 94 Jahre

Ries-Bernsdorf, Hertha, geb. Bernsdorf, Waldsassen, 94 Jahre

Frohnhöfer, Maria, geb. Gotz, Amberg, 93 Jahre

Luschner, Walter, Amberg, 93 Jahre

Beer, Hildegard, geb. Pfeiffer, Lauterhofen, 91 Jahre

Schießl, Josef, Schwandorf, 91 Jahre

Reich, Martin, Regensburg, 90 Jahre

Ehlich, Karoline, geb. Koller, Schirmitz, 85 Jahre

Schöneich, Margarete, geb. Hirschmann, Amberg, 80 Jahre

Ulschmid, Franz Joseph, Waldmünchen, 80 Jahre

Pilz, Irmgard, geb. Lindner, Parsberg, 80 Jahre

Kärcher, Werner, Amberg, 75 Jahre

Spiegler, Agnes, geb. Ziegler, Bodenwöhr, 75 Jahre

Bierl, Richard, Tiefenbach, 70 Jahre

Galler, Dietmar Anton, Mühlhausen, 70 Jahre

Karrais, Alexander, Cham, 70 Jahre

Kett, Heribert, Vohenstrauß, 70 Jahre

Köppl, Walburga, geb. Rosenauer, Vilseck, 70 Jahre

Reischer, Walter, Fichtelberg, 70 Jahre

Thomas, Heidelinde, geb. Hanke, Schönthal, 70 Jahre

Adelfinger, Martha, Neumarkt, 65 Jahre

Albersdorfer, Josef, Fürth, 65 Jahre

Grollmisch, Karl Heinz, Vilseck, 65 Jahre

Hilburger, Anita, geb. Schmid, Amberg, 65 Jahre

Höcherl, Georg, Falkenstein, 65 Jahre

Leser, Ingrid, Bärnau, 65 Jahre

Schärl, Sebastian, Hohenburg, 65 Jahre

Pöhnl, Irmgard, geb. Seidl, Waldsassen, 65 Jahre

Renner, Ingeborg, geb. Michna, Regensburg, 65 Jahre

Riedel, Alois, Bodenwöhr, 65 Jahre

Schimmer, Karl, Schmidgaden, 65 Jahre

Schinner, Harald, Neusorg, 65 Jahre

Schneeberger, Alois, Oberviechtach, 65 Jahre

Schnitzbauer, Reinhard, Rimbach, 65 Jahre

Schneider, Monika, geb. Neft, Regensburg, 65 Jahre

Doblinger, Johann, Maxhütte-Haidhof, 60 Jahre

Dittrich, Hans, Weiden, 60 Jahre

Feiner, Hans, Waldmünchen, 60 Jahre

Fellmann, Udo, Neustadt/WN, 60 Jahre

Hampel, Marianne, geb. Gradl, Wiesau, 60 Jahre

Holzer, Brigitte, geb. Sieber, Roding, 60 Jahre

Hruby, Luise Maria, geb. Wasmeier, Cham, 60 Jahre

Kellner, Anna, geb. Kiener, Weiden, 60 Jahre

Leidl, Anna-Maria, geb. Hofmann, Neumarkt, 60 Jahre

Lenz, Rita, Neumarkt, 60 Jahre

Löffler, Heidrun, geb. Heindl, Windischeschenbach, 60 Jahre

Molzan, Inge, geb. Vogl, Lam, 60 Jahre

Platt, Elisabeth, geb. Augenstein, Obertraubling, 60 Jahre

Pollinger, Gabriele, geb. Kirk, Weiden, 60 Jahre

Sterl, Annelies, Regensburg, 60 Jahre

Zaglmann, Christiana, geb. Deinlein, Kemnath, 60 Jahre

Gruber, Gerhard, Schwandorf, 50 Jahre

Heitzer, Christine, geb. Gruber, Arnschwang, 50 Jahre

Koeppelle-Bjeljac, Gabriele, Hohenwarth, 50 Jahre

Schindler, Sabine, Weiherhammer, 50 Jahre

Schwarzer, Maria, geb. Brunner, Cham, 50 Jahre

Wurm, Maria, Waldsassen, 50 Jahre

Aufgrund einer falschen Programmierung wurden im Heft 5

der Oberpfälzer Schule die 70. Geburtstage nicht genannt, und

zwar bei den unten genannten Mitgliedern. Wir bitten, das Versehen

zu entschuldigen.

Geburtstage im Oktober:

Kollmar, Edith, geb. Schwertner, Regenstauf, 70 Jahre

Paterok, Wolfgang, Neunburg, 70 Jahre

Reil, Maria, geb. Röckl, Bad Abbach, 70 Jahre

Weierer Hubert, Nittendorf, 70 Jahre

Geburtstage im November:

Scholz Angelika, Bayreuth, 70

Vierheilig, Lothar, Sengenthal, 70

In der nächsten Nummer der Oberpfälzer Schule

veröffentlichen wir die runden Geburtstage

der Monate Februar und März. Wer dies nicht

wünscht, möge es der Schriftleitung rechtzeitig

mitteilen.

18

Oberpfälzer Schule 2013/6 – 35. Jahrgang


Oberpfälzer

BLLV-Kreisverbände

berichten

Wir gedenken

Böhm, Romana, geb. Bachmeier, + 28.9.2013, 51 Jahre,

Kreisverband Roding

Hulin, Edeltraud, geb. Wanjek, + 6.10.2013, 89 Jahre,

Kreisverband Cham

Knopp, Viktor, + 30.9.2013, 92 Jahre,

Kreisverband Sulzbach-Rosenberg

Pawliska, Edeltraut, + 29.10.2013, 91 Jahre,

Kreisverband Regensburg-St.

Kreisverband

Amberg-Land

Rudolf Frenzl 60

Jahre beim BLLV

hinterfragen.

Für ihre langjährige Treue

wurden 18 Mitglieder geehrt.

Einen Ehrenbrief erhielten

Rudolf Frenzel für 60-jährige

Zugehörigkeit, Hans Koller

für 55 Jahre und Alfred Zimmermann

für 50 Jahre.

Weiter wurden geehrt für 45

Jahre: Hartinger Peter, Hofmann

Margit, Knorr Karl-

Heinz, Sobotta Peter, Wollmann

Klaus; für 40 Jahation.

Der BLLV steht dem

wachsenden Lerndruck kritisch

gegenüber. Unsere Kinder

brauchen gerechte Chancen,

und zwar alle von Anfang

an. Es lohne sich, keinen

zurückzulassen.

Aus diesem Grund setzt sich

der BLLV für individuelles,

zukunftsorientiertes Lernen

ein, das den Erwerb von

Kompetenzen in den Vordergrund

stellt und nicht das isolierte

Einpauken von Faktenwissen.

Aus Sicht des BLLV

ist es notwendig, Lernen auf

der Grundlage der modernen

Lernpsychologie und Hirnforschung

neu zu definieren, die

Lerninhalte und Unterrichtsmethoden

zu verändern und

derzeitige Schulstrukturen zu

Gerd Eckstein, Thomas Oetzinger und Rupert Sachsenhauser

(von links) erhielten die Bronzene Ehrennadel.

Die Bezirksvorsitzende des

BLLV, Ursula Schroll, und

Ruth Kappl, die Vorsitzende

des Kreisverbands Amberg-Land,

ehrten im Gasthof

Aschenbrenner in Paulsdorf

langjährige und verdiente

Mitglieder.

„Wir hetzen durch die Schule,

durch überfüllte Lehrpläne

und letztendlich fehlt den

Lehrkräften die Zeit, sich mit

den Kindern zu befassen, die

in besonderem Maße Hilfe

nötig haben“, skizzierte

Schroll die schulische Situ-

Bei „Naturmittel

Biller“

Amberg-Land. Eine große

Schar konnte die stellvertretende

KV-Vorsitzende

Michaela Bergmann zur

Betriebsbesichtigung bei der

Firma „Naturmittel Biller“

in Schnaittenbach begrüßen.

Schon beim Betreten des

Ladens umfing die Besucher

ein Duft, der von den vielen

Gewürzen und Teekräutern

ausgeht, die dort gemischt,

abgepackt und verkauft werden.

Holger Krügelstein hieß

re: Kallert Michael, Meier

Adelheid, Rösch Albert,

Schärl Sebastian; für 30 Jahre:

Heindl Margit, Täschner

Pia, Ziechaus Monika; für 25

Jahre: Meier Andrea, Schmid

Andrea, Weiß Sabine

Für besondere langjährige

Verdienste erhielten Gerd

Eckstein, Rupert Sachsenhauser

und Thomas Oetzinger die

Bronzene Ehrennadel.

Gerlinde Blank

die Gruppe willkommen und

führte sie durch das gesamte

Betriebsgebäude samt Lager,

Mischanlage und Packstation.

Bei der Firma gibt es Tee aus

aller Welt, pur und unverfälscht

oder in raffinierten

Mischungen. Bekannt ist

das Unternehmen auch für

die fantasievollen Gewürzmischungen.

Das Sortiment

wird ergänzt von Mischungen

für Liköre und Schnäpse zum

Selbermachen. Die Rezepturen

für die Produkte sind

in Eigenregie entstanden und

Oberpfälzer Schule 2013/6 19


werden von Hand gemischt

und abgepackt.

Die Besucher zeigten sich beeindruckt

von der Vielfalt des

Sortiments und der beeindruckenden

Zahl von über 1000

Tonnen Tee und Gewürze, die

pro Jahr verarbeitet werden.

Geburtstagskinder

beim gemeinsamen

Essen

Amberg-Land. Der Kreisverband

lädt jährlich im

Herbst seine Mitglieder, die

im laufenden Jahr einen besonderen

Geburtstag feiern,

zum gemeinsamen Essen und

Feiern ein.

Ruth Kappl, Kreisvorsitzende,

begrüßte die zahlreich

erschienenen Gäste in der

Kreisverband

Amberg

Rolf Habermann

über Dienstrechtsreformen

Zum Abschluss lud ein schön

gedeckter Tisch zum Probieren

von Tee, Dips und Suppen

ein, und so mancher ging

mit vielen neuen Eindrücken

sowie einigen Produkten von

„Naturmittel Biller“ nach

Hause. Michaela Bergmann

Gaststätte auf dem Maria-

Hilf-Berg in Amberg.

Zu Beginn stellte Kappl den

Anwesenden die Ausschussmitglieder

und deren jeweiligen

Zuständigkeitsbereich

vor. Beim anschließenden

gemeinsamen Abendessen

gab es in gemütlicher Runde

vielerlei Gespräche unter

ehemaligen Kolleginnen und

Kollegen. So ließen alle den

Abend nach einigen fröhlichen

Stunden ausklingen.

Gerlinde Blank

Keinen Geringeren als den

Vorsitzenden des Bayerischen

Beamtenbundes (BBB) Rolf

Habermann hatte der Kreisausschuss

Amberg-Sulzbach

für einen Bericht über die

Entwicklungen im Öffentlichen

Dienst im Bund und

in Bayern gewonnen. Der

Vorsitzende des Kreisausschusses,

Franz Beyerlein,

konnte in Altmannshof eine

stattliche Anzahl von Zuhörern

begrüßen. Habermann

hob hervor, dass sich im Vergleich

zu anderen Bundesländern

die Föderalismusreform

positiv für die Bediensteten

in Bayern ausgewirkt habe.

Es sei gelungen, die Wochenstundenzahl

wieder von 42

Stunden schrittweise auf 40

Stunden zu reduzieren sowie

neue Stellen durchzusetzen.

Auch die Absenkung der Eingangsbesoldung

wurde mit

einer zusätzlichen Hebung der

Anwärterstellen erreicht.

Die Wiederbesetzungssperre

betrage zwar immer noch

drei Monate, aber die frühere

Wartezeit von 12 Monaten

wurde erheblich verkürzt. Die

bayerische Staatsregierung

habe schließlich ihr Versprechen

eingehalten, die Tarifabschlüsse

ungekürzt auf den

Beamten- und Versorgungsbereich

zu übertragen.

Es gelte nun, ähnlich zufriedenstellende

Ergebnisse in

der Besoldungsrunde 2015/16

zu erreichen, auch wenn hier

die Schuldenbremse problematisch

werden könnte. Es

sehe jetzt so aus, als ob die

Altersteilzeitregelung und die

Regelung zum Freistellungsjahr

erhalten bleiben. Wer

zum Beispiel bei einer 5-Jahres-Regelung

1 Jahr Freistellung

beantrage, bekommt in

diesen 5 Jahren entsprechend

80 % des Gehalts. Neu ist,

dass dies ab dem nächsten

Jahr auch für Schulleiter

möglich ist.

Die Anhebung der Regelaltersgrenze

auf 67 Jahre spare

dem Staat viel Geld – hier

drängt der BBB auf flexiblere

Gestaltungsmöglichkeiten.

Insgesamt werde der Fokus

der nächsten Jahre auf der

Verbesserung der Vereinbarkeit

von Beruf und Familienleben

in jeder Lebensphase liegen.

So strebt der BBB an, für

die Pflege älterer Angehöriger

zusätzliche Urlaubstage (Familientage)

zu erhalten oder

einen „Vorschuss“ von Urlaub

bei unerwartet eintretenden

Pflegefällen. Für viele Familien

sei eine Ausdehnung von

familienpolitisch bedingter

Teilzeit auch auf Großeltern

sehr hilfreich. Frauen solle

vor allem ein leichterer Aufstieg

in Führungspositionen

sowie eine Erleichterung des

Wiedereintritts in den Beruf

nach familienbedingter Abwesenheit

zugute kommen. Die

Bürgerversicherung lehnte der

Referent ab.

Franz Beyerlein

Kreisverband

Eschenbach

Dienstrecht im

Mittelpunkt der

Diskussion

„Die funktionslose Beförderung

ist der größte Erfolg

des BLLV und seiner angeschlossenen

Verbände in

den letzten dreißig Jahren“,

meinte Rektor Wilhelm Trisl

bei seinem Referat über

„Neuerungen aus dem Dienstrecht“

im Gasthof Heining,

Pressath. Kreisvorsitzender

Uwe Prösl hatte den Leiter

der Abteilung Dienstrecht und

Besoldung für den Vortrag

gewonnen und zahlreiche

Kollegen, auch aus Kemnath

und Weiden, informierten sich

über Unterrichtspflichtzeiten,

20

Oberpfälzer Schule 2013/6 – 35. Jahrgang


Sabbatmodell, Altersteilzeit,

Lebensarbeitszeit, Pensionierungsmöglichkeiten

und

Dienstliche Beurteilung.

Erstmals gebe es wieder

Leistungsprämien für individuelle

Leistungen der Lehr-

kräfte. Die Prämien bewegen

sich zwischen 300 und 400

Euro. Beim funktionslosen

Beförderungsamt gebe es

eine Gleichbehandlung von

Grund- und Mittelschulen.

Die Berücksichtigung des

Arguments der Lebensleistung

bei positiv besetzten

Bewertungsstufen habe der

Lehrerverband durchsetzen

können. Anhand zahlreicher

konkreter Beispiele zeigte der

Referent die Umsetzung der

Beförderungsrichtlinien in der

Praxis auf.

Beim Sabbatmodell gebe es

verminderte Bezüge über die

gesamte Laufzeit bei keinem

Verlust der Altersermäßigung.

Die Altersteilzeit solle sich

jede Lehrkraft individuell

ausrechnen lassen, man

braucht persönliche Zahlern,

um zwischen Blockmodell

und Teilzeitmodell abzuwä-

gen. Bei Schwerbehinderung

sei auch eine Kombination

von Altersteilzeit und Antragsruhestand

möglich.

Altersteilzeit werde unbefristet

fortgesetzt und müsse

unmittelbar in die Pension

übergehen.

Der negativste Punkt in der

Dienstrechtsreform sei die

Lebensarbeitszeit bis 67 Jahre

für alle Lehrkräfte ab dem

Jahrgang 1964.

Eine Diskussion schloss

sich an. Der Tirschenreuther

Schulleiter blieb noch lange

nach seinem Vortrag im Saal

und beriet jede Anfrage individuell.

Wolfgang Schmid

Kreisverband

Kemnath

Herbst in Sizilien

„Sizilien, vom Ätna bis zur

Antike“ lautete das Motto der

Herbstreise der Reisegruppe

des Kreisverbandes. Unter

der Leitung von Wolfgang

Lippert begaben sich die

Teilnehmer auf eine achttägige

Erlebnisreise durch

geschichtsträchtige Städte mit

unermesslichen Kunstschätzen,

malerischen Badestränden,

beeindruckenden Naturschönheiten

und historischen

Tempelstätten.

Schon der zweite Tag brachte

das erste Highlight, einen

Bummel über den Fischmarkt

von Catania. Nach der Besichtigung

des Doms ging es

weiter zum Ätna. Reisebus,

Seilbahn und Jeeps brachten

die Gruppe bis in eine Höhe

von 2 900 Meter (unser Bild).

Von dort ging es zu Fuß zu

einem rauchenden Nebenkrater.

Am Monte Pomiciano gab

es ein leckeres Picknick mit

landestypischen Spezialitäten.

Weiter ging es zur malerischen

Stadt Taormina.

Nach einer Rundfahrt in Catania

war das erste Ziel am

nächsten Tag die Hazienda

Ruvitello in San Giorgio.

Von Domenico, der dort eine

Orangenplantage mit biologischem

Anbau betreibt,

erfuhren die Reisenden viel

Wissenswertes über den Zitronen-

und Orangenanbau.

Zusammen mit Francesca

wurde eine Camponata, ein

landestypisches Gericht,

zubereitet. Vorbei an Plantagen

mit Orangen, Obst- und

Olivenbäumen ging die Fahrt

weiter entlang der Zyklopenküste

nach Syrakus. Dort

zeigte Reiseführer Nino das

römische Amphitheater, das

Teatro Greco, den Apollontempel

und den Dom.

Am vierten Tag führte die

Fahrt zur mosaikgeschmückten

Villa Romana del Casale,

einer komfortablen Wohnanlage

der römischen Oberschicht.

Nach dem Mittages-

sen ging es in das Tempeltal

von Agrigent. Der dorische

Concordia-Tempel gilt als

einer der drei am besten

erhaltenen Tempel der griechischen

Welt.

Nach einem Abstecher zur

Akroplis in Selinunt genossen

alle am 5. Urlaubstag in Marsala

die Dessertweine Italiens.

Das kleine Städtchen Monreale

war am Allerheiligentag

das Reiseziel. Hier beeindruckten

vor allem der Dom,

der Normannenpalast, die

Kathedrale mit der silbernen

Urne der heiligen Rosalie und

die mosaikverzierten Säulen

des Kreuzgangs. Während

alle unter schattigen Gummibäumen

das Picknick mit

typischen Spezialitäten von

Palermo genossen, unterhielt

Busfahrer Paolo die Reisegruppe

mit sizilianischen Gesängen.

Wer Lust hatte, konnte

sich im Seebad Mondello

am Fuße des Monte Pellegrino

in die Fluten des Thyrrhenischen

Meeres stürzen.

Am Allerseelentag ging es in

den kleinen Fischerort Cefalu.

Faszinierend war hier die

mächtige Kathedrale, die einst

als Mausoleum errichtet worden

war. In der malerischen

Bucht nützten einige die Mittagspause

zu einem Bad. Nach

dem Mittagessen wanderten

alle auf einem felsigen Küstenweg

zurück zum Bus.

Der Höhepunkt am letzten

Urlaubstag war die Fahrt auf

den Monte Pellegrino. Von

dort konnten alle die unvergleichliche

Aussicht auf Palermo

genießen.

Josef Zaglmann

Oberpfälzer Schule 2013/6 21


Kreisverband

Kötzting

Dank an treue

BLLV-Mitglieder

Anfang Oktober fand im Hotel

Bayerwald in Lam die

traditionelle Jahreshauptversammlung

des Kreisverbandes

Kötzting statt.

Der Kreisvorsitzende begrüßte

eingangs die Kollegen

und besonders herzlich

die Bezirksvorsitzende Ursula

Schroll.

Zunächst stand der Bericht

des Vorsitzenden auf dem

Programm. Erwin Molzan informierte

über die Tätigkeiten

des abgelaufenen Jahres, dazu

gehörten unter anderem Bezirksausschusssitzungen,

ein

Kreisvorständetreffen, ein

Vorsitzendenseminar in München,

eine erweiterte Kreisverbandssitzung

sowie verschiedene

gesellschaftliche

Unternehmungen. Sein Dank

galt allen, die ihn in seinem

Amt unterstützt haben, besonders

den Schulhausobleuten,

dem 2.Vorsitzenden Wolfgang

Schneider und dem Kassier

Reinhard Schnitzbauer.

Im Anschluss hatte Molzan

die angenehme Aufgabe, zu-

sammen mit Ursula Schroll,

eine Reihe von Mitgliedern

für ihre langjährige Treue

zum BLLV ehren zu können.

Für 25-jährige Mitgliedschaft

wurden Gabriele

Baumgartner und Karola

Wiesmüller geehrt. Franz

Schreiner, Wolfgang Mühlbauer

und Maria Schneider

sind seit 40 Jahren im

Lehrerverein. Schon seit 35

Jahren sind Margot Vogl,

Roswitha Holzapfel, Inge

Weinguth, Hildegard Gotzler

und Hans Ramsauer dabei.

Heinrich Ertl, Josef Altmann

und Angela Schwarzer dankte

Molzan für 50- bzw. 55-jährige

Vereinstreue.

Auch im Bezirksverband ist

es guter Brauch, dass Personen,

die sich lange im

BLLV engagieren, Dank und

Anerkennung ernten. Ursula

Schroll war es deshalb ein

besonderes Anliegen, Erwin

Molzan Respekt für sein mehr

als zwei Jahrzehnte dauerndes

Engagement im Kreisverband

zu zollen. Er wurde 1990

zum 2. Vorsitzenden gewählt.

1994 rückte er in die Position

des Kreisvorsitzenden, die

er bis heute innehat. Das Ehrenamt

des Kreisvorsitzenden

sei mit großem Arbeitsund

Zeitaufwand verbun-

den. Es sei oft schwierig, Außenstehenden

die Verbandsarbeit

zu vermitteln. „Du hast

dich nie unterkriegen lassen.

Ich kenn dich als Kämpfer für

die frühere Hauptschule, jetzt

Mittelschule, und als geradlinigen

und ehrlichen Menschen,

der bei allen Nöten zuhört

und zu helfen versucht“,

sagte Schroll. Anschließend

verlieh sie ihm eine Urkunde

und die Silberne Ehrennadel

des Bezirksverbandes. Erwin

Molzan bedankte sich für

die Auszeichnung. Er kündigte

an, dass er bei den nächsten

Wahlen nochmals für eine

letzte Periode zur Verfügung

stehe, drückte aber auch die

Hoffnung aus, dann einen

Nachfolger Amt zu finden.

Kreisverband

Neumarkt

Neuer Grundschullehrplan

kritisch

beleuchtet

Den bayerischen Grundschulen

steht nach 14 Jahren der

neue „LehrplanPLUS“ ins

Haus, der für die Jahrgangsstufen

1 und 2 im Schuljahr

2014/15, für die Jgst. 3

2015/16 und für die Jgst. 4

2016/17 in Kraft treten wird.

Bei einer Fortbildungsveranstaltung

des Kreisverbands im

Berggasthof Sammüller versorgte

Simone Fleischmann

vom Landesvorstand ihre Be-

rufskollegen mit aktuellen Informationen

zum neuen Lehrplan,

zum Lernen im 21. Jahrhundert

sowie zur Bildungspolitik.

Kreisvorsitzende Elisabeth

Plankl freute sich über den

Besuch und dass aus den

meisten Grund- und Mittelschulen

des Schulaufsichtsbezirks

die Verbindungslehrer

das Interesse am Thema

gezeigt hätten. Plankl lobte

die Verbindungslehrer als

engagierte Mittler zwischen

Schulen und der Vorstandschaft

und bedankte sich für

die Zusammenarbeit. Plankl

lud zu den Veranstaltungen

im Schuljahr 2013/14 ein: 3.

Januar: Münchenfahrt; 29.

März: Oberpfälzer Lehrertag;

10. April: Schafkopfrennen in

Holnstein; 14. Mai: Betriebsbesichtigung

beim Pharmaunternehmen

Bionorica; 4.

Juni: Landkreisfahrt nach

Freystadt; Pfingstreise in die

Pfalz oder ins Münsterland;

26. Juli: 2. Münchenfahrt.

Simone Fleischmann, die im

Osten Münchens eine große

Grund- und Mittelschule leitet,

stellte folgende Themenschwerpunkte

in den Mittelpunkt:

„Lernen beruht auf einer

positiven Lehrer-Schüler-

Beziehung! Lernen ist ein individueller,

konstruktiver Prozess!

Lernen basiert auf Motivation!“

Sie setzte sich kritisch

mit den Fragen auseinander:

„Kann ein neuer Lehrplan

besseren Unterricht gewährleisten?

Verändert er etwas?

Welche Chancen bringt

er? Wie ist es um die Rahmenbedingungen

bestellt?“

Wenn der neue Lehrplan die

Kompetenzorientierung in

den Mittelpunkt stellt, müsse

auch das System darauf ausgerichtet

werden. Es brauche

mehr Möglichkeiten zur individuellen

Förderung und

zum Teamteaching. Schüler

könnten nur dann unterschiedliche

Lernwege erleben,

wenn ihre Lehrer nicht

alleine für 26 oder mehr Kinder

zuständig sind. Fleischmann

meinte; „Eine Kernsanierung

der Schule durch ei-

22

Oberpfälzer Schule 2013/6 – 35. Jahrgang


nen Lehrplan PLUS, ohne das

gesamte Gebäude zu überholen,

führt nicht ans Ziel.“ So-

lange an der Dreigliedrigkeit

des Schulsystems, der bisherigen

Notengebung und deren

Auslesefunktion festgehalten

werde, wird beim Lehrplan

PLUS kein Plus an Bildung

heraus kommen.“ Der

BLLV setze sich in den entscheidenden

Gremien für eine

Verbesserung der Rahmenbedingungen

ein.

Fleischmann nannte als „kritische

Bausteine“ den Übergang

von der Grundschule in

die weiterführenden Schulen,

die Fokussierung auf Kernkompetenzen,

die Inklusion,

die bisherige Art der Leistungserhebung

und die Kosten

des so genannten LIS-

Systems und nannte auch einige

BLLV-Forderungen:

Eine neue Art der Budgetierung,

eine Reform der Lehrerbildung,

eine „optimale

Lehrer-Schüler-Relation“ zur

Umsetzung von individueller

Förderung, eine „positive

Feedback-Kultur“ und „Zeit,

Zeit, Zeit“. Fleischmann resümierte

optimistisch: „Wir haben

schon mehrere Lehrpläne

überstanden!“Heinz Glöckner

Kreisverband

Neustadt/ WN

Pensionisten im

Frankenland

Das Ziel, das sich Fritz Aumer

mit seinem Team für die diesjährige

Pensionistenfahrt ausgesucht

hatte, war vielen der

39 Teilnehmer wenig bekannt.

Die Oberpfälzer steuerten

diesmal Heilsbronn und Cadolzburg

in Mittelfranken an.

Heilsbronn wurde maßgeblich

durch die Zisterzienser geprägt.

Eine große Klosteranlage

zeugt davon, dass der Ort

stets ein geistiges und geistliches

Zentrum der Gegend

war. Mittelpunkt der Klosteranlage

ist das Münster. Ein

Leitspruch der Zisterzienser

lautet: „Porta patet cor magis

– Die Tür ist offen, das Herz

noch mehr“. Die Besucher

durften bei der Besichtigung

des Münsters die Bedeutung

dieses Spruches eindrucksvoll

erleben. Anfang des 12. Jahrhunderts

wurde das Gotteshaus

als romanische Basilika

errichtet. Es erfuhr im Laufe

der Zeit mehrere Umbauten

über gotische Erweiterungen

bis hin zu barocken Ausgestaltungen.

Man ist überwältigt

und beeindruckt von der

Vielzahl der Kunstwerke, die

das Münster birgt: herrlich

geschnitzte Altäre, Epitaphien,

Gedächtnistafeln und

Skulpturen aus verschiedenen

Epochen, darunter eine besondere

Spottskulptur.

Das Münster war auch lange

Zeit Grablege der Hohenzollern.

Prachtvolle Hochgräber

im Mittelschiff zeugen heute

noch davon.

Zur Erinnerung an den

„Spendtag“, an dem die Armen

von der Klosterbäckerei

mit Brot versorgt wurden, erhielt

jeder der Besuchergruppe

ein kleines Stück Brot.

Bewusst genoss man diese

Gabe.

Der zweite Programmpunkt

des Tages war Cadolzburg.

Eine solch repräsentative,

hervorragend restaurierte

Burganlage der Hohenzollern

hatte niemand in dieser

kleinen Ortschaft erwartet.

Bei der Burgführung konnten

auch die Innenräume durchschritten

werden, die (nach

dem verheerenden Brand

1945) in ihrer ursprünglichen

Form wieder hergestellt wurden

bzw. noch werden. Sie

können für Veranstaltungen

und Feiern verschiedenster

Art angemietet werden.

Die einhellige Meinung aller

Teilnehmer war, dass die

Ziele Heilsbronn und Cadolzburg

allemal eine Reise

wert waren. Dem Organisator

Fritz Aumer galt deshalb ein

großes Dankeschön.

Waltraut Haimerl

Opernfahrt

nach Hof

Neustadt/WN. Opernfahrten

gehören zum Kulturprogramm

des Kreisverbandes. Fritz

Aumer nahm das 200-jährige

Verdi-Jubiläum zum Anlass

und wählte die Verdi-Oper

Aida aus, aufgeführt vom

Stadttheater Hof.

Das berühmte Opernspektakel

auf einer kleinen Bühne

– kann das gut gehen? Das

fragten sich die 46 Teilnehmer.

Die moderne Inszenierung

wartete mit Kulissen und

Requisiten auf, die auf das

Minimale reduziert waren.

Dem Regisseur ging es um

das Vergegenwärtigen von

Krieg, Terror und Tod in der

heutigen Welt. Die dunklen

Wände mit zahlreichen weißen

Kreuzen waren dafür ein

düsteres, aber wirkungsvolles

Symbol. Diese einfache Bühnengestaltung

lenkte umso

mehr die Aufmerksamkeit auf

die großartigen Leistungen der

Gesangssolisten, des Chores

und des Orchesters.

In der Oper geht es um Liebe

und Eifersucht vor dem Hintergrund

politischer Machtkämpfe.

Die Titelfigur Aida

ist eine äthiopische Prinzessin,

die als Gefangene und Sklavin

in Ägypten lebt. Der siegreiche,

ägyptische Heerführer

Radames muss sich entscheiden

zwischen seiner Liebe zu

Aida und seiner Staatstreue

dem Pharao gegenüber. Er

verschmäht die eifersüchtige

Pharaonentochter Amneris und

wird dadurch wider Willen

zum Verräter am ägyptischen

Volk. Das tragische Geschehen

nimmt seinen Lauf. Die

unglückliche Liebe zwischen

Radames und Aida findet im

gemeinsamen Liebestod ihre

Erlösung.

Der Opernabend wurde für

alle zu einem außerordentlichen

Musikgenuss. Ein lang

anhaltender Beifall belohnte

die Schauspieler. –fa–

Kreisverband

Nittenau

Klaus Beiderbeck

Kreisvorsitzender

Eine neue Vorstandschaft

wählte der BLLV-Kreisverband

Nittenau bei seiner Jahreshauptversammlung

im

Gasthof Berger in Bruck. Neben

dem alten und neuen Vorsitzenden

Klaus Beiderbeck

führt künftig Edgar Scheuerer

als 2. Vorsitzender die Geschicke

des Vereins. Wie Beiderbeck

ausführte, gehören

derzeit 78 Lehrer dem Verein

an. Auch die Verbindungslehrer

für die im Kreisverband

liegenden Grund- und Mittelschulen

wurden bestätigt. Im

Frühjahr 2014 wird der Kreisverband

Nittenau das Thema

„Vorsorgevollmacht und Pa-

Oberpfälzer Schule 2013/6 23


tientenverfügung“ für seine

Mitglieder in den Mittelpunkt

stellen.

Die neue Vorstandschaft des

BLLV-Kreisverbandes Nittenau:

1. Vorstand: Klaus Beiderbeck;

2. Vorstand: Edgar

Scheuerer; Schriftführer:

Oskar Duschinger; Kasse:

Roswitha Heimerl und Carl-

Maria Böhm; ABJ-Vertreter:

Matthias Hitzl

Bei der Versammlung verabschiedete

Vorsitzender Klaus

Beiderbeck seinen langjährigen

Stellvertreter Siegfried

Wächter. Dieser hatte 33 Jahre

aktiv in der Vorstandschaft

des Kreisverbandes mitgearbeitet,

davon 11 Jahre als

1. Vorsitzender und 22 Jah-

re als 2. Vorsitzender. Siegfried

Wächter, den Klaus Beiderbeck

als „Urgestein des

BLLV-Kreisverbandes Nittenau“

bezeichnete, wird jedoch

weiterhin als Pensionistenbetreuer

im Kreisverband tätig

sein. Oskar Duschinger

Kreisverband

Oberviechtach

Ingo Gebauer

wurde 85

Ingo Gebauer, viele Jahre

beim Kreisverband Oberviechtach,

konnte am 20. Oktober

seinen 85. Geburtstag

feiern. Gebauer ist jetzt Mitglied

im Kreisverband Forchheim

und wohnt im BRK-

Heim Forchheim. Mit seiner

ehemaligen BLLV-Heimat unterhält

er intensive Kontakte

und lässt sich über die Oberpfälzer

Schule über die aktuellen

Geschehnisse seiner

Heimat unterrichten. Auch die

Oberpfälzer Schule wünscht

ihrem früheren Mitarbeiter

und eifrigen Berichterstatter

nachträglich alles Gute. –as–

gott Äolus sehr zurück, während

Feuergott Vulcanus am

Ätna kräftig und am Stromboli

verhalten zu Gange war,

war doch wenige Stunden

vor der Landung der Flughafen

wegen eines Ätna-Ausbruches

noch gesperrt. So

erreichten alle problemlos per

Bus den Hafen Milazzo in

Nord-Sizilien und setzten per

Tragflügelboot nach Lipari

über.

Am zweiten Tag ging es zur

Insel Stromboli. Ein Teil der

Gruppe bestieg den Gipfel,

um bei einbrechender Dunkelheit

die regelmäßigen,

wenn auch diesmal nicht so

spektakulären Ausbrüche des

Vulkans aus sicherer Nähe zu

beobachten. Für alle, denen

der Aufstieg zu beschwerlich

war, fuhr das Boot um die

halbe Insel herum, um an der

„Sciara del fuoco“ zu beobachten,

wie die ausgeschleuderten

Lavabrocken den

Berghang herunter rollten.

Unter der Führung von Ute

Krohmer wurde tags darauf

die Insel Salina erkundet.

Nach einer kurzen Wanderung

vom Hafen Rinella aus

ging es nach Lingua, wo man

ein rustikales Mahl aus dem

Agroturismo genoss. Eine

weitere Panorama-Wanderung

führte zum Hauptort

Salinas, San Marina. Auf der

Rückfahrt nach Lipari wurde

diese Insel an der Südseite

umrundet.

Eine Wanderung auf der

Westseite der Insel bot herrliche

Ausblicke, und unter

der Leitung von Ute lernte

man manch neue Pflanze und

die Gastfreundschaft einer

Familie kennen. Der Vater hat

ein kleines Bauernmuseum

aufgebaut, so dass gleich ein

intensiver Gedankenaustausch

mit Hermann und Walter

Gnahn zu Stande kam, die ja

ein ähnliches Museum, den

Goglhof, betreuen.

Auf Vulcano stieß der Vulkan

am Kraterrand in 300 m Höhe

stinkende Schwefeldämpfe

aus. Das störte aber weiter

nicht, da am Fuße des Vulkans,

direkt am Meer, nur

wenige das Bad im schwefelhaltigen

Pfuhl missen wollten.

Mit dem aus winzigen

Kreisverband

Sulzbach-R.

Besuch beim Ätna

Bei der nunmehr dritten Reise

einer Lehrergruppe aus

Sulzbach-Rosenberg unter der

Leitung von Franz Beyerlein

zu den „Inseln des Feuers und

des Windes“ hielt sich Wind-

24

Oberpfälzer Schule 2013/6 – 35. Jahrgang


Düsen austretenden heißen

Schwefeldämpfen erwärmten

und schlammigen Wasser

erhofft man sich schließlich

Linderung bei Arthrose und

anderen Zipperlein.

Zwei Tage hielt sich die

Gruppe dann noch in Catania

auf. Man genoss das Treiben

auf dem großen Fischmarkt.

Ein Glücksfall war der Ausflug

auf den Ätna, dessen

Gipfel sich selten so wolkenfrei

präsentiert. Ein Bus

brachte die Gruppe zur Mittelstation,

von wo aus eine

Seilbahn bis auf ca. 2600 m

Höhe genutzt werden kann.

Von deren Endstation fuhren

noch einige mit geländegängigen

Kleinbussen weiter und

konnten nach einer kleinen

Wanderung in 3000 m Höhe

den zwar verglühten, aber

noch nicht erkalteten Lavastrom

bestaunen, der eine

Woche vorher aus einem der

Krater des Ätna ausgetreten

war. Franz Beyerlein

Gymnasium siegte

im Volleyballturnier

Sulzbach-R. Seit Jahren

gehört das Volleyballturnier

des BLLV zum festen Sportprogramm.

Der diesjährigen

Einladung der Verantwortlichen

Britta Bruhn und

Werner Winter folgte ein bunt

gemischtes Teilnehmerfeld

in die Turnhalle der Krötensee-Mittelschule.

Schon in

der Vorrunde lieferten sich

die Mannschaften spannende

Spiele um den Konrad-Heiß-

Pokal.

In der Gruppe A setzte sich

mit 12 Punkten das erstmals

vertretene Team des Gregor-Mendel-Gymnasiums

Amberg durch, gefolgt von

den noch ziemlich munteren

„Ü-60-Montagsvolleyballern“

(8 Punkte). Den dritten Platz

teilten sich die zweiten Debütanten

in diesem Turnier, die

Walter-Höllerer-Realschule

Sulzbach-Rosenberg und die

Rupert-Egenberger-Schule

Amberg mit jeweils 2 Zählern.

In der Gruppe B gab

es ein spannendes Kopf-an-

Kopf-Rennen zwischen dem

Herzog-Christian-August-

Gymnasium Sulzbach-Rosenberg

mit 4 Zählern und der

Mittelschule Neukirchen/Königstein

mit 8 Zählern. Das

Staatliche Berufschulzentrum

Sulzbach-Rosenberg blieb

ohne Sieg.

In der Zwischenrunde wurden

die Finalspiele ermittelt. Im

Endspiel besiegte das Gregor-

Mendel-Gymnasium Amberg

die Mittelschule Neukirchen/

Königstein und sicherte sich

verdient den Turniersieg. Im

Spiel um Platz 3 gewann das

H.-Chr.-August-Gymnasium

Sulzbach-R. gegen die Ü 60-

Montagsvolleyballern. Platz

5 belegte das Staatl. Berufschulzentrum,

gefolgt von

der W.-Höllerer-Realschule

Sulzbach-R. und den Sonderpädagogen

der Rupert-Egenberger-Schule

aus Amberg.

Im Gasthaus Bartl fand die

Siegerehrung statt, die Karin

Heiß und Kreisvorsitzender

Martin Sekura vornahmen.

Die Gewinner konnten sich

über den reichlich gefüllten

Prämientisch freuen. Das

anschließende gemütliche

Beisammensein rundete das

gelungene Turnier ab.

Wüstenbilder für

den Kreisverband

Sulzbach-R. Weite, Farben,

Leben, Gesichter der Wüste:

Unter diesem Titel berichtete

Dieter Radl den zahlreichen

Zuhörern des Kreisverbandes

Sulzbach-Rosenberg von

seinen Reisen in die Wüsten

Afrikas. Er hatte eindrucksvolle

Bilder aus der Weißen

Wüste in Ägypten, aus dem

Erg Mubari und dem Akakus

in Libyen mitgebracht.

Die Namib-Wüste und die

Schluchten des Ennedi hat er

ebenso bereist wie die Ounianga-Seen

im Tschad. Er

vermittelte einen Eindruck

von der atemberaubenden

Schönheit der Wüste und der

Oasen.

In der Synagoge

Sulzbach-R. Die BLLV-

Mitglieder besuchten die

ehemalige Synagoge der

Stadt. Die Sanierung wurde

im Herbst abgeschlossen,

Gebäude und geschichtliche

Dokumentation können nun

besichtigt werden. Stadtarchivar

Hartmann berichtete aus

der Geschichte des Bauwerks

in der Synagogenstraße. Auch

für auswärtige Kreisverbände

ein lohnendes Ziel mehr in

Sulzbach-Rosenberg! Mehr

Informationen unter www.

alemannia-judaica.de.

Zweimal Umweltschule

Europa

Sulzbach-R. Im September

wurden die Pestalozzi-Schule,

Sulzbach-Rosenberg, und die

Grundschule Königstein erneut

mit dem Prädikat „Umweltschule

in Europa“ ausgezeichnet.

Die Schulen mussten

zwei Projekte zum Thema

Umwelt und Nachhaltigkeit

bearbeiten. Für die Schule

Königstein nahm in Nürnberg

die Rektorin Gunda

Köstler aus der Hand der Umweltstaatssekretärin

Melanie

Huml die Auszeichnung entgegen,

eine Umweltfahne,

eine Urkunde und einen Umweltstempel.

Die Pestalozzischule kann

sich zum zweitenmal über die

Auszeichnung freuen. Insgesamt

erhielten 208 bayerische

Schulen die Auszeichnung,

die für ein Jahr gilt, und um

die man sich immer wieder

neu bewerben muss. Bei der

Veranstaltung in Nürnberg

wurden 61 fränkische und

oberpfälzische Schulen ausgezeichnet.

Stellvertretend für

alle Beteiligten nahm Projektleiter

Gerd Blüchel die Auszeichnung

entgegen.

Kreisverband

Vohenstrauß

Zwei Stunden bei

Django Asyl

Der Begriff „Paradigma“

stammt laut Brockhaus aus

dem Griechischen und bedeutet

in der deutschen Sprache

einerseits etwa Beispiel oder

Vorbild, andererseits aber

auch Abgrenzung und sogar

Weitsicht. Und nach diesem

Begriff hatte sich der Rosenheimer

Kabarettist Django

Asyl bei seinem Gastspiel in

der Stadthalle Neustadt/WN

auf die Suche gemacht.

Beeindruckt verfolgten auch

etliche Mitglieder des KV

Vohenstrauß, wie er sich

Gedanken machte über das

Zusammenleben der Menschen

und – angefangen

beim trauten Heim über die

Familie und Bekannte bis

hin zum Stammtisch und der

hohen Politik – alles hinterfragte.

„Wie kümmere ich

mich besser um mein soziales

Umfeld?“ „Reicht es, wenn

ich weniger arbeite und noch

weniger Auto fahre?“ Sein

Fazit: „Alles hängt mit allem

zusammen.“

In seinem etwa zweistündigen,

kurzweiligen Programm

bot Django Asyl genau

das Richtige für Freunde

des klassischen Politikkabaretts.

–mm–

Unterwegs auf dem

Nurtschweg

Vohenstrauß. Der Nurtschweg,

erschlossen von

dem Weidener Postbeamten

Johann Baptist Nurtsch, ist

einer der bekanntesten Fernwanderwege

in der Oberpfalz.

Von der Kappl bei Waldsassen

bis nach Waldmünchen

verläuft er durch eines der

größten zusammenhängenden

Waldgebiete Europas, das

„Grüne Dach Deutschlands“.

Dem Wanderer bietet sich

hier der Blick auf zahlreiche

Oberpfälzer Schule 2013/6 25


faszinierende Natur- und Kulturschönheiten.

Gleich zu Beginn des neuen

Schuljahres machten sich

etliche Mitglieder aus dem

Kreisverband Vohenstrauß auf

zur Herbstwanderung auf dem

Teilstück des Nurtschweges

von der Silberhütte zur Mühle

Gehenhammer.

Mit den ortskundigen Wanderführern

Manfred Zeitler

und Karl Senft startete man

am Westabhang des Entenbühls

bei der Silberhütte,

einem Schutzhaus des Oberpfälzer

Waldvereins. Vorbei

am Kreuzstein ging es auf gut

ausgebauten Wanderwegen

erst direkt entlang und dann

Kreisverband

Weiden

Kochen mit

Kräutern

Neugierig auf dieses besondere

Thema, trafen sich zwölf

interessierte und in das Kochen

verliebte Frauen in der

Pestalozzischule in Weiden.

Fachlehrerin Edeltraud Fichtner

zeigte sich als kompetente

„Kräuterhexe“. Ihre umfangreichen

Kenntnisse über

Wildkräuter und die praktischen

Anwendungen bei der

Zubereitung der schmackhaften

Speisen gab sie gerne an

die Teilnehmerinnen weiter.

Fichtner begann mit einer

interessanten Einführung in

die „Welt der Kräuter“ und

kreierte im Anschluss gleich

mal einen Kräutersmoothie,

den sie den Teilnehmern zur

Verköstigung anbot – sehr

grün und sehr köstlich. Dadurch

erfrischt und gestärkt,

konzentrierten sich die Frauen

auf die Unterweisung für

weitere „kräuterige“ Rezepte

und setzten danach ihre neu

erworbenes Wissen gleich mit

großem Geschick in die Praxis

um. Das Ergebnis konnte

sich sehen und schmecken

lassen:

• Auf „Grünes Foccaciabrot“

mit „Liebstöckelpesto“ folgte

ein „Vogelmierencappuccino“.

• Den Hauptgang bestritten

ein „Kräuterflan“ und ein

„Brennnesselstrudel“.

• Perfekt abgerundet wurde

das Menü mit einem „Pfefferminzparfait“

und „parfümiertem

Pfirsichsalat“ angekräuterter

Schokoladensoße“.

• Der dazu gereichte süffige

Frankenwein ergänzte dieses

gelungene Essen herrlich und

sorgte zudem auch für eine

weiter entspannte Atmosphäre.

Die Vorsitzende des Kreisverbandes,

Christiana Köhler,

bedankte sich herzlich für

diesen interessanten und kurzweiligen

Abend mit einem

Geschenk an Fachlehrerin

Edeltraud Fichtner.

Anbei ein „kräuteriges“ Reein

Stück jenseits der Grenze

zu Tschechien bis zum Schellenberg,

wo sich die verwitterten

Granitblöcke eines

ehemaligen Jagdschlosses der

Lobkowitzer erheben.

Vom Schellenberg führte

uns der Weg hinunter nach

Gehenhammer. Die idyllisch

gelegene ehemalige Getreidemühle

beherbergt heute

ein Mühlenmuseum und ein

Oberpfälzer Brotzeitstüberl.

Mit der Einkehr zur deftigen

Brotzeit schloss die Herbstwanderung.

–mm–

zept zum Nachkochen.

Brennnesselstrudel:

1–2 Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen,

Brennnesseln, Giersch

und Knoblauchrauke, 1 EL

Bärlauchpesto, 1 Packung

Feta oder Haberländer Weichkäse,

1 Ei, 1 Packung Blätterteig.

Die Zubereitung: Zwiebeln

und Knoblauchzehen würfeln.

– Kräuter waschen und klein

schneiden – Alles in Öl andünsten

und abkühlen lassen.

– Käse zerbröckeln und mit

den restlichen Zutaten in einer

Schüssel mischen. – Die

Masse auf einem ausgerollten

Blätterteig verteilen und aufrollen.

– Strudel mit der Naht

nach unten auf ein Blech mit

Backpapier legen – Teig mit

Eigelb bestreichen und Strudel

backen – Temp.: 180° C

– Zeit: 20–25 Min.

Ulrike Löschel

Oberpfälzer

Schule

Zeitschrift des

BLLV-Bezirksverbandes

Oberpfalz

Impressum:

Inhaber und Verleger:

Bezirksverband Oberpfalz

im Bayerischen Lehrer- und

Lehrerinnenverband e. V.

(BLLV)

Schriftleitung

und Gestaltung:

Anton Schlicksbier

Am Südhang 3

93093 Donaustauf

Tel.: 09403/ 961 360

Fax: 09403/ 961 361

E-Mail:

oberpfaelzer-schule@oberpfalz.bllv.de

und:

anton.schlicksbier

@t-online.de

Titelbild: Anton Schlicksbier

Bezug: Die Oberpfälzer

Schule erscheint sechsmal im

Jahr; sie wird allen BLLV-Mitgliedern

Oberpfälzer Kreisverbände

kostenlos geliefert.

Bezugspreis ohne Mitgliedschaft,

jährlich: 10,- Euro;

Bestellungen bei der Schriftleitung.

Druck: Wittmann-Druck,

Regensburger Str. 13 und 15,

93426 Roding,

Tel.: 09461/ 2693

Fax: 09461/ 7475

Gedruckt auf FSC-Papier

Namentlich gekennzeichnete

Beiträge stellen die Meinung

der Verfasser, nicht die Stellungnahme

der Schriftleitung

dar.

Es gilt die Anzeigenpreisliste

2013. Kleinanzeigen von

Mitgliedern werden kostenlos

abgedruckt.

26

Oberpfälzer Schule 2013/6 – 35. Jahrgang


Schule in der Zeitung

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Als im Frühjahr die neue rot-grüne Landesregierung in Hannover

im Koalitionsvertrag beschloss, die Ehrenrunde abzuschaffen,

flammte eine bundesweite Debatte auf. Mit klaren

Befürwortern, klaren Gegnern. Bayerns Minister Ludwig

Spaenle (CSU) sagte damals der Süddeutschen Zeitung: „Die

Abschaffung ist blanker Unsinn, das ist bildungspolitischer

und pädagogischer Populismus.“ Damit tue man jungen Leuten

nichts Gutes... (Süddeutsche Zeitung, 14. 9. 2013)

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Klar ist, dass die Konzerne ihr Marketing seit Jahren stärker

auf die minderjährige Zielgruppe ausrichten. Und sie dringen

in Bereiche vor, die bislang vor Werbung geschützt waren: In

Schulen, wo sich Hersteller von Schokopudding oder Softdrinks

mit Unterrichtsmappen präsentieren... Selbst das Spielen,

früher eine Sache von Klettergerüst, Bolzplatz und Monopoly,

ist nicht mehr werbefrei... Der Tag eines Kindes hat

kaum noch Werbepausen. (Süddeutsche Zeitung, 2.11.2013)

Die Realität an den meisten Grundschulen sieht derzeit jedoch

anders aus: Am Vormittag unterrichten Lehrer, kompakt

und stofforientiert, bis der Caterer anrückt oder in der Schulkantine

die Essen ausgegeben werden. Nach der Mittagspause

kommen dann externe Kooperationspartner in die Schulen:

Horte, Sportvereine, private Anbieter, die Malkurse veranstalten

oder mit den Klassen auf dem Hof Fußball spielen. Die

Angebote mögen Spaß machen und gut vorbereitet sein – mit

Schule haben sie nicht viel zu tun. Die meisten Lehrer sind

um diese Tageszeit zu Hause, regulärer Unterricht findet kaum

noch statt. (SPIEGEL online, 20.11.2013)

Josef Kraus, 64, Direktor eines Gymnasiums im bayerischen

Vilsbiburg und langjähriger Präsident des Deutschen Lehrerverbandes,

unterscheidet drei Kategorien von Helikoptereltern:

„Die Transporthubschrauber bringen ihre Kinder zur

Schule und tragen ihre Ranzen in die Klasse. Die Rettungshubschrauber

tragen ihren Kindern vergessene Pausenbrote

und Turnbeutel in die Schule hinterher und sind grundsätzlich

bereit, Unsummen für Nachhilfeunterricht auszugeben.

Und die ‚Black Hawks‘ drohen mit dem Anwalt.“ (Hamburger

Abendblatt, 20.11.2013)

Auszug aus einem Interview mit dem Hirnforscher Hüther: Im

Dialog der Arbeitsgruppe „Zukunft der Bildung“ mit der Bundeskanzlerin

sind wir jedenfalls zu dem Ergebnis gekommen,

dass man Pädagogen ausbilden sollte, die nicht primär dazu

da sind, Wissen zu vermitteln. Sondern Lehrer, die in der Lage

sind, die in den Kinder steckenden Begabungen und Talente

zur Entfaltung zu bringen. Wir arbeiten gerade den Masterstudiengang

„Potenzialentfaltungscoach“ aus. Ab Herbst 2013

soll er starten. (taz.de, 20.11.2013)

Was ist dran am Feindbild des faulen Lehrers? Ihr Ruf wird

schlechter – und ihre Belastung größer: Lehrer müssen sich

nicht nur an der Tafel, sondern auch vor Eltern, Direktoren

und Behörden beweisen. (Die Welt, 28.11.2013)

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Eigentlich müsste das, was heute als „Bildung“ firmiert, umbenannt

werden. Denn mit Bildung hat die derzeitige Kompetenz- und Informationsvermittlung

an Schulen und Hochschulen nur noch wenig

zu tun, kritisierte der Würzburger Pädagoge Professor Dr. Andreas

Dörpinghaus in seinem Festvortrag bei der Abschlussfeier

für die Lehramtsstudierenden an der Universität Würzburg...

Wie kaum ein anderer verkörpert der preußische Reformer Wilhelm

von Humboldt das Ideal humanistischer Bildung. Von diesem

Ideal ist das heutige „Bildungssystem“ weit entfernt, zeigte

Dörpinghaus während der vom Zentrum für Lehrerbildung an der

Universität Würzburg organisierten Absolventenfeier auf. „Bildung

hat ihre widerständige Dimension verloren“, konstatierte der

Lehrstuhlinhaber. Die Bildungspolitik schwenkte zwischenzeitlich

auf einen Kurs ein, der immer mehr Kontrolle und Verwaltung verlangt.

Statt Mündigkeit zu ermöglichen, werde Anpassungsverhalten

befördert, kritisierte Dörpinghaus. (Main-Post, 6.2.2013)

Diese Woche hat der Schweizer Lehrerverband LCH seine Position

am Lehrplan 21 veröffentlicht. Diese fiel deutlich und kritisch aus.

Der Dachverband von 33 Lehrerorganisationen stellt sich zwar

grundsätzlich hinter das Werk, welches die Bildung in der Volksschule

aller 21 deutschsprachigen Kantone harmonisieren soll. Er

sei jedoch überladen und schwer verständlich. Schwächere Schüler

könnten überfordert werden. Der LCH fordert unter anderem klare

Mindestansprüche an die Schüler, weniger Kompetenzziele sowie

nur eine obligatorische Fremdsprache in der Primarschule. (Neue

Zürcher Zeitung, 24.11.2013)

Oberpfälzer Schule 2013/6 27


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