fotocommunity Magazin Menschen und Landschaften (Vorschau)

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ColorFoto

fotocommunity

MAGAZIN

Porträts

Zurückgeschaut

Alltag

Menschen

gegenüber

Berge

Leer und weit

Feuerwerk

Praxis –

faszinierende

Lichter

Menschen und

Landschaften

Geschichten mit der Kamera

März/April | 2/2014

12,80 Euro

Fotografin: Lotta van Droom,

Bildtitel: rose red

Österreich: € 14,60 Schweiz: sfr 25,60

BeNeLux: € 14,70


MOVE INTO A NEW WORLD

Das neuste Modell der preisgekrönten OM-D-Serie ist superschlank, leicht und mit allen Funktionen ausgestattet, um

die wichtigsten Momente in Ihrem Leben in brillanter Qualität festzuhalten. In Kombination mit der großen Auswahl

an exzellenten ZUIKO-Wechselobjektiven bietet die OM-D E-M10 die Vielseitigkeit, die anspruchsvollen Fotografen

gerecht wird. Einzigartiges Design, eine hochwertige Verarbeitung und Top-Leistung für besondere Aufnahmen.

Willkommen in einer neuen Welt.

Mehr bei Ihrem Händler oder besuchen Sie uns online.


editorial

Titelbilder

Ausgabe 03/2013

Ausgabe 01/2014

Ausgabe 02/2014

Foto: Lotta van Droom Foto: Susann Loessin Foto: Hongjie Jiang

Foto: Markus Reugels

Foto: Peter Lindel

Foto: Marzena Wieczorek

Liebe Leser,

für den Erfolg von Magazinen

haben Titelbilder eine erstaunlich

große Bedeutung. Wir testen deswegen

derzeit unterschiedliche

Motive und liefern das aktuelle

Heft wie auch zwei weitere Vorgängerhefte

mit je zwei Titelbildern

aus. So kann dann in Hamburg

ein anderes Titelbild am

Kiosk liegen als in München. Da

das zu einiger Verwirrung geführt

hat, sehen Sie hier im Überblick

die doppelten Titel. Auf der folgenden

Doppelseite stellen wir

zudem die beiden aktuellen Motive

und ihre Fotografinnen vor.

Schreiben Sie uns doch, welche

Ihnen besser gefallen.

Mit herzlichem Gruß

Werner Lüttgens

Werner Lüttgens,

Chefredaktion

3


ein bild und seine Geschichte

rose red

Fotografin: Lotta van Droom, Bildtitel: rose red

Die Idee entstand bei einem Waldspaziergang. Ein paar

meiner Fotos waren schon mit Hilfe von Naturmaterialien

entstanden und mir schoss ein edles und opulentes

Styling in den Kopf. Das Model sollte eine junge Frau

mit langem Haar und heller Haut sein. Ich suchte mit

meiner befreundeten Stylistin also Äste, die sich biegen

ließen und Laub. Des Weiteren fanden wir noch getrocknete

Beeren, die perfekt zu dieser Idee passten. Die Idee

war es, den Ast und die Haare von meinem Model miteinander

zu verflechten und zu verbinden, sodass es

nach einer Symbiose aussieht. Da ihre Haare sehr lang

waren, war es kein Problem den Ast vollständig damit zu

umflechten. Ich wählte ein sehr dezentes Make­up, und

die Haut musste blass und zart wirken. Fast porzellanartig.

Ihre roten Haare passten perfekt zu meiner Idee.

Für den Hintergrund wählte ich eine Styroporplatte, da

ich eine helle, aber nicht ganz glatte Fläche wollte. Ich

fotografierte mit einer Sony Alpha 57 mit Standardobjektiv,

Blende 5,6, 1 /200 s und ISO 100. Außerdem benutze

ich einen Studioblitz kombiniert mit einer Softbox.

Mit meinem Fotobearbeitungsprogramm passte ich

nachträglich die Farben soweit an, bis ich die gewollte

Zartheit erreicht hatte. Dann legte ich über das ganze

Foto noch eine helle graue Ebene mit sehr geringer

Deckkraft. Am Ende erschien mir mein Foto sogar noch

schöner, als ich es mir vorgestellt hatte, was natürlich

auch an der wundervollen Arbeit meines Models Anika

und meiner Stylistin Aislinn lag.

www.fotocommunity.de/pc/pc/extra/homepagephotos/

display/31840259

4


Shapes

of the

morning

Fotografin: Marzena Wieczorek, Bildtitel: Shapes of the morning

Porträts im Speziellen und Menschen im Allgemeinen

draußen, im Freien aufzunehmen, ist eine Leidenschaft

von mir. Die Versuchung aber, auszuprobieren, wie ich

in einem Raum damit zu Recht zu komme, war immer

groß gewesen.

Dieses Bild entstand während meines ersten Foto-Shootings

mit einem Model in einem Raum. Weil ich keine

Studioausrüstung hatte, dafür aber eine Idee, war viel

Improvisation gefragt. Als einzige Lichtquelle diente das

Fenster. Ich habe viele Fotos gemacht, aber nur mit diesem

einen waren wir letztlich beide, das Model und ich,

zufrieden. Wahrscheinlich nicht durch Zufall, denn ein

weiteres meiner Lieblingsthemen in der Fotografie ist

moderne Architektur, sodass ich mich um eine möglichst

perfekte Zusammensetzung von Linien und Formen bemüht

habe.

Das ursprüngliche Bild an der Wand hat mir nicht gefallen.

Gut so. Denn so kam mir die Idee, einen Ausschnitt

aus dem Überwurf des Models in den Rahmen zu setzen.

Neben den herkömmlichen Bearbeitungsschnitten wie

Kontrastverstärkung, Schärfen und so weiter habe ich

das Bild in Schwarzweiß umgewandelt und anschließend

bläulich getönt. Zu guter Letzt habe ich dem Ganzen

noch eine feine Struktur verpasst und die Ränder

abgeschattet, sodass das Auge des Betrachters auf das

Wesentliche gelenkt wird.

Redaktion Sabine Schneider

http://www.fotocommunity.de/fotografin/marzenawieczorek/1533552

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08

Italienisch

sinnlich

Gioacchino Dell Erba macht

das, wovon wohl viele Fotografen

träumen, wunderschöne

Frauenbilder.

Foto: Gioacchino Dell Erba

76

Into the wild

Tierfotografie, Teil 1:

Bilder aus dem Freigehege,

dem idealen

Übungsgelände für

Tierfotografen, von

Peter Lindel.

Foto: Peter Lindel

Foto: Daniel Peto

82

Feuerwerke

Feuerwerke gekonnt

in Szene gesetzt von

Daniel Peto, mit Tipps

zu Kamerastandpunkt,

Aufnahmetechnik und

Nachbearbeitung.

108

Sony A 7/7R

Spiegellose Systemkameras

mit 24/36 MP,

elektronischem Sucher

und üppiger Ausstattung.

Fotos: Hersteller

18

Natur pur

Die Naturfotografen Sandra

und Stefan Grünig-Karp

spüren auf ihren Fototouren

und Reisen gezielt

sehenswerte Motive auf.

Foto: S. Grünig-Karp

6


Inhalt

28

Menschlich

Karl Knerr fotografiert

von Kindesbeinen an

am liebsten Menschen.

44

Dokumente des

Alltags

Jörn Stubbe fotografiert schwarzweiß,

analog. Er setzt auf Entspannung

und Langsamkeit. Das Licht

ist immer das vor Ort verfügbare.

Foto: Jörn Stubbe

Foto: LichtSchatten-Sucher

116

Nikon Df

mit 16-Megapixel-Vollformatsensor

und Top-Bildqualität

im Retro-Design.

88

Wettbewerb

Das Portfolio der Redaktion

und die Sieger des Creativ-

Wettbewerbs mit dem Thema

„Landschaft“

Foto: Karl Knerr

Foto: Hersteller

Editorial .............................................. 03

Die Titelbilder und ihre

fc-Fotografen ..................................... 04

Portfolios

Frauenbilder

„Italienisch sinnlich“ von

Gioacchino Dell Erba .......................... 08

Landschaftsfotografie

„Natur pur“ von

Sandra und Stefan Grünig-Karp ..........18

Menschen fotografieren

„Menschlich“ von

Karl Knerr ............................................ 28

Analogfotografie in Schwarzweiß

„Dokumente des Alltags“ von

Jörn Stubbe ......................................... 44

Service

fotocommunity Service .................... 56

Ausstellungstipps ............................. 60

Buchtipps .......................................... 62

Fotopraxis

Lightroom 5

Wie Sie die Bildverwaltung

professionell bedienen ........................ 68

Bildgestaltung

Fotografieren heißt sehen lernen.......... 72

Tierfotografie, Teil 1

„Into the wild“ von Peter Lindel ........... 76

Feuerwerke fotografieren

„Feuerwerke“ von Daniel Peto ............. 82

Wettbewerb

Creativ-Wettbewerb „Landschaft“

Das Portfolio der Redaktion ................ 90

Die Sieger ...........................................100

Produkte

Kameratests

Sony A7 und A7R ............................. 108

Nikon Df ..............................................116

Produktneuvorstellungen ...............122

Vorschau ...........................................130

7


Portfolio | Gioacchino Dell erba

Italienisch

sinnlich

Gioacchino Dell Erba macht das, wovon

wohl viele Fotografen träumen, wunderschöne

Frauenbilder. Doch nicht nur seine

Arbeiten sind sinnlich italienisch, auch seine

Arbeitsweise.

Alle Fotos: Gioacchino Dell Erba

8


Portfolio | Gioacchino Dell erba

10


Portfolio | Gioacchino Dell erba

12


Portfolio | Gioacchino Dell erba

14


doch eine Ehre und etwas Besonderes, wenn er erleben

darf, wie ein Model einen Teil von sich für die Fotografie

preisgibt.

Ausrüstungswahl

Die Wahl der Ausrüstung ist dabei für ihn nebensächlich. Er

packt einfach alle seine Festbrennweiten ein, für alle Fälle,

wenngleich er am Ende dann doch nur mit einer 85er-Festbrennweite

fotografiert. Da er zudem nur mit Tages- und

Umgebungslicht shootet und auf eine Visagistin verzichtet,

bleiben am Ende nur: der Fotograf, das Model und die Kamera.

Aufnahmetechnik & Bildgestaltung

Er fotografiert bevorzugt mit offener Blen de. So verschwimmen

Details im Hintergrund und das Model rückt automatisch

in den Bildmittelpunkt, auch wenn es sich rein flächenmäßig

nicht in diesem befindet. Dadurch, dass Details

verschwimmen, kann Giacchi zudem großzügig mit den

grafischen Linien im Hintergrund spielen. Auch Unreinheiten

oder Unschö nes wie Nägel oder Wandflecken werden

für das Auge des Betrachters unsichtbar.

Bildbearbeitung

Giacchi versucht seine Fotografien möglichst wenig am

Computer zu retuschieren und alle Details gleich bei der

Aufnahme richtig festzuhalten. Natürlich entfernt er Pickelchen

oder sonstige Elemente, welche die Schönheit

und Natürlichkeit des Models stören könnten. Dann entscheidet

er, ob er einen Filter über das Bild legt oder die

Schwarzweiß-Version vorzieht. Am Ende wählt er den

Bildausschnitt.

Shootingvorbereitung

Gioacchino, kurz Giacchi, hat, kennt er sein Model nicht,

fast nie einen Plan oder eine Ahnung, welche Fotos bei

einem Shooting entstehen sollen. Sein Rezept ist so sehr

einfach: Er geht mit seinem Model zuerst einen Kaffee trinken,

um es kennenzulernen. Im Gespräch mit dem Model

zeigt sich dann schnell die Richtung, in der und ob man

zusammenarbeiten möchte. Stimmt die Chemie, schießt er

gleich ein paar Probe aufnahmen, um festzustellen, wie sich

die Person bewegt und gibt. Schließlich ist die wichtigste

Shooting-Voraussetzung, dass alle sich wohlfühlen.

Bildideen

Natürlich hat auch Giacchi manchmal schon ein Bild im

Kopf, welches er gerne umsetzen würde, doch ordnet er seine

Ideen stets den Wünschen und Möglichkeiten des Models

unter. So entstehen seine Bildideen zumeist vor Ort,

aus einer Kombination von Location und dem Model und

vor allem dessen Fähigkeit, sich ihm zu öffnen. Ist es für ihn


Portfolio | Gioacchino Dell erba

„Kopfkino“

Gioacchino

Dell Erba

Fotografische Themenschwerpunkte:

Aufnahmen

von Frauen, Halbakt in

natürlichem bzw. Umgebungslicht.

www.fotocommunity.de/

fotograf/giacchi/1434106

www.giacchi.de

Ausrüstung

Kameras:

Nikon D700/600

Objektive: Festbrennweiten

35, 50 und

85 mm

Zubehör: Meine Augen

Vor circa sechs Jahren hatte Gioacchino Dell Erba das

erste Mal eine Digitalkamera in der Hand, weigerte er

sich doch bis dahin, seine Bilder auf Chip zu bannen. Er

vertrat die Meinung, analog böte die bessere Qualität. Mit

der Kamera in der Hand, gestand er sich dann aber ein, dass

ihm die digitale Technik neue Möglichkeiten eröffnet,

konnte er doch die Ergebnisse sofort beurteilen, dementsprechend

reagieren und zum Beispiel das Foto wiederholen,

wenn es misslungen war. Ein Vorteil, der gerade bei der

Fotografie von Menschen den Ausschlag geben kann. Für

ihn der Grund, sich mit der Zeit an die Aufnahme von

Frauenporträts und Halbakte heranzutrauen.

Mit der digitalen Technik, begannst

Du verstärkt Frauenporträts und

Halb akte zu fotografieren. Wie darf

ich mir Deine ersten Shootings vorstellen?

Ich habe lange gebraucht, bis ich mich an das Fotografieren

von Halbakten und Akten heranwagte. Gibt es doch

schon massig schlechte Aufnahmen, und ich war mir einfach

nicht sicher, ob ich es schaffen würde, Sinnlichkeit und Schönheit

einer Frau darzustellen, ohne diese billig aussehen zu lassen.

Zu Anfang fotografierte ich meine Freundin. Diese machte

mir dann Mut, fand sie meine Aufnahmen doch schön und

ansprechend. So fing ich an, beim In-Szene-Setzen des Models

mehr auf mein Bauchgefühl und Herz zu vertrauen. Zudem

habe ich das Glück, viele wunderschöne Frauen zu

meinem Bekanntenkreis zu zählen. Hatte ich diese bisher porträtiert,

nervte ich nun bald alle, dass ich sie noch einmal als

Akt oder Halbakt ablichten wollte.

Was macht für Dich die Faszination

Halbakt- und Akt fotografie aus?

Mir geht es eigentlich gar nicht um die Aktfotografie,

mir ist nur irgendwann aufgefallen, dass ein Porträt einer

teils unbekleideten Person viel mehr wirkte, als das einer voll

bekleideten. Es liegen Welten dazwischen, und dass obwohl es

sich dabei oft um nicht mehr als eine nackte Schulter dreht. Ich

liebe Kopfkino – auf dem Bild ist nichts zu sehen, und im Kopf

des Betrachters spulen sich ganze Filmrollen ab.

Welche Teile Deiner Ausrüstung sind

für Dich bei der Aktfotografie unentbehrlich

und warum?

Kamera und Objektiv sind für mich nebensächlich.

Meine Augen, mein Bauchgefühl und das Vertrauen des Models

– ja, seine Hingabe, gehören für mich zu den unentbehrlichen

Komponenten, die über Gelingen oder Misslingen einer

Aktaufnahme entscheiden. Es ist ganz einfach: Stimmt die

Chemie zwischen Model und Fotograf nicht, wird nur Ausschuss

produziert.

Du hast Dich im August 2009 in

der fotocommunity (fc) registriert.

Welche Funktionen der fc schätzt

Du besonders?

Ich habe durch die fc und den familiären Umgang

der Fotografen miteinander von Anfang an viel gelernt.

Ich schätze die Meinung anderer Fotografen, und die

fc ist ein wunderbarer Ort, um sich auszutauschen und sich

zu verbessern.

Holst du Dir auch Anregungen in der

fc? Und welchen Einfluss hat die fc

auf Deine Fotografie?

Auch wenn ich Bilder anderer fc-Fotografen betrachte,

dienen diese Fotografien nicht als Vorlagen, um

Ähnliches zu fotografieren. Nein, ich möchte meine Bilder

ganz unbelastet gestalten. Natürlich ist mir klar, dass alles

schon in irgendeiner Form da war, dennoch schätze ich das

Gefühl, dass Bildausdruck und -komposition von mir

stammen.

Dann hast Du gar keine fotografischen

Vorbilder?

Na ja, wenn man denn von Vorbildern sprechen

möchte, sehr gefallen haben mir von Anfang an – und das

bis heute – Menschen, die ich nun persönlich kenne und

sehr schätze, zum Beispiel die fc-Fotografen Andreas

Puhl, Stefan Beutler und Rolland Flinta. Sie schießen einfach

fantastische Aufnahmen von Menschen, genauso wie

Noni Photos für mich herausragende und unerreichte

Kinderbilder aufnimmt. Natürlich gibt es noch viele mehr,

doch die Nennung aller würde hier den Rahmen sprengen.

Was macht für Dich Deine persönliche

Handschrift aus?

Ich hoffe, dass man meinen Bildern auf den ersten

Blick ansieht, dass ich sie gestaltet und aufgenommen

habe. Ich erkenne zum Beispiel eine Aufnahme von den fc-

Fotografen Stefan Beutler, Raphael Guarino, Rolland Flinta

oder Andreas Puhl auf 100 Metern Entfernung. Ich hoffe,

meine Bilder haben oder werden auch einmal einen solchen

Wiedererkennungswert haben – zumindest dann,

wenn ich erwachsen werde.

Redaktion Henriette Struss

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Portfolio | Sandra und Stefan Grünig-Karp

Pur!

Natur

Die fc-Naturfotografen Sandra und

Stefan Grünig-Karp machen die Berge

rund um den Globus unsicher. Zielgerichtet

und akribisch spüren sie dazu sehenswerte

Motive bereits vor ihren Fototouren und

Reisen auf. Perfekt vorbereitet rücken Sie

der Natur auf den Leib – im Zweifelsfall

gleich mehrmals.

Alle Fotos: Sandra und Stefan Grünig-Karp

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Portfolio | Sandra und Stefan GrüniG-KarP

20


Portfolio | Sandra und Stefan Grünig-Karp

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Portfolio | Sandra und Stefan GrüniG-KarP

Themenfindung

Den Stein des Anstoßes für eine Fototour kann zum Beispiel

ein Bild in einem Magazin oder im Internet liefern.

Oft suchen die Landschaftsfotografen auch schöne Plätze

anhand von Schweizer Landkarten. Stefan Grünig-Karp

erläutert: „Mit Hilfe der Karten Swisstopo lässt sich relativ

genau erörtern, wie die Landschaft vor Ort aussieht. Kleine

Seen oder freistehende Bäume versprechen gute Vordergründe.“

Wenn die zwei einen vielversprechenden

Platz gesichtet haben, beurteilen sie anhand der Karten,

wie das Licht einfällt und zu welcher Jahreszeit das Motiv

am fotogensten ist.

Fototour

Vor dem Start einer Fototour werden dann erst einmal die

Wetterprognosen studiert. Erst dann zieht das Paar in die

Berge. Die Fototour zum Wunschmotiv startet. Im Sommer

gehört dabei zur Ausrüstung ein Zelt, so können die

beiden am Motiv übernachten und sparen sich die sonst

oft mehrstündige, erneute Wanderung oder Anfahrten

mitten in der Nacht. „Dennoch ist es oft mit einer Tour

nicht getan, und wir müssen wiederkehren, bis Licht und

Stimmung passen“, urteilt Sandra Grünig-Karp.

Ausrüstung

Damit sie bei ihren Foto-Bergtouren nicht so schwer zu

tragen haben, nehmen sie je nur ihre Nikon D800 mit

Filter, Fernauslöser und Stativ sowie jeweils ein Weitwinkel

mit. Stefan erläutert: „Das Weitwinkelobjektiv

mit Pol- und Grauverlaufsfilter ist in Berg und Tal unabkömmlich,

sonst geht nicht alles aufs Bild. Zudem lassen

sich mit einem Weitwinkel, Bilder mit schönem Vordergrund

und genügend Tiefenschärfe gestalten.“ Pol- und

Grauverlaufsfilter schätzen sie bei grauem Wetter und

im Morgen-/Abendlicht, um die Tonwerte auszugleichen

und den Himmel nicht zu hell erscheinen zu lassen.

Beim Einsatz von Makro und Tele wechseln sie sich ab.

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Genügend Akkus und Speicherkarten sowie Trinkwasser

und ein Nachtmahl sind sowieso ein Muss. Zelt und

Schlafsäcke (exped) sowie die aufblasbaren Iso-Matten

haben die Fotografen genauso nach Gewicht ausgesucht.

Nachts, morgens und abends arbeiten Sandra und

Stefan mit Stativ, Fernauslöser und entweder mit dem

Grauverlaufsfilter Cokin System oder mit HDR-Technik.

Bildgestaltung

Bei Weitwinkelaufnahmen sollen die Aufnahmen der

zwei Naturfotografen immer einen ansprechenden Vordergrund

zeigen. Gerne wenden die beiden zum Bildaufbau

den Goldenen Schnitt an. Den Himmel zeigen

sie nur groß, bietet er spannende Wolkenkonstellationen

oder andere aufregende Details, ansonsten geben

sie der Landschaft mehr Raum. Stefan urteilt: „Das

Wichtigste an einer Landschaftsaufnahme ist doch das

richtige Licht und dass Hintergrund und Vordergrund

harmonieren.“

Nachbearbeitung

Zu Hause am PC entwickeln die zwei Fotografen ihre

RAW-Aufnahmen mit Nikon Capture NX2, setzen Farbpunkte

und gleichen starke Kontraste aus. Danach erfolgen

in Adobe Photoshop Tonwertkorrektur, das Anpassen

von Tiefen, Lichtern, die Farbbalance sowie eine selektive

Farbkorrektur. Natürlich werden dabei Sensorflecken gestempelt.

Nur in einzelnen Fällen bearbeiten die Fotografen

Vordergrund und Himmel separat. Sandra erläutert:

„Natürlich versuchen wir die Farben und Kontraste

aus den eher flauen RAW-Bildern herauszuholen. Doch

mit extremen Verfremdungen, wie einer sehr starken

HDR-Bearbeitung können wir nichts anfangen, wollen

wir doch die Landschaften möglichst so darstellen, wie

sie wirklich sind.“

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Portfolio | Sandra und Stefan GrüniG-KarP

„…nicht nur fotografisch“

Stefan: Die immer wechselnden Lichtstimmungen,

und dass der Fotograf die Landschaft gut kennen muss, um einschätzen

zu können, wann der beste Zeitpunkt für den perfekten

Schuss ist. Die Natur ist unberechenbar, und so muss

der Fotograf dazu oft mehrmals an den gleichen Platz reisen.

Zudem wird es dem Naturfotografen durch die unterschiedlichen

Inszenierungen in den vier Jahreszeiten nie langweilig.

Sandra: Wir sind bei wunderschönen Lichtstimmungen

draußen und können diese genießen. Das ist ein Erlebnis!

Doch auch andere Länder ziehen uns an. Unbekanntes,

Neues entdecken, neue „Schätze“ finden. Wir reisen viel.

Sandra &

Stefan

Grünig-Karp

www.fotocommunity.

de/fotografin/sandraka/

458358

www.fotocommunity.

de/fotograf/stefangruenig/

672008

Weitere Webseiten:

www.natur-welten.ch

http://natur-weltenfotografie.blogspot.ch/

Ausrüstung

Kameras: Nikon D800

Objektive: AF Nikkor:

24–120 mm, 17–35 mm,

24–70 mm, 7–200 mm,

20 mm, 105 mm Micro,

60 mm Micro

Zubehör: Pol- und Grauverlaufsfilter

für alle Objektive,

Kabelauslöser, Stativ

Ihr habt Euch über die Fotografie

kennengelernt. Wie war das genau?

Sandra: Wir lernten uns im Frühling 2007 in

einem ersten Schritt virtuell in der fotocommunity (fc) kennen.

Zuerst schrieben wir uns Fotomails, dann machten wir

einmal ein Fototreffen ab, unternahmen unseren ersten gemeinsamen

Ausflug ins nahegelegene Diemtigtal und weitere

Fotowanderungen folgten. Auf einer unserer Touren zu

den schönen Frauenschuh-Orchideen im Gasterntal verliebten

wir uns. Bald entschieden wir, gemeinsam durchs

Leben zu gehen, nicht nur fotografisch …

Und wie seid Ihr jeweils zur fotocommunity

gekommen?

Sandra: Stefan erzählte ein Freund von der fc, und

ich stieß über die Publikation „Schweizer Familie“ auf die fc.

Habt Ihr schon lange vor Eurem

Beitritt in die fc fotografiert?

Stefan: Wir fotografieren beide seit Kindesbeinen.

Zuerst mit Kompaktkameras in den Familienferien, dann,

mit dem Alter, wuchs das fotografische Interesse und so bildeten

wir uns mittels Büchern, Internet und Kursen weiter.

Wie speziell kamt Ihr dann zur

Naturfotografie?

Stefan: Wir sind jeweils mit unseren Familien immer

sonntags wandern gegangen. Wir verbrachten als Kinder

jede freie Minute draußen in der Natur. Da lag die Naturfotografie

nahe.

Was macht für Euch heute die Faszination

Naturfotografie aus?

Was sind Eure Lieblingsmotive und

warum?

Stefan: Ich mag Motive, die ich lange betrachten

kann und an denen ich immer wieder Neues entdecke. Die

Bilder sollten möglichst viele Details enthalten und von vorne

bis hinten scharf durchgezeichnet sein – Weitwinkelaufnahmen

mit beispielsweise Blumen, Steinen oder Flechten

im Vordergrund.

Sandra: Ja, auch ich schätze Weitwinkelmotive sehr,

vor allem bei Morgen- oder Abendlicht. Es ist ein Erlebnis,

das wechselnde Licht zu beobachten und festzuhalten. Ich

mag aber genauso Makromotive. Das Isolieren von kleinen

Dingen, welche die meisten Menschen unbeachtet links liegen

lassen.

Was unterscheidet den Blick Stefans

vom Blick Sandras?

Stefan: Unsere Blicke haben sich am Anfang – als

wir uns kennengelernt haben – total unterschieden. Sandra

war die absolute Makrofotografin und hat überall Details

gesehen.

Sandra: Und Du hast damals noch nicht einmal

ein Makroobjektiv besessen. Stefan interessierte das nicht.

Er war der Landschaftsfotograf. Mit der Zeit haben wir uns

aber dann immer mehr für den Blick des anderen interessiert.

Nun lässt sich fast nicht mehr sagen, dass unsere Blicke

sich unterscheiden.

Holt Ihr Euch Anregungen in der fc?

Wie beeinflusst die fc Eure Fotografie?

Sandra: Wir finden Ideen und schöne Fotoplätze

durch die fc. Die fc war zudem wichtig, um unser fotografisches

Wissen aufzubauen. Wir haben viele gute Tipps erhalten,

vor allem in Sachen Bildbearbeitung.

Stefan: Wenn wir ein gutes Bild in der fc sehen,

fragen wir uns immer, wie der Fotograf dieses umgesetzt hat.

Als Funktionen schätzen wir besonders die Favoriten- und

natürlich die Kommentar-Funktion.

Welche fotografischen Vorbilder habt Ihr?

Sandra: Stefan haben es David Muench und

Dölf Reist angetan, mir Urs Lüthi und Jack Brauer.

Redaktion Henriette Struss

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Portfolio | Karl Knerr

Menschlich

Individuell nimmt fc-Menschenfotograf

Karl Knerr die Herausforderungen

der unterschiedlichsten

Themen an. Seine Bilder sollen

dabei ungestellt wirken, auch

wenn Sie einiger Vorbereitungen

bedürfen. Erfahren Sie mehr zu

Themenfindung, Ausrüstung,

Shooting und Nachbearbeitung.

Alle Fotos: Karl Knerr

28


Portfolio | Karl Knerr

30


Portfolio | Karl Knerr

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Portfolio | Karl Knerr

Themenfindung

Menschen-Fotograf Karl Knerr kommt auf ganz unterschiedliche

Weise zu seinen Themen. Oftmals hängt das

Thema davon ab, was die Modelle oder „Kunden“ erwarten

oder welche eigenen Vorstellungen sie mitbringen. Je

genauer er das weiß, desto besser kann er sich darauf

einstellen. Letztens fotografierte er drei klassische Musikerinnen

auf einer Bühne mit Flügel und kurz darauf

einen argentinischen Charango-Spieler, der für ein CD-

Projekt Porträtbilder mit Instrument benötigte, dann

wiederum Werbebilder mit Gästen für ein Restaurant

oder einen Biker auf einer Harley während der Fahrt. Die

fotografischen Herausforderungen unterscheiden sich

dabei natürlich je nach Themengebiet erheblich.

Improvisation

Private Shootings mit Freunden laufen hingegen eher locker

ab. Steht die Grundidee, vereinbart er mit ihnen Zeit

und Ort, und die Akteure überlegen sich, was sie gerne in

Bildern sehen würden. Dann wird kreativ improvisiert.

Karl Knerr ergänzt: „Für mich ist das eine gute Gelegenheit,

Neues auszuprobieren, weil wir nicht unter Zeitdruck

stehen.“ Der Wohnwagen auf einigen seiner Aufnahmen

gehört etwa Freunden. Sie und Karl Knerr waren

sich einig über den Einsatz dieses Retrodesigns. Da Karl

schon seit längerem seine Kompaktblitze in einem Outdoor-Shooting

testen wollte, trafen sie dafür gemeinsam

die Vorbereitungen.

Ausrüstung

Für ihn absolut unentbehrlich ist natürlich seine Kamera,

denn ohne diese gäbe es keine Fotos. Bei Selbstporträts

sind zudem Stativ und Funkauslöser sehr hilfreich,

weil sich mit diesen bequemer fotografieren lässt. Bei

Porträt-Shootings im Studio reichen ihm für ausdrucksstarke

Aufnahmen oftmals ein Blitz mit Schirm oder

Softbox und ein Reflektor. Die Wahl der Ausrüstung

(Weitwinkel, Tele, Autofokusgeschwindigkeit) hängt

34


aber immer von den Anforderungen eines Shootings

und der gewünschten Bildaussage ab. Manchmal lässt

sich auch mit einem lichtschwachen Objektiv eine dem

Motiv angemessene Bildqualität erzielen.

Shootingvorbereitung

Grundsätzlich prüft Karl Knerr vor dem Shooting alles,

was beim Fotografieren zum Einsatz kommen soll, auf

seine Funktionalität, egal ob Akkus, Blitze, Objektive

oder Kameras. Manchmal stellt er auch diverse Utensilien

zusammen, um ein bestimmtes Ambiente zu erzeugen.

So etwa wenn er seine Akteure in einer bestimmten

Kleidung sehen möchte oder ein kleines „Bühnenbild“

benötigt.

Bildausdruck

Karl Knerr möchte, dass seine Bilder ungestellt wirken

und eine für den Betrachter überschaubare Lichtsituation

besitzen. Bei seinem Bild „1945“ wählte er zum Beispiel

spezielle Kleidung, einen engen Schnitt, den Blick ins

Leere und die Schwarzweißumsetzung.

Menschenfotograf Karl Knerr erläutert: „Dem Betrachter

soll beim Anschauen der Aufnahme eine Suggestion von

Luftschutzkellern, Bunkern, Hunger, gebückter, kauernder

Haltung, innerer Leere und Hoffnungslosigkeit – und

somit ein Gefühl der Jahre gegen Ende des zweiten Weltkriegs

– vermittelt werden.“

Nachbearbeitung

Seine Bilder bearbeitet Karl Knerr sehr unterschiedlich

und immer abhängig vom Motiv nach. Standard ist die

Wahl des genauen Bildausschnitts, die eventuelle Umwandlung

in Schwarzweiß, das Verbessern von Kontrasten

und das Optimieren von Farbstimmung und Farbsättigung.

Der gewünschte Bildausdruck heiligt die

Mittel.

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Portfolio | Karl Knerr

Titel: 1945

36


„…keine vorgefertigten

Posen…“

Wie bist Du zur Fotografie von

Menschen gekommen?

Schon als Kind fotografierte ich am liebsten Menschen.

Zuerst meine Eltern und andere Familienmitglieder,

dann meine Freunde und Klassenkameraden, später meine

Partnerinnen. Mit meiner Minolta Z1 versuchte ich mich

dann 2003 am gezielten Lichtsetzen. Schnell wurde mir bewusst,

welche Potentiale darin stecken. So setze ich mich seit

dem Kauf meiner ersten DSLR 2005 noch intensiver mit dem

Thema Licht auseinander.

Was fasziniert Dich beim Fotografieren

von Menschen?

Menschen als Motive erschöpfen sich nicht. Jeder

Mensch und jedes Gesicht ist einzigartig und erzählt eine

eigene Geschichte. Ich mag es, zu sehen, wie sich im Laufe

eines Shootings die Ausstrahlung der zu Porträtierenden

ändert, weil sie sich entspannen und die Scheu vor der Kamera

verlieren. Andere wiederum starten sofort durch und

setzen sich souverän in Szene. In jedem Fall wird es nie

langweilig.

Was sind Deine Lieblingsmotive und

warum?

Wenn ich zum Beispiel auf Veranstaltungen unterwegs

bin, liebe ich es, mit dem Teleobjektiv kleine Szenen

herauszupicken, die das private Empfinden widerspiegeln.

Da ich dafür fast nie einen Aufsteckblitz nutze, kann

ich sehr dezent aus dem Hintergrund agieren.

Du hast Dich im November 2006 in

der fc registriert. Wie bist Du zur fc

gekommen und welche Funktionen

der fc schätzt Du besonders?

Unter meinem bürgerlichen Namen „Karl

Knerr“ besitze ich seit August 2004 einen fc-Account. Ich

hatte damals schon unzählige Insektenmakros auf meiner

Festplatte und wurde durch einen Freund auf die fc aufmerksam.

Nach dem Upload erster Bilder und zahlreichen

positiven Kommentaren, war ich sehr schnell vom fc-Virus

infiziert. Gerne tauschte ich mich mit Gleichgesinnten

aus und freute mich über Kritik und Anerkennung. Der

„Orange“-Button gehört auch heute noch zu den Funktionen,

die ich am meisten schätze. So bin ich immer auf

dem Laufenden, was meine Freunde in der fc so treiben.

Im Laufe der nächsten beiden Jahre verschoben sich meine

Prioritäten in Richtung Porträt- und Aktfotografie.

Deshalb legte ich im November 2006 einen zweiten Account

als Karl Feldmann an.

Welchen Einfluss hat die fc auf

Deine Fotografie?

Anfangs holte ich mir Anregungen. fc-Naturfotografen

wie Markus Gebel oder Thomas Block halfen mir und

spornten mich an, mein technisches Niveau zu verbessern.

Auf der anderen Seite war es, nicht nur damals, die Fotografin

Ivy Ó Donóghúe, die mich gelehrt hat, dass Technik nur eine

Seite der fotografischen Medaille ist, während Herz und Seele

die andere Seite zieren. Heutzutage sind es unter anderem

fc-Fotografen wie don ricchilino oder Corwin von Kuhwede,

deren Arbeiten ich mir gern zur Inspiration anschaue.

Was ist Dein Bezug zu den Arbeiten

von Joseph Beuys?

Ich persönlich sehe da keinen Bezug. Manche

Betrachter entdecken allerdings in meinen Selbstporträts

Ähnlichkeiten zu Beuys. Andere fühlen sich wiederum an

Karl Valentin erinnert. Zu guter Letzt wurde auch schon

Hugh Laurie genannt.

Was macht für Dich Deine persönliche

Handschrift aus?

Ich kratze gern an der Oberfläche und blicke hinter

Fassaden. Ich mag keine vorgefertigten Posen und mache

nur selten Vorgaben. Mir gefallen oftmals die Bilder am besten,

die nebenher entstehen, in Pausen oder um das eigentliche

Shooting herum, wenn keine Aufregung herrscht. Ich

arbeite gern mit Menschen, die nicht um jeden Preis auf

Fotos gut aussehen wollen, aber durchaus auch dürfen.

Kunst- beziehungsweise Blitzlicht setze ich sparsam ein.

Redaktion Henriette Struss

Karl Knerr

fotografiert von Kindesbeinen

an am liebsten

Menschen. Zuerst mit

einer kleinen Plastikkamera

von Quelle, danach

im Laufe der Jahre mit

einigen Kompaktkameras.

2003 kaufte er sich

eine digitale Dimage Z1

von Minolta. Die digitale

Technik gab seiner Fotoleidenschaft

einen richtigen

Schub. Dieser hält

bis heute an.

www.fotocommunity.

de/fotograf/karl-feld

mann/859323

www.karl-knerr-foto

grafie.de

Ausrüstung

Kameras: Canon 400D

und 5D Mk II

Objektive: diverse Canon-,

Sigma- und Tamron-Objektive

von 17 bis

200 mm Brennweite

Zubehör: Speedlite

430EX, Studioblitzanlage,

Funkauslöser,

Stative und Kleinkram

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AdVERTORIAL

38


Interview Mike Fuchs

Mit dem 24–70 mm

zum Polarkreis

Fotograf Mike Fuchs hat ein Faible für

Schnee und Eis. Im April bricht der Berliner

zu seiner nächsten Polarexpedition auf. Im

Gepäck ist auch das Tamron SP 24-70 mm

F/2,8, das sich im Extremeinsatz wiederholt

als verlässlicher Partner bewiesen hat.

39


AdVERTORIAL

Schritt für Schritt

bezwingt das

Bergsteiger-Team

einen der steilsten

Anstiege am Pik

Lenin, Kirgistan.

Mike Fuchs

Mike Fuchs (34) arbeitet

als freier Fotograf in Berlin.

Nach dem Fotodesign-

Studium am Lette-Verein

assistierte er eine Zeit lang

und begann zugleich, an

seiner eigenen Karriere zu

arbeiten. Heute sind seine

Schwerpunkte Porträts und

Outdoor-Sport. Regelmäßig

bricht er im Auftrag von

Kunden zu Extremtouren in

die Polargebiete auf. Nach

Touren auf Spitzbergen und

im Pamirgebirge reist Fuchs

im April 2014 nach Alaska,

um den Mount McKinley zu

besteigen.

www.mikefuchsfotografie.de

Knackende Kälte, eisige Finger. Bei Temperaturen weit

unter dem Gefrierpunkt läuft Mike Fuchs zu Hochform

auf. Seit fünf Jahren reist der Fotograf aus Berlin „von Gletscher

zu Gletscher, von Schneeflocke zu Schneeflocke“, wie

er auf seiner Webseite schreibt.

2010 war er dabei, als eine Expedition versuchte, mit dem

Auto die zugefrorene Beringstraße zu überqueren. Sechs

Wochen lang hing das Team im Schneetreiben im äußersten

Osten Russlands fest. Mensch und Material wurden bis an

die Grenzen der Belastbarkeit strapaziert. Eine Extremerfahrung,

die den damals 30-Jährigen zu neuen Abenteuern motivierte.

Sein Motto: „Nur wenn du riskierst, zu weit zu gehen,

findest du heraus, wie weit du wirklich gehen kannst.“

Seither sucht Mike Fuchs immer wieder nach neuen Polar-

Herausforderungen. 2012 war er mit einem Team zu Fuß im

äußersten Norden Skandinaviens unterwegs. 2013 bestieg er

den über 7100 Meter hohen Pik Lenin im kirgisischen Pamirgebirge.

Bereits wenige Monate zuvor hatte ihn die „Mission

Icefox“ in den Norden Spitzbergens geführt, wo er mit der

Kamera den Test eines neuen Transportschlittens dokumentierte.

Drei Wochen lang, bei bis zu -40° Celsius – eine lebensgefährliche

Aktion, die gut vorbereitet sein musste.

Wochenlang nichts als Schnee

„Tagelange Stürme, kalte Hände und wochenlang nichts

als Schnee und hohe Minusgrade zu erdulden und damit

umzugehen, das ist die große Herausforderung solcher

Wintertouren“, sagt Mike Fuchs. „Unser Equipment haben

wir im Laufe der Zeit immer weiter verbessert. Es ist perfekt

auf die extremen Bedingungen abgestimmt.“

Möglichst leicht und robust muss auch Mike Fuchs’ Fotoausrüstung

sein. Mehr als drei Objektive hat er selten dabei.

Ein Tamron SP 24–70 mm F/2,8 Di VC USD dient als

verlässliche „Brot-und-Butter-Linse“, hinzu kommen eine

lichtstarke 85-mm-Festbrennweite und, für den Fall der

Fälle, ein Kitobjektiv als Ersatz.

„Die klare Luft und die hohen Kontraste erfordern extrem

gute Optiken“, sagt Mike Fuchs. „Die Linsen müssen in

der Lage sein, bei dem gleißenden Sonnenlicht selbst feine

Details und einen extrem großen Dynamikumfang festzuhalten.“

Mike Fuchs arbeitet gerne mit Schärfe-Unschärfe-Effekten.

Deshalb schätzt er die außerordentliche Abbildungsleistung

und das Bokeh des Tamron 24–70 mm bei

Offenblende f/2,8.

Hohe optische Qualität

Kennzeichen für die hohe optische Spitzenleistung des

24–70-mm-Objektivs von Tamron sind unter anderem die

beiden Buchstaben „SP“, die für „Super-Performance“ stehen.

Insgesamt 17 Glaselemente in zwölf Gruppen haben

die Ingenieure hier verbaut. Mitentscheidend für die hohe

Abbildungsqualität sind unter anderem drei LD-Gläser

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(Low Dispersion) und zwei XR-Linsen (Extra Refractive

Index). Die geringe Dispersion beugt typischen Abbildungsfehlern

wie chromatischen Aberrationen (Farbsäumen)

vor, während die extradünnen XR-Linsen zu einer

kompakteren Bauweise beitragen, ohne dass die Lichtstärke

oder die optische Leistung des Objektivs beeinträchtigt

werden.

Die lichtstarken Tamron-Objektive genügen darüber hinaus

auch den speziellen Ansprüchen einer winterlichen

Extremreise. „Zoom- und Fokusring liegen relativ weit

auseinander und sind ausreichend breit, um sie auch mit

Handschuhen gut greifen zu können“, sagt Mike Fuchs.

Drei Lagen Handschuhe

Der Polarfotograf hat seine eigene Technik entwickelt, um

die Finger in der extremen Kälte vor Erfrierungen zu

schützen. „Den Zeigefinger warm zu halten, ist eine der

größten Herausforderungen“, sagt er. „Denn durch den

Kontakt mit der kalten Kamera kann die Fingerspitze

innerhalb von 20 Sekunden taub werden.“ Besonders

tückisch: Hat der Finger bereits das Gefühl verloren, spürt

man eine Erfrierung erst, wenn es zu spät ist. Eine Erfrierung

4. Grades schädigt das Gewebe dauerhaft. „Selbst bei

einer nur leichten Erfrierung kann es Wochen dauern, bis

das Gefühl im Finger zurückkehrt“, so Mike Fuchs. Um

sich zu schützen, trägt der Fotograf drei Handschuhe. Über

ein Paar dünne Unterziehhandschuhe kommen dicke

Fleecehandschuhe und darüber wiederum schwere Lederhandschuhe

mit Lammfellfutter.

Nicht nur seine Finger und Zehen muss der Fotograf

warmhalten. Auch die Lithium-Ionen-Akkus verlieren

rasch an Leistung, wenn sie kalt werden. „Wenn ich nicht

fotografiere, stecke ich die Akkus in die Hosentasche, damit

sie nicht auskühlen. Leere Akkus lade ich mit einem

Solarpanel wieder auf, was bei der Kälte jedoch deutlich

länger dauert.“

Mit einer Aluleiter überquert

Mike Fuchs am Pik Lenin

eine große Gletscherspalte

auf 5300 Meter Höhe. Die

Hälfte der Ausrüstung haben

die Abenteurer an der letzten

Zwischenstation bereits

zurückgelassen. Das Rucksackgewicht

ist von 43 Kilo

auf 20 Kilo gesunken.

Der Gipfel des Pik Lenin

in 7134 Metern Höhe ist

ab dem Mittag fast immer

in Wolken gehüllt. Das

gleißende Sonnenlicht

und die klare Luft sorgen

für harte Kontraste.

Reizvolle Abwechslung

Trotz der Strapazen genießt Mike Fuchs jeden einzelnen

Tag in Schnee und Eis. „Im Alltag zu Hause wird man

ständig von irgendetwas abgelenkt, die Augen werden von

früh bis spät mit Tausenden von Reizen konfrontiert“, so

der Berliner. „Ganz anders in den weißen Weiten der Polarregion.

Dort kann man den Gedanken freien Lauf lassen

und eine Idee den ganzen Tag lang im Kopf verfolgen.“

Mitte April bricht Mike Fuchs zur nächsten Expedition auf.

In Alaska will er den knapp 6200 Meter hohen Mount

McKinley besteigen. „Ich liebe es, in Gebieten zu fotografieren,

von denen bislang erst relativ wenig Bilder existieren“,

so Mike Fuchs. Mit im Gepäck sind auch dann wieder

zwei Tamron-Objektive, neben dem bewährten SP

24–70 mm F/2,8 Di VC USD erstmals auch ein SP 70-

200 mm F/2,8 Di VC USD. „Bislang habe ich auf meinen

Reisen überwiegend mit Weitwinkeln und Normalbrennweiten

gearbeitet. Jetzt bin ich gespannt, welche spannenden

Bildausschnitte ich mit diesem hervorragenden

Telezoom in hoher Auflösung festhalten werde.“

In der Arktis wird es ab

Mitte April nicht mehr

richtig dunkel. Die Sonne

steht tief, was das Licht

zum Fotografieren hervorragend

macht. Bis zu

zwölf Stunden am Stück

ist das Team mit den

Schlitten unterwegs.

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AdVERTORIAL

Ausrüstung

„Ich fotografiere bei meinen

Polarreisen mit einer

Canon EOS 5D Mark III.

Hinzu kommen ein Tamron

SP 24–70 mm F/2,8 Di

VC USD und eine lichtstarke

85-mm-Festbrennweite

für Porträtaufnahmen.

Zum Mount

McKinley werde ich im

April zudem ein Tamron

SP 70–200 mm F/2,8 Di

VC USD mitnehmen.

Während ich bei meinen

Outdoor-Arbeiten zu Hause

häufig mit Blitzanlage

arbeite, setze ich bei den

Expeditionen nur einen

leichten Systemblitz ein.“

130 Kilo Equipment und Proviant:

Das zweiköpfige Expeditions-Team

posiert vor

Zeltabbruch im Gegenlicht

der aufgehenden Sonne.

5 Foto-Tipps für

Winterexpeditionen

1. Reduziere dein Equipment auf das Wichtigste. Jedes Gramm zu

viel ist unnötiger Ballast und kann den Erfolg der Tour gefährden.

2. Mache dich mit deinem Equipment vertraut. Bei einer Expedition

musst du in der Lage sein, es mit dicken Handschuhen blind zu

bedienen.

3. Nutze den Schnee als großen Reflektor. Positioniere dein Modell

bei Gegenlichtaufnahmen in einer Senke, sodass das Sonnenlicht

von der Schneewand in deinem Rücken reflektiert wird.

4. Arbeite im manuellen Modus. Die hohen Kontraste und das gleißende

Licht führen zu Fehlmessungen der Belichtungsautomatik.

5. Habe einen Plan. Mache dir schon vor der Abreise Gedanken,

welche Bilder du brauchst. Das Konzept hilft dir, eine eigene,

kontinuierliche Bildsprache zu erreichen.

Der Aufstieg zum Pik Lenin

zehrt an den Kräften.

Im dritten Hochlager auf

6100 Meter Höhe kriecht

Mike Fuchs erschöpft in

den warmen Schlafsack.

Dick eingepackt sind

auch Temperaturen

bis -38° Celsius kein

Problem.

Im Profil:

Brennweite [mm]

Lichtstärke

Tamron SP 24–70 mm F/2,8

24–70 mm

F/2,8

Gruppen – Elemente 12 – 17

Bildwinkel 84°– 34°

Bauweise

Drehzoom

Anzahl Blendenlamellen 9

Kleinste Blende F/22

kürzeste Einstellentfernung [m] 0,38

Max. Abbildungsmaßstab 1:5

Filtergröße [mm] 82

Größter Durchmesser x Baulänge [mm]

88,2 mm x 116,9 mm

Gewicht [g] 825

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Impressum

Redaktion

Bereichsleiter Foto, Chefredakteur:

Werner Lüttgens (verantwortlich i. S. d. P.)

Chef vom dienst: Gisela Bean

titel-Layout: Sara D‘Auria

Layout: Sara D‘Auria, Barbara Klinzer

digitale Bildbearbeitung: Barbara Klinzer

Redaktion: Test und Technik: Werner Lüttgens (Ltg.), Annette

Kniffler, Wadim Herdt; Fotopraxis (Ltg.): Karl Stechl, DGPh; News

und Technik: Horst Gottfried; Ausstellungen Sabine Schneider,

Textredaktion und Produktion: Gisela Bean

testinstitut: Image Engineering Dietmar Wüller

Ständige Mitarbeiter: Henriette Struss, MedienBureau

Biebel, Sauer & Ernst, Malte Neumann, Heico Neu meyer,

Maximilian Weinzierl, Harald Sayffaerth, Christian Rottenegger,

Sabine Schmitt, Reinhard Merz, Maximilian Mutzhas

anschrift der Redaktion: Richard-Reitzner-Allee 2,

D-85540 Haar bei München, Tel. 089 25556-1111,

Fax 089 25556-1620, redaktion@colorfoto.de

(Das fcMAGAZIN erscheint vierteljährlich)

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gesamtanzeigenleitung:

Martin Schmiedel

anzeigenleitung (verantwortlich für anzeigen):

Peter Elstner, Tel. 08344 9217057,

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Lifestyle:

Richard Spitz, Tel. 089 25556-1108,

rspitz@wekanet.de

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international Representatives uk/ireland/France:

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Gogmore Lane, Chertsey, GB - Surrey KT16 9AP,

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uSa/Canada - West Coast: Huson International Media (Corporate

Office), Ms Allison Padilla, Pruneyard Towers, 1999 South

Bascom Avenue, Suite #450, USA – Campbell, CA 95008,

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Suite #4610, USA - New York, NY 10118,

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korea: Young Media Inc., Mr Young J. Baek, 407 Jinyang

Sangga, 120-3 Chungmuro 4 ga, Chung-ku, Seoul, Korea 100-

863, phone: 00 82-2-22 73-48 18, fax: 00 82-2-22 73-48 66,

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geschaftsführer: Wolfgang Materna, Kai Riecke,

Werner Mützel

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dRuCk

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97080 Würzburg

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Portfolio | Jörn Stubbe

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Alltags

Dokumente des

Jörn Stubbe. Statt digital, fotografiert Jörn Stubbe,

mechanisch, manuell, schwarzweiß analog. Er setzt

auf Entspannung und Langsamkeit. Das Licht ist

immer das vor Ort verfügbare (available light), nichts

wird manipuliert, nichts beschnitten. Lesen und

sehen Sie selbst.

Alle Fotos: Jörn Stubbe

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Portfolio | Jörn Stubbe

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Portfolio | Jörn Stubbe

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Portfolio | Jörn Stubbe

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Portfolio | Jörn Stubbe

Location

Bei Jörn Stubbe entstehen viele Bilder spontan. Wenn er

Menschen ablichtet, dann in der Regel in deren Umfeld.

So bezieht er immer neue Hintergründe ein. Bei vorherigen

Treffen versucht er einiges über die Person zu erfahren,

deren Hobbies oder Interessen, ob sie beispielsweise

Musiker oder Tänzer ist. Ist der zu Porträtierende ein

Freund oder Teil der Familie, dann belichtet er die Bilder

meist aus der Situation heraus. Fotografie ist für Jörn Alltagsdokumentation.

Die Kamera hat er immer griffbereit,

sodass er auf Licht und Situation schnell reagieren kann.

Shootingvorbereitung

Standen die Modelle noch nie vor seiner Kamera, ist ein

vorheriges Treffen für ihn fast unumgänglich. Das gegenseitige

Kennenlernen vor dem Shooting schafft Vertrauen.

Vorstellungen und Wünsche von den zu machenden Fotos

lassen sich besprechen. Dabei zeigt Jörn immer einige seiner

Referenzen, um dem Gegenüber seinen Stil zu vermitteln,

und wie er Motive wählt.

Ausrüstung

Zum Fotografieren nimmt Jörn Stubbe meistens Kameras

mit unterschiedlichen Filmformaten mit. So kann er auf

wechselnde Situationen und Locations eingehen. Grund

dafür ist, dass er alle seine Bilder im Vollformat zeigt und

sie nie im Nachhinein beschneidet. Seine Bilder entstehen

beim Drücken des Auslösers und nicht hinterher am PC.

Licht

Auch auf eine Blitzanlage kann Jörn verzichten, shootet

er doch ausschließlich mit Umgebungslicht. Unabhängig

davon, ob er in der Wohnung, am Arbeitsplatz, im Umfeld

des Models oder in einem Tanz- oder Konzertsaal

fotografiert Unreinheiten oder Unschönes wie Nägel

52


oder Wandflecken werden für das Auge des Betrachters

unsichtbar.

Aufnahmetechnik

Langsam und wenig betätigt Jörn den Auslöser. Durch

die Wahl des analogen Materials ist der Porträtfotograf

hinsichtlich der Anzahl der Aufnahmen limitiert. Er erläutert:

„So bin ich dazu gezwungen, vor dem Auslösen

zu kontrollieren, ob Einstellungen, Motiv und Ausschnitt

stimmen.“ Zudem ist die Langsamkeit des Aufnahmeprozesses

auch durch die mechanischen Kameras ohne

jegliche Elektronik vorgegeben. Lichtmessung und Fokussierung

nimmt Jörn Stubbe jeweils einzeln in manuellen

Schritten vor, so bleibt viel Zeit für die Konversation

mit dem Fotografierten. Jörn urteilt: „Dieser Vorgang

entspannt das Shooting, da zwischen den einzelnen

Aufnahmen immer wieder Pausen entstehen und kein

ständiger Auslösedruck auf dem Modell lastet.“ Durch

die Gespräche erfährt der Fotograf vieles, was für künftige

Aufnahmen als Inspiration dienen kann.

Bildgestaltung

Jörn Stubbe ist die emotionale und grafische Tiefe seiner

Bilder wichtig. Durch Linienführung, Wahl von

Hintergrund und Fokuspunkt will er Dreidimensionalität

schaffen. Das Umfeld soll dazu bestenfalls in Beziehung

zum Porträtieren stehen und dem Betrachter zusätzliche

Informationen liefern

Nachbearbeitung

Beim Abziehen der Bilder in der Dunkelkammer werden

lediglich Kontraste angepasst und Bildpartien nachbelichtet

oder aufgehellt. Die Bearbeitung der Aufnahmen am

PC beschränkt sich bei gescannten Negativen auf die Steuerung

des Kontrasts und das Entfernen von Staubkörnern.

Die Motive werden weder analog noch digital beschnitten.

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Portfolio | Jörn Stubbe

„…das Authentische und

Jörn

Stubbe

fotografierte schon als

Kind und ließ mittels Alben

gerne die Vergangenheit

seiner Familie Revue passieren.

1999 kaufte er sich

dann nach einigen Kompakten

seine erste Spiegelreflexkamera.

Mit ihr

begann er bewusst zu

fotografieren.

www.fotocommunity.de/

fotograf/joern-stubbe/

415618

www.js-fotografie.de

Wie bist Du zur Schwarzweißfotografie

gekommen?

Nachdem ich ziemlich bald merkte, dass Farbbilder

mir ein zuviel an Information darstellen, fing ich an,

auf Schwarzweißfilm zu fotografieren. Für mich war das

Minimale – die Reduktion auf das Wesentliche – faszinierender

als jegliche Farben. Deshalb nutze ich Farbfilme

heute eher selten.

Was macht für Dich die Faszination

Porträtfotografie aus?

Für mich machen die Begegnungen, die Gespräche,

die gemeinsamen Erlebnisse, das Zusammenwirken,

das was letztlich zum Porträt führt, die Faszination

aus. Es ist spannend, mit dem Menschen vor der

Kamera zu arbeiten, ihn vielleicht auch erst dadurch (anders)

kennenzulernen, etwas aus ihm herauszukitzeln,

was einen Blick in seine Seele ermöglicht.

Welche Teile Deiner Ausrüstung sind

für Dich bei dieser Art der Fotografie

unentbehrlich und warum?

Das Wichtigste ist mein Auge. Das entscheidet über

Bildgestaltung und Auslösezeitpunkt. Letztlich ist es egal, mit

welcher Kamera, welchem Objektiv oder Stativ ein Fotograf

arbeitet. Ohne ein gutes Auge, gibt es kein gutes Motiv.

Was sind Deine Lieblingsmotive

und warum?

Meine Lieblingsmotive sind die des alltäglichen

Lebens. Ich denke, dass der Alltag als Motiv am meisten

unterschätzt wird. Ich finde diese alten Fotos von Straßenszenen,

vom Familienleben oder der Arbeit unheimlich

spannend. In ihnen gibt es so viel zu entdecken, was im

Gedächtnis mit der Zeit verblasst. Der gegenwärtige Alltag

wirkt im Vergleich so nichtssagend. Man bemerkt nicht, wie

die Zeit an einem vorbeirast und die Schönheit des Moments

ungewürdigt bleibt. Auf einmal ist der Alltag von

heute der von vor zehn Jahren, und man ärgert sich, dass

man nicht damals schon mehr von den jetzt interessant

wirkenden Szenen fotografiert hat.

Wie gehst Du ein Thema an?

Ich bin grundsätzlich ein eher spontaner Typ,

der nicht wirklich etwas plant. Deshalb ziehe ich immer

mit einem Rucksack voller verschiedenformatiger Kameras

los, um kein Motiv zu verpassen. Vieles entwickelt

sich dann während des Fotografierens. Einige Ideen zu

Bildserien kommen erst, wenn schon erste Fotos entstanden

sind oder zufällig Kontakte geknüpft werden.

Oft fotografiere ich Leute, die von ihren Hobbies erzählen,

oder sie kennen jemanden, der irgendetwas Interessantes

macht, was dann wieder meine Neugier weckt.

Ausrüstung

Kameras: diverse analoge

Kameras von Baujahr

1930 bis Ende der 1990er

in den Formaten 35 mm,

6 x 4,5, 6 x 6, 6 x 7 und 6 x 9

Objektive: mit Brennweiten

von 28 bis 105 mm

Zubehör: Stativ und Auge

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Hintersinnige …“

Du hast Dich im Oktober 2003 in

der fc registriert. Wie bist Du zur fc

gekommen und welche Funktionen

der fc schätzt Du besonders?

Ich bin damals über einen Bekannten zur fc gekommen,

der bereits aktiv Mitglied war. Was ich besonders

an der fc schätze, ist die Möglichkeit des Austausches

abseits des reinen Bilderhochladens. Die Funktion der

Fotomail ist sehr gelungen, da man so im eng begrenzten

Bereich ein Foto diskutieren kann.

Holst Du Dir auch Anregungen in

der fc? Und welchen Einfluss hat die

fc auf Deine Fotografie?

Zu Beginn meiner Mitgliedschaft hat mich die

fc sehr beeinflusst. Auf einmal entstanden Kontakte zu

Fotografen, die sonst kaum möglich gewesen wären. Der

Blick über den Tellerrand des eigenen Schaffens war sehr

inspirierend. Die Fotografen, zu denen ich heute noch

engen, auch persönlichen Kontakt pflege, lernte ich damals

kennen. Dadurch habe ich angefangen, meine

Filme selbst zu entwickeln und meine Dunkelkammer

wieder zu beleben. Es war sehr spannend, Fotografen

gleicher Gesinnung zu treffen. Heute spielt die fc für

mich keine so große Rolle mehr. Mir reicht der Gedankenaustausch

von Angesicht zu Angesicht mit von mir

geschätzten Fotografen. Dieser ist um vieles wichtiger

geworden, als die Präsentation in einer virtuellen Community.

Hast Du fotografische Vorbilder und

wenn ja welche?

Vorbilder hab ich nicht, da Vorbild etwas von

„Nachmachen wollen“ hat. Ich versuche stattdessen,

meinen eigenen Stil zu finden. Aber es gibt natürlich

Fotografen, deren Fotos ich mir gerne anschaue: Jock

Sturges, Henri Cartier-Bresson, Robert Cappa, Sebastião

Salgado, Sally Mann, Richard Avedon, Anton Corbijn,

Albert Watson und einige mehr.

Was macht Deine persönliche Handschrift

aus?

Ich bin ein Freund von unaufgeregten und natürlichen

Motiven. Ich mag es reduziert und fotografiere

den Menschen, wie er ist. In der Regel verändere ich ihn

nicht für ein Foto. Ich mag das Authentische und Hintersinnige,

die Persönlichkeit hinter der Fassade.

Redaktion Henriette Struss

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Service | auS der fc

fotocommunity präsentiert

Editors‘-

Choice-

Galerie

Link zur Editora‘ Choice:

fotocommunity.de/

editors-choice

Aus Liebe zur Fotografie: Unter dem Titel „Editors‘

Choice“ präsentiert das Team von fotocommunity.

de Fotografien, die es für erstklassig und herausragend

hält. Fotografien, die sich nicht in der klassischen fotocommunity-Galerie

wiederfinden, die nach Meinung

der Redaktion aber Beachtung in Form einer prominenten

Ausstellungsplattform verdient haben.

Die in der Editors‘ Choice gezeigten Fotos sind allesamt

redaktionell ausgewählt. Editors‘ Choice steht somit im

diametralen Gegensatz zur Mitgliedergalerie, in der Fotos

gezeigt werden, die von den Nutzern der fotocommunity

demokratisch gewählt worden sind. In Analogie

zum Galerie-Stern werden die Aufnahmen der Editors‘

Choice mit einer Krone ausgezeichnet und halten Einzug

in die Editors‘-Choice-Galerie. Die wählenden Editoren

bleiben dabei anonym, auch Details zum Auswahlverfahren

werden nicht veröffentlicht – wohl aber

die Begründung für die Auswahl eines jeden Fotos, die

sich in den Bildanmerkungen befindet.

Das Augenmerk wird bei der Auswahl nicht auf den

Künstler oder sein Portfolio gelegt, sondern einzig auf

das Foto selbst: „Wir sehen in einer Woche Tausende Fotos.

Da sind viele gute dabei, einige hervorragende.

Wenn wir jedoch über die Editors‘-Choice-Auszeichnung

nachdenken, muss uns ein Foto in seinen Bann

ziehen“, so Daniel Schaffeld, Geschäftsführer der fotocommunity.

„Den Einzug in die Editors‘-Choice-Galerie

erhält es dann, wenn es uns nicht mehr loslässt.“

Die Selektion soll nach und nach um handverlesene

Aufnahmen aus der Community erweitert werden und

exklusiv bleiben.

Die Editors‘ Choice findet sich im Menüpunkt „Fotos“

neben den Galerien „Populäre Fotos“ und „Startseitenfotos“.

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Aus der Editors‘ Choice: Der Obstteller von Claudia Otto (Claudy B.).

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Service | auS der fc

Besser fotografieren:

fotocommunity.de präsentiert

exklusive Workshop-Reihe

Profi-Tipps erhalten und gekonnt umsetzen, das kreative

Potenzial ausschöpfen, den eigenen fotografischen

Horizont erweitern: Jedes Premium-Mitglied der

fotocommunity (ab einer Basic-Mitgliedschaft) hat die

Chance, vom Know-how der namhaftesten fotocommunity-Fotografen

zu profitieren und sich einen der

begehrten Plätze der neuen fotocommunity-Workshop-

Reihe zu sichern.

Zu den zwölf hochkarätigen Referenten der neuen Premium-Workshops

zählen fotografische Größen wie David

Mecey (GQ, Playboy, Men-Style), der weltbekannte Musikfotograf

Guido Karp sowie Werbefotograf Ralph Man.

Detaillierte Informationen zu allen Workshops,

Preisen und Buchung unter

fotocommunity.de/workshops

Workshop-Programm ab März 2014

März

Fotorecht

Rechtsanwalt Dr. Amin Negm-Awad

Köln 8. März

Experimentelle Beautyfotografie

mit Latex, Farben und Wasser

Alexander Heinrichs

Aschaffenburg 22. März

April

Fotoshooting mit Reptilien

Harald Kröher

Landau 5. April

Modelfotografie – Posing,

Requisite, Bearbeitung

Jamari Lior

Köln 27. April

Juni

Frauenwochenendworkshop in

Hamburg

Frank Fischer

Hamburg 13. bis 15. Juni

Aktfotografiewochenende im

Elsass

Harald Kröher

Pirmasens 20. bis 22. Juni

Juli

Kreative Menschenfotografie

Jamari Lior

Troisdorf 6. Juli

Outdoor Fashion im

Industriegelände

Ralph Man

Duisburg 19. Juli

Golden Days of Fashion

and Fine Art

David Mecey

Wien 21. bis 23. Juli

August

Freistellen: Die besten

Strategien, Tipps und Tricks

Uli Staiger

Berlin 30. August

September

People - Guido Karp

Siershahn 27. September

Fotografieworkshop

auf Mallorca

Frank Fischer

Mallorca 28. September bis

5. Oktober

Oktober

CameraControll und Realisierung

Peter Frank

Düsseldorf 4. Oktober

November

Masterpiece – Monumentales

Digitalcomposing, Uli Staiger

Berlin 15. November

Dezember

Licht-Körper: Harald Kröher &

Sascha Hüttenhain

Pirmasens 12. bis 13. Dezember

58


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WENN GUTE

BILDER IHR

MOTIV SIND


Service | AuSStellung

© JIMMY NELSON, SARBORE

SERENGETI, TANZANIA, 2010.

Zeitreise

Berlin

Termin:

8.3.–21.6.14

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Samstag:

11−18 Uhr (Camera

Work)

Dienstag bis Samstag:

11−19 Uhr (CWC

Gallery)

Eintritt frei

Jimmy Nelson,

8. März bis 21. Juni 2014

© JIMMY NELSON, ROCK OF RAH

RAH LAVA ISLAND, TORBA PROVINCE, VANUATU ISLANDS, 2011.

Sie leben gänzlich ohne technischen Fortschritt und ohne

Komfort der modernen Welt. Stattdessen prägt der

Glaube an Götter, tiefe Naturverbundenheit, Riten und

Traditionen die Kulturen indiger Stammesvölker. Vertreter

der letzten und bedrohten Urvölker unserer Erde sind

die Protagonisten der Fotografien des britischen Künstlers

Jimmy Nelson.

In mehr als 80, teils großformatigen Werken gibt die aktuelle

Parallelausstellung der Camera Work und CWC

Gallery in Berlin derzeit einen Einblick in seine monumentale

Fotoserie „Before They Pass Away“.

Nelson ist rund um die Erde gereist, um den letzten Vertretern

indiger Kulturen ein fotografisch ästhetisches

Denkmal und gleichzeitig der Öffentlichkeit ein Mahnmal

von deren gefährdeter Existenz zu setzen. Dabei ging

der Fotograf weit darüber hinaus, lediglich einen visuellen

Beleg über ihre Existenz zu liefern. Bepackt mit seiner

60


analogen 50 Jahren alten Plattenkamera machte er sich

auf den Weg, um auf 13 Reisen in mehr als 40 Ländern

die Einzigartigkeit und Vielfalt dieser abgeschiedenen

Völker fotografisch einzufangen, deren Bräuche zu dokumentieren,

an Ritualen teilzunehmen und Traditionen

mitzuerleben.

Seine Reisen führten Nelson unter anderem nach Äthiopien,

Tansania, Kenia, China und Nepal sowie auch nach

Sibirien und durch die Mongolei. Dabei folgte Nelson

keinem wissenschaftlichen Ansatz, sondern dem Wunsch,

Anmut, Schönheit und Kreativität seiner Motive zu dokumentieren:

über die prunkvollen Pelzgewänder der

Kasachen aus der Mongolei, den farbenprächtigen Tüchern

der Massai in Tansania oder kunstvoll bemalter,

aber auch ungeniert bloß gezeigter nackter Haut der Kara

in Äthiopien wird der Betrachter mit dem genuin Anderen

konfrontiert.

Jimmy Nelson, 1967 in Kent geboren, ist seit 1987 Fotograf.

Ein Jahr lang erkundete er zu Fuß Tibet und hielt

seine Eindrücke fotografisch fest. Einer Vielzahl an aktuellen

kulturellen Themen, mit deren fotografischer Dokumentation

er betraut war, schloss sich 1994 das 30-monatige

Projekt „Literary Portraits of China“ an. Neben

seiner erfolgreichen Tätigkeit als professioneller Werbefotograf,

begann Nelson sein monumentales Projekt

„Before They Pass Away,“, das 2013 als gleichnamiges

Fotobuch (teNeues) erschien und mit dem Goldenen

Deutschen Fotobuchpreis 2014 ausgezeichnet wurde.

(Jimmy Nelson: Before They Pass Away, ISBN: 978-3-

8327-9759-1, Preis: 128 Euro.)

.

Sabine Schneider

© JIMMY NELSON, RAUWHIRI WINITANA PAKI

TAUPO VILLAGE, NORTH ISLAND, NEW ZEALAND, 2011.

Termine

Jens Sundheim. „Von Ameisen und Sternenkörpern“,

2012. C-Print, 100 x 100 cm © Jens Sundheim.

Hamburg

Termin: 7.2.–4.5.14

Museum für Kunst und Gewerbe,

20099, Steintorplatz,

www.mkg-hamburg.de,

Thema: Die Zukunft fotografieren

Berlin

Termin: 18.1.–27.4.14

Alfred Erhard Stiftung, 10117 Berlin,

Auguststr. 75,

www.alfred-erhardt-stiftung.de,

Thema: Das Watt, Alfred Erhardt

Bonn

Termin: 24.9.13–23.3.14

LVR-Landesmuseum,

53115, Colmanstr. 14–16,

www.rlmb.lvr.de,

Thema: 1914 – Welt in Farbe,

Farbfotografie vor dem Krieg

Düsseldorf

Termin: 31.1.–28.3.14

Beck & Eggeling, 40213, Bilkerstr. 5,

www.beck-eggeling.de,

Thema: Real Landscapes, Thomas Wrede

Hamburg

Termin: 7.2.–23.3.14

Deichtorhallen, Haus der Photographie,

20095, Deichtorstraße 1–2,

www.deichtorhallen.de,

Thema: Das zweite Gesicht,

Hommage à Leonore Mau

Termin: 21.2.–15.6.14

Hamburger Kunsthalle, 20095,

Glockengießerwall,

www.hamburger-kunsthalle.de,

Thema: Feuerbachs Musen –

Lagerfelds Models

Termin: 28.2.–28.6.14

Museum für Kunst und Gewerbe,

20099, Steintorplatz

www.mkg-hamburg.de

Thema: Neue Frauen. Die Sammlung

Fotografie im Kontext.

münchen

Termin: 29.11.13–21.4.14

Münchner Stadtmuseum, 80331,

Jakobsplatz 1,

www.muenchner-stadtmuseum.de,

Thema: Eine Retrospektive,

Photographien 1930–1970,

Hermann Landshoff

Termin: 25.1.–15.6.14

Haus der Kunst,

80538, Prinzregentenstr. 1,

www.hausderkunst.de

Thema: Bilder in der Zeit,

Sammlung Goetz

Termin: 16.1.–23.3.14

Villa Stuck, 81675,

Prinzregentenstr. 60,

www.villastuck.de

Thema: Richochet #8, Jan Paul Everst

Termin: 7.3.–17.4.2014

Galerie eigenArt,81369,

Volkhochschule,

Albert Roßhaupter-Str. 8,

Thema: München. Von unten nach

oben. Herbert Becke

Ulm

Termin: 15.12.13–30.3.14

Stadthaus, 89073, Münsterplatz 50,

www.stadthaus.ulm.de,

Thema: Urbanes Leuchten, Aufnahmen

der NASA und von Christian

Höhn und Wolfgang Reichmann

Wolfsburg

Termin: 18.1.13–16.6.14

Kunstmuseum, 38440, Hollerplatz 1,

www.kunstmuseum-wolfsburg.de,

Thema: Im Fluss der Zeit,

Fotografien aus Asien 1980–2011,

Steve McCurry,

Roselyne Titaud, O.T., Berlin-Schöneberg, 2012

Braunschweig

Termin: 24.1.–23.3.14

Museum für Photographie,

38102, Helmstedter Str. 1,

www.photomuseum.de,

Thema: Roselyne Titaud – Visites

61


Service | Bücher

© Barbara Klemm/Nimbus Verlag

Barbara Klemm

Typische Momente

Ein Geschichtsbuch der anderen Art präsentiert der Nimbus-Verlag mit der

Retrospektive der großen Fotografin Barbara Klemm.

Barbara

Klemm

Fotografien 1968–2013

Katalog zur Ausstellung, erschienen

bei Nimbus, Kunst

und Bücher, 320 Seiten, 250

Abbildungen in Duoton, Texte

von Hans-Michael Koetzle und

Durs Grünbein, Leinen mit

Schutzumschlag, 48 Euro,

ISBN 978-3-907142-93-6

www.nimbusbooks.ch

Wie kaum eine andere deutsche Fotografin steht Barbara

Klemm als Maßstab für Fotojournalismus der besten Art.

Mehr als 40 Jahre war sie als Fotografin der „Frankfurter Allgemeinen

Zeitung“ Augen- und Kamerazeugin von teils

weltgeschichtlichen Ereignissen. Das Bild von Willy Brandt

1973 im Gespräch mit Leonid Breschnew, umringt von Beratern,

Dolmetschern und Journalisten, gehört zu ihren Klassikern.

Weitere eindrucksvolle Zeitdokumente sind die Fotos

von der Nelkenrevolution 1974 in Portugal, Papst Johannes

Paul II. bei seiner ersten Reise in seine Heimat Polen, Michail

Gorbatschow 1989 bei der Parade zum 40. Jahrestag der DDR

in Ost-Berlin und vom Fall der Mauer. Auf Reisen sammelte

Klemm ihre fotografischen Eindrü cke von Land und Leuten

in Osteuropa und Russland, im Südafrika der Apartheid, in

Chile unter Pinochet, in Cuba ebenso wie in Indien und China

sowie vielen anderen Ländern. Abseits vom aktuellen Geschehen

entstanden sind viele Porträts weltberühmter

Künstler, Musiker und Schriftsteller, aber auch von „kleinen

Leuten“. Dass Klemm ihre Fotos konsequent in Schwarzweiß

gehalten hat, schlicht betitelt mit Ort oder Name und

Datum, unterstreicht deren zeitlosen Wert. Faksimiles von

FAZ-Seiten im Buch zeigen einzelne Fotos in ihrem seinerzeitigen

Veröffentlichungszusammenhang. Der Schwarzweiß-Fotoband

„Barbara Klemm – Fotografien 1968–2013“

ergänzt um einen kenntnisreichen Text von Hans-Michael

Koetzle und wortreiche „Gedanken“ von Durs Grünbein erscheint

vorab zur großen Klemm-Retrospektive vom 16. November

2013 bis 9. März 2014 im Martin-Gropius-Bau, Berlin,

und bietet einen faszinierenden Querschnitt durch

Barbara Klemms Werk..

Horst Gottfried

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Eugenio Recuenco

Märchenwelten

Anlässlich eine Ausstellung in der Berliner

CWC Gallery veröffentlicht teNeues-Verlag

eine Retrospektive des spanischen Werbeund

Mode-Fotografen Eugenio Recuenco.

Der spanische Fotograf Eugenio Recuenco hat sich vor allem

als Werbe- und Modefotograf einen Namen gemacht. Eine

Ausstellung mit dem Blick auf seine bisherige Arbeit, die bis

zum 16. November 2013 in der Berliner CWC Gallery zu sehen

war, lieferte auch den Anlass für diesen Fotoband. Mit

über 300 Seiten und über 200 Bildern fällt er üppig aus. Zurückhaltung

ist sicher nicht der Stil von Eugenio Recuenco.

Seine Bilder sind voller Kraft und Emotionen. Technisch makellos,

sind die Bilder bis in kleinste Detail aufwendig inszeniert.

Der Spanier lässt sich gleichermaßen von Malerei oder

Film inspirieren, nimmt Ideen und Inspirationen aus unterschiedlichsten

Epochen und Kulturen auf und erschafft so

neue beeindruckende visuelle Welten.

whe

Revue

Eugenio

Recuenco

304 Seiten, 3 Altarfalze,

Hardcover mit

Schutzumschlag,

198 Farb- und 31

Schwarzweißfotografien,
Texte
in


Englisch, Deutsch,

Französisch, und

Spanisch, Format:

27
x
36
cm,
98
Euro,


ISBN 978-3-8327-9728-7

www.teneues.com

© REVUE by

Eugenio Recuenco,

CHILDREN‘S
STORIES,


Vogue Novias, Spain,

2005, published

by teNeues,

www.teneues.com.

Photo © 2013

Eugenio Recuenco.

All rights reserved.

Glanzwerke

Guido Argentini

Auf der Suche nach neuen Perspektiven

kam der italienische Fotograf Guido Argentini

darauf, seine Models mit Sillberfarbe

zu schminken – das Resultat zeigt er in

seinem neuen Buch „Argentum“.

© Argentum by

Guido Argentini,

published by te-

Neues in August

2013, 69,90 €,

www.teneues.

com. Photo ©

2013 Guido Argentini.

All rights

reserved.

Um eine neue Sicht auf den menschlichen Körper zu

schaffen, probierte der Italiener Guido Argentini Silberfarbe,

mit denen er seine Models am ganzen Körper schminken

ließ. Von den ersten Versuchen war er so angetan, dass

daraus eine Fotoserie und der neue Fotoband entstanden

sind. Darin präsentiert der Fotograf auf rund 200 Seiten

Schwarzweiß-Aufnahmen. Auch das Cover verbreitet eine

stählerne Anmutung. Der Fotograf lässt seine Models dynamisch

auftreten und setzt durch Verwendung geometrischer

Konstruktionen Kontraste zu den tänzerischen

Posen. Der strenge Aufbau mit einfachem Hintergrund

verleiht den Bilden einen nüchternen Touch. Durch die

Silberfarbe mutieren die Körper zu Statuen: die erotische

Wirkung der Aktaufnahmen tritt zurück. Stattdessen wirken

die Models wie zeitlose, aber leblose Objekte. whe

Argentum

Guido Argentini

teNeues-Verlag, Size:

30
x
30
cm
11
3/4
x
11
3/4


in., 92 pp., Hardcover,

107 duotone photographs,

Text
in
English,
69,90
€,

ISBN
978-3-8327-9672-3


www.teneues.com

63


Service | Bücher

Demonstration von Arbeitslosen, Trealaw, South Wales, 1935

© Wolfgang Suschitzky / National Gallerie of Scotland, Edinburgh

Familie, Stepney, London, um 1932

© Wolfgang Suschitzky / National Gallerie of Scotland, Edinburgh

Edith Tudor Hart

Sozialer Realismus

„Edith Tudor Hart – Im Schatten der Diktaturen“ zeigt eine Retrospektive des Schaffens

einer der bedeutendsten Dokumentarfotografinnen der 1930er-Jahre.

Demonstration von Arbeitslosen in

Wien, 1932 © Wolfgang Suschitzky /

National Gallerie of Scotland,

Edinburgh

Edith Tudor

Hart

Im Schatten der

Diktaturen

Verlag Hatje-Cantz, Hrsg.

National Galleries of Scotland,

Edinburgh, Wien Museum,

Wien, Texte von Duncan

Forbes, Anton Holzer, Roberta

McGrath, Gestaltung von

Marc Naroska, deutscher

Text, 2013, 127 S., 152 Abb.

in Duplex, 24,90 x 28,70 cm,

geb., 35 Euro

ISBN 978-3-7757-3566-7

www.hatjecantz.de

In Wien in einem sozialdemokratischen Elternhaus geboren,

studierte Edith Tudor-Hart (1908–1973) am Bauhaus

und wandte sich dann der Fotografie und Politik zu. Sie

ging ihren Weg als Fotojournalistin und Porträtfotografin,

fand ihre politische Heimat in kommunistischen Kreisen

und emigrierte mit ihrem Mann nach einer Verhaftung

1934 von Wien nach Großbritannien. Dort entstand von

1936 bis 1951 ein Großteil der vorliegenden Fotos. Nebenbei

fand Tudor Hart noch Zeit für kleinere Agententätigkeiten

im Umfeld der „Cambridge Five“ mit dem

sowjetischen Meisterspion Kim Philby. Nach dessen Enttarnung

Anfang der 50er-Jahre verlangten die britischen

Behörden von Tudor-Hart das Ende ihrer fotografischen

Aktivitäten. Daraufhin fand sie im Antiquitätenhandel einen

Weg, ihre finanzielle Existenz zu sichern. Fotos veröffentlichte

sie seitdem nicht mehr. Der Katalog zu den in

Wien und Berlin gezeigten Ausstellungen fasst ihre in

Wien, London, Wales und Schottland entstandenen, ungeschminkten,

dokumentarischen Fotografien zu sozialen

Themen zusammen. Tudor-Hart steht dabei in der Tradition

eines engagierten Realismus der Arbeiterfotografie der

1920–30er-Jahre in einer Reihe mit sozial motivierten Fotografen

wie Paul Strand oder Tina Modotti. Tudor-Harts

Schwarz weiß-Fotos zeigen durchweg eine ausgeprägte

Nähe zu den Menschen. Ihr wenig distanziertes Herangehen

an die Protagonisten ihrer Bilder trägt maßgeblich zur

Wirkung der Fotos bei. Förderlich dabei war sicher auch,

dass Tudor Hart mit einer zweiäugigen Rolleiflex-TLR fotografierte,

deren Lichtschacht es ihr erlaubte, mit ihren

Modellen bei der Arbeit ungehindert über die Kamera

hinweg zu kommunizieren, statt sich durch die Kamera

am Auge zu distanzieren. Ein ausführlicher Textteil im Katalog

erläutert Zusammenhänge in Tudors-Harts Leben

und die Entstehungsgeschichte ihres fotografischen

Werks und ergänzt den nicht nur für Freunde der sozialkritischen

und Reportage-Fotografie empfehlenswerten

Katalog.

Horst Gottfried

64


Made in Germany

Leonard Freed

Der Fotograf Leonard Freed kam 1961 erstmals nach Deutschland und fotografierte

mit dem Blick eines Amerikaners die Menschen im Alltag.

Lübeck,1965 a. d. Serie zum Buch: Made in Germany © Leonard Freed /

Magnum Photos / Agentur Focus / Brigitte Freed Leonard Freed

Freeds Fotos zeichnen ein Bild der jungen Bundesrepublik

als ein Land des Wiederaufbaus, des industriellen Fortschritts

und des Wirtschaftswunders, das aber immer noch

an den Folgen des Kriegs und der NS-Herrschaft leidet. Die

Aufnahmen zeigen die Menschen zwischen Kiel und Kochelsee

in ihrem alltäglichen Umfeld, bei der Arbeit, auf der

Straße, im Park und bei Volksfesten. Viele Aufnahmen entstanden

vor den Industriekulissen des Ruhrgebiets, einige

auch in West-Berlin. Freeds Fotos widerspiegeln ein Land im

Umbruch- und Aufbruch, sozial und politisch gespalten, und

im Generationenkonflikt zwischen unbelehrbaren Alten und

rebellierender Jugend. Die Bilder lassen den berühmten

„Muff von 1000 Jahren“ erahnen, der seinerzeit noch durch

die Republik wehte. Freeds große (West-)Deutschland-Reportage

wurde erstmals 1970 unter dem Titel „Made in Germany“

in New York veröffentlicht. Anlässlich einer Ausstellung

von Freeds Bildern 2013 im Essener Folkwang-Museum

ist bei Steidl unter dem gleichem Titel nun ein Reprint des

Fotobuchs erschienen. Es kommt im Schuber zusammen mit

einem neuen Beiheft mit dem Titel „Re-Made“, das quasi als

Bonus-Material weitere, bislang noch unbekannte Bilder,

viele auch neueren Datums aus West- und Ostberlin, enthält,

außerdem zur Abrundung auch Reproduktionen früherer

Veröffentlichungen, die die Bilder im Zusammenhang

ihrer Veröffentlichung in Zeitungen, Zeitschriften und Büchern

zeigen.

HoGo

Westerwald © Leonard Freed /

Magnum Photos / Agentur Focus /

Brigitte Freed

Leonard

Freed

Made in Germany

Herausgegeben vom

Museum Folkwang,

Steidl-Verlag, 125 + 64 Seiten,

Schwarzweiß, Hardback /

ge-bunden im Schuber,

48 Euro, Deutsch:

ISBN 9783869306223

Englisch: ISBN 9783869306841

www.steidl.de

Michael Papendieck

Studio-Fotografie

Michael

Papendieck

Fotografieren im Studio

Galileo Design 284 S., 2014, geb.,

komplett in Farbe 39,90 Euro,

ISBN 978-3-8362-1984-6

Online-Ausgabe: sofort verfügbar,

34,90 Euro, Paket: Buch plus Online-Ausgabe

sofort lieferbar,

49,90 Euro statt 74,80 Euro

www.galileodesign.de

Mit seinem neuen Buch – Fotografieren im Studio – will Michael Papendieck vor allem

Einsteigern wertvolle Tipps rund um Technik und Arbeitsweise geben.

Seit 2005 arbeitet Michael Papendieck als Fotograf mit

den Schwerpunkten Por trät-, Beauty- und Aktaufnahmen.

In seinem Buch, erschienen im Galileo-Verlag, trägt

er seine bisherigen Erfahrungen aus dem Studio-Alltag

zusammen und will damit anderen Fotografen den Einstieg

in eine nicht ganz einfache Thematik erleichtern.

Das 280 Seiten starke Buch ist in mehrere thematische

Kapitel unterteilt. Den Anfang macht die Hardware: Hier

bekommt der Leser wertvolle Tipps rund um Ausrüstung

und Einrichtung eines Studios. Weiter geht es mit Softskills.

Auch der Umgang mit Models oder die Planung

eines Shootings wollen gelernt sein. Dem Licht – nicht

nur im Studio ein zentrales Fotothema – widmet sich der

größte Teil des Buchs. Anhand vieler praktischer Beispiele

erklärt Michael Papendieck sowohl die Grundlagen und

die technische Seite als auch anwendungsspezifische Fragen

rund um die Lichtsetzung. Lampen, Blitze, Former

und vieles mehr findet hier Erwähnung. Insgesamt ein

gelungenes Buch – mit zahlreichen Informationen und

anschaulichen Bildern.

whe

65


Service | Bücher

Alter Meister Jeff Wall

Arbeiten des Fotokünstlers Jeff Wall sind noch bis 9. März 2014 in der Münch ner Pinakothek

der Moderne zu sehen. Das Katalogbuch zur Ausstellung ist bei Schirmer/Mosel erschienen.

An Eviction, 1988/2004, Sammlung

Moderne Kunst in der Pinakothek der

Moderne, München

Jeff Wall

In München

Schirmer-Mosel-Verlag, Hg. von

Inka Graeve Ingelmann für die Bayerischen

Staatsgemäldesammlungen,

Pinakothek der Moderne,

München, mit Texten von Ulrich

Bischoff, Christa Döttinger, Simone

Förster, Ingvild Goetz, Inka

Graeve Ingelmann, Lothar Schirmer,

Rüdiger Schöttle und Gabriele

Schor, 120 S., 20 Tafeln und

32 Abb. in Farbe, 39,80 Euro,

ISBN 978-3-8296-0657-8

www.schirmer-mosel.de

Der kanadische Fotokünstler Jeff Wall wurde vor allem durch

seine im Original oft mehrere Quadratmeter großen, farbigen

Diapositive bekannt. Zusammen mit einer großformatigen

Schwarzweißfotografie aus Münchner Privatbesitz sind nun

19 Leuchtbilder in einer eindrucksvollen Einzelausstellung in

der Pinakothek der Moderne zu sehen. Wall selbst hat die

Ausstellung im Museum eingerichtet und sein Frühwerk auf

besondere Weise illuminiert. Die Bilder greifen Traditionen

der Malerei, der Dokumentarfotografie und des Kinobilds auf.

Wall fügt daraus in einer Mischung aus Realität und Inszenierung

Einzelwerke von besonderer Bildwirkung zusammen.

Im Fokus des begleitend zur Münchner Ausstellung bei

Schirmer/Mosel erschienenen Katalogbuchs stehen die

Werke der Ausstellung, ergänzt um weitere Beispiele aus

Walls Werk. Texte von Sammlern und Museumsmitarbeitern

erleichtern den Einstieg. Jeff Walls Bilder erweisen sich für den

Betrachter als gute Schule für das Detail. Dazu wird beispielsweise

das bekannte Schlüsselbild „Eviction“ von 2004, das

auch Titelfoto des Buchs ist, etwa mit einer Version von 1988

verglichen. Hierbei kann das Buch aber leider nicht mit den

leuchtenden Originalen der Ausstellung konkurrieren. Das

steht einer Empfehlung des Katalogs als spannendem Bilderund

Lesebuch gleichermaßen aber nicht entgegen. HoGo

A Villager from Aricaköyü arriving in Mahmutbey-

Istanbul, 1997, Sammlung Moderne Kunst in

der Pinakothek der Moderne, München

Fotos: © Jeff Wall / courtesy Schirmer/Mosel

München

The Beauty of Serious Work Andreas Meichsner

Andreas Meichsner zeigt in seinem neuen Buch „The Beauty of Serious Work“ Einblicke

in die ernste, aber mitunter auch skurrile Arbeit des TÜV Rheinland.

EN 71-2 © Andreas Meichsner

Dass der TÜV im Dienste der Sicherheit unterschiedliche Produkte auf Herz

und Nieren prüft, wissen wir alle und glauben zugleich, dass diese Arbeit

bitterernst ist. Im neuen Buch von Andreas Meichsner wird dieser Glaube

schon auf den ersten Blick ernsthaft ins Wanken gebracht. Denn wir sehen

erwachsene Menschen Unfug treiben: Hier wird auf einem Sofa herumgesprungen,

dort eine Toastscheibe mit einem Kuli kariert. Doch trotz aller Komik

geht es hier um eine ernste Sache – der Fotograf zeigt uns nämlich die

Mitarbeiter des TÜV Rheinland bei ihre täglichen Arbeit. Mag auch der eine

oder andere Test zunächst skurril anmuten – alles hier ist durchdacht und

zielgerichtet. Die Räume sind kahl und funktional ein gerichtet, die Blicke

ernst und konz en triert. Nichts darf stören oder ab lenken. Gekonnt fängt Andreas

Meichsner diese beiden ambivalente Stimmungen in seinen Bildern

ein – ohne wertend zu werden. Jede Aufnahme ist eine Welt für sich. Distanziert

man sich aber von den einzelnen Aufnahmen und sieht das Buch als

Ganzes, so kann man durchaus eine gesellschaftskritische Note mitschwingen

spüren – das Streben nach Sicherheit hat auch seine seltsamen Seiten.

Die Bilder von Andreas Meichsner können in „bildkultur“ in Stuttgart vom

18. 1. bis 1. 3. 2014 besichtigt werden. whe

Andreas

Meichsner

The Beauty of

Serious Work

Kehrer-Verlag, Autoren: Anke

Strauß, Christoph Schaden, Markus

Schaden, Künstler: Andreas

Meichsner, Gestaltet von NODE

Berlin Oslo, Festeinband 30,5 x

29,5 cm, 112 S., 43 Farbabb.,

44 Euro, ISBN 978-3-86828-474-4

www.artbooksheidel berg.com

66


Grillen, Pompe Ingolf, © dpunkt. verlag

Mahlzeit, Deutschland!

Kulinarischer Alltag

In „Mahlzeit, Deutschland!“ dreht sich alles ums Essen. 187 Freelens-Fotografen dokumentieren

seinen Weg vom Erzeuger über die Verarbeitung bis zum Konsumenten.

„Mahlzeit, Deutschland!“ zeigt uns in dokumentarischen

Fotos, meist in Farbe, seltener in Schwarzweiß, die ganze

Bandbreite, warum Batman Würstchen isst, was ein veganes

Schweineohr ist, wie man Bratwurstkönig wird oder was auf

einer Kartoffelstampf-Konferenz beraten wird. Das Buch

gibt Antworten auf Fragen wie „Wie sieht es aus in Deutschlands

Küchen, Esszimmern und Kantinen?“, „Wie wird am

Arbeitsplatz ge gessen? Warum auf der Straße?“ oder „Wie

wird unser Essen hergestellt?“ Dazu haben sich 187 Fotografen

an einem Tag im Mai auf Initiative des Fotografen-

Essen an Bord, Wyrwa Christian © dpunkt.verlag

verbands Freelens dem Thema „Essen“ gewidmet und sind

dafür durch ganz Deutschland gereist.

Die Fotografen stellen Deutschland und seine Bewohner anhand

der Gewohnheiten, Traditionen und Neuentwicklungen

aus der Welt des Essens vor. Sie dokumentieren Anbau, Zucht,

Einkauf, Zubereitung oder Ort des Verzehrs. Diese visuelle Bestandsaufnahme

der deutschen Esskultur präsentiert das Essen

als simple Notwendigkeit, ebenso als Genuss, Statement,

Statussymbol oder auch inszeniert als Event. Texte informieren

über die Hintergründe zu den Fotos. Essays namhafter

Autoren, darunter Thilo Bode und Cornelia Poletto, berichten

von spezielleren Aspekten der Esskultur in Deutschland.

Ganz nebenbei ist „Mahlzeit, Deutschland!“ ein lehrreicher

Fotoband auch für Amateur- und Hobbyfotografen. Er zeigt,

wie sich einem so naheliegenden Thema wie „Essen & Trinken“

unterschiedlichste Aspekte abgewinnen und in Fotos

umsetzen lassen. Er bietet schöne Anregungen, wie man

auch im alltäglichen Umfeld sehenswerte, originelle Geschichten

finden kann, die es sich zu fotografieren lohnt.

Eine Leseprobe (www.dpunkt.de/lese proben/3869/Mahlzeit_

Deutschland_Leseprobe.pdf) kann von der Internetseite des

dpunkt-Verlags heruntergeladen werden. Horst Gottfried

Alles Wurst, Hirsch Enver,

© dpunkt.verlag

Mahlzeit,

Deutschland!

Fotografien 1968–2013

dpunkt-Verlag, 187 Fotografen,

Freelens (Hrsg.), 448 S., Farbe,

Festeinband, 39,90 Euro,

ISBN: 978-3-86490-012-9

www.dpunkt.de

67


Praxis | BildBearBeitung

Lightroom 5

In der Praxis

Die Bildverwaltungs-Software Lightroom

wird für Fotografen immer wichtiger.

Wir erklären, wie Sie das komplexe Programm

wirklich professionell bedienen.

Fotos: Heico Neumeyer

Der Preis für das Einzelprogramm ist deutlich gesunken, zudem

ist Lightroom Teil der günstigen „Photo Cloud“ zusammen

mit Photoshop. Die Bildverwaltung wird immer beliebter

und mausert sich zum Standardprogramm. Wir nennen die besten

Tricks, wie Sie die komplexe Adobe-Software professionell

bedienen. Wir verwenden hier Lightroom 5, doch vieles funktioniert

auch mit Vorgängerversionen.

1

❯ ❯ Automatisch einblenden

Die Leisten rings ums Hauptbild verschwinden

oder erscheinen je nach Mausbewegung automatisch

– das nervt. Klicken Sie mit rechts auf

das Dreieck, mit dem Sie die Leisten auch von

Hand ein- oder ausblenden und wählen Sie

„Manuell“. Damit ändert sich die Programmoberfläche

nicht mehr selbstständig. Wiederholen

Sie diese Änderung für jede Seite des

Hauptfensters. Mit Funktionstasten zeigen oder

verbannen Sie einzelne Leisten wie die obere

Aufgabenleiste (F5), Filmstreifen unten (F6), linke

Leiste (F7) und rechte Leiste (F8).

68


2

❯ ❯ Beleuchtung

Drücken Sie ein- oder zweimal das L (für

„Licht aus“): So dunkeln Sie die Lightroom-

Bedienelemente ab. Übrig bleibt nur das Foto

selbst – auch andere Programme auf anderen

Bildschirmen verschwinden. Sie können

die gedimmte Darstellung sogar feinsteuern:

Wählen Sie „Bearbeiten, Voreinstellungen“

mit dem Register „Benutzeroberfläche“ (am

Mac „Lightroom, Voreinstellungen“). Im Bereich

Beleuchtung bietet Lightroom verschiedene

Umgebungsfarben und Helligkeiten.

❯ ❯ Zoomen

3

Klicken Sie ins vergrößerte Bild, wechselt Lightroom

zwischen einer Gesamtansicht und der

wichtigen 100-Prozent-Zoomstufe. Alternativ zoomen

Sie per Druck auf die Taste Z. In großgezoomten

Darstellungen ändern Sie den Bildausschnitt

per Mausrad oder im Navigatorfenster links oben.

Der Navigator bietet auch weitere Zoomstufen.

Diese Abbildungsmaßstäbe erhalten Sie zusätzlich

über die Kombination Strg+Mausrad (am Mac

Cmd+Mausrad).

❯ ❯ Lupenansicht

Klicken Sie in der Bibliothek ein Foto an, können

Sie es per Leertaste groß darstellen – dabei präsentiert

Lightroom auf Wunsch weitere Informationen

als Textblock: Die Taste I schaltet vom ersten

zum zweiten Informationen-Satz und lässt die

Einblendung auch ganz verschwinden.

Welche Angaben macht Lightroom hier genau?

Das bestimmen Sie selbst: Öffnen Sie mit Strg+J

(am Mac wie immer CMD+J) die Bibliotheksansicht-Optionen

mit dem Register „Lupenansicht“

und aktivieren Sie zuerst „Informationen anzeigen“.

Nehmen Sie Werte wie Dateiname, Aufnahmedatum

oder Belichtung und ISO für zwei verschiedene

Lupeninformationen. Die Vorgabe „Allgemeine

Fotoeinstellungen“ präsentiert besonders viele

Kameradaten in einer einzigen Zeile.

5

4

❯ ❯ Filmstreifen

Richten Sie auch den Filmstreifen

unten im Lightroom-Fenster

ein: Klicken Sie mit rechts auf

eine Miniatur und dann auf

„Ansichtsoptionen“. Nun entscheiden

Sie, ob Lightroom im

Filmstreifen Kennfarben, Sternewertung

und die Fähnchen-

Symbole für „Markiert“ oder

„Abgelehnt“ zeigt.

69


Praxis | BildBearBeitung

6

❯ ❯ Erkennungstafel

Tauschen Sie den Lightroom-Schriftzug links oben gegen Ihren

eigenen Namen aus. Dazu wählen Sie „Bearbeiten, Einrichtung

der Erkennungstafel“ und tippen einen neuen Text

ein. Schriftart, -größe und Farbe können Sie im Dialogfeld ändern,

auch für einzelne Textteile. Am einfachsten jedoch kopieren

Sie eine Zeile in einem Textprogramm und fügen sie

in Lightroom ein. Vergessen Sie die Option „Erkennungstafel

aktivieren“ nicht. Planen Sie diesen Schriftzug auch bei Diaschauen,

Webgalerien und Ausdrucken ein.

7

❯ ❯ Vorgaben testen

❯ ❯ Vergleichsmodus

So spüren Sie schnell das beste Bild einer Serie

auf: Markieren Sie zwei ähnliche Fotos, dann

wechseln Sie mit der Taste C in den Vergleichsmodus.

Nun sehen Sie die Bilder nebeneinander.

Klicken Sie einmal auf das weniger geeignete und

schalten Sie mit den horizontalen Pfeiltasten zu anderen

Fotos. Beim besten Bild drücken Sie zum

Beispiel die 5 für eine Fünf-Sterne-Wertung oder

das P für die Auswahlflagge.

Lightroom bietet fertige, komplexe Vorgaben zum Beispiel

für Kontrastkorrektur und Effektkombinationen, aber auch

für Diaschauen, Druckseiten und Webgalerien. Sie müssen

nicht erst die Vorgabe

anklicken, um ihre

Wirkung zu erkennen:

Öffnen Sie einfach im

linken Bedienfeldbereich

oben das Vorschau-

oder Navigatorfenster

und darunter

den Vorlagenbrowser.

Halten Sie

den Mauszeiger über

eine Vorgabe, erscheint

deren Wirkung

sofort im Vorschau-

oder Navigatorfenster.

Das Bild im

Hauptfenster ändert

sich jedoch noch

nicht.

8

9

❯ ❯ Metadaten sichern

Alle Änderungen sichert Lightroom zunächst in der eigenen Datenbank, aber

nicht direkt in den einzelnen Bilddateien. Übertragen Sie die Fotos auf andere

Rechner oder geht die Datenbank kaputt, dann sind alle Ihre Eingaben weg.

Sichern Sie darum alle Änderungen dauerhaft in den Dateien. Dazu wählen

Sie alle Bilder mit Strg+A aus, dann drücken Sie Strg+S. Stichwörter, Copyright

oder Überschriften erscheinen so meist auch auf Fotoseiten und bei

Agenturen im Internet. Wahlweise schreibt Lightroom Ihre Änderungen auch

automatisch direkt in die Dateien. Der Vorgang bremst aber das Tempo. Wählen

Sie „Bearbeiten, Katalogeinstellungen“ (am Mac wie immer „Lightroom,

Voreinstellungen“). Im Register Metadaten nutzen Sie die Option „Änderungen

automatisch in XMP speichern“; sie ist zunächst nicht eingeschaltet. Für DNG-,

JPEG- oder TIFF-Dateien gilt nun: Die Lightroom-Werte landen direkt im XMP-

Bereich innerhalb der einzelnen Fotodateien; es entstehen also keine weiteren

Dateien neben den eigentlichen Bildern. Verwenden Sie die Original-RAW-Dateien

Ihrer Kamera (zum Beispiel CR2, NEF or ORF), sichert Lightroom die Änderungen

in einer separaten XMP-Datei neben den Fotodateien.

70


10

❯ ❯ Kameraprofil

Neu aufgenommene JPEG-Dateien erscheinen oft knackig kontrastreich,

ebenso RaW-Dateien am Kameramonitor. In Lightroom wirken

dieselben RaW-Dateien aber mitunter blass. Probieren Sie dann einfach

ein anderes Kameraprofil: Aktivieren Sie das gewünschte Bild

und öffnen Sie im Entwickeln-Modul rechts unten das Bedienfeld Kamerakalibrierung.

Als Profil erscheint hier zunächst Adobe Standard;

testen Sie andere Angebote wie Camera Standard oder Camera

Landscape. Diese Profile gibt es für zahlreiche, aber nicht für alle

Kameramodelle und generell nur für RaW-Dateien, nicht für JPEGs.

Sie imitieren bestimmte Bildstile wie „Kräftig“ oder „Portrait“, die Sie

bei JPEG-Aufnahmen direkt in der Kamera anwählen.

❯ ❯ Zwei Monitore

Sie nutzen zwei oder mehr Monitore? Dann klicken Sie

unten links im Lightroom-Programmfenster auf das Monitor-Symbol

mit der 2 – nun zeigt Lightroom ihre Fotosammlung

auf dem ursprünglich verwendeten Bildschirm

und am Monitor daneben ein vergrößertes Einzelbild.

Zeigen Sie nach Bedarf auch andere Dinge auf dem

zweiten Schirm, zum Beispiel die Vergleichsansicht

(Schritt 7) oder eine Diaschau. Die entsprechende Vorgabe

machen Sie nach einem Rechtsklick auf das Monitorsymbol

mit der 2. Interessant ist auch die Wahl „Lupe –

live“: Der zweite Monitor zeigt in groß das Bild, über dem

Sie auf Monitor 1 den Mauszeiger halten – auch wenn ein

anderes Foto aktiviert ist.

11

❯ ❯ Vergleichsmodus 12

Tipp

Für Großansicht

Sie arbeiten in den Modulen „Karte“ oder „Buch“ und sehen

die Fotos nur klein im Filmstreifen. Möchten Sie nun

ein Bild groß sehen, bringen Doppelklick oder Leertaste

nicht die übliche Vergrößerung. Drücken Sie stattdessen

die Taste E. Später klicken Sie oben rechts auf „Karte“

oder „Buch“, um zur vorherigen Darstellung zurückzukehren.

Das funktioniert auch bei den Modulen Diashow, Drucken

und Web. Schnell weiter: Sie kennzeichnen Bilder

mit Markiert-Flagge oder Sterne-Wertungen? Wahlweise

wechselt Lightroom sofort nach der Bearbeitung automatisch

zum nächsten Bild. Dazu wählen Sie „Foto, Automatisch

weiterschalten“. Zügig importieren: Besonders leicht

importieren Sie Fotos, indem Sie den passenden Ordner

im Explorer oder Finder öffnen und ein Bild über die Rasteransicht

in Lightroom ziehen. Sie können nun sofort alle

oder einzelne Bilder aus diesem Ordner importieren.

Möchten Sie nach der Bildbearbeitung Vorher- und Nachher-Fassung

vergleichen? Drücken Sie einfach die Taste Y, so sehen Sie

Original und Bearbeitung nebeneinander. Mit den Schaltflächen

direkt unter dem Bildvergleich verfeinern Sie die Darstellung noch –

zeigen Sie zum Beispiel eine Fotohälfte bearbeitet, die andere ursprünglich.

Sofern Sie diese Schaltflächen nicht sehen, werden sie

mit der Taste T sichtbar. Um allein die Vorher-Fassung anzuzeigen,

drücken Sie Umschalt+V. Sie brauchen erneut Umschalt+V, wenn

Sie wieder die geänderte Version sehen möchten.

71


Praxis | Bildgestaltung

vorher

Fotografieren heißt

sehen lernen

Maximilian

Weinzierl

Der Profifotograf und Fachjournalist

zeigt in dieser

Serie, wie ein Foto durch

ein paar Überlegungen

schon bei der Aufnahme

oder auch mittels kleiner

Eingriffe bei der nachträglichen

digitalen Bildbear ­

beitung vom Knipsbild

zum eindrucksvolleren

Bildwerk werden kann.

Sonnenuntergang am Meer.

Ein Urlaubsabend am Strand in einem exotischen

Land. Die Sonne färbt den Himmel blutrot, bevor

sie hinterm Horizont verschwindet. Fischerboote

fahren in die Nacht hinaus, es weht ein leichte

Briese, es riecht nach Meer. Die Wellen kräuseln

sich sanft. Solchermaßen romantisch gefangen

genommen ist man in dieser Umgebung nur allzu

schnell bereit, die Kamera zu zücken und draufloszufotografieren,

in der Hoffnung, die Stimmung

einfangen zu können.

72

Alle Fotos: Maximilian Weinzierl


Optimierung

4

2

1

5

5

2

2

3

besser

ie Ernüchterung folgt spätestens zu Hause am Moni-

im Überschwang der Gefühle hat man meist viele

Dtor;

gleichartige Bilder geknipst, dabei aber im Eifer des Gefechts

sogar einfachste Gestaltungsregeln außer Acht gelassen.

Das linke Bild ist sehr unruhig, es scheint nur mit Augenmerk

auf die Sonne geknipst worden zu sein. Ein bisschen

mehr Planung, auch wenn‘s schnell gehen muss, bringt

bessere Ergebnisse. Ein Stativ ist hier von Vorteil – nicht

unbedingt wegen der Verwacklungsgefahr, sondern, weil

man damit das Geschehen im Sucher besser überlegen

kann.

Beim rechten Bild wurden in der gleichen Situation vor

dem Druck auf den Auslöser alle Elemente des Bildes kontrolliert

und bewusst gestaltet: Der Horizont wurde etwas

tiefer (außermittig) gesetzt. Damit erhöht sich die Spannung

im Bild, und auch das Wolkengebilde am oberen Bildrand

(5) ist nicht abgeschnitten. Das Hauptboot (1) wurde

präg nanter ins Bild genommen. Zudem hat der Fotograf

solange gewartet, bis die beiden vorbeifahrenden Boote (2)

aus der Szenerie verschwunden waren. Der rechte Felsen

(3) rückt weiter ins Bild, damit ist er im „Gleichgewicht“

mit dem linken (4). Schon diese paar Gestaltungsüberlegungen

vorab bringen das bessere Foto: das rechte Bild ist

aufgeräumter, ruhiger und damit stimmungsvoller.

73


Praxis | Bildgestaltung

vorher

Ohne Farbe wird‘s

ein Hingucker

1

Igel unter Wasser.

Der langstachelige Diadem-Seeigel wurde knapp

unter der Wasseroberfläche in etwa 1 m Tiefe

fotografiert: ohne Blitz, Beleuchtung ausschließlich

durch das vorhandene Tageslicht, bei

wolkenverhangenem Himmel. Das Licht beginnt

selbst in dieser geringen Tiefe schon merkbar

grünlich zu werden. Resultat: ein etwas flaues

Bild mit deutlichem Farbstich. Für Dokumentationszwecke

geeignet – ein Bild zum „an die

Wand hängen“ sieht allerdings anders aus.

74


esser

Optimierung

2

nd trotzdem – das Bild hat was! Durch die eigenartige

UHell/dunkel-Bänderung der Stacheln, die strahlenförmig

zur Kamera zeigen, und durch die auffällige kugelartige Ausstülpung

mit den warzenartigen Punkten als visueller Gegensatz

dazu ist es ein interessanter Blickfang. Und die Schärfe sitzt

auch. Wenn Farbe und Belichtung nicht passen, das Bild aber

sonst ganz reizvolle grafische Aspekte beinhaltet, bietet es sich

an, auf die Farbe gänzlich zu verzichten und das Bild in Schwarzweiß

umzuwandeln. Je nach Bildbearbeitungsprogramm einfach

durch einen Klick auf den anzuwendenden Effekt; oder etwas

dezidierter, und um jederzeit die Änderungen auch teilweise

wieder rückgängig machen zu können, in Photoshop über eine

Einstellungsebene (1). In der Einstellungsebene „Schwarzweiß“

(2) werden hier die Regler für die Umwandlung der einzelnen

Farben solange verschoben, bis das Ergebnis den eigenen Vorstellungen

entspricht. Über eine weitere Einstellungsebene

„Gradationskurven“ wurde auch der Bildkontrast mit einer S-

Kurve deutlich gesteigert, um die künstlerische Abstraktion des

Bilds noch weiter voranzutreiben. Zum Schluss ein starker Beschnitt

und die Konzentrierung auf das Wesentliche. Manchmal

sind Bilder ohne Farbe besser.

Maximilian Weinzierl

75


Fotopraxis | tierFotograFie

Into

76


Beispiel 1

Nikon D3s, Brennweite

600 mm,

Blende 4, keine

Belichtungskorrektur,

Stativ,

AF-C

the wild

Tierfotografie,

Teil 1

Das Freigehege ist das ideale

Übungsgelände für Tierfotografen.

fc-Tierfotograf Peter Lindel liefert

Tipps zu Ausrüstung, Kamerastandpunkt,

Aufnahmetechnik

und Bildanalyse.

Alle Fotos: Peter Lindel

77


Fotopraxis | TierfoTografie

Beispiel 2

Canon EOS-1D

Mk III, Brennweite

500 mm, Blende 8,

+0,3 Belichtungskorrektur,

Stativ

Die Gehegefotografie liefert die perfekten Voraussetzungen,

die Tier fotografie zu erlernen oder zu perfektionieren,

hat der Fotograf doch die annähernd hundertprozentige

Chance, ein Tier vor die Kamera zu bekommen.

Gut geeignet für erste Tierfotografieversuche ist etwa das

Tierfreigelände im Nationalpark des Bayerischen Waldes.

Mit ein wenig Geduld ist es dort nicht sonderlich schwer,

einen Bären, Luchs oder Wolf vor die Linse zu bekommen.

Besonders in schneereichen Wintern nutzen bereits ein Vielzahl

Fotografen die Möglichkeit, die Tiere im Gehege zu

abzulichten. Nur gilt es eben, nicht irgendein Foto zu machen,

sondern ein ansprechendes Tierbild auf den Chip der

Kamera zu bekommen. In einem weiteren Schritt lässt sich

dann problemlos Erlerntes auf die Fotografie von Tieren in

freier Wildbahn anwenden.

Ausrüstungsdetails

Vorab aber noch ein Wort zur Aus rüstung. Für die Tierfotografie

gilt: Es kann gar nicht genug Brennweite sein.

Sollte zum Beispiel für die Architektur­ oder Landschaftsfotografie

eine 300er­Brennweite ausreichen, ist ein Wildtierfotograf

– auch ein angehender – mit einer 500eroder

600er­Brennweite besser bedient. Die dazugehörige

Kamera sollte zudem selbst bei größeren ISO­Zahlen

nicht verrauschen, möglichst viele Bilder pro Sekunde

aufnehmen und einen guten und schnellen Autofokus

besitzen. Der Luchs ist sonst aus dem Bild verschwunden,

bevor die Kamera auslöst.

Bildanalyse

Bevor ein Fotograf jedoch ein Tier freigehege besucht,

sollte er sich die Mühe machen, bereits geschossene Bilder

kritisch zu analysieren. Sie eventuell mit denen anderer

Fotografen vergleichen, um sich klar zu machen, warum

die Bilder der anderen Fotografen vielleicht besser

aussehen. Viele Tierfotografen vernachlässigen zu Anfang

ihrer Karriere Kamera standpunkt, Perspektive, Bildaufteilung

und Licht ihrer Aufnahmen. Sie sind schon

froh, das Tier scharf abzubilden. Zu besseren Ergebnissen

kann bereits das Wissen über das Verhalten und die Aktivität

der Tiere führen. Bei vielen Tieren beantwortet sich

so die Frage nach dem besten Licht von selbst, sind diese

doch am ehesten zum Sonnenaufgang oder am späten

Nachmittag bis zum Sonnenuntergang aktiv. Auch das

Wetter spielt hier eine Rolle, denn auch mittags kann das

Licht hervorragend sein, sofern die Sonne nicht scheint

und im Winter vielleicht Wind und ordentlich Schnee dazukommen.

Anhand der Bildbeispiele auf diesen Seiten

veranschaulicht fc­Tierfotograf Peter Lindel, wie sehenswerte

Gehegeaufnahmen entstehen.

78


Beispiel 1: Auf Augenhöhe

Wenn das Fotografieren der Tiere nicht auf Augenhöhe

möglich ist, sucht der Fotograf sich am besten Punkte

im Ge hege, die Augenhöhe vorgaukeln. Das funktioniert

zum Beispiel, wenn das Objekt der Begierde über

eine Kuppe kommt. Die Schneefläche hinter dem Luchs

liegt in weiterer Entfernung und dazu noch im Schatten,

was zu einem homogenen, leicht bläulichen Hintergrund

führt. Der Schnee sorgt obendrein durch die Reflektion

des Sonnenlichts für das Ausleuchten der

Schattenpartien. Ohne Schnee wären die Kontraste vermutlich

schon zu hart. Zudem verleiht der Lichtreflex

im Auge des Tiers dem Bild zusätzlich Leben und erhöht

ebenso wie die nach vorne gestreckte linke Pfote die

Dynamik.

Beispiel 2: Pro und Kontra

An der Aufnahme der drei Luchse lässt sich gut verdeutlichen,

dass auch Bilder mit gestalterischen Mängeln

durchaus sehenswert sein können. Gegen die Aufnahme

spricht vor allem das trübe Licht. Zudem sind der Blick

von oben auf die Tiere und der sie schneidende Horizont

nicht ideal. Auf der anderen Seite machen der Blickkontakt

mit den drei Luchsen und der immer nur kurze Moment

des schneegepuderten Fells das Bild zu einem

Hingucker, der den Eindruck des tiefen Winters

transpor tiert. Fazit: Keine Datei für den Papierkorb!

Beispiel 3: Mit Blickkontakt

Eine ähnliche Aufnahmesituation wie in Beispiel 1: Auch

hier kommt der Luchs über die Kuppe/den Stein, der

Hintergrund ist weit genug entfernt, damit die Schneedecke

eine Freistellung gewährleistet. Der absolute

Blickkontakt macht den Betrachter das fehlende Licht

vergessen.

Auf zu den Bären!

Die Tierfreigehege im Nationalpark des Bayerischen

Waldes bieten nicht nur Luchse, nein das Highlight für

Tierfotografen sind sicher die Braunbären. Die Möglichkeit,

in manchen Wintern Jungtiere zu fotografieren, ist

spektakulär – natürlich nur für den, der die braunen Riesen

entdeckt. Doch wer sich ein bisschen mit ihren Gewohnheiten

vertraut macht, lernt schnell, die Laufwege

der Bären zu antizipieren und sie aufzuspüren. Ist es soweit,

geht es wieder um das fotografische Handwerk, die

richtige Perspektive, das Licht, den Bildaufbau und darum,

unvergessliche Momente festzuhalten – wenn sich

die Jungtiere balgen oder sich die Mutter schützend vor

den Nachwuchs stellt, weil der Vater sich bedenklich

nähert.

Beispiel 4: Interaktion

Die Bärenmutter ist auf diesem Bild noch entspannt, nur

die Jungtiere beobachten ihren Vater argwöhnisch. Zur

Bildkomposition trägt bei, dass die Braunbären sich in

einer nahezu monochromen Umgebung befin den. Wintereffekte,

die Interaktion zwischen den wilden Tieren

unter einander oder mit dem Fotografen machen ein Bild

lebendig. Eine reine Dokumentation der Szene wäre

langweilig.

Beispiel 5: Unausweichlich

Unausweichlich stürmt der junge Bär auf den Fotografen

zu. Durch die lange Brennweite gewinnt der Betrachter

den Eindruck, gleich wird der Fotograf umgerannt. Die

schneebedeck ten Büsche und der Neuschnee gaukeln

zudem mitten in Europa unberührte Wildnis vor. Hier

würde schon plattgetretener bräunlicher Matschschnee

ausreichen, um die Bildwirkung zu zerstören. Diese Aufnahme

zeigt, woher der gute Ruf des Tierfreigeländes I

Beispiel 3

Nikon D3s, 600 mm

Brennweite, Blende

4, keine Belichtungskorrektur,

Stativ

79


Beispiel 4

Nikon D3s, 600 mm

Brennweite, Blende

4, 1 /800 s, Stativ

Beispiel 5

Nikon D3s,

600 mm Brennweite,

Blende 4,

+0,3 EV, Stativ,

AF-C

80


Beispiel 7

Nikon D3s, 600 mm

Brennweite, Blende

4, 1 /1250 s, Stativ

Beispiel 6

Nikon D3s, ISO 1600,

600 mm Brennweite,

Blende 4, 1 /1600 s,

Stativ

in Neuschönau her rührt: Tierfotografen können hier

Perspektiven finden, die dem Betrachter ohne Zäune

oder andere Zeichen der Gefangenschaft und Zivilisation

den Eindruck der freien Wildbahn vorgaukeln.

Beispiel 6: Ganz nah

Der extrem gewählte Bildausschnitt zeigt die Möglichkeit,

durch Nähe spannend Reizvolles zu zeigen, auch

wenn es für den Fotografen unmöglich war, auf Augenhöhe

der Tiere zu fotografieren. Das Rezept: Soviel

Brennweite, wie das Objektiv hergibt und ruhig ein abgeschnittenes

Ohr oder eine nicht komplett abgebildete

Pfote riskieren. Es lohnt, selbst wenn der Ausschuss

hoch ist. Die gelungenen Aufnahmen haben oft das

Zeug dazu, im Gedächtnis des Betrachters haften zu

bleiben.

Beispiel 7: Nur die Szene zählt

Das Bild hat grobe formale Fehler, etwa Licht und Perspektive,

aber es zeigt, manchmal zählt nur die Szene.

Ein Kung­Fu­Braunbär, der aus dem Wasser springt, ist

ein absoluter Hingucker. „Dennoch sollte der Fotograf

nicht vergessen, dass seine Aufnahme in Augenhöhe im

Morgenlicht deutlich besser gewesen wäre, denn nur

wer seine Bilder kritisch analysiert, kann sich verbessern“,

urteilt Peter Lindel selbstkritisch.

Redaktion Henriette Struss

Peter

Lindel

Ist seit März 2004 Mitglied

der fotocommunity (fc). Bereits

1999 hatte er sich der

Tierfotografie verschrieben,

und seit nunmehr zwölf

Jahren lichtet er im Herbst

oder Winter einige Tage im

Tierfreigelände I des Nationalparks

des Bayerischen

Waldes dort beheimatete

Tiere wie Luchse, Wölfe

und Braunbären ab. Erst

2013 bot sich ihm die Gelegenheit,

Braunbären in freier

Wildbahn zu fotografieren.

Peter Lindels Fotos

haben zahlreiche Naturbild-

Wettbewerbe gewonnen

und sind unter anderem

ständiger Bestandteil der

Ausstellungen im Naturparkzentrum

Holsteinische

Schweiz sowie im Naturpark

Sächsische Schweiz

(Stichwort „Luchsschule“).

Seine Tierbilder sind darüber

hinaus regelmäßig in

Büchern, Zeitschriften und

Kalendern zu sehen

www.fotocommunity.

de/fotograf/p-lindel/

436555

www.naturfolger.de

81


Fotopraxis | Feuerwerke

Feuerwerke

Wie sich Feuerwerke gekonnt in Szene

setzen und ablichten lassen, erläutert

fotocommunity-Fotograf Daniel Peto. Vom

Kamerastandpunkt über die Aufnahmetechnik

bis zur Nachbearbeitung verrät er

Tipps und Tricks.

Alle Fotos: Daniel Peto

82


Köln-Deutzer

Herbstkirmes

Die einzelnen Aufnahmen

müssen pass genau

übereinander gelegt

werden, nur so werden

die Lichtreflexe auf

dem Wasser realistisch

wiedergegeben.

83


Fotopraxis | Feuerwerke

Duisburg

Extraschicht

Um dieses Panorama

zu erzeugen wurde nach

dem Feuerwerk noch

eine Aufnahme erstellt

und diese mittels Photomerge

nahtlos angefügt.

Wer Feuerwerke ablichten will, muss nicht bis Sylvester

warten. Mit Hilfe von Kalendern im Internet

wie www.feuerwerk-forum.de und www.feuerwerkkalender.de

können Fotografen Feuerwerke zu den

unterschiedlichsten Terminen im Jahr und vor allem vor

und hinter vielerlei span nenden historischen wie modernen

Ku lissen ablichten. Um sich einen ersten Überblick

über ein Feuerwerksgebiet zu verschaffen, schaut

sich Daniel Peto dieses zudem auf einer Landkarte an

und sucht in der fotocommunity (fc) nach schon vorhandenen

Bildern, um den Abschussplatz auszumachen.

Vorbereitungen

Erfordert ein Wunschmotiv eine längere Anreise, lohnt

es sich darüber hinaus, beim Veranstalter anzurufen, um

mehr Informationen zu Veranstaltung und Feuerwerk

einzuholen. Veranstalter können zudem Tipps zur Wahl

des Kamerastandpunkts geben oder einem manchmal

die Möglichkeit eröffnen, von sonst unzugänglichen

Punkten zu fotografieren. So findet sich ein Fotograf mit

ein bisschen Glück beispielsweise auf dem Bürodach

eines Veranstalters wieder. In jedem Fall ist es von Vorteil,

sich mit den Örtlichkeiten auseinander zusetzen, um

beispielsweise zu erfahren, wo und wann das Feuerwerk

gezündet wird. Daniel Peto sucht möglichst bereits eine

Stunde vor Zündung seinen Kamerastandpunkt auf,

sonst ist dieser auf Grund der Beliebtheit der Himmelsschauspiele

oft bereits vergeben.

Kamerastandpunkt

Beim Bild von Schloss Benrath überlegte Daniel zum

Beispiel, wie sich Schlosskomplex und Feuerwerk am

besten harmonisch kombinieren lassen, und platzierte

sich dann auf einem Steg genau gegenüber der Schlosskulisse.

Schließlich macht beim Feuerwerk nicht der das

beste Bild, der am nächsten am Geschehen dran ist, sondern

der am besten die Wirkung des Feuerwerks vorausahnt.

Bei manchen Feuerwerken lassen sich so an aussichtsreichen

Standpunkten auch durchaus einige

Fotografenkollegen antreffen.

Bildkomposition

Beim Bildaufbau ist für Daniel Peto maßgebend, dass sich

die Umgebung des Feuerwerks identifizieren lässt. Er urteilt:

„Das Feuerwerk wird erst durch den Kontext in seiner

Dimension greifbar. Als er ein Feuerwerk in der Zeche

Zollverein aufnahm, ging es ihm somit auch darum,

dass der Betrachter im fertigen Bild neben dem Feuer-

84


Kölner

Lichter

Wiedererkennungsmerkmale

wie der

Kölner Dom verleihen

dem Himmelsschauspiel

Dimension und

Kontext. Durch das

Kombinieren mehrerer

Feuerwerksbilder

mit dem Hintergrundbild

füllt sich der

Himmel zusehends.

85


Fotopraxis | Feuerwerke

Düsseldorf,

Schloss

Benrath

Durch den weiter

entfernten zentralen

Kamerastandpunkt am

Schlossteich gegenüber,

werden Gebäudekomplex

und Feuerwerk

harmonisch

abgebildet.

Daniel Peto

absolvierte 1990 einen kleinen Fotokurs,

kaufte sich eine Yashica FR-1

mit einer 50-mm-Festbrennweite

und fing an zu fotografieren. 1998

schoss er dann seine ersten Feuerwerksbilder

mit einer Contax 67MT.

Seit 2006 fotografiert er digital mit

einer Nikon D80. Heute sind seine

Schwerpunkte Feuerwerke, Reiseaufnahmen

und Menschen.

www.fotocommunity.de/fotograf/

daniel-peto/824102

werk das Weltkulturerbe klar erkennt. Er wählte dafür

einen Standpunkt, von dem aus die Zeche symmetrisch

zu sehen ist, und überlegte sich, wie viel Freifläche er im

Himmel um die Zeche für das Feuerwerk benötigte.

Allgemein gilt bei Feuerwerken, stets ein besonderes

Augenmerk auf den Himmel zu legen, damit sich das

Himmelsschauspiel im Bild entfalten kann. Ansonsten

gelten übliche Gestaltungsregeln wie der golde ne

Schnitt. An der Bildkomposition wird natürlich schon

vor dem Zünden des Feuerwerks gefeilt und die passende

Brennweite gewählt, denn geht es los, lässt sich

kaum mehr etwas korrigieren.

Aufnahmetechnik

Standard für Feuerwerksbilder sind Stativ und Fernauslöser.

Natürlich ist in der Dunkelheit zudem ein lichtstarkes

Objektiv ein Plus. Da es sich bei Feuerwerksbildern

um manuell belichtete Aufnahmen handelt, wählt

der Fotograf am besten eine niedrige ISO-Zahl wie 100

oder 200, Blende 8 bis 11 und eine Verschlusszeit von

2 bis 4 Sekunden. So werden möglichst viele Bildpartien

scharf, detailgenau und hoch auflösend abgebildet. Da

der Kontrast bei Feuerwerken extrem groß ist, nimmt

Daniel Peto immer noch ein Foto des Hintergrunds ohne

Feuerwerk mit dem exakt gleichen Ausschnitt und der

gleichen Blende auf und verlängert nur die Belichtungszeit.

So lässt sich in der Nachbearbeitung ein homogenes

Bild erzeugen.

Bildbearbeitung

Gelungene Feuerwerksbilder wählt Daniel Peto am PC

aus und kombiniert diese mit den zusätzlich belichteten

Hintergrundbildern ohne Feuerwerk. Hierbei lassen sich

auch Vibrationen des Bodens retuschieren. Man kann

auch mehrere Feuerwerksaufnahmen zu einem Bild mit

dem Hintergrund montieren. So füllt sich der Himmel

Schritt um Schritt. Aber Achtung: Wichtig ist, die einzelnen

Aufnahmen passgenau übereinander zu legen, nur

so werden die Lichtreflexe auf dem Wasser exakt dort

wiedergegeben, wo sie auch tatsächlich zu sehen waren.

Anschließend muss das Bild nur noch beschnitten werden

– fertig!

Redaktion Henriette Struss

86


Zeche

Zollverein

Ziel war, das Weltkulturerbe

klar erkennbar

mit dem

Feuerwerk im Hintergrund

abzulichten.

87


creativ-Wettbewerb | Landschaft

Thema Landschaft

Das Portfolio

der Redaktion

88


Annette

Hermsen

Namibia, Dead Vlei. Ich

wanderte lange umher,

bemüht beim Fotografieren

den toten Bäumen

gerecht zu werden.

(Brennweite 14 mm,

ISO 200, Bl. 8, 1 /800 s)

http://fc-foto.

de/32564878

Titel: The Tree

89


creativ-WettbeWerb | Landschaft

LichtSchatten-

Sucher

Radreise Nordwest russland

und Nordnorwegen. Lofotenwände

vom Reinebringen in

Nordnorwegen. Die Aufnahme

entstand bei einer Wanderung.

http://fc-foto.de/32653923

Titel: WILDE WÄNDE

LichtSchatten-

Sucher

Morteratsch- und Persgletscher,

Bernina gruppe, Oberengadin.

Ein Leben ohne

„kalten Atem“ könnte verdammt

schwer werden...

http://fc-foto.de/32680595

Titel: DER KALTE ATEM

DER ERDE

90


Günther

Tomek

Das Gewitter war angekündigt,

das Bild geplant. Die abgelegene

Region ist nur mit

Geländewagen erreichbar.

Um vor Sonnenaufgang da zu

sein, hatte ich ein Zelt mit.

http://fc-foto.de/32640966

Titel: Morgens nach dem

Thunderstorm

91


creativ-Wettbewerb | Landschaft

92


Johanna Schulwitz

Westgrönland, Ilulissat, Abendspaziergang.

Sonnenuntergang.

Da entdeckte ich das kleine

Häuschen am Stadtrand… (Brennweite

42 mm, Bl. 11, 1 /100 s)

http://fc-foto.de/32670900

Titel: ein kleines rotes Häuschen

93


creativ-WettbeWerb | Landschaft

Reinhard

Gämlich

Oman, Rub a Khali,

Trecking. Im letzten

Abendlicht erstrahlen

die Dünen intensiv

orange und kontrastieren

mit den länger

werdenden Schatten.

http://fc-foto.

de/32642232

Titel: KHALI – THE

ORANGE DESERT

94


Marc

Maiworm

The Wave, Arizona.

Ein Festival der Farben

und Formen, das zahlreiche

spannende Perspektiven

bietet. Ultraweitwinkelaufnahme

(Brennweite 10 mm).

http://fc-foto.

de/32715969

Titel: Just Unique

Manfred

Voss

USA, Canyonlands,

7:22 PM. Ein von Indianern

über Jahrhunderte

verehrter Ort. Angeblich

so erhalten, wie

diese ihn zurückgelassen

haben

(Bl. 13, 1 /5 s).

http://fc-foto.

de/32563798

Titel: Indian Spirit

Petra

Kogelheide

Ruhrpott, Naherholungsgebiet.

Mich

reizt das Besondere im

Banalen und Alltäglichen.

Die Allee befindet

sich zwischen

Campingplatz und

Motorradtreff

(Blende 6,3).

http://fc-foto.

de/32685184

Titel: seeallee

95


creativ-WettbeWerb | Landschaft

Günther

Tomek

Das aufziehende Gewitter

war aus 30 km Entfernung

zu sehen. Die

Kamera auf dem Aussichtspunkt

neben dem

Auto platziert, hieß es

abwarten (Brennweite

22 mm, Bl. 14, 1 /200 s).

http://fc-foto.

de/32680901

Titel: Thunderstorm

Petr Hubka

Laut dem kretischen

Urgestein Janis, war ich

in einem früheren Piratennest,

als mich dieser

Fels verpflichtete, ihn

am nächsten Morgen zu

fotografieren.

http://fc-foto.

de/32678412

Titel: Tertsa, Kreta

96


Michael

Vit

Südtirol. Gegen 18 Uhr

kam die Sonne hervor,

und der Wind legte

sich. Am Karersee fanden

wir so diese Spiegelung

vor. HDR-Bild,

montiert aus einer 5er-

Belichtungsreihe.

http://fc-foto.

de/32586920

Titel: Spiegelung

Uschi

Wolters

Voreifel, zwischen

Nideggen und Berg.

Diese Hügellandschaft

verzaubert mich immer

aufs Neue (ISO 100,

Brennweite 154 mm,

Bl. 16, 1 /50 s, -1 EV).

http://fc-foto.

de/32669157

Titel: Oktober in der

Voreifel

97


creativ-WettbeWerb | Landschaft

Daniel

Bossy

Das Elbetal liegt im

Herbst oft im Nebel,

der Sonnenaufgang

blieb so unsichtbar,

aber im bizarren Grau

hoben sich die Nadelbäume

eindrucksvoll

ab (Bl. 11, 0,6 s,

Stativ).

http://fc-foto.

de/32638798

Titel: ...über dem

Abgrund

Martin

Kroke

Vergangenen Herbst,

am frühen Morgen.

Natürlich, mystisch –

ich passte nur leicht

Kontrast und Schärfe

an, um die Stimmung

zu betonen.

http://fc-foto.

de/32560643

Titel: Moorsee

98


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creativ-WettbeWerb | Landschaft

1. Platz

ArminFuchs

Ein Zufallstreffer. Eigentlich war

ich sehr früh unterwegs, um eine

Kapelle im Morgenlicht zu fotografieren,

als sich mir unterwegs

dieser Anblick bot ...

http://fc-foto.de/32719857

Titel: Val d‘Orcia

Sieger

Die

100


Mit dem Thema „Landschaft“ startete am 20. November der ColorFoto-Creativ-

Wettbewerb. Jedes Quartal wird gemeinsam mit ColorFoto auf fotocommunity.de

ein neuer Fotowettbewerb ausgeschrieben. Die Siegerfotos wählte eine Jury

aus den 100 besten Bildern des Wettbewerbs. Auf den folgenden Seiten dürfen

wir Euch die Top-Fotos präsentieren.

101


creativ-WettbeWerb | Landschaft

2. Platz

Manfred Voss

USA/Utha, Canyonland, 06:19 AM. Das

Panorama aus 7 HK-Aufnahmen lässt

einen ahnen, was die Ureinwohner und

späteren Einwanderer wohl fühlten, als

sie hier standen.

http://fc-foto.de/32554034

Titel: Sunrise Arch

102


103


creativ-WettbeWerb | Landschaft

3. Platz

Dennis Polkläser

Bei der Nordlichtfotografie gebe ich mich

nie mit dem reinen Abbilden des Nordlichts

zufrieden, sondern kreiere stets ein stimmiges

Gesamtbild.

http://fc-foto.de/32642425

Titel: [ ... solar storm ]

104


5. Platz

Ernst Prettenthaler

Peru 2013, Cordillera Huayhuash. Blick auf den Puscanturpa

(5410 m), Zeltplatz (4350 m), gelungen nach

Schneeregen vor der Dämmerung. (ISO 500, Bl. 8, 1 /8 s,

Kor. -2/3 EV)

http://fc-foto.de/32615729

Titel: Colors after Rain

4. Platz

LichtSchattenSucher

Radreise, Patagonien, Chile, Nationalpark Torres

del Paine. Mit dem Rad lassen sich Land und

Natur unmittelbar und hautnah erleben. Es war

absolut windstill, an dem Ort an dem sonst die

stärksten Stürme der Welt toben.

http://fc-foto.de/32663781

Titel: DIE REALITÄT DER FANTASIE

105


creativ-WettbeWerb | Landschaft

6. Platz

Achim Thomae

Bayern, Kochelsee. Der Nebel über dem See

lichtete sich. 5er-Belichtungsreihe bei Bl. 8.

Zusammengesetzt mit HDR Efex Pro2, Nik

Collection, bearbeitet mit Lightroom 5.

http://fc-foto.de/32647518

Titel: Winterzauber.

106


7. Platz

Gundula Ida Gäntgen

Ich bin glaube ich ein „Heimatfotograf“, denn

ich fotografiere fast ausnahmslos an der Oste,

wo ich geboren und aufgewachsen bin.

http://fc-foto.de/32639207

Titel: Morgenzauber

8. Platz

Armin F uchs

Loch Leven in den schottischen

Highlands – kurz nach Sonnenaufgang

auf dem Weg ins Tal Glencoe

http://fc-foto.de/32719877

Titel: morning has broken

107


Kameras | TesT

Die Sony A7 (24 MP)

und A7R (36 MP)

gleichen sich wie ein Ei dem anderen;

sie lassen sich nur an der Typenbezeichnung

identifizieren. Neben

der unterschiedlichen Sensorauflösung

ist der Hybrid-AF der A7 das

wichtigste Unterscheidungsmerkmal.

108


Vollformat

Sony Alpha 7 und 7R. Sonys neue Vollformat-Offensive kommt im Doppelpack: Bei der

Alpha 7 (24 Megapixel) und Alpha 7R (36 Megapixel) handelt es sich um spiegellose

Systemkameras mit elektronischem Sucher und üppiger Ausstattung. Wie gut sind die

beiden Newcomer im Vergleich zu etablierten SLR- und SLT-Modellen?

Bedienung

Rechts neben dem

Suchereinblick und

der C2-Taste (individuell

belegbar) findet

sich ein Einstellrad,

das zweite sitzt vorne

beim Auslöser;

ein weiteres, gerändeltes

Rad ist Bestandteil

des 4-Wege-Schalters.

Über

die Fn-Taste ruft

man den Einstellmonitor

auf; die

Papierkorbtaste ist

doppelt belegt als

konfigurierbare C3-

Taste. Der hochauflösende

3-Zoll-

Mo-nitor lässt sich

aus dem Gehäuse

klappen, leider

aber nicht drehen.

Neue Impulse für den Markt der

Vollformatkameras versprechen Sony

Alpha 7 und 7R. Die Zwillingsschwestern

kosten 1500 (A7) bzw. 2100 Euro (A7R) und

unterscheiden sich in erster Linie durch

den jeweils verbauten Exmor-Bildsensor:

Bei der A7 löst er 24 Me gapixel auf und ist

mit einem Hybrid-AF ausgestattet. Bei der

A7R beträgt die Nennauflösung dagegen

36 Megapixel ohne Tiefpassfilter, während

zur automatischen Fokussierung ausschließlich

ein Kontrast-AF zur Verfügung steht.

Abgesehen davon sind die Kameras in

Funk tionalität und Ausstattung nahezu

identisch; dazu gehört auch die Fähigkeit

zur Drahtloskommunikation (siehe Kasten).

Welche von beiden man vor sich hat,

Im Detail

Rechts neben dem Moduswahlrad für

die Belichtungsprogramme finden sich

der Auslöser, eine von drei individuell

belegbaren Tasten (C1), davor das Einstellrad

für den Zeigefinger. Das Belichtungskorrekturrad

weist einen Einstellbereich

von + 3 Blenden aus; über das

Menü lassen sich aber auch + 5 Blenden

einstellen. Die Speicher karte wird,

etwas ungewohnt, von der Rückseite

her in den Steckplatz geschoben. Die

Starttaste für Videos sitzt seitlich im

Griffbereich des Daumens.

lässt sich nur anhand der Typenbezeichnung

an der Frontseite erkennen. Von der

Vollformatkamera A99 aus der SLT-Familie

unterscheiden sich die A7-Modelle durch

das kompaktere Gehäuse, von der NEX-

Reihe durch den größeren Sensor und den

entsprechend größeren Bildkreis sowie das

an Spiegelreflexkameras angelehnte Design:

Der elektronische Sucher sitzt in SLR-

Manier auf dem Gehäuse, direkt über der

optischen Achse. Da die neuen Kameras als

Teil der NEX-Familie das NEX-Bajonett

nutzen, können alle bereits vorhandenen

E-Objek tive direkt eingesetzt werden, allerdings

schalten die Vollformatkameras

dann auf das kleinere APS-C-Format um.

Die Aufl ösung sinkt entsprechend. Gleichfalls

sind die A-Objektive mit den NEX-

Adaptern nutzbar. Neu kommt eine FE-

Objektivreihe mit NEX-Bajonett, die für

das größere KB-Format gerechnet ist. Zwei

FE-Objektive standen bereits zum Testzeitpunkt

zur Verfügung, drei weitere hat Sony

zum Start angekündigt und verspricht einen

schnellen Ausbau.

Die neue Leichtigkeit

Erster Eindruck: So leicht und kompakt wie

hier hat man eine Vollformatkamera noch

nicht erlebt. Das Gehäuse wirkt in der

Draufsicht sehr schlank, nur der rechts angesetzte

Handgriff sorgt für etwas mehr

Volumen. Stellt man eine gängige SLR-

Kamera mit APS-C-Sensor daneben, ist

109


Kamera

TesT

| Alpha 7

2,02

1,8

1,6

1,4

1,2

1,01

MTF50

Sony Alpha 7 - dead leaves

Dead Leaves

ISO 100

ISO 400

ISO 800

ISO 1600

ISO 3200

ISO 6400

ISO 12800

0,8

ISO 25600

0,6

50%

0,4

0,2

0

0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800 2000

lp /ph

Linienpaare/Bildhöhe

ISO 100

ISO 400

ISO 800

ISO 1600

ISO 3200

ISO 6400

ISO 12800

ISO 25600

50%

1 2

Lumix DMC-GF6 (JPEG)

Sony Alpha 7 (JPEG)

FRPP301001

3020599

Panasonic Lumix DMC-GF6 resolution

Sony Alpha 7 resolution

Panasonic

Sony Alpha

Lumix

7 visual

DMC-GF6

noise

visual noise

pangf6

sona7

Auflösung

1,2

einer robusten Magnesiumlegierung und ist

1,2

16

24

ISO 160 ISO

100

n 1724

2000

gegen Spritzwasser abgedichtet. Ein eingebautes

VN ISO 100

100 / 400 / 800 / 1600 / 3200 / 6400 / 12800

ISO 00 / 3200 / 6400 / 12800

ISO 400 400

25600 / - / - / - / - / -

25600 / - / - / - / - / -

1,0

ISO 1,0 1.00

ISO 800 800

6

0.2

ISO 1600

6 Blitzgerät sucht man jedoch vergebens.

4 Auch auf einen eingebauten VN ISO 800 Bildstabi-

VN ISO 160

Sony FE 2,8/35

ISO 1600 1600

5

VN ISO 400

ISO 3200

Panasonic Lumix 1,7/20Sony FE 3,5-5,6/28-70 OSS

5

VN ISO 400

ISO 3200 3200

Lumix 3,5-5,6/14-42 OIS

ISO 6400

0,8

dead leaves

4

r percent

kurtosis

3

VN ISO 1600

VN ISO 800

MTF50

ISO 6400

0,8

10% 6400 contrast

leaves

96% kurtosis 1592 0,2

2

VN ISO 3200

nyquist Kontrast

lisator 3 nach dem Sensor-Shift-Prinzip VN ISO 1600 wie

F50

10% contrast frequency

96% 1602 0,2

70 94% 0,5 1588 0,2

1 2

VN ISO 6400 VN ISO 3200

0,6

nyquist frequency

38 92% 0,7 1463 0,5

bei den SLT-Modellen muss man verzichten.

Im NEX-System sitzt der Bildstabilisa-

0

75 91% 0,6 1268 1,0

frequency

1

VN ISO 6400

87% 678 0,6 2,0

50 0,7

81% 655 4,2

0

98 0,7

73% 595 6,2

18 1,1

0,4

- - -

28 - 0,9 - -

56 - 1,6

tor in den Objektiven. Das haptische Empfinden

bestätigt die visuell wahrgenom-

- - 0,4

- - - - -

-

-

-

- -

0,2

- -

- VN3 - DR

SNR

- 0,4 - 10,0 0,2 90

mene Wertigkeit: Am rau beschichteten

0,5 10,0 80

0,0 0

0,5 10,0 70

R

SNR

170 320 470 620 770 920 1070 1220 1370 1520 1670 1820 1970

0,7 9,7 63

Griff lässt sich die Kamera gut handhaben,

0,9 9,3 50

frequency (LP/PH)

,3 57

Linienpaare/Bildhöhe

1,0 9,0 48

,3 43

0,9 8,7 0,0 60

,7 1,3 42

zumal das Gewicht inklusive Standardzoom

(FE 3,5–5,6/28–70 mm 70 OSS) mit rund

8,0 73170 320 470 620 770 920 1070 1220 1370 1520 1670 1820 1970

,0 - 40 - -

Sony Alpha 7 OECF20 ISO 100

Sony Alpha 7 OECF20 ISO 400

,3 - 38 - -

frequency (LP/PH)

70

,0 - 24 - -

250

250

- - -

,3 13

- - -Auflösung

,7 12

255

750 g gering ausfällt. Das Kit-Objektiv

- -

60

60

Panasonic Lumix DMC-GF6 OECF20 ISO 160

Panasonic Lumix DMC-GF6 OECF20 ISO 400

- -

L C HDie Grenzauflösung 200

liegt bei der Alpha 7 70auf einem

70

- -

200

250

selbst wirkt aufgrund seiner Kunststoffleichtbauweise

weniger belastbar als die

250

3,3 2,4 - -

3,2 2,4 0,8konstant hohen Niveau über den gesamten 50 gemes-

Bereich bis ISO 6400. Die Differenz zwischen

50

- -

3 2,4 Red

Red

255

3 2,3 0,7senen 60

Green

Green 60

3,2 2,4 0,6

150

150

3,1 2,1 0,7

40

Blue

40

Blue

C

H ISO 100 und 6400 beträgt weniger als 200 LP/BH.

Kamera, ist aber immerhin mit einem Metallbajonett

und optischem

2,8 2,1 200 0,5

SNR

200

SNR

,6 3,9 1,8 2,3 0,6

- - -

,7 1,8

50

50

- - -

30

30

Bildstabilisator

,6 1,8

- - -

Red

Red

100

100

,4 - 1,6 - -

Green

Green

,1 - 1,6 - -

ausgestattet. Ebenfalls im Lieferumfang der

150

150

3 1,6

40 20

Blue

20

40

Blue

,7 0,7

0

6

SNR

ISO 100

SNR

,9 -0,6

Testkameras war das angenehm kompakte

50

50

F- AF -

ISO 400

AF

AF

5

10

10

-lx

>1000lx - >1000lx (LV) 30lx

30

30

ISO 800

- 0,29 - - 0,73

FE 2,8/35 mm (ohne Bildstabilisator). Ein

100

100

4

- -

1,8

ISO 1600

- -

0

0

0 optional erhältlicher Batteriehandgriff 0 verbessert

das Hochformat-Handling durch

r second 4,47

0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 3 1,6 1,8 2,0 2,2 2,4 2,6 2,8 203,0

ISO 3200 0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 2,2 2,4 2,6 2,8 3,0

20

equence 8

63

log luminance

log luminance

r second 4,45

ISO 6400

equence 29

2

50

50

F

AF

10

10

lx (LV) 30lx

1

zusätzliche Bedienelemente und soll die

- 0,34

0

0,8

mögliche Betriebsdauer pro Akkuladung

0

0

0

0

3,8

0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 2,2 2,4 2,6 2,8 3,0

0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 2,2 2,4 2,6 2,8 3,0

48

log luminance

log luminance

3,6

10

contrast

digital values

Dead Leaves

Die Dead-Leaves-Kurven verlaufen bei der Alpha 7

auf hohem Niveau und steigen nur mäßig über den

Ausgangskontrast des Motivs (1,0) an. Erst bei ISO

6400 geht der DL-Wert deutlich zurück.

Kontrast

contrast

digital values

digital values

digital values

3

der Größenunterschied nicht zu übersehen.

Das Gehäuse besteht in weiten Teilen aus

4

1. Am Einstellmonitor kann man Funktionsfelder

anwählen und Einstellungen

ent weder direkt per Rad oder in einem

Untermenü verändern. 2. Ist der Punkt-AF

(Flexible Spot) angewählt, lässt sich die

Größe des Messfelds in drei Stufen variieren.

3. Beim Augen-AF saugt sich das

Messfeld an einer Pupille fest; die Funk -

tion lässt sich auf Knopfdruck aktivieren.

4. Was bei der Aufnahme an Informationen

angezeigt werden soll, lässt sich für

Sucher und Monitor separat einstellen.

verdoppeln. Eine willkommene Option,

wenn man bedenkt, dass Sony für den mitgelieferten

Akku (NPFW50, 1080 mAh) magere

270 Aufnahmen gemäß CIPA-Standard

angibt, wenn durchgängig mit elektronischem

Sucher (EVF) fotografiert wird (340

Aufnahmen ohne EVF).

Weiter verbesserter EFV

Der elektronische Sucher entspricht weitgehend

dem bei der A99 verwendeten, soll

aber laut Sony vor allem bei der Kontrastwiedergabe

entscheidend verbessert wor-

Rauschwahrnehmung

(Visual Noise)

Die Alpha 7 hält sich beim Rauschen bis in höhere

Empfindlichkeiten zurück. Die starken Firmware-

Ein griffe bei höheren Empfindlichkeiten – sehr

moderat bei ISO 1600, deutlich ab ISO 3200 – führen

jedoch zu einem weichen Bildeindruck und

entsprechenden Texturverlusten.

Schlankes

Gehäuse,

dicke Optik

Von der Anschlussseite

her wirkt die

Kamera besonders

schlank, während das

für den Vollformat-

Bildkreis gerechnete

Objektiv vergleichsweise

dick aufträgt.

110


den sein. Auflösung und Farbwiedergabe

sind jedenfalls so gut, dass man häufig vergisst,

einen EVF vor sich zu haben und nur

noch durch leichtes Bildruckeln beim Kameraschwenk

daran erinnert wird. Die Bildfeldabdeckung

beträgt 100 Prozent und der

Sucher lässt sich gut überblicken (Augenabstand

ca. 27 mm vom Okular). Der 3-Zoll-

Monitor ist ebenfalls von der hochauflösenden

Sorte und lässt sich auf einer Achse

verschwenken, leider jedoch nicht drehen.

Berührungsempfindlich ist der Monitor

nicht, was im Hinblick auf das Be dienkonzept

nicht weiter unangenehm auffällt

– nur einen Touch-AF vermisst man manchmal.

Beim AF-System hören die Gemeinsamkeiten

zwischen beiden Modellen auf:

Bei der A7 agiert ein hybrider Sensor-AF mit

117 Messpunkten für die Phasenerkennung

und 25 Punkten für die Kon trasterkennung,

während sich die A7R mit einem Kontrast-

AF begnügen muss. Was offenbar Auswirkungen

auf das Arbeitstempo hat: 0,29 s bei

1000 Lux brauchte die A7 zum Auslösen

inklusive Fokussierung, während sich die

A7R dafür 0,44 s genehmigte. Bei wenig

Licht (30 Lux) sind beide eher lahm: 0,73/

0,81 s beträgt die Auslöseverzögerung inklusive

AF-Zeit bei der A7/A7R; knapp halb

so lange brauchen die derzeit schnellsten

spiegellosen Systemkameras. Auch die Einschaltverzögerung

ist bei den 7er-Modellen

recht hoch – um 2 s. Bei der Serienbildgeschwindigkeit

hat die A7 mit 4,5 B/s (29 in

Serie) die Nase etwas vorn (A7R: 3,6 B/s, 18

in Serie). Zum Vergleich: die A99 schafft 5,8

B/s (14 in Serie). Der Autofokus lässt sich

vielfältig konfigurieren. Neben Messfeldautomatik

und zentralem AF-Punkt ist auch

eine Spotmessung möglich; den AF-Punkt

kann man dabei frei auf dem Bildfeld verschieben

und in drei Größen variieren. Die

Gesichtserkennung lässt sich durch Registrieren

von Gesichtern präzisieren, die Lächelautomatik

ist in drei Stufen schaltbar –

vom Ansatz eines Lächelns bis „Honigkuchenpferd“.

Gut funk tioniert auch der

per Tastendruck zuschalt bare Eye-AF: Pupillen

werden zuverlässig erkannt, was die

Treffsicherheit bei Por träts erhöht. Das manuelle

Scharfstellen wird durch eine Bildschirmlupe

und Kantenanhebung in Gelb,

Rot oder Weiß erleichtert.

Blitzsynchronzeit

ISO 100 ISO 400

ISO 1600 ISO 6400

Zum Ermitteln der korrekten Belichtung

steht den beiden Kameras ein 1200-Zonen-System

zur Verfügung; Verschlusszeiten

werden von 1 /8000 bis 30 s ( 1 /4 s beim

Filmen) elektronisch gesteuert. Die Blitzsynchronzeit

beträgt bei der A7 1 /250 s, bei

der A7R dagegen 1 /160 s. Das Auslösegeräusch

ist bei den A7-Modellen recht kernig

– das heißt, deutlich lauter als bei den

meisten anderen Spiegellosen mit kleineren

Bildsensoren. Wahrscheinlich liegt das

daran, dass hier beim Verschluss doch ordentlich

Masse bewegt wird. Reihenbelichtungen

erlauben die Kameras mit Blick auf

Belichtung, Weißabgleich und Dynamikoptimierung

(DRO); sitzt ein Systemblitzgerät

am Blitzschuh der Kamera, sollen

auch Blitzbelichtungsreihen möglich sein.

Was auffällt: Bei Belichtungsreihen mit großer

Spreizung (1 oder 2 EV-Werte) sind nur

drei Aufnahmen möglich, bei 0,7 EV und

Alpha 7

Bildqualität

Die Alpha 7 erreicht

mit ihrem 24-Megapixel-Sensor

eine

bemerkenswerte

Bildqualität mit konstant

hoher Auflösung

bis in hohe

Empfindlichkeitsregionen,

wobei

die Grundschärfung

bei JPEGs höher

ausfällt als beim

Schwestermodell

Alpha 7R mit 36

Megapixeln. Texturverluste

werden ab

etwa ISO 1600

sichtbar (Wand links

neben dem Metallfrosch)

und führen

bei ISO 6400 zu

aquarellartigen

Strukturen (Frosch

und Dachrinne) –

offenbar die Kehrseite

der effektiven

Rauschunterdrückung.

Fazit

Drahtlos kommunizieren per Wi-Fi

Dank eingebauter Wi-Fi-Funktionalität lassen sich A7 und A7R recht einfach in ein

WLAN-Netzwerk integrieren. Nach Installation der kostenlosen App PlayMemories

Mobile 3.0 kann man Bilder von der Kamera auf ein Smartphone übertragen, was

auch mit einem älteren Smartphone (HTC Desire S mit Android 2.3.5) problemlos

vonstatten ging (Bild 1). Die Remote-Funktion zum Fernauslösen der Kamera war

damit aber nicht möglich; der Versuch endete jedes Mal mit dem Hinweis, dass die

Anwendung unerwartet beendet wurde. Mit einem aktuellen Samsung S4 ließ sich

die Remote-Funktion dagegen aktivieren und die Kamera über das Smartphone

auslösen. Zudem zeigte das Smartphone-Display einen Schieberegler, an dem

sich die Belichtung über einen Bereich von + 5 Blenden korrigieren ließ (Bild 2).

Auch NFC (Nearfield Communication) zum schnellen Koppeln von Kamera und

Smartphone mittels Berühren beider Komponenten funktionierte einwandfrei.

1

2

111


TesT

Alpha 7R

Dead Leaves

Der Verlauf der Dead-Leaves-Kurven zeigt mit

einem Anstieg bis 1,4 bei ISO 100/400 die deutlich

aggressivere Kontrastabstimmung der A7R im Vergleich

zum Schwestermodell A7.

ic Lumix DMC-GF6 (JPEG)

FRPP301001

Sony Alpha 7R (JPEG)

Panasonic Lumix DMC-GF6 resolution

3020128

pangf6

Sony Alpha 7R resolution

sona7r

1,2

Auflösung

1,2

16

36

ISO 160 ISO 100

n 1724

2456

100 / / / 1600 / 3200 / 6400 / 12800

ISO 600 / 3200 / 6400 / 12800

ISO 400 400

25600 / - / - / - / - / -

25600 / - / - / - / - / -

1,0

ISO 1,0 1.00

ISO 800 800

0.2

ISO ISO

Sony FE 2,8/35

1600 1600

Panasonic Lumix 1,7/20

ISO 3200

Sony FE 3,5-5,6/28-70 OSS

ISO 3200

ic Lumix 3,5-5,6/14-42 OIS

3200

ISO 6400

0,8

dead leaves

er percent

kurtosis

ISO

MTF50

6400

0,8

10%

6400

contrast

d leaves

3 104% kurtosis

TF50

2348 0,2

10% nyquist contrast Kontrast

frequency

9 96% 2294 0,2

370 0,5

9 99% 2182 0,3

0,6

nyquist frequency

2338 100% 0,7 2099 0,6

9275 101% 0,6 1970 0,9

0,6

frequency

6950 90% 0,7 1581 2,7

2998 80% 0,7 1551 7,3

2 71% 1104 6,8

118 1,1

0,4

- - -

528 0,9

- - -

256 - 1,6 - 0,4 -

- - - - -

- - - - -

0,2

- -

- VN3 - DR

SNR

- -

0,4 12,0 0,2 104

0,5 10,0 83

0,0 0

0,5 9,7 67

DR

SNR

170 320 470

470620620 770

770

920 1070

920

1220

1070

13701220 1520 1670

13701820 1520

1970

1670

2120 2270

1820

2420

1970

2570

0,7 10,0 62

0,8 9,3 49

frequency (LP/PH)

9,3 57

Linienpaare/Bildhöhe

1,0 9,0 40

9,3 43

0,0

0,9 8,7 53

9,7 42

1,3 8,0 60 170 320 470 620 770 920 1070 1220 1370 1520 1670 1820 1970

9,0 - 40 - -

Sony Alpha 7R OECF20 ISO 100

8,3 - 38

frequency (LP/PH)

- -

70

8,0 - 24 - -

250

7,3 - 13 - -

- - -Auflösung

6,7 12

255

- -

60

Panasonic Lumix DMC-GF6 OECF20 ISO 160

- -

L C H

- -

250

- 4,8 - 2,2 0,8

- 4,8 - 2,2 0,8

4,4 2,3 0,7

255

4,8 2,1 0,8

4,7 2,2 0,6

C 4,9 H 2 1

5,2 1,6 200 1

SNR

3,6 5,3 1,8 1,5 0,8

3,7 - 1,8 - -

50

- - -

3,6 1,8

30

Red

- - -

3,4 1,6

100

- - -

Green

3,1 - 1,6 - -

150

3 1,6

40

Blue

20

0,7 0,7

0

SNR

-0,9 -0,6

- -

F

AF

AF

AF

lx- >1000lx - >1000lx (LV) 30lx

- 0,44 - - 100 0,81

- -

- -

2,0

contrast

digital values

MTF50

r second 3,59

sequence 8

22

r second 3,59

sequence 50 18

AF

AF

0lx (LV) 30lx

- 0,34

2,02

1,8

1,6

1,4

1,2

1,01

0,8

0,6

0,4

0,2

Kontrast

contrast

70

Die Auflösungskurven 200

nehmen bei der A7R einen

ähnlichen Verlauf wie bei der A7, allerdings 50 auf

Red

einem noch deutlich höheren Niveau – konstant

60

Green

150

40

Blue

oberhalb 2000 LP/BH bis ISO 6400.

digital values

Sony Alpha 7R - dead leaves

Dead Leaves

0

0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800 2000 2200 2400

400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800 2000

lp /ph

Linienpaare/Bildhöhe

6 ISO 100

50

ISO 400

5

10 30

ISO 800

4

ISO 1600

0

0

0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,6 1,8 2,0 2,2 2,4 2,6 2,8 20 3,0

1,4

3

log ISO 3200

luminance

2

ISO 6400

1

ISO 100

ISO 400

ISO 800

ISO 1600

ISO 3200

ISO 6400

ISO 12800

ISO 25600

50%

10

digital values

digital values

250

200

250

150

200

100

150

50

100

0

Sony A7 mit

adaptiertem

A-Ob jektiv:

Sony­ und Zeiss­Objektive

mit A­Bajonett

lassen sich über den

Adapter LA­EA4 mit

eingebautem Phasen­

AF­Modul verwenden –

praktikabel, aber nicht

die Ideallösung.

weniger sind es deren 5. Manchen HDR-

Fan dürfte dies ärgern. Positiv wiederum:

Belichtungskorrekturen lassen sich auf + 5

Blenden ausdehnen, auch wenn das Einstellrad

nur + 3 Blenden ausweist. Einfach

das Rad auf Null stellen und die Belichtungskorrektur

über das Fn-Menü (Einstellbildschirm)

vorwählen. Über das Programmwahl

an der Oberseite hat man

Zugriff auf Standardbelichtungsprogramme

(Auto, P, A, S,), manuelle Betriebsart,

6

Motivprogramme 6

(Scenes), VN Schwenkpanorama,

4 zwei individuelle Programmspeicher

VN ISO 800

ISO 100

VN ISO 160

5

VN ISO 400

5

VN ISO 400

4

VN ISO 800

3

VN ISO 1600

und

3

2 den Videomodus. Aufgezeichnet VN ISO 3200 VN ISO 1600

wird

1 2

VN ISO 6400 VN ISO 3200

in

0

Full-HD mit 50 Bildern pro Sekunde;

1

VN ISO 6400

0

über die HDMI-Schnittstelle lassen sich

Videodaten unkomprimiert an ein externes

Aufzeichnungsgerät weitergeben. Ein optionaler

XLR-Adapter erlaubt den Anschluss

professioneller Mikrofone; der Ton kann

mittels Balkensegmentanzeige manuell

Sony Alpha 7R OECF20 ISO 400

aus gesteuert werden. Während 70 der Aufnahme

lässt sich die Pegelanzeige auch ins

Panasonic Lumix DMC-GF6 OECF20 ISO 400 60

70

Bild einblenden. Der kontinuierliche Autofokus

des Standardzooms arbeitete Red dabei

50

60

Green

40

Blue

nahezu geräuschlos, ohne Pumpen und

SNR

50

Ruckeln.

30

Panasonic Lumix DMC-GF6 visual noise

Sony Alpha 7R visual noise

0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 2,2 2,4 2,6 2,8 3,0

50

ISO 100

ISO 400

ISO 800

ISO 1600

ISO 3200

ISO 6400

ISO 12800

ISO 25600

50%

log luminance

20

10

0

40

30

20

10

Red

Green

Blue

SNR

Tasten und Einstellräder

Zur Bedienung der A7-Kameras hat sich

Sony einiges einfallen lassen. Rechts neben

dem Moduswahlrad für Belichtungsprogramme

findet sich ein Einstellrad für den

Daumen, rechts außen ein rastendes

Drehrad für Belichtungskorrekturen. Ein

zweites Rad ist dem Auslöser vorgelagert,

also in Reichweite des Zeigefingers. Ein

Rändelrad ist in den 4-Wege-Schalter integriert;

drei Richtungstasten sind mit einer

weiteren Funktion belegt. Mit der Pfeiloben-Taste

(Disp) kann man zwischen verschiedenen

Anzeigeop tionen umschalten;

die Pfeil-rechts-Taste ruft das Weißabgleichs

menü, die Pfeil-links-Taste das Be-

1. Beim Einstellen von Blende, Zeit oder

ISO wird der aktuelle Wert unten klein und

zugleich vergrößert an einer Skala angezeigt.

2. Unter den sechs Kartei reitern im

Hauptmenü verstecken sich nicht weniger

als 24 Einzelseiten; bis zu sechs Einträge

sieht man pro Seite. 3. Unter dem an der

NEX orientierten, bebilderten Kachelmenü

(optional einstellbar) versteckt sich das

zweckdienlichere Menü mit den Karteireitern.

4. Auch die bebilderte Anzeige

von Aufnahmeprogrammen lässt sich

optional aktivieren, wenn man’s gerne

weniger sachlich hat.

0,8

3,8

48

3,6

10

0

0

0

0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 2,2 2,4 2,6 2,8 3,0

log luminance

0

0

0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 2,2 2,4 2,6 2,8 3,0

log luminance

1 2

Rauschwahrnehmung

(Visual Noise)

Trotz recht kleiner Pixel (4,9 µm) hat die A7R das

Rauschen ziemlich gut im Griff. Wie bei der A7 führt jedoch

der starke Eingriff des Rauschfilters bei höhe ren

Empfindlichkeiten zu einem weichen Bildeindruck und

zu Detailverlusten. Wiederum sind erste leichte Effekte

bei ISO 1600 sichtbar und bei ISO 3200 dann deutlich.

3

4

112


triebsartenmenü auf, wo man Einzel-/

Serienbild, Selbstaus löser und Reihenbelichtungen

vorwählt. Drei benutzerdefinierbare

Tasten (C1, C2, C3) finden sich

rechts neben dem Auslöser, rechts vom

Suchereinblick und als Doppelbelegung

an der Papierkorbtaste. Über die Fn-Taste

ruft man den Einstellmonitor auf, der etwas

mehr als ein Drittel der Monitorfläche belegt.

Nach Anwahl eines Funktionsfelds

kann man entweder in das dazugehörige

Untermenü wechseln oder Einstellungen

direkt mittels Drehrad verändern. Sehr

praktisch ist auch, dass bei der Blendenoder

Verschlusszeiteneinstellung der aktuelle

Wert zum einen klein als Zahl am

unteren Monitorrand, gleichzeitig aber vergrößert

an einer Skala darüber angezeigt

wird. Das Gleiche gilt für die ISO-Einstellung,

die man ebenfalls mittels Einstellrad

vornehmen kann. Hat man die Funktionen

der Tasten und Räder einmal kapiert bzw.

den eigenen Vorstellungen angepasst, lässt

sich die Kamera schnell und intuitiv bedienen.

Erfreulicherweise sind die Einstellräder

so platziert, dass man sie nicht so

leicht unabsichtlich verstellt; eine Ausnahme

bildet das ziemlich leichtgängige

Rändelrad am 4-Wege-Schalter. Was die

Kamera insgesamt an Einstell- und Anpassungsmöglichkeiten

bereitstellt, ist freilich

nicht von Pappe und erfordert etwas Einarbeitungszeit.

Auch das Hauptmenü legt

davon beredtes Zeugnis ab: Den sechs

Karteireitern am oberen Bildschirmrand –

Kamera-, Benutzer- und Drahtloseinstellungen,

Applikations-, Wiedergabe- und

System-Einstellungen – sind nicht weni-

ISO 100 ISO 400

ISO 1600 ISO 6400

ger als 24 Menüseiten zugeordnet, die man

mittels Pfeil-links/rechts-Tasten oder Einstellrad

durchsteppt, um zur gewünschten

Funktion zu gelangen. Vertikales Scrollen

ist allerdings unnötig; pro Seite sind maximal

sechs Einträge auf einen Blick zu sehen.

Bildqualität

Die Sony A7 erreicht mit ihrem 24-Megapixel-Sensor

eine konstant hohe Grenzauflösung

zwischen 1800 und 1900 LP/BH bis

ISO 3200; bis ISO 800 werden zudem fast

konstante Dead-Leaves-Werte um 1600

LP/BH erreicht, ohne dass der Farbkontrast

wesentlich über den Ausgangskontrast

des Motivs angehoben wird. Moderates

Rauschen (max. VN 0,7 bis ISO 1600),

geringe Texturverluste (max. 0,5 bis ISO

1600) und eine Dynamik zwischen 9 und

10 Blenden sorgen dafür, dass die Bildqualität

über den gesamten ISO-Bereich

auf dem Niveau einer Nikon D800 (36 Megapixel)

angesiedelt ist – eine beachtliche

Leistung. Auch das Schwestermodell der

SLT-Reihe, die A99, wird auf jeder ISO-

Stufe mehr oder weniger deutlich übertroffen.

Die Sony A7R kann mit 36-Megapixel-

CMOS ohne Tiefpassfilter noch ein Stück

draufsatteln und erreicht einen stattlichen

Auflösungswert von maximal 2553 LP/BH

bei ISO 100, der bis ISO 6400 nur auf etwa

2200 LP/BH abfällt. Zum Vergleich: Im

Schnitt sind das rund 300 LP/BH mehr als

bei der Nikon D800E mit ebenfalls 36

Mega pixeln. Sehr hoch auch die Dead-

Leaves-Werte: Sie liegen über bzw. um

2000 LP/BH bis ISO 3200, allerdings bei

Alpha 7R

Bildqualität

Bei ISO-Einstellungen

bis 1600 sehen

die Bilder der

Alpha 7R mit 36-

Megapixel-Sensor

noch eine Ecke knackiger

aus als bei

der A7 (24 Megapixel),

was an der extrem

hohen Grenzauflösung

liegt.

Bezüglich des

Rauschverhaltens

überwiegen die Gemeinsamkeiten,

die

Texturverluste fallen

oberhalb ISO 3200

allerdings noch

deutlicher aus. ISO-

6400-Bilder, bei

100-Prozent-Darstellung

am Monitor

betrachtet, zeigen

eine doch recht

künstlich modellierte

Struktur als Folge

einer überzogenen

Bildbearbeitung.

Objektivprogramm

Wer als A7/A7R-Fotograf ein passendes Objektiv sucht, muss aktuell

mit einer kleinen Auswahl vorliebnehmen. Im ersten Schritt

hat Sony zwei Zeiss-Festbrennweiten, ein Zeiss-Zoom und zwei

Sony-Zooms mit NEX-Bajonett für den Kleinbildbildkreis angekündigt.

Im Unterschied zu den NEX-Objektiven für den APS-C-Bildkreis

tragen die neuen ein FE statt des E im Namen. Grundsätzlich

lassen sich auch die E-Objektive nutzen, allerdings schalten

A7 und A7R dann auf das APS-C-Format um. Ebenfalls lassen

sich A-Objektive über den Adapter LA-EA4 mit eingebautem Phasen-AF-Modul

anschließen. Hier gibt es auch zahlreiche Vollformatobjektive

– die Ideallösung ist dies aber ebenfalls kaum. Sony

muss stattdessen möglichst schnell das FE-Programm ausbauen.

Gerät

Sony

Fe 3,5-5,6/28-70 mm

OSS

Sony

Fe 4/70-200 mm

G OSS

Zeiss

Sonnar t* Fe 2,8/35 mm

ZA

Zeiss

Sonnar t* Fe 1,8/55 mm

ZA

Zeiss

Vario tessar t* Fe 4/24-70 mm

ZA OSS

Format KB KB KB KB KB

Linsen/Gruppen 9/8 21/15 7/5 7/5 12/10

Naheinstellgrenze 0,3 – 0,45 m 1 – 1,5 m 0,35 m 0,5 m 0,4

Bildwinkel 75° - 34° 34° - 12° 63° 43° 84° - 34°

Filterdurchmesser 55 mm 72 mm 49 mm 49 mm 67 mm

Fokussierung Schrittmotor Schrittmotor Schrittmotor Schrittmotor Schrittmotor

Bildstabilisator Bildstabilisator Bildstabilisator – – Bildstabilisator

Maße, Gewicht 72,5 x 83 mm, 295 g 80 x 175 mm, 840 g 61,5 x 36,5 mm, 120 g 664,4 x 70,5 mm, 281 g 73 x 94,5 mm, 426 g

Anschlüsse E-Bajonettt

(35-mm-Vollformat)

E-Bajonett (35-mm-Vollformat) E-Bajonett

(35-mm-Vollformat)

E-Bajonett

(35-mm-Vollformat)

E-Bajonett

(35-mm-Vollformat)

Preis 500 euro 1500 euro 800 euro 1000 euro 1200 euro

113


Kamera | TesT

deutlich überhöhten Farbkontrasten bis

ISO 800 – das gibt Punktabzug. Bei Rauschen,

Kurtosis (Texturverlust) und Dynamik

befinden sich beide Modelle auf

Augenhöhe. Ausnahme: die extrem hohe

Dynamik der A7R bei ISO 100 (12 Blenden).

Ein Kritikpunkt trifft beide: Bei hohen

Empfindlichkeiten über ISO 3200 löscht

der Rauschfilter auch sichtbar Details.

Fazit

Die beiden

Newcomer von

Sony haben

das Zeug, frischen

Wind in

die Systemkameraklasse

mit

Vollformatsensor

zu bringen.

Karl Stechl

Zu attraktiven

Einstiegspreisen von 1500 Euro

(Gehäuse A7), 1800 Euro (A7 mit

Kitobjektiv 28–70 mm) und 2100

Euro (Gehäuse A7R) bieten sie ein

hohes Maß an Funktionalität und

Ausstattung, was nur durch das

Fehlen eines ein gebauten Blitzgeräts

etwas getrübt wird. Für den Allround-Einsatz

bietet die günstigere

A7 reichlich Auflösung, einen Phasen-AF

am Sensor und eine kürzere

Blitzsynchronzeit als die A7R – unterm

Strich ein starkes Angebot, mit

dem Sony durchaus auch Canonund

Nikon-Anwender ins eigene Lager

ziehen könnte. Als 36-Megapixel-Kamera

zielt die A7R klar auf

die Nikon D800, die sich mit weniger

Grenzauflösung begnügen

muss, dafür aber mit etwas natürlicherer

Wiedergabe, vor allem bei

Porträts, punkten kann – falls der

D800-Fotograf seinen SLR-Kamera

boliden gegen eine vergleichsweise

filigrane A7R mit elektronischem

Sucher ein tauschen möchte.

Denn die Kamerakonzepte unterscheiden

sich doch wesentlich. Und

selbst „klein und leicht“ ist nicht für

jeden Anwender ein absolutes Qualitätskriterium.

Bei der Bild qualität

setzen die beiden Alpha-Modelle

unterschied liche Akzente: Die A7R

punktet mit einer exorbitanten

Schärfe bei niedrigen und mittleren

ISO-Werten, die A7 ist weniger aggressiv

abgestimmt und zeigt oberhalb

ISO 3200 nicht ganz so deutliche

Texturverluste. Unterm Strich

bieten A7/A7R höchste Bildqualität

in besonders kompakten, aber zugleich

sehr wertigen und edlen Gehäusen.

Gerät Sony Alpha 7 Sony Alpha 7r

durchschnittlicher Marktpreis 1500 euro 2100 euro

Bildsensor/Datei

Auflösung (nicht interpoliert) 6000 x 4000 Pixel 7360 x 4912 Pixel

Pixelgröße (Pixelpitch), förderliche Blende 6 µm, f9,8 4,9 µm, f8

Sensorgröße, Bildwinkelfaktor 35,8 x 23,9 mm, 1,0x 35,9 x 24,0 mm, 1,0x

Sensortyp, Sensorreinigung, Bildstabilisator CMOS, Sensorreinigung, – CMOS, Sensorreinigung, –

Dateiformat JPEG, RAW, RAW + JPEG JPEG, RAW, RAW + JPEG

Aufnahmesteuerung

Fokussierung externer Sensor, MF –, – –, –

Fokussierung Aufnahmesensor, MF (LiveView)

Hybrid-AF (Kontrast- und Phasen-AF)Kontrast- Kontrast-AF: 25 Felder, MF (Lupe)

AF: 25 Felder, Phasen-AF:

117 Felder, MF (Lupe)

Verschlusszeiten, kürzeste Blitzsync., B 1/8000–30 s, Blitz 1/250 s, B 1/8000–30 s, Blitz 1/160 s, B

Belichtungsmessung: mittenbetont, Spot, Matrix

mittenbetont, Spot, Matrix

mit 1200 Feldern

mittenbetont, Spot, Matrix

mit 1200 Feldern

Progr.-, Blenden-, Zeitautom., Man (P, Av, Tv, M) P mit Programmshift, Av, Tv, M P mit Programmshift, Av, Tv, M

Belichtungskorrektur, Blitzbelichtungskorrektur ±5 Blenden, ±3 Blenden ±5 Blenden, ±3 Stufen

Belichtungsreihe, Blitzbelichtungsreihe Belichtungsreihe, Blitz-Bel.-Reihe Belichtungsreihe, Blitz-Bel.-Reihe

Empfindlichkeitswahl: ISO-Autobereich variabel

ISO-Auto einstellbar, 50–25600, – ISO-Auto einstellbar, 50–25600, –

man., Reihe

Weißabgleich

auto, messen, Presets, Kelvinwerte, manuelle

Korrektur, Reihe

auto, messen, Presets, Kelvinwerte, manuelle

Korrektur, Reihe

Farbräume sRGB, Adobe RGB sRGB, Adobe RGB

steuerbare Einstellungen

Sucher/Monitor/Display

Sucher (Typ, einblendbares Gitter, Gesichtsfeld, Vergrößerung,

effektive Sucherbildgröße, auswechselbare Mattscheiben)

Schärfe, Kontrast, Sättigung, Lichter-/Schattenkorrektur,

Rauschfilter

OLED-Sucher, 786432 RGB-Pixel,

Gitter, 100 %, eff. 0,71, –

Schärfe, Kontrast, Sättigung, Lichter-/Schattenkorrektur,

Rauschfilter

OLED-Sucher, 786432 RGB-Pixel, Gitter,

100 %, eff. 0,71, –

Monitor: Größe, Touchscreen, Auflösung, verstellbar 3,0“, –, 307200 RGB-Bildpunkte, verstellbar 3,0“, –, 307200 RGB-Bildpunkte, verstellbar

Monitor als Sucher nutzbar, Lupe für MF, Histogramm,

Über-, Unterbelichtungswarnung

Bildwiedergabe: Histogramm, Über- und Unterbelichtungswarnung

Anschlüsse und weitere Ausstattung

Bajonett, Speicher, Akku

Live-View, Histogramm,

–, –

Histogramm, Lichterwarnung,

Schattenwarnung

Sony E, SDHC/SDXC/MS Pro Duo,

Li-Ion

Live-View, Histogramm,

–, –

Histogramm, Lichterwarnung, Schattenwarnung

Sony E, SDHC/SDXC/MS Pro Duo, Li-Ion

int. Blitz, Anschluss ext. Blitz (Buchse, Blitzschuh) –, –, Blitzschuh –, –, Blitzschuh

Schnittstellen USB 2.0, nein, WLAN, HDMI USB 2.0, nein, WLAN, HDMI

Video: Format, max. Auflösung, Bildfrequenz,

max. Länge, AF-Funktion

MTS (AVCHD), 1920 x 1080 Px, 50 Vollbilder/s,

29 min, AF

MTS (AVCHD), 1920 x 1080 Px, 50

Vollbilder/s, 29 min, AF

Spiegelvorauslösung, Spritzwasserschutz –, Spritzwasserschutz –, Spritzwasserschutz

Maße (B x H x T), Gewicht mit Batterie 127 x 94 x 48 mm, 475 g 127 x 94 x 48 mm, 475 g

Bildqualität

Objektiv für Auflösungs-/

AF-Messung

DCRaw Auflösung ISO100/400/800/1600/

3200/6400/12800 (LP/BH)

DCRaw DL ISO100/400/800/1600/

3200/6400/12800 (LP/BH)

Sony FE 2,8/35/

Sony FE 3,5-5,6/28-70 OSS

– / – / – / – /

– / – / –

– / – / – / – /

– / – / –

LP/BH / LP/BH / – / V/N / Ble

Sony FE 2,8/35/

Sony FE 3,5-5,6/28-70 OSS

– / – / – / – /

– / – / –

– / – / – / – /

– / – / –

LP/BH / LP/BH / – / V/N / Ble

ISO100 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1917 / 1592 / 0,2 / 0,4 / 10,0 2553 / 2348 / 0,2 / 0,4 / 12,0

ISO400 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1916 / 1602 / 0,2 / 0,5 / 10,0 2359 / 2294 / 0,2 / 0,5 / 10,0

ISO800 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1873 / 1588 / 0,2 / 0,5 / 10,0 2429 / 2182 / 0,3 / 0,5 / 9,7

ISO1600 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1843 / 1463 / 0,5 / 0,7 / 9,7 2452 / 2099 / 0,6 / 0,7 / 10,0

ISO3200 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1816 / 1268 / 1,0 / 0,9 / 9,3 2489 / 1970 / 0,9 / 0,8 / 9,3

ISO6400 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1732 / 678 / 2,0 / 1,0 / 9,0 2206 / 1581 / 2,7 / 1,0 / 9,0

ISO12800 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1625 / 655 / 4,2 / 0,9 / 8,7 1962 / 1551 / 7,3 / 0,9 / 8,7

Farbgenauigkeit (DeltaE) ISO100/400/1600/6400 10,3 / 10,2 / 10,2 / 10,2 10,6 / 10,6 / 10,6 / 10,7

Weißabgleich Tageslicht/Blitz 0 DeltaRGB / 0 DeltaRGB /

Bildqualität ISO100/400/800/1600/

3200/6400

ColorFoto

Kauftipp

Vollformat 1/2014

41,5 / 38,5 / 34 / 30 /

26 / 24 Punkte

45,5 / 41 / 37,5 / 32 /

29,5 / 26 Punkte

Bedienung/Performance

mögliche Bildserie bei max. Auflösung JPG 4,5 B/s, 63 Bilder in Serie 3,6 B/s, 22 Bilder in Serie

mögliche Bildserie bei max. Auflösung RAW 4,5 B/s, 29 Bilder in Serie 3,6 B/s, 18 Bilder in Serie

Einschaltverzögerung 1,8 s 2,0 s

AF Zeit bei 1000/30 Lux/Live-View (max. 10 Punkte) 0,29 / 0,73 / – s 5 Punkte 0,44 / 0,81 / – s 4 Punkte

Ausstattung/Lieferumfang (max. 15 Punkte) 11,5 Punkte 11,5 Punkte

Ausstattung/Performance (max. 25 Punkte) 16,5 Punkte 15,5 Punkte

Gesamtpunktzahl (max. 100 Punkte) 60,5 Punkte

15 Pkt. über Ø

63 Punkte

17,5 Pkt. über Ø

114


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Kameras | TesT

Sie bringt einen Hauch von Nostalgie in

Nikons SLR-System und macht zugleich

die außergewöhnliche Bildqualität

der Nikon D4 für Amateure bezahlbar. Statt

6000 Euro für das D4-Gehäuse zahlt man

für eine Df inklusive der dazu passenden,

lichtstarken Retro-Festbrennweite AF-S

Nikkor 1,8/50 mm G SE nur 3000 Euro und

erhält so zum halben Preis den 16-Megapixel-Vollformatsensor

aus der D4 mit

„Nachtsichtqualitäten“. Neben dem Sensor

erbt die Df von der D4 auch den für die

Signalverarbeitung ent scheidenden Xpeed3-

Prozessor mit 14-Bit-A/D-Wandler und 16-

Bit-Bildverar beitung. Wie bei der D4 gilt also

auch bei der Df: keine Höhenflüge bei der

nominellen Auflösung, aber vielversprechende

Voraussetzungen für rauscharme

Bilder bei höheren ISO-Zahlen und Grundlage

für den großen Empfindlichkeits bereich

bis ISO 204 800. Auffällig ist aber zunächst

das Design – die neue Df erweitert das Angebot

an digitalen Vollformatkameras um

ein Retro-Modell, das optisch an analoge

Kameralegenden wie die Nikon F2 aus den

1970er-Jahren erinnert. Die vielen Einstellräder

ermöglichen zugleich eine schnelle

Bedienung. Im Segment um 3000 Euro

wetteifert die Neue allerdings mit einer

starken Konkurrentin aus dem eigenen

Hause: dem 36-Megapixel-Boliden Nikon

D800. Im Vergleich zu dem ist die Df spürbar

leichter und kompakter, in mancherlei Hinsicht

aber auch sparsamer ausgestattet: So

kommt sie ohne integrierten Blitz daher, hat

einen abgespeckten Autofokus nach Vorlage

116

Fotos: Hersteller, Christian Rottenegger


Retro-

Design

Die Nikon Df für 3000 Euro übernimmt von Nikons aktueller Profikamera

D4 den 16-Megapixel-Vollformatsensor mit Top-Bildqualität bei höchsten

Empfindlichkeiten und von der analogen Nikon F2 so manches Designelement

der 70er-Jahre. Passend zum Retro-Konzept: Die Df hat jede Menge

Einstellräder, aber keine Video-, WiFi- und GPS-Funktion.

der rund 1000 Euro günstige ren Consumer-

Vollformat kamera Nikon D610 und anstelle

des CF/SD-Doppelsteckplatzes der D800

nur einen Einfach slot für SDHC/XC-Medien.

Außerdem muss sich die Speicherkarte ein

Fach mit dem Lithium-Ionen-Akku teilen.

Konsequent retro

Das für die Df ersonnene Retro-Konzept

umfasst weit mehr als das Design. Nikon

streicht auch Features, die sich erst in den

letzten Jahren am Kameramarkt fest etablieren

konnten, etwa die Videofunktion, WiFi

und GPS. Außerdem passen zur Vintage-

Kamera die vielen Wahlräder ebenso wie

der Verzicht auf Motivprogramme und eine

Vollautomatik. Neben dem M-Modus gibt

es Zeit-, Blenden- und Programmautomatik.

Als Besonderheit besitzt die Df einen

klappbaren Blendenkupplungshebel, damit

sich neben den modernen F-Objektiven

auch alte, vor 1977 konstruierte Nikkor-Optiken

ohne Blendenübertragung anschließen

lassen. Die Df kann beim Einsatz solcher

Oldtimer-Objektive die Belichtung per

Offenblendenmessung steuern; allerdings

muss der Fotograf dazu im Menü unter

„Objektivdaten“ Brennweite und Lichtstärke

vorgeben, unter „Blendenübertragung“

den Eintrag „Objektiv ohne AI“ aktivieren

und schließlich per Wahlrad die Blende händisch

einstellen – umständlich. Außerdem

war die Linsenvergütung in den 1970er-

Jahren weniger ausgereift als heute. Trotzdem

mag sich mancher über dieses Feature

freuen, zumal einige der alten Nikkor-Ob-

117


Kameras | TesT

Monitor

Der 3,2-Zoll-Monitor ist

nicht nur für Menü, Infoanzeige

und Wiedergabe

zuständig, sondern auch

für die Live-View-Vorschau.

1. Wie beim Consumer-Modell

D610 wertet das

Auto fokusmodul

der Df maximal 39

Felder aus.

2. Nach Druck der

i-Taste lassen sich

u.a. Funktionstasten

belegen und

die HDR-Aufnahme

aktivieren.

3. Im Live-View

steht ein Schnellmenü

mit Optionen

wie die zur

Dynamik er weiterung

bereit.

4. An der Df lassen

sich alte Nikkor-Objektive

ohne

AI betreiben.

Die Kamera kann

dann die Belichtung

per Offenblendenmessung

steuern – die richtigen

Einstellungen

im Menü vorausgesetzt.

1

2

3

jektive zumindest optisch gut mit dem Df-

Gehäuse harmonieren.

Gehäuse

Nicht zuletzt wegen ihres markanten und

doch schlichten Designs strahlt die Df Gediegenheit

aus, obwohl sie nur an Ober-,

Unter- und Rückseite aus Magnesiumelementen,

an der Front spürbar aus Kunststoff

besteht. Der ausgeformte Griff fällt etwas

kleiner und dezenter aus als an der ansonsten

ähnlich kompakten, aber rund 100 g

leichteren D610 und liegt trotz strukturierter

Oberfläche weniger komfortabel in der

Hand. Damit sich möglichst wenig Staub auf

dem Tiefpassfilter absetzt, hat die Df das für

Nikon-SLRs obligatorische Sensorreinigungssystem

an Bord. Außerdem soll ihr Gehäuse

ebenso gut abgedichtet sein wie das

der D800. Kompromisse macht Nikon allerdings

beim Schlitzverschluss: Er ist statt für

Anschlüsse

Neben USB-2.0- und

HDMI-Buchse befindet

sich ein Zubehöranschluss

für den Kabelfernauslöser

oder den optionalen

GPS-Empfänger.

400 000 (D4) oder 200 000 (D800) für 150 000

Auslösungen angelegt und ermöglicht lediglich

Belichtungszeiten bis 1 /4000 statt 1 /8000 s.

Die anders geartete Verschluss- und Spiegelkonstruktion

dürfte auch ein wesentlicher

Grund dafür sein, dass die Df trotz des gleichen

Sensors und ähnlichen Prozessors im

Serienmodus wesentlich langsamer arbeitet

als die D4: Letztere schafft 10,2 B/s, die Df

gerade einmal 4,6 B/s. Außerdem kann die

Neue im Gegensatz zur D4 nicht vom Schlitzzum

elektronischen Verschluss wechseln, um

nahezu lautlos auszulösen. Tatsächlich bringt

ihr „Quiet“-Modus in der Praxis herzlich

wenig und allenfalls dann eine geringfügige

Geräuschreduktion, wenn der Fotograf den

Auslöser sacht und langsam betätigt.

Sucher und Live-View

Wie für Nikons aktuelle Vollformat kameras

typisch hat die Df einen großen, klaren SLR-

Sucher mit effektiv 0,7-facher Vergrößerung

und 100 % Bildfeldabdeckung. Bei Verwenden

des APS-C-Formats (24 x 16 mm) verkleinert

sich das Gesichtsfeld auf 97 %. Über

das Systemmenü lassen sich Gitterlinien

einblenden. Zum Verschließen des Suchereinblicks

liegt eine separate Kappe mit Befes

tigungsclip bei. In Sachen Monitor weicht

Nikon vom Retro-Konzept ab: Das ordentliche

3,2-Zoll-Display mit 307 000 RGB-Pixeln

ist nicht nur für Menü, Info anzeige und

Wiedergabe zuständig, sondern auch für die

Live-View-Vorschau, gegebenenfalls mit

4

118


elektronischer Wasserwaage. Wer eine Belichtungskorrektur

vornimmt, bekommt deren

Auswirkungen dort unmittelbar zu sehen.

Wer jedoch Blende und Verschlusszeit

manuell regeln will, muss die LV-Belichtungsvorschau

explizit per Abblendtaste abrufen.

Außerdem zeigt die Df nur bei der

Bildwiedergabe ein Histogramm an.

Belichtungsmessung, Autofokus

und Performance

Für die Belichtungsmessung nutzt die Df wie

die D610 einen RGB-Sensor mit 2016 Pixeln,

ein Abstieg gegenüber D4 und D800, die auf

91 000 Pixel zurückgreifen können. Auch der

mit dem Belichtungsmesssystem gekoppelte

Pha senautofokus wurde von der günstigeren

D610, nicht von Nikons Profiklasse übernommen:

Er arbeitet mit 39 statt 51 Feldern,

9 statt 15 Kreuzsensoren und im Vergleich zu

D4 und D800 langsamer: Im Test brauchte die

Df bei optimalen Lichtverhältnissen durchschnittlich

0,33 s zum Fokussieren und Auslösen,

in abgedunkelter Umgebung 0,47 s

(D4: 0,26/0,24 s; D800: 019/0,29 s). Wenn die

Kamera im Live-View vom Phasen- auf das

Kontrastauto fokus system umsteigen muss,

verlängert sich die Auslöseverzögerung sogar

auf 0,97 s (D4: 0,85 s; D800: 0,92s).

Kamerasteuerung

Nikon verbaut jede Menge Wahlräder: hinten

ein universell einsetzbares u.a. für Programmshift,

vorne eines für die Blende, oben

ein doppelstöckiges für ISO-Zahl und Belichtungskorrektur,

rechts eines für den Aufnahmemodus,

daneben ein weiteres für die

Verschlusszeit mit Drehschalter zum Einstellen

der Betriebs art. Kein Wunder, dass

dem oberen Zweit-Display kaum noch Platz

bleibt, umso bemerkenswerter jedoch, wie

viele Informationen darauf erscheinen; von

Blende, Belichtungszeit und Batterie status bis

zur Anzahl der noch verfügbaren Aufnahmen

– Nikon bringt all das auf 1,8 x 0,7 cm unter.

Abgesehen vom Blendenrad, das einigermaßen

unbequem erreichbar zwischen Griffvorwölbung

und Objektiv liegt, sind die entscheidenden

Wahlräder mit einer Arretierung

versehen. In der Regel reicht ein Knopfdruck,

um die Sperre zu lösen. Das Modusrad

muss dazu allerdings während des Drehens

etwas umständlich nach oben gezogen

werden. Praktisch: im Live-View-Betrieb

lässt sich das Spot-Weißabgleichsmessfeld

schnell und einfach positionieren. Menüstruk

tur und Bedienelemente wie Vier-Richtungswippe

und i-Taste (Schnell menü) sind

von anderen digitalen Nikon-SLRs bekannt.

Nostalgie

Als Retro-Modell

konzipiert gleicht

Nikons neue Vollformatkamera

zumindest

optisch der

analogen Nikon F2,

die in den 1970er-

Jahren auf den

Markt kam.

Bedienung

Die Nikon Df hat

Wahlräder für ISO-

Zahl, Belichtungskorrektur,

Verschlusszeit

und

Aufnahmemodus.

Für das Info-Display

bleibt da wenig

Platz.

119


Kameras | TesT

Bildqualität bei wenig Licht

Dass Nikon auf dem 36 x 23,9 mm großen

Vollformatsensor vergleichsweise wenige, dafür

größere Pixel einsetzt, zahlt sich vor allem

bei höheren Empfindlichkeiten voll und ganz

aus: Die im 16-Megapixel-Vergleich solide

Grenzauflösung bleibt bis ISO 800 fast konstant

(1449 bis 1418 LP/BH); ebenso die Dead-

Leaves-Werte als Maß für die Darstellung

von Farbkontrasten (1084 bis 1049 LP/BH).

Dazu kommen die sehr gute Feinzeichnung

(0,5 Kurtosis) und das moderate Rauschen

(0,5 bis 0,8 VN). Erst ab ISO 1600 kommt ein

dezenter Visual Noise ins Spiel, der sich bis

ISO 3200 noch eine Spur verstärkt. Trotzdem

gehört die Df zu den privilegierten Kameras,

die auch dann noch brauchbare Resultate vorweisen

können. Von ISO 3200 auf ISO 6400

fallen die Leistungen allerdings deutlicher

ab: Das Rauschen wird mit 1,3 VN leicht störend,

und die Dead-Leaves-Werte sinken von

1008 (ISO 3200) auf 857 LP/BH (ISO 6400);

bei ISO 12 800 tritt schließlich großflächiges

Farbrauschen auf (1,6 VN). Nichtsdestotrotz

steht die Df bei ISO 6400 und 12 800 besser

da als die D4 und die D610. Im Vergleich zum

36-Megapixel-Pendant D800 liegt die Df zwar

erwartungs gemäß wegen der Auflösung zurück,

hält aber mit moderateren Textur- und

Beugungsverlusten beim Abblenden dagegen.

Gerät

Nikon Df

durchschnittlicher Marktpreis

3000 euro

Bildsensor/Datei

Auflösung (nicht interpoliert)

4928 x 3280 Pixel

Pixelgröße (Pixelpitch), förderliche Blende

7,3 µm, f12

Sensorgröße, Bildwinkelfaktor 36,0 x 23,9 mm, 1,0x

Sensortyp, Sensorreinigung, Bildstabilisator CMOS, Sensorreinigung, –

Dateiformat

JPEG, RAW, RAW + JPEG, TIFF

Aufnahmesteuerung

Fokussierung externer Sensor, MF

Fokussierung Aufnahmesensor, MF (LiveView)

Verschlusszeiten, kürzeste Blitzsync., B

Belichtungsmessung: mittenbetont, Spot, Matrix

Progr.-, Blenden-, Zeitautom., Man (P, Av, Tv, M)

Belichtungskorrektur, Blitzbelichtungskorrektur

Belichtungsreihe, Blitzbelichtungsreihe

Phasen-AF: 39 Felder, davon

9 Kreuzsens., MF

Kontrast-AF, MF (Lupe)

1/4000–30 s, Blitz 1/250 s, B

mittenbetont, Spot, Matrix

P mit Programmshift, Av, Tv, M

±5 Blenden, +1/-3 Blenden

Belichtungsreihe, Blitz-Bel.-Reihe

Empfindlichkeitswahl: ISO-Autobereich variabel man., Reihe ISO-Auto einstellbar, 50–204800, –

Weißabgleich

Farbräume

steuerbare Einstellungen

Sucher/Monitor/Display

Sucher (Typ, einblendbares Gitter, Gesichtsfeld, Vergrößerung, effektive

Sucherbildgröße, auswechselbare Mattscheiben)

auto, messen, Presets, Kelvinwerte, manuelle Korrektur,

Reihe

sRGB, Adobe RGB

Schärfe, Kontrast, Sättigung, Lichter-/Schattenkorrektur,

Rauschfilter

SLR-Sucher, Gitter, 97 %, 0,70,

eff. 0,68, –

Monitor: Größe, Touchscreen, Auflösung, verstellbar 3,2“, –, 307000 RGB-Bildpunkte, –

Monitor als Sucher nutzbar, Lupe für MF, Histogramm, Über-,

Unterbelichtungswarnung

Bildwiedergabe: Histogramm, Über- und Unterbelichtungswarnung

Anschlüsse und weitere Ausstattung

Bajonett, Speicher, Akku

ColorFoto

Kauftipp

Bildqualität 2/2014

Live-View, Lupe, –,

–, –

Histogramm, Lichterwarnung

Nikon F, SDHC/SDXC, Li-Ion

int. Blitz, Anschluss ext. Blitz (Buchse, Blitzschuh)

–, Kabelbuchse, Blitzschuh

Fazit

Eine Kamera mit

Ausstrahlung

und außergewöhnlicher

Bildqualität.

Im Vergleich

holt die

Nikon Df noch

einmal etwas

mehr aus dem

Annette Kniffler

Redakteurin

16-MP-Vollformatsensor

heraus als die doppelt so teure D4 –

insbesondere bei höheren Empfindlichkeiten.

Dass sie keine Videos

aufnehmen kann, passt zum Konzept.

Abgesehen von Sensor und

Bildprozessor, die beide von der D4

stammen, erbt die Df zahlreiche Bauteile

vom Consumer-Modell D610. Im

Großen und Ganzen okay, nur beim

AF-Sensor hätte Nikon besser zum

D4-Bauteil gegriffen. Und auch ein

Voll-Magnesiumgehäuse würde nicht

schaden. Trotzdem erscheint der

Aufpreis gegenüber der D610 (rund

1000 Euro) angesichts der Messergebnisse

fair. Kauftipp Bildqualität.

Schnittstellen

USB 2.0, WLAN optional, HDMI

Video: Format, max. Auflösung, Bildfrequenz, max. Länge, AF-Funktion –

Spiegelvorauslösung, Spritzwasserschutz

Maße (B x H x T), Gewicht mit Batterie

Bildqualität

Objektiv für Auflösungs-/

AF-Messung

Spiegelvorauslösung, Spritzwasserschutz

144 x 114 x 72 mm, 953 g

Nikon AF-S 2,8/105/

Nikon AF-S 2,8/24-70

LP/BH / LP/BH / – / V/N / Ble

ISO100 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1449 / 1084 / 0,5 / 0,5 / 9,3

ISO400 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1433 / 1085 / 0,5 / 0,7 / 9,3

ISO800 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1418 / 1049 / 0,5 / 0,8 / 8,7

ISO1600 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1416 / 1031 / 0,6 / 0,9 / 8,7

ISO3200 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1419 / 1008 / 0,8 / 1,1 / 8,3

ISO6400 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1396 / 857 / 1,1 / 1,3 / 8,0

ISO12800 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1332 / 751 / 1,6 / 1,6 / 7,7

Farbgenauigkeit (DeltaE) ISO100/400/1600/6400 9,6 / 10,2 / 10,3 / 10,4

Weißabgleich Tageslicht/Blitz 1 DeltaRGB /

Bildqualität ISO100/400/800/1600/

3200/6400

Bedienung/Performance

mögliche Bildserie bei max. Auflösung JPG

mögliche Bildserie bei max. Auflösung RAW

Einschaltverzögerung

35 / 33 / 30,5 / 28 /

24 / 20 Punkte

4,6 B/s, 100 Bilder in Serie

4,6 B/s, 26 Bilder in Serie

0,3 s

AF Zeit bei 1000/30 Lux/Live-View (max. 10 Punkte) 0,33 / 0,47 / 0,97 s 6 Punkte

Ausstattung/Lieferumfang (max. 15 Punkte) 11,5 Punkte

Ausstattung/Performance (max. 25 Punkte) 17,5 Punkte

Gesamtpunktzahl (max. 100 Punkte) 56,5 Punkte

11 Pkt. über Ø

120


Überlegene

Bildqualität

Nikons neue Vollformatkamera

arbeitet

zwar mit dem

gleichen 16­Megapixel­Sensor

wie die

professionell ausgelegte

D4, erzielt

aber im Vergleich zu

dieser bei fast allen

Messungen und

ISO­Stufen die noch

einmal leicht besseren

Ergebnisse. Bemerkenswert

sind

vor allem die

ISO 100 ISO 100

TesT

Nikon Df

MTF50

2

2,0

1,8

1,6

1,4

1,2

1

1,0

0,8

0,6

0,4

0,2

Nikon D5300 - dead leaves

Dead Leaves

ISO 100

ISO 400

ISO 800

ISO 1600

ISO 3200

ISO 6400

ISO 12800

ISO 25600

50%

0

0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800 2000

lp /ph

Linienpaare/Bildhöhe

ISO 100

ISO 400

ISO 800

ISO 1600

ISO 3200

ISO 6400

ISO 12800

ISO 25600

50%

ISO 400 ISO 400

Dead Leaves

Die Dead-Leaves-Kurven verlaufen bei ISO 100 und

400 nahezu deckungsgleich; von ISO 800 bis ISO

3200 fällt das DL­Niveau zwar kontinuierlich, aber

bemerkenswert moderat ab. Bei ISO 6400 werden

dann allerdings deutliche Einbußen sichtbar.

camera

serial no.

short name

ISO 800 ISO 800

OECF20

ISO 1600 ISO 1600

ISO 3200 ISO 3200

OVERVIEW

OVERVIEW

Panasonic Lumix DMC-GF6 (JPEG)

camera

Nikon D5300 (JPEG)

FRPP301001

serial no. 4300002

short name

pangf6

nikd5300

1,2

MP Class MP Class 16

24

theoretical max. resolution theoretical max. resolution 1724

2000

ISO 100 / 400 / 800 / 1600 / 3200 / 6400 / 12800

ISO 160 / 400 / 800 / 1600 / 3200 / 6400 / 12800

25600 / - / - / - / - / -

25600 / - / - / - / - / -

firmware 1,0A 1.0000

firmware 0.2

lens (resolution) Nikon AF-S 2,8/105

lens (autofocus) Nikon AF-S 2,8/24-70

lens (resolution) Panasonic Lumix 1,7/20

lens (autofocus)

Panasonic Lumix 3,5-5,6/14-42 OIS

dead leaves

resolution center percent

kurtosis

0,8

MTF50

dead leaves

resolution center percent ISO 100 1990 100% kurtosis 1513 0,7

MTF50

ISO 400 1811 91% 1134 0,8

99% ISO 800 1370 1689 84% 0,5 855 0,9

ISO 160 1713

97% ISO 1600 1338 1648 82% 0,7 711 1,2

ISO 400 1679

96% ISO 3200 1275 1645 82% 0,6 590 1,9

ISO 800 1648

0,6

ISO 6400

91%

1376

950

69%

0,7

443 2,0

ISO 1600 1567

ISO 12800 1197 60% 293 1,7

88% 998 0,7

ISO 3200 1514

ISO 25600 1158 58% 278 2,7

89% 1118 1,1

ISO 6400 1526

- ISO - - - -

ISO - 528 - - - -

ISO 12800 1419 82% 0,9

ISO - 256 - - - -

ISO 25600 1293 75% 1,6

0,4

ISO - - - - -

ISO - - - -

ISO - -

- - -

ISO - - - -

ISO - - - - -

VN3 DR

SNR

ISO - - OECF20 - VN1 - -

ISO - - -

-ISO 100 0,9 - 0,4 9,3 0,275

ISO 400 1,3 0,5 9,3 50

ISO 800 1,6 0,7 9,3 42

VN3 DR

SNR

VN1

ISO 1600 2 0,9 9,0 33

Panasonic Lumix DMC-GF6 resolution

Nikon D5300 resolution

Auflösung

1,2

ISO 160100

ISO 100

ISO ISO 400 400

1,0

ISO ISO 800 800

ISO 1600

ISO 1600 1600

ISO 3200

ISO 3200 3200

ISO 6400

0,8

ISO 6400 6400 10% contrast

10% contrast nyquist Kontrast frequency

0,6

nyquist frequency

frequency

0,4

Kontrast

0,2

0,0

0

170 320 470 620 770 920 1070 1220 1370 1520 1670 1820 1970

frequency (LP/PH)

Linienpaare/Bildhöhe

ISO 3200 2,4 1,1 8,3 31

0,9 9,3 57

ISO 160 1,2

ISO 3 1,4 6400 7,7 27

ISO 400 1,6 1,2

ISO 12800

9,3

4

43

2,0 7,0 0,023

25600 6,3 ISO 800 1,7 ISO 1,2 9,7 5,4 3,142

170 19 320 470 620 770 920 1070 1220 1370 1520 1670 1820 1970

1,3 ISO - 9,0 - - 40

- -

ISO 1600 1,9

frequency

250

Auflösung

Nikon D5300 OECF20 ISO 100

(LP/PH)

ISO 3200 2,2 1,4 8,3 - 38

ISO - - - -

70

ISO - 8,0 - - - -

ISO 6400 2,9 1,8 24

ISO - - - - -

7,3 ISO 12800 4,9 3,1 13

- ISO - - - -

6,7 ISO 25600 6,5 4,2 12

used digital values 254

- ISO - - - -

ISO - - - - -

Color

E L C H

- ISO - - - -

250

ISO 100

-

11,1

-

4,9 2,3 0,6

ISO - - -

ISO 11 400 4,7 2,2 0,6

- - ISO - - -

ISO 11,2 800 4,8 2,2 0,4

used digital values 255

ISO 1600 11,3 4,9 2,1 0,5

ISO 3200 11,3 4,9 1,9 0,3

ISO 6400 11,7 5,4 2,1 0,4

Color

E L C H

200

ISO 12800 11,7 5,4 1,8 0,3

ISO

4,6

25600 12,2 3,6 6,21,8

1,4 -0,2

ISO 160 11,6

ISO - -

3,7

- - -

ISO 400 11,5 4,1 1,8

- ISO - - - -

3,6 ISO 800 11,5 4 1,8

- ISO - - - -

3,4 ISO - - - - -

ISO 1600 11,5 3,9 1,6

ISO - 3,1 - - - -

ISO 3200 11,5 3,6 1,6

150

ISO 6400 11,5 3 3 1,6

white

2,7

balance daylight

0,7

1

ISO 12800 10,9 0,7

(digital values)

ISO 25600 11,8 3,3 -0,9 -0,6

ISO - - shutter - - -

AF(300lx) AF(300lx) LV AF (30lx) AF (30 lx) LV

ISO - - - - -

0,40 - 1,43 0,53 1,46

100

ISO - - - -

ISO - - - - -

startup time [s]

-

0,2

ISO - - - -

JPG best per frames second 4,87

frames in sequence 100

white balance daylight 8

RAW best frames per second 4,88

(digital values)

frames in sequence 13

50

shutter no AF

AF

AF

AF

>1000lx >1000lx >1000lx (LV) 30lx

0,10 0,30 - 0,34

contrast

digital values

contrast

60

Panasonic Lumix DMC-GF6 OECF20 ISO 160

Mit 16 Megapixeln zielt die Df anders als ihre hausinterne

Konkurrentin D800 eher auf schwaches Rau­

70

200

200

250

50

schen als auf eine herausragende Grenzauflösung

Red

60

Green

ab. 150 Dennoch spricht das Auflösungsdiagramm

40

für 150

Blue

SNR

200

solide, über den gesamten gemessenen ISO-Bereich

recht konstante Leistungen.

50

30

digital values

100

40 20

50

6

10

30

5

0

4

0

0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 2,2 2,4 2,6 2,820

3,0

log luminance 3

2

10

1

Red

Green

Blue

SNR

digital values

digital values

ISO 100

Panasonic

Nikon

Lumix

D5300 visual

DMC-GF6

noise

6

6

5

5

4

4

3

2 3

1 2

0

1

0

Nikon D53

250

100

150

ISO 400

100

ISO 800

ISO 1600

ISO 3200

50

50

ISO 6400

Panasonic L

0

0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4

log lum

startup time [s] 0,8

JPG best frames 3,8

per second

frames in sequence 48

RAW best frames per second 3,6

frames in sequence 10

0

0

0

0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 2,2 2,4 2,6 2,8 3,0

log luminance

0

0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2

Vollformat

Nikon stattet die

neue Df mit dem gleichen

36 x 23,9 mm

großen 16­Megapixel­Sensor

aus wie

das Profimodell D4.

Rauschwahrnehmung

(Visual Noise)

Dass die Df auf wenige, dafür größere Pixel setzt, wirkt

sich positiv auf das Rauschverhalten aus. Bis ISO 800

sind die Ergebnisse top, bei ISO 1600 kommt ein leichter,

kaum störender Visual Noise ins Bild, und erst ab

ISO 12 800 treten großflächige Farbflecken auf.


news und trends

Auf einen schwenkbaren

Monitor muss

man bei der D3300

verzichten. WiFi und

GPS sind über separat

erhältliche Module

möglich.

Nikon D3300

Einstiegsmodell

Nikons hat sein neues Einsteigermodell D3300 mit einem

CMOS-Bildsensor ausgerüstet, der ohne optisches Tiefpassfilter

auskommt. Die Auflösung bleibt gegenüber der

D3200 unverändert bei 24,3 Megapixel. Zusammen mit

dem neuen Bildprozessor Expeed 4 verspricht Nikon aber

eine weiter verbesserte Bildqualität in der Einstiegsklasse.

So bietet die D3300 jetzt erweiterte Empfindlichkeitswerte

bis zu ISO 25 600 und Serienbildraten von maximal

5 Bildern pro Sekunde.

Der Autofokus arbeitet in der D3300 weiterhin mit einem

Phasendetektions-AF-System und 11 Messfeldern, darunter

einem Kreuzsensor. Im Live-View-Modus und bei

Full-HD-Video, jetzt im 60p-Modus, stellt die D3300 per

Sensor-Kontrast-AF scharf. Für die Belichtungssteuerung

stehen die üblichen automatischen und manuellen Modi

zur Verfügung. Nikons Active-D-Lighting hilft bei der Bewältigung

kontrastreicher Motive. Ein Guide-Modus mit

Schritt-für-Schritt-Assistenz soll auch weniger erfahrenen

Fotografen den Durchblick erleichtern. Im Effektmodus

der D3300 stehen 13 verschiedene Effekte zur

Wahl, darunter eine „Einfach-Panorama“-Funktion für

Schwenkpanoramen im Live-View-Betrieb. Der LCD-

Monitor bleibt mit 3“ Diagonale und einer Auflösung von

307 000 RGB-Pixeln unverändert. Die effektive Vergrößerung

von 0,56x des optischen Suchers mit ca. 95%iger

Bildfeldabdeckung fällt geringfügig größer als bei der

D3200 aus.

Alternativ zum integrierten Stereomikrofon der Kamera

kann das optional erhältliche externe Nikon-Stereomikro

ME-1 verwendet werden. Mit dem WLAN-Funkadapter

für mobile Geräte WU-1a können Fotos direkt

von der Kamera auf ein mobiles iOS- oder Android-

Smartgerät übertragen und so in sozialen Netzwerken

veröffentlicht werden. Mit dem Wi-Fi-Adapter lässt sich

Die Nikon D3300

wird in den Farben

Rot, Grau und

Schwarz angeboten.

122


die D3300 auch vom Mobilgerät aus kontrollieren und

fernbedienen. Auch ein GPS-Modul kann angeschlossen

werden.

Mit dem neuen 3,5–5,6/18–55 mm VR II Standardzoom,

das durch einen Einzugsmechanismus im Ruhezustand

besonders kompakt ausfällt, bildet die D3300 eine handliche

Einheit. Ihr Gehäuse wiegt nur 460 g samt Speicherkarte

und Akku, komplett mit dem Kit-Objektiv sind es 655 g.

Die Nikon D3300 ist für 550 Euro in Schwarz erhältlich. Im

Kit mit dem AF-S DX Nikkor 3,5–5,6/18–55 mm-VR II-

Standardzoom wird sie in Schwarz, Rot oder Grau für 650

Euro angeboten.

www.nikon.de

Horst Gottfried

Gerät

Bildsensor

Nikon

D3300

24 Megapixel, CMOS, 23,5 x 15,6 mm

(APS-C)

Empfindlichkeit auto/manuell ISO 100-12800 (Hi 25600)

Dateiformat

Video

Fokussierung

Belichtungsmessung

Belichtungssteuerung

Monitor

RAW, JPEG, RAW+JPEG

1920x1080p60 MOV (AVC/H.264), mono

(stereo optional)

Phasendetektion 11-Feld, 1 Kreuzsensor,

Spot, Tracking; Live-View mit Kontrast-AF

(Porträt/Großfeld/normal/Tracking

420-Feld,

mittenbetont, spot

P, Av, Tv, M, Motivprogramme, automatische

Motivprogramm-Wahl, Belichtungsreihen,

Blitz-Belichtungskorrektur

-3/+1EV, div. Bildstile u. Digital-Effekte

Live-View, 3,0“-LCD-Monitor, 307 000

RGB-Pixel

1

2

Sucher

Sonstige

Ausstattung

Maße, Gewicht

Penta-Spiegelsucher, 95%,

Vergr. 0,56x eff.

Sensorreinigung, Guide-Funktion, Leise-

Auslösung, Schwenkpanorama, Blitz integriert

(LZ12), kabellose iTTL-Blitzsteuerung

möglich, HDMI-Ausgang, optional

WiFi-, GPS-Modul, Stereo-Mikro

124 x 98 x 76 mm, 460 g

Preis

Mit dem Moduswahlrad lassen

sich unter anderem

der lösungsorientierte Guideund

der Effects-Modus

abrufen.

550 euro (Body), 650 euro (m.

18-55 mm Vr II)

3

1. Bei grafischer Ansicht des Einstellmonitors

zeigt die D3300 eine virtuelle

Blende, die sich je nach vorgenommener

Einstellung schließt oder öffnet. 2. Die am

Einstellmonitor angezeigten Parameter

lassen sich nicht direkt, sondern nur über

ein entsprechendes Untermenü per Vier-

Richtungswippe ändern. 3. Das Menü

ist in fünf Kategorien unterteilt: Wiedergabe,

Aufnahme, System einstellungen,

Bildbearbeitung und die Übersicht der

zuletzt genutzten Einstelloptionen.

Nikon

APS-C-Zoom

Mit dem AF-S DX Nikkor 3,5–5,6/18–55 mm G VR II

bringt Nikon ein kompaktes bildstabilisiertes Standard-Zoom

auf den Markt. Möglich wird die kompakte

Form durch einen Einzugsmechanismus,

der das Objektiv im Ruhezustand von 76 mm auf

59,5 mm verkürzt.

Das AF-S Nikkor 1,8/35 mm G ED für den KB-Bildkreis

wendet sich an die Freunde der Street-Fotografie.

An den APS-C-SLRs entspricht das AF-S Nikkor

1,8/35 mm G ED einem 50-mm-Standardobjektiv.

Leichter, kompakter und preisgünstiger als die Profivariante

mit 1,4 ist das 1,8/35 mm G ED auch für

Hobbyfotografen interessant. Der Ultraschallmotor-

AF funktioniert leise und schnell. Zum Liefer umfang

des für 580 Euro angebotenen Nikkors 1,8/35 mm G

ED gehört auch eine Gegenlichtblende.

www.nikon.de

HoGo

Nikon

AF-S DX Nikkor

3,5–5,6/18–55 mm

Nikon

AF-S FX Nikkor

1,8/35 mm G

Gerät

G Vr II (27–82,5 mm KB)

Format APS-C KB

Linsen/Gruppen 11/8 11/8

Naheinstellgrenze 0,28 m 0,25 m

Bildwinkel 76° - 28°50’ 63° (KB)/-44° (APS-C)

Filterdurchmesser 52 mm 58 mm

Fokussierung Ultraschallmotor Ultraschallmotor

Bildstabilisator Bildstabilisator _

Durchmesser x Länge, Gewicht

66 x 89,5 mm, 195 g 72 x 71,5 mm, 305 g

Anschlüsse Nikon F Nikon F

Preis 250 euro 580

euro

123


news und trends

Der Pentaprismensucher

zeigt 100% des Bildfelds

mit einer Suchervergrößerung

von 0,62x. Der 3,2“

große, LCD-Monitor mit

345 666 RGB-Pixeln ist

nicht beweglich.

Topmodell Pentax

K-3

Das Gehäuse der K-3

ist mit Magnesium-

Legierung und Dichtungen

für Staubund

Wasserschutz

auch für härtere Einsätze

ausgelegt.

Das neue Pentax-APS-C-Spitzenmodell K-3 kommt mit

24-Megapixel-Sensor ohne Tiefpassfilter, neuen Sensor-

Shift-Funktionen, verbessertem Autofokus-Modul sowie

wetterfestem Metallgehäuse (Preis 1300 Euro). Zu den Innovationen

gehört der AA-Simulator (AA=Anti-Aliasing).

Er soll die Aufgabe des fehlenden Tiefpass filters übernehmen.

Ebenfalls neu ist die Shift-Funktion, die kleinere Verschiebungen

von Sensor zu Objektiv bei Architekturaufnahmen

ähnlich einem Shift-Objektiv erlaubt: Dazu ist der

Sensor in je 24 Stufen horizontal und vertikal um 1,5 mm

verschiebbar. Die Beweglichkeit des K-3-Sensors nutzt Pentax

zudem für eine achtstu fige Horizontalkorrektur (±1°).

Sie gleicht eine leicht schiefe Haltung schon in der Kamera

durch eine Drehbewegung des Sensors aus. Der neue,

schnellere Bildprozessor Prime III liefert Empfindlichkeiten

von ISO 100 bis 51 200.

Der Verschluss wurde von Pentax für mindestens 200 000

Auslösungen ausgelegt, seine kürzeste Belichtungszeit beträgt

1 /8000 s. Ein neuer Lichtmesssensor mit 86 000 RGB-

Pixeln soll Hauptmotiv und Hintergrund unterscheiden

können. Eine eingebaute Bildfehlerkorrektur sorgt dafür,

dass neben Verzerrungen und chromatischen Aberrationen

jetzt auch Randlichtabschattungen korrigiert werden. RAW/

DNG-Fotos können schon kameraintern, auch mit Effekt-

Filtern, entwickelt werden. Auch viele Basisdaten, wie z.B.

Rauschreduzierung oder Objektivkorrektur, lassen sich an

den RAW-Daten in der K-3 variieren. Das Phasendetektions-AF-Modul

Safox XI mit 27 AF-Messfeldern, davon

25 Kreuzsensoren funktioniert von +18 bis -3 EV. Die drei

zentralen Sensoren der mittleren Spalte der 5x5-Kreuzsensoren-Matrix

sind zur exakteren Fokussierung lichtstarker

Objektive auf Lichtstärke f/2,8 ausgelegt. Im Live-View-

Modus arbeitet die K-3 mit Kontrast-AF auf dem Sensor.

Bei Full-HD-Videos mit 60i, 50i, 24, 25 oder 30 B/s im

H.264-Format kann die Belichtung nicht nur automatisch,

sondern auch per manueller Blenden-/Zeitenwahl geregelt

werden.

Der Pentaprismensucher zeigt 100% des Bildfelds mit einer

Sucherver größerung von effektiv 0,62x. Dazu kommt ein

3,2“ großer, nicht beweglicher LCD-Monitor mit 345 666

RGB-Pixeln.

Das netto 800 g schwere K3-Gehäuse aus Magnesium-

Legierung ist nicht nur dank seiner 92 Dichtungen staubund

wetterfest, sondern zudem bis -10°C frostsicher. Die

K-3 kommt mit einer variablen Intervallsteuerung für Foto

und Videos. Fotos sind mit Intervallen zwischen 1 s und

24 h ab einer vorgegebenen Startzeit machbar.

WiFi ist weiterhin nicht integriert, aber mit Hilfe der als

Zubehör erhältlichen, 16-GB-Speicherkarte möglich. So

kann die K-3 per Live-View über Smart Phone oder Tablet-

PC kontrolliert und fernbedient werden. Außerdem ist die

K-3 kompatibel mit Eye-Fi-Karten. Zum Zubehör gehören

der D-BG5-Batteriegriff mit je einem Einsatz für den Akku

oder für sechs AA-Zellen.

www.pentax.de

Horst Gottfried

Gerät

Pentax

K-3

Bildsensor

CMOS, 24 Megapixel, 23,5 x 15,6 mm (APS-C),

6016 x 4000 Pixel

Empfindlichkeit auto/manuell ISO 100-51 200

Dateiformat

RAW, JPEG, RAW+JPEG

HD-Video

HD 1920 x 1080, 60i, 50i, 24, 25 oder 30 B/s, H.264-

Format, Stereoton

Autofokus

Phasendetektion, 27-Feld (25 Kreuzsensoren), selektiv, spot,

AF-Hilslicht, Live-View mit Sensor-Kontrast-AF

Belichtungsmessung RGB-Sensor 86 000 Pixel, Mehrfeld, mittenbetont, spot

Belichtungssteuerung P (Shift), Av, Tv, M, Kontrastoptimierung, HDR, Belichtungskorrektur

±5EV, Belichtungsreihenautomatik, Digital-Effekte

Monitor

Live-View, 3,2“-LCD-Monitor, 345 666 RGB-Pixel

Sonstige Ausstattung Sensor-Bildstabilisator, Ultraschall-Staubschutz, Tiefpass-/

Shift-/Horizont-Funktion, Magnesiumgehäuse wetter- und

frostgeschützt, Blitz integriert LZ 13 (28 mm-Ausleuchtung),

kabellose Systemblitz-Synchro, X-Kabelbuchse, optional:

GPS-Modul, WLAN-Karte, Eye-Fi-kompatibel

Maße und Gewicht 132 x 100 x 78 mm, 800 g

Preis

Gehäuse K3 1300 euro,

mit 18-55-mm-Wr 1350 euro

124


Panasonic Lumix GH4

Hybrid-

Kamera

Videos mit 8 Megapixeln im 4K-Standard – die Panasonic

GH4 filmt als erste Systemkamera im neuen hochauflösenden

Videoformat. Wie das Vorgängermodell GH3

arbeitet auch die GH4 mit einem 16-Megapixel-Micro-

Four-Third-Sensor, doch die deutlich verbesserte Videofunktion

unterstreicht Panasonics Anspruch mit der GH4

den Videospezialisten im Systemkameraprogramm zu

haben. Der Sensor bietet, so Panasonic, nun mit rund 50

ms eine doppelt so schnelle Auslesezeit wie noch die

GH3. Vier-Prozessorkerne beschleunigen die Rechenleistung

des neuen Bildprozessors. Das erlaubt nicht nur

noch komplexere Algorithmen bei der Signalverarbeitung

und Bildoptimierung, sondern auch einen schnelleren

Kontrast-AF mit jetzt 49 statt 23 Fel dern.

Ein neues DFD genanntes Verfahren (DFD = Depth from

Defocus) soll die Fokussierung durch den Vergleich zweier,

leicht unscharfer Bilder beschleunigen. Die Fokussierzeit

der GH4 soll nur noch 0,07 s betragen, sodass Panasonic

jetzt eine maximale Serienbild-Frequenz von ca.

7 B/s mit AF-Tracking angeben kann statt 4,2 bei der GH3.

Dabei können 40 RAW- und 100 JPG-Bilder in Serie gemacht

werden.

Der elektronische Sucher der GH4 hat ein OLED-Display

mit einer Auflösung von 786 333 RGB-Pixeln. Sein Kontrast

soll bei maximal 10 000:1 liegen. Zur besseren Kontrastbeurteilung

gibt es eine Monochrom-Anzeige. Der

3“-Touchscreen-OLED-Monitor der GH4 mit 345 333

RGB-Pixeln ist um 180° klapp- und 270° drehbar.

Im Videobereich realisiert die GH4 als erste Systemkamera

den neuen 4K-Standard. Die Lumix GH4 kann

Videos im TV-Format 4K mit 3840 x 2160 Pixeln oder im

Kino-Format C4K mit 4096 x 2160 Pixeln im MOV/MP4-

Format aufnehmen. Alternativ macht die GH4 Full-HD-

Videos mit hohen Bitraten von 200 MB/s (ALL-Intra) oder

100 MB/s (IPB). Für den professionellen Einsatz können

Videos mit 4:2:2 Farbabtastung und 10 Bit an externe Aufzeichnungsmedien

oder Monitore ausgegeben werden.

An Bildformaten stehen MOV, MP4, AVCHD und AV-

CHD-progressive mit verschiedenen Bildraten zur Wahl.

Speziell für ambitionierte Video-Nutzer bietet Panasonic

optional das Video-Schnittstellen-Modul YAGH an.

Das Gehäuse der Lumix GH4 besteht aus einer Magnesium-Legierung,

ist robust sowie wetter- und staubfest

abgedichtet. Wer mehr als für rund 500 Fotos Ausdauer

will, was die Panasonic mit dem großen Lithium-Ionen-

Akku mit 7,2V, 1860 mAh und 14 Wh verspricht, kann

den gleichen Akku-Handgriff wie bei der GH3 mit Zweit-

Akku nutzen. Als optionales Zubehör stellt Panasonic mit

der GH4 auch den Systemblitz FL580L mit maximaler LZ

58, Zoomreflektor 24–100 mm (KB) mit Ausleuchtung,

1,7 s Aufladezeit und LED-Dauerlicht vor.

Wann genau und zu welchem Preis die Lumix GH4 auf

den Markt kommen wird, ist noch offen. Realistisch erscheinen

ein Termin noch im 1. Halbjahr 2014 und ein

Preis von unter 2000 Euro für das GH4-Gehäuse.

www.panasonic.de

Horst Gottfried

Gerät

Panasonic

Lumix GH4

Bildsensor 16 Megapixel, MOS, 17,3 x 13 mm,

MFT-Format, 4.608 × 3.456 Pixel

Empfindlichkeit ISO auto 200 – 25 600, manuell ISO 100,

Video max. ISO 6.400)

Dateiformat

Video

Fokussierung

Belichtungsmessung

Belichtungssteuerung

Verschluss/

Zeiten

Serienbilder

Monitor

JPEG, RAW, RAW+JPEG, MPO

4 K 3840 x 2160 Pixel / C4K 4096 x 2160 Pixel, Full-HD

1.920x1.080p60, MOV/MP4/AVCHD, Stereoton

Live-View mit 49-Feld Kontrast-AF, selektiv (Position und Größe

variabel), Punkt-AF, AF-Tracking., MF mit Fokus-Peaking

1728-Feld, integral,

selektiv, spot

P, Av, Tv, M, Motivprogramme Kontrastoptimierung, Belichtungskorrektur

± 5EV, Belichtungsreihen ± 3EV, Digital-Effekte

elektronisch gesteuert, 1/8000 – 60, B, X=1/250 s

max. 12 B/s (AF-S), 7 B/s (AF-Tracking), max. 40 RAW/100 JPG

Live-View, Touchscreen, 3“-OLED-Monitor, 345 333 RGB-Pixel,

100%, 180° klapp-/270° drehbar

Sucher OLED, 786 333 RGB-Pixel, 100%, Kontrast 10.000:1,

Vergr. eff. 0,67x, Augensensor

Sonstige

Ausstattung

Maße und

Gewicht

Preis

Sensorreinigung, 10 Funktionstasten, Überbelichtungswarnung

(Zebra-Muster), Blitz integriert, LZ12/24-mm-Ausleuchtung,

RAW-Entwicklung in der Kamera, Wi-Fi/NFC, Schnittstellen-

Modul optional

133 x 93 x 84 mm,

560 g

k.A.

Die Zugriffstasten

sind bei der Panasonic

auf der rech-

ten Gehäuseseite

konzentriert – das

erlaubt ein weitge-

hend einhändiges

Bedienen.

Sollte der eingebaute

Blitz mit LZ12 nicht

ausreichen, so lassen

sich am Zubehörschuh

externe Blitze oder

auch Video-Leuchten

anbringen.

125


news und trends

Klassisches SLR-

Design: Das günstigste

Micro-Four-

Thirds-Modell von

Olympus gibt es

für 600 Euro mit

WiFi und eingebautem

Blitz in

Silber oder schwarzem

Hammerschlag-Lack.

Olympus E-M10

High-End für Ein

Mit der E-M10 stellt Olympus das günstigste Micro-Four-

Thirds-Modell seiner OM-D-Reihe im klassischen SLR-

Design vor. Die E-M10 kommt mit dem 16-Megapixel-

CMOS-Bildprozessor der E-M5, aber ohne Tiefpassfilter.

Mit ihm hat die E-M10 das auf Kontrast-AF beschränkte

System der E-M5 geerbt. Es nutzt 81 AF-Feldern wie in der

E-M1. Als Bildprozessor kommt der Truepic-VII aus der

E-M1 zum Einsatz. Damit soll der E-M10-Autofokus vergleichbar

schnell wie der in den größeren Modellen arbeiten.

Der Truepic-VII-Bildprozessor bringt der E-M10 auch

die automatische Bildfehlerkorrektur für Olympus-M.Zuiko-Digital-Objektive.

Die Sensor-Shift-Bildstabilisierung

arbeitet in den drei Hauptachsen Neigen/Schwenken/Dre-

hen. Der um +80/-50 Grad neigbare 3“LCD-Monitor mit

354 666-RGB-Pixeln ist ebenfalls von der E-M1 bekannt.

Der elektronische Sucher der E-M10 gleicht mit 480 000

RGB-Pixeln und einer Vergrößerung von effektiv 0,57%

dem der E-M5. Wie bei der E-M1 stehen in der E-M10

Empfindlichkeiten ISO 200–25 600 plus LOW (ISO 100) zur

Verfügung.

Auch bei Belichtungsmessung- und steuerung entspricht

die E-M10 weitestgehend der E-M1. Live-Bulb-/Live-Time-

Funktion werden bei der E-M10 zudem um die Live-Composite-Funktion

ergänzt. Sie sorgt durch Kombination zahlreicher

Langzeit-Aufnahmen für bessere Lichterzeichnung

etwa eines Sternenhimmels. Bei Bildserien kommt die

Das leichte Gehäuse

der E-M10 zeigt

eine etwas veränderte

Anordnung

und Gestaltung der

Bedienelemente.

126


Gerät

Olympus

OM-D e-M10

Bildsensor CMOS, 4/3“ (17,3 x 13 mm), 16,1 Megapixel (4608 x 3456 Pixel)

Empfindlichkeit auto/manuell ISO 200-25 600 + LOW(ISO100)

Dateiformat RAW, JPEG, RAW+JPEG, MPO

HD-Video 1920 x 1080/30p, MOV (MPEG-4, AVC/H.264), Stereoton

Autofokus Live-View Kontrast-AF, 81-Feld, selektiv, spot, AF-Tracking, Gesichts-/Augen-Priorität, Hilfslicht; MF mit Focus-Peaking

Belichtungsmessung 324-Feld, mittenbetont, selektiv, spot, Lichter, Schatten

Belichtungssteuerung

P, Av, Tv, M, Motivprogramme, Belichtungsreihen ±5EV (max. 7 Bilder), ISO-/Weißabgleich-/Art-Filter-/HDR-

Reihen, Blitz-Belichtungskorrektur ±3EV, Farbabstimmung, Digital-Effekte, Live-Bulb/-Time/-Composite

Monitor Live-View, 3,0“-LCD-Monitor, 345 666 RGB-Pixel, 100%, Touchscreen, neigbar +80°/-50°

Sucher

LCD, 480 000 RGB-Pixel, 100%, Vergrößerung eff. 0,57x, -4/+2 dptr.

Sonstige

Ausstattung

Maße, Gewicht

Preis

3-Achsen-Sensor-Bildstabilisator, Sensor-Staubschutz, Fn-Taste, elektronische Wasserwaage,

Blitz integriert LZ 8,2 (ISO 200), kabellose Systemblitz-Synchro, WLAN

119 x 82 x 46 mm, 396 g

600 euro/800 euro (im Kit mit 3,5–5,6/14–42 mm eZ)

steiger

E-M10 auf maximal 8 B/s. Videos nimmt sie mit 1920 x 1080

Pixeln und 30 B/s auf. Dabei können ohne Unterbrechung

der Videoaufnahme auch Fotos mit 6 Megapixeln gemacht

werden. Ein aussteuerbares Stereo-Mikro mit Windschutzfilter

ist eingebaut, ein externer Anschluss fehlt. Die Wi-Fi-

Bildübertragung bleibt wie gehabt. Neu ist die Möglichkeit,

bei Wi-Fi-Fernbedienung den Kamera-LCD-Monitor nutzen

zu können und jetzt auch die Brennweite der Olympus-

Motor-Zooms zu verändern. Das 350 g leichte Metallgehäuse

der E-M10 wirkt solide, ist aber nicht wetterfest. Die

Kamera hält sich trotz sehr kompakter Abmessungen dank

größerem Handgriff gut. Dieser kann noch um einen optionalen

Zusatzhandgriff ergänzt werden, welcher sich zum

Speicherkarten- und Akkuwechsel schnell abnehmen lässt.

Zur Energieversorgung nutzt die E-M10 den kleineren Lithium-Ionen-Akku-Typ

BLS-5, wie er in der E-PL5 zum

Einsatz kommt. Die OM-D E-M10 soll in Silber oder mit

schwarzem Hammerschlag-Effektlack für 600 Euro, im Kit

mit dem neuen, 22,5 mm flachen Motorzoom M.Zuiko Digital

ED 3,5–5,6/ 14–42 mm EZ für 800 Euro in den Handel

kommen.

www.olympus.de

Horst Gottfried

Der Zusatzhandgriff

enthält zwar keinen

Zusatz-Akku, ist

dank integrierter

Schnellkupplung

aber für den Speicherkarten-

und Akkuwechsel

schnell

abnehmbar.

Reisezoom &

Standard-Klassiker

Sigma

Das überarbeitete Reisezoom 3,5–6,3/18–200 mm Macro (OS) HSM entsprechend

27–300 mm KB aus der „Contem porary“-Serie für APS-C-

DSLRs kommt in Varianten mit (OS) und ohne Bildstabilisator, je nach

Kameraanschluss. Die Abmessungen und das Gewicht wurden gegenüber

dem Vorgänger verringert. Zugleich soll die Bildqualität nochmals

verbessert worden sein. Bei dem neuen 1,4/50 mm DG HSM für das KB-

Format aus der anspruchsvollen „Art“-Produktlinie hat Sigma viel Wert

auf die Korrektur der für lichtstarke Objektive typischen Bildfehler und

gleichmäßige Bildausleuchtung gelegt. Ein Ultraschallmotor übernimmt

schnell und leise die Fokussierung ab 40 cm. Wann und zu welchem

Preis das neue 1,4/50 mm auf den Markt kommt, ließ Sigma noch offen.

Bei beiden Objektiven kann mit dem optionalen Sigma-USB-Dock der

Fokus feinjustiert und die Objektiv-Firmware aktualisiert werden sowie

der Sigma-Service bei Bedarf auch den gewählten Anschluss wechseln.

www.sigma-foto.de

HoGo

Gerät

Sigma

3,5-6,3/18-200 mm

Macro (OS) HSM (C)

(27-300 mm KB)

Sigma

1,4/50 mm DG HSM (A)

Format APS-C KB

Linsen/Gruppen 16/13 13/8

Naheinstellgrenze 0,39 m 0,4 m

Bildwinkel 76,5° - 8,1° 46°

Filterdurchmesser 62 mm 77 mm

Fokussierung Ultraschallmotor Ultraschallmotor

Bildstabilisator Bildstabilisator (OS-Versionen)

Bildstabilisator

Durchmesser x Länge,

Gewicht

70,7 x 86 mm, 430 g 85,4 x 99,9 mm, k.A.

Anschlüsse

Canon, Nikon, Pentax Sigma,

Sony A

Preis 550 euro k. A.

Canon, Nikon, Sigma, Sony A

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news und trends

Fujifilm X-T1

Wetterfester Profi

1. Links oben am Gehäuse

befinden sich zwei doppelstöckig

aufgebaute Drehschalter

für Direktzugriffe auf ISO bzw.

Auslösemodi. Erfreulich, dass

Fujifilm den ISO- sowie den

Verschlusszeiten-Ring mit Arretierung

versehen hat.

2. Die effektive Suchervergrößerung

beträgt 0,77x – laut Fujifilm

ist das derzeit der höchste Wert

bei elektronischen Suchern.

3. Bei der Belichtungsmessung

und -steuerung entspricht die

X-T1 weitgehend der X-E2.

Fujifilm erweitert die X-Reihe um ein Modell im klassischen

SLR-Design. Die X-T1 kombiniert als spiegellose Systemkamera

den 16-Megapixel-XTrans-Sensor der XE2 sowie

deren EXR-Prozessor Pro II mit einem neuen hochauflösenden

elektronischen Sucher. Der OLED-Sucher punktet

mit 786 666 RGB-Pixeln, und die effektive Suchervergrößerung

von 0,77x ist laut Fujifilm die derzeit größte

aller elektronischen Kamerasucher. Das Gehäusedesign

mit fünf manuellen Einstellrädern auf der Kamera sowie

je einem Einstellrad vorne und hinten macht das klassische

Bedienungskonzept der X-T1 unübersehbar. Hinzu kommen

noch sechs individuell definierbare Funktionstasten.

Trotz der vielen mechanischen Elemente ist die X-T1 wetterfest

und staubgeschützt. Das Magnesiumgehäuse ist an

86 Stellen abgedichtet und zudem bis -10 Grad kälteresistent.

Ergänzend zu den wichtigsten Funktionen im

Direktzugriff können zahlreiche Grund- und Spezial-

Einstellungen per Menü und schnell per Quick-Taste vorgenommen

werden.

Bildserien soll die X-T1 mit maximal 8 B/s und AF-Tracking

(Schärfeverfolgung) bei voller Auflösung machen. Mit dem

Sensor, der Fujifilm typisch ohne Tiefpassfilter sowie mit

einer speziellen Farbfilteranordnung arbeitet, hat die X-T1

auch den Hybrid-AF der X-E2 geerbt, der automatisch

1 2 3

128


zwischen schnellerem Phasen- und präziserem Kontrast-

AF wechselt. Fujifilm verspricht mit der X-T1 eine AF-

Reaktionszeit von nur 0,08 s. Beim manuellen Fokussieren

erleichtern in der X-E2 eine Fokus-Peak-Anzeige

und ein digitaler Schnittbildindikator die exakte Scharfstellung.

Der bei der X-T1 nach oben und unten klappbare LCD-

Monitor ist mit 3“-Diagonale und 346 666 RGB-Pixeln

derselbe wie an der X-E2. Bei der Belichtungsmessung- und

steuerung entspricht sie mit Programm-, Blenden- und

Zeitautomatik, manueller Einstellung, automatischen Belichtungsreihen

für EV/Filmtyp/Dynamik/ISO/WB sowie

für verschiedenen Filmmodi und Digital-Effekten im Wesentlichen

ebenfalls der X-E2. RAW-Aufnahmen können

im Wiedergabemodus schon in der X-T1 entwickelt werden.

Full-HD-Videos nimmt sie wie gehabt mit 1920 x

1080 60p oder 30 p auf. Ein externes Stereo-Mikro kann

angeschlossen werden. Das integrierte Wi-Fi-Modul erlaubt

die kabellose Bildübertragung zu Smartphones,

Tablets oder PCs und jetzt bei der X-T1 mit der „Camera

Remote App“ auch die Fernbedienung per Mobilgerät.

Die Fujifilm X-T1 wird für 1200 Euro als Gehäuse oder 1600

Euro mit dem Fujinon XF2,8–4/–8-55 mm R LM OIS angeboten.

Der kompakte Aufsteckblitz EF-X8 mit Leitzahl

Gerät

Fujifilm

X-t1

Bildsensor

16,3 Megapixel, CMOS, 23,6 x 15,6 mm (APS-C),

4896 x 3264 Pixel

Empfindlichkeit ISO auto 200 – 6400, manuell erweitert ISO 100,

12 800, 25 600, 51 200

Dateiformat

JPEG, RAW, RAW+JPEG

Video

1920 x 1080, 60p/30p, H.264(MOV) Stereoton

Fokussierung Hybrid-AF (Kontrast/Phasendetektion), 49-Feld, 5

Feldgrößen, AF-Tracking, Hilfslicht, MF-Entfernungsanzeige,

Focus-Peak, digitaler Schnittbildindikator

Belichtungsmessung TTL, 256-Feld, integral, Spot

Belichtungssteuerung P, Av, Tv, M, Kontrastoptimierung, Belichtungsreihenautomatik

(EV/Filmtyp/Dynamik/ISO/WB), Digital-Effekte,

Intervall-Timer

Verschluss/Zeiten elektronisch gesteuert, 1/4000 – 30 s, B, X=1/180 s

Serienbilder

max. 8 B/s (m. AF-Tracking)

Monitor

Live-View, 3“-LCD-Monitor, 346 666 RGB-Pixel,

100-%-Bildfeld, neigbar

Sucher

OLED-EVF, 786 666 RBG-Pixel, Vergr. eff. 0,77x,

100-%-Bildfeld, 120 B/s, Augensensor

Sonstige Ausstattung Filmsimulation, variable Dynamik (100/200/400%), Mehrfachbelichtung,

Gesichtserkennung, Schwenkpanorama,

elektronische Wasserwaage, Q-/Fn-Taste, Aufsteck-Blitz LZ

8 (ISO 100), System-Blitzschuh, WLAN (Daten/FB/Geotag)

Maße und Gewicht 129 x 90 x 47 mm, 440 g

Preis

1200 Euro, mit 18-55 mm 1600 Euro

Während man die Bilder

schon bei der X-E2 per

WiFi übertragen konnte,

lässt sich die X-T1 nun

auch von Smartphones

und Tablets fernbedienen.

Die Fujifilm X-T1 unterstützt

Speicherkarten

nach den neueren

UHS-II-Standard, was

ein höhe res Tempo beim

Speichern von Bildern

bringen soll. Für den Zubehörschuh

bietet Fujifilm

optionales Zubehör.

Super-Telezoom Tamron SP 5–6,3/150–600 mm Di VC USD

Auf dem Salon de la Photo in Paris präsentiert Tamron

das Super-Telezoom SP 5–6,3/150–600 mm Di VC USD

mit Anschluss für Canon-, Nikon- und Sony-Alpha-

SLRs. Es leuchtet den Bildkreis von 35-mm-Vollformat-

Sensoren aus, kann aber auch an entsprechenden Modellen

mit APS-C-Sensoren, entsprechend einem Brennweitenbereich

von 233–930 mm KB, verwendet werden.

Es ist mit VC-Bildstabilisator, schneller Ultraschallmotor-

Fokussierung, sogenannter eBAND-Vergütung

und abnehmbarer Stativschelle sowie

Gegenlichtblende ausgestattet. 20 Linsen

in 13 Gruppen, darunter 3 LD-Elemente,

versprechen eine bessere Fehlerkorrektur

vor allem im Telebereich.

Dank einer ausgeklügelten Objektivkonstruktion

bleibt das Zoom mit

105,6 x 257,8 mm und 1,95 kg für seine

Klasse relativ kompakt. Eine Besonderheit

ist die zum Objektiv gehörende

Software Silkypix Deve loper

Studio. Damit können Aberrationen,

Verzerrung und Vignettierung basierend

auf Tamron-Objektivprofilen korrigiert werden. Man

kann RAW-Bilder entwickeln und eigene Bildstile mit

unterschiedlichen Variationen von Weißabgleich, Farbe,

Schärfe und Gradationskurven erzeugen. Zusätzlich

Angaben zu Liefertermin und Preis machte Tamron

noch nicht.

www.tamron.de

HoGo

Sigma SP 5–6,3/150–

Gerät 600 mm Di VC USD

Format KB

Linsen/Gruppen 20/13

Naheinstellgrenze 2,7 m

Bildwinkel ca.16°25’-4°8’ /

10°28’-2°40’

Filterdurchmesser 95 mm

Fokussierung Ultraschallmotor

Bildstabilisator Bildstabilisator (außer

Sony-Version)

Durchmesser x

Länge, Gewicht

Anschlüsse

Preis k. A.

105,6 x 257,8 mm,

1950 g

Canon, Nikon, Sigma, Sony A

Dank ausgeklügelter Objektivkonstruktion

bleibt das Zoom

mit 105,6 x 257,8 mm und

1,95 kg für seine Klasse relativ

kompakt.

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Vorschau

Am

30. Mai 2014 erscheint das

neue fotocommunityMAgAzin 3/2014

Naturwunder

Günther Tomek fotografiert

die Steinbögen, -Pyramiden

und Canyons

des Colorado Plateaus.

Wir haben ihn zu Aufnahmetechnik

und Nachbearbeitung

befragt.

Fotograf: Günther Tomek

Bildtitel: Vermillion Cliffs morgens

nach dem Thunderstorm

Zerbrechlich

Jessica Prüßmann

nimmt ihre Porträts

und Aktaufnahmen

ausschließlich mit

Available Light und

bevorzugt mit offener

Blende auf. Erfahren

Sie, wie sie ihre Bilder

umsetzt.

Fotografin: Jessica Prüßmann

Ohne Titel

Portfolios

Landschaftsfotografie

Günther Tomek

Porträts und Aktaufnahmen

Jessica Prüßmann

Surreale Bilder

Igor Voloshin

Fotopraxis

Software für die Bildbearbeitung

Bildgestaltung

Produkte

Surreale

Bildwelten

Igor Voloshin will mit

seinen Werken den

Betrachter bewegen.

Lesen Sie mehr zu

Ideenfindung, Modelwahl,

Beleuchtung und

Nachbearbeitung.

Fotograf: Igor Voloshin

Kameratests

Neue Modelle im Test

Produktneuvorstellungen

Kameras und Objektive

Service

Aktuelle Ausstellungen

Buchtipps

Aus der fotocommunity

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Die neue Cyber-shot RX10 von Sony.

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“Die RX10 belegt ihre Qualitäten als zoomstarker DSLR-Ersatz.

Das durchgehend lichtstarke Objektiv, die sehr gute Bildqualität

und die tolle Ausstattung spielen zweifellos in der Oberklasse.”

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