30.05.2014 Aufrufe

fotocommunity Magazin Von Bochum bis Colorado (Vorschau)

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COLORFOTO<br />

Juni/Juli | 3/2014<br />

12,80 Euro<br />

<strong>fotocommunity</strong><br />

MAGAZIN<br />

<strong>Von</strong> <strong>Bochum</strong> <strong>bis</strong> <strong>Colorado</strong><br />

Geschichten mit der Kamera<br />

<strong>Bochum</strong><br />

Gesichter aus<br />

dem Ruhrpott<br />

Porträts<br />

Surreale<br />

Inszenierungen<br />

<strong>Colorado</strong><br />

Faszinierende<br />

Canyons<br />

Frauen<br />

Selbstsicher<br />

vor der Kamera<br />

Fotografin: Shiva Sandfort<br />

Österreich: € 14,60 Schweiz: sfr 25,60<br />

BeNeLux: € 14,70


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Genau wie Marco Reus das Spiel entscheidend beeinflusst – sind auch LUMIXG<br />

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EIN BILD UND SEINE GESCHICHTE<br />

Fotograf: Gerold Seufert-Chang,<br />

Bildtitel: Gestellt<br />

Auf Augenhöhe<br />

Juni 2013. Frankfurt am Main. Endspiel Deutsche Rugby-<br />

Meisterschaft Heidelberger RK/SC Neuenheim. In dieser<br />

Szene behauptete sich der Ball tragende Spieler vom HRK,<br />

der Mannschaft, die am Ende den Titel holte. Rugby fasziniert<br />

mich seit meiner Jugend, in der ich selbst in der Jugendund<br />

Juniorenmannschaft spielte. Athletik, Leidenschaft,<br />

Emotionen, Kampf und Teamgeist zeichnen diesen Sport<br />

aus. Genau das möchte ich in Rugby-Bildern – wie diesem –<br />

darstellen. Allerdings ist das Leistungsgefälle bei den deutschen<br />

Bundesliga-Teilnehmern enorm. So freue ich mich<br />

immer auf das Endspiel der Deutschen Meisterschaft, bei<br />

dem zwei Mannschaften auf Augenhöhe aufeinandertreffen.<br />

Dieses verspricht jede Menge Action-Bilder. Voraussetzung<br />

für das Gelingen der Aufnahmen ist ein lichtstarkes Teleobjektiv<br />

und sehr kurze Belichtungszeiten, um Bewegungsunschärfen<br />

zu vermeiden. (Canon EOS 5D Mark II, Brennweite<br />

350 mm, ISO 1600, Blende 8, 1 /1000 s)<br />

www.<strong>fotocommunity</strong>.de/fotograf/wumbatz/1775158<br />

Redaktion Henriette Struss<br />

3


DIE BEIDEN TITELBILDER<br />

Fotografin: Shiva Sandfort,<br />

Bildtitel: TomCatwalk --<br />

florida check my brain<br />

TomCatwalk -- florida<br />

check my brain<br />

Key West, Florida. Dieser Ort bietet dem Fotografen unglaubliches<br />

Licht, die Nähe zur Karibik ist spürbar, die Farben<br />

des Wassers wirken wie ein surreales Aquarell.<br />

Das Bild ist ein Ausschnitt aus einer Aufnahme, die ich an<br />

einer Pier im Süden von Key West, nur ein paar Schritte<br />

vom Southernmost Point entfernt, um die Mittagszeit gemacht<br />

habe. Hier wird flaniert und der Florida Way of Life<br />

zelebriert. Sehen, gesehen werden, Sonne aufsaugen.<br />

Hinter meinem Rücken und somit auf dem Bild völlig unsichtbar,<br />

tobte das pralle Leben.<br />

Touri-Bimmelbahn mit Megafon-Ansagen, Fastfood, Cola,<br />

Bier to go aus Plastikbechern. Bekanntermaßen bietet die<br />

Zeit zwischen 10 und 14 Uhr dem Fotografen nun allerdings<br />

nicht die dankbarsten Lichtverhältnisse. Aber gerade<br />

diese harten Schatten und das gleißende Licht haben mich<br />

gereizt, das Foto in dieser Art zu gestalten. Inklusive des<br />

Easy Way Going in den allgegenwärtigen Flipflops, den<br />

vierfach aufgestellten Tafeln, die darauf hinweisen, dass<br />

Baywatch hier nicht anwesend ist, bloß keine teuren Versicherungsfälle<br />

à la USA, und natürlich dem selbstbewussten<br />

Protagonisten mit Plastiktüte. Florida, here we go!<br />

Meine Arbeitsmaterialien waren eine Canon EOS 400D,<br />

ein Sigma 4–5,6/10–20 mm DC HSM und Photoshop.<br />

www.<strong>fotocommunity</strong>.de/pc/pc/extra/homepagephotos/<br />

display/21535492<br />

4


Die Titelbilder von<br />

Heft 3/2014<br />

Auch diese Ausgabe geht mit zwei Titelbildern<br />

an den Kiosk. Auf dieser Doppelseite lesen<br />

Sie die Geschichten zu den beiden Bildern.<br />

Clack ...<br />

Fotograf: Henning B.,<br />

Bildtitel: Clack ...<br />

Mein Bild entstand Mitte Dezember 2013. Die Wolken<br />

hingen fast <strong>bis</strong> zum Boden, und es nieselte immer wieder<br />

leicht. Fein legten sich die kleinen Tröpfchen auf die<br />

Wolle ihrer Mütze. Ich war schon ein paar Tage zuvor an<br />

den Seen der Dietesheimer Steinbrüche, um mir ein<br />

paar gute Aufnahmestandorte zu suchen. Das Licht erinnerte<br />

mich an Leonardo da Vinci’s „Traktat von der<br />

Malerei“ oder an Helmut Newton, wenn er von dem<br />

„Schwarzen Licht“ an den Berliner Seen schwärmte.<br />

Der Mensch bekommt einfach eine besondere Erscheinung,<br />

die Haut eine besondere Ausstrahlung. Ich liebe<br />

die Fotografie, wenn sich der Himmel wie eine große<br />

Softbox über mein Motiv spannt.<br />

Marina und ich fotografierten das erste Mal zusammen.<br />

Es waren Bilder in verschiedenen Kleidern geplant. Ich<br />

nahm meine Canon EOS 5D und das 2,7/70–200 mm IS<br />

USM bei ISO 800, 1 /90 s und Blende 4,5 bei 150 Millimetern,<br />

und wir fingen einfach an. Marina trug noch ihre<br />

Kleidung, mit der sie aus dem Zug gestiegen war. Auch<br />

während unseres Shootings kamen wir immer wieder<br />

auf Mantel und Mütze zurück. Es passte einfach an diesem<br />

Tag.<br />

www.<strong>fotocommunity</strong>.de/pc/pc/cat/1076/display/33436728<br />

5


18<br />

Facettenreich<br />

Für die Porträt- und Aktfotografin<br />

Jessica Prüßmann sind<br />

Ausdruck und Emotion ihrer<br />

Bilder entscheidend.<br />

80<br />

Stille<br />

Der fc-Fotograf Jens Edinger<br />

zeigt Bilder von Räumen in<br />

einem leer stehenden Wohnblock<br />

aus DDR-Zeiten.<br />

Foto: Jessica Prüßmann<br />

Foto: Jens Edinger<br />

Foto: Thomas Solecki<br />

56<br />

Urtypen<br />

Für die Serie <strong>Bochum</strong>er<br />

Urtypen fotografierte<br />

Tomas Solecki Ladenbesitzer,<br />

die schon seit<br />

Jahrzehnten hinter ihrer<br />

Ladentheke stehen.<br />

116<br />

Nikon D4s<br />

Mit allen Testdaten und<br />

Diagrammen: Nikons<br />

neues Top-Modell mit 16<br />

Megapixel Auflösung und<br />

Vollformatsensor.<br />

Fotos: Hersteller<br />

8<br />

Naturwunder<br />

Günther Tomek fotografierte seine<br />

Bilder auf langen Wanderungen in<br />

der felsigen Wüstenlandschaft des<br />

<strong>Colorado</strong>-Plateaus.<br />

Foto: Günther Tomek<br />

6


Inhalt<br />

Ein Bild und sein Fotograf ............... 03<br />

Die Titelbilder und ihre<br />

fc-Fotografen ..................................... 04<br />

28 Surreal<br />

Mit seinen surrealen Bildwerken bewegen möchte<br />

fc-Fotograf Igor Voloshin den Betrachter.<br />

46<br />

Mensch und<br />

Maschine<br />

Petra Kogelheide bildet<br />

Industrie und Arbeiter im<br />

Ruhrpott ab. Ihr dokumentarisch<br />

persönlicher<br />

Blick verleiht ihren Aufnahmen<br />

Ausdruckskraft.<br />

Foto: Ralph P. Obersteiner<br />

90<br />

Wettbewerb<br />

Foto: Petra Kogelheide Foto: Igor Voloshin<br />

Zum Thema „Bewegung“ zeigen<br />

wir Bilder der Wettbewerbsteilnehmer<br />

im Portfolio der Redaktion<br />

sowie die Siegerbilder.<br />

Portfolios<br />

Landschaftsfotografie<br />

„Naturwunder“ von<br />

Günther Tomek .................................... 08<br />

Akt- und Porträtfotografie<br />

„Facettenreich“ von<br />

Jessica Prüßmann ................................18<br />

Inszenierungen<br />

„Surreal“ von<br />

Igor Voloshin ........................................ 28<br />

Industriefotografie<br />

„Mensch und Maschine“ von<br />

Petra Kogelheide ................................. 46<br />

Gebäude<br />

„Stille“ von<br />

Jens Edinger ....................................... 80<br />

Service<br />

<strong>fotocommunity</strong> Service .................... 60<br />

Ausstellungstipps ............................. 64<br />

Buchtipps .......................................... 66<br />

Fotopraxis<br />

Porträts<br />

<strong>Bochum</strong>er Urtypen von<br />

Thomas Solecki ................................... 56<br />

Bildbearbeitung<br />

Tonwertkorrektur mit Photoshop .......... 72<br />

Bildgestaltung<br />

So optimieren Sie Ihre Bilder ............... 76<br />

Wettbewerb<br />

Creativ-Wettbewerb „Bewegung“<br />

Das Portfolio der Redaktion ................ 90<br />

Die Sieger ...........................................102<br />

Produkte<br />

Produktanwendung:<br />

Die Olympus OM-D E-M1 ..................110<br />

Test: Nikon D4s .................................116<br />

Produktneuvorstellungen ...............122<br />

<strong>Vorschau</strong> ...........................................130<br />

7


PORTFOLIO | GÜNTHER TOMEK<br />

Spider Rock<br />

Utah, Escalante NM,<br />

unweit des Highway 12.<br />

Der Stein sieht aus wie<br />

ist ein versteinerter<br />

Baumstamm (24 mm<br />

Brennweite, ISO 100,<br />

1 /160 s, Bl. 8).<br />

8


Natur<br />

Wunder<br />

fc-Landschaftsfotograf Günther Tomek<br />

fotografiert Steinbögen, -Pyramiden oder<br />

Canyons auf den <strong>Colorado</strong>-Plateaus. Wir<br />

haben ihn zu Inspiration, Ausrüstung,<br />

Aufnahmetechnik und Nachbearbeitung<br />

befragt.<br />

Alle Fotos: Günther Tomek<br />

9


PORTFOLIO | GÜNTHER TOMEK<br />

Shadow Box<br />

Bridge<br />

Wird auch Hurst Bridge<br />

genannt und ist in der San<br />

Rafael Swell in Utah zu<br />

finden. Der Weg über die<br />

Berge dauert etwa 2,5<br />

Stunden und ist grandios.<br />

Kurz vor der Bridge ändert<br />

sich die Landschaft<br />

in tief rote Felsen mit vielen<br />

Fotomotiven für den<br />

Morgen und den Abend<br />

(16 mm Brennweite,<br />

ISO 100, 1 /160 s, Bl. 7,1).<br />

Delicate Arch<br />

Tausendfach abgelichtet,<br />

von den Felsen auf der<br />

anderen Seite aufgenommen.<br />

Der Delicate Arch<br />

befindet sich im Arches<br />

NP in Utah. Er ist das<br />

Wahrzeichen des Bundesstaates<br />

und schmückt<br />

auch die Auto kenn zeichen<br />

des Landes (24 mm<br />

Brennweite, ISO 100,<br />

1 /200 s, Bl. 9).<br />

10


Zebra Slot<br />

Canyon<br />

Den Zebra Slot Canyon<br />

erreicht man über die<br />

Hole in the Rock Road<br />

im Escalante NM in<br />

Utah. Das Stativ im<br />

Zebra Slot Canyon aufzustellen,<br />

ist ein Kunststück.<br />

Am Ende stand<br />

es zwischen Boden und<br />

Wand geklemmt, die<br />

Kamera wurde weiter<br />

mit dem Band um den<br />

Hals gesichert (22 mm<br />

Brennweite, ISO 100,<br />

5 s, Bl. 22).<br />

11


Portfolio | Günther Tomek


Monsunzeit<br />

Arizona, Vermillion Cliffs,<br />

White Pockets. Die Monsunzeit<br />

auf dem <strong>Colorado</strong>-<br />

Plateau beginnt gegen<br />

Ende Juli. Dann sieht man<br />

jeden Nachmittag irgendwo<br />

einen Gewittersturm<br />

(65 mm Brennweite,<br />

ISO 100, 0,4 s, Bl. 14).


PORTFOLIO | GÜNTHER TOMEK<br />

Ideenfindung<br />

Durch Zufälle genauso wie geplant kommt fc-Landschaftsfotograf<br />

Günther Tomek zu seinen Motiven. Auf seinen<br />

langen Wüstenwanderungen entdeckt er phantastische<br />

Sandsteinkonstellationen. Dann reift der Plan, dort zu einer<br />

bestimmten Tageszeit, mit passender Ausrüstung und<br />

zu bestimmten Licht- und Wetterverhältnissen wieder zu<br />

kommen. Das kann auch ein Jahr später sein.<br />

Ausrüstung<br />

Vergangenes Jahr war Günther Tomek wieder mehrere<br />

hundert Kilometer in der felsigen Wüstenlandschaft des<br />

Coloradeau-Plateaus zu Fuß unterwegs. Dabei sind vier<br />

Liter Wasser im Rucksack pro Person und Tag ein Muss.<br />

Für die Fotoausrüstung gilt: Sie muss leicht und gut<br />

tragbar sein. Zwei Objektive und seine Kamera trägt<br />

Günther Tomek in einer Kata-Torsotasche mit sich. So<br />

kann er seine Ausrüstung auch an Stellen mit kleinen<br />

Klettereinlagen leicht handhaben. Eine kleine Nikon-<br />

Kompaktkamera befestigte er für schwierige Stellen am<br />

Gürtel, wenn Rucksack und Torsotasche nicht mehr mitgenommen<br />

werden können. Er fügt an: „Die Kompakte<br />

ist allerdings <strong>bis</strong>her auf jeder Reise durch Beanspruchung<br />

und Hitze kaputtgegangen.“ Die Canon EOS hingegen<br />

ist robuster, auch wenn sie in der Sonne manchmal<br />

merklich nach den Materialien riecht. Die beiden Objektive<br />

in der Torsotasche sind aus Gewichtsgründen Zoomobjektive.<br />

Nur so kann Günther Tomek den Brennweitenbereich<br />

von 16 <strong>bis</strong> 105 mm abdecken. Brennweiten<br />

über 105 mm benötigt er in der Regel nicht. Zudem nutze<br />

er noch eine kleine Wasserwaage zum Aufsetzen auf die<br />

Kamera. Er erläutert: In der Landschaft fällt es oft schwer,<br />

die Kamera auszurichten, mit dem Kugelkopf am Stativ<br />

geht es dann aber relativ schnell. “ Neu hinzugekommen<br />

ist vor Kurzem ein Regenschirm, den er mit einer Reepschnur<br />

am Stativ befestigt und der die Kamera trocken<br />

halten soll.<br />

14


The Wave<br />

Der vierte Besuch der<br />

Wave in den Vermillion<br />

Cliffs in Arizona. Auf<br />

dem Rückweg von der<br />

Second Wave. An<br />

dem Tag war es bewölkt<br />

und damit nicht<br />

heiß (80 mm Brennweite,<br />

ISO 100, 1 /200 s,<br />

Bl. 5,6).<br />

Farbkontraste sowie Linienverläufe. Dabei benötigt er<br />

zum Komponieren seiner Bilder hauptsächlich eines –<br />

Geduld. Denn die Lichtverhältnisse – Helligkeits- und<br />

Farbwerte – wechseln morgens und abends fortlaufend.<br />

Dazu kommen dramatische Veränderungen durch Wettereinflüsse<br />

mit Wolken und Abschattungen.<br />

Die Landschaft um den Arch in den Vermillion Cliffs<br />

(www.<strong>fotocommunity</strong>.de/pc/pc/pcat/305505/display/<br />

31708751) entdeckte Günther Tomek zum Beispiel im<br />

Sonnenuntergang. Am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang<br />

wanderte er wieder dorthin. Zufällig sah er diese<br />

Felsen im Sand. Der Arch ließ sich erst von der Rückseite<br />

erkennen. Am Abend vorher war ein Gewittersturm über<br />

die Landschaft gefegt. Regen und Wolken standen noch<br />

am Himmel. Im Sand ließen sich Regenspuren erkennen.<br />

Um selbst keine Fußspuren im Bild zu hinterlassen, hielt<br />

Günther Tomek so zunächst Abstand zum Motiv. Als die<br />

Sonne dann hervortrat, schoss er vom Stativ circa zehn<br />

Bilder aus verschiedenen Positionen und wählte das Beste<br />

zur Nachbearbeitung aus.<br />

Nachbearbeitung<br />

Günther Tomek importiert seine Bilddateien mit Lightroom<br />

auf den PC. Er bewertet jedes Bild mit Sternen und versieht<br />

es mit Stichwörtern, um es zu verwalten und unter Tausenden<br />

Dateien schnell zu finden. Zunächst wird jedes Bild,<br />

wenn nötig, beschnitten und ausgerichtet. Die weitere Optimierung<br />

der Aufnahme nimmt er über Einstellungen wie<br />

Klarheit, Dynamik, Sättigung, Rauschreduzierung und<br />

Profilkorrekturen vor. Danach wählt er eine Fotografie zur<br />

Detailbearbeitung mit Photoshop aus. Dafür nutzt er auch<br />

NIK- und Topaz-Filter-Plugins, insbesondere Topaz De-<br />

Noise, NIK Sharpener und NIK HDR Efex. An der Kamera<br />

selbst verzichtet er auf jegliche Filterfunktionen. Er erläutert:<br />

„Am Ende sollte das Ergebnis dem Bild aus meinem<br />

Gedächtnis entsprechen. Dann erst speichere ich das Bild<br />

als JPG für die fc ab.<br />

Second Wave<br />

Die Second Wave befindet<br />

sich ein paar hundert<br />

Meter neben der Wave.<br />

Ziel war diesmal nicht die<br />

Wave, sondern der Top<br />

Rock hinter der Wave.<br />

Auf dem Rückweg<br />

schaute Günther Tomek<br />

aber noch einmal bei<br />

der Second Wave vorbei<br />

(22 mm Brenn weite,<br />

ISO 100, 1 /160 s, Bl. 7,1).<br />

<strong>Von</strong> oben<br />

Dieser Weg führt ein paar<br />

Meter weiter von oben<br />

in die Wave. Man sieht,<br />

dass das Gebiet um die<br />

Wave weitere unglaubliche<br />

Farben und Felsformationen<br />

gebildet hat<br />

(60 mm Brennweite,<br />

ISO 100, 1 /160 s, Bl. 11).<br />

Aufnahmetechnik<br />

Die meisten Aufnahmen schießt Günther Tomek mit<br />

einem Weitwinkelzoom 16 <strong>bis</strong> 35 mm Brennweite. Die<br />

Möglichkeit, mit seiner Kamera Dreier-Belichtungsreihen<br />

zu erstellen, nutzt Günther Tomek, kann er die Lichtverhältnisse<br />

vor Ort nur schwer erfassen. Bei Stativaufnahmen<br />

schaltet er darüber hinaus jegliche Automatik wie<br />

Autofokus und Bildstabilisator ab und stellt Belichtungszeit<br />

und Blende manuell ein. Zum Sonnenauf- und -untergang<br />

schießt er bevorzugt vom Stativ mit Blende 14<br />

Bilder mit seiner Vollformatsensor-Kamera. Er führt aus:<br />

„Blende 14 wegen der Tiefenschärfe und der noch geringen<br />

Beugung der Lichtteilchen.“<br />

Bildgestaltung<br />

Zum Gestalten seiner Bilder achtet er auf ein paar Regeln,<br />

wie den Goldenen Schnitt, Vorder- und Hintergrund,<br />

Schärfe und Unschärfe, Lichter und Schatten, Farben und<br />

15


PORTFOLIO | GÜNTHER TOMEK<br />

„… erst beim dritten<br />

oder vierten Besuch …“<br />

Günther<br />

Tomek<br />

Günther Tomek fing als<br />

Jugendlicher an mit einer<br />

Voigtländer-Ultramatic-<br />

Spiegelreflexkamera zu<br />

fotografieren. Zudem<br />

entwickelte er damals<br />

seine Filme im eigenen<br />

SW-Labor. 2006 stieg<br />

er mit einer Canon EOS<br />

30D auf die digitale<br />

Fotografie um.<br />

www.<strong>fotocommunity</strong>.<br />

de/fotograf/guenthertomek/979710<br />

Ausrüstung<br />

Kameras: Canon EOS<br />

5D Mark III, Nikon Coolpix<br />

S9100<br />

Objektive: Canon EF<br />

4/24–105 mm L IS USM,<br />

EF 2,8/16–35 mm L II<br />

USM, EF 1,4/50 mm<br />

USM, TS-E 4/17 mm<br />

L, Sigma Makro 2,8/70<br />

mm EX DG und 5,0–6,3/<br />

150–500 mm FDG OS<br />

HSM + 2,0x-Konverter<br />

EX DG<br />

Zubehör: Kata Torsotasche<br />

LighTri, Stativ<br />

Manfrotto 190CXPRO4,<br />

Stativkopf MH054MO-<br />

Q2, Polarisationsfilter,<br />

Graufilter, Nahlinsenfilter,<br />

Canon RC-6 IR sowie<br />

Verbindungskabel zum<br />

Smartphone Samsung<br />

Galaxy S4 zur Fernbedienung<br />

der Kamera<br />

Wie <strong>bis</strong>t Du auf die Idee gekommen, Sandsteinformationen<br />

des <strong>Colorado</strong>-Plateaus abzulichten?<br />

Günther Tomek: Um 1994 wurde in einer<br />

Merian- oder GEO-Ausgabe, ein Bild von einer unglaublichen<br />

Sandsteinformation in Arizona, USA, veröffentlicht.<br />

Diese faszinierte mich so sehr, dass ich 1995 selbst<br />

nach der „Wave“ auf dem <strong>Colorado</strong>-Plateau suchte. Nur<br />

kannte dort keiner diese Sandsteinformation. Einer gab<br />

mir den Hinweis, dass sich diese in der Nähe des westlichen<br />

Paria Canyon befindet. Damals bin ich etwa fünf Kilometer<br />

an der noch touristisch weitgehend unbekannten<br />

Wave vorbeigelaufen, entdeckte sie aber nicht. Ein Jahr<br />

später gab mir ein anderer Besucher die GPS-Koordinaten,<br />

und ich konnte die Wave somit problemlos finden.<br />

Heute benötigt man eine Genehmigung der Rangerstation<br />

in Kanab. Es dürfen täglich nur zwanzig Personen<br />

zur Wave laufen. Trotz Genehmigung gibt es gelegentlich<br />

bei den Wanderungen tödliche Unfälle. Gründe hierfür<br />

sind wohl: fehlende Wandererfahrung in der Wildnis,<br />

Ortsunkenntnis, mangelnde Kondition und zu geringe<br />

Wasservorräte.<br />

Was fasziniert Dich an den Sandsteinformationen?<br />

Günther Tomek: Mich überwältigen die Farben<br />

der Felsenlandschaft. Wichtig ist für mich dazu das<br />

persönliche Naturerlebnis, die körperliche Herausforderung<br />

vom Wandern <strong>bis</strong> zum Klettern und die, das Naturwunder<br />

abzulichten. Dabei sind die Motive des <strong>Colorado</strong>-<br />

Plateaus unerschöpflich; es ist mit seinen Randgebieten<br />

etwa so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen.<br />

Man muss nur nach dem eigentlichen Motiv um die Ecke<br />

blicken und schon erspäht man ein neues Naturkunstwerk.<br />

Die andauernde Erosion von Wasser, Wind und Eis<br />

hat auf dem Plateau ein Naturwunder neben dem anderen<br />

entstehen lassen – Hoodoos (Erd- und Steinpyramiden),<br />

Arches (Steinbögen), Slot Canyons (tiefe enge<br />

Schluchten) und Tausende Canyons, der bekannteste ist<br />

der Grand Canyon. Gerade habe ich mir wieder zwei<br />

neue Bücher mit Zielen auf dem <strong>Colorado</strong>-Plateau gekauft.<br />

90 Prozent der beschriebenen Landschaften kenne<br />

ich noch nicht.<br />

Was sind Deine Lieblingsmotive und warum?<br />

Günther Tomek: Meine Lieblingsmotive sind<br />

Naturwunder. Ich versuche diese in außergewöhnlichen<br />

Licht- und Farbverhältnissen zu fotografieren. Einige Motive<br />

sind sehr schwer zugänglich. Deshalb werden diese<br />

nicht oft abgelichtet. Dabei gibt es Ziele, die sich direkt<br />

neben der Route befinden und andere, zu denen nach einer<br />

langen Anfahrt im Gelände noch hin gewandert werden<br />

muss. Ich suche gerne nach „Fabelwesen“. Manchmal<br />

hat die Natur aus dem Stein Formen gebildet, die<br />

Lebewesen ähneln – ein Nashorn, ein Drache, ein Hund,<br />

eine Mumie. Eine bunte kleine Sandsteinfläche kann aus<br />

der Nähe aussehen wie eine Landschaft mit Sonne und<br />

Feldern.<br />

Wie gehst Du ein Thema an?<br />

Günther Tomek: Kenne ich mein Ziel, übernachte<br />

ich im Zelt in der Nähe. Andere, die ich auf Wanderungen<br />

finde, lassen sich vielleicht gerade nicht vernünftig<br />

ablichten, weil das Motiv im Schatten steht oder<br />

das Wetter zu schlecht ist. Diese suche ich dann erneut an<br />

einem anderen Tag auf. Es kann sein, dass ein gutes Bild<br />

erst beim dritten oder vierten Besuch gelingt. Ich staune<br />

auf meinen Touren oft selbst über die Naturwunder, laufe<br />

lange um sie herum und fotografiere.<br />

Wie <strong>bis</strong>t Du zur fc gekommen und welche Funktionen der fc<br />

schätzt Du besonders?<br />

Günther Tomek: Ich hatte die fc 2007 zufällig<br />

im Internet entdeckt und mich registriert. In der fc lassen<br />

sich einfach und gut Bilder ablegen, und der Fotograf kann<br />

sich dann auf die Kommentare anderer freuen. Durch diese<br />

kameradschaftlichen Kontakte erhalte ich auch ab und<br />

an Reisebeschreibungen und GPS-Koordinaten mir unbekannter<br />

Ziele. Das ist ähnlich wie bei Facebook, aber in<br />

der fc liegt der Schwerpunkt auf der qualitativen Fotografie.<br />

Manch kritischer Kommentar kann einem auch einen<br />

Hinweis zur Aufnahmetechnik geben. Vor allem lerne ich<br />

aber von den ausdrucksstarken Bildern anderer Fotografen.<br />

Welchen Einfluss hat die fc auf Deine Fotografie?<br />

Günther Tomek: In der fc hole ich mir Fototechnik-,<br />

Ausrüstungs- und Bearbeitungstipps. Wenn ich<br />

eine für mich neue Region das erste Mal bereise, wie vergangenes<br />

Jahr Westaustralien, sehe ich mir in der fc davor<br />

Bilder von anderen fc-Fotografen an, um für mich Reiseziele<br />

zu orten. Mittels einer persönlichen Nachricht über<br />

die Funktion Fotomail hole ich dann weitere Infos zum<br />

Motiv beim jeweiligen Fotografen ein.<br />

Hast Du fotografische Vorbilder und wenn ja, welche?<br />

Günther Tomek: Auf das <strong>Colorado</strong>-Plateau<br />

bezogen sind das Michael Fatali, Tom Till, Laurent Martres<br />

und Michael R. Kelsey. Redaktion Henriette Struss<br />

16


North Coyote<br />

Buttes<br />

Während der Wanderung<br />

auf dem Notch Trail über<br />

die Berge in die Wave-<br />

Region North Coyote<br />

Buttes kam Günther Tomek<br />

in ein schweres Gewitter.<br />

Die Wüs tenlandschaft in<br />

der Abendsonne war nach<br />

dem Sturm wunderbar<br />

(17 mm Brennweite, ISO<br />

100, 1 /250 s, Bl. 9).<br />

Nach dem<br />

Gewitter<br />

Arizona, Vermillion Cliffs,<br />

White Pockets. Nach dem<br />

nächtlichen Gewitter haben<br />

sich überall Wasserlachen<br />

und kleine Seen gebildet.<br />

Die Gewitterwolken sind<br />

noch nicht ganz abgezogen,<br />

aber die Sonne scheint<br />

schon (16 mm Brennweite,<br />

ISO 100, 1 /80 s, Bl. 14).<br />

17


PORTFOLIO | JESSICA PRÜSSMANN<br />

18


Facetten<br />

Reich<br />

Jessica Prüßmann lichtet am liebsten Frauen ab. Ihre<br />

Porträts und Aktaufnahmen nimmt sie ausschließlich<br />

mit Available Light und bevorzugt mit offener Blende<br />

auf. Erfahren Sie, wie die Fotografin der <strong>fotocommunity</strong><br />

ihre Bilder von der Themenfindung über die Aufnahmetechnik<br />

<strong>bis</strong> zur Nachbearbeitung umsetzt.<br />

Alle Fotos: Jessica Prüßmann<br />

19


PORTFOLIO | JESSICA PRÜSSMANN<br />

20


PORTFOLIO | JESSICA PRÜSSMANN<br />

22


PORTFOLIO | JESSICA PRÜSSMANN<br />

Themenfindung<br />

Jessica Prüßmann hat vor dem Shooting selten eine fertige<br />

Idee im Kopf. Sie lässt sich zwar von Fotos inspirieren, die<br />

manchmal auch Vorbild sein können, aber ihre Bilder entstehen<br />

immer in Zusammenarbeit mit dem Model.<br />

Arbeit mit dem Model<br />

Gemeinsam mit dem Model sucht die Fotografin eine Location<br />

und entwickelt Bildideen. Sie erläutert: „Zu einem<br />

rothaarigen Model mit Sommersprossen fallen mir ganz<br />

andere Locations ein, als zu einer Dunkelhaarigen mit<br />

kurzem Haar. Zudem kommt es auf die Jahreszeit und das<br />

Wetter an, ob wir drinnen oder draußen fotografieren.“<br />

Shootingvorbereitung<br />

Hat Jesscia Prüßmann eine konkrete Idee im Kopf, dann<br />

schickt sie dem Model im Vorfeld des Shootings ähnliche<br />

Bilder. So kann dieses Stimmung, Bildkomposition und<br />

Emotion nachempfinden. Jessica fügt an: „Wichtig sind<br />

eine gute und gemütliche Stimmung beim Shooting<br />

selbst und der ständige Austausch mit dem Modell, zum<br />

Beispiel bei der gemeinsamen Bildbetrachtung.“<br />

Ausrüstung<br />

Da sie nur ein sehr kleine Ausrüstung besitzt und die<br />

Meinung vertritt, dass sich gute Fotos auch ohne 20 verschiedene<br />

Objektive und teure Kameras ablichten lassen,<br />

fällt ihr die Wahl von Kamera und Objektiv nicht<br />

schwer. Sie erklärt: „Meine 50-mm-Festbrennweite ist<br />

mir ans Herz gewachsen, und für Available-Light-Aufnahmen<br />

ist die offene Blende ideal. Ich liebe Blende 1,8.<br />

Für mich steht allerdings immer die Frage im Raum: digital<br />

oder analog. Die analoge Technik begeistert mich<br />

zunehmend. Analog fotografiere ich mit einer alten<br />

Pentacon-6-Mittelformat-Kamera und einem Canon-<br />

AE1-Kleinbildapparat.“<br />

Locations<br />

Jessicas liebste Aufnahmeorte sind „hinter dem Fenster“<br />

für ihre typischen „Hinter-Scheiben“-Bilder. Sie führt aus:<br />

24


„Am Fenster ist das Licht gut, die Augen strahlen ganz natürlich<br />

und die Reflektionen verleihen einfachen Porträts<br />

einen besondern Touch. Die Scheibe schafft eine weitere<br />

Ebene, die Atmosphäre ist immer wieder anders und das<br />

alles, lässt das Bild lebendiger wirken.“ Als Location schätzt<br />

sie sonst auch das Bett. Unabhängig ob Bett oder Fenster,<br />

beide Bildhintergründe liefern ihr schlichte, schnell zu<br />

schaffende Bühnenbilder, die Model und Betrachter nicht<br />

lange hinterfragen müssen.<br />

Aufnahmetechnik<br />

Die Porträt- und Aktfotografin mag frontales Licht und<br />

leuchtet das Model bevorzugt besonders hell und vorteilhaft<br />

aus. So will sie eine gewisse Zerbrechlichkeit des Dargestellten<br />

noch betonen. Dabei fotografiert sie nur mit natürlichem<br />

Licht, ohne Blitz oder Studio. So muss sie keine<br />

langwierigen, technischen Vorbereitungen treffen. Sie urteilt:<br />

„Natürliches Licht macht natürlich schön und ist immer<br />

wieder anders.“ Oft stellt sie ihre Modelle in den thematischen<br />

wie auch realen Bildmittelpunkt und hebt den<br />

gewählten thematischen Bildmittelpunkt mit geringer<br />

Schärfentiefe und offener Blende weiter hervor.<br />

Nachbearbeitung<br />

Generell arbeitet die Fotografin ihre Bilder so wenig wie<br />

möglich nach und versucht bereits bei der Aufnahme das<br />

Bild perfekt zu gestalten. Ab und an hält sie so auch mal<br />

etwas vor das Objektiv, wie Blumen, Blätter, Äste oder Stoff.<br />

Sie macht das, um Unschärfe im Bild zu erzeugen und nicht<br />

nur auf einer Bildebene zu arbeiten. Am PC sind für sie allerdings<br />

eine Mini-Beauty-Retusche wie das Entfernen von<br />

Augenringen und Pickel ein Muss. Ansonsten hebt sie gerne<br />

die Tonwerte etwas an, um das Bild heller und zerbrechlicher<br />

zu gestalten. Außerdem legt sie oft eine leichte Vignette<br />

über das Bild, um das Hauptmotiv zusätzlich in den<br />

Fokus des Betrachters zu rücken.<br />

25


PORTFOLIO | JESSICA PRÜSSMANN<br />

„…nicht die blanken<br />

Jessica<br />

Prüßmann<br />

Als Sechsjährige schoss<br />

Jessica Prüßmann mit<br />

Opas alter Agfa Clack<br />

erste Bilder. Vor sechs<br />

Jahren stieg sie dann<br />

auf die digitale Fotografie<br />

um. Ihre Schwerpunktthemen<br />

sind Porträtund<br />

Aktaufnahmen<br />

von Frauen – Themen,<br />

zu denen sie nun auch<br />

Workshops und Einzelcoachings<br />

im Raum<br />

Düsseldorf veranstaltet.<br />

www.<strong>fotocommunity</strong>.<br />

de/fotografin/zerbrech<br />

licht/939742<br />

www.zerbrechlicht.de<br />

www.facebook.com/<br />

Zerbrechlicht<br />

Ausrüstung<br />

Digitalkameras: Canon<br />

EOS 5D Mark II<br />

Analoge Fotoapparate:<br />

Pentacon 6, Canon AE1<br />

Objektive: 1,4/50-mm-<br />

Festbrennweite<br />

Zubehör: Reflektoren<br />

Wie <strong>bis</strong>t Du zur Porträt- und Aktfotografie gekommen?<br />

Jessica Prüßmann: 2010 begann ich ernsthaft<br />

Menschen, Porträt und auch Akt, zu fotografieren.<br />

Im Vorfeld hatte ich meine Katzen abgelichtet, aber bald<br />

fragte ich Freundinnen, ob sie nicht für mich Model stehen<br />

wollten.<br />

Was fasziniert Dich an diesen zwei Genres?<br />

Jessica Prüßmann: Mich interessieren die<br />

verschiedenen Facetten von Menschen, besonders<br />

Frauen. Für mich zählen Ausdruck und Emotion. Ich<br />

mag direkte Blicke in die Kamera, zarte Gesten und<br />

auch nackte Haut. Für mich sind das Stilmittel, um<br />

Emotionen auszudrücken und den Bildausdruck zu<br />

stärken. Bei meinen Aktaufnahmen stehen so nicht die<br />

blanken Brüste der Modelle im Fokus, sondern Verletzlichkeit,<br />

Zartheit und der Mensch hinter seiner Fassade<br />

und (Ver)Kleidung. Ein unbekleideter Mensch gibt immer<br />

viel von sich preis.<br />

Welche Teile Deiner Ausrüstung sind für Dich bei dieser<br />

Art der Fotografie unentbehrlich und warum?<br />

Jessica Prüßmann: Ich besitze kein Zoomobjektiv,<br />

sondern fotografiere ausschließlich mit einer<br />

50-mm-Festbrennweite. Das bedeutet, dass ich bei Porträts<br />

meinem Model automatisch nahekomme.<br />

Ich denke diese physische Nähe ist für mich wichtig, um<br />

mit dem Model eine Beziehung aufzubauen und Nähe<br />

im Bild zu erzeugen. Außerdem muss das Objektiv sehr<br />

lichtstark sein, da ich nur mit Available Light arbeite<br />

und ein großer Fan von offener Blende und geringer<br />

Tiefenschärfe bin. Der Unschärfeverlauf rückt meinen<br />

gewollten Blickpunkt automatisch in den Fokus und erzeugt<br />

eine gewisse „Weichheit“.<br />

Was sind Deine Lieblingsmotive und warum?<br />

Jessica Prüßmann: Frauen sind meine Lieblingsmotive.<br />

Zuerst wohl, weil meine Freundinnen die<br />

besten, verfügbaren Modelle waren. Dann entwickelte<br />

ich ein Interesse für die verschiedenen Facetten, die<br />

Frauen besitzen. Ich wollte und will zeigen, dass jede<br />

Frau stark und verletzlich zugleich sein kann.<br />

Du hast Dich im Oktober 2007 in der fc registriert. Wie <strong>bis</strong>t<br />

Du zur fc gekommen und welchen Einfluss hat diese auf<br />

Deine Fotografie?<br />

Jessica Prüßmann: Ich registrierte mich aus<br />

Neugier, um zu sehen, was andere zaubern. Darüber hinaus<br />

wollte ich mir Anregungen holen und natürlich<br />

erfahren, was andere zu meinen Bildern sagen. Am Anfang<br />

lernte ich durch das Betrachten von Aufnahmen<br />

Dritter. Die fc macht einem den Lernprozess durch ihre<br />

große Vielfalt und Übersichtlichkeit leicht. Auch die ersten<br />

Kontakte mit anderen Fotografen und Modellen kamen<br />

über die fc zustande. Die fc steht für mich für Anregungen,<br />

Kritik, Austausch und Kontakte.<br />

Hast Du fotografische Vorbilder, und wenn ja welche?<br />

Jessica Prüßmann: Viele Fotografen inspirieren<br />

mich – durch einzelne Motive, durch ihren Stil<br />

oder Technik. Es gibt sogar einen, der mich besonders<br />

berührt: Jan Scholz, ein Fotograf aus Hamburg, der nun<br />

in Belgien lebt. Nicht nur, dass er fast rein analog fotografiert,<br />

er besitzt für mich den absoluten Blick – für<br />

Licht, bezaubernde Modelle, Locations, Bildkomposition<br />

und Ausdruck. Seine Bilder sind sehr einfach, sehr<br />

sanft und dabei ausdrucksstark.<br />

Was macht für Dich Deine persönliche Handschrift aus?<br />

Jessica Prüßmann: Ich denke, es ist die Nähe<br />

zum Modell, die hoffentlich auch der Betrachter<br />

spürt, der oftmals direkte Blick in die Kamera und das<br />

Licht von vorne. Eine Zartheit, ja Zerbrechlichkeit der<br />

Motive, durch Mimik, Gestik und Haltung und hoffentlich<br />

durch Emotion.<br />

Redaktion Henriette Struss<br />

26


Brüste…“<br />

27


PORTFOLIO | IGOR VOLOSHIN<br />

28


Surreal<br />

Igor Voloshin. Den Betrachter bewegen, das<br />

möchte fc-Fotograf Igor Voloshin mit seinen<br />

surrealen Bildwerken. Vor dem Shooting arbeitet<br />

er seine Bild ideen mit Hilfe von Skizzen<br />

aus. Die Aufnahme im Kopf, fotografiert er und<br />

bearbeitet seine Werke nach. Die Redaktion<br />

hat ihm über die Schulter geschaut.<br />

Alle Fotos: Igor Voloshin<br />

29


PORTFOLIO | IGOR VOLOSHIN<br />

30


PORTFOLIO | IGOR VOLOSHIN<br />

32


Titel: Immortality<br />

33


PORTFOLIO | IGOR VOLOSHIN<br />

Themenfindung<br />

Igor Voloshins Bildideen entstehen auf sehr unterschiedliche<br />

Art. Manchmal geht es blitzschnell, manchmal dauert<br />

es Jahre, <strong>bis</strong> er ein Thema umsetzt. Igor führt aus:<br />

„Einmal spukt mir eine Bild idee jahrelang im Kopf herum<br />

und quält mich, ein anderes Mal bin ich schlichtweg<br />

begeistert und will das Bild gleich im Kasten haben.“ Die<br />

Inspira tion kann dabei aus ganz unterschiedlichen Quellen<br />

rühren. Ihn können zum Beispiel eine Geschichte,<br />

innere Konflikte, Ängste, Träume, Freude, Liebe und<br />

Eifersucht inspirieren.<br />

Ausrüstung<br />

Für seine Bilder benötigt er in erster Linie ein Modell.<br />

Dann kümmert er sich um wenige, dem Thema entspre-<br />

34


chende künstliche Lichtquellen, da er ja im Studio fotografiert.<br />

Zudem dürfen seine Canon mit Zoomobjektiv<br />

genauso wenig wie ein Grafiktablett oder Photoshop<br />

fehlen. Er erläutert: „Für die Bildbearbeitung ist da rüber<br />

hinaus ein qualitativ hochwertiger gut kalibrierter Bildschirm<br />

ein Muss. “<br />

Modellwahl<br />

Seine Modelle sieht Igor Voloshin als Co-Autoren seiner<br />

Arbeiten, zumindest die, mit denen er gerne und öfter<br />

shootet. Sie verstehen, welche Gestik, Mimik und Körpersprache<br />

den jeweiligen Bildausdruck unterstreichen und<br />

versuchen dies bestmöglich umzusetzen. Für diese Unterstützung<br />

ist fc-Fotograf Igor Voloshin ihnen wirklich<br />

dankbar. So versucht er bei der Arbeit mit dem Modell<br />

auch deren Stärken herauszuarbeiten und Aussehen sowie<br />

Charakter der Modelle in seinen Aufnahmen zu betonen.<br />

Shootingvorbereitung<br />

In der Regel bespricht Igor Voloshin seine Bildideen anhand<br />

von Skizzen mit dem Modell. Zudem werden vor<br />

dem Shooting Kostüme ausgewählt und das Make-up bestimmt.<br />

Danach wird gemeinsam nach einer passenden<br />

Musik gesucht. Es ist wichtig, dass alle Modelle vor dem<br />

eigentlichen Shooting wissen, was sie genau darstellen<br />

sollen, auch wenn sich einzelne Details zumeist erst beim<br />

Fotografieren herauskristallisieren. Ein Beispiel dafür ist<br />

sein Bild Immortality, welches nach Skizzen und Besprechungen<br />

mit dem Modell Josephine im Studio ergänzt,<br />

verändert und vollendet wurde. Igor Volohin erklärt: „Mit<br />

diesem Bild wollte ich zeigen, dass eine Frau die Macht<br />

hat, einen Mann sowohl aufzubauen als auch zu zerstören.<br />

Die Rolle der Frau im Leben jedes Mannes ist sehr<br />

groß – egal wie genial der Mann auch sein mag. Der<br />

Grund: Fast alles in der Welt wird wegen oder für die Liebe<br />

vollbracht.“<br />

Licht setzen<br />

Auch wenn er mit künstlichen Lichtquellen arbeitet, ist<br />

für Igor Voloshin das beste Licht die natürliche Beleuchtung<br />

– sprich Sonnenlicht. Dieses versucht er im Studio<br />

zu imitieren. Aus diesem Grund bringt er die Lichtquellen<br />

in der Regel mindestens 20 cm über den Köpfen der<br />

Modelle, gerne auch höher, an. Er bevorzugt am Set neutral<br />

graue Hintergründe, da diese das Licht nicht so stark<br />

auf die Körper der Modelle reflektieren und sich leichter<br />

mit Photoshop bearbeiten lassen. Will er ein Modell stärker<br />

vom Hintergrund abheben, setzt er lieber gezielt einen<br />

Reflektor ein.<br />

Bildbearbeitung<br />

Einen nicht unerheblichen Teil seiner Arbeit macht die<br />

Postproduktion seiner Bilder mit Photoshop, 3D-Programmen<br />

sowie 3D Max und Poser aus. Auch hier dienen<br />

Igor Voloshin seine vor dem Shooting erstellten<br />

Bildskizzen auf Papier als Basis. Der Bildaufbau muss<br />

stehen, bevor er sich an den Computer setzt, denn die<br />

Bildkomposition soll ausgewogen gefüllt und nicht<br />

überfüllt sein.<br />

35


PORTFOLIO | IGOR VOLOSHIN<br />

36


PORTFOLIO | IGOR VOLOSHIN<br />

„...ein gewisser<br />

West-Beigeschmack.“<br />

Igor<br />

Voloshin<br />

www.<strong>fotocommunity</strong>.de/<br />

fotograf/igor-voloshin/<br />

1904492<br />

Ausrüstung<br />

Kameras: Canon<br />

EOS 5D Mark III<br />

Objektive:<br />

Canon EF 4/<br />

24–105 mm L<br />

Zubehör:<br />

Studiolichter<br />

1 Hensel 1000,<br />

2 Arsenal 300<br />

Wie <strong>bis</strong>t Du zur Fotografie und der Fotografie von surrealen<br />

Bildern gekommen?<br />

Igor Voloshin: Ich habe zuerst in Polygrafie,<br />

Außen- und Videowerbung gearbeitet. Später habe ich<br />

mir dann eine Kamera für Auftragsarbeiten gekauft.<br />

Natürlich habe ich damit auch versucht frei Porträts<br />

abzulichten und mit Licht zu experimentiert. So entwickelte<br />

sich aus meinem beruflichen Handwerkszeug<br />

langsam meine Leidenschaft zur Fotografie. Mit der<br />

surrealen Fotografie und ihrer Bildbearbeitung beschäftige<br />

ich mich seit 2006.<br />

Was fasziniert Dich an surrealer Fotografie?<br />

Igor Voloshin: Für mich speziell bietet der<br />

Surrealismus wie keine andere Kunstrichtung die<br />

Möglichkeit, die Rahmen von Stereotypen zu sprengen<br />

– nicht nur auf künstlerischer Ebene, sondern auch<br />

auf emotionaler sowie menschlicher. In meiner Jugend<br />

– ich wurde 1963 in Nikopol in der Ukraine geboren –<br />

war der Surrealismus in Russland etwas verpönt und<br />

der großen Masse des Volks blieb er unzugänglich. Er<br />

hat einen gewissen West-Beigeschmack. Arbeiten von<br />

Dali oder Max Ernst wurden zensiert und Abbildungen<br />

waren so kaum zu bekommen. Damit waren diese Gemälde<br />

natürlich in der Künstlerszene besonders begehrt.<br />

Was sind Deine Lieblingsmotive und warum?<br />

Igor Voloshin: Ich habe kein spezielles<br />

Lieblingsmotiv, außer dass ich natürlich mit Menschen<br />

shoote. Als Inspirationsquellen dienen geschichtliche<br />

Details, biblische Motive und außerordentliche Lebenssituationen.<br />

Für mich ist aber bei der Motivwahl<br />

vor allem ausschlaggebend, dass der Blick des Betrachters<br />

an meinen Bildern hängen bleibt und ihn diese<br />

berühren. Deshalb müssen die Emotionen meiner Fotografien<br />

echt und nicht gespielt sein, sonst verkommt<br />

der Bildausdruck zur Parodie, und der Betrachter verliert<br />

das Interesse. Dafür ist es natürlich wichtig, dass<br />

die Bilder qualitativ gut ausarbeitet sind.<br />

Du hast Dich im Januar 2013 in der <strong>fotocommunity</strong> (fc)<br />

registriert. Wie <strong>bis</strong>t Du zur fc gekommen?<br />

Igor Voloshin: Ich wohne ja in Kiew, in der<br />

Ukraine. Nichtsdestotrotz arbeite ich gerne mit europäischen,<br />

insbesondere deutschen Modellen. Eines<br />

meiner Stammmodelle aus Deutschland hat mir die<br />

<strong>fotocommunity</strong> empfohlen. Sie selbst ist schon seit<br />

fünf <strong>bis</strong> sechs Jahren dabei.<br />

Welchen Einfluss hat die fc auf Deine Fotografie?<br />

Igor Voloshin: Für mich ist es immer interessant<br />

zu sehen, was kreative Menschen aus anderen<br />

Ländern bewegt. Da die fc-Gemeinde sehr groß ist,<br />

bietet sie mir einen guten Überblick darüber, was fotografisch<br />

anderenorts fasziniert. Zudem freue ich mich<br />

natürlich über die gute Resonanz meiner Bilder und<br />

über Fragen, die mir dort gestellt werden.<br />

Hast Du fotografische Vorbilder und wenn ja, welche?<br />

Igor Voloshin: Ich habe weniger fotografische<br />

denn Vorbilder aus der Malerei. Ich schätze zum<br />

Beispiel Bosch, Dürer und Dali.<br />

Was macht für Dich Deine persönliche Handschrift aus?<br />

Igor Voloshin: Ich denke, meine Arbeiten<br />

zeichnen die Art des Lichtstellens – vor allem tiefes<br />

und dramatisches Licht – sowie ihre Farbgebung aus.<br />

Redaktion Henriette Struss<br />

38


ADVERTORIAL<br />

Reise-Fotografie Oliver Bolch<br />

Mit 16-300 mm<br />

durch Wien<br />

Der österreichische Reisefotograf Oliver Bolch<br />

kennt Wien wie seine Westentasche. Bei einer<br />

Fototour durch die Metropole hatte der Profi<br />

das neue Tamron 16-300 mm F/3.5-6.3 Di II VC<br />

PZD in der Tasche – und war begeistert von der<br />

Qualität des leistungsstarken Megazooms.<br />

40


Mürrisch blickt der „gestürzte Gigant“<br />

am barocken Michaelerplatz drein.<br />

Im Hintergrund warten die für Wien<br />

typischen Fiaker auf Fahrgäste.<br />

41 mm | 1 /20 s | f/10 | ISO 200<br />

41


ADVERTORIAL<br />

Fiaker in voller Fahrt. Dank des Bildstabilisators<br />

bleibt das Sucherbild auch bei Kameraschwenks<br />

ruhig, und das Motiv lässt sich gut verfolgen.<br />

19 mm | 1 /8 s | f/14 | ISO 100<br />

Oliver<br />

Bolch<br />

Oliver Bolch, Jahrgang<br />

1967, lebt und arbeitet<br />

als Reisefotograf in<br />

Wien. Seine Liebe zur<br />

Fotografie entdeckte der<br />

passionierte Globetrotter<br />

auf mehrere Monate<br />

langen Reisen durch<br />

Nordamerika, Asien<br />

und Australien. Um sein<br />

Hobby zum Beruf zu<br />

machen, absolvierte er<br />

Mitte der 90er-Jahre die<br />

einjährige Meisterklasse<br />

auf der Höheren Graphischen<br />

Lehranstalt Wien.<br />

Bolch ist Mitglied der<br />

renommierten Agentur<br />

Anzenberger und seit<br />

2006 berufenes Mitglied<br />

der Gesellschaft für Bild<br />

und Vortrag (GBV) in<br />

München. Zahlreiche<br />

seiner Arbeiten wurden<br />

in Bildbänden, Kalendern<br />

und Zeitungen veröffentlicht.<br />

www.oliver-bolch.at<br />

Die Paläste und Palais mit ihren prunkvollen Innenräumen,<br />

die engen Altstadtgassen, wo noch die Fiaker<br />

fahren, und der Naschmarkt mit seinen bunten Ständen –<br />

das alles macht für Oliver Bolch den fotografischen Reiz von<br />

Wien aus. „Die Gegensätze zwischen der historischen Altstadt,<br />

wo man sich wie vor hundert Jahren fühlen kann, und<br />

dem modernen, kosmopolitischen Stadtleben sind absolut<br />

faszinierend“, sagt der österreichische Reisefotograf. Für<br />

Bolch, der mit seiner Kamera regelmäßig in der ganzen Welt<br />

unterwegs ist, zählt Wien zweifelsohne zu den faszinierendsten<br />

Metropolen Europas.<br />

Bei seiner jüngsten Fototour durch die geschichtsträchtigen<br />

Straßen und Gebäude der österreichischen Hauptstadt war<br />

der Fotoprofi jetzt mit besonders leichter Ausrüstung unterwegs:<br />

eine DSLR samt dem brandneuen Tamron 16–300 mm<br />

F/3.5-6.3 Di II VC PZD MAKRO. „Mit dem 18,8-fach Megazoom<br />

kann ich den für mich relevanten Brennweitenbereich<br />

komplett abdecken, sogar noch mehr als ich eigentlich gewohnt<br />

bin – ohne dass ich dazu das Objektiv wechseln müsste.<br />

Ich brauchte also keine anderen schweren Optiken mitschleppen,<br />

und das neue Reisezoom von Tamron ist von der Bauweise<br />

auch sehr klein und leicht, was die Halswirbelsäule schont.“<br />

Leistungsstarkes Megazoom<br />

Seit dem ersten 28–200 mm Megazoom im Jahr 1992 mit<br />

einem damals revolutionär kompakten und leichten<br />

Design hat Tamron sein Portfolio von leistungsstarken<br />

Reisezooms stetig ausgebaut und verbessert. Zuletzt<br />

hatte der Hersteller das 18-270 mm auf den Markt gebracht,<br />

das mit seinem 15-fach-Zoom in einem sehr<br />

kompakten Gehäuse viele Fotografen auf der ganzen<br />

Welt begeistern konnte.<br />

Das neue, innovative 16-300 mm Megazoom steht ganz<br />

in dieser Tradition. Es ist das erste Tamron-Zoomobjektiv<br />

für digitale Spiegelreflexkamera, das einen derart großen<br />

Brennweitenbereich abdeckt. Ob Weitwinkel oder Tele:<br />

Die gewünschte Brennweite lässt sich mit einer leichten<br />

Drehung an dem kompakten Tubus einfach und schnell<br />

auswählen. „Mit dem Megazoom kann ich sehr schnell<br />

und spontan auf verschiedene Situationen eingehen“, so<br />

Oliver Bolch. „Da ich das Objektiv nicht wechseln muss,<br />

wird zudem das Risiko von Sensorverschmutzungen minimiert.“<br />

Sehr gute Bildqualität<br />

Auch von der optischen Qualität des neuen Megazooms<br />

hat Profi Oliver Bolch einen guten Eindruck bekommen.<br />

„Das Objektiv ist sehr scharf. Zudem bleiben die Verzeichnungsfehler<br />

für einen so großen Brennweitenbereich<br />

in einem moderaten Rahmen und lassen sich<br />

nachträglich mit einer RAW-Konverter-Software leicht<br />

herausrechnen.“<br />

42


Ausschlaggebend für die hohe optische Qualität sind<br />

unter anderem die hochwertigen Linsen, die im Inneren<br />

des Megazooms eingesetzt werden. Spezialgläser sorgen<br />

für eine effektive Reduzierung optischer Abbildungsfehler<br />

(Aberrationen). Neueste Beschichtungstechnologien<br />

ermöglichen hochgradige Anti-Reflex-Eigenschaften<br />

und minimieren unerwünschtes Streulicht und Geisterbilder.<br />

Das Ergebnis sind jederzeit scharfe und kontrastreiche<br />

Bilder.<br />

Die Objektiv-Konstruktion mit 16 Linsen in 12 Gruppen<br />

umfasst drei asphärische Linsen, eine hybrid-asphärische<br />

Linse, zwei LD-Gläser (Low Dispersion), ein XR-<br />

Glaselement (Extra Refractive Index) sowie ein UXR-<br />

Glaselement (Ultra-Extra Refractive Index), das über<br />

einen nochmals größeren Brechungsindex verfügt als die<br />

XR-Gläser.<br />

Zwei der Sphingen-Statuen im<br />

Park von Schloss Bellvedere.<br />

300 mm | 1 /320 s | f/6,3 | ISO 100<br />

Piezo Drive und Bildstabilisator<br />

Besonders gut gefallen hat Oliver Bolch der im 16-<br />

300 mm Megazoom verbaute Bildstabilisator (VC), der<br />

auf einer dreiachsigen Antriebseinheit basiert, die wiederum<br />

auf drei Keramikkugeln gelagert ist und elektromagnetisch<br />

angetrieben wird. „Damit konnte ich Bilder aus<br />

der Hand machen, für die ich normalerweise ein Stativ<br />

gebraucht hätte.“<br />

Zwei Gyrosensoren registrieren <strong>bis</strong> zu 4000 Bewegungen<br />

pro Sekunde und liefern der VC-Einheit alle Informationen,<br />

um die Effekte von Kameravibrationen zu minimieren<br />

und jederzeit gestochen scharfe Resultate zu liefern.<br />

„Die Wirkung ist bei Telestellung bereits am stabilen, ruhigen<br />

Sucherbild gut zu erkennen“, so Oliver Bolch.<br />

„Auch beim Mitziehen der Kamera während der Belichtung<br />

ermöglicht mir der Bildstabilisator eine sehr komfortable<br />

Ansicht.“<br />

Fiaker am Michaelerplatz.<br />

22 mm | 1 /100 s | f/6,3 | ISO 400<br />

Die<br />

Ausrüstung<br />

„Normalerweise stecken immer<br />

mehrere Objektive in meiner<br />

Fototasche: ein 17–35 mm F2,8,<br />

ein 28–70 mm F2,8 und ein<br />

70–200 mm F2,8. Das neue 18,8-<br />

fach-Megazoom von Tamron<br />

deckt mit 24–450 mm (äquivalent<br />

zum Kleinbildformat) allerdings<br />

einen derart großen Bereich<br />

ab, dass ich keine Brennweite<br />

vermisst habe. Da ich bei Innenaufnahmen<br />

fast immer mit einem<br />

Stativ arbeite, stellt selbst die<br />

etwas geringere Lichtstärke kein<br />

Problem dar. Bei Teleaufnahmen<br />

aus der freien Hand sorgte der<br />

VC-Bildstabilisator für die nötige<br />

Schärfe.“<br />

Wiener Volksgarten mit dem<br />

Burgtheater.<br />

35 mm | 1 /200 s | f/11 | ISO 100<br />

43


ADVERTORIAL<br />

Zoom Range<br />

Die Statue Pallas Athene vor<br />

dem Parlamentsgebäude in<br />

Wien: Mit dem Megazoom lässt<br />

sich ein Motiv in ganz unterschiedlichen<br />

Bildern festhalten.<br />

links:<br />

300 mm | 1 /500 s | f/8 | ISO 100<br />

rechts:<br />

16 mm | 1 /160 s | f/11 | ISO 100<br />

5 Foto-Tipps für<br />

Reisefotografen<br />

1. Informieren Sie sich im Voraus über die Orte, die Sie besuchen wollen. Sie sind dann viel besser imstande,<br />

das jeweils Spezifische einzufangen. Bringen Sie zum Beispiel in Erfahrung, wann die Lichtverhältnisse am<br />

besten sind und wo wann ein Fest stattfindet. Nutzen Sie Reiseführer, <strong>Magazin</strong>e, Internet und Karten.<br />

2. Lernen Sie Ihre Kameraausrüstung bereits beim Fotografieren zu Hause kennen. Tragen Sie stets einen geladenen<br />

Ersatzakku und genügend Speicherkarten bei sich. Denn immer wieder erleben Sie ungeahnte.<br />

3. Bei tollen Motiven sollten Sie sich nicht auf ein einziges Bild beschränken, sondern immer eine Reihe von<br />

Fotos schießen, darunter Totale und Detailansichten. Probieren Sie verschiedene Perspektiven, indem Sie mal<br />

in die Knie gehen oder von einem erhöhten Punkt aus fotografieren.<br />

4. Achten Sie auf das Licht. Der Morgen und der Abend sind die besten Zeiten für stimmungsvolle Bilder. Meist<br />

ist früh morgens auch die einzige Gelegenheit, um bestimmte Motive ohne Touristenmassen zu fotografieren.<br />

5. Einer der interessantesten Aspekte einer Reise ist es, die Bekanntschaft fremder Menschen zu machen. Ein<br />

paar Redewendungen in der fremden Sprache helfen, die Kluft zwischen den Kulturen zu überbrücken. Bevor<br />

Sie fremde Menschen fotografieren, bitten Sie um Erlaubnis. In islamischen und einigen afrikanischen Kulturen,<br />

zum Beispiel, sind die Menschen aus religiösen Gründen oft nicht bereit, sich fotografieren zu lassen.<br />

Arkaden im neugotischen<br />

Rathaus Wiens.<br />

Aufnahme-Details: 28 mm<br />

| 1 s | f/16 | ISO 100<br />

Im Profil: Tamron 16–300 mm F/3.5–6.3 Di II VC PZD MACRO<br />

Brennweite<br />

Lichtstärke<br />

16–300 mm<br />

F/3.5–6.3<br />

Gruppen – Elemente 12 – 16<br />

Bildwinkel 82°12‘ – 5°20‘<br />

Der barocke Prunksaal der<br />

Österreichischen Nationalbibliothek<br />

ist einer der weltweit eindrucksvollsten<br />

Bibliothekssäle.<br />

16 mm | 8 s | f/16 | ISO 100<br />

Anzahl Blendenlamellen<br />

Kleinste Blende<br />

Kürzeste Einstellentfernung<br />

Max. Abbildungsmaßstab<br />

Filtergröße<br />

Größter Durchmesser x Baulänge<br />

Gewicht<br />

Anschlüsse<br />

7 (kreisförmige Blende)<br />

F/22–40<br />

39 cm<br />

1:2,9 (bei 300mm)<br />

67 mm<br />

75 mm x 99,5 mm<br />

540 g<br />

Canon, Nikon, Sony<br />

44


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Fotocommunity <strong>Magazin</strong> erscheint im<br />

Verlag WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH,<br />

Richard Reitzner-Allee 2, 85540 Haar,<br />

Handelsregister München, HRB 154289<br />

Datum<br />

✘<br />

Unterschrift<br />

WK 40F0 E03<br />

Ändert sich meine Adresse, erlaube ich der Deutschen Post AG, dem Verlag meine neue Anschrift mitzuteilen. Die Prämie wird nach erfolgter Bezahlung des Abo-Preises zugesandt.


PORTFOLIO | PETRA KOGELHEIDE<br />

46


Maschine<br />

Mensch und<br />

Petra Kogelheide lichtet Industrie und Arbeiter im pott ab. Ihr dokumentarisch persönlicher Blick verleiht<br />

Ruhrihren<br />

Aufnahmen Ausdruckskraft. Erfahren Sie, wie die<br />

fc-Fotografin ihre Bilder von der Ideenfindung, über den<br />

Bildaufbau <strong>bis</strong> zur Nachbearbeitung gestaltet.<br />

Alle Fotos: Petra Kogelheide<br />

47


PORTFOLIO | PETRA KOGELHEIDE<br />

48


PORTFOLIO | PETRA KOGELHEIDE<br />

50


PORTFOLIO | JESSICA PETRA KOGELHEIDE<br />

PRÜSSMANN<br />

Ideenfindung<br />

Für die Entwicklung von Bildideen benötigt Petra Kogelheide<br />

Muße und keinen Stress. Sie lässt sich ihre Einfälle<br />

durch den Kopf gehen, läuft auch mal durch Ausstellungen<br />

und beobachtet ihre Umgebung und Mitmenschen.<br />

Manchmal springt sie auch einfach irgendwo ein<br />

Motiv an. Es kann ein spontaner Blick auf die Pommesbude<br />

mitsamt Verkäufer am Straßenrand im Vorbeifahren<br />

sein oder je nach Motiv genauso gut langwierige Recherchen<br />

bedeuten. Sie ergänzt: „Darüber hinaus habe ich<br />

schon in einer regelmäßig tagenden Gruppe mit befreundeten<br />

Fotografen gezielt nach herausfordernden Fotothemen<br />

gesucht.“<br />

Shooting-Vorbereitung<br />

Steht ein Shooting-Termin oder eine improvisierte Fototour<br />

an, packt Sie immer etwas zu essen und trinken ein,<br />

denn hungrig und durstig kann sie nicht arbeiten, und<br />

zum Fotografieren braucht sie Geduld und Zeit. Dazu<br />

wählt sie robuste Kleidung und Schuhe.<br />

Ausrüstung<br />

Sie packt alle Objektive und ihr Stativ ein. Möchte sie<br />

doch für alle Eventualitäten gewappnet sein. Das Stativ<br />

und lichtstarke Objektive sind gerade bei Industrieaufnahmen<br />

besonders wichtig, weil diese selten hell ausgeleuchtet<br />

sind und lange Belichtungszeiten erfordern. Darüber<br />

hinaus ist eine Kamera hilfreich, die Belichtungsreihen<br />

ermöglicht. So lassen sich nachträglich starke Helligkeitsunterschiede<br />

ausgleichen. Sie fügt an: „Selbst mein<br />

Mundwerk ist unentbehrlich, weil ich versuche Vertrauen<br />

herzustellen und mich die Menschen wirklich interessieren,<br />

und natürlich weil ich diese möglichst unverkrampft<br />

und positiv gestimmt ablichten möchte.“<br />

52


Aufnahmetechnik<br />

Petra arbeitet ausschließlich mit dem natürlichen vor Ort<br />

vorhandenen Licht und verzichtet auf Studio und Blitz. Oft<br />

fotografiert sie so mit offener Blende oder, je nachdem, mit<br />

kleiner Blende vom Stativ, um eine größtmögliche Schärfe<br />

zu erzielen.<br />

Bildgestaltung<br />

In der Regel versucht sie die Grundprinzipien aus der<br />

Wahrnehmungspsychologie zu berücksichtigen, also z.B.<br />

dass eine Bewegung im Bild immer nach rechts laufen<br />

sollte, dass Homogenität, Harmonie beruhigend wirkt, dass<br />

Brüche und Regelverstöße aber oft erst den interessanten<br />

Reiz ausmachen. Sie urteilt: „Gerade das Verstörende, der<br />

Regelverstoß, weckt Aufmerksamkeit. Der Goldene Schnitt<br />

ist zwar wichtig, aber der gezielte Verstoß dagegen hat oft<br />

überraschende Wirkung.“ Die Wahrnehmung will Lücken<br />

ergänzen und Formen vollenden – auch damit spielt sie.<br />

Allerdings findet das bei den Industrieaufnahmen weniger<br />

Anwendung, geht es hier doch eher um die Dokumentation,<br />

den Wow-Effekt oder die Wirkung von Licht und Farben.<br />

Nachbearbeitung<br />

Ihre Aufnahmen bearbeitet Petra Kogelheide immer mit<br />

Photoshop nach. Meistens benutzt sie dazu noch zusätzliche<br />

Filterprogramme, verleiht den Filtern aber nur eine<br />

geringe Deckkraft. Bei Industrieaufnahmen kann durchaus<br />

auch Nachschärfen sinnvoll sein sowie oftmals eine Kontrastverstärkung<br />

oder eine Schwarzweiß-Umwandlung,<br />

um den Blick des Betrachters auf das Wesentliche zu lenken.<br />

Manchmal reicht schon eine Entsättigung, um einen<br />

besonderen Effekt zu erzielen. Sie fügt an: „Generell gilt für<br />

mich, weniger ist mehr. Ich würde kein Foto als Extrem-<br />

HDR/DRI bearbeiten, wie es so viele Fotografen von Industrieanlagen<br />

tun, sondern die Nachbearbeitung soll immer<br />

die eigentliche Bildaussage unterstreichen.“<br />

53


PORTFOLIO | JESSICA PRÜSSMANN<br />

54


“... die Arbeit mit<br />

den Elementen...„<br />

Wie <strong>bis</strong>t Du zur Industriefotografie gekommen?<br />

Petra Kogelheide: Mit der Industriefotografie<br />

fing ich vor 4 –5 Jahren an. Als waschechte Ruhrpottlerin faszinieren<br />

mich Industrie und durch diese geprägte Menschen<br />

genauso wie alte Industriearchitektur, die ich als charakteristisch<br />

für meine Region empfinde, und die leider immer<br />

mehr aus dem öffentlichen Erscheinungsbild schwindet.<br />

Mit dem Fotografieren hat sich meine Identifikation mit<br />

dem Ruhrgebiet noch verstärkt, weil ich gerade in meinen<br />

Porträts viel Wertvolles wie Solidarität, Engagement, Leidenschaft<br />

und Humor entdecke. Die Bedeutung, eine Arbeit,<br />

eine persönliche Berufsgeschichte zu haben, etwas<br />

Sinnvolles zu tun, eine Arbeitsgemeinschaft zu erleben, ist<br />

mir – fernab von Klischees - durch die Menschen- und Industriefotografie<br />

erneut bewusst geworden.<br />

Was macht für Dich die Faszination Industriefotografie aus?<br />

Petra Kogelheide: Das „Archaische“ fasziniert<br />

mich, das Gewaltige, Elementare, das mit allen Sinnen<br />

Spürbare: dies wird natürlich in der Kohle- und Stahlindustrie<br />

am ehesten präsentiert, sie steht für das Ruhrgebiet –<br />

aber genauso für andere Regionen Deutschlands und Nachbarländer<br />

wie Belgien. Sie lässt sich spektakulär fotografieren:<br />

Mensch und Maschine, die Arbeit mit den Elementen ...<br />

Mich fordert es heraus, darzustellen, wie die Arbeit Menschen<br />

verändert. Mich reizt es im laufenden Betrieb zu fotografieren.<br />

Wenn mal nicht in der Schwerindustrie, gerne in<br />

alten Handwerksbetrieben.<br />

Was sind Deine Lieblingsmotive und warum?<br />

Petra Kogelheide: Motive, die eine Geschichte<br />

erzählen, zum Schmunzeln anregen oder Gefühle beim<br />

Betrachter auslösen und zum Nachdenken anregen. Das<br />

können die unterschiedlichsten Motive sein, bevorzugt aber<br />

mit Menschen, die etwas erlebt haben, das sich in ihrem Gesicht<br />

widerspiegelt. Oder Umgebungen, die die Abwesenheit<br />

von Menschen spüren lassen. Alte Arbeitsstätten mit liegengelassenen<br />

Werkzeugen, Spuren der Zivilisation. Ich versuche<br />

das Bild durch eine ungewohnte Perspektive, durch eine<br />

offene Blende oder durch das Einfangen einer besonderen<br />

Lichtsituation zu einem Hingucker zu machen.<br />

Wie <strong>bis</strong>t Du zur fc gekommen und welche Funktionen der<br />

fc schätzt Du besonders?<br />

Petra Kogelheide: Kollegen haben mich im<br />

Februar 2007 zum Beitritt überredet. Ich hab mich dann sehr<br />

schnell mit dem fc-Virus infiziert und mit der Zeit viele fc-<br />

Leute persönlich kennengelernt. Ein paar wenige sind sehr<br />

gute Freunde geworden. Sie sind meine Unterstützer, begleiten<br />

mich an unsichere Orte und üben konstruktive Kritik. In<br />

Summe ist für mich die fc ein Lern-, Kontakt- und Kommunikationsforum.<br />

Ich schätze es zudem, wenn die Anmerkungen<br />

unter den Fotos wirklich eine Würdigung bzw. Kritik des<br />

Abgebildeten beinhalten, sodass man etwas daraus lernt<br />

oder einen Denkanstoß bekommt. Besser als die <strong>bis</strong>herige<br />

Galerie gefällt mir die neue Kategorie Editor’s Choice. Sie<br />

bringt mich auf neue herausfordernde Foto-Ideen.<br />

Welchen Einfluss hat die fc auf Deine Fotografie?<br />

Petra Kogelheide: Zu Beginn habe ich mir<br />

fast alle Anregungen in der fc geholt, habe bei Bildern, die<br />

mir gefielen, Kontakt zu den Fotografen aufgenommen und<br />

nach deren Technik gefragt. Nach und nach interessieren<br />

mich mehr der künstlerische Aspekt der Fotografie sowie<br />

fortgeschrittene technische Fragen sowie die Geschichte<br />

der Fotografie und Arbeitsweisen berühmter Fotografen.<br />

Seit einigen Jahren bilde ich mich in einer Fotoakademie<br />

fort und besuche Workshops bei dem einen oder anderen<br />

Profifotografen.<br />

Hast Du fotografische Vorbilder, und wenn ja welche?<br />

Petra Kogelheide: Elliot Erwitt, der es sich<br />

leistete, über einige Jahre nur erschrockene Hunde auf der<br />

Straße neben den Beinen ihrer Herrchen zu fotografieren,<br />

und der einen bewundernswerten feinen Humor in seinen<br />

Bildern zeigt. Herlinde Koelbl, die sich spät selbst das Fotografieren<br />

beibrachte, und die eine unglaubliche Gabe hat,<br />

Menschen zu porträtieren. Ein Beispiel dafür ist ihre Serie<br />

Menschen in Berufsuniform und in Freizeitkleidung – eine<br />

geniale Idee.<br />

Was macht für Dich Deine persönliche Handschrift aus?<br />

Petra Kogelheide: Ich strebe die Kombination<br />

von dokumentarischer Sichtweise, also beschreibenden<br />

Elementen, mit einer ganz persönlichen Interpretation von<br />

Orten und Personen an. Mir gelingen Bilder eigentlich nur,<br />

wenn mich eine Szene persönlich berührt oder fasziniert –<br />

diese Gefühle übertragen sich dann oft auf meine Bilder. Ich<br />

konstruiere und arrangiere meine Fotos so gut wie nie, sondern<br />

versuche ohne Blitz und Studio den besonderen, natürlichen<br />

Moment zu erwischen. Dies erfordert Geduld,<br />

viele Anläufe, und oft die spontane Variation des angepeilten<br />

Motivs.<br />

Redaktion Henriette Struss<br />

Petra<br />

Kogelheide<br />

Petra Kogelheide fing vor<br />

7–8 Jahren zu fotografieren<br />

an. Eigentlich wollte<br />

sie Gefühlsausdrücke<br />

ablichten, doch übte<br />

sie zuerst an Blumen,<br />

um sich dann über<br />

Makros, Architektur- und<br />

Industrieaufnahmen an<br />

Menschenbilder heranzutasten.<br />

Auch heute<br />

sind Menschen ihr Lieblingsmotiv,<br />

unabhängig<br />

ob etwa im Altenheim,<br />

auf der Straße oder im<br />

Berufsalltag.<br />

www.<strong>fotocommunity</strong>.<br />

de/fotografin/petra-k/<br />

895284<br />

www.blendenfleck.de<br />

Ausrüstung<br />

Kameras: Canon EoS 5D<br />

Mark II, 40 D<br />

Canon-objektive: 2,8/<br />

100 mm Macro L IS,<br />

1,4/50 mm, 4/24–105 mm<br />

L IS USM, EF 4–5,6/70–<br />

300 mm L IS USM, EF<br />

2,8/14 mm L II USM<br />

Zubehör: Manfrotto-Stativ,<br />

Canon-Blitz, Filter<br />

55


FOTOPRAXIS | THOMAS SOLECKI<br />

Urtypen<br />

fc-Fotograf Thomas Solecki beleuchtet von der Ideenfindung<br />

über die Aufnahmetechnik <strong>bis</strong> zur Nachbearbeitung, wie seine<br />

Bildserie <strong>Bochum</strong>er Urtypen entstand.<br />

Alle Fotos: Thomas Solecki<br />

Rudolf Seidler, Einhorn Apotheke<br />

56


Ingeborg Stens, Haar Stens<br />

57


FOTOPRAXIS | THOMAS SOLECKI<br />

Rechts: Elly Altegoer, Tante-<br />

Emma-Laden<br />

Mitte: Vera Vorkorte, Misfits<br />

Links: Irmela Umbach-<br />

Schamell, Spielwaren<br />

Publikationen<br />

TRAUMstadt <strong>Bochum</strong>,<br />

Blömeke Druck und Verlag,<br />

Oktober 2009;<br />

New York Kalender - Apple<br />

in motion, Verlag im Laerfeld,<br />

September 2010;<br />

1848 Gold – Helden, Legenden,<br />

Leidenschaften,<br />

gestaltentreffen Verlag,<br />

November 2011;<br />

Kalender MONDOtropolis<br />

2013, gestaltentreffen<br />

Verlag, September 2012<br />

<strong>Bochum</strong>er Urtyp, gestaltentreffen<br />

Verlag, Oktober 2013<br />

sowie diverse <strong>Bochum</strong>er<br />

Kunstkalender in Eigenverlegung.<br />

Thomas Solecki fing mit seinem Beitritt in die <strong>fotocommunity</strong><br />

(fc) zu fotografieren an.<br />

Zu Anfang lichtete er nur Menschen ab – erst die Freundin,<br />

dann die Freunde. Kurz darauf entstanden erste Ideen für<br />

eine Serie und Ausstellung. Als er dann merkte, dass ihm<br />

das für ein Porträt doch recht unvorteilhafte Kleinbildformat<br />

und der Prozess der digitalen Fotografie langweilten,<br />

kaufte er sich eine Mittelformat-Hasselblad, und stieg in die<br />

analoge Fotografie ein: das ganze Programm – mit Negativentwicklung<br />

und Entwicklung der Schwarzweißabzüge.<br />

Herausforderung Porträt<br />

Für Thomas Solecki ist es die größte fotografische Herausforderung,<br />

eine Person mit Größe, ungeschönt, natürlich,<br />

mit Anmut und Charakter zu porträtieren. Er urteilt: „Am<br />

wichtigsten ist dabei der Mut einen Menschen mit Sicherheit<br />

zu fotografieren. Zeigt der Fotograf sich unsicher und<br />

kann mit seinem Gegenüber nicht kommunizieren, dann<br />

spiegelt sich dies in den abgelichteten Gesichtern wider.“<br />

Ideenfindung<br />

Die Idee zu der Bildserie <strong>Bochum</strong>er Urtypen entstand in<br />

der <strong>Bochum</strong>er Kult-Kneipe Intershop. Thomas Solecki<br />

berichtet: „Eigentlich mit einem Kollegen verabredet,<br />

welcher mich versetzte, saß ich allein mit ein paar Bieren,<br />

und mir fiel auf, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon unendlich<br />

viele Abende an Wochenenden hier verbracht<br />

hatte. Diese Kneipe gab es schon im Jahr 2005 seit rund<br />

20 Jahren. So überlegte ich, wie viele Läden schon ewig<br />

mit der Stadt verbunden sind und kam auf eine Handvoll.<br />

Viele existieren heute noch, zum Teil seit über 60 Jahren.“<br />

Die Idee und Serie <strong>Bochum</strong>er Urtyp war geboren, und Solecki<br />

begann keine vier Wochen später die ersten Bilder<br />

abzulichten. Alle Bilder dieser Serie entstanden in <strong>Bochum</strong><br />

in der Zeit von 2005 <strong>bis</strong> 2008.<br />

Shooting-Vorbereitungen<br />

Die Vorbereitungen für die Fotos waren recht einfach.<br />

Solecki sprach persönlich vor Ort mit jedem Ladenbesitzer,<br />

stellte seine Idee vor und kündigte an, er wolle einen<br />

Kalender oder ein Buch aus den Bildern machen. Bei diesem<br />

ersten Treffen, plante er auch gleich den Bildaufbau<br />

und vereinbarte einen Aufnahmetermin. Er erläutert: Das<br />

Vorgespräch ist enorm wichtig, denn hier fallen erste Hürden,<br />

und man erwärmt sich für das Shooting. Dabei ist<br />

Vertrauen wichtiger als technische Aspekte.“<br />

Ausrüstungswahl<br />

Zum Fotografieren nutzte Thomas Solecki eine Hasselblad<br />

501 mit einer 80-mm-Festbrennweite und den Ilford-Film<br />

H5. Mit ihm lässt sich bei schlechteren Lichtverhältnissen<br />

der Film pushen – der Fotograf hat so Reserven.<br />

Bildausschnitt<br />

Die Bildausschnitte komponierte der fc-Fotograf gleich vor<br />

Ort. Auf einen nachträglichen Beschnitt verzichtet er. Er er-<br />

58


Thomas<br />

Solecki<br />

Thomas Solecki, 1970 geboren,<br />

arbeitet als selbstständiger<br />

Fotograf mit eigenem<br />

Atelier in <strong>Bochum</strong>. Zudem ist<br />

er Inhaber des gestaltentreffen<br />

Verlag. Er stieß vor zehn<br />

Jahren zur <strong>fotocommunity</strong><br />

(fc). Ihn überzeugten die intuitive<br />

Bedienbarkeit, mit<br />

Kurznachrichten und Mailfunktion<br />

sowie die Vielfalt<br />

der Sujets der Fotografen.<br />

Auch heute noch veranstaltet<br />

er mit anderen fc-Usern<br />

gemeinsam Ausstellungen<br />

im Rahmen der Webseite<br />

www.gestaltentreffen.de<br />

www.<strong>fotocommunity</strong>.de/<br />

fotograf/thomassolecki/415150<br />

www.thomas-solecki.de<br />

www.facebook.com/Photo<br />

graphy.Thomas.Solecki<br />

klärt: „Im Nachhinein die Komposition zu verändern war<br />

für mich immer schon ein Merkmal unüberlegten Fotografierens.“<br />

Model-Anweisungen<br />

Die Haltung der Modelle hat Thomas Solecki so gewählt,<br />

dass sie zur Gesamtkomposition passen. Andere<br />

hat der Fotograf so gelassen, wie sie immer sind. Mit<br />

ein <strong>bis</strong>schen Einfühlungsvermögen merkt ein Fotograf<br />

schnell, was geht und was nicht. Einige konnten die<br />

von ihm vorgeschlagene Rolle annehmen – Peter Schulze<br />

an der Theke in seinem Café Treibsand, Vera Vorkorte<br />

neben ihren Puppen in ihrem Second-Hand-Laden<br />

Misfits.<br />

Bildgestaltung<br />

Die Gestaltung aller Fotos der Serie war abhängig von<br />

den Läden selbst. Thomas Solecki nutzte ausschließlich<br />

das gegebene Umfeld. Er führt aus: „Ich wollte ja, dass die<br />

Atmosphäre der Läden auf den Porträts rüberkommt. Die<br />

Umgebung habe ich nicht verändert, lediglich mal eine<br />

Vase, ein unschönes Detail, das die Komposition gestört<br />

hätte, zur Seite gestellt. Sonst ist alles authentisch.“<br />

Nachbearbeitung<br />

.<br />

Alle Bilder sind als Barytabzüge auf Warmtonpapier von<br />

Moersch in der Dunkelkammer entstanden. Bereiche<br />

wurden teils nachbelichtet oder abgewedelt.<br />

Bildpräsentation<br />

Für Thomas Solecki ist eine Bildserie aber eigentlich erst<br />

richtig abgeschlossen, wenn der Betrachter die Bilder in einer<br />

Ausstellung nicht nur an der Wand sieht, sondern sie auch<br />

immer und immer wieder in einem Buch betrachten kann.<br />

Redaktion Henriette Struss<br />

Peter Schulze, Café Treibsand<br />

Ausrüstung<br />

Kamera analog:<br />

Hasselblad 501 CM<br />

Objektive analog:<br />

80 mm Zeiss Planar<br />

Kamera digital:<br />

Nikon D700 und Fuji X-Pro 1<br />

Objektive digital:<br />

Nikon 2,0/35 mm und 1,8/50<br />

mm, Fujinon XF 1,4/35 mm<br />

59


SERVICE | AUS DER FC<br />

Mit wenigen<br />

Klicks zur eigenen<br />

Foto-Homepage<br />

<strong>fotocommunity</strong>.de ermöglicht Fotografen<br />

das kostenlose Erstellen<br />

einer professionellen Internetpräsenz.<br />

Wer Fotos macht, der will sie zeigen – und das nicht<br />

nur in der <strong>fotocommunity</strong>, sondern auch auf<br />

einer ganz persönlichen Foto-Homepage. Das Erstellen<br />

einer solchen Homepage ist jedoch meist nicht nur mit<br />

Kosten, sondern auch mit dem Überwinden technischer<br />

Hürden verbunden – ganz<br />

abgesehen davon, dass die<br />

private Foto-Homepage<br />

schwer auffindbar ist.<br />

<strong>fotocommunity</strong>.de ermöglicht<br />

ihren Fotografen die<br />

einfache Erstellung einer<br />

eigenen, professionellen<br />

Foto-Homepage mit wenigen<br />

Klicks. Diese individuelle<br />

Foto-Homepage, in<br />

der <strong>fotocommunity</strong> „Portfolio“<br />

genannt, ist kostenlos<br />

und bedarf keinerlei<br />

technischer Vorkenntnisse.<br />

Die Verlinkung der Homepage<br />

im eigenen <strong>fotocommunity</strong>-Profil<br />

ist ebenfalls<br />

möglich, sodass jedes Portfolio<br />

die Aufmerksamkeit<br />

erhält, die es verdient –<br />

schließlich verzeichnet die<br />

<strong>fotocommunity</strong> über sieben<br />

Millionen fotointeressierte Besucher im Monat.<br />

Bei der Erstellung des persönlichen Portfolios haben Amateur-<br />

und Profi-Fotografen die Auswahl zwischen vielen<br />

modernen Designs, die die Präsentation der eigenen Fotos<br />

in einer hochwertigen Umgebung ermöglichen. Jedes Portfolio<br />

erhält eine individuelle Internetadresse, die an Freunde,<br />

Bekannte und Kunden weitergegeben werden kann.<br />

Mithilfe des einfach zu bedienenden Editors können die im<br />

Portfolio dargestellten Bilder auch zum Verkauf freigegeben<br />

werden, außerdem lässt sich das eigene Portfolio um ein<br />

Kontaktformular und eine fotografische Kurz-Biografie erweitern.<br />

Das Einbinden der eigenen Social-Media-Profile<br />

ist ebenfalls möglich. Zusätzlich sind alle Premium-Designs<br />

für mobile Endgeräte optimiert und lassen sich somit<br />

von unterwegs optimal bedienen und darstellen. Die Darstellung<br />

der Fotos in bildschirmfüllender Full-HD-Auflösung<br />

ist bereits in Arbeit – ebenso wie die Möglichkeit,<br />

eigene Domains zu hinterlegen.<br />

„Die schönste Seite der Fotografie ist immer die eigene“, so<br />

Daniel Schaffeld, Geschäftsführer der <strong>fotocommunity</strong><br />

GmbH. „Nun können die Mitglieder der <strong>fotocommunity</strong><br />

die eigenen Werke auf einer eigenen Foto-Homepage präsentieren,<br />

die auf allen Endgeräten ansprechend aussieht.<br />

Die Möglichkeit, eigene Fotos über das Portfolio verkaufen<br />

zu können, ermöglicht es unseren Fotografen, mit ihrer<br />

Profession Geld zu verdienen.“<br />

Das Erstellen und Betreiben eines <strong>fotocommunity</strong> Portfolios<br />

ist und bleibt auch für Free-Mitglieder der <strong>fotocommunity</strong><br />

kostenlos. Nach Abschluss der Einführungsphase<br />

profitieren Premium-Mitglieder jedoch von zahlreichen<br />

Vorteilen: Premium-Mitgliedern steht eine größere Auswahl<br />

an Portfolio-Designs zur Verfügung, von denen alle<br />

für mobile Endgeräte optimiert sind – zudem können Premium-Mitglieder<br />

mehr Fotos in ihrem Portfolio präsentieren<br />

und profitieren nicht nur in der <strong>fotocommunity</strong> selbst,<br />

sondern auch von Werbefreiheit in ihrem Portfolio.<br />

60


JETZT DAS EIGENE PORTFOLIO ERSTELLEN:<br />

www.<strong>fotocommunity</strong>.de/portfolio-wizard<br />

„Das Portfolio ist<br />

super gelungen<br />

und sehr einfach<br />

zu bedienen.<br />

Ich war in fünf<br />

Minuten mit der<br />

Erstellung fertig<br />

und konnte es<br />

auch an das<br />

Design meiner<br />

Homepage perfekt<br />

anpassen.“<br />

<strong>fotocommunity</strong>-Mitglied<br />

Alexandra Eckert<br />

(SouLs EyEs)<br />

„Mir gefällt das<br />

Portfolio, weil es<br />

mir rasch, ohne<br />

großen Zeitaufwand<br />

den Aufbau<br />

einer persönlichen<br />

Homepage<br />

erlaubt, auf der<br />

meine Bilder auch<br />

schon beim ersten<br />

Blick repräsentiv<br />

zur Geltung<br />

kommen.“<br />

<strong>fotocommunity</strong>-Mitglied<br />

Klade<br />

61


SERVICE | AUS DER FC<br />

Fotokunst für die Wand:<br />

<strong>fotocommunity</strong> art by WhiteWall<br />

In der <strong>fotocommunity</strong> lässt sich erstklassige Fotografie<br />

nicht nur erleben, sondern auch erwerben: <strong>fotocommunity</strong>.<br />

de bietet Fotografie- und Kunstbegeisterten ab sofort die<br />

Möglichkeit, unter Tausenden von exzellenten Aufnahmen<br />

wahre Fotoschätze zu entdecken und im Wunschformat<br />

als Abzug, Fine Art Print, unter Acryl oder auf Alu Dibond<br />

zu erstehen. <strong>fotocommunity</strong>-Partner WhiteWall garantiert<br />

wertbeständige Entwicklung und Veredelung auf höchstem<br />

Niveau. „Wir glauben, dass die beeindruckenden Fo-<br />

www.<strong>fotocommunity</strong>.de/fotos-kaufen<br />

tos der <strong>fotocommunity</strong> Selektion und das breite Angebot<br />

hochwertiger Veredelungen von WhiteWall eine ideale<br />

Kombination darstellen“, freut sich Alexander Nieswandt,<br />

Geschäftsführer von WhiteWall.<br />

Die sich stetig erweiternde Selektion besteht derzeit aus<br />

rund 180 000 zum Verkauf stehenden Werken und steht<br />

Fotografieliebhabern auf der Startseite der <strong>fotocommunity</strong><br />

unter dem Menüpunkt „Fotos kaufen“ zur Entdeckung<br />

bereit:<br />

Eigene Fotos zum Verkauf anbieten<br />

Geld verdienen mit eigenen Fotos? Hobbyfotografen, Profis<br />

und Fotokünstler haben die Möglichkeit, ausgewählte<br />

Fotos direkt beim Hochladen in die <strong>fotocommunity</strong> zum<br />

Verkauf anzubieten und ihre Leidenschaft zu Geld zu<br />

machen. Die <strong>fotocommunity</strong> bietet mit sieben Millionen<br />

fotobegeistertern Besuchern im Monat nicht nur beste Verkaufs<br />

chancen, sondern auch faire Konditionen. Die Gewinnmarge<br />

bei Fotoverkäufen richtet sich nach dem jeweiligen<br />

Mitgliedschaftsstatus: Fotoverkäufer profitieren je<br />

nach Mitgliedschaftsart von einer Marge von 60 <strong>bis</strong> 80%.<br />

Jetzt Fotos verkaufen:<br />

www.<strong>fotocommunity</strong>.de/<br />

fotos-verkaufen<br />

62


SERVICE | AUSSTELLUNG<br />

© PATRICK<br />

DEMARCHELIER,<br />

GISELE, 1999<br />

Natürlich schön<br />

Berlin<br />

Termin:<br />

26.4.–12.7.14<br />

CAMERA WORK,<br />

10623, Kantstr. 149,<br />

www.camerawork.de,<br />

Thema:<br />

Patrick Demarchelier<br />

Öffnungszeiten:<br />

Dienstag <strong>bis</strong> Samstag:<br />

11 − 18 Uhr sowie<br />

nach Vereinbarung<br />

Patrick Demarchelier,<br />

26. April – 12. Juli 2014<br />

„Jeder trägt ein gutes Foto in sich“, so drückte der Franzose<br />

Patrick Demarchelier einst seine ganz spezielle fotografische<br />

Herangehensweise beim Ablichten seiner Top-Mannequins,<br />

Hollywood-Größen und Prinzessinnen aus. Seit<br />

den 70er-Jahren gehört der 1943 in Le Havre geborene<br />

Künstler zu den weltweit bekanntesten Fotografen der<br />

Genres Mode, Akt und Porträt – kaum ein Modemagazin,<br />

das nicht einmal von Demarchelier gestaltet worden ist. Einen<br />

umfassenden Einblick in sein stilprägendes Schaffenswerk<br />

bietet derzeit eine Einzelausstellung in den Räumen<br />

von Camera Work in Berlin, die noch <strong>bis</strong> zum 12. Juli 2014<br />

andauert. Mit Kamera und Leidenschaft fotografiert sich<br />

Demarcheliers querbeet durch die Welt der Stars und<br />

Sternchen. Berühmtheiten wie Nadja Auermann, Naomi<br />

Campbell oder Linda Evangelista gehörten zu seinen Motiven.<br />

Gisele Bündchen lichtete er komplett nackt ab, Kate<br />

Moss nur mit zerfetzter Jeans bekleidet und Cindy Crawford<br />

barbusig erhaben vor indischer Kulisse. Besondere Ehre<br />

außerhalb der Modebranchen wurde dem Künstler zuteil,<br />

indem er als erster nicht-britischer Fotograf mit der<br />

Porträtierung von Lady Di betraut wurde: In einem schulterfreiem<br />

Abendkleid mit authentisch offenherzigem Lächeln.<br />

Typisch für Demarcheliers Stil ist es, seine Motive in<br />

einer für diese ungewohnt natürlichen Atmosphäre einzu-<br />

64


fangen und damit die Intimität ihrer Persönlichkeit spürbar<br />

zu machen. Gleichzeitig gelingt es dem Künstler, ihre<br />

Schönheit auf immer ganz individuelle Weise darzustellen.<br />

Seine fotografische Karriere begann Patrick Demarchelier<br />

im Alter von 17, als er seine erste Kodak-Kamera von seinem<br />

Stiefvater geschenkt bekam. Beim Durchblättern einer<br />

Modezeitschrift entdeckte er früh seine Leidenschaft für<br />

die Modewelt. Anfang der 1960er-Jahre zog Demarchelier<br />

nach Paris, um als Assistent in verschiedenen Fotolaboren<br />

zu arbeiten. Schon Ende der 60er-Jahre fanden sich seine<br />

Bilder abgedruckt in bekannten Frauenzeitschriften wie etwa<br />

Marie Claire oder Elle. Sein Umzug 1975 nach New York<br />

verhalf ihm zum internationalen Durchbruch.<br />

Sabine Schneider<br />

© PATRICK DEMARCHELIER, VOGUE ANNIVERSARY, 1992<br />

© PATRICK DEMARCHELIER, DIANE, ST. BARTHOLEMY, 1994<br />

TERMINE<br />

Ute Mahler: Modefoto für „Sibylle“, Julia Koberstein,<br />

Model, Berlin, DDR, 1979 © Ute Mahler.<br />

Hamburg<br />

Termin: 11.4.–29.6.14<br />

Deichtorhallen, Haus der Photographie,<br />

20095, Deichtorstraße 1-2,<br />

www.deichtorhallen.de,<br />

Thema: Werkschau,<br />

Ute Mahler und Werner Mahler<br />

Baden-Baden<br />

Termin: 1.3.–29.6.14<br />

Museum Frider Burda, 76530,<br />

Lichtentaler Allee 8b,<br />

www.museum-frieder-burda.de,<br />

Thema: JR / UNFRAMED MADEN-BADEN<br />

Braunschweig<br />

Termin: 25.4.–29.6.14<br />

Museum für Photographie,<br />

Braunschweig e.V., 38102,<br />

Helmstedter Straße 1,<br />

www.photomuseum.de,<br />

Thema: Schöne neue BRD?<br />

Autorenfotografie der 1980er-Jahre<br />

Berlin<br />

Termin: 31.5.–21.6.14<br />

CWC Gallery, Ehemalige Jüdische<br />

Mädchenschule Berlin, 10117,<br />

Auguststr. 11-13, www.camerawork.de,<br />

Thema: Brazil, Olaf Heine<br />

Termin: 9.5.–21.6.14<br />

Galerie WAGNER + PARTNER, 10243,<br />

Strausberger Platz 8,<br />

www.galerie-wagner-partner.com,<br />

Thema: Clearing Space,<br />

Raissa Venables<br />

Termin: 15.3.–22.6.14<br />

Berliner Festspiele, Martin-Gropius-<br />

Bau, 10963, Niederkirchnerstraße 7,<br />

www.berlinerfestspiele.de,<br />

Thema: Wols Photograph,<br />

Der gerettete Blick<br />

Frankfurt/Main<br />

Termin: 21.3.–27.7.14<br />

DMMK Museum für moderne Kunst,<br />

60311, Domstr. 10,<br />

www.mmk-frankfurt.de,<br />

Thema: Die göttliche Komödie,<br />

Himmel, Hölle, Fegefeuer aus Sicht<br />

afrikanischer Gegenwartskünstler<br />

Graz<br />

Termin: 1.4.–28.6.14<br />

Atelier Jungwirth, A-8010, Opernring<br />

12, www.atelierjungwirth.com,<br />

Thema: Zerbrechliche Kunst,<br />

Schwarz auf Weiß, Matthias Olmeta<br />

Hamburg<br />

Termin: 28.2.–28.6.14<br />

Museum für Kunst und Gewerbe,<br />

20099, Steintorplatz,<br />

www.mkg-hamburg.de,<br />

Thema: Neue Frauen. Die Sammlung<br />

Fotografie im Kontext<br />

Termin: 21.2.–15.6.14<br />

Hamburger Kunsthalle, 20095,<br />

Glockengießerwall,<br />

www.hamburger-kunsthalle.de,<br />

Thema: Feuerbachs Musen – Lagerfelds<br />

Models<br />

Köln<br />

Termin: 21.3.–3.8.14<br />

Zephyr, Raum für Fotografie C 4.9,<br />

68159, www.zephyr-mannheim.de,<br />

Thema: TAT/ORT.(Un)heimliche<br />

Spuren der Mafia, Tommaso<br />

Bonaventura, Allesandro Imbriaco,<br />

Fabio Severo<br />

Gisèle Freund: Frida Kahlo, Mexiko-Stadt, 1949<br />

© Gisèle Freund/IMEC/Fonds MCC.<br />

Berlin<br />

Termin: 23.5.–10.8.14<br />

Akademie der Künste, 10557,<br />

Hanseatenweg 10, Halle 1,<br />

www.adk.de,<br />

Thema: Photographische Szenen<br />

und Portraits, Gisèle Freund<br />

65


SERVICE | BÜCHER<br />

Che Guevara beim<br />

Interview mit Lauro<br />

Berg quist für das<br />

Look­<strong>Magazin</strong><br />

René Burri (Schweiz,<br />

geb. 1933) / Magnum<br />

Photos, courtesy<br />

Hatje­Cantz­Verlag<br />

Geschichte wird<br />

lebendig<br />

Cuba in Revolution<br />

Milicianas auf dem Platz der Revolution<br />

Alberto Korda (Cuba, 1928–2001) /<br />

The Korda Estate, Havana, courtesy<br />

Hatje­Cantz­Verlag<br />

Cuba in<br />

Revolution<br />

Hrsg. Arpad A. Busson<br />

Foundation, London, Texte<br />

(englisch) von Richard Gott,<br />

Peter Kornbluh, Mark Sanders,<br />

Gestaltung von Peter Willberg<br />

Hatje Cantz Verlag 2013.<br />

512 Seiten, 433 Abb. 49,80 Euro<br />

ISBN 978­3­7757­3533­9<br />

www.hatjecantz.de<br />

In vielen großartigen Fotografien zeigt dieser dicke Wälzer die Stimmung und Atmos ­<br />

phäre der kubanische Revolution in den 1950er­ und 1960er­Jahren.<br />

Bei dem 25 x 30 cm großen, gut 5 cm und über 512 Seiten<br />

dicken Coffee-Table-Wälzer „Cuba in Revolution“ handelt es<br />

sich um einen Schwarzweiß-Fotoband mit einigen erläuternden<br />

Texten zu zeitgeschichtlichen Hintergründen und der<br />

Entstehung der Bilder, allerdings ausschließlich auf englisch.<br />

Der Band ist trotzdem auch bei uns eine Empfehlung wert,<br />

allein wegen der Kraft vieler Bilder. Die dürfte nicht zuletzt<br />

auch in der herrschenden gesellschaftlichen Aufbruchsstimmung<br />

der Entstehungszeit Ende der 50er-, Anfang der 60er-<br />

Jahre begründet liegen. Dramatische Bilder von Volkshelden,<br />

Märtyrern und Revolutionären, fotografiert von René Burri<br />

oder Alberto Korda, etwa dessen omnipräsente Che-Guevara-Ikone<br />

„Guerrillero Heroico“ von 1960, prägen in aller Welt<br />

das Bild der kubanischen Revolu tion. Doch das ist nur eine<br />

Facette. In diesen Jahren entstanden auch unbeschwerte<br />

Schnappschüsse. Sie zeigen Fidel Castro beim Golfen oder<br />

auf Skiern in der Sowjetunion. Auch ganz persönliche Fotos<br />

von Che Guevara, die Andrew Saint-George aufnehmen<br />

konnte, fehlen nicht. Das Volk, die Basis der Revolution,<br />

kommt in dem Band in zahlreichen Reportagefotos nicht zu<br />

kurz. Sie vermitteln authentische Eindrücke von Land und<br />

Leuten, von armen Bauern, Prostituierten und reichen Damen<br />

in Pelz vor der Revolution, von revolutionären Kämpfen und<br />

jubelnden Massen nach dem Sieg beim Einzug in Havanna.<br />

Die Fotos geben einen Eindruck von der inneren Kraft der<br />

kubanischen Revolution, die <strong>bis</strong> heute nachwirkt und das Erbe<br />

von Castro und Guevara alle Angriffe und Blöcke überstehen<br />

ließ.<br />

Horst Gottfried<br />

66


Yann Arthus-Bertrand<br />

Pferderassen<br />

Ein Klassiker unter den Pferde büchern ist<br />

jetzt wieder auf Deutsch erhältlich.<br />

Anlässlich einer mehrjährigen Aus stellungsreihe der Pferdebilder<br />

von Yann Arthus-Bertrand ist der Band „Pferde“<br />

nun wieder auf Deutsch erhältlich. Arthus-Bertrand hat<br />

diese Bilder vor zehn Jahren zum ersten Mal veröffentlicht.<br />

Der gefeierte Fotograf und Filmemacher Arthus-Bertrand,<br />

der vor allem für seine Luftbildaufnahmen berühmt ist,<br />

hat 15 Jahre an diesem Band gearbeitet. Herausgekommen<br />

ist fast eine Enzyklopädie, die 86 Pferderassen aus<br />

aller Welt von russischen Kaltblütern zum ara<strong>bis</strong>chen Vollblut,<br />

von den weißen Pferden der Camargue <strong>bis</strong> zu den<br />

Ponys der britischen Inseln porträtiert. Arthus-Bertrand<br />

zeigt die Pferde dabei nicht als Exemplare ihrer Rasse,<br />

sondern als Individuen im Kreise ihrer Besitzer, Reiter und<br />

Pfleger. So zeichnet er ein Bild nicht nur der Tiere selbst,<br />

sondern auch von der Beziehung zwischen Mensch und<br />

Pferd. Es wird vervollständigt durch die kenntnisreichen<br />

Texte von Jean-Louis Gouraud.<br />

HoGo<br />

Photo © Yann Arthus-Bertrand<br />

© der Originalausgabe 2014 Editions<br />

du Chêne - Hachete Livre<br />

Pferde<br />

Yann Arthus-Bertrand<br />

Texte von Jean-Louis Gourau<br />

teNeues-Verlag, 232 Seiten,<br />

207 Farbfotografien, Hard -<br />

cover, Größe 28,7 x 20 cm,<br />

Text in Deutsch<br />

ISBN 978-3-8327<br />

www.teneues.com<br />

Guido Argentini<br />

Makrofotografie<br />

Makrofotografie<br />

–<br />

Die große<br />

Fotoschule<br />

Björn K. Langlotz<br />

Galileo Design, 373 S., 3.,<br />

aktualisierte und erweiterte<br />

Auflage 2014, geb., komplett<br />

in Farbe, 39,90 Euro,<br />

ISBN 978-3-8362-2389-8<br />

www.galileodesign.de<br />

In der Reihe „Die große Fotoschule“ bringt Galileo-Verlag ein Praxisbuch zum Thema<br />

Makrofotografie von Björn K. Langlotz.<br />

Mit seinem Buch „Makrofotografie“ will Björn K.<br />

Langlotz Einsteiger, aber auch erfahrenere Fotografen<br />

ansprechen, die die Welt der kleinen Dinge für sich<br />

entdeckt haben, und ihnen praktische Tipps geben, wie<br />

man zu gelungenen Makroaufnahmen kommt. Detailliert<br />

geht der Autor auf die fotografische Ausrüstung<br />

ein: Objektive, Stative, Licht und weiteres Zubehör<br />

werden vorgestellt und deren Einsatz erläutert. Anschließend<br />

stellt er die fotografischen Techniken dar:<br />

<strong>Von</strong> eher allgemeinen Themen wie Bild gestaltung oder<br />

Lichtsetzung <strong>bis</strong> zu Spezialbereichen wie Focus-Stacking,<br />

Schärfung oder Rauschunterdrückung. Doch eigentlich<br />

lebt das Buch vom Praxisteil. Hier spürt man<br />

die Begeisterung des Autors für die Naturfotografie. Er<br />

nimmt den Leser mit auf die Wanderungen durch Berg<br />

und Tal, oder auch „nur“ in den eigen Garten, und erläutert<br />

seine Erfahrungen mit dem Arbeiten unter freiem<br />

Himmel. Obendrein gibt Björn K. Langlotz Tipps,<br />

wie man Makro-Techniken bei Objekt- oder Food-Fotografie<br />

einsetzt und Makro-Aufnahmen von bewegten<br />

Motiven einfängt.<br />

whe<br />

67


SERVICE | BÜCHER<br />

Arnold Odermatt: Stans, 1967 © Urs Odermatt, Windisch<br />

Arnold Odermatt: Hamburg, 1968 © Urs Odermatt, Windisch<br />

Arnold Odermatt<br />

Der Polizist „in Zivil“<br />

„In Zivil“ porträ tiert der Schweizer Provinz-Polizist Arnold Obermatt nicht nur seine<br />

Familie, sondern dokumentiert zugleich den Zeitgeist der 50er- <strong>bis</strong> 70er-Jahre.<br />

Arnold Odermatt:<br />

In Zivil - Hors service - Off Duty!<br />

© Urs Odermatt, Windisch<br />

In Zivil .<br />

Hors<br />

service .<br />

Off Duty<br />

Arnold Odermatt<br />

Herausgegeben durch Urs<br />

Odermatt, Steidl-Verlag,<br />

360 Seiten, Schwarzweiß<br />

und Farbe, 65 Euro<br />

ISBN 13 – 9783865217967<br />

www.steidl.de<br />

Der Polizist Arnold Obermatt aus dem beschaulichen<br />

Schweizer Kanton Nidwalden ist weltweit bekannt geworden<br />

durch seine dienstlichen Fotos von Unfallszenarien,<br />

die in ihrer Qualität und Art weit über das typische<br />

Genre „Polizeifoto“ hinausweisen (www.colorfoto.de/<br />

news/arnold-odermatt-karambolage-buchtipp-1543436.<br />

html). Jetzt zeigt der bei Steidl erschienene Band „In Zivil“<br />

die andere private Seite von Odermatts Leben. Und<br />

so, wie die Unfallfotos den Betrachter vom Konkreten<br />

zum Allgemeinen führten, erweisen sich auch seine Privatfotos<br />

als ein Spiegel des gutbürgerlichen Lebens in der<br />

Zeit von Ende der 40er- <strong>bis</strong> Mitte der 70er-Jahre.<br />

Auch die Familienfotos von Arnold Odermatt tragen seine<br />

typische Handschrift. Sie erscheinen wie schon die<br />

Polizeifotos in ihrer Sachlichkeit wohl durchdacht, aufgeräumt,<br />

geordnet, und nicht nur beiläufig geknipst wie so<br />

viele Familienfotos. Odermatt widmet seiner Familie die<br />

gleiche präzise Aufmerksamkeit wie seinen dienstlichen<br />

Motiven. Und diese Haltung gegenüber dem Motiv<br />

scheint sich auf die Porträtierten zu übertragen. In frischem<br />

Hemd und sauberer Bluse warten Gattin, Sohn<br />

und Tochter in der guten Stube oder im gepflegten Garten<br />

auf die Aufnahme – geduldig <strong>bis</strong> genervt, aber auch ob<br />

ihrer Wichtigkeit entsprechend selbstbewusst. Im Urlaub,<br />

typischerweise meist im sonnigen Süden, geht es auch<br />

mal legerer zu, und das jeweils aktuelle Auto oder Zweirad<br />

wird selbstverständlich ebenfalls wie ein Familienmitglied<br />

behandelt und fotografiert. Die im Vergleich zu<br />

vielen Fotos aus „Karambolage“ fehlende Distanz in<br />

Odermatts Zivil-Fotos zeugt von seiner menschlichen<br />

Nähe zu seinen Familienmotiven. Zuweilen schleichen<br />

sich sogar Anflüge leichter Ironie ins Bild. Angesichts der<br />

Redundanz vor allem zahlreicher Personenfotos fühlt sich<br />

der Betrachter als Nicht-Familienmitglied aber spätestens<br />

am Ende des 360-Seiten-Bandes wie nach einem zu langen<br />

Dia-Abend. Eine stärkere Verdichtung der Bildauswahl<br />

durch Sohn und Herausgeber Urs Odermatt hätte<br />

die Gesamtwirkung des opulenten „Coffee-Table“-Wälzers<br />

eher noch gestärkt.<br />

Horst Gottfried<br />

68


Astonish Me!<br />

Philippe Halsman<br />

Das Fotoband „Astonish Me!“ erscheint anlässlich einer Ausstellung im Musée de<br />

l’Elysée, Lausanne. Auf 320 Seiten bietet der Prestel-Verlag eine kleine Re trospektive<br />

des Werks des berühmten Mode- und Pressefotografen.<br />

Der in Lettland geborene Philippe Halsman begann seine<br />

Laufbahn Anfang der 1930er in Paris. Fotografie war damals<br />

noch ein relativ junges Medium, und so sind auch die Bilder<br />

aus dieser Zeit durch Experimentiergeist und der Suche<br />

nach den Möglichkeiten und den Grenzen des Mediums<br />

geprägt. Auch nach seiner Auswanderung in die USA konnte<br />

sich Halsman als Fotograf erfolgreich behaupten und bekam<br />

relativ schnell eine Anstellung beim Life-<strong>Magazin</strong>. Für<br />

Life entstanden viele berühmt gewordene Porträts von<br />

Künstlern und Medienschaffenden wie Marilyn Monroe<br />

oder Alfred Hitchcock. 101-mal zierten seine Bilder das<br />

Cover des Life-<strong>Magazin</strong>s – <strong>bis</strong> heute ein Rekord. Nebenbei<br />

war er aber auch für andere Medien unterwegs und machte<br />

sich unter anderem auch als Modefotograf einen Namen.<br />

Eine besonders intensive und langjährige Zusammenarbeit<br />

verbindet ihn mit Salvador Dali. Diese zeigt ganz andere –<br />

vielleicht sogar die spannendste – fotografische Seite seines<br />

Werks, fern von Glanz und Glamour und mit einem deutlichen<br />

surrealistischen Anstrich.<br />

whe<br />

Alfred Hitchcock for the promotion of the film The Birds, 1962 (2013)<br />

© 2013 Philippe Halsman Archive / Magnum Photos<br />

Contact print of Marilyn Monroe, 1952<br />

© 2013 Philippe Halsman Archive /<br />

Magnum Photos<br />

Astonish Me!<br />

Philippe Halsman<br />

Sprache: Englisch, gebundenes<br />

Buch, Pappband, 320 Seiten,<br />

20,4x26,0, 100 farbige Abbildungen,<br />

200 s/w Abbildungen<br />

ISBN: 978-3-7913-4907-7<br />

€ 49,95 [D] | € 51,40 [A] |<br />

CHF 66,90<br />

www.randomhouse.de<br />

Katalog der Vergänglichkeit David Lynch<br />

Kult-Filmer David Lynch zeigt fotografische Impressionen untergegangener Industriewelten.<br />

Die Fotos entstanden parallel zu seinem filmischen Schaffen.<br />

David Lynch, The Factory Photographs,<br />

hrsg. von Petra Giloy-Hirtz,<br />

Prestel Verlag, 2014 © David Lynch<br />

David Lynch<br />

– The Factory<br />

Photographs<br />

Hrsg. von Petra Giloy-Hirtz,<br />

Prestel-Verlag, 220 S. mit<br />

160 Abbildungen, gebunden,<br />

26 x 30 cm, 49,95 Euro,<br />

ISBN-Nr.: 978-3-7913-5333-3<br />

www.randomhouse.de<br />

Ein zweite, kaum bekannte Seite des Filmregisseurs David<br />

Lynch zeigt der bei Prestel erschiene Bildband „David Lynch:<br />

The Factory Photographs“. Lynchs abgesehen von wenigen<br />

Ausnahmen <strong>bis</strong>lang unveröffentlichte Fotos vom Niedergang<br />

klassischer Industrien reihen sich nicht einfach ein in die weltweite<br />

Flut der Bilder von „Abandonned Places“. Lynchs Fotos<br />

zeigen vielmehr seine unverwechselbare, aus Filmen bekannte<br />

Handschrift und seine Faszination für Fabriken mit ihren<br />

Schornsteinen, Maschinerien, Leitungen und blinden Fenstern,<br />

für Dunkelheit und Geheimnis. Wir sehen surreal scheinende<br />

Bilderwelten in Schwarzweiß, (Alp-)Traumsequenzen, Stimmungen<br />

und Nuancen von Licht und Schatten, in denen nicht<br />

Nostalgie und verfallene Schönheit dominieren, sondern das<br />

Bedrohliche der Orte. An die einstigen Symbole des Fortschritts<br />

erinnern nur noch nur Überreste einer mehr und mehr verschwindenden<br />

Welt. Nur selten blitzen industrielle Pracht und<br />

Zeichen eines ehedem lebendigen Organismus aus den düs-<br />

teren Kulissen auf. Über 30 Jahre fotografierte Lynch für diesen<br />

Katalog der Vergänglichkeit. Entstanden sind die Fotografien<br />

zumeist in und um Berlin sowie in Polen, aber auch in England,<br />

New York und Los Angeles.<br />

HoGo<br />

David Lynch, The Factory Photographs, hrsg. von Petra Giloy-Hirtz,<br />

Prestel Verlag, 1986 © David Lynch<br />

69


SERVICE | BÜCHER<br />

David Bailey<br />

Bailey‘s Stardust<br />

Der leicht ironische Titel des im Prestel-Verlag erschienenen Fotobandes<br />

ist nicht zufällig, denn beim Blättern begegnet man vielen<br />

bekannten Gesichtern aus Mode-, Musik- und Kunstszene.<br />

Bailey‘s<br />

Stardust<br />

David Bailey<br />

Hier finden sich Mick Jagger, Jack Nicholson, Damien Hirst<br />

und viele andere. Der aus London stammende Fotograf David<br />

Bailey ist in erster Linie ein Porträtfotograf. Berühmt geworden<br />

ist er mit minimalistisch inszenierten Schwarzweiß-<br />

Aufnahmen, die umso mehr die Aufmerksamkeit auf die<br />

Persönlichkeiten richteten und dabei die klassischen Regeln<br />

der Komposition nicht selten brachen. Doch dieser Fotoband,<br />

der auf die letzten 50er-Jahre zurückblickt, will auch<br />

andere fotografische Seiten von David Bailey zeigen. So wie<br />

die sehr intime, über viele Jahre entstandene Bildserie seiner<br />

Frau Catherine Bailey, die er immer wieder neu entdeckt.<br />

Oder mehrere auf Reisen in unterschiedliche, abgelegene<br />

Gegenden entstandene Aufnahmen – bei denen David<br />

Bailey freilich in erster Linie ein Porträtist bleibt. Auch hier<br />

fängt er vor allem Menschen ein.<br />

HoGo<br />

Prestel-Verlag, gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 272 Seiten, 27,4 x 35,0, 110 farbige<br />

Abbildungen, 100 Schwarzweiß-Abbildungen, 59 Euro, ISBN: 978-3-7913-4912-1<br />

www.randomhouse.de<br />

Jack Nicholson by David Bailey, 1978<br />

© David Bailey<br />

Meisterinnen des Lichts Boris Friedewald<br />

In seinem neuen Buch „Meisterinnen des Lichts“ würdigt der Kunsthistoriker<br />

Boris Friedewald 55 ausgewählte Fotografinnen der letzten 200 Jahre.<br />

Foto: © JoAnn Verburg (Prestel-Verlag 2014)<br />

Deren Werk auf rund 240 Seiten detailliert darzustellen ist eine unmögliche<br />

Aufgabe. Aber Boris Friedewald gelingt ein guter Überblick. Man<br />

begegnet vertrauten Namen wie Eve Arnold oder Candida Höfer, aber<br />

auch jungen und kaum bekannten Persönlichkeiten. Anhand weniger<br />

Aufnahmen versucht der Autor den persönlichen Stil der Fotografinnen<br />

zu visualisieren und liefert ergänzend die wichtigsten Infos zum Werdegang<br />

und zur stilistischen oder thematischen Ausrichtung. Kurzum: das<br />

Nötigste, um Interesse zu wecken. Jeder der ausgewählten Fotografinnen<br />

setzt in ihren Bildern andere Akzente, seien es Motive, Thema<br />

oder Stil, sodass insgesamt eine gutes Nachschlagewerk entsteht, nicht<br />

zuletzt auch ein Zeugnis der historischen Entwicklung der Fotografie.<br />

Auch wirft der Autor die unumgängliche Frage auf, ob Frauen anders<br />

wahrnehmen, anders sehen und somit auch andere Bilder fotografieren<br />

als Männer. Die letzte Instanz in dieser Frage darf der Leser selbst sein.<br />

Wahr ist wohl, dass Frauen hinter der Kamera in bestimmten Situationen<br />

Erfolg hatten, wo Männer gescheitert wären. Wahr ist aber auch,<br />

dass manche Fotografinnen dagegen kämpften, als „Frau hinter der<br />

Kamera“ gesehen zu werden.<br />

whe<br />

Meisterinnen<br />

des Lichts<br />

Boris Friedewald<br />

Prestel-Verlag, gebundenes Buch,<br />

Pappband, 240 Seiten, 21,0 x 27,0 cm,<br />

230 farbige Abbildungen, 34,95 Euro<br />

ISBN: 978-3-7913-4673-1<br />

www.randomhouse.de<br />

70


Foto: Kodak Film Manufacture, coating and process control Room, Kodak Park, 2007<br />

© Catherine Leutenegger<br />

Foto: The George Eastman House, Conservatory, 2012 © Catherine Leutenegger<br />

Catherine Leutenegger<br />

Die große Leere<br />

Zwischen den 1880er- und den 1960er-Jahren war eine Welt der Fotografie ohne Eastman Kodak, den „Gelben<br />

Riesen“ aus Rochester, den Pionier, der den Massen die Fotografie brachte und den Weltmarkt dominierte, nicht<br />

vorstellbar.<br />

Doch in der Digital-Ära gelang es Kodak nicht, die Erfolge<br />

aus analogen Zeiten zu wiederholen, auch wenn die weltweit<br />

erste Kamera zur elektronischen Fotoaufzeichnung aus<br />

einem Kodak-Entwicklungslabor stammte. Aus dem Erfolgsunternehmen<br />

Kodak wurde einer der größten Verlierer der<br />

Branche. Man leistete sich Produkt-Flops, verpasste die richtige<br />

Strategie in der Digitalfotografie und geriet in eine unternehmerische<br />

Abwärtsspirale. Am Ende stand am 19. Januar<br />

2012 die Insolvenz. Die Kodak-Patente landeten bei Apple,<br />

Google, Microsoft, Samsung & Co.<br />

Foto: Kodak Tower, State Street, 2007 © Catherine Leutenegger<br />

Mit dem schon früher einsetzenden Niedergang Kodaks zerfiel<br />

auch Rochester, New York, eine typische „Company<br />

Town“, auf Gedeih und Verderb verbunden mit ihrem wirtschaftlichen<br />

Motor. Rochester, einst zentrale Stadt der Fotowelt,<br />

ist heute nur noch ein Schatten ihrer selbst, wirkt wie<br />

eine Kulisse. Catherine Leutenegger dokumentiert dies mit<br />

„Kodak City“ in einer detailreichen wie sachlichen Studie. Die<br />

Fotos, entstanden bei längeren Aufenthalten 2007 und 2012,<br />

widerspiegeln einstige Pracht, alltägliche Umgebungen, Stillstand<br />

und Verfall, Reste von Leben im schleichenden Niedergang.<br />

Gemeinsamer Nenner der meisten Leutenegger-Fotos<br />

in diesem Band ist ihre Menschenleere. Menschen kommen<br />

kaum vor – selten in den Bildern von 2007, noch seltener 2012.<br />

Die Fotos aus dem Kodak-Werk zeigen 2007 noch einige, wenige<br />

Menschen bei der Arbeit, 2012 erscheint Kodak verwaist.<br />

Ein vergleichbares Gesicht einer Stadt kennt man von Detroit,<br />

und die Bilder Leuteneggers weisen wiederum über Rochester<br />

hinaus. Mit seinen typischen US-Szenarien, den Straßen,<br />

Häusern, Schildern, Flaggen, steht Rochester heute für eine in<br />

vielen Teilen des Landes herrschende Atmosphäre des Umbruchs,<br />

der mit dem Abbruch beginnt. Was folgt, bleibt derzeit<br />

noch offen. Leider sind die einleitenden Texte im Buch nur in<br />

Englisch und Französisch gehalten<br />

. Horst Gottfried<br />

Foto: © Catherine Leutenegger<br />

Kodak City<br />

Catherine Leutenegger<br />

Gestaltet von Chris Gautschi,<br />

Catherine Leutenegger, Texte<br />

(Englisch/Französisch) von A. D.<br />

Coleman, Catherine Leutenegger,<br />

Joerg Bader, Urs Stahel,<br />

Kehrer-Verlag, Festeinband,<br />

20 x 24,5 cm, 160 Seiten,<br />

89 Farbabb., 39,90 Euro<br />

ISBN 978-3-86828-462-1<br />

www.artbooksheidelberg.com<br />

71


PRAXIS | BILDBEARBEITUNG<br />

Photoshop-Vollversion<br />

Tonwertkorrektur<br />

Die Tonwertkorrektur bringt den Bildkontrast auf Vordermann.<br />

Ein Histogramm sehen Sie nicht nur in Ihrer Digitalkamera,<br />

sondern auch bei der Bildbearbeitung. Lesen Sie, wie Sie<br />

die Kontraste mit dem Histogramm am PC nachträglich auffrischen.<br />

Sie achten beim Fotografieren aufs Histogramm und<br />

belichten optimal – doch manche Fotos brauchen immer noch<br />

Nacharbeit. Das gilt auch für unsere kontrastarme Aufnahme,<br />

die bei mattem Abendlicht entstand. Nutzen Sie den Tonwertkorrektur-Dialog:<br />

Sie sehen wieder ein Histogramm – und<br />

gleichen die Kontrastschwächen gezielt aus. Wir verwenden<br />

hier Photoshop CC, doch jede ältere Fassung eignet sich genauso<br />

gut, ebenso wie neuere Ausgaben von Photoshop Elements.<br />

1<br />

❯ ❯ Einstellungsebene<br />

Klicken Sie im Ebenen-Bedienfeld auf die<br />

Schaltfläche „Neue Misch- oder Einstellungsebene<br />

erstellen“ und dann auf „Tonwertkorrektur“.<br />

Sie erkennen es bereits oben im Bedienfeld:<br />

Die geplante Kontrastverbesserung erscheint<br />

nun als neue Ebene. Das Programmfenster zeigt<br />

ab dem nächsten Schritt das bearbeitete Foto;<br />

doch auf der Hintergrundebene bleibt jederzeit<br />

das Originalbild erhalten. Alle Änderungen im<br />

Tonwertkorrektur-Dialog lassen sich jederzeit<br />

verfeinern oder ganz abschalten, Sie bleiben also<br />

völlig flexibel.<br />

72<br />

Fotos: rtCars.de


2<br />

❯ ❯ Lichter<br />

Sehen Sie das Bedienfeld mit der Tonwertkorrektur noch nicht? Dann<br />

klicken Sie doppelt auf das Histogramm-Symbol oben im Ebenen-Bedienfeld.<br />

Unser Histogramm zeigt einen klaren Mangel: Rechts gibt es gar<br />

keine Ausschläge – dem Bild fehlen also die Lichter. Genutzt wird nur ein<br />

Tonwertbereich von 0 (tiefschwarz) <strong>bis</strong> 215 (hell, aber nicht weiß). Die<br />

meis ten Fotos sollten jedoch die komplette Bandbreite von 0 (schwarz) <strong>bis</strong><br />

255 (reinweiß) ausnutzen. Nur dann wirken sie brillant. So gleichen Sie den<br />

Mangel aus: Ziehen Sie das weiße Dreieck von rechts außen nach innen<br />

<strong>bis</strong> zum Beginn des Histogramms, hier <strong>bis</strong> zum Wert 215. Auf diese Art<br />

heben Sie im Gesamtbild den Tonwert 215 <strong>bis</strong> auf 255 – helle Bildpunkte<br />

steigen auf Reinweiß an, auch etwas dunklere Bildpunkte werden heller.<br />

Der Tonwertumfang betrug zunächst nur 0 <strong>bis</strong> 215, Sie haben ihn auf 0 <strong>bis</strong><br />

255 ausgedehnt. Damit machen Sie das Bild heller und kontrastreicher.<br />

❯ ❯ Weitere Lichter<br />

3<br />

Das Bild wirkt freilich immer noch zu dunkel. Zwar gibt es<br />

jetzt ein paar Bildpunkte mit Reinweiß. Es sind aber zu<br />

wenig; schließlich erscheint das Histogramm im hellen<br />

Bereich nur sehr flach. Ziehen Sie das weiße Dreieck also<br />

noch weiter nach innen <strong>bis</strong> auf 170. So heben Sie auch die<br />

Helligkeiten 170 <strong>bis</strong> 214 auf Reinweiß. Sie verlieren damit<br />

die verschiedenen Schattierungen zwischen Pixeln mit<br />

den Helligkeiten 170, 180 oder 210; alle diese unterschiedlichen<br />

Tonwerte erscheinen nur noch weiß. Dieser Differenzierungsverlust<br />

heißt auch Beschneidung oder Clipping,<br />

meist will man das vermeiden. Doch bei unserer Aufnahmen<br />

wirkt die Beschneidung nur auf wenige Pixel im<br />

Metallpfosten rechts. Damit können Sie gut leben – Hauptsache,<br />

das Bild erscheint heller und noch knackiger.<br />

❯ ❯ Mitteltöne<br />

Sind Lichter oder Schatten korrigiert, wirkt<br />

manches Foto weiterhin zu hell oder zu dunkel.<br />

Das gilt auch für unsere Aufnahme: Sie kommt<br />

noch zu duster daher. Schrauben Sie aber nicht<br />

mehr an den höchsten Tonwerten, die haben<br />

Sie ja schon eingerichtet. Ziehen Sie stattdessen<br />

das graue Dreieck unterm Histogramm<br />

nach links von 1,0 auf den Wert 1,5. Damit hellt<br />

das Bild noch einmal auf. Sie nutzen hier den<br />

sogenannten Gammaregler: Er hebt oder senkt<br />

die Mitteltöne und rührt die extremen, äußersten<br />

Tonwerte nicht an – genau das Richtige, um unsere<br />

Kontrastkorrektur abzurunden.<br />

4<br />

5<br />

❯ ❯ Mischmodus<br />

Unsere Technik steigert den Kontrast und erzeugt<br />

neue Mitteltöne. Da wirkt das Bild anschließend<br />

eventuell übertrieben farbsatt. Dann schalten Sie<br />

einfach links oben im Ebenen-Bedienfeld vom<br />

Mischmodus „Normal“ zu „Luminanz“. So verändert<br />

die Tonwertkorrektur-Ebene garantiert nur<br />

noch die Helligkeit und nicht auch die Farben.<br />

Hier wirkt das Bild mit „Luminanz“ aber schon zu<br />

blass, darum lassen wir es bei „Normal“.<br />

73


PRAXIS | BILDBEARBEITUNG<br />

6<br />

❯ ❯ Überbelichtung erkennen<br />

Ziehen Sie in der Tonwertkorrektur wie beschrieben das weiße<br />

Dreieck nach innen auf 170. Diese Änderung bringt einige Bildpunkte<br />

auf reines Weiß – doch welche Bildstellen ändern sich tatsächlich?<br />

Dazu klicken Sie bei gedrückter Alt-Taste auf das weiße<br />

Dreieck. Nun erscheint das Bild als Grafik. Hier bleibt der Großteil<br />

schwarz, in diesen Partien gibt es keine sogenannte Beschneidung<br />

(Schritt 3). In roten Bildstellen wird nur die Grundfarbe Rot<br />

überbelichtet. Im weißen Streifen ganz rechts erscheinen alle drei<br />

Grundfarben mit dem Höchstwert 255, hier gibt es also Reinweiß.<br />

7<br />

❯ ❯ Maskenretusche<br />

❯ ❯ Pinsel<br />

Einzelne Bildzonen wirken schon wieder zu hell, zum Beispiel<br />

der Himmel. Ändern Sie die Maske. Schalten Sie zunächst<br />

das Pinsel-Werkzeug ein. Klicken Sie mit der rechten<br />

Maustaste ins Bild und nehmen Sie 1500 Pixel Durchmesser<br />

bei 0 Prozent harter Härte. Klicken Sie links unten<br />

in der Werkzeugleiste auf das obere Farbfeld und stellen<br />

Sie ein mittleres Grau ein. So wirkt die Maskenretusche<br />

weniger stark. Sie könnten zwar auch mit Schwarz und<br />

gesenkter Pinsel-Deckkraft arbeiten; dann jedoch addieren<br />

sich Ihre Striche auf, das Ergebnis wirkt schnell unschön<br />

streifig.<br />

Klicken Sie im Ebenen-Bedienfeld einmal auf die weiße<br />

Masken-Miniatur oben links. Jetzt beginnt die Maskenretusche:<br />

Malen Sie von außen her über den Himmel, sodass<br />

nur der weiche Pinselrand ins Bild ragt. Der Himmel erscheint<br />

wieder etwas dunkler, das restliche Bild bleibt unverändert.<br />

Auch die Strebe rechts ist etwas zu hell, wie<br />

schon in Schritt 6 gesehen. Klicken Sie wieder mit rechts<br />

ins Foto, senken Sie die Pinselgröße auf 78 Pixel und heben<br />

Sie die Härte auf 90 Prozent. Jetzt kommt ein Trick: Klicken<br />

Sie einmal ans obere Ende der Strebe; dann klicken Sie bei<br />

gedrückter Umschalt-Taste ans untere Ende. Photoshop<br />

verbindet die zwei Enden mit einem grauen Strich in der<br />

Ebenenmaske, das Rohr wirkt wieder dunkler.<br />

8<br />

9<br />

❯ ❯ Automatik<br />

Photoshop dehnt den Tonwertumfang auch bequem vollautomatisch<br />

aus: Klicken Sie im Tonwertkorrektur-Dialog bei gedrückter Alt-<br />

Taste rechts oben auf „Auto“. Die stärkste Veränderung liefert die<br />

Option „Kontrast kanalweise verbessern“, sie beeinflusst aber auch<br />

die Farben. Wollen Sie die Farbstimmung schützen, nehmen Sie<br />

„Schwarzweißkontrast verbessern“. Ganz neu und einen Versuch<br />

wert ist die Option „Helligkeit und Kontrast verbessern“ (nicht bei<br />

Elements). Auch hier bleiben die Farben unverändert. Nach dem<br />

OK-Klick verfeinern Sie das Automatik-Ergebnis weiter mit den üblichen<br />

Tonwertkorrektur-Reglern.<br />

74


10<br />

❯ ❯ Cache-Warnung<br />

Vielleicht sehen Sie rechts oben im Histogramm-Dialogfeld ein Warndreieck.<br />

Es signalisiert: Photoshop berechnet die Balkengrafik nicht aus<br />

allen Bildpunkten; stattdessen erzeugt das Programm eine Hochrechnung<br />

aus einer verkleinerten Bildfassung. Diese Hochrechnung reicht<br />

völlig. Doch wenn Sie es ganz genau wissen wollen, klicken Sie einmal<br />

auf das Warndreieck. Nun kalkuliert Photoshop das Histogramm neu<br />

auf Basis des hochaufgelösten Originals. Dieses Dreieck finden Sie<br />

auch in den Dialogen „Tonwertkorrektur“ und „Gradationskurve“ . Soll<br />

das Programm generell das vollständige Bild berechnen, öffnen Sie die<br />

Voreinstellungen mit Strg+K (am Mac wie immer Cmd+K); Sie wechseln<br />

in den Bereich Leistung und stellen die Cache-Stufen auf 1. Via Bedienfeld-Menü<br />

richten Sie auch ein, dass das Histogramm die Grundfarben<br />

einzeln ausweist. So erkennen Sie Farbstiche leichter.<br />

❯ ❯ Histogramm-Bedienfeld<br />

Wie Sie die Regler auch einrichten, das Histogramm<br />

im Tonwertkorrektur-Dialog ändert sich nicht: Sie<br />

sehen jederzeit nur die ursprünglichen Werte des<br />

Originals, aber kein ganz aktuelles Diagramm. Sie<br />

brauchen ein Histogramm für das aktuelle Zwischenergebnis?<br />

Diese Information liefert das Histogramm-<br />

Bedienfeld, das Sie per Fenster-Menü einblenden.<br />

Sie erkennen hier, dass unser Gesamtbild nun alle<br />

Helligkeiten von Schwarz <strong>bis</strong> Weiß ausnutzt. Die<br />

Lücken im Histogramm sind typisch für jede Kontrastkorrektur<br />

und stören nicht.<br />

11<br />

Tipps<br />

• Wirkung abschwächen:<br />

Erscheint die Änderung etwas zu stark, müssen Sie nicht<br />

unbedingt die Regler in der Tonwertkorrektur anfassen.<br />

Senken Sie stattdessen die Deckkraft im Ebenen-Bedienfeld<br />

zum Beispiel von 100 auf 70 Prozent. Das lässt sich<br />

jederzeit verlustfrei zurücksetzen.<br />

• Auf die Schnelle:<br />

Es geht auch ohne Einstellungsebene – laden Sie das<br />

Bild und drücken Sie Strg+L (am Mac wie immer CMD+L),<br />

schon zeigt Photoshop den Dialog „Tonwertkorrektur“. Der<br />

verändert jetzt unmittelbar das Originalfoto, Sie können<br />

nichts nachträglich ändern. Extra-Tipp: Drücken Sie<br />

Strg+Alt+L, um die Tonwertkorrektur gleich mit den zuletzt<br />

gewählten Einstellungen zu öffnen.<br />

• Schneller pinseln:<br />

Bei der Maskenretusche mit dem Pinsel drücken Sie einfach<br />

die 7 für 70 Prozent Deckkraft oder 5 für 50 Prozent;<br />

mit der 0 haben Sie wieder 100 Prozent. Ziehen Sie mit<br />

der rechten Maustaste bei gedrückter Alt-Taste nach links<br />

oder rechts, um die Pinselgröße zu ändern.<br />

• Praktisches Bedienfeld:<br />

Photoshop-Vollversionen ab CS4 bieten das praktische<br />

Masken-Bedienfeld, das später im Eigenschaften-Bedienfeld<br />

aufging. Ist eine Ebenenmaske aktiviert, können Sie<br />

hier die Wirkung der Maske abschwächen oder die Maskenkanten<br />

rücksetzbar aufweichen.<br />

• Eindampfen:<br />

Sind Sie mit der Kontrastkorrektur endgültig zufrieden,<br />

klicken Sie im Ebenen-Bedienfeld einmal auf die Tonwertkorrektur-Ebene<br />

und drücken dann Strg+E; so verschmilzt<br />

die Tonwertkorrektur mit dem Foto. Ihr Bild besteht also<br />

nur noch aus einer einzigen Hintergrundebene, die Sie<br />

bequem in vielen Formaten speichern und weitergeben<br />

können.<br />

• Automatik per Menü:<br />

Die Automatikkorrekturen aus Schritt 9 gibt es auch ohne<br />

Umweg über den Tonwertkorrektur-Dialog. Die entsprechenden<br />

Befehle finden Sie bei neueren Photoshop-Versionen<br />

direkt im Bild-Hauptmenü, bei Photohop Elements<br />

im Überarbeiten-Hauptmenü.<br />

75


PRAXIS | BILDGESTALTUNG<br />

vorher<br />

Aufräumen in<br />

der Wildnis<br />

Maximilian<br />

Weinzierl<br />

Der Profifotograf und Fachjournalist<br />

zeigt in dieser<br />

Serie, wie ein Foto durch<br />

ein paar Überlegungen<br />

schon bei der Aufnahme<br />

oder auch mittels kleiner<br />

Eingriffe bei der nachträglichen<br />

digitalen Bildbear -<br />

beitung vom Knipsbild<br />

zum eindrucksvolleren<br />

Bildwerk mutieren kann.<br />

Antilopen-Versammlung<br />

Am Vormittag im Ngorongorokrater: Vorne auf dem Kampfplatz<br />

duellieren sich gerade die Antilopenmänner und versuchen<br />

sich gegenseitig auf die spitzen Hörner zu nehmen. Etwas<br />

abseits sitzen die Damen und warten gelassen auf den Sieger.<br />

Ein schönes Bild, wären da nicht die herumliegenden Blätter,<br />

Zweige und Steine – Flecken, die visuell in Konkurrenz zu den<br />

Streifen und schwarzen Augen der Antilopen treten. Für die Antilopen<br />

eine zusätzliche Tarnung im Busch, für den Bildbetrachter<br />

eher Verwirrung und Unruhe. Aus dem Jeep aussteigen und<br />

aufräumen geht schlecht, also: digitale Säuberung!<br />

76<br />

Alle Fotos: Maximilian Weinzierl


esser<br />

Optimierung<br />

Das Zauberwort gegen Flecken aller Art heißt „Bereichsreparaturpinsel“,<br />

hier in Photoshop Elements, der Pinsel<br />

mit dem Heftpflastersymbol. Sie sollten eine Pinselgröße<br />

etwa in der Größe der zu entfernenden Flecken einstellen,<br />

nicht zu groß und nicht zu klein, eine etwas härtere Pinselkante<br />

wählen und als Reparaturart „Inhaltssensitiv“ vorgeben.<br />

Dann tupfen Sie jeweils kurz auf den betreffenden Fleck<br />

oder ziehen den Pinsel entlang eines störenden Ästchens<br />

etc., und Photoshop Elements erledigt den Rest. Das Programm<br />

berechnet aus dem Muster der Umgebung einen passenden<br />

Reparaturfleck und fügt ihn nahtlos ein. Bei Umgebungen<br />

mit einem kleinen unregelmäßigen Muster wie bei<br />

diesem Bild kein Problem. Die Reparaturstellen werden perfekt<br />

abgedeckt. Hier wurde die Ebene nach der Ausfleckung<br />

dupliziert und weichgezeichnet. Mit einer gepinselten Maskierungsebene<br />

wurde dann die Schärfe partiell im Bereich<br />

der liegenden Antilopen wieder zurückgeholt. Der Hintergrund<br />

und der umliegende Bereich bleiben unscharf. Das Bild<br />

wirkt jetzt aufgeräumt und harmonisch.<br />

77


PRAXIS | BILDGESTALTUNG<br />

vorher<br />

1<br />

2<br />

So rücken Sie ein<br />

Motiv nach links<br />

Der stattliche Fahnenträger steht auf dem Dach des<br />

Münchner Rathauses (Südwestecke). Die Sonne steht<br />

günstig und leuchtet die Bronzefigur absolut plastisch<br />

aus. Es gibt nur eine einzige perfekte Ansicht des Motivs<br />

und zwar schräg von unten von der gegenüberliegenden<br />

Rosenstraße aus. Das 400­mm­Objektiv bringt die<br />

Statue schön freigestellt gegen den blauen Himmelhintergrund<br />

ins Bild (1). Doch Achtung: Schneidet da<br />

die Turmspitze rechts in den Arm des Fahnenträgers?<br />

Muss nicht sein, einfach zwei Meter nach links gehen!<br />

Geht nicht, die Hausecke kommt dann mit ins Bild (2).<br />

78


esser<br />

3<br />

Optimierung<br />

Und wie funktioniert‘s dann doch (Bild 3)? Hier der Trick:<br />

Zuerst wird Bild 2 aufgenommen, das Bild mit dem freistehenden<br />

Arm des Fahnenträgers und der Hausecke. Dann möglichst<br />

schnell (es sollten in der Zwischenzeit keine Lichtveränderungen<br />

oder Wolkenbewegungen stattfinden) die zwei Meter<br />

wieder nach rechts gehen, die Kamera am Auge und das Motiv<br />

annähernd an der gleichen Stelle im Sucher haltend. Das Motiv<br />

wird jetzt nochmal fotografiert mit freiem Himmelhintergrund<br />

(der Arm des Fahnenträgers wird jedoch in diesem Bild 1 von der<br />

Turmspitze verdeckt). Beide Bilder werden als Ebenen in Photoshop<br />

übereinander gelegt und mittels Ebenenmaske so miteinander<br />

verrechnet (links), dass im resultierenden Bild beide gewünschten<br />

Optionen, der Fahnenträger mit freistehendem Arm<br />

aus Bild 2 und der durchgehend blaue Himmelhintergrund aus<br />

Bild 1 zu sehen sind. Die ganze Prozedur dauert viel kürzer, als<br />

sie hier beschrieben werden kann. Voraussetzung für das nahtlose<br />

Zusammenpassen der Helligkeitswerte ist, dass der Himmel<br />

in beiden Bildern exakt gleich belichtet wurde. Das ist nur dann<br />

gegeben, wenn beide Bilder mit gleicher manueller Belichtungsund<br />

AF-Einstellung und zeitlich unmittelbar hintereinander fotografiert<br />

wurden.<br />

Maximilian Weinzierl<br />

79


Portfolio | Jens Edinger<br />

Titel: K501 Stille 006.<br />

In diesem Raum entfalten<br />

die Strukturen und<br />

Muster der Flächen ihre<br />

Wirkung. Eine fotografische<br />

Heraus forderung<br />

war der schief gebaute<br />

Fenstersturz (Brennweite<br />

24 mm, ISO 160,<br />

Bl 7,1, 1 /30 s).<br />

80


Stille<br />

Jens Edinger. Monoton muss nicht gleich langweilig<br />

sein. fc-Fotograf Jens Edinger führt vor Augen, wie<br />

das Konzept seiner Bildserie Stille entstand und wie<br />

er die einzelnen Fotografien gestaltet, aufnimmt und<br />

nachbearbeitet..<br />

Alle Fotos: Jens Edinger<br />

81


PORTFOLIO | JENS EDINGER<br />

Titel: K501 Stille 001.<br />

Diese Auf nahme war der<br />

Stein des Anstoßes zur<br />

Entwicklung des Konzepts<br />

für die gan ze Bildserie<br />

Stille (Brennweite<br />

24 mm, ISO 160, Bl. 4,5,<br />

1 /40 s).<br />

82


Titel: K501 Stille 002.<br />

Diesen Raum musste Jens<br />

Edinger bei jedem Besuch<br />

mehrmals fotografieren.<br />

Die Lichtverhältnisse<br />

machten das genaue<br />

Ausrichten der Kamera<br />

schwierig. Oft fehlten nur<br />

Nuancen (Brennweite 24<br />

mm, ISO 160, Bl. 7,1, 1 /8 s).<br />

83


PORTFOLIO | JENS EDINGER<br />

Titel: K501 Stille 003.<br />

Die farbigen Räume musste<br />

Jens Edinger öfter fotografieren.<br />

Im Sommer reflektieren<br />

die Grasflächen das<br />

Licht in die Räume. Im Winter<br />

erzeugt eine große weiße<br />

Fläche vor dem Haus schönes<br />

weiches Licht in den<br />

Räu men (Brennweite 24<br />

mm, ISO 160, Bl. 7,1, 1 /60 s).<br />

84


Titel: K501 Stille 004.<br />

Das weiche Licht durch die<br />

Schneeflächen herrscht im<br />

Bild vor. Der Hund der genau<br />

in der Bildmitte steht,<br />

ist das einzige lebendige<br />

Element der ganzen Serie<br />

(Brennweite 24 mm, ISO<br />

160, Bl. 7,1, 1 /40 s).<br />

85


PORTFOLIO | JENS EDINGER<br />

Ideenfindung<br />

Als fc-Fotograf Jens Edinger 2012 das erste Mal den seit<br />

circa fünf <strong>bis</strong> sieben Jahren leer stehenden Wohnblock<br />

aus DDR-Zeiten besuchte, ließ er die einzelnen Räume<br />

des verlassenen Gebäudes offen auf sich wirken. Noch<br />

war er sich nicht sicher, was für einen Bildausdruck er<br />

genau suchte, doch die Vielzahl der leeren wie noch teils<br />

eingerichteten Wohnungen faszinierten ihn. Alle waren<br />

irgendwie unterschiedlich und doch gleich. Er hielt so<br />

mit seiner Kamera verschiedenste Details der leer stehenden<br />

Räume fest. Wieder daheim, schlug ihn vor<br />

allem das Bild Stille 001 in seinen Bann. Er erläutert: „Ich<br />

entdeckte, dass dieses Bild trotz seiner Leere eine dichte<br />

Atmosphäre besitzt, ja fast surreal wirkt.“<br />

Konzept<br />

So überlegte er, wie er diesen fast sur realen Eindruck nicht nur<br />

in einem Einzelbild festhalten, sondern im Rahmen einer<br />

ganzen Bildserie reproduzieren könnte. Nach einer Analyse<br />

des Bilds Stille 001 erstellte er so Regeln, wie er die weiteren<br />

Aufnahmen für seine Serie aufnehmen würde.<br />

1. Die Kamera ist frontal und gerade ausgerichtet, zentral gegenüber<br />

dem Fenster zu platzieren, damit das Fenster als<br />

Hauptmotiv immer an der gleichen Stelle steht und sich der<br />

Horizont und die markanten Linien gleichen.<br />

86


2. Die Lichtsituation sollte möglichst ausgeglichen sein, damit<br />

keine Schlagschatten von der Raumarchitektur ablenken.<br />

3. Es sollten sich nicht zu viele Gegenstände im Raum befinden,<br />

welche die klaren Linien des Innenraums verdecken.<br />

Format<br />

Da er sich noch nicht 100 Prozent auf ein Format für seine<br />

Bildserie festlegen konnte, schoss er zur Sicherheit beim<br />

nächsten Besuch des Gebäudes einige Bilder von einem<br />

kleineren Raum mit einem einzigen Fenster im Hochformat<br />

(Kasten: Hochformat-Versuchsreihe) und stellte sie<br />

denen mit dem Dreierfenster gegenüber. Seine Entscheidung<br />

fiel klar zugunsten der Räume mit den Dreierfenstern<br />

aus. Der Grund: Die Weite des Raums betont seine Leere.<br />

„Das quadratische Format verleiht der Bildkomposition zudem<br />

mehr Ausgewogenheit“, urteilt Jens Edinger.<br />

Aufnahmetechnik<br />

Bei einem Besuch im Winter 2013 war das Licht in den Räumen<br />

angenehm diffus, da eine große Schneefläche vor dem<br />

Haus dieses gleichmäßig in die Räume reflektierte. Ein willkommener<br />

Zufall, der fc-Fotograf Jens Edinger beim Erstellen<br />

seiner Aufnahmen unterstützte. Für die Belichtung der<br />

Innenräume für die Serie Stille ging er nach einem festgelegten<br />

Schema vor. Zuerst belichtete er direkt auf das Fenster,<br />

danach auf einen Wandbereich in der Mitte des Raums.<br />

Im Anschluss verglich er die beiden Histogramme am Bildschirm<br />

der Kamera und versuchte einen ausgewogenen Mittelwert<br />

zu finden. Meist klappte das mit drei Belichtungen.<br />

Doch in manchen Fällen, bei sehr schwierigen Lichtverhältnissen,<br />

erstellte er <strong>bis</strong> zu zehn Belichtungen. Filter nutzte er<br />

dazu nicht. Um unabhängig von der Lichtstärke des Umgebungslichts<br />

immer ohne Blitz fotografieren zu können und<br />

die ISO-Zahl mit 160 gering zu halten, montierte er für das<br />

Shooting seine Kamera Sony DSC R1 mit dem eingebauten<br />

Zeiss Vario-Sonnar T Zoomobjektiv 24–120 mm auf ein Stativ.<br />

Für die Aufnahmen wählt er immer die gleiche Weitwinkelbrennweite<br />

24 mm und bevorzugt Blende 7,2, damit alle<br />

Raumdetails scharf abgelichtet werden.<br />

Nachbearbeitung<br />

Durch die exakt durch das Konzept vorgegebene Kameraausrichtung<br />

und die Gestaltung des Bilds im Sucher minimiert<br />

sich die Nachbearbeitung der Bilder für die Serie Stille<br />

auf ein Minimum. Jens Edinger korrigierte, wenn nötig, mit<br />

Photoshop stürzende Linien und beschnitt die Bilder am<br />

Rechner zu einem Quadrat. Wie für die Aufnahme der Bilder<br />

hat er auch für die Farb- und Helligkeitsanpassung einen Arbeitsablauf<br />

entwickelt. Zuerst ändert er nachträglich den<br />

Weißabgleich auf Glühlampenlicht, um Gelb- und Orange-<br />

Töne zu filtern. Dadurch wirken die Bilder etwas kälter. Für<br />

das Tarieren der Helligkeit nutzt er selbst erstellte Profile und<br />

versucht annähernd eine gleiche Verteilung in den Mitteltönen<br />

bei allen Bildern zu erreichen. Für die Serie erstellte er<br />

drei Histogrammprofile:<br />

1. für dunkle Räume mit Einrichtung und sehr farbigen Wänden,<br />

2. für normale Räume mit mittlerem Gegenlicht,<br />

3. für sehr helle Räume mit fast weißen Wänden und sehr<br />

hellem Gegenlicht.<br />

Bei den sehr hellen Räumen nimmt Edinger zusätzlich eine<br />

leichte perzeptive Farbverschiebung vor. So treten die Farben<br />

hervor, die durch die starke Belichtung an den Rand<br />

des Farbraums gerückt sind. In der Regel nimmt die ganze<br />

Bearbeitung nicht mehr als ein paar Minuten in Anspruch.<br />

Redaktion Henriette Struss<br />

Hochformat-Versuchsreihe<br />

fc-Fotograf Jens Edinger wollte wissen, inwieweit sich der gewählte<br />

Innenraum und das Bildformat auf den gesuchten Bildausdruck auswirken.<br />

Zur Probe erstellte er so einige Hochformataufnahmen.<br />

87


PORTFOLIO | JENS EDINGER<br />

1 Titel: K501 Stille 005.<br />

Dieser Raum steht im<br />

Kontrast zu den leeren<br />

Räumen und zeigt auf<br />

eindrückliche Art die<br />

Ausweg losigkeit von vielen<br />

Menschen aus der<br />

ehemaligen DDR. Sie haben<br />

selbst das <strong>bis</strong>schen<br />

Hab und Gut zurückgelassen<br />

(Brennweite 24 mm,<br />

ISO 160, Bl. 7,1, 1 /50 s).<br />

2 Titel: K501 Stille 007.<br />

Beim ersten Besuch wirkte<br />

diese Szene schon wie ein<br />

Bühnenbild. Das Licht von<br />

draußen war jedoch nicht<br />

aus geglichen genug. Erst als<br />

draußen Nebel aufzog und<br />

der gesamte Raum gleichmäßig<br />

ausgeleuchtet war,<br />

passte die Lichtstimmung<br />

(Brennweite 24 mm,<br />

ISO 160, Bl. 8, 1 /15 s).<br />

1 2<br />

3 Titel: K501 Stille 008.<br />

Dieser Raum steht als<br />

Kontrast zur Serie. Er<br />

zeigt deutlich, welche<br />

Situation im Umfeld des<br />

Objekts herrscht<br />

(Brennweite 24 mm,<br />

ISO 200, Bl. 7,1, 1 /10 s).<br />

4 Titel: K501 Stille 009.<br />

Das weiße Nichts vor<br />

dem Fenster und die subtilen<br />

Farben in diesem<br />

nahezu leeren Raum faszinierten<br />

Jens Edinger.<br />

Das Bild gehört zu seinen<br />

Lieblingsbildern der Serie<br />

(Brennweite 24 mm,<br />

ISO 160, Bl 7,1, 1 /30 s).<br />

3 4<br />

5 Titel: K501 Stille 010.<br />

Ein Rätsel gab Jens<br />

Edinger dieser Raum<br />

durch seine Bemalung<br />

und Zeichen an den<br />

Wän den auf. (Brennweite<br />

24 mm, ISO 160,<br />

Bl. 7,1, 1 /40 s)<br />

6 Titel: K501 Stille 011.<br />

Das letzte Bild der Serie<br />

zeigt den Verfall der<br />

Räume – keine Tapeten,<br />

keine Farbe. Mit ihm<br />

wollte Jens Edinger innen<br />

und außen in einen<br />

Kontext stellen. (Brennweite<br />

24 mm, ISO 160,<br />

Bl. 8, 1 /20 s)<br />

5 6<br />

88


Motivsuche<br />

Jens Edinger<br />

Jahrgang 1973, lebt in<br />

München und arbeitet<br />

freiberuflich als CAD-<br />

Zeichner. Er interessiert<br />

sich für konzeptionelle<br />

Fotografie. Zu seinen Inspirationsquellen<br />

gehört<br />

die Düsseldorfer Schule<br />

um Bern und Hilla Becher<br />

mit Fotografen wie<br />

Gursky, Ruff und Robert<br />

Voit. Darüber hinaus<br />

begeistern ihn die Langzeitbelichtungen<br />

von<br />

Hiroshi Sugimoto, und<br />

er bewundert die Fotografen<br />

der 20er-Jahre<br />

um Moholy-Nagy und<br />

das Bauhaus.<br />

www.<strong>fotocommunity</strong>.<br />

de/fotograf/y-oo-m/<br />

1739205<br />

www.flickr.com/<br />

photos/y-oo-m/<br />

www.le4el.de/index.<br />

html<br />

Ausrüstung<br />

Auf der Suche nach<br />

seinem Bildmotiv<br />

nahm fc-Fotograf Jens<br />

Edinger 2012 einzelne<br />

Räume und Details<br />

des leer stehenden<br />

Gebäudes ins Visier.<br />

Kameras:<br />

Leica Digilux 2, Leica<br />

D-Lux 4, Sony R1 mit<br />

eingebautem Zeiss<br />

Vario-Sonnar T 24–120<br />

mm, Fuji X-E1, Handy,<br />

25 selbstgebaute analoge<br />

Lochkameras<br />

Objektive: Zeiss Distagon<br />

T 2,8/12 mm, Zeiss<br />

Planar T 1,8/32 mm,<br />

Fujinon XF 2,0/18 mm,<br />

Fuji non XF 1,4/35 mm<br />

Zubehör: Stativ Manfrotto,<br />

Fernauslöser,<br />

Regenschutz, Pol-, ND-,<br />

IR-Filter<br />

89


CREATIV-WETTBEWERB | BEWEGUNG<br />

Thema Bewegung<br />

Das Portfolio<br />

der Redaktion<br />

Markus<br />

Peerenboom<br />

Dieses Bild ist in Anlehnung an<br />

den Liedtext der Kölschen Band<br />

Black Fööss Achterbahn entstanden.<br />

Intuitive Zoomtechnik in vier<br />

Schritten, wobei ich die Brennweite<br />

schrittweise vergrößere<br />

(Canon 24–105 mm L, ISO 100,<br />

Bl. 14, 25 s).<br />

http://fc-foto.de/33329136<br />

Titel: Achterbahn<br />

90


CREATIV-WETTBEWERB | BEWEGUNG<br />

Ronny<br />

Behnert<br />

Schon immer wollte ich den<br />

Berliner Fernsehturm im Nebel<br />

fotografieren. Ich nutzte<br />

den ersten Novembertag,<br />

richtete die Kamera nach<br />

oben und wartete auf einen<br />

Vogelschwarm.<br />

http://fc-foto.de/33296462<br />

Titel: one day in november<br />

Gerhard<br />

Michael<br />

Am Vorabend der Feiern<br />

zum 1. Mai ziehen Zigtausende<br />

mit Drachen und Laternen<br />

durch die Stadt. Polizisten<br />

beobachten das Treiben. Vietnam<br />

heute: Lebensfreude<br />

und Hedonismus auf der<br />

einen Seite, die Staatsmacht<br />

auf der anderen.<br />

http://fc-foto.de/33216131<br />

Titel: Halong Carnival<br />

92


Jutta<br />

Melchers<br />

Auf dem Platz vor dem MACBA<br />

in Barcelona trifft sich die Scaterszene.<br />

Den Scatern eilt abends bei<br />

tief stehender Sonne ihr Schatten<br />

voraus. Ein faszinierendes Schattenspiel!<br />

http://fc-foto.de/33327098<br />

Ohne Titel<br />

93


CREATIV-WETTBEWERB | BEWEGUNG<br />

Eva Flasche<br />

Beim Streit um die besten<br />

Brutplätze kommt Bewegung<br />

in die Kolonie der Kanadagänse.<br />

Manchmal gelingen<br />

dann Fotos wie dieses.<br />

http://fc-foto.de/33399482<br />

Titel: Kanadagans<br />

94


CREATIV-WETTBEWERB | BEWEGUNG<br />

Tina<br />

Mauersberger<br />

Aufgenommen mit einer Canon<br />

40D, Blende 4,5, 1 /2000 s.<br />

http://fc-foto.de/33263802<br />

Titel: high speed Border<br />

96


Ludwig Loch<br />

White-Turf-Rennen auf dem zugefrorenen<br />

St. Moritzersee (Brennweite<br />

500 mm, Bl. 5 bei 1 /2000 s).<br />

Meine Lieblingsmotive sind Sport,<br />

Natur und Action.<br />

http://fc-foto.de/33387988<br />

Titel: White Turf 3<br />

Ralph P.<br />

Obersteiner<br />

Dülmener Wildpferdefang 2013.<br />

Um im trüben Licht die Dynamik<br />

der Pferde einzufangen, wählte ich<br />

für eine noch gute Tiefenschärfe<br />

Blende 8, 1 /250 s bei ISO 400.<br />

http://fc-foto.de/33301188<br />

Titel: Dülmener Wildpferdefang<br />

2013 – Der Einlauf ...<br />

97


CREATIV-WETTBEWERB | BEWEGUNG<br />

Siefert Daniel<br />

Ich fror in der wenig befahrenen<br />

Schlucht, <strong>bis</strong> endlich von<br />

oben und unten eine Gruppe<br />

Fahrzeuge kam. (Nikon D7000,<br />

Brennweite 10 mm, 72 s, Bl. 22,<br />

-1,3 Lichtwert, Stativ).<br />

http://fc-foto.de/33318679<br />

Titel: Lichtschlange in der<br />

Schöllenenschlucht<br />

Dave Rogge<br />

Statt mich an den Strand zu legen,<br />

fuhr ich mit dem Auto heran. Vor<br />

meinem Rückzug fotografierte ich<br />

in einer „Sandsturmpause“. (www.<br />

fotos-mit-leidenschaft.de.vu).<br />

http://fc-foto.de/33273505<br />

Titel: surrealistisch – Sturm auf<br />

Kreta<br />

98


Eva Flasche<br />

Aufgenommen an einem wunderschönen<br />

Wintermorgen bei<br />

knackkalten –19 Grad auf dem<br />

Bobrun von St. Moritz in Celerina.<br />

Trotz steifer Finger muss<br />

man schnell sein!<br />

http://fc-foto.de/33399506<br />

Titel: Im Eiskanal<br />

Hubert Brenner<br />

Ich dachte, das Stellwerk mit<br />

fahrendem Zug ist eine gute<br />

Idee für den Wettbewerb.<br />

Während der 4 s Belichtung<br />

fuhr 2 s der Zug durch<br />

(Brennweite 24 mm, Bl. 11).<br />

http://fc-foto.de/33196906<br />

Titel: Stellwerk<br />

99


CREATIV-WETTBEWERB | BEWEGUNG<br />

100


Herbert A. Franke<br />

2003, Dubrovnik. Meine Kamera<br />

war nicht ideal eingestellt. Ich<br />

habe das Bild am PC bearbeitet.<br />

Es dauerte, <strong>bis</strong> das Ergebnis<br />

passte (Brennweite 70 mm,<br />

Bl. 5,6, 1 /100 s).<br />

http://fc-foto.de/33291345<br />

Titel: Kinderspiele<br />

101


CREATIV-WETTBEWERB | BEWEGUNG<br />

1. Platz<br />

Wolfgang Weinhardt<br />

Karnataka, Süd-Indien. Ein 500 Jahre<br />

alter Vorläufer der spektakulären,<br />

nach der Ernte in gefluteten Reisfeldern<br />

ausgetragenen Büffelrennen Pacu<br />

Jawi (Sumatra) und Karapan Sapi (Madura,<br />

Bali) (Mitzieher, Brennweite<br />

35 mm, Bl. 16, 1 /25 s).<br />

http://fc-foto.de/33430347<br />

Titel: Kambla<br />

Sieger<br />

Die<br />

102


Mit dem Thema „Bewegung“ startete am 20. Februar der COLORFOTO-<br />

Creativ-Wettbewerb. Jedes Quartal schreibt COLORFOTO gemeinsam<br />

mit der <strong>fotocommunity</strong>.de einen neuen Wettbewerb aus. Die Siegerfotos<br />

wählte eine Jury aus den 100 besten Bildern des Wettbewerbs.<br />

Auf den folgenden Seiten nun die Siegerbilder.<br />

103


CREATIV-WETTBEWERB | BEWEGUNG<br />

104


2. Platz<br />

innocent<br />

Ein Selbstporträt. Ich wollte die Bewegung<br />

subtil sichtbar machen, und es<br />

sollte unklar bleiben, ob die Hand nach<br />

einer anderen greift oder von dieser<br />

losgelassen wurde.<br />

http://fc-foto.de/33376465<br />

Titel: reaching out<br />

105


CREATIV-WETTBEWERB | BEWEGUNG<br />

3. Platz<br />

Christoph Schaarschmidt<br />

Chemnitz, Niederwiesa, Zucker tütenbaum.<br />

Die Stadtnähe färbte den Himmel orangerot;<br />

im Kontrast dazu die Spektralfarben der<br />

Sterne, die sich durch den Südblick scheinbar<br />

gegenläufig bewegen.<br />

http://fc-foto.de/33258340<br />

Titel: candy tree<br />

106


4. Platz<br />

Barbara Homolka<br />

Mein Mann schoss zur Sicherheit Live-Rollenspielpfeile<br />

mit gepudertem Bommel. Das Ziel<br />

stand circa 2 Meter hinter und 1 Meter neben<br />

mir. (Bl. 4,5, 1 /400 s, ohne Lichtschranke)<br />

http://fc-foto.de/33430066<br />

Titel: Shooting<br />

5. Platz<br />

Perry Wunderlich<br />

Prager Metro. Während das Leben<br />

an uns vorbeizieht ein Augenblick<br />

Stillstand in unserer schnellen Welt.<br />

(Nikon D7000, 18–105 mm,<br />

ISO 400, Bl. 8, ¼ s)<br />

http://fc-foto.de/33307813<br />

Titel: Augenblick<br />

107


CREATIV-WETTBEWERB | BEWEGUNG<br />

6. Platz<br />

Ronny Behnert<br />

Dieses Foto ist Teil meiner Werkgruppe<br />

„Berlin“. Ich arbeite fast immer mit Dichtefiltern,<br />

da ich so viel Bewegungsunschärfe<br />

wie möglich im Foto festhalten möchte.<br />

http://fc-foto.de/33296497<br />

Titel: bus traffic<br />

108


7. Platz<br />

Michael Nitzsche<br />

Mich faszinierten die Ruhephasen<br />

innerhalb der hastenden Menschen.<br />

Die 0,6 s Belichtung verdeutlichen<br />

die Ruhe innerhalb der<br />

Bewegung. Mangels Stativ stützte<br />

ich mich auf einem Geländer ab.<br />

http://fc-foto.de/33253208<br />

Titel: Hast um Rast<br />

8. Platz<br />

Kurt Hinterreither<br />

Weltcupfinale! Steiler und rutschiger<br />

Standplatz, doch der<br />

dunkle Hintergrund war mir wichtig<br />

(Bl. 5,6 u. -0,67 EV, 1 /1600 s +<br />

Raw-Workflow u. Photoshop)<br />

http://fc-foto.de/33243795<br />

Titel: ...selbstbewusst...<br />

109


FOTORAXIS | PRODUKTANWENDUNG<br />

Bildnachweis<br />

Sämtliche hier gezeigten<br />

Bilder (außer die Produkt<br />

abbildungen) sind<br />

Originalaufnahmen mit<br />

der Olympus OM-D<br />

E-M1 und den Objektiven<br />

Olympus M. 3,5–<br />

6,3/12–50 mm, Zuiko<br />

Digital ED 2,0/50 mm<br />

Makro und Zuiko Digital<br />

ED 4,0/7–14 mm<br />

110


Einsatz auf Bali<br />

Tipps zur Olympus OM-D E-M1. Maximilian Weinzierl war<br />

mit dem neuen Micro-Four-Thirds-Flaggschiff von Olympus in<br />

Indonesien unterwegs. Hier konnte die spiegellose Systemkamera<br />

zeigen, ob sie tatsächlich den Funktionsumfang und<br />

die Qualität bietet, die man sonst nur von digitalen Spiegelreflexkameras<br />

kennt. Die Olympus OM-D E-M1 – eine kompakte<br />

Alternative zur Spiegelreflex­Kamera.<br />

Sie fühlt sich an wie eine Spiegelreflexkamera,<br />

nur eben kleiner dimensioniert.<br />

Der wohldefinierte Handgriff und vor<br />

allem der Aufbau auf der Oberseite, der<br />

wie ein Dachkantprisma geformt ist, erinnern<br />

stark an eine SLR. Jedoch birgt dieser<br />

Aufbau einen leistungsfähigen elektronischen<br />

Sucher mit Helligkeitsanpassung<br />

und einem Bildfeld, das sogar noch ein<br />

Stück größer ist als bei einer digi talen SLR-<br />

Kamera der Vollformat-Klasse. Das wertige<br />

Magnesiumgehäuse ist mit insgesamt 60<br />

Dichtungsringen versehen; damit ist das<br />

Innenleben zuverlässig gegen Staub und<br />

Spritzwasser geschützt. Der eingebaute<br />

Dual-Autofokus bie tet alternativ einen<br />

Phasenerfassungs-AF oder einen Kontrasterkennungs-AF.<br />

Die Anpassung erfolgt<br />

automatisch; das Gehäuse, respektive der<br />

Autofokus, ist damit kompatibel mit beiden<br />

Objektiv arten: Micro-Four-Thirds und<br />

Four-Thirds. Ein Fünf-Achsen-Bildstabilisator<br />

ist in das Gehäuse eingebaut und unterstützt<br />

alle angesetzten Objektive. Der<br />

4/3-Zoll-Live-MOS-Bildsensor liefert 16 MP.<br />

Prima Idee: Der Aufklappblitz ist abnehmbar<br />

und wird (batterielos) von der Kamera<br />

über den Zubehöranschluss am Sucher mit<br />

Energie versorgt.<br />

Maximilian Weinzierl<br />

Praxistipps im Überblick<br />

Live Bulb und elektronischer Sucher<br />

RC-Blitzsystem und Four-Thirds-Adaption<br />

Live-HDR und Farbgestalter<br />

Fernsteuerung per Smartphone<br />

AF Gesichts- und Pupillenerkennung<br />

Motorzoom<br />

Fotos: Olympus (3 Produktfotos Gesamtansichten), übrige Maximilian Weinzierl<br />

111


FOTORAXIS | PRODUKTANWENDUNG<br />

Funktionen auf einen Blick<br />

1 2 3 4<br />

5<br />

Bedienelemente Rückseite<br />

6<br />

7<br />

8<br />

9<br />

10<br />

11<br />

12<br />

1. LV-Taste zum Umschalten vom Sucherbild<br />

zum Live-View auf dem Monitor und<br />

umgekehrt 2. Dioptrien-Einstellrad, – 4,0<br />

<strong>bis</strong> + 2,0 Dioptrien 3. Unter der Kunststoffabdeckung:<br />

Zubehöranschluss, versorgt<br />

z.B. das aufsteckbare Aufklappblitzgerät<br />

mit Strom 4. AEL/AFL-Taste 5. Hebel zum<br />

schnellen Umstellen der Einstellräder-<br />

Funktionen 6. Fn1-Taste zur Anzeige der<br />

AF-Felder, Auswahl der AF-Position mittels<br />

Cursor 7. Info-Taste zum Um-/Weiterschalten<br />

der angezeigten Informationen 8. Vier-<br />

Wege-Schalter (Joy-Stick) zur Auswahl der<br />

Parameter 9. OK-Taste zum Bestätigen<br />

der Einstellungen 10. Bild-Wiedergabetaste<br />

11. Menütaste zum Aufrufen der<br />

Menüs mit den Aufnahme- und Wiedergabeoptionen;<br />

individuelles Anpassen der<br />

Kameraeinstellungen 12. Lösch-Taste<br />

1<br />

2<br />

Bedienelemente Oberseite<br />

10<br />

9<br />

8 7 6 5<br />

3<br />

4<br />

1. Fn2-Taste: standardmäßig als Multifunktionstaste<br />

festgelegt, z.B. für die Auswahl der<br />

Optionen zur Beeinflussung der Lichter und<br />

Schatten (Gradationskurve) oder für den Farbgestalter<br />

2. Auslösetaste 3. Vorderes Einstellrad,<br />

zur Einstellung von Aufnahmeparametern<br />

etc. je nach Programmwahl und Position des<br />

Umstellhebels 4. Film-Start-Taste und Markierung<br />

von Bildern bei der Wiedergabe 5. Hinteres<br />

Einstellrad zur Einstellung von Aufnahmeparametern<br />

etc. je nach Programmwahl und<br />

Position des Umstellhebels 6. Wahlrad für<br />

Aufnahmemodus und Programme, durch Drücken<br />

des mittigen Stifts verriegelbar 7. Blitzund<br />

Zubehörschuh, Blitzkontakte zur Steuerung<br />

von Aufsatzblitzgeräten 8. Ein- und<br />

Ausschalter als Hebel 9. Taste, zusammen mit<br />

dem Einstellrad und der Hebelschalterstellung<br />

für AF-Modus, Belichtungsmessung und Blitzmodus<br />

10. Taste für Serienaufnahme, Selbstauslöser<br />

und die unterschiedlichen HDR-Arten<br />

112


Sucher – Monitor & Bildaufbau<br />

Live-Beobachtung des<br />

Bildaufbaus<br />

Im M-Modus kann man zwischen drei<br />

Spielarten der Langzeit belichtung wählen:<br />

„Bulb“ (der Verschluss bleibt offen, solange<br />

der Auslöser gedrückt wird; beim Loslassen<br />

endet die Belichtung), „Time“ (die Belichtung<br />

beginnt mit Drücken des Auslösers,<br />

dieser kann losgelassen werden; erst<br />

wenn der Auslöser erneut betätigt wird, endet<br />

die Belichtung) und „Live Bulb“. Bei der<br />

zuletzt genannten Variante wird das Fortschreiten<br />

der Belichtung während der<br />

Langzeitaufnahme sukzessive auf dem<br />

Monitor angezeigt (kleines Bild). Das erleichtert<br />

die Belichtungseinschätzung bei<br />

nächtlichen Langzeitaufnahmen, wie hier<br />

am Strand bei Pondok Sari: Ab fackeln eines<br />

Hügels bei Vollmond mit Spiegelung<br />

im Meer. Der Bildbelichtungs-Aufbau kann<br />

rechtzeitig gestoppt werden, sobald man<br />

erkennt, dass den hellen Bildarealen<br />

Überbelichtung und damit das Ausfressen<br />

der Lichter droht.<br />

1.<br />

Der Monitor zeigt<br />

im Modus Live Bulb<br />

sukzessive den<br />

Bildaufbau mit Histogramm.<br />

Ein Sucher für<br />

das helle Mittagslicht<br />

Bei hellem Sonnenschein – wie hier zur Mittagszeit im buddhistischen<br />

Brahma-Vihara-Arama-Kloster – hat man mit jedem noch<br />

so guten Kameramonitor Probleme, die Bilddetails zu erkennen.<br />

Der elektronische Su cher der OM-D E-M1 ist dann eine willkommene<br />

Alternative für Ausschnittfestlegung und Parametereinstellung.<br />

Er ist sehr brillant, bietet eine 786 667-Pixel-Auflösung,<br />

passt sich in der Helligkeit an und hat ein erfreulich großes Bildfeld.<br />

Augensensor: Die automatische Umschaltung von der Monitoranzeige<br />

zur Sucheranzeige funktioniert blitzschnell bei Annäherung<br />

des Auges.<br />

113


Blitzsystem & Objektivadapter<br />

Makro-RC-Bltzen<br />

Mit dem winzigen aufsteckbaren Aufklappblitz der Kamera<br />

(Lieferumfang) ist die kabellose Steuerung eines externen<br />

Olympus-Systemblitzgeräts möglich (hier ein FL-600R<br />

mit der Hand gehalten). Damit lässt sich das Licht auch unterwegs<br />

schnell und ohne viel Aufwand inszenieren, wie die<br />

Makroaufnahme vom Liliengewächs vor dem Garten-Bungalow<br />

zeigt. Fotografiert mit dem Zuiko Digital ED 2,0/50-mm-<br />

Makroobjektiv. Mehrere Blitzgeräte können automatisch<br />

oder manuell unabhängig voneinander in der Leistung geregelt<br />

werden (asymmetrische Lichtverteilung).<br />

Four-Thirds-Objektive, hier<br />

das Zuiko Digital ED 2,0/<br />

50 mm Makro, werden<br />

über den MMF-3-Adapter<br />

an die Kamera montiert.<br />

Objektivadapter<br />

Mit dem MMF-3-Adapter können Four-Thirds- Objektive<br />

an das Micro-Four-Thirds-Bajonett der OM-D<br />

E-M1 montiert werden. Somit lassen sich auch alle<br />

Zuiko-Pro- und Top-Pro-Objektive (OM-Systemobjektive<br />

ohne AF, nur Messung) verwenden. Der Dual-<br />

Autofokus erkennt die verwendete Objektivart und<br />

schaltet bei Bedarf automatisch vom Phasenerfassungs-AF<br />

in den Kontrasterkennungs-AF um. Der<br />

schmale Adapter ist zwar leicht (42 g) und trägt nur<br />

wenig auf, die schweren Profiobjektive allerdings,<br />

z.B. das Zuiko Digital ED 4/7–14 mm, lassen die<br />

Kombination schwer und kopflastig werden, was die<br />

Idee vom kompakten System vor allem für den Einsatz<br />

unterwegs wieder relativiert. Hier sollte dann<br />

gleich auf die künftigen Objektive der neuen Pro-<br />

Reihe für Micro Four Thirds zurückgegriffen werden.<br />

Das erste neue Objektiv dieser Kategorie ist das<br />

M.Zuiko Digital ED 2,8/12–40 mm, das aber mangels<br />

Verfügbarkeit hier auf Bali noch nicht in der Praxis<br />

getestet werden konnte.<br />

114


Live-HDR<br />

& Farbgestalter<br />

Tipp<br />

Fernsteuerung per<br />

Smartphone<br />

Über Olympus Image Share (kostenlose<br />

App) stehen auf dem Smartphone alle<br />

wichtigen Einstellmöglichkeiten der<br />

Kamera zur Verfügung: nicht nur Auslöser<br />

und Live-View, auch Blende, Verschlusszeit,<br />

WB, ISO, +-Korrektur etc.<br />

Scharfe Augen<br />

Vorhersehbare Anpassung<br />

Ein Druck auf die HDR-Taste auf der linken Oberseite zeigt auf dem Monitor ein HDR-Menü an. Neben den „normalen“<br />

HDR-Belichtungsreihen, bei denen die Kamera mehrere Bilder mit unterschiedlicher Lichtwertabstufung (3, 5,<br />

oder 7 Aufnahmen in 2,0- oder 3,0-EV-Schritten) aufnimmt und einzeln abspeichert (zur späteren HDR-Verarbeitung<br />

auf einem Computer), gibt es zwei besondere HDR-Einstellungen: HDR1 und HDR2. Hierbei werden jeweils vier<br />

Belichtungsvarianten aufgenommen und anschließend in der Kamera automatisch zu einem HDR-Bild kombiniert;<br />

dieses wird als korrigiertes Einzelbild abgespeichert (Bild oben). In dieser HDR1- bzw. HDR2-Einstellung simuliert die<br />

OM-D E-M1 die HDR-Korrektur schon vor der Aufnahme im Sucher- bzw. Monitorbild und ermöglicht dadurch eine<br />

ungefähre <strong>Vorschau</strong> der Wirkung des Effekts. Die Einstellung HDR2 liefert farbintensivere Bilder als HDR1.<br />

Die OM-D E-M1 hat ein ausgeklügeltes<br />

AF-System zur Gesichts- und<br />

Pupillenerkennung; der AF ist so<br />

programmierbar, dass er auf diejenige<br />

Pupille scharfstellt, die der Kamera am<br />

nächsten ist, oder auf die Pupille des<br />

linken bzw. des rechten Auges.<br />

E-Zoom<br />

Farbabgleich<br />

Mit der Fn2-Taste und dem Einstellrad wird die Funktion „Farbgestalter“ ausgewählt. Im Sucher bzw. Monitor erscheint<br />

ein Farbkreis. Jetzt kann mit dem vorderen Einstellrad der Farbton und mit dem hinteren Einstellrad die<br />

Sättigung des Bilds manipuliert werden. Damit beeinflusst man die Farbe des Bilds und zwar vor der Aufnahme<br />

und im Sucher bzw. am Monitor kontrollierbar. Ebenso kann über Fn2 eine Art Gradationskurve aufgerufen werden,<br />

mit der man bei der Aufnahme live sichtbar Helligkeitsänderungen in den Lichtern und Schatten vornimmt –<br />

ein nützliches Korrekturwerkzeug: dezent, wenn z.B. im Schatten die Gegenstände zu blau erscheinen, oder<br />

sehr deutlich für Farbverfremdungen und Popart-Fotos.<br />

In E-Zoom-Stellung wird der Brennweitenbereich<br />

motorisch durchfahren,<br />

wenn der Zoomring verdreht wird. Die<br />

Geschwindigkeit der Brennweitenveränderung<br />

wird durch den Grad der<br />

Drehung bestimmt. Ideal für stabile<br />

Zoomfahrten in Filmszenen.<br />

115


KAMERAS | TEST<br />

Bedienung<br />

Sowohl die Abmessungen<br />

als auch die<br />

Platzierung der<br />

Bedien elemente ähneln<br />

stark denen der<br />

D4. Die Bildkon trolle<br />

erfolgt auf einem<br />

fest eingebauten<br />

3,2-Zoll-Monitor mit<br />

307 000 RGB-Bildpunkten.<br />

116


Neuauflage<br />

Nikon D4s. Nikons neues Top-Modell mit<br />

16 Megapixel Auflösung und Vollformatsensor<br />

heißt D4s.Technisch basiert die Neue auf ihrer<br />

Vorgängerin D4, bietet aber nochmal mehr<br />

Tempo und einen extrem lichtempfindlichen<br />

Sensor zu einem Preis von knapp 6200 Euro.<br />

Wie der Name bereits verrät, handelt<br />

es sich bei Nikons neuem<br />

Flaggschiff weniger um eine Neuerfindung<br />

denn konsequente Modellpflege:<br />

Der 16-Megapixel-Sensor im FX-Vollformat<br />

ist geblieben. Ebenso hat sich an<br />

Gehäuse, Benutzerführung und der Bedienstruktur<br />

im Vergleich zur D4 wenig<br />

verändert. Die Neuerungen finden sich<br />

in einigen wenigen, aber recht interessanten<br />

Details: Der Sensor wurde feinjustiert<br />

und bietet nun einen nochmals<br />

erweiterten ISO-Bereich. Hinzugekommen<br />

ist ein verbessertes Autofokussystem<br />

und, worauf Nikon-Kenner gewartet<br />

haben: ein speziell verkleinertes RAW-<br />

S-Format.<br />

Griffiges Gehäuse<br />

Das robuste Metallgehäuse mit eingebautem<br />

Batteriehandgriff und Spritzwasserschutz<br />

kennt man von der Vorgängerin. Es<br />

gibt zahlreiche Direkttasten für den Einsatz<br />

im Quer- und Hochformat, einen großen<br />

3,2-Zoll-Monitor und einen klassischen<br />

Pentaprismensucher. Auch das Gewicht<br />

und die Abmessungen haben sich kaum<br />

verändert. Dennoch liegt die Neue trotz<br />

knapp 1,3 Kilogramm etwas sicherer in der<br />

Hand. Das liegt zum einen an dem ergonomisch<br />

verbesserten Handgriff. Zudem verfügt<br />

die D4s teils über neu gestaltete Kuppen<br />

für Daumen und Mittelfinder. Eine<br />

griffigere Form der Tasten, etwa der beiden<br />

Joysticks rechts neben dem Display, soll<br />

speziell den Outdoor-Gebrauch bei feuchter<br />

Witterung verbessern. Die Tastenbeleuchtung<br />

gab es bereits bei der D4, die gekoppelt<br />

mit der Beleuchtung der beiden<br />

Statusmonitore per On/Off-Schalter aktiviert<br />

wird. Hinter dem rückseitigen, durch<br />

einen Entriegelungsknopf gesicherten<br />

Springdeckel versteckt, liegen zwei Steckplätze,<br />

einer für CF-Karten, ein weiterer für<br />

die relativ neuen XQD-Cards. Links außen<br />

Fotos<br />

speichert die Nikon<br />

auf CF- und den<br />

wenig verbreiteten<br />

QXD-Speicherkarten.<br />

Die Letzteren<br />

werden ausschließlich<br />

von den beiden<br />

Nikon der 4er-<br />

Reihe verwendet.<br />

WLAN gibt es nur<br />

per Adapter.<br />

117


6<br />

5<br />

4<br />

3<br />

2<br />

1<br />

0<br />

leaves<br />

kurtosis<br />

F50<br />

293 0,7<br />

163 1,0<br />

099 1,1<br />

089 1,2<br />

032 1,0<br />

10 1,5<br />

72 2,1<br />

84 3,2<br />

69 3,9<br />

66 5,9<br />

60 6,0<br />

440 2,9<br />

- -<br />

Nikon AF-S 2,8/24-70<br />

-<br />

N3<br />

DR<br />

SNR<br />

,7 8,7 53<br />

,7 8,7 51<br />

,7 8,7 49<br />

,8 8,7 45<br />

,8 8,7 38<br />

,0 8,7 36<br />

,1 8,0 32<br />

,6 7,0 21<br />

,6 6,0 16<br />

,7 5,7 13<br />

,2 4,7 7<br />

0,2 3,0 3<br />

- - -<br />

254<br />

C H WB<br />

0,7 1,3 0,7<br />

0,8 1,3 0,7<br />

0,8 1,3 0,7<br />

-1 1,3 0,5<br />

1,2 1,3 0,3<br />

1,2 1,3 0,3<br />

1,2 1,2 0,4<br />

1,7 1,2 1<br />

2,1 1,6 2<br />

3,4 1,1 3<br />

4,4 0,6 -<br />

7,4 0,1 -<br />

- - -<br />

(30lx) AF-LV (30lx) non-AF<br />

,30 0,95 0,06<br />

- - 0,06<br />

0,3<br />

11<br />

82<br />

11<br />

39<br />

-<br />

contrast<br />

MTF50<br />

0,8<br />

0,6<br />

0,4<br />

0,2<br />

0,0<br />

2,02<br />

1,8<br />

1,6<br />

1,4<br />

1,2<br />

1,01<br />

0,8<br />

0,6<br />

0,4<br />

0,2<br />

Nikon D4s<br />

170 320 470 620 770 920 1070 1220 1370 1520 1670 1820 1970<br />

0<br />

0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800 2000<br />

lp /ph<br />

Linienpaare/Bildhöhe<br />

Dead Leaves<br />

Kontrast<br />

frequency (LP/PH)<br />

Dead Nikon Leaves D4s - dead leaves<br />

ISO 6400<br />

10% contrast<br />

nyquist frequency<br />

ISO 100<br />

ISO 400<br />

ISO 800<br />

ISO 1600<br />

ISO 3200<br />

ISO 6400<br />

ISO 12800<br />

ISO 25600<br />

50%<br />

Nikon zieht bei der D4s den Kontrast deutlich hoch, was <strong>bis</strong><br />

ISO 1600 zu JPEGs mit übersteigerten Kontrasten führt. Für<br />

Sportfotografen mag das angemessen sein, entspricht aber<br />

nicht einer möglichst natürlichen Bildwiedergabe.<br />

nic Lumix DMC-GF6 (JPEG)<br />

FRPP301001 Nikon D4s (JPEG)<br />

Panasonic Lumix DMC-GF6 resolution<br />

2000729<br />

pangf6<br />

Nikon D4s resolution<br />

nikd4s<br />

1,2<br />

Auflösung<br />

1,2<br />

ISO 100<br />

16<br />

16<br />

ISO 160 100<br />

1724<br />

1640<br />

ISO 400<br />

/ 1600 / 3200 100 / 6400 / // 12800 / 1600 / 3200 / 6400 / 12800<br />

ISO 400 400<br />

25600 51200 / 102400 / 204800 / 409600 / -<br />

ISO 800<br />

25600 / - / - / - / - / -<br />

1,01.00<br />

1,0<br />

ISO 800 800<br />

0.2<br />

ISO 1600<br />

Nikon AF-S 2,8/105<br />

ISO 1600 1600 ISO 3200<br />

Panasonic Lumix 1,7/20 Nikon AF-S 2,8/24-70<br />

ISO<br />

-<br />

3200 ISO 6400<br />

nic Lumix 3,5-5,6/14-42 OIS<br />

3200<br />

0,8<br />

10% contrast<br />

ISO<br />

dead leaves<br />

6400<br />

0,8<br />

6400<br />

ad nt leaves<br />

kurtosis<br />

MTF50kurtosis<br />

nyquist frequency<br />

MTF50<br />

10% contrast Kontrast<br />

1293 0,7<br />

1370 1163 0,5 1,0<br />

1099 1,1<br />

nyquist<br />

0,6<br />

frequency<br />

1338 0,7<br />

1275 1089 0,6 1,2<br />

1032 1,0 0,6<br />

frequency<br />

950 0,7<br />

910 1,5<br />

998 0,7<br />

772 2,1<br />

1118 684 1,1 3,2<br />

0,4<br />

528 369 0,9 3,9<br />

256 266 1,6 5,9<br />

0,4<br />

160 6,0<br />

- -<br />

1440 2,9<br />

- -<br />

- -<br />

0,2<br />

- -<br />

- -<br />

VN3<br />

DR<br />

SNR<br />

- -<br />

0,2<br />

0,7 8,7 53<br />

0<br />

0,7 8,7 51<br />

0,0<br />

DR 0,7 SNR 8,7 49<br />

170 320 470 620 770 920 1070 1220 1370 1520 1670 1820 1970<br />

0,8 8,7 45<br />

frequency (LP/PH)<br />

9,3 0,8 57 8,7 38<br />

Linienpaare/Bildhöhe<br />

9,3 1,0 43 8,7 36 0,0<br />

9,7 1,1 42 8,0 32<br />

170 320 470 620 770 920 1070 1220<br />

1,6 7,0 21<br />

Nikon 1370 D4s - dead 1520 leaves 1670 1820 1970<br />

9,0 40<br />

2,6 6,0 16<br />

8,3 38<br />

2<br />

frequency (LP/PH)<br />

3,7 5,7 13<br />

8,0 6,2 24 4,7 7<br />

7,3 10,2 13 3,0 3<br />

1,8<br />

Auflösung<br />

6,7 - 12 - -<br />

- -<br />

254<br />

- -<br />

-<br />

C<br />

-<br />

H WB<br />

- -0,7 - 1,3 0,7<br />

- -0,8 - 1,3 0,7<br />

-0,8 255 1,3 0,7<br />

-1 1,3 0,5<br />

-1,2 1,3 0,3<br />

C -1,2 H 1,3 0,3<br />

-1,2 1,2 0,4<br />

3,6 -1,7 1,8 1,2 1<br />

3,7 -2,1 1,8 1,6 2<br />

0,8<br />

50<br />

-3,4 1,1 3<br />

3,6 1,8<br />

Red<br />

-4,4 0,6 -<br />

3,4 1,6<br />

0,6<br />

-7,4 0,1 -<br />

Green<br />

3,1 - 1,6 - -<br />

150<br />

3 1,6<br />

0,7 0,7<br />

00lx) AF (30lx) AF-LV (30lx) non-AF<br />

-0,9 -0,6<br />

0,30 0,95 0,06<br />

- -<br />

- - 0,06<br />

- -<br />

- -<br />

100 0,3<br />

- -<br />

11<br />

- -<br />

82<br />

11<br />

8<br />

39<br />

AF<br />

AF<br />

00lx (LV) 30lx<br />

- 0,34<br />

0,8<br />

3,8<br />

48<br />

3,6<br />

10<br />

contrast<br />

digital values<br />

1,6<br />

Panasonic Lumix DMC-GF6 OECF20 ISO 160<br />

Die Auflösung bleibt über einen ungewöhnlich 70 weiten<br />

250<br />

1,4<br />

ISO-Bereich auf einem sehr konstanten Niveau, wie<br />

1,2<br />

60<br />

die Abbildungsleistung bei hohen Empfindlichkeiten<br />

1<br />

200<br />

eh überdurchschnittlich ist.<br />

50<br />

0<br />

-<br />

contrast<br />

MTF50<br />

150<br />

40<br />

Blue<br />

0,4<br />

6<br />

SNR<br />

ISO 100<br />

0,2<br />

ISO 400<br />

5<br />

30<br />

0<br />

ISO<br />

800<br />

100<br />

0 200 400 600 800<br />

4<br />

1000 1200 1400 1600 1800 2000<br />

ISO<br />

1600<br />

lp /ph<br />

3<br />

20 ISO<br />

3200<br />

2<br />

ISO<br />

6400<br />

50<br />

0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 2,2 2,4 2,6 2,8 3,0<br />

log luminance<br />

1<br />

0<br />

10<br />

0<br />

digital values<br />

250<br />

200<br />

0<br />

ISO 100<br />

ISO 400<br />

ISO 800<br />

ISO 1600<br />

ISO 3200<br />

ISO 6400<br />

ISO 12800<br />

ISO 25600<br />

50%<br />

ISO 100<br />

ISO 400<br />

ISO 800<br />

ISO 1600<br />

ISO 3200<br />

ISO 6400<br />

ISO 12800<br />

ISO 25600<br />

50%<br />

VN ISO 6400<br />

4<br />

3<br />

2<br />

1<br />

0<br />

am Gehäuse findet sich ein Anschluss für<br />

den optionalen WLAN-Adapter WT5. Neu<br />

ist ein schnellerer Gigabit-100/1000TX-<br />

Ether net-Anschluss, der zusammen mit<br />

dem neuen RAW-S-Format nun wesentlich<br />

flottere Bildübertragungen unkompri mierter<br />

Dateien ermöglicht – allerdings mit reduzierter<br />

Auflösung.<br />

SLR-Sucher und LCD-<br />

Monitor<br />

An Sucher und Monitor hat sich nichts getan:<br />

Der 100-Prozent-Prismensucher bietet<br />

eine effektive Vergrößerung von 0,7x, kann<br />

Gitterlinien einblenden, verzichtet aber<br />

nach wie vor auf eine auswechselbare Mattscheibe.<br />

Zur Aufnahmekontrolle finden sich<br />

am Gehäuse drei Anzeigemonitore: Eine<br />

Statusan zeige an der Gehäuseoberseite, ein<br />

weiteres auf der Rückseite unten und darüber<br />

ein 3,2-Zoll-Monitor mit 307 000 RGB-<br />

Pixeln Auflösung und hochqualitativer Anzeigequalität<br />

zur Bild- und Aufnahmekon-<br />

VN ISO 100<br />

VN ISO 400<br />

VN ISO 800<br />

VN ISO 1600<br />

trolle. 6<br />

Panasonic Lumix DMC-GF6 visual noise<br />

Nikon D4s visual noise<br />

VN ISO 3200<br />

5<br />

VN ISO 6400<br />

4<br />

Reportagetauglich<br />

3<br />

VN ISO 160<br />

VN ISO 400<br />

VN ISO 800<br />

VN ISO 1600<br />

2<br />

VN ISO 3200<br />

Schnelle Autofokus-Zeiten, eine hohe Serienbildgeschwindigkeit<br />

und herausragende<br />

1<br />

VN ISO 6400<br />

0<br />

Bildqualität auch bei schlechten Lichtverhältnissen<br />

sind die Disziplinen, mit denen<br />

sich die D4s zur ausgemachten Top-Kamera<br />

Panasonic Lumix DMC-GF6 OECF20 ISO 400<br />

0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 2,2 2,4 2,6 2,8 3,0<br />

log luminance<br />

70<br />

60<br />

50<br />

40<br />

30<br />

20<br />

10<br />

0<br />

Red<br />

Green<br />

Blue<br />

SNR<br />

1<br />

3<br />

1. Den Empfindlichkeitsbereich hat Nikon<br />

noch mal aufgebohrt. Der neue EXPEED-<br />

4-Prozessor meistert jetzt eine Spannweite<br />

von ISO 50 <strong>bis</strong> maximal 409 600 –<br />

eine Rekordmarke.<br />

2. Im Foto-Live-View-Betrieb kann die D4s<br />

nahezu geräuschlos auslösen. Wird im<br />

Menü unter Live-View-Foto „Still“ aktiviert<br />

wird, kommt ein elektronischer Verschluss<br />

zum Einsatz.<br />

3. Die D4s bietet Full-HD-Video mit <strong>bis</strong> zu<br />

60 B/s in mehreren Bildformaten.<br />

4. Die Messfeldgruppe steuert fünf AF-<br />

Fel der und ermöglicht so eine bessere<br />

Motiv erfassung bei kontrastreichen<br />

Hintergründen.<br />

Rauschwahrnehmung<br />

(Visual Noise)<br />

Rauschen? Doch – auch die Nikon D4s rauscht, aber <strong>bis</strong><br />

ISO 3200 bleibt der Messwert mit 07 und 08 nahezu konstant.<br />

Zugleich bleiben auch feine Bilddetails gut erhalten.


2<br />

4<br />

für Sport- und Repor tagefotografen qualifiziert.<br />

Herzstück der s-Ausgabe ist ein verbesserter<br />

16-Megapixel-CMOS-Sensor im<br />

klassischen Vollformat, der im Zusammenspiel<br />

mit dem neuen EXPEED-4-Prozessor<br />

eine recht gigantische ISO-Rekordweite<br />

von ISO 50 <strong>bis</strong> 409 600 abdeckt – das ist<br />

derzeit mit Abstand brachenführend. Damit<br />

sind selbst bei wenig Licht relativ sicher<br />

verwacklungsfreie Aufnahmen frei Hand<br />

möglich. Die Empfindlichkeit lässt sich manuell<br />

oder automatisch, mit der Möglichkeit<br />

einer Eingrenzung, steuern.<br />

Autofokus und Belichtung<br />

Das Autofokussystem ähnelt der D4, wurde<br />

aber speziell im Bereich der Motiverfassung-<br />

und -verfolgung optimiert. Ein<br />

neuer Verschluss- und Spiegelmechanismus<br />

sorgt bei schnellen Bildraten dafür,<br />

dass der Spiegel zwischen zwei Belichtungen<br />

länger ruhig steht. Das bedeutet<br />

eine kürzere Sucherbildverdunkelung, eine<br />

bessere Sicht auf das Motiv während der<br />

Serienaufnahmen und dass der Autofokus<br />

auch bei maximaler Serienbildgeschwindigkeit<br />

aktiviert bleibt. Im Labor konnte die<br />

D4s bei voller Auflösung <strong>bis</strong> zu 82 JPEGs<br />

oder 39 RAWs in Serie, mit einem Durchsatz<br />

von jeweils 11 B/s verarbeiten.<br />

Die Belichtungsmessung erfolgt wie gehabt<br />

über einen RGB-Sensor mit 91 000 Pixeln<br />

und ist mit dem Autofokussystem gekoppelt.<br />

Der Phasen-Autofokus arbeitet weiterhin<br />

mit 51 Messfeldern, 15 davon Kreuzsensoren.<br />

Die herausragenden Nachtsichtfähigkeiten<br />

der D4s machen sich auch hier bemerkbar:<br />

11 Messfelder haben eine Lichtempfindlichkeit<br />

<strong>bis</strong> zu Blende 8.<br />

Neben den typischen AF-S- oder AF-C-<br />

Modi bringt die D4s eine neue Funktion zur<br />

Messfeld-Gruppensteuerung mit. Damit lassen<br />

sich fünf vorgewählte, als Raute angeordnete<br />

Autofokus-Felder zu einer Gruppe<br />

zusammenfassen. Solange eins dieser Felder<br />

das bewegte Motiv erfasst, bleibt es im<br />

Vordergrund. In diesem Modus kann bei<br />

schnell bewegten Motiven die Schärfe präzise<br />

auch über größere Entfernungen nachgeführt<br />

werden. Auch kleine Motive vor<br />

kontrastreichen Hintergründen sind besser<br />

fokussierbar.<br />

Im Live-View-Betrieb stellt die Kamera mit<br />

Kontrast-Autofokus scharf. Der arbeitet mit<br />

0,92/0,95 s bei 1000/30 Lux allerdings noch<br />

immer wesentlich langsamer als der Autofokus<br />

moderner spiegelloser Systemkameras.<br />

Auch das Phasen-AF-Tempo konnte<br />

Nikon nicht spürbar steigern: Mit 0,27/0,30 s<br />

ist sie eine Spur träger als ihre Vorgängerin<br />

(0,26/0,24 s).<br />

Videomodus<br />

Nachdem die Vorgängerinnen D3x noch gar<br />

keine Videos aufzeichnete, die D3s maximal<br />

HD-Filme und die D4 endlich Full-HD-<br />

Filme schaffte, meistert die s-Ausgabe nun<br />

„sendefähige“ Full-HD-Filme in verschiedenen<br />

Bildformaten (DX, FX und nativen<br />

Beschnitt sowie in unkomprimierter HD-<br />

MI-Ausgabe) mit Bildraten von <strong>bis</strong> zu 60<br />

Vollbilder/s. Die Bildeinstellungen wie<br />

Schärfe, Kon trast oder Sättigung werden<br />

auch beim Filmen wirksam. Zudem lassen<br />

sich ISO-Einstellungen vornehmen, die<br />

Blende motorisch ansteuern und die Belichtungszeit<br />

fixieren. Zu den zusätzlichen Optionen<br />

gehören Zeitrafferaufnahmen. Möglich<br />

ist zudem die parallele Aufzeichnung<br />

auf Speicherkarte und ein externes HDMI-<br />

Aufnahmegerät. Auch die Tonaufnahme<br />

wurde verbessert. Ton kann über das interne<br />

oder ein externes Mikro aufgenommen<br />

werden. Es besteht die optionale Auswahl<br />

des Frequenzgangs, der Mikrofonempfindlichkeit<br />

und manueller Tonpegelsteuerung<br />

sowie automatischer Reduzierung von Windgeräuschen.<br />

Messen des Weißabgleichs funktioniert<br />

dagegen nicht. Insgesamt überzeugen<br />

die Aufnahmen mit guter Abbildungsleistung,<br />

kaum Rauschen und so gut wie<br />

keinen Artefakten. Der kontinuierliche Autofokus<br />

zieht allerdings selbst guten Lichtverhältnissen<br />

die Schärfe relativ unsicher und<br />

deutlich hörbar nach. Bei wenig Licht oder<br />

Dunkelheit funktioniert er eher mehr per<br />

Zufallsprinzip.<br />

Das<br />

Gehäuse<br />

der Nikon D4s ist<br />

aus Magnesiumlegierung<br />

gefertigt<br />

und gegen Staub<br />

und Spritzwasser<br />

abgedichtet.<br />

119


KAMERA | TEST<br />

Im Vergleich zu<br />

APS-C-Modellen,<br />

aber auch zu anderen<br />

Vollformatern<br />

verschiebt die<br />

Nikon D4s mal<br />

eben die Skala:<br />

ISO 1600 als Standard-ISO-Wert<br />

–<br />

da fehlen ein paar<br />

Details, aber ob<br />

das jeder sieht?<br />

Noch ISO 6400 ist<br />

sehr gut nutzbar,<br />

und erst bei ISO<br />

50 000 ist ein<br />

deutlicher Qualitätsabfall<br />

zu<br />

sehen. Selbst ISO<br />

25 000 dürfte für<br />

manches Zeitungsbild<br />

ausreichen,<br />

keine Fine-<br />

Arts-Qualität, aber<br />

das Bild kann<br />

man verwenden.<br />

ISO 400<br />

ISO 1600<br />

ISO 3200<br />

ISO 6400<br />

ISO 12800<br />

ISO 25600<br />

ISO 51200<br />

ISO 409600<br />

Bedienkonzept<br />

An dem überzeugenden Bedienkonzept der<br />

Vorgängerin wurde zur Recht wenig geändert.<br />

Ein paar wenige Modifizierungen tragen<br />

noch zu etwas besserem Komfort bei.<br />

Etwa die beiden Joysticks rechts vom Monitor,<br />

die nun aufgrund ihrer geriffelten Struktur<br />

bei nassfeuchten Witterungsverhältnissen<br />

besser greifbar sind. Einer ist im Quer-,<br />

der andere im Hochformat optimal erreichbar<br />

für den rechten Daumen. Die Belichtungsmessung<br />

lässt sich bequem per Taste<br />

links des Sucherdoms ändern. Es gibt einen<br />

Drehschalter zum Wechsel vom Foto- in<br />

den Videomodus und jeweils optionalen<br />

Live-View-Betrieb. Im Live-View kann die<br />

D4s wie ihre Vorgängerin auf Wunsch nahezu<br />

geräuschlos auslösen. Dazu wird im<br />

Menü unter Live-View-Foto „still“ aktiviert.<br />

Damit bleibt der Spiegel oben, der langsame<br />

Live-View-AF ist aktiv und statt des<br />

mechanischen Verschlusses kommt ein<br />

elektronischer zum Einsatz, wodurch verstärkt<br />

Überblendeffekte auftreten können.<br />

Es gibt eine separate Videostarttaste hinter<br />

dem On/Off-Drehregler, der ebenso die Beleuchtung<br />

der Tasten und der Displays steuert.<br />

Unterhalb des zweiten Einstell-Displays<br />

auf der Rückseite befinden sich, wie gewohnt,<br />

die ihm zugeordneten Funktionstasten<br />

für ISO (ohne ISO-Auto), Weißabgleich<br />

und Qualität sowie eine zusätzlich<br />

zur Aufnahme von Sprachnotizen.<br />

Bildqualität<br />

Bereits die D4 überzeugte durch eine sehr<br />

gute Abbildungsleistung, deren Niveau die<br />

D4s noch etwas steigern kann. Nikon holt<br />

bei den niedrigeren Empfindlich keiten etwas<br />

mehr Auflösung aus dem überarbeiteten Sensor<br />

und kann ab ISO 800 das Rauschen noch<br />

mal senken. Dies verbessert zugleich die Feinzeichnung<br />

und führt noch bei ISO 25 600 zu<br />

beeindruckenden Resultaten. Das ist nicht<br />

perfekt, aber druckbar. Grundsätzlich neigt<br />

auch Nikons D4s zu etwas überzogenen<br />

Kontrasten bei niedrigen Empfindlichkeiten,<br />

und die DL-Kurven steigen über 1,5. Bis ISO<br />

1600 sind die Abfälle in der Bildqualität sehr<br />

gering und bei ISO 6400 liefert die D4s eine<br />

Bildqualität, die APS-C-Kameras bei ISO<br />

800 <strong>bis</strong> 1600 je nach Modell erreichen. Ab<br />

ISO 51 200 nimmt das Farb- und Rauschverhalten<br />

jedoch sprunghaft zu. Bei ISO 409 600<br />

lässt sich das Motiv im Prinzip nur mehr<br />

schemenhaft anhand grob abgebildeter<br />

Strukturen erahnen denn wirklich erkennen.<br />

Eine messtechnische Auswertung der ISO-<br />

409 600-Testbilder war nicht möglich.<br />

120


COLORFOTO<br />

KAUFTIPP<br />

Bildqualität 5/2014<br />

GERÄT<br />

Nikon<br />

D4s<br />

Nikon<br />

D4<br />

durchschnittlicher Marktpreis 6200 Euro 6000 Euro<br />

Bildsensor/Datei<br />

Auflösung (nicht interpoliert) 4928 x 3280 Pixel 4928 x 3280 Pixel<br />

Pixelgröße (Pixelpitch), förderliche Blende 7,3 µm, f12 7,3 µm, f12<br />

Sensorgröße, Bildwinkelfaktor 36,0 x 24,0 mm, 1,0x 36,0 x 23,9 mm, 1,0x<br />

Sensortyp, Sensorreinigung, Bildstabilisator CMOS, Sensorreinigung, – CMOS, Sensorreinigung, –<br />

Dateiformat JPEG, RAW + JPEG, TIFF JPEG, RAW, RAW + JPEG, TIFF<br />

Aufnahmesteuerung<br />

Fokussierung externer Sensor, MF Phasen-AF, MF Phasen-AF: 51 Felder, davon 15 Kreuzsens., MF<br />

Fokussierung Aufnahmesensor, MF (LiveView) 51 Felder, davon 15 Kreuzsens.– Kontrast-AF, MF (Lupe)<br />

Verschlusszeiten, kürzeste Blitzsync., B 1/8000, Blitz 1/250 s, B 1/8000–30 s, Blitz 1/250 s, B<br />

Belichtungsmessung: mittenbetont, Spot, Matrix mittenbetont, Spot, Matrix mittenbetont, Spot, Matrix Feldern<br />

Progr.-, Blenden-, Zeitautom., Man (P, Av, Tv, M) P mit Programmshift, Av, Tv, M P mit Programmshift, Av, Tv, M<br />

Belichtungskorrektur, Blitzbelichtungskorrektur ±5 Blenden, +1/-3 Blenden ±5 Blenden, +1/-3 Blenden<br />

Belichtungsreihe, Blitzbelichtungsreihe Belichtungsreihe, Blitz-Bel.-Reihe Belichtungsreihe, Blitz-Bel.-Reihe<br />

Empfindlichkeitswahl: ISO-Autobereich<br />

ISO-Auto, 50–409600, ISO-Reihe ISO-Auto, 50–204800, –<br />

variabel man., Reihe<br />

Nikon D4<br />

Weißabgleich alte Werte neue Werte auto, messen, Presets, Kelvinwerte, auto, messen, Presets, Kelvinwerte, manuelle<br />

(Durchlicht- (Aufsicht- manuelle Korrektur, Reihe<br />

Korrektur, Reihe<br />

Farbräume Chart)<br />

Chart) sRGB, Adobe RGB sRGB, Adobe RGB<br />

steuerbare Einstellungen IS0 100 0,4 0,7 Schärfe, Kontrast, Sättigung, Lichter-/ Schärfe, Kontrast, Sättigung, Lichter-/Schattenkorrektur,<br />

ISO 400 0,6 0,9<br />

Schattenkorrektur, Rauschfilter<br />

Rauschfilter<br />

Sucher/Monitor/Display<br />

ISO 800 0,7 1,1<br />

Sucher (Typ, einblendbares ISO 1600 Gitter, Gesichtsfeld, 0,9 1,4 opt. Sucher, Gitter, 100 %, 0,70,<br />

Vergrößerung, ISO effektive 3200Sucherbildgröße, 1,3 aus-<br />

1,5 eff. 0,7, –<br />

wechselbare Mattscheiben) ISO 6400 1,7 1,9<br />

SLR-Sucher, Gitter, 100 %, 0,70, eff. 0,7, –<br />

Monitor: Größe, Touchscreen, Auflösung,<br />

3,2“, –, 307000 RGB-Bildpunkte, – 3,2“, –, 307000 RGB-Bildpunkte, –<br />

ISO 12800 2,3 2,1<br />

verstellbar<br />

Monitor als Sucher nutzbar, Lupe für MF, Histogramm,<br />

Über-, Unterbelichtungswarnung<br />

Bildwiedergabe: Histogramm, Über- und Unterbelichtungswarnung<br />

Live-View, Histogramm,<br />

Lichterwarnung<br />

Histogramm, Lichterwarnung<br />

Live-View, Lupe, Histogramm,<br />

–, –<br />

Histogramm, Lichterwarnung<br />

Anschlüsse und weitere Ausstattung<br />

Bajonett, Speicher, Akku Nikon F, CF/XQD, Li-Ion 2x AA Nikon F, CF/XQD, Li-Ion<br />

int. Blitz, Anschluss ext. Blitz (Buchse, Blitzschuh) –, Kabelbuchse, Blitzschuh –, Kabelbuchse, Blitzschuh<br />

Schnittstellen USB 2.0, nein, WLAN optional, HDMI USB 2.0, WLAN optional, HDMI<br />

Video: Format, max. Auflösung, Bildfrequenz,<br />

max. Länge, AF-Funktion<br />

Spiegelvorauslösung, Spritzwasserschutz<br />

MOV (H.264), 1920 x 1080 Px,<br />

60 Vollbilder/s, AF<br />

Spiegelvorauslösung,<br />

Spritzwasserschutz<br />

MOV (H.264), 1920 x 1080 Px, 30 Vollbilder/s,<br />

20 min, AF<br />

Spiegelvorauslösung, Spritzwasserschutz<br />

Maße (B x H x T), Gewicht mit Batterie 157 x 160 x 91 mm, 1350 g 162 x 158 x 92 mm, 1335 g<br />

Bildqualität<br />

Objektiv für Auflösungs-/<br />

AF-Messung<br />

Nikon AF-S 2,8/105/<br />

Nikon AF-S 2,8/24-70<br />

LP/BH / LP/BH / – / V/N / Ble<br />

Nikon AF-S 2,8/105/<br />

Nikon AF-S 2,8/24-70<br />

LP/BH / LP/BH / – / V/N / Ble<br />

ISO100 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1537 / 1293 / 0,7 / 0,7 / 8,7 1449 / 1052 / 0,6 / 0,7 / 9,7<br />

ISO400 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1480 / 1163 / 1,0 / 0,7 / 8,7 1417 / 1020 / 0,6 / 0,9 / 9,0<br />

ISO800 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1416 / 1099 / 1,1 / 0,7 / 8,7 1406 / 955 / 0,7 / 1,1 / 9,0<br />

ISO1600 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1424 / 1089 / 1,2 / 0,8 / 8,7 1404 / 941 / 0,8 / 1,4 / 8,3<br />

ISO3200 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1401 / 1032 / 1,0 / 0,8 / 8,7 1397 / 896 / 1,0 / 1,5 / 8,0<br />

ISO6400 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1348 / 910 / 1,5 / 1,0 / 8,7 1328 / 740 / 1,6 / 1,9 / 7,7<br />

ISO12800 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1301 / 772 / 2,1 / 1,1 / 8,0 1282 / 588 / 2,4 / 2,1 / 7,3<br />

ISO25600 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1189 / 684 / 3,2 / 1,6 / 7,0 1191 / 451 / 2,8 / 2,7 / 6,3<br />

ISO51200 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1045 / 369 / 3,9 / 2,6 / 6,0 1002 / 295 / 1,2 / 4 / 5,3<br />

ISO102400 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1033 / 266 / 5,9 / 3,7 / 5,7 802 / 255 / 1,2 / 7,1 / 4,0<br />

ISO204800 Auflösung/DL/Kurtosis/Rauschen/Dynamik 1030 / 160 / 6,0 / 6,2 / 4,7 846 / 212 / 1,1 / 12,7 / 2,7<br />

Farbgenauigkeit (DeltaE) ISO100/400/1600/6400 10,5 / 10,6 / 10,6 / 11,0 9,8 / 9,9 / 9,9 / 10,1<br />

Weißabgleich Tageslicht/Blitz 1 DeltaRGB / 1 DeltaRGB / –<br />

Bildqualität ISO100/400/800/1600/<br />

3200/6400<br />

36 / 34,5 / 30,5 / 28 /<br />

25 / 21,5 Punkte<br />

34 / 32 / 29 / 25 /<br />

19,5 / 15 Punkte<br />

Bedienung/Performance<br />

mögliche Bildserie bei max. Auflösung JPG 11,0 B/s, 82 Bilder in Serie 10,2 B/s, 62 Bilder in Serie<br />

mögliche Bildserie bei max. Auflösung RAW 11,0 B/s, 39 Bilder in Serie 10,1 B/s, 56 Bilder in Serie<br />

Einschaltverzögerung 0,3 s 0,2 s<br />

AF Zeit bei 1000/30 Lux/Live-View (max. 10 Punkte) 0,27 / 0,3 / 0,92 s 7 Punkte 0,26 / 0,24 / 0,85 s 7,5 Punkte<br />

Ausstattung/Lieferumfang (max. 15 Punkte) 13,0 Punkte 13,0 Punkte<br />

Ausstattung/Performance (max. 25 Punkte) 20 Punkte 20,5 Punkte<br />

Gesamtpunktzahl (max. 100 Punkte) 60 Punkte<br />

14,5 Pkt. über Durchschnitt<br />

56,5 Punkte<br />

11 Pkt. über Durchschnitt<br />

Neue<br />

D4-Messung<br />

Beim Vergleich der Nikon D4/D4s-Bilder<br />

sind wir auf einen Fehler in der<br />

alten D4-Messung gestoßen: Offensichtlich<br />

hat eine kamerainterne<br />

Lichter anhebung zu leichten Verläufen<br />

in den Rauschtestfeldern des dafür genutzten<br />

hochkontrastigen Durchlichttestcharts<br />

geführt. Für die Nachmessung<br />

haben wir nun ein Aufsichtschart<br />

ausgewertet. So sind die Felder homogen,<br />

aber die Ergebnisse stammen damit<br />

von einer anderen Vorlage als üblich,<br />

was ebenfalls unschön ist. Die<br />

Nikon D4s zeigt – wie alle Kameras –<br />

die D4-Auffälligkeiten im Durchlichtchart<br />

nicht, sodass die D4s-Werte<br />

uneingeschränkt mit denen anderer<br />

Kameras vergleichbar sind.<br />

Fazit<br />

Sabine<br />

Schneider<br />

Im Fall der<br />

Nikon D4-Modelle<br />

geht es<br />

nicht um maximale<br />

Auflösung,<br />

sondern<br />

um gute<br />

Qualität bei<br />

hohen ISO-<br />

Werten, sowie<br />

eine<br />

maximale Treffsicherheit bei<br />

bewegten Motiven. Beide Aufgaben<br />

erledigt die Nikon D4s<br />

noch etwas besser als die D4.<br />

Der Autofokus bleibt nun auch<br />

bei maximaler Serienbildgeschwindigkeit<br />

aktiv und folgt<br />

bewegten Motive mit höherer<br />

Genauigkeit. Bei hohen Empfindlichkeiten<br />

liefert die D4s<br />

nun noch weniger Rauschen<br />

und erhält Details besser.<br />

121


NEWS UND TRENDS<br />

Vollformat für<br />

Ähnlichkeiten: Äußerlich<br />

ähnelt die A7S stark ihren<br />

Geschwistern. Auch<br />

sie hat einen 0,5 Zoll<br />

großen elektronischen<br />

OLED-Sucher mit 100%<br />

Bildfeldabdeckung.<br />

Die A7S ist die dritte spiegellose Vollformat-Sony. Anders<br />

als bei der A7 und der A7R liegen ihre Stärken nicht in der<br />

Auflösung, sondern ganz klar in der Empfindlichkeit: Der<br />

Vollformatsensor mit einer Auflösung von 12,2 Megapixeln<br />

arbeitet in einem ISO-Bereich von 50 <strong>bis</strong> 409 600. In<br />

Zusammenarbeit mit dem integrierten Bionz-X-Bildprozessor<br />

soll die Sony A7S rauscharme Fotos <strong>bis</strong> in höchste<br />

Empfindlichkeitsstufen machen können.<br />

Beim Autofokus setzte Sony auf die von der A7R bekannte<br />

Lösung: ein Kontrast-AF-System mit 25 Messpunkten.<br />

Allerdings wurden einige Verbesserungen daran vorgenommen.<br />

So soll der „Fast Intelligent Autofokus“ Motive<br />

<strong>bis</strong> zu einem Lichtwert von -4 EV erfassen können. Auch<br />

die Nachverfolgung bewegter Objekte wurde optimiert. Es<br />

bleibt zu hoffen, dass Sony auch bei der Geschwindigkeit<br />

nachgebessert hat, denn im Test fiel die A7R mit recht langen<br />

Fokussier zeiten auf.<br />

Äußerlich ähnelt die A7S stark ihren Geschwistern. Auch<br />

sie kommt mit dem 0,5 Zoll großen elektronischen OLED-<br />

Sucher mit 100% Bildfeldabdeckung, der schon im A7/<br />

A7R-Test überzeugen konnte. Die Bildkontrolle erfolgt<br />

am neigbaren 3-Zoll-Monitor mit einer Auflösung von<br />

307 200 RGBW-Pixeln. Das schlanke, spritzwassergeschützte<br />

Magnesiumgehäuse bietet einen guten Halt. Am<br />

Bedienkonzept mit vielen Tasten und Einstellrädern für<br />

schnelle Zugriffe wurde ebenfalls nichts verändert. Nach<br />

wie vor sind WLAN und NFC mit dabei.<br />

Vieles hat sich aber bei der Videofunktion getan, so zum<br />

Beispiel die 4K-Fähigkeit. Die Kamera kann Videos und<br />

Bilder mit einer maximalen Auflösung von 3840 x 2160<br />

Pixeln und 4:2:2-Farbabtastung über HDMI unkomprimiert<br />

an externe Geräte weitergeben. Auf die Karte in der<br />

Kamera speichern geht allerdings nicht – dabei ist man<br />

auf externe Lösungen angewiesen. Full-HD-Videos<br />

macht die Kamera mit maximal 60 Vollbildern pro Sekunde,<br />

bei HD-Auflösung von 1280 x 720 sind sogar 120 Vollbilder<br />

möglich. Laut Sony ist die A7S auch die erste Digitalkamera<br />

mit Full-Pixel-read-out-Funktion (bei 24p und<br />

25p), in der der Bildsensor während der Videoaufnahmen<br />

Pixel für Pixel vollständig auslesen kann. Last but not<br />

least: <strong>Von</strong> der hohen Empfindlichkeit des Sensors profitieren<br />

auch Videofilmer. Ihnen steht der ISO-Bereich 200<br />

<strong>bis</strong> 409 600 zur Verfügung. Speziell für die Videoanwendung<br />

kündigt Sony auch das neue Vollformat-Zoom FE<br />

122


die Nacht<br />

Sony A7S<br />

4/28–135 mm an, das zur Zeit noch in der Entwicklung ist. Wann<br />

die Sony A7S auf den Markt kommt, ist noch nicht klar: Sony<br />

spricht von Sommer. Auch der Preis steht noch nicht fest.<br />

www.sony.de<br />

whe<br />

Der Vollformatsensor<br />

mit einer Auflösung<br />

von 12,2 Megapixeln<br />

arbeitet im<br />

ISO-Bereich von 50<br />

<strong>bis</strong> 409 600.<br />

GERÄT<br />

Sony<br />

A7S<br />

Bildsensor 12,2 MP, Exmor CMOS, 35,6 x 23,8<br />

Empfindlichkeit ISO auto 100-102 400, man 50-409 600<br />

Dateiformat<br />

JPEG, RAW (14 bit) RAW+JPEG<br />

Video<br />

4K: 3840x2160 p30, Full HD: 1080p60, Stereo<br />

Fokussierung Kontrast-AF 25 Punkte, Mitten, Spot, Tracking-AF, Gesichtserkennung, MF<br />

Belichtungsmessung 1200-Zonen-Mehrfeld, mittenbetont, selektiv, Spot<br />

Belichtungssteuerung P, Tv, Av, M, Motivprogramme, Kontrastoptimierung, Belichtungsreihen<br />

Monitor<br />

3-Zoll-LCD, 307 200 RGBW-Pixel, neigbar +90°/-45°, 100% Bildfeld<br />

Sucher 0,5-Zoll EVF, OLED, 786 432 RGB-Pixel, 100% Bildfeld, 0,71x<br />

Sonstige Ausstattung Magnesiumgehäuse, Spritzwasserschutz, Sensorreinigung,<br />

System-Blitzschuh, HDMI, WLAN, NFC, Schwenkpanorama<br />

Maße und Gewicht 127 x 94 x 48 mm, 489 g<br />

Preis k. A.<br />

Am Bedienkonzept<br />

mit vielen Tasten<br />

und Einstellrädern<br />

hat sich nichts geändert.<br />

123


NEWS UND TRENDS<br />

Mit<br />

Pentax 645Z<br />

Format<br />

Beim Gehäuse und den<br />

Bedienelementen hält Pentax<br />

am Bewährten fest.<br />

Hier und da wurde die Tastenbelegung<br />

angepasst -<br />

doch insgesamt bleibt das<br />

Bedienkonzept vertraut.<br />

Pentax hält am Mittelformat-Konzept fest und stellt mit der<br />

645Z für 8000 Euro einen Nachfolger der 645D vor. Der neue<br />

Sensor kommt ohne Anti-Alaising-Filter und bietet mit 51,4<br />

Megapixeln eine noch höhere Auflösung als der Vorgänger<br />

mit 40 MP – auf einer Sensorfläche von 43,8 x 32,8 mm. Dank<br />

des neuen Bildprozessors „PRIME III“ konnte Pentax den<br />

Empfindlichkeitsbereich auf ISO 100 <strong>bis</strong> 204 800 deutlich erweitern<br />

sowie das Arbeitstempo der Pentax 645Z insgesamt<br />

beschleunigen: Jetzt schafft sie maximal 3 JPEG Aufnahmen<br />

pro Sekunde und 30 Bilder in Folge.<br />

Das AF-System bietet eine Phasenerkennung mit 27 Feldern,<br />

davon 25 Kreuzsensoren, und arbeitet ab -3 EV. Alternativ<br />

kann der Fotograf im Live-View-Modus den Kontrast-AF nutzen.<br />

Dabei erleichtert Fokus-Peaking und eine Lupen-Funktion<br />

mit <strong>bis</strong> zu 16x-Zoom das manuelle Scharfstellen. Der<br />

Verschluss ist für 100 000 Auslösungen ausgelegt und erlaubt<br />

Belichtungen von 1 /4000 <strong>bis</strong> 30 s. Die Pentax 645Z beherrscht<br />

nun auch Video: Filmen können Fotografen mit 1920x1080<br />

Pixeln und 30 Vollbildern pro Sekunde sowie Stereoton.<br />

Das Gehäuse behält die schon von der 645D bekannten Formen.<br />

Insgesamt bietet die Neue weniger Tasten, dafür mehr<br />

Doppelbelegungen, aber die wichtigsten Elemente findet man<br />

an vertrauter Stelle. Die auffälligste Neuerung ist der leicht<br />

größere und nun auch schwenkbare 3,2-Zoll Monitor mit<br />

345 666 RBB-Pixeln Auflösung und einer speziell gehärteten<br />

kratzresistenten Oberfläche. Nach wie vor verbaut Pentax in<br />

der 645Z einen 98% Prisma-Sucher mit einer eff. Vergrößerung<br />

von 0, 76. Auch bleibt das aus Magnesiumlegierung sowie Alu<br />

gefertigte Gehäuse mit 76 Dichtungen gut für Außeneinsätze<br />

gerüstet. Bis -10 Grad soll die Kamera funktionsfähig bleiben.<br />

Für die schnelle Datenübertragung sorgt ein USB-3.0-Anschluss.<br />

Die Bilder speichert die 645Z auf SDXC- oder Flu-<br />

Cards. Flu-Cards ermöglichen eine WLAN Verbindung zu PC,<br />

Tablet oder Smartphone. So lassen sich Bilder weiterleiten,<br />

Live-View von der Kamera übertragen oder auch die Einstellungen<br />

der Kamera steuern.<br />

Die neue Pentax soll ab Juli für knapp 8000 Euro erhältlich sein<br />

und somit günstiger werden als die 645D bei der Markteinführung.<br />

Daneben bietet Pentax auch ein Kit-Paket mit dem<br />

55-mm-Objektiv für 9000 Euro an.<br />

www.ricoh-imaging.de<br />

whe<br />

GERÄT<br />

Bildsensor<br />

Pentax<br />

645Z<br />

51,4 Megapixel, 43,8 x 32,8 mm CMOS, 8265 x 6192 Pixel<br />

Empfindlichkeit Auto und manuell: ISO 100-204 800<br />

Dateiformat<br />

Video<br />

Fokussierung<br />

Belichtungsmessung<br />

Belichtungssteuerung<br />

Verschluss/Zeiten<br />

Serienbilder<br />

Monitor<br />

Sucher<br />

Sonstige Ausstattung<br />

Objektivanschluss<br />

Maße und Gewicht<br />

Preis<br />

JPEG, TIFF, RAW (DNG und PEF) 14 bit<br />

1080p30, MPEG-4/H.264, Stereoton<br />

Phasen AF mit 27 AF-Feldern, davon 25 Kreuzsensoren; Live-<br />

View: Kontrast AF mit Gesichtserkennung, Fokus Peaking,<br />

Gesichtserkennung<br />

mittenbetont, Spot, Mehrfeld, ±5 Blenden<br />

Belichtungskorrektur<br />

P, Av, Tv,M<br />

Schlitz-Verschluss, 1/4000 <strong>bis</strong> 30 s, 1/125 Blitzsync, B<br />

JPEG: 3 B/s<br />

3,2-Zoll-TFT, schwenkbar, 345 666-RGB-Pixel<br />

SLR-Sucher, –, 98 %, 0,62 , eff. 0,76, auswechselbare<br />

Mattscheiben<br />

Sensorreinigung, Staubwarnung, digitale Filter, HDR, USB<br />

3.0, HDMI<br />

Pentax 645 AF2<br />

117 x 156 x 123 mm, 1550 g<br />

8000 Euro, Kit mit 55 mm 9000 Euro<br />

124


Samsung NX mini<br />

Mini-<br />

System<br />

Mit der NX Mini startet Samsung ein zweites System besonders<br />

kompakter spiegelloser Kameras mit 1-Zoll-Sensor<br />

und Wechselobjektiven ähnlich dem Nikon-1-System.<br />

Samsung stattet die 500 Euro teure NX Mini mit einem<br />

rückseitig belichteten 1-Zoll-BSI-CMOS-Sensor und 20,5<br />

Megapixeln aus. Ebenfalls neu sind das Bajonett und drei<br />

NX-M-Objektive, die nicht an herkömmlichen NX-Kameras<br />

einsetzbar sind. Für NX-Objektive gibt es jedoch einen<br />

Adapter auf die NX Mini. Bei den technischen Daten hält<br />

sich Samsung noch recht bedeckt. Immerhin lässt die kürzeste<br />

Belichtungszeit von 1 /16 000 einen elektronischen<br />

Verschluss vermuten. Das Kunststoffgehäuse der mini ist<br />

mit knapp unter 200 g sehr leicht und dazu auch schlank.<br />

Die Oberfläche imitiert Lederstruktur. Auf einen Sucher<br />

muss man verzichten, ein Blitz mit LZ4 ist aber eingebaut.<br />

Auch für Bedienelenemte bleibt wenig Platz, sodass die NX<br />

mini in dieser Hinsicht einer Kompaktkamera gleicht: Die<br />

wenigen Tasten – Einstellräder gibt es keine – konzentrieren<br />

sich auf der Rückseite und der Dachkappe rechts. Allerdings<br />

kann auch der Touch-Monitor zur Bedienung<br />

genutzt werden. Der Monitor ist zudem um 180 Grad<br />

drehbar. Wie auch die größeren NX-Modelle setzt die mini<br />

stark auf Vernetzung. Integriert sind WLAN und NFC.<br />

Gleichzeitig präsentiert Samsung eine neue Objektiv-<br />

Produktlinie: NX-M. Als erstes geht ein Weitwinkel 3,5/<br />

9 mm sowie ein Kit-Zoom 3,5–5,6/9–27 mm ED OIS an<br />

den Start. Eine weitere Festbrennweite 1,8/17 mm OIS soll<br />

folgen. Der Adapter für NX-Objektive kommt im Juli für<br />

150 Euro.<br />

Die Samsung NX mini kommt in Mint Green, Baby Pink,<br />

Black, White und Brown in den Handel. Kit mit Weitwinkelzoom:<br />

500 Euro, Kit mit 9-mm-Festbrennweite: 400<br />

Euro. Zum Lieferumfang gehört jeweils Adobe Lightroom 5.<br />

www.samsung.de<br />

whe<br />

GERÄT<br />

Samsung<br />

NX-M 3,5-5,6/<br />

9-27 mm ED OIS<br />

(24,3-72,9 mm KB)<br />

Samsung Samsung<br />

NX-M 3,5/9 mm ED NX-M 1,8/17 mm<br />

(24,3 mm KB) OIS (45,9 mm<br />

KB)<br />

Format Samsung NX-M Samsung NX-M Samsung NX-M<br />

Linsen/Gruppen 9/8 6/5 8/5<br />

Naheinstellgrenze 0,14 m 0,11 m 0,18 m<br />

Bildwinkel 83,4° <strong>bis</strong> 33,1° 83,4° 50,5°<br />

Filterdurchmesser 39 mm – 39 mm<br />

Fokussierung k.A. k.A. k.A.<br />

Bildstabilisator Bildstabilisator – Bildstabilisator<br />

Maße, Gewicht 50 x 30 mm, 73 g 50 x 13 mm, 31 g 50 x 28 mm, k.A.<br />

Anschlüsse NX-M NX-M NX-M<br />

Preis k.A. k.A. k.A.<br />

GERÄT<br />

Samsung<br />

NX mini<br />

Bildsensor 20,5 Megapixel BSI<br />

CMOS-Sensor, 13,2 x 8,8<br />

mm, 5472 x 3648 Pixel<br />

Empfindlichkeit ISO auto 160 – 12 800,<br />

man. 100 – ISO 25 600,<br />

ISO auto wählbar<br />

Dateiformat JPEG, RAW, RAW+JPEG,<br />

Video<br />

1920 x 1080p30, MP4<br />

(AVC/H.264)<br />

Fokussierung k.A.<br />

Belichtungs- k.A.<br />

messung<br />

Belichtungssteuerung<br />

Verschluss/Zeiten<br />

Serienbilder<br />

Monitor<br />

Sucher –<br />

Sonstige Ausstattung<br />

Objektivanschluss<br />

Maße/Gewicht<br />

Preis<br />

Motivprogramm, P (Shift),<br />

Av, Tv, M<br />

1/16000 – k.A.<br />

6 Bilder/s<br />

3 Zoll Touchscreen-Monitor,<br />

153 600 RGB-Bildpunkte;<br />

drehbar<br />

int. Blitz LZ 4 (ISO100),<br />

WLAN, NFC<br />

Samsung NX<br />

110 x 62 x 23 mm, 196 g<br />

500 Euro (mit Zoom)<br />

125


NEWS UND TRENDS<br />

Mit AF:<br />

Leica-T-SystemLeica T<br />

GERÄT<br />

Leica<br />

Summicon-T<br />

2/23 mm ASPH.(35 mm KB)<br />

Format APS-C APS-C<br />

Linsen/Gruppen 9/6 10/7<br />

Naheinstellgrenze 0,3 m 0,3<br />

Bildwinkel 64° 75 - 28°<br />

Filterdurchmesser 52 mm 52 mm<br />

Fokussierung k. A. k. A<br />

Bildstabilisator – –<br />

Durchmesser x Länge, 63 x 37 mm, 154 g 63 x 60 mm, 256 g<br />

Gewicht<br />

Anschlüsse Leica T Leica T<br />

Preis 1600 Euro 1450 Euro<br />

Leica<br />

Vario-Elmar-T 3,5-5,6/18-56 mm<br />

ASPH. (27-84 mm KB)<br />

Gerüchte um ein neues Leica-System mit Autofokus<br />

kursierten schon etwas länger, und nun ist es offiziell:<br />

Leica stellt unter der Bezeichnung „T“ ein neues spiegelloses<br />

System vor. Das T-Konzept scheint hauptsächlich<br />

junge Fotoeinsteiger im Auge zu haben. Das Herzstück<br />

der Leica T ist ein neu entwickelter 16-Megapixel-<br />

CMOS-Sensor im APS-C-Format. Seine Empfindlichkeit<br />

bewegt sich im Bereich von ISO 100 <strong>bis</strong> 12 500.<br />

Die Kamera arbeitet mit Kontrast-AF und bietet neben<br />

Spot-, Mehrfeldmessung und Gesichtserkennung auch<br />

die 1-Punkt-Option zur besonders prä zisen Scharfstellung.<br />

Äußerlich gibt sich die in Zusammenarbeit mit Audi<br />

entworfene Kamera zurückhaltend. Das robuste und mit<br />

knapp unter 400 g relativ leichte Gehäuse ist aus einem<br />

Stück Aluminium hergestellt: Die Formen sind klar und<br />

fließend. Die Rückseite wird von einem 3,7-Zoll-Touch-<br />

Monitor dominiert, der eine Auflösung von 409 920-<br />

RGB-Punkten hat. Einen Sucher bietet die Kamera zwar<br />

nicht, es gibt jedoch die Möglichkeit, einen optional<br />

erhältlichen Sucher am Zubehörschuh anzudocken.<br />

Mit zwei Wahlrädern an der Oberseite und zwei weiteren<br />

Funktionstasten, von denen eine für Video-Start/<br />

Stop reserviert ist, bietet die Leica T nur wenige Direktzugriffsmöglichkeiten.<br />

Bei der Bedienung soll laut Leica<br />

ohnehin der Touch-Monitor die zentrale Rolle spielen.<br />

Dank eines neu entwickelten Bedienkonzepts soll der<br />

126


GERÄT<br />

Leica T<br />

Bildsensor<br />

16 MP, CMOS, 23,6 x 15,7 mm APS-C<br />

Empfindlichkeit ISO auto und manuell 100-12 500<br />

Dateiformat<br />

JPEG, DNG, DNG + JPEG<br />

Video<br />

1080p30, MP4<br />

Fokussierung<br />

Kontrast-AF: 1-Punkt, Spot, Mehrfeld, MF,<br />

Gesichtserkennung<br />

Belichtungsmessung<br />

Belichtungssteuerung<br />

Mehrfeld, mittenbetont, Spot<br />

P, Tv, Av, M, Belichtungsreihen,<br />

Motivprogramm-Wahl<br />

Monitor<br />

3,7 Zoll, touch, 409 920 RGB-Bildpunkte<br />

Sucher –<br />

Sonstige Ausstattung Aluminium-Unibody, WLAN, Blitz LZ 4,5<br />

(ISO 100)<br />

Maße und Gewicht<br />

Preis<br />

134 x 69 x 33 mm, 384 g<br />

1500 Euro<br />

Fotograf die wichtigsten Einstellungen mit ein paar Monitorberührungen<br />

schnell verändern können. Dass die<br />

Wahlräder keinerlei Beschriftungen tragen, deutet auf<br />

eine flexible Funktionszuordnung hin. Spannend klingt<br />

die neue MyKamera-Funktion: Mit ihr kann der Fotograf<br />

die am häufigsten genutzten Einstellungen und Funktionen<br />

zu seinem persönlichen Menü zusammenfassen<br />

– und somit die Bedienung der Kamera individualisieren.<br />

Die Leica T ist auch die erste Leica mit einem WLAN-<br />

Modul. Damit lassen sich Bilder auf Tablets und Smartphones<br />

übertragen. Auch die Fernsteuerung der Kamera<br />

inklusive Einstellungen von Blende und Zeit ist<br />

möglich.<br />

Gleichzeitig mit der Kamera gehen zwei Objektive an<br />

den Start: Das Leica Vario-Elmar-T 3,5–5,6/18–56 mm<br />

Asph. ist ein typisches Standardzoom, das lichtstarke<br />

Leica Summicron-T 2/23 mm Asph. mit seiner Brennweite<br />

von äquivalenten 35 mm KB ein klassisches Reportage-Objektiv.<br />

Zur diesjährigen photokina will<br />

Leica zwei weitere Zoomobjektive für das T-System<br />

vorstellen: das Weitwinkelzoom Super-Vario-Elmar-T<br />

3,5–4,5/11–23 mm Asph. und das Telezoom Vario-<br />

Elmar-T 3,5–4,5/55–135 mm Asph. Allen Objektiven<br />

bescheinigt Leica hohe Abbildungskraft.<br />

Ergänzend zur Kamera und den Objektiven stattet<br />

Leica das neue System mit weiterem Zubehör aus, darunter<br />

diverse Taschen und Schutzabdeckun gen. Erwähnenswert<br />

ist der elektronische Aufstecksucher, der<br />

nur optional erhältlich sein wird. Er ist schwenkbar und<br />

hat eine GPS-Funktion eingebaut. Ebenfalls neu im<br />

Programm: das Blitzgerät SF 26, das man auch als LED-<br />

Leuchte einsetzen kann. Zur Anpassung eventuell vorhandener<br />

M-Objektive bietet Leica einen geeigneten<br />

Adapter, mit dem auch die automatische Belichtungsmessung<br />

möglich bleibt.<br />

Die Leica T wird für 1500 Euro erhältlich sein. Das Vario-<br />

Elmar-T 3,5–5,6/18–56 mm Asph. kostet 1450 Euro und<br />

das Summicron-T 2/23 mm Asph. 1600 Euro. Wie bei<br />

Leica üblich, liegt der Kamera eine Adobe-LR-Version<br />

bein.<br />

www.leica.de<br />

whe<br />

127


IMPRESSUM<br />

REDAKTION<br />

Bereichsleiter Foto, Chefredakteur:<br />

Werner Lüttgens (verantwortlich i. S. d. P.)<br />

Chef vom Dienst: Gisela Bean<br />

Titel-Layout: Sara D‘Auria<br />

Layout: Sara D‘Auria, Barbara Klinzer<br />

Digitale Bildbearbeitung: Barbara Klinzer<br />

Redaktion: Test und Technik: Werner Lüttgens (Ltg.), Annette<br />

Kniffler, Wadim Herdt; Fotopraxis (Ltg.): Karl Stechl, DGPh; News<br />

und Technik: Horst Gottfried; Ausstellungen Sabine Schneider,<br />

Textredaktion und Produktion: Gisela Bean<br />

Testinstitut: Image Engineering Dietmar Wüller<br />

Ständige Mitarbeiter: Henriette Struss, MedienBureau<br />

Biebel, Sauer & Ernst, Malte Neumann, Heico Neu meyer,<br />

Maximilian Weinzierl, Harald Sayffaerth, Christian Rottenegger,<br />

Sabine Schmitt, Reinhard Merz, Maximilian Mutzhas<br />

Anschrift der Redaktion: Richard-Reitzner-Allee 2,<br />

D-85540 Haar bei München, Tel. 089 25556-1111,<br />

Fax 089 25556-1620, redaktion@colorfoto.de<br />

(Das fcMAGAZIN erscheint vierteljährlich)<br />

ANZEIGENABTEILUNG<br />

Director Marketing & Sales B2B:<br />

Martin Schmiedel<br />

Head of Sales Foto:<br />

Peter Elstner, Tel. 08344 9217057,<br />

pelstner@wekanet.de<br />

Head of Sales Corporate Publishing &<br />

Lifestyle:<br />

Richard Spitz, Tel. 089 25556-1108,<br />

rspitz@wekanet.de<br />

Head of Digital Sales:<br />

Christian Heger, Tel. 089 25556-1162,<br />

cheger@wekanet.de<br />

International Representatives UK/Ireland/France:<br />

Huson International Media, Ms Lauren Palmer, Cambridge<br />

House, Gogmore Lane, Chertsey, GB - Surrey KT16 9AP,<br />

phone: 0044-1932-564999, fax 0044-1932-564998,<br />

lauren.palmer@husonmedia.com<br />

USA/Canada - West Coast: Huson International Media (Corporate<br />

Office), Ms Allison Padilla, Pruneyard Towers, 1999 South<br />

Bascom Avenue, Suite #450, USA – Campbell, CA 95008,<br />

phone: +1 408 8796666, fax: +1 408 8796669,<br />

allison.padilla@husonmedia.com<br />

USA/Canada - East Coast: Huson International Media,<br />

Mr Jorge Arango, The Empire State Building, 350 5th Avenue,<br />

Suite #4610, USA - New York, NY 10118,<br />

phone: 001-212-2683344, fax: 001-212-2683344,<br />

jorge.arango@husonmedia.com<br />

Korea: Young Media Inc., Mr Young J. Baek, 407 Jinyang<br />

Sangga, 120-3 Chungmuro 4 ga, Chung-ku, Seoul, Korea 100-<br />

863, phone: 00 82-2-22 73-48 18, fax: 00 82-2-22 73-48 66,<br />

ymedia@ymedia.co.kr<br />

Anzeigendisposition: Nelli Schulz, Tel. 089 25556-1483,<br />

nschulz@wekanet.de<br />

Sonderdrucke: Peter Elstner, Tel. 08344 9217057,<br />

pelstner@wekanet.de<br />

Anzeigengrundpreise: Es gilt die Preisliste Nr. 2 vom<br />

01. 01. 2014<br />

VERLAG<br />

Leitung Herstellung: Marion Stephan<br />

Vertrieb Handel: MZV Moderner Zeitschriften Vertrieb<br />

GmbH & Co. KG, Ohmstraße 1, 85716 Unterschleißheim,<br />

Postfach 1232, 85702 Unterschleißheim, Tel. 089 31906-0,<br />

Fax 089 31906-113, MZV@mzv.de<br />

Abonnementservice/Einzelheftbestellungen: Burda<br />

Direct GmbH, Postfach 180, 77649 Offenburg, ein Hubert<br />

Burda Media Unternehmen, Telefon (07 81) 6 39 45 48,<br />

Fax (07 81) 6 39 454 9, Email: weka@burdadirect.de,<br />

Bestell-Email: weka-bestell@burdadirect.de<br />

Einzelheft: 12,80 €; Jahresabonnement: 27,90 €, EU-Ausland<br />

35,60 €, Schweiz 55,80, sFr. Studenten erhalten gegen<br />

Vorlage einer Immatrikulationsbescheinigung 10% Nachlass<br />

auf den Abopreis.<br />

Höhere Gewalt entbindet den Verlag von der Lieferungspflicht,<br />

Ersatzansprüche können nicht anerkannt werden. Alle Rechte<br />

vorbehalten.<br />

© by WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH. Die Zeitschrift und alle in<br />

ihr ent hal tenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt.<br />

Mit Aus nah me der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine<br />

Verwertung ohne Einwilligung des Verlags strafbar. Für unverlangt<br />

eingesandte Manuskripte und Bilder übernimmt der Verlag keine<br />

Haftung. Anspruch auf Ausfall honorar, Archivgebühren und dergl.<br />

besteht nicht. Erfüllungsort und Gerichtsstand ist München.<br />

Geschaftsführer: Wolfgang Materna, Kai Riecke,<br />

Werner Mützel<br />

Anschrift des Verlags:<br />

WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH,<br />

Richard-Reitzner-Allee 2,<br />

D-85540 Haar bei München,<br />

Tel. (089) 255 56-1000, Fax (0 89) 255 56-16 20<br />

DRUCK<br />

Stürtz GmbH, Alfred-Nobel-Straße 15,<br />

97080 Würzburg<br />

128


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und gute Reflexe die<br />

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vom Motorradsport.<br />

Fotograf: Martin Pluskota<br />

<strong>Vorschau</strong><br />

Am<br />

29. August 2014 erscheint das<br />

neue <strong>fotocommunity</strong>MAGAZIN 4/2014<br />

Unterwasser<br />

Der Einstieg in die<br />

Unterwasserfotografie<br />

muss nicht teuer sein.<br />

fc-Fotograf Reinhard<br />

Arndt gibt Tipps<br />

zu Aus rüstung, Aufnahmetechniken,<br />

Taucharealen und<br />

Bild bearbeitung.<br />

Fotograf: Reinhard Arndt<br />

Porträts<br />

Die Porträts von Lotta<br />

van Droom erzählen<br />

Geschichten. Allen<br />

ihren Fotografien gemeinsam<br />

ist die surreale<br />

Bildgestaltung,<br />

die tiefe und geheimnisvolle<br />

Emotionen<br />

ausdrückt.<br />

Fotografin: Lotta van Droom<br />

Ohne Titel<br />

Portfolios<br />

Architekturfotografie<br />

Jürgen Schrepfer<br />

Natur- und Landschaftsaufnahmen<br />

Uschi Wolters<br />

Fotopraxis<br />

Software für die Bildbearbeitung<br />

Bildgestaltung<br />

Produkte<br />

Kamera-Anwendung<br />

Kameras im Praxiseinsatz<br />

Kameratests<br />

Neue Modelle im Test<br />

Produktneuvorstellungen<br />

Kameras und Objektive<br />

Service<br />

Aktuelle Ausstellungen<br />

Buchtipps<br />

Aus der <strong>fotocommunity</strong><br />

Foto-Wettbewerb<br />

Creativ-Wettbewerb<br />

Thema „Rot“<br />

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eines Bezugsjahres jederzeit wieder kündigen. Wenn ich COLORFOTO nicht weiter beziehen möchte, genügt ein kurzes Schreiben <strong>bis</strong> 3 Wochen vor Ablauf des Miniabos (Datum<br />

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WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH,<br />

Richard Reitzner-Allee 2, 85540 Haar,<br />

Handelsregister München, HRB 154289<br />

Ich bin damit einverstanden – jederzeit widerruflich –, dass mich der Verlag WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH<br />

künftig per E-Mail und telefonisch über interessante Vorteilsangebote sowie die seiner Werbepartner informiert.<br />

Datum<br />

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Unterschrift<br />

Ändert sich meine Adresse, erlaube ich der Deutschen Post AG, dem Verlag meine neue Anschrift mitzuteilen. Die Prämie wird nach erfolgter Bezahlung des Abo-Preises zugesandt. Sie haben ein gesetzliches<br />

Widerrufsrecht, die Belehrung können Sie unter www.colorfoto.de/abo/widerruf abrufen. Die Bestellung können Sie <strong>bis</strong> 14 Tage nach Erhalt des ersten Heftes widerrufen, z.B. schriftlich an COLORFOTO Kundenservice,<br />

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