Wichtiges zur Ausbildung zum/r Altenpflegehelfer(in) in Thüringen

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Wichtiges zur Ausbildung zum/r Altenpflegehelfer(in) in Thüringen

Wichtiges zur Ausbildung zum/r Altenpflegehelfer(in) in Thüringen

Steigende Lebenserwartung, häufiges Erreichen eines hohen Alters und veränderte Familienstrukturen führen zu

erhöhten Bedarf an professionellen Pflege- und Betreuungsleistungen. In dieser Situation liegt für den

Dienstleistungsbereich Pflege die Chance, junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen.

Pädagog(inn)en, die in der beruflichen Orientierung und Vorbereitung arbeiten, haben die Möglichkeit, auch junge

förderungsbedürftige Menschen an das Beschäftigungsfeld Pflegehilfe heranzuführen, z.B.

• Schüler(in)-Betriebs-Praktika (in Kooperation mit einer Pflegeeinrichtung)

• Berufsorientierungsprojekte des Landes Thüringen „Berufsstart Plus“, „Berufspraxis erleben“ im

Berufsfeld Gesundheit/Soziales oder Ernährung/Hauswirtschaft oder andere Berufsorientierungsprojekte

• Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen nach §§ 51, 53 SGB III (BvB) im Berufsfeld

Gesundheit/Soziales etc.

In der Bundesrepublik gibt es wenige (vor-)berufliche Projekte im Bereich Pflege für förderungsbedürftige junge

Menschen. Einige Projekte aus den Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Niedersachsen,

Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg werden unter vorgesellt:

http://www.jbhth.de/weiterbildung/keep.html

Gesetzliche Grundlage für die einjährige Ausbildung zum/r Altenpflegehelfer(in) in Thüringen bildet das

Thüringer Pflegehelfergesetz. Es bezieht sich auf die zwei Bildungsgänge Altenpflegehilfe sowie

Gesundheits- und Krankenpflegehilfe (einjährige Berufsfachschule).

Der § 13 ThürPflHG regelt die Zugangsvoraussetzungen: (1) Voraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung:

1. der Realschulabschluss oder eine andere gleichwertige abgeschlossene Schulbildung oder

2. der Hauptschulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung, zusammen mit

a) dem erfolgreichen Besuch der einjährigen Berufsfachschule im Bereich Gesundheit/Soziales o.

b) einer abgeschlossenen Berufsausbildung mit einer Ausbildungsdauer von mindestens 2 Jahren oder

c) einer mindestens zweijährigen hauptberuflichen Tätigkeit mit pflegerischem Bezug in Einrichtungen

der Alten-/Krankenpflege, auf die abgeleistete Besc häftigungszeiten im Bundesfreiwilligendienst

und im Freiwilligen Sozialen Jahr mit pflegerischem Bezug angerechnet werden, und

3. die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs.

Die zuständige Behörde, das Thüringer Landesverwaltungsamt, (Weimarplatz 4 in Weimar) kann Ausnahmen

von Absatz 1 zulassen, wenn die Bewerbenden einen dem nach Absatz 1 geforderten gleichwertigen

Bildungsstand oder beruflichen Werdegang nachweisen können.

Die Ausbildung dauert ein Jahr und schließt mit dem staatlich anerkannten Abschluss „Altenpflegehelfer(in)“

oder „Gesundheits- und Krankenpflegerhelfer(in)“. Die Ausbildung umfasst den theoretischen und praktischen

Unterricht im Umfang von 600 Unterrichtstunden und die fachpraktische Ausbildung im Umfang von 1.000

Unterrichtsstunden (max. Fehlzeit: 10 %, Ausgleich bes. in der praktischen Ausbildung kompliziert).

Die Ausbildung soll dazu befähigen

• die übertragenen Aufgaben der Grundpflege eigenständig zu verrichten

• der Pflegekraft bei der Anwendung spezifischer Pflegekonzepte zu assistieren oder diese Aufgaben

nach Anweisung eigenständig auszuführen

• die Pflegekraft bei der Durchführung der Behandlungspflege zu unterstützen

• lebensrettende Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen der Pflegekraft oder eines Arztes einzuleiten

• ausgeführte pflegerische Leistungen ordnungsgemäß zu dokumentieren

Vor einer Ausbildung zum/r Altenpflegehelfer(in) sollte ein Praktikum in einer Pflegeeinrichtung absolviert werden!


Die Auszubildenden schließen einen Ausbildungsvertrag mit einer Ausbildungsstätte ab (stationäre

Einrichtung im Sinne des Heimgesetzes, ambulante Pflegeeinrichtung oder Krankenhaus). Die Ausbildungsstätte

zahlt an die Auszubildenden eine Ausbildungsvergütung (ca. zw. 500 – 800 €/Monat). Die Einrichtungen der

fachpraktischen Ausbildung stellen die Praxisanleitung durch geeignete Pflegefachkräfte und

Praxisanleiter(innen) sicher.

Folgende praktische Ausbildungsstunden sind von den Auszubildenden zu leisten (Gesamtstundenzahl

1.000):

Schüler(innen) mit einem Ausbildungsvertrag in einer stationären Einrichtung nach § 1 Heimgesetz

in einer stationären Altenpflegeeinrichtung (760 Stunden)

in einer ambulanten Pflegeeinrichtung (120)

in einem Krankenhaus(120)

in einer ambulanten Einrichtung im Sinne des § 71 Abs. 1 SGB XI

in einer ambulanten Altenpflegeeinrichtung (760 Stunden)

in einer stationären Altenpflegeeinrichtung (120)

in einem Krankenhaus (120)

in einem Krankenhaus im Sinne des § 107 Abs. 1 SGB V

in einer stationären Krankenpflegeeinrichtung (760 Stunden, davon Chirurgie 380; Innere Medizin 380)

in einer ambulanten Pflegeeinrichtung (120)

in einer stationären Altenpflegeeinrichtung (120)

Die Anmeldung zum Unterricht erfolgt durch die Auszubildenden - an einer Staatlichen Berufsbildenden Schule

für Gesundheit und Soziales oder einer Schule in freier Trägerschaft (ggf. monatliches Schulgeld). In Thüringen

gibt es ca. 25 „Altenpflegeschulen“, nicht jede Schule bietet die Helfer-Ausbildung an! Fragen Sie vor Ort nach,

ob sich zum Schuljahr eine Pflegehelfer(innen)-Klasse bildet. Eine Liste mit Altenpflegeschulen finden Sie unter:

http://www.altenpflegeausbildung.net/altenpflegeschulen/ueberblick-altenpflegeschulen/altenpflegeschulen.html

Thüringer Schulen Altenpflegehilfe (unter Vorbehalt):

• Berufsbildende Schule Gesundheit und Soziales Gera und Saalfeld

• Innova Sozialwerk Altenburg, Kyffhäuser-Paracelsus-Schule Bad Frankenhausen, Akademie für

Gesundheits- und Sozialberufe Bad Liebenstein, Bildungswerk für Gesundheitsberufe Erfurt, VHS

Bildungswerk Thüringen Gotha, Euro-Schulen Pößneck, Diakonisches Bildungsinstitut Johannes Falk

Holzdorf/Weimar, Sozialakademie Sangerhausen

Die Ausbildung beginnt immer zum 1. Sep. Die Schulen stellen die Praxisbegleitung sicher, um die

fachpraktische Ausbildung zu betreuen und die für die Praxisanleitung zuständigen Pflegefachkräfte zu beraten

(regelmäßige Treffen zw. Praxisanleiter/in und Praxisbegleiter/in, Austausch zu praktischen und

theoretischen Leistungen der Auszubildenden, Fehlzeiten etc.).

Die Ausbildungsinhalte werden in 5 Lernfeldern vermittelt:

LF 1: Pflegesituation bei alten und kranken Menschen wahrnehmen und bei Pflegemaßnahmen mitwirken

LF 2: Situationsgerecht kommunizieren

LF 3: In akuten Notfällen adäquat handeln

LF 4: Pflegehandeln an Qualitätskriterien, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausrichten

LF 5: Berufliches Selbstverständnis entwickeln und berufliche Anforderungen bewältigen

Die Abschlussprüfung: Der schriftliche Teil der Prüfung (120 Minuten) erstreckt sich auf die Themenbereiche

der Lernfelder 1 und 4, im Mai (bzw. Nov.). Der praktische Teil der Prüfung besteht aus der Pflege einer

Person (zwei Stunden) und einem Prüfungsgespräch (maximal 45 Minuten). Die Prüflinge weisen im Gespräch

nach, dass sie über die für die Betreuung und Pflege alter Menschen oder für die Versorgung kranker Menschen


erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen einer Pflegehilfskraft nach § 11 Abs. 2

ThürPflHG verfügen. Bei Nichtbestehen ist eine einmalige Wiederholung möglich, hierfür ist eine weitere

Teilnahme an der Ausbildung Voraussetzung.

Die erfolgreiche Teilnahme am Unterricht und an der fachpraktischen Ausbildung darf von der Schule nur

bestätigt werden, wenn in allen Lernfeldern und in den einzelnen Abschnitten der fachpraktischen Ausbildung die

Leistungen mindestens mit „ausreichend“ bewertet wurden.

Arbeitstätigkeiten einer Altenpflegehelfer(in) in einer stationären Einrichtung:

• Grundpflege

• Begleitung zu Gruppenarbeiten, Essensbegleitung

• Umgang mit Demenz, Gesprächsführung

• Hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Desinfektion, Wäscheverteilung

• Dokumentation (Pflegebericht, Protokoll)

Einstellung: In der stationären Altenhilfe arbeiten Pflegekräfte (mit dreijähriger Ausbildung) und Pflegehilfskräfte

(gelernt und ungelernt) in Teams. Im Heimgesetz wurde ein Anteil von 50% als Mindestanforderung für

Pflegekräfte festgelegt. Fachpraktiker(innen) Hauswirtschaft (alte Bezeichnung Hauswirtschaftshelfer/in) und

Kinderpfleger(innen) erfüllen z.B. die Zugangsvoraussetzungen zur Altenpflegehilfe-Ausbildung. Des Weiteren

können Hauswirtschaftshelfer(innen), Kinderpfleger(innen) in Pflegeeinrichtungen als Pflegehilfskräfte eingestellt

werden und eine spätere Weiterqualifizierung in der Altenpflegehilfe anstreben.

Arbeitsgebiete für Altenpflegehelfer(innen):

Ambulante Betreuungs- und

Teilstationäre Betreuungs- u.

Stationäre Betreuungs- und Pflegeangebote

Pflegeangebote

Pflegeangebote

Sozialstationen und ambulante Pflegedienste Tagespflege Alten- und Pflegeheime

Betreutes Wohnen oder Service-Wohnen Nachtcafé und Nachtpflege Krankenhäuser mit gerontopsychiatrischen Stationen

Ambulanter Hospizdienst Kurzzeitpflege Geriatrische Rehabilitationseinrichtungen

Ambulant betreute Wohngemeinschaften Geriatrisch-rehabilitative Tageskliniken Stationäre Hospize

Einkommen als Fachkraft Je nachdem, in welchem Arbeitsgebiet und bei welchem Träger der Einsatz der

Altenpflegerin/des Altenpflegers erfolgt, gibt es Unterschiede beim Einkommen. Für diejenigen, die im

öffentlichen Dienst arbeiten, errechnet sich der Verdienst nach dem TVöD (Tarifvertrag für den öffentlichen

Dienst). Kirchliche Träger vergüten nach den AVR (Arbeitsvertragsrichtlinien). Private Träger haben häufig einen

eigenen Haustarif oder vereinbaren das Gehalt mit den Mitarbeiter(inne)n. Mit zunehmender Berufserfahrung

erhöht sich in der Regel auch das Gehalt. Gegenwärtig beträgt das monatliche Bruttogehalt nach der

Entgeltgruppe E 7a TVöD B (Pflege- u. Betreuungseinrichtungen) 2.133 € (Berufseinsteiger/innen) bis 2.900 €

(Erfahrungsstufe 6 – nach 15 Berufsjahren). Hinzu kommen je nach Tarif- oder Arbeitsvertrag Schicht- und

Wochenendzulagen. Die Verdienstmöglichkeiten können außerdem durch entsprechende Weiterqualifizierungen,

zum Beispiel als Wohnbereichsleitung gesteigert werden.

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