Norbert Lieth - Missionswerk Mitternachtsruf

mnr.ch

Norbert Lieth - Missionswerk Mitternachtsruf

Vorsicht, Antichristen! ⁄ Ein auserwähltes Gefäss Gottes ⁄ Endzeitwahn?

Mitternachtsruf

Die internationale Zeitschrift über biblische Prophetie Nr. 01.2013

www.mnr.ch

Mit

Der Jude, der nicht

Gott sein darf

> Seite 7

Gott

Jesus Christus

ist Gott

> Seite 10

ins neue Jahr

Das Warten auf

Gottes «Berufung»

> Seite 20


36. Osterkonferenz

28.03. bis 01.04.2013

unter dem Generalthema:

Vater unser

Peter Malgo

führt durch das

Programm

Govert Roos

zeigt sich für das

musikalische Programm

verantwortlich

Vater unser, so lautet das Generalthema unserer diesjährigen Osterkonferenz.

Wir laden Sie herzlich dazu ein, an den überaus interessanten Vorträgen teil-

zunehmen, die dieses vielerorts fast vergessene Gebet, das Jesus Seine Jünger

lehrte, zur Grundlage haben. Eingehend wollen wir uns über die Passah- bzw.

Ostertage mit den verschiedenen Aspekten dieses Gebets beschäftigen.

Auch die Lieder sollen unter anderem besonders der Aussage «Dein Reich komme»,

die in diesem Gebet enthalten ist, Ausdruck geben.

Peter Malgo wird durch das Programm führen. Am Donnerstagabend wird

die Konferenz durch Thomas Lieth eröffnet, verbunden mit dem Abendmahl.

Der begabte ägyptische Evangelist Dr. Elia Morise, unser Bibellehrer und Mis-

sionar aus Bolivien Eberhard Hanisch und Norbert Lieth aus der Schweiz

werden jeweils drei Botschaften weitergeben.

Govert Roos

wird die verschiedenen musikalischen Beiträge arrangieren und

für den Samstagabend ein besonderes musikalisches Festprogramm zusammenstellen.

Während der Versammlungen (ausser am Samstagabend) werden die Kinder

betreut.

Hans-Jürgen Braun ist mit seinem rollenden Kindertreff und span-

nenden Geschichten wieder vor Ort.

Wir sorgen während dieser Tage auch für Ihr leibliches Wohl. Am Freitag,

Sonntag und Montag können Sie bei uns

gratis zu Mittag essen, sowie sich

am reichhaltigen Kuchenbuffet bedienen, Getränke inklusive.

Wir freuen uns auf Sie!


Norbert Lieth , Autor und Publizist,

ist 1955 in Deutschland geboren.

Zwischen 1978 und 1985 war er

auf verschiedenen Missionsbasen in

Südamerika tätig. Er ist verheiratet

und hat vier Kinder. Heute gehört er

dem Vorstand des Missionswerks

Mitternachtsruf an. Ein zentraler

Punkt seines weltweiten Verkündigungsdienstes

ist das prophetische

Wort Gottes.

Thomas Lieth wurde 1965 in

Deutschland geboren und absolvierte

1996 die Bibelschule «Neues

Leben-Seminar» im Westerwald. Seit

September 1996 ist Thomas Lieth

beim Missionswerk Mitternachtsruf

angestellt. Zu seinen Aufgaben

zählen auch die Verkündung in der

Gemeinde in Dübendorf und auch in

Deutschland. Thomas Lieth ist verheiratet

und Vater von fünf Kindern.

Eberhard Hanisch geb. 1955

in Rheinland-Pfalz, verheiratet, zwei

Kinder, kam in seiner Jugend durch

Radiosendungen zum Glauben an

Jesus Christus. Seit 1977 folgt er

seiner Berufung innerhalb des Missionswerks

Mitternachtsruf. Er arbeitet

seit 19 Jahren in der Kinderarbeit in

Bolivien und ist auch als Bibellehrer

und Verkündiger tätig.

Elia Morise ist Ägypter, seit

2012 freier Mitarbeiter des Missionswerks

Mitternachtsruf und

als Evangelist und Islamexperte

international unterwegs, besonders

in der arabischsprechenden

Welt. Er lebt mit seiner Familie in

Deutschland.

Donnerstag, 28. März, 20.00 Uhr

Eröffnungsgottesdienst mit Abendmahl

Thomas Lieth

Freitag, 29. März, 10.00 Uhr

Norbert Lieth

Freitag, 29. März, 14.00 Uhr

Eberhard Hanisch

Freitag, 29. März, 17.00 Uhr

Elia Morise

Samstag, 30. März, 19.00 Uhr

Musikalisches Festprogramm, Leitung: Govert Roos

Sonntag, 31. März, 10.00 Uhr

Elia Morise

Sonntag, 31. März, 14.00 Uhr

Eberhard Hanisch, Norbert Lieth

Montag, 1. April, 10.00 Uhr

Elia Morise, Eberhard Hanisch

Montag, 1. April, 14.00 Uhr

Norbert Lieth

Auch im Livestream:

live.mnr.ch

Grosser Büchertisch

mit vielen Neuheiten. Vortrags-CDs der Osterkonferenz

können direkt mitgenommen werden

Kinderbetreuung

(ausser Donnerstag und Samstag)

Auch Hans-Jürgen Braun mit seinem rollenden Kindertreff

wird wieder mit dabei sein!

Veranstaltungsort:

Zionshalle, Ringwiesenstr. 15, CH-8600 Dübendorf

www.mitternachtsruf.ch

Suchen Sie eine Unterkunft

während der Osterkonferenz?

Sollten Sie von weit her kommen, so haben Sie während dieser Tage

die Möglichkeit, bei uns im Begegnungszentrum, dem Maranatha-Haus,

zu übernachten. Es können mehrere Massenlager eingerichtet werden

und es gibt

fünf Doppelzimmer und vier Acht-Bett-Zimmer. Im

Maranatha-Haus besteht die Möglichkeit zum Frühstück. Sie können

Billard oder Tischfussball spielen oder es sich in einer Sitzecke mit

kleiner Bibliothek bequem machen. Wir bieten auch eine Wireless-

Internetverbindung an. Sollte kein Platz mehr sein, sind wir auf Wunsch

gerne bereit, für Sie ein Hotelzimmer zu reservieren (Preis je nach Lage

und Komfort, Hotel ist direkt nebenan).

Wir freuen uns auf die Gemeinschaft mit unseren Freunden von nah

und fern!

Haben Sie Fragen? Möchten Sie sich anmelden? Rufen Sie an unter

der Nummer: 0041 (0)44 952 14 68. Reservieren Sie rechtzeitig, denn

der Platz bei uns und im Hotel ist relativ früh ausgebucht.

Ihre Traude Klinner


Israel - immer wieder

ein besonderes

Erlebnis!

Beth-Shalom

Israelreisen 2013

«Den Fuss nach Israel zu setzen, heisst, den Fuss auf

das Gebiet einer Nation zu setzen, die mit einem Israel

vor Urzeiten gemachten Versprechen begann.» Daniel Pipes

Frühlingsreise

7. bis 18. April 2013

mit Samuel Rindlisbacher

P fi ngs treise

17. bis 29. Mai 2013

mit Norbert Lieth

Jugendreise

4. bis 16. August 2013

mit Nathanael Winkler

Herbstreise

6. bis 18. Oktober 2013

mit Thomas Lieth

Anmeldung & Infos

Schweiz:

Ringwiesenstrasse 12a

CH 8600 Dübendorf

Tel. 0041 (0)44 952 14 18

Fax 0041 (0)44 952 14 19

Deutschland:

Kaltenbrunnenstrasse 7

DE 79807 Lottstetten

Tel. 0049 (0)7745 8001

Fax 0049 (0)7745 201

E-Mail:

reisen@beth-shalom.ch

Internet:

www.mnr.ch

www.beth-shalom.co.il


Titel

6 Mit Gott ins neue Jahr

7 Der Jude, der nicht Gott sein darf

10 Jesus Christus ist Gott

12 Vorsicht, Antichristen!

Im Blickfeld

14 Ein auserwähltes Gefäss Gottes

20 Das Warten auf Gottes «Berufung»

22 Ein Bund mit Gott

Aus dem Dienst des Mitternachtsruf

27 Was Sie noch nicht wussten …

Fragen – Antworten

28 Das erste Gebot mit Verheissung

28 Ist alles neu geworden?

5 Grusswort

22 Aufgegriffen

26 Streiflicht

30 Dir kann nur Jesus helfen

30 Vorschau / Impressum

Eingedenk dessen, dass alle menschliche

Erkenntnis Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die

Autoren eigenverantwortlich ihre persönliche

Sicht dar.

Hören Sie täglich aus der Bibel:

Live-Botschaften, Radiobibelschule,

Buch lesungen, Vorträge und Musik. Zeitnah,

evangelistisch und glaubensstärkend!

Über Internet und Satellit

www.rnh.de

Astra 1L Satellit

19.2° Ost

Frequenz (MHz) 12604

Polarisation Horizontal

Transponder 1.111

Symbol Rate 22000

FEC 5/6

Grusswort

Liebe Freunde

«Oh mein Gott! …» Ein Ausruf, der manchen Menschen leicht über die Lippen

geht. Ein unerwartetes Ereignis, eine schwierige Situation kann der Auslöser dafür

sein. Den wenigsten ist dann wohl bewusst, dass diese wenigen Worte ein Gebet

sein könnten, das der Tiefe der Seele entspringt. Dabei meine ich nicht jene Leute,

die für alles und jedes den Namen Gottes in den Mund nehmen und auch nicht davor

zurückschrecken, Gottes Fluch über sich selbst herbeizurufen. Aber wir Kinder Gottes

dürfen sehr wohl in jeder Situation den Herrn mit «Mein Gott …» anrufen, und wenn

wir dann nicht weiter wissen, wie wir beten und bitten sollen, dann dürfen wir uns an

Römer 8,26-27 halten: «Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt;

aber der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. Der aber

die Herzen erforscht, weiss, was das Trachten des Geistes ist …» Jesus selbst begann

mit «Mein Gott, mein Gott …», als Er in der schwersten Stunde Seines Lebens war und

dort auf Golgatha am Kreuz hing. Es ist unser grosses Vorrecht, dass wir jederzeit und

überall hinzutreten und den Herrn anrufen dürfen: «Mein Gott …!» Es sollte uns noch

viel mehr bewusst werden, dass wir in Gott wirklich einen ganz persönlichen Herrn

haben. Er ist immer und überall für uns da. Jesus sagt in Matthäus 11,28: «Kommt

her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken!» Der

Schreiber des Hebräerbriefes erklärt uns in Kapitel 4,14-16, dass wir mit Freimütigkeit

hinzutreten dürfen zu Jesus, dem Sohne Gottes, «damit wir Barmherzigkeit erlangen

und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!» Wenn wir unser Gebet in dieser Gesinnung

mit «Mein Gott» beginnen, ist es unerheblich, ob wir nun Gott den Vater meinen

und um Beistand bitten oder Jesus Christus, den Sohn Gottes. Jesus Christus ist genauso

Gott. Diese erste Mitternachtsruf-Ausgabe des Jahres 2013 soll unter diesem

Bekenntnis stehen, denn mit diesem unserem Gott wollen wir ins neue Jahr gehen …

In einigen Kreisen wird diese Einheit allerdings in Abrede gestellt. Da wird Jesus

nur noch als Mittler zwischen den Menschen und Gott gesehen, das heisst: Die Gottheit

Christi wird verneint. Diese Lehre bewegt in letzter Zeit zunehmend die Gemüter,

und zwar vor allem dort, wo jüdische Einflüsse das christliche Leben prägen. Er ist

«der Jude, der nicht Gott sein darf».

Ist Jesus tatsächlich «nur» Sohn Gottes oder ist Er auch Gott? Wenden wir uns

der Bibel zu.

Thomas betet den Herrn an, indem er sagt: «Mein Herr und mein Gott!» (Joh

20,28). Bedenken wir, dass Thomas ein Jude war. Ein Jude würde so etwas nie sagen,

wenn er nicht zutiefst davon überzeugt wäre, dass Jesus Gott ist. Dass Jesus dieses

Bekenntnis nicht zurückweist, spricht ebenfalls klar dafür, dass Er wirklich Gott

ist. Und deutlicher als der Apostel Johannes es sagt, kann es kaum gesagt werden:

«Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben

hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in

seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben»

(1.Joh 5,20).

In Psalm 100,3 werden wir aufgefordert: «Erkennet, dass der Herr Gott ist!» Ich

möchte dies mit etwas anderen Worten sagen: «Erkennet, dass Jesus Christus Gott

ist, denn Er ist der Herr, mein Gott!» Denn darum geht es ja: dass wir wachsen in

der Erkenntnis Jesu Christi. Es klingt irgendwie traurig, wenn Jesus zu Philippus sagt:

«So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich noch nicht erkannt, Philippus?»

(Joh 14,9). Hosea fordert uns auf: «So lasst uns erkennen, ja eifrig trachten nach

der Erkenntnis des Herrn!», und fügt prophetisch hinzu: «Sein Hervorgehen ist so

sicher wie das Licht des Morgens, und er wird zu uns kommen!» (Hos 6,3). Durch

David spricht Gott der Herr: «Siehe, ich komme, im Buche ist von mir geschrieben»

(Ps 40,8). Das ist Jesus Christus selbst, der sich für die Zeit Seines Menschseins

Seiner Gottheit entäusserte, um ganz Mensch sein zu können (Phil 2,6-8), der aber

wiederkommen wird in Kraft und Herrlichkeit, als der Herr, dem alle Macht im Himmel

und auf Erden gegeben ist. – Jesus der Herr, mein Gott!

In herzlicher Verbundenheit

5

Mitternachtsruf Januar 2013


6 TITEL

Mit Gott ins neue

«Erkennet, dass der Herr Gott ist!» Wie Peter

Malgo schon in seinem Grusswort ausführte, ist

Jesus Christus selbst der Herr unser Gott. Er ist

der Jude, der nach Meinung vieler nicht Gott sein

darf. Doch genau Er ist Gott. Wir sind auserwählte

Gefässe dieses unseres Gottes Jesus Christus. Er

hat uns berufen. Und weil Er unser Gott ist, hat Er

auch Recht auf unser Leben. Darum wollen wir

mit Ihm, unserem grossen Gott und Heiland Jesus

Christus, ins neue Jahr gehen und Seine Wiederkunft

erwarten.

Mitternachtsruf Januar 2013


7

Jahr

Der Jude, der nicht

Gott sein darf

Martin Buber meinte: «Jesus habe ich von Jugend auf als meinen

grossen Bruder empfunden. Dass die Christenheit ihn als Gott und

Messias angesehen hat und ansieht, ist mir immer als eine Tatsache

von höchstem Ernst erschienen, die ich um seinet- und um meinetwillen

zu begreifen suchen muss (…) Mein eigenes brüderlich aufgeschlossenes

Verhältnis zu ihm ist immer stärker und reiner geworden, und ich sehe ihn

heute in stärkerem und reinerem Blick als je. Gewisser als je ist mir, dass

ihm ein grosser Platz in der Glaubensgeschichte Israels zukommt und dass

dieser Platz durch keine der üblichen Kategorien umschrieben werden kann.» 1

Martin Buber, Schalom Ben Chorin, David Flusser und Pinchas Lapide

gehören zu den grossen jüdischen Religionswissenschaftlern bzw. Theologen.

Man kann sie wohl als jüdische Brückenbauer zum Christentum beschreiben,

die sich sehr mit dem Juden Jesus befassten. Doch sie alle hatten eins

gemeinsam: Jesus als Gott anerkennen, konnten (wollten?) sie nicht. Buber

sieht Jesus als einen Menschen, aber nicht als Gott. Er sieht Ihn genau genommen

in einer Reihe falscher Messiasse – erhabener zwar als andere, aber

dennoch nicht göttlich. Deutlich formulierte Martin Buber dies gegenüber

Schalom Ben-Chorin:

«Von den messianischen Gestalten der jüdischen Geschichte, von Bar-

Kochba bis zu dem infamen Lügner Jakob Frank, ist Jesus die erhabenste,

die grossartigste – aber der Messias ist er nicht (…) Die Welt blieb auch

nach ihm unerlöst, und wir spüren, wie diese Unerlöstheit uns direkt in die

Poren dringt (…).» 2

Dabei ist es aber gerade Jesus Christus, den Israel benötigt, um gerettet

zu werden.

Wir fuhren mit einer Reisegruppe durchs Land Israel. Am See Genezareth

erzählte uns der Reiseleiter über die vielen Ereignisse, die an diesem See

geschahen, die Wunder, die Jesus tat, die Botschaften, die Er hielt, Seine

Ein- und Ausgänge usw. Später machte er uns auf den Fischfang nach Seiner

Auferstehung aufmerksam, bei dem genau 153 Fische gefangen wurden (Joh

21,11). Der Reiseleiter fragte uns, was es wohl mit der genauen Angabe der

Fischanzahl auf sich haben könnte. Er bekam ganz verschiedene Antworten.

Nach einer Weile verriet er uns dann, dass der hebräische Zahlenwert von

153 «ANI ELOHIM» bedeute, was so viel heisst wie: «ICH BIN GOTT».

M (40) I (10) H (5) O (6) L (30) E (1) I (10) N (50) A (1).

Von rechts nach links gelesen = 153.

«Simon Petrus stieg

hinein und zog das

Netz auf das Land, voll

grosser Fische, 153;

und obwohl es so viele

waren, zerriss doch

das Netz nicht.»


8 TITEL

Schon Thomas sagte, nachdem Jesus

ihm als der Auferstandene persönlich

begegnet war: «Mein Herr und mein

Gott!» (Joh 20,28). Wie bereits im Grusswort

ausgeführt, bekannte Thomas dies

vor dem Hintergrund seines jüdischen

Verständnisses. Einem Juden wie ihn

wäre es nie in den Sinn gekommen,

einen Menschen als seinen Gott zu bezeichnen

– es sei denn er ist es wirklich.

Nach dem grossen Fang, als Jesus am Ufer

stand und die Jünger Ihn zunächst nicht

erkannten, sagte Johannes zu Petrus: «Es

ist der Herr!» (Joh 21,7).

Der Zusammenhang ist doch beachtlich:

– Zuerst bekennt Thomas: «Mein Herr

und mein Gott!»

– Später bekennt Johannes: «Es ist

der Herr!»

– Und nun scheint es so, dass der Herr

durch das Wunder der 153 Fische diese

Wahrheit unterstreicht und damit zeigt:

«Ja, Ich bin der Herr im göttlichen Sinn!»

Als Jesus gekreuzigt wurde, schrieb

Pilatus «eine Aufschrift und setzte sie

auf das Kreuz; und es war geschrieben:

Jesus von Nazareth, der König der Juden»

(Joh 19,19). Die Juden beschwerten sich,

doch Pilatus blieb bei seiner Überschrift

(V 21). Horst Krüger meint diesbezüglich:

«Jesus von Nazareth, König der

Juden. Das regt die Juden furchtbar auf;

denn sie lesen in ihrer hebräischen Sprache:

Jeschua Hamaschiach Wu-melech

Ha-jehudim, abgekürzt JHWH. Im letzten

Buch der Bibel ist das Lamm der König

der Könige und Herr der Herren.» 3

Das Endprodukt aller Heilsoffenbarungen

besteht darin, dass alle Welt zur

Erkenntnis gelangen muss, dass Jesus der

wahre Gott ist und nur dieser Glaube

Errettung bringt.

Der messianische Jude Dr. Arnold

Fruchtenbaum betont in einem Artikel

mit dem Titel «Die Herrschaft des

Messias» die Göttlichkeit Jesu und die

Wichtigkeit des Glaubens daran. Er

führt aus, «dass der Messias der Herr

des Alten Testaments ist». Dafür gibt

Fruchtenbaum drei Gründe: 1) «So wie

im Alten Testament Gott von sich selbst

als der ‹ICH BIN› spricht, so weist Jesus

selbst auf sich hin als der ‹ICH BIN› (Joh

8,58; 18,4-6).» 2) «Viele Stellen im Alten

Testament, die von Jahwe reden, treffen

auch auf Jesus im Neuen Testament zu.»

Fruchtenbaum nennt Psalm 102,13.26-

28 in Verbindung mit Hebräer 1,10-12,

wo die alttestamentliche Stelle auf Jesus

bezogen wird. «Ein anderes Beispiel

ist Jesaja 6,5, wo Gott Jahwe genannt

wird, und das trifft in Johannes 12,41

auf Jesus zu. Es ist klar, dass der Jahwe

des Alten Testaments oft derselbe ist

wie Jesus im Neuen Testament.» 3) «Die

Bezeichnung Adon und Adonai aus dem

Alten Testament treffen auch auf Jesus

im Neuen Testament zu. Zum Beispiel

wird Gott in 5. Mose 10,17 als Adon

oder Adonai bezeichnet, und dieser Vers

bezieht sich laut 1. Timotheus 6,15 auf

Jesus. Jesaja 6,1.8-10 weist auch nach

Johannes 12,39-40 auf Jesus hin. Jesaja

53,1 redet ebenfalls von Jesus nach Johannes

12,38. In Psalm 110,1 wird das

Wort Adonai gebraucht, und damit wird

im Neuen Testament mehrmals auf Jesus

hingewiesen (Mt 22,41-45; Mk 12,35-37;

Lk 20,41-44; Apg 2,34-36; Hebr 1,13).

Hier wird deutlich, dass Jesus der Herr

des Alten Testaments ist.»

Fruchtenbaum erklärt anhand von

zwölf Beobachtungen, warum der Messias

auch «der Herr des Neuen Testaments»

ist: 1) «Das griechische Wort kyrios

entspricht dem JHWH, Adon und Adonai

des Alten Testaments. Kyrios trifft

auf Jesus im Neuen Testament in allen

Schattierungen der Bedeutung zu, die

man im Alten Testament finden kann.

Es wird 747 Mal für Jesus gebraucht.»

2) «Jesus ist der Herr aller (Apg 10,36;

Röm 10,12; Eph 4,4-5).» 3) «Er ist der

Herr der Herrlichkeit (1.Kor 2,8).» 4)

«Er ist der Herr der Herren (Offb 14,14;

19,16; 1.Tim 6,15).» 5) «Alle Engel sind

Ihm ergeben, weil Er der Herr ist (1.Petr

3,22).» 6) «Weil Er Herr ist, ist Er das

Haupt der Menschheit (Röm 14,9; 1.Kor

11,3).» 7) «Weil Er Herr ist, ist Er auch das

Haupt über alles (Eph 1,21.22).» 8) «Weil

Er Herr ist, ist Er auch das Haupt der

Gemeinde (Eph 1,22.23; 5,23; Kol 1,18;

2,19).» 9) «Weil Er Herr ist, ist Er der Herr

des Sabbats (Mt 12,8; Mk 2,28).» 10) «Er

ist der Herr als Messias (Mk 1,3; Lk 2,11;

3,4).» 11) «Er wird auch bezeichnet als

Gott, der Herr (Lk 5,8; Joh 20,28).» 12)

«Er ist auch der Herr der Glaubenden

(Joh 13,13.14; 2.Kor 12,8; 4,5; Eph 6,9).»

«Aufgrund der Tatsache, dass Er der

Herr des Alten und des Neuen Testaments

ist», gibt Fruchtenbaum sieben

Schlussfolgerungen: 1) «Jesus ist der

Schöpfer. Johannes 1,1-3 betont, dass

alle Dinge durch Ihn gemacht wurden.»

2) «Jesus ist der Erhalter des Bundes.

Er wird sicherstellen, dass alle von Gott

geschlossenen Bündnisse tatsächlich

erfüllt werden.» 3) «Jesus besteht aus

sich selbst heraus. So wie bei Gott dem

Vater ist die Existenz Jesu von keinem

anderen Element abhängig.» 4) «Jesus

ist der Meister. Wenn Er unser Meister

ist, so bedeutet das, dass wir Ihm Gehorsam

leisten müssen.» 5) «Jesus ist der

Eigentümer. Er ist der Eigentümer der

Welt und der Menschheit, weil

Jesus ist der Eigentümer

der Welt und der

Menschheit, weil Er

sie geschaffen hat

Mitternachtsruf Januar 2013


InfoBox

9

Er sie geschaffen hat. Aber Er ist auch

auf besonderer Weise der Eigentümer

jedes Glaubenden, denn wir sind eine

neue Schöpfung in Ihm. Folglich hat Er

das Recht, mit uns nach Seinem Willen

umzugehen.» 6) «Jesus ist der Herrscher.

Er ist der souveräne Herrscher, der so

handeln kann, wie Er will.» 7) «Jesus

ist der Mittelpunkt aller Dinge. Er ist

der Mittelpunkt des Universums, des

menschlichen Daseins, unseres Glaubens

und unserer Errettung.»

Und schliesslich hält Fruchtenbaum

unmissverständlich fest: «1. Korinther

12,3 bestätigt, dass niemand sagen

kann, Jesus sei der Herr, ausser durch

den Heiligen Geist. Unerrettete mögen

es im Sinne von ‹Meister› sagen, aber

‹Herr› bedeutet hier auch ‹Gott sein›.

Wenn die Bibel sagt, dass der Ungläubige

an den Herrn Jesus Christus glauben

muss, bedeutet es ganz einfach, dass

er Ihn als Gott-Mensch und Messias

annehmen soll, nicht als den Meister-

Menschen. (…) Noch einmal, rettender

Glaube beinhaltet, dass wir Ihn als den

Gott-Menschen anerkennen.» 4

So verstehen wir auch die tiefe Bedeutung

der alttestamentlichen Aussage

Joels über Gott und die neutestamentliche

Erfüllung in Jesus: «Und es wird

geschehen: Jeder, der den Namen des

Jahwe

Gott offenbart sich Mose im Alten

Testament mit: «Ich bin, der ich bin!»

(2.Mo 3,14). Mit diesen Worten bestätigt

Er Seinen hochheiligen Eigennamen

«Ich bin» oder Jahwe (JHWH)

– was auch die Bedeutung «Der ewig

Seiende» hat. Als solcher bezeichnet

Israels Bundesgott sich im Alten

Testament häufig. – Wenn in neueren

deutschen Bibelübersetzungen das

alttestamentliche «Herr» oder «Gott»

in Grossbuchstaben oder Kapitälchen

geschrieben steht, dann wird da

eigentlich der Eigenname Gottes erwähnt:

Jahwe. Ältere Übersetzungen

(wie die unrevidierte Elberfelder-Bibel)

geben diesen Namen mit Jehova

wieder. Weil im Hebräischen nur die

Konsonanten des Namens geschrieben

wurden (JHWH), war für Übersetzer

nicht ganz eindeutig, welche Vokale

sie einsetzen sollten. Heute weiss

man, dass die richtigere Ausdrucksweise

Jahwe ist, und nicht Jehova.

Herrn (Jahwes) anruft, wird gerettet

werden; denn auf dem Berg Zion und in

Jerusalem wird Errettung sein, wie der

Herr (Jahwe) verheissen hat, und bei den

Übriggebliebenen, die der Herr (Jahwe)

beruft» (Joel 3,5). Paulus erklärt bezugnehmend

darauf in Römer 10,10.13:

«Denn wenn du mit deinem Mund Jesus

als den Herrn (Kyrios) bekennst (…)

denn: ‹Jeder, der den Namen des Herrn

(Kyrios) anruft, wird gerettet werden›.»

Noch einmal sei Martin Buber zitiert:

«Ich glaube fest daran, dass die

jüdische Gemeinschaft im Zuge ihrer

Wiedergeburt Jesus rezipieren wird, und

zwar nicht bloss als eine grosse Figur

ihrer Religionsgeschichte, sondern auch

im lebendigen Zusammenhange eines

sich über Jahrtausende erstreckenden

messianischen Geschehens, das in der

Erlösung Israels und der Welt münden

wird. Aber ich glaube ebenso fest dara n,

dass wir Jesus nie als gekommenen

Messias anerkennen werden, weil dies

dem innersten Sinn unserer messianischen

Leidenschaft (…) widersprechen

würde. In das mächtige Seil unseres

Messiasglaubens, das, an einem Fels am

Sinai geknüpft, sich bis zu einem noch

unsichtbaren, aber in den Grund der

Welt gerammten Pflocke, spannt, ist kein

Knoten geschlagen (…) Für uns gibt es

keine Sache Jesu, nur eine Sache Gottes

gibt es für uns.» 5

Hier liegt Buber ganz verkehrt, denn

wenn Jesus zur Wiedergeburt Israels

wiederkommen wird, dann kommt Er

als derjenige, der schon einmal da

war, und als der, der Gott ist: «Ich

bin das A und das O, der Anfang

und das Ende, spricht der Herr,

der ist und der war und der

kommt, der Allmächtige»

(Offb 1,8). In diesem Vers

spricht Jesus (das macht

der Zusammenhang deutlich;

vgl. V 11.13.17-18).

Er spricht als Der, der

schon einmal hier war,

als der Wiederkommende

und gleichzeitig als der Allmächtige.

In Offenbarung 19,11-16

wird die herrliche Wiederkunft

Jesu beschrieben. Bei Seiner Wiederkunft

trägt Er den über alle Menschen

erhabenen Namen: «Das Wort Gottes»

(V 13). Derselbe Johannes, der uns die

Offenbarung überlieferte, schrieb auch

das Johannesevangelium und darin

bezeugte er: «Im Anfang war das Wort,

und das Wort war bei Gott, und das Wort

war Gott» (Joh 1,1). Johannes bekannte

demnach:

– Jesus ist das Wort Gottes und kam

als solches in die Welt,

– Er wird als das Wort Gottes wiederkommen,

– dieses Wort war bei Gott

– und ist Gott selbst.

Wer es fassen kann, der fasse es: Ein

Jude ist Gott!

Norbert Lieth

1

Martin Buber, Zwei Glaubensweisen (Gerlingen

1994), S. 15

2

Schalom Ben-Chorin, Zwiesprache mit Martin

Buber, S. 135-136

3

factum 3/2010, S. 45

4

Freundesbrief der Ariel Ministries, Sommer 2010,

S. 4-6

5

Martin Buber, Pfade in Utopia (Heidelberg 1985),

S. 378

Mitternachtsruf Januar 2013


10

TITEL

Jesus Christus ist Gott

Der Jude Jesus Christus ist Gott. Das Johannesevangelium

unterstreicht diese Wahrheit besonders, wie es zum Beispiel

an dem Bekenntnis von Thomas oder der Begebenheit mit

den 153 Fischen zu sehen ist. Doch Johannes gibt noch weitaus

mehr Hinweise auf die Gottheit Jesu. Eine Spurensuche.

Matthäus zeigt uns Jesus Christus

als König, Markus als den

leidenden Gottesknecht, Lukas

als den vollkommenen Menschen und

Johannes als Gott. Im Gegensatz zu

Matthäus und Lukas lässt Johannes die

Geburt Jesu völlig ausser Acht. Es ist für

seine «Beweisführung» nicht wichtig,

lautet doch sein Thema: Jesus ist Gott,

wie es Paulus sagt: «Denn in ihm (in

Jesus Christus) wohnt die ganze Fülle

der Gottheit leibhaftig!» (Kol 2,9). Er

beginnt wie folgt: «Im Anfang war das

Wort, und das Wort war bei Gott, und das

Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei

Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden;

und ohne dasselbe ist auch nicht eines

entstanden, was entstanden ist» (Joh 1,1-

3). Mit diesem Einstieg weist Johannes

direkt auf die Präexistenz Jesu hin. Jesus

Christus ist ohne Anfang und ohne Ende,

der Schöpfer aller Dinge. Damit streicht

Johannes auch heraus, dass Jesus weder

ein Geschöpf noch die Spitze der Schöpfung

ist, sondern der Schöpfer selbst. Ja,

für Johannes ist klar: Jesus Christus ist

Gott in Menschengestalt.

Das Johannesevangelium ist ähnlich

einer Beweisführung aufgebaut. Schritt

für Schritt belegt Johannes die Gottheit

des menschgewordenen Erlösers, beginnend

mit der Präexistenz Jesu (Joh 1,1)

und abschliessend mit dem Bekenntnis

von Thomas: «Mein Herr und mein

Gott!» (Joh 20,28), das dann durch das

Wunder mit den 153 Fischen von Jesus

selbst bestätigt wird. Diese Tatsache

sowie die Verbindung zwischen dem im

Alten Testament offenbarten Eigennamen

Gottes (JHWH) und dem «Ich bin»

Jesu haben wir bereits erörtert («Der

Jude, der nicht Gott sein darf»). Im Alten

Testament spricht Jahwe: «Ich, ich bin

der Herr (Jahwe), und ausser mir gibt

es keinen Retter» (Jes 43,11). Siebenmal

weist sich Jesus im Johannesevangelium

als dieser Retter-Gott aus: 1) «Ich bin das

Brot des Lebens» (Joh 6,32-35.47-59); 2)

«Ich bin das Licht der Welt» (Joh 8,12);

3) «Ich bin die Tür» (Joh 10,1-10); 4) «Ich

bin der gute Hirte» (Joh 10,11-18.27-30);

5) «Ich bin die Auferstehung und das

Leben» (Joh 11,25-26); 6) «Ich bin der

Weg, die Wahrheit und das Leben» (Joh

14,6); 7) «Ich bin der wahre Weinstock»

(Joh 15,1-6). Ist es daher etwa Zufall,

dass die Anfangsbuchstaben der hebräischen

Aufschrift am Kreuz: «Jesus, der

Nazarener, der König der Juden», JHWH

ergibt? Am Kreuz hat der menschgewordene

Retter-Gott Jahwe das Heil der

Welt vollbracht. Und darum kann Petrus

in Bezug auf Jesus sagen: «Und es ist in

keinem anderen das Heil; denn es ist kein

anderer Name unter dem Himmel den

Menschen gegeben, in dem wir gerettet

werden sollen!» (Apg 4,12).

Johannes berichtet von mehreren Begegnungen,

in denen Jesus Seine Gottheit

aufzeigte. So sagte Er im Gespräch mit

dem Pharisäer Nikodemus: «Wie Mose in

der Wüste die Schlange erhöhte, so muss

der Sohn des Menschen erhöht werden,

damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren

geht, sondern ewiges Leben hat!»

(Joh 3,14-15). Als Rabbi dürfte Nikodemus

beim Titel «Sohn des Menschen»

sofort die Verbindung zu Daniel gesehen

haben: «Und siehe, es kam einer mit

den Wolken des Himmels, gleich einem

Sohn des Menschen; und er gelangte

bis zu dem Hochbetagten und wurde

vor ihn gebracht. Und ihm (dem Sohn

des Menschen!) wurde Herrschaft, Ehre

und Königtum verliehen, und alle Völker,

Stämme und Sprachen dienten ihm; seine

Herrschaft ist eine ewige Herrschaft,

die nicht vergeht, und sein Königtum

wird nie zugrunde gehen» (Dan 7,13-

14). Mit der Selbstbezeichnung «Sohn

des Menschen» erklärte Jesus, dass Ihm

ewige «Herrschaft, Ehre und Königtum»

zustand. Und damit nicht genug:

Jesus erhob auch den Anspruch, ewiges

Leben geben zu können. Das kann nur

der Ewige, Gott selbst. Überdies sagte

schon Micha, dass «der Herrscher über

Israel (…) von den Tagen der Ewigkeit

her gewesen ist» (Mi 5,1). Nur der Ewige

kann Ewigkeit schenken. Nikodemus

schien dies zu akzeptieren, obgleich er

die ganze Tragweite der Aussage Jesu

noch nicht begriffen haben mochte: «Wie

Mose in der Wüste die Schlange erhöhte,

so muss der Sohn des Menschen erhöht

werden.»

Als Jesus der Samariterin am Jakobsbrunnen

begegnete, sagte Er ihr: «Wenn

du die Gabe Gottes erkennen würdest

und wer der ist, der zu dir spricht: Gib

mir zu trinken!, so würdest du ihn bitten,

und er gäbe dir lebendiges Wasser»

(Joh 4,10). Jesus beanspruchte hier, die

Gabe Gottes zu sein und lebendiges

Wasser geben zu können. Das Alte

Testament zeigt deutlich, wo die Quelle

des lebendigen Wasser ist: «Du, o Herr

(Jahwe), rettest Menschen und Tiere.

Wie köstlich ist deine Gnade, o Gott,

dass Menschenkinder Zuflucht finden

unter dem Schatten deiner Flügel! Sie

laben sich an den reichen Gütern deines

Hauses, mit dem Strom deiner Wonne

tränkst du sie. Denn bei dir ist die Quelle

des Lebens!» (Ps 36,7-10). Eine andere

Übersetzung besagt, dass der Herr selbst

die Quelle des Lebens ist. Jesus erklärte

mit Seiner Aussage, die Quelle des lebendigen

Wassers – Jahwe selbst – zu sein.

Dies erfasste die Frau im Glauben – und

später viele andere in Samaria, indem sie

bezeugten: «Wir haben selbst gehört und

Mitternachtsruf Januar 2013


11

erkannt, dass dieser wahrhaftig der Retter

der Welt, der Christus ist!» (Joh 4,42).

Bezugnehmend auf dieses Wasser

stand Jesus am letzten Tag des Laubhüttenfestes

im Tempel auf und rief:

«Wenn jemand dürstet, der komme zu

mir und trinke! Wer an mich glaubt,

wie die Schrift gesagt hat, aus seinem

Leib werden Ströme lebendigen Wassers

fliessen» (Joh 7,37-38). – Das Laubhüttenfest

wurde sieben Tage lang gefeiert

und man brachte Gott durch Dankopfer

Lob dar. Jeden Morgen zog ein Priester

in einer Prozession zum Teich Siloah

hinab, wo er mit einer goldenen Kanne

Wasser schöpfte und dieses hinauf in

den Tempel zum Brandopferaltar brachte.

Auf dem Altar standen zwei silberne

Gefässe. In das eine goss er das Wasser

und in das andere Opferwein. Wein und

Wasser flossen auf dem Altar zusammen

und vermischten sich. Dies war ein Zeichen

des zukünftigen Segens und Heils,

wenn der Messias kommen würde. Der

letzte Tag war der Höhepunkt. Während

der Priester mit dem Wasser durch das

Wassertor des Tempels eintrat, erklangen

silberne Trompeten und rezitierten die

Menschen: «Und ihr werdet mit Freuden

Wasser schöpfen aus den Quellen

des Heils!» (Jes 12,3). Feierlich zog der

Priester zum Brandopferaltar, während

der Tempelchor die Psalmen 113 bis 118

sang. Und da stand Jesus plötzlich auf und

rief (so etwas hatte es im Tempel noch

nie gegeben): «Wenn jemand dürstet, der

komme zu mir und trinke! Wer an mich

glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus

seinem Leib werden Ströme lebendigen

Wassers fliessen!» (Joh 7,37-38). 1

Die ganze Prozession war zur Ehre

Gottes gedacht. Nur bei Ihm ist die Quelle

des Lebens. Und Jesus beanspruchte

mit Seinem Aufruf genau dies für sich.

Das, was nur Gott zusteht, bezog Er auf

sich selbst, wie Gott im Alten Testament

sagt: «Wohlan, ihr Durstigen alle, kommt

her zum Wasser; und die ihr kein Geld

habt, kommt her, kauft und esst! (…)

sucht den Herrn (Jahwe), solange er zu

finden ist; ruft ihn an, während er nahe

ist!» (Jes 55,1.6).

In seiner Beweisführung für die Gottheit

Jesu berichtet Johannes überdies

von sieben Wunderzeichen des Herrn

Jesus vor Seiner Kreuzigung und Auferstehung:

1) Verwandlung von Wasser in

Wein (Joh 2,1-12); 2) Heilung des Sohnes

eines königlichen Beamten (Joh 4,46-54);

3) Heilung eines Gelähmten am Teich

Bethesda (Joh 5,1-17); 4) die Speisung der

5000 (Joh 6,1-14); 5) Jesus wandelt auf

dem See und stillt den Sturm (Joh 6,15-

21); 6) Heilung eines Blindgeborenen

(Joh 9,1-41) und 7) die Auferweckung

des Lazarus aus den Toten (Joh 11,17-45).

Diese Totenauferweckung war das letzte

Glied in einer langen Argumentationskette,

ein letztes Plädoyer, das sprichwörtliche

Zeichen an der Wand. Um dessen

ganze Tragweite zu verstehen, sollten

wir einen Blick darauf werfen, was kurz

vorher geschah.

In Johannes 10 bezeichnete sich Jesus

als der gute Hirte. Damit bezog Er sich

auf Seine Gottheit, was die Pharisäer und

Schriftgelehrten genau verstanden (vgl.

Ps 23; Jes 40,10-11; Hes 34,11-16). Darum

platzte den Juden der Kragen, sie gingen

aufs Ganze und fragten Jesus: «Wie

lange hältst du unsere Seele im Zweifel?

Bist du der Christus, so sage es uns frei

heraus!» (Joh 10,24). «Jesus antwortete

ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr

glaubt nicht. Die Werke, die ich tue im

Namen meines Vaters, diese geben Zeugnis

von mir; aber ihr glaubt nicht» (Joh

10,25-26). Obwohl sie verstanden, wer

Er zu sein behauptete, sagten sie später:

«Nicht wegen eines guten Werkes wollen

wir dich steinigen, sondern wegen

Gotteslästerung, und zwar weil du, der

du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott

machst!» (Joh 10,33). Sie begriffen den

Anspruch Jesu, Gott zu sein, aber wollten

nicht glauben. Darum gab Jesus noch ein

letztes Zeichen. Ein Zeichen, dem sie

sich nicht entziehen konnten und das

sie zu einer Entscheidung zwang: Die

Totenauferweckung des Lazarus!

Als der Herr Lazarus auferweckte,

war er schon «vier Tage im Grab» (Joh

11,17). Martha bemerkte: «Herr, er riecht

schon, denn er ist schon vier Tage hier!»

(Joh 11,39). Es bestand keine Hoffnung

mehr, dass er noch leben könnte. Nach

rabbinischer Überlieferung schwebt der

Geist eines Verstorbenen noch drei Tage

über diesem. Erst danach kommt die Seele

in den Scheol (das Totenreich). Gemäss

dieser Lehre hätte während der ersten

drei Tage noch eine gewisse, wenn auch

kleine Möglichkeit zur Wiederbelebung

bestanden. Die Auferweckung eines

Toten nach diesen drei Tagen ist nach

rabbinischer Überlieferung allerdings ein

Wunder, das nur der Messias vollbringen

kann. 2

Jesus bewies Seine Gottheit, als Er mit

lauter Stimme diesen Toten ins Leben

zurückrief. Er ist das Leben und Er ist

die Auferstehung! Und weil Er Gott ist,

kann Er sagen: «Wer an mich glaubt,

wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder,

der lebt und an mich glaubt, wird in

Ewigkeit nicht sterben» (Joh 11,25-26).

Tragischerweise wollten die Pharisäer

und Schriftgelehrten dies wider besseres

Wissen nicht wahrhaben. Vielmehr

fassten sie folgenden Entschluss: «Was

sollen wir tun? Denn dieser Mensch tut

viele Zeichen! (…) Von jenem Tag an

beratschlagten sie nun miteinander, um

ihn zu töten» (Joh 11,47.53). Ja, dieser

Jude, Jesus, durfte nicht Gott sein, und

deshalb wurde Er getötet. – Was tun Sie

mit Jesus? Rufen Sie wie Thomas gläubig

aus: «Mein Herr und mein Gott!», oder

lehnen Sie Seinen Anspruch ab? Über

dieser Frage entscheidet sich nicht nur

das Leben, sondern auch die Ewigkeit.

Denn nur ein ewiger Gott kann uns eine

ewige Erlösung schenken!

Samuel Rindlisbacher

1

Siehe: Roger Liebi, Der Messias im Tempel,

S. 424

2

Siehe: Arnold Fruchtenbaum, Das Leben des

Messias, S. 82

Diesen Artikel gibt es auch auf

Audio-CD. Siehe Anzeige auf Seite 29

Mitternachtsruf Januar 2013


12

TITEL

Vorsicht, Antichristen!

Wenn Jesus Christus Gott ist, dann ist

die Leugnung Seiner Gottheit durch und

durch antichristlich. Genau dies erklärt

Johannes in seinem 1. Brief.

In den vergangenen Jahren hat sich

die Zahl der Irrlehrer, die die Dreieinheit

Gottes und damit insbesondere

die Gottheit Christi leugnen, auffällig

vermehrt. In 1. Johannes 2,18-19 finden

wir im Hinblick auf solche Irrlehrer folgende

Warnung: «Kinder, es ist die letzte

Stunde! Und wie ihr gehört habt, dass

der Antichrist kommt, so sind nun schon

viele Antichristen gekommen; daran

erkennen wir, dass es die letzte Stunde

ist. Sie sind von uns ausgegangen, aber

sie waren nicht von uns. Denn wenn sie

von uns gewesen wären, so wären sie ja

bei uns geblieben; aber es sollte offenbar

werden, dass sie alle nicht von uns sind.»

Ein besonderes Kennzeichen solcher

Irrlehrer besteht darin, dass sie die Person

des Herrn Jesus angreifen und Seine

Herrlichkeit mindern wollen. Sie leugnen

den Sohn. 1. Johannes 2,23 erklärt aber,

dass sie in dem Fall sowohl den Sohn als

auch den Vater nicht haben. Wir sehen,

dass wir bei diesem Thema auf heiligem

Boden stehen. Es geht um die Grundlagen

unseres Glaubens. Es geht um alles

oder nichts.

Besonders gefährlich für wahre

Gläubige, die auch eine Liebe zu Israel

als Gottes erwähltem Volk haben, sind

heutzutage solche Irrlehrer, die in etwa

wie folgt argumentieren:

Wir sollten die jüdischen Wurzeln des

christlichen Glaubens neu entdecken.

Der christliche Glaube sei besonders im

4. Jh. n.Chr. der griechischen Kultur angepasst

worden. Deshalb habe das Konzil

von Nizäa (325 n.Chr.) Jesus Christus zu

Gott gemacht. In dieser Zeit habe man

auch die Lehre der Dreieinheit erfunden.

Das entspreche aber nicht der Lehre des

Neuen Testaments. Ebenso widerspreche

dies auch jüdischem Denken. Im Judentum

sei Gott nur eine Person.

Diese Aussagen sind aber vollkommen

falsch: Erstens findet sich die Lehre der

Dreieinheit und der Gottheit Christi ganz

klar im Neuen Testament. Dies entspricht

der Lehre der Apostel Jesu Christi im 1.

Jh. n.Chr. Zweitens ist es ein Irrtum, zu

behaupten, dass im Judentum die Lehre

der Dreieinheit unbekannt sei.

Es ist zwar korrekt, dass das heutige

orthodoxe Judentum die Dreieinheit

«Kinder, es ist die letzte

Stunde! Und wie ihr gehört

habt, dass der Antichrist

kommt, so sind nun schon

viele Antichristen gekommen;

daran erkennen wir, dass es

die letzte Stunde ist.»

Gottes ablehnt und auch die Gottheit

des verheissenen Messias leugnet und

deshalb einen gewöhnlichen Menschen

als Retter erwartet. Aber in den Schriften

der alten Rabbiner findet man sehr

wohl die Lehre, dass es zwar nur einen

Gott gibt, so wie das Alte Testament und

das Neue Testament es lehrt, dass aber

sowohl «der Vater im Himmel» (Hebr.

avinu shebashamajim) als auch «das Wort

des Herrn» (Aram. memra‘ ‘adonaj) und

ebenso der Geist Gottes (Hebr. ruach ‘elohim)

ewiger Gott ist. Im Buch Zohar wird

sogar bezeugt, dass man das Geheimnis,

wie drei eins sein können, nur durch den

Heiligen Geist verstehen könne (Zohar

Shemoth, S. 43/2). Der Rabbi Tzvi Nassi

kam durch das Studium der rabbinischen

Literatur und des Neuen Testaments zur

Erkenntnis, dass Jesus Christus Gott

Mitternachtsruf Januar 2013


13

«Thomas antwortete und

sprach zu ihm: Mein Herr

und mein Gott!»

ist, und dass Gott dreieinig ist. Er hat

ein wertvolles Büchlein geschrieben, in

dem er die wichtigsten Belege aus der

rabbinischen Literatur zu diesem Thema

zusammengetragen hat. 1

Wo lehrt das Neue Testament die Gottheit

Christi? Hier ein paar ausgewählte

Stellen:

Johannes 1,1: «Im Anfang war das

Wort (= Jesus Christus; vgl. Joh 1,14),

und das Wort war bei Gott, und das Wort

war Gott.»

Johannes 20,28: «Thomas antwortete

und sprach zu ihm: Mein Herr und mein

Gott!»

Römer 9,5: «… deren die Väter sind,

und aus welchen, dem Fleische nach, der

Christus ist, welcher über allem ist, Gott,

gepriesen in Ewigkeit. Amen.»

Titus 2,13: «… indem wir erwarten

die glückselige Hoffnung und Erscheinung

der Herrlichkeit unseres grossen

Gottes und Heilandes Jesus Christus.»

2. Petrus 1,1: «Simon Petrus, Knecht

und Apostel Jesu Christi, denen, die

einen gleich kostbaren Glauben mit uns

empfangen haben durch die Gerechtigkeit

unseres Gottes und Heilandes Jesus

Christus.»

1. Johannes 5,20: «Wir wissen aber,

dass der Sohn Gottes gekommen ist und

uns ein Verständnis gegeben hat, auf

dass wir den Wahrhaftigen kennen; und

wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem

Sohn Jesus Christus. Dieser ist der

wahrhaftige Gott und das ewige Leben.»

Im Zusammenhang mit Titus 2,13

und 2. Petrus 1,1 sei noch auf die grammatische

Regel von Granville Sharp

hingewiesen: Wenn zwei Hauptwörter A

und B (keine Eigennamen und immer in

der Einzahl) im Griechischen mit «und»

verbunden sind, und wenn nur vor A der

bestimmte Artikel steht, dann gilt: A ist

die gleiche Person/Sache wie B. In den

genannten Stellen ist das im Griechischen

genau so der Fall! In Titus 2,13

kann sich «unser grosser Gott» nicht auf

den Vater beziehen, während «Heiland»

sich auf Jesus Christus beziehen würde.

Nein, der grosse Gott ist dieselbe Person

wie der Heiland. Ebenso ist in 2. Petrus

1,1 «unser Gott» identisch mit «Heiland».

Normalerweise lernt man in der Schule

bezüglich Regeln: Keine Regeln ohne

Ausnahme! Granville Sharp hat die eben

erläuterte Regel an unzähligen Stellen im

Neuen Testament und in der ausserbiblischen

griechischen Literatur getestet und

hat nie eine Ausnahme gefunden. Somit

gilt offensichtlich auch für die Regel

«Keine Regel ohne Ausnahme» die Regel

«Keine Regel ohne Ausnahme».

Sollte jemand denken, dass diese Stellen

im Neuen Testament, die die Gottheit

Christi bezeugen, erst nach dem Konzil

von Nizäa in das Neue Testament hineingeschmuggelt

worden seien, so muss

er auf die harten Fakten hingewiesen

werden, dass wir vom Neuen Testament

heute insgesamt 5.760 griechische Handschriften

besitzen und dass die Gottheit

Christi auch in den Handschriften aus

den Jahrhunderten vor 325 n.Chr. bezeugt

ist.

Roger Liebi

1

Tzvi Nassi, The Great Mystery or How Can Three

Be One? Keren Ahvah Meshichit, P.O. Box 10382,

91103 Jerusalem, Israel (www.kerenahvah.org).

Diese Schrift ist sowohl auf Englisch als auch auf

Hebräisch erhältlich.

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Mitternachtsruf Januar 2013


14

Im Blickfeld

Ein auserwähltes Gefäss Gottes

Wenn Jesus Christus Gott ist, wie es die Bibel zweifelsfrei sagt, dann hat Er auch Anrecht

auf unser Leben. Denn wir sind Seine auserwählten Gefässe.

Als Saulus (später bekannt als

Paulus) vom ewigen Gott berufen

wurde, sah Gott, dass er betete

(Apg 9,11). Dieser Mann, ein frommer

und gottesfürchtiger Nachkomme Abrahams,

hatte in seinem Leben zweifellos

schon zahllose Gebete gebetet (vgl. Phil

3,5-6). Gebet war ein Kennzeichen der

Pharisäer; bei einigen leider nur, um vom

Volk gesehen zu werden (Mt 6,5). Zu diesen

hatte Saulus gehört. Doch nun betete

er zum ersten Mal in seinem Leben zum

Herrn Jesus. Und Gott reagierte sofort,

um ihm zu helfen und ihn zu berufen.

Das unfehlbare Kennzeichen von echten

Christen war – und ist nach wie vor –,

dass sie den Namen des Herrn Jesus

anriefen bzw. anrufen (Apg 9,21). Schon

bei dieser Feststellung erübrigt sich

eine Diskussion um die Gottheit Jesu:

Seine ersten Nachfolger waren daran zu

erkennen, dass sie zu Ihm beteten! Der

Jude Jesus Christus ist Gott. Und in dem

Moment, als Saulus aufrichtig zu beten

anfing, begann in seinem Leben eine

Entwicklung, die man gut mit dem illustrieren

kann, was mit einem Stück Ton auf

einer Töpferscheibe geschieht. Der Herr

selbst nannte Saulus «ein auserwähltes

Gefäss» (Apg 9,15). Mit seinem Gebet

öffnete Saulus sein Leben für Jesus. Der

Herr begann nun an ihm zu arbeiten –

so, wie Er an uns arbeitet, wenn wir uns

Ihm öffnen. Wie Saulus sind auch wir

«ein auserwähltes Gefäss» (vgl. Tit 1,1;

2.Kor 4,7) unseres Gottes Jesus Christus.

Sieben Dinge kennzeichnen ein Gefäss:

1) Das Material, aus dem es gemacht

ist. 2) Eine Öffnung, um es zu füllen. 3)

Der Inhalt, wofür es hergestellt worden

ist. 4) Ein Griff bzw. Henkel, woran man

es festhalten kann. 5) Der Boden bzw. die

Haftfläche. 6) Mögliche Verzierungen am

Äusseren. 7) Die Etikette, das Gütesiegel

des Töpfers.

1) Das Material besteht aus Ton, der

weich und formbar sein muss. «Wir

haben aber diesen Schatz in irdenen

Gefässen, auf dass die Überschwänglichkeit

der Kraft sei Gottes und nicht aus

uns» (2.Kor 4,7). Hier sehen wir einen

ganz wichtigen Hinweis: Wir haben

den Schatz in irdenen Gefässen. Darauf

müssen wir uns ganz sachlich einstellen.

Denn irdene Gefässe bedeuten Konflikte,

Kampf, Schwachheiten und Begrenzungen.

Das merkt man gerade dann

sehr deutlich, wenn man mit anderen

Christen zusammenarbeitet oder in der

Gemeinde zusammenkommt. Es gibt

keine christlichen Supermänner oder

Superfrauen und auch keine Erfahrung

mit dem Heiligen Geist, die uns plötzlich

dazu macht (vgl. die nüchterne Aufforderung

in Kol 3,13). Die vielfältigen Aufforderungen

in den Lehrbriefen geben

uns zu verstehen, dass wir zeitlebens

von unserem himmlischen Töpfer auf

der Töpferscheibe geformt werden (2.Kor

3,18). Ein Töpfer arbeitet und gestaltet

individuell. Ein Gefäss ist nicht wie ein

Backstein, der in eine Form gepresst

wird. Backsteine sehen alle gleich aus.

Das wollen die Sekten und beabsichtigen

die Diktatoren. Doch wir sind verschieden,

haben verschiedene Gaben und

Begabungen. Denn unser Gott ist ein

kreativer Gott!

2) Die Öffnung: Indem Saulus zu

beten begann, signalisierte er eine gewisse

Auf- und Annahmebereitschaft,

wie ein frisch geschlüpftes Vögelchen.

Psalm 81,11 erinnert an dieses Bild: «Tue

deinen Mund weit auf, und ich will ihn

füllen.» Der Mensch ist wie ein Gefäss,

das gefüllt wird. Paulus betont gegenüber

den egoistisch verengten Korinthern:

«Unser Mund ist zu euch aufgetan, ihr

Korinther; unser Herz ist weit geworden.

Ihr seid nicht verengt in uns, sondern ihr

Mitternachtsruf Januar 2013


15

seid verengt in eurem Innern» (2.Kor

6,11-12). Paulus wurde zu einem Mann,

der ein grosses und weites Herz für die

Menschen bekam. In dem Mass, wie

wir unser Leben Gott öffnen, werden

wir selbst zum Segen für andere. So sagt

Jesus: «Wer an mich glaubt, gleichwie

die Schrift gesagt hat, aus dessen Leibe

werden Ströme lebendigen Wassers fliessen»

(Joh 7,38).

3) Der Inhalt: Es ist unsere eigene Verantwortung,

ob wir uns von Gott füllen

lassen oder nicht. Er zwingt niemanden.

Die Aufforderung in Kolosser 3,16: «Lasst

das Wort Christi reichlich in euch wohnen

…», zeigt, dass es nicht automatisch

geht. Wir sind dafür verantwortlich und

entscheiden, womit wir uns füllen oder

füllen lassen (vgl. Eph 5,18).

4) Der Griff: Es ist schon eine kleine

Fingerakrobatik, wenn man aus feinem

chinesischem Porzellan trinken muss.

Das delikate Henkelchen ist kaum zu

fassen und das Tässchen schwenkt trotz

krampfhaften Zusammendrückens der

Finger nach unten ab. Deshalb sind

grosse Kaffeetassen im Angebot, mit

einem bequemen und griffigen Henkel.

Dieser ist unentbehrlich, damit das Gefäss

seiner Bestimmung gemäss benutzt

werden kann. Dieses Bild kann man auf

uns übertragen.

Im Leben von Paulus sehen wir, wie

der wildschnaubende Fanatiker in eine

umgängliche und barmherzige Person

umgestaltet wurde. Diese Umwandlung

ist so radikal, dass er sich nicht ziert, sogar

das ergreifende Bild einer stillenden, liebevollen

Mutter zu gebrauchen, um sein

Anliegen und Mitgefühl für die Gemeinde

in Thessalonich zu beschreiben (1.Thess

2,7-8). In Galater 4,19 erwähnt er dazu

die Sorgen und Qualen geistlicher Geburtswehen.

Beim Abschied aus Ephesus

wird ersichtlich, was Paulus durch seinen

treuen, intensiven und selbstlosen Einsatz

gesät hat (Apg 20,31): «Es entstand aber

viel Weinens bei allen; und sie fielen

Paulus um den Hals und küssten ihn sehr,

am meisten betrübt über das Wort, das er

gesagt hatte, sie würden sein Angesicht

nicht mehr sehen» (V 37-38). Ausdrücke

wie «viel Weinens» und «küssten ihn

sehr» unterstreichen die dankbare Anhänglichkeit,

Wertschätzung und Liebe.

Die Epheser hatten durch den Botschafter

Gottes den Gott Jesus gefunden und waren

jahrelang von ihm betreut worden. Sie

hatten gemeinsam Krisen gemeistert und

waren im Glauben auferbaut worden und

herangereift. Paulus betont, dass er an jedem

Einzelnen ganz persönlich gearbeitet

hat. Das geschah nicht im Hoppla-Hopp-

Verfahren oder im anonymen Gewühl

einer Mega-Kirche. Paulus hat sich nicht

bloss für die Sympathisch-«Pflegeleichten»

oder Erfolgsversprechend-Begabten eingesetzt.

Vielmehr wurden alle vollwertig in

der Gemeinde auf- und angenommen und

intensiv betreut.

Wie schnell neigen wir doch heutzutage

zur Grüppchenbildung und fühlen

uns rein fleischlich zu denen hingezogen,

die uns von Natur aus gefallen und

Ein Töpfer arbeitet und

gestaltet individuell. Ein

Gefäss ist nicht wie ein

Backstein, der in eine Form

gepresst wird. Backsteine

sehen alle gleich aus. Das

wollen Sekten und beabsichtigen

Diktatoren. Doch

wir sind verschieden, haben

verschiedene Gaben und

Begabungen. Denn unser

Gott ist ein kreativer Gott!

ansprechen. Den einen bieten wir einen

schönen «Henkel» und den anderen

strecken wir wie ein Diotrephes in «Kaktusmanier»

unseren Stachel entgegen

(3.Joh 10). Sind wir leicht ansprechbare

oder schwierige Personen? Reagieren wir

allzu empfindlich? Sind wir kompliziert

oder offen? Haben wir einen positiven

oder negativen Einfluss?

Von Mose heisst es: «Der Mann Mose

aber war sehr sanftmütig, mehr als alle

Menschen, die auf dem Erdboden waren»

(4.Mo 12,3). Wie war das möglich,

ohne Psychologie und Psychotherapie? In

Hebräer 11,24-26 entdecken wir Mose in

der Ruhmesgalerie der Glaubenshelden:

«Durch Glauben weigerte sich Moses,

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So 03.02. 15:00 FR 67720 Hoerdt Restaurant «Zum Engel», Rue de la Republique 53 Thomas Lieth B H

So 10.02. 09:45 CH 8036 Zürich Action Biblique, Evangelische Gemeinde, Zurlindenstrasse 52 René Malgo B H

So 10.02. 10:00 CH 3011 Bern Kongress-Zentrum Kreuz, 1. UG, Zeughausgasse 39 Marcel Malgo K

So 10.02. 10:00 CH 8600 Dübendorf Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15 Nathanael Winkler B K


Do 14.02. 19:30 De 70372 stuttgart Kleiner Kursaal, Königsplatz 1 Thomas Lieth, Daniel Schäfer B H

Fr 15.02. 19:00 De 67550 Worms-Rheindürkheim Maranatha Baptisten Gemeinde, Kirchstrasse 14 Thomas Lieth, Daniel Schäfer B H

Fr 15.02. 19:00 De 29439 Lüchow Bibel-Baptisten-Gemeinde, Seerauerstrasse 13 (Gewerbepark am Wasserturm) Norbert Lieth B H

Sa 16.02. 17:00 De 72250 Freudenstadt Kurhaus Freudenstadt, Am Promenadenplatz Thomas Lieth, Daniel Schäfer B H

Sa 16.02. 19:00 De 29439 Lüchow Bibel-Baptisten-Gemeinde, Seerauerstrasse 13 (Gewerbepark am Wasserturm) Norbert Lieth B H

So 17.02. 10:00 CH 3011 Bern Kongress-Zentrum Kreuz, 1. UG, Zeughausgasse 39 Marcel Malgo K

So 17.02. 10:00 CH 8600 Dübendorf Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15 René Malgo B K

So 17.02. 10:00 De 29439 Lüchow Bibel-Baptisten-Gemeinde, Seerauerstrasse 13 (Gewerbepark am Wasserturm) Norbert Lieth B H

So 17.02. 13:30 De 29439 Lüchow Bibel-Baptisten-Gemeinde, Seerauerstrasse 13 (Gewerbepark am Wasserturm) Norbert Lieth B H

So 17.02. 15:00 De 90478 Nürnberg Meistersingerhalle, Konferenzraum 2, Münchenerstrasse 21 Thomas Lieth, Daniel Schäfer B H

Mo 18.02. 19:30 De 73312 geislingen an der steige Mehrgenerationenhaus, Schubartsaal, Schillerstrasse 4 Thomas Lieth, Daniel Schäfer B H

Di 19.02. 19:30 De 68169 Mannheim Gemeindezentrum, Paul-Gerhardt-Strasse 6 Thomas Lieth, Daniel Schäfer B H

Mi 20.02. 19:30 De 57072 siegen Kongresszentrum, Siegerlandhalle, Eintracht Saal, Koblenzer Str. Thomas Lieth, Daniel Schäfer B H

Do 21.02. 19:30 De 42285 Wuppertal (Barmen) CVJM-Bildungsstätte Bundeshöhe, Bundeshöhe 7 Thomas Lieth, Daniel Schäfer B H

Fr 22.02. 19:30 De 13597 Berlin EC Gemeinschaftshaus Spandau, Ruhlebener Strasse 9 Norbert Lieth B H

Fr 22.02. 19:30 De 34117 Kassel CVJM Kassel, Wolfsschlucht Thomas Lieth, Daniel Schäfer B H

Sa 23.02. 09:30 CH 8600 Dübendorf Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15 Johannes Vogel (WOBI) B H

Sa 23.02. 15:00 De 30177 Hannover Arche Hannover Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, Gertrud-Greising-Weg 2 Thomas Lieth, Daniel Schäfer B H

Sa 23.02. 19:30 De 13597 Berlin EC Gemeinschaftshaus Spandau, Ruhlebener Strasse 9 Norbert Lieth B H

So 24.02. 10:00 CH 3011 Bern Kongress-Zentrum Kreuz, 1. UG, Zeughausgasse 39 Peter Uhlmann K

So 24.02. 10:00 CH 8600 Dübendorf Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15 Nathanael Winkler B K

So 24.02. 11:00 De 13597 Berlin EC Gemeinschaftshaus Spandau, Ruhlebener Strasse 9 Norbert Lieth B H

So 24.02. 14:30 De 13597 Berlin EC Gemeinschaftshaus Spandau, Ruhlebener Strasse 9 Norbert Lieth B H

So 24.02. 16:00 De 08280 Aue/sachsen Kulturhaus «Aue», Goethe-Strasse 2 Thomas Lieth, Daniel Schäfer B H

Mo 25.02. 19:30 De 99089 erfurt CVJM Gästehaus, Gerberstrasse 14a Thomas Lieth, Daniel Schäfer B H

Di 26.02. 19:30 De 80637 München Innere Mission München, Landshuter Allee 40 Thomas Lieth, Daniel Schäfer B H

In der Zionshalle live dabei sein:

live.mnr.ch


18

Im Blickfeld

Demokratie ohne

Gottesfurcht mündet

in Anarchie und Antichristentum.

als er gross geworden war, ein Sohn der

Tochter Pharaos zu heissen, und wählte

lieber, mit dem Volke Gottes Ungemach

zu leiden, als die zeitliche Ergötzung der

Sünde zu haben, indem er die Schmach

des Christus für grösseren Reichtum

hielt als die Schätze Ägyptens; denn

er schaute auf die Belohnung.» Mose

musste Entscheidungen treffen. Eine

war, dass er nicht mehr auf sich selbst

vertrauen wollte, sondern allein auf Gott.

Er wollte sich von Ihm gebrauchen und

umgestalten lassen! Eine andere war,

dass er echte Nachfolge allen Schätzen

und aller Weisheit Ägyptens vorzog. Das

war ein gewaltiger und weitreichender

Entschluss. Wofür entscheiden wir uns?

Oder träumen wir manchmal etwa lieber

davon, einmal einen Goldschatz zu

finden, ähnlich demjenigen im Grab des

Pharao Tut-Ench-Amons?

5) Der Boden: Je nach Grösse des Gefässes

ist der Boden und die damit zusammenhängende

Stabilität sehr wichtig. Ein

kreisender Teller ist im ersten Moment

lustig, erschwert aber das eigentliche

Essen. Die jüdische Zunz-Übersetzung

gibt Jeremia 31,22 wie folgt wieder: «Wie

lange wirst du dich im Kreise drehen,

du abtrünnige Tochter?» Das definiert

sehr genau den natürlichen, gottlosen Lebenslauf

mit seinen monotonen Abläufen

und unendlichen Lustschrauben. Paulus

wies da in eine ganz andere Richtung:

«Daher, meine geliebten Brüder, seid

Bibelwoche 03. bis 08.02.2013

Mitternachtsruf Januar 2013

fest, unbeweglich, allezeit überströmend

in dem Werke des Herrn, da ihr wisset,

dass eure Mühe nicht vergeblich ist im

Herrn» (1.Kor 15,58). In Psalm 17,5 bewegt

sich der Gläubige wie ein Zug auf

sicheren Schienen, dem Ziel entgegen:

«Meine Schritte hielten fest an deinen

Spuren, meine Tritte haben nicht gewankt.»

Das ist in unserer heutigen Zeit

mit ihrer Werte-Inflation und immer

gottloser werdenden Kultur sehr wichtig,

«auf dass wir nicht mehr Unmündige

seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben

von jedem Winde der Lehre,

die da kommt durch die Betrügerei der

Menschen, durch ihre Verschlagenheit

zu listig ersonnenem Irrtum; sondern

die Wahrheit festhaltend in Liebe» (Eph

4,14). Mit Jesus steht unser Leben auf

einem verlässlichen Fundament, ohne

Ihn bauen wir ein Luftschloss oder eine

reine Sandburg.

6) Die Verzierungen: «Ich fürchte

aber, dass etwa, wie die Schlange Eva

verführte durch ihre List, also auch euer

Sinn verderbt und abgewandt werde

von der Einfachheit und Reinheit gegen

den Christus» (2.Kor 11,3). Gerade am

Beispiel der Frauen im Neuen Testament

sehen wir die Bedeutsamkeit der Dezenz

mit Samuel Rindlisbacher

Thema: «Die Stiftshütte»

Die Woche fi ndet statt im Freizeit- und

Erholungs heim Siegwinden 2,

DE 36166 Haunetal

Sonntag, Anreise ab 17:00. Versammlungen jeweils

10:00, 15:30 und 19:30.

Interessenten können sich direkt im Freizeitheim informieren.

Tel: 0049 6673 789, E-Mail: info@siegwinden.de

und Zurückhaltung: «Deren Schmuck

sei nicht der auswendige durch Flechten

der Haare und Umhängen von Gold oder

Anziehen von Kleidern, sondern der

verborgene Mensch des Herzens in dem

unverweslichen Schmuck des sanften

und stillen Geistes, welcher vor Gott

sehr köstlich ist. Denn also schmückten

sich auch einst die heiligen Frauen, die

ihre Hoffnung auf Gott setzten» (1.Petr

3,3-5; vgl. 1.Tim 2,9). Das Gegenteil

wäre: extrem, Aufdringlichkeit, zur

Schau stellend. Die christliche Ethik

hebt vor allem die inneren Werte und

innere Schönheit hervor, ganz im Gegensatz

zu «Fleischeslust, Augenlust und

hoffärtiges Leben» (1.Joh 2,16). Deshalb

müssen wir aufpassen, dass wir nicht

von den falschen Bewertungen und

Massstäben der Massenmedien angesteckt

und manipuliert werden: «Denn

sehet eure Berufung, Brüder, dass es

nicht viele Weise nach dem Fleische,

nicht viele Mächtige, nicht viele Edle

sind; sondern das Törichte der Welt hat

Gott auserwählt, auf dass er die Weisen

zu Schanden mache; und das Schwache

der Welt hat Gott auserwählt, auf dass

er das Starke zu Schanden mache; und

das Unedle der Welt und das Verachtete

hat Gott auserwählt, und das, was nicht

ist, auf dass er das, was ist, zunichte

mache, damit sich vor Gott kein Fleisch

rühme» (1.Kor 1,26-29). Im Hinblick auf

die Ewigkeit sind so manche Gebrechen

und Unzulänglichkeiten wie zu grosse

oder zu kleine Nasen oder Ohren absolut

lächerlich. Die «Verzierungen» eines

Gefässes sind zweitrangig!

7) Das Gütesiegel: Gerade bei wertvollem

Porzellan befindet sich die Herstellerangabe

am Boden der Gefässe

oder Tassen, unauffällig und sehr dezent.

Ganz im Gegensatz zu den grossen

Textil etiketten, die dazu noch am Rücken

und teilweise aussen angenäht sind, damit

sie jedem sofort ins Auge springen.

Für uns gilt das göttliche Qualitäts-Siegel:

«Sondern so, wie wir von Gott bewährt

(qualifiziert) worden sind, mit dem Evan-


gelium betraut zu werden, also reden

wir, nicht um Menschen zu gefallen,

sondern Gott, der unsere Herzen prüft»

(1.Thess 2,4). «Glückselig der Mann, der

die Versuchung erduldet! Denn nachdem

er bewährt ist, wird er die Krone des

Lebens empfangen, welche Gott denen

verheissen hat, die ihn lieben» (Jak

1,12). «Befleissige dich, dich selbst Gott

bewährt darzustellen als einen Arbeiter,

der sich nicht zu schämen hat, der das

Wort der Wahrheit recht teilt» (2.Tim

2,15). «Aber darum ist mir Barmherzigkeit

zuteil geworden, auf dass an mir,

dem ersten, Jesus Christus die ganze

Langmut erzeige, zum Vorbild für die,

welche an ihn glauben werden zum

ewigen Leben» (1.Tim 1,16). Paulus, das

auserwählte Gefäss seines Gottes Jesus

Christus, wurde durch seine Bewährung

zum Vorbild für alle Christen. Leiden

spielten dabei eine grosse Rolle, so wie es

ihm von Anfang an von Jesus geoffenbart

wurde (Apg 9,15-16).

Leiden können auch auf uns zukommen,

wenn wir uns bewähren wollen:

Wenn wir zum Beispiel argumentieren,

dass Homosexualität etwas Widernatürliches

und Perverses ist (man beachte

nur die menschliche Anatomie). Oder

wenn, wie geplant, Abtreibung zu einem

Menschenrecht deklariert wird.

Oder wenn absolute religiöse Toleranz

eingefordert wird. Dann werden echte

Christen als vermeintliche Feinde der

Demokratie und Menschenrechte und

als sogenannte «Hassprediger» geradezu

kriminalisiert. – Demokratie ohne

Gottesfurcht mündet in Anarchie und

Antichristentum.

Der gegenwärtige Sog nach unten

nimmt gerade in den Ländern der Reformation

gewaltig und spürbar zu! Vielen

Christen wird es da ein bisschen zu ungemütlich.

Es stellt sich Müdigkeit und

Kraftlosigkeit ein, um weiter gegen den

Strom einer regelrecht verfaulenden Welt

zu schwimmen. In der Praxis bedeutet

das, dass man von der Töpferscheibe abspringen

möchte. Die Versuchung dazu

ist gross, doch Daniel 11,32 ermutigt uns:

«Das Volk aber, das seinen Gott kennt,

wird stark und aktiv.» Des Herrn Hand

ist nicht zu kurz, weder für uns im auf

uns zukommenden Jahr 2013 noch für

Israel und die Gläubigen in der grossen

Trübsal bei der direkten Konfrontation

mit dem Antichristen.

Vom Mülleimer zum Schatzkästchen –

das ist die Botschaft für uns. Unabhängig

von unserer Herkunft, unserem Bildungsgrad,

unserem sozialen Status, unserer

Hautfarbe oder unserem Aussehen: «In

einem grossen Hause aber sind nicht

allein goldene und silberne Gefässe,

sondern auch hölzerne und irdene, und

die einen zur Ehre, die anderen aber

zur Unehre. Wenn nun jemand sich von

diesen reinigt, so wird er ein Gefäss zur

Ehre sein, geheiligt, nützlich dem Hausherrn,

zu jedem guten Werke bereitet»

(2.Tim 2,19-20). Das ist Gottes höchstes

Ziel mit uns, die wir Ihm nachfolgen.

Er möchte, dass wir «dem Hausherrn

nützlich sind». Unser himmlischer Töpfer

hält, was Er verspricht! Jeden Tag werden

wir mit menschlichen Tragödien und

Fehlentwicklungen konfrontiert. Wir

schütteln nur den Kopf und können nicht

verstehen, wie Amokläufer Unschuldige

niederschiessen, Opas ihre Ehefrauen

durch junge Mädchen austauschen und

die Kriminalität ausufert. Aber vergessen

wir nicht: Der Mensch ohne Gott ist zu

allem fähig. Deshalb mahnt Jesus: «Wer

in mir bleibt und ich in ihm, der bringt

viel Frucht» (Joh 15,5). Wir haben die

Wahl: in Jesus bleiben oder nicht; uns zu

einem Werkzeug des Segens umgestalten

und dementsprechend zur Verfügung

zu stellen und gebrauchen zu lassen

oder auch nicht. Weil die falsche Wahl

getroffen wird, gibt es immer wieder

schockierende Skandale, selbst unter

Christen und christlichen Leitern. Stillstand

ist Rückgang und die Gefahr der

Stagnation in der Jesusnachfolge ist gross.

Die Zeit vergeht, die Jahre ziehen an uns

vorbei und schnell gleichen wir mehr

«lebenden Fossilien» – hart getrocknet,

statt elastischem und bearbeitbarem Ton.

Wir brauchen die fortwährende, dynamische

Umgestaltung auf dem Arbeitstisch

unseres himmlischen Töpfers. Das Alter

spielt dabei keine Rolle! Damit wir, wie

es in Philipper 2,15 heisst, «als helle Lichter

in einem verkehrten und perversen

Geschlecht» für unseren Herrn und Gott

Jesus Christus leuchten können.

Reinhold Federolf

Tournee durch Deutschland von

Thomas Lieth

und Daniel Schäfer

D-Tour

Thomas Lieth

Do. 14.02.2013, 19.30 Uhr

70372

DLMStuttgart

Kleiner Kursaal, Königsplatz 1

Mitternachtsruf Januar 2013

Herzlich willkommen!

19

Sie hören eine Botschaft zum Thema:

«Die zukünftige Herrlichkeit»

Fr. 15.02.2013, 19.00 Uhr

67550 Worms-Rheindürkheim

Maranatha Baptisten Gemeinde, Kirchstrasse 14

Sa. 16.02.2013, 17.00 Uhr

72250 Freudenstadt

Kurhaus Freudenstadt, Am Promenadenplatz

So. 17.02.2013, 15.00 Uhr

90478 Nürnberg

Meistersingerhalle, Konferenzr. 2, Münchenerstr. 21

Mo. 18.02.2013, 19.30 Uhr

73312 Geislingen an der Steige

Mehrgenerationenhaus, Schubartsaal, Schillerstr. 4

Di. 19.02.2013, 19.30 Uhr

68169 Mannheim

Gemeindezentrum, Paul-Gerhardt-Strasse 6

Mi. 20.02.2013, 19.30 Uhr

57072 Siegen

Kongresszentrum, Siegerlandhalle, Eintracht Saal,

Koblenzer Str.

Do. 21.02.2013, 19.30 Uhr

42285 Wuppertal (Barmen)

CVJM-Bildungsstätte Bundeshöhe, Bundeshöhe 7

Fr. 22.02.2013, 19.30 Uhr

34117 Kassel

CVJM Kassel, Wolfsschlucht

Sa. 23.02.2013, 15.00 Uhr

30177 Hannover

rche Hannover Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde,

Gertrud-Greising-Weg 2 / Ecke Constantinstr.

So. 24.02.2013, 16.00 Uhr

08280 Aue/Sachsen

Kulturhaus «Aue», Goethe-Strasse 2

Mo. 25.02.2013, 19.30 Uhr

99089 Erfurt

CVJM Gästehaus, Gerberstrasse 14a

Di. 26.02.2013, 19.30 Uhr

80637 München

Innere Mission München, Landshuter Allee 40


20

Im Blickfeld

Das Warten auf Gottes «Berufung»

Wir sind auserwählte Gefässe

unseres Herrn und Gottes Jesus

Christus. Doch wie bringen wir in

Erfahrung, wozu unser Gott uns

denn überhaupt berufen hat?

Es kann heilsam sein, gängige Umgangsworte

im christlichen Sprachgebrauch

auch einmal infrage zu

stellen. Oft macht man überraschende

Entdeckungen, die enttäuschen oder

befreien können. Wie steht es da um den

von uns Christen viel bemühten Begriff

«Berufung»? Manche fühlen sich als

Missionare berufen, andere zu einer Bibelschule,

wieder andere als Bibellehrer,

Pastor oder sonst zu einer vollzeitlichen

Mitarbeit im Reich Gottes – nicht selten

sind diese Berufenen stolz darauf. Andere

meinen, sie hätten keine spezielle

Berufung, obwohl sie gerne dies oder das

machen würden, wie zum Beispiel eine

Bibelschule absolvieren. Sie blicken dann

etwas traurig auf die anderen, die so eine

«herrliche Berufung» haben – angeblich

im Gegensatz zu ihnen selbst. Und wieder

andere sagen, sie seien nicht berufen,

und meinen, damit eine Ausrede zur

«Dienstverweigerung» zu haben.

Nimmt man eine Konkordanz zur

Hand und schlägt die Begriffe «berufen»

und «Berufung» nach, stellt man

Folgendes fest:

Im Alten Testament wurde Abraham

als Stammvater Israels berufen (Jes 51,2;

Hebr 11,8). Mose wurde namentlich

dazu berufen, Israel aus der Knechtschaft

Ägyptens zu führen. Aaron wurde als

Hohepriester berufen (Hebr 5,4), und

seine Nachkommenschaft als Priester.

Über Isaak wurde der Same Israel berufen

(1.Mo 21,12; Hebr 11,18). Israel selbst

wurde berufen (Jes 41,9; 48,12). Manche

wurden ausdrücklich zu einer besonderen

Aufgabe berufen (2.Mo 31,2; Jes

22,20). Die Fürsten der Stämme Israels

wurden berufen (4.Mo 1,16). Auch die

Propheten des Alten Testaments wurden

namentlich berufen, wie beispielsweise

Jeremia (Jer 1).

Im Neuen Testament war Jesus Christus

selbstverständlich der berufene

Messias (Jes 42,1-7; 49,1). Die Apostel

wurden berufen (Lk 6,13; Apg 13,2; Röm

1,1; 1.Kor 1,1). Die Menschen sind zur

Erlösung berufen (Röm 1,6.7; 8,30; 1.Kor

1,2.9; 2.Tim 1,9). Man kann zu einer

bestimmten Lebenssituation berufen

sein, zum Beispiel verheiratet sein oder

ledig bleiben, als Jude oder Nicht-Jude, als

Sklave oder Freier (1.Kor 7,17ff.).

Die Gemeinde ist berufen zur Freiheit

(Gal 5,13), zum Frieden Gottes (Kol

3,15), zur Heiligung (1.Thess 4,7; 1.Petr

1,15), zum ewigen Erbe (Hebr 9,15),

zum Segen und zum Segnen (1.Petr 3,9),

zur Herrlichkeit (1.Petr 5,10), zum Licht

(1.Petr 2,9) und zum Leid (1.Petr 2,21).

– Von Letzterem spricht kaum jemand,

wenn es um Berufung geht. Wenn wir

Christen «Berufung» hören, dann denken

wir an die «grossen» Dinge; daran,

ein vollzeitlicher Reichsgottesarbeiter zu

sein, eine theologische Ausbildungsstätte

zu besuchen, besondere Aufgaben zu

erfüllen, besondere Fähigkeiten, spezielle

Begabungen zu haben und diese

im Dienst einzusetzen. Doch gemäss

1. Petrus 2,20-25 sind wir berufen, in

Jesu Fussstapfen zu treten und Leiden –

insbesondere Ungerechtigkeiten – geduldig

zu ertragen, wie Er sie ertragen hat.

«Das ist Gnade bei Gott» (1.Petr 2,20).

Innerhalb der Gemeinde gibt es aber

natürlich auch heute tatsächlich berufene

Evangelisten, Hirten und Lehrer (Eph

4,11; Apg 20,28). Anhand von Epheser

2,20 können wir annehmen, dass die

in Epheser 4,11 erwähnten Berufungen

zum Apostel oder zum Propheten

zur Grundlage der Gemeinde dienten

und heute nicht mehr vorhanden sind.

Damals berief Gott selbst oder durch

die Apostel und ihre Mitarbeiter (Apg

1,21-26; 6,5; 8,26; 15,22; 16,1-3; Tit

1,5). Heute entscheiden die vom Heiligen

Geist geschenkten Gaben darüber,

wofür jemand bestimmt ist oder nicht

(1.Kor 12,4-11). Und da gewisse Gaben

nicht mehr verliehen werden (1.Kor

13,8), gibt es offensichtlich auch keine

berufenen Apostel oder Propheten mehr.

Der biblische Kanon ist abgeschlossen

(Offb 22,18-19), Gott redet nicht mehr

«vielfältig und auf vielerlei Weise» zu

Menschen, sondern durch Seinen Sohn,

der in der Heiligen Schrift offenbart wird

(Hebr 1,1-2).

Mitternachtsruf Januar 2013


Wir stehen in der Gefahr, zu viel vom Begriff «Berufung» abhängig zu machen.

Darum gibt es so wenig Missionare oder Bibelschüler. Manche junge

Menschen glauben eine besondere Berufung bekommen zu müssen.

21

Aus diesem Grund scheint es für uns

Christen heute kaum Sinn zu machen,

auf einen bestimmten Ruf zu warten. Der

Sohn Gottes und die Apostel sind nicht

mehr auf dieser Erde, um uns persönlich

mitzuteilen, was wir zu tun haben.

Vielmehr legen die neutestamentlichen

Briefe nahe, dass der Christ herausfinden

soll, welche Gaben Gott ihm gegeben hat

und wo er diese einsetzen kann (Eph

4,7-16; 1.Petr 4,10-11). Unsere Berufung

richtet sich nach den Fähigkeiten und

Möglichkeiten, die der Heilige Geist

uns gibt – nicht nach einer Stimme, die

wir zu hören glauben. Männer können

sich beispielsweise für das Ältestenamt

bewerben (1.Tim 3,1). Wenn sie geeignet

sind und den Kriterien des Wortes Gottes

entsprechen, dürfen sie laut Paulus als

Älteste eingesetzt werden. Massgebend

ist also nicht, ob sie meinen, einen besonderen

Ruf gehört zu haben oder nicht.

Da drängt sich die Frage auf, ob man

für eine besondere Aufgabe im Reich

Gottes überhaupt eine besondere Berufung

bekommen muss. Brauchen wir eine

besondere Berufung, um Missionar zu

werden? Brauchen wir eine besondere

Berufung, um eine Bibelschule zu besuchen

oder in einem christlichen Werk

mitzuarbeiten?

Wie ist es mit den Christen, die im

alltäglichen Berufsleben stehen? Benötigten

sie eine spezielle Berufung, um

Bankangestellter, LKW-Fahrer oder Polizist

zu werden? Wahrscheinlich ging

es bei ihrer Berufswahl ganz nüchtern

zu. Sie haben sich dort beworben, wo

ihr Interesse lag. Kaum einer von ihnen

würde wohl behaupten, eine ganz besondere,

von Gott gegebene Berufung dazu

bekommen zu haben. Sie haben keine

Stimme gehört, die da sprach: «Ich berufe

dich als Maurer …»

Neutestamentlich betrachtet ist die

ganze Gemeinde berufen, für den Herrn

tätig zu sein, ob nun in einem weltlichen

oder «geistlichen» Beruf (Eph 4,1ff.;

Phil 1,27-30; Tit 2). Der eine hat dem

anderen nichts voraus. Innerhalb der

Gemeinde gibt es keine Abrahams,

Moses, Propheten oder Apostel mehr.

Heute wird niemand mehr in der Weise

berufen, wie Gott es mit den Propheten

im Alten Bund oder mit den Aposteln tat.

Oder möchte etwa jemand behaupten,

Gott habe aus einer Wolke persönlich zu

ihm gesprochen, wie zum Beispiel beim

Apostel Paulus? Die gesamte Gemeinde

hat ein- und dieselbe Aufgabe, wie es

Jesus den Aposteln sagte: «So geht nun

hin und macht zu Jüngern alle Völker,

und tauft sie auf den Namen des Vaters

und des Sohnes und des Heiligen Geistes

und lehrt sie alles halten, was ich euch

befohlen habe» (Mt 28,19-20). – Wer dabei

welche Rolle erfüllt, ergibt sich durch

die Gaben und Möglichkeiten, die der

Herr nach Seinem eigenen Gutdünken

durch den Heiligen Geist schenkt (1.Kor

12,4-11; Eph 4,7-16; vgl. Eph 2,10).

Daher könnte man eher die Frage

stellen: «Hast du eine Berufung, nicht berufen

zu sein?» Wir stehen in der Gefahr,

zu viel vom Begriff «Berufung» abhängig

zu machen. Darum gibt es so wenig

Missionare oder Bibelschüler. Manche

junge Menschen glauben beispielsweise,

für eine Bibelschule eine besondere

Berufung bekommen zu müssen. Und

weil sie meinen, sie hätten keine, gehen

sie nicht, obwohl sie es vielleicht gerne

täten. Doch für einen Bibelschulbesuch

braucht es keine Berufung, sondern Eignung:

Ist man reif genug? Erfüllt man die

Bedingungen der Schule? Kann man sich

die Schule leisten? Solche Fragen werden

in der Regel in einem vorhergehenden

Gespräch geklärt. Eine Bibelschule ist

dazu da, dass der Einzelne geistlich

Norbert Lieth

Liebe – Was uns noch

zur Ent rückung fehlt

Es ist auffallend, wie oft und wie nachdrücklich

die Liebe in der Bibel in direktem Bezug zur Wiederkunft

Jesu erwähnt wird. Einige dieser Bibelstellen

werden in dieser Broschüre aufgegriffen

und ausgelegt, wodurch der Leser von der Liebe

regelrecht angesteckt wird. Wie ist es um Ihre

Liebe bestellt? Prüfen Sie sich anhand der biblischen

Grundsätze, die in dieser prägnanten,

leicht lesbaren Broschüre dargelegt werden!

Taschenbuch, 84 Seiten

Bestell-Nr. 180006

CHF 7.00, EUR 5.00

weiterkommen und sich zurüsten lassen

kann, um diese Ausrüstung später fruchtbringend

gebrauchen zu können – nicht

mehr und nicht weniger.

Wenn jemand im Berufsleben steht

und Interesse an einer Berufsweiterbildung

hat, wird er dann etwa erst auf eine

besondere Berufung warten? Und wenn

er diese nicht vernimmt, wird er dann

etwa untätig bleiben? Wohl kaum! Wenn

er an dieser Weiterbildung wirklich Interesse

hat, wird er sie machen, weil er

weiss, dass ihn das fördert. Das gilt auch

in Bezug auf Bibelschule. Wir sollten das

christliche Leben nicht komplizierter

machen. Diese nüchterne Haltung bewahrt

uns auch vor dem Hochmut, sich

für etwas Besonderes zu halten. Wer

eine evangelistische Gabe hat, sollte als

Evangelist tätig werden – ob vollzeitlich

oder nebenberuflich. Wer gerne in die

Mission gehen will, sollte nicht auf eine

«Berufung» warten, sondern prüfen, was

er tun kann. Er gehört zur Gemeinde,

und damit ist er schon längst berufen

(1.Kor 1,2). Das Neue Testament lehrt

uns nicht, auf Gottes Berufung zu warten,

sondern es lehrt uns, bei einer Entscheidungsfindung

um Weisheit zu bitten

(Jak 1,5). Als Gottes «berufene Heilige»

(Röm 1,7) brauchen wir keine zusätzliche

Sonderberufung, sondern Weisheit «von

Gott, der allen gern und ohne Vorwurf

gibt», die im Glauben darum bitten (Jak

1,5-6). Norbert Lieth

Mitternachtsruf Januar 2013


22

Aufgegriffen

«Wenn sich jedes Jahr am 27. Januar

der Bundestag zum Gedenken der

Befreiung von Auschwitz trifft. Dieselben

Leute, die dann um die Toten

von Auschwitz trauern und geloben

‹nie wieder Auschwitz, wehret den

Anfängen›. Dieselben Leute setzen

sich ein-zwei Tage später zusammen

und beraten über eine Maximierung,

Optimierung der Zusammenarbeit

mit dem Iran, der zurzeit gerne

die zweite Endlösung der Judenfrage

vollenden möchte.» Henryk Broder zu

seinem jüngsten Buch Vergesst Auschwitz

IM Blickfeld

«Ich kann mir kein besseres Instrument

zum Verderben einer Seele in

den Händen Satans vorstellen, als

ein Prediger, der den Sündern verkündet,

dass es nicht ihre Pflicht ist,

Busse über ihre Sünde zu tun oder

an Christus zu glauben, und der die

Arroganz besitzt, sich als Diener des

Evangeliums zu bezeichnen, indem

er lehrt, dass Gott einige Menschen

unendlich und unveränderlich alleine

aus dem Grund hasst, weil er

sich entscheidet, so zu handeln. O

meine Brüder! Möge der Herr euch

von der Stimme dieses Beschwörers

bewahren und eure Ohren für die

Stimme des Irrtums verschliessen.

Welch ein Übel wird ein verdrehtes

Evangelium selbst in christlichen Familien

hervorbringen! Ich habe den

jungen Gläubigen gesehen, gerade

erst von der Sünde errettet, glücklich

in seinem ersten christlichen

Wandel und demütig in der Nachfolge

seines Gottes. Aber das Böse

hat sich eingeschlichen, verborgen

unter dem Mantel der Wahrheit. Der

Finger einer teilweisen Blindheit wurde

auf sein Auge gelegt, und er sah

nur noch eine Lehre. Die Souveränität

konnte er sehen, aber nicht die

Verantwortung.» Charles Spurgeon, «The

Minister’s Farewell, 11. Dezember 1859, auf

distomos.blogspot.ch

«Heiligkeit ist immer da, wo Menschen

durch Gottes Gemeinschaft

anders werden und sich um den

Nächsten kümmern.» Horst Krüger, factum

5/2012, S. 43

Ein Bund mit Gott

Jesus Christus ist unser Gott. Wir sind Seine auserwählten

Gefässe. Er hat uns berufen, wir müssen nicht auf Seine Berufung

warten. Angesichts dessen tun wir gut daran, uns ein

Beispiel an Jonathan zu nehmen …

Nach Davids Sieg über den Philister

und Riesen Goliath (1.Sam 17)

«verband sich die Seele Jonathans

mit der Seele Davids, und Jonathan gewann

ihn lieb wie seine eigene Seele»

(1.Sam 18,1). In diesem Zusammenhang

heisst es dann: «Jonathan aber und David

machten einen Bund miteinander; denn

er hatte ihn lieb wie seine eigene Seele.

Und Jonathan zog das Obergewand aus,

das er anhatte, und gab es David, dazu

seinen Waffenrock, sogar sein Schwert,

seinen Bogen und seinen Gürtel» (1.Sam

18,3-4).

Als der angsterfüllte König erfuhr,

dass sein eigener Sohn einen Bund mit

dem gemacht hatte, den Saul selbst als

einen Feind betrachtete, der vernichtet

werden sollte, «entbrannte Sauls Zorn

gegen Jonathan, und er sprach zu ihm:

Du missratener, widerspenstiger Sohn!

Meinst du, ich wüsste nicht, dass du

den Sohn Isais erwählt hast, zu deiner

Schande und zur Scham und Schande

deiner Mutter? Denn solange der Sohn

Isais auf Erden lebt, kannst weder du

bestehen noch dein Königtum! So sende

nun hin und lass ihn herbringen zu mir;

denn er ist ein Kind des Todes!» (1.Sam

20,30-31).

«Welch ein Narr», dachte Saul, wie es

alle Sauls dieser Welt nach wie vor denken.

Man muss kämpfen, sich durchsetzen

und ergreifen, was einem gehört. Für

die Sauls dieser Welt ist es Torheit und ein

empfindlicher Schlag in die Magengrube,

Mitternachtsruf Januar 2013


«Jonathan aber und David

machten einen Bund miteinander;

denn er hatte ihn

lieb wie seine eigene Seele.

Und Jonathan zog das Obergewand

aus, das er anhatte,

und gab es David, dazu seinen

Waffenrock, sogar sein

Schwert, seinen Bogen und

seinen Gürtel»

Seminare 2013

KinderHerzen

Liebe

Die Gemeinde

lebendigen

in

anleiten

23

25.-27. April 2013

Dr. Tedd Tripp

Pastor, Autor, Seelsorger, Lehrer und

Gründer einer christlichen Schule

des

Gottes

Hirtenkonferenz 2013

Lutherstadt Wittenberg

- Chris Mueller (USA)

- Benedikt Peters (CH)

- Johannes Pflaum (CH)

AufbauSeminar

biblische

Seelsorge

02.-04. Mai 2013

12.-17. Aug. 2013

Dr. John Street

Pastor, Autor, Seelsorger, Dozent und

Leitungsmitglied der NANC-Organisation

sein Eigentum freiwillig und gerne einem

anderen zu geben. «Narr! Sieh nur, was

dir gehört! Schau, was du hättest haben

können! Die ganze Welt steht dir offen!

Du hättest aus dem Vollen schöpfen können.

Narr, o Narr! Du demütigst dich vor

einem, von dem irgendjemand behauptet,

er würde eines Tages über Israel regieren.

Ein Hirte aus Bethlehem? König über

ganz Israel? Eine Torheit!»

Jonathan dachte nicht wie sein hartherziger

Vater. Er wusste – nein, sagen

wir vielmehr –, Jonathan stimmte zu,

dass dies Gottes verordneter Wille war.

Zustimmung ist viel stärker als ein

blosser Glaube, der schwanken kann.

Jonathan wusste, dass David König über

Israel sein würde. Durch Glauben wusste

er auch, dass er alles, was er aufgab,

hundertfältig zurückempfangen würde.

Hinzu kam die unersetzliche Gegenwart

seines geliebten Freundes und der Segen

des heiligen Gottes selbst.

Jonathan bewies seine völlige Unterordnung

unter Gottes Willen wiederholt

durch seine Taten. Er versuchte mehrfach,

seinen Vater, den König, davon zu

überzeugen, dass David kein echter Feind

war (sogar unter Lebensgefahr). Anstatt

Davids Tod herbeizuführen, brachte

Jonathan den im Exil lebenden David

die herzzerreissende Nachricht, dass er

fliehen musste und nicht an den Hof von

König Saul zurückkehren konnte. Jonathan

verlor die Gemeinschaft mit einem

geliebten Freund. Und doch erwies er

sich inmitten seiner eigenen Betrübnis

als jemand, der auf seinen Herzensfreund

und Bruder achthatte. (Dies zeigte sich

auch darin, wie er David warnte.) «Da

machte sich Jonathan, der Sohn Sauls,

auf und ging zu David in den Wald und

stärkte seine Hand in Gott. Und er sprach

zu ihm: Fürchte dich nicht; denn die

Hand meines Vaters Saul wird dich nicht

finden. Und du wirst König werden über

Anmeldung & weitere Info‘s unter:

europäisches Bibel Trainings Centrum

berufsbegleitende Bibelschule

Havelländer Ring 40, 12629 Berlin

Tel +49 (30) 60 988 61-0, kontakt@ebtc-online.org

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Herzliche

Einladung …

Nathanael Winkler

spricht in

Wymeer

Freie evangelische Bibelgemeinde Boen,

Wymeerster Hauptstrasse 4,

DE 26831 Wymeer

Fr. 11.01.2013, 19.30 Uhr

Sa. 12.01.2013, 19.30 Uhr

So. 13.01.2013, 09.30 Uhr

Mitternachtsruf Januar 2013

Immer auf den neusten Stand:

www.mnr.ch/agenda


24

Im Blickfeld

Israel, und ich werde der Zweite nach dir

sein; und auch mein Vater Saul weiss es

so. Und sie schlossen beide einen Bund

vor dem Herrn. Und David blieb im Wald,

und Jonathan ging in sein Haus» (1.Sam

23,16-18). Tief betrübt gingen die zwei

Freunde an diesem Tag auseinander.

Doch beide wussten durch Glauben,

dass dieser vorerst abgelehnte König

letztendlich rechtmässig regieren würde.

Wäre es nicht wunderbar, wenn alle

Jonathans dieser Welt mit einem Freund

wie David gesegnet wären – und alle

Davids dieser Welt mit einem Freund

wie Jonathan? Wäre es nicht herrlich,

einen Bund zu machen, der von einer

liebevollen Beziehung und einer tiefen

Freundschaft geprägt ist – und sich sowohl

an der Gegenwart des Freundes als

auch an dem Segen des heiligen Gottes

zu erfreuen?

Tatsächlich ist es so, dass die Erlösten

des Herrn dies schon haben – und noch

viel, viel mehr.

Wir, die wir gerettet sind (in diesem

Kontext besonders die Heiden), haben

eine ewige Änderung unserer Stellung

erhalten, weil es Gott gefiel, eine Bundesbeziehung

mit uns einzugehen: «Darum

gedenkt daran, … dass ihr in jener Zeit

ohne Christus wart, ausgeschlossen von

der Bürgerschaft Israels und fremd den

Bündnissen der Verheissung; ihr hattet

keine Hoffnung und wart ohne Gott in

der Welt. Jetzt aber, in Christus Jesus seid

ihr, die ihr einst fern wart, nahe gebracht

worden durch das Blut des Christus»

(Eph 2,11.12-13). Nicht länger getrennt;

nicht länger ausgeschlossen; nicht länger

fremd den Bündnissen der Verheissung

– für diejenigen, die in Christus sind.

Wie gut ein menschengemachter Bund

allerdings auch sein mag (wie der von

Jonathan und David), so sind doch Gottes

Bündnisse aufgrund Seiner eigenen

Vollkommenheit und unserer sündhaften

Schwachheit immer besser. Folglich «ist

Jesus umso mehr der Bürge eines besseren

Bundes geworden» (Hebr 7,22) für

diejenigen, die Ihn lieben und eine Bundesbeziehung

mit Ihm eingegangen sind.

Gott gibt Seinen Geliebten nicht nur

einen besseren Bund mit dem besseren

Bürgen Jesus Christus, sondern Er verheisst

auch noch zukünftigen Reichtum

für jenen Tag, an dem Er sie belohnen

wird. Jesus ermahnt die treue Gemeinde

in Philadelphia (und alle mit ähnlicher

geistlicher Auffassung, die den Herrn

lieben und noch nicht zu Ihm heimgegangen

sind): «Doch was ihr habt, das haltet

fest, bis ich komme! Und wer überwindet

und meine Werke bis ans Ende bewahrt,

dem werde ich Vollmacht geben über die

Heidenvölker, und er wird sie mit einem

eisernen Stab weiden, wie man irdene

Gefässe zerschlägt, wie auch ich es von

meinem Vater empfangen habe; und ich

werde ihm den Morgenstern geben. Wer

ein Ohr hat, der höre, was der Geist den

Gemeinden sagt!» (Offb 2,25-29).

In der letzten Überwinderverheissung

in Offenbarung 2-3 verspricht Jesus:

«Wer überwindet, dem will ich geben,

mit mir auf meinem Thron zu sitzen,

so wie auch ich überwunden habe und

mich mit meinem Vater auf seinen Thron

gesetzt habe» (Offb 3,21). Hätten wir

diese Verse auf eigene Faust geschrieben,

wäre dies eine Gotteslästerung gewesen.

Die Tatsache, dass Jesus selbst uns diese

Verheissungen gibt, ist pure Gnade über

Gnade. Seine Belohnung und Seinen

Sieg teilt Er freigiebig mit denen, die in

Ihm sind.

Ich weiss, Du wirst König werden

über Israel (und alles andere), und ich

werde mit Dir auf Deinen Thron sitzen.

Allerdings fordert die Bundesschliessung

von beiden Vertragspartnern einen

hohen Preis. Es kostet Jesus – und es kostet

uns: «Denn ich habe von dem Herrn

empfangen, was ich auch euch überliefert

habe, nämlich dass der Herr Jesus in

der Nacht, als er verraten wurde, Brot

nahm, und dankte, es brach und sprach:

Nehmt, esst! Das ist mein Leib, der für

euch gebrochen wird; dies tut zu meinem

Gedächtnis! Desgleichen auch den

Kelch, nach dem Mahl, indem er sprach:

Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem

Blut; dies tut, sooft ihr ihn trinkt,

zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr

dieses Brot esst und diesen Kelch trinkt,

verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er

kommt. Wer also unwürdig dieses Brot

isst oder den Kelch des Herrn trinkt, der

ist schuldig am Leib und Blut des Herrn.

Der Mensch prüfe aber sich selbst, und

so soll er von dem Brot essen und aus

dem Kelch trinken» (1.Kor 11,23-28).

Diese Selbstprüfung unserer Sünden –

und Sündhaftigkeit – ist ein lebenslanger

Prozess und für viele Gläubige der unangenehmste

Teil des Bundes. Allerdings ist

gerade dies grundlegend für solche, die

mit dem heiligen König wandeln. Und

während wir mit Ihm gehen, leitet Er

uns auch zur Gleichgestaltung in Sein

Ebenbild (Röm 8,29; 12,1-2).

Danke, Herr Jesus, dass Du eine

Bundesbeziehung mit mir eingegangen

bist, die viel stärker ist als der mosaische

Bund und die von einer viel tieferen

Liebe geprägt ist als der Bund Davids

und Jonathans.

Bitte nimm mein Obergewand. Es

ist das äusserlich sichtbare Bild, wie

die Menschen mich sehen, ein Symbol

meines materiellen Status. Kleide mich

stattdessen in Deine Gerechtigkeit,

Gnade und Demut (Offb 3,5; 1.Petr 5,5).

Bitte nimm meinen Waffenrock.

Indem ich ihn Dir gebe, enthülle ich

meine vollkommene Schwachheit und

völlige Sündhaftigkeit. Herr, ich tue dies

nicht von Natur aus. Wie Du nur allzu

gut weisst, geht dies entgegen meiner

Veranlagung. Stärke mich, geliebter

himmlischer Vater, und hilf mir. Lehre

mich, auf Dich als mein Schild und meine

Zuflucht zu schauen. «Dieser Gott – sein

Weg ist vollkommen! Das Wort des Herrn

ist geläutert; er ist ein Schild allen, die

ihm vertrauen» (Ps 18,31). «Du gibst mir

den Schild deines Heils, und deine Rechte

stützt mich, und deine Herablassung

macht mich gross» (Ps 18,36). «Der Herr

ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn

hat mein Herz vertraut, und mir wurde

geholfen. Darum frohlockt mein Herz,

und ich will ihm danken mit meinem

Lied» (Ps 28,7).

«Unsere Seele harrt auf den Herrn;

er ist unsere Hilfe und unser Schild»

(Ps 33,20).

Bitte nimm mein Schwert und meinen

Bogen. Sie sind die vermeintliche

Quelle der Kraft und Hoffnung einer

äusserlichen Errettung. Ich übergebe

sie Dir. Lehre mich, die Kraft Gottes zu

erkennen, die die Torheit der Welt ist

(1.Kor 1,23-25), und den unerschütterlichen

Glauben zu ergreifen, der weiss: «Er

erhebt den Geringen aus dem Staub; aus

Mitternachtsruf Januar 2013


25

dem Kot erhöht er den Armen, damit er

sie sitzen lasse unter den Fürsten und sie

den Thron der Herrlichkeit erben lasse.

Denn die Grundfesten der Erde gehören

dem Herrn, und er hat den Erdkreis auf

sie gestellt. Er wird die Füsse seiner

Getreuen behüten; aber die Gottlosen

verstummen in der Finsternis; denn der

Mensch vermag nichts aus eigener Kraft»

(1.Sam 2,8-9). Lehre mich zu erfassen,

dass es «dem Herrn nicht zu schwer»

ist, «durch viele oder durch wenige zu

retten» (1.Sam 14,6).

Schaffe in mir das Herz eines geistlichen

Kämpfers, auf dass ich sehe, dass

meine vielen Schwachheiten für Dich

Möglichkeiten sind, um Deine Kraft

zu erweisen. Wenn andere mich mit

Schwert, Speer oder Wurfspiess – oder

mit Worten – angreifen, hilf mir, dass ich

im Namen des Herrn der Heerscharen,

des Gottes der Schlachtreihen Israels,

feststehe, denn Du, Herr, rettest nicht

durch Schwert noch Spiess; «denn der

Kampf ist die Sache des Herrn» (1.Sam

17,45.47). Erziehe mich «im Wort der

Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch die

Waffen der Gerechtigkeit in der Rechten

und Linken» (2.Kor 6,7).

Bitte nimm meinen Gürtel. Er ist für

mich der Inbegriff der Sicherheit, der

alles zusammenhält. Hilf mir stattdessen,

die Waffenrüstung anzulegen, die Du mir

gegeben hast: die Lenden umgürtet mit

Wahrheit, angetan mit dem Brustpanzer

der Gerechtigkeit und die Füsse gestiefelt

mit Bereitschaft zum Zeugnis für das

Evangelium des Friedens; vor allem aber

ergreife ich das Schild des Glaubens, mit

dem ich alle feurigen Pfeile des Bösen

auslöschen kann. Hilf mir, den Helm des

Heils und das Schwert des Geistes, welches

das Wort Gottes ist, zu nehmen und

anzuwenden (Eph 6,14-17). Lehre mich

beten und den gewaltigen Wert – und

das Privileg – des Gebets zu erkennen

(Eph 6,18).

Und Herr, wenn ich Dir das alles völlig

übergeben habe, bitte lehre mich, nicht

wieder danach zu suchen. Bitte bewahre

mich davor, dass ich beim Feind, in der

Welt und in mir selbst Fälschungen als

Ersatz suche, denn ich weiss aus eigener

Erfahrung, dass ich sehr dazu neige.

O, «das A und das O, der Anfang

und das Ende, der Erste und der Letzte»

(Offb 22,13), «die Wurzel und der Spross

Davids, der leuchtende Morgenstern»

(Offb 22,16), «der Geist und die Braut

sprechen: Komm! Und wer es hört, der

spreche: Komm!» (Offb 22,17).

«Amen. – Ja, komm, Herr Jesus!»

(Offb 22,10), denn ich weiss, Du wirst

König werden, und ich werde mit Dir auf

Deinen Thron sitzen (1.Sam 23,17; Offb

2,25-28; 3,21). Greg Harris

Dr. Gregory Harris studierte an der Campbell

University (B.A.), North Carolina Central

University (M.A.), Talbot Theological Seminary

(M.Div., Th.M.) und Dallas Theological Seminary

(Th.D.). Er ist Professor für Biblische Auslegung

an The Master’s Seminary und Pastor in der Lake

Hills Community Church in Castaic, Kalifornien.

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Fakten über Israel

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*Kostenlos in Deutschland, Schweiz, Österreich und

Liechtenstein, übrige Mitternachtsruf Länder Preis auf Januar Anfrage 2013


26

Im Blickfeld

2013

Wichtige Termine

für Ihre Agenda

Streiflicht

Endzeitwahn?

01.01.2013, 14:30

MNR-Neujahrstagung

mit Norbert Lieth

Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15,

CH 8600 Dübendorf

03.02. bis 08.02.2013

Bibelwoche mit Samuel Rindlisbacher

Freizeitheim Siegwinden, DE 36166 Haunetal

28.03. bis 01.04.2013

Osterkonferenz mit Thomas Lieth,

Norbert Lieth, Eberhard Hanisch

und Elia Morise

Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15

CH 8600 Dübendorf

09.05.2013, 10:00 und 14:00

MNR-Freundestreffen

mit Norbert Lieth und Jurek Schulz

Stadthalle Sindelfingen, Schillerstrasse 23

DE 71065 Sindelfingen

05.07. bis 07.07.2013

Konferenz mit Norbert Lieth

und Nathanael Winkler

Bibel und Erholungsheim Haus Felsengrund,

DE 75385 Bad Teinach-Zavelstein

06.07. bis 13.07.2013

Bibeltage mit Marcel Malgo

Erholungsheim Waldesruhe, Auchtertstrasse 10

DE 72178 Waldachtal–Vesperweiler

13.07. bis 14.07.2013

Israelkonferenz mit Norbert Lieth

Danubius Health Spa Resort

Matgitsziget, 1138 Budapest,

Margitsziget, Ungarn

31.08. bis 01.09.2013

Israelkonferenz mit Norbert Lieth,

Berthold Schwarz, u.a.

Zionshalle, Ringwiesenstrasse 15,

CH 8600 Dübendorf

03.10.2013, 10:00 und 14:00

MNR-Freundestreffen

mit Norbert Lieth

Sachsenlandhalle, An der Sachsenlandhalle 3

DE 08371 Glauchau

01.11.2013, 10:00 und 14:00

MNR-Freundestreffen

mit Norbert Lieth

Stadthalle Mitternachtsruf Sindelfingen, Schillerstrasse Januar 2013 23

DE 71065 Sindelfingen

Regen prasselte gegen die Scheibe. Es

war dunkel draussen. Ein Mann stand am

Fenster. Erwartungsvoll schaute er in die

Nacht hinaus. Er dachte an die Wiederkunft

seines Herrn Jesus Christus. Sein

Herz brannte. Er glaubte fest daran, dass

Jesus zu seinen Lebzeiten wiederkommen

würde. Ja, er war ein Mann, der die

Erscheinung des Herrn wirklich lieb hatte

(2.Tim 4,8). Inzwischen hat sein Herr ihn

geholt … auf natürlichem Weg, durch den

Tod. Seitdem sind viele Jahre vergangen.

Er hat ein Vermächtnis hinterlassen: Viele

Bücher, Botschaften und Artikel über die

Wiederkunft seines geliebten Herrn und

Heilandes Jesus Christus. Doch bis heute

ist der Herr nicht wiedergekommen.

Es war wohl in den 1970er und 1980er

Jahren, als die gesamte Christenheit – so

scheint es – von einer fiebrigen Erwartung

der Rückkehr Jesu erfasst wurde. Auf zahlreichen

Kanzeln wurde Seine baldige Wiederkunft

verkündigt. Filme, Bücher, Traktate,

CDs, Kassetten wurden zum Thema

veröffentlicht. Die Zeichen der Zeit waren

eindeutig. Israel hatte wieder einen eigenen

Staat in seiner jahrtausendealten Heimat.

Das war ein beispielloses Gotteswunder!

Die Juden hatten ausserdem ganz

Jerusalem eingenommen. Sie schienen unbesiegbar.

Es war wirklich wahr: Gott hatte

Israel nicht verworfen. Jetzt konnte es jeder

mit seinen eigenen Augen sehen. Die politischen

Ereignisse schienen eine punktgenaue

Erfüllung biblischer Prophetie zu sein.

Europa strebte immer mehr nach Einheit.

Das Römische Reich erwachte. Die Drohung,

die von der grossen UdSSR ausging,

musste doch eine prophetische Bedeutung

haben. Sicherlich hatte man es

hier mit Gog aus Magog zu tun …

Jahrzehnte später: Die EU wackelt.

Die Sowjetunion war doch nicht so gross

und mächtig, wie sie sich gab. Israel hat

seinen Nimbus der Unbesiegbarkeit verloren.

Die Teilung des Landes und Jerusalems

scheint nur eine Frage der Zeit zu

sein. Es sind mittlerweile Dinge geschehen,

die die besten Ausleger der biblischen

Prophetie nicht vorausgesehen haben,

zum Beispiel die Eurokrise oder den

Arabischen Frühling.

Inzwischen ist eine neue Generation

von Christen herangewachsen. Neue Prediger

besteigen die Kanzeln. Diese jungen

Männer, geboren in den 1970er und

1980er Jahren, haben oft wenig Verständnis

für den – wie sie es verächtlich nennen

– «Endzeitwahn» ihrer Väter. Sie interessieren

sich mehr für das erste Kommen

ihres Herrn, als für Sein zweites Kommen.

Themen wie Entrückung oder Israel haben

an Bedeutung verloren. Die neuen Calvinisten

mit ihrer Betonung des Evangeliums,

der Gemeinde und Systematischen

Theologie gewinnen derzeit an unerwarteten

Zuwachs …

Hat uns die Vergangenheit etwa gelehrt,

dass eine intensive Auseinandersetzung

mit den Letzten Dingen nur leidlich

relevant ist und letztendlich falsche

Hoffnungen weckt? Ich glaube nicht. Die

Betonung des Evangeliums ist sehr positiv.

Der Wunsch nach Nüchternheit und

Verzicht auf Spekulation spricht mir aus

dem Herzen. Aber meine Generation,

die sich durch die vermeintlichen Mutmassungen

vieler ihrer Glaubensvorbilder

enttäuscht sieht, läuft Gefahr, gerade

so unnüchtern zu werden wie sie es ihren

Vätern vorwirft – und zwar in die andere

Richtung: Auf einmal ist zukunftsbezogene

Prophetie überhaupt nicht mehr wichtig.

Jetzt heisst es: Ja, Jesus kommt wieder,

irgendwann, darauf freuen wir uns

schon, irgendwie, aber der Rest ist nicht

so wichtig. Entrückung? «Gibt es vielleicht

doch nicht.» Israel? «Wurde vielleicht

doch durch die Gemeinde ersetzt.»

Trübsal? «Hat vielleicht doch schon stattgefunden.»

Tausendjähriges Reich? «Ist

vielleicht doch kein Thema, über das man

sich den Kopf zerbrechen sollte.» Jesus

kommt bald? «Na und.» Wirklich?

Bei allem, was man den begeisterten

Prophetie-Experten der Vergangenheit

auch vorwerfen könnte, sie hatten doch

ein grosses Verlangen nach der Wiederkunft

unseres Erlösers. Und dieses Verlangen

sollte jeder Christ haben. Meine

Generation darf die Prophetie der Bibel

nicht vergessen oder vernachlässigen,

nur weil Männer, die Jesus und Seine Erscheinung

über alles liebten, sich auch

irrten. Es ist Zeit, dass wir zurückkehren

zum brennenden Verlangen unserer Väter

nach der Wiederkunft unseres Herrn Jesus

Christus. Wir können aus ihren Fehlern

lernen, ohne dabei ihre Errungenschaften

zu unterschlagen.

Dies ist mein bescheidener Aufruf …

René Malgo


Aus dem Dienst des Mitternachtsruf

27

Was Sie noch nicht wussten …

… jedenfalls haben wir darüber

im Mitternachtsruf noch

kein Wort verloren. Marcel

Malgo, mein Bruder, ist in die

Berner Gegend umgezogen.

Wenn wir seine vergangenen

Wohnorte auflisten, dürfte das

Bibelwort in Hebräer 13,14:

«Denn wir haben hier keine

bleibende Stadt …» auf ihn

zweifellos besonders zutreffen.

Ob in Israel oder in den Niederlanden,

ob in Deutschland oder

in der Schweiz, in vielfältiger

Weise und mancherorts diente

Marcel dem Missionswerk Mitternachtsruf

als Mitarbeiter.

Nun wurde der Ruf unserer

Berner Gemeinde Mitternachtsruf

an Marcel immer

lauter: «Komm herüber und

hilf uns …» Nach reiflicher

Überlegung und viel Gebet

haben wir gemeinsam den

Marcel und Rita Malgo

Entschluss gefasst, Marcel

ziehen zu lassen.

So nahm Marcel Malgo

im September vergangenen

Jahres die Herausforderung,

vollamtlich als Pastor und

Hauptverantwortlicher der

Berner Gemeinde zu dienen,

an. Er packte zusammen mit

seiner Frau Rita die Koffer,

um dort heimisch zu werden.

Das hat nun aber gar nichts

damit zu tun, dass seine Mitarbeit

im Missionswerk Mitternachtsruf

aufgehört hätte.

Im Gegenteil: Damit gewinnt

das Werk im Berner Raum an

Möglichkeiten. So können wir

dort unserem Freundeskreis

besser dienen und die lokalen

Bedürfnisse des Gemeindelebens

besser abdecken.

Marcel Malgo bei der Verkündigung in Bern

Nach wie vor wird Marcel

regelmässig in der Zionshalle

in Dübendorf im Rahmen

unserer Gottesdienste als

Verkündiger anzutreffen sein.

So wünschen wir Marcel

und Rita Malgo viel Gnade für

ihre neuen Aufgaben in Bern.

Möge der Segen des Herrn die

beiden begleiten.

Peter Malgo

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«Wer ein mutiges Herz hat, weiss sic

im Leiden zu halten; wenn aber de

daniederliegt, wer kann’s tragen

J

sPrü


28

Fragen – Antworten

Das erste Gebot mit Verheissung

In der Bibel steht geschrieben:

«Du sollst deinen Vater und

deine Mutter ehren …» (2.Mo

20,12) und in Epheser 6,2-3

heisst es weiter: «Du sollst

deinen Vater und deine Mutter

ehren, das ist das erste Gebot

mit einer Verheissung: damit es

dir gut geht und du lange lebst

auf Erden.» Diese Worte «ehren»

und «Verheissung», worauf beziehen

sie sich im Einzelnen oder

was ist damit gemeint?

Die Aussage des Apostels

Paulus in Epheser 6,2-3

ist eine sachliche Feststellung,

dass dieses Gebot das erste

mit Verheissung gewesen ist

(2.Mo 20,12; 5.Mo 5,16).

Paulus will damit nicht die

Gebote des Sinaibundes, die

für Israel galten, nun auch

für die Gemeinde aus den

Nationen geltend machen,

sonst würde er anderen von

ihm gemachten Aussagen

widersprechen; zum Beispiel

in Römer 6,14: «Denn die Sünde

wird nicht herrschen über

euch, weil ihr nicht unter dem

Gesetz seid, sondern unter der

Gnade.»

Aber auch wenn wir nicht

unter dem Gesetz stehen, so

sind wir den Aussagen der

Heiligen Schrift verpflichtet

und keine Gesetzlosen.

Die Anordnungen des Neuen

Testaments sind so deutlich,

dass sie sogar über die Zehn

Gebote hinausgehen. Darum

sagt der Apostel einen Vers

später: «Wie nun? Sollen wir

sündigen, weil wir nicht unter

dem Gesetz, sondern unter der

Gnade sind? Das sei ferne!»

(Röm 6,15).

Unter dem Alten Bund

standen die Israeliten unter

dem mosaischen Gesetz und

sollten Vater und Mutter ehren,

womit die Verheissung

eines langen irdischen Lebens

verknüpft war. Neutestamentlich

gesehen haben wir im

Gegensatz zu Israel nicht

die Verheissung auf irdische

Segnungen, sondern vielmehr

auf himmlische. Paulus sagt

deshalb auch nicht, dass wir

die Verheissung langen Lebens

hätten, sondern er macht

lediglich darauf aufmerksam,

dass dies im Alten Bund der

Fall gewesen ist. Doch auch

wir sind aufgerufen, Vater und

Mutter zu ehren. Und Paulus

betont die Wichtigkeit dieser

Tatsache, indem er darauf

aufmerksam macht, dass im

Alten Bund eine besondere

Verheissung mit diesem Gebot

verbunden war.

Norbert Lieth

Herzliche

Einladung …

Norbert Lieth

spricht in

Berlin

EC Gemeinschaftshaus Spandau

Ruhlebener Strasse 9, DE 13597 Berlin

Generalthema:

«Das Buch, das Geschichte

im Voraus beschreibt»

Fr. 22.02.2013, 19.30 Uhr

Sa. 23.02.2013, 19.30 Uhr

So. 24.02.2013, 11.00 Uhr

So. 24.02.2013, 14.30 Uhr

Immer auf den neusten Stand:

www.mnr.ch/agenda

Ist alles neu geworden?

Ich habe keine Klarheit über das

Wort in 2. Korinther 5,17, das

Luther so übersetzt: «Darum, ist

jemand in Christo, so ist er eine

neue Kreatur; das Alte ist vergangen,

siehe, es ist alles neu

geworden!» Das macht mir Not,

denn bei mir ist das noch nicht

der Fall.

Sie zitieren die Lutherübersetzung

1912. Neuere

Übersetzungen, unter anderem

die Luther 1984 und die

revidierte Elberfelderübersetzung,

sagen es so: «Das Alte

ist vergangen, siehe, Neues ist

geworden.» Das Wesentliche

im Menschen, der Geist, der

aus Gottes Hand hervorgegangen

ist und dann als Folge

der Sünde starb, wird im

Augenblick der Wiedergeburt

lebendig und mit dem Geiste

Gottes erfüllt. Das ist der neue

Mensch. Dieser neue Mensch

kann nicht mehr sündigen;

er ist makellos, heilig und

gerecht (1.Joh 3,9; Röm 5,1).

Was aber kann denn noch

sündigen? Dasjenige in uns,

das in Jesus Christus am Kreuz

hingerichtet wurde: der alte

Mensch, das Ich, das Fleisch.

Da aber dieses Ich in Gottes

Augen keine Existenzberechtigung

mehr hat, kann dieses

Wort auch so wiedergegeben

werden wie in der Lutherübersetzung

1912: «Es ist alles

neu geworden.» Deswegen

rufen wir immer wieder das

Wort des Apostels Paulus aus:

«Denn ich bin durchs Gesetz

dem Gesetz gestorben, damit

ich Gott lebe. Ich bin mit

Christus gekreuzigt. Ich lebe,

doch nun nicht ich, sondern

Christus lebt in mir. Denn

was ich jetzt lebe im Fleisch,

das lebe ich im Glauben an

den Sohn Gottes, der mich

geliebt hat und sich selbst

für mich dahingegeben» (Gal

2,19-20). Wim Malgo

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Mitternachtsruf Januar 2013


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30

Vorschau

Die nächste Ausgabe erscheint am 22.01.2013,

mit u.a. diesem Thema*:

«Der Fall Tyrus - gestern, heute und

morgen»

*Änderungen vorbehalten

Impressum

Missionswerk und Verlag Mitternachtsruf

www.mitternachtsruf.ch

Gründer Wim Malgo (1922-1992)

Vorstand Peter Malgo, Norbert Lieth, Conno Malgo,

Jonathan Malgo

Schweiz Missionswerk Mitternachtsruf, Ringwiesenstr. 12a,

8600 Dübendorf, Tel.: (0041) 044 952 14 14

Deutschland Mitternachtsruf Zweig Deutschland e.V.,

Kaltenbrunnenstr. 7, 79807 Lottstetten, Tel.: (0049) 07745

8001

Organ Der «Mitternachtsruf» erscheint monatlich. Er ist ausserdem

in englischer, französischer, holländischer, italienischer,

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ungarischer Sprache erhältlich.

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Redaktion (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 044 952 14 16,

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Layout (Adresse Schweiz) E-Mail: layout@mnr.ch,

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Dir kann nur Jesus helfen

Wie Gott mich mit sich versöhnte

Ich stamme aus Kroatien und lebe

und arbeite seit 1992 in München. Dort

erkannte ich erstmals, wie sinnlos mein

Leben war. Ich betete zu Gott um wahre

Freude und den richtigen Lebensweg.

Durch einen jungen Mann stiess ich auf

die streng strukturierte Gemeinde einer

christlichen Organisation, die angeblich

das einzig richtige Reich Gottes auf Erden

ist. 1993 wurde ich getauft. Ich war insgesamt

14 Monate dabei, fühlte mich aber

durch meinen Jüngerschaftspartner bevormundet.

Ich verliess die Gemeinde.

Aufgrund des Glaubens, die einzig wahre

Gemeinde Gottes auf Erden verlassen

zu haben, bekam ich grosse Schuldgefühle

und Depressionen. Ich wurde in kurzer Zeit

zum Sklaven der Sünde. Ich fing an, in der

Welt nach Befriedigung zu suchen. Zuerst

in Konsumsucht, dann in Extremsportarten.

Ich verlangte nach immer extremeren

und gefährlicheren Abenteuern.

Weil ich die Sinnlosigkeit und erdrückenden

Folgen meiner Sünden erkannte,

sagte ich meiner damaligen Freundin im

Jahre 2008, dass es mein grösster Wunsch

sei, mich, bevor ich sterbe, mit Gott und

Seiner Gemeinde zu versöhnen. Ein paar

Monate später geschahen zwei grosse

Schicksalsschläge in meinem Leben …

Am 10. Mai 2008 starb mein Freund

Ulrich durch eine Lawine. Er, mein Freund

Helmut und ich wollten die Nordwand der

Wildspitze besteigen. Ulrichs Leiche wurde

erst zwölf Tage später geborgen. Er war

34 Jahre alt und hätte in sieben Tagen heiraten

sollen. Helmut fragte mich später,

ob ich an Engel glaubte. Denn wir beide

hatten nur überlebt, weil sich seine Skistockschlaufe

gelöst hatte und wir stehen

geblieben waren. Wäre dies nur wenige Sekunden

später geschehen, wären wir sehr

wahrscheinlich auch von der Lawine erfasst

worden. Trotz dieser Gnade war ich

immer noch nicht bereit umzukehren.

Etwa dreieinhalb Monate später wollte

ich das kroatische Bergmassiv Velebit in

nur 48 Stunden überqueren. In der Dunkelheit

verlor ich die Routenmarkierung.

Als mich um Mitternacht etwas im rechten

Knie stach, dachte ich zuerst an einen

Dorn. Kurz danach fühlte ich mich schwach

und orientierungslos. Eine Schlange hatte

mich gebissen. Ich hätte sofort die Bergwacht

anrufen sollen, doch kurz vorher

hatte ich auch mein Handy verloren. Verzweifelt

schrie ich um Hilfe, doch es war

keiner da. Todesangst überkam mich.

Plötzlich erinnerte ich mich an Gott, mit

dem ich fast 15 Jahre nichts zu tun hatte.

In Gedanken bat ich: «Lieber Gott, bitte

hilf mir!» Zu meiner grossen Überraschung

veränderte sich meine körperliche Verfassung.

Ich bekam Kraft und Hoffnung. Ich

stand auf und fand einige Minuten später

die Markierung, nach der ich so lange gesucht

hatte. Aber dann fing in der Nähe ein

Braunbär zu brüllen an. Angsterfüllt betete

ich weiter: «Lieber Gott, falls ich diese

Nacht überleben sollte, dann werde ich zu

Dir umkehren und für Dich arbeiten!» Ich

überlebte. Doch trotz dieser Gnade war ich

immer noch nicht bereit umzukehren.

Im Januar 2009 erlebte ich einen

schmerzhaften Fahrradsturz, bei dem ich

mit Prellungen davonkam. Endlich kam ich

auf die Idee, Gott eine Spende als Dankoper

zu geben. Aber wo sollte ich spenden?

Ich fand meine frühere Gemeinde, die inzwischen

durch viele Bedrängnisse gegangen

war und sich von der grossen Gemeindewachstumsbewegung

getrennt hatte und

selbstständig geworden war. Am Sonntag,

15. Februar 2009, besuchte ich den Gottesdienst.

Schon beim ersten Lied über die

Liebe und Treue Gottes weinte ich so bitterlich,

dass ich mich auf die Toilette zurückziehen

musste. Mit mir passierte etwas,

was ich schwer erklären kann. Aber mein

Leben und meine Prioritäten veränderten

sich in diesem Augenblick. In den folgenden

Monaten weinte ich immer wieder zu

Hause oder beim Abendmahl. Ein paar Wochen

lang schrieb ich alle meine Sünden

auf, an die ich mich erinnern konnte, und

bat Gott um Vergebung.

Heute hat Gott mir eine christliche Frau

geschenkt, die ich im Juli 2011 heiratete

und die am 14. November 2012 unseren

Sohn auf die Welt brachte. Ich glaube,

dass es so einen Sünder und so einen verlorenen

Fall wie mich selten gab.

«Die in Finsternis und Todesschatten

sassen, gebunden in Elend und Eisen, weil

sie den Worten Gottes widerstrebt und

den Rat des Höchsten verachtet hatten,

sodass er ihr Herz durch Unglück beugte

– sie strauchelten, und niemand half

ihnen. Da schrien sie zum Herrn in ihrer

Not, und er rettete sie aus ihren Ängsten.

Er führte sie hinaus aus Finsternis und Todesschatten

und zerriss ihre Fesseln. Sie

sollen dem Herrn danken für seine Gnade

und für seine Wunder an den Menschenkindern.

Denn er hat eherne Türen zerbrochen

und eiserne Riegel zerschlagen» (Ps

107,10-16).

Allein unserem Gott, dem himmlischen

Vater, und unserem Herrn Jesus Christus

und Seinem Heiligen Geist sei aller Dank,

Lob und Preis für alles, was Er bewirkt

hat!

Damir Bilic

Mitternachtsruf Januar 2013


Neujahrstagung

Thema «Sieben Tage bis zur Ewigkeit»

Norbert

Lieth

DLM

spricht über

das Thema:

1. Januar 2013 • 14:30

Neujahrstagung

Sieben Tage

bis zur

Ewigkeit

• Musikalische Umrahmung

• Büchertisch

• Kinderbetreuung

Auch im Livestream:

live.mnr.ch

Zionshalle • Ringwiesenstrasse 15 • CH 8600 Dübendorf

Missionswerk Mitternachtsruf • www.mnr.ch


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