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Grußwort Seite 3

Werkeinführung zur Musik (Bredenbach) Seite 5

Werkeinführung zu Sprache und Theologie (Kuschel) Seite 8

25. Dezember 08: Teil I „Jauchzet, frohlocket” Seite 11

26. Dezember 08: Teil II „Es waren Hirten in derselben Gegend“ Seite 17

28. Dezember 08: Teil III „Herrscher des Himmels“ Seite 23

01. Januar 09: Teil IV „Fallt mit Danken, fallt mit Loben“ Seite 29

04. Januar 09: Teil V „Ehre sei dir, Gott, gesungen“ Seite 35

06. Januar 09: Teil VI „Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben“ Seite 41

Das Nizänische Glaubensbekenntnis Seite 48

2

Johann Sebastian Bach

Weihnachtsoratorium

in sechs

Kantatengottesdiensten

in der

Stiftskirche Tübingen

jeweils 11 Uhr


Jauchzet, frohlocket - da capo!

Viele werden sich erinnern: Vor zwei Jahren war „Bachs Weihnachtsoratorium in

sechs Kantatengottesdiensten“ erstmals in der Stiftskirche zu erleben – und übertraf

alle Erwartungen. Nicht nur an den Christtagen war auch der letzte Platz besetzt. Das

Interesse hielt an und steigerte sich bis zur bedenklich überfüllten Kirche an Epiphanias

2007.

Noch wichtiger als dieser äußere Erfolg waren uns die begeisterten Rückmeldungen.

Das „WO“ in dieser Weise zu hören, tat den Menschen gut: Verbunden mit Liturgie

und Predigt bekamen die Kantaten neue Plausibilität, gewannen einzelne Stücke überraschend

an Gewicht. Die Verteilung auf sechs Tage ermöglichte intensiveres Hören.

Vorfreude auf die nächste und wieder die nächste Kantate wurde zum bestimmenden

Gefühl der Festzeit.

Solches Echo verpflichtet: Als Konsequenz gibt es seit 2007 die Reihe Kantatengottesdienste

in der Stiftskirche und nun das „WO 2008/09“, zu dem wir Sie hiermit

herzlich einladen! Wieder in sechs Gottesdiensten an allen Fest- und Sonntagen vom

25. Dezember bis 6. Januar, jedes Mal um 11 Uhr. Wieder mit hochkarätigen Solostimmen

und sechs Chören, die je eine Kantate übernehmen. Erstmals dabei: der Tübinger

Dietrich-Bonhoeffer-Chor und die Kurrende der ESG, dazu als Orchester diesmal die

Sinfonietta Tübingen und am 25.12. das Orchester der Tübinger Motette. Das schöne

von Pfarrer Prof. Bernhard Leube, Hochschule für Kirchenmusik Tübingen, entworfene

Gottesdienstkonzept wurde überarbeitet.

Neu sind zwei in Musik und Sprache des Weihnachtsoratoriums einführende Abende

am Montag, 15. und Freitag, 20. Dezember (siehe Seite 4).

Vielen ist herzlich zu danken: Ausführenden, Predigenden, Vortragenden, dazu

allen, die sich seit Monaten um das Projekt kümmern und während des Festes (meist

unsichtbar) dafür sorgen, dass es gelingt.

Die werkgetreue Aufführung des „WO“ in sechs Gottesdiensten sei „heute nicht

mehr finanzierbar“, heißt es - anderswo. Dankbar erfahren wir zum zweiten Mal das

Gegenteil: Gern haben die sechs Hauptsponsoren für je eine Kantate den finanziellen

Grundstock gestiftet, haben achtzehn weitere Firmen Anzeigen im Innenteil dieses

Heftes geschaltet und private SpenderInnen Beträge überwiesen. So sind wir zuversichtlich:

Auch der fehlende Rest wird - mit Ihrer Hilfe - durch die Gottesdienstopfer

leicht hereinkommen.

Wir wünschen Ihnen große Freude beim Hören und Erleben dieser Gottesdienste,

frohe Festtage und gesegnete Wege im neuen Jahr.

Eva Arnold-Schaller J. Thomas Hörnig Gerhard Kaufmann Karl Th. Kleinknecht

KGR-Vorsitzende Hochschulpfarrer Kantor Geschäftsführender Pfarrer

3


Ein paar praktische Hinweise:

„Wegen Überfüllung geschlossen“: Wir laden alle herzlich ein und freuen uns über

jede und jeden, der oder die kommt. Aus Sicherheitsgründen müssen wir uns aber vorbehalten,

den Einlass bei Überfüllung zu schließen. Bitte haben Sie auch Verständnis,

dass etwaige Platzreservierungen in diesem Fall hinfällig werden. Zusätzliche Stühle

können wir leider nicht mehr aufstellen und auch die Anzahl der Stehplätze ist aus

Sicherheitsgründen begrenzt. Die Kirche ist ab 9.30 Uhr geöffnet.

Das Toilettenproblem in der Stiftskirche ist auch uns peinlich, im geschützten

Baudenkmal aber ausgesprochen schwer zu lösen. Jetzt haben wir nach etlichen

vergeblichen Anläufen einen guten Plan – der diesmal freilich noch nichts hilft. Mit

der Tangente Jour haben wir vereinbart, dass die dortige „freundliche Toilette“ den

Gottesdienstbesuchern zur Verfügung steht.

Während des Gottesdienstes bitten wir nicht zu fotografieren.

Not least, aber bitte last:

Mit etwaigem Beifall bitten wir zu warten, bis der letzte Ton verklungen ist.

(Also nicht zwischendurch und auch nicht während der Abkündigungen...)

.

Herzliche Einladung zu zwei vorbereitenden Veranstaltungen:

Montag, 15.12.08 20.00 Uhr, Stiftskirche

„Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben“- zur Sprache des Weihnachtsoratoriums

von Johann Sebastian Bach

Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel, Germanist und katholischer Theologe, wird an diesem

Abend mit viel Rhetorik, Witz und Gründlichkeit das Augenmerk auf die barocke

Sprachwelt des Weihnachtsoratoriums lenken, die gerne hinter der eingängigen Musik

zurücktritt.

Samstag, 20.12.08 20.00 Uhr, Stiftskirche

„Jauchzet, frohlocket“- zur musikalischen Ausgestaltung und zur Theologie des

Weihnachtsoratoriums

Der Musikwissenschaftler Ulrich Miehe und die Theologin Dr. Angelika Klenke

werden eine musikalische und theologische Einstimmung in das Weihnachtsoratorium

geben. Klangbeispiele werden Vorfreude aufkommen lassen und musikwissenschaftliche

Zusammenhänge im Werk aufzeigen.

4


„ORATORIUM, welches die heilige Weynacht über in beyden Haupt-Kirchen zu

Leipzig musizieret wurde – Anno 1734”

Oratorium (kirchenlat. oratorium = Bethaus, von lat. orare = „beten“) bezeichnet eine

mehrteilige, vokal und instrumental angelegte Vertonung einer zumeist geistlichen

Handlung ohne szenische Darstellung, in der ein Erzähler (testos), hier der Evangelist

mit seinem Bericht, die Handlung vorantreibt. 1734/35 hat Johann Sebastian Bach

zweien seiner Werke zu Weihnachten und Himmelfahrt den Titel ‘Oratorium’

gegeben, 1738 überarbeitete Bach dann die bereits 1725 entstandene Kantate „Kommt,

fliehet und eilet“ (BWV 249) und gab dieser Komposition den Titel Oster-Oratorium

Im “Musicalischen Lexikon” (Leipzig 1732) Johann Gottfried Walthers, ein Vetter

Johann Sebastian Bachs, wird der Begriff ‘Oratorium’ in zeitgenössischer Weise

erläutert: “... eine geistliche Opera, oder musicalische Vorstellung einer geistlichen

Historie ...”

Neben Bibelwort treten Kirchenlieddichtung sowie freie Dichtung (Rezitativ, Arie,

Chorsatz). Während die ältere evangelische Kirchenkantate von motettisch angelegten

Bibelwortvertonungen und freier Dichtung in Strophenliedform geprägt war, machte

sich um 1700 der Einfluss der italienischen Kammerkantate mit ihrem Wechsel von

Rezitativen und Arien bemerkbar. Hier ist es der Theologe Erdmann Neumeister,

der ab 1700 in seinen Dichtungen, die er 1704 als Kantatenjahrgang unter dem Titel

„Geistliche Cantaten statt einer Kirchen-Music“ veröffentlichte, die Form des Wechsels

von Rezitativ und Arie auf die evangelische Kirchenkantate überträgt.

Bemerkenswert ist in der Anordnung der Texte im Weihnachtsoratorium das Einfügen

einer weiteren, freien Rezitativdichtung mit betrachtendem Inhalt zwischen dem

Evangelistenrezitativ und der Arie, wie Bach es auch in seinen Passions-Vertonungen

anwandte. Diese Anordnung der Sätze z.B. der ersten Kantate des Weihnachtsoratorium

(mit einem adventlichen und einem weihnachtlichen Teil) erinnern an die von

August Hermann Francke (1663-1727), dem Gründer der berühmten Erziehungsanstalt

(„Franckesche Stiftungen“) in Halle, für das rechte Bibellesen geforderten Übung

von Lesung, Betrachtung und Gebet:

Lesung: „Es begab sich aber zu der Zeit“ „Und sie gebar ihren ersten Sohn“

Betrachtung: „Nun wird mein süßer Bräutigam“ „Er ist auf Erden kommen arm“

Gebet: „Bereite dich Zion“ „Großer Herr, o starker König“

Gemeinde: Wie soll ich dich empfangen“ „Ach, mein herzliebes Jesulein“

Johann Sebastian Bach beschließt diese Gruppierungen zumeist durch eine Choralstrophe,

die von einigen Bachforschern als Symbol für die christliche Gemeinde

angesehen wird.

Bach hat bei allen drei überlieferten Oratorien auf frühere Kompositionen zurückgegriffen.

5


Für das Weihnachtsoratorium hat er Musik aus drei weltlichen Glückwunschkantaten

(BWV 213, 214, 215), aus der verschollenen Markus-Passion (1731) sowie einer

weiteren, verloren gegangenen Kirchenkantate übernommen. Diese war Vorlage für

die meisten Sätze des sechsten Teils (BWV 248/Via), was sich aus der Textstruktur

erschließen lässt.

Die Umarbeitung und Neutextierung der insgesamt elf übernommenen Arien und Chören

geschah mit vielen Veränderungen im Detail so wohlüberlegt und sorgfältig, dass

sich der neue Text bewundernswert harmonisch mit der vorhandenen Musik verbindet.

Diese Technik der Wiederverwendung und Umtextierung bereits komponierter Musik,

Parodie-Verfahren genannt, findet sich bei nahezu allen Komponisten der Zeit, besonders

häufig jedoch bei Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel.

Bei der Komposition (lat. compositio = Zusammenstellung, Zusammensetzung) des

Weihnachtsoratoriums ist die Vorgehensweise Bachs etwa so vorstellbar, dass er schon

von Anfang an einzelne Stücke des Weihnachtsoratoriums im Auge hatte, als er z.B.

ein Jahr zuvor die Glückwunschkantate komponierte, die nur einmal aus gegebenem

Anlass aufgeführt werden konnten. So könnte Bachs Textdichter, Christian Friedrich

Henrici (Pseudonym: Picander) beim Schreiben des Textes der Herkules-Kantate

(BWV 213) den weltlichen und zugleich den geistlichen Text konzipiert haben, um

so den komplizierten Versaufbau, die gliedernden Einschnitte sowie den Affektgehalt

getreu nachbilden zu können. An der Umtextierung beispielsweise des Eingangschores

der ersten Kantate lässt sich gerade die Beibehaltung des innewohnenden Affektes

nachvollziehen: war Bach durch den ursprünglichen Text “Tönet ihr Pauken! Erschallet,

Trompeten! Klingende Saiten, erfüllet die Luft” zu einem Nachzeichnen des

Textes hinsichtlich der Einsatzfolge der Instrumente angeregt worden, so wurde durch

den Textdichter mit “Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage! Rühmet, was heute

der Höchste getan!” der Affekt, die Aufmunterung zur Freude mit den Imperativen des

Textes beibehalten. Die Affektenlehre war einer der wesentlichen Bestandteile der damaligen

Musikanschauung. Diese ist ein Gebiet der Musiktheorie der Barockzeit, das

sich mit dem Zusammenhang zwischen dem Affekt (lat. affectus, Zustand, Verfassung,

Gefühl, Leidenschaft, Begierde, Zuneigung, Liebe) und den Möglichkeiten der Darstellung

in der Musik beschäftigt. Sie ist auf Grund der Annahme einer gemeinsamen

Grundlage von Sprache und Musiksprache (musica poetica) eng mit der Affektenlehre

der Rhetorik verknüpft. Diese Affekte hatte ein Komponist nicht nur darzustellen und

in seiner Musik auszudrücken, sondern sie sollten die Zuhörer im Vollzug des Hörens

so erreichen, dass diese beispielsweise ‚zu Tränen gerührt’ wurden. Hierbei handelt

es sich allerdings mehr um typisierte Seelenzustände und nicht um die Darstellung

individueller Gefühle wie es Komponisten z.B. im 19. Jahrhundert anstrebten.

Parodiert werden in den sechs Kantaten des Weihnachtsoratoriums mit insgesamt elf

Stücken aber nur ein Teil der Arien und Chorsätze. Choralsätze und Rezitative wurden

auch wegen ihrer stark dem Sinn einzelner Worte verpflichteten Anlage jeweils neu

komponiert.

6


Auch die Aussagen mehrerer Personen, die mehrstimmig als Chorsatz vertont sind

(Engel: “Ehre sei Gott in der Höhe”, Hirten: “Lasset uns nun gehen”) sind für das

Weihnachtsoratorium neu komponiert. Allerdings ist der Chorsatz “Wo ist der neugeborene

König der Juden” eine Umarbeitung eines Chorsatzes aus der Bachschen

Markuspassion, deren Musik verschollen, aber in einzelnen Sätzen rekonstruierbar ist.

Sowohl bezüglich des Textes als auch der Musik stellt sich das Weihnachtsoratorium

mit seinen sechs Kantaten als ein geschlossenes Ganzes dar. Die an den aufeinander

folgenden Weihnachtsfesttagen in den einzelnen Gottesdiensten in Leipzig musizierten

Kantaten weisen insgesamt eine zyklische Anlage beispielsweise bezüglich des Instrumentariums

und der Folge der Tonarten auf: D – G – D – F – A – D.

Bei den ersten drei Kantaten steht die zweite in der tieferen Tonart G-Dur. Dies mag

die Erniedrigung des Gottessohnes durch seine Geburt im Stall zu Bethlehem andeuten.

Damit aber steht diese Kantate in Kontrast zu der ersten und dritten in

D-Dur. Und an die Stelle der strahlenden Trompeten und Pauken tritt in dieser Kantate

die vermehrte Holzbläserbesetzung, an die Stelle der jubelnden und lobpreisenden

Eingangschöre die pastorale Sinfonia, die die Hirtenszene der zweiten Kantate

einleitet. Die vierte Kantate entfernt sich mit ihrer Tonart (F-Dur) und ihrer seltenen

Besetzung mit zwei Hörnern am meisten von den anderen. Vielleicht eine Versinnbildlichung

der zeitlichen Distanz, von der der kurze Evangelienbericht spricht: “Und da

acht Tage um waren ...“.

Die fünfte Kantate ‚hebt’ die Tonalität wieder, nun nach A-Dur und ist in der Besetzung

mit Holzbläsern, und nicht mit Pauken und Trompeten, der zweiten Kantate

verwandt. In Besetzung und Tonart (D-Dur) greift die sechste Kantate wiederum

auf die erste zurück. Auch durch die Verwendung des gleichen cantus firmus für den

ersten Choral (“Wie soll ich dich empfangen”) und den letzten (“Nun seid ihr wohl

gerochen”) wird ein Bogen von der ersten zur sechsten Kantaten gespannt.

Wenn auch manche sprachliche Wendung heute als schwer verständlich gehört wird

und Bachs Musik einigen als zu komplex erscheinen mag, so eröffnen sich Kennern

und Liebhabern des Weihnachtsoratorium verschiedene Schichten des Verstehens.

Bach ist es gelungen, ein im wahrsten Sinne des Wortes ‚ansprechendes’ Werk zu

schaffen, das Klangpracht („Jauchzet, frohlocket!“) und Innerlichkeit („Schlafe,

mein Liebster“ oder „Schließe mein Herze dies Wunder“) verbindet, das nach außen

gewandte Momente („Ehre sei Gott in der Höhe“) und ganz persönlich zu nehmende

Aussagen („Ich will dich mit Fleiß bewahren“) erklingen lässt.

Die meisten der 14 Choräle reden von „Ich“ und „Wir“ und beziehen so den Zuhörer

mit in das Geschehen ein. Das Geschehen eines Festes, mit dem nahezu jeder eigene

biographische Erinnerungen verbindet, die jedes Jahr neu aufleuchten. In einfachen,

manchmal fast naiv anmutenden Worten geschieht eine Ansprache an uns durch ein

musikalisches und theologisches Gesamtkunstwerk, das verkündigend wirken kann

und uns in unserem tiefen Inneren zu erreichen vermag

KMD Prof. Ingo Bredenbach (Orgelprofessor und Rektor der Hochschule für

Kirchenmusik Tübingen)

7


Bibliodrama zur Barockzeit.

Zur Sprache und Theologie des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach

Zur Jahreswende 1734/35 erklingt in den Leipziger Kirchen St. Nicolai und St.

Thomas erstmals ein Oratorium zum Weihnachtsfest geschrieben und aufgeführt vom

Kantor an der Thomas-Kirche, Johann Sebastian Bach. Rund 275 Jahre ist das her.

Aber der Eindruck von den Klängen dieser Musik ist für ungezählte Hörerinnen und

Hörer nach wie vor überwältigend. Chöre wie „Jauchzet, frohlocket“, „Herrscher

des Himmels, erhöre das Lallen“ oder „Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben“

haben bis heute etwas ungemein Mitreißendes, Aufwühlendes. Wenn sie erklingen,

weiß man, was die Stunde geschlagen hat. Sie bilden für Ungezählte eine Klang- und

Hörzäsur zum bisherigen Jahresverlauf. Eine Musik, die im besten Sinn des Wortes

Unterbrechung bietet, weil sie dem Fest eine musikalische Auslegung vermittelt, die

ihresgleichen sucht.

Die Wirkung der Musik beruht nicht zuletzt auf ihren dramatischen Kontrasten. Den

oft machtvoll vortragenden, buchstäblich Pauken und Trompeten mobilisierenden

Chören stehen ergreifende Sehnsuchts-- und Liebeslieder gegenüber, von Alt oder

Sopran vorgetragen. Wer könnte sie je vergessen: „Bereite dich, Zion, mit zärtlichen

Trieben“, „Ich will nur dir zu Ehren leben“, „Erleucht auch meine finstre Sinnen“.

Und diese tief anrührenden, persönlichen, „lyrischen“ Bekenntnisse stehen wiederum

ganz im Kontrast zu den klaren, elementaren Glaubensaussagen in Chorälen wie

„Brich an, o schönes Morgenlicht“, „Das alles hat er uns getan“ oder – einen Text von

Paul Gerhardt aufnehmend: „Ich steh an deiner Krippen hier“.

Hinzu kommt ein ständiger Wechsel der Ausdrucksformen. Wir erleben im Weihnachtsoratorium

ja eine hohe Variabilität von Chorstücken, Schriftlesungen, Rezitativen,

Arien. Chorälen. Formwechsel ist jeweils auch Perspektivenwechsel in der

Deutung des Geschehens. Auch hier sind die Sprechweisen höchst abwechslungsreich.

Rede und Gegenrede wechseln sich ab. Das Weihnachtsoratorium: ein Bibliodrama

zur Barockzeit. Als Gesamtkunstwerk von Vokal- und Instrumentalmusik vermag es

noch heute Hörerinnen und Hörer derart in Bann zu schlagen, dass sie sich ein Weihnachten

ohne das Bachsche Oratorium schlechterdings nicht vorstellen können.

Aber die Sprache? Die Theologie? Gewiss: Man hört sie kaum, versteht sie so gut wie

nicht. Die Musik deckt vieles zu. Glücklicherweise? Durchaus, und das Erstaunliche

ist: Die Musik des 18. ist auch für Hörerinnen und Hörer des 21. Jahrhunderts noch

ganz und gar ergreifend, die Sprache ist es nicht. Während die Musik überlebt hat, ist

die Bildwelt des Barock versunken. Man nimmt sie bestenfalls noch als Zitat aus einer

fernen Welt wahr, die nicht mehr die unsrige ist. Ein nachdenkenswertes Phänomen:

Die Bachsche Musik lässt uns die geschichtliche Distanz kaum spüren, die Sprache

schon. Kostproben? Wir entnehmen sie dem ersten Teil:

„Er ist auf Erden kommen arm,

Wer will die Liebe recht erhöhn,

8

Die unser Heiland vor uns hegt?“

Dass er unser sich erbarm.


Ja, wer vermag es einzusehen,

wie ihn der Menschen Leid bewegt?“

Das ist in Wortwahl und Wortfolge die Sprache des frühen 18. Jahrhunderts. Die

Texte stammen, wie wir wissen, nicht von Bach, sondern von einem uns unbekannten

Librettisten.

Gewiss: Die Distanz zu unserer oft sprachlich verhunzten Zeit kann auch heilsam sein.

Es gibt ja auch eine produktive Ungleichzeitigkeit. Manche Bilder in den Texten des

Weihnachtsoratoriums sind von unverbrauchter Kraft: „Lasset das Zagen, verbannet

die Klage“ oder „Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen, / Lass dir die matten

Gesänge gefallen“. Das klingt noch heute – angesichts oft verzagter Christen mit ihren

matten Kirchengesängen – provokativ im besten Sinne des Wortes.

Nein, ein „matter Gesang“ ist das Weihnachtsoratorium nicht, wohl aber ist uns vieles

fremd geworden: vor allem der penetrante Gebrauch der Liebessprache als Ausdruck

persönlicher Frömmigkeit. Die Texte des Weihnachtsoratoriums sind durchtränkt

mit einer Liebes- und Sehnsuchtsmystik gegen-über dem „Heiland“, der als „liebster

Bräutigam“ Teil für Teil schwärmerisch verehrt wird:

„Bereite dich, Zion, mit zärtlichen Trieben,

Den Schönsten, den Liebsten bald bei dir zu sehn!

Deine Wangen

Müssen heut viel schöner prangen,

Eile, den Bräutigam sehnlichst zu lieben!“

Das ist vom heutigen Sprachgefühl her schwer erträglich und schlechterdings nicht

mehr übertragbar. So wenig wie der Text des Schlusschorals im ersten Teil:

„Ach mein herzliebes Jesulein,

Mach dir ein rein sanft Bettelein,

Zu ruhn in meines Herzens Schrein,

Dass ich nimmer vergesse dein!“

Ein Schlaflied, übertragen auf den neugeborenen Jesus. Heute vorgetragen, wirkte es

nur noch peinlich. Was damals echten Gefühlen entsprungen sein mag, wäre heute

bloß noch Kitsch. Machen wir uns nichts vor: Würden diese Texte in ihrer Mischung

aus lutherischer Dogmatik und barocker Brautmystik uns im Wortlaut präsentiert: das

Weihnachtsoratorium wäre unerträglich.

Im Ernst könnte niemand mit dieser Sprache, mit dieser Bildwelt, mit dieser Frömmigkeitsform,

kurz: mit dieser Art von Jesus-Mystik etwas anfangen.

Und doch muss man die Sprachwelt durchschauen können, um einen theologischen

Inhalt zu entdecken, der auch heute noch herausfordernd ist. Die Bildwelt ist versunken,

die Botschaft ist es nicht. Warum nicht?

Die Antwort lautet: Sie bringt in barocker Verkleidung etwas genuin Biblisches, Neutestamentliches

zur Sprache, das schlechterdings zur christlichen Identität gehört.

Eine Botschaft, deren Kern damals wie heute wahr ist.

9


Was ist dieser Kern? Es ist ganz elementar die Botschaft von der Menschwerdung des

Gottessohnes.

Das hört sich traditionell an, ist aber revolutionär gemeint, und zwar schon in den Texten

des Weihnachtsoratoriums selber. Denn die Menschwerdung des Gottessohnes ist

zugleich eine revolutionäre Umcodierung traditioneller Gottesvorstellungen. Man hat

das christologische Dialektik genannt und damit auf den Begriff gebracht, worum es

hier geht: die Verbindung von Hoheit und Niedrigkeit, von Allmacht und Ohnmacht,

von Stärke und Schwäche, von Gott und Mensch.

Wer Weihnachten feiert, wird schon zu Zeiten Bachs daran erinnert: Gott selbst verbleibt

nicht souverän und teilnahmslos in der Sphäre seiner Macht, sondern hat sich

entschlossen, in die Niedrigkeit unserer Welt einzugehen, Mensch zu werden. Diese

Selbsterniedrigung des Höchsten ist das eigentlich Revolutionäre. Kritischer Spiegel

für Herrscher aller Couleur, die kleinen und die großen. Herausforderung für alle

Macht- und Herrschaftsformen, die sich auf dieser Welt verewigt haben. Eine „Bewegungsumkehr

der Liebe“ hat stattgefunden, um ein Wort des Philosophen Ernst Bloch

aufzunehmen: freiwilliger Machtverzicht des Allerhöchsten, Teilen der menschlichen

Niedrigkeit bis hin zu Krippe und Kreuz.

Löst man deshalb eine Arie wie die im ersten Teil sprachlich auf, dann kann dieses

revolutionäre Motiv freigelegt werden: Die Präsenz des Göttlichen hier auf Erden

vollzieht sich nicht so, wie Menschen sich landläufig „das Göttliche“ vorstellen. Sie

vollzieht sich im freiwilligen Pracht- und Machtverzicht:

„Großer Herr, o starker König,

Liebster Heiland, o wie wenig

Achtest du der Erden Pracht!

Der die ganze Welt erhält,

Ihre Pracht und Zier erschaffen,

Muss in harten Krippen schlafen.“

Das ist die Sprache des Barock. Wie nicht anders zu erwarten. Sie ist uns fremd geworden.

Aber ent-schlüsseln wir diese uns fremde Bildersprache, wird eine Botschaft

freigelegt, die uns auch heute noch angeht. Die physische Geburt Jesu Christi ist der

Grund für die spirituelle Neugeburt jedes Christen. Beides spielt sich - damals wie

heute – ab im Macht-Raum von Politik, Ökonomie, Militär und Pries-terherrschaft.

Solchen Formen von Macht wird, von der Geburt Jesu ausgehend, eine geistige

Gegen-macht entgegengesetzt: die Macht gewaltloser Liebe, fähig, den destruktiven

Mächten dieser Welt etwas entgegenzusetzen, sie zu umgreifen, sie zu verwandeln.

Wer das Weihnachtoratorium mit allen Sinnen gehört hat (den ästhetischen, spirituellen,

intellektuellen), der ist nicht eingelullt in einen Raum „schöner Kunst“, sondern

der wird konfrontiert mit einer Botschaft und aufgefordert, daraus Konsequenzen zu

ziehen.

Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel (Professor für Theologie der Kultur und des interreligiösen

Dialoges an der Katholisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen)

10


Christfest I 25. Dezember 08: Teil I „Jauchzet, frohlocket“

Chor: Kantorei der Stiftskirche

Leitung: KMD Gerhard Kaufmann

Liturgische Orgel und Orgel-Continuo: Horst Allgaier

Cello-Continuo: Barbara Amberger

Alt: Adelheid Krohn-Grimberghe

Tenor: Andreas Weller

Bass: Michael Schmohl

Orchester: Orchester der Tübinger Motette

Konzertmeister: Wolfgang Jellinek

Liturgie und Predigt: Professor Dr. Hans-Joachim Eckstein

Glockengeläut

Musik zum Eingang

Nr. 1 Chor

Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage,

Rühmet, was heute der Höchste getan!

Lasset das Sagen, verbannet die Klage,

Stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an!

Dienet dem Höchsten mit herrlichen Chören,

Laßt uns den Namen des Herrschers verehren!

Gemeindelied: EG 36

1. Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen.

Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren!

2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer.

Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute, Gottes Kind, das verbind‘t sich mit unserm

Blute.

9. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände. Hier

sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben.

Votum

Kantate I (25. Dezember 09)

11


Gemeinde: Amen

Tagesspruch: Johannes 1, 14

Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit,

eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Psalm 96 (im Wechsel zwischen Liturg und Gemeinde)

Singet dem Herrn ein neues Lied;

singet dem Herrn, alle Welt!

Singet dem Herrn und lobet seinen Namen,

verkündet von Tag zu Tag sein Heil!

Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit,

unter allen Völkern von seinen Wundern!

Betet an den Herrn in heiligem Schmuck;

es fürchte ihn alle Welt!

Sagt unter den Heiden: Der Herr ist König.

Er hat den Erdkreis gegründet, daß er nicht wankt.

Er richtet die Völker recht.

Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich,

das Meer brause und was darinnen ist;

das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist;

es sollen jauchzen alle Bäume im Walde

vor dem Herrn; denn er kommt,

denn er kommt, zu richten das Erdreich.

Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit

und die Völker mit seiner Wahrheit.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und den Heiligen Geist,wie es war im Anfang jetzt

und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Gebet: Stilles Gebet

Nizänisches Glaubensbekenntnis (siehe Seite 48)

12

Kantate I (25. Dezember 09)


2. Rezitativ, Evangelist

Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augusto ausging,

daß alle Welt geschätzet würde. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein

jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiliäa, aus der Stadt

Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißet Bethlehem; darum,

daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit

Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam

die Zeit, daß sie gebären sollte.

3. Rezitativ, Alt

Nun wird mein liebster Bräutigam, nun wird der Held aus Davids Stamm

Zum Trost, zum Heil der Erden einmal geboren werden.

Nun wird der Stern aus Jakob scheinen, sein Strahl bricht schon hervor.

Auf, Zion, und verlasse nun das Weinen, dein Wohl steigt hoch empor.

4. Arie, Alt

Bereite dich, Zion, mit zärtlichen Trieben,

Den Schönsten, den Liebsten bald bei dir zu sehn!

Deine Wangen

Müssen heut viel schöner prangen,

Eile, den Bräutigam sehnlichst zu lieben!

5. Choral

Wie soll ich dich empfangen, und wie begegn‘ ich dir?

O aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier!

O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei,

Damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei.

Gemeindelied EG 24 (Melodie „O Haupt voll Blut und Wunden“)

2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin,

und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn.

Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis

und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß.

5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt,

als das geliebte Lieben, damit du alle Welt

in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast,

die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast.

Kantate I (25. Dezember 09)

13


Predigt I. Teil über Lk 2, 1.3-6

6. Rezitativ, Evangelist

Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine

Krippen, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

7. Choral, Chor-Sopran, mit Rezitativ, Bass

Er ist auf Erden kommen arm,

Wer kann die Liebe recht erhöhn,

Die unser Heiland für uns hegt?

Daß er unser sich erbarm,

Ja, wer vermag es einzusehen,

Wie ihn der Menschen Leid bewegt?

Und in dem Himmel mache reich,

Des Höchsten Sohn kommt in die Welt,

Weil ihm ihr Heil so wohl gefällt,

Und seinen lieben Engeln gleich.

So will er selbst als Mensch geboren werden.

Kyrieleis!

8. Arie, Bass

Großer Herr, o starker König,

Liebster Heiland, o wie wenig

Achtest du der Erden Pracht!

Der die ganze Welt erhält,

Ihre Pracht und Zier erschaffen,

Muß in harten Krippen schlafen.

Predigt II. Teil

9. Choral

Ach mein herzliebes Jesulein, mach dir ein rein sanft Bettelein,

Zu ruhn in meines Herzens Schrein, dass ich nimmer vergesse dein!

Gemeindelied EG 24 (Melodie: Vom Himmel hoch)

14. Davon ich allzeit fröhlich sei, zu springen, singen immer frei

das rechte Susaninne* schön, mit Herzenslust den süßen Ton.

15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen ein‘gen Sohn.

Des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr.

14

Kantate I (25. Dezember 09)

*Wiegenlied


Fürbittengebet - Vaterunser

Gemeindelied EG 23

1. Gelobet seist du, Jesu Christ, dass du Mensch geboren bist

von einer Jungfrau, das ist wahr; des freuet sich der Engel Schar.

Kyrieleis.

2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen find‘t;

in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut.

Kyrieleis.

4. Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt ein‘ neuen Schein;

es leucht‘ wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht.

Kyrieleis.

Abkündigungen

Gemeindelied EG 36

10. Süßes Heil, lass dich umfangen, lass mich dir,

meine Zier, unverrückt anhangen.

Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben.

Segen

Nr. 1 Chor (Wiederholung)

Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage,

Rühmet, was heute der Höchste getan!

Lasset das Sagen, verbannet die Klage,

Stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an!

Dienet dem Höchsten mit herrlichen Chören,

Laßt uns den Namen des Herrschers verehren!

Kantate I (25. Dezember 09)

Die Aufführung der Ersten Kantate des Weihnachtsoratoirums wurde durch die

Stadtwerke Tübingen großzügig unterstützt, wofür wir herzlichen Dank sagen.

15


16

Originaltext zur Aufführung des Weihnachtsoratoriums 1734


Christfest II 26. Dezember: Teil II „Und es waren Hirten in derselben Gegend“

Chor: BachChor Tübingen

Leitung: KMD Prof. Ingo Bredenbach

Liturgische Orgel: KMD Hans-Peter Braun

Orgel-Contiuo: Evelin Laib

Sopran: Jeannette Bühler

Alt: Adelheid Krohn-Grimberghe

Tenor: Andreas Weller

Bass: Michael Schmohl

Orchester: Sinfonietta Tübingen

Liturgie und Predigt: Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer

Glockengeläut

10. Sinfonia

Gemeindelied EG 27

1. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron, der heut schließt auf

sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn,

und schenkt uns seinen Sohn.

2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend,

nackt und bloß in einem Krippelein,

in einem Krippelein.

3. Er äußert sich all seiner G‘walt, wird niedrig und gering und nimmt an eines

Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding,

der Schöpfer aller Ding.

Eingangswort

Gemeinde: Amen

Tagesspruch: Johannes 1, 14

Kantate II (26. Dezember 09)

17


Psalm 113 (im Wechsel zwischen Liturgin und Gemeinde)

Halleluja! Lobet, ihr Knechte des Herrn,

lobet den Namen des Herrn!

Gelobt sei der Name des Herrn

von nun an bis in Ewigkeit!

Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang

sei gelobet der Name des Herrn!

Der Herr ist hoch über alle Völker;

seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist.

Wer ist wie der Herr, unser Gott,

im Himmel und auf Erden?

Der oben thront in der Höhe,

der herniederschaut in die Tiefe,

der den Geringen aufrichtet aus dem Staube

und erhöht den Armen aus dem Schmutz,

daß er ihn setze neben die Fürsten,

neben die Fürsten seines Volkes;

der die Unfruchtbare im Hause zu Ehren bringt,

daß sie eine fröhliche Kindermutter wird.

Halleluja!

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang jetzt

und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen Amen.

Eingangsgebet - Stilles Gebet

Nizänisches Glaubensbekenntnis (siehe Seite 48)

11. Rezitativ, Evangelist

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten

des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Herren Engel trat zu ihnen, und die Klarheit

des Herren leuchtet um sie, und sie furchten sich sehr.

12. Choral

Brich an, o schönes Morgenlicht, und laß den Himmel tagen!

Du Hirtenvolk, erschrecke nicht, weil dir die Engel sagen,

Dass dieses schwache Knäbelein soll unser Trost und Freude sein,

Dazu den Satan zwingen und letzlich Frieden bringen.

18

Kantate II (26. Dezember 09)


13. Rezitativ Evangelist

Und der Engel sprach zu ihnen;

Engel

Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfahren

wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr,

in der Stadt David.

14. Rezitativ

Was Gott dem Abraham verheißen, das läßt er nun dem Hirtenchor

Erfüllt erweisen, ein Hirt hat alles das zuvor von Gott erfahren müssen.

Und nun muß auch Hirt die Tat, was er damals versprochen hat,

Zuerst erfüllet wissen.

Gemeindelied EG 27

4. Er wechselt mit uns wunderlich: Fleisch und Blut nimmt er an und gibt uns in seins

Vaters Reich die klare Gottheit dran, die klare Gottheit dran.

5. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel sein!

Wie könnt es doch sein freundlicher, das herze Jesulein,

das herze Jesulein!

Predigt über Lk 2, 8-12

15. Arie, Tenor

Frohe Hirten, eilt, ach eilet,

Eh’ ihr euch zu lang verweilet,

Eilt, das holde Kind zu sehn.

Geht, die Freude heißt zu schön,

Sucht die Anmut zu gewinnen,

Geht und labet Herz und Sinnen!

16. Rezitativ, Evangelist

Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind

in Windeln gewickelt und in einer Krippen liegen.

Kantate II (26. Dezember 09)

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17. Choral

Schaut hin, dort liegt im finstern Stall,

Dess‘ Herrschaft gehet überall.

Da Speise vormals sucht ein Rind,

Da ruhet jetzt der Jungfrau‘n Kind.

Gemeindelied EG 24 (Melodie „Vom Himmel hoch“)

4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit‘, daß ihr mit uns im Himmelreich

sollt leben nun und ewiglich.

5. So merket nun das Zeichen recht: die Krippe, Windelein so schlecht, da findet ihr

das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt.

6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott

uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt.

Fürbittengebet - Vaterunser

18. Rezitativ, Bass

So geht denn hin, ihr Hirten, geht, dass ihr das Wunder seht;

Und findet ihr des Höchsten Sohn in einer harten Krippe liegen,

So singet ihm bei seiner Wiegen aus einem süßen Ton

Und mit gesamtem Chor dies Lied zur Ruhe vor!

19. Arie, Alt

Schlafe, mein Liebster, genieße der Ruh,

Wache nach diesem vor aller Gedeihen!

Labe die Brust,

Empfinde die Lust,

Wo wir unser Herz erfreuen!

Gemeindelied EG 23

3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß;

er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein.

Kyrieleis.

6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache

reich und seinen lieben Engeln gleich.

Kyrieleis.

20

Kantate II (26. Dezember 09)


20. Rezitativ, Evangelist

Und alsobald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die

lobten Gott und sprachen:

21. Chor

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden

und den Menschen ein Wohlgefallen.

22. Rezitativ, Bass

So recht, ihr Engel, jauchzt und singet,

Daß es uns heut so schön gelinget!

Auf denn! wir stimmen mit euch ein,

Kantate II (26. Dezember 09)

21


Abkündigungen

Segen

23. Choral

Wir singen dir in deinem Heer

Aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr,

Daß du, o lang gewünschter Gast,

Dich nunmehr eingestellet hast.

Die Aufführung der Zweiten Kantate des Weihnachtsoratoriums wurde durch die

Rechtsanwaltskanzlei Späth / Hellmich / Orgzewella / Mang großzügig unterstützt,

wofür wir herzlichen Dank sagen.

22

Kantate II (26. Dezember 09)


Christfest III 28. Dezember 08: Teil III „Herrscher des Himmels“

Chor: Evangelischer Jugendchor Innenstadt

Leitung: KMD Prof. Ingo Bredenbach

Liturgische Orgel: KMD Hans-Peter Braun

Orgel-Contiuo: Evelin Laib

Sopran: Evangelischer Jugendchor Innenstadt

Alt: Evangelischer Jugendchor Innenstadt

Tenor: Andreas Weller

Bass: Evangelischer Jugendchor Innenstadt

Orchester: Sinfonietta Tübingen

Liturgie und Predigt: Pfarrer Friedemann Bauschert

Glockengeläut

24. Chor

Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen,

Laß dir die matten Gesänge gefallen,

Wenn dich dein Zion mit Psalmen erhöht!

Höre der Herzen frohlockendes Preisen,

Wenn wir dir jetzo die Erfurcht erweisen,

Weil unsre Wohlfarht befestiget steht!

Gemeindelied EG 36

Kantate III (28. Dezember 09)

23


5. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen

Lippen: Lasset fahrn, o liebe Brüder, was euch quält; was euch fehlt, ich bring alles

wieder.

6. Ei so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, groß und klein, eilt mit großen

Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet; schaut den Stern, der euch gern Licht und

Labsal gönnet.

Eingangswort

Gemeinde: Amen

Tagesspruch Johannes 1,14

Psalm 34 (im Wechsel zwischen Liturg und Gemeinde)

Ich will den Herrn loben allezeit;

sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

Meine Seele soll sich rühmen des Herrn,

daß es die Elenden hören und sich freuen.

Preiset mit mir den Herrn

und laßt uns miteinander seinen Namen erhöhen!

Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir

und errettete mich aus aller meiner Furcht.

Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude,

und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.

Als einer im Elend rief, hörte der Herr

und half ihm aus allen seinen Nöten.

Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten,

und hilft ihnen heraus.

Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.

Wohl dem, der auf ihn trauet!

Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen!

Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

Reiche müssen darben und hungern;

aber die den Herrn suchen,

haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.

Wenn die Gerechten schreien, so hört der Herr

und errettet sie aus all ihrer Not.

Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind,

und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.

Der Gerechte muß viel erleiden,

aber aus alledem hilft ihm der Herr.

24

Der Herr erlöst das Leben seiner Knechte,

und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.

Kantate III (28. Dezember 09)


Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang jetzt

und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen Amen.

Eingangsgebet - Stilles Gebet

EG 184 (Melodie „Vom Himmel hoch“)

1. Wir glauben Gott im höchsten Thron, wir glauben Christum, Gottes Sohn, aus Gott

geboren vor der Zeit, allmächtig, allgebenedeit.

2. Wir glauben Gott, den Heilgen Geist, den Tröster, der uns unterweist, der fährt,

wohin er will und mag, und stark macht, was daniederlag

.

3. Den Vater, dessen Wink und Ruf das Licht aus Finsternissen schuf, den Sohn, der

annimmt unsre Not, litt unser Kreuz, starb unsern Tod.

4. Der niederfuhr und auferstand, erhöht zu Gottes rechter Hand, und kommt am Tag,

vorherbestimmt, da alle Welt ihr Urteil nimmt.

5. Den Geist, der heilig insgemein läßt Christen Christi Kirche sein, bis wir, von Sünd

und Fehl befreit, ihn selber schaun in Ewigkeit.

25. Rezitativ, Evangelist

Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander:

26. Chor

Lasset uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist,

die uns der Herr kundgetan hat.

27. Rezitativ, Bass

Er hat sein Volk getröst‘,

Er hat sein Israel erlöst,

Die Hülf aus Zion hergesendet

Und unser Leid geendet.

Seht, Hirten, dies hat er getan;

Geht, dieses trefft ihr an!

28. Choral

Dies hat er alles uns getan,

Sein groß Lieb zu zeigen an;

des‘ freu sich alle Christenheit

Und dank ihm des‘ in Ewigkeit.

Kyrieleis!

Kantate III (28. Dezember 09)

25


29. Duett, Sopran und Bass

Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen

Tröstet uns und macht uns frei.

Deine holde Gunst und Liebe,

Deine wundersamen Triebe

Machen deine Vatertreu

Wieder neu.

Predigt über Lk 2,15

30. Rezitativ, Evangelist

Und sie kamen eilend und funden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der

Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches

zu ihnen von diesem Kind gesaget war. Und alle, für die es kam, wunderten sich der

Rede, die Ihnen die Hirten gesaget hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und

bewegte sie in ihrem Herzen.

31. Arie, Alt

Schließe, mein Herze, dies selige Wunder,

Fest in deinem Glauben ein!

Lasse dies Wunder, die göttlichen Werke,

Immer zur Stärke

Deines schwachen Glaubens sein.

32. Rezitativ, Alt

Ja, ja, mein Herz soll es bewahren,

Was es an dieser holden Zeit

Zu seiner Seligkeit

Für sicheren Beweis erfahren.

33. Choral

Ich will dich mit Fleiß bewahren

Ich will dir

Leben hier,

Dir will ich abfahren,

Mit dir will ich endlich schweben

Voller Freud

Ohne Zeit

Dort im andern Leben.

Fürbittengebet - Vaterunser

26

Kantate III (28. Dezember 09)


Gemeindelied EG 32

2. In seine Lieb versenken will ich mich ganz hinab; mein Herz will ich

ihm schenken und alles, was ich hab, eia, eia, und alles, was ich hab.

Abkündigungen

Gemeindelied EG 37,(Melodie: Ich steh an deiner Krippen hier)

9. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen:

daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen.

So lass mich doch dein Kripplein sein; komm, komm und lege bei mir ein

dich und all deine Freuden.

34. Rezitativ, Evangelist

Und die Hirten kehrten wieder um, preiseten und lobten

Gott um alles, das sie hesehen und gehöret hatten, wie denn

zu ihnen gesaget war.

35. Choral

Seid froh dieweil,

Daß euer Heil

Ist hie ein Gott und auch ein Mensch geboren,

Der, welcher ist

Den Herr und Christ

In Davids Stadt, von vielen auserkoren.

Segen

Nr. 24 Chor: Herrscher des Himmels erhöre das Lallen

Kantate III (28. Dezember 09)

27


Die Aufführung der Dritten Kantate des Weihnachtsoratoriums wurde durch die

Kreissparkasse Tübingen großzügig unterstützt, wofür wir herzlichen Dank sagen.

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Kantate III (28. Dezember 09)

Erste Seite als Faksimile-Lichtdruck des Autographs des Weihnachtsoratoriums


„Am Fest der Beschneidung Christi“ 1. Januar 2009 Teil IV “Fallt mit Danken”

Chor: Tübinger Dietrich Bonhoeffer Chor und

Jugendchor der Nord- und Oststadt Tübingen

Leitung: Elisabeth Fröschle

Liturgische Orgel und Orgel-Continuo: Christiane Lux

Sopran: Jeannette Bühler

Echo-Sopran: Ingrid Martin

Tenor: Andreas Weller

Bass: Michael Schmohl

Orchester: Sinfonietta Tübingen

Liturgie und Predigt: Pfarrer Dr. Karl-Theodor Kleinknecht

Glockengeläut

36. Chor

Fallt mit Danken, fallt mit Loben,

Vor des Höchsten Gnadenthron!

Gottes Sohn

Will der Erden

Heiland und Erlöser werden.

Gottes Sohn

Dämpft der Feinde Wut und Toben.

Gemeindelied EG 39

1. Kommt und laßt uns Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren;

singet fröhlich, laßt euch hören, wertes Volk der Christenheit.

2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen;

wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin.

3. Sehet, was hat Gott gegeben: seinen Sohn zum ewgen Leben.

Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud.

Eingangswort

Gemeinde: Amen

Kantate IV (1. Januar 09)

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Tagesspruch: Kolosser 3, 17

Psalm 8 (im Wechsel zwischen Liturg und Gemeinde)

Herr, unser Herrscher,

wie herrlich ist dein Name in allen Landen,

der du zeigst deine Hoheit am Himmel!

Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge

hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen.

Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk,

den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:

was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst,

und des Menschen Kind, daß du dich seiner annimmst?

Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott,

mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.

Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk,

alles hast du unter seine Füße getan:

Schafe und Rinder allzumal,

dazu auch die wilden Tiere,

die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer

und alles, was die Meere durchzieht.

Herr, unser Herrscher,

wie herrlich ist dein Name in allen Landen!

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt

und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Amen.

Eingangsgebet - Stilles Gebet

Nizänisches Glaubensbekenntnis (siehe Seite 48)

37. Rezitativ, Evangelist

Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name

genennet Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe

empfangen ward.

38. Rezitativ und Arioso

Rezitativ, Bass

Immanuel, o süßes Wort! Mein Jesus heißt mein Hort,

Mein Jesus heißt mein Leben, mein Jesus hat sich mir ergeben,

Mein Jesus soll mir immerfort vor meinen Augen schweben.

Mein Jesus heißet meine Lust, mein Jesus labet Herz und Brust.

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Kantate IV (1. Januar 09)


Arioso, Chor-Sopran

Jesu du mein liebstes Leben,

Meiner Seelen Bräutigam,

Der du dich für mich gegeben

An des bitteren Kreuzes Stamm!

Arioso, Bass

Komm! Ich will dich mit Lust umfassen,

Mein Herze soll dich nimmer lassen,

Ach! So nimm mich zu dir!

Rezitativ, Bass

Auch in dem Sterben sollst du mir

Das Allerliebste sein;

In Not, Gefahr und Ungemach

Seh ich dir sehnlichst nach.

Was jagte mir zuletzt der Tod für Grauen ein?

Mein Jesus! Wenn ich sterbe,

So weiß ich, dass ich nicht verderbe.

Dein Name steht in mir geschrieben,

Der hat des Todes Furcht vertrieben.

39. Arie, Sopran und Echo-Sopran

Flösst, mein Heiland, flöst dein Namen,

Auch den allerkleinsten Samen

Jenes strengen Schreckens ein?

Nein, du sagst ja selber nein!

(Nein!)

Sollt ich nun das Sterben scheuen?

Nein, dein süßes Wort ist da!

Oder sollt ich mich erfreuen?

Ja, du Heiland sprichst selbst ja!

(Ja!)

Kantate IV (1. Januar 09)

31


Gemeindelied EG 62 (Melodie „Meinen Jesus lass ich nicht“)

2. Jesu Name, Jesu Wort soll bei uns in Zion schallen, und so oft wir an den Ort,

der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm

unser Herz zum Heiligtum.

Predigt über Lk 2, 21

40. Rezitativ, Bass mit Choral

Wohlan, dein Name soll allein,

In meinem Herzen sein.

So will ich dich entzücket nennen,

Wenn Brust und Herz zu dir vor Liebe brennen.

Doch, Liebster, sage mir:

Wie rühm ich dich, wie dank ich dir?

Choral, Chor-Sopran

Jesu, meine Freud und Wonne, meine Hoffnung, Schatz und Teil,

Mein Erlösung, Schmuck und Heil, Hirt und König, Licht und Sonne,

Ach! wie soll ich würdiglich, mein Herr Jesu, preisen dich?

41. Arie, Tenor

Ich will nur dir zu Ehren leben,

Mein Heiland, gib mir Kraft und Mut,

Daß es mein Herz recht eifrig tut!

Stärke mich, deine Gnade würdiglich

Und mit Danken zu erheben!

32

Kantate IV (1. Januar 09)


42. Choral

Jesus richte mein Beginnen,

Jesus bleibte stets bei mir,

Jesus zäumte mir die Sinnen,

Jesus sei nur mein Begier,

Jesus sei mir in Gedanken,

Jesu, lasse mich nicht wanken!

Fürbittengebet - Vaterunser

Gemeindelied EG 62 (Melodie „Meinen Jesus lasse ich nicht“)

3. Unsre Wege wollen wir nur in Jesu Namen gehen. Geht uns dieser Leitstern für, so

wird alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein.

4. Alle Sorgen, alles Leid soll der Name uns versüßen; so wird alle Bitterkeit

uns zur Freude werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer

stillt.

5. Jesus, aller Bürger Heil, und der Stadt ein Gnadenzeichen, auch des Landes bestes

Teil, dem kein Kleinod zu vergleichen, Jesus unser Trost und Hort, sei die Losung fort

und fort.

Abkündigungen

Gemeinde: Verleih uns Frieden gnädiglich

Segen

Schlußchoral Nr. 42

herzliche Einladung zum Mitsingen

Kantate IV (1. Januar 09)

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Die Aufführung der Vierten Kantate des Weihnachtsoratoriums wurde durch den

Verlag Mohr Siebeck Tübingen großzügig unterstützt, wofür wir herzlichen Dank

sagen.

34

Kantate IV (1. Januar 09)


Sonntag 4. Janaur 09: Teil V „Ehre sei dir, Gott, gesungen“

Glockengeläut

43. Chor

Ehre sei dir, Gott, gesungen,

Dir sei Lob und Dank bereit’.

Dich erhebet alle Welt,

Weil dir unser Wohl gefällt,

Weil anheut

Unser aller Wunsch gelungen,

Weil uns dein Segen so herrlich erfreut.

Eingangswort

Gemeinde: Amen

Tagesspruch: 1. Johannes 2, 8

Psalm 100 als Gemeindelied EG 288

1. Nun jauchzt dem Herren, alle Welt!

Kommt her, zu seinem Dienst euch stellt,

kommt mit Frohlocken, säumet nicht,

kommt vor sein heilig Angesicht.

2. Erkennt, daß Gott ist unser Herr, der uns erschaffen ihm zur Ehr,

und nicht wir selbst: durch Gottes Gnad

ein jeder Mensch sein Leben hat.

Kantate V (4. Januar 09)

Chor: Chor des Evangelischen Stiftes

Leitung: KMD Hans-Peter Braun

Liturgische Orgel und Orgel-Continuo: Christiane Lux

Sopran: Jeannette Bühler

Alt: Adelheid Krohn-Grimberghe

Tenor: Andreas Weller

Bass: Michael Schmohl

Orchester: Sinfonietta Tübingen

Liturgie: Hochschulpfarrer Dr. J. Thomas Hörnig

Predigt: Professor Dr. Karl Josef Kuschel

35


3. Er hat uns ferner wohl bedacht und uns zu seinem Volk gemacht,

zu Schafen, die er ist bereit zu führen stets auf gute Weid.

4. Die ihr nun wollet bei ihm sein, kommt, geht zu seinen Toren ein

mit Loben durch der Psalmen Klang, zu seinem Vorhof mit Gesang.

Eingangsgebet - Stilles Gebet

Nizänisches Glaubensbekenntnis (siehe Seite 48)

44. Rezitativ, Evangelist

Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande zur Zeit des Köinges Herodis,

siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen:

45. Chor mit Rezitativ, Alt

Wo ist der neugeborne König der Juden?

Sucht ihn in meiner Brust,

Hier wohnt er, mir und ihm zur Lust!

Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande

und sie kommen, ihn anzubeten.

Wohl euch, die ihr dies Licht gesehen,

Es ist zu eurem Heil geschehen!

Mein Heiland, du, du bist das Licht,

Das auch den Heiden scheinen sollen,

Und sie, sie kennen dich noch nicht

Als sie dich schon verehren wollen.

Wie hell, wie klar muß nicht dein Schein,

Geliebter Jesu, sein!

46. Choral

Dein Glanz all Finsternis verzehrt,

Die trübe Nacht in Licht verkehrt.

Leit uns auf deinen Wegen,

Daß dein Gesicht

Und herrlichs Licht

Wir ewig schauen mögen!

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Kantate V (4. Januar 09)


47. Arie, Bass

Erleucht auch meine finstre Sinnen,

Erleuchte mein Herze

Durch der Strahlen klaren Schein!

Dein Wort soll mir die hellste Kerze

In allen meinen Werken sein;

Dies lässet die Seele nichts Böses beginnen.

Erleucht auch meine finstre Sinnen,

Erleuchte mein Herze

Durch der Strahlen klaren Schein!

Gemeindelied EG 37

1. Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben;

ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben.

Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin

und laß dir‘s wohlgefallen.

2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren

und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren.

Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht,

wie du mein wolltest werden.

3. Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne,

die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne.

O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht‘,

wie schön sind deine Strahlen!

9. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen:

daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen.

So laß mich doch dein Kripplein sein; komm, komm und lege

bei mir ein dich und all deine Freuden.

Predigt über Mt 2, 1-6

Kantate V (4. Januar 09)

37


Gemeindelied EG 70

1. Wie schön leuchtet der Morgenstern

voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn,

die süße Wurzel Jesse.

Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm,

mein König und mein Bräutigam,

hast mir mein Herz besessen;

lieblich, freundlich, schön und herrlich,

groß und ehrlich, reich an Gaben,

hoch und sehr prächtig erhaben.

2. Ei meine Perl, du werte Kron,

wahr‘ Gottes und Marien Sohn,

ein hochgeborner König!

Mein Herz heißt dich ein Himmelsblum;

dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig.

Ei mein Blümlein, Hosianna!

Himmlisch Manna, das wir essen,

deiner kann ich nicht vergessen.

Fürbittengebet - Vaterunser

48. Rezitativ, Evangelist

Da das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem.

49. Rezitativ, Alt

Warum wollt ihr erschrecken?

Kann meines Jesu Gegenwart euch solche Furcht erwecken?

O solltet ihr euch nicht

Vielmehr darüber freuen,

Weil er dadurch verspricht,

Der Menschen Wohlfahrt zu erneuen.

50. Rezitativ, Evangelist

Und ließ versammlen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschete

von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem

im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und

du Bethlehem in jüdischen Lande bist mitnichten die kleinest unter den Fürsten Juda;

denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei.

38

Kantate V (4. Januar 09)


51. Terzett

SOPRAN: Ach, wenn wird die Zeit erscheinen?

TENOR: Ach, wenn kömmt der Trost der Seinen?

ALT: Schweigt, er ist schon wirklich hier.

SOPRAN und TENOR: Jesu, ach, so komm zu mir!

52. Rezitativ, Alt

Mein Liebster herrschet schon.

Ein Herz, das seine Herrschaft liebet,

Und sich ihm ganz zu eigen gibet,

Ist meines Jesu Thron.

53. Choral

Zwar ist solche Herzensstube

Wohl kein schöner Fürstensaal,

Sondern eine finstre Grube;

Doch, sobald dein Gnadenstrahl

In denselben nur wird blinken,

Wird es voller Sonnen dünken.

Abkündigungen

Gemeindelied EG 70

4. Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn du mich mit den

Augen dein gar freundlich tust anblicken. Herr Jesu, du mein trautes

Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken.

Nimm mich freundlich in dein Arme und erbarme dich in Gnaden;

auf dein Wort komm ich geladen.

Segen

43. Chor

Ehre sei dir, Gott, gesungen,

Dir sei Lob und Dank bereit‘.

Dich erhebet alle Welt,

Weil dir unser Wohl gefällt,

Weil anheut

Unser aller Wunsch gelungen,

Weil uns dein Segen so herrlich erfreut.

Kantate V (4. Januar 09)

39


Die Aufführung der Fünften Kantate des Weihnachtsoratoriums wurde durch den

Calwer Verlag Stuttgart großzügig unterstützt, wofür wir herzlichen Dank sagen.

40

Johann Sebastian Bach, 1746 von E. G. Haußmann porträtiert


Epiphanias 06.Janaur 09: Teil VI „Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben“

Chor: Kurrende der Evangelischen Studierendengemeinde

Leitung: Benedikt Brändle

Liturgische Orgel und Orgel-Continuo: Christiane Lux

Sopran: Jeannette Bühler

Alt: Adelheid Krohn-Grimberghe

Tenor: Andreas Weller

Bass: Michael Schmohl

Orchester: Sinfonietta Tübingen

Liturgie und Predigt: Hochschulpfarrer Dr. J . Thomas Hörnig

Das Innere der Thomaskirche (vor 1885)

Kantate VI (6. Januar 09)

41


Glockengeläut

Orgelvorspiel

Gemeindelied EG 71

2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland; die Knie sie vor dir beugen,

weil du ihn‘ bist bekannt. Der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort.

Drum man zu Recht dich preiset, daß du bist unser Hort.

Eingangswort

Gemeinde: Amen

Tagesspruch: Römer 8, 14

42

Kantate VI (6. Januar 09)


Psalm 71 (im Wechsel zwischen Liturg und Gemeinde)

Herr, ich traue auf dich,

laß mich nimmermehr zuschanden werden.

Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir heraus,

neige deine Ohren zu mir und hilf mir!

Sei mir ein starker Hort, zu dem ich immer fliehen kann,

der du zugesagt hast, mir zu helfen;

denn du bist meine Zuversicht, Herr, mein Gott,

meine Hoffnung von meiner Jugend an.

Verwirf mich nicht in meinem Alter,

verlaß mich nicht, wenn ich schwach werde.

Du lässest mich erfahren viele und große Angst

und tröstest mich wieder.

Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast,

sollen fröhlich sein und dir lobsingen.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang jetzt

uind immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Amen.

Eingangsgebet - Stilles Gebet

Nizänisches Glaubensbekenntnis (siehe Seite 48)

54. Chor

Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben,

So gib, daß wir im festen Glauben

Nach deiner Macht und Hülfe sehn.

Wir wollen dir allein vertrauen;

So können wir den scharfen Klauen

Des Feindes unversehrt entgehn.

Kantate VI (6. Januar 09)

55. Rezitativ

Evangelist

Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernet mit Fleiß von ihnen, wenn der

Stern erschienen wäre. Und weiset sie gen Bethlehem und sprach:

Herodes

Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr‘s findet, sagt mir‘s

wieder, daß ich auch komme und es anbete.

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56. Rezitativ, Sopran

Du Falscher, suche nur den Herrn zu fällen,

Nimm alle falsche List,

Dem Heiland nachzustellen;

Der, dessen Kraft kein Mensch ermißt,

Bleibt doch in sichrer Hand.

Dein Herz, dein falsches Herz ist schon,

Nebst aller seiner List, des Höchsten Sohn,

Den du zu stürzen suchst, sehr wohl bekannt.

57. Arie, Sopran

Nur ein Wink von seinen Händen

Stürzt ohnmächt‘ger Menschen Macht.

Hier wird alle Kraft verlacht!

Spricht der Höchste nur ein Wort,

Seiner Feinde Stolz zu enden,

Oh, so müssen sich sofort.

Sterblicher Gedanken wenden.

58. Rezitativ, Evangelist

Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie

im Morgenlande gesehen hatten, ging für [vor] ihnen hin, bis daß er kam, und stund

obern über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet und

gingen in das Haus und funden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder

und beteten es an und täten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch

und Myrrhen.

59. Choral

Ich steh an deiner Krippen hier,

O Jesulein, mein Leben;

Ich komme, bring und schenke dir,

Was du mir hast gegeben.

Nimm hin! es ist mein Geist und Sinn,

Herz, Seel und Mut, nimm alles hin,

Und laß dir‘s wohl gefallen!

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Kantate VI (6. Januar 09)


Die Gemeinde singt weiter EG 37 (Melodie „Es ist gewisslich an der Zeit“)

3. Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne,

die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne.

O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht,

wie schön sind deine Strahlen!

4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen;

und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen.

O dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer,

dass ich dich möchte fassen!

Predigt über Mt 2, 7-12

Gemeindelied EG 16

Kantate VI (6. Januar 09)

2. Dem alle Engel dienen, wird nun ein Kind und Knecht. Gott selber ist erschienen

zur Sühne für sein Recht. Wer schuldig ist auf Erden, verhüll nicht mehr sein Haupt. /

Er soll errettet werden, wenn er dem Kinde glaubt.

4. Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld. Doch wandert

nun mit allen der Stern der Gotteshuld. Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein

Dunkel mehr, von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.

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Fürbittengebet - Vaterunser

60. Rezitativ, Evangelist

Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken,

und zogen durch einem anderen Weg wieder in ihr Land.

61. Rezitativ, Tenor

So geht! Genug, mein Schatz geht nicht von hier,

Er bleibet da bei mir,

Ich will ihn auch nicht von mir lassen.

Sein Arm wird mich aus Lieb

Mit sanftmutsvollem Trieb

Und größter Zärtlichkeit umfassen;

Er soll mein Bräutigam verbleiben,

Ich will ihm Brust und Herz verschreiben.

Ich weiß gewiß, er liebet mich,

Mein Herz liebt ihn auch inniglich

Und wird ihn ewig ehren.

Was könnte mich nun für ein Feind

Bei solchem Glück versehren?

Du, Jesu, bist und bleibst mein Freund;

Und werd ich ängstlich zu dir flehn;

Herr, hilf! so laß mich Hilfe sehn.

62. Arie, Tenor

Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken;

Was könnt ihr mir für Furcht erwecken?

Mein Schatz, mein Hort ist hier bei mir!

Ihr mögt euch noch so grimmig stellen,

Droht nur, mich ganz und gar zu fällen,

Doch seht! mein Heiland wohnet hier.

Abkündigungen

Gemeindelied: EG 37 (Melodie „Ich steh an deiner Krippen hier“)

9. Eins aber, hoff ich, wirst du mir,

mein Heiland, nicht versagen:

daß ich dich möge für und für

in, bei und an mir tragen.

So laß mich doch dein Kripplein sein;

komm, komm und lege bei mir ein

dich und all deine Freuden.

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Kantate VI (6. Januar 09)


Segen

63. Rezitativ, Quartett

Was will der Hölle Schrecken nun,

Was will uns Welt und Sünde tun,

Da wir in Jesu Händen ruhn?

64. Choral

Nun seid ihr wohl gerochen [gerächt]

An eurer Feinde Schar,

Denn Christus hat zerbrochen,

Was euch zuwider war.

Tod, Teufel, Sünd und Hölle

Sind ganz und gar geschwächt;

Bei Gott hat seine Stelle

Das menschliche Geschlecht.

Die Aufführung der Sechsten Kantate des Weihnachtsoratoriums wurde durch die

Firma Erbe Elektromedizin großzügig unterstützt, wofür wir herzlichen Dank

sagen.

Impressum

Redaktion:

Hans-Peter Braun

Ingo Bredenbach

Dr. J. Thomas Hörnig

Satz und Layout:

Textteil: Laurèl Müller (ESG)

Umschlag und Anzeigen:

Alexander Schnapper, SCHNAPPER. TV IT & Media-Services

Druck:

Colorpress Druckerei

Max-Born-Straße 2 (Gewerbegebiet Bachhalde)

72622 Nürtingen

Telefon (0 70 22) 73 87-0

E-Mail: fetzer@colorpress.de

Auflage: 8000 Stück

Kantate VI (6. Januar 09)

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Das Nizänische Glaubensbekenntnis

Wir glauben an den einen Gott,

den Vater, den Allmächtigen,

der alles geschaffen hat,

Himmel und Erde,

die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus,

Gottes eingeborenen Sohn,

aus dem Vater geboren vor aller Zeit:

Gott von Gott, Licht vom Licht,

wahrer Gott vom wahren Gott,

gezeugt, nicht geschaffen,

eines Wesens mit dem Vater;

durch ihn ist alles geschaffen.

Für uns Menschen und zu unserm Heil

ist er vom Himmel gekommen,

hat Fleisch angenommen

durch den Heiligen Geist

von der Jungfrau Maria

und ist Mensch geworden.

Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,

hat gelitten und ist begraben worden,

ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift

und aufgefahren in den Himmel.

Er sitzt zur Rechten des Vaters

und wird wiederkommen in Herrlichkeit,

zu richten die Lebenden und die Toten;

seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Wir glauben an den Heiligen Geist,

der Herr ist und lebendig macht,

der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,

der mit dem Vater und dem Sohn

angebetet und verherrlicht wird,

der gesprochen hat durch die Propheten,

und die eine, heilige, allgemeine

und apostolische Kirche.

Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.

Wir erwarten die Auferstehung der Toten

und das Leben der kommenden Welt. Amen.

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