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SCHAUSPIEL ESSEN

2013| 2014


SPIELPLAN


LIEBES PUBLIKUM!

Die Unruhen des Widerstands haben wir hinter uns gelassen, mit Ihnen gemeinsam

im vergangenen Jahr eine ganze Reihe schöner und nicht ganz so schöner

neuer Welten erkundet. Und wir freuen uns, dass Sie uns dabei so zahlreich begleitet

haben.

Doch was nun? Ganz ehrlich: Die beste aller möglichen Welten haben wir nicht

gefunden. Dafür aber, während wir die Spielzeit 2013/2014 planten, eine ganze

Reihe von Heldinnen und Helden, die auf der Suche nach jener schönsten neuen

Welt, auf der Suche nach Liebe oder Macht, die Welt und sich selbst aus dem

Gleichgewicht gebracht haben. Wann ist der Glaube an das Gute, die Idee von persönlichem

oder gesellschaftlichem Glück, kein Idealismus mehr, sondern Ideologie?

Wann wird die Sehnsucht nach Wahrheit, nach einem Sinn zu einem Rausch –

zu Wahnsinn? Zu welchen Exzessen können uns unsere Leidenschaften, unsere

nicht enden wollende Sehnsucht nach Liebe und Macht treiben?

Die Helden der nun vor uns liegenden Spielzeit lieben leidenschaftlich, intrigieren

skrupellos, wandern auf dem schmalen Grat zwischen Idealismus und Verblendung.

Will heißen: Sie leben. Exzessiv. Leidenschaftlich. Rauschhaft. Auch

egoistisch. Zerstörerisch. Radikal.

Und wir sind gespannt darauf, was wir dabei über unser eigenes Denken und

Fühlen, über unsere Sehnsucht nach Rausch, nach Leidenschaft und Wahnsinn

erfahren können.*


Sie haben sich in den vergangenen Spielzeiten nicht nur von uns unterhalten lassen,

Sie haben sich auch kritisch mit uns auseinandergesetzt. Sie haben sich an

unseren Begleitprogrammen, den „Time Capsules“, an Matineen, Einführungen

und Publikumsgesprächen rege beteiligt und unsere Gastspielangebote äußerst

positiv an- und aufgenommen.

Sie haben unsere sozialen Projekte wie den „Wunschbaum“ zur Weihnachtszeit

oder die diversen Spendensammlungen für das KinderPalliativNetzwerk großzügig

unterstützt und damit vielen Menschen Freude bereitet. Sie haben Ihr Grillo-

Theater mit seinen Spielstätten zu einem urbanen Treffpunkt der Kultur gemacht,

wie es sich eine Stadt (und ein Theater!) nur wünschen kann. Dafür herzlichen Dank!

Bei allem, was wir in den kommenden Monaten vorhaben, freuen wir uns ganz

besonders auf die Kooperation mit dem Aalto-Theater und der Philharmonie:

Gemeinsam mit dem neuen Intendanten Hein Mulders und seinem Team, dem wir

einen erfolgreichen Start in Essen wünschen, haben wir uns auf zwei „Kunst²“-

Produktionen verständigt: Sowohl die Oper als auch wir werden mit „Macbeth“

eröffnen und danach in kurzen Abständen den „Werther“ auf unsere Bühnen bringen.

Dazu gibt es spartenübergreifende Einführungen, Nachgespräche und Vorträge.

Und am Ende der Spielzeit zeigen die Jungen Choreographen des Aalto

Ballett Essen ihr Programm „Ptha III“ im Grillo-Theater. Wir rücken zusammen:

Seien Sie dabei!

Besonders stolz sind wir darauf, dass wir den Zuschlag zur Ausrichtung des

30. Kinder- und Jugendtheaterfestivals „Westwind“ vom 12. bis zum 18. Mai 2014

bekommen haben und verstehen dies auch als eine Auszeichnung für unsere

Kinder- und Jugendarbeit. Zwei Wochen vorher, am 25. und 26. April 2014, findet

in der Casa des Schauspiel Essen ein weiteres Festival statt: Unsere Autorentage

„Stück auf!“ gehen dann bereits in die dritte Runde!

Und schließlich wird unsere Reihe „Jazz in Essen“ 30 Jahre alt, was wir im März

2014 mit zwei außergewöhnlichen Konzerten feiern werden.

Last but not least können Sie Ende 2013 Ihr Theater auch im Fernsehen erleben,

wenn die Aufzeichnung unserer Uraufführungsinszenierung von „Rote Erde“ auf

3sat und im WDR ausgestrahlt wird. Wer so lange nicht mehr warten will, sichert

sich am besten jetzt schon Karten für die Kinopremiere im film studio GLÜCK-

AUF, dem ältesten Filmtheater des Ruhrgebiets auf der Rüttenscheider Str. 2, am

14. Juli 2013 um 19:30 Uhr!

Sie sehen: Wir haben viel vor! – Ich freue mich auf viele Begegnungen mit Ihnen

in der Spielzeit 2013/2014.

Ihr

* Unseren neuen Spielplan möchten wir Ihnen gerne ausführlicher vorstellen: In einer Matinee am

Sonntag, den 16. Juni um 11:15 Uhr werden meine Dramaturgen und ich sowie Mitglieder unseres

Schauspielensembles Ihnen die Stücke der neuen Spielzeit und deren Autoren vorstellen – erste

Leseproben inklusive. Wir freuen uns auf Sie!

3


DIE REINSTE FORM DES WAHNSINNS IST ES,

ALLES BEIM ALTEN ZU LASSEN UND

GLEICHZEITIG ZU HOFFEN, DASS SICH

ETWAS ÄNDERT.

ALBERT EINSTEIN


INHALT

Vorwort Seite 2

Die Stücke der Spielzeit 2013/2014 Seite 6

Wiederaufnahmen Seite 9

Macbeth Seite 10

Der Prozess Seite 12

Die neuen Abenteuer des Don Quijote (UA) Seite 14

Anton, das Mäusemusical Seite 16

Der Geizige Seite 18

Medea Seite 20

Eine Inszenierung von Hermann Schmidt-Rahmer Seite 22

Anna Karenina Seite 24

Die Opferung von Gorge Mastromas Seite 26

Tschick Seite 28

Die Leiden des jungen Werther Seite 30

Eine Blume als Gegenwehr (UA) Seite 32

Stück auf! Seite 34

Lucky Happiness Golden Express Seite 36

Misery Seite 38

Ein Schaf fürs Leben Seite 40

Überall seh ich nur Narren Seite 42

Und sonst noch Seite 46

Westwind 2014 Seite 58

Theaterpädagogik Seite 60

Manifest für den Wahn-Sinn Seite 68

Irresein heißt … Seite 72

Ensemble Seite 74

Die neuen Abenteuer des Don Quijote Seite 84

Rückblick 2012/2013 Seite 86

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Seite 94

Theater und Philharmonie Essen Seite 100

Kartenverkauf Seite 104

Sitzpläne Seite 107

Abonnements 2013/2014 Seite 108

Die Abonnementbedingungen der TUP Seite 114

Service Seite 116

Freunde & Förderer Seite 121

So erreichen Sie uns Seite 125

Impressum Seite 127

5


SPIELZEIT 2013|2014

GRILLO-THEATER

Macbeth

von William Shakespeare

Deutsch von Thomas Brasch

Inszenierung: Wolfgang Engel

Premiere am 28. September 2013

Grillo-Theater

Der Prozess

nach dem Roman von Franz Kafka

Bühnenfassung von Moritz Peters

Inszenierung: Moritz Peters

Premiere am 18. Oktober 2013

Grillo-Theater

Uraufführung

Die neuen Abenteuer des Don Quijote

von Tariq Ali

Deutsch von Silvia Berutti-Ronelt und Ulrike Syha

Inszenierung: Jean-Claude Berutti

Premiere am 1. November 2013, Grillo-Theater

6+

Anton, das Mäusemusical

von Gertrud Pigor, Thomas Pigor

und Jan Fritsch

Inszenierung: Christian Tombeil

Premiere am 16. November 2013

Grillo-Theater

Der Geizige

von Molière

Inszenierung: Jasper Brandis

Premiere am 29. Dezember 2013

Grillo-Theater


Medea

von Euripides

Inszenierung: Konstanze Lauterbach

Premiere am 28. Februar 2014

Grillo-Theater

Eine Inszenierung

von Hermann Schmidt-Rahmer

Premiere am 27. April 2014

Grillo-Theater

Anna Karenina

nach dem Roman von Leo Tolstoi

Fassung von Armin Petras

Inszenierung: Thomas Krupa

Premiere am 20. Juni 2014

Grillo-Theater

CASA

Die Opferung

von Gorge Mastromas

von Dennis Kelly

Deutsch von John Birke

Inszenierung: Thomas Ladwig

Premiere am 29. September 2013

Casa

14+

Tschick

von Wolfgang Herrndorf

Bühnenfassung von Robert Koall

Inszenierung: Jana Milena Polasek

Premiere am 15. Dezember 2013, Casa

7


15+

Die Leiden des jungen Werther

nach dem Briefroman von

Johann Wolfgang Goethe

Bühnenfassung von Karsten Dahlem und

Marc-Oliver Krampe

Inszenierung: Karsten Dahlem

Premiere am 23. Februar 2014, Casa

Uraufführung

Eine Blume als Gegenwehr

von Katja Wachter

Siegerstück der 2. Essener

Autorentage „Stück auf!“ 2013

Inszenierung: Tilman Gersch

Premiere am 25. April 2014, Casa

Stück auf!

3. Autorentage am Schauspiel Essen

25. – 26. April 2014

Lucky Happiness

Golden Express

von Noah Haidle

Deutsch von Brigitte Landes

Inszenierung: Tom Gerber

Premiere am 22. Juni 2014, Casa

BOX

Misery

von Simon Moore

nach dem Roman von Stephen King

Deutsch von Frank Küster

Premiere am 20. Dezember 2013

Box

5+

Ein Schaf fürs Leben

Nach dem Bilderbuch von

Maritgen Matter

Deutsch von Sylke Hachmeister

Theaterfassung von Ingo Putz

Inszenierung: Siegfried Hopp

Premiere am 27. Februar 2014

Box


GRILLO-THEATER

Hiob

nach dem Roman von Joseph Roth

Fassung von Koen Tachelet

Inszenierung: Wolfgang Engel

Faust I + II

Der Tragödie erster und zweiter Teil Kabale und Liebe

von Johann Wolfgang von Goethe Ein bürgerliches Trauerspiel

Inszenierung: Christoph Roos

von Friedrich Schiller

Gefördert von der Alfried Krupp von Inszenierung:

Bohlen und Halbach-Stiftung.

Martina Eitner-Acheampong

Clockwork Orange

von Anthony Burgess

Fassung von

Hermann Schmidt-Rahmer

Inszenierung:

Hermann Schmidt-Rahmer

Gefördert von der Alfred und Cläre

Pott-Stiftung.

WIEDERAUFNAHMEN

Wie es euch gefällt

von William Shakespeare

Inszenierung: Martin Schulze

Gefördert von der GENO BANK

ESSEN.

Die Grönholm-Methode

von Jordi Galceran

Inszenierung: Jens Pesel

Buddenbrooks

nach dem Roman von Thomas Mann

Bühnenfassung von John von Düffel

Inszenierung: Christoph Roos

CASA

NICHTS. Was im Leben wichtig ist

von Janne Teller

Bühnenfassung von Andreas Erdmann

Inszenierung: Karsten Dahlem

BOX

Die Wanze

von Paul Shipton

Inszenierung: Thomas Ladwig

Gefördert von der Alfried Krupp von

Bohlen und Halbach-Stiftung.

8+

14+

9


MACBETH


VON WILLIAM SHAKESPEARE

DEUTSCH VON THOMAS BRASCH

Die schottischen Feldherren Macbeth und Banquo kehren siegreich aus der

Schlacht zurück. Drei Hexen prophezeien ihnen, Macbeth werde König, Banquo

Stammvater eines Königsgeschlechts und setzen ihnen den Stachel des Ehrgeizes

in den Kopf. Angetrieben von dunklen Wünschen, nagender Gier und

seiner machthungrigen Lady tötet Macbeth daraufhin den schlafenden König,

um selbst den schottischen Thron zu besteigen. Aber

der Mord an König Duncan setzt für Macbeth einen

blutigen Reigen von weiteren Morden, verstörenden

Geistererscheinungen, peinigenden Gewissensqualen

und allumfassendem Misstrauen in Gang. Und es

gibt kein Zurück, jetzt gilt es, seinen Machtanspruch

auf Teufel komm raus zu untermauern; rücksichtslos

prescht er immer weiter vor – bis schließlich die

Engländer ein Heer gegen den schottischen Usurpatoren

entsenden. Während Lady Macbeth, die anfangs

noch ohne Skrupel war, mit Grausen begreift,

dass sie ihre Hände nicht mehr reinwaschen kann vom Blut und zusehends

dem Wahnsinn verfällt, geht Macbeth seinen Weg zwanghaft immer weiter.

Er entfremdet sich mehr und mehr von sich selbst und zieht in die alles entscheidende

Schlacht …

Inszenierung Wolfgang Engel

Bühne Andreas Jander

Kostüme Zwinki Jeannée

Musik Tobias Schütte

Dramaturgie Marc-Oliver Krampe

Premiere 28. September 2013

Grillo-Theater

Hexen, Geister, Mord und wandelnde Wälder: Shakespeares 1606 in London

uraufgeführtes Stück gilt als eine seiner schaurigsten Tragödien. Goethe befand

es als Shakespeares „bestes Theaterstück“. Entstanden in einer Zeit großer

gesellschaftlicher Umbrüche religiöser, politischer und ökonomischer

Natur, zeigt „Macbeth“ die alptraumhaften Folgen von skrupellosem Ehrgeiz

und maßlosem Machtstreben, die Mechanismen von Zerstörung und Selbstzerstörung

in einer Welt, in der die Mächtigen zur Durchsetzung ihrer Ziele

selbst vor Mord nicht zurückschrecken – solange es dem

Ruf nicht schadet.

Wolfgang Engel wurde 1943 in Schwerin geboren.

Nach der Schauspielausbildung in Berlin und ersten Regiearbeiten

in Schwerin, Radebeul und Berlin lehrte er

ab 1978 an der späteren Berliner Hochschule für Schauspielkunst

Ernst Busch. Ab 1980 arbeitete er als fester

Regisseur am Staatsschauspiel Dresden. Hier wurde

Engel zu einem der wichtigsten Regisseure der DDR.

Schon zu dieser Zeit inszenierte er auch im Westen,

z. B. am Wiener Burgtheater, am Zürcher Schauspielhaus, am Schillertheater in

Berlin und am Residenztheater in München. Ab 1991 war Engel fester Regisseur

am Schauspiel Frankfurt und von 1995–2008 Intendant des Schauspiel Leipzig.

Seitdem arbeitet Engel als freier Regisseur u. a. am Düsseldorfer Schauspielhaus

und am Staatsschauspiel Dresden. 2011 erhielt er den deutschen

Theaterpreis „DER FAUST“ für sein Lebenswerk. Shakespeares „Macbeth“ ist

nach „Hiob“ von Joseph Roth seine zweite Inszenierung am Schauspiel Essen.

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DER PROZESS


NACH DEM ROMAN VON FRANZ KAFKA

BÜHNENFASSUNG VON MORITZ PETERS

Der Bankangestellte Josef K. wird am Morgen seines 30. Geburtstages verhaftet.

Doch es wird keine Anklage formuliert, und er darf auch sein alltägliches

Leben weiterhin in Freiheit führen. Dennoch lasten ab jetzt unweigerlich das

Gefühl der Ohnmacht sowie die Frage nach Schuld auf ihm. K. macht sich also

auf die Suche, scheint aber stets Spielball eines undurchschaubaren bürokratischen

Systems zu bleiben. Sein Weg, gesäumt

von erotischen Eskapaden und absurd- unheimlichen

Abenteuern, führt ihn in verschiedensten Episoden

immer wieder in eine nicht von ihm beeinfluss- oder

beherrschbare Lage. Sind es Prüfungen, denen er

unterzogen wird? Und welche Gesetze walten dort

eigentlich?

Franz Kafkas Roman „Der Prozess“, zwischen 1914

und 1915 entstanden, Fragment geblieben und posthum

erschienen, zeigt parabelhaft das sinnentleerte

Dasein und ziellose Streben des Individuums in einer

anonym gewordenen Welt. Dem Protagonisten steht eine geschlossene Ordnung

Inszenierung Moritz Peters

Bühne Lisa Marie Rohde

Kostüme Christina Hillinger

Musik Tobias Schütte

Videografie Daniel Frerix

Dramaturgie Anna-Sophia Güther

Premiere 18. Oktober 2013

Grillo-Theater

gegenüber, die nicht nur ihrem eigenen Regelwerk folgt, sondern sich auch in

allen Lebensbereichen manifestiert – in der Arbeit, in den zwischenmenschlichen

Beziehungen, sogar in der Kirche findet K. plötzlich Angehörige dieses

Gerichts. Dass er die systemische Eigenlogik erst erfüllt, indem er mitspielt,

ist K. dabei kaum bewusst. So wird er immer tiefer in ein Labyrinth hineingezogen.

Da ihm die herrschenden Regeln unbekannt sind, kann er letztlich nur

verlieren: Das Todesurteil wird vollstreckt, ohne vorherige Verkündung. Damit

geht K. zugrunde an einer Welt, die sich längst jeder Sinnhaftigkeit

entzogen hat.

Moritz Peters wurde 1981 in New Haven, USA, geboren

und wuchs nach einer Zwischenstation in den Niederlanden

in Bochum auf. Von 2001 bis 2005 studierte

er Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende

Kunst in Frankfurt am Main. Anschließend war er

vier Jahre lang Ensemblemitglied am Schauspiel Frankfurt

und wechselte 2009 ans Zimmertheater Tübingen,

wo er auch erstmals Regie führte. Von 2010 bis 2013 war

er als Regieassistent am Schauspiel Essen engagiert, hier

inszenierte er unter anderem in der Spielzeit 2011/12 „Satt“ von Marianna Salzmann.

Im Sommer 2013 zeigt er eine Bearbeitung von Georg Büchners „Lenz“

am Zimmertheater Tübingen. Moritz Peters lebt als freier Regisseur in Essen.

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DIE

NEUEN

ABENTEUER

DES

DON

QUIJOTE


URAUFFÜHRUNG

VON TARIQ ALI

DEUTSCH VON SILVIA BERUTTI-RONELT UND ULRIKE SYHA

Seit mehr als 400 Jahren ziehen sie durch die Welt: Im Kampf für das längst vergessene

Ideal der Ritterlichkeit haben sie es immer wieder mit den Windmühlen

der Realität aufgenommen und wurden dabei ein ums andere Mal verkannt und

verspottet. Jetzt sind sie im Heute angekommen, in einer Zeit, in der das Land

Utopia längst schon von den Landkarten verschwunden zu sein scheint, einer

globalisierten Welt, die bestimmt wird von Kapitalismus,

Kriegen, Vertreibung und Ausgrenzung. Ein weiteres

Mal ziehen Don Quijote und sein treuer Diener

Sancho Panza – der eine wie eh und je auf seinem

ebenso edlen wie eloquenten Ross Rosinante, der andere

auf seinem sinnenfrohen Maultier – getrieben

von unerschütterlichem Optimismus in den gefährlichen

und aussichtslos scheinenden Kampf gegen Ungerechtigkeit

und Unterdrückung: „Wir müssen die

Welt vor sich selbst retten.“ Doch dieses Abenteuer

wird das gefährlichste von allen werden …

Wie sein Titelheld Don Quijote ist auch der Verfas-

1943 im heutigen Pakistan geborene Autor, Filmemacher und Journalist Tariq

Ali widmet sich in seinen Büchern u. a. dem Konflikt zwischen westlicher Gesellschaft

und seiner islamischen Heimat, aber auch dem Kampf gegen Armut

ser von dessen „neuen Abenteuern“ ein Grenzgänger zwischen den Welten: Der

Inszenierung Jean-Claude Berutti

Bühne und

Kostüme Rudy Sabounghi

Mitarbeit Bühne

und Kostüme Katharina Heistinger

Musik Arturo Annecchino

Dramaturgie Marc-Oliver Krampe

Premiere 1. November 2013

Grillo-Theater

und Unterdrückung in Lateinamerika („Piraten der Karibik. Die Achse der Hoffnung“,

2006). Als 20-Jähriger nach London emigriert, wurde Tariq Ali 1966

begibt sich der bekennende radikale Sozialist und Antiimperialist

auf die Spur eines Helden, der immer wieder

Mitglied der Bertrand-Russell-Friedensstiftung, für die er in Kriegsgebiete und

Krisenregionen reiste, und 1968 zum Führer und Vordenker der internationalen

Studentenbewegung. Mit seinem Auftragswerk für das Schauspiel Essen

auf dem schmalen Grat zwischen Hellsichtigkeit und Verblendung,

zwischen unbeirrbarem Idealismus und totalem

Wahn balanciert, und entwirft in opulenten Bildern

die Stationen einer ebenso seltsamen wie skurrilen Reise

durch Welt und Zeit.

Regisseur Jean-Claude Berutti wurde in Toulon, Frankreich

geboren. Er inszeniert seit über 20 Jahren Schauspiele

und Opern, u. a. in Brüssel, Frankfurt, Leipzig,

Braunschweig, Dortmund, Lyon, Wien und Zagreb, an

der Opéra National de Bordeaux, in Straßburg und Tel

Aviv sowie an der Pariser Comédie Française und am Théâtre La Comédie in

Saint-Étienne, dem er auch als Intendant vorstand. Von 2005-2011 war Jean-

Claude Berutti Präsident des gesamteuropäischen Theaternetzwerks „European

Theatre Convention“ (ETC). „Die neuen Abenteuer des Don Quijote“ ist seine

erste Inszenierung am Schauspiel Essen.

Gefördert von der Alfred und Cläre Pott-Stiftung.

15


ANTON,

DAS MÄUSEMUSICAL


6+

VON GERTRUD PIGOR, THOMAS PIGOR UND JAN FRITSCH

Wohnzimmer, ein wunderbarer Ort. Es gehört Familie Hoffmann, denkt Familie

Hoffmann. Doch in Wirklichkeit gehört es den Mäusebrüdern Franz, Willi und

Anton und ihrer Freundin, der Spinne. Hier, unter dem Sofa, lässt es sich prima

leben und spinnen, hier kann man vom Boden essen – es findet sich immer

etwas. Zwei Dinge nur, die sowohl der einfachen Hausmaus als auch einer

Spinne gefährlich werden können: der Staubsauger

und der Hoffmann, von dem es immerhin drei

Arten gibt, „Menschen, Omas oder Kinder“. Doch

dank gezielten Trainings sind unsere drei Mäuse

Meister im Unsichtbarwerden! Bis zu jenem folgenschweren

Tag, an dem der dicke Willi von

Frau Hoffmann entdeckt wird, als er sich mutig

dem Staubsauger entgegenstellt. Von nun an findet

sich kein Krümelchen mehr auf dem Boden –

eine traurige Vorweihnachtszeit für die drei Brüder

und auch für ihre Tante Lizzy, die doch extra

wegen der „schnaften Plätzchen“ angereist ist.

Inszenierung Christian Tombeil

Musikalische

Leitung Hajo Wiesemann

Bühne und

Kostüme Gabriele Wasmuth

Choreografie Marcus Grolle

Dramaturgie Vera Ring

Premiere 16. November 2013

Grillo-Theater

Als dann auch noch der Wunschzettel des Hoffmann-Kindes

unter dem Sofa landet, das sich nichts mehr wünscht als eine

Katze, scheint das lang ersehnte Weihnachtsfest auf eine Katastrophe hinauszulaufen.

Und tatsächlich: Am Heiligen Abend hält ein gefährlicher Mitbewohner

Einzug ins Wohnzimmer …

So wird die Vorweihnachtszeit zum Abenteuer: Mit einer gehörigen Portion

Mut und gesundem Mäuseverstand trotzen die drei frechen Nager allen Gefahren,

und am Ende wissen wir, dass Musik sogar die sprichwörtliche Feindschaft

zwischen Katz und Maus überwinden kann. Und freuen uns schon auf den ersten

Hauch von Plätzchenduft …

Christian Tombeil ist seit 2010/2011 Intendant des Schauspiel

Essen. Ausgebildet zum klassischen Tänzer, studierte

er zunächst Germanistik und Kunstgeschichte in Stuttgart.

Dem Studium folgten Regieassistenzen u. a. bei Ruth

Berghaus, Robert Wilson, Axel Manthey, Dietrich Hilsdorf,

Christof Loy und Achim Freyer. Ab 1990 arbeitete Christian

Tombeil als Regisseur für Schauspiel und Musiktheater

sowie als Lightdesigner unter anderem in Wien, Stuttgart,

Düsseldorf und Brüssel. Von 1997 bis 2010 war er Stellvertretender

Generalintendant und Künstlerischer Betriebsdirektor

an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld

und Mönchengladbach, wo er vielfach inszenierte, u. a. das

spartenübergreifende Projekt „Verschollen“ und den Doppelabend „Dido and

Aeneas / Erwartung“ sowie die Kinderopern „Papageno spielt auf der Zauberflöte“

und „Aschenputtel“. Lehraufträge führten Christian Tombeil an die Folkwang

Universität in Essen, die Universität Witten/Herdecke sowie die Musikhochschule

Köln.

Gefördert von der Stadtwerke Essen AG.

17


DER GEIZIGE


VON MOLIÈRE

Alle wollen immer nur an sein Geld – Kinder, Kutscher, Koch, einfach alle! Daran

zweifelt Harpagon keine Sekunde und legt daher höchstes Augenmerk darauf,

den erwirtschafteten Reichtum nicht nur zu erhalten, sondern ihn gehörig zu

vermehren. Radikaldiäten sind ebenso Ausdruck seines krankhaften Geizes wie

Hungerlöhne und der feste Wille, seine Kinder gewinnbringend unter die Haube

zu bringen: Tochter Élise will er mit dem reichen Anselmo verkuppeln, ungeachtet

der Tatsache, dass dieser eher Élises Vater sein könnte und sie außerdem

in seinen Angestellten Valère verliebt ist. Sein Sohn

Cléante soll eine vermögende ältere Witwe heiraten,

Inszenierung Jasper Brandis

obwohl er viel lieber die junge, hübsche Mariane zur

Bühne und

Frau nähme. Auf die hat allerdings Harpagon selbst

ein Auge geworfen und drängt zu großer Eile. Es wird

Kostüme Katrijn Baeten,

eng für die entsetzten Kinder, die wissen, dass ihn

Saskia Louwaard

jetzt nur eines aufhalten kann: Geld, bzw. die Abwesenheit

desselben. Und als Harpagons Geldkassette Premiere 29. Dezember 2013

Dramaturgie Carola Hannusch

Grillo-Theater

Nebensache. Der Geizige rast und tobt wie ein ver-

verschwindet, gerät tatsächlich alles andere zur

zweifelt Liebender, weil ihm sein Lebenselixier gestohlen

wurde. Ob er nun zur Vernunft kommt?

Diese 1668 uraufgeführte Komödie war schon zu Molières Lebzeiten ein Plädoyer

gegen materialistischen Wahn. Harpagon, der sich in seiner bedingungslosen

Liebe zum Geld von Gesellschaft, Familie und sich selbst so dermaßen entfremdet,

dass er bedrohliche Züge annimmt, ist kein Relikt längst vergangener

barocker Zeiten. Wäre „Der Geizige“ heutzutage geschrieben worden, würde er

sich nahtlos in die Flut kapitalismuskritischer Publikationen einreihen, die der

Zeitgeist angesichts europaweiter Finanzkrisen derzeit auf den Markt bringt.

Die ursprünglich der Existenzsicherung dienende Anhäufung von Kapital hat

sich verselbstständigt; Harpagons Traum vom unabhängigen, selbstbestimmten

Leben in Wohlstand ist zur Fixierung aufs Kapital, zum menschenverachtenden

Götzendienst verkommen. Dieses Dilemma höchst unterhaltsam

und komödiantisch auf die Bühne zu bringen,

ist die große Kunst Molières.

Regisseur Jasper Brandis wurde 1971 in New York City

geboren und studierte zunächst Jura in Hamburg, bevor

er 1996 als Regieassistent am Deutschen Schauspielhaus

Hamburg engagiert wurde. Seit 1999 ist er als

freier Regisseur tätig und inszenierte u. a. am Deutschen

Schauspielhaus Hamburg, am Schauspiel Hannover,

am Theater Heidelberg, an den Staatstheatern

Karlsruhe und Oldenburg, am Schauspiel Köln, am Nationaltheater Weimar, am

Bremer Theater, am Theater an der Parkaue in Berlin, am Theater Aachen, am

Deutschen Theater Göttingen und am Toneelhuis Antwerpen. Außerdem arbeitet

er als Dozent und Theaterlehrer. Am Schauspiel Essen inszenierte er in der

Spielzeit 2012/13 „Die Präsidentinnen“.

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MEDEA


Als der Grieche Jason, Anführer der Argonauten, einst nach Kolchis kam, um

das von König Aietes gehütete Goldene Vlies zu erbeuten, war es ausgerechnet

dessen Tochter Medea, die ihm dabei half, seinen Auftrag zu erfüllen: Aus

Liebe zu dem griechischen Eindringling verriet sie ihren Vater, ihr Land, tötete

sogar ihren eigenen Bruder, um Jason zur Flucht aus

Kolchis zu verhelfen, und folgte ihm auf sein Schiff,

die Argo, und ins griechische Exil.

Doch während Jason in Korinth, wohin das Paar

mit den beiden gemeinsamen Kindern geflohen ist,

schnell Zugang zu den höchsten Kreisen findet, wird

seine Frau, die fremde „Barbarin“, misstrauisch beobachtet,

gefürchtet und ausgegrenzt, nicht zuletzt

wegen ihrer Klugheit, ihrer Zauberkünste, ihres Wissens

um die Kräfte der Natur. Aber die größte Demü-

die Tochter des hiesigen Königs Kreon zu heiraten und damit seine politische

und gesellschaftliche Stellung im Lande für immer zu sichern. Der Preis dafür

ist Medeas Verbannung aus Korinth – viel zu sehr fürchtet Kreon ihre Rache,

als dass er sie weiterhin im Lande dulden könnte. Zu Recht: Denn Medea rast

tigung steht Medea noch bevor: Jason verlässt sie, um

vor Eifersucht, enttäuschter Liebe und verletztem Stolz. Und sie schmiedet

grausame Rachepläne …

VON EURIPIDES

Inszenierung

und Kostüme Konstanze Lauterbach

Bühne Ann Heine

Musik Achim Gieseler

Dramaturgie Vera Ring

Premiere 28. Februar 2014

Grillo-Theater

Schon vor mehr als 2400 Jahren stellte Euripides (ca. 485-406 v. Chr.) die

Frage nach der Rolle der Frau in Gesellschaft und Privatleben. Seine Medea ist

eine Außenseiterin, von der griechischen Gesellschaft verachtet und dämonisiert

– schon aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Klugheit, aber auch wegen der

Unbedingtheit ihres Zorns, der jede gesellschaftliche Norm

sprengt: In ihrem Stolz zutiefst verletzt, ist Medea weder

bereit, sich mit dem rücksichtslosen Egoismus, der Eitelkeit

und dem Opportunismus ihres Mannes abzufinden,

noch dazu, sich weiterhin den Spielregeln des fremden

Landes anzupassen. Doch welcher Handlungsspielraum

bleibt ihr noch? Welches Mittel ist erlaubt zur Verteidigung

der persönlichen Würde? Wie weit geht ein Mensch,

wenn ihm alles genommen wird, wenn alle Opfer umsonst

waren und keine Hoffnung mehr bleibt?

Konstanze Lauterbach arbeitete von 1982 bis 1984 als Regieassistentin in

Chemnitz. Es folgten zahlreiche Gastinszenierungen und von 1987 bis 1990 ein

festes Engagement in Rudolstadt. Von 1990 bis 1999 war sie als Hausregisseurin

am Schauspiel Leipzig engagiert und inszenierte in dieser Zeit auch regelmäßig

am Theater Bremen sowie am Burgtheater Wien, bei den Wiener Festwochen

und am Bayerischen Staatsschauspiel München. Von 2001 bis 2004 war

sie Hausregisseurin am Deutschen Theater in Berlin. Seitdem arbeitete sie als

freie Regisseurin für Oper und Schauspiel u. a. an der Volksbühne Berlin, am

Theater Bonn, am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Hessischen Staatstheater

Wiesbaden, am Staatstheater Braunschweig, am Theater Konstanz und an der

Semperoper in Dresden. 1997 wurde ihr der Preis des deutschen Kritikerverbandes

verliehen, 2002 erhielt sie den Caroline-Neuber-Preis der Stadt Leipzig.

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EINE INSZENIERUNG VON

HERMANN SCHMIDT-RAHMER


Am 27. April wird eine Inszenierung von Hermann Schmidt-Rahmer Premiere

feiern, für die wir uns zum Zeitpunkt des Spielzeitheftdrucks noch auf Stückbzw.

Themensuche befinden.

Hermann Schmidt-Rahmer hat am Schauspiel Essen in der Spielzeit 2011/2012

Elfriede Jelineks „Ulrike Maria Stuart“ inszeniert und in diesem Theaterabend

die sprachgewaltige Abrechnung der Autorin mit RAF

und linker Politik spielerisch und humorvoll in unsere

Gegenwart fortgeschrieben. Diese Inszenierung

wurde beim NRW Theatertreffen 2012 mit dem Preis

für die beste Inszenierung und für die beste Schauspielerin

(Bettina Schmidt) ausgezeichnet.

In der Spielzeit 2012/13 hat sich der Regisseur auf

der Grundlage von Anthony Burgess’ Roman „Clockwork

Orange“ in einer eigenen Theaterfassung sowohl

mit Tendenzen gegenwärtiger Gewaltforschung

als auch mit aktuellen Entwicklungen der Gehirnforschung

und Neurobiologie auseinandergesetzt.

Inszenierung Hermann Schmidt-

Rahmer

Bühne und

Kostüme N.N.

Dramaturgie Carola Hannusch

Premiere 27. April 2014

Grillo-Theater

Auch in dieser Spielzeit wird Hermann Schmidt-Rahmer in seiner Inszenierung

einen starken Gegenwartsbezug herstellen – ob dies auf der Folie einer literarischen

bzw. filmischen Vorlage geschieht oder durch die Realisierung eines

zeitgenössischen Theaterstückes, erfahren Sie rechtzeitig mittels aktueller

Publikationen und über unsere Website.

Hermann Schmidt-Rahmer wurde 1960 in Düsseldorf geboren.

Er studierte Musikwissenschaft und Philo sophie

in München und absolvierte ein Schauspielstudium an

der Universität der Künste Berlin. Nach Engagements an

der Freien Volksbühne Berlin, am Schauspielhaus Köln,

dem Hamburger Schauspielhaus und dem Wiener Burgtheater

arbeitet er seit 1990 als freier Regisseur, u. a.

in Köln, Berlin, Basel, am Theater Dortmund, am Düsseldorfer

Schauspielhaus, am Theater Nürnberg sowie am

Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Er arbeitet zudem

als Autor und Übersetzer und ist Professor für Szene an der Universität der

Künste in Berlin.

23


ANNA KARENINA


NACH DEM ROMAN VON LEO TOLSTOI

FASSUNG VON ARMIN PETRAS

„Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich. Jede unglückliche Familie

ist unglücklich auf ihre Weise.“ – Mit diesen berühmten Worten, die das Unglück

als nur individuell erfahrbar beschreiben, beginnt der zwischen 1873 und

1877 entstandene große Roman von Leo Tolstoi. Das Verlangen nach der absoluten

Liebe als private Utopie wird anhand dreier Handlungsstränge erzählt.

Den Mittelpunkt bildet die Dreiecksgeschichte: Die verheiratete Anna und Graf

Wronski lernen sich zufällig kennen und taumeln umgehend

in ausschweifenden Gefühlen. Doch die bedingungslose

Liebe wird nur kurz glücklich er- und

gelebt, denn moralische Verpflichtungen, die Anna

ihrem Mann Karenin und vor allem dem gemeinsamen

Kind gegenüber empfindet, sowie die gesellschaftliche

Ablehnung, die das Liebespaar erfährt,

trüben die Beziehung. Schuldgefühle, Wahnvorstellungen

und die Eifersucht Annas führen schließlich

in die Katastrophe. Zur gleichen Zeit steht die Ehe

zwischen Dascha und Stefan, Annas Bruder, auf der

Kippe. Er frönt dem Rausch, dem Seitensprung, so oft, bis für Dascha die Kluft

zwischen ihrem Anspruch an die Liebe und der tristen Realität zu groß wird.

Dagegen endet das Verhältnis zwischen Kitty, Daschas Schwester, und Lewin

nach einigem Kummer, Zögern und Zaudern schließlich doch gut: Die beiden

heiraten. Und kontrastieren damit deutlich den Misserfolg der anderen Beziehungen.

Oder sind die beiden nur noch glücklich?

Inszenierung Thomas Krupa

Bühne Andreas Jander

Kostüme Ines Burisch

Musik Mark Polscher

Dramaturgie Anna-Sophia Güther

Premiere 20. Juni 2014

Grillo-Theater

In rasanten Wechseln aus epischen und dialogischen Passagen hat Armin Petras

Tolstois Geschichte auf die wesentlichen Figuren komprimiert sowie die Konflikte

zwischen den jeweiligen Partnern geschärft, womit er einen sehr aktuellen

Beziehungsreigen entwirft. In dem behutsam modernisierten Text findet

er poetische Sprachbilder, die die verzweifelte Sehnsucht nach persönlichem

Glück und emotionaler Unbedingtheit illustrieren.

Thomas Krupa studierte Germanistik, Romanistik und

Philosophie. Nach ersten Inszenierungen in Göttingen,

Basel und Dortmund war er von 1996 bis 2000 Hausregisseur

am Staatstheater Darmstadt. Seine für die

EXPO 2000 entstandene Inszenierung von „Chroma“ von

Werner Fritsch wurde 2001 zum Berliner Theatertreffen

eingeladen. Von 2002 bis 2004 war er Oberspielleiter und

bis 2006 Hausregisseur am Theater Freiburg. Seitdem arbeitet

er als Schauspiel- und Opernregisseur in Freiburg,

Berlin, Karlsruhe, Düsseldorf, Frankfurt, München, Dortmund,

Bonn und New York. Er unterrichtete an der Hochschule für Musik und

Darstellende Kunst in Frankfurt a. M. sowie an den Universitäten in Zürich und

Freiburg. Seit 2011 ist er Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden

Künste. Am Schauspiel Essen hat Thomas Krupa bereits u. a. William Shakespeares

„Coriolanus“ sowie die Uraufführungen „Die Ästhetik des Widerstands“ nach

dem Roman von Peter Weiss und „Skin Deep Song“ von Noah Haidle inszeniert.

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DIE

OPFERUNG

VON

GORGE

MASTROMAS


VON DENNIS KELLY

DEUTSCH VON JOHN BIRKE

Güte oder Feigheit? Während seiner ganzen Jugend tut Gorge Mastromas im

Zweifelsfall das moralisch Richtige – und bewegt sich kontinuierlich im oberen

Drittel der unteren Hälfte der Beliebtheitsskala. Mittelmaß eben. Doch mit

Ende 20, als sein Arbeitgeber vor dem Ruin steht, bietet sich Gorge die einmalige

Chance, von der Schatten- auf die Sonnenseite

des Lebens zu wechseln, vom Club der Loser in den

der Gewinner. Alles, was er dafür tun muss, ist, seine

alten Grundsätze von Anstand, Moral und Loyalität

zu opfern. Von nun an nimmt sich Gorge, was er will:

Er wird zum skrupellosen Egoisten, zum ebenso kreativen

wie wagemutigen Lügner und gleichzeitig zum

erfolgreichsten Unternehmer der Welt. Und er bereut

nichts, niemals. Niemals?

In seinem neuesten Stück stellt Dennis Kelly die Frage

nach dem Wesen und dem Zusammenhang von Moral und persönlichem Erfolg

sowie nach den diesbezüglichen Prioritäten unserer erfolgs- und wachstumsorientierten

Gesellschaft (in einer Zeit, in der die Kunst, ein Egoist zu sein,

bereits seit vielen Jahren per Handbuch erlernbar ist).

Inszenierung Thomas Ladwig

Bühne und

Kostüme Ulrich Leitner

Dramaturgie Vera Ring

Premiere 29. September 2013

Casa

Dennis Kelly wurde für seine Dramen mehrfach ausgezeichnet und 2009 in der

Kritikerumfrage von „Theater heute“ zum besten ausländischen Dramatiker des

Jahres gewählt. Am Schauspiel Essen kam in der Spielzeit 2010/11 bereits sein

Stück „Osama der Held“ zur deutschsprachigen Erstaufführung.

Thomas Ladwig, geboren 1981 in Essen, studierte Theaterwissenschaft

und Germanistik an der Universität Leipzig.

Danach arbeitete er als Regieassistent zunächst am

Schauspiel Leipzig, ab 2008 dann am Schauspiel Essen.

In dieser Zeit entstanden seine Inszenierungen „Ein

Volksfeind“ und „Der Kaiser von China“ sowie diverse

Arbeiten für die Heldenbar. Seit Oktober 2010 arbeitet

Ladwig als freier Regisseur und inszeniert regelmäßig

fürs Schauspiel Essen, unter anderem den Doppelabend

„Solo“, szenische Lesungen wie „Lafcadio. Ein Löwe

schießt zurück“ sowie die Grillo-Abende „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“,

„Kaspar Häuser Meer“ und die Box-Produktion „Die Wanze“.

27


TSCHICK


14+

VON WOLFGANG HERRNDORF

BÜHNENFASSUNG VON ROBERT KOALL

Selten schafft es der wohlstandsverwahrloste Maik, die Wahrnehmungsschwelle

seiner Klassenkameraden auch nur ansatzweise zu erreichen – wenn man mal

davon absieht, dass diese ihm irgendwann den unrühmlichen Spitznamen „Psycho“

verliehen haben. Doch selbst dieses unerwartete bisschen Aufmerksamkeit

Es läuft also alles nicht so gut. Bis Tschick, der läs-

war nur von kurzer Dauer. Maik ist und bleibt ein

liche Abseits droht ihm, als er von Schulschön-

Inszenierung Jana Milena Polasek

Bühne Stefanie Grau

wird, der definitiv wichtigsten Party der Saison. Kostüme Natalia Nordheimer

Dramaturgie Marc-Oliver Krampe

sige Assi aus Russland, neu in die Klasse kommt. Premiere 15. Dezember 2013

Der trägt kaputte Klamotten und fällt im Unterricht

schon mal betrunken vom Stuhl. Was Maik

Casa

mit Tschick in diesem Sommer erlebt, stellt jede

noch so coole Party dieser Welt in den Schatten: ein geklauter schrottreifer

langweiliger Nerd. Das endgültige gesellschaft-

heit Tatjana nicht zu deren Geburtstag eingeladen

Lada, 200 Euro, keine Handys, keine Landkarte und ab in die Walachei. Offroad.

Gewitter über dem Weizenfeld. Plötzlich riecht alles nach Abenteuer und

die Freiheit scheint grenzenlos …

Wie ein Roadmovie erzählt Wolfgang Herrndorfs Roman von Ausbruch, intensivem

Leben und seltsamen Begegnungen, von jugendlichem Leichtsinn und

vom Schmerz und der Schönheit des Erwachsenwerdens. Wolfgang Herrndorf,

geboren 1965, studierte Malerei in Nürnberg. Er arbeitete als Illustrator und

Autor unter anderem für die Satirezeitschrift „Titanic“. Für den Roman „Tschick“

erhielt er 2011 den Clemens Brentano Preis und den deutschen Jugendliteraturpreis.

Mittlerweile wird „Tschick“ an mehr als 30 Theatern in Deutschland,

Österreich und der Schweiz gespielt.

Jana Milena Polasek studierte deutsche und italienische

Literaturwissenschaften in München und Rom. Schon während

des Studiums absolvierte sie Regiehospitanzen am Residenztheater

in München bei Elmar Goerden und Thomas

Langhoff. Nach dem Studium ging sie als Regieassistentin

zunächst ans Staatstheater Nürnberg, dann ans Schauspielhaus

Zürich, wo ihre erste eigene Inszenierung, „Leonce

und Lena“ nach Georg Büchner, entstand. 2011 erarbeitete

sie freie Theaterprojekte in München und Zürich, wirkte

mit beim „Dong Xuan Festival“ am HAU in Berlin und nahm am Heidelberger

Stückemarkt 2011 teil. In der Spielzeit 2011/2012 war sie Regieassistentin am

Maxim Gorki Theater in Berlin. Hier arbeitete sie u. a. zusammen mit Armin

Petras und Antú Romero Nunes. Parallel dazu zeigte sie eigene Arbeiten bei

den Autorenfestivals „Stadt der Zukunft“ in Karlsruhe (2011) und „STÜCK AUF!“

am Schauspiel Essen (2012) sowie mit dem Jugendclub des Maxim Gorki Theaters

(2012). Im Mai 2013 feierte ihre Inszenierung des Romans „Ich nannte

ihn Krawatte“ von Milena Michiko Flašar am Maxim Gorki Theater Premiere.

29


DIE

LEIDEN

DES

JUNGEN

WERTHER


15+

NACH DEM BRIEFROMAN VON JOHANN WOLFGANG GOETHE

BÜHNENFASSUNG VON KARSTEN DAHLEM

UND MARC-OLIVER KRAMPE

Während eines Tanzvergnügens auf dem Lande lernt Werther die reizende Charlotte

kennen. Er verliebt sich Hals über Kopf und immer heftiger in die junge

Frau. Diese ist zwar mit Albert verlobt, begegnet seiner Zuneigung aber immerhin

mit freundschaftlicher Sympathie, und so verbringen die zwei viel Zeit miteinander

– bis Charlottes zukünftiger Bräutigam auf der Bildfläche erscheint.

Nach kurzer Zeit reist Werther ab, nimmt eine Stelle an, kündigt sie wieder,

besucht seine Heimat, überlegt Pilger zu werden, aber kein Vorhaben ist von

Dauer. Eines Tages kehrt Werther zu Charlotte und Albert,

die mittlerweile ein Ehepaar sind, zurück, das Herz

voller Liebe und Verlangen …

Der im Jahre 1774 erschienene Briefroman machte Goethe

schon im Alter von 25 Jahren quer durch Europa zur

Berühmtheit. „Die Leiden des jungen Werther“ ist das

Sittenbild einer ganzen Epoche und die berührende

Tragödie einer explosiven Leidenschaft, geschrieben

im Geist der Aufklärung und in der Emphase des „Sturm

und Drang“. Goethes literarischer Welterfolg ist das leidenschaftliche Bekenntnis

zum „neuen“, zum „lebendigen“ Menschen im Konflikt mit der starren,

ständischen Gesellschaft und dem philisterhaften Spießertum. Er ist „der künstlerische

Ausdruck der humanistischen Revolte“, so Georg Lukács; diese wird

in der Essener Inszenierung durch eine Band enthusiastisch und be rauschendmusikalisch

ins Heute geholt.

Inszenierung Karsten Dahlem

Bühne

und Kostüme Inga Timm

Dramaturgie Marc-Oliver Krampe

Premiere 23. Februar 2014

Casa

Karsten Dahlem wurde 1975 geboren. Nach Abschluss des Schauspielstudiums

an der Folkwang Universität der Künste Essen war er als festes Ensemblemitglied

am Staatsschauspiel Dresden, am Volkstheater München und am

Wiener Volkstheater engagiert. Es folgten Gastengagements am Maxim Gorki

Theater Berlin, Schauspielhaus Bochum und an der Schaubühne Berlin sowie

diverse Film- und Fernsehrollen. Als Regisseur arbeitete er u. a. am Maxim

Gorki Theater, am Kinder- und Jugendtheater in Wien, am Theater Koblenz,

Theater Bremen, am Landestheater Linz (wo er für

seine Inszenierung „Moby Dick“ den österreichischen

STELLA-Theaterpreis in der Kategorie „Herausragende

Produktion für Kinder“ bekam) und am

Theater Oberhausen (wo er für „Frühlings Erwachen“

mit dem Oberhausener Theaterpreis ausgezeichnet

wurde). Dahlem ist zudem als Drehbuchautor tätig.

Zuletzt wurde sein gemeinsam mit Stephan Lacant

geschriebenes Drehbuch „Freier Fall“, das im Rahmen

der Berlinale für den Strittmatter Preis nominiert

war, vom SWR verfilmt. Für das Schauspiel Essen inszenierte er bereits

Hartmut El Kurdis „Angstmän“, das zum NRW-Kinder- und Jugendtheatertreffen

WESTWIND 2012 eingeladen wurde, sowie „NICHTS. Was im Leben wichtig

ist“ von Janne Teller.

31


EINE BLUME

ALS GEGENWEHR


URAUFFÜHRUNG

VON KATJA WACHTER

SIEGERSTÜCK DER ESSENER AUTORENTAGE

„STÜCK AUF!“ 2013

Ein seltsamer Fall hält die Ärzte einer Art Klinik auf Trab: Der Patient hört in

seinem Kopf regelmäßig die Stimme eines Mannes, der ehrlich fühlt, was er

sagt. Der vermeintlich Kranke hat sich selbst eingeliefert. Er flieht jedoch, als

er nach vier Wochen Aufenthalt zunehmend das Gefühl gewinnt, dass man ihm

nicht helfen kann. Er will lieber auf eigene Faust den zur Stimme gehörenden

Mann ausfindig machen. Ein weiterer Mann hat drei seltsame Begegnungen

mit einem Fremden, der jedes Mal aufs Neue abstreitet, ihn je getroffen zu

haben. Zwei einander entfremdete Schwestern reiben

sich an ihrer Gegensätzlichkeit auf. Die eine ist Angestellte

in der „Klinik“, die andere verliebt in das Objekt

ihrer marktforschungsbedingten Dauerbeobachtung.

Ein versehentlicher Zusammenstoß im Regen

war bislang die einzig wirkliche Begegnung mit dem

Angebeteten. Aus den unterschiedlichen, anonymen

Beziehungen werden reale, als alle sechs tatsächlich

aufeinandertreffen und versuchen, den absurden Verbindungen

einen Sinn zu geben.

Ob als Follower bei twitter oder „Freund“ bei Facebook – auf zig verschiedene

Weisen können wir heute dem Wunsch nach Nähe bei gleichzeitiger Distanz

nachgehen und spielend leicht am Leben anderer teilhaben, ohne in direkten

Kontakt treten zu müssen. Katja Wachter denkt die zunehmend virtueller werdende

Welt von heute weiter: Ihr Stück beleuchtet ein kompliziertes System

Inszenierung Tilman Gersch

Bühne und

Kostüme N. N.

Dramaturgie Anna-Sophia Güther

Premiere 25. April 2014

Casa

aus Vernetzungen und Verknüpfungen in einer nicht allzu fernen Zukunft, in

dem jeder gewissermaßen Voyeur im Leben des anderen ist. Mit lakonischem

Humor lässt Wachter ihre namenlosen Figuren der schönen Idee von Nähe und

Liebe nachhängen und letztlich doch feststellen, dass diese nur wenig mit der

Realität gemein hat. Die Materie Mensch überfordert. Es gibt mehr Fragen als

Antworten und am Ende bleiben sie alle, trotz zahlreicher (Quer-)Verbindungen,

isoliert.

Tilman Gersch wurde 1964 in Berlin geboren. Nach

dem Abitur arbeitete er zunächst als Bühnentechniker

am Deutschen Theater Berlin sowie als Buchverkäufer,

bevor er von 1985 bis 1989 an der HfS „Ernst

Busch“ Berlin Schauspielregie studierte. Es folgten Engagements

als Regisseur am Kinder- und Jugendtheater

Berlin und am Theater Greifswald. Als freier Regisseur

arbeitet Tilman Gersch an verschiedenen Bühnen

des Landes, u. a. am Schauspiel Leipzig, Staatstheater

Dresden, Staatstheater Hannover, Thalia Theater Hamburg, Schauspiel Köln,

Staatstheater Schwerin, am Deutschen Theater in Göttingen sowie am Hessischen

Staatstheater Wiesbaden. Dort ist er seit 2007 Mitglied der Schauspielleitung.

Der Vater von vier Kindern hat zwei Kinderbücher geschrieben. Am

Schauspiel Essen hat Tilman Gersch in der Spielzeit 2010/2011 die deutschsprachige

Erstaufführung von „Das Bergwerk“ von Michal Walczak inszeniert.

33


STÜCK AUF!


STÜCK AUF!

AUTORENTAGE AM SCHAUSPIEL ESSEN

25.–26. APRIL 2014

Am 25. und 26. April 2014 finden die nächsten Autorentage „Stück auf!“ am

Schauspiel Essen statt. Erneut werden acht Dramatiker eingeladen, sich und

ihr ausgewähltes Theaterstück dem Publikum und der Fachwelt vorzustellen.

Für „Stück auf! 2014“ sucht das Schauspiel Essen bisher nicht uraufgeführte

Stücke zum Thema „Grenzgänger“. Reisende und Extremisten, Abenteurer und

Fanatiker, Wagemutige und Flüchtlinge sollen im Mittelpunkt der dritten Ausgabe

der Essener Autorentage stehen. „Ohne Grenzen könnten wir nicht leben“,

sagt der Philosoph Konrad Paul Liessmann. Ob auf politischer oder privater

Ebene – die Grenze schafft Struktur, sichert Gemeinschaft, markiert Zugehörigkeit

und verstärkt zugleich den Drang, eben diese Grenze zu überwinden.

Grenzüberschreitungen sind stets angefeuert vom Wunsch nach Freiheit und

Veränderung. Dies gilt für die konkrete Überwindung von Landesgrenzen aufgrund

real existenter Gründe wie Verfolgung und Not genauso wie für die Überwindung

eigener oder gesellschaftlich festgelegter Grenzen zum Zwecke der

Selbstverwirklichung oder Befreiung von Konventionen. „Grenzgänger“ waren

und sind Wegbereiter und Möglichmacher. Doch ihr Wagemut birgt auch Gefahren.

Ob es mehr zu gewinnen als zu verlieren gibt, zeigt sich erst, wenn der

Schritt getan und die Grenze überschritten ist …

Unter dem Motto „Grenzgänger“ können ab sofort Stücke eingereicht werden.

Einsendeschluss ist der 15.09.2013 (Datum des Poststempels oder der E-Mail).

Die detaillierten Teilnahmemodalitäten finden sich unter www.schauspielessen.de/stueck-auf/

Eröffnet werden die Autorentage am 25. April mit der Uraufführung des letztjährigen

Gewinnerstücks „Eine Blume als Gegenwehr“ von Katja Wachter (s. S. 32).

Am 26. April präsentieren Schauspieler des Essener Ensembles Ausschnitte aus

den ausgewählten Stücken in szenischen Lesungen. Autorenporträts und Parties

begleiten die Stückvorstellungen, so dass das Schauspiel Essen zwei Tage

lang ganz im Zeichen neuer Dramatik steht. Eine Fachjury vergibt erneut den

Autorenpreis der Stadt Essen, gefördert von der Sparkasse Essen in Höhe von

€ 5.000, verbunden mit der Uraufführung des prämierten Stückes am Schauspiel

Essen in der Spielzeit 2014/15. Auch die Zuschauer vergeben einen Preis

an ihr Lieblingsstück: Der Publikumspreis wird gestiftet vom Freundeskreis

Theater und Philharmonie Essen e. V. Außerdem wählt eine Jugend-Jury ihr

Lieblingsstück aus.

Gefördert von

Die Autorentage „Stück auf!“ entstehen in

Kooperation mit der Bühnenbildklasse der

Kunstakademie Düsseldorf unter der Leitung von

Prof. Johannes Schütz und werden gefördert von

der Kulturstiftung Essen, der Stadt Essen, der

Sparkasse Essen und dem Freundeskreis Theater

und Philharmonie Essen e.V.

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LUCKY

HAPPINESS

GOLDEN

EXPRESS


VON NOAH HAIDLE

DEUTSCH VON BRIGITTE LANDES

Andrew liegt nach einem Schlaganfall bewusstlos im Krankenhaus. Nach und

nach versammelt sich seine Familie am Krankenbett: Tochter Thump, die sich

mehr Sorgen um die Risikolebensversicherung ihres Vaters als um sein Leben

macht, deren Mann Jock, der dem Redeschwall seiner

Frau nur mit exzessivem Soap-Gucken zu begegnen

weiß, die zweite Tochter Andrea und zu aller Überraschung

Andrews Ex-Frau Vivian, die die Familie

schon früh verlassen hatte. Das unverhoffte Wiedersehen

löst nicht nur Freude aus; zu groß war die

Lücke, die Vivian mit ihrem Verschwinden hinterließ.

Und doch will sich Andrea um ihre Mutter kümmern,

als sich herausstellt, dass diese dement ist.

Vivian verliert sich zunehmend in Erinnerungen an

ihre und Andrews gemeinsame Vergangenheit, an ihre Hochzeitsnacht, die Flitterwochen

und als noch alles hoffnungsvoll und liebestrunken war. Auch Andrew

„kann nichts gegen das Erinnern tun“, weder im Krankenhaus, zur Untätigkeit

verdammt, noch vorher, als er im China-Imbiss „Lucky Happiness Golden

Express“ jeden Freitagabend stoisch fragt, was das Tagesgericht sei, obwohl es

doch niemals wechselt. Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt …

Inszenierung

und Bühne Tom Gerber

Kostüme N. N.

Dramaturgie Carola Hannusch

Premiere 22. Juni 2014

Casa

Noah Haidle erzählt diese Familiengeschichte mit umwerfendem Witz und

großer Leichtigkeit und entwirft zugleich ein ungeheuer sehnsüchtiges und

anrührendes Porträt von fünf Menschen auf der Suche nach dem Glück. Verpasste

Chancen, starke Sehnsüchte, extreme Verletzungen,

die große Liebe, die in der Einsamkeit billiger China-

Imbisse endet – all dies verdichtet der 35-jährige Autor

in Rückblenden und Parallelhandlungen, mit Perspektivwechseln

und Zeitsprüngen zu einem spannenden

Familien- und Gesellschaftspanorama. Das Schauspiel

Essen zeigt nach der Uraufführung von „Skin Deep Song“

nun mit „Lucky Happiness Golden Express“ ein weiteres

Theaterstück des US-amerikanischen Dramatikers und

Drehbuchautors Noah Haidle.

Regisseur Tom Gerber wuchs in der DDR auf. Er war in über 70 Rollen an

verschiedenen deutschen Theatern zu sehen. Seit der Spielzeit 2010/11 ist er

am Schauspiel Essen engagiert. Noch vor dem Schauspielstudium in Rostock

begann er, Stücke zu inszenieren und Performances zu entwickeln und arbeitete

u. a. in Göttingen, Braunschweig, Rostock, Ulm, Wiesbaden und Karlsruhe. Dem

Essener Publikum stellte sich der Regisseur Gerber bereits mit „Quizoola!“ und

„Heim.Spiel.Essen“ vor. Gerber ist Mitbegründer von „Arts in Dialog“.

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MISERY


VON SIMON MOORE

NACH DEM ROMAN VON STEPHEN KING

DEUTSCH VON FRANK KÜSTER

Paul Sheldon, Star-Autor der kitschigen Liebesromanserie „Misery“, findet

sich, eben noch auf der Bühne seine Dankesrede für den Buchpreis haltend,

im nächsten bewussten Moment in einer etwas schäbigen Hütte in einem Bett

wieder – mit bandagierten Beinen und von Schmerztabletten

leicht benebelt. Von einer ihm unbekannten,

freundlichen und höchst euphorisierten Dame Inszenierung N. N.

Bühne und

Kostüme N. N.

Dramaturgie Anna-Sophia Güther

Premiere 20. Dezember 2013

Box

Manchmal allerdings kann sie auch ganz schön ungehalten

werden. Zum Beispiel als sie das Manuskript

seines neuesten Buches in seiner Tasche findet.

Entrüstet muss sie feststellen, dass es sich nicht um einen ihrer geliebten

erfährt er die näheren Umstände: Er hatte einen

Autounfall, seine Retterin heißt Anni Wilkes und

ist nicht nur ehemalige Krankenschwester, sondern

auch sein größter Fan. Hingebungsvoll pflegt sie ihn

und hilft seinen Erinnerungslücken auf die Sprünge.

„Misery“-Romane handelt, sondern um Pauls Versuch, sich endlich als ernsthafter

Autor zu etablieren; mit unerquicklicher Handlung und lauter schmutzigen

Ausdrücken! Als sein fürsorglichster, treuester Fan ist es jetzt ihre Pflicht,

Paul zu bestrafen. Nur zu seinem Besten natürlich. Doch die skurrile Dame mit

mangelnder Affektkontrolle wird immer mehr zur Bedrohung für Paul. Als sie

den neuen „Misery“-Roman verschlingt und ihre angebetete

Heldin ungeheuerlicher Weise am Ende stirbt, brennt ihr

die Sicherung durch. Sie zwingt den Schriftsteller mittels

Entzug seiner Schmerztabletten, sein schmutziges Machwerk

eigenhändig zu verbrennen und eine neue Folge von

„Misery“ zu schreiben – nur für sie allein. Schnell wird

Paul klar: Er wird leben – solange er für Anni schreibt …

Stephen King, der Meister des Gruselthriller-Genres, hat

über 400 Millionen Bücher verkauft. Seine Romane wurden

in über 40 Sprachen übersetzt. „Misery“, 1990 mit

Welterfolg verfilmt, ist ein atemberaubender Psychothriller, der dem Leser

eine psychopathische und tragische Liebe vor Augen führt und einen verzweifelten

Kampf um Leben und Tod mit einer sehr überraschenden Wendung …

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EIN

SCHAF

FÜRS

LEBEN


5+

NACH DEM BILDERBUCH VON MARITGEN MATTER

DEUTSCH VON SYLKE HACHMEISTER

THEATERFASSUNG VON INGO PUTZ

Mit knurrendem Magen und äußerst schlecht gelaunt stapft der Wolf durch

den Schnee. Nirgendwo ist etwas zu fressen in Sicht. Plötzlich jedoch entdeckt

er einen Stall und – noch besser! – ein Schaf darin. Dieses ist ein ganz besonders

freundliches und naives Exemplar seiner Gattung: Herzlich empfängt es

den unerwarteten Gast, bietet saftiges Heu und heißen Tee an und wundert

sich, warum der pelzige Besuch nicht zugreift. Der hat anderes im Sinn: Um

ungestört seinen Hunger zu stillen, schlägt er dem

Schaf eine kleine Schlittenfahrt vor. Das lässt sich das

abenteuerlustige Schaf nicht zweimal sagen. Schon

beginnt eine spannende gemeinsame Reise, die den

Wolf ganz schön ins Grübeln bringt, denn sein ausgesuchtes

Fressen ist ziemlich nett und charmant und

rettet ihm noch dazu das Leben! Vielleicht könnten

Wolf und Schaf sogar Freunde werden. Doch immer

wieder knurrt Wolfs Magen ...

Inszenierung Siegfried Hopp

Bühne und

Kostüme Anne Koltermann

Dramaturgie Carola Hannusch

Premiere 27. Februar 2014

Box

„Ein Schaf fürs Leben“ ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft.

Wenn hungriger Wolf und naives Schaf aufeinandertreffen, wird der angeborene

Instinkt des „Schaffressers“ auf eine ebenso harte Probe gestellt wie der

unbedarfte Optimismus des Schafs. Maritgen Matter schildert auf humorvolle

und anrührende Weise die Annäherung des ungleichen Paares, das Grenzen

sprengt, indem es sie akzeptiert. Die niederländische Autorin lebt in Amsterdam

und ist als freie Illustratorin für verschiedene Verlage tätig. „Ein Schaf

fürs Leben“ ist ihr bislang einziges Kinderbuch, für das sie 2004 den Deutschen

Jugendliteraturpreis erhielt.

Der Regisseur Siegfried Hopp schloss seinem Studium

der Sozialpädagogik ein Zusatzstudium der Theaterpädagogik

an der FH Osnabrück an. Von 2005 bis 2008

war er am Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel

als Regieassistent und Theaterpädagoge tätig. Danach

arbeitete Siegfried Hopp als Regieassistent, Abendspielleiter

und Regisseur am Theater Krefeld Mönchengladbach.

Von 2010 bis 2012 war er Regieassistent am

Schauspiel Essen, wo er in der Heldenbar das selbst geschriebene

Stück „Der Mars lacht” zeigte. In der Spielzeit 2012/13 inszenierte

Siegfried Hopp „Wir alle für immer zusammen“ von Guus Kuijer in der Casa

des Schauspiel Essen.

41


ÜBERALL SEH

ICH NUR NARREN

Vor dem 19. Jahrhundert war die Erfahrung über den Wahnsinn in der abendländischen

Welt sehr polymorph; daß unsere Epoche sie in den Begriff

„Krankheit“ konfisziert, darf uns über ihren ursprünglichen Reichtum nicht

hinweg täuschen. (…) Bevor der Wahnsinn etwa in der Mitte des siebzehnten

Jahrhunderts bezähmt wird und bevor man dafür die alten Riten bemüht, ist

er unweigerlich mit allen größeren Erfahrungen der Renaissance verbunden.

Die einfachste seiner Gestalten und zugleich die mit der größten Symbolkraft

ist ein Gegenstand, der in der imaginären Landschaft der Renaissance zum

ersten Mal erscheint; bald soll er eine bevorzugte Stelle einnehmen: es ist

das Narrenschiff, ein eigenartiges, trunkenes Boot, das die ruhigen Flüsse des

Rheinlandes und die flämischen Kanäle hinuntergleitet. Diese Schiffe, die ihre

geisteskranke Fracht von einer Stadt zur anderen brachten, gab es wirklich. Aber

wie kann erklärt werden, daß etwa im fünfzehnten Jahrhundert das Thema so

plötzlich in der Literatur und in der Ikonographie formuliert wird? (…) Warum

entsteht aus der alten Verbindung von Wasser und Wahnsinn eines Tages und

gerade zu dieser Zeit dieses Schiff? Weil es eine große Unruhe symbolisiert,

die plötzlich, gegen Ende des Mittelalters am Horizont der europäischen Kultur

aufsteigt. Der Wahnsinn und der Wahnsinnige werden bedeutendere Gestalten

in ihrer Doppeldeutigkeit: Drohung und Verlachen, schwindelerregende Unvernunft

der Welt und unbedeutende Lächerlichkeit der Menschen.

Einerseits gibt es eine umfangreiche Literatur von Erzählungen und Moralitäten.

(…) In den Narren- und Possenspielen gewinnt die Gestalt des Narren, des

Toren und des Tropfs immer mehr an Bedeutung. Er ist nicht mehr einfach die

vertraute und lächerliche Gestalt am Rande, sondern nimmt die Hauptrolle ein,

als sei er im Besitz der Wahrheit. (…) Wenn der Wahnsinn jeden in eine Blindheit

zieht, in der er sich verliert, verhilft der Wahnsinnige im Gegensatz dazu

jedermann zu seiner Wahrheit; in der Komödie, wo jeder die anderen täuscht

und sich selbst düpiert, spielt er die Komödie zweiten Grades, die Täuschung

der Täuschung. Er sagt in seiner törichten Sprache, die kein Bild von Vernunft

abgibt, die Worte der Vernunft, die im Komischen die Komödie entwirren: den

Liebenden spricht er von Liebe, den Jungen erzählt er die Wahrheit des Lebens,

den Hochmütigen, den Unverschämten und Lügnern nennt er die nichtige Wirklichkeit

der Dinge. (…)

Andererseits ist der Wahnsinn auch in der gelehrten Literatur an der Arbeit,

im Herzen der Vernunft und der Wahrheit selbst. Ohne Unterschied lädt er alle

Menschen auf sein närrisches Schiff und läßt sie eine gemeinsame Odyssee

erleben. (…) Der Wahnsinn hat auch seine akademischen Spiele: er ist das

Thema von Reden, er hält sogar welche über sich selbst, man denunziert ihn, er

verteidigt sich, er beansprucht für sich, dem Glück und der Wahrheit näher zu

sein als die Vernunft, der Vernunft näher zu stehen als die Vernunft selbst. (…)

Bis zur zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts, oder gar noch ein wenig

länger, herrscht allein das Thema des Todes. Das Ende des Menschen, das Ende

der Zeiten tragen das Antlitz der Pest und der Kriege. Dieses Ende und diese

Ordnung, der niemand entkommt, beherrschen die menschliche Existenz. Die

Präsenz, die sogar in der Welt ihre Drohung ausspricht, ist eine fleischlose Präsenz.

Und plötzlich, in den letzten Jahren des Jahrhunderts, dreht sich diese


große Unruhe um die eigene Achse. Der Spott des Wahnsinns tritt an die Stelle

des Todes und seiner Feierlichkeit. Von der Entdeckung jener Notwendigkeit,

die den Menschen unvermeidlich zu nichts werden läßt, ist man zu einer verachtenden

Betrachtung dieses Nichts, das die Existenz selbst ist, gelangt. Die

Angst vor dieser absoluten Grenze des Todes wird in einer fortgesetzten Ironie

verinnerlicht. (…) Die Zerstörung durch den Tod bedeutet nichts mehr, weil sie

bereits alles bedeutet, denn das Leben selbst besteht nur aus Abgedroschenheit,

hohlen Worten, leerem Geklingel und Narrenschellen. Der Kopf, der zum

Schädel werden soll, ist bereits leer. Der Wahnsinn ist die bereits hergestellte

Präsenz des Todes. (…) Doch lacht der Wahnsinnige im Voraus das Lachen des

Todes, und der Geisteskranke entwaffnet, indem er es vorwegnimmt, das Makabre.

(…) Während einst der Wahn der Menschen darin bestanden hat, daß sie

nicht sahen, daß der Zeitpunkt des Todes sich näherte, während man sie durch

das Schauspiel des Todes an die Weisheit hat erinnern müssen, besteht jetzt

die Weisheit darin, den Wahnsinn überall aufzuzeigen, die Menschen zu lehren,

daß sie bereits nichts als Tote seien, und daß, wenn das Ende nahe sei, es

dies in dem Maße sei, in dem der Wahnsinn durch seine Ausbreitung über die

ganze Welt nur noch ein und dieselbe Sache wie der Tod selbst sei.

Das prophezeit auch Eustache Deschamps:

Wir sind feige, schwach, alt, weich,

Lüstern und Verleumder zugleich.

Überall seh’ ich nur Narren,

Das Ende läßt nicht auf sich harren.

Es sieht übel aus.

(…) Diese Verbindung zwischen Wahnsinn und Nichts ist auf eine so enge Weise

im fünfzehnten Jahrhundert geknüpft worden, daß sie lange Zeit Bestand hatte

und man sie noch inmitten der klassischen Erfahrung des Wahnsinns wiederfinden

kann. (…)

Im wesentlichen ist der Wahnsinn ein Erlebnis im Zustand der Freiheit; er bewegt

sich ungehemmt, er ist ein Teil des Schauplatzes und der Sprache aller,

er ist für jeden eine alltägliche Erfahrung, die man mehr auf die Spitze zu treiben

als zu meistern sucht. Es gibt zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Frankreich

berühmte Irre, an denen sich das Publikum, und zwar das gebildete Publikum,

gern belustigt; manche, wie Bluet d’Arbères, schreiben Bücher, die veröffentlicht

und als Werke des Irrsinns gelesen werden. Bis ungefähr 1650 ist die abendländische

Kultur für diese Formen der Erfahrung seltsam aufnahmebereit gewesen.

Mitte des 17. Jahrhunderts schlägt das plötzlich um; die Welt des Wahnsinns

wird die Welt der Ausgeschlossenen. Große Internierungshäuser werden geschaffen

(und zwar in ganz Europa), die nicht einfach dazu bestimmt sind,

Irre aufzunehmen, sondern eine ganze Reihe höchst verschiedenartiger Individuen,

zumindest nach den Kriterien unserer Wahrnehmung: Eingeschlossen

werden arme Invalide, alte Leute im Elend, Bettler, hartnäckig Arbeitsscheue,

Venerische, Sünder, Libertins aller Art, Leute, denen ihre Familie oder die

königliche Obrigkeit eine öffentliche Bestrafung ersparen möchte, verschwenderische

Familienväter, Kleriker im Bannbruch, kurz alle, die hinsichtlich der

Ordnung, der Vernunft, der Moral und der Gesellschaft Anzeichen von Zerrüttung

zu erkennen geben.

43


Diese Häuser haben keinerlei medizinische Aufgabe; man wird in sie nicht aufgenommen,

um behandelt zu werden, man tritt ein in sie, weil man nicht länger

Teil der Gesellschaft sein kann oder darf. Durch die Internierung, die im Zeitalter

der Klassik über die Irren und so viele andere verhängt wird, ist nicht das

Verhältnis des Wahnsinns zur Krankheit in Frage gestellt, sondern das Verhältnis

der Gesellschaft zu sich selbst, zu dem, was sie im Verhalten der Individuen

anerkennt oder nicht anerkennt. Die Internierung ist zweifellos eine Maßnahme

zur Pflege; aber die auferzwungene Arbeit hat auch den Charakter einer Strafmaßnahme

und einer moralischen Kontrolle. Denn eben erst war in der entstehenden

bürgerlichen Welt ein Hauptlaster, die Sünde par excellence in der Welt

des Handels, definiert worden: es ist nicht mehr der Stolz oder die Begierde,

wie im Mittelalter: es ist der Müßiggang. Die gemeinsame Kategorie, unter der

alle Insassen der Internierungshäuser zusammengefaßt werden, ist die Unfähigkeit,

an der Produktion, am Umlauf oder an der Akkumulierung der Reichtümer

mitzuwirken (sei es aus Schuld oder aus Zufall). (…)

Dieses Phänomen ist für die Entstehung der damaligen Erfahrung des Wahnsinns

in doppelter Hinsicht wichtig gewesen. Einmal, weil der Wahnsinn, der

so lange am Horizont anwesend war, nun verschwindet. Er begibt sich ins

Schweigen, aus dem er lange Zeit nicht mehr hervortreten wird, er ist seiner

Sprache beraubt; und wenn auch über ihn gesprochen werden konnte – ihm

ist es unmöglich, über sich selbst zu sprechen. Andererseits ist der Wahnsinn

in der Internierung neue, seltsame Verwandtschaften eingegangen. Der Raum

des Ausschlusses, in dem die Irren mit Venerischen, Libertins und vielen Verbrechern,

Schwerverbrechern und harmloseren, in einer Gruppe zusammengefaßt

waren, hat zu einer Art obskurer Assimilierung geführt; der Wahnsinn

ist mit der Schuld in moralischer oder gesellschaftlicher Hinsicht eine Verwandtschaft

eingegangen, aus der er sich so bald vielleicht nicht lösen wird.

Wundern wir uns nicht, daß man seit dem 18. Jahrhundert einen engen Zusammenhang

zwischen dem Wahnsinn und allen „Verbrechen aus Liebe“ entdeckt

hat, daß der Wahnsinn seit dem 19. Jahrhundert der Erbe jener Verbrechen

geworden ist, die sowohl dafür, daß sie vorhanden sind, als auch dafür,

daß sie keine Verbrechen sind, in ihm den Grund finden; daß der Wahnsinn im

20. Jahrhundert tief in sich selbst einen ursprünglichen Kern von Schuld und

Aggression entdeckt hat. Dies alles ist nicht die fortschreitende Entdeckung

dessen, was der Wahnsinn in der Wahrheit seines Wesens ist, sondern nur die

Ablagerung dessen, was die Geschichte des Okzidents seit dreihundert Jahren

aus ihm gemacht hat. Der Wahnsinn ist viel historischer, als man gewöhnlich

annimmt, aber auch viel jünger.

Michel Foucault


UNSICHTBAR WIRD DER WAHNSINN,

WENN ER GENÜGEND GROSSE AUSMASSE

ANGENOMMEN HAT.

BERTOLT BRECHT

45


UND SONST NOCH

SPIELZEITMATINEE

Am Sonntag, dem 16. Juni 2013, gibt es

in einer Matinee um 11:15 Uhr im Café

Central einen ersten Vorgeschmack auf

die Spielzeit 2013/2014. Dieses Spielzeitheft

können Sie dann getrost zur

Seite legen, wenn Ihnen die Dramaturgen

des Schauspiel Essen gemeinsam

mit Intendant Christian Tombeil

erzählen, welche Stücke, Regiehandschriften

und Sonderveranstaltungen

die nächste Spiel zeit bietet. „Reinhören“

in die Stücke können Sie ebenfalls

schon: Schauspielerinnen und Schauspieler

des Ensem bles werden Ausschnitte

und Szenen aus einigen Stücken

lesen. Der Eintritt ist – wie immer

bei den Matineen – frei.

ABO-COCKTAIL

Es gibt einen neuen triftigen Grund,

Abonnent des Schauspiel Essen zu

sein bzw. zu werden: Intendant Christian

Tombeil und sein künstlerisches

Team sowie Mitglieder des Schauspielensembles

laden alle Abonnenten zum

Abo-Cocktail in die Casa ein. Im Rahmen

der Veranstaltung am 1. Juli 2013

um 19:00 Uhr bekommen Schauspiel-

Abo-Besitzer exklusiv die Stücke der

neuen Spielzeit und deren Autoren genauer

vorgestellt – erste Leseproben

inklusive!

Zählkarten sind ab dem 3. Juni 2013 im

TicketCenter, II. Hagen 2, 45127 Essen,

erhältlich.

THEATERFEST UND TAG

DER OFFENEN TÜR

Samstag, 21. September 2013,

ab 15:00 Uhr

Mit einem Spielzeiteröffnungsfest und

gleichzeitigem Tag der offenen Tür startet

das Schauspiel Essen in die neue

Saison. Wenn Sie einen Blick hinter

die Kulissen werfen, das Schauspielensemble

an einem einzigen Tag in vielen

verschiedenen Rollen erleben und sich

bei unterschiedlichen Bühnenshows

auf die Spielzeit 2013/2014 einstimmen

lassen möchten, dann sollten Sie

diesen Termin keinesfalls verpassen.

Lassen Sie sich von unseren Technikern

einige ihrer speziellen Tricks und

Kniffe zeigen, beobachten Sie unsere

Maskenbildnerinnen bei ihrer faszinierenden

Arbeit oder erobern Sie selbst

die Bretter, die bekanntlich die Welt bedeuten.

Natürlich wird es auch wieder

eine Kostümversteigerung geben: Der

Erlös kommt auch in diesem Jahr wieder

dem KinderPalliativNetzwerk Essen

zugute, das todkranke Kinder und ihre

Familien unterstützt und begleitet.

Diverse Spiele und Mitmachaktionen

für Kinder, ein spannendes Angebot

unserer Theaterpädagogik, kulinarische

Köstlichkeiten im und rund ums

Theater sowie musikalische Highlights

runden das (theater)festliche Angebot

ab. Herzlich willkommen!


FÜR MICH SOLL’S ROTE

ROSEN REGNEN

Wunschkonzert mit dem Ensemble

Im Café Central heißt es in lockerer

Regelmäßigkeit: Ihr Wunsch ist uns

Befehl! Und befohlen wird geradezu

romantisch per Blumengeschenk. Durch

Kauf und Überreichen einer Rose wählen

Sie aus dem Liederrepertoire unserer

Schauspieler aus, wonach Ihnen

gerade der Sinn steht. Bis zur letzten

Rose des Abends geben sich die Mitglieder

unseres Ensembles – in wechselnder

Besetzung, aber stets von Hajo

Wiesemann am Piano begleitet – das

Mikrofon in die Hand. Vom gegrölten

One-Hit-Wonder bis zum perfekt intonierten

Chanson ist alles denkbar, und

jeder Abend dabei anders – denn Sie

allein bestimmen, wer wann, wie oft

und mit welcher gesanglichen Glanzleistung

auf die Central-Bühne tritt.

Der Erlös der Veranstaltungen geht an

das KinderPalliativNetzwerk Essen.

FREISCHUSS

Einen sollte jeder haben: Mit unserer

Reihe „Freischuss“ bekommen unsere

Regie- und Ausstattungsassistenten,

Schauspieler und Musiker ihr eigenes

Versuchslabor. Hier darf experimentiert

und (wild) ausprobiert werden. „Freischuss“

bietet Raum für ungewöhnliche

Themen und verborgene Talente,

für Experimentelles und Bewährtes.

„Freischuss“ entsteht innerhalb weniger

Proben und lebt vom Engagement

und der Spontaneität aller Beteiligten.

Ein „Freischuss“ steht bereits fest:

Heute Abend: Lola Blau

Musical von Georg Kreisler

Eigentlich will sie nur ein wenig singen,

tanzen und ihrem Publikum Freude

bereiten, sagte Georg Kreisler einmal

über die von ihm erschaffene Lola Blau.

Doch im Österreich des Jahres 1938 –

gerade ist Hitler einmarschiert – ist

das für eine Schauspielerin jüdischer

Abstammung nicht möglich. Lola Blau

muss fliehen und sich in fremder Umgebung

neu erfinden. Zunächst in der

Schweiz und schließlich in Amerika

passt sie sich und ihre ursprünglichen

Berufsvorstellungen den neuen Gegebenheiten

an …

Für das Kammermusical „Heute Abend:

Lola Blau“ wird das Café Central zum

Nachtclub. Ensemblemitglied Janina

Sachau, am Klavier begleitet von

Klaus-Lothar Peters, zeichnet mit

Kreislers autobiografisch gefärbten

Lied texten die Lebensgeschichte Lola

Blaus nach. Mit all ihren Höhen und

Tiefen, mal nachdenklich und sentimental,

mal beschwingt vom typischen

Sprachwitz und schwarzen Humor, für

den Georg Kreisler, der Altmeister des

literarischen Kabaretts, noch heute

verehrt wird.

47


TIME CAPSULES

Die Reihe „Time Capsules“ des Schauspiel

Essen beleuchtet in Inszenierungen,

Gastspielen, Filmen, (Publikums-)

Diskussionen und Vorträgen spielplanbegleitend

gesellschaftlich virulente

Themen und bietet so in konzentrierter

Form die Möglichkeit zu Information

und Gespräch. So beschäftigten

sich „Time Capsules“ der vergangenen

Spielzeiten z. B. mit verschiedenen

Formen des Widerstands, stellten

die Frage nach dem Einfluss, den

Theater bzw. Kultur im Allgemeinen

gesellschaftspolitisch (noch) besitzt,

untersuchten Generationengerechtigkeit

und den demografischen Wandel

in Deutschland, beleuchteten das

Werk von Peter Weiss in vielen Facetten

und spekulierten über „Sinn

und Unsinn des Lebens“. Die Reihe

„Time Capsules“ wird in der Spielzeit

2013/2014 fortgesetzt. In weiteren

„Zeitkapseln“ möchte das Schauspiel

Essen Zeit und Raum schaffen für

Themen und Stoffe, die wir in unserem

Spielplan aufgreifen und somit für diskussionswürdig

bzw. bewahrenswert

halten – wie Andy Warhol, der ab Mitte

der 60er Jahre bis zu seinem Lebensende

(1987) in rund 600 Schachteln,

seinen „Time Capsules“, alles sammelte,

was ihm in seinem Alltag bewahrenswert

erschien.

In Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen

Institut Essen (KWI)

beginnen wir Anfang November 2013

mit einer „Time Capsule“ mit Tariq Ali,

der in London lebenden Autor, Filme-

macher und Journalisten, der für das

Schauspiel Essen „Die neuen Abenteuer

des Don Quijote“ (Premiere: 1. November

2013) verfasst hat (s. S. 14).

LESEPROBE |

LESEPRÖBCHEN

Am Anfang ist die Leseprobe: die Probe,

in der das Ensemble, erstmals gemeinsam

lesend, das neue Stück und seine

Figuren lebendig werden lässt. Mitglieder

unseres Schauspiel ensembles erproben

in szenischen Lesungen neuere

und neueste Theatertexte auf ihre

Bühnentauglichkeit, heben alte, selten

gespielte Schätze der Dramatik, erweisen

ihren Lieblingsdichtern ihre Reverenz

und stöbern im Fundus der Weltliteratur

nach Politischem, Skurrilem

und Bewegendem, kurz: nach Lesenswertem

rund um unseren Spielplan. In

den letzten Spielzeiten boten sich im

Rahmen der Leseprobe beispielsweise

erhellende Einblicke ins Werk Heinrich

von Kleists oder in das aufregende

Leben Oscar Wildes „zwischen Gosse

und Sternen“. Und auch an die kleinsten

Zuschauer wird gedacht, wenn im

Lesepröbchen vom Kinderbuchklassiker

über Märchen bis zum spannenden

Kinderkrimi all das zu Gehör kommt,

was Kinder zum Strahlen bringt.

DAS VERSTECKTE

ZIMMER

Die Reihe „Das versteckte Zimmer“

wurde in der Spielzeit 2010/11 von

Schauspielerin Laura Kiehne, Theaterpädagoge

Frank Röpke und Ausstatterin

Elena Ortega für die kleinen Zuschauer

ab 4 Jahren entwickelt. In den letzten

Spielzeiten haben Regisseure wie


Thomas Ladwig und Siegfried Hopp und

Absolventinnen des Studiengangs „Physical

Theatre“ der Folkwang Universität

Essen dieses Format weiterentwickelt,

so dass die Heldenbar in immer

wieder neuem Licht erstrahlte und von

märchenhafter Vorlesezeit über Bewegungstheater

bis hin zum packenden

Erzähltheater ganz unterschiedliche

Erlebnisse für die Kleinsten anzubieten

hatte – phantasievoll und ganz nah

dran!

KINDERBETREUUNG AM

SONNTAGNACHMITTAG

Auch in dieser Spielzeit bieten wir in

Kooperation mit der Theatergemeinde

Essen eine Kinderbetreuung während

ausgewählter Sonntagnachmittagsvorstellungen

an. Während die Eltern ins

Grillo-Theater gehen, vergeht für die

Kinder gemeinsam mit einer Erzieherin

und anderen Spielkameraden die

Zeit wie im Flug. In der Heldenbar wird

gebastelt und gespielt und – an einigen

Terminen – „Das versteckte Zimmer“

angeschaut. Dahinter verbergen

sich szenische Lesungen für Kinder, die

Erwachsenen aber auch viel Spaß machen.

Denn nicht, dass wir uns falsch

verstehen: Selbstverständlich können

die Eltern auch gemeinsam mit

den Kindern in „Das versteckte Zimmer“

gehen! Bei welchen Vorstellungen

in der Spielzeit eine Kinderbetreuung

stattfindet, erfahren Sie bei der

Theatergemeinde unter T 02 01 22 22

29 oder unter www.theatergemeinde-

metropole-ruhr.de

MATINEEN

In unseren Matineen informieren wir

Sie – noch vor der Premiere – über die

Stücke des Spielplans und deren Autoren.

An Sonntagvormittagen stellen die

betreuenden Dramaturgen gemeinsam

mit Regisseuren, Bühnen- und Kostümbildnern

und Schauspielern erstmals

die bis dahin entstandene Inszenierung

vor. Sie erklären besondere Hintergründe,

inhaltliche Überlegungen,

Regie- und Bühnenbildkonzepte, geben

erste Textkostproben und sicher auch

die eine oder andere Anekdote aus der

Probenzeit preis.

EINFÜHRUNGEN UND

PUBLIKUMSGESPRÄCHE

Zu ausgewählten Inszenierungen bieten

wir Ihnen vor Beginn bestimmter

Vorstellungen eine informative Einführung

an oder im Anschluss an die Aufführung

ein Publikumsgespräch. In diesem

Rahmen haben Sie Gelegenheit,

sich über das zuvor Gesehene auszutauschen,

Ihre Meinung zu äußern und

mit Mitgliedern des Regieteams und

Schauspielern mögliche Fragen zu diskutieren.

Wir freuen uns auf anregende

und kontroverse Gespräche. Wann und

wo die Einführungen und Publikumsgespräche

stattfinden, entnehmen Sie

bitte unseren Monatsspielplänen.

VOLKSHOCHSCHULKURS

Theater ist mehr als das, was im Rampenlicht

zu sehen ist. Vom Stück über

Idee und Konzept bis hin zur fertigen Inszenierung

ist es ein langer, spannender

Weg. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule

Essen bietet Dramaturg und

Projektleiter Marc-Oliver Krampe einen

VHS-Kurs an, der Einblicke in die Entstehung

einzelner Inszenierungen des

Spielplans ermöglicht und auch Gelegenheit

bietet, die praktische Arbeit

und das Handwerk der Schauspieler selber

einmal in kurzen Übungen auszuprobieren.

Dramaturgen und Mitarbeiter

aus unterschiedlichsten Abteilungen

des Grillo-Theaters liefern zusätzlich

Hintergrundinformationen, Einblicke

in Theorie und Praxis des Theaters und

diskutieren mit Ihnen über Inszenierungen,

Stücke und über das, was Sie schon

immer mal über Theater wissen wollten.

Jeweils dienstags: 15.10.13, 12.11.13,

14.01.14, 04.02.14, VHS, Raum 1.02

THEATERKINO

„TheaterKino“ lautet der Titel unserer

Filmreihe im Astra Theater. Gemeinsam

mit den Essener Filmkunsttheatern präsentiert

das Schauspiel Essen einmal

im Monat, immer montags, ausgewählte

Filme, die sich, mal ergänzend, mal kontrastierend,

auf Themen und Stücke des

aktuellen Spielplans beziehen.

49


WUNSCHBAUM 2013

Auch in der kommenden Vorweihnachtszeit

wird wieder ein Wunschbaum

im Foyer des Grillo-Theaters

stehen. Wie schon in den vergangenen

drei Jahren wollen wir Weihnachtswünsche

von Essener Kindern erfüllen, in

deren Elternhaus das Geld nur für das

Nötigste reicht. Um diesen Familien zu

helfen, hängen wir die Kinderwünsche

in den geschmückten Baum. Alle Theatergänger

sind aufgerufen, bei ihren Vor-

stellungsbesuchen einen dieser Weihnachtswünsche

vom Baum zu nehmen

und zu erfüllen. Bis zum 3. Advent

(15.12.2013) können die Geschenke

dann am Bühneneingang des Grillo-

Theaters abgegeben oder per Post

an das Schauspiel Essen, Stichwort

„Wunschbaumaktion“, Theaterplatz 11,

45127 Essen, geschickt werden. Die

Übergabe der Päckchen und Pakete

an die Kinder erfolgt in den Tagen vor

Heilig abend. Die Wunschbaumaktion

führt das Schauspiel Essen in Zusammenarbeit

mit der Abteilung Soziale

Dienste des Essener Jugendamts durch.

DER LITERARISCHE

SALON

Schriftsteller zu Gast bei Navid

Kermani und Claus Leggewie im

Schauspiel Essen

Auf Einladung von Navid Kermani

(Schriftsteller, Orientalist und Senior

Fellow am KWI) und Claus Leggewie

(Politikwissenschaftler und KWI-Direktor)

liest der eingeladene Gast aus seinen

eigenen Büchern, bringt aber auch

Texte mit, die ihm besonders wichtig

sind. Im zweiten Teil des Abends präsentiert

er, was ihn außerdem bewegt:

Platten, Bilder, Videos oder was Schriftsteller

sonst verhandeln, wenn Lesungen

eigentlich schon zu Ende sind. Der

„Literarische Salon“ findet in Essen

auf Initiative des Kulturwissenschaftlichen

Instituts Essen (KWI) statt, unterstützt

von der Stiftung Mercator und dem

Schauspiel Essen. Es ist eine gemeinsame

Veranstaltungsreihe mit dem Kölner

Stadt garten und dem Literaturhaus

Köln und hat zwei Spielstätten: Mittwochs

öffnet er im Café Central des

Grillo-Theaters in Essen mit Kermani

und Leggewie, donnerstags empfangen

Guy Helminger und Navid Kermani die

Gäste im Kölner Stadtgarten. Aktuelle Informationen

finden Sie unter www.literarischersalon.com


LESART SPEZIAL

In regelmäßigen Abständen veranstaltet

das KWI gemeinsam mit dem

Deutschland radio Kultur, der Buchhandlung

Proust und dem Schauspiel Essen

die Reihe „Lesart Spezial“, in der Podiumsgäste

Sachbuch-Neuerscheinungen

zu aktuellen Themen diskutieren.

Jede Ausgabe der „Lesart Spezial“ wird

vom Deutschlandradio Kultur im Café

Central aufgezeichnet und am jeweils

folgenden Sonntag im Rundfunk gesendet.

Medienpartner ist die Westdeutsche

Allgemeine Zeitung (WAZ).

POLITISCHER SALON

ESSEN

Der „Politische Salon Essen“ lebt

wieder auf! 2006 gegründet wird

diese Gesprächsreihe in der Spielzeit

2013/2014 im Café Central unter der

Ägide des „Eine Welt Forum Essen e.V.“

fortgesetzt.

Globale Handelsverflechtungen und

zunehmend dynamische Änderungsprozesse

stellen uns vor immer neue

Herausforderungen und vor Fragen, zu

deren Beantwortung die Essener Eine-

Welt-Initiativen mit dem „Politischen

Salon Essen“ einen wichtigen bildungspolitischen

Beitrag leisten wollen.

Energiewende, Große Transformation,

RIO + 20 – das sind die aktuellen

Schlagworte, die auf eine dringend notwendige

Veränderung unserer Ökono-

mie und Ökologie hinweisen. Um diesen

Prozess in die Realität umsetzen zu können,

muss die Gesellschaft Teil dieser

Wende sein. Nachhaltige Entwicklung

funktioniert nur unter Beteiligung der

Menschen. Freuen Sie sich auf lebendige

und auch gern kontroverse Diskussionen,

denn neben den Podiumsbeiträgen

bietet der „Politische Salon Essen

auch viel Raum für die Beteiligung des

Publikums.

Geplant sind Abende zu fairem Handel

und nachhaltigem Konsum, Flucht und

Migration, Welternährung und die Gier

nach Land sowie Neues Denken, Utopien

und Perspektiven – auf dem Weg

in eine global gerechte Zukunft.

Jeweils montags, 20:00 Uhr, im Café

Central. Eintritt frei!

Termine 30. September, 2. Dezember

2013, 17. Februar, 7. April, 16. Juni 2014

MILONGA CENTRAL

Tango Argentino: ein Tanz voller Poesie

und Zärtlichkeit, Melancholie und Leidenschaft.

Seit der vergangenen Spielzeit

wird das Café Central im Grillo-

Theater einmal im Monat, jeweils

sonntags, zum Tango-Salon: Unter der

fachkundigen Anleitung von Martin Sieverding

(www.tango-emocion.com) können

Tanzbegeisterte (oder solche, die es

werden wollen) ab 18:00 Uhr in einer

„Schnupperstunde“ die ersten Schritte

auf dem Parkett wagen. Ab 19:00 Uhr

51


sorgt dann Tango-DJ Christoph Ronecker

für argentinisches Flair im Central.

Jeweils am Samstag vor der Milonga bietet

Martin Sieverding, der über langjährige

Unterrichtserfahrung verfügt und

seinen Tanzstil auf ausgedehnten Reisen

nach Buenos Aires verfeinerte, im alten

Ballettsaal des Schauspiel Essen außerdem

einen Intensiv-Probenworkshop für

alle Level an. Aber Achtung: Tango kann

süchtig ma chen!

Die aktuellen Termine entnehmen Sie

bitte unseren monatlichen Veröffent -

lichungen.

PTAH III

(JUNGE CHOREOGRAPHEN)

Das Aalto Ballett ist auch in dieser

Spielzeit zu Gast auf der Bühne des

Grillo-Theaters. Mit der Veranstaltung

„PTAH III“ wird die vor vier Jahren ins

Leben gerufene Reihe „Junge Choreographen“

fortgesetzt, die Tänzern die

Chance gibt, eigene choreographische

Kreationen mit Solisten und dem Corps

de ballet in intimer Atmosphäre auf die

Bühne zu bringen. Die positive Resonanz

der vergangenen Veranstaltungen

lässt einen aufregenden, unkonventionellen

und zukunftsträchtigen Abend

erwarten.

Premiere 26. Juni 2014, Grillo-Theater

Weitere Vorstellungen 29. Juni;

4. Juli 2014, Grillo-Theater

638 KILO TANZ UND

WEI TERE DELIKATESSEN ...

Festival für zeitgenössischen Tanz

in Essen

7.–10. November 2013

An vier Tagen im November präsentiert

das Festival „638 Kilo Tanz“ in Essen

jungen Tanz aus NRW von neuen choreografischen

Talenten.

Das Festival ist in den sieben Jahren

seines Bestehens zu einer festen Größe

in Essen und der Region geworden und

hat sich darüber hinaus auch in überregionalen

und internationalen Künstlerkreisen

einen Namen gemacht.

Die beiden Festivalleiterinnen Jelena

Ivanovic und Sabina Stücker bieten

ihrem Publikum vom 7. bis 10. November

2013 in Essen (am 7. und 8. November

in der Casa des Schauspiel Essen)


eine Mischung aus zeitgenössischem

Tanz und kulinarischen Köstlichkeiten.

Das Publikum hat die Möglichkeit, zeitgenössischen

Tanz junger Tanzschaffender

aus der Region in entspannter

Atmosphäre kennen zu lernen. Wie auch

in den vergangenen Jahren sind die Zuschauer

zwischen den Darbietungen

zum Gespräch über Tanz – mit künstlerischen

Ein- und Ausblicken und kulinarischen

Überraschungen – eingeladen.

Erleben Sie eine kreative und experimentierfreudige

junge Tanz-Szene und

freuen Sie sich auf vier spannende

Festival-Tage!

Das ausführliche Programm und weitere

Informationen finden Sie in Kürze

unter www.tanzgebiet.de

FIDENA

Figurentheater der Nationen

Festivalfinale am 23. Mai 2014

Schon seit seiner Gründung im Jahr

1958 gehört das Bochumer Festival

weltweit zu den bedeutendsten seiner

Art. Alle Größen des Figurentheaters

waren hier schon einmal zu Gast.

Das Festival verdankt seinen Ruf dem

qualitativ hochwertigen Programm und

der Tatsache, dass es stets die aktuellen

Tendenzen dieser besonderen Theaterkunst

präsentiert. Dazu gehören

raffiniertes Objekttheater oder virtuoses

Schattentheater ebenso wie rotzfreche

Handpuppen oder opulente

Rauminstallationen.

Die Kreativität und Experimentierfreude

der internationalen Puppenspielszene

führt immer wieder zu höchst überraschenden

Ausdrucksformen. Um diesen

Formen den passenden Raum zu bieten,

bespielt die FIDENA traditionell alles,

was sich ihr bietet, vom Fahrstuhl bis

zur Jahrhunderthalle. Die gezeigten Produktionen

entziehen sich oft gewohnten

Sichtweisen. Ein Faszinosum des

Figurentheaters liegt im Spiel mit den

Dimensionen und Perspektiven. Auch

die Tatsache, dass einmal nicht der

Mensch im Mittelpunkt des (Theater-)

Geschehens steht, sondern ein Objekt,

etwa ein Stück Holz, das vor unseren

Augen zum Leben erweckt – animiert –

wird, fesselt durchaus nicht nur junge

Zuschauer. Denn Figurentheater heute

ist weit mehr als Kinderbespaßung.

Das Programm der FIDENA bietet anspruchsvolles

Theater für Erwachsene,

verbindet darstellende und bildende

53


Kunst, sucht das Zusammenspiel der

Künstler aus angrenzenden Bereichen,

etwa der Medienkunst oder dem Tanz.

Intendantin Annette Dabs hat das Format

mit risikofreudigen Produktionen

und selbstbewussten Kooperationen

weit über die Bochumer Grenzen

bekannt gemacht. Im letzten Jahr startete

die FIDENA mit einem furiosen Auftakt

vor und in der Essener Lichtburg.

Viele Bochumer Festivalfans trafen auf

ein neugieriges Essener Publikum. Ein

gelungenes Beispiel für gelebte Städtekooperation.

Diesmal werden die

Essener Programmpunkte auf PACT

Zollverein und in unserer Casa präsentiert.

Und der glanzvolle Schlussakt mit

Abschlussparty wird bei uns im Grillo-

Theater stattfinden. Man darf gespannt

sein!


KUNST 2

Die TUP ist eines der größten Mehrspartentheater

in Deutschland. Schauspiel,

Oper, Ballett und Konzertwesen –

alle Künste in einer Stadt versammelt,

quasi direkt vor der Haustür. Das zeigt

nicht nur eine große künstlerische Vielfalt,

sondern bietet auch die aufregende

Möglichkeit, Verbindungen zu ziehen,

ein Thema aus verschiedenen ästhetischen

Blickwinkeln zu betrachten.

Dieses Potential, das sich in unserer

Stadt bietet, wollen wir jetzt nutzen:

Die TUP rückt zusammen! Mit einem

neuen, spartenübergreifenden Format

erhalten Sie in Vorträgen, Probenbesuchen

und Gesprächen umfassende Einund

Ausblicke quer durch die verschiedenen

Kunstwelten.

Das erste spartenübergreifende Gesamt-

Macbeth 2

erlebnis haben wir rund um „Macbeth“

für Sie zusammengestellt. Shakespeares

Drama im Grillo und Verdis Oper im

Aalto erzählen in ihrer jeweiligen Kunstform

von einem der schaurigsten Helden

der Theatergeschichte. Zur intensiven

und interdisziplinären Auseinandersetzung

mit dem Stoff bieten wir nun

zusätzlich folgendes Programm an:

Einführung in Oper und Schauspiel

durch Dr. Alexander Meier-Dörzenbach

(Chefdramaturg Aalto-Musiktheater) und

Marc-Oliver Krampe (Dramaturg Schauspiel

Essen) und Probenbesuch in der

Oper

4. Oktober 2013, 19:00 Uhr,

Foyer des Aalto-Theaters

Besuch der Opernaufführung

22. Oktober 2013, 19:30 Uhr,

Aalto-Theater

Besuch der Schauspielaufführung

26. Oktober 2013, 19:30 Uhr,

Grillo-Theater

Nachgespräch mit Dr. Alexander Meier-

Dörzenbach, Marc-Oliver Krampe, Wolfgang

Engel (Regisseur der Schauspielinszenierung)

u. a.

6. November 2013, 19:30 Uhr,

Café Central im Grillo-Theater

Zum Preis von € 50,00 können Sie alle

vier Veranstaltungen besuchen. Ergänzend

dazu erhalten Sie 20 % Rabatt auf

den Kauf einer Karte von Verdis „Requiem“

am 12. Oktober 2013 in der Philharmonie

Essen.

Werther 2

zu einem kleinen „Goethe-Festival“ ein:

Nicht nur steht „Faust I + II“, das opus

In der Spielzeit 2013/2014 laden wir Sie

magnum des größten deutschen Dichters,

im Grillo auf dem Spielplan, auch

der weltberühmte Briefroman „Die Leiden

des jungen Werther“ findet seine

Umsetzung gleich zweifach: sowohl im

Schauspiel als auch in der Oper. Zur

genussvollen wie informativen Auseinandersetzung

mit dem Autor und seinem

Einfluss auf die Künste bieten wir Ihnen

folgendes Begleitprogramm:

Einführung in Oper und Schauspiel

durch Dr. Alexander Meier-Dörzenbach

und Marc-Oliver Krampe sowie Probenbesuch

im Schauspiel

11. Februar 2014, 19:00 Uhr,

Café Central, Grillo-Theater

Im Anschluss: Probenbesuch in der

Casa, Schauspiel Essen

Besuch der Opernaufführung

05. März 2014, 19:30 Uhr, Aalto-Theater

Besuch der Schauspielaufführung

11. März 2014, 19:00 Uhr,

Casa, Schauspiel Essen

Nachgespräch mit Dr. Alexander Meier-

Dörzenbach, Marc-Oliver Krampe u. a.

18. März 2014, 19:30 Uhr, Aalto-Foyer

Zum Preis von € 50,00 können Sie alle

vier Veranstaltungen besuchen. Ergänzend

dazu erhalten Sie 20 % Rabatt auf

den Kauf einer Karte der „Faust I+II“-

Aufführung im Grillo-Theater.

55


„DIE ERFUNDENE

WAHRHEIT“

Giuseppe Verdis Theaterwelten als

Welttheater (Vortrag und Lesung)

In seinen 26 Opern hat Verdi eine

Weltgeschichte vertont: vom antiken

Ägypten über das martialische Mittelalter

und den spanischen Barock

hin zur Demimonde um den französischen

Bürgerkönig seiner Gegenwart.

Verdis Zeitgenosse Edgar Degas differenziert:

„In der Oper ist alles falsch:

Das Licht, die Dekorationen, die Frisuren

der Balletteusen, ihre Büsten und

ihr Lächeln. Wahr sind nur die Wirkungen,

die davon ausgehen.“ Und genau

um diese Wahrheit des Menschlichen

geht es Verdi, wenn er in einem Brief

an die Gräfin Clarina Maffei schreibt:

„Das Wahre zu kopieren kann gut sein,

aber das Wahre zu erfinden, ist besser

– viel besser.“ Alexander Meier-

Dörzenbach stellt in seinem Vortrag

mit Ton- und Bildbeispielen den

Komponisten und dessen erfundene

Wahrheit anhand der Werke vor; ausgewählte

Schriften werden von einem

Mitglied des Schauspiel-Ensembles

vorgetragen.

4. November 2013, 19:30 Uhr, Grillo-

Theater, Café Central

„GLOBAL PLAYER

GOETHE“

Johann Wolfgang von Goethe auf

den Bühnen der Welt

(Vortrag und Musik)

Der deutsche Dichterfürst, der als

Autor, Maler, Politiker und Wissenschaftler

ein Universalgenie war,

hat nicht nur selbst ein monumentales

Werk in vielen Sparten hinterlassen,

sondern auch Künstler verschiedenster

Couleur und Generation zu

eigenen Schöpfungen animiert. Die

Schauspieldramaturgen Marc-Oliver

Krampe und Vera Ring werfen einen

fundierten Blick in die Geschichte

und Gegenwart und werden so die

vielfältige Auseinandersetzung mit

dem Autor vorstellen. Vertonungen

von Goethes Texten werden von Ensemblemitgliedern

des Aalto-Theaters

präsentiert.

25. März 2014, 19:30 Uhr, Aalto- Foyer


„JAZZ IN ESSEN“

WIRD 30

30 Jahre alt wird „Jazz in Essen“ im

Frühjahr 2014. Die Konzertreihe, die

am 30. März 1984 mit einem Auftritt

der heute legendären „Steps Ahead“

im Jugendzentrum Papestraße (JZE) begann,

fand 1992, nach längerem Intermezzo

im Museum Folkwang, ihre feste

Bleibe im Grillo-Theater. Die Liste der

Musiker, die seither hier gastierten,

liest sich wie ein „Who Is Who“ des Jazz

der letzten Jahrzehnte, von A (wie Abercrombie)

bis Z (wie Zawinul). Highlights

der vorigen Saison: das Ravi Coltrane

Quartet und das Tomasz Stanko New

York Quartet. Planerischer Kopf hinter

„Jazz in Essen“ ist Berthold Klostermann.

Seit 2012 beginnt die jazzige

Spielzeit jeweils mit der Verleihung des

Essener „Jazz Pott“ – ein künstlerischer

Preis für innovative Jazzmusiker, der

1998 von Viktor Seroneit († 2011) und

Niklaus Troxler für den „Plakat Kunst

Hof Rüttenscheid“ begründet wurde.

1.10.2013: „Jazz Pott“ 2013

Angelika Niescier, Sublim

Diesmal geht der „Pott“ an die Saxophonistin

Angelika Niescier. Die Folkwang-

Absolventin zählt heute zu den vielsei-

tigsten Musikerinnen der Szene. 2008

war sie „Improviser in Residence“ der

Stadt Moers, 2010 „ECHO Jazz“-Preisträgerin.

Bereits 2000 gründete sie ihr

famoses Quartett „Sublim“. „Eine der

aufregendsten Stimmen im deutschen

Jazz.“ (Arte Kultur)

13.11.2013: Jack DeJohnette Trio

feat. Don Byron

Einer der größten Drummer unserer

Zeit: Jack DeJohnette, der „Vater“ des

multistilistischen Schlagzeugspiels.

Seine Arbeit im Keith Jarrett Trio lässt

ihm noch Zeit für eigene Bands und

Projekte, in denen er gern weltmusikalische

Einflüsse aufgreift. Nach einem

Duokonzert mit dem Saxophonisten

John Surman (2003) gastiert er zum

zweiten Mal bei „Jazz in Essen“.

30.12.2013: Céline Rudolph & Band

Einst Dozentin an der Folkwang-Musikschule,

gilt sie heute als eine der betörendsten

Jazzsängerinnen im Lande:

die Deutsch-Französin Céline Rudolph

(„ECHO Jazz“ 2010). Sie spielt mit

afrikanisch-brasilianischen Rhythmen,

improvisiert aber ganz im Sinne des

Modern Jazz. Letzthin überraschte sie

mit deutschen Texten zu Chansons von

Henri Salvador; live singt sie schon mal

viersprachig. Eine echte Kosmopolitin.

Zum 30.: Szene Europa

29.3.2014: Nils Wogram & Root

70 + Strings

Im Quartett „Root 70“ bringt Nils

Wogram, „die neue Posaunenstimme

Europas“ (SWR-Jazzpreis), Musiker

aus Deutschland und Neuseeland zusammen,

die jeweils Top-Vertreter ihres

Instruments sind. Ohnehin ein beachtlicher

Komponist, hat der „ECHO Jazz“-

Preisträger 2011 jetzt für seine Band

plus Streicher geschrieben: ein lang

gehegter Wunsch Wograms und sein

bisher ambitioniertestes Projekt.

30.3.2014: Richard Galliano, „La

Strada: An Hommage to Nino Rota“

Knopfakkordeon, Jazz aus Frankreich,

new musette, tango nuevo – sein Name

weckt Assoziationen: Richard Galliano

ist der „Vater“ des Akkordeons

im aktuellen Jazz. Auf Anregung Astor

Piazzollas „erfand“ er die new musette

und bereicherte den europäischen

Jazz um eine neue, französische Farbe.

„Jazz in Essen“-Freunde erinnern sich

an seine grandiose Hommage „Piazzolla

Forever“ (2002); jetzt widmet er sich

der Filmmusik des Fellini-Komponisten

Nino Rota.

8.5.2014: Erika Stucky, „Black

Widow“

Die Hippie-sozialisierte Schweizerin hat

bei uns viele Fans. Mit „Bubble Family“,

Trash-Filmen und Schattenspiel rockte

Erika Stucky im Winter 2012 das Grillo.

Jetzt holt die Performerin zum nächsten

Streich aus: Für ihr neues Song-Projekt

konnte sie Musiker von Tom Waits und

dem Wilson/Burroughs/Waits-Musical

„The Black Rider“ gewinnen.

Gefördert von der Stadtwerke Essen AG.

In Kooperation mit dem Kulturbüro der

Stadt Essen.

Wenn Sie kein Konzert verpassen möchten,

dann entscheiden Sie sich für unser

neues Jazz-Wahl-Abo (s. S. 111).

57


Westwind-Festival 2014

In der Spielzeit 2013/2014 findet das Westwind-Festival – das Ute Schäfer,

Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport in Nordrhein-Westfalen,

als „eines der wichtigsten Kinder- und Jugendtheaterfestivals bundesweit“

bezeichnet – erstmals am Schauspiel Essen statt. Zwischen dem 12. und

18. Mai 2014 sind im Grillo-Theater, in der Casa und in der Box die zehn besten

Inszenierungen für Kinder und Jugendliche aus NRW zu sehen. Hinzu kommen

internationale Gastspiele sowie ein großes Rahmenprogramm mit Vorträgen

zum Themenfeld „Kulturelle Bildung“, Diskussionsrunden über den Status

Quo des Theaters für junges Publikum sowie Workshops und Aktionen für alle

Altersgruppen. Zudem wird es neben der offiziellen Preisjury, die sich aus renommierten

Vertretern der Theaterszene zusammensetzt, sowohl eine Kinder-

als auch eine Jugendjury geben.

Da es uns ein großes Anliegen ist, dass Westwind 2014 nicht nur ein Festival

für junge Leute ist, sondern gleichfalls von jungen Leuten gestaltet wird,

suchen wir Kinder, Jugendliche, Lehrer, Schulklassen und Gruppen, die Lust

darauf haben, Teil des Planungsteams zu werden, als Patenklasse die eingeladenen

Ensembles zu empfangen oder eigene Projekte zu erarbeiten, die im

Rahmen der Festivalwoche präsentiert werden.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

Frank Röpke und Katharina Feuerhake

T 02 01 81 22-334

theaterpaedagogik@schauspiel-essen.de

Mit Unterstützung von

westwind

30.

kinder- und

jugendtheater

treffen nrw

12. – 18.

mai 2014

am schauspiel

essen

www. schauspiel-essen.de

www.westwind-festival.de


LIEBE KLEINE UND GROSSE THEATERFREUNDE,

mit großer Freude habe ich die Nachricht vernommen, dass die Ausrichtung

der 30. Auflage des WESTWIND Kinder- und Jugendtheatertreffens NRW nach

Essen vergeben wurde.

Dies ist ein besonderes Ereignis, das zeigt, welch hohen Stellenwert das Kinder-

und Jugendtheater in unserer Stadt einnimmt.

Schirmherrschaft für dieses Festival zu übernehmen.

Theatermachen und Theaterspielen sind integrative Bestandteile des kulturellen

Bildungsangebotes unserer Stadt, wie auch die vielen anderen kulturellen

Einrichtungen zu einer breiten Basisversorgung in diesem Bereich beitragen.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass rund 30.000 Kinder und Jugendliche

pro Jahr allein die Spielplanangebote der Theater und Philharmonie nutzen.

Diese Zahl können und wollen wir noch erhöhen, wenn wir alle Vorstellungen

im Rahmen des Festivals vom 12. Mai bis zum 18. Mai 2014 besuchen.

Dort wird es nicht nur spannende Stücke zu sehen geben, sondern auch die

Möglichkeit, in Workshops und Diskussionsrunden selbst Teil des Festivals zu

werden.

Deshalb ist es für mich als Oberbürgermeister auch selbstverständlich, die

Ihr

Mein Dank gilt schon jetzt den großen Förderern: dem Land NRW und der Alfried

Krupp von Bohlen und Halbach–Stiftung. Vor allem aber dem Team des Schauspiel

Essen, das es geschafft hat, das Festival nach Essen zu holen und sicherlich

zu einem großen Erfolg führen wird.

Gerade in Zeiten knapper Kassen ist die Investition in Kultur auch Investition

in Bildung. Und diese kulturelle Bildung ist eine existentielle Grundlage für

eine friedliche, urbane Gesellschaft.

In diesem Sinne „Glück auf“!

Reinhard Paß

Oberbürgermeister der Stadt Essen

59


THEATERPÄDAGOGIK

LIEBE THEATERFREUNDE,

LIEBE KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN,

seit drei Spielzeiten lassen wir junge und junggebliebene Menschen Theater

und – durch das Theater – die Welt entdecken. Dabei verstehen wir Theaterpädagogen

unsere Rolle in erster Linie als Unterstützer und Motivatoren, die

zur freien und vor allem spielerischen Auseinandersetzung mit ästhetischen

Formen und inhaltlichen Konzepten auf Basis der eigenen Lebenswelten und

Präferenzen anregen: Wir besuchen gemeinsam Vorstellungen, diskutieren über

Inszenierungen, machen selbst welche und begegnen Schauspielern, Regisseuren,

Dramaturgen, um ihnen Fragen über Arbeitsweisen, Berufswahl und -alltag

zu stellen bzw. um eigene weiterführende Gedanken und Ideen zu verhandeln.

In der vierten Spielzeit freuen wir uns insbesondere darauf, das Westwind- Festival

2014 auszurichten und gemeinsam mit allen Teilnehmern der Programmformate

von „Theater und Schule“ sowie „Theaterlabor“ eigene kleine und große Projekte

rund um die zehn besten Inszenierungen für Kinder und Jugendliche in

Nordrhein-Westfalen zu verwirklichen. Also meldet Euch, kommt vorbei und

entdeckt das Theater als das, was es immer war, was es ist und was es immer

sein wird: ein Ort, an dem Ihr stetig neue Leute kennenlernt, Euch selbst ausprobiert

und über die Dinge austauscht, die in Euren Augen wirklich wichtig

sind.

Viele Grüße und bis bald,

Katharina Feuerhake und Frank Röpke

T 02 01 81 22-334

theaterpaedagogik@schauspiel-essen.de

61


ESSENS SCHULEN HABEN WESTWIND!

Zum Westwind-Festival, das vom 12. bis 18. Mai 2014 erstmals

am Schauspiel Essen stattfindet, erwarten wir die

zehn besten Inszenierungen für Kinder und Jugendliche

aus Nordrhein-Westfalen. Mit zehn Klassen, Gruppen oder

Theater-AGs von Grund- und weiterführenden Schulen starten

wir rund um diese Stücke eigene Projektarbeiten.

Anmeldung: T 02 01 81 22-334

theaterpaedagogik@schauspiel-essen.de

Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober 2013.


THEATER UND SCHULE

Angebote für Klassen, Kurse, Gruppen und Lehrende

len), „Enter“ (Unterstufen) und „Columbus“ (Mittel- und Oberstufen) besu-

Basisangebot

chen Schüler Aufführungen im Grillo-Theater, in der Box und in der Casa. Die

Kosten belaufen sich auf maximal € 5,00 pro Vorstellungsbesuch und Person,

der Fahrausweis für die öffentlichen Verkehrsmittel ist inklusive. Lehrer und

Begleitpersonen zahlen denselben Preis.

Mit den Programmlinien „Theaterstarter“ (für Kindergärten und Grundschu-

Personen, die Schulklassen, Seminare oder Gruppen für „Enter“ oder „Columbus“

anmelden oder vermitteln, erhalten zwei Freikarten für eine Aufführung

ihrer Wahl im Grillo-Theater, in der Casa oder in der Box.

Vorteile für „Enter“- und „Columbus“-Klassen

Auf Wunsch organisieren wir kostenlose Führungen durch das Grillo-Theater,

vor- und nachbereitende Workshops zu den Inszenierungen sowie Nachgespräche

mit den auftretenden Schauspiel-Ensembles. Lehrer erhalten Freikarten für

öffentliche Proben und Einladungen zu den Premierenfeiern. Außerdem nehmen

sie vergünstigt an den Lehrerfortbildungen sowie an den Workshops im

Rahmen des Westwind-Festivals 2014 teil.

Unterstützung im Literatur-Unterricht

Ergänzend zu unseren Aktivitäten rund um den Spielplan besuchen wir „Enter“-

und „Columbus“-Klassen in der Schule und gestalten gemeinsam mit Lehrkräften

Unterrichtseinheiten. Inhaltlicher Gegenstand ist ein Drama, ein Roman

oder eine andere literarische Vorlage, die nicht auf dem Spielplan des Schauspiel

Essen steht. Ziel ist der Vergleich von Arbeitsmethoden bei der Erarbeitung

von Textvorlagen.

entwickeln kreative Methoden zur Vermittlung von Inhalten im Regelunter-

Verfügbare Termine:

Lehrerfortbildungen

richt und in Theater-AGs. Die Leitung übernehmen Mitarbeiter des Schauspiel

Essen sowie Dozenten und Absolventen von Hochschulen und Universitäten.

30.09., 05.11., 11.12.2013, 23.01., 21.02., 20.03., 09.04., 06.05. und 02.06.2014

Lehrer und Theaterpädagogen tauschen sich über Arbeitsmethoden aus und

Die Auftaktveranstaltung findet am 10.10.2013 mit Prof. Dr. Marianne Streisand

vom Institut für Theaterpädagogik in Lingen/Ems statt.

63


SPIEL UM DEIN LEBEN!

Die Projekte im Theaterlabor beginnen am 21.10.2013 und

am 11.02.2014. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, deshalb

bitten wir um Anmeldung zu unseren Info- und Workshoptagen

am 24.09.2013 und am 04.02.2014. Bühnenerfahrung

ist nicht erforderlich!

Anmeldung: T 02 01 81 22-334

theaterpaedagogik@schauspiel-essen.de


THEATERLABOR

Offener Werkstattbereich für alle,

die in ihrer Freizeit Lust auf Theater haben

Mitmachen!

Jede Spielzeit versammeln sich junge und junggebliebene Personen am Schauspiel

Essen, um sich gegenseitig kennenzulernen und gemeinsam Theater zu

machen. Die jüngsten Akteure sind 8 Jahre alt, die meisten zwischen 12 und

25, einige um die 35, die Ältesten 50 und noch älter. Wer dabei sein möchte,

besorgt sich für einmalig € 30,00 unseren Young Experts-Ausweis. Mit diesem

erhaltet Ihr vergünstigte Eintrittskarten für Aufführungen und könnt kostenlos

an allen Workshops, Aktionen im öffentlichen Raum, Ausflügen und Projekten

teilnehmen.

Offene Workshops für alle

An sechs Terminen gewähren wir einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen

der jeweils nächsten Premiere und lassen uns von Regisseuren, Schauspielern

und Dramaturgen Geheimnisse aus dem Probenprozess verraten. Wir inspizieren

die Bühne, agieren selbst als Akteure, zudem erhalten alle Teilnehmer einen

Gutschein für eine ermäßigte Eintrittskarte zum Besuch einer Aufführung. Die

Teilnehmerzahl ist begrenzt, wir bitten um Anmeldung per E-Mail oder Telefon.

Termine: 21.09. („Macbeth“, s. S. 10), 05.10. („Der Prozess“, s. S. 12), 23./24.10.

(Special für Kinder), 30.11. („Tschick“, s. S. 28), 15.02. („Die Leiden des jungen

Werther“, s. S. 30), 14.06. („Lucky Happiness Golden Express“, s. S. 36)

Bühnenprojekte

In Zusammenarbeit mit Ensemblemitgliedern entwickeln wir eigene Theateraufführungen,

die vor einem öffentlichen Publikum in der Box oder in der Casa

präsentiert werden. Ein Highlight ist hierbei der Auftritt beim Unruhr-Festival,

dem Treffen der Jugendtheatergruppen der Schauspielhäuser im Ruhrgebiet. In

der Spielzeit 2013/2014 interagieren wir zusätzlich beim Westwind-Festival,

dem Kinder- und Jugendtheatertreffen in NRW.

Schreiben, Filmen, Fotografieren, Bloggen!

Wer nicht so gerne im Rampenlicht steht, sondern lieber schreibt, fotografiert,

facebooked, twittert, filmt oder Fotos macht, kommt in die „Kritikerrunde“.

Unter Anleitung von professionellen Redakteuren gestalten wir das Design, die

Struktur und die Inhalte unseres Online-Blogs. Die aktuelle Version findet Ihr

unter www.youngexperts.wordpress.com

Beim Infotreffen am 25.09.2013 erfahrt Ihr mehr über Inhalt und Ablauf des

Projekts. Wir bitten um Anmeldung per E-Mail oder Telefon.

Jugend-Jury für „Stück auf!“

Am 26. April 2014 findet zum dritten Mal der Stücke-Marathon der Autorentage

„Stück auf!“ am Schauspiel Essen statt. Neben der Fachjury gibt es auch

eine Jugendjury, die ihr eigenes Favoritenstück prämiert.

Schickt uns Eure Bewerbungen per E-Mail bis zum 31.01.2014.

65


Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach- Stiftung ermöglicht die

Arbeit der Theaterpädagogik am Schauspiel Essen für fünf Jahre.

Die Theaterpädagogik am Schauspiel Essen hat sich neben der traditionell

theaterpädagogischen Arbeit zum Ziel gesetzt, unterschiedlichste künstlerische

Formate im Bereich der KULTURELLEN BILDUNG allen Alters- und Bevölkerungsschichten

anzubieten.

Einige Profile, die mit Beginn der Intendanz von Christian Tombeil initiiert

wurden, erfreuen sich seither hohem Zuspruch und großer Beliebtheit. Dass

weitere Konzepte und Ideen perspektivisch ausgestaltet werden und sich auf

hohem Niveau für die kommenden Jahre auf einem sicheren Fundament weiterentwickeln

können, verdanken wir dem Engagement der Alfried Krupp von

Bohlen und Halbach-Stiftung!

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach (Büste von Jean Sprenger)

Die gemeinnützige Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist das Vermächtnis

von Dr.-Ing. E.h. Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, dem letzten

persönlichen Inhaber der Firma Fried. Krupp. Testamentarisch legte er

fest, „die Firma über eine Stiftung, die Ausdruck der dem Gemeinwohl verpflichteten

Tradition des Hauses Krupp sein soll, in eine Kapitalgesellschaft

umzuwandeln“.

Mit seinem Tod am 30. Juli 1967 ging sein gesamtes Vermögen auf die von

ihm errichtete Stiftung über, die ihre Tätigkeit am 1. Januar 1968 aufnahm.

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung verwendet die ihr aus

ihrer Unter nehmensbeteiligung zufließenden Erträge ausschließlich und unmittelbar

für gemeinnützige Zwecke.

Vorsitzender und geschäftsführendes Mitglied des Kuratoriums der Stiftung

ist seit Beginn ihrer Tätigkeit Prof. Dr. h. c. mult. Berthold Beitz.


ALLE MACHT DER PHANTASIE ÜBER DIE

VERNUNFT IST EINE ART WAHNSINN.

SAMUEL JOHNSON

67


MANIFEST FÜR

DEN WAHN-SINN

WARUM VERÄNDERUNG WAHNSINN BRAUCHT

„Die wenig erprobte Alternative in

dunklen Zeiten: der helle Wahnsinn.“

(Brigitte Fuchs, Lyrikerin)

0. Wahn-Sinniges Manifest

sicherlich vielen BetrachterInnen als wahnsinnig: Die Menschen sind umgeben

von Dingen, die sie für „Wahnsinn“ halten. Seien es platzende Milliardenluftblasen

und zur Rettung eilende StaatspolikerInnen in Europa und den USA,

in Gleichzeitigkeit zu den andauernden humanitären Katastrophen in Indien,

Afrika oder Asien. Seien es die Millionen Liter Öl, die Monate lang ungestoppt

ins Meer sprudeln und die gleichzeitige politische Forderung von umweltbewussten

BürgerInnen.

In der heutigen Zeit zu erklären, es bräuchte mehr Wahnsinn, erscheint

Viel plaktiver können die Beispiele eigentlich nicht sein, gleichwohl jedoch

kaum die Wahrnehmung lebensweltlich gewordener Absurditäten vieler Individuen

tief ins Mark treffend.

Diese Perzeptionen von Widersprüchlichkeit, für deren Einordnung Menschen

oft schlicht keine anderen sinnvollen Kategorien mehr finden als jene des Wahnsinns

oder der absoluten Unvernunft, unterscheiden sich vom (zugeschriebenen)

Wahnsinn einer Einzelperson: Sie sind Nebenfolgen kollektiven menschlichen

Handelns, welches höchst sinnvoll (rational) begründet verfolgt wurde.

Auf solchen „Wahnsinn der Zeit“ wird viel geschimpft – aus ihm werden hingegen

wenige Lehren gezogen. Auch wird kaum reflektiert, was man „Wahnsinn“

entgegensetzen kann (egal, wie man ihn nun genau definiert; es geht um die

menschliche Perzeption von Phänomenen und Personen als „wahnsinnig“). (…)

1. Wahnsinn – die Kontingenz des Anderen der Vernunft

Steigen wir bei Foucault ein, der die philosophische, psychiatrische und

soziologische Diskussion mit seinem Werk „Wahnsinn und Gesellschaft“ nachhaltig

bereichert hat. Foucault zeichnet darin die sich historisch wandelnden

Formen der Pathologisierung und Stigmatisierung bestimmter Formen sozialen

Handelns als „Wahnsinn“ nach – welche stets dem Schutz des ‚Normalen‘,

des Common Sense über das gesellschaftlich Erwünschte und Unerwünschte

dien(t)en. Dies gilt, ganz gleich, ob man den Wahnsinn als solchen ausstellt –

wie bis ins 19. Jahrhundert geschehen, oder ob man ihn wegsperrt – wie bis

heute. Nur in einem vorwissenschaftlichen Raum könne aus Foucaults Blickwinkel

die Trennung zwischen Normalität und Wahnsinn als beliebig, ihre Verfasstheit

als eine Machtfrage erkannt werden. Die wissenschaftliche Sprache

der Psychiatrie dagegen ist nach Foucault eine „Archäologie des Schweigens“

und macht diese ursprüngliche Kontingenz unsagbar, da sie selbst bereits in

der Sprache dieser Vernunft verfasst ist.

Letztlich besteht Foucaults Leistung in „Wahnsinn und Gesellschaft“ also unter

anderem im Aufzeigen der Tatsache, dass auch Vernunft von jeher ein historisch

wandelbares Konstrukt ist. Dieser Gedanke wiederum muss für ‚den Vernünftigen‘

(purer) Wahnsinn sein, da er die Vernunft in Frage stellt und so –

nimmt man dieses Infragestellen ernst – dem Wahnsinn Tür und Tor öffnet. (…)


2. Die „Zweite Moderne“ als Chance für Neues

Doch wie werden solche „Rahmen, in denen man denkt“ überhaupt zu denselben?

Eine mögliche Antwort liefern Peter Berger und Thomas Luckmann: Den

dialektischen Prozess, in dem das Bestehende von uns Menschen geschaffen

wird, sich als objektive Realität manifestiert und schließlich wieder auf uns

Menschen wirkt und uns formt, nennen die beiden Autoren „[d]ie gesellschaftliche

Konstruktion der Wirklichkeit“. Ihre Anschauung zeigt, dass Strukturen,

gesellschaftliche Unterscheidungen (und somit auch Machtverhältnisse) grundsätzlich

immer auch anders möglich wären, als sie es sind. Die menschlichen

Konstrukte werden ihrer Theorie nach von ihren SchöpferInnen internalisiert

– werden in ihrer Wahrnehmung zu objektiven Gegebenheiten, zu unhinterfragten

Basisselbstverständlichkeiten, an welchen sie ihr Handeln ausrichten.

Bestimmte Handlungsweisen werden somit für je bestimmte Kontexte normal,

werden das Normale („Internalisierung“).

In diesem epistemologisch gefassten Verständnis von Normalität kann der vernünftige

Mensch, für den immer ein bestimmter Begriff von Vernunft gilt, diese

also selbst eine solche Normalität ist, nicht aus dieser Dialektik entfliehen:

Das Bestehende wird von ihm geschaffen und formt dann sein Handeln, dieses

schafft wieder das daraufhin Bestehende, welches wiederum sein zukünftiges

Handeln formt – und so weiter. (…)

Sein Denken stößt dann allerdings deswegen an seine Grenzen, weil keine Loslösung

vom Gewohnten mehr passiert (Verharrung). Auf diese Art und Weise

werden viele Gedanken gar nicht erst denkbar. Vielmehr geschieht dann das

typische, so genannte „Schubladen-Denken“, bei dem neue Informationen

schlicht in ein vorgefertigtes (und imaginäres) Schubfach des Gehirns eingeordnet

werden (und dort nur schwer wieder herauskommen) und zur Reproduktion

immer gleicher Denk- und Handlungsmuster führen. So entstehen Vor-

Urteile, da man in seinem Kopf von vornherein zu wissen glaubt, wie die Welt

ist. Hier begegnen wir den Basisselbstverständlichkeiten und einem starren,

vermeintlichen Abbild der Welt im kognitiven System. Bei diesem Modus handelt

es sich um eine humane Reduktion von Komplexität einer gänzlich unübersichtlichen

Sozialwelt: Diese wird letztlich ganz ökonomisch – nämlich so einfach

wie möglich und so komplex wie nötig – wahrgenommen.

In diesem Modus war und ist es möglich, ein normales Leben zu führen. Doch

wird dies zunehmend schwerer. Einerseits ist der Mensch nicht frei, sich zu

individualisieren, sondern ist zur Individualisierung gezwungen: Er kann sich

nicht, sondern er muss sich, seine Handlungen und Einstellungen, seine Verortung

im Sozialen reflektieren. Andererseits sind die Basisselbstverständlichkeiten,

die der Mensch sich selbst geschaffen hat, sichtbar am Zerbröckeln:

Das gilt beispielsweise für den Lebensberuf, die Ehe, die moderne Kernfamilie

und anderes mehr. (…)

Der Mensch ist in diesem Prozess ja sozusagen von sich selbst überrascht.

Denn schließlich ist es gerade er, der diese Wandlungen der Institutionen vollbringt,

und nicht etwa eine extrapolierte unsichtbare Hand. Und dennoch steht

er einigermaßen erstaunt bis gelähmt vor diesem rapiden Wandel – eben weil

ihm diese Schaffungen als objektive Realitäten erscheinen und der Wandel sein

komplettes sozialisiertes Weltbild ins Wanken bringt.

Gleichsam begegnet er so jedoch einem Wandel, dessen Chance darin gesehen

werden kann, sich der Tatsache dieser eigenen sozialen Welt-Konstruktionsleistung

bewusster zu werden. Geschieht dies, so muss sich der einzelne

Mensch unweigerlich auch seiner Gestaltungsfähigkeit bewusst werden: dass

er die Welt ist, in der er lebt.

69


3. Stirb und Werde

Was sich daraus ergibt, hat Goethe prominent in seiner „Selige[n] Sehnsucht“

zugespitzt: Nur wenn wir mit dem Bestehenden brechen, können wir wirklich

Neues in die Welt bringen („Stirb und Werde“).

Man denke beispielhaft an prominente, kreative Persönlichkeiten aus Wissenschaft,

Kunst und Politik wie Nikolaus Kopernikus, Galileo Galilei, Leonardo da

Vinci, Mahatma Gandhi oder Martin Luther (King). Diese haben das Bestehende

angezweifelt und Gegenentwürfe erdacht, gelebt und verfolgt. Dafür mussten

sie aber, wie oft vermutet wird, nicht nur den radikalen Bruch mit dem common

sense wagen, den manifestierten Bildern von Welt ihrer Zeit. Diese Bilder

ihrer Zeit waren anfänglich genauso ihre Bilder, die sie so vermittelt bekommen

und internalisiert hatten. Der erste Schritt bestand also darin, ihren Geist

in dem Sinne zu öffnen, dass sie das, was auch sie zunächst für selbstverständlich

und gegeben hielten, überwinden konnten. Eine solche Einstellung wird

oft als „über den eigenen Tellerrand schauen können“ beschrieben, und birgt

doch in gewisser Weise mehr: Denn man erweitert seinen Horizont nicht nur

an Horizonten Anderer, sondern bricht völlig mit dem Bestehenden, man denkt

und sagt das Undenkbare und Unsagbare. Als Galilei das geozentrische Weltbild

überwand, da Vinci Anatomie an Leichen studierte, King die Rassentrennung

anprangerte, taten sie genau dies: Sie dachten das anscheinend Undenkbare

und sprachen das damals Unsagbare aus, kurz: Sie begingen Tabu-Brüche.

Die der Macht inhärente Disziplinierungsfunktion, die sich im gesellschaftlichen

Konstruktionsprozess in ihr manifestiert hat, wirkte dahingehend, all die

aufgezählten Wegbereiter mundtot zu machen und sie vom Bruch mit den bestehenden

Vorstellungen abzubringen. Sie wurden als Ketzer, Verrückte oder

Wahnsinnige bezeichnet. Und da die Macht durch ihre Disziplinierung immer

Definitionsmacht ist, waren sie auch objektiv wahnsinnig (zu Foucaults Machtbegriff

– „Nicht weil sie alles umfaßt, sondern weil sie von überall kommt, ist

Macht überall“).

Allerdings waren diese Denker nicht nur wahnsinnig, sondern gleichsam Wahnsinnig.

Denn sie hatten den Sinn dafür, dass es vielmehr wahnsinnig sei, dauerhaft

vorgefertigten Gedankengebäuden zu gehorchen, als ihren eigenen Sinnen.

Ihre Antwort auf die Frage: „Macht dieser Wahn Sinn?“ war ein klares

„Nein“. Sie erteilten als Avantgardisten kritischen Denkens dem unhinterfragten

Glauben an menschlich geschaffene Basisselbstverständlichkeiten eine

Absage, drehten eine Logik um, indem sie den herrschenden Vernunftbegriff

als Wahnsystem geißelten. Oder: Sie wiesen durch ihre andere Sichtweise

auf dessen grundsätzliche Kontingenz hin. Somit waren sie durch ihre Wahn-

Sinnigkeit wahnsinnig.

Zwei Thesen lassen sich aus diesen Überlegungen ableiten:

Erstens waren es also Wahnsinnige – und somit Menschen, die über sozial

gewachsene Disziplinerungsmechanismen exkludiert werden sollten –, die

soziale Wirklichkeiten nachhaltig verändert haben. Zweitens hatten diese

Menschen eine Art „Fühler“ für den herrschenden Wahn, die Fehlerhaftigkeit

des dogmatischen Festhaltens am Alten: einen Wahn-Sinn.

Was bedeutet das für uns? Was können wir von diesen Weltveränderern lernen?

Zum einen meint es, dass wir mit den gängigen Vorstellungen von Welt brechen

müssen, um offen sehen zu können. Dies ist ein Prozess, der schmerzhaft ist,

da wir uns von einer bequemen Haltung des „Es ist nun einmal so“ (…) – einem


loß gewohnheitsmäßigen Handeln also – verabschieden müssen, und stattdessen

die Unsicherheit suchen und Realitäten erkennen, die uns oftmals verletzen.

Dieser Prozess wird so zu einem Dekonstruktivismus doloris, da wir

uns dabei unserer eigenen Schwächen und Verwundbarkeiten bewusst werden.

Eine solche Haltung birgt die Chance, in der Konsequenz verändernd zu wirken.

Erst dadurch nämlich wird es möglich, die Kontingenz dessen, was wir wahrnehmen

und was wir vorfinden, zu erkennen. Der nächste Schritt ist, dies in

einen neuen Rahmen bringen zu können; es anders, aus anderen Blickwinkeln

denken zu können. Letztlich kann es möglich werden, dem stetig gewordenen

Wandel vorausblickend zu begegnen und von der im Entstehen begriffenen Zukunft

aus zu handeln, also einen Prozess anzustoßen (…). Das beinhaltet einerseits

die vollkommene Überwindung der Basisselbstverständlichkeiten, und andererseits

über das In-einen-neuen-Kontext-Stellen hinaus nicht nur Anderes

denkbar zu machen, sondern es erfolgreich und antizipativ in die Welt zu bringen.

Ähnlich, wie es die hier genannten historischen Persönlichkeiten, die gesellschaftlich

tiefgreifende Veränderungen provozierten, getan haben.

4. Die Reintegration des Anderen der Vernunft

(…) Die Forderung, die daraus folgt, liegt nun auf der Hand: Wir brauchen

mehr wahnsinnige Wahn-Sinnige für eine schöpferische Zerstörung unserer

Gesellschaft! Gesellschaftliche Innovation braucht Wahnsinn und Wahn-Sinn:

Abweichung von der gesellschaftlich definierten Normalität ebenso, wie die

Wahrnehmung der Konservierungen gewisser Normalitätsvorstellungen und

den Mut, diese aufzubrechen.

Ja, so lässt sich im Bezug auf die Einleitung abschließen, wir müssen in der

Tat dem „Wahnsinn“ Tür und Tor öffnen, um eine bessere Gesellschaft zu

ermöglichen. Vor allem aber sollten wir uns davor hüten, jemanden für wahnsinnig

und seine Gedanken für absurd zu erklären, und stattdessen versuchen,

selbst wahn-sinnig zu werden, um unsere Ideen und Überzeugungen

auch gegen große Widerstände in die Welt bringen zu können.

Nicolas Schrode

71


IRRESEIN HEISST,

SICH IN GUTER GESELLSCHAFT ZU BEFINDEN:

Hans Christian Andersen, Antonin Artaud, Honoré de Balzac, Charles Baudelaire,

Ludwig van Beethoven, Irving Berlin, Hector Berlioz, William Blake, Francesco

Borromini, James Boswell, Charlotte Brontë, Anton Bruckner, Robert Burns,

Lord Byron, Paul Celan, Ray Charles, Agatha Christie, Leonard Cohen, Samuel

Taylor Coleridge, Joseph Conrad, Noël Coward, Emily Dickinson, Isak Dinesen,

Gaetano Donizetti, Fjodor Dostojewski Edward Elgar, T. S. Eliot, Ralph Waldo

Emerson, Michael Faraday, William Faulkner, F. Scott Fitzgerald, Paul Gauguin,

Théodore Géricault, Vincent van Gogh, Nikolai Gogol, Graham Greene, Georg

Friedrich Händel, Friedrich Hölderlin, Henrik Ibsen, Charles Ives, Henry James,

Samuel Johnson, John Keats, Sören Kierkegaard, Heinrich von Kleist, Wilhelm

Lehmbruck, J. M. R. Lenz, Franz Liszt, Salvador Luria, Gustav Mahler, Wladimir

Majakowski, Osip Mandelstam, Herman Melville, Kate Millett, Charles Mingus,

Edvard Munch, Alfred de Musset, Modest Mussorgsky, Gérard de Nerval, Isaac

Newton, Friedrich Nietzsche, Charlie Parker, Boris Pasternak, Cesare Pavese,

Edgar Allan Poe, Jackson Pollock, Cole Porter, Ezra Pound, Bud Powell, Alexander

Puschkin, Sergei Rachmaninow, Percy Bysshe Shelley, Robert Louis Stevenson,

August Strindberg, Torquato Tasso, Dylan Thomas, Georg Trakl, Mark Twain,

Maurice Utrillo, Rembrandt Harmens Van Rijn, Paul Verlaine, Jan Vermeer, Walt

Whitman, Virginia Woolf, Emile Zola, ...

... und viele andere – allen gemeinsam ist nicht nur, dass wir heute noch von

ihren kulturellen Leistungen zehren; allen gemeinsam ist auch die Diagnose

bzw. der versuchte Rufmord, mit der sie zeitlebens oder auch posthum als

irre eingestuft wurden. Natürlich ist das Irresein trotzdem keine Garantie für

menschliche, künstlerische oder sonstige „Größe“. Trotz des oft vorgetragenen

Zusammenhangs zwischen Genie und Wahnsinn ist der Durchschnitt des irren

Alltags eher banal. Das Irresein führt nicht an den von der Gesellschaft als

Elite gepflegten Randbereich. Häufig genug allerdings stattdessen auf ein Abstellgleis,

auf dem das irre Normalelend verwaltet und perpetuiert wird. Gegen

diese interne Abschiebung ist anzugehen.

Irresein heißt, an sich selbst und der Welt zu leiden, weil man sich und/oder die

Welt nicht „erträgt“. Was der Einzelne zu ertragen hat, ist vorgezeichnet u. a.

durch seine soziale Lage, seine Biografie, seine Familiengeschichte und sein

soziales Umfeld, die ein jeweils verschiedenes Repertoire an Handlungsspielräumen

ermöglichen. Die Spielräume gesellschaftlicher Art, insbesondere der

Zugang zu Bildung und Arbeit als Einkommensquelle und damit der Raum für

persönliche Entwicklung, können je nach Wirtschaftslage neu zugewiesen werden.

Diese und andere Faktoren können zu einem Zustand führen, in dem das

Individuum sozusagen implodiert. „Das Unerträgliche“ wird für den Betroffenen

und in ihm überdeutlich. Wenn dann die gewöhnlichen Auffangmöglichkeiten

für „das Unerträgliche“ versagen, bietet das Irresein einen radikalen und meist

leidvollen Ausweg. Dieser „Weg“ führt allerdings nicht „heraus“.

Irresein heißt, die „Katastrophe der Persönlichkeit“ zu erleben und die Fragilität

des Menschseins „ohne Netz und doppelten Boden“ am eigenen Leib zu spüren.

Das Erleben kann von euphorischer Ekstase und Luzidität über Entsetzen

und Trauer bis zum psychischen Vegetieren und „Sterben“ reichen.


WER IMMER DIE WELT EINEN

NEUEN WAHN LEHRT,

DER HAT DIE MENSCHHEIT BEREICHERT.

STEFAN ZWEIG

73


ENSEMBLE


Thomas Büchel

Stefan Diekmann

75


Ingrid Domann

Tom Gerber


Laura Kiehne

Floriane Kleinpaß

77


Ines Krug

Jörg Malchow


Jens Ochlast

Jan Pröhl

79


Tobias Roth

Janina Sachau


Anne Schirmacher

Sven Seeburg

81


Johann David Talinski

Rezo Tschchikwischwili


Silvia Weiskopf

Jens Winterstein

83


DIE NEUEN ABENTEUER

DES DON QUIJOTE

Allein in den letzten zehn Jahren habe ich den „Don Quijote“ dreimal auf Englisch

gelesen – was dank der herausragenden Übersetzung von Edith Grossman

ein doppeltes Vergnügen ist –, und bei jeder Lektüre entdeckte ich etwas Neues.

Als dann das Schauspiel Essen anfragte, ob ich nicht eine moderne Version

schreiben wolle, freute ich mich, war aber gleichzeitig auch verwundert. Woher

wussten die von meiner alten Liebe zu dem Buch und seinem Autor? Wie sich

herausstellte, wussten sie nichts davon. Auch nicht der Regisseur Jean-Claude

Berutti, der meine Romane gelesen und, wie er mir später erzählte, instinktiv

gespürt hatte, dass das Projekt mir gefallen könnte. Ich sagte sofort zu. Und

stand gleich vor einer Menge Probleme. Opern lassen sich leicht modernisieren.

Man verändert einfach die Kostüme. Bei einem Roman funktioniert das nicht.

Ich war sicher, dass es nicht reichen würde, Don Quijote und Sancho Panza in

Designer-Anzüge zu stecken. Schauplatz einer modernen Version müsste die

Gegenwart sein. Don Quijote und Sancho Panza sollten, so meine Idee, unsere

Welt bereisen, und wir würden versuchen, die Grundideen des Romans auf die

aktuelle Situation zu übertragen.

Nach einigen Treffen mit Jean-Claude Berutti konkretisierte sich diese Idee

weiter. Wir waren auf einer Wellenlänge. Wir lachten gegenseitig über unsere

Witze, und als er vorschlug, dass Rosinante und Sanchos Maultier zwei eigene

Charaktere werden sollten, hatte ich das gesamte Stück vor Augen. So begann

der Prozess.

Was sollten wir mit Cervantes und seinem Roman machen? Auch universelle

Meisterwerke sind in ihrer Entstehungszeit verwurzelt, haben einen konkreten

Kontext und Schauplatz. Der „Don Quijote“ ist da nicht anders. Allem voran ist

er ein Roman, der im Spanien des frühen 17. Jahrhunderts geschrieben wurde,

einem Spanien, in dem Moslems und Juden durch ethnische Säuberungen ausgelöscht

worden waren: Überlebt hatten nur die, die zum Katholizimus konvertiert

waren, und sie standen weiterhin unter strenger Beobachtung durch die

Inquisition und Europas erste Geheimpolizei, die Santa Hermandad. Man traute

den Konvertiten (malo casto) so wenig, dass sie nicht in die neue Welt übersiedeln

durften – was auch ein Indiz dafür ist, dass Cervantes jüdische Wurzeln

hatte: Seine Pläne, sich in der neuen Welt niederzulassen, wurden abgelehnt.

Cervantes schrieb den ersten Teil seines Romans 1605, den zweiten 1615. In

den zwischen den beiden Teilen liegenden Jahren begann der Niedergang der

Weltmacht Spanien, die ihre hegemoniale Position dank der Reichtümer aus

Südamerika erlangt hatte. Der zeitgenössische Anwalt Roselle lieferte 1615

eine scharfsichtige Beschreibung der Situation:

Der König und seine Minister kommen in allem so langsam voran, dass man

es nur erbärmlich nennen kann. Sie flehen die Abgesandten des Papstes,

des französischen Königs, der Venezianer, des Kaisers und andere an, den

italienischen Konflikt zu lösen, ohne jedoch selbst zu einer Entscheidung

zu finden. Doch genau das werden sie letztlich tun müssen und dabei ihre

Ehrenhaftigkeit hintanstellen! … Es sind nunmehr zwei Jahre vergangen, seit

Feinde auf den Philippinen begannen, uns Probleme zu bereiten … Unsere

Herrscher aber sind tatenlos geblieben, und nun wird ruchbar, dass eben

diese Feinde das gesamte Archipel in Besitz genommen und eine große Garnison

niedergemetzelt haben. Kurz gesagt: Unser guter König ist ein Heili-


ger, doch sein Zaudern hindert ihn daran, auch nur irgendetwas zu Ende zu

führen. Und seine Minister vergnügen sich lieber des Nächtens und schlafen

in den Tag hinein, statt sich mit dem Krieg zu beschäftigen. So hört

man nur von den rauschenden Gelagen des Herzogs von Lerma. Und einziger

Trost für all jene, die leiden, sind ihre eigenen Tränen.

Weiterhin schwächten Religionskriege, eine Wirtschaftskrise mit unkontrollierter

Prägung von Kupfermünzen und wachsender Inflation sowie imperiale

Selbstüberschätzung das System. Auch wenn Analogien nie 100-prozentig sind:

Die Parallelen zur heutigen Situation sind kaum zu übersehen. Rosinante könnte

durchaus zum Maultier sagen: „Die Menschen werden es nie lernen. Es ist ihr

Schicksal, die Vergangenheit unter gefährlicheren Umständen zu wiederholen.“

Ich hatte schon beim Schreiben des ersten Stückentwurfs viel Spaß. Dann folgten

die Treffen mit Jean-Claude Berutti und dem Kostüm- und Bühnenbildner

Rudy Sabounghi und die hilfreichen Anregungen der Dramaturgie in Essen, die

noch vergnüglicher waren, sodass mir die weiteren Überarbeitungen leicht von

der Hand gingen.

haben, das Stück verstehen? Werden sie lachen? Werden sie weinen? Wer weiß

das schon. Wir jedenfalls laden mit ein paar heiteren Zeilen von Heine („Zeitgedichte“)

alle ein, sich selbst ein Bild zu machen:

Wird es funktionieren? Werden auch Zuschauer, die Cervantes nie gelesen

You’ll get food and even booze—

You’ve great prospects, on the level!

Just don’t let some foreign devil

Tempt you to extremist views. 1 Tariq Ali

Aus dem Englischen von Ulrike Lowis

1

Du bekommst sogar zu essen -

Eine große Zukunft naht dir! –

Laß dich nur vom welschen Satyr

Nicht verlocken zu Exzessen!

Heinrich Heine: Verheißung. Neue Gedichte. Zeitgedichte. 1844

85


RÜCKBLICK

2012 | 2013

Ensemble Silvia Weiskopf, Ingrid Domann, Barbara Hirt

Uraufführung

ROTE ERDE

nach dem Roman von Peter Stripp

Bühnenfassung von Beate Seidel und Volker Lösch

Inszenierung: Volker Lösch

KASPAR HÄUSER MEER

von Felicia Zeller

Inszenierung: Thomas Ladwig


4+

Tobias Roth, Anna Döing Ines Krug, Markus Rührer, Anna Döing

ENTE, TOD UND TULPE

von Nora Dirisamer

nach dem Buch von Wolf Erlbruch

Inszenierung: Anne Spaeter

10+

WIR ALLE FÜR IMMER ZUSAMMEN

von Guus Kuijer

Inszenierung: Siegfried Hopp

87


Johann David Talinski, Tom Gerber Andreas Grothgar, Jörg Malchow

HIOB

von Joseph Roth

Inszenierung: Wolfgang Engel

6+

PETER PAN

von James M. Barrie

Deutsch von Erich Kästner

Inszenierung: Henner Kallmeyer


14+

David Simon, Floriane Kleinpaß, Johann David Talinski, Elisabeth Müller Laura Kiehne, Stefan Diekmann, Tom Gerber

NICHTS. WAS IM LEBEN WICHTIG IST

von Janne Teller

Inszenierung: Karsten Dahlem

Uraufführung

DIE ERSCHAFFUNG DER WELT – DAS MUSICAL

nach einer wahren Begebenheit

von Stephan Kanyar (Musik), Thomas Gsella (Text)

und Maren Scheel (Buch)

Inszenierung: Caroline Stolz

Musikalische Leitung: Stephan Kanyar

89


Ingrid Domannn, Bettina Schmidt, Ines Krug Floriane Kleinpass, Silvia Weiskopf

DIE PRÄSIDENTINNEN

von Werner Schwab

Inszenierung: Jasper Brandis

Uraufführung

SKIN DEEP SONG

Eine schwarze Komödie von Noah Haidle

Inszenierung: Thomas Krupa


Andreas Maier, Jan Pröhl, Thiemo Schwarz, Sven Seeburg, Stefan Diekmann Jens Ochlast, Armin Dillenberger, Ines Krug

FAUST I + II

Der Tragödie erster und zweiter Teil

von Johann Wolfgang von Goethe

Inszenierung: Christoph Roos

Uraufführung

VERPISS DICH GEWISS

von Hartmut Musewald

Inszenierung: Matthias Kaschig

91


Daniel Christensen, Jörg Malchow, Tom Gerber

CLOCKWORK ORANGE

von Anthony Burgess

Fassung von Hermann Schmidt-Rahmer

Inszenierung: Hermann Schmidt-Rahmer


GANZ NORMAL

Wer ist hier normal und wer ist hier verrückt

Und ist es normal nur weil alle es tun

Ist es normal nur weil alle es tun ist es normal nur weil alle es tun

Ist es normal nur weil alle es tun ist es normal nur weil alle es tun


Ist es normal nur weil alle es tun ist es normal nur weil alle es tun

Ist es normal nur weil alle es tun ist es normal nur weil alle es tun

Ist es normal nur weil alle es tun ist es normal nur weil alle es tun

Ist es normal nur weil alle es tun ist es normal nur weil alle es tun

Ist es normal nur weil alle es tun ist es normal nur weil alle es tun

Ist es normal nur weil alle es tun ist es normal nur weil alle es tun

Ist es normal nur weil alle es tun ist es normal nur weil alle es tun

Ist es normal nur weil alle es tun ist es normal nur weil alle es tun

Ist es normal nur weil alle es tun ist es normal nur weil alle es tun

Ist es normal nur weil alle es tun ist es normal nur weil alle es tun

Ist es normal nur weil alle es tun ist es normal nur weil alle es tun

Die Fantastischen Vier

93


Berger Bergmann

Geschäftsführer TUP

Christian Tombeil

Intendant

INTENDANZ

Christian Tombeil

Intendant

Vera Ring

Stellv. Intendantin

Monika Mimietz

Persönliche Referentin des

Intendanten

KÜNSTLERISCHE

LEITUNG

Christian Tombeil

Vera Ring

Carola Hannusch

Andreas Jander

MITARBEITERINNEN

UND MITARBEITER

DISPOSITION

Anna Mülhöfer

Künstlerische Betriebsdirektorin

und Chefdisponentin

Sabrina Wagner

Mitarbeiterin im Künstlerischen

Betriebsbüro

DRAMATURGIE

Vera Ring

Chefdramaturgin

Anna-Sophia Güther

Carola Hannusch

Marc-Oliver Krampe

Dramaturgen

Judith Heese

Gastdramaturgin

Susanne Wagner

Dramaturgiesekretärin

THEATERPÄDAGOGIK

Katharina Feuerhake

Frank Röpke

Theaterpädagogen

ENSEMBLE

Thomas Büchel, Stefan Diekmann,

Ingrid Domann, Tom Gerber, Laura

Kiehne, Floriane Kleinpaß, Ines

Krug, Jörg Malchow, Jens Ochlast,

Jan Pröhl, Tobias Roth, Janina

Sachau, Anne Schirmacher, Sven

Seeburg, Johann David Talinski,

Rezo Tschchikwischwili, Silvia

Weiskopf, Jens Winterstein

Wolfram Boelzle, Daniel Breitfelder,

Kerstin Brix, Daniel Christensen,

Axel Holst, Lisa Jopt, Wolfgang

Jaroschka, Eva Kurowski, Andreas

Maier, Annika Martens, Elisabeth

Müller, Thiemo Schwarz, David

Simon, Elisabeth Wolle

Gäste

Sibylle Krobs-Rotter

Sprecherziehung

Kerstin Brix

Gesangsunterricht

REGIE

Jean-Claude Berutti, Jasper Brandis,

Karsten Dahlem, Martina Eitner-

Acheampong, Wolfgang Engel, Tom

Gerber, Tilman Gersch, Siegfried

Hopp, Thomas Krupa, Thomas

Ladwig, Konstanze Lauterbach, Jens

Pesel, Moritz Peters, Jana Milena

Polasek, Christoph Roos, Hermann

Schmidt-Rahmer, Martin Schulze,

Christian Tombeil

Regisseure

Sarah Mehlfeld, Katarzyna Maria

Noga, Katha Trykowski

Regieassistenz


BÜHNENBILD

UND KOSTÜME

Andreas Jander

Leitender Bühnen- und

Kostümbildner

Sonja Albartus, Katrijn Baeten, Ines

Burisch, Tom Gerber, Stefanie Grau,

Ann Heine, Katharina Heistinger,

Christina Hillinger, Andreas Jander,

Zwinki Jeannée, Anne Koltermann,

Konstanze Lauterbach, Ulrich

Leitner, Saskia Louwaard, Natalia

Nordheimer, Ulrike Obermüller,

Diana Pähler, Thilo Reuther, Lisa

Marie Rohde, Daniel Roskamp,

Rudy Sabounghi, Yvette Schuster,

Peter Scior, Michael Sieberock-

Serafimowitsch, Jan Steigert,

Inga Timm, Gabriele Wasmuth

Bühnen- und Kostümbildner

Daniel Frerix, Karolin Killig,

Mark Rabe, Markus Schmiedel

Videografie

Johanna Denzel (Gast), Anne

Koltermann, Julia Neufeld, Natalia

Nordheimer

Ausstattungsassistenz

SCHAUSPIELMUSIK

Arturo Annecchino, Achim Gieseler,

Markus Maria Jansen, Klaus-Lothar

Peters, Mark Polscher, Dirk Raulf,

Tobias Schütte, Tobias Sykora,

Hajo Wiesemann

Musikalische Leitung

Dominic Brosovski, Elisabeth

Fügemann, Mike Gosen, Gregor

Hengesbach, Patrick Hengst, Eva

Kurowski, Alexander Matrosov,

Maurice Maurer, Joachim Müller,

Klaus-Lothar Peters, Dirk Raulf,

Philipp Sauer, Sinje Schnittker,

Tobias Sykora, Florian Walter,

Tobias Wember

Musiker

CHOREOGRAFIE

Marcus Grolle

INSPIZIENZ

Sascha Kappler, Susanne Nowack,

Anna Willert

SOUFFLAGE

Karin Gallus, Sieglinde Ritter,

Ursula Robiné

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Berger Bergmann

Geschäftsführer

Heike Tillmanns

Assistentin der Geschäftsleitung

Christof Wolf

Kommunikation/Sponsoring

ALLGEMEINE

VERWALTUNG

Holger Kaminski

Referent der Geschäftsleitung

Renate Jefferies

Sekretariat allgemeine Verwaltung

Anke Panic, Gorica Stankovic

Registratur

PERSONALABTEILUNG

Karsten Stermann

Leiter und Prokurist

Karin Bitting

Sekretariat

Michaela Hellwig, Andreas Huth,

Aldo Pieli, Elke Piontkowski,

Marc Weser

Personalverwaltung

FINANZABTEILUNG/EDV

Karin Müller

Leiterin und Prokuristin

Roger Schütz

Stellv. Leiter

Melanie Böttger, Heike Taubert,

Marion Young

Sachbearbeitung

Ralf Stuckmann

Stellv. Leiter der EDV

Dirk Baumgart, Zlatko Panic

(Datenschutzbeauftragter)

EDV

PRESSE- UND ÖFFENT-

LICHKEITSARBEIT

Martin Siebold

Leiter Schauspiel, Ballett

Christine Nitschke

MARKETING UND

GESTALTUNG

Feride Yaldizli

Leiterin

Daniel Beinert

Stellv. Leitung

Jan Frerichs, Stephanie Kateloe,

Patricia Schendzielorz

95


VERTRIEB

Werner Sehr

Leiter

Sabine Thimm

Stellv. Leiterin

Yvonne Blankenburg, Edith

Blockhaus, Iris Fiedler, Nicole

Momma, Manuela Müller, Helga

Pfaffenberger, Petra Rinek, Angelika

Vollmer, Jutta Wening, Daniela

Witte-Rothscheroth

TicketCenter

Christoph Husareck, Jakob Laraki,

Taha Laraki, Mitja Müller

Abendkasse

TECHNISCHE DIREKTION

Michael Lüdiger

Technischer Leiter Schauspiel

Sandra Meitinger-Schwartze

Konstrukteurin

Kerstin Beck

Sekretärin

BÜHNENTECHNIK

Siegfried Zywitzki

Bühneninspektor Schauspiel

Daniel Kleinen, Klaus-Detlef Sperl,

Kalle Spies

Bühnenmeister

Willi Köhn, Till Parche, Jürgen

Thiele, Daniel Wichart, Volker Will,

Joseph Zboinski

Vorarbeiter Bühnentechnik

Rainer Hölscher

Stellv. Vorarbeiter Bühnentechnik

Nurettin Acar, Maximilan Behr,

Michael Fischer, Kalle Frömberg,

Hans-Jochen Gesenhaus-Leineweber,

Frank Legenbauer, Gregor Mickinn,

Detlef Neuhaus, Peter Nürenberg,

David Perez, Christian Petrat, Detlef

Rauh, Uwe Richter, Dimitrij Zozulja

Bühnentechniker

Zeljko Barkovic, Dirk Pretz

Vorarbeiter Schnürboden

Arndt Burberg, Erik Raab,

Mirko Rottmann

Schnürboden

DEKORATION

Uwe Schüler

Vorarbeiter

Vanessa Bohnen, Rainer Fischer,

Petra Laschke, Tobias Maas

Dekorateure

VERANSTALTUNGS-

TECHNIK

Gina Krüger, Wiebke Pott,

Fabio Biessler

Auszubildende

TON UND VIDEOTECHNIK

Reinhard Dix, Karolin Killig,

Mark Rabe, Markus Schmiedel

Tonmeister

BELEUCHTUNG

Michael Hälker

Leiter der Beleuchtung Schauspiel

Eduard Ollinger, Daniela Schulz

Beleuchtungsmeister

Gerd Dombrowski, Dieter Schönfeld,

Dirk Struwe, Heinz Szameitat

Vorarbeiter Beleuchtung

Uwe Ekrutt, Florian Franzen, Daniel

Graczyk, Mathias Grotkowsky, Marco

Jobst, Franz Martin, Jörg Stange,

Harald Ulff, Stefan Weinert, Marcel

Vrenegor, Ralf Wiesel

Beleuchter

WERKSTÄTTEN

Ralf Gehrke

Direktor der

Ausstattungs werkstätten

MALER UND PLASTIKER

Wolfgang Goroncy, Meinhard Groos

Leiter

Peter Uhe

Erster Maler

Maike Daum, Henning Dahlhaus,

Thomas Müller, Tobias Wallek

Maler

Reinhard Rohrbach

Maler und Lackierer

Lara Peters, Tim Schäfer

Auszubildende

Teddy Braun, Stefanie Schubert

Theaterplastiker


SCHREINEREI

Michael Kramer

Leiter

Kai Balshüsemann

Vorarbeiter Schreinerei

Thomas Gutbier, Dirk Robert,

Dirk Schumacher, Ralf Schwieder,

Thomas Teschke

Schreiner

Joscha Meier

Auszubildender

SCHLOSSEREI

Frank Karlisch

Leiter

Bernd Hanser

Vorarbeiter Schlosserei

Ray Navarro, Thomas Lesner,

Michael Overfeld

Schlosser

Akmal Schaffa

Auszubildender

DEKORATIONS-

WERKSTATT

Peter Riemann

Leiter

Harald Heid

Vorarbeiter

Julia Breitbach, Rainer Petereit,

Joachim Rüth

Dekorateure

Carina Tiller

Auszubildende

REQUISITE

Dirk Lücker

Leiter der Requisite TUP gesamt/

Pyrotechniker

Ralph Kuisle

Vorarbeiter Requisite Schauspiel/

Pyrotechniker

Patrick Alda

Stellv. Vorarbeiter/Pyrotechniker

Franz Fahl, Norbert Fairley, Julia

Lehmann-Müller, Stefanie Vortkamp,

Robert Naujoks

Requisiteure/Pyrotechniker

Martina Flößer

Rüstmacherin

KOSTÜMABTEILUNG

Ulrich Lott

Kostümdirektor TUP gesamt

Inga Koop

Leiterin Kostümabteilung

Schauspiel

Karin Schöneborn

Damengewandmeisterin

Eduard Batzik

Herrengewandmeister

Katrin Bartsch, Doerte Franzen,

Claudia Schiek

Damenschneiderinnen

Silke Berns, Ines Kapturek

Herrenschneiderinnen

Anke Kortmann

Garderobenmeisterin/

Fundusverwalterin

Bettina Leber, Manuela Domnik,

Peter Max Piatkowski, Sabine

Höhfeld

Schneider-Ankleider

Daniela Stivelli

Fundusmitarbeiterin/

Schneider-Ankleiderin

Bahri Saridas

Schuhmacher

MASKE

Karola Baumgart

Chefmaskenbildnerin Schauspiel

Ulrike Köster, Angelika Lindner,

Nicole Lippik-Netz, Julia Scheler,

Elke Stabenow, Janina Stark, Claudia

Wiencek

Maskenbildnerinnen

Lisa Metzner, Anja Reuter

Auszubildende

BETRIEBS- UND

HAUSTECHNIK

Leonhard Johae

Leiter der Betriebs- und

Haustechnik

Bernd Sommer

Vorarbeiter

Guido Dudzik, Detlef Kirchner,

Dirk Wilhelm

Maschinisten/Haustechniker

Frank Seltmann

Hausmeister

Sandra Behrens, Nora Frömberg,

Werner Meis, Frank Versen

Pförtner

Hannelore Birkenbeul, Edovina Due,

Christa Fuchs, Simona Kolberg,

Ruska Rother, Bettina Wolf

Reinigungskräfte

97


FAHRDIENST

(TUP GESAMT)

Peter Böhrig

Vorarbeiter

Dietmar Dittel, Ralf Lohmeyer,

Stephan Neuhaus

Fahrer und Transportarbeiter

Reinhold Liebek, Gaetano Russo-

Hoffmann, Bernd Wensing

Transportarbeiter

TELEFONZENTRALE

Georg Sonntag

ARCHIV

Gerard S. Kohl, Werner Sommer

BETRIEBSRAT

Adil Laraki

Betriebsratsvorsitzender

Gorden Werker

Stellv. Betriebsratsvorsitzender

Florian Franzen, Patrick Fuchs,

Ioanna Giogos, Edeltraud Kreddig,

Annette Meier-Krüger, Thomas

Oberholz, Dirk Robert, Antonio

Rodriguez, Kalle Spies, Johanna

Young, Mechthild Zavodnik

Betriebsratsmitglieder

Heike Kruschel

Sekretärin

ARBEITSSICHERHEIT

Michael Mohr

EHRENMITGLIEDER DER

THEATER UND

PHILHARMONIE ESSEN

Gerd Braese †

Friedel Hanster †

Gerard S. Kohl

Josef Krepela †

Ks. Karl-Heinz Lippe

Ks. Richard Medenbach

Wulf Mämpel

Heinz Wilhelm Norden

Hans Nowak

Prof. Martin Puttke

Ks. Karoly Szilagyi

Walter Velten

Prof. Heinz Wallberg †


WAS WIR BRAUCHEN, SIND EIN PAAR

VERRÜCKTE LEUTE; SEHT EUCH AN, WOHIN

UNS DIE NORMALEN GEBRACHT HABEN.

GEORGE BERNARD SHAW

99


THEATER UND

PHILHARMONIE ESSEN

DIE TUP

Mit ihren künstlerischen Sparten Aalto-Musiktheater, Aalto Ballett Essen,

Essener Philharmoniker und Schauspiel Essen sowie der Philharmonie Essen

ist die Theater und Philharmonie Essen GmbH (TUP) einer der größten und

vielseitigsten deutschen Theaterbetriebe. Rund 350.000 Gäste besuchen pro

Spielzeit die circa 1.000 Veranstaltungen der TUP. Das von fließenden Formen

geprägte Aalto-Theater, die idyllisch im Stadtgarten gelegene Philharmonie und

das in seiner unverwechselbaren Rot-Farbgebung gehaltene Grillo-Theater –

die drei großen Spielstätten der TUP – zählen zu den architektonisch markantesten

Bauwerken in der Region.

Die Theater und Philharmonie Essen mit ihren 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt Essen. Seit

dem Jahr 2008 wird sie von Geschäftsführer Berger Bergmann geleitet. Mit

der Spielzeit 2013/2014 werden die Intendanzen des Aalto-Musiktheaters und

der Philharmonie Essen unter der Leitung von Hein Mulders zusammengelegt.

Neuer Generalmusikdirektor der Essener Philharmoniker wird Tomáš Netopil.

Das Aalto Ballett Essen wird weiterhin von Ben Van Cauwenbergh geführt, ab

der Spielzeit 2013/2014 als Ballett-Intendant. An der Spitze des Schauspiels

steht seit der Spielzeit 2010/2011 Intendant Christian Tombeil.

DAS GRILLO-THEATER

Das Grillo-Theater im Herzen Essens gehört zu den ältesten Theatern im Ruhrgebiet.

Von 1890 bis 1892 nach Plänen des Berliner Theater-Architekten Heinrich

Seeling im neo-barocken Stil erbaut, wurde es 1892 mit Lessings „Minna

von Barnhelm“ eröffnet. Seinen Namen verdankt es seinem großzügigen Stifter,

dem Essener Großindustriellen Friedrich Grillo (1825 bis 1888). Zunächst

gab es den drei Sparten Oper, Schauspiel und Ballett eine Heimat.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Grillo-Theater durch Bomben zu großen Teilen

zerstört. Mit dem Wiederaufbau sollte das Haus laut Konzept der Architekten

den „Charakter eines Volkstheaters“ erhalten: Die „klassifizierenden“ zwei

Ränge wichen einem größeren Rang, die Proszeniumslogen fielen weg. Zudem

entschied man sich, auf die Wiederherstellung der wilhelminischen „Schnörkelfassade“

zu verzichten und das Haus mit einer neuen sachlich-neoklassizistischen

Front zu versehen.

Als in Essen 1988 das neue Opernhaus, das Aalto-Theater, nach langen Verzögerungen

seinen Spielbetrieb aufnehmen konnte, begann der Umbau des Grillo-

Theaters zum reinen Schauspielhaus. Die Pläne entwarf der Essener Architekt

Werner Ruhnau. Zwei Jahre später konnte das Haus mit Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“

in einer Raumbühnen-Inszenierung wiedereröffnet werden.

Der große Saal des Grillo-Theaters mit seinen 427 Plätzen ist die Hauptspielstätte

des Schauspiel Essen. Vorstellungen finden zudem in der Casa, der Box,

dem Café Central und der Heldenbar statt.

101


DAS AALTO-THEATER

Das von dem finnischen Architekten Alvar Aalto entworfene Aalto-Theater mit

seinen 1.125 Plätzen beheimatet nicht nur das Aalto-Musiktheater, das Aalto

Ballett Essen und die Essener Philharmoniker, es ist auch eine architektonische

Sehenswürdigkeit von internationalem Rang. Von der FAZ als „vielleicht

schönster deutscher Theaterbau nach 1945“ bezeichnet, vereint das Haus vollkommene

Ästhetik mit hohem Nutzwert. Mit seinen organisch fließenden Grundformen

und seiner hellen Granitverkleidung erinnert das Aalto-Theater an nordische

Landschaften. Die geschwungenen Sitzreihen vor der Bühne und die

asymmetrische Form des Auditoriums lehnte der Architekt an das antike Theater

in Delphi an. Eine Besonderheit ist der fehlende Bühnenturm: Das Bühnenhaus

ist in die Gesamtform des Baukörpers integriert.

Bereits 1959 gewann Aalto den Architektenwettbewerb für den Neubau. Bis

zur Realisierung seiner Pläne sollten indes fast 30 Jahre vergehen, in denen

sich Diskussionen über den geplanten Bau, Zweifel an der Realisierbarkeit und

neue Anläufe zur Verwirklichung abwechselten. Die Eröffnung 1988 erlebte

Alvar Aalto nicht mehr, er starb 1976. Die Verzögerungen hatten immerhin ein

Gutes: Als Architektur längst der klassischen Moderne zuzurechnen, erfüllt das

Aalto-Theater auch im Hinblick auf Gebäude- und Bühnentechnik modernste

Ansprüche. Sein 25-jähriges Bestehen feiert das Aalto-Theater 2013/2014 mit

einer Jubiläums-Spielzeit.


DIE PHILHARMONIE ESSEN

Die Philharmonie Essen ist eines der schönsten Konzerthäuser Deutschlands.

Das Gebäude – der frühere Saalbau – hat eine wechselvolle Geschichte: 1904

leitete Richard Strauss das Eröffnungskonzert, zwei Jahre später dirigierte hier

Gustav Mahler die Uraufführung seiner 6. Sinfonie. 1943 wurde der Saalbau

bei einem Bombenangriff zerstört, nach dem Zweiten Weltkrieg gelang rasch

der Wiederaufbau. Auch in der Nachkriegszeit galt der Saalbau als die „gute

Stube“ Essens. Doch mit der Zeit sah man Modernisierungsbedarf: Nach längeren

politischen Diskussionen und einer aufwendigen, zwei Jahre dauernden

Renovierung wurde das Haus im Juni 2004 als Philharmonie Essen wiedereröffnet.

Das Architekturbüro Busmann + Haberer verband dabei die historische

Bausubstanz mit modernen Anforderungen.

Der Alfried Krupp Saal mit seiner hervorragenden Akustik bildet das Herzstück

des Hauses. Er bietet 1.906 Besuchern Platz und ist vielseitig einsetzbar. Der

gläserne Kubus des RWE Pavillons mit seinen 350 Plätzen und dem freien Blick

in den Stadtgarten ist der ideale Raum für Jazz- und Kinderkonzerte, aber auch

für Empfänge und Feiern. Ein attraktives Programm mit herausragenden Künstlern

und Ensembles trägt zum guten Ruf der Philharmonie Essen bei; zudem

spielen hier die Essener Philharmoniker ihre Sinfoniekonzerte. Das Haus dient

darüber hinaus als vielfältig nutzbare Veranstaltungsstätte: Die Räume eignen

sich für Tagungen, Kongresse, Messen, Bälle und Feste.

103


SERVICE-TELEFON: 02 01 81 22-200

Sie erreichen uns telefonisch:

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und einem adressierten Freiumschlag zu versehen. Vorbestellte

Karten reservieren wir Ihnen für maximal zehn Tage, danach wird die Reservierung

gelöscht. Wir bitten um Verständnis, dass nur bezahlte Karten an der

Abendkasse hinterlegt werden können.

Theaterkarten gelten am jeweiligen Vorstellungstag für freie Hin- und Rückfahrt

mit VRR-Verkehrsmitteln (2. Klasse) im VRR-Raum.

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Per Fax 02 01 81 22-201

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Mobil m.theater-essen.de

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II. Hagen 2, 45127 Essen

Mo 10:00–16:00 Uhr

Di–Fr 10:00–19:00 Uhr

Sa 10:00–15:00 Uhr

ÖFFNUNGSZEITEN WÄHREND DER THEATERFERIEN

Das TicketCenter am II. Hagen 2 bleibt auch während der Theaterferien vom

22. Juli bis 8. September 2013 von Montag bis Freitag in der Zeit von 10:00 bis

15:00 Uhr geöffnet. In dieser Zeit findet auch unser telefonischer Service statt.

Die Kasse im Aalto-Theater ist in der Zeit vom 23. Juli bis 16. September 2013

geschlossen. Die Kasse in der Philharmonie ist während der Theater ferien zu

den gewohnten Zeiten geöffnet.

AALTO-THEATER

Opernplatz 10, 45128 Essen

Di–Fr 13:00–18:30 Uhr*

Sa 15:00–18:00 Uhr*

* an vorstellungsfreien Tagen jeweils eine Stunde länger geöffnet

Die Abendkasse öffnet 90 Minuten vor Aufführungsbeginn.

Extra: Kurzparkzone für Kartenkäufer direkt am Haupteingang des Aalto-Theaters!

PHILHARMONIE ESSEN

Kasse am Stadtgarten-Eingang, Huyssenallee 53, 45128 Essen

Mo–Fr 13:00–18:00 Uhr

Sa 10:00–15:00 Uhr

So 11:00–14:00 Uhr

Die Abendkasse öffnet 90 Minuten vor Aufführungsbeginn.


WEITERE VORVERKAUFSSTELLE

EMG – Essen Marketing GmbH | Touristikzentrale

Am Hauptbahnhof 2, 45127 Essen

Mo-Fr 9:00-18:00 Uhr | Sa 10:00-16:00 Uhr

T 02 01 88 72 333 | F 02 01 88 72 044

touristikzentrale@essen.de

ABENDKASSEN

GRILLO-THEATER | HELDENBAR | CAFÉ CENTRAL

Theaterplatz 11, 45127 Essen

Die Abendkasse für Vorstellungen im Grillo-Theater öffnet 90 Minuten vor Aufführungsbeginn.

Für Vorstellungen der Heldenbar und im Café Central öffnet

die Abendkasse 60 Minuten vor Aufführungsbeginn.

CASA | BOX

Theaterplatz 7, 45127 Essen

Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Aufführungsbeginn.

PREISE EINZELKARTEN

GRILLO-THEATER

Repertoire Premiere

Parkett Reihe 01–04 € 26,00 € 34,00

Reihe 05–13 € 24,00 € 28,00

Reihe 14–19 € 17,00 € 20,00

Rang Reihe 01–04 € 11,00 € 11,00

VORVERKAUFSBEGINN FÜR

„ANTON, DAS MÄUSEMUSICAL“: 14.09.2013

„ANTON, DAS MÄUSEMUSICAL“ IM GRILLO-THEATER (S. S. 16)

Kinder-Festpreis (bis 16 Jahre) € 8,00

Erwachsene Repertoire Premiere

Parkett Reihe 01–11 € 14,00 € 19,00

Reihe 12–20 € 10,00 € 16,00

Rang Reihe 01–04 € 9,00 € 11,00

CASA | BOX

Alle Plätze € 14,00 € 16,00

HELDENBAR | BOX | CAFÉ CENTRAL

Bitte entnehmen Sie die Preise den Monatsspielplänen. Alle Preise inkl. Gebühr

und Garderobe. Abweichende Preise bei Gastspielen und Sonderveranstaltungen.

VOLLE HÜTTE

Jede Karte im Grillo-Theater, in der Casa oder in der Box kostet € 10,00 (keine

Ermäßigungen). Für welche Vorstellungen „Volle Hütte“ gilt, entnehmen Sie

bitte unseren Monatsspielplänen.

LAST MINUTE

Über die Info-Hotline 02 01 81 22-600 erfahren Sie täglich, ob ein Last-Minute-

Verkauf am Abend stattfindet. Falls ja, können Sie an der Abendkasse günstige

Restkarten erwerben.

105


ERMÄSSIGUNGEN

Sowohl im Vorverkauf als auch an der Abendkasse erhalten folgende Besucher

30 % Ermäßigung auf Einzeleintrittskarten:

• Schüler, Jugendliche und Studenten bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres

• Schwerbehinderte ab 70 % Erwerbsminderung sowie deren im Ausweis

vermerkte Begleitung

• Seniorenpassinhaber der Stadt Essen

• Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger

Ausgenommen sind Premieren, Sonder- und Fremdveranstaltungen. Bitte

bringen Sie Ihren entsprechenden Ausweis (z. B. Bewilligungsbescheid,

Studentenausweis) beim Ticketkauf mit und halten Sie beim Einlass den Nachweis

Ihrer Ermäßigungsberechtigung bereit. Ohne diesen Nachweis müssen wir

Sie ggf. bitten nachzuzahlen.

KARTENKAUF IM INTERNET

Wenn Sie Ihren Theaterbesuch bequem von Zuhause oder vom Büro aus planen

möchten, dann nutzen Sie einfach unseren Online-Vorverkauf: Besuchen Sie uns

unter www.schauspiel-essen.de und klicken Sie bei der von Ihnen gewählten

Veranstaltung auf den Link „Tickets“: Es öffnet sich ein Bestellformular. Mit der

Angabe Ihrer Kreditkartennummer kaufen Sie Ihre Tickets direkt – wir schicken

sie Ihnen umgehend zu oder hinterlegen sie bei kurzfristigem Kauf an der jeweiligen

Abendkasse. Beim Online-Kartenkauf, zu dem Sie auch über unsere

Web-App m.theater-essen.de gelangen können, entstehen keine zusätzlichen

Vorverkaufs- oder Ticketgebühren!

GUTSCHEINE

Schenken Sie Ihren Freunden oder Verwandten einen besonderen Abend!

Geschenkgutscheine für kleinere und größere Anlässe in allen Preislagen (ab

€ 10,00) erhalten Sie das ganze Jahr über. Unser Service-Team im TicketCenter

berät Sie gern.

SCHULKLASSEN

Schulklassen und -kurse erhalten für viele Veranstaltungen Sonderpreise.

Weitere Infos und Sammelbestellungen bei:

Nicole Momma

II. Hagen 2, 45127 Essen

T 02 01 81 22-188

nicole.momma@tup-online.de


SITZPLÄNE*

* Maximalbestuhlung (abweichende Bestuhlungsvarianten möglich)

107


ABONNEMENTS

2013 | 2014

ABO-COCKTAIL

Es gibt einen neuen triftigen Grund, Abonnent des Schauspiel Essen zu sein bzw.

zu werden: Intendant Christian Tombeil und sein künstlerisches Team sowie

Mitglieder des Schauspielensembles laden alle Abonnenten zum Abo-Cocktail

in die Casa ein. Im Rahmen der Veranstaltung am 1. Juli 2013 um 19:00 Uhr

bekommen Schauspiel-Abo-Besitzer exklusiv die Stücke der neuen Spielzeit

und deren Autoren genauer vorgestellt – erste Leseproben inklusive!

Zählkarten sind ab dem 3. Juni 2013 im TicketCenter, II. Hagen 2, 45127 Essen,

erhältlich.

TICKETCENTER

II. Hagen 2, 45127 Essen

T 02 01 81 22-200 | F 02 01 81 22-201

tickets@theater-essen.de | www.theater-essen.de

Sie erreichen uns:

Mo 10:00–16:00 Uhr | Di–Fr 10:00–19:00 Uhr | Sa 10:00–15:00 Uhr

(telefonischer Vorverkauf jeweils ab 9:00 Uhr)

DIE PREMIEREN-ABONNEMENTS

Das große Premieren-Abo

Macbeth 28.09.2013

Der Prozess 18.10.2013

Die neuen Abenteuer des Don Quijote (UA) 01.11.2013

Der Geizige 29.12.2013

Medea 28.02.2014

Eine Inszenierung von Hermann Schmidt-Rahmer 27.04.2014

Anna Karenina 20.06.2014

Preise Großes Premieren-Abo mit 7 Vorstellungen

Parkett Reihe 01–04 € 175,00

Reihe 05–13 € 140,00

Reihe 14–20 € 101,50

Rang Reihe 01–04 € 49,00

Das kleine Premieren-Abo

Macbeth 28.09.2013

Die neuen Abenteuer des Don Quijote (UA) 01.11.2013

Der Geizige 29.12.2013

Medea 28.02.2014

Anna Karenina 20.06.2014

Preise Kleines Premieren-Abo mit 5 Vorstellungen

Parkett Reihe 01–04 € 125,00

Reihe 05–13 € 100,00

Reihe 14–20 € 72,50

Rang Reihe 01–04 € 35,00


DIE FEST-ABONNEMENTS MIT JE 6 VORSTELLUNGEN

Das Mittwochs-Abo

Macbeth 05.02.2014

Der Prozess 12.03.2014

Die neuen Abenteuer des Don Quijote (UA) 09.04.2014

Medea 07.05.2014

Der Geizige 04.06.2014

Eine Inszenierung von Hermann Schmidt-Rahmer 02.07.2014

Das Donnerstags-Abo

Der Prozess 21.11.2013

Die neuen Abenteuer des Don Quijote (UA) 16.01.2014

Macbeth 06.02.2014

Der Geizige 06.03.2014

Medea 03.04.2014

Eine Inszenierung von Hermann Schmidt-Rahmer 22.05.2014

Das Freitags-Abo

Der Prozess 25.10.2013

Die neuen Abenteuer des Don Quijote (UA) 13.12.2013

Der Geizige 17.01.2014

Macbeth 14.02.2014

Medea 07.03.2014

Eine Inszenierung von Hermann Schmidt-Rahmer 02.05.2014

Das Samstags-Abo

Die neuen Abenteuer des Don Quijote (UA) 09.11.2013

Macbeth 11.01.2014

Der Geizige 08.02.2014

Der Prozess 08.03.2014

Medea 12.04.2014

Eine Inszenierung von Hermann Schmidt-Rahmer 31.05.2014

Das Sonntagnachmittags-Abo – 16:00 Uhr

Die neuen Abenteuer des Don Quijote (UA) 10.11.2013

Macbeth 12.01.2014

Der Geizige 09.02.2014

Der Prozess 09.03.2014

Medea 13.04.2014

Eine Inszenierung von Hermann Schmidt-Rahmer 01.06.2014

Preise Fest-Abonnement mit 6 Vorstellungen

Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag

oder Sonntagnachmittag

Parkett Reihe 01–04 € 102,00

Reihe 05–13 € 90,00

Reihe 14–20 € 66,00

Rang Reihe 01–04 € 42,00

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DAS CASA-PREMIEREN-ABO

Tschick 15.12.2013

Die Leiden des jungen Werther 23.02.2014

Eine Blume als Gegenwehr (UA)

Siegerstück der Essener Autorentage

„Stück auf!“ 2013 25.04.2014

Lucky Happiness Golden Express 22.06.2014

Preise Casa-Premieren-Abo mit 4 Vorstellungen

€ 46,40

DAS FIFTY-FIFTY-GRILLO-CASA-ABO

Die Opferung von Gorge Mastromas 13.11.2013

Tschick 18.12.2013

Macbeth 18.01.2014

Der Prozess 16.03.2014

Der Geizige 11.04.2014

Eine Blume als Gegenwehr (UA)

Siegerstück der Essener Autorentage

„Stück auf!“ 2013 14.05.2013

Preise Fifty-Fifty-Grillo-Casa-Abo mit 6 Vorstellungen

Kategorie 1 € 79,50

Kategorie 2 € 73,50

DAS ABO ALT & NEU

Clockwork Orange 10.01.2014

Der Geizige 08.02.2014

Macbeth 08.03.2014

Faust I + II 21.03.2014

Preise Fest-Abonnement mit 4 Vorstellungen

Parkett Reihe 01–04 € 68,00

Reihe 05–13 € 60,00

Reihe 14–20 € 44,00

Rang Reihe 01–04 € 28,00


DIE WAHL-ABOS MIT 20/12/10 ODER

6 GUTSCHEINEN

Sie möchten flexibel bleiben? Dann entscheiden Sie sich doch für ein Wahl-

Abo! Mit Ihren Gutscheinen haben Sie viele Möglichkeiten: Gehen Sie alleine,

zu zweit, laden Sie Freunde, Nachbarn oder Verwandte zu einem gemeinsamen

Theaterabend ein. Je mehr Gutscheine Sie kaufen, desto preiswerter ist

Ihr Theater besuch – je nach Platzgruppe bis zu 50 %!

Preise 20 Gutscheine € 220,00

12 Gutscheine € 144,00

10 Gutscheine € 130,00

6 Gutscheine € 96,00

Die Gutscheine des Wahl-Abonnements gelten für alle Platzgruppen und alle

Bühnen des Schauspiel Essen und sind eine Spielzeit lang gültig. Die Gutscheine

gelten nicht bei Premieren und Sonderveranstaltungen.

NEU: DAS JAZZ-WAHL-ABO

Mit dem neuen Jazz-Wahl-Abo erhalten Sie satte Rabatte: Je mehr Jazz-Veranstaltungen

Sie auf einmal buchen, desto günstiger wird es für Sie!

Bei gleichzeitiger Buchung von 3 unterschiedlichen Jazz-Konzerten im Grillo-

Theater erhalten Sie 10 % Rabatt auf den Kartenpreis von je € 22,00.

Bei gleichzeitiger Buchung von 4 unterschiedlichen Jazz-Konzerten im Grillo-

Theater erhalten Sie 20 % Rabatt auf den Kartenpreis von je € 22,00.

Bei gleichzeitiger Buchung von 5 oder 6 unterschiedlichen Jazz-Konzerten im

Grillo-Theater erhalten Sie 30 % Rabatt auf den Kartenpreis von je € 22,00.

Bitte beachten Sie:

Um den Preisvorteil des Jazz-Wahl-Abos genießen zu können, müssen alle Veranstaltungen

am selben Arbeitstag gebucht werden. Einzelne Konzertkartenkäufe

können nicht nachträglich zu einem Jazz-Wahl-Abo zusammengestellt

werden. Kartenumtausch oder -rückgabe ist für im Jazz-Wahl-Abo gebuchte

Konzerte nicht möglich. Ein Jazz-Wahl-Abo kann nicht spielzeitübergreifend

zusammengestellt werden.

Alle Termine der Jazz-Konzerte in der Spielzeit 2013/2014 finden Sie auf

Seite 57.

111


DIE ERMÄSSIGTEN FEST-ABONNEMENTS

Mit einem unserer Fest-Abonnements sind Schüler, Studierende sowie Auszubildende

bis zum vollendeten 27. Lebensjahr* immer mittwochs, donnerstags,

freitags, samstags oder auch am Sonntagnachmittag auf der sicheren und vor

allem günstigen Seite. Und wer spart nicht gern 60 % gegenüber dem regulären

Tagespreis?

Preise Ermäßigtes Fest-Abonnement mit 6 Vorstellungen

Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag oder Sonntagnachmittag

Parkett Reihe 01-04 € 69,00

Reihe 05-13 € 63,00

Reihe 14-20 € 45,00

DAS ERMÄSSIGTE JUNGWÄHLER-ABO

MIT 8 GUTSCHEINEN

Für nur € 6,00 ins Theater? Das geht! Mit den acht Gutscheinen des ermäßigten

Wahl-Abos können Schüler, Studierende sowie Auszubildende bis zum vollendeten

27. Lebensjahr* acht Vorstellungen allein oder vier Theaterabende

zu zweit erleben. Man kann natürlich auch sechs Mal seine Lieblingsinszenierung

besuchen und sie dann noch einmal mit netter Begleitung ansehen. Fast

alles ist möglich! Die Gutscheine gelten für alle Platzgruppen und alle Bühnen

des Schauspiel Essen und sind eine Spielzeit lang gültig. Allerdings: Bei Premieren

und Sonderveranstaltungen endet die große Gutschein-Freiheit. Sorry!

Preis 8 Gutscheine € 48,00

* Wir bitten um Vorlage der entsprechenden Berechtigung an der Vorverkaufsstelle

bzw. Abendkasse.


ALLE ABO-PREISE 2013/2014 AUF EINEN BLICK

Parkett Parkett Parkett Rang

Reihe 1–4 Reihe 5–13 Reihe 14–20

Das große

Premieren-Abo

(7 Vorstellungen) € 175,00 € 140,00 € 101,50 € 49,00

Das kleine

Premieren-Abo

(5 Vorstellungen) € 125,00 € 100,00 € 72,50 € 35,00

Das Casa-Premieren-Abo € 46,40

(4 Vorstellungen)

Die Fest-Abos

(6 Vorstellungen) € 102,00 € 90,00 € 66,00 € 42,00

ermäßigt* € 69,00 € 63,00 € 45,00

Das Fifty-Fifty-Grillo-Casa-Abo

(6 Vorstellungen) € 79,50 € 73,50

Das Abo Alt & Neu

(4 Vorstellungen) € 68,00 € 60,00 € 44,00 € 28,00

ermäßigt* € 46,00 € 42,00 € 30,00

Das Wahl-Abo 20 Gutscheine 12 Gutscheine 10 Gutscheine 6 Gutscheine

€ 220,00 € 144,00 € 130,00 € 96,00

Ermäßigtes Wahl-Abo * 8 Gutscheine

€ 48,00

* Die Ermäßigung gilt für Schüler, Studierende sowie Auszubildende bis zum vollendeten 27. Lebensjahr.

Wir bitten um Vorlage der entsprechenden Berechtigung an der Vorverkaufsstelle bzw. Abendkasse.

113


DIE ABONNEMENT-

BEDINGUNGEN DER TUP

I. Zustandekommen eines Abonnement-Vertrages/Änderungen

Mit der Unterzeichnung der schriftlichen Bestellung und der Übersendung

bzw. Übergabe des Abonnement-Ausweises kommt ein Abonnement-Vertrag

zwischen der Theater und Philharmonie Essen GmbH und dem Besteller zustande.

Die hier genannten Abonnementbedingungen sind Bestandteil des Vertrages.

Die TUP behält sich das Recht vor, diese Abonnementbedingungen für

die jeweilige Spielzeit zu ändern. Im Übrigen gelten die AGB der TUP.

II. Laufzeit des Abonnement-Vertrages

Der Abonnement-Vertrag beginnt in der Spielzeit, die in der schriftlichen

Bestellung angegeben ist. Er läuft auf unbestimmte Dauer und gilt auch für

die Spielzeiten, die der in der Bestellung genannten ersten Spielzeit folgen.

III. Kündigung des Abonnement-Vertrages

Abonnent oder die TUP das Vertragsverhältnis bis spätestens zum 30. Juni der

laufenden Spielzeit schriftlich kündigt. Eine Kündigung aus wichtigem Grund

(insbesondere bei säumiger Zahlung des Abonnements) bleibt unberührt.

Der Abonnement-Vertrag endet zum Ablauf einer laufenden Spielzeit, wenn der

IV. Abonnement-Preis

Die für die jeweilige Spielzeit gültigen Abonnement-Preise sind aus den jährlichen

speziellen Publikationen und den von der TUP herausgegebenen Jahresheften

ersichtlich. Der Preis für das Abonnement ist in jeder Spielzeit gesondert

zu entrichten.

Er ist für die jeweilige Spielzeit bis zum 15. September des Spielzeitjahres in

einer Summe zu entrichten oder aber in zwei gleichen Raten spätestens zum

15. September des Spielzeitjahres und zum 2. Januar des Folgejahres. Zahlungen

sind unter Angabe der Abonnenten-Nummer zu überweisen auf eines der

folgenden Konten:

Konto-Nr. 252 312, Sparkasse Essen

(BLZ 360 501 05)

Konto-Nr. 114 316, National Bank Essen

(BLZ 360 200 30)

Konto-Nr. 6630-433, Postgiroamt Essen

(BLZ 360 100 43)

Es sind auch Bareinzahlungen möglich.

V. Terminverlegungen/Platzänderungen

Abonnenten getroffene Platzwahl während der gesamten Laufzeit des Vertrages

einzuhalten. Sie hat allerdings das Recht – aus künstlerischen und/oder

organisatorischen Gründen –, kurzfristig Platzänderungen oder auch Änderungen

der Spielstätte vorzunehmen, Abonnement-Vorstellungen auf einen anderen

Termin zu verlegen oder das vorgesehene Programm zu ändern. Bei Ausfall

einer Abonnement-Vorstellung durch Streik oder höhere Gewalt hat der Abonnent

keinen Anspruch auf eine Ersatzleistung. Dies gilt ebenso bei Versäumnis

einer Vorstellung.

Die TUP wird alles unternehmen, die im Rahmen der Bestellung durch den


VI. Übertragbarkeit

entbindet den Vertragspartner jedoch nicht von seiner Zahlungsverpflichtung.

Das Abonnement ist grundsätzlich auf Dritte übertragbar, eine Übertragung

Bei ermäßigten Abonnements muss die begünstigte Person ebenfalls einen

Anspruch auf diese Ermäßigung nachweisen können. Eine Auszahlung, die sich

aus einer Ermäßigungsberechtigung ergeben würde, ist ausgeschlossen.

VII. Umtausch(-scheine) und Gültigkeit

Können Sie aus zwingenden Gründen eine Abo-Vorstellung nicht besuchen, erhalten

Sie gegen Vorlage Ihres Abo-Ausweises (bis spätestens zwei Werktage vor

der Veranstaltung) einen Abo-Umtauschschein. Der 1. und 2. Umtausch ist kostenlos;

ab dem 3. Tausch erheben wir eine Bearbeitungsgebühr (zurzeit € 2,00).

Eine Barauszahlung ist ausgeschlossen.

wenn nur Plätze einer niedrigeren Preiskategorie angeboten werden können.

Für Plätze einer höheren Preisgruppe wird ein Aufschlag berechnet, der sich

Bei der Einlösung des Umtauschscheins besteht kein Erstattungsanspruch,

aus der Differenz der Platzgruppen ergibt. Der Abo-Umtauschschein ist nur

innerhalb einer Spielzeit einlösbar und muss bis zum 31.07. der laufenden

Spielzeit für eine der im Vorverkauf befindlichen Aufführungen eingelöst werden.

Eine Garantie für die Einlösung von Umtauschscheinen bei bestimmten

Werken oder Terminen wird nicht übernommen. Umtauschscheine sind nicht

einlösbar für Premieren und Sonderveranstaltungen.

VIII. Wahl-Abonnements

Alle Sparten der TUP bieten Wahl- oder Gutschein-Abos an, die nach Verfügbarkeit

der Plätze eingelöst werden können. Es gelten die unter VI. genannten

Regelungen zur Übertragbarkeit und die unter VII. genannten Regelungen zur

Einlösung von Gutscheinen. Mit Ablauf der Spielzeit verlieren nicht eingelöste

Wahlabo-Gutscheine ihre Gültigkeit.

IX. Verlust

(T 02 01 81 22-200). Gegen eine Bearbeitungsgebühr von zurzeit € 2,50 erhalten

Sie einen Abo-Ersatzausweis. Verloren gegangene Abo-Umtauschscheine

können nicht ersetzt werden.

Der Verlust Ihres Abo-Ausweises ist dem TicketCenter sofort mitzuteilen

X. Datenspeicherung/Adressänderung

Zu internen Zwecken werden sämtliche, das Abonnement betreffende Daten

elektronisch gespeichert. Adressänderungen etc. sind bitte schnellstmöglich

dem TicketCenter mitzuteilen.

XI. Gerichtsstand

Gerichtsstand ist Essen.

Theater und Philharmonie Essen GmbH, Opernplatz 10, 45128 Essen

Geschäftsführer: Berger Bergmann | Aufsichtsratsvorsitzender: Hans Schippmann

HRB 5812 Essen

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SERVICE

ANFAHRT

Der Theaterplatz mit Grillo-Theater, Casa, Box und Heldenbar befindet sich mit-

Wenn Sie mit dem Auto anreisen

ten in der Essener Innenstadt. Ganz gleich, von welcher Himmelsrichtung aus

Sie sich Essen nähern – ob über die A 40/A 42 oder A 52 –, folgen Sie einfach

der Beschilderung „Essen-Zentrum“. Und wenn Sie sich im Zentrum befinden,

richten Sie sich nach der Beschilderung „Schauspielhaus“.

Parkplätze

Das Parkhaus am Deutschlandhaus (Lindenallee gegenüber der Lindengalerie)

können Sie täglich außer sonntags ab 18:00 Uhr zum Theatertarif von € 3,00

nutzen. Weitere Parkmöglichkeiten bietet die gebührenpflichtige Tiefgarage

unter dem Kennedyplatz (kein Theatertarif).

Wenn Sie mit Bus und/oder Bahn (ÖPNV) anreisen

Die Spielstätten des Schauspiels liegen in der Essener Innenstadt, nur wenige

Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Mit den U-Bahnen U 11/U 17/U 18

fahren Sie bis zur Haltestelle Hirschlandplatz. Theaterkarten gelten am jeweiligen

Vorstellungstag für freie Hin- und Rückfahrt mit VRR-Verkehrsmitteln

(2. Klasse) im VRR-Raum.

Taxi-Service

Kommen Sie bequem nach Hause: Besucher des Grillo-Theaters können vor der

jeweiligen Veranstaltung oder in der Pause ein Taxi vorbestellen – melden Sie

sich dazu bitte einfach an der Garderobe. Der Taxi-Service wird in Zusammenarbeit

mit der Taxizentrale Essen angeboten.

Grillo-Theater / Café Central /

Heldenbar

Theaterplatz 11

45127 Essen

TicketCenter

te

Grillo-Theater

Casa | Box

Casa / Box

Theaterplatz 7

45127 Essen

TicketCenter

II. Hagen 2

45127 Essen


Zugang für Besucher mit Behinderung

Das Grillo-Theater sowie die anderen Spielstätten des Schauspiel Essen sind

barrierefrei. Im Grillo-Theater befindet sich für Menschen mit Gehbehinderung

ein Aufzug im rechten Eingangsturm, der ebenerdig über den Seiteneingang erreichbar

ist. Um zur Casa/Box zu gelangen, nutzen Sie bitte den Aufzug in der

Theater-Passage, Theaterplatz 7. In den Zuschauerräumen stehen einige Rollstuhlplätze

zur Verfügung. Wenn Sie einen Rollstuhlplatz in Anspruch nehmen

möchten, teilen Sie dies bitte unbedingt beim Kartenkauf im TicketCenter oder

telefonisch unter der T 02 01 81 22-200 mit, da vor dem gewünschten Vorstellungsbesuch

extra Sitzplätze ausgebaut werden müssen.

Induktionsschleife für Hörgeräte-Träger

Wenn Sie Träger eines Hinter-Ohr-Hörgerätes sind, können Sie im Grillo-Theater

auf zahlreichen Plätzen Verbindung zur dort installierten Induktionsschleife

aufnehmen: Sobald Sie einen solchen Platz erreicht haben, müssen Sie lediglich

einen Schalter an Ihrem Hörgerät umstellen, um in den Genuss der Verstärkung

zu kommen. Bitte fragen Sie beim Kartenkauf im TicketCenter oder

telefonisch unter der T 02 01 81 22-200 nach, welche Plätze bei der jeweiligen

Vorstellung für die Verwendung der Induktionsschleife geeignet sind. In

der Casa und der Box stehen leider keine Induktionsschleifen zur Verfügung.

Service für Verspätete

Wenn Sie einmal zu spät kommen sollten, bemühen wir uns im Grillo-Theater

um einen möglichst unkomplizierten Nacheinlass für Sie. Bitte haben Sie Verständnis,

dass dies nicht bei allen Vorstellungen möglich ist. In der Casa und

der Box gibt es in der Regel keinen Nacheinlass.

Programmhefte

Die Programmhefte zu den aktuellen Schauspiel-Inszenierungen sind – ab der

jeweiligen Premiere – auch im TUP-TicketCenter, II. Hagen 2, erhältlich.

Bild-, Ton- und Videoaufnahmen

Bild-, Ton- und Videoaufnahmen sind aus urheberrechtlichen Gründen bei den

Veranstaltungen in unseren Häusern nicht gestattet. Wir bitten um Verständnis.

Mobiltelefone

Mobiltelefon während der Veranstaltung komplett auszuschalten.

Um akustische und technische Störungen zu vermeiden, bitten wir Sie, Ihr

Garderobe

Die Garderobengebühr ist im Eintrittspreis enthalten.

Theater-Führungen

Das Grillo-Theater bietet Führungen an, in denen Sie auch das zu sehen bekommen,

was Ihnen bei einem Vorstellungsbesuch verborgen bleibt. Der Blick

hinter die Kulissen ist allerdings nur nach vorheriger Vereinbarung möglich.

Informationen erhalten Sie bei unseren Theaterpädagogen Katharina Feuerhake

und Frank Röpke unter T 02 01 81 22-334.

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Die Gastronomie im Grillo-Theater

Besuch! Lassen Sie sich vor oder nach Ihrem Theaterbesuch kulinarisch verwöhnen

– das „Central im Grillo Theater“ hat geöffnet: dienstags bis donnerstags

von 9:00-23:00 Uhr, freitags und samstags von 9:00-01:00 Uhr sowie

sonntags von 10:00-23:00 Uhr.

Tischreservierungen unter T 02 01 384 399-84.

Wenn Sie mit einer Gruppe bei uns zu Gast sind, unterbreitet Ihnen das Gas tronomie-Team

auch gerne ein individuell zusammengestelltes Speisenangebot.

www.central-essen.de

Das Gastronomie-Team des „Central im Grillo Theater“ freut sich auf Ihren

Informationen über die Stadt Essen, Übernachtungsmöglichkeiten, Stadt-

Zu Gast in Essen

führungen und Eintrittskarten für die Veranstaltungen der Theater und Philharmonie

Essen sowie weitere Angebote rund um Ihren Aufenthalt in Essen

erhalten Sie bei der

Touristikzentrale Essen

(Im Handelshof)

Am Hauptbahnhof 2

45127 Essen

T 02 01 88 72 041 bis 88 72 049

touristikzentrale@essen.de

www.essen.de


FREUNDE & FÖRDERER

FREUNDESKREIS THEATER UND PHILHARMONIE ESSEN

Der Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen ist eine der bedeutendsten

Bürgerbewegungen im Bereich der Kulturförderung unserer Stadt. Er sieht es

als seine Aufgabe an, sich für die Erhaltung und Förderung von Kunst und Kultur

in Essen einzusetzen. Er unterstützt dabei die zahlreichen Produktionen von

Oper, Schauspiel, Ballett und Philharmonie materiell und ideell.

Die mehr als 1200 Mitglieder des Vereins konnten in den letzten 27 Jahren insgesamt

€ 13 Millionen an finanziellen Mitteln der Theater und Philharmonie Essen

zur Verfügung stellen. Dieses bürgerliche Engagement hilft aber auch dabei, Orte

der Kunst erst zu schaffen und dann langfristig zu erhalten. Die Errichtung des

Grillo-Theaters im 19. Jahrhundert, der Bau des Aalto-Theaters im 20. Jahrhundert

und der Umbau des Saalbaus zur Philharmonie Essen im 21. Jahrhundert

wären ohne die Unterstützung von Stiftern und Spendern nicht möglich gewesen.

In ideeller Hinsicht wollen wir insbesondere einen engeren Kontakt zwischen

Künstlern und dem Publikum schaffen. Der begehrte, vom Freundeskreis gestiftete

und alle zwei Jahre verliehene „Aalto-Bühnenpreis für junge Künstler“

ist ein Beweis dafür.

Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen e. V.

c/o Stadtwerke Essen AG

Rüttenscheider Straße 27/37, 45128 Essen

T 02 01 800 10 04 | info@freundeskreis-tup.de

www.freundeskreis-tup.de

ESSENER THEATERRING

Als Partner der Theater und Philharmonie Essen GmbH ist der Essener Theaterring

mit seiner inzwischen 90-jährigen Geschichte die traditionsreichste

Besucherorganisation in der Stadt Essen. Tausende Theaterfreunde wissen

die Vorteile einer Mitgliedschaft zu schätzen, die selbstverständlich nicht nur

preisgünstige Abonnements – auch im Spartenmix – bietet. Bei regelmäßigen

„Ring-Treff-Abenden“ wird der Dialog zwischen Publikum und Theaterschaffenden

gepflegt, und die exklusiven Gruppenreisen zu bedeutenden europäischen

Kulturstätten und -ereignissen sind längst kein Geheimtipp mehr.

Essener Theaterring II. Hagen 2, Haus der Kultur, 45127 Essen

T 02 01 22 33 08 | info@theaterring-essen.de

www.essener-theaterring.de

THEATERGEMEINDE ESSEN FÜR DIE METROPOLE RUHR

Wir bringen Sie ins Theater! Kundenfreundlich mit bestmöglichem Service. Tausende

Abonnenten schätzen unseren Service und die Vielfalt des Angebotes,

das sich in 40 verschiedenen Abos widerspiegelt. Egal welche Spielstätte oder

welche Sparte, wir bieten Ihnen ein passendes Abonnement. Wir sind das Bindeglied

zwischen Ihnen und den Theatern. Das heißt für unsere Abonnenten:

alle Häuser aus einer Hand und kein Anstehen an Theaterkassen, denn die vergünstigten

Karten kommen bequem zu Ihnen nach Hause. Testen Sie uns und

unseren Service! Abonnent bei uns zu sein lohnt sich!

Theatergemeinde Essen e. V. Alfredistraße 32, 45127 Essen

T 02 01 22 22 29 | info@theatergemeinde-essen.de

www.theatergemeinde-metropole-ruhr.de

KULTURPARTNER

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SO ERREICHEN SIE UNS

Grillo-Theater | Café Central | Heldenbar

Theaterplatz 11

45127 Essen

Die Abendkasse für Vorstellungen im Grillo-

Theater öffnet 90 Minuten vor Aufführungsbeginn.

Für Vorstellungen in der Heldenbar

und im Café Central öffnet die Abendkasse

60 Minuten vor Aufführungsbeginn.

Casa | Box

Theaterplatz 7

45127 Essen

Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor

Vorstellungsbeginn.

TicketCenter

II. Hagen 2, 45127 Essen

Mo 10:00–16:00 Uhr

Di-Fr 10:00–19:00 Uhr

Sa 10:00–15:00 Uhr

Service-Telefon

02 01 81 22-200

Mo 9:00–16:00 Uhr

Di–Fr 9:00–19:00 Uhr

Sa 9:00–15:00 Uhr

Fax

02 01 81 22-201

E-Mail

tickets@theater-essen.de

Info-Hotline

02 01 81 22-600

Hier erfahren Sie täglich auch, ob ein Last-

Minute-Verkauf am Abend statt findet. Falls

ja, können Sie an der Abendkasse günstige

Rest karten erwerben.

Telefonzentrale der

Theater und Philharmonie Essen

02 01 81 22-0

Postanschrift

des Schauspiel Essen

II. Hagen 2

45127 Essen

Intendanz

Monika Mimietz, Persönliche

Referentin des Intendanten

T 02 01 81 22-307

F 02 01 81 22-325

monika.mimietz@schauspiel- essen.de

Künstlerisches Betriebsbüro

Anna Mülhofer, Künstlerische Betriebsdirektorin

und Chefdisponentin

T 02 01 81 22-312

F 02 01 81 22-324

anna.muelhoefer@schauspiel-essen.de

Dramaturgie

Susanne Wagner, Dramaturgiebüro

T 02 01 81 22-305

F 02 01 81 22-335

susanne.wagner@schauspiel- essen.de

Theaterpädagogik

Katharina Feuerhake

Frank Röpke

T 02 01 81 22-334

F 02 01 81 22-331

theaterpaedagogik@schauspiel-essen.de

Homepage

www.schauspiel-essen.de

Web-App

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gerne über unsere Premieren und Vorstellungen,

besondere Angebote sowie Gastspiele

und Sonderveranstaltungen.

Geschäftsführung (TUP)

Berger Bergmann, Geschäftsführer

T 02 01 81 22-111

F 02 01 81 22-112

geschaeftsfuehrung@tup-online.de

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

(Schauspiel)

Martin Siebold, Leitung

T 02 01 81 22-236

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martin.siebold@tup-online.de

Marketing/Gestaltung (TUP)

Feride Yaldizli, Leitung

T 02 01 81 22-114

F 02 01 81 22-118

feride.yaldizli@tup-online.de

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WENN WIR BEDENKEN, DASS WIR ALLE

VERRÜCKT SIND, IST DAS LEBEN ERKLÄRT.

MARK TWAIN


Herausgeber

Theater und Philharmonie Essen GmbH

Opernplatz 10

45128 Essen

Geschäftsführer

Berger Bergmann

Intendant

Christian Tombeil

Vorsitzender des Aufsichtsrates

Hans Schippmann

Redaktion und Texte

Anna-Sophia Güther, Carola Hannusch,

Judith Heese, Marc-Oliver Krampe, Vera Ring

(Dramaturgie); Katharina Feuerhake, Frank

Röpke (Theaterpädagogik); Martin Siebold,

Christof Wolf (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Kommunikation),

Berthold Klostermann

(Jazz in Essen)

Textnachweise

Michel Foucault: Wahnsinn und Gesellschaft,

Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1978

Nicolas Schrode: Manifest für den Wahn-Sinn.

Warum Veränderung Wahnsinn braucht, in:

Studentisches Soziologie Magazin 3/2010,

www.soziologiemagazin.de

„Irre-Sein heißt …“, zit. nach: www.irresein.de/

was_heisst.html, abgerufen am 02.04.2013

Fotonachweis

Szenenfotos: Thilo Beu, Saad Hamza,

Birgit Hupfeld, Martin Kaufhold,

Diana Küster, Matthias Stutte

Aalto- Theater, Alfried Krupp Saal,

Grillo- Theater: Bernadette Grimmenstein

Fotos Theaterpädagogik: Leonie Burgmer,

Sara Hoffmann

Stückfoto „Macbeth“: Fotogenehmigung

mit freundlicher Unterstützung der Stiftung

Zollverein

Konzept und Gestaltung

xhoch4 | design plus kultur, München

Stückfotos und Ensemble: Sabrina Weniger

Satz: Jan Frerichs

Anzeigen

Feride Yaldizli (TUP Marketing)

Druck

Margreff Druck und Medien GmbH, Essen

Redaktionsschluss

26. April 2013

Änderungen vorbehalten

Stefan Zweig, zit. nach: Susanne Rohr, Lars

Schmeink (Hg.): Wahnsinn in der Kunst. Kulturelle

Imaginationen vom Mittelalter bis zum

21. Jahrhundert, Trier: WVT Wissenschaftlicher

Verlag Trier, 2011

„Die neuen Abenteuer des Don Quijote“ von

Tariq Ali ist ein Originalbeitrag für dieses

Jahresheft.

Kürzungen inner halb der Texte sind nicht in

jedem Fall ausdrücklich gekennzeichnet. Die

Orthografie folgt dem Originaltext.

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