11.11.2014 Aufrufe

FIRMENAUTO 11/2014

Schwerpunkt Winterreifen, 21 Tankkarten-Anbieter im Vergleich, 6 Elektroautos im Test, Vorstellung Lexus NX, Jeep Renegade, Porsche Cayenne, Maserati Ghibli Diesel, Mercedes Vito, Der neue VW Passat

Schwerpunkt Winterreifen, 21 Tankkarten-Anbieter im Vergleich, 6 Elektroautos im Test, Vorstellung Lexus NX, Jeep Renegade, Porsche Cayenne, Maserati Ghibli Diesel, Mercedes Vito, Der neue VW Passat

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FIRMEN AUTO

GESCHÄFTSWAGEN | FLOTTEN-MANAGEMENT | FINANZEN

HEFT 11/2014 | 80318 | € 4,00

www.firmenauto.de

Schwerpunkt Winterreifen

Test, Neuheiten und mehr

TANKKARTEN

21 Anbieter im Vergleich

Sechs Elektroautos im Test

Wie weit kommen sie wirklich?

SCHON GEFAHREN

Lexus NX • Jeep Renegade • Porsche Cayenne

Maserati Ghibli Diesel • Mercedes Vito

Der neue VW Passat


Typisch Ford:

der schönste Arbeitsplatz

der Business-Klasse

DER NEUE FORD MONDEO TURNIER

Ford Dynamic LED-Scheinwerfer

Damit der Arbeitsplatz im besten Licht erscheint, verfügt der neue

Ford Mondeo Turnier über Dynamic LED-Scheinwerfer. Die passen

sich der Umgebung und Fahrsituation automatisch an und sorgen

stets für eine optimale Ausleuchtung der Straße.

Für mehr Informationen wählen Sie 0800 80408042 *

Kraftstoffverbrauch (in l/100 km nach VO (EG) 715/2007 und VO (EG) 692/2008 in

der jeweils geltenden Fassung): 7,5–3,6 (kombiniert). CO 2

-Emissionen: 174–94 g/km

(kombiniert).

Abbildung zeigt Wunschausstattung gegen Mehrpreis. * kostenlos aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz.


AUS DEM HEFT FIRMENAUTO 11-2014

Vergleichstest Elektro-Autos

Fotos: Achim Hartmann (3), Thomas Küppers (1)

Bei Verbrauch und Reichweite von Elektro-Autos schummeln die Hersteller genauso wie bei den Normverbräuchen von Verbrennern. Dirk Gulde (links) und Alexander Bloch haben

sich deshalb sechs Stromer geschnappt und die Modelle auf Glaubwürdigkeit geprüft. Die ECE-Norm war ihnen allerdings nicht nah genug am typischen Pendlerzyklus. Als Basis diente

stattdessen der TÜV Süd E-Car Cycle (TSECC), eine Mischung aus Stadt-, Land- und Autobahnabschnitten bei durchschnittlich 60 km/h. Natürlich nicht bei idealen Voraussetzungen, die

E-Autos müssen sich bei Temperaturen von minus 7 bis plus 23 Grad beweisen. Mit denen müssen schließlich auch die Fahrer von Firmenwagen im Alltag zurechtkommen. Welche E-Autos

überraschten und welche floppten, lesen Sie ab Seite 60.

Wie wichtig ist das Image einer Automarke?

Verrät die Automarke des Dienstwagens schon etwas über das eigene Unternehmen? Auf

diese Frage hat Alex Mannschatz Antworten gesucht (Seite 16). Denkanstöße zur Geschichte

fand er ausgerechnet bei seinem

Lieblingskabarettisten Frank-

Markus Barwasser, alias Erwin

Pelzig. »Image ist das, was man

braucht, damit die anderen denken,

dass man so ist, wie man gerne

wäre«, hatte der mal diagnostiziert.

Unser Autor war beeindruckt, fährt

er doch immer noch seine Ente.

»Aus Imagegründen«, wie er sagt.

Marktübersicht

Tankkarten

Kein Text, keine Bilder,

sondern nur ein paar Fakten

anschaulich in Form gebracht:

Man mag glauben, unsere

Marktübersichten sind schnell

gemacht. Doch der Aufwand,

der dahintersteckt, ist oft

immens. Die Daten bei den Dienstleistern anfragen geht schnell. Dann heißt

es für Iris Rocktaeschel allerdings warten, warten und nochmals warten.

Nach und nach trudeln die Rückläufe ein, meist gefolgt von nachträglichen

Änderungswünschen. Bis alles in Form gebracht ist, vergeht noch viel Zeit.

IMPRESSUM

FIRMENAUTO – Geschäftswagen ·

Flottenmanagement · Finanzen

ISSN 1618-4998

Redaktioneller Gesamtleiter

und Herausgeber: Werner Bicker

Redaktion FIRMENAUTO:

Hanno Boblenz (Chefredakteur), Nicole Holzer,

Martin Schou, Iris Rocktaeschel (Ass.)

Mitarbeiter dieser Ausgabe:

Alexander Bloch, Guido Borck, Thiemo

Fleck, Thilo Jörke (Dekra), Joachim Geiger,

Alex Mannschatz, Axel Schäfer (BVFM),

Stefanie Schmidt (Ecovis), Uwe Schmidt-

Kasparek

Grafik/Produktion:

Katja Reibold (Ltg.); Florence Frieser,

Frank Haug, Monika Haug,

Götz Mannchen, Oswin Zebrowski

Text:

Birte Labs, Isabel Link, Monika Roller

Internet: Thorsten Gutmann (Leitung);

Markus Bauer, Susanne Spotz;

Jan Grobosch (Grafik/Produktion)

Sekretariat, Leserservice:

Uta Sickel Tel.: 07 11/7 84 98-31

Verlag: EuroTransportMedia

Verlags- und Veranstaltungs-GmbH

Das Gemeinschaftsunternehmen von

Dekra, Motor Presse Stuttgart und VF

Verlagsgesellschaft

Geschäftsführer: Oliver Trost

Anschrift von Verlag und Redaktion:

Postfach 81 02 07, 70519 Stuttgart

Handwerkstraße 15, 70565 Stuttgart

Tel.: 07 11/7 84 98-31

Fax: 07 11/7 84 98-88

Internet: www.firmenauto.de

E-Mail: firmenauto@etm-verlag.de

Anzeigen: Thomas Beck

Tel.: 07 11/7 84 98-98

Fax: 07 11/7 84 98-29

Anzeigenverwaltung:

Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG

Anzeigenabteilung FIRMENAUTO

Gabi Volkert und Nicole Polta

Postfach, 70162 Stuttgart

Leuschnerstraße 1, 70174 Stuttgart

Tel.: 07 11/1 82-14 03

Vertrieb: Bernd Steinfeldt (Ltg.)

Gerlinde Braun, Tel.: 07 11/7 84 98-14

Sylvia Fischer, Tel.: 07 11/7 84 98-18

E-Mail: vertrieb@etm-verlag.de

Herstellung: Thomas Eisele

Druck: Dierichs Druck + Media

GmbH & Co. KG

Frankfurter Straße 168

34121 Kassel

Printed in Germany

Erscheinungsweise: jährlich 11 Hefte,

Einzelheft 4,00 Euro, Bezugspreis für

Deutschland jährlich 44,00 Euro. Studenten

bezahlen gegen Vorlage einer

Immatrikulationsbescheinigung 26,40

Euro im Inland. Bezugspreis für die

Schweiz jährlich 85,80 sfr, Bezugspreis

für Österreich jährlich 49,50 Euro, übrige

Auslandspreise auf Anfrage.

Die Mitglieder von Dekra erhalten FIR-

MENAUTO im Rahmen ihrer Mitgliedschaft

als Beilage in trans aktuell. Höhere Gewalt

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Anzeigenpreisliste Nr. 20,

2014

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Jetzt komplett neu:

FIRMENAUTO.de

Aktuelle Neuvorstellungen und

Tests mit allen technischen Daten

und Betriebskosten.

30

PRAXIS

Der Azubi-Nachwuchs bleibt aus. Firmen wie Dossmann

setzen deshalb auf Dienstwagen als Incentives.

Zusätzlich:

» Aktuelles vom Flottenmarkt

» Branchen-Trends

» Management-News

» Finanzierung

» Steuertipps

» Rechtsthemen

» Marktübersichten

56

MERCEDES VITO

Die Neuauflage des Transporters wird

preislich attraktiver. Komfort und Sicherheit

sind dennoch auf Pkw-Niveau.

Darstellung optimiert

für Smartphones aller

Hersteller!

/firmenauto

@firmenauto

Fotos: Jacek Bilski (1), Achim Hartmann (1), Ulrich Regenscheit (1)

48

VW PASSAT

Volkswagen startet

mit der achten

Generation des

Dienstwagen-

Bestsellers.


11/2014

SCHWERPUNKT WINTERREIFEN

72 Neuheiten Reifen für den Winter

74 Winterreifenpflicht In diesen Ländern sind Winterreifen vorgeschrieben

76 Reifentest Pkw Zehn Reifen für die Golf-Klasse

82 Reifentest Transporter Sechs Winterreifen der Größe 225/75 R 16

86 Premium-Reifen Warum an Reifen nicht gespart werden sollte

20 60

TANKKARTEN

Große Marktübersicht.

21 Anbieter auf einen Blick. VERGLEICHSTEST ELEKTROAUTOS

Stimmt die Reichweitenangabe? Wie

effizient funktioniert die Rekuperation?

FIRMENAUTO hat sechs Stromer unter

extremen Bedingungen getestet.

MANAGEMENT

03 Impressum

08 Blickpunkt Nachrichten

10 Aus der Branche Personalien und Aktuelles

14 Euromobil VW-Tochter weitet Vermietgeschäft aus

14 Behörden Bundesländer haben keine CO 2

-Obergrenzen

15 Restwert Überproduktion mindert den Wert von jungen Gebrauchten

16 Markenimage Die Automarke ist entscheidend. Auch in Zukunft?

20 Tankkarten Große Marktübersicht: 21 Anbieter auf einen Blick

28 Fahrerunterweisung Webbasierte Schulung von Dekra

30 Praxis Azubis mit Dienstwagen locken? Die Firma Dossmann macht’s vor

34 Elektroautos Eigenes Kraftwerk, eigene Software: So managt das

Fraunhofer IAO eine reine E-Flotte

38 Fahruntauglichkeit Bei ersten Anzeichen schnell reagieren

42 Recht und Steuer Teure Sportwagen als abzugsfähige Betriebsausgabe?

NEUVORSTELLUNGEN

46 Lexus NX Neuer Kompakt-SUV mit Hybridantrieb

47 Jaguar XE Startschuss für die britische Mittelklasse

48 VW Passat Neuauflage des Dienstwagen-Bestsellers

52 Porsche Cayenne Dezentes Facelift und jetzt auch als Plug-in-Hybride

53 Opel Adam Rocks Crossover-Variante mit Faltdach

54 Jeep Renegade Neue SUV-Konkurrenz für Opel Mokka und Skoda Yeti

56 Mercedes Vito Mehr Komfort, mehr Sicherheit, aber ein geringerer Preis

57 BMW 518d/520d Touring Neuer Spardiesel mit mehr Leistung

58 Peugeot 508 SW Modellpflege und neue Euro-6-Motoren

59 Kia Soul EV Kantiger Koreaner mit Elektroantrieb

FAHRBERICHTE

60 Vergleichstest Elektroautos Sechs Stromer an ihren Leistungsgrenzen

66 Maserati Ghibli Diesel Italienischer Businessliner für die Flotte

67 Ford B-Max 1.0 Ecoboost Mini-Van mit flottem Dreizylinder

68 Peugeot Boxer L3H2 335 Unterwegs im überarbeiteten Transporter

SERVICE + TECHNIK

68 Kostencheck Kleine und kompakte Vans

88 Apps Datenbrillen und Smartwatches im Auto? Wie die kleinen Programme

das Fahren ändern

AUTOS IN DIESEM HEFT

BMW 518d/520d Touring 57, i3 60, 2er Active

Tourer 69

Citroën C4 Picasso 68, C3 Picasso HDi 90

Dacia Lodgy Stepway 71

Fiat 500L 69

Ford B-Max 69, C-Max 69

Honda Jazz 69

Jaguar XE 47

Jeep Renegade 54

Kia Soul EV 59, Venga 69

Lexus NX 46

Maserati Ghibli Diesel 66

Mercedes Vito 56, B-Klasse 69

Nissan Leaf 60, Note 69

Opel Adam Rocks 53, Meriva 68

Peugeot 508 SW 58, Boxer 68, 3008 Hybrid4 69

Porsche Cayenne 52

Renault Twizy Cargo 60, Scénic dCi 110 69

Skoda Roomster 1.2 TSI 69

Smart Fortwo Coupé Brabus ED 60

Tesla Model S P85+ 60

VW Passat 48, E-Golf 60, Golf Sportsvan 69,

Touran 2.0 TDI 69

Diese Artikel finden Sie im Internet

Mazda 2 Anfang 2015 kommt die nächste Generation des Kleinwagens

www.firmenauto.de/mazda2

CO 2

-Ausstoß Bundestag beschließt neue Grenzwerte ab 2015

www.firmenauto.de/grenzwerte

Automarkt Russland-Ukraine-Krise schadet Autoherstellern

www.firmenauto.de/automarkt

November 2014 FIRMENAUTO 5


Mehr C, weniger CO ² .

Der neue C 220 BlueTEC. Ab 108 g/km CO₂.

Dank der bahnbrechenden Leichtbautechnologie mit modernsten Materialien und einem extrem effizienten Motor zählt das

neue C-Klasse T-Modell zu den Besten seiner Kategorie. Großzügigkeit und Wirtschaftlichkeit sind jetzt vereinbar – bei deutlich

weniger Kraftstoffverbrauch und noch mehr Fahrkomfort auf allen Strecken. www.mercedes-benz.de/geschaeftskunden

Eine Marke der Daimler AG

Kraftstoffverbrauch innerorts/außerorts/kombiniert: 5,6–5,2/4,1–3,7/4,7–4,3 l/100 km, CO₂-Emissionen kombiniert: 121–108 g/km.

Anbieter: Daimler AG, Mercedesstraße 137, 70327 Stuttgart, Deutschland


BLICKPUNKT

FIRMENAUTO TEST DRIVE: ANMELDEN, DABEI SEIN

FIRMENAUTO startet mit dem »Test Drive« ein neues eintägiges Fahr-Event am 2. und

3. Dezember auf Schloss Gartrop in Hünxe. Im Fokus: die Mittelklasse.

Nach dem großen Andrang bei

»Firmenauto des Jahres 2014« startet

FIRMENAUTO nun ein zweites Fahr-

Event. Die Veranstaltung findet am 2. und

BMW 3er

3. Dezember 2014 im Schloss Gartrop in

Hünxe statt. Dort können Fuhrparkleiter

die aktuellen Neuheiten der Mittel klasse

testen. Voraussichtlich mit an Bord sind

Volkswagen mit dem neuen Passat,

BMW mit dem 3er sowie Ford mit dem

Mondeo. Außerdem haben die Importeure

Toyota und Infiniti ihre Teilnahme

in Aussicht gestellt.

Ergänzt wird der FIRMENAUTO Test

Drive durch Fachvorträge zu den Themen

Halterhaftung und Restwerte. Natürlich

wird auch für das leibliche Wohl gesorgt.

VW Passat

In netter Atmosphäre bleibt ausreichend

Zeit neue Kontakte zu knüpfen und Informationen

auszutauschen. Da es sich

um eine Tagesveranstaltung handelt,

FAHRZEUGBESTAND

Spitze noch nicht erreicht

Der Pkw-Bestand in Deutschland wird bis 2022 weiter wachsen,

um dann mit 45,2 Millionen Fahrzeugen seinen Höchststand

zu erreichen. Danach schrumpft die Fahrzeugflotte langsam,

wie aus einer Prognose von Shell hervorgeht. Anfang des

Jahres zählte das KBA 43,9 Millionen Pkw. Die Dichte in

Relation zur rückläufigen Bevölkerungszahl nimmt laut Studie

aber über 2022 hinaus zu. Aktuell liegt sie bei 550 Pkw pro

1.000 Einwohner, 2028 soll sie mit 570 Fahrzeugen ihren

Höchststand erreichen. Gleichzeitig könnten sich jedoch Kraftstoffverbrauch

und CO 2

-Emissionen halbieren.

EU-RICHTLINIE

Mehr alternative Tankstellen

Eine neue EU-Vorschrift fordert den Aufbau eines alternativen

Tankstellennetzes in Europa. Demnach soll es künftig

mehr Tankstellen für Strom, Wasserstoff und Erdgas geben.

Die Richtlinie verlangt eine Mindestinfrastruktur und gemeinsame

Technikstandards, etwa einen Einheitsstecker für

Elektroautos. Außerdem müssen die Staaten bis 2025 entlang

wichtiger europäischer Verkehrsrouten ein Flüssigerdgas-Tankstellennetz

errichten. Der Abstand zwischen zwei

LNG-Zapfsäulen sollte 400 Kilometer nicht überschreiten,

für Erdgas liegt die EU-Empfehlung bei 150 Kilometer. Bis

Ende 2016 müssen die EU-Länder ihre Strategien öffentlich

vorlegen. Laut Erdgas mobil sei das Ziel der »Richtlinie über

den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe«,

die Abhängigkeit des Verkehrssektors vom Erdöl zu reduzieren

und den Schadstoffausstoß zu drosseln.

FAHRERASSISTENZSYSTEME

Mit diesen Assistenzsystemen sind Neuwagen ausgestattet

Fahrerassistenzsysteme können

Leben retten. Dazu genügt

manchmal schon ein Warnton

oder ein vibrierendes Lenkrad.

Über einen Müdigkeitsassistenten

verfügen mittlerweile 23 Prozent

der 2013 zugelassenen Neuwagen

(2,95 Millionen). Sehr beliebt

und sehr effektiv sind Lichtsteuerungssysteme:

20 Prozent

haben sich dafür entschieden.

Nur elf Prozent wählten das

Notbremssystem aus der Zubehörliste.

Hätten das alle Pkw,

könnten drei Viertel aller Auffahrunfälle

mit Personenschäden

vermieden werden.

25%

20 %

15 %

10 %

5 %

0 %

Müdigkeitserkennung

23

Intelligente Lichtführung

20

Automatisches Notbremssystem

Spurhalteassistent

11

10

Verkehrszeichenerkennung

Abstandsregeltempomat (ACC)

4 4

Quelle: Bosch

Fotos: Fotolia (3), Mutschler (1)

8 FIRMENAUTO November 2014


REIFENWECHSEL

Wo Flotten ihre Reifen wechseln lassen

Frei oder markengebunden? Dataforce befragte 1.900 Fuhrparkleiter, in welchen Werkstätten

sie ihre Reifen wechseln lassen. Die Mehrheit (58 Prozent) lässt den Reifenwechsel auch oder

ausschließlich in freien Werkstätten durchführen. 41 Prozent arbeiten mit Vertragswerkstätten.

Immerhin 14 Prozent lassen die Reifen in einer firmeneigenen Werkstatt wechseln, sieben Prozent

nutzen das Angebot im Rahmen von Full-Service-Leasing.

Infiniti Q50

können sich die Teilnehmer für jeweils

einen der beiden Tage entscheiden.

Interesse? Dann melden Sie sich auf

www.etmevents.de. Dort können Sie

auch gleich Ihren Wunschtermin

angeben.

VERKEHRSSICHERHEIT

Risiko Sprachsteuerung

Die Sprachsteuerung von Navigations- und Entertainmentfunktionen

verschlechtert die Sicherheit beim Fahren. Die

Ablenkung ist so groß, dass die Aufmerksamkeit der Fahrer

sinkt. Zu diesem Ergebnis kommen gleich zwei Studien:

die der AAA Foundation of Traffic Safety sowie die der

Universität von Utah. Generell bemängeln die Experten die

Fehlerquote der Spracheingabe, außerdem seien die Systeme

zu komplex aufgebaut und würden häufig Eingaben

falsch interpretieren. Das führe insgesamt zu einem hohen

Ablenkungspotenzial.

21,8 Milliarden Euro

haben die Kfz-Versicherungen 2013 für

Schäden bezahlt. Die Einnahmen lagen

bei 23,26 Milliarden Euro.

EUROPÄISCHES NOTRUFSYSTEM

Vorsicht Monopol

GESCHÄFTSREISEN IM JAHR 2030

In Sachen Dienstreise wird sich laut Trendreport vom

Geschäftsreise Verband (VDR) einiges ändern: Mobilitätsdienstleister

beziehen künftig alternative Verkehrsmittel

ein, setzen auf Klimaschutz und bieten Tür-zu-Tür-Reiseplanung

an. Verlockend auch die Vorstellung, dass die Geschäftsreisenden

2030 durch nur einen Rundum-Mobilitätsdienstleister

organisiert sind. Von der Reiseplanung

über die Genehmigung, Buchung und Durchführung bis

hin zur Abrechnung und Nachbereitung werden alle

Vorgänge über eine Stelle bearbeitet. Die Zukunfts forscher

des VDR gehen weiterhin davon aus, dass in Zukunft die

unterschiedlichen Verkehrsmittel nahtlos ineinandergreifen

und so ein intermodaler, reibungsloser Ablauf

möglich wird. Das Ganze natürlich umweltschonend.

Wer seine Reise besonders nachhaltig gestaltet, sammelt

Pluspunkte auf seinem Mobilitätsbudget. Ein weiterer

Ansatzpunkt lautet, dass reisende Mitarbeiter als wertvolle

Fachkräfte gesehen werden sollten.

Ab 2015 ist das automatische Notrufsystem E-Call

in Neuwagen Pflicht. Es soll die Zeit zwischen Unfall

und dem Eintreffen der Rettungskräfte minimieren.

Allerdings birgt E-Call auch Gefahren. So

warnen ADAC, die Verbraucherzentrale, das deutsche

Kraftfahrzeuggewerbe und die Versicherungswirtschaft

davor, dass E-Call gleichzeitig ein Datenmonopol

für Autohersteller schafft. Schließlich

könnten die Konzerne die Notruftechnik unter anderem

für Fahrzeugortungen bei Pannen oder leichten

Unfällen nutzen. Würde sich der Hersteller dann

bei der Hilfe auf seine eigenen Vertragspartner beschränken,

würden Angebote von Pannendiensten

oder freien Werkstätten nicht zum Zug kommen und

damit den Wettbewerb massiv einschränken. Die

Verbände warnen: Nur wenn die Autofahrer die

Kontrolle über ihre Fahrzeugdaten behalten, können

sie sich frei für einen Dienstleister entscheiden und

überhöhten Kosten vorbeugen.

November 2014 FIRMENAUTO 9


AUS DER BRANCHE

NEUE ANGEBOTE

Online-Archiv und ein integrierter Bestellprozess: Carmobility

weitet mit neuem Markenauftritt seine Produktpalette aus.

Sowohl das neue Online-Archiv als

auch der integrierte Bestell- und Genehmigungsprozess

sollen Kunden von

Carmobility mehr Transparenz bei der

Verwaltung ihres Fuhrparks geben.

Außerdem verspricht die Tochter von

Volkswagen Leasing, Fuhrparkmanager

administrativ zu entlasten. Das Online-

Archiv soll die nötige Kostentransparenz

bei der Fuhrparkverwaltung im Hinblick

auf alle eingehenden Rechnungen und

Belege erhöhen. Diese Dokumente werden

nun lückenlos und damit revisionssicher

digital erfasst und dem einzelnen

Fahrzeug zugeordnet.

Künftig wird bei der Bestellung eines

Firmenwagens im Car Configurator von

Carmobilty ein integrierter Order- und

Genehmigungsprozesses ausgelöst.

Nachdem Dienstwagenfahrer ihr Auto

konfiguriert haben, erhält der Fuhrparkmanager

eine automatische Benachrichtigungs-E-Mail,

die er mit einem Mausklick

freigibt. Der Fahrer bekommt diese

Bestätigung ebenfalls digital und

kann das Fahrzeug danach

beim Händler ordern.

Das soll den Bestellprozess

beschleunigen.

»Unser Ziel ist die völlige

Digitalisierung des Fahrzeugbestell-

und Genehmigungsprozesses,

von der

Konfiguration über

die Genehmigung

bis hin zur tatsächlichen

Auslösung

der Bestellung beim

Händler«, sagt Knut

Krösche, Geschäftsführer

von Carmobility.

Hubject

Laden und zahlen per Paypal

An Ladesäulen, die zum sogenannten Intercharge-Programm

des e-Roaming-Anbieters Hubject gehören, können Dienstwagenfahrer

künftig per Paypal bezahlen. »Intercharge direct« setzt

dabei keinen Vertrag bei einem der Partner-Energieversorger

voraus. Jeder Fahrer eines Elektroautos bezahlt den Ladevorgang

bequem über sein Smartphone. Der Kunde scannt dazu

den QR-Code an der Ladesäule ein und gelangt anschließend

zum Bezahlvorgang via Paypal. »Wir sind davon überzeugt, dass

Intercharge direct eine nutzerorientierte Lösung ist, die zur Weiterentwicklung

des europäischen Elektromobilitätsmarktes beitragen

wird«, erklärt Hubject-Geschäftsführer Andreas Pfeiffer.

Autobanken

Zuwachs im ersten Halbjahr

Die Banken und Leasinggesellschaften der Automobilhersteller

bleiben ein wichtiger Absatzmotor für die Autohersteller. In

den ersten sechs Monaten des Jahres brachten sie rund 650.000

neue Fahrzeuge (+7 Prozent) im Wert von über 16,2 Milliarden

Euro (+11 Prozent) auf die Straße. Ihren Vertragsbestand konnten

sie insgesamt auf über 92 Milliarden Euro (+2 Prozent) ausbauen.

Wesentlicher Wachstumstreiber waren Unternehmen

und Gewerbekunden. Auch das Geschäft mit zusätzlichen

Mobilitätsdienstleistungen, über Leasing und Finanzierung

hinaus, florierte.

Masternaut

Gratis Fahrtenbuch-App

Für das elektronische Fahrtenbuch »Tax & Expense Manager«

bietet Masternaut künftig eine kostenlose Smartphone-App

an. Die »Driver Companion«-App zeichnet die

gefahrenen Strecken

auf. Daraus erstellt das

Programm automatisch

das elektronische Fahrtenbuch.

Zusätzlich

können Sie zwischen

Geschäfts- und Privatfahrten

unterscheiden.

Daimler/Linde

Investition in neue

Wasserstofftankstellen

Der Autokonzern Daimler und der Industriegasproduzent

Linde investieren jeweils rund zehn Millionen Euro in neue

Wasserstoff-Tankstellen. Zusammen mit den Mineralölunternehmen

Total, OMV, Avia und Hoyer sollen bis 2015

13 Standorte in ganz Deutschland entstehen. Ende 2015

soll das Tankstellennetz für Wasserstoff-Fahrzeuge insgesamt

50 Standorte umfasssen. Bis 2023 ist ein Ausbau auf

über 400 Stationen geplant.

10 FIRMENAUTO November 2014


KOLUMNE

Fair-trauen ist gut, Transparenz ist besser

Fairplay ist nicht nur im Sport anerkannt. Aber wussten Sie, dass es eine

Art gefühlte Gerechtigkeit gibt? Die meisten Kinder gönnen dem Vater

das größte Stück Fleisch. Aber wenn die kleine Schwester mehr Nachtisch

bekommt, finden sie das unfair. »Faires handeln« ist also relativ – und der

Begriff wird nach meinem Geschmack auch etwas inflationär verwendet.

Ein kritischer Punkt im Fuhrparkmanagement ist schon immer die Fahrzeugrückgabe.

Das haben auch die Leasinggeber erkannt. Und schon wird

versprochen und beworben: Bei uns läuft es »fair«. Die gefühlte Wirklichkeit,

eine eigenständige Dimension der Realität, sieht bei den Fuhrparkverantwortlichen

anders aus. Zumindest sind Streitigkeiten am Vertragsende

nach wie vor an der Tagesordnung. Leasinggesellschaften und Gutachterorganisationen

haben sich noch lange nicht auf ein einheitliches Vorgehen

verständigt.

Das bedeutet leider, dass man den ausgerufenen fairen Prozess erst mal

skeptisch betrachten sollte. Ist das Vorgehen wirklich anständig, ehrenhaft

und legitim? Sicher, wenn ich das Fahrzeug beschädigt habe, muss ich dafür

geradestehen. Auch das ist nur fair. Am besten ist, Kunde und Leasinggeber

einigen sich, bevor überhaupt ein Vertrag geschlossen wurde: Welche Schäden

werden abgerechnet, wann handelt es sich um normale Gebrauchsspuren,

was ist ein anerkannter Verschleiß? Und wenn abgerechnet wird,

welche Werte werden nach welchen Bewertungskriterien angesetzt. Das

muss nachvollziehbar und transparent sein und darf sich auch nicht ständig

verändern, wenn sich beispielsweise die Marktlage ändert.

Wenn dem Fuhrparkleiter die Kriterien bekannt sind, dann kann er auch

seine Fahrzeugnutzer darauf aufmerksam machen, Bonus-Malus-Systeme

einführen, Vereinbarungen treffen. Die wünschenswerte Qualität der

Rückgabe kann dann mit der entsprechenden Qualität der Übergabe und

Einweisung beginnen. So einfach ist das. Und fair und gerecht soll es doch

für alle Vertragspartner sein. Denn schon Jean-Jacques Rousseau hat 1762

geschrieben: »Sei gerecht und du wirst glücklich sein«.

Axel Schäfer

Geschäftsführer

Bundesverband Fuhrpark management

PERSONALIEN

Marc Voss-Stadler (54) übernimmt im erweiterten Vorstand der Mercedes-

Benz-Bank das Ressort Kredit. Er löst Andree Ohmstedt (53) ab, der die Kreditsparte

kommissarisch leitete. Zuvor verantwortete Voss-Stadler den Bereich Credit

Operations der Mercedes-Benz-Bank. Zudem war er Geschäftsführer des

Mercedes-Benz Bank Service Centers.

Sylvia Lier (47) ist neue Vorsitzende der Geschäftsleitung von DB Fuhrpark-

Service, DB Rent und DB Mobility Service Austria. Zusätzlich leitet sie die

Markt- und Geschäftsentwicklung, den Vertrieb und das Marketing aller Mobilitätsprodukte.

Lier ist seit 2012 bei DB Fuhrpark-Service und DB Rent tätig und

seit 2013 Geschäftsführerin von DB Mobility Austria.

Gerd Meyer (48) ist neuer Service-Direktor bei Mazda. Er arbeitet seit 1990 für

den japanischen Autobauer und leitete zuletzt den Neuwagenvertrieb auf

regionaler Ebene in einer der drei bundesweiten Vertriebsregionen. Meyer löst

Andreas Schmidt ab, der nach zehn Jahren als Service-Chef bei Mazda eine neue

Herausforderung im automobilen Umfeld sucht.

Uwe Seitz (57) ist zum 1. Vorsitzenden des Arbeitskreises Fuhrparkmanagement

Bodensee (AFB) ernannt worden. Er tritt die Nachfolge von Roland

Wiggenhauser an, der Ehrenmitglied bleibt. Seitz war bislang AFB-Geschäftsführer.

Seitz ist im Berufsleben Geschäftsführer der Unternehmensberatung

Semase. Uwe Rehorsch ist neuer Geschäftsführer und Mitglied des Vorstands.

Bernhard Bauer (49) übernimmt die Geschäftsführung von Seat Deutschland.

Bauer arbeitete vor seinem Wechsel 2003 zu Seat in verschiedenen Führungspositionen

für die Volvo, zuletzt rund vier Jahre als Geschäftsführer bei Volvo Deutschland.

Bauer tritt die Nachfolge von Manfred Kantner (48) an, der künftig den

Vertrieb von Volkswagen Pkw in Indien und Fernost leitet.

Philippe Germond (57) wurde zum neuen Vorstandsvorsitzenden von Europcar

ernannt. Zuvor war Germond CEO des französischen Marktführers für Sportwetten

PMU. Von 2007 bis 2008 war er CEO des IT-Unternehmens Atos Origin,

von 2006 bis 2008 Mitglied des Vorstandes von Atos Worldline und von 2003

bis 2005 Vorsitzender der Geschäftsführung von Alcatel.

Flotten-Termine 2014

Veranstaltungen

■ Verbandsmeeting Fuhrparkverband

Wann? Sindelfingen bei Stuttgart

Wo? 29./30. Oktober (www.fuhrparkverband.de)

■ Lease Plan Kongress

Die effektivere Gehaltsumwandlung

Wann? 6. November

Wo? Ettlingen (www.leaseplan.de)

VW Financial Services/NABU

Umwelt-Awards für drei Fuhrparks

Mit dem Umweltaward »Grüne Flotte« zeichneten Volkswagen Financial Services und der Naturschutzbund

(NABU) erneut in drei Fuhrparkklassen Unternehmen für besonders umweltfreundliches

Fuhrparkmanagement aus. Die Gewinner: Move-Elevator (kleine Fuhrparks/97,5 Prozent umweltfreundlicher

Fahrzeuganteil), Deutsches Rotes Kreuz Cuxhaven (mittelgroße Fuhrparks/

89,7 Prozent), Krieger Anlagen (große Fuhrparks/73,9 Prozent).

■ Zertifizierter Fuhrparkmanager (Dekra)

Wann? 6. November bis 22. Mai 2015

Wo? München (www.dekra-akademie.de)

Fotos: Matthias Leitzke (1), Fotolia (1)

■ A.T.U Fuhrparktreff

Wann? 13. November

Wo? Düsseldorf (www.atu-fuhrpark-treff.de)

FIRMENAUTO Test Drive

Wann? 2./3. Dezember

Wo? Düsseldorf (www.etmevents.de)


MANAGEMENT | Euromobil • Restwert • Behörden

ZEHN PROZENT

MARKTANTEIL

Die VW-Tochter Euromobil will den deutschen Vermietmarkt aufmischen. Vor

allem die großen VW-Händler sollen als professionelle Autovermieter agieren.

Text: Nicole Holzer

Zehn Prozent Marktanteil – ein großes Ziel, wenn

man bedenkt, dass beispielweise die Sixt Autovermietung

32 Prozent, Europcar 28 und Avis 15 Prozent der

Marktanteile bestreiten. Dabei lag der Fokus des

Autovermieters bis 2012 hauptsächlich im Bereich

Werkstatt- und Unfallersatzgeschäft der Autohäuser.

»Konkret bedeutet dies eine Umsatzsteigerung von

250 Millionen Euro, was mehr als eine Verdoppelung

der jetzigen Wertschöpfung in nur sechs Jahren wäre«,

erklärt Geschäftsführer Dr. Frank Woesthoff. Derzeit

liegt der Umsatz bei rund 180 Millionen Euro.

Vermietnetz umfasst 2.400 Stationen

Die Voraussetzungen scheinen gut, dieses ehrgeizige

Ziel auch zu erreichen. »Seit März 2013 haben wir

unser Netz massiv ausgebaut und sind nun deutschlandweit

in allen wichtigen Städten vertreten«, erläutert

Vertriebsleiter Frank Kückelhahn. Derzeit umfasst

das Stationsnetz 2.400 Standorte. »Das entspricht der

Anzahl, die alle anderen Anbieter zusammen besitzen«,

sagt Kückelhahn.Die Flottengröße umfasse stabil

28.000 Fahr zeuge. Damit liegt Euromobil auf Platz drei

unter den deutschen Autovermietern und ist die einzige

markenbezogene Autovermietung.

Nun laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Zusätzlich

zu den Standorten der VW-Franchisepartner

– in der Regel größere Autohäuser – eröffnete Euromobil

eine Reihe von eigenen Stationen in deutschen

Großstädten und Flughäfen. Ein weiterer wichtiger

Baustein der Wachstumsstrategie ist ein zweites Franchisemodell,

das sogenannte Profi-Partnerkonzept.

Das Kooperationsmodell soll VW-Partnern die Chance

bieten, zukünftig als Autovermieter zu agieren und

so Zusatzerträge für ihre Betriebe zu erwirtschaften.

Dazu müssen die Autohäuser geschulte Mitarbeiter,

längere Öffnungszeiten und eine konkurrenzfähige

Fahrzeugflotte aufweisen. Euromobil unterstützt die

Firmen durch einen eigenen Vertrieb, Sonderkonditionen

bei der Fahrzeugbeschaffung, Mitarbeiter-Coachings

und zusätzliche Marketingmaßnahmen.

VIEL VERBRAUCH,

WENIG KLIMA

Keine Lust auf Umweltschutz? Die Bundesländer

setzen beim Kauf von Dienstwagen

keine Obergrenzen

beim CO 2

-Ausstoß.

Text: Nicole Holzer

Die Behörden der Bundesländer gehören

zu den größten Fahrzeugeinkäufern

in Deutschland. Während für viele Firmenflotten

ambitionierte Obergrenzen für

Spritverbrauch und CO 2

-Ausstoß gelten,

ignorieren drei Viertel der Bundesländer

beim Kauf von Neufahrzeugen die Grenzwerte

der EU. So lautet das Ergebnis

der aktuellen Untersuchung

der Deutschen Umwelthilfe

(DUH). Nur vier Bundesländer

(Berlin, Bremen,

Hamburg und Hessen)

haben überhaupt Obergrenzen

definiert. Die

aber liegen hoch: »Die

derzeit von den Stadt-

14 FIRMENAUTO November 2014


HERSTELLER RISKIEREN

RESTWERTE

Eine massive Überproduktion

sorgt für Wertvernichtung

bei jungen Gebrauchten,

das schadet auch den

Flottenbetreibern.

Text: Nicole Holzer

FRANK WOESTHOFF

Geschäftsführer Euromobil

»Wer bei Euromobil

einen Golf reserviert,

bekommt bei uns

auch einen Golf«

staaten festgelegten Werte erreichen

160 g CO 2

/km und liegen damit deutlich

über der EU-Vorgabe für Neufahrzeuge

von 130 g«, sagt Jürgen Resch, DUH-

Geschäftsführer.

Zwar gibt es überall, außer im Saarland

und in Sachsen, allgemeine Hinweise,

umweltfreundliche Techniken auch zu

berücksichtigen. Wie diese Vorgaben umgesetzt

werden sollen, dazu äußern sich

die Länder jedoch nicht. Auch sind die

Beschaffungsrichtlinien teilweise aus den

Jahren 1989 oder 2005. Dabei haben die

Länder eine besondere Verantwortung

und müssten laut Gesetz eigentlich Energieverbrauch

und Umweltauswirkungen

angemessen berücksichtigen.

Eines der großen Probleme, mit

denen der Automarkt in Europa zu

kämpfen hat, sind die Überkapazitäten

der Hersteller. Um die Werke

auszulasten, werden mehr Fahrzeuge

produziert, als sich in einem rückläufigen

Markt absetzen lassen. Als

Folge werden mit taktischen Zulassungen

und dem Mietwagengeschäft

große Kontingente an Neufahrzeugen

in den Markt gepuscht.

Dabei wissen die Hersteller um die

Risiken. Nun belegt eine Studie des

Schwacke-Mutterkonzerns Eurotax-

Glass’s die Auswirkungen. Im Fokus

stehen die sinkenden Gebrauchtwagenpreise.

Hier liegt das Risiko laut

Schwacke allein in Deutschland bei

mehreren hundert Millionen Euro.

Schließlich wirken taktische Zulassungen

und das Mietwagengeschäft

wie hohe Rabatte auf Neufahrzeuge.

Entsprechend stehen diese Kurzzeit-

Zulassungen in direktem Wettbewerb

zu Neuwagen und jungen Gebrauchten.

Allein im Flottengeschäft beziffert

die Eurotax-Glass’s Studie den möglichen

Schaden für die Hersteller in

Deutschland auf bis zu 428 Millionen

Euro in den kommenden drei Jahren.

Diese Zahl beruht laut Eurotax-Glass’s

auf der Notwendigkeit, die sinkenden

Restwerte entsprechend im Großkunden-

und Leasinggeschäft auszugleichen.

Schließlich sollen die sinkenden

Gebrauchtwagenpreise zu höheren

Leasingraten führen. Die Studie zeigt,

dass einzelne Hersteller alleine im

Zeitraum 2012 bis 2013 die Zahl ihrer

taktischen Zulassungen um bis zu

18,5 Prozent erhöht haben. Bei manchen

Ständig sinkende Restwerte

schaden langfristig

dem Markenimage und

bedeuten große Verluste

für die Hersteller

Marken übersteigt die Quote der Kurzzeit-Zulassungen

an den gesamten

Zulas sungszahlen bereits die 50-Prozent-Marke.

Im letzten Quartal 2013 waren bereits

40 Prozent aller Neuzulassungen in

Deutschland auf das Kurzzeitgeschäft

der Hersteller zurückzuführen, die

Studie zählt hierzu neben den Tageszulassungen

und Vorführfahrzeugen auch

das Mietwagengeschäft. Diese Fahrzeuge

drücken bereits nach wenigen

Wochen oder Monaten in den Gebrauchtwagenmarkt.

Außerdem schaden

die sinkende Restwerte langfristig

dem Markenimage.

November 2014 FIRMENAUTO 15


MANAGEMENT | Markenimage

ICH FAHRE, ALSO BIN ICH

Die Gesamtkosten eines Firmenwagens sind messbar. Sein Image nicht.

Trotzdem ist die Marke für viele Fuhrparkleiter und Fahrer kaufentscheidend.

In Zukunft könnte sich das aber ändern.

Text: Alex Mannschatz

Fotos: Gugu Mannschatz (1)

16 FIRMENAUTO November 2014


»Viele Autobauer schaffen es, klare

Bilder ihrer Marken in den Köpfen der

User-Chooser aufzubauen«

Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer

Direktor CAR Institut

Treffen sich ein Dacia-Fahrer und ein

Porsche-Besitzer beim Reifenhändler.

»Ich habe für mein Auto Winterreifen

bekommen«, berichtet der eine. »Guter

Tausch«, resümiert der andere. Selten so

gelacht. Aber über wen eigentlich? Niemand

hat bis hierhin verraten, wer was

gesagt hat. Automatisch assoziiert man

den zweiten, offenbar überlegenen, aber

protzig wirkenden Witzbold als Porsche-

Fahrer. Das Schöne an diesem Witz: Die

Marken sind je nach Gusto austauschbar.

Understatement gegen Überfluss – das

funktioniert immer. Autos sagen etwas

aus über ihre Besitzer. Imagetransfer nennen

Markenpsychologen so etwas.

Zum Transferieren haben Autohersteller

so einiges im Angebot. Anti-Status-

Symbole genauso wie Vorsprünge durch

In Unternehmen mit kleinen Fuhrparks ist die Marke bei

jedem fünften Flottenmanager Kaufgrund Nummer eins

Technik. Sie wollen das Beste oder nichts,

sind eine Idee weiter oder simply clever:

Für Unternehmer sind solche Distinktionsgewinne

durchaus von Bedeutung.

So lautet zumindest die Erkenntnis

aus dem Fuhrparkbarometer 2014 der

Corporate Vehicle Observation (CVO),

einer Organisation der Leasinggesellschaft

Arval und ihrem Mutterkonzern

BNP Paribas.

Die Markenbindung ist demnach besonders

ausgeprägt in Fuhrparks von Unternehmen

der Größe zwischen 10 und

100 Angestellten festzustellen. Innerhalb

dieser Zielgruppe ist bei jedem fünften

Fuhrparkverantwortlichen tatsächlich

die Marke das wichtigste Kaufkriterium.

Die Bedeutung von Automarken werden

auch regelmäßig vom Center Automotive

Research (CAR) an der Uni Duisburg-Essen

untersucht. »Viele Autobauer

schaffen es, klare und deutlich umris sene

Bilder ihrer Marken in den Köpfen der

User-Chooser aufzubauen. Premiummarken

sind dabei klarer konturiert als

Volumenmarken«, sagt CAR-Direktor

Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer: »Der

Unterschied zwischen Kia und Subaru

oder Toyota ist nicht einfach zu benennen.

Zwischen BMW, Mercedes oder

Volvo ist das sicher kein Problem.«

Automarke und Firmenauftritt stehen

im Zusammenhang

Und beim Flottenkönig VW? Ein Blick

in die Investor Relations von Volkswagen

gibt Aufschluss. Die Konzernmarke

Audi, heißt es da, schreibe sich »Progressivität,

Hochwertigkeit und Sportlichkeit«

auf die Fahne. Seat locke mit den

Attributen »dynamisch, jung und designorientiert«.

Und VW selbst vereine »die

drei Kernbotschaften innovativ, wert-

HAUPTKRITERIEN BEI DER AUSWAHL DER FIRMENWAGEN

Gesamtkosten sind für Fuhrparkmanager immer noch am wichtigsten

Das CVO Fuhrparkbarometer zeigt, dass die Gesamtkostenbetrachtung vor allem in Deutschland das wichtigste

Kaufkriterium bleibt. Bei den mittleren Unternehmen liegen aber Marke und Kaufpreis gleich auf.

Kriterien bei der Auswahl der

Firmenwagen

weniger als

10 Angestellte

Kaufpreis25

32

Gesamtkosten des Fahrzeugs44

24

Marke des Fahrzeugs14

20

Steuerliche Behandlung4

7

Umweltfreundlichkeit4

5

10–99

Angestellte

20

32

46

26

20

20

1

6

6

6

100–999

Angestellte

14

24

53

32

11

18

2

3

10

10

1.000+

Angestellte

16

19

53

39

12

18

2

2

10

10

Deutschland Europa Alle Angaben in Prozent. Basis: Unternehmen mit Firmenfahrzeugen Quelle: CVO

Mein Haus, mein Garten, mein Auto: Der Firmenwagen

ist immer noch ein Statussymbol.

November 2014 FIRMENAUTO 17


MANAGEMENT | Markenimage

»Kunden nehmen die Autos ihrer Geschäftspartner

noch deutlicher wahr als früher«

Sebastian Fruth

Commercial Director Arval

haltig und verantwortungsvoll«. Weltweit

würden die Kunden mit Volkswagen

die Attribute »Qualität, Zuverlässigkeit

und deutsche Ingenieurskunst« verbinden,

so der Konzern.

Doch kann sich damit automatisch

auch der Kunde schmücken? »In Grenzen«,

meint Dudenhöffer. Um im richtigen

Licht beim Kunden gesehen zu werden,

diene bei vielen eine Car Policy. »Insofern

stehen Automarken und das Auftreten

von Unternehmen schon in einem

Zusammenhang. Ein Vorstand der Deutschen

Bank in einem Ferrari ist einfach

nicht vorstellbar, ebenso wenig ein Handwerker

im Rolls-Royce«, so der Experte:

»Aber aus einer Automarke das Image

eines Unternehmens mit abzuleiten, ist

wohl zu weit gedacht.«

Diese Einschätzung teilt Sebastian

Fruth, Commercial Director bei Arval:

»Das Image einer Automarke lässt sich

nur schwer auf das eigene Unternehmen

projizieren.« Durchaus möglich sei aber

der umgekehrte Weg, sich eine Automarke

zu suchen, die das eigene Image unterstreicht:

»Der Geschäftsführer eines

Solarunternehmens wählt beispielsweise

ein umweltbewusstes Fahrzeug, während

der Mitarbeiter aus dem Vertrieb

ein bodenständiges, verbrauchernahes

Firmenauto wählen wird«, so Fruth.

Das Auto transportiert eine Botschaft

Besondere Bedeutung erhält der Faktor

Image für Fuhrparkmanager aus Unternehmen,

die sich als Dienstleister oder

Produzent im Umweltsektor am Markt

behaupten müssen. Deren Auftraggeber

schauen besonders genau hin. »Kunden

nehmen die Firmenautos ihrer Geschäftspartner

noch deutlicher wahr als früher«,

bestätigt Fruth. Wobei sich die Merkmale,

die im Fokus stehen, verschoben haben:

»Es geht nicht darum, das größte

Auto als Prestigeobjekt zu haben«, so

Fruth: »Es geht darum, eine Botschaft zu

transportieren.«

Doch damit wird nicht ein Auto zur

Marke, sondern ein Konzept. Bereits heute

ist ein Auto für Menschen der Altersstufe

18 bis 34 Jahre mehrheitlich nur

noch ein Mittel zum Zweck der Mobilität.

Das sind die Ergebnisse einer Umfrage

der Markenberatung Prophet unter

1.000 Bundesbürgern dieser Altersstufe.

Kein Wunder also, dass bereits ein Drittel

der Befragten Carsharing als durchaus

gute Alternative betrachtet. Diese

Generation wird ihre Ideen nun mit auf

ihren Berufsweg nehmen.

»Die Zukunft der Automobilindustrie

liegt also künftig nicht mehr im Besitz

eines Autos. Sehr wohl aber in seiner Nutzung«,

analysiert Felix Stöckle, Markenexperte

der Berliner Marketingagentur

Prophet, die Ergebnisse der Umfrage. »Ich

kann mir vorstellen, dass diejenigen, die

bei Daimler und BMW die Carsharing-

Modelle Car2go oder Drive Now vorgeschlagen

haben, zunächst ausgelacht wurden.

Vielleicht aber sind es die Visionäre,

die das Überleben dieser Marken sichern«,

sagt Stöckle. Fakt ist: Wir werden auch

künftig über Autowitze lachen. Beginnen

werden sie aber womöglich so: Treffen sich

ein Carsharing-Nutzer und ein Autobesitzer.

Wir sind gespannt auf die Pointe.

18 FIRMENAUTO November 2014

IMAGEWANDEL BEI OPEL

Umparken im Kopf: eine neue Kampagne für ein neues Image

Welchen Aufwand es bedarf, um ein bestehendes Image zu ändern, zeigt das Beispiel Opel. Das Attribut »der

Zuverlässige« war einst eine Art Adelstitel in Sachen Marketing. Der Zoff mit der Muttergesellschaft General

Motors, drohende Pleiten und ständige Wechsel auf verantwortlichen Stellen hatten dieses Bild zuletzt konterkariert.

Fast in Vergessenheit geraten war dadurch, dass Opel immer noch gute Autos baut. Vor allem solche, die

mit dem früher einträglichen »Hosenträgerimage«

gründlich aufräumen. Adam oder Mokka sind Musterbeispiele.

Seit Jahresbeginn fährt Opel deshalb

eine bemerkenswerte Kampagne. »Umparken im

Kopf« heißt sie, entwickelt von der Hamburger

Agentur Scholz & Friends. Deren Claims zeigen,

wie schmal der Grad zwischen Image und Vorurteil

ist. Beispiel: »68 Prozent aller Männer halten

rothaarige Frauen für feuriger. 90 Prozent davon

haben noch nie eine kennengelernt«. Interessant.

»In Zukunft werden Autos

nicht mehr besessen,

sehr wohl aber genutzt«

Felix Stöckle

Markenexperte bei Prophet


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MANAGEMENT | Tankkarten

ALLE ANBIETER

IM BLICK

Günstige Konditionen, geringer Verwaltungsaufwand und

effizientes Controlling helfen Flottenchefs ihr Spritbudget

zu schonen. Wir zeigen, welche Tankkarte was bietet.

Text: Nicole Holzer

Der Tankkartenmarkt boomt. Im

Schnitt nutzen laut Dataforce 70 Prozent

der Unternehmen Tankkarten in

ihren Fuhrparks. Am häufigsten kommen

die Tankkarten von Aral und Euro

Shell zum Einsatz. Gefolgt von Esso und

Total, die in

mittleren und kleineren Flotten eine Rolle

spielen. Firmen, die im Schnitt sechs Pkw

im Bestand haben, setzen eher auf regionale

Tankkartenprovider.

Doch egal, wie groß der Fuhrpark ist,

das Ausgangsproblem ist überall gleich:

Das Fuhrparkbudget ächzt in den meisten

Firmen unter der Last der Spritkosten.

Logisch, dass Fuhrparkmanager

jede Möglichkeit

wahrnehmen, um ihre

Kosten im Rahmen

zu halten.

Dazu

gehört auch das Tankkartenmanagement.

Ohne Tankkarten würden wohl die meisten

Flottenchefs im Belegchaos versinken

und den Überblick verlieren. Sie erleichtern

Buchhaltung, Reisekostenabrechnungen

und ermöglichen detaillierte Verbrauchsanalysen.

Diese sind gerade in Zeiten von Nachhaltigkeitsstrategien,

Hybridfahrzeugen,

Spritspartrainings und Downsizing unabdingbar.

Soll-Ist-Vergleiche, Falschbetankungen,

Ausreißerlisten und sons tige

Unregelmäßigkeiten müssen auf einen

Blick zu erkennen sein. In der Regel stellen

die Mineralölgesellschaften ihren

Kunden die Übersichten online zur Verfügung.

Solche Reportings sind das

eigentliche Plus für Fuhrparkleiter.

Unternehmen, die mehrere Tankkarten

einsetzen, haben allerdings das Problem,

die Daten der einzelnen Abrechnungen

auch entsprechend zusammenzuführen.

Besser sind diejenigen dran, die bei ihrer

Leasinggesellschaft das Modul Tankmanagement

haben. Hier gibt’s diesen Service

frei Haus.

Rabatte sind ein heikles Thema

Beim Thema Rabatte geben sich die Mineralölgesellschaften

bedeckt. Je nach

Fuhrparkgröße, Umsatz und Verhandlungsgeschick

können einige Cent pro

Liter drin sein. Entsprechend sollten

Fuhrparkleiter ihre Anbieter mindestens

alle zwei Jahre unter die Lupe nehmen

und neu ausschreiben. Schließlich sehen

sich die Marktführer auch als Premiumanbieter

und lassen sich dies mit

einigen Cent mehr pro Liter auch

gerne an der Zapfsäule vergüten.

Vielleicht ist dies auch ein

Grund, warum Fuhrparkleiter,

die an dieser

Stelle sparen, verstärkt

auf das Angebot von

Novofleet setzen. Der

Dienstleister hat mittlerweile

mehr als 20 »Billigmarken«

mit insgesamt rund

3.000 Stationen unter Vertrag.

Unterm Strich können sich auch

sogenannte Listenpreis-Angebote, beispielsweise

von Shell, lohnen. In diesem

Fall bekommen die Kunden den festgelegten

Listenpreis für Shell Diesel Fuel-

Save mitgeteilt. Dieser gilt von da an sieben

Tage lang an allen Shell-Stationen in

Deutschland – unabhängig vom aktuellen

Pumpenpreis. Vorteil: Der Listenpreis

ist überall und zu jeder Uhrzeit iden-

20 FIRMENAUTO November 2014


MANAGEMENT | Tankkarten

Tankkartenübersicht

Karte Aral Card Komfort Aral Card Plus Avia Card Esso Card Euro Shell-Flottenkarte Euro Shell Card Kompakt Fuelguard-Tankkarte

Anbieter

Internet

Aral

aral-cardkomfort.de

Aral

aral-cardplus.de

Deutsche Avia Mineralöl

avia.de

Esso Deutschland

essocard.com

Euro Shell Deutschland

euroshell.de

Fleet Cor Deutschland

fleetcor.de

Fuelguard-Festpreiskarte

fuelguard.de

Leistungen Kraft- und Schmierstoffe,

Kfz-Zubehör, Shopwaren,

Fahrzeugreinigung,

Prämienprogramm,

Kartenzahlung auch für

Gasbetankung möglich,

2 Warenberechtigungsstufen

Kraft- und Schmierstoffe,

Kfz-Zubehör, Shopwaren,

Fahrzeugreinigung,

Prämienprogramm,

Kartenzahlung auch für

Gasbetankung möglich,

6 Warenberechtigungsstufen

Kraft- und Schmierstoffe,

Kfz-Zubehör, Shopwaren,

Kartenzahlung auch für

Gasbetankung möglich,

2–4 Warenberechtigungsstufen

Kraft- und Schmierstoffe,

Kfz-Zubehör, Shopwaren,

Fahrzeugreinigung,

Kartenzahlung auch für

Gasbetankung möglich,

4 Warenberechtigungsstufen

Kraft- und Schmierstoffe,

Kfz-Zubehör, Shopwaren,

Fahrzeugreinigung,

Prämienprogramm,

Kartenzahlung auch für

Gasbetankung möglich,

4 Warenberechtigungsstufen

Kraft- und Schmierstoffe,

Kfz-Zubehör, Shopwaren,

Fahrzeugreinigung,

Prämienprogramm,

Kartenzahlung auch für

Gasbetankung möglich,

4 Warenberechtigungsstufen

Kraft- und Schmierstoffe

Service

Analysen und

Berichte

Akzeptanzstellen

Kosten

Voraussetzungen

Dienstleistungen rund um

das Fahrzeug, Nachlass

von 1 Cent/Liter Diesel

Fuhrparkanalyse und

-verwaltung, Verbrauchsanalyse,

Extranet

Deutschland: 2.500

(160 Erdgas/228 Autogas)

nur national gültig

1 Euro pro Karte und

Monat

gesicherte Bonität, ausschließlich

gewerbliche

Nutzung, Mindestflottengröße

von 1–5 (maximal

10) Fahrzeugen, Monatsumsatz

max. 5.000 Euro

Dienstleistungen rund um Dienstleistungen rund

das Fahrzeug, Mobi litätsservice,

Pannendienst, Werkstattakzeptanz,

um das Fahrzeug,

Bergungs- und Abschleppservice,

Tunnel- und

MwSt.-Rückerstattung

Mautservice, Fährgebühren,

MwSt.-Rückerstattung

Fuhrparkanalyse und

-verwaltung, Verbrauchsanalyse,

Datenmanagement,

Extranet

Deutschland: 2.500

(160 Erdgas/228 Autogas

(im Routex/Westfalen-

Verbund: 3.500). International:

38.000 (18.000 im

Routex-Verbund

Akzeptanz in 30 Ländern

2,50 Euro pro Karte und

Monat

gesicherte Bonität, ausschließlich

gewerbliche

Nutzung, Mindestflottengröße

von 5 Fahrzeugen

oder Mindestabsatz

700 Liter/Monat

Verbrauchsanalyse

Deutschland: ca. 1.800

(110 Erdgas/622 Autogas)

International:

ca. 250 (55 Autogas)

Akzeptanz in D und NL

auf Anfrage

gesicherte Bonität

Dienstleistungen rund

um das Fahrzeug, Pannendienst,

Bergungs- und

Abschleppservice, Glasbruch-

und Havarieservice,

Tunnel- und Mautservice

Fuhrparkanalyse und

-verwaltung, Verbrauchsanalyse,

Datenmanagement

Deutschland: 3.150

(89 Erdgas/300 Autogas)

International: 13.000

Akzeptanz in 19 Ländern

Europas

1 % Systemgebühr auf

den Netto-Rechnungsbetrag,

alternativ

2 Euro pro Karte und

Monat, E-Business ohne

Zusatzkosten

gesicherte Bonität,

ausschließlich gewerbliche

Nutzung

Dienstleistungen rund

um das Fahrzeug, Mobilitätsservice,

Pannendienst,

Bergungs- und

Abschleppservice,

Tunnel- und Mautservice,

Fährgebühren, MwSt.-

Rückerstattung

Fuhrparkanalyse und

-verwaltung, Verbrauchsanalyse,

Datenmanagement,

Shell Card Online

Deutschland: 5.000

Shell, Esso, Avia, Total

(60 Erdgas/320 Autogas)

International: 20.000

Akzeptanz in 33 Ländern

Europas

Bearbeitungsgebühr:

9,90 Euro (einmalig)

gesicherte Bonität,

ausschließlich gewerbliche

Nutzung, Mindestabsatz

3.000 Liter/Monat

Dienstleistungen rund um

das Fahrzeug, Mautservice

Fuhrpark- und

Verbrauchsanalyse

Deutschland: 5.000 Shell,

Esso, Avia, Total

(60 Erdgas/320 Autogas)

k. A.

k. A.

k. A. k. A.

gesicherte Bonität,

max. 3.000 Liter/Monat

Höchstabsatz

Deutschland: 2.000

national gültig

gesicherte Bonität,

ausschließlich gewerbliche

Nutzung, Mindestabsatz

50.000 Liter/

Monat

Bonuspunkte Payback Payback nein nein ja Clubsmart k. A.

Haftung Karte durch PIN-Code

gesichert, Online-Autorisierung,

individuelle

Sperrlimits, keine Haftung

ab Verlustmeldung

(schriftlich), Kartensperrung

per Web-Formular

und über Notfallhotline

möglich

Karte durch PIN-Code und

Hologramm gesichert,

Online-Autorisierung,

Sperrlimits, keine Haftung

ab Verlustmeldung

(schriftlich), Kartensperrung

per Web-Formular

möglich

Karte durch PIN-Code

gesichert, keine Haftung

ab Verlustmeldung

(schriftlich)

Karte durch PIN-Code

gesichert, Online-Autorisierung,

keine Haftung ab

Verlustmeldung (schriftlich),

Kartensperrung per

Web-Formular möglich

Karte durch PIN-Code

gesichert, Online-Autorisierung,

individuelle

Sperrlimits, keine Haftung

ab Verlustmeldung

(schriftlich), Kartensperrung

per Web-Formular

möglich

Karte durch PIN-Code

gesichert, Online-Autorisierung,

Kartensperrung

Online möglich, Nutzungsbegrenzung

für nur

bestimmte Tankstellen

möglich

Karte durch PIN-Code

gesichert, Kartensperrung

per Web-Formular

möglich

Mobile

Nutzung

App für iPhone, Android

und Windows, Preisfinder,

und Routenplaner Online,

Stationsdaten zum

Download auf das Navi

App für iPhone, Android

und Windows, Preis finder

und Routenplaner

Online, Telematiksystem,

Stationsdaten zum

Download auf das Navi,

Führerscheinkontrolle

App für iPhone, u.

Android, Preis finder und

Routenplaner Online

App für iPhone u. Android,

Stationsdaten zum Download

auf das Navi

App für iPhone u.

Android, Preisfinder

und Routenplaner

Online, Telematiksystem,

Stationsdaten zum

Download auf das Navi,

Führerscheinkontrolle

App für iPhone u. Android,

Preisfinder und Routenplaner

Online

k. A.

Quelle: Angaben der Anbieter

22 FIRMENAUTO November 2014


tisch, die Fahrer müssen sich nicht mehr

nach bestimmten Zeiten richten, sondern

tanken, wenn es am besten in den Tagesablauf

passt.

Newcomer Fuelguard geht mit seiner

neuen Festpreis-Tankkarte noch einen

Schritt weiter. Mit diesem Angebot können

Kunden ihren Diesel auch schon im

Voraus bezahlen. Das Netz umfasst alle

Shell-Tankstellen. Dies bewahre ihn vor

großen Preisschwankungen. Falls dieser

sein bezahltes Volumen überschreite, falle

pro Liter der monatliche Durchschnittspreis

an. Werde zu wenig getankt, verfällt

das übrig gebliebene Volumen.

Je nach Uhrzeit schwanken die Preise

Laut Fuelguard beträgt das Mindestvolumen

pro Monat 50.000 Liter Diesel.

»Bisher gab es keine Lösung, um zum

langfristigen Festpreis Diesel flächendeckend

an deutschen Tankstellen einzukaufen«,

sagt Benjamin Berndt, Geschäftsführer

von Fuelguard. Wer sich

nicht für die Festpreis-Variante entscheiden

will, könnte dagegen mit ausgeklügeltem

zeitbezogenem Tankmanagement

viel Geld sparen.

Schließlich schwanken die Preise an

den Zapfsäulen je nach Uhrzeit erheblich:

Wer am frühen Abend tankt, kann

laut ACE derzeit ordentlich sparen. Zwischen

17 und 20 Uhr lägen die Preise in

der Regel am niedrigsten. »Ab 20 Uhr bis

24 Uhr ziehen die Preise dann wieder an,

Taktgeber sind hier die Marktführer Aral

und Shell.« Für Fahrer von Dieselautos

ergibt sich ein höheres Sparpotenzial als

bei Benzinern. Laut ACE betragen die

Preisdifferenzen bis zu elf Cent beim

Diesel, bei den Benzinern bis zu sieben

Cent. Dagegen spielt der Wochentag

keine große Rolle mehr.

Zwar ist der Sprit entlang der Autobahn

zwischen drei bis fünf Cent teurer,

dennoch lohnen sich größere Umwege

für Dienstreisende in der Regel nicht. Gut

wer hier auf eine App seines Tankkartenanbieters

zugreifen kann. Auf eigene

Bei der Post sind die Mitarbeiter angehalten, erst

in den günstigen Nachmittagsstunden zu tanken.

Apps setzen unter anderem Aral, DKV,

Euro Shell oder Novofleet. Sie zeigen den

Weg zur nächsten eigenen Tankstelle sowie

die aktuelle Preisliste. Darüber hinaus

vergleichen einige Apps, etwa die der

DKV, die günstigsten Kraftstoffpreise an

den DKV-Stationen und die Entfernungen

zwischen den einzelnen Stationen.

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November 2014 FIRMENAUTO 23


MANAGEMENT | Tankkarten

Tankkartenübersicht

Karte Jet Card Log Pay Card Multicard Mycard Tamoil Novofleet Card OMV Card Star Flottenkarte

Anbieter

Internet

Jet Tankstellen

jet-tankstellen.de

Log Pay Transport Services

logpay.de

Eni Deutschland

multicard.eni.com

Deutsche Tamoil

tamoil.de

Novofleet

novofleet.com

OMV Deutschland

omv.de

Orlen Deutschland

star-tankstellen.de

Leistungen Kraft- und Schmierstoffe,

Kfz-Zubehör, Shopwaren,

Kartenzahlung auch für

Gasbetankung möglich,

4 Warenberechtigungsstufen

Kraft- und Schmierstoffe,

Kfz-Zubehör, Shopwaren,

Fahrzeugreinigung,

Kartenzahlung auch für

Gasbetankung möglich,

6 Warenberechtigungsstufen

Kraft- und Schmierstoffe,

Kfz-Zubehör, Shopwaren,

Fahrzeugreinigung,

Kartenzahlung auch für

Gasbetankung möglich,

6 Warenberechtigungsstufen

Kraft- und Schmierstoffe,

Kfz-Zubehör, Shopwaren,

Kartenzahlung auch für

Gasbetankung möglich,

1–3 Warenberech tigungsstufen

Kraft- und Schmierstoffe,

Kfz-Zubehör, Fahrzeugreinigung,

Prämienprogramm,

Kartenzahlung

auch für Gas betankung

möglich, 2 Warenberechtigungsstufen

Kraft- und Schmierstoffe,

Kfz-Zubehör, Shopwaren,

Fahrzeugreinigung,

Kartenzahlung auch für

Gasbetankung möglich,

6 Warenberechtigungsstufen

Kraft- und Schmierstoffe,

Kfz-Zubehör, Shopwaren,

Fahrzeugreinigung,

Kartenzahlung auch für

Gasbetankung möglich,

6 Warenberechtigungsstufen

Service k. A. Dienstleistungen

rund um das Fahrzeug,

Werkstattakzeptanz,

Mobilitätsservice,

Pannendienst, Bergungsund

Abschleppservice,

Glasbruch- und

Havarieservice, Rei fenund

Kühlsystemdienst,

Tunnel- und Mautservice,

Fährgebühren, MwSt.-

Rückerstattung

Analysen und

Berichte

Fuhrparkanalyse und

-verwaltung, Verbrauchsanalyse,

Datenmanagement

Deutschland: 540

(25 Erdgas/265 Autogas)

nur national gültig

Akzeptanzstellen

Dienstleistungen rund um

das Fahrzeug, Werkstattakzeptanz,

Mobilitätsservice,

Pannendienst,

Bergungs-, Abschleppservice,

Glasbruch- und

Havarieservice, Reifenund

Kühlsystemdienst,

Tunnel- und Mautservice,

Fährgebühren, MwSt.-

Rückerstattung

k. A. Datenmanagement Fuhrparkanalyse und

-verwaltung, Verbrauchsanalyse,

Datenmanagement

Deutschland: 600

(2 Erdgas/ 90 Autogas)

nur national gültig

Deutschland: 2.300

(50 Erdgas/200 Autogas)

International: 2.100

(25 Erdgas/100 Autogas)

Akzeptanz in 19 Ländern

Europas

Deutschland:

3.318 (fremd)/468 (eigene,

davon 13 Erdgas)

International:

18.000 (fremd)/5.791

(eigene, davon 113

Autogas)

Kosten keine 0,5 % Servicegebühr 2 Euro pro Karte und

Monat

2 Euro pro Karte und

Monat, 0,9 % Systembeitrag

von der Rechnungssumme

Voraussetzungen

gesicherte Bonität,

ausschließlich gewerbliche

Nutzung

gesicherte Bonität

gesicherte Bonität,

ausschließlich gewerbliche

Nutzung, Mindestabsatz

900 Liter/Monat

k. A. Dienstleistungen rund um

das Fahrzeug, Werkstattakzeptanz,

Reifen- und

Kühlsystemdienst

Fuhrpark- und Verbrauchsanalyse

Deutschland: 393

(19 Erdgas/189 Autogas)

nur national gültig

2,50 Euro pro Karte

(Erstausgabe und bei

Ablauf der Karte), 5 Euro

für Ersatzkarte, 1 Euro pro

Rechnung per Post

gesicherte Bonität,

ausschließlich gewerbliche

Nutzung

Fuhrparkanalyse und

-verwaltung, Verbrauchsanalyse,

Datenmanagement,

Extranet

Deutschland: 3.200 (105

Erdgas/1.000 Autogas)

International: 3.300

(105 Erdgas/1.000

Autogas) Akzeptanz in

Deutschland, Luxemburg

und Österreich

2 Euro pro Karte

und Monat

gesicherte Bonität,

ausschließlich gewerbliche

Nutzung

Dienstleistungen

rund um das Fahrzeug,

Werkstattakzeptanz,

Mobi litätsservice,

Pannendienst, Bergungsund

Abschleppservice,

Glasbruch- und Ha varieservice,

Reifen- und

Kühlsystemdienst,

Tunnel- und Mautservice,

MwSt.-Rückerstattung

Fuhrparkanalyse und

-verwaltung, Verbrauchsanalyse,

Datenmanagement

Deutschland: 3.315

(17 Erdgas/635 Autogas)

International: ca.18.000

(110 Erdgas/2.200

Autogas)

Akzeptanz in 30 Ländern

Europas

gesicherte Bonität, ausschließlich

gewerbliche

Nutzung, Mindestabsatz

700 Liter/Monat

Bonuspunkte nein nein nein k. A. nein nein nein

Haftung Karte durch PIN-Code

gesichert, Online-Autorisierung,

keine Haftung

ab Verlustmeldung

(schriftlich)

Karte durch PIN-Code

gesichert, keine Haftung

ab Verlustmeldung

(schriftlich)

Karte durch PIN-Code

gesichert, individuelle

Sperrlimits, keine

Haftung ab Verlustmeldung

(schriftlich)

Mobile

Nutzung

App für iPhone, Android

und Windows, Preisfinder

und Routenplaner Online,

Stationsdaten zum

Download auf das Navi

Routenplaner Online,

Stationsdaten zum

Download auf das Navi

Karte durch PIN-Code und

Hologramm gesichert,

Online-Autorisierung,

individuelle Sperrlimits,

keine Haftung ab Verlustmeldung

(schriftlich),

Nutzungsbegrenzung für

bestimmte Tankstellen

möglich

Karte durch PIN-Code

gesichert, Online-Autorisierung,

individuelle

Sperrlimits, keine Haftung

ab Verlustmeldung

(schriftlich), Kartensperrung

per Web-Formular

möglich

k. A. k. A. App für iPhone u. Android,

Preisfinder Online,

Stationsdaten zum

Download auf das Navi,

Führerscheinkontrolle

Karte durch PIN-Code und

Hologramm gesichert,

Online-Autorisierung,

individuelle Sperrlimits,

keine Haftung ab Verlustmeldung

(schriftlich),

Kartensperrung per Web-

Formular möglich

App für iPhone u. Android,

Routenplaner Online

Dienstleistungen rund um

das Fahrzeug

2 Euro pro Karte und

Monat

(ab 10 Karten 1 Euro)

gesicherte Bonität, ausschließlich

gewerbliche

Nutzung, Mindestabsatz

500 Liter/Monat

Karte durch PIN-Code

gesichert, Online-Autorisierung,

individuelle

Sperrlimits, keine Haftung

ab Verlustmeldung

(schriftlich), Kartensperrung

per Web-Formular

möglich

App für iPhone u.

Android, Preisfinder und

Routenplaner Online, Stationsdaten

zum Download

auf das Navi

Quelle: Angaben der Anbieter

24 FIRMENAUTO November 2014


ARVAL LEASE FLEET

Die einen rechnen

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MANAGEMENT | Tankkarten

Tankkartenübersicht

Karte SVG/DKV Servicecard SVG/Esso Card SVG/Euro Shell Card SVG/Total Card DKV Card/

DKV Card Climate

Anbieter Straßenverkehrsgenossenschaft;

Straßenverkehrsgenossen-

Straßenverkehrsgenossen-

Straßenverkehrsgenossen-

DKV Euro Service

Internet

svg.de/tankkarten schaft; svg.de/tankkarten schaft; svg.de/tankkarten schaft; svg.de/tankkarten dkv-euroservice.com

Leistungen Kraft- und Schmierstoffe, Kraft- und Schmierstoffe, Kraft- und Schmierstoffe, Kraft- und Schmierstoffe, Kraft- und Schmierstoffe,

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Prämienpro-

Kartenzahlung auch für Kartenzahlung auch für Kartenzahlung auch für Kartenzahlung auch für gramm, Kartenzahlung

Gasbetankung möglich, Gasbetankung möglich, Gasbetankung möglich, Gasbetankung möglich, auch für Gasbetankung

2 Warenberechtigungsstufestufestufestufen

4 Warenberechtigungs-

4 Warenberechtigungs-

8 Warenberechtigungs-

möglich, 2 Warenberechtigungsstufen

Service

Analysen und

Berichte

Akzeptanzstellen

Kosten

Voraussetzungen

Dienstleistungen rund um

das Fahrzeug, Werkstattakzeptanz,

Mobilitätsservice,

Pannendienst,

Bergungs- und Abschleppservice,

Glasbruch- und

Havarieservice, Reifenund

Kühlsystemdienst,

Tunnel- und Mautservice,

Fährgebühren, MwSt.-

Rückerstattung

Verbrauchsanalyse,

Datenmanagement

Deutschland: 11.000 (600

Erdgas/2.100 Autogas)

International: 39.000

(800 Erdgas/6.000

Autogas)

Akzeptanz in 44 Ländern

Europas

regional oder produktbezogen

Servicegebühren

möglich

gesicherte Bonität,

ausschließlich gewerbliche

Nutzung

Dienstleistungen rund um

das Fahrzeug, Werkstattakzeptanz,

Mobilitätsservice,

Pannendienst,

Bergungs- und Abschleppservice,

Glasbruchund

Havarieservice,

Tunnel- und Mautservice,

MwSt.-Rückerstattung

Fuhrparkanalyse und

-verwaltung, Verbrauchsanalyse,

Datenmanagement

Deutschland: 3.300

(88 Erdgas/308 Autogas)

International: 13.000

Akzeptanz in

18 Ländern Europas

regional oder produktbezogen

Servicegebühren

möglich

gesicherte Bonität,

ausschließlich gewerbliche

Nutzung

Dienstleistungen rund um

das Fahrzeug, Werkstattakzeptanz,

Mobilitätsservice,

Pannendienst,

Bergungs- und Abschleppservice,

Glasbruch- und

Havarieservice, Reifenund

Kühlsystemdienst,

Tunnel- und Mautservice,

Fährgebühren, MwSt.-

Rückerstattung

Verbrauchsanalyse,

Datenmanagement

Deutschland: 5.000

(57 Erdgas/268 Autogas)

International: 22.000

Akzeptanz in

38 Ländern Europas

regional oder produktbezogen

Servicegebühren

möglich

gesicherte Bonität,

ausschließlich gewerbliche

Nutzung

Dienstleistungen

rund um das Fahrzeug,

Pannendienst, Bergungsund

Abschleppservice,

Tunnel- und Mautservice,

MwSt.-Rückerstattung

Fuhrparkanalyse und

-verwaltung, Verbrauchsanalyse,

Datenmanagement

Deutschland: 4.400,

(170 Erdgas/710 Autogas)

International: 15.000

Akzeptanz in

15 Ländern Europas

regional oder produktbezogen

Servicegebühren

möglich

gesicherte Bonität,

ausschließlich gewerbliche

Nutzung

Dienstleistungen rund um

das Fahrzeug, Werkstattakzeptanz,

Mobilitätsservice,

Pannendienst,

Bergungs- und Abschleppservice,

Glasbruch- und

Havarieservice, Reifenund

Kühlsystemdienst,

Tunnel- und Mautservice,

Fährgebühren, MwSt.-

Rückerstattung

Fuhrparkanalyse und

-verwaltung, Verbrauchsanalyse,

Datenmanagement,

Extranet

Deutschland: 18.000 (600

Erdgas/2.100 Autogas)

International: 54.000

(800 Erdgas/6.000

Autogas)

Akzeptanz in 44 Ländern

Europas

keine

gesicherte Bonität,

ausschließlich gewerbliche

Nutzung

UTA Full Service Card

Westfalen Service Card

Union Tank Eckstein Westfalen

uta.de

westfalen-service-card.de

Kraft- und Schmierstoffe, Kraft- und Schmierstoffe,

Kfz-Zubehör, Fahrzeugreinigung,

Kartenzahlung Fahrzeugreinigung,

Kfz-Zubehör, Shopwaren,

auch für Gasbetankung Kartenzahlung auch für

möglich, Warenberechtigungsstufen

mit der UTA 3 Warenberechtigungs-

Gasbetankung möglich,

Full Select Card

stufen

Dienstleistungen rund um Dienstleistungen rund um

das Fahrzeug, Werkstatt- das Fahrzeug, Mautservice

akzeptanz, Mobilitätsservice,

Pannendienst,

Bergungs- und Abschleppservice,

Glasbruch- und

Havarieservice, Reifenund

Kühlsystemdienst,

Tunnel- und Mautservice,

Fährgebühren, MwSt.-

Rückerstattung

Fuhrparkanalyse und

-verwaltung, Verbrauchsanalyse,

Datenmanagement,

Extranet

Deutschland: 16.000 (554

Erdgas/2.603 Autogas)

International: 49.000 (633

Erdgas/7.473 Autogas)

Akzeptanz in

40 Ländern Europas

keine Grundgebühr,

teilweise Aufschläge für

genutzte Leistungen

gesicherte Bonität,

ausschließlich gewerbliche

Nutzung

Bonuspunkte nein nein nein nein k. A. nein nein

Haftung Karte durch PIN-Code

gesichert, Online-Autorisierung,

individuelle

Sperrlimits, keine Haftung

ab Verlustmeldung

(schriftlich)

Karte durch PIN-Code

gesichert, Online-Autorisierung,

keine Haftung

ab Verlustmeldung

(schriftlich)

Karte durch PIN-Code

gesichert, Online-Autorisierung,

keine Haftung ab

Verlustmeldung (schriftlich),

Kartensperrung per

Web-Formular möglich

Karte durch PIN-Code

gesichert, Online-Autorisierung,

keine Haftung

ab Verlustmeldung

(schriftlich)

Mobile

Nutzung

App für iPhone u.

Android, Routenplaner

Online, Telematiksystem,

Stationsdaten zum

Download auf Navi,

Auslesen der Fahrerdaten

des digitalen Tachografen,

Führerscheinkontrolle

k. A. Routenplaner Online,

Telematiksystem, Stationsdaten

zum Download

auf Navi, Auslesen der

Fahrerdaten des digitalen

Tachografen, Führerscheinkontrolle

Karte durch PIN-Code

gesichert, Online-Autorisierung,

individuelle

Sperrlimits, keine Haftung

ab Verlustmeldung

(schriftlich), Kartensperrung

per Web-Formular

möglich

k. A. App für iPhone u. Android,

Preisfinder und Routenplaner

Online, Telematiksystem,

Stationsdaten

zum Download auf Navi,

Auslesen der Fahrerdaten

des digitalen Tachografen,

Führerscheinkontrolle

Karte durch PIN-Code und

Hologramm gesichert,

Online-Autorisierung,

individuelle Sperrlimits,

keine Haftung ab Verlustmeldung

(schriftlich),

Kartensperrung per

Web-Formular möglich,

Nutzungsbegrenzung für

best. Tankstellen möglich

(mit der UTA Full Select

Card)

App für iPhone u. Android,

Preisfinder u. Routenplaner

Online, Telematiksystem,

Stationsdaten

zum Download auf Navi,

Auslesen der Fahrerdaten

des digitalen Tachografen,

Führerscheinkontrolle

Fuhrpark- und Verbrauchsanalyse,

Extranet

Deutschland: 5.000

(260 im eigenen Netz/

20 Erdgas/108 Autogas)

nur national gültig

keine

gesicherte Bonität, ausschließlich

gewerbliche

Nutzung, Mindestflottengröße

von 3 Fzg.,

Mindestabsatz 500 Liter/

Monat

Karte durch PIN-Code

gesichert, Online-Autorisierung,

keine Haftung

ab Verlustmeldung

(schriftlich), Kartensperrung

per Web-Formular

möglich, Nutzungsbegrenzung

für nur bestimmte

Tankstellen möglich

k. A.

Quelle: Angaben der Anbieter

26 FIRMENAUTO November 2014


Im Winter zeige ich meine ganze Stärke.

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MANAGEMENT | Fahrerunterweisung

ARBEITSPLATZ DIENSTWAGEN

Die jährliche Unterweisung von Firmenwagenfahrern ist oft ein organisatorisches

Problem. Das webbasierte Dekra-Lernportal könnte Abhilfe schaffen.

Text: Nicole Holzer

Fuhrparkbetreiber stehen in der

Verantwortung: So sieht die Berufsgenossenschaft

nicht nur eine jährliche

Prüfung der Dienstwagen vor, sondern

auch eine entsprechende Unterweisung

der Fahrer. Schließlich gelten alle Fahrzeuge,

die von der Firma gestellt werden,

als Arbeitsmittel. Entsprechend müssen

die Mitarbeiter über die mit der Dienstwagennutzung

verbundenen Rechte und

Pflichten aufgeklärt werden.

Allerdings wird das in vielen Firmen

zum echten Problem. Selbst wenn alle Fahrer

zentral an einem Standort arbeiten,

grenzt es an eine logistische Höchstleistung,

jeden Mitarbeiter im vorgesehenen

Zeitrahmen von einem Jahr zu unterweisen.

Sind die Mitarbeiter bundesweit verstreut

und kommen wenn überhaupt zum

jährlichen Kick-off an den Hauptsitz, hat

der Fuhrparkleiter kaum eine Möglichkeit,

seiner Unterweisungspflicht nachzukommen.

Wer das versäumt, riskiert unter anderem

Bußgelder, den Verlust des Versicherungsschutzes

oder sogar Haftstrafen.

Die Vorteile von E-Learning

Abhilfe könnte das »Web Based Training«

(WBT) von Dekra Media schaffen. Die

Unterweisungsplattform bietet mit ihrem

»Dekra Safety Web« eine flexibel einsetzbare

Online-Lösung. Das Unternehmen

gibt damit seinen Dienstwagenfahrern

eine zeitlich und räumlich unabhängige

Möglichkeit, sich unterweisen zu lassen.

Entwickelt wurde das Online-Seminar

von Fachlektoren aus dem konzerneigenen

Kompetenzteam, geprüft und

zertifiziert von der Deutschen Gesetzlichen

Unfallversicherung (DGUV). Das

Programm entspricht laut Dekra den neuesten

wissenschaftlichen Erkenntnissen

aus E-Learning und Medienpädagogik.

Dazu nutzen die Macher Texte, Grafiken

und Animationsfilme. Muss der Fahrer

seine Online-Schulung unterbrechen,

FAHRERUNTERWEISUNG

Die rechtlichen Grundlagen

Alle Fahrzeuge, die von einem Arbeitgeber bereitgestellt

und von den Mitarbeitern dienstlich

gefahren werden, gelten laut Betriebssicherheitsverordnung

als Arbeitsmittel. Egal ob ein

Techniker mit seinem Servicefahrzeug zu Kunden

unterwegs ist oder ein Fondsmanager auf

dem Weg zum Kunden. Ist das der Fall, muss das

Unternehmen nicht nur sichere Arbeitsmittel zur

Verfügung stellen, sondern nach Paragraf 12

des Arbeitsschutzgesetzes seine Beschäftigten

mindestens einmal pro Jahr ausreichend und

angemessen unterweisen. Ändert sich das Arbeitsmittel,

also der Dienstwagen, braucht der

Mitarbeiter eine weitere Unterweisung. Daneben

schreiben auch die Berufsgenossenschaften eine

Unterweisung vor. Grund: Damit die versicherten

Arbeitnehmer Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen

erkennen und handeln können,

müssen sie auf ihre Arbeits- und Tätigkeitssituation

zugeschnittene Informationen und Anweisungen

erhalten (Paragraf 35 Abs. 1 Nr. 3 BGV D29).

Fotos: Fotolia (2), Montage: Mannchen

28 FIRMENAUTO November 2014


DEKRA-ONLINE-SCHULUNG

Die Fahrerunterweisung per Mausklick

Webinare informieren die Fahrer per Internet über rechtliche Grundlagen

und Voraussetzungen, die sie erfüllen müssen. Darüber hinaus geht die

Online-Schulung auf Themen wie Ladungssicherung, Unfälle und Rechtsverstöße

ein. Das Webinar ist ein Medienmix aus Bildern, Interaktionen und

Filmen und kann auf Wunsch individuell erweitert werden.

startet er das Modul beim nächsten Mal wieder genau an der

letzten Stelle. Damit passt sich das Programm dem individuellen

Lerntempo des Mitarbeiters an. Insgesamt dauert

die Unterweisung zwischen 45 und 60 Minuten. Schummeln

geht übrigens nicht: Laut Dekra behält der Fuhrparkverantwortliche

durch das umfassende Unterweisungs-

Dokumentationssystem die Lernfortschritte seiner Mitarbeiter

ständig im Blick.

Abschlusszertifikate nur nach erfolgreicher Prüfung

Nach jedem Kapitel folgt ein Wissenstest. Nur wer mindestens

50 Prozent der Fragen richtig beantwortet, kann sich

am Ende ein Nachweiszertifikat ausdrucken. Damit gar antiert

Dekra einen einheitlichen Wissensstand der Fahrer. »Außerdem

schonen die Unternehmen ihr Fuhrparkbudget«, sagt

Heinz-Jörg Roling von Dekra Media. Ausfälle durch Urlaub,

Krankheit oder Schichtdienst gehören ebenfalls der Vergangenheit

an.

»Das Dekra Safety Web hat den Anspruch, Fuhrparkverantwortlichen

größtmögliche Rechtssicherheit zu bieten«,

erklärt Roling. Jeder Lernschritt wird entsprechend dokumentiert.

Denn im Zweifelsfall gilt »nicht dokumentiert« als

»nicht unterwiesen«.

Da für jede Branche, für jedes Unternehmen spezielle Anforderungen

bestehen, lässt sich das Webinar auf Wunsch

erweitern. Neben rechtlichen Grundlagen wie den Regelungen

im Arbeitszeitgesetz, der Betriebsanweisung für Dienstfahrten

oder Ladungssicherung werden die Fahrer auch über

die Folgen von Alkohol- oder Tablettenkonsum aufgeklärt.

Die Kosten für das Webinar »Unterweisung für Dienstwagenfahrer«

liegen bei rund sieben Euro pro Lizenz und

Jahr – immer abhängig von der bestellten Anzahl. Darüber

hinaus gibt es Online-Seminare zu den Themen »Lenk- und

Ruhezeiten« oder »Müdigkeit am Steuer«. Das Thema

»Rechtsgrundlagen für Fuhrparkleiter« ist derzeit in der

Pipeline. Wer Interesse hat, kann unter www.dekra-safetyweb.eu

einen Blick in die Demoversion werfen.

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Heinz-Jörg Roling

Dekra Media

November 2014 FIRMENAUTO 29


MANAGEMENT | Praxisreport

FIRMENWAGEN

FÜR AZUBIS

Handwerk, Handel und Industrie geht zunehmend der Nachwuchs aus.

Pfiffige Personaler setzen jetzt auf Dienstwagen als Incentive, um geeignete

Auszubildende ins Unternehmen zu locken.

Text: Joachim Geiger

Natürlich ist ein Dienstwagen ein

probates Lockmittel, um sich einem begehrten

Mitarbeiter als attraktives Unternehmen

zu empfehlen. Hubraum

und Leistung des automobilen Angebots

müssen zwar nicht mehr zwingend

mit den Begehrlichkeiten der Personalabteilung

zunehmen. Ein Smart oder

VW Up wäre trotzdem das falsche Signal

an den Geschäftsführer oder Abteilungsleiter

in spe.

Für den Auszubildenden hingegen

wäre ein Stadtflitzer in dieser Kategorie

eine gute Wahl. Ein Dienstwagen für den

Azubi? Die Strategien, die das Personalmarketing

für einen Engpass bei den

höheren Dienstgraden vorsieht, gelten

längst auch für den Nachwuchs. Immer

mehr Unternehmen in Deutschland müssen

gute Kandidaten für eine Ausbildung

mit der Lupe suchen. Im letzten Jahr

konnten Handel und Industrie rund

80.000 Ausbildungsplätze nicht besetzen,

im Handwerk fehlen derzeit rund

24.000 Lehrlinge.

Der Wettbewerb um gute Kräfte tobt

»Die Ausbildungsbetriebe müssen sich

auf einen stärkeren Wettbewerb um

qualifizierte Jugendliche einstellen«, erklärt

Dr. Dieter Dohmen, Direktor des

Forschungsinstituts für Bildungs- und

Sozialökonomie (FiBS) in Berlin. Das Angebot

eines Dienstwagens für Auszubildende

hält der Sozialökonom für einen

guten Schachzug. »Ein Unternehmen

könnte damit um Azubis, aber auch für

sich selbst werben. Zudem würde das

Fahrzeug den Jugendlichen einen handfesten

Mehrwert bieten«, beschreibt Dohmen

den Vorteil.

Die Eisengießerei Dossmann im badenwürttembergischen

Walldürn-Rippberg

praktiziert diese Variante des Ausbildungsmarketings

seit April 2014. »Unsere

Auszubildenden müssen teilweise längere

Anfahrten zur Arbeitsstätte auf sich

nehmen. Um ihre Mobilität zu sichern,

stellen wir vom ersten Arbeitstag an

einen Smart als Dienstwagen zur Wahl«,

sagt Geschäftsführer Jörg Dossmann.

30 FIRMENAUTO November 2014


Saubere Leistung:

der Audi A3 Sportback 1.6 TDI ultra mit nur 88 g CO 2

/km.

Weniger ist manchmal mehr – vor allem, wenn es um schonenden Umgang mit Ressourcen

geht. Sein effizienter Motor*, die konsequente Leichtbautechnologie und die verbesserte

Aerodynamik ermöglichen dem Audi A3 Sportback 1.6 TDI ultra einen Verbrauch von nur

3,3 l/100 km und einen CO 2

-Ausstoß von nur 88 g/km. Dies kommt nicht nur der Natur,

sondern auch den Betriebskosten zugute – und macht das derzeit sparsamste Fahrzeug

der gesamten Modellreihe zum idealen Dienstwagen für umweltbewusste Unternehmen,

die Wert auf hochwertiges Design und Audi A3-typischen Fahrspaß legen.

*Kraftstoffverbrauch in l/100 km: innerorts 3,9; außerorts 3,1;

kombiniert 3,3; CO 2

-Emissionen in g/km: kombiniert 88.


MANAGEMENT | Praxisreport

Beim Azubi-Auto gelten spezielle Spielregeln. Diese

sollten in die Car Policy aufgenommen werden

Der Smart trägt den Schriftzug »Heißes

Eisen« auf der Karosserie und fungiert

damit als perfekter Werbeträger für

das mittelständische Unternehmen, das

Industriemechaniker, Modellbauer, Elektroniker

und Gießereimechaniker ausbildet.

Derzeit sind 7 von 15 Azubis mit

einem »Heißen Eisen« auf Achse.

»Der Dienstwagen ist ein absoluter Motivationsfaktor«,

weiß Geschäftsführer

Jörg Dossmann. Das Unternehmen least

die Fahrzeuge für drei Jahre mit einer

jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern.

Die Azubis dürfen die Flitzer für

Fahrten zur Arbeitsstätte ebenso nutzen

wie für private Zwecke. Wer die Ausbildung

beendet, gibt den Dienstwagen an

den nächsten Interessenten weiter. Für

die Eisengießerei hat sich die Aktion gelohnt.

»Die Nachfrage nach Praktika und

Ausbildungsplätzen ist dreimal so hoch

wie früher. Auch die Lehrstelle für einen

Modellbauer haben wir nach dreijähriger

Vakanz erfolgreich besetzt«, zieht Jörg

Dossmann Bilanz.

AUTOS FÜR AZUBIS

Prüfung im Einzelfall

Ein Azubi verdient in Westdeutschland im Schnitt

rund 770 Euro. Gewährt der Arbeitgeber einen

Kleinwagen dazu, landet bei der Gehaltsabrechnung

etwas weniger Netto auf dem Konto des

Azubis. Im Hinblick auf einen Tarifvertrag wird

das in der Regel kein Problem darstellen. Laut

Dr. Michael Engesser vom DGB Rechtsschutz in

Düsseldorf dürfen im Ausbildungsvertrag grundsätzlich

Abweichungen vom Tarifvertrag vereinbart

werden. Diese seien aber nur dann rechtlich

wirksam, wenn die Abmachungen für die Auszubildenden

in einer Gesamtschau günstiger

ausfallen. Um eine Überforderung der Azubis zu

vermeiden, sei eine Prüfung im Einzelfall notwendig.

Kein Problem stellt der Dienstwagen übrigens

für das Kindergeld dar – der Anspruch auf die

Förderung hängt bei einer Erstausbildung nicht

mehr von den Einkünften des Jugendlichen ab.

Auch Azubis müssen Steuern zahlen

Geht die Personalabteilung mit dem

Dienstwagen für Auszubildende neue

Wege, ist auch der Fuhrparkleiter gefragt.

Es bietet sich an, die Spielregeln fürs Azubi-Auto

in der Car Policy zu dokumentieren.

Beim Finanzamt steht ein Sympathie-Bonus

für den Kleinwagen nicht zu

erwarten. »Der Smart für den Lehrling

ist wie der BMW für den Abteilungsleiter

mit der Ein-Prozent-Regelung und

der Entfernungspauschale zu veranschlagen.

Steht das Dienstfahrzeug mehreren

Azubis zur Verfügung, gelten die gleichen

Regeln wie für ein Poolfahrzeug«,

erklärt Steuerexperte Frank Balmes von

der Wirtschaft- und Steuerberatungsgesellschaft

PKF Fasselt Schlage in Köln

(siehe Firmenauto 8/2014).

Tatsächlich muss es nicht immer gleich

das volle Dienstwagenprogramm sein,

um Azubis fürs Unternehmen zu finden

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32 FIRMENAUTO November 2014


»Die Nachfrage nach Ausbildungsund

Praktikumsplätzen ist

dreimal so hoch wie früher«

Jörg Dossmann

Eisengießerei Dossmann

und bei der Stange zu halten. Die Bäckerei

Goeken im nordrhein-westfälischen Bad

Driburg zum Beispiel zeichnet angehende

Bäcker, Konditoren, Bäckereifachverkäufer

und Bürokaufleute für besondere

Leistungen mit dem Titel »Azubi

des Monats« aus. Zusammen mit einer

Urkunde gibt‘s den Schlüssel und eine

Tankkarte für einen Ford Ka, der dem

Titelträger dann einen Monat für Beruf

und Freizeit zur Verfügung steht.

1.000 Freikilometer als Belohnung

»Für die Jugendlichen ist es eine Ehre und

Motivation, das Fahrzeug zu fahren«, berichtet

Personalleiterin Anne Goeken-

Schmidt. Auch der Ladeneinrichter Tenbrink

aus Stadtlohn in Nordrhein-Westfalen

setzt auf ein Incentive mit Rädern,

um Leistung und Motivation des Nachwuchses

zu fördern. Zwei Top-Azubis

teilen sich für jeweils zwei Wochen ein

flottes Mini Cooper Cabrio. Das Paket

enthält 1.000 Freikilometer im Monat und

eine Karte für die Waschanlage.

Dass das Azubi-Car bei den 13 Auszubildenden

des Unternehmens gut ankommt,

liegt auch an der Wahl des Fahrzeugs.

»Wir haben ein Cabrio-Modell gewählt,

damit die Jugendlichen Spaß an

ihrem Fahrzeug haben«, beschreibt Ausbilderin

Heidi Wissing das Konzept.

Anerkennung und Wertschätzung kann

ein Unternehmen seinen Azubis aber

auch mit einem Carsharing-Modell vermitteln.

Das Upstalsboom Landhotel

Friesland im niedersächsischen Varel-

Dangast stellt in einem Mitte des Jahres

gestarteten Pilotprojekt dem Azubi-Team

mit acht Hotelfachleuten und Köchen

einen Suzuki Alto für Fahrten zur Berufsschule,

Fortbildungen und Freizeit bereit.

Die Jugendlichen reservieren das Fahrzeug

an der Rezeption und dokumentieren

die Nutzung im Fahrtenbuch. Natürlich

ist es Ehrensache, dass sie den Suzuki

stets mit vollem Tank an ihren Nachfolger

übergeben.

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Kontakt LeasePlan Go: Tel. 02131 - 314 85 91

Abbildung zeigt Sonderausstattung.


MANAGEMENT | Praxis

FUHRPARK UNTER STROM

Das Fraunhofer IAO hat ausschließlich E-Autos im Fuhrpark. Die Buchung

erfolgt über eine selbst entwickelte Mobilitätsmanagement-Software. Ein

eigenes Kraftwerk liefert den Strom.

Text: Martin Schou

Wer den Fuhrpark anderer Firmen

elektrifiziert, der fährt natürlich selbst

nur mit Strom: Im Erdgeschoss des

Stuttgarter Fraunhofer-Parkhauses

stehen über 20 E-Autos. Vom kleinen

Renault Twizy über den BMW i3 bis zum

Elektro-Transporter Renault Kangoo.

30 Parkplätze hat das Fraunhofer IAO

mit Stromsäulen ausgerüstet. Jeweils mit

Schuko- und Typ-2-Anschluss. 3,6 bis maximal

22 kW Strom pumpen die Zapfsäulen

in die E-Autos. »Im Schnitt dauert es

vier Stunden, bis die Akkus der Fahrzeuge

wieder voll sind«, erklärt Sonja Kraus,

Flottenmanagerin am Fraunhofer IAO.

Der Fuhrpark kommt mit lediglich einer

Schnellladesäule aus. »Die Schnellladesäule

ist selten belegt. Meist nutzen

diese nur Besucher oder unsere auswärtigen

Kollegen, wenn sie bei uns für

Meetings vorbeischauen«, sagt Kraus.

Die E-Autos wurden 2011 für das Projekt

»elektromobilisiert.de« angeschafft,

um anderen Firmen die E-Mobilität näherzubringen

(Seite 24). 18 E-Autos sind

es aktuell. Es waren schon bis zu 25. Alle

wurden mit dem Kooperationspartner,

dem Institut für Arbeitswissenschaft

und Technologiemanagement der Universität

Stuttgart, gekauft. Wenn die

Fahrzeuge nicht gerade bei Fremdfirmen

im Probeeinsatz sind, werden sie

von den 40 Projektmitarbeitern des Instituts

genutzt.

»Die E-Autos sind voll ausgelastet. Unsere

Kollegen legen fast jede Dienstfahrt

mit ihnen zurück. Außerdem werden Versuchsfahrten

durchgeführt. Die Kollegen

müssen die Fahrzeuge schließlich auf ihre

Alltagstauglichkeit testen«, erklärt

Kraus. Während der Großteil der Mitarbeiter

dabei auf den seitlich offenen

Stadtflitzer Renault Twizy abfährt, hat

sich Kraus in den Opel Ampera verguckt:

»Er gefällt mir einfach optisch gut.«

Der BMW i3 mit Range Extender

kommt bis zu 300 Kilometer weit

Lange Strecken legen die Mitarbeiter mit

dem BMW i3 zurück. Durch seinen Range

Extender schafft er bis zu 300 Kilome-

Die Fahrzeugschlüssel werden zentral verwaltet

und automatisch an die Fahrer ausgehändigt.

Die Flottenmanagement-Software Eco Guru hat das

Fraunhofer IAO selbst entwickelt.

34 FIRMENAUTO November 2014


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MANAGEMENT | Praxis

»Die E-Autos sind voll ausgelastet.

Die Kollegen nutzen sie für fast

alle Dienstfahrten«

Sonja Kraus

Flottenmanagerin bei Fraunhofer IAO

ter ohne Tankstopp. »Der BMW i3 ermöglicht

es uns, auch weite Strecken mit den

eigenen E-Autos zurückzulegen. Wobei

unsere Mitarbeiter bei langen Dienstreisen

aus Komfortgründen auch auf die

Bahn ausweichen«, sagt Kraus.

Die Fahrzeugbuchung läuft vollautomatisch

über die von den Fraunhofer-

Wissenschaftlern selbst entwickelte Software

Eco Guru. Die Mitarbeiter müssen

lediglich Start, Ziel und Datum ihrer geplanten

Dienstreise in das Programm

eintippen. Da Eco Guru alle Standorte,

aktuelle Routen und Akku-Ladezustände

der E-Autos in Echtzeit kennt, spuckt

er nur die dafür geeigneten Poolfahrzeuge

aus.

Damit die Mitarbeiter nicht nur vom

eigenen Fuhrpark abhängig sind, verknüpft

Eco Guru im Buchungsprozess

auch weitere Mobilitätsdienste wie eben

die Bahn, aber auch Carsharing-Anbieter,

Mitfahrbörsen, Fahrradverleiher und

den ÖPNV. Ein weiterer Vorteil: Eco Guru

integriert auch weitere Flottenmanagement-Programme

wie etwa eine automatische

Schlüsselvergabe oder die Führerscheinkontrolle

in sein System.

Für Kraus fällt dadurch lästige Arbeit

weg. »Früher musste ich mir noch von

allen Kollegen die Führerscheine vorzeigen

lassen und die Schlüssel verwalten.

Das läuft jetzt alles automatisch.« Damit

sie wusste, wann die E-Autos wieder einsatzfähig

waren, musste sie vor Eco Guru

die notwendige Ladezeit der E-Autos anhand

des aktuellen Ladezustands der Akkus

hochrechnen.

Eigenes kleines Stromnetz

Mit Eco Guru könnte Kraus ihrem Energieversorger

vorgeben, ob die E-Autos

möglichst zu günstigen Ladezeiten oder

aber umweltschonenden Ökostrom laden.

Außerdem verhindert das System

Ladungs spitzen, also eine Überlastung

des Stromnetzes. Saugen nämlich alle 18

E-Autos gleichzeitig Strom, würden in den

Fraunhofer-Büros die Lichter ausgehen.

MICRO SMART GRID

Eigenes Stromnetz für den Fuhrpark

Denn das Fraunhofer IAO ist schon

einen Schritt weiter. Das Institut baut

derzeit sein eigenes Stromnetzwerk auf,

ein sogenanntes Micro Smart Grid. Ein

Windrad vor dem Parkhaus und Solarplatten

auf dem Parkdeck erzeugen dabei

regenerativen Strom. Die gewonnene

Energie fließt dann in eine Batterie

im Keller. Das Micro Smart Grid ist also

ein lokales Stromnetz, welches je

nach Bedarf an das normale Ortsnetz

angeschlossen ist oder autark im Inselbetrieb

arbeitet.

Klingt nach Zukunftsmusik und ist

auch noch im Forschungsstatus. Genau

wie Eco Guru will das Fraunhofer IAO

das Micro Smart Grid nach der Test phase

am eigenen Standort anderen Fuhrparkbetreibern

anbieten. Dann steht ihr Fuhrpark

im wahrsten Sinne des Wortes unter

Strom.

So funktioniert das Stromnetz: Solarzellen auf dem Parkhausdeck und ein Windrad vor dem Parkhaus

erzeugen regenerativen Strom. Die gewonnene Energie fließt in eine Batterie im Keller.

Fraunhofer IAO

HINTERGRUND

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft

und Organisation IAO beschäftigt sich mit aktuellen

Fragestellungen rund um den arbeitenden

Menschen. Zum Forschungsbereich zählen daher

innovative Produkt- und Dienstleistungsentwicklungen,

Softwaretechnologien sowie die Optimierung

von Geschäftsprozessen. Der Hauptsitz

vom Fraunhofer IAO befindet sich in Stuttgart.

Aufgrund der anwendungsorientierten Ausrichtung

des Instituts führt Fraunhofer IAO seine

Projekte hauptsächlich in Zusammenarbeit mit

Firmen in konkreten Anwendungsfällen durch.

❶ Windrad

❷ Solarzellen

❸ Batteriespeicher

❹ Elektroautos





36 FIRMENAUTO November 2014


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MANAGEMENT | Kranker Fahrer

ZWEIFEL AN

FAHRTAUGLICHKEIT

Flottenchefs sollten sofort reagieren, wenn sie bei Mitarbeitern erste Anzeichen

einer Fahruntauglichkeit erkennen. Bei einem Unfall haften sie für ihr Versäumnis.

Text: Uwe Schmidt-Kasparek

Drei Unfälle innerhalb eines halben

Jahrs ließen den Fuhrparkleiter Franz

Heinemann (Name geändert) aufhorchen.

Der Fahrer galt bisher als absolut

zuverlässig. Nach Rückfragen in der zuständigen

Abteilung wurde Heinemann

berichtet, dass der Fahrer immer öfter einen

sehr verschlafenen Eindruck mache.

In einem schnell anberaumten Vieraugengespräch

gab der Fahrer zu, in der letzten

Zeit trotz ausreichend Schlaf wie »gerädert«

aufzustehen. Heinemann schlug

eine sofortige ärztliche Untersuchung vor.

Aus Sicherheitsgründen schickte er den

Fahrer zudem in einen Kurzurlaub.

»Der Fuhrparkchef hat vollkommen

richtig gehandelt«, urteilt Rechtsanwalt

Roland Wildenhayn aus Bad Lobenstein.

Egal ob aus eigener Wahrnehmung oder

aufgrund von Hinweisen aus dem Kollegenkreis:

Bei einem Zweifel an der

Fahrtauglichkeit müsse der Flottenverantwortliche

sofort reagieren.

Im Zweifelsfall den Mitarbeiter mit

dem Zug nach Hause schicken

»Das ist Ausfluss der Fürsorgepflicht, die

den Arbeitgeber trifft«, sagt Wildenhayn,

der Arbeitsrechtler und Fachanwalt für

Verkehrsrecht ist. Eine kurzfristig angesetzte

Führerscheinkontrolle hilft nicht

weiter, wenn die Krankheit weder von

der Polizei noch von den Behörden als

Unfallursache festgestellt wurde. Notfalls

müssen daher sofortige Maßnahmen

ergriffen werden. »Der Berufskraftfahrer

kann kurzfristig ins Lager abgeordnet

werden, den Dienstwagenfahrer muss

man dann unter Umständen mit der Bahn

nach Hause schicken.«

Sind Ausfallerscheinungen bekannt

und der Mitarbeiter wird dennoch ans

Steuer des Firmenwagens gelassen, muss

der Fuhrparkmanager bei einem Unfall

mit juristischen Problemen rechnen. In

der Regel sieht jeder Dienstwagenvertrag

nämlich vor, dass die Firmenwagen nur

von Fahrern in einem fahrtauglichen Zustand

genutzt werden dürfen. Ist das

nicht der Fall, könnte der Flottenverantwortliche

strafrechtlich und zivilrecht-


»Der Entzug des Dienstwagens gleicht einer Gratwanderung

zwischen Fürsorgepflicht und Privatspähre«

Roland Wildenhayn

Rechtsanwalt

Fotos: Fotolia (1)

lich zur Rechenschaft gezogen werden.

Das gilt auch für eventuelle Schadenersatzforderungen.

Eine Gratwanderung zwischen Fürsorgepflicht

und Recht auf Privatsphäre

muss der Arbeitgeber jedoch dann bestehen,

wenn der Firmenwagen lediglich

für Fahrten von und zum Unternehmen

genutzt wird. Das ist im Wesentlichen

eine Privatnutzung. Die Verantwortung

für sein Handeln trägt daher der Mitarbeiter

– dem Arbeitgeber ist eine Einmischung

weitgehend verboten.

Mehr Handlungsspielraum hat der Arbeitgeber,

wenn der Wagen mit einem

deutlichen Firmenlogo versehen ist.

»Dann weitet sich die betriebliche Sphäre

aus«, sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin

für Arbeitsrecht bei der Kanzlei

RPO. »Für ein klärendes Gespräch mit

dem betroffenen Fahrer und eine schnelle

Gefahrenabwehr durch ein innerbetriebliches

Fahrverbot braucht der Betriebsrat

nicht hinzugezogen werden«, sagt Wildenhayn.

Erst wenn der Mitarbeiter eine Erkrankung

leugnet, es zur Abmahnung oder

Kündigung kommen kann, ist der Betriebsrat

hinzuzuziehen. In diesem Fall

darf das Unternehmen außerdem ein

ALKOHOLFAHRT

Gesundheitszeugnis oder einen Fahrtauglichkeitstest

verlangen.

»Immerhin werden rund fünf Prozent

aller Verkehrsunfälle durch eine schwere

Krankheit ausgelöst«, schätzt Pro -

fessor Hermann Klein von der Deutsche

Gesellschaft für Kardiologie. Eine viel

höhere Zahl der Schäden resultiert aufgrund

von Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Auch hier können Mitarbeiter

erkrankt sein.

Ist Gefahr in Verzug, kann der Flottenchef ohne Betriebsrat

ein innerbetriebliches Fahrverbot verhängen

In Skandinavien herrschen strengere

Regeln bei der Fahrtauglichkeit

Im Fall der rheinischen Spedition war der

Fahrer übrigens am Schlafapnoe-Syndrom

(SAS) erkrankt. Die Krankheit verursacht

Atemstillstände während des

Schlafs und eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit,

die bis hin zum Einschlafzwang

(Sekundenschlaf) führt.

Im Gegensatz zu den Niederlanden

oder Großbritannien ist Deutschland in

Sachen Gesundheitscheck schlecht aufgestellt.

»Lediglich Fahrer, die den Führerschein

C und D, für Lkw und Busse

besitzen, müssen sich in Deutschland

regelmäßig – alle fünf Jahre – einem Sehund

Gesundheitstest unterziehen«, sagt

Arne Böhne vom TÜV Rheinland. Für

Täter müssen lange abstinent bleiben

Wer wegen Alkoholmissbrauchs den Führerschein verloren hat, erlangt ihn unter Umständen erst nach einer

nachweislichen Alkoholabstinenz von einem Jahr zurück. Dies zeigt ein Fall, bei dem ein Lkw-Fahrer mit 1,75

Promille am Steuer erwischt worden war und deshalb den Führerschein abgeben musste. Nach einem halben

Jahr beantragte er seinen Führerschein zurück. Die Zulassungsbehörde forderte ein Fahreignungs-Gutachten

an, doch der Fahrer fiel bei dem Test durch. Auch eine neunwöchige Abstinenz wurde nicht akzeptiert. Das Verwaltungsgericht

Gelsenkirchen ist nämlich der Meinung, dass der betroffene Berufskraftfahrer erst nach einer

Alkoholabstinenz von einem Jahr wieder den Führerschein erhalten könne. Da der Mann sein Trinkverhalten laut

Gutachten noch nicht grundlegend geändert hat und auch nicht an einer Therapie teilnahm, sah das Gericht

keinen Anlass, die erforderliche Abstinenzzeit von einem Jahr zu verkürzen (Verwaltungsgericht Gelsenkirchen,

Az.: 7 K 6071/13).

Altführerscheininhaber tritt diese Regel

ab dem 50. Lebensjahr inkraft.

Gleichzeitig gilt für alle Lkw-Fahrer

seit Mitte September 2014 eine regelmäßige

Weiterbildungspflicht. »Demgegenüber

müssen Dienstwagenfahrer rein gar

nichts machen«, kritisiert Böhne. Das

könne so nicht ewig bleiben. Böhne fordert

künftig für jeden Führerscheinbesitzer

nach 15 Jahren – wenn der Führerschein

für ein neues Lichtbild umgetauscht

werden muss – auch einen obligatorischen

Sehtest.

Damit Ältere nicht diskriminiert würden,

sollte diese Regelung für alle Altersgruppen

ab sofort gelten. »Das ist ein Einstieg,

damit den Fahrern endlich bewusst

wird, dass sich ihre körperliche Fitness

deutlich verändern kann«, sagt Böhne. Es

ist in Deutschland kaum zu erwarten,

dass zum Beispiel ein Modell aus Kanada

Schule machen könnte. Ärzte bekommen

dort eine Pauschale von 36 Dollar,

wenn sie ihre Patienten auch auf Fahrtauglichkeit

untersuchen. Gleichzeitig

können sie ein Fahrverbot aussprechen.

Seither ist nach einer Untersuchung der

Universität Toronto die Unfallrate deutlich

gesunken.

Ärzte dürfen fahruntaugliche

Patienten bei der Polizei anzeigen

Nach deutschem Recht dürfen Ärzte ihre

Patienten bei der Polizei anzeigen, wenn

diese fahruntauglich sind und partout

nicht auf das Autofahren verzichten

wollen. In Extremfällen sind die Mediziner

nicht mehr an ihre Schweigepflicht

gebunden, weil die kranken Fahrer das

Leben anderer in besonderem Maße

gefährden. In der Praxis kommen aber

Anzeigen kaum vor. In Deutschland

wird lediglich über einen Gesundheitstest

für Autofahrer ab 70 Jahren nachgedacht.

Tipp: Flottenbetreiber, die auf Nummer

sicher gehen wollen, können für alle ihre

Dienstwagenfahrer einen freiwilligen

Fahrtauglichkeitstest vorschlagen. Allerdings

ist der Aufwand recht hoch. Ein

entsprechender Test kostet zwischen 300

und 500 Euro.

November 2014 FIRMENAUTO 39


Ausgezeichnetes Flottenmanagement für die Umwelt.

Ein Dankeschön an alle Teilnehmer

Bereits zum fünften Mal haben die Volkswagen Leasing GmbH und der Naturschutzbund

Deutschland e. V. (NABU) den Umwelt-Award DIE GRÜNE FLOTTE verliehen.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für das großartige Engagement.

Mehr Informationen zur Verleihung 2014 erhalten Sie unter: www.diegrueneflotte.de

2014

ahre

DIE GRÜNE FLOTTE


www.diegrueneflotte.de

* Die Tochtergesellschaften der Volkswagen Financial Services AG erbringen unter der gemeinsamen Geschäftsbezeichnung „Volkswagen Financial Services“ Bankleistungen

(durch Volkswagen Bank GmbH), Leasingleistungen (durch Volkswagen Leasing GmbH), Versicherungsleistungen (durch Volkswagen Versicherung AG, Volkswagen

Auto versicherung AG) und Mobilitätsleistungen (u. a. durch Volkswagen Leasing GmbH). Zusätzlich werden Versicherungsprodukte anderer Anbieter vermittelt.


MANAGEMENT | Recht und Steuer

FERRARI ALS

FIRMENWAGEN

Ist der teure Sportwagen Luxus oder notwendiges Übel? Im Rahmen von Betriebsprüfungen

streitet man sich oft um die Abzugsfähigkeit von Betriebsausgaben für ein Fahrzeug.

Im Rahmen von Betriebsprüfungen

streiten Unternehmen und Finanzamt

häufig, ob die Betriebsausgaben für ein

Fahrzeug abzugsfähig sind. Jachten beispielsweise

werden dann gerne als Aufwendungen

für »Jagd oder Fischerei, für

Segeljachten oder Motorjachten

sowie für ähnliche Zwecke«

(nach § 4 Abs. 5 Nr. 4 EStG) angeführt.

Doch damit beißt man

bei den Finanzbeamten auf Granit.

Zu diesen »ähnlichen Zwecken«

können nach der Rechtsprechung

des Bundesfinanzhofes

(BFH) auch Oldtimer gezählt

werden, wenn sie typischerweise

zu Repräsentationszwecken,

Stefanie Schmidt

Steuerberaterin

zur Unterhaltung von Geschäftsfreunden

oder aus privater Neigung im Betrieb

gehalten werden.

Hat man diese Klippe überwunden, indem

man eine betriebliche Nutzung des

Fahrzeugs nachweisen kann, droht das

nächste Abzugsverbot für unangemessen

hohe Aufwendungen

(nach § 4 Abs. 5 Nr. 7 EStG).

Unangemessen sind Aufwendungen

dann, wenn sie im Vergleich

zur Größe, zum Umsatz

und zum Gewinn des Unternehmens

»besonders üppig«

wären. In einem aktuellen Urteil

sah der Bundesfinanzhof

(29.04.2014, VIII R 20/12) die

Aufwendungen eines Tierarztes für einen

geleasten Ferrari Spider als unangemessen

an. Maßstab für den angemessenen

Teil der Betriebsausgaben ist die Sicht eines

»ordentlichen gewissenhaften Unternehmers

in derselben Situation«. Zur Berechnung

des angemessenen Teils der

Aufwendungen kann auf durchschnittliche

Fahrtkostenberechnungen gängiger

Marken der Oberklasse im Internet zurückgegriffen

werden.

Für die Betriebsprüfer der Finanzämter

ist das neue Urteil ein gefundenes

Fressen. Es ist damit zu rechnen, dass

die Fahrzeuge im Betriebsvermögen

noch stärker unter die Lupe genommen

werden.

Fotos: Augustin (1), Götz (1), Fotolia (3), Küppers (1), Rathmann (1)

FALSCHPARKER

Notorischen Parksündern droht MPU

Bei notorischen Parksündern können Zweifel an der Fahreignung bestehen.

Die Folge: eine Anordnung einer MPU. Wird diese nicht bestanden

oder fristgerecht absolviert, ist der Führerschein weg. Nach Aussage der

Deutschen Anwaltsauskunft kommt dies aber

überaus selten vor. Erst wenn man etwa 60

Strafzettel in einem Jahr sammelt, werde es

eng. Allerdings spiele es keine Rolle, ob die

Knöllchen fristgerecht beglichen wurden. Ebenfalls

nicht entscheidend ist, ob der Halter auch

der Fahrer ist. Schließlich haftet der Halter für

den Fahrer bei ruhendem Verkehr. Zwar kann

der Halter auf seine Unschuld beharren – dann

muss er den Fahrer allerdings auch nennen.

Kleiner Trost: Punkte in Flensburg gibt es nicht.

TEMPOSÜNDER

Kein Polizeifoto nötig

Ein Temposünder, der sich vor Gericht gegen

ein Radarfoto wehrt, muss grundsätzlich

keine erkennungsdienstliche Behandlung

der Polizei über sich ergehen lassen. Nach

der Erfahrung des Oberverwaltungsgerichts

in Stuttgart genügt es in Bußgeldsachen,

dass ein Sachverständiger im Gerichtssaal

ein Digitalbild von dem Betroffenen macht

und es vor Ort mit dem Messfoto vergleicht.

Für den Temposünder ist es aber ein unverhältnismäßiger

Eingriff in das Persönlichkeitsrecht,

zur erkennungsdienstlichen Behandlung

auf der Polizeiwache erscheinen

zu müssen (Az.: Ss 225/14)

42 FIRMENAUTO November 2014


MANAGEMENT | Recht und Steuer

KURZ-URTEILE

Bei einer Unfallreparatur für 840 Euro

handelt es sich um einen Bagatellschaden.

In diesem Fall ist ein Gutachten

überflüssig. Vor allem wenn das

Gutachten 940 Euro kosten würde und

damit über den Kosten für die Reparatur

liegt. Verlangt der Geschädigte dennoch

ein Gutachten, muss

er besondere Gründe darlegen

(AG München, Az.: 331

C 34366/13).

SELFIE AM STEUER

Neue Mode unter jungen Autofahrern: Selbstporträts während

der Fahrt. Sogar Filme kursieren im Internet. Doch Verkehrsexperten

glauben, dass etliche dieser Selfies bereits

zu Unfällen geführt haben. Außerdem ist die Rechtslage

eindeutig: Die Straßenverkehrsordnung untersagt, ein Smartphone während der Fahrt auch nur in die Hand zu

nehmen. Doch 60 Euro Strafe und ein Punkt scheinen wenig abzuschrecken. Eine Umfrage von Ford ergab: Ein Viertel

aller befragten Autofahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren haben bereits Selfies während der Fahrt gemacht. Rund ein

Drittel der hierzulande interviewten jungen Fahrzeuglenker gab sogar an, sich während der Fahrt mit Social-Media-

Seiten im Internet zu beschäftigen. Europaweit traf dies auf rund 25 Prozent der Befragten zu.

Parkt ein Fahrzeug in

zweiter Reihe und

wird von einem vorbeifahrenden

Wagen beschädigt,

so haftet der Vorbeifahrende prinzipiell

für dessen Schaden. Allerdings nicht

uneingeschränkt. Schließlich behindert

das parkende Auto den Verkehr. Deshalb

musste der Fahrer des parkenden Autos

für ein Viertel des Schadens haften

(AG München, Az.: 332 C 32357/12).

Wenn eine Bahnschranke geöffnet

ist, können Autofahrer darauf

vertrauen, dass kein Zug kommt. Entsprechend

dürfen sie sich mit der für

diese Straße zugelassenen Höchstgeschwindigkeit

dem Übergang nähern.

In dieser Situation kann dem Fahrer

kein Vorwurf gemacht werden (LG

Detmold, Az.: 12 O 210/12).

EINGESCHRÄNKTES HALTEVERBOT

Auch die Leerfahrt kostet

Wer im eingeschränkten Halteverbot parkt, muss damit

rechnen, abgeschleppt zu werden. Fährt der Parksünder

sein Auto weg, bevor der Abschleppwagen eingetroffen

ist, muss er trotzdem dessen Anfahrt bezahlen, hat das Verwaltungsgericht

Düsseldorf entschieden. Selbst, wenn der

Abschlepper eigentlich keine weiteren Kosten hatte, da er

einen direkten Folgeauftrag wahrnehmen konnte.

Der Falschparker war gegen den Gebührenbescheid vor

Gericht gegangen. Er sollte die Leerfahrt des Abschleppers

in Höhe von 60 Euro sowie 30 Euro Verwaltungskosten zahlen.

Das Verwaltungsgericht ließ das Argument, dass er niemand

konkret behindert habe – nicht gelten. Wer faktisch

im eingeschränkten Halteverbot länger als erlaubt parkt,

kann abgeschleppt werden, stellte das Gericht klar.

Der Abschleppwagen sei tatsächlich angerückt, deshalb

könnten Kosten für eine Leerfahrt berechnet werden. »Eine

Leerfahrt ist nicht erst gegeben, wenn das Abschleppfahrzeug

vor dem nächsten Auftrag leer zum Hof zurückkehrt«,

erklärt Rechtsanwalt Frank Böckhaus von der Deutschen

Anwaltshotline. Nur ausnahmsweise dürfe die Behörde von

Anfahrtskosten des Abschleppers absehen, etwa wenn an

gleicher Stelle ein anderes Fahrzeug abgeschleppt wird.

Nimmt ein Taxifahrer einen betrunkenen

Fahrgast mit und möchte

ihn so schnell wie möglich wieder loswerden,

muss er sich trotzdem an bestehende

Tempolimits halten. Selbst

dann, wenn der Taxifahrer damit rechnen

musste, dass sich sein Fahrgast in

seinem Fahrzeug erbricht (OLG Bamberg,

Az.: 3 Ss OWi 1130/13).

KREISVERKEHR

Wenn keiner

Vorfahrt hat

Wer in den Kreisverkehr einfährt,

muss warten, wer kreiselt,

hat Vorfahrt. Was aber, wenn

zwei Autos gleichzeitig einfahren?

Dann muss sich jeder auf

den anderen einstellen, denn

keiner hat gegenüber dem anderen

Vorfahrt (OLG Düsseldorf

Az.: 11 o 410/11).

44 FIRMENAUTO November 2014

SCHNELLFAHRER

Tempo 130 ist ideal

Richttempo 130 km/h gilt rechtlich als Idealtempo. Wer

deutlich schneller fährt, muss eventuell mithaften, selbst

wenn der Unfallgegner einen schweren Fehler begangen

hat. Der Fall: Ein Autofahrer wechselte direkt von der Einfädel- auf die Überholspur. Dabei rauschte ihm ein anderes Auto

mit 200 km/h ins Heck. Obwohl es kein Tempolimit gab, musste der Schnellfahrer 40 Prozent des Schadens tragen. Die

Richter des OLG Koblenz argumentierten, dass der Unfall mit Tempo 130 km/h nicht passiert wäre (Az.: 12 U 313/13).

VORFAHRT AUF PARKPLATZ

Auf Rastplätzen gelten eigene Regeln

Auf einem Parkplatz muss man immer damit rechnen, dass andere Autos rangieren und

entsprechend vorsichtig fahren. Eigene Regeln gelten auf einem Autobahn-Rastplatz. Dort

war ein Pkw auf der Autobahn-Zufahrt unterwegs. Er stieß mit einem Lkw zusammen, der

zum Parken rangierte. Die Richter des OLG Hamm meinten: Die zwischen den Parkplätzen

angelegte Fahrspur habe Straßencharakter, sei größer und breiter. Es sei klar, dass sie

nicht dem Suchen von Parkplätzen, sondern der Zu- und Abfahrt dient. Deshalb hätte der

Rangierende gemäß §10 StVO dem fließenden Verkehr Vorrang einräumen und warten

müssen (Az.:9 U 26/14).


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AUTO | Neuvorstellungen Lexus NX • Jaguar XE

SCHARFE KANTE

Der Lexus NX 300h sieht aus wie ein Wilder. In Wahrheit ist er aber ein ganz Braver – der Hybride

bevorzugt die sparsame Gangart. Ein paar clevere Details hat er ebenfalls im Gepäck. Text: Martin Schou

Scharfe Kanten im Blech und ein

riesiges Kühlermaul: Der neue

Lexus NX schaut, als wolle er SUV-Konkurrenten

wie Audi Q5 und BMW X3

mit einem Happs verschlingen. Dass die

kantige Karosse nicht jedem gefällt, ist den

Japanern klar. Soll sie auch gar nicht. Dafür

aber auf dem dicht besiedelten SUV-

Markt auffallen, und das tut der NX.

Der kompakte SUV guckt zwar aggressiv,

fährt sich aber förmlich wie ein frommes

Lamm. Denn zum Markstart bietet

Lexus nur den Hybriden 300h an. Ein

2,5-Liter-Benziner (155 PS) bekommt hierbei

Unterstützung von einem 143-PS-

Elektromotor an der Vorderachse, der

streckenweise auch alleine den Vortrieb

regelt. Für 1.428 Euro mehr klingt sich

bei Bedarf ein zweiter 68-PS-Elektromotor

an der Hinterachse ein und macht den

NX zum Elektro-Allradler.

Hört sich nach viel Power an, die Systemleistung

ist allerdings elektronisch auf

197 PS begrenzt. Und auch diese sind gefühlt

nicht vorhanden. Irgendwo zwischen

stufenlosem Planetengetriebe, E-

Motor und Verbrenner scheinen dem NX

ein paar Pferdestärken flöten zu gehen.

Auch wenn der rechte Fuß aufs Bodenblech

drückt, kommt der NX nur träge in

Fahrt und mault dabei noch laut stöhnend.

Anfang 2015 folgt ein 238-PS-Benziner

Wie die anderen Lexus-Hybriden bevorzugt

der NX eben die ruhige Gangart. Hat

man das akzeptiert, ist der Japaner der

perfekte Partner, um entspannt beim

nächsten Termin zu erscheinen. Dazu

passt die leichtgängige, direkte Lenkung

sowie das ausgewogene Fahrwerk. Und

der Normverbrauch von 5,0 Litern (116

g/km) scheint gar nicht mal so unrealistisch.

Anfang 2015 folgt ein 238 PS starker

Vierzylinder-Turbobenziner.

Im Innenraum trumpft der Lexus mit

viel Platz und cleveren Ideen: Vorne wie

hinten haben die Passagiere ausreichend

Bewegungsfreiheit. Die Lehnen der Rückbank

(40 : 60) klappen auf Knopfdruck vor

und machen auf fast ebenem Ladeboden

Platz für bis zu 1.600 Liter Gepäck. In der

Mittelkonsole werden Smartphones induktiv

– also ohne Kabelgewirr – geladen.

Sitze, Seitenverkleidung und Armaturen

sind in den höheren Ausstattungslinien

mit Leder überzogen. Statt weiche

Kunststoffflächen mischt Lexus allerdings

viel Hartplastik unter. Happig sind zudem

die 2.605 Euro für das Premium-Navi mit

veralteter Kartendarstellung und gewöhnungsbedürftiger

Touchpad-Bedienung.

Unter den Sonderposten finden sich

auch reizvolle Extras wie das Head-up

Display (1.848 Euro) inklusive Fernlichtund

Spurhalte-Assistent, die 360-Grad-Kamera

(1.134 Euro) mit Totwinkel- und

Rückraum-Assistent sowie der adaptive

Abstandswarner (504 Euro). So ausgestattet

kostet der NX schnell 40.000 Euro und

mehr. Die Konkurrenz wird er damit nicht

in Angst und Schrecken versetzen, sie sollten

den Lexus aber im Auge behalten.

46 FIRMENAUTO November 2014

Mehr Infos, Bilder und ein Video:

www.firmenauto.de/nx


BACK TO BUSINESS

2015 soll der Jaguar XE gegen klassische Geschäftswagen wie 3er

BMW und Mercedes C-Klasse antreten.

Text: Hanno Boblenz

Am Heck greift Lexus das zackige Frontdesign wieder auf.

In den Linien F-Sport und Luxury bringt der NX viel Leder mit.

Den Klima-Bereich hat Lexus mit einer Analoguhr aufgehübscht.

Der Lexus kann Smartphones induktiv – ohne Kabel – laden.

Gewöhnungsbedürftige

Touchpad-Bedienung.

Lexus NX 300h

Hubraum/Zylinder cm 3 2.494/4

Systemleistung kW (PS) 145 (197)

Drehmoment Nm/min 210/4.200

0 –100 km/h s 9,2

Vmax km/h 180

NEFZ-Verbrauch/CO 2

l/g 5,0 S/116

Kofferraum/Zuladung l/kg 555–1.600/530

Preis Euro 33.445

Betriebskosten 1) ct/km 93,1/59,8

Effizienzklasse k. A.

Herstellerangaben.

1)

20.000/40.000 km p.a., 60/36 Monate

Es gab Zeiten, da war Jaguar in jedem

britischen Firmenfuhrpark vertreten.

Heute bestückt selbst die britische

Botschaft in Paris, wo Jaguar das Mittelklassemodel

XE Leasinggesellschaften

und großen Flottenkunden vorstellte, ihren

Fuhrpark mit BMW und Toyota.

Das soll sich ändern. »Der XE ist ein

klassischer Firmenwagen, der extrem viel

Spaß macht und trotzdem bezahlbar ist«,

sagt Dr. Ralf Speth, CEO von Jaguar Land

Rover. So soll die 4,67 Meter lange Limousine,

für deren Produktion Jaguar

1,9 Milliarden Euro investierte, an glorreiche

Modelle vergangener Tage wie

den Mk2 anknüpfen.

Für 30.630 Euro tritt der heckgetriebene

Jaguar Mitte 2015 gegen Audi A4,

BMW 3er, Mercedes C-Klasse oder

Volvo S60 an. Das ist einerseits auf Augenhöhe

der Premium-Konkurrenten,

andererseits erstaunlich günstig, denn

die Karosserie des XE besteht zu 75 Prozent

aus Aluminium. Auch am aufwendigen

Fahrwerk mit Integral-Hinterachse

kommt das teure Material zum Einsatz.

So bringt der Brite nur 1.500 Kilo

auf die Waage. Das macht den auf einer

eigenen Plattform komplett neu entwickelten

Jaguar zu einem der leichtesten

Autos in der Mittelklasse.

Mit langer Motorhaube und weit nach

hinten gerücktem Fahrerhaus wirkt der

coupéhafte XE schon im Stand sehr dynamisch.

Er kommt zunächst in fünf Motorisierungen,

darunter zwei neue Vierzylinder-Diesel

mit 160 und 183 PS und

einem CO 2

-Ausstoß von 99 beziehungsweise

109 g. Beide werden auf Wunsch

mit der bekannten Achtgang-Automatik

von ZF geliefert, die bei den drei Benzinern

(200, 240 und 340 PS) Standard ist.

Infotainmentsystem für Businessanwendungen

Ein neues Bedien- und Infotainmentsystem

mit einem Acht-Zoll-Touchscreen

soll auf die Bedürfnisse von Geschäftsleuten

zugeschnitten sein. Koppelt der

Fahrer sein Smartphone, werden Jaguar-Apps

wie Parkplatzsuche oder Musikdienste

aufs Autodisplay gespiegelt.

Eine Telematikeinheit mit SOS-Funktion

lokalisiert das Auto, wenn es gestohlen

wird, und der Splitscreen erlaubt es

dem Beifahrer, eine DVD anzuschauen,

während der Fahrer die Navikarte sieht.

Die versammelte Fuhrparkbranche

nahm die Botschaft mit Interesse zur

Kenntnis. Vor allem den von Eurotax

Glass‘s prognostizierten Restwert, der

sich prozentual sogar über dem des 3er

BMW und auf Niveau der teureren

C-Klasse bewegt. Einen potenziellen

Kunden konnte Jaguar in Paris auch

schon überzeugen: »Der Wagen passt

perfekt in unsere Flotte«, fand Botschafter

Sir Peter Rickett.

Mehr Infos, Bilder und ein Video:

www.firmenauto.de/xe

November 2014 FIRMENAUTO 47


AUTO | Neuvorstellung VW Passat

PREMIUM FÜRS VOLK

Der VW Passat geht in die achte Runde. Trotz nahezu gleicher Länge bietet die Mittelklasse nun deutlich

mehr Platz und wirkt zudem wuchtiger. In Sachen Technik und Komfort macht er ebenfalls große Sprünge.

Text: Martin Schou

Der Automarkt ist in zwei Lager

gespalten: Ab der Kompaktklasse

aufwärts gibt es Hersteller, die Autos für

die breite Masse bauen, und solche mit

gehobeneren Modellen, die sich mit dem

Zusatz Premium schmücken. Und dann

gibt’s noch Volkswagen. Sobald irgendwo

typische Geschäftswagen oder Vertreterautos

zum Test antreten, haben die

Wolfsburger meist die Nase vorne. Mit

ihrem hohen Nutzwert, der Alltagstauglichkeit

und dem guten Preis-Leistungs-

Verhältnis stellen sie aber auch dem einen

oder anderen höherpreisigen Konkurrenten

aus Stuttgart, München und Ingolstadt

ab und an ein Bein.

Mit dem neuen Passat will VW die Premium-Hersteller

noch öfter ärgern und

die Brücke zwischen Mittel- und oberer

Mittelklasse schlagen. In der Länge ist er

zwar nicht gewachsen, dafür sind die Räder

um acht Zentimeter auseinandergerückt.

Aufgrund der kürzeren Überhänge

kommt er jetzt wuchtiger rüber. Der Kühler

geht fließend in die neuen Voll-LED-

Scheinwerfer (899 Euro) über und lässt

den Passat dadurch breiter erscheinen.

Mehr Platz für Insassen und Gepäck

Das visuelle Breitenspiel setzt VW im Innenraum

fort. Über das gewohnt geradlinige

Armaturenbrett spannen die Designer

von Tür zu Tür eine Zierleiste im Look

eines Luftausströmers, die nur durch Analoguhr

und Instrumenteneinheit getrennt

wird. Das Lüftungsband sieht edel aus

48 FIRMENAUTO November 2014


Digitales Instrumentendisplay zeigt Navi in 3-D.

Geradlinig und strukturiert: Das VW-typisch schlichte Cockpit verlangt keine lange Eingewöhnungszeit.

Mit Mirror Link Smartphone-Apps spiegeln.

und gaukelt uns eben wieder mehr Breite,

in diesem Falle also Raum, vor.

Wobei, vorgaukelt? Im Passat ist wirklich

mehr Platz als vorher. Vor allem auf

den Rücksitzen haben wir mehr Beinfreiheit.

Und obwohl die Mittelklasse um eine

Fingerbreite tiefer daherkommt, bleibt

sogar noch mehr Freiraum über unseren

Köpfen. Wie das? Die Ingenieure montierten

einfach die Sitze etwas tiefer.

In den Kofferraum passt ebenfalls mehr

hinein: Elektrisch surrt der Variant die

Heckklappe hoch und bietet Platz für

650 Liter Gepäck (plus 47 Liter). Unsere

beiden Reisekoffer schluckt er lässig. Wer

den Passat randvoll packen will (1.780 Liter),

muss nur an den seitlichen Hebeln

im Kofferraum ziehen. Schwups fallen die

Lehnen der Rückbank (40:20:40) vor und

bilden einen nahezu flachen Ladeboden.

Für lange Gegenstände macht sich zusätzlich

der Beifahrersitz flach. Vertriebler, die

sich für die Ledersitze mit flauschigen

Alcantara-Sitzflächen entschieden haben,

werden diese aber nur ungern mit Baumarkt-Einkäufen

malträtieren.

8-Zoll-Touchscreen und Onlineanbindung

Auch der Rest im Innenraum kann sich

sehen lassen. Im Cockpit mischen die

Wolfsburger feines Edelholz- oder Alu-

Dekor mit schwarzem Klavierlack. In der

Mitte thront der 8-Zoll-Touchscreen des

neuen Infotainmentsystems Discover Pro

(1.831 Euro), das der Passat vom Golf

übernimmt. Die Bedienung ist leicht

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Fotos: xxxxxxxx (x)

November 2014 FIRMENAUTO 49


AUTO | Neuvorstellung VW Passat

Zwei große Reisekoffer schluckt der Kofferraum (650 Liter) des Passat locker.

Mit einem Zug an den seitlichen Hebeln fallen die Rücksitzlehnen nach vorne.

Stark betonte Sicken an den Seiten und horizontale Linien am Heck: Der

Passat wirkt wuchtiger. Der Radstand ist um acht Zentimeter gewachsen.

und das Navi versteht Zielvorgaben in

einem Satz. Besonders praktisch: Der Passat

koppelt jetzt zwei Mobiltelefone gleichzeitig,

beispielsweise privat und geschäftlich.

Über WLAN können sich die anderen

Mitfahrer vernetzen. Der Passat ist

ebenfalls mit der Online-Welt verbunden,

schleust unter anderem Echtzeitverkehrsinfos

ein und beherrscht Google Street

View sowie Google Earth. Zudem spiegelt

er Apps vom Smartphone auf das Display.

Hochauflösender, digitaler Bildschirm

für Tacho, Drehzahlen und vieles mehr

Neu bei VW ist das Active Info Display,

das erst vor Kurzem im Audi TT präsentiert

wurde. Auf einem Bildschirm mit

über 30 Zentimeter Diagonale zeigt der

Passat neben Tacho und Drehzahlen alles

an, was auch auf dem Zentral-Display

läuft, also auch die Navikarte in 3-D. Als

erster Volkswagen ist für die Mittel klasse

ab Sommer 2015 ein Head-up-Display zu

haben – die Daten projiziert der Passat

auf eine ausfahrbare Glasscheibe.

Mit so viel technischer Unterstützung

kann sich der Fahrer nun in aller Ruhe

aufs Fahren konzentrieren. Und das

machte in einem Passat noch nie so viel

Spaß wie im neuen Modell. Der größere

Radstand und die steifere Karosserie tragen

dazu bei, dass der Passat satt auf der

Straße liegt. Gelassen fegt er über Bodenwellen

hinweg. Wenn man ihn lässt, sogar

bis zu 1.650 km ohne Tankstopp.

Voraussetzung: Es sitzt der neue Zwei-

Liter-Diesel mit 150 PS unter der Haube.

Dessen Normverbrauch liegt bei gerade

mal vier Litern (Limousine). Per Knopfdruck

(Serie) erwacht der Vierzylinder

zum Leben. Kaum hörbar brummt er vor

sich hin. Seine 340 Nm bringt er schon

früh ins Spiel, schiebt den Passat energisch

und druckvoll an. Die Lenkung arbeitet

leichtgängig und dennoch direkt,

die Sechsgang-Schaltung (Doppelkupplungsgetriebe:

1.848 Euro) passt sich dem

hohen Niveau nahtlos an. Mit adaptiven

Dämpfern (991 Euro) und aktiviertem

Sport-Modus, flitzt der Passat sogar sportlich

um Ecken, ohne dabei den Komfortanspruch

über Bord zu werfen.

Mit neuem 240 PS starken Topdiesel

und einem weiteren Turbobenziner

(125 PS) stehen zunächst nur drei Motorisierungen

zur Wahl. Im Laufe des nächsten

Jahres stockt VW das Angebot auf insgesamt

zehn Motoren (120 bis 280 PS) auf.

Auch ein Plug-in-Hybride (218 PS) folgt

2015. Der Passat GTE schafft 50 Kilometer

rein elektrisch.

In der Aufpreisliste finden sich dafür

jetzt schon einige neue Assistenzsysteme:

Da wäre beispielsweise der Stauassistent,

der den Passat im Stop-and-go-Verkehr

alleine steuert, sowie der neue Einparkassistent,

der den Passat wie in einem Computerspiel

dreidimensional aus der Vogelperspektive

zeigt. Wer sich in der Aufpreisliste

verliert, landet allerdings schnell weit

über dem Startpreis von 25.420 Euro (2.0

TDI Limousine). Zum Konzernbruder Audi

A4 sind es nur rund 2.500 Euro Unterschied.

Auch bei den Preisen scheint VW

die Grenzen also etwas zu verschieben.

VW Passat Variant

Hubraum

(cm 3 )

Zylinder

Leistung

kW (PS)

Drehmom.

(Nm/min)

0–100 (s)

Vmax (km/h)

Verbrauch

(l/100 km)

CO 2 (g/km)

Kofferraum (l)

Zuladung (kg)

Preis (Euro)

Betriebskosten 2)

(ct/km)

2.0 TDI 1.968 4 110 (150) 340/1.750 8,9 218 4,1 D 107 650–1.780 565 26.323 67,3/43,8 A+

2.0 TDI 1.968 4 176 (240) 500/1.750 6,3 238 5,4 D 140 650–1.780 575 37.500 84,3/55,2 B

1.4 TSI 1.395 4 110 (150) 250/1.500 8,6 218 5,1 S 119 650–1.780 571 26.365 70,9/47,4 B

VW Passat Limousine

Hubraum

(cm 3 )

Zylinder

Leistung

kW (PS)

Drehmom.

(Nm/min)

0–100 (s)

Vmax (km/h)

Verbrauch

(l/100 km)

CO 2 (g/km)

Kofferraum (l)

Zuladung (kg)

Preis (Euro)

Betriebskosten 2)

(ct/km)

2.0 TDI 1.968 4 110 (150) 340/1.750 8,9 218 4,0 D 106 586–1.152 565 25.420 67,1/43,8 A+

2.0 TDI 1.968 4 176 (240) 500/1.750 6,1 240 5,3 D 139 586–1.152 539 36.659 83,2/55,1 B

1.4 TSI 1.395 4 110 (150) 250/1.500 8,4 220 4,9 S 115 586–1.152 553 25.525 73,6/48,7 A

Herstellerangaben. 1) Automatik

2) Bei 20.000/40.000 km pro Jahr, 60/36 Monate Laufzeit. Berechnet von

Effizienzklasse

Effizienzklasse

Die Limousine macht bei uns nur rund 30 Prozent aus.

In Asien und den USA ist sie umso gefragter.

50 FIRMENAUTO November 2014

Mehr Infos, Bilder und ein Video:

www.firmenauto.de/vwpassat


AUTO | Neuvorstellungen Porsche Cayenne • Opel Adam Rocks

PORSCHE ZIEHT DEN STECKER

Der Porsche Cayenne geht aufgefrischt in die zweite Lebenshälfte, mit dezenten optischen Retuschen

und mehr Power bei gleichzeitig weniger Verbrauch. Ganz neu ist der Plug-in Hybrid. Text: Martin Schou

Der Porsche Cayenne ist … Ja,

was ist er denn nun? Der sportlichste

SUV jedenfalls nicht mehr. Die

Krone hat ihm der kleine Bruder Macan

mit tieferer Sitzposition und flacherer

Coupéform abgenommen. Also nochmals:

Der Porsche Cayenne ist »der erste Plugin

Hybrid im Premium-SUV-Segment«,

tönt es jetzt eben aus Zuffenhausen.

Wie? Mutiert der Cayenne vom Sportler

zum Knauser? Von wegen. Die neue

Plug-in-Version ersetzt den normalen

Hybriden und ist zwar mit einem

Mini-Normverbrauch von nur 3,4 Litern

(79 g/km) angegeben. Den schafft er aber

nur, weil ihn die 95 PS starke E-Maschine

bis zu 36 Kilometer emissionsfrei trägt.

Wer es mit dem Hybriden krachen lassen

will, dem stehen ein weiterer V6-Biturbo

sowie 416 PS Systemleistung zur Seite.

An den Öko-SUV ließ uns Porsche allerdings

noch nicht ran. Bei unserem Treffen

mit dem Sportwagenbauer hatten die

Porsche-Kollegen dafür alle anderen Motorisierungen

dabei, die mit ein bisschen

Feintuning an Leistung zulegen und dennoch

weniger verbrauchen. Nur dem

Cayenne S hat Porsche statt des Achtzylinder-Saugers

einen stärkeren und zugleich

sparsameren 3,6-Liter-V6-Biturbo

(420 PS) unter die Haube gepflanzt.

Am meisten Spaß macht aber immer

noch der bullige Cayenne S Diesel, der mit

68.980 Euro exakt gleich viel kostet wie

die Hybridversion. Der V8-Turbodiesel

(385 PS) ist sprintstärker geworden (5,4

statt 5,7 s) und begnügt sich jetzt mit 8,0

Litern (–0,3 Liter). Ein verbessertes Thermomanagement

und die weiterentwickelte

Achtgang-Automatik mit flinkerem

Start-Stopp-System sowie neuer Segelfunktion

sind maßgeblich für die Verbrauchseinsparungen

verantwortlich.

Der Cayenne wird rund 4.500 Euro teurer

Wer will aber schon mit dem Cayenne segeln,

wenn der dicke SUV fliegen kann.

Das Gaspedal leicht antippen genügt und

der 4,2-Liter-Selbstzünder knallt seine 850

Nm mit so viel Druck auf die Kurbelwelle,

dass der Cayenne die Haube anhebt

und lauthals röhrend nach vorne schießt.

Noch erstaunlicher aber, wie leichtfüßig

und wankstabil sich der 2,2 Tonnen

schwere SUV in Kurven wirft. Damit sich

der Fahrer stärker in einem richtigen

Sportwagen wähnt, hat Porsche ein Lenkrad

in der Optik des 918-Spyder-Steuers

eingebaut. Nur die hohe Sitzposition

erinnert noch daran, dass wir nicht in

einem reinrassigen Sportwagen sitzen.

Mit dem Facelift steigt auch der Grundpreis

durchschnittlich um rund 4.500

Euro. Neben dem neu modellierten Heck

bekommt der Cayenne-Kunde eine

geschärfte Frontansicht mit nun serienmäßigen

Bi-Xenon-Leuchten (optional

LED-Hauptscheinwerfer für 2.330 Euro).

Mehr Komfort bietet der Cayenne zudem:

Mit der Soft-Close-Technik (590 Euro)

zieht der Porsche angelehnte Türen

selbst ins Schloss. Außerdem gibt‘s nun

endlich den Abstandstempomaten (1.590

Euro) sowie eine Einparkhilfe mit Sourround-View

(1.990 Euro).

Während wir die Preisliste durchforsten

und unseren Wunsch-Cayenne zusammenstellen,

gelangen wir schließlich zu

einer weiteren, nicht ganz unerwarteten

Erkenntnis: Der Cayenne ist … auch einer

der teuersten SUV.

52 FIRMENAUTO November 2014

Mehr Infos, Bilder und ein Video:

www.firmenauto.de/cayenne


Dachspoiler, Heck und Stoßfänger inklusive

Endrohre hat Porsche neu gestaltet.

Von offroad bis sportlich: Über Tasten in der Mittelkonsole

kann der Fahrer das Fahrwerk einstellen.

Typisches Porsche-Cockpit mit ansteigender Mittelkonsole und fünf Rundinstrumenten. Das Lenkrad hat

er vom Supersportwagen 918 Spyder übernommen. Haltegriffe erinnern daran, dass er ein SUV ist.

Porsche Cayenne

Hubraum

(cm 3 )

Zylinder

Leistung

kW (PS)

Dremom.

(Nm/min)

0–100 (s)

Vmax (km/h)

Verbrauch

(l/100 km)

CO 2 (g/km)

Kofferraum (l)

Zuladung (kg)

Preis (Euro)

Betriebskosten 1)

(ct/km)

Diesel 2.967 6 193 (262) 580/1.750 7,3 221 6,6 D 173 670–1.728 760 66.260 123,1/81,7 B

S Diesel 4.134 8 283 (385) 850/2.000 5,4 252 8,0 D 209 670–1.728 740 68.980 136,1/88,5 C

S 3.904 6 309 (420) 550/1.350 5,5 259 9,5 SP 223 670–1.728 775 67.380 135,8/90,3 D

Turbo 4.806 8 382 (520) 750/2.250 4,5 279 11,2 SP 261 670–1.728 710 107.880 186,5/121,5 F

S E-Hybrid 2.995 6 306 (416) 590/1.250 5,9 243 3,4 SP 79 580–1.728 700 68.980 133,8/86,5 A+

Herstellerangaben.

1) Bei 20.000/40.000 km pro Jahr, 60/36 Monate Laufzeit. Berechnet von

Effizienzklasse

OPELS NEUER MINI-ROCKER

Der Opel Adam Rocks ist der erste Crossover unter den

Kleinstwagen. Das Faltdach hat er exklusiv, den Dreizylinder

bringt er für alle Adame mit.

Text: Martin Schou

Der Crossover-Trend macht nicht

einmal mehr vor den Kleinsten halt.

Opel bietet seinen Adam in einer Outdoor-Variante

an. Zum robusten Auftritt

des 3,75 Meter langen Rocks gehören

anthrazitfarbene Stoßfänger, Schweller

und Radkastenblenden sowie ein angedeuteter

Unterfahrschutz an Front- und

Heckschürze. Die Karosserie hat Opel 1,5

Zentimeter aufgebockt.

Wie die Ausstattungslinien Jam, Glam

und Slam ist auch der Rocks ein wahrer

Individualisierungs-Künstler. Er bringt

sogar noch weitere Farben und Dekors

für das ohnehin schon stylische und

hochwertige Interieur mit.

Opel verlangt für den Rocks mindestens

13.436 Euro. Also rund 3.500 Euro

mehr als für den nackten Einstiegs-Adam

und 1.200 Euro mehr als für die bisherige

Topversion Slam. Dafür hat der Rocks

auch weitere Extras im Gepäck: Klimaanlage,

CD-Radio, Lederlenkrad, Tempomat

und sogar 17-Zöller sind Standard.

Kann man für die

Adam-Brüder aber alles

ordern. Nur das Sonnenrollo

hat der Rocks

exklusiv – und ebenfalls

ab Serie. Wer noch Spielraum

beim Budget hat, sollte

unbedingt die knapp 2.000 Euro Aufpreis

in den neuen Dreizylinder (90 und

115 PS) investieren. In unserem Rocks werkelte

die stärkere Version. Das Einliter-Motörchen

bringt den Adam flott in

Schwung und arbeitet leise. Dazu passt

Opel Adam Rocks

Hubraum

(cm 3 )

Zylinder

Leistung

kW (PS)

Drehmom.

(Nm/min)

0–100 (s)

Vmax (km/h)

die ebenfalls

neue Sechsgang-Box.

Der Turbobenziner ist für die

ganze Adam-Bande erhältlich und dürfte

bald auch seinen Weg in die größeren

Opel-Modelle finden. Downsizing macht

eben vor den Großen keinen Halt mehr.

Verbrauch

(l/100 km)

CO 2 (g/km)

Kofferraum (l)

Zuladung (kg)

Preis (Euro)

Betriebskosten 1)

(ct/km)

1.2 1.229 4 51 (79) 115/4.000 14,9 165 5,3 S 124 170–663 369 9.873 47,3/32,6 D

1.4 1.398 4 64 (87) 130/4.000 12,5 176 5,3 S 125 170–663 345 12.184 50,5/34,3 C

1.0 T 999 3 66 (90) 170/1.800 11,9 180 4,5 S 105 170–663 354 13.571 51,4/34,8 B

1.4 1.398 4 74 (100) 130/4.000 11,5 185 5,3 S 125 170–663 345 12.680 51,4/34,8 C

1.0 T 999 3 85 (115) 170/1.800 9,9 196 5,1 S 119 170–663 354 13.823 52,2/35,2 C

Herstellerangaben.

1) Bei 20.000/40.000 km pro Jahr, 60/36 Monate Laufzeit. Berechnet von

Effizienzklasse

Mehr Infos, Bilder und ein Video:

www.firmenauto.de/rocks

November 2014 FIRMENAUTO 53


AUTO | Neuvorstellung Jeep Renegade

SO MATSCH FUN

Der Jeep Renegade will im Revier von Opel Mokka und Skoda Yeti wildern.

Er überrascht mit Liebe zum Detail sowie umfangreicher Antriebspalette.

Text: Guido Borck

Mit dem Renegade knüpft Jeep an

Traditionen an, geht gleichzeitig aber

neue Wege. Nicht nur, dass es einen so

kurzen Geländezwerg seit dem Urvater

Willys von 1941 nicht mehr gab. Er ist

auch eine gemeinschaftliche Entwicklung

der beiden Konzernpartner Fiat und

Chrysler.

Während das Design und der 4x4-Antrieb

aus den USA stammen, liefern die

Italiener die Motoren und die technische

Basis. So teilt sich der Renegade weitgehend

die Plattform mit dem Fiat 500 L.

Auch rollt er nicht im Land der unbegrenzten

Möglichkeiten vom Band, sondern

im italienischen Fiat-Werk in Melfi.

Damit ist er der erste Jeep, der außerhalb

der Vereinigten Staaten gebaut wird und

nicht nur in Europa, sondern auch parallel

innerhalb Amerikas verkauft wird.

Zudem durften die US-Designer beim

Renegade gründlich hinlangen. Sie verpassten

ihm eine charismatische kantigrunde

Form und versteckten obendrein

noch ein paar »Easter Eggs« (Ostereier)

im Fahrzeug.

Diese heimlichen Gimmicks stammen

ursprünglich aus der Computer-Branche,

bei denen Software-Entwickler in ihre

Programme kleine Extras integrierten.

Wie beispielsweise der versteckte Flugsimulator

in »Excel 97«. Wer die Easter

Eggs im kleinen Jeep entdecken will, sollte

genauer hinschauen. Dann bemerkt er

einen kleinen Yeti, der über die Heckscheibe

läuft, eine im Tankdeckel sitzende

Spinne oder den Ur-Jeep Willys. Der

fährt im Kleinformat die Windschutzscheibe

hinauf. Für den ein oder anderen

Außendienstler mag das vielleicht zu verspielt

wirken, die Details wurden aber

sehr dezent untergebracht.

Viel Platz für Passagiere, aber wenig

Stauraum für Kleinkram

Dienstwagenfahrern dürfte der bequeme

Einstieg wohl eher zusagen. Die Türen öffnen

weit und der Renegade empfängt seine

Gäste mit reichlich Platz. Selbst im Fond

zwickt nichts. Schön auch, dass die Dachlinie

hoch verläuft und über den Köpfen

der Passagiere für genügend Luft sorgt.

Die Materialauswahl und Verarbeitung

ist in Ordnung und wirkt genauso robust

54 FIRMENAUTO November 2014


Wohin das Auge auch schaut, sorgen farbenfrohe

Applikationen für frischen Pep im kleinen Jeep.

Schickes Cockpit, brauchbare Ablagen sucht

man allerdings vergebens.

Viel Platz im Fond, auf Wunsch sind die Lederpolster

in extravagantem Grau-Orange-Mix zu haben.

Das Kofferraumvolumen fällt mit 351 bis

maximal 1.297 Litern eher bescheiden aus.

Jeep Renegade

Hubraum

(cm 3 )

Zylinder

Leistung

kW (PS)

Drehmom.

(Nm/min)

0–100 (s)

Vmax (km/h)

Verbrauch

(l/100 km)

CO 2 (g/km)

Kofferraum (l)

Zuladung (kg)

Preis (Euro)

Betriebskosten 1)

(ct/km)

1.6 Multijet 1.598 4 88 (120) 320/1.750 10,2 178 4,6 D 120 351–1.297 440 19.832 61,9/38,9 A

2.0 Multijet 1.956 4 103 (140) 350/1.750 9,5 182 5,1 D 134 351–1.297 505 22.269 64,7/41,5 B

2.0 Multijet 1.956 4 125 (170) 350/1.750 8,9 196 5,9 D 155 351–1.297 470 26.807 70,8/45,8 C

1.6 E-torq 1.598 4 81 (110) 152/4.500 11,8 170 6,1 S 141 351–1.297 k. A. 16.723 62,5/41,9 k. A.

1.4 Multiair 1.368 4 103 (140) 230/1.750 9,3 181 6,0 S 140 351–1.297 470 19.076 65,2/43,9 C

1.4 Multiair 1.368 4 125 (170) 250/2.500 8,8 194 6,9 S 160 351–1.297 k. A. 24.874 73,6/49,9 k. A.

Herstellerangaben.

1) Bei 20.000/40.000 km pro Jahr, 60/36 Monate Laufzeit. Berechnet von

Effizienzklasse

wie der Beifahrer-Haltegriff über dem

Handschuhfach. Natürlich verzichtet der

Renegade auch im Innenraum nicht auf

Extravagantes. So wurden die Lautsprecher-Boxen

mit der Frontpartie des Willys

verziert und ein »Matsch-Fleck« markiert

den roten Bereich auf dem Drehzahlmesser.

Wer will, kann den Innenraum

wie in unserem Testwagen noch

farbenfroher gestalten: peppige Applikationen

in Orange, Lederpolster in Grau-

Orange sowie braune Innenausstattung.

Hört sich schräg an, wirkt aber alles in

allem stimmig.

Weniger Gefallen finden die kleinen

Ablagen, die den Praxisnutzen stark einschränken.

So nehmen es die kleinen Türtaschen

allenfalls mit 0,5-Liter-Flaschen

auf. Auch beim Kofferraum muss sich

der Renegade-Eigner mit maximal 1.297

Litern zufriedengeben. Zum Vergleich:

Ein Skoda Yeti packt bis unters Dach

1.580 Liter.

Üppig ist dagegen das Motorenangebot.

Drei Turbodiesel sowie ein Benziner

stehen sofort bereit. Ein Einstiegsbenziner

mit 110 PS sowie ein 170-PS-Topbenziner

mit Neunstufen-Automatik komplettieren

im nächsten Frühjahr noch die

Palette. Die kleinen Motoren gibt generell

als Fronttriebler, die Zweiliter-Diesel

sind hingegen immer mit 4x4-Antrieb

Mehr Infos, Bilder und ein Video:

www.firmenauto.de/renegade

ausgerüstet. Dieser schaltet sich automatisch

zu, sobald der Renegade mehr Grip

benötigt.

Für den schweren Offroad-Einsatz gibt

es eine spezielle Renegade-Version

Für Jäger oder Förster, die ins schwere

Gelände müssen, bietet Jeep die Offroad-

Variante Trailhawk an. Er unterscheidet

sich mit einer robuster anmutenden Optik,

einer Geländeuntersetzung sowie höherer

Bodenfreiheit. Anspruchsvolles

Im Gelände beeindruckt der

kleine Renegade Trailhawk

mit jeder Menge Offroad-Spaß.

Gelände nimmt der Trailhawk mit Bravour.

Allerdings verlangt Jeep für sein

Topmodell samt kraftvollem 170-PS-Turbodiesel

und sanfter Neunstufen-Automatik

gleich 26.807 Euro. Ganz schön

viel Geld.

Auf der Straße zeigt sich der US-Italo

von seiner komfortablen Seite. Und mit

Spurhalter, Toter-Winkel-Warner, Parkassistenten

sowie Auffahrwarnsystem ist

die Riege an Assistenzsystemen beim

kleinen Renegade nahezu komplett.

November 2014 FIRMENAUTO 55


AUTO | Neuvorstellungen Mercedes-Benz Vito • BMW 518d/520d Touring

DER KOSTENBEWUSSTE

Fahrkomfort und Sicherheit auf Pkw-Niveau sowie ein auf 18.000 Euro gesenkter Einstiegspreis: Der neue

Mercedes Vito soll jetzt auch kostenbewusste Fuhrparkbetreiber überzeugen.

Text: Hanno Boblenz

Übersichtliches Cockpit, aber umständliche, nicht

der Mercedes-Logik folgende Navibedienung.

So muss es sein: Extra Fach fürs Handy, das man

per Bluetooth oder über USB verbinden kann.

Trotz des etwas pixeligen Displays ist die neue

Rückfahrkamera eine große Hilfe beim Ankoppeln.

Unsinnig: Es gibt keine seitlichen Schutzleisten

mehr – angeblich aus optischen Gründen.

Mercedes Vito kompakter Kastenwagen

Hubraum

(cm 3 )

Zylinder

Leistung

kW (PS)

Drehmom.

(Nm/min)

0–100 (s)

Vmax (km/h)

Verbrauch

(l/100 km)

CO 2 (g/km)

Kofferraum (l)

Zuladung (kg)

Preis (Euro)

Betriebskosten 1)

(ct/km)

109 CDI 1.598 4 55 (88) 230/1.500 k. A. 157 6,2 D 163 5.800 1.039 17.990 65,7/42,0 B

111 CDI 1.598 4 84 (114) 270/1.500 k. A. 169 6,2 D 163 5.800 1.039 18.750 66,7/42,8 B

114 CDI 2.143 4 100 (136) 330/1.200 k. A. 182 6,5 D 170 5.800 969 26.970 78,5/50,5 B

116 CDI 2.143 4 120 (163) 380/1.400 k. A. 194 6,1 D 159 5.800 969 28.040 79,4/51,0 A

119 Bluetec 2.143 4 140 (190) 440/1.400 k. A. 206 5,8 D 153 5.800 969 32.820 85,8/55,7 A

Herstellerangaben.

1) Bei 20.000/40.000 km pro Jahr, 60/36 Monate Laufzeit. Berechnet von

Effizienzklasse

56 FIRMENAUTO November 2014

Mehr Infos und Bilder:

www.firmenauto.de/mbvito


Zwei Radstände, drei Längen,

vier Gewichtsklassen, zusätzlich

zum Frontantrieb Versionen mit Heckund

Allradantrieb – Mercedes stellt den

Vito breiter auf. Außerdem übernimmt

der Dreitonner etliches vom größeren

Sprinter. Die Fahrerhilfen beispielsweise:

Seitenwind-Assistent und Müdigkeitswarner

sind serienmäßig an Bord,

viele Helfer wie die Parkautomatik oder

der radargestützte Abstandswarner gibt‘s

auf Wunsch. Ebenso wie bis zu acht Airbags.

In Sachen Sicherheit setzt Mercedes

den neuen Standard in der mittleren

Gewichtsklasse.

Damit bietet der Vito gutes Pkw-

Niveau. Das ist nur logisch, denn er wird

nicht nur als Kastenwagen, sondern auch

als Kombi angeboten und heißt nun Tourer

statt Viano. Und zwar gleich in drei

Ausführungen, vom spartanischen Base

mit pflegeleichter Inneneinrichtung für

harte Baustellen-Einsätze bis zum Select

mit verschiebbaren Einzelsitzen, Teppichboden

und Klimaautomatik für den Einsatz

als Shuttlebus.

Das neue Fahrwerk steigert den

Komfort enorm

Wie der Mercedes Schlaglöcher oder

Querrillen nimmt, hat eine ganz neue

Qualität. Nicht nur die polternden Achsen

des Vorgängers sind passé, das neue

Modell federt auch viel weicher. In Verbindung

mit den bequemen, vielfach verstellbaren

Sitzen beschert das einen hohen

Wohlfühleffekt, zu dem auch die sehr

gute Geräuschdämmung beiträgt.

Viele sinnvoll in der Fahrerkabine verteilte

Staufächer und Ablagen zeugen

von den Bemühungen, es dem Fahrer so

angenehm wie möglich zu machen. So

ist die Trennwand leicht zum Laderaum

hin ausgebeult, damit der Fahrer den Sitz

weiter nach hinten schieben kann. Und

die USB-/Aux-Anschlüsse fürs Smartphone

sitzen genau richtig, nämlich direkt

neben der Handy-Ablage.

Mit dem Modellwechsel bringt Mercedes

neue, bis zu 20 Prozent sparsamere

Motorisierungen. Außerdem wurden die

Wartungsintervalle von 30.000 auf 40.000

Kilometer verlängert. An scharf kalkulierende

Kunden richtet sich der 1,6-Liter-

Motor, den es mit 88 oder 114 PS gibt. Sogar

der schwächere 109 CDI ist ausreichend

spritzig für Kurz- und Mittelstrecken

und hat den Vorteil, dass er in einer

etwas abgespeckten Variante Worker

schon ab 17.990 Euro zu haben ist.

MEHR POWER,

WENIGER DURST

BMW launcht seine neue Vierzylinder-Dieselgeneration

auch im

5er. 518d und 520d bringen mehr

Leistung mit und verbrauchen

dabei weniger. Text: Martin Schou

Einen neuen Vierzylinder-Diesel

hätte der Fünfer gar nicht nötig gehabt.

Fast jeder zweite Kunde in Europa greift

zum 520d. Getreu dem Motto »Besser

geht immer« pflanzt BMW nun den Einstiegsdieseln

518d und 520d zu gleichen

Preisen den Zweiliter-Turbodiesel aus

dem neuen Motorenbaukasten ein.

Das neue Aggregat senkt den Verbrauch

um rund zehn Prozent. So stehen

bei beim 520d Touring mit Sechsgang-

Schaltung 4,6 Liter, mit Achtgang-Automatik

4,5 Liter im Datenblatt (Limousine:

4,3/4,1 Liter). Selbst bei strengen Dienstwagenregelungen

dürfte damit noch ein

Bonus winken: Der CO 2 -Ausstoß liegt bei

gerade mal 109 Gramm pro Kilometer.

Das neue Triebwerk ist leichter, hat weniger

Reibung und einen erhöhten Einspritzdruck

von 2.000 bar. Zudem agiert

BMW 5er Touring

Hubraum

(cm 3 )

Zylinder

Leistung

kW (PS)

Drehmom.

(Nm/min)

0–100 (s)

Vmax (km/h)

Verbrauch

(l/100 km)

CO 2 (g/km)

Kofferraum (l)

Zuladung (kg)

Preis (Euro)

Betriebskosten 1)

(ct/km)

518d 1.995 4 110 (150) 360/1.750 9,9 210 4,7 D 122 560–1.670 575 35.798 86,7/56,9 A+

520d 1.995 4 140 (190) 400/1.750 8,1 229 4,6 D 122 560–1.670 575 37.899 89,3/58,5 A+

Herstellerangaben.

die Start-Stopp flinker und die weiter

gespreizte Automatik intelligenter: Das

Navi sagt dem Getriebe Kurven und

Kreuzungen voraus, sodass der 5er frühzeitiger

schaltet.

BMW hat aber nicht nur den Verbrauch

gedrückt, sondern auch die Performance

gesteigert. Sechs PS und 20 Nm bekommt

der 520d oben draufgepackt. Macht

190 PS und 400 Nm Drehmoment, die locker

ausreichen, um den 1,7-Tonner standesgemäß

auf Trab zu bringen. Leise und

laufruhig arbeitet der Vierzylinder vor

sich hin. Die Drehzahlnadel ruht bei

Landstraßentempo knapp über der

1.000er-Marke. Bei Überholmanövern

schaltet der 5er flugs ein, zwei Gänge zurück,

der Turbodiesel untermalt das

Spielchen mit einem sonoren Brummen.

Und wie das nun mal so ist, wenn’s rundum

passt. Man fängt schnell an zu glauben:

»Besser geht’s nimmer«.

1) Bei 20.000/40.000 km pro Jahr, 60/36 Monate Laufzeit. Berechnet von

Effizienzklasse

Mehr Infos und Bilder:

www.firmenauto.de/520d

November 2014 FIRMENAUTO 57


MANAGEMENT | Neuvorstellungen Peugeot 508 SW • Kia Soul EV

Empfehlenswert: Die neue Sechsgangautomatik

arbeitet äußerst komfortabel.

Geballte Ladung: An Instrumenten und Anzeigen

fehlt es nicht im Blickfeld des Fahrers.

KÖNIG DER LÖWEN

Er hat‘s schwer gegen Passat & Co. Jetzt aber greift der Peugeot 508 SW mit neuem Gesicht und Euro-6-

Motoren an. Vor allem beim 180 Blue HDI stimmen Leistung und Ökobilanz.

Text: Alex Mannschatz

Peugeot hat seinen König der

Löwen in die Maske geschickt.

Etwas wilder als zuvor durchstreift der

508 das Revier im D-Segment. Sein Kühlergrill

steht nun steil, die Haube liegt

dadurch horizontaler. Das Markenlogo

ist von der Haube auf den Kühlergrill gewandert,

als Reminiszenz an die Historie

der Erfolgsmodelle 504 und 505. Die

Leuchten sind etwas flacher, erstmals

sind Komplett-LED-Einheiten für Tagfahrlicht,

Blinker und Nebelscheinwerfer

verfügbar. Innen ist nun ab dem zweiten

Ausstattungsniveau ein Sieben-Zoll-

Touchscreen an Bord, über den die meisten

Fahrzeugfunktionen bedient werden.

Für unsere erste Ausfahrt wählten wir

im Kombi SW den neuen 2.0 Blue HDI

Diesel mit 180 PS in Verbindung mit der

erneuerten Sechsgangautomatik samt

tadellos funktionierendem Start-Stopp-

System. Satte 400 Newtonmeter drücken

hier bei 2.000 Umdrehungen auf die Welle.

Der Motor agiert angenehm unaufgeregt,

aber kraftvoll, und ist sehr leise. Die

Übersetzungsverhältnisse lassen ordentliche

Kraftschübe in allen Fahrsituationen

zu, trotzdem sorgt die Euro-6-Einstufung

für ein sauberes Zeugnis: 4,6 Liter

Normverbrauch und ein auf 111

Gramm je Kilometer beschränkter CO 2 -

Ausstoß können sich sehen lassen.

Fahrwerksseitig bleibt alles wie gehabt.

Die leistungsstärkste Version GT erhält

Vorderachsen mit Doppel-Dreiecksquerlenkern

und entkoppelten Achsschenkeln.

In den anderen Modellen tun normale

McPhersons Dienst. Hinten arbeitet

eine Mehrlenkerachse, sie sorgt für eine

präzise Radführung auch in stramm

genommenen Kurven.

Lässiges Reisen mit wenig Gepäck

Spurtreu zieht der 4,83 Meter lange Kombi

seine Bahn, unaufgeregt lässig lässt

sich’s auf den guten Halt gebenden Sitzen

reisen. Dass es ausziehbare Oberschenkelauflagen

aber nur als Teil eines

opulenten Voll-Leder-Paketes gibt, ist kritikwürdig.

Stutzig wurden wir auch beim

Kofferraumvolumen. Bei Normalstellung

der Rücksitzlehnen ist es mit 550 Litern

geringer als das des kleineren Bruders

308 SW (610 Liter).

Auch den neuen 508 gibt es als Diesel

in einer Business Line für Gewerbekunden

(923 Euro Preisvorteil), allerdings nur

bis 160 PS. Basierend auf der Ausstattungslinie

Active bietet sie zusätzlich vordere

Einparkhilfen, Head-up-Display,

Sitzheizungen, Totwinkelwarner in den

Rückspiegeln, ein komfortables Navi, ein

Panaromaglasdach mit elektrischer Jalousie

sowie eine Drei-Jahres-Garantie

bis 100.000 Kilometer.

Klima-, Audio- und Navigationsanwendungen

lassen sich via Touchscreen

steuern. Peugeot stellt zudem über einen

USB-Datenstick als Connectbox verschiedene

Apps zur Verfügung, mit denen sich

beispielsweise freie Parkplätze oder

Spritpreise finden lassen. Schmankerl am

Rande: Den Guide Michelin gibt’s in digitalisierter

Form aufs Display. Im Herkunftsland

des 508 spricht man schließlich

von Dienstreisen. Nicht von Dienstfahrten.

Den Unterschied vermag dieser

Peugeot durchaus zu vermitteln.

58 FIRMENAUTO November 2014

Mehr Infos und Bilder:

www.firmenauto.de/508


Alle Funktionen sind über den Touchscreen steuerbar.

Das schlüssellose Zugangs- und Startsystem gibt es in den

Ausstattungsvarianten Allure und GT.

Die Leuchten sind etwas schmaler, verfügbar sind jetzt Komplett-LED

für Tagfahrlicht, Blinker und Nebelscheinwerfer.

Die Motorhaube liegt nun flacher auf dem jetzt steil stehenden Grill. Der vordere Überhang des 508 SW ist

minimal verlängert. Insgesamt bringt es der Kombi nun auf eine Länge von 4,83 Metern.

Peugeot 508 SW

Hubraum

(cm 3 )

Zylinder

Leistung

kW (PS)

Drehmom.

(Nm/min)

0–100 (s)

Vmax (km/h)

Verbrauch

(l/100 km)

CO 2 (g/km)

Kofferraum (l)

Zuladung (kg)

Preis (Euro)

Betriebskosten 2)

(ct/km)

e-HDi 115 1.560 4 84 (115) 270/1.750 11,6 197 4,3 D 112 560–1.598 595 23.445 67,5/43,6 A+

Blue HDi 150 1.997 4 110 (150) 370/2.000 9,1 210 4,2 D 110 560–1.598 605 27.226 72,6/46,7 A+

HDi 160 1.997 4 120 (163) 340/2.000 8,9 222 5,0 D 130 560–1.598 565 26.218 71,4/45,8 A

Blue HDi 180 1) 1.997 4 133 (180) 400/2.000 8,6 226 4,6 D 120 560–1.598 545 32.773 79,5/51,6 A+

HDi 200 Autom. 2.279 4 150 (204) 450/2.000 8,4 232 5,5 D 144 560–1.598 545 35.966 90,7/58,5 B

VTi 120 1.598 4 88 (120) 156/4.250 11,8 200 5,8 S 135 560–1.598 570 22.100 71,5/48,1 B

THP 165 1.598 4 121 (165) 240/1.400 8,8 210 5,8 S 135 560–1.598 585 25.210 75,4/51,0 B

Herstellerangaben. 1) automatisiertes Getriebe

2) Bei 20.000/40.000 km pro Jahr, 60/36 Monate Laufzeit. Berechnet von

Effizienzklasse

DER COOLE KOREA-STROMER

Man mag ihn oder man mag ihn eben nicht. Fakt ist: Mit dem Kia Soul fällt man auf. Jetzt gibt es die kultige

Kiste sogar mit Elektroantrieb.

Text: Hanno Boblenz

Der kantige Koreaner ist kein Auto

für Wegducker, sondern automobiles

Statement extrovertierter Firmenwagenfahrer.

Und als Stromer macht die coole

Kiste sogar richtig Spaß. Der E-Motor

schiebt so kräftig an, dass es sich nach

mehr als 110 PS anfühlt. Dabei ist der 4,14

Meter lange Würfel auf Rädern praktisch,

bietet viel Platz und ein tolles Raumgefühl.

Seine 27-kWh-Batterie sitzt unten im

Boden und zieht sich bis unter die Rückbank.

So zwackt sie nur wenig Platz vom

Innenraum und Gepäckfach ab. Lediglich

die hinten Sitzenden müssen die Beine etwas

stärker anwinkeln.

Navi zeigt Ladestellen an

Das Konzept des EV wirkt ausgereift, obwohl

die E-Technik nachgerüstet wurde.

Speziell das Infotainmentsystem mit

Acht-Zoll-Touchscreen hat’s in sich. Darüber

lässt sich wie üblich Radio, Bluetooth,

Navi und vieles mehr steuern. Zusätzlich

listet es aber Ladesäulen auf und

zeigt auf der Karte, wie weit man noch

kommt.

Mehr Infos und Bilder:

www.firmenauto.de/soulev

212 Kilometer Reichweite verspricht

Kia, 150 Kilometer dürften realistisch sein,

selbst wenn man den Stromer wie wir

auf unserer ersten Testrunde ab und zu

mit Höchstgeschwindigkeit 145 km/h

über die Autobahn treibt. Selbst das

macht der Soul EV klaglos mit. Dank der

im Vergleich zum normalen Soul verbesserten

Dämmung sind kaum Wind und

Reifengeräusche zu hören. Auch das

künstliche Fahrgeräusch bleibt draußen,

das bis 20 km/h Fußgänger vor dem leisen

Stromer warnen soll.

Kia Soul EV

Leistung kW(PS) 81 (110)

Drehmoment Nm 285

Batterietyp

Lithium-Ionen-Polymer

Kapazität kWh 27

Reichweite km 212

Ladezeit

h 4–14 (230 V)/0,5 (400V)

0-100 km/h s 11,2

V-max km/h 145

Kofferraum l 281–891

Gewicht kg 1.565

Preis Euro 25.874

Betriebskosten 1) ct/

km

112,6/67,0

Effizienzklasse A+

Herstellerangaben.

1)

10.000/20.000 km p.a., 60/36 Monate

Außerdem kühlt der Wagen weniger

schnell aus. Denn nichts zieht so viel

Strom wie die Heizung. Deshalb regelt

der Kia seine Frischluftzufuhr automatisch,

mischt kühle mit der schon warmen

Luft des Innenraums. Da sich die

Belüftung der Beifahrerseite auf Knopfdruck

ganz abschalten lässt, kann man

noch mehr Energie sparen.

Der zweifarbig lackierte Soul EV ist für

fair kalkulierte 26.000 Euro in Vollausstattung

zu haben. Inklusive Sieben-Jahres-

Garantie, die auch für den Akku gilt.

November 2014 FIRMENAUTO 59


AUTO | Vergleichstest Elektro-Autos

E-AUTOS IM

HÄRTETEST

Wir bringen sechs Elektro-Autos an ihre Leistungsgrenzen: Wie verändert sich

die Reichweite bei Kälte und auf der Autobahn? Bleibt die Leistung bei starker

Belastung konstant? Und wie effizient funktioniert die Rekuperation?

Text: Alexander Bloch

Wie weit kommen Elektroautos in

der Praxis? Wie gut heizen sie? Kann

man die Kollegen tatsächlich mit Elektroautos

auf die Dienstreise schicken?

Oder taugen die Stromer nur für kurze

Strecken in der Stadt? Wer dies seinen

Flottenchef fragt, wird in der Regel nur

ein Schulterzucken ernten. Die wenigsten

Fuhrparkmanager haben genügend

Erfahrungswerte.

Wir wollten es genauer wissen und baten

unsere Kollegen von »auto motor

und sport«, die Reichweite von Elektroautos

unter exakt reproduzierbaren Bedingungen

zu ermitteln. Das Ziel der

Übung: Elektroautos an ihre Grenzen zu

bringen.

Das kann bei einem Akku-Riesen wie

dem Tesla Model S mit seinen 85 Kilowattstunden

Energieinhalt auch schon

mal fast sechs Stunden Prüfstandsfahrt

bedeuten, während ein Twizy schon in

anderthalb Stunden durch ist. Da hatten

die Tester bei den Dynamikprüfungen

mit den drehmomentstarken E-Autos

mehr Freude. Doch den Autos nach:

Nissan Leaf

Weltweit ist der Leaf mit über 100.000

Exemplaren das meistverkaufte Elektroauto.

Seit 2010 auf dem Markt, ist das

erste speziell auf den Elektroantrieb hin

entwickelte Großserienauto dabei buchstäblich

etwas in die Jahre gekommen.

Die realen Reichweiten liegen konstant

erheblich unter der Werksangabe von

199 km. Bei minus sieben Grad sind es

aufgrund ineffizienter Wärmeregelung

sogar nur 75 km. Auch dynamisch kann

der 80 kW starke Nissan mit BMW i3

60 FIRMENAUTO November 2014


VERBRAUCH: BMW und VW am sparsamsten

Dass der Renault Twizy als extrem kleines und leichtes

Vehikel mit maximal 80 km/h den niedrigsten

Verbrauch von 11,7 kWh/100 km bietet, verwundert

nicht. Bei den vollwertigen Autos überzeugt

aber vor allem der mit 1,5 Tonnen recht schwere

E-Golf. Seine Entwickler trimmten ihn auf extreme

Reibungsarmut, und so rollt er, einmal in Schwung,

deutlich besser als die Konkurrenten. Als Einziger im

Test beherrscht er mit seinem speziellen elektronischen

Bremskraftverstärker auch Rekuperationsverzögerungen

bis 3 m/s². Allerdings lässt sich das messtechnisch

nicht darstellen: Der Golf teilt noch in elektrische und

mechanische Verzögerung auf, wo ein 1,2 Tonnen

schwerer BMW i3 nur noch rein mechanisch verzögert.

So kommen beide auf durchschnittlich 20,6 kWh/

100 km, mit Vorteilen für den i3 in der Stadt und den

Golf bei höherem Tempo.

Enttäuschend fallen bei hohem Tempo dagegen die

Verbräuche des Smart und Tesla (hohe Ladeverluste)

aus, auch wenn sie nicht mehr mit ähnlicher Akku-

Technik arbeiten. Zusätzlich steigt ihr Stromkonsum bei

Kälte überproportional.

Der Golf ist bei

Tempi über

50 km/h sehr

sparsam.

Verbrauch über Tempo

Hoher Mehrverbrauch des Tesla, obwohl starke Elektro motoren nicht

zwangsläufig mehr verbrauchen müssen.

50

45

40

35

Tesla Model S

VW Golf

BMW i3

37,3

46,1

IM TEST

BMW i3

Nissan Leaf Tekna

Renault Twizy Cargo

Smart Fortwo Coupé Brabus ED

Tesla Model S P85+

VW E-Golf

29.370 Euro

29.488 Euro

7.294 Euro

25.126 Euro

80.588 Euro

29.327 Euro

30

25

20

15

10

5

0

21,1

16,5

15,6

Verbrauch kWh/100 km

TSECC* 23° C

19,8

19,3

Verbrauch kWh/100 km

bergige Landstraße

* TSECC: TÜV SÜD E-Car Cycle mit Klimaanlage und elektr. Verbrauchern

28,5

27,8

Verbrauch kWh/100 km

konstant 120 km/h

Ladestrom-Messung beim BMW i3.

In der Stadt ist er sehr sparsam.

Der Smart verbraucht auf der Autobahn

extrem viel.

und Co. nicht annähernd mithalten. Enttäuschend

ist der hohe Testverbrauch

von 26,3 kWh/100 km.

Renault Twizy

Der Elektro-Floh von Renault läuft

außer Konkurrenz, weil er die für einige

Übungen erforderlichen 100 km/h

nicht erreicht und keine Heizung bietet.

Trotzdem ist es erstaunlich, dass der

Einsitzer mit Gepäckbox bei 23 Grad immerhin

67 km aus seinem 7-kWh-Lithium-Ionen-Akku

presst. Die Reichweite

sinkt bei Kälte nur um zehn Kilometer.

Logisch, denn mit der Heizung fehlt der

größte Zusatzleistungsfresser (bis zu

4 kW). Andererseits bietet der Twizy mit

lediglich 0,58 g die geringste Rekuperationsbremsverzögerung.

Auch beim

Sprint bis 50 km/h bleibt er mit über acht

Sekunden unter den Erwartungen.

Smart Fortwo Electric Drive

Der Elektro-Smart als meistverkauftes

Elektroauto in Deutschland liefert ein

zwiespältiges Bild. Auf der einen Seite

ist er ein in der Stadt dynamischer und

sparsamer Zweisitzer. 114 km Reichweite

erzielt er beim dem vom TÜV Süd für

E-Autos erarbeiteten Verbrauchszyklus

TSECC mit einem niedrigen Verbrauch

von 16,6 kWh/100 km. Mit jedem km/h

mehr steigt sein Konsum jedoch überproportional

an und erreicht auf der

Autobahn mit 41,1 kWh/100 km sogar

fast die hohen Werte des Tesla. Leider

zeigte der Smart im Test auch die längsten

Bremswege bei griffiger und einseitig

rutschiger (μ-Split-)Fahrbahn.

November 2014 FIRMENAUTO 61


AUTO | Vergleichstest Elektro-Autos

DYNAMIK: i3 und E-Golf liegen gleichauf

BMW und VW sind sich in einer Hinsicht einig: Ihre Elektromotoren

wurden auf Dauerleistung hin entwickelt.

Auch nach mehrmaligem Beschleunigen bleiben die

Sprintzeiten absolut konstant. Der mit 270 Nm etwas

drehmomentstärkere VW Golf beschleunigt bis 50 km/h

wie der i3. Bei höherem Tempo spielt Letzterer aber

den Leistungsvorteil seines Hybrid-Reluktanzmotors

aus. Dieser arbeitet mit zwei Kraftquellen – daher

auch Hybrid – und bietet dadurch mehr Drehmoment

bei höheren Drehzahlen. Konstant 7,3 Sekunden von

0 auf 100 km/h sind der eindrucksvolle Lohn.

Das Tesla Model S beschleunigt dagegen nur im kalten

Zustand in exzellenten 4,7 Sekunden. Schon nach

einer kräftigen Leistungsabgabe sinkt die Leistung zum

Teil bis auf die Hälfte. Die Sprintzeit auf 100 km/h steigt

Beschleunigung

von 0 auf 100 km/h

Bis auf das Tesla Model S halten alle

Elektroautos ihre Beschleunigungszeiten

recht konstant.

Nissan

Leaf

Smart

VW

Golf

BMW

i3

Tesla

Model S

4,7

6,5

7,3

7,3

10,4

10,3

11,5

11,1

10,9

10,7

0 2 4 6 8 10 12

Beschleunigung 0–100 km/h

in Sekunden (warm)

Beschleunigung 0–100 km/h

in Sekunden (kalt)

Bei kaltem

Antrieb geht

der Tesla in

nur 4,7 s von

0 auf 100

km/h.

um fast zwei Sekunden. Diese Schwankungen machen

es schwer, den Wagen beim Überholvorgang einzuschätzen.

Kein Wunder, dass Tesla im Fahrzeugschein

nur 69 (!) kW anstatt 310 kW als Dauerleistung angibt.

Auch der Nissan Leaf bricht bei der warmen Beschleunigung

bis 100 km/h leicht ein. Entscheidender

ist aber eher die dürftige Stadtdynamik des 80-kW-

Japaners bis 50 km/h. Gerade dort sollte ein E-Auto

Spaß machen. Hier fehlt es auch dem superleichten

Twizy. Schon bis 50 km/h braucht der 18-kW-Motor

ziemlich enttäuschende 8,2 Sekunden.

Wie es viel besser geht, zeigt der Smart Fortwo ED:

Bis 100 km/h ist er trotz deutlicher Minderleistung zum

Nissan Leaf konstant schneller. Null bis Tempo 50 dauert

nur 3,7 Sekunden.

8,2 s bis 50 km/h sind

auch für einen Twizy

zu langsam.

Der i3 geht warm bis 50

km/h so gut wie der Tesla.

Selbst bei niedrigem

Stadttempo wirkt der Leaf nicht dynamisch.

Tesla Model S

Das Model S ist der unumstrittene Star

der E-Auto-Szene, wurde 2014 von unseren

Lesern in der oberen Mittelklasse

zum Firmenauto des Jahres gewählt. In

seinem Heimatland USA lässt er bei den

Verkäufen die komplette deutsche

Luxusgarde alt aussehen.

Der mit Abstand größte Akku (fast vier

Mal so groß wie im i3) verhilft dem P85+

zu überragenden 342 km bei 23 Grad im

TSECC. Der 310 kW starke E-Motor beschleunigt

in 4,7 Sekunden auf 100 km/h

alle Konkurrenten in Grund und Boden.

Doch das Model S hat Schwierigkeiten,

diese Performance auch bei Kälte und

Hitze zu halten. Die Reichweiten brechen

stark ein (bei konstant 120 km/h um die

Hälfte) und die Leistung schwankt mit

der Temperatur des Antriebssystems.

Auch bei den Segel- und Rekuperationseigenschaften

liegt der Tesla im Vergleich

zum i3 und E-Golf spürbar hinten.

Die Folge sind hohe Verbräuche, die

auch über die Mehrleistung nicht zu

rechtfertigen sind. Will er bei den Firmenwagenfahrern

punkten, muss der mit gut

80.000 Euro mit weitem Abstand teuerste

E-Wagen im Test in Zukunft einiges

mehr zeigen.

VW E-Golf

Dass der E-Golf mit 1,5 Tonnen kein

Leichtgewicht ist, schadet seinen Reichweiten

kaum: Das jüngste Mitglied des

Testfelds liegt vor allem bei der schwierigen

dynamischen und Kälte-Reichweite

an zweiter Stelle hinter dem Model

S. Bei keinem anderen Auto ist so

viel Verlass auf den Fahrradius. Er verbraucht

zudem im Schnitt genauso viel

wie der 300 kg leichtere BMW i3.

Kein Auto im Testfeld segelt zudem

so lange mit einmal aufgebautem Tempo,

ist so leise und keines rekuperiert

auch dann noch nennenswert, wenn bereits

die mechanische Bremse mit zubeißt.

So ist der E-Golf vor allem der

Elektro-Tipp für Pendler.

BMW i3

Er ist der deutsche Star unter den E-Mobilen

und untermauert das gleich mit

exzellenten Beschleunigungsleistungen.

Sogar bei hoher Belastung bleiben diese

konstant und bieten zum Teil (warm

bis 50 km/h) denen des Model S Paroli.

Dessen Reichweiten erzielt der i3 zwar

nicht, brilliert dafür aber mit Konstanz

und niedrigem Verbrauch vor allem im

62 FIRMENAUTO November 2014


Start

Start

REICHWEITE: Tesla enttäuscht

Für hohe Reichweite sorgt vor allem viel Akku-Kapazität. Tesla

löst dieses quantitative Problem mit Tausenden Panasonic-

Zellen, die wir sonst aus Notebooks kennen. 342 km erreicht

das Model S so bei 23° C auf dem TÜV-Prüfstand. Ebenso

wichtig ist die Reichweitenkonstanz. Doch gerade in dieser für

Firmenwagen so wichtigen Wertung patzt der Tesla. Bei konstant

120 km/h schafft er auf der Autobahn gerade mal 184 km

Kilometer, ein Einbruch um 50 Prozent.

Dem E-Golf fehlen bei Tempo 120 nur 38 Prozent zu seiner

141-km-Reichweite bei 23° C. Vor allem verliert er aber bei Kälte

nur zwölf Prozent seiner Wärme-Reichweite. Auch der BMW

i3 liegt hier mit 145 km (23° C) und 121 km (–7° C) sehr gut,

was für ihre effiziente Heizung spricht. Die hat der Twizy erst

gar nicht. Er schafft auch nicht Tempo 120. Und so bricht seine

Reichweite auch nicht nennenswert ein. Beim Nissan Leaf rächt

sich die nicht optimale Einbeziehung der Batterie in den Kühlund

Heizkreislauf: nur 75 km bei –7° C. Der wenig aerodynamische

Smart wiederum konsumiert auf der Autobahn extrem viel.

Stuttgart

Smart:

50 km

Stuttgart

Twizy:

57 km

Leaf:

71 km

Smart:

76 km

Twizy:

56 km

i3:

78 km

Leaf:

75 km

Ulm

Ulm

Golf:

88 km

Golf:

124 km

Reichweite TSECC bei Kälte (–7° C)

Bei einem Schnitt von rund 60 km/h zeigten vor allem

der Golf und der i3 einen geringen Einbruch der Reichweite.

Augsburg

i3:

121 km

Augsburg

Die absolute Reichweite ist beim Tesla

Model S mit 342 km konkurrenzlos hoch.

Der E-Golf nutzt seine kinetische Energie

am besten.

Reichweite Autobahn

Bei konstant 120 km/h zeigt sich, ob die Aerodynamik stimmt

und wie effizient die Autos einmal aufgebaute kinetische Energie

nutzen. In Relation überraschend gut ist hier der E-Golf.

München

München

Tesla:

184 km

Tesla:

242 km

urbanen Bereich: 15,6 kWh/100 km. Mit

dem aufpreispflichtigen Wärmetauschersystem

liegt auch der Kälte-Fahrradius

über 120 km. Nur auf der Autobahn

rollt er nicht ganz so souverän wie

der Golf. Dafür rekuperiert er überzeugend

und holt sich knapp den Sieg.

FAZIT: Was für ein Dreikampf! Dass

BMW und VW sich eine etwas längere

Entwicklungszeit für ihre Elektroautos

gegönnt haben, war richtig. Beide Modelle

überzeugen mit niedrigen Verbräuchen

und für Firmenwagen brauchbaren

Reichweiten. Der BMW ist dazu dynamischer

als der Golf, der wiederum mehr

Praxistauglichkeit (Kofferraum etc.) bietet

– doch das wurde im Härtetest nicht

bewertet.

Der Tesla könnte dagegen mit einer

effizienteren Konstruktion die gleichen

Mega-Reichweiten mit nur 60 kWh anstatt

85 bieten. Sein Pfund ist die schiere

Akku-Größe und die extrem schnelle

Lade möglichkeit mit 135 kW– die wurde

dieses Mal aber nicht bewertet.

Insgesamt bringt der Test drei Erkenntnisse.

1. Niedriges Gewicht ist wichtig,

sollte aber nicht überbewertet werden,

da die aufgebaute kinetische Ener gie

zum Teil wieder zurückgewonnen werden

kann. Hier sollte beim Leichtbau

nach dem Kompromiss zwischen Kosten

und Wirkung gesucht werden.

Die Preise müssen runter. 2. Eine effiziente

Grundkonstruktion mit exzellen ten Rolleigenschaften

und hoher Rekuperationseffizienz

wie beim E-Golf ist Pflicht bei

zukünftigen Entwicklungen. 3. Die zum

Teil utopischen Reich weitenangaben

müssen realistischer werden.

SO WURDE GETESTET

Um eine besonders realistische und

reproduzierbare Reichweitenmessung

von Elektroautos zu ermöglichen, wurde

zusammen mit dem TÜV Süd ein

temperaturkontrollierter Test entwickelt.

Als Basis dient dabei der TÜV Süd

E-Car Cycle (TSECC), der sich deutlich

näher als die Messung nach der ECE-

Norm R101 an der realen Fahrpraxis

von Elektroautos orientiert. Für den

TSECC wurden reale Strecken digitalisiert.

Daraus wurde ein typischer Pendlerzyklus

mit einer Mischung aus Stadt-,

Land- und Autobahnanteil mit einem

Durchschnittstempo von 60 km/h (zum

Vergleich NEFZ: 34 km/h) generiert. Ein

hoher Rekuperationsanteil prüft zudem

die regenerativen Fähigkeiten der

E-Autos. Zur praktischen Durchführung

des Zyklus wird der Streckenverlauf

auf dem Rollenprüfstand ausgefahren.

Zwei verschiedene Tests mussten die

E-Autos dabei absolvieren:

1. TSECC bei 23° C (mit Klimaanlage

und elektrischen Verbrauchern)

2. TSECC bei –7° C (Heizung und

eingeschaltete elektrische Verbraucher).

Zusätzlich wurde auf der realen Straße

die Leistungskonstanz getestet. Außerdem:

Wie effizient fahren E-Autos auf

einer hügeligen Landstraße und bei

absolut konstanten 120 km/h?

Beim Vergleich des Verbrauchs

und der Akku-Kapazität von E-Autos

gilt es, Folgendes zu beachten: Der

Gesamtverbrauch kann größer als der

Energieinhalt der Batterie sein, da hier

noch Ladeverluste bis zu 20 Prozent hinzukommen.

November 2014 FIRMENAUTO 63


Daten und Messwerte

AUTO | Vergleichstest E-Autos

Fahrzeugtyp

BMW

i3

VW

E-Golf

Tesla

Model S P85+

Renault

Twizy Cargo

Nissan

Leaf Tekna

Smart Fortwo

Coupé Brabus ED

Motorbauart

Elektromotor

Hybrid-Synchron

Elektromotor

Synchron

Elektromotor

Asynchron

Elektromotor

Synchron

Elektromotor

Synchron

Elektromotor

Synchron

Leistung kW (PS) 125 (170) 85 (115) 310 (421) 13 (18) 80 (109) 60 (82)

max. Drehmoment Nm 250 270 600 57 254 135

Leergewicht kg 1225 1490 2073 492 1503 959

Länge/Breite/Höhe mm 3.999/1.775/1.597 4.270/1.799/1.450 4.970/1.964/1.445 2.337/1.191/1.461 4.445/1.770/1.550 2.695/1.559/1.565

Radstand mm 2.570 2.631 2.960 1.684 2.700 1.867

Gepäckraum l 260–1.100 341–1.231 745–1.645 156 355–680 220

Batterietyp Lithium-Ionen Lithium-Ionen Lithium-Ionen Lithium-Ionen Lithium-Ionen Lithium-Ionen

Energiegehalt (brutto) kWh 22 24 85 7 24 18

Ladedauer an 230 Volt (3 kW) h 7,5 8 28 3 8 6

Ladedauer 80 % Gleichstrom h/Art 0,5/CCS 0,5/CCS 0,5/Supercharger – 0,5/Chademo –

Testwagenbereifung Bridgestone Ecopia EP500 Continental eContact Blueco Michelin Pilot Sport Continental eContact Dunlop Enasave EC300 Yokohama S.drive

vorn 155/70 R 19 Q 205/55 R 16 Q 245/35 R 21 Y 125/80 R 13 M 215/50 R 17 V 175/70 R 16 T

hinten 155/70 R 19 Q 205/55 R 16 Q 265/35 R 21 Y 145/80 R 13 M 215/50 R 17 V 225/35 R 17 T

Kraftübertragung

64 FIRMENAUTO November 2014

Hinterradantrieb

Einstufengetriebe

Vorderradantrieb

Einstufengetriebe

Hinterradantrieb

Einstufengetriebe

Hinterradantrieb

Einstufengetriebe

Vorderradantrieb

Einstufengetriebe

Hinterradantrieb

Einstufengetriebe

Beschleunigung

kalt/warm

0–30 km/h s 1,9/1,8 1,9/1,9 1,3/1,8 3,7/3,7 2,2/2,4 2,2/2,2

0–50 km/h s 3,2/3,1 3,3/3,3 2,2/3,1 8,2/8,2 3,9/4,0 3,7/3,8

0–80 km/h s 5,2/5,2 6,9/6,9 3,5/5,0 23,1/22,7 7,5/7,7 7,0/7,2

0–100 km/h s 7,3/7,3 10,3/10,4 4,7/6,5 – 11,1/11,5 10,7/10,9

0–120 km/h s 10,5/10,5 14,9/15,0 6,2/8,6 – 16,1/16,5 16,0/16,5

Elastizität

kalt/warm

60–100 km/h s 3,5/3,5 6,0/6,1 2,1/2,8 – 6,5/6,5 6,1/6,2

80–120 km/h s 5,3/5,3 8,0/8,1 2,7/3,6 – 8,6/8,8 9,0/9,3

Höchstgeschwindigkeit km/h 150 140 209 80 144 130

Bremsweg aus 100 km/h kalt leer m 35,9 37,2 35,7 – 39,4 40,4

Bremsweg μ-Split m 98 102 94 – > 150 > 150

Rekuperationsverzögerung 1) m/s 2 1,61 1,14 1,37 0,58 0,87 1,01

Testverbrauch kWh/100 km 20,6 20,6 33,6 11,7 26,3 30,0

CO 2

-Ausstoß bei Testverbrauch 2) g/km 119 119 194 67 152 173

Verbrauch TSECC bei 23° C kWh/100 km 15,6 16,5 21,1 9,8 20,6 16,6

Verbrauch TSECC bei –7° C kWh/100 km 18,6 18,8 29,8 11,6 29,5 24,9

Verbrauch Landstraße kWh/100 km 19,8 19,3 37,3 12,0 21,8 37,3

Verbrauch Autobahn kWh/100 km 28,5 27,8 46,1 13,5 33,4 41,1

Reichweite TSECC bei 23° C km 145 141 342 67 107 114

(Prozent der Werksangabe) % 91 74 68 67 54 79

Reichweite TSECC bei –7° C km 121 124 242 57 75 76

(Prozent der Werksangabe) % 76 65 48 57 38 52

Reichweite Landstraße km 106 126 228 58 110 56

(Prozent der Werksangabe) % 66 66 45 58 55 39

Reichweite Autobahn 120 km/h km 78 88 184 56 3) 71 50

(Prozent der Werksangabe) % 49 46 37 56 36 35

Reichweite Werksangabe (NEFZ) 160 190 502 100 199 145

Innengeräusch

dB(A)

bei 50 km/h 58 55 57 72 56 59

bei 80 km/h 62 59 62 82 60 65

bei 100 km/h 64 62 64 – 63 68

Grundpreis in Euro 29.370 29.327 80.588 7.294 4) 29.487 25.126

Ergebnisse

Max. Punkte.

Reichweite TSECC bei 23° C (30) 20 20 27 13 18 19

Reichweite TSECC bei –7° C (10) 6 6 9 1 3 3

Reichweite Autobahn (10) 5 6 9 3 4 2

Testverbrauch (20) 14 14 6 20 11 8

Beschleunigung 0–50 km/h (10) 7 7 10 1 6 6

Beschleunigung 0–100 km/h (10) 6 4 10 0 3 3

Leistungskonstanz 0–100 km/h (10) 10 10 6 9 9 10

Eigenschaftswertung (max. 100 Punkte) 68 67 77 47 54 51

Grundpreis 12 12 0 25 12 15

Gesamtwertung (max. 125 Punkte) 80 79 77 72 66 66

verlässliche

Reichweiten,

niedriger Verbrauch,

hohe Rekuperation,

konstant zügige

Beschleunigung

etwas erhöhter

Autobahnverbrauch,

hoher Grundpreis

verlässliche

Reichweiten,

niedriger Verbrauch,

sehr hohe Rekuperation,

exzellente

Segel eigenschaften

ab 50 km/h leichte

Dynamikeinbußen,

hoher Grundpreis

1)

Ohne Betätigung Bremspedal; 2) auf Basis Strommix für Deutschland mit 576 Gramm CO 2

/kWh; 3) Vmax 80 km/h; 4) ohne Batterie-Leasing

sehr große

Reichweiten, sehr

gute Beschleunigung

inkonstante

Leis tungs abgabe,

wenig verlässliche

Reichweite, hoher

Autobahnverbrauch

und extrem teuer

sehr niedriger

Verbrauch,

verlässliche

Reichweiten,

niedriger Preis

geringe Absolut-

Reichweiten, wenig

dynamisch, niedrige

Rekuperationsleistung,

sehr lautes

Innengeräusch

ordentliche

Reichweite bei 23° C,

niedriger

Landstraßenverbrauch

wenig verlässliche

Reichweite (vor allem

bei –7° C), wenig

dynamisch, hoher

Stadt- und

Autobahnverbrauch

dynamischer Antritt

bis 50 km/h, gute

23°-C-Reichweite,

konstante Leistung

sehr hoher

Land straßen- und

Autobahnverbrauch,

geringe Autobahn-

Reichweite, hoher

Preis

Fotos: Achim Hartmann (9), Beate Jeske (2)


AUTO | Fahrberichte Maserati Ghibli Diesel • Ford B-Max 1.0 Ecoboost

Elegantes Design und vier dicke Endrohre:

Der Ghibli Diesel macht einen auf dicke Hose.

KLEINER

DREIZACK

Der Maserati Ghibli Diesel soll der Marke das Tor zum Flottenmarkt öffnen. Der italienische

Business liner ist eine richtige Diva: wunderschön, aber ganz schön zickig. Text: Martin Schou

Es sind wahrscheinlich genau

diese Momente, die Maserati-

Fahrer erleben wollen: Eine Gruppe Jugendlicher

kreuzt unseren Weg, als wir

mit dem Ghibli durch die Stuttgarter Innenstadt

cruisen. Erst fragende Blicke:

»Hä, was kommt denn da?« Dann aber

ein breites Grinsen, die Finger zeigen auf

den dicken Dreizack im Kühler. Anschließend

gehen die Daumen hoch und die

Jungs geben uns kopfnickend zu verstehen,

wie cool sie den Ghibli finden.

Ganz klar: Wer Maserati fährt, fällt auf.

Das gilt auch für den Ghibli. Obwohl er

nur das Einstiegsmodell aus Modena ist,

sticht der Fünf-Meter-Italiener neben

E-Klasse, 5er und A6 deutlich hervor.

Auch der Innenraum macht auf den ersten

Blick was her: bequeme, handgearbeitete

Ledersitze vom Designer Poltrona

Frau (2.053 Euro), der Dachhimmel in

weichem Alcantara (1.275 Euro) und offenporiges

Holzdekor wirken sehr schick.

Der Ghibli hat aber auch Schattenseiten:

Die Premium-Hifi-Anlage (966 Euro) will

so gar nicht rocken. Und das fest integrierte

Garmin-Navi (nur im Paket ab 1.806 Euro)

bringt uns mit bescheidener Kartendarstellung

und fehlender Orientierung mehr

schlecht als recht ans Ziel. Genauso wie

die plumpe Menü-Aufmachung des

Touchscreens wird sie dem Premium-Anspruch

nicht gerecht. Und warum haben

die Designer für die Achtgang-Automatik

so große Schalt-Paddles hinters Lenkrad

gebaut? Die wichtigeren Hebel für

Blinker und Scheibenwischer sind deshalb

nur schwer zu greifen. Zu gebrauchen

sind die Paddles sowieso nicht, da sie

nicht mit dem Steuer mitdrehen.

Leistung ist da, Fahrspaß fehlt

Egal, konzentrieren wir uns aufs Fahren.

Per Knopfdruck erwacht der 275 PS starke

V6-Turbodiesel zum Leben. Nanu, wir

haben die vierflutige Abgasanlage vor Augen

und erwarten ein tiefes Röcheln. Stattdessen

brummelt der Ghibli verhalten.

Auch nach ein paar Kilometern bringt er

unsere Mundwinkel nicht mehr nach oben.

Sein Fahrwerk ist viel zu hart. Hinten pol-

Zweifarbiges Leder, edles Holz: Der Ghibli ist ein schickes Auto.

Navigation und Bedienlogik könnten aber verbessert werden.

tert der Ghibli vernehmlich, vorne fängt

er schon bei kleinen Schlaglöchern an zu

tänzeln. Seine 20-Zöller folgen jeder Spurrille.

Der Fahrer muss ständig arbeiten, immer

wieder leicht korrigieren, um den Italiener

in der Spur zu halten. Da ist uns

auch die Lust auf schnelle Kurven schnell

vergangen. An entspanntes Reisen ist im

Ghibli aber auch nicht zu denken.

Erst recht nicht im Sport-Modus der

Achtgang-Automatik. Wenigstens hängt

der Maserati jetzt gierig am Gas. Und

auch die beiden Soundgeneratoren an

den Doppelendrohren machen endlich

ihren Job. Heißer röhrend lauert der

Ghibli nun auf unsere Kommandos. Das

ist dann wieder ein Moment, über den

sich der Maserati-Fahrer freuen kann.

Maserati Ghibli Diesel

Hubraum/Zylinder cm 3 2.987/6

Leistung kW (PS) 202 (275)

Drehmoment Nm/min 600/2.000

0 –100 km/h s 6,3

Vmax km/h 250

Testverbrauch l 7,2-9,5; Ø 8,0 D

FIRMENAUTO-Normrunde 1) l 7,2 D

NEFZ-Verbrauch/CO 2

l/g 5,9 D/158

Kofferraum/Zuladung l/kg 500/640

Preis Euro 54.941

Betriebskosten 2) ct/km 96,0/67,4

Effizienzklasse

B

Herstellerangaben. 1) 200 km lang.

2)

20.000/40.000 km p.a., 60/36 Monate

66 FIRMENAUTO November 2014


MAX SPASS

Ist der Ford B-Max so praktisch, wie er aussieht? Und ist der kleine Ecoboost-

Benziner so sparsam wie versprochen? Ein Fahrbericht.

Text: Hanno Boblenz

Kaum zehn Zentimeter länger

als der Fiesta, bietet der B-Max

das wesentlich bessere Raumangebot

und wegen der höheren Sitzposition

eine sehr gute Rundumsicht. Da die

B-Säule fehlt, ergibt sich eine 1,50 Meter

breite Öffnung zum bequemen Ein- und

Aussteigen selbst in engen Parklücken.

Außerdem lassen sich seine Sitze flach legen,

sodass man ein, zwei Fahrräder verstauen

kann – ideal für User Chooser, die

ihr Auto privat nutzen. Und der Handwerker

freut sich bei Transport von Leitern

über die Klapplehne des Beifahrersitzes,

die den Laderaum auf 2,35 Meter

verlängert. Der Kofferraum allerdings ist

mit nur 318 Litern sehr knapp bemessen.

Beim Poolfahrzeug genügt die Basisausstattung

Ambiente. Für den richtigen

Firmenwagen passt die dritte Ausstattungsstufe

Titanium (17.394 Euro) besser.

Klimaanlage, langstreckentauglicher Fahrersitz

samt Lendenwirbelstütze und

Armlehne, Aluräder und etliche Extras

mehr bringen ein Wohlfühlambiente, in

dem man es ohne Weiteres längere Zeit

am Stück aushält.

Nur das überfrachtete Navi von Sony

(1.600 Euro) überzeugt nicht. Smart phone

koppeln, Musik abspielen und navigie-

Ford B-Max 1.0 Ecoboost Titanium

Hubraum/Zylinder cm 3 998/3

Leistung kW (PS) 92 (125)

Drehmoment Nm/min 200/1.400

0 –100 km/h s 11,2

Vmax km/h 189

Testverbrauch l 6,2–8,2; Ø 7,0 S

FIRMENAUTO-Normrunde 1) l 6,2 S

NEFZ-Verbrauch/CO 2

l/g 4,9 S/114

Kofferraum/Zuladung l/kg 318–1.386/406

Preis Euro 17.394

Betriebskosten 2) ct/km 61,5/40,4

Effizienzklasse

B

Herstellerangaben. 1) 200 km lang.

2)

20.000/40.000 km p.a., 60/36 Monate

ren klappt gut, aber die Sprachsteuerung

ist verbesserungswürdig.

Drehfreudiger und laufruhiger Motor

Da klappt die Kommunikation zwischen

Fahrer und Maschine besser. Der 125 PS

starke Benziner mit nur einem Liter Hubraum

zeigt im B-Max einmal mehr seine

Qualitäten. Für einen Dreizylinder läuft

er ausgesprochen ruhig, dreht fast vibrationsfrei

hoch. Er schiebt schon bei niedrigsten

Touren und ohne lästiges Turboloch

kräftig an. Im Alltag verbraucht er

auch im Stadtverkehr nur um die sieben

Breite Türöffnung, flexibler Innenraum,

aber überfrachtetes Cockpit.

Liter. Die Fünf vor dem Komma ist aber

ebenso machbar wie eine Neun, wenn es

bei Vollgas auf die Autobahn geht. Da

braucht’s auch keinen Diesel. Denn der

95 PS starke Selbstzünder kostet 400 Euro

mehr und rechnet sich wegen höherer

Steuer und Versicherung nur für Kilometerfresser.

Zur Kür gehört, dass der temperamentvolle

Ford mit direkter Lenkung und agilem

Handling sogar richtig Spaß macht

beim Fahren. Das macht ihn zu einem

der überzeugendsten Angebote in der

Klasse der kleinen Vans.

November 2014 FIRMENAUTO 67


AUTO | Fahrbericht Peugeot Boxer

FACELIFT

GEGLÜCKT

Peugeot hat den Boxer überarbeitet.

Neue Assistenzsysteme

bringen mehr Sicherheit

und das Cockpit wirkt nun ausgereifter.

Ein Fahrbericht.

Text: Hanno Boblenz

Wie könnte man einen Transporter

besser testen als bei einem

Umzug? Also ließen wir drei Mann

schwitzen und stöhnen, bis eine Vierzimmerwohnung

im 13 m 3 großen Laderaum

des Peugeot Boxer verstaut war.

Trotz nacktem Blech im Laderaum

(Bodenplatte: 640 Euro, verkleidete Wände:

120 Euro) ließen sich Betten und

Schränke passgenau verstauen. Wer allerdings

nachts lädt, sollte eine Zusatzlampe

bereit halten, denn die geöffneten

Hecktüren verdecken die Rückleuchten.

Praktisch: In einem vom Laderaum aus

zugänglichen Fach über dem Fahrerhaus

können Transporteure Taschen oder

Klamotten verstauen.

Auf der Fahrt lernten unsere drei Spediteure

das überarbeitete Fahrerhaus kennen.

Der kleinste Kollege musste in die

Mitte. Trotzdem kamen seine Knie mit

dem Staufach der Mittelkonsole ins Gehege.

Komfortabler waren seine Kollegen

untergebracht, der Fahrer auf einem

höhenverstellbaren Sitz mit Armlehne. Für

die Unterhaltung sorgt das neue bluetoothfähige

Navi von Tomtom (1.090 Euro), das

sich problemlos mit dem Smartphone verbindet

und auch bei hohem Tempo eine

passable Sprachqualität bietet.

Überhaupt lässt es sich im gut gedämmten

Boxer entspannt reisen. Der Transporter

folgt Lenkbefehlen willig, läuft nicht

aus dem Ruder und vermittelt ein sicheres

Fahrgefühl. Assistenzsysteme? Mangelware.

Es gibt nur einen gut funktionierenden

Spurhalteassistenten, eine Rückfahrkamera

oder die beim Parken praktische

Klappfunktion für die großen, geteilten

Rückspiegel.

Dafür sind unsere drei Umzügler

schnell wieder zuhause. Der spritzige,

130 PS starke 2,2-Liter-Diesel ist bei Vollgas

gut für Dauertempo 150. Die letzte

Fahrt führt an die Zapfsäule: Trotz vieler

Vollgaspassagen verbrauchte der 3,5-

Tonner im Schnitt passable 9,7, voll beladen

auf der genormten FIRMENAUTO-

Verbrauchsrunde sogar nur 8,8 Liter/100

km, was für die Wirtschaftlichkeit des

Euro-5-Vierzylinders spricht.

Der Laderaum ist je nach Ausführung zwischen

2,67 und 4,07 Meter lang.

Zurrösen am Boden und an den Seitenwänden. Das Tomtom-Navi

mit Touchscreen lässt sich mit einer Rückfahrkamera kombinieren.

Aufgeräumtes Cockpit mit neuer Mittelkonsole und vielen funktionalen

Ablagen. Der Innenraum ist gut gedämmt.

Peugeot Boxer L3H2 335 Start/Stopp

Hubraum/Zylinder cm 3 2.198/4

Leistung kW (PS) 96 (130)

Drehmoment Nm/min 320/2.000

0 –100 km/h s k. A.

Vmax km/h 150

Testverbrauch l 8,8–10,8; Ø 9,7 D

FIRMENAUTO-Normrunde 1) l 8,8 D

NEFZ-Verbrauch/CO 2

l/g 7,2 D/189

Laderaum/Zuladung m 3 /kg 13/1.540

Preis Euro 32.100

Betriebskosten 2) ct/km 107,2/64,3/48,9

Effizienzklasse k. A.

Herstellerangaben. 1) 200 km lang.

2)

15.000/30.000/50.000 km p.a., 8/5/3 Jahre

Fotos: Thomas Küppers

68 FIRMENAUTO November 2014


SERVICE | Kostencheck

Text: Martin Schou

KOSTENCHECK

Kleine und Kompakte

VANS

Betriebskosten, Restwerte, Wartungsaufwand: Der Kostencheck nimmt in jedem

Heft ein anderes Segment unter die Lupe und nennt die Kosten für die meistverkauften

Firmenwagen. Dazu ein Ausblick auf die neuen Autos dieser Fahrzeugklasse.

>> Obwohl Autofahrer voll auf SUV

abfahren, verbreiten sich in deren Windschatten

auch immer mehr kleine und

kompakte Vans. Mit dem BMW 2er

Active Tourer ist sogar ein weiterer

Premium-Hersteller in das Segment der

kleinen Familienautos eingestiegen. Der

Bereich war bislang alleine der Mercedes

B-Klasse überlassen. Auch wenn ein Van

für BMW Neuland bedeutet, nehmen die

Schwaben die Konkurrenz ernst und

schicken ihre Sports Tourer genannte

B-Klasse noch rasch zur Modellpflege.

Das Facelift ist am neuen Stoßfänger,

dem größeren Grill und optionalen Voll-

LED-Scheinwerfern mit integriertem Tagfahrleuchten

zu erkennen. Im Cockpit

kommt der neue acht Zoll große Zentralbildschirm

mit Vernetzungs-Dienst Connect

Me zum Einsatz. An den Motoren

ändert sich nichts, lediglich den B 200

CDI (136 PS) bietet Mercedes nun auch

mit Allrad an.

Die B-Klasse erhält kleine Retuschen an der Front. Im Cockpit kommt das neue 8-Zoll-Display zum Einsatz.

Die sparsamsten Diesel und Benziner unter den kleinen und kompakten Vans (bis 4,59 m Länge)

Die Tabelle nennt die sparsamsten Fahrzeuge des Segments. Bei Modellen mit gleicher Motorisierung, aber unterschiedlicher Ausstattung wird nur die sparsamste Variante berücksichtigt.

Diesel kW/PS Nm l/100 km C0 2 Preis Eff.-Kl.

1 Peugeot 3008 Hybrid4 85g 120 (163) 450 3,3 D 85 29.495 A+

2 Nissan Note 1.5 dCi 66 (90) 200 3,5 D 90 13.731 A

3 Mercedes B 180 CDI BE Edition 80 (109) 260 3,6 D 94 24.650 A+

4 VW Golf Sportsvan TDI Bluemotion 63 (85) 250 3,6 D 95 20.273 A+

5 Citroën C4 Picasso e-HDi 90 ETG6 1) 68 (92) 230 3,8 D 98 19.739 A+

6 BMW Active Tourer 216d 85 (116) 330 3,8 D 99 24.327 A

6 Opel Meriva 1.6 CDTi 81 (110) 300 3,8 D 99 19.235 A+

8 Ford B-Max 1.4 TDCi 70 (95) 215 4,0 D 104 16.050 A

9 Citroën C3 Picasso HDi 90 68 (92) 230 4,0 D 105 16.815 A

9 Citroën C4 Picasso e-HDi 115 85 (116) 270 4,0 D 105 20.159 A+

Herstellerangaben. Auch Rang 9: Fiat 500L 1.3 16 Multijet (85 PS, 17.521 Euro), Opel Meriva 1.6 CDTi (95 PS; 16.092 Euro). 1) Automatik

Benziner kW/PS Nm l/100 km C0 2 Preis Eff.-Kl.

1 Nissan Note 1.2 DIG-S 72 (98) 147 4,3 S 99 14.617 A

2 Fiat 500L 0.9 8V Natural Power 59 (80) 140 3,9 CNG 105 17.605 A+

3 Nissan Note 1.2 59 (80) 110 4,7 S 109 11.756 B

4 Fiat 500l 0.9 8V Twinair Turbo 77 (105) 145 4,8 S 112 15.924 A

5 Ford B-Max 1.0 Ecoboost 74 (100) 170 4,9 S 114 14.873 B

5 Ford B-Max 1.0 Ecoboost 92 (125) 170 4,9 S 114 15.714 B

7 VW Golf Sportsvan 1.2 TSI 63 (85) 160 4,9 S 114 16.491 B

8 BMW Active Tourer 218i 100 (136) 220 4,9 S 115 22.857 A

9 VW Golf Sportsvan 1.2 TSI DSG 1) 81 (110) 175 5,0 S 116 19.474 B

10 Ford C-Max 1.0 Ecoboost 74 (100) 170 5,1 S 117 15.924 B

Herstellerangaben. Auch Rang 10: Ford C-Max Ecoboost 1.0 (125 PS, 18.142 Euro); Mercedes B 200 Nat. Gas (156 PS, 27.650 Euro). 1) Automatik

Computerretuschen: Schulte (2), Fotos: Hans-Dieter Seufert (1)

November 2014 FIRMENAUTO 69


SERVICE | Kostencheck

Die meistverkauften

Firmenwagen

Die Tabelle nennt die im Flottenmarkt meistverkauften Modelle

sowie davon die beliebteste Motorisierung.

1 VW Touran 2.0 TDI

2 Renault Scénic dCi 110

3 Mercedes B-Klasse 180 CDI

4 Skoda Roomster 1.2 TSI

5 Ford C-Max 1.6 TDCi

6 Citroën C4 Picasso Blue HDi 150

7 VW Golf Sportsvan TDI Bluemotion

8 Ford B-Max 1.0 Ecoboost

9 Opel Meriva 1.4

10 Nissan Note 1.2

Betriebskosten

2

1

Nach fast neun

Jahren Bauzeit

ist der VW Touran

immer noch

der an Flottenkunden

meistverkaufte

Van.

Auch der Renault

Scénic ist nicht mehr

taufrisch, hat bereits

über fünf Jahre auf

dem Buckel.

Bei 20.000/40.000 km/Jahr und 60/36 Monaten Nutzung

3

Seit die B-Klasse den

Beinamen Sports Tourer

trägt, klappt es mit den

Firmenkunden richtig gut.

Modell

Hubraum/

Zylinder cm 3

Leistung

kW (PS)/min

Verbrauch/CO 2

l/100 km / g

Preis

Euro

Betriebskosten

ct/km

1 Ford B-Max 1.0 Ecoboost 998/3 74 (100)/6.000 4,9 S 14.873 49,5/38,4

2 Nissan Note 1.2 1.198/3 59 (80)/6.000 4,7 S 11.756 49,9/32,8

3 Skoda Roomster 1.2 TSI 1.197/4 63 (86)/4.800 5,7 S 12.428 51,9/34,8

4 Ford C-Max 1.6 TDCi 1.560/4 85 (115)/3.600 4,2 D 19.823 57,5/37,6

5 VW Golf Sportsvan TDI Bluemotion 1.598/4 81 (110)/3.200 3,6 D 20.273 58,3/39,7

6 Renault Scénic dCi 110 1.461/4 81 (110)/4.000 4,9 D 18.563 61,8/39,7

7 Opel Meriva 1.4 1.364/4 88 (120)/4.800 5,9 S 16.546 62,0/41,7

8 VW Touran 2.0 TDI 1.968/4 130 (177)/4.200 5,7 D 29.894 63,6/42,5

9 Mercedes B 180 CDI 1.461/4 80 (109)/4.000 4,1 D 24.250 65,1/41,4

10 Citroën C4 Picasso Blue HDi 150 1.997/4 110 (150)/4.000 4,2 D 23.478 69,5/45,2

Auch bei VW kündigt sich nach zwölf

Jahren ein neuer Touran an, den wir vermutlich

auf dem Genfer Salon im März

das erste Mal zu Gesicht bekommen. Er

verliert seine kantige Form und wird

deutlich sportlicher. Mit rund 100 Kilo

weniger auf den Rippen soll er sich auch

sportlicher fahren. In der Länge legt er

um zehn Zentimeter auf rund 4,50 Meter

zu. Im Gespräch ist auch eine längere Version,

die dann den Sharan ablösen könnte.

Das Angebot an Assistenzsystemen

und Motoren wird auf den neuesten

Stand gebracht.

Ein kleines Facelift bekommt im Herbst

auch der VW Caddy, auf dessen Basis die

Konzerntochter Skoda ebenfalls einen

Kompaktvan für 2016 plant, der den

Roomster beerben soll. Das Okay aus

Wolfsburg fehlt allerdings noch.

Sicher kommen wird der neue Honda

Jazz. Optisch dynamischer und mit etwas

mehr Platz zeigte sich der japanische

Van auf dem Pariser Autosalon. Nach

Für 2016 plant Skoda einen Kompaktvan auf Basis des

VW Caddy. Die Familienkutsche soll den Roomster ersetzen.

Nach zwölf Jahren Bauzeit kommt 2015 ein neuer VW Touran. Er verliert seine kantige

Form, die Dachlinie fällt hinten stärker ab. In der Länge legt er um rund zehn Zentimeter

auf 4,50 Meter zu. Vor allem der Radstand wird größer, die Überhänge dafür kürzer.

70 FIRMENAUTO November 2014


Wartungs- und

Verschleißkosten

Tec Alliance liefert seinen Kunden Daten über

sämtliche fahrzeugbezogenen Aufwendungen

während der gesamten Haltedauer des

Autos und somit maßgeschneiderte Kostenbe

rech nungen. Mithilfe dieser Daten kann

der Kunde auch bei Full- Service-Verträgen

prüfen, ob die Leasing gesell schaften realistische

Kosten für das Modul Wartungs- und

Verschleißkosten angesetzt haben.

Restwert prognosen

Restwertprognosen von Schwa cke sind die Basis für

die Kalkulation von fast allen Leasingverträgen. Die

Daten sind aber auch für Fuhrparkleiter wichtig. Sie

helfen ihnen zu sehen, ob ein Restwert im Leasingangebot

vernünftig kalkuliert ist. Unternehmen

mit Kauffuhrparks können anhand der Übersicht

abschätzen, welche Fahrzeuge sich später besser und

welche sich schlechter verkaufen. Die Liste vergleicht

Fahrzeuge inklusive Sonderausstattung und nennt

den zu erwartenden Wertverlust auf Basis der Händlereinkaufswerte.

Bei 20.000 km/Jahr und 60 Monaten Nutzung

Bei 40.000 km/Jahr und 36 Monaten Nutzung

Modell Wartung Verschleiß Summe Modell Wartung Verschleiß Summe

1 Nissan Note 1.2 761 1.105 1.866 1 Nissan Note 1.2 951 1.447 2.398

2 Skoda Roomster 1.2 TSI 983 1.134 2.117 2 Skoda Roomster 1.2 TSI 1.068 1.476 2.544

3 Ford B-Max 1.0 Ecoboost 915 1.285 2.200 3 Opel Meriva 1.4 1.027 1.765 2.792

4 Ford C-Max 1.6 TDCi 910 1.740 2.650 4 Ford B-Max 1.0 1.136 1.667 2.803

5 Opel Meriva 1.4 1.096 1.603 2.699 5 Citroen C4 Picasso 2.0 Hdi 1.208 1.647 2.855

6 VW Touran 2.0 TDI 1.245 1.836 3.081 6 Ford C-Max 1.6 TDCi 1.145 1.779 2.924

7 VW Golf Sportsvan TDI Bluemotion 1.371 1.827 3.198 7 VW Golf Sportsvan 1.6 TDI 1.166 1.958 3.124

8 Renault Scénic dCi 110 1.166 2.072 3.238 8 Renault Scenic 1.5 dCi 110 1.269 1.880 3.149

9 Mercedes B 180 CDI 1.716 1.872 3.588 9 VW Touran 2.0 TDI 1.517 1.919 3.436

10 Citroën C4 Picasso Blue HDi 150 1.063 2.634 3.697 10 Mercedes B-Klasse 180 CDI 1.476 2.224 3.700

Angaben in Euro

Tec Alliance

Wertverlust

Modell

Preis inkl.

Ausstattung

Bei 20.000 km/Jahr und

60 Monaten Nutzung

Bei 40.000 km/Jahr und

36 Monaten Nutzung

1 VW Golf Sportsvan TDI Bluemotion 24.127 67 % 16.200 63 % 15.300

2 VW Touran 2.0 TDI 35.796 67 % 24.000 66 % 23.600

3 Mercedes B 180 CDI 28.615 68 % 19.450 67 % 19.200

4 Ford B-Max 1.0 Ecoboost 17.878 71 % 12.700 67 % 12.000

5 Renault Scenic dCi 110 21.697 72 % 15.650 71 % 15.400

6 Citroën C4 Picasso Blue HDi 150 26.242 72 % 18.900 68 % 17.800

7 Ford C-Max 1.6 TDCi 23.739 73 % 17.350 70 % 16.600

8 Opel Meriva 1.4 19.928 74 % 14.700 78 % 15.550

9 Nissan Note 1.2 13.663 76 % 10.400 73 % 10.000

10 Skoda Roomster 1.2 TSI 14.869 80 % 11.900 76 % 11.350

Angaben in Euro

Europa kommt er allerdings erst Mitte

2015. Unter der kurzen Haube werkelt

künftig ein 1,3-Liter-Benziner mit 100 PS.

Ob die Hybrid-Variante nach Deutschland

kommt, ist noch nicht klar.

Dacia schickt sowohl den Kompakt-

Van Lodgy als auch den Hochdachkombi

Dokker als Stepway-Variante im

Offroad-Look auf die Straße. Wie schon

beim Kleinwagen Sandero beschränken

sich die Rumänen auf optische Änderungen

wie einen angedeuteten Unterfahrschutz

sowie Kunststoffplanken an

Schwellern und Kotflügeln.

Dezent geliftet geht der Kia Venga in die

zweite Lebenshälfte. Der Mini-Van be-

kommt das neue Markengesicht und

einen aufgehübschten Innenraum.

Mit sparsameren 1,5-Liter-Motoren

geht auch der Ford C-Max modellgepflegt

in die zweite Lebenshälfte. Analog zum

neuen Focus bekommt der C-Max das einfachere

Bedienkonzept mit 8-Zoll-Touchscreen

und deutlich weniger Tasten.

Der neue Honda Jazz

kommt Mitte 2015 zu

uns. Er ist dynamischer

gezeichnet und trägt das

neue Markengesicht.

Den Dokker gibt es künftig

auch als Stepway mit

angedeuteten Unterfahrschutz

sowie Kunststoffplanken

an Schwellern

und Kotflügeln.

Facelift für den Kia

Venga: Der Mini-Van

bekommt das neue

Markengesicht.

Facelift für den Ford C-Max: Der Kompaktvan bekommt das neue Markengesicht mit

großem Kühler. 1,5-Liter-Motoren ersetzen die Aggregate mit 1,6 Liter Hubraum.

Die Leistung bleibt unverändert (95 bis 150 PS), die Verbräuche sinken dafür.

November 2014 FIRMENAUTO 71


SCHWERPUNKT | Winterreifen

MICHELIN SETZT AUF NEUE LAMELLENTECHNIK

Nach fünf Jahren löst der Michelin Alpin 5 den erfolgreichen Alpin 4 ab. Mit 41 Varianten deckt

er den Bedarf der meisten Firmenwagen ab. Aber auch für Sportwagen bietet Michelin Neues.

Drei Meter weniger Bremsweg – das

kann den Unterschied zwischen Leben

und Tod bedeuten, wenn plötzlich ein

Kind vors Auto läuft. Oder im besseren

Fall den Unterschied zwischen einem

Totalschaden und einem heilen Auto,

das rechtzeitig stoppen kann.

Der Michelin Pilot Alpin PA4 jedenfalls

soll bei Nässe leistungsstarke Limousinen

und Sportcoupés besagte drei Meter

schneller zum Halten bringen als sein

Vorgänger. Seine neue Lauffläche hat

deutlich mehr Profilkanten und Lamellen

als der bisherige PA3, was besonders

bei Schnee Vorteile bringen soll.

Der eigentliche Schnee-Profi der Franzosen

aber heißt Alpin 5 (siehe Reifentest

Seite 74). Für den laufrichtungsgebundenen

Reifen hat Michelin ein neues

Profil entwickelt, dessen Blöcke sich

regelrecht mit dem Schnee verzahnen

sollen. Seine Lamellen sind in unterschiedlichen

Winkeln in die Lauffläche

gefräst. Davon verspricht sich Michelin

mehr Kurvengrip. Gleichzeitig soll auf

nasser Straße Wasser besser abgeleitet

werden, was das Aquaplaning-Risiko

verringert. Als Ergebnis verbessert sich

der Alpin 5 gegenüber dem Alpin 4 in

der Nässewertung des Reifen-Labels

von C auf B.

Der in einem breiten Spektrum von 15

bis 17 Zoll aufgelegte Winterspezialist

passt für ein breites Spektrum von Fahrzeugen,

vom Kleinwagen wie dem VW

Polo bis zu Autos der oberen Mittelklasse

wie Audi A6. Fehlende Dimensionen

deckt der Alpin 4 ab, der noch eine Zeitlang

weiter produziert wird.

NEXEN

Winterreifen für Transporter

Mit dem Winguard WT1 hat der koreanische Hersteller Nexen

einen neuen Winterreifen für Leicht-Lkw aufgelegt. Seine Wintereignung

soll auf einer Kombination verbesserter technischer

Komponenten beruhen. So sollen eine optimierte Lamellenanordnung,

höhere Bremskraft und bessere Handlingeigenschaften

den Reifen als Winterspezialisten für Transporter und Lieferwagen

empfehlen. Umlaufende Rillen verbessern die Nässeeigenschaften.

Nexen wird 24 Dimensionen anbieten. Sechs Größen

sind bereits 2014 erhältlich, weitere 18 Größen folgen in

der Wintersaison 2015/16.

CONTINENTAL

Neuer Winter Contact

SUV boomen, entsprechend hoch ist der Umrüstbedarf. Der

neue Winter Contact TS 850 P von Continental passt allerdings

auch für Autos der gehobenen Mittel- und Oberklasse.

Dank eines neuen Profils soll er fünf Prozent bessere

Handlingeigenschaften auf Schnee bieten als die Vorgänger

Conti Winter Contact TS P 830 sowie Conti Cross Winter,

den der Neue schrittweise ablöst. Da die Winter aber immer

wärmer werden, haben sich die Ingenieure auch der Fahreigenschaften

auf trockener Straße angenommen. Auch

hier soll der TS 850 P leichte Vorteile bieten. Wichtiger aber

sind für Autofahrer Bremswerte. Die sollen sich mit dem

neuen Reifen gleich um fünf Prozent verkürzen. Die Version

für SUV wurde besonders robust ausgelegt, wobei das

grobe Profil verhindern soll, dass Steine die Lauffläche

beschädigen.

BREMSWEG

Bei Schnee und Eis sind Winterreifen deutlich besser

Der letzte, milde Winter

könnte dazu verleiten,

sich die Umrüstung

auf Winterreifen

zu sparen. Doch

das sollte sich der

Flottenchef sehr genau

überlegen, wie

der Bremsvergleich

von Conti zeigt.

Schneit‘s nämlich unverhofft,

kann selbst

die Fahrt mit guten

Sommerreifen schnell

zur Schleuderpartie

werden.

Quelle: Continental

72 FIRMENAUTO November 2014


620.000.000

Euro investiert Michelin jährlich in

Forschung und Entwicklung und legt

dabei 18 Milliarden Testkilometer zurück.

YOKOHAMA

Ein Herz für Sportler

Mit dem Wdrive V905 präsentiert Yokohama einen bis zu

270 km/h zugelassenen Winterreifen. Trotzdem soll er Sportlichkeit

und ökologische Aspekte unter einen Hut bringen.

Möglich macht‘s laut dem japanischen Hersteller eine neue

Gummimischung aus Silica und Orangenöl. Außerdem soll

ein geringer Rollwiderstand das Sprit-Budget des Sportwagenfahrers

entlasten. Zum Start der Modellreihe ergänzt

der neue V905 die Winterreifen-Modelle V903 und V902 erst

einmal in acht Dimensionen von 195/65R15 bis 245/40 R18.

Weitere Größen sollen folgen.

GOODYEAR

Ultra Grip 9

KUMHO: DREI NEUE FÜR DEN WINTER

HA 31 CW 51 WP 51

Mit drei neuen Reifen startet der koreanische Hersteller

Kumho in die kalte Jahreszeit: Der Winter Craft WP51 für

die Kompakt- und Mittelklasse löst den mehrfachen Testsieger

I‘Zen KW23 ab. Dessen dreidimensionale Lamellen

wurden beim Nachfolger zu einer noch stabileren Bienenwabenstruktur

erweitert. Das soll mehr Traktion und

kürzere Bremswege auf Eis sowie bessere Seitenführung

auf verschneiten Straßen bringen. Sein Schneeflockensymbol

weist den Winter Craft WP51 als echten Winterreifen

aus. Dieses Signet schmückt auch den Transporterreifen

Por Tran CW51. Dessen drei umlaufende Längsrillen

sollen zusammen mit den Querkanälen für besonders

gute Regeneigenschaften sorgen. Diese Qualitäten will

der neue Solus HA31 als Allwetterreifen mit einer guten

Performance bei sommerlichen Temperaturen kombinieren.

Passend für Kleinwagen und das mittlere Fahrzeugsegment

richtet er sich an kostenbewusste Flottenbetreiber,

die sich das Umrüsten sparen wollen.

Goodyear macht‘s Fuhrparkleitern einfach: Die Bezeichnung

Ultra Grip ist eingängig und seit Jahren

eingeführt. Jetzt kommt die neunte Generation des

Winterspezialisten, in 33 Ausführungen mit 14 bis

16 Zoll Größe und in Breiten von 155 bis 205 Millimetern.

Auch Goodyear verwendet unterschiedliche

Lamellentypen, um allen Wettersituationen gerecht

zu werden. So übernehmen es weiche und flexible

Stollen in der Mitte der Lauffläche, sich im Schnee

zu verkrallen. Viele kräftig ausgearbeitete Profilblöcke

in der Schulter des Reifens sorgen dagegen

für Stabilität beim Bremsen auf trockener und nasser

Straße. Die unterschiedliche Breite der Blöcke in

der Mitte des Reifens soll Wasser beziehungsweise

Schnee besser aus der Fahrspur drängen.

November 2014 FIRMENAUTO 73


SCHWERPUNKT | Winterreifen

DIE PFLICHT RUFT

Jetzt ist wieder Reifenwechselzeit. Wir sagen Ihnen, wo in Europa Winterreifenpflicht herrscht.

Und was Sie in Hinblick auf das Reifendruckkontrollsystem beachten sollten.

Text: Martin Schou

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Im letzten Jahr hat uns der Winter im

Stich gelassen. Bei viel zu milden Temperaturen

war von Schnee oder Glatteis nichts

zu sehen. Kein Wunder, dass sich der ein oder

andere Autofahrer in flacheren Gefilden die Frage

stellt, ob es unbedingt Winterreifen fürs nächste

Jahr sein müssen.

In Deutschland ist die Regelung klar: Seit 2010

sind mit »M+S«-Symbol gekennzeichnete Winterreifen

bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch,

Eis- und Reifglätte Pflicht. Wer sich bei diesen

Witterungen mit Sommerreifen erwischen lässt,

bekommt ein Bußgeld von 60 Euro sowie einen

Punkt in Flensburg. Wird das Auto mit den Sommerpneus

auch noch zum Hindernis, sind 80

Euro und ein Punkt fällig. Bei einem Unfall kann

es zudem sein, dass die Kaskoversicherung die

Zahlung verweigert. Ist die Mindestprofiltiefe

von 1,6 Millimetern unterschritten, kommen noch

ein weiterer Punkt und 60 Euro obendrauf.

Doch wie regeln es eigentlich unsere Nachbarn?

In Österreich gibt es zwar keine allgemeine

Winterreifenpflicht, von November bis Mitte

April müssen allerdings bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen

Winterreifen aufgezogen wer-

74 FIRMENAUTO November 2014


REIFENDRUCKKONTROLLSYSTEME

Diese beiden Systeme gibt es

Indirekt arbeitende Systeme überwachen die

Raddrehzahlen über ABS-Sensoren. Direkt messende

RDKS verfügen über batteriebetriebene

Sensoren im Rad, die permanent den Luftdruck

sowie die Temperatur des Reifens messen und

daher genauer, aber auch teurer sind. Ist Ihr

neuer Dienstwagen bereits mit einem der teuren

direkten Reifendruckkontrollsysteme ausgestattet,

müssen auch bei den jetzt kommenden

Winterrädern entsprechende Drucksensoren

vorhanden sein. Die Mehrkosten für Anschaffung

und Einbau der Sensoren für einen Radsatz

belaufen sich auf rund 200 bis 350 Euro.

den. Wer sich nicht daran hält und beispielsweise

mit Sommerreifen auf Alpenpässen

herumschleicht, kann mit bis zu

5.000 Euro Bußgeld rechnen. Einfache

Verstöße kosten 35 Euro. Auch Italien, die

Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein

schreiben Winterreifen nur bei Schnee,

Eis und Raureif vor. So auch die Slowakei,

Schweden und Norwegen, mit dem

kleinen Unterschied, dass die Winterreifen

dann eine Mindestprofiltiefe von drei

Millimetern aufweisen müssen.

Eine durchgehende Winterreifenpflicht

auch bei schönem Wetter besteht

dafür in Tschechien (1. Nov.–31. März/

Mindestprofiltiefe 4 mm) und Slowenien

(15. Nov.–15. März/Mindestprofiltiefe

3 mm). Mit Sommerreifen können Sie

dafür das ganze Jahr problemlos in Belgien,

den Niederlanden, Dänemark,

Frankreich, Spanien und Großbritan nien

fahren. Auch Polen, Ungarn und Bulgarien

haben keine Winterreifenpflicht. Da

es in diesen Ländern jedoch weniger

Räumdienste gibt, sind Winterreifen sehr

zu empfehlen.

Wenn Sie um Winterreifen nicht herumkommen,

sollten Sie unbedingt auch die

neue Reifendruckkontrollregelung im

Auge behalten. Ab 1. November 2014 müssen

alle Neufahrzeuge mit Reifendruckkontrollsystemen

(RDKS) ausgerüstet

sein – das gilt für Sommer- wie für Winterreifen.

Von den Herstellern werden allgemein

zwei unterschiedliche Systeme

eingesetzt: das kostengünstig indirekt

oder das teure direkt messende (siehe

Info kasten). Vorsicht: Auch alle seit November

2012 neu typengenehmigte Pkw

müssen mit einem RDKS ausgestattet sein.

Das gilt also beispielsweise für den Mercedes

GLA oder den Opel Adam.

TIPPS FÜR DEN FLOTTENMANAGER

Was Sie bei RDKS beachten sollten

• Rad-Reifenkombinationen nicht mischen. Auf

Herstellerangaben achten.

• Fahrerlaubnis erlischt bei abgeschaltetem RDKS.

• Bei RDKS-pflichtigen Fahrzeugen keine Räder

ohne RDKS aufziehen, sonst erlischt ebenfalls

die Fahrerlaubnis.

• Winterreifen rechtzeitig einplanen. Durch die

Umstellung kann es zu Wartezeiten kommen.

• Fahrer über RDKS-Regelung aufklären.

• RDKS unbedingt mit einkalkulieren.

• Ausschreibungsangebote genau prüfen.

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November 2014 FIRMENAUTO 75


SCHWERPUNKT | Winterreifen

10 REIFEN FÜR DIE GOLF-KLASSE

IM HÄRTETEST

Bester Grip auf Schnee und Eis? Das genügt für einen guten Winterreifen längst

nicht mehr. Damit der Außendienst sicher ans Ziel kommt, muss der Reifen bei

Nässe punkten und schnelle Autobahnetappen abkönnen.

Text: Thiemo Fleck

205/55 R 16 IM TEST

Bridgestone Blizzak LM-32

Continental Winter Contact TS 850

Dunlop SP Winter Sport 4D

Goodyear Ultra Grip 9

Hankook Winter i*Cept RS

Michelin Alpin 5

Nokian WR D3

Pirelli Snow Control Serie 3

Toyo Snowprox S943

Westlake SW 608

Zehn Reifen im Test: Reifenmontage im Akkord.

Fotos: Dino Eisele

76 FIRMENAUTO November 2014


VW Golf, Ford Focus, Skoda Octavia,

Audi A3 und viele mehr: Sie alle

rollen auf Reifen der Größe 205/55

R 16. Klar, es gibt größere und breitere

Schlappen für fast alle Firmenwagen.

Doch in der Kompaktklasse hat

sich dieses Format gerade bei Winterreifen

als Standard durchgesetzt, mit

ent sprechend günstigen Einkaufspreisen.

Grund genug, genau diese

Reifengröße von unseren Kollegen von

»auto motor und sport« ausgiebig testen

zu lassen.

Erstmals wurden dabei die einzelnen

Testkategorien speziell im Hinblick auf

Vielfahrer und Flottenfahrzeuge gewichtet.

Die Fahreigenschaften bei nasser

und trockener Straße

fließen mit je

30 Prozent in das

Endergebnis

ein, die

Schnee-Performance macht dagegen

nur 20 Prozent der Endnote aus. Das

trägt den geänderten Wetterbedingungen

Rechnung. Rollwiderstand und

Abrollgeräusche fließen zusammen mit

15 Prozent ins Endergebnis ein, die restlichen

fünf Prozent macht der Kaufpreis

aus, der erstmals bewertet wird.

Schneepoker in Nordschweden

Für die Schneeprüfungen war ein Testgelände

in Schwedisch-Lappland reserviert.

Konstant tiefe Temperaturen, weitläufige,

perfekt präparierte Flächen auf

zugefrorenen Seen und aussagekräftige

Handlingstrecken durch verschneite Wälder

versprechen ideale Testbedingungen.

Sechs Tonnen Räder, Reifen und Material,

dazu vier Testwagen warten bereits nahe

dem Polarkreis auf ihren Einsatz.

Die drei Fahrer des »auto motor und

sport«-Testteams bewerten gleichzeitig

das aus zehn Reifen bestehende Testfeld

in den Disziplinen Traktion, Schneebremsen,

Slalom und Handling. Das bedeutet

Fahren, Auswerten und Räderwechseln

im Akkord.

Gleich vier Reifen balgen

sich in der Auswertung

um die goldene

Schnee flocke, vorneweg

der neu entwickelte

Goodyear Ul-

tra Grip 9, dicht gefolgt vom ebenfalls

neuen Michelin Alpin 5. Knapp dahinter

der Dunlop SP Winter Sport 4D, nur minimal

schlechter der Continental Winter-

Contact TS 850. Alle vier erreichen ohne

Patzer Bestnoten in der Winterwertung.

Sind die Firmenwagen also vorwiegend

im Mittelgebirge und Voralpenland unterwegs,

sind diese Pneus erste Wahl.

Mit leichten Schwächen, jedoch ebenso

ohne Einschränkung für die Fahrt auf

Winterstraßen zu empfehlen sind der

Hankook i*Cept RS, der Nokian WR D3,

der Pirelli Snow Control Serie 3 und der

Toyo Snowprox S943. Der Bridgestone

LM-32 und der günstige Westlake SW 608

hingegen können nicht mithalten.

Showdown in Norddeutschland

Nur wenige Wochen nach den Tests in

Eis und Schnee müssen die zehn ihr Können

bei norddeutschem Schmuddelwetter

unter Beweis stellen. Der nasse Asphalt

der selektiven Teststrecken fordert

zunächst zu Brems-, Aquaplaning-,

Handling- und Seitenführungstests.

Überragend und ohne Tadel: Continental

TS 850 sowie der filigran profilierte

Michelin Alpin 5. Empfehlenswert auch

die Reifen von Goodyear, Dunlop,

Bridgestone, Nokian und Pirelli, trotz

dessen leichter Schwächen im Aquaplaning.

Für Winterreifen als eindeutig zu

SO WURDE GETESTET

Schnee, Nässe und Trockenheit

Um höchste Genauigkeit und Ergebnissicherheit

zu gewährleisten, werden, so weit möglich,

sämtliche Versuche in diesem Test mehrfach

durchgeführt. Grundsätzlich erhält der beste

Reifen die maximal mögliche Punktzahl. Das Bewertungsschema

folgt einer progressiven mathematischen

Funktion, wodurch sichergestellt ist,

dass auch hochwertige, in ihren Eigenschaften

nahe beieinander liegende Produkte ausreichend

trennscharf bewertet werden können.

Dieses Schema gilt sowohl für die objektive Bewertung

durch Messgeräte als auch die subjektive

Benotung durch die spezialisierten Testfahrer,

was etwa bei der Beurteilung des Komforts und

des Handlings zum Tragen kommt. Beim Handling

auf nasser oder trockener Bahn führt ein

ausgewogenes, sicheres Fahrverhalten zu einer

Optimalbenotung. Der Rollwiderstand der Reifen

wird auf Rollenprüfständen ermittelt, basierend

auf EU-Regularien, was dem Rollwiderstandsbeiwert

bei 80 km/h entspricht.

November 2014 FIRMENAUTO 77


SCHWERPUNKT | Winterreifen

Zehn Winterreifen der Größe 205/55 R 16 91H im Vergleichstest

FIRMEN AUTO

EMPFEHLUNG

Hersteller

Bridgestone

Blizzak LM-32

Continental

Winter Contact TS 850

Dunlop

SP Winter Sport 4D

Goodyear

Ultra Grip 9

Hankook

Winter i*Cept RS

Preis in Euro 1) 87 99 96 95 84

EU-Labeleinstufung

F/E C/C E/C E/C E/C

Rollwiderstand/Nasshaftung

Schneewertung (20 %)

Bremsweg 50–0 km/h 30 % 7 9 9 10 10

Seitenführung 20 % 6 8 9 10 7

Traktion 20 % 8 9 9 10 8

Handling nach Zeit 15 % 7 8 9 10 7

Handling subjektiv 15 % 7 9 9 9 6

Zwischennote Schnee 7,0 8,7 9,0 9,9 8,0

Nasse Fahrbahn (30 %)

Bremsweg 80–0 km/h 40 % 8 9 8 8 5

Seitenführung 15 % 10 10 8 9 8

Handling nach Zeit 15 % 7 10 9 9 6

Handling subjektiv 15 % 8 9 9 9 8

Aquaplaning längs 5 % 9 10 8 10 9

Aquaplaning quer 10 % 8 10 8 10 10

Zwischennote Nässe 8,2 9,5 8,3 8,8 6,8

Trockene Straße (30 %)

Bremsweg 100–0 km/h 40 % 9 9 10 8 8

Spurwechselsicherheit 10 % 10 8 8 8 9

Lenkreaktion 10 % 9 8 8 8 9

Handling nach Zeit 15 % 8 9 8 8 10

Handling subjektiv 15 % 10 9 8 8 9

Abrollkomfort/Innengeräusch 10 % 8 8 8 9 7

Zwischennote Trockenheit 9,0 8,7 8,8 8,1 8,6

Umweltwertung (15 %)

Rollwiderstand 70 % 6 10 8 7 9

Reifen-/Fahrbahngeräusch 30 % 9 8 9 9 7

Zwischennote Umwelt 6,9 9,4 8,3 7,6 8,4

Reifenkosten (5 %) 9 8 8 8 9

Gesamtwertung 8,0 9,0 8,6 8,6 7,9

Gut Sehr gut Gut Gut Befriedigend

+ Sehr sicherer Reifen auf trockener

Straße, hohe Spurwechselsicherheit,

nahezu frei von

Lastwechselreaktionen. Auf

Nässe weitgehend ausgewogen

ohne gravierende Defizite.

– Ordentliche Traktion auf

Schnee, aber Schwächen beim

Bremsen und Seitenführung

auf verschneiter Straße. Hoher

Rollwiderstand.

+ Gute Schnee-Performance mit

spontaner Lenkansprache, sehr

gute Nässeeigenschaften. Mit

sehr ausgewogenen Leistungen

ist der Conti der beste Kompromiss

auf allen Fahrbahnoberflächen

im mitteleuropäischen

Winter. Geringer Rollwiderstand.

+ Fehlerverzeihendes, sicheres

Fahrverhalten mit hohem

Brems- und Seitenführungspotenzial,

breitem Grenzbereich

und guter Fahrzeugbalance

auf Schnee. Auf Nässe gut kontrollierbar,

auch auf trockener

Straße ohne nennenswerte

Schwächen.

– Hoher Preis. – Etwas erhöhter Rollwiderstand,

Abrollgeräusch mit leichtem

Singen bis Tempo 80.

+ Mit kurzen Bremswegen und

Top-Seitenführung beste Schnee-

Performance im Test, einfach kontrollierbares,

tendenziell leicht

untersteuerndes Fahrverhalten,

ausgewogene Balance. Sicher

auch auf nassem und trockenem

Asphalt. Leiser Reifen, guter

Abrollkomfort.

– Leichte Defizite beim Bremsen

auf nasser Straße und im

Aquaplaning-Verhalten.

+ Sehr gute Bremsleistungen

und gute Traktion auf Schnee,

ordentliche Aquaplaningvorsorge.

Hohe Lenkpräzision und

hohes Gripniveau auf trockener

Bahn, geringer Rollwiderstand.

– Relativ zur Traktion schwache

Seitenführung auf Schnee,

daher ausgeprägtes Untersteuern.

Auch auf nasser Bahn neigt

das Auto in der Kurve dazu, über

die Vorderräder zu schieben.

Jeweils höchste erreichbare Punktzahl: 10. Wertung: 9–10: sehr gut, 8–8,9: gut, 7–7,9: befriedigend, 6–6,9: ausreichend, unter 6,9: mangelhaft. 1) Laut Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e. V. Die jeweils besten/schlechtesten Ergebnisse sind grün/rot markiert. Die Reifen wurde

78 FIRMENAUTO November 2014


Michelin

Alpin 5

Nokian

WR D3

Pirelli

Snow Control Serie 3

Toyo

Snowprox S943

102 90 94 75 63 Preis in Euro 1)

F/B C/C E/B E/C C/C EU-Labeleinstufung

Rollwiderstand/Nasshaftung

(20 %) Schneewertung

10 9 9 8 8 30 % Bremsweg 50–0 km/h

8 10 8 7 5 20 % Seitenführung

9 9 8 8 7 20 % Traktion

9 7 7 8 6 15 % Handling nach Zeit

9 8 8 8 5 15 % Handling subjektiv

9,1 8,8 8,2 7,8 6,5 Zwischennote Schnee

(30 %) Nasse Fahrbahn

10 7 10 6 7 40 % Bremsweg 80–0 km/h

8 10 8 9 7 15 % Seitenführung

9 7 10 6 7 15 % Handling nach Zeit

9 8 9 7 8 15 % Handling subjektiv

10 9 5 5 6 5 % Aquaplaning längs

8 10 5 7 4 10 % Aquaplaning quer

9,2 8,0 8,8 6,7 6,8 Zwischennote Nässe

(30 %) Trockene Straße

8 10 9 8 8 40 % Bremsweg 100–0 km/h

7 8 9 9 6 10 % Spurwechselsicherheit

7 8 10 9 7 10 % Lenkreaktion

8 8 9 10 8 15 % Handling nach Zeit

7 9 9 10 8 15 % Handling subjektiv

9 8 9 9 7 10 % Abrollkomfort/Innengeräusch

7,8 9,0 9,1 8,9 7,6 Zwischennote Trockenheit

(15 %) Umweltwertung

7 7 7 8 7 70 % Rollwiderstand

8 8 7 7 10 30 % Reifen-/Fahrbahngeräusch

7,3 7,3 7,0 7,7 7,9 Zwischennote Umwelt

8 8 8 10 10 (5 %) Reifenkosten

8,4 8,3 8,5 7,9 7,3 Gesamtwertung

Gut Gut Gut Befriedigend Befriedigend

+ Sehr kurze Bremswege

und gutmütiges Fahrverhalten

auf Schnee, ebenso

kurze Bremswege und dazu

ausgesprochen sicheres

Fahrverhalten auf Nässe, gute

Aquaplaningvorsorge, guter

Abrollkomfort.

+ Top-Seitenführung, kurze

Bremswege und gute Traktion

im Schnee. Guter Kurvengrip

auf Nässe, sicherer Aquaplaningschutz.

Ausgewogene und

dennoch dynamische Trockenperformance.

+ Gut beim Bremsen und mit

sicherem Untersteuern auf

winterlichen Straßen leicht

beherrschbar. Sehr guter

Grip auf nassem wie auch auf

trockenem Asphalt.

+ Traktion und Bremsen auf

Schnee sind ordentlich, trotz

schwacher Seitenführung gute

Balance. Überdurchschnittliche

Leistungen und sehr gute

Fahrstabilität auf trockener

Straße. Wenig Rollwiderstand,

niedriger Preis.

Westlake

SW 608

+ Akzeptabel kurze Bremswege

auf Schnee und auf trockener

Straße, gutmütige Fahreigenschaften

trocken. Sehr leiser

und günstiger Reifen.

Hersteller

– Leichte Defizite in den dynamischen

Trockendisziplinen, etwas

erhöhter Rollwiderstand. Teurer

Reifen.

n von »auto motor und sport« getestet.

– Geringfügige Schwächen

beim Bremsen sowie leichte

Lastwechselempfindlichkeit

auf nassem Asphalt, erhöhter

Rollwiderstand.

– Geringe Lastwechselempfindlichkeit

beim

Trockenhandling, signifikante

Schwächen im Aquaplaning,

erhöhter Rollwiderstand und

etwas lauteres Abrollgeräusch.

– Schwache Seitenführung auf

Schnee, lange Bremswege und

wenig ausgewogenes Fahrverhalten

auf Nässe, Defizite im

Aquaplaning.

– Wenig Seitenführung, schwache

Traktion und starkes Untersteuern

auf Schnee. Kurvengrip fehlt

auch bei Nässe, träge Lenkansprache,

hohes Aquaplaningrisiko,

hoher Rollwiderstand.

November 2014 FIRMENAUTO 79


SCHWERPUNKT | Winterreifen

Fahreigenschaften bei nasser Fahrbahn

Bremsen

Bremsweg in Meter

aus 80 km/h

Fahreigenschaften auf trockener Straße

Bremsen

Bremsweg in Meter

aus 100 km/h

Seitenführung

Max. Querbeschleunigung im

80-Meter-Kreis (m/s 2 )

Handling

Durchschnittsgeschwindigkeit

in km/h; Strecke 1.900 Meter

Handling

Durchschnittsgeschwindigkeit

in km/h, Strecke 1.823 Meter

Rollwiderstand

Rollwiderstandsbeiwert c R

Aquaplaning längs

Aufschwimmgeschw. in km/h,

Abrollgeräusch

Außengeräusch in dB(A)

bei 80 km/h

(in kg/t)

1 Nokian 43,1 1 Hankook 117,5 1 Continental 8,0 1 Westlake 69,9

2 Dunlop 43,3 2 Toyo 116,8 2 Hankook 8,4 2 Bridgestone 70,3

3 Bridgestone 44,1 3 Pirelli 116,6 3 Toyo 8,6 3 Dunlop 70,4

4 Continental 44,4 4 Continental 115,9 4 Dunlop 8,8 4 Goodyear 70,5

4 Pirelli 44,4 5 Dunlop 115,5 5 Goodyear 9,2 5 Nokian 71,2

6 Hankook 44,6 5 Nokian 115,5 5 Nokian 9,2 6 Continental 71,3

6 Westlake 44,6 7 Westlake 115,3 5 Westlake 9,2 7 Michelin 71,4

8 Toyo 44,7 8 Goodyear 115,2 8 Michelin 9,3 8 Pirelli 71,7

9 Michelin 45,6 9 Bridgestone 114,9 9 Pirelli 9,7 8 Toyo 71,7

10 Goodyear 45,7 9 Michelin 114,9 10 Bridgestone 10,5 10 Hankook 71,9

wasserscheu outen sich Hankook, Toyo

und Westlake.

Doch gute Winterreifen müssen nicht

nur auf Schnee und Nässe, sondern genauso

auf trockener Straße überzeugen.

Allerdings stellen die unterschiedlichen

Fahrbahnoberflächen und Temperaturen

teils diametral verschiedene Anforderungen

an die Kon struktion. So ist für besten

Grip auf Schnee und Eis etwa eine

möglichst feingliedrige Profilierung mit

zusätzlichen Einschnitten (Lamellen) hilfreich.

Ein Profil, das aber kurze Bremswege

auf trockenem Asphalt fast unmöglich

macht. Ähnliches gilt für die

Gummimischung: Weiche Mischungen

sorgen zwar für sicheren Schneegrip,

haben dafür aber deutliche Nachteile auf

trockener Straße, im Rollwiderstand und

im Verschleiß.

Bei der Entwicklung eines möglichst

sicheren Reifens für alle Fahrbahnoberflächen

muss daher ein idealer Kompromiss

gefunden werden. Eine echte Herausforderung,

nicht umsonst ist die Winterreifenkonstruktion

die Königsdisziplin

der Reifen ingenieure.

Zurück zum Test: In der Winter- und

Nässewertung liegt der Good year Ultra

Grip vor Michelin und dem Conti TS 850,

der den letzten Winterreifentest gewann,

damals in dem für Mittelklassewagen

passenden Format 225/50 R 17. Können

sich die beiden gegen den Vorjahres sieger

behaupten? Auf trockenem Asphalt liefern

Pirelli, Nokian und die fast wie

Sommerreifen fahrbaren

Pneus von

Bridge stone und

Aquaplaning quer

Max. Seitenführung im 200-Meter-

Kreis (m/s 2 ), Wasser 6 mm

15 % Schlupf, Wasser 9 mm

1 Pirelli 66,1 1 Continental 0,71 1 Continental 73,5 1 Michelin 80,4 1 Hankook 4,06

2 Michelin 66,5 2 Bridgestone 0,70 2 Pirelli 73,2 2 Continental 80,1 2 Nokian 4,04

3 Continental 67,4 2 Nokian 0,70 3 Dunlop 72,8 3 Goodyear 79,4 3 Continental 4,02

4 Dunlop 68,4 2 Toyo 0,70 4 Goodyear 72,6 4 Bridgestone 79,2 3 Goodyear 4,02

5 Goodyear 68,9 5 Goodyear 0,69 4 Michelin 72,6 5 Nokian 79,1 5 Bridgestone 3,80

6 Bridgestone 69,4 6 Pirelli 0,68 6 Bridgestone 71,2 6 Hankook 78,8 6 Michelin 3,75

7 Nokian 71,3 7 Michelin 0,68 7 Nokian 70,7 7 Dunlop 75,7 7 Dunlop 3,62

8 Westlake 72,7 8 Dunlop 0,67 8 Westlake 70,5 8 Westlake 69,6 8 Toyo 3,44

9 Toyo 72,8 9 Hankook 0,67 9 Hankook 70,0 9 Pirelli 69,2 9 Pirelli 2,93

10 Hankook 76,1 10 Westlake 0,66 10 Toyo 69,8 10 Toyo 67,1 10 Westlake 2,72

Fahreigenschaften auf Schnee

Bremsen

Bremsweg in Meter

aus 50 km/h

Seitenführung

Max. Querbeschleunigung

beim freien Slalom in m/s 2

Traktion

Dynamische Zugkraftmessung

gegen träge Masse in Newton

Schneehandling

Durchschnittsgeschwindigkeit in

km/h, Streckenlänge 1.100 m

1 Goodyear 22,8 1 Goodyear 3,82 1 Goodyear 3.255 1 Goodyear 50,6

2 Michelin 23,4 2 Nokian 3,78 2 Michelin 3.131 2 Michelin 50,0

3 Hankook 23,5 3 Dunlop 3,74 2 Nokian 3.131 3 Dunlop 49,9

4 Dunlop 23,8 4 Continental 3,60 4 Continental 3.100 4 Toyo 49,4

5 Nokian 24,1 4 Michelin 3,60 4 Dunlop 3.100 5 Continental 49,2

6 Continental 24,2 4 Pirelli 3,60 6 Pirelli 3.038 6 Nokian 49,0

7 Pirelli 24,3 7 Toyo 3,53 7 Hankook 3.007 7 Pirelli 48,9

8 Toyo 25,5 8 Hankook 3,46 7 Toyo 3.007 8 Bridgestone 48,5

9 Westlake 25,7 9 Bridgestone 3,38 9 Bridgestone 2.883 9 Hankook 48,2

10 Bridgestone 26,8 10 Westlake 3,24 10 Westlake 2.759 10 Westlake 47,3

Toyo beste Ergebnisse.

Doch der bewährte

Conti TS

850 lässt nichts anbrennen

und fährt

mit beispielhaft

niedrigem Rollwiderstand

letztlich

auf Platz eins – das

Prädikat »sehr gut«

ist ihm sicher.

Die beiden

Schnee-Cracks

Goodyear Ultra

Grip 9 und Michelin

Alpin 5 knicken bei forcierter Fahrt

auf trockener Strecke etwas ein, Goodyear

und Dunlop teilen sich Rang zwei.

Während Pirelli, Nokian, Bridgestone

und Hankook noch entspannt in die

Empfehlungszone fahren, fordert der

günstige Westlake aus China zu große

Kompromisse. Doch Reifen aus chinesischer

Produktion scheinen allmählich

besser zu werden.

KOMMENTAR

Alleskönner liegen vorn

Kennen Sie das Wetter von morgen? Ihr Reifen

auch nicht. Gut, wenn er auf alle Eventualitäten

vorbereitet ist. Und das sind unsere Testsieger: für

kalte Nässe, Schnee und trockene

Straßen gleichermaßen geeignet,

dazu komfortabel und

spritsparend. Weniger sollten

auch Sie nicht fordern und weniger

darf Ihnen die Sicherheit

Ihrer Fahrer nicht wert sein.

Thiemo Fleck

Redakteur

80 FIRMENAUTO November 2014


IM DETAIL: Seitenführung auf Schnee

Über Sicherheit im Winter entscheidet der Grip eines

Reifens. Wie viel Grip ein Reifen bietet, bewertet

»auto motor und sport« zunächst subjektiv durch

wiederholte Handlingfahrten mit Zeitmessung auf

schneebedeckten Rundkursen. Darüber hinaus werden

auch die Haftungsanteile in Längsrichtung, etwa beim

Beschleunigen (Traktion) und beim Bremsen durch

Messung einzeln objektiv erfasst. Einen Wert für die

übertragbaren Querkräfte, wichtig etwa beim Ausweichen

oder beim Durchfahren von Kurven, liefert die Slalomfahrt:

Im freien Slalom auf einer glatt präparierten,

schneebedeckten Fläche werden Rechts- und Linksbögen

wechselweise hart am Grenzbereich durchfahren,

die maximal erreichte Querkraft wird elektronisch gemessen

und automatisch aufgezeichnet.

Messung der

übertragbaren Seitenkräfte

Ein im Fahrzeug montierter Beschleunigungssensor

erfasst permanent die auftretenden Querbeschleunigungswerte.

In den mit konstanter Geschwindigkeit

gefahrenen Kurvenbögen werden jeweils die Querbeschleunigungs-Höchstwerte

erfasst (siehe Balkendiagramm

rechts). Gewertet wird letztlich der Mittelwert

aller plausiblen Einzelwerte. Die Ergebnisse der Seitenführungsmessung

fließen mit einer Gewichtung von

20 Prozent in die Schneewertung ein.

Querbeschleunigung m/s 2 3,9 m/s 2 3,8 m/s 2 3,7 m/s 2 3,5 m/s 2 3,6 m/s 2

Querbeschleunigung m/s 2

6

5.5

5

4.5

4

3.5

3

2.5

2

1.5

1

0.5

0

1 2 3 4 5 6

Messpunkt (Nr.)

FORMAT 225/45 R 18 V

Winterreifen für Sportwagen

FIRMENAUTO testete sechs Hochleistungs-Winterreifen

der Dimension 225/45 R 18 V. Als einziger

im Feld schnitt der mit einer recht weichen

Laufstreifenmischung belegte Pirelli Sottozero 3

(Gesamtwertung 9,0 Punkte) mit »sehr gut« ab.

Er überzeugte vor allem mit sportlichem Schnee-

Grip und ausgewogenen Fahreigenschaften.

Michelin Pilot Alpin 4 (8,8 Punkte) und Dunlop

SP Wintersport 4D (8,7 Punkte) erzielten ein

»gutes« Ergebnis. Beide konnten ebenfalls auf

Schnee überzeugen. Während der Alpin 4 zudem

das beste Ergebnis auf nasser Fahrbahn zeigte,

erwies sich der SP Wintersport als leisester Reifen

im Test. Im Mittelfeld landete der Goodyear Ultra

Grip 8 Performance (8,2 Punkte). Er ist bestens

kontrollierbar bei schnellen Lastwechseln, weist

jedoch auf trockenem Asphalt Schwächen auf.

Mit einem befriedigenden Ergebnis schnitten der

Nokian WR A3 (7,9 Punkte) sowie der GT Radial

Champiro Winterpro HP (7,2 Punkte) ab. Dem

Nokian mangelte es an Schnee-Performance, größtes

Manko des GT: der lange Bremsweg bei Nässe.

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SCHWERPUNKT | Winterreifen

PROFIS AUF

SCHNEE

Sechs Winterreifen für große Transporter im Vergleich. Können die klassischen

Schneespezialisten gegen die moderneren Allrounder bestehen? Text: Thiemo Fleck

Wie wird der Winter? Kommt er

plötzlich mit viel Schnee und

Eis oder bleibt die weiße Pracht wie

zuletzt überwiegend den höhergelegenen

Regionen vorbehalten? Die Entscheidung,

ob Winterreifen oder nicht,

sollte davon unbeeinflusst bleiben.

Denn unabhängig von der nun gültigen

vom Straßenzustand abhängigen

Winterreifenpflicht sind speziell bei

schweren und auf hohe Kilo meterleistung

ausgelegten Fahrzeugen an gepasste Reifen

absolutes Muss. Genau dafür sind die

gängigen Transporterreifen gebaut.

Sie sind auf Temperaturen deutlich

über dem Gefrierpunkt ausgelegt. Härtere

Gummimischungen sollen Langlebigkeit

und besten Grip auf nasser und

trockener Straße sichern. Winterreifen

sind dagegen mit weicheren Mischungen

und gröberen Profilblöcken auf schneeund

eisbedeckte Straßen sowie auf nasskalte

Verhältnisse optimiert.

Angesichts der im Lauf der Jahre gestiegenen

Motorleistungen und Geschwindigkeiten

der Fahrzeuge, aber

auch durch die in vielen Regionen geringeren

Schneemengen hat sich das Anforderungsprofil

an die Winterspezialisten

gewandelt. In fast allen Fahrzeugen sichern

zudem elektronische Regelsysteme

wie ESP oder zumindest eine Antriebsschlupfregelung

(ASR) die Spurhaltung

beim Beschleunigen. Bremsen ohne

ABS ist heute undenkbar.

Der Trend geht hin zu Reifen mit

optimalen Allroundeigenschaften

All diese Faktoren nehmen Einfluss auf

die Reifenkons truktion. Profile und Mischungen

werden verstärkt auf optimales

Zusammenwirken zwischen Reifen

und Regelsystem abgestimmt. Ebenso

verschiebt sich angesichts der wärmeren

Winter der Fokus der Reifenentwickler

weg von ultimativer Schneeperformance

in Richtung optimaler Allroundeigenschaften

auf nasskalten Pisten.

Auch der FIRMENAUTO-Reifentest

stellt sich auf die veränderten Voraussetzungen

und vor allem auf die Anforderungen

von Kurierdiensten oder anderen

Vielfahrern ein, die tagein, tagaus mit ihrem

Transporter unterwegs sind: War bislang

die stark den Schneegrip berücksichtigende

Alpinwertung entscheidend für

den Gesamtsieg, gilt ab dieser Saison eine

neue Gewichtung: Die Disziplinen

»Schnee«, »Nass« und »Trocken« werden

nun gleichermaßen zu jeweils 30 Prozent

berücksichtigt.

Die umfangreichen Tests starten mit

den Winterprüfungen: FIRMENAUTO

nutzt dafür Teststrecken in den österreichischen

Alpen in bis zu 2.000 Meter

Höhe. Tiefe Temperaturen, perfekt präparierte

Bremspisten sowie aussagekräftige

Handlingstrecken auf einer für

den öffentlichen Verkehr gesperrten

82 FIRMENAUTO November 2014


Schlupfempfindlich: Leicht durchrutschende

Winterreifen büßen bei Kurven fahrt schnell die

Fähigkeit zur Seitenführung ein.

SO WURDE GETESTET

Messung und subjektiver Eindruck

Um höchste Genauigkeit und Ergebnissicherheit

zu gewährleisten, werden sämtliche Testteile – wo

möglich – mehrfach durchgeführt. In allen Kriterien

werden die Produkte nach einem zuvor festgelegten

Muster bewertet. Grundsätzlich erhält der

beste Reifen eines Versuchs die maximal mögliche

Punktzahl von zehn Punkten. Das Bewertungsschema

folgt einer progressiven mathematischen

Funktion, wodurch sichergestellt ist, dass auch

hochwertige, in ihren Eigenschaften nah beieinanderliegende

Produkte ausreichend trennscharf

bewertet werden können. Dieses Schema gilt

sowohl für die objektive Bewertung durch Messgeräte

als auch die subjektive Benotung durch die

spezialisierten und erfahrenen Tester.

Fotos: Uli Regenscheit

Formate: Wer liefert was?

Die Reifen des Tests sind teilweise auch in anderen Dimensionen

und Trag fähigkeiten erhältlich. Aufgrund

möglicher konstruktiver Unterschiede können die Ergebnisse

des Tests allerdings nur bedingt übertragen

werden. Die Resultate gelten nicht für andere Profilformen

oder gar Reifentypen der jeweiligen Hersteller.

Continental

Radial Nokian Semperit

GT

Syron Toyo

195/65 R 16 C • • – • • •

205/65 R 16 C • • – • • •

215/65 R 16 C • • – • • •

225/65 R 16 C • – • • • •

235/65 R 16 C • • • • • •

195/70 R 15 C • • – • • •

205/70 R 15 C • – – • • •

215/70 R 15 C • – – • • •

225/70 R 15 C • • • • • •

185/75 R 16 C • – – – – –

195/75 R 16 C • • • • • •

205/75 R 16 C • – • • • •

215/75 R 16 C • – • • • •

225/75 R 16 C • • • • • •

• = lieferbar, teilweise auch oder ausschließlich mit höherem Lastindex;

– = nicht lieferbar

Passstraße versprechen ideale Bedingungen.

Unzählige Male fegt der Ducato über

die präparierte Bahn, grell aufleuchtende

Brems lichter markieren den Bremspunkt.

Mindestens zehn Einzelbremsungen

pro Reifen sind nötig, um das Testfeld

aus sechs Modellen trennscharf bewerten

zu können.

Gleiches gilt für die Handlingfahrten.

Um das Fahrverhalten der Reifen und ihre

Leistungen im Grenzbereich bewerten

zu können, wird ein kurvenreiches Bergaufstück

auf Zeit gefahren: Rallye-Sonderprüfung

mit dem Ducato. Für ein neutrales

Fahrverhalten fahren die Tester alle

Kurvendynamik-relevanten Versuche

mit stets identisch teilbeladenem Fahrzeug.

Durch fest verzurrte Ballastgewichte

werden Vorder- und Hinterachse auf

das gleiche Lastniveau gebracht.

Der weiche Schnee stellt die Winterreifen

auf eine harte Probe. Gröbere Pro-

file mit tiefen Einschnitten haben hier

Vorteile, und so dominieren der kantige

Toyo H 09 und der GT Radial mit einer

stattlichen Profiltiefe von jeweils

über elf Millimetern das mit 30 Prozent

in die Schneewertung einfließende

Bremsen.

Trotzdem liegen in der Traktionsmessung

Nokian und Semperit vorne.

Knapp dahinter folgen GT Radial und

Toyo. Alle überzeugen mit überdurchschnittlichen

Leistungen auf Schnee,

nur der Syron Everest kommt mit der

weißen Pracht nicht wirklich zurecht.

Seine langen Bremswege, die schwache

Seitenführung und die geringen Gripreserven

bei durchdrehenden Rädern

auf Schnee fühlen sich eher nach Allwetterreifen

an.

Nasse und trockene Fahrbahn

Doch Winterversuche sind nicht alles. Die

kalte Jahreszeit hat nicht nur Eis und

November 2014 FIRMENAUTO 83


Sechs Winterreifen der Größe 225/75 R 16 C im Vergleichstest

FIRMEN AUTO

EMPFEHLUNG

Hersteller

Continental

Vanco Winter 2

GT Radial

Maxmiler WT

Nokian

WRC Cargo

Semperit

Van Grip 2

Preis in Euro 1) 166 83 134 149 81 119

Last-/Speedindex 2) 116/114 R 118/116 R 121/120 R 121/120 R 121/120 S 121/120 Q

Profiltiefe (durchschnittlich) mm 9,7 11,2 9,2 10,1 10,6 11,1

Schneewertung (30 %)

Bremsweg 30 % 9 10 9 8 5 10

Seitenführung 20 % 8 9 8 9 7 9

Traktion 20 % 8 9 10 10 7 9

Handling nach Zeit 15 % 8 10 10 9 7 8

Handling subjektiv 15 % 8 8 8 9 7 9

Zwischennote Schnee 8,3 9,3 9,0 8,9 6,4 9,4

Nasse Fahrbahn (30 %)

Bremsweg 40 % 9 6 10 10 8 6

Seitenführung 15 % 10 7 10 9 9 8

Handling nach Zeit 15 % 10 6 8 8 9 6

Handling subjektiv 15 % 9 7 9 9 9 6

Aquaplaning längs 5 % 8 10 7 7 8 7

Aquaplaning quer 10 % 9 10 7 7 7 7

Zwischennote Nässe 9,3 6,9 9,1 9,0 8,4 6,5

Trockene Straße (30 %)

Bremsweg 40 % 10 7 8 10 10 8

Spurwechsel 10 % 9 9 10 9 9 7

Lenkreaktion 10 % 9 7 10 9 9 9

Handling nach Zeit 15 % 10 7 9 9 9 8

Handling subjektiv 15 % 10 8 10 9 9 7

Abrollkomfort 10 % 10 9 8 9 9 8

Zwischennote trockene Straße 9,8 7,6 8,9 9,4 9,4 7,9

Umweltwertung (10 %)

Rollwiderstand 70 % 10 6 8 8 7 7

Reifen-/Fahrbahngeräusch 30 % 7 9 8 7 10 8

Zwischennote Umwelt 9,1 6,9 8,0 7,7 7,9 7,3

Gesamtwertung 9,1 6,9 8,9 8,9 8,0 7,8

Sehr gut Ausreichend Gut Gut Gut Befriedigend

+ Ausgewogenes

Fahrverhalten auf

Schnee, Stärken

jedoch überwiegend

auf nassem Asphalt

mit sehr guter

Seitenführung und

guter Balance. Sehr

kurze Bremswege

auf trockener Straße,

hoher Abrollkomfort.

+ Dynamisches Fahrverhalten

mit gutem

Lenkansprechen

auf Schnee, kurze

Bremswege, auch

bei durchdrehenden

Rädern noch gute

Traktion. Beste Aquaplaningsicherheit,

gut

im Spurwechsel und

im Abrollkomfort.

+ Bei etwas größeren

Lenkwinkeln reichlich

Reserven auf Schnee,

dazu sehr gute

Traktion und ausgewogene

Balance. Kürzeste

Bremswege sowie gute

Seitenführung bei Nässe.

Auf trockener Straße bei

angenehm direktem

Anlenkverhalten sehr

sicher in Spurwechsel

und Handling.

+ Sehr gute Traktion,

auch bei durchdrehenden

Rädern,

gutes Lenkungsfeedback

und breiter

Grenzbereich auf

Schnee. Kurze Bremswege

und sicheres

Fahrverhalten auf

nassem und trockenem

Asphalt.

Syron

Everest

+ Kurze Bremswege

und sicheres

Fahrverhalten mit

guter Spurwechselsicherheit

auf trockener

Straße, weitgehend

ausgewogene

Nässeeigen schaften,

leises Abrollgeräusch.

Toyo

H 09

+ Kurze Bremswege

und sicheres Fahrverhalten

mit guter

Kontrollierbarkeit und

breitem Grenzbereich

auf Schnee.

– Nur durchschnittliche

Brems- und Seitenführungsleistungen

auf schneebedeckter

Fahrbahn, etwas

schlupfempfindlich,

vergleichsweise lautes

Abrollgeräusch.

– Mäßiger Nassgrip mit

starkem Untersteuern

auf Nässe, schwaches

Bremsen auf nasser

und trockener Straße;

auch auf trockener

Bahn lastwechselempfindlich.

– Schwächen im Längsund

Queraquaplaning.

– Geringe Aquaplaningsicherheit,

erhöhtes

Abrollgeräusch.

– Lange Bremswege

und schwache

Traktion mit wenig

Schlupfreserven auf

Schnee, Schwächen

im Queraquaplaning.

– Längere Bremswege

auf nasser/trockener

Straße, untersteuert

stark bei Nässe,

schwache Traktion

und Aqua planingeigenschaften.

Höchste Punktzahl: 10. Wertung: 9–10: sehr gut, 8–8,9: gut, 7–7,9: befriedigend, 6–6,9: ausreichend. 1) Laut Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e. V. 2) Lastindex (bei Einzel-/Zwillingsbereifung): 116/114 = 1.250/1.180 kg; 118/116 = 1.320/1.250 kg;

121/120 = 1.450/1.400 kg; Speedindex: Q = 160 km/h; R = 170 km/h; S = 180 km/h.

84 FIRMENAUTO November 2014


Mit guten Winterreifen und bei vernünftiger Beladung bietet der Ducato Pkw-ähnliche Fahreigenschaften.

Fahreigenschaften bei nasser Fahrbahn

Bremsen

Bremsweg in Meter

aus 80 km/h

Fahreigenschaften auf trockener Straße

Bremsen

Bremsweg in Meter

aus 100 km/h

Seitenführung

Max. Querbeschleunigung im

80-Meter-Kreis (m/s 2 )

Handling

Durchschnittsgeschwindigkeit

in km/h; Strecke 1.900 Meter

Handling

Durchschnittsgeschwinigkeit

in km/h, Strecke 1.823 Meter

Rollwiderstand

Rollwiderstandsbeiwert c R

Aquaplaning längs

Aufschwimmgeschw. in km/h,

Außengeräusch

Abrollgeräusch der Reifen in

dB(A) bei 80 km/h, Motor aus

(in kg/t)

1 Continental 48,3 1 Continental 95,3 1 Continental 0,73 1 Syron 72,6

2 Semperit 48,8 2 Semperit 93,9 2 Nokian 0,78 2 GT Radial 73,0

3 Syron 49,0 3 Syron 93,7 3 Semperit 0,80 3 Nokian 73,4

4 Nokian 49,7 4 Nokian 93,2 4 Toyo 0,86 4 Semperit 74,0

4 Toyo 49,7 5 Toyo 92,3 5 Syron 0,87 4 Toyo 74,0

6 GT Radial 52,0 6 GT Radial 88,7 6 GT Radial 0,89 6 Continental 74,6

Aquaplaning quer

Haftungsreserven bei Wasserdurchfahrt

im Kreis (m/s 2 )

20 % Schlupf

1 Semperit 43,5 1 Continental 5,79 1 Continental 62,2 1 GT Radial 108,2 1 GT Radial 4,81

2 Nokian 44,2 2 Nokian 5,70 2 Syron 61,2 2 Syron 106,1 2 Continental 4,58

3 Continental 44,9 3 Semperit 5,61 3 Semperit 61,0 3 Continental 105,0 3 Nokian 4,06

4 Syron 46,5 4 Syron 5,48 4 Nokian 60,7 4 Semperit 104,0 4 Syron 4,05

5 GT Radial 49,5 5 Toyo 5,27 5 Toyo 58,4 5 Nokian 102,9 5 Semperit 4,01

6 Toyo 50,1 6 GT Radial 4,98 6 GT Radial 57,9 6 Toyo 101,3 6 Toyo 3,96

Schnee, sondern mindestens genauso oft

nasse oder gar trockene Tage zu bieten.

Deshalb müssen die sechs Kandidaten

ihre Qualitäten auch bei diesen Straßenbedingungen

unter Beweis stellen. Das

gelingt Contis Vanco Winter 2, dem Nokian

WRC Cargo sowie dem brandneuen

Semperit Van Grip 2 am besten. Mit

kurzen Bremswegen und stabiler Seitenführung

auf Nässe bieten sie ein Höchstmaß

an Sicherheit. Trotz seiner enttäuschenden

Vorstellung auf Schnee zeigt

sich auch der Syron bei Nässe – mit leichten

Schwä chen beim Queraquaplaning –

auf überraschend hohem Niveau.

Schutz vor Aquaplaning ist hingegen

die Paradedisziplin des GT Radial. Sein

tiefes Profil ist in Sachen Wasserverdrängung

nicht zu schlagen, doch es hapert

an der passenden Mischung: In Sachen

Bremsen, Seitenführung und

Handling fällt er weit zurück. Auch der

bereits etwas in die Jahre gekommene

Toyo ist auf Nässe von den Lorbeerrängen

weit entfernt.

Nach Schnee- und Nässewertung liegt

der Nokian knapp vor Semperit und

Conti. Kann er seine Spitzenposition

auch auf trockener Piste verteidigen?

Mit rund 48 Meter Bremsweg zeigen

Conti, Syron und Semperit, wozu gute

Winterreifen fähig sind. Auch Nokian

und Toyo bremsen noch im grünen Bereich,

nur der GT-Radial-bereifte Ducato

braucht bis zum Stillstand deutliche

zwei Meter mehr.

Ein ähnliches Ranking zeigt sich in

der Kurvendynamik. Mit sehr ausgewogenen

Handling eigenschaften und

schnellen Rundenzeiten zieht Conti

noch am Nokian vorbei, der Kopf an

Kopf mit dem Semperit Van Grip 2 über

die Ziellinie rollt.

Trotz überdurchschnittlicher

Trockenperformance

kann der Syron

den Patzer auf

Schnee nicht mehr

ausbügeln, es

reicht aber zum

vierten Platz. Dahinter

folgen die

beiden Schneekönige

Toyo und GT

Radial, die weder nass noch trocken den

Anschluss halten können. Sie empfehlen

sich für Flottenbetreiber, deren

Transporter viel oder ausschließlich im

Schnee unterwegs sind. Als Nässespezialisten

erweisen sich die Winterreifen

von Nokian und Semperit.

Den Testsieg aber verdient sich der

Conti Vanco Winter 2. Er ist ein echter Allrounder

und fit für jedes Winterwetter.

Fahreigenschaften auf Schnee

Bremsen

Bremsweg in Meter

von 40–10 km/h

Traktion

Zugkraft bei Anfahrversuch

in Newton

Schneehandling

Durchschnittsgeschwindigkeit in

km/h, Streckenlänge 1.850 m

1 Toyo 18,6 1 Semperit 4.922 1 Nokian 69,4

2 GT Radial 18,7 2 Nokian 4.819 2 GT Radial 69,0

3 Continental 18,9 3 Toyo 4.794 3 Semperit 68,5

3 Nokian 18,9 4 GT Radial 4.786 4 Continental 67,9

5 Semperit 19,2 5 Continental 4.509 4 Toyo 67,9

6 Syron 21,2 6 Syron 4.312 6 Syron 65,9

Keine Furcht vor Kälte.

Weder die Winterreifen

noch die Testmannschaft

lassen sich von den

widrigen Bedingungen

beeindrucken.


SCHWERPUNKT | Winterreifen

DAS KLEINE

REIFEN-ABC

Muss es unbedingt der teure Premium-Reifen sein oder tut es auch

der Billig- Pneu? FIRMENAUTO hat bei den Experten nachgehakt.

Text: Martin Schou

Beim Formel-1-Schauen kann

man schon ins Grübeln kommen.

Da pumpen die Autokonzerne Unmengen

an Geld in die Entwicklung ihrer

Rennwagen und buhlen mit unvorstellbaren

Summen um die besten Fahrer im

Lager – diskutiert wird aber fast nur über

die Reifen. Was bringt es auch, wenn man

die meisten PS hat, die Kraft aber nicht

auf die Straße bekommt, weil der Gummi

schlappmacht?

Den einzigen Kontakt zur Fahrbahn

stellt nun mal der Reifen dar und die

Auflagefläche des Reifens hat Postkartenformat.

Gut, im normalen Straßenverkehr

geht es nicht unbedingt mit

Volldampf voran, aber auch Dienstwagenfahrer

müssen in Gefahrensituationen

eine Vollbremsung einlegen oder

abrupt ausweichen und bringen dadurch

die Reifen an ihren Grenzbereich.

Je nach Qualität der Pneus kann das

gerade noch glimpflich ablaufen oder

aber heftig krachen.

Deutlicher Unterschied beim Bremsweg

Wie folgenschwer der Unterschied zwischen

einem guten und einem schlechten

Reifen sein kann, hat Dekra anhand

des Reifenlabels errechnet. Fährt der Außendienstler

mit 80 km/h auf nasser

Straße, fällt sein Bremsweg mit Reifen

der schlechtesten Kategorie F 18 Meter

länger aus als mit einem Reifen der

Kategorie A.

Noch augenscheinlicher wird der Unterschied,

wenn man sich die Restgeschwindigkeit

anschaut. Denn während

der Wagen mit Qualitätsreifen

längst steht, hat der mit Billigschuhen

noch 40 Sachen drauf. Bei einer Vollbremsung

aus Tempo 130 erhöht sich der

Bremswegunterschied auf 42 Meter, die

Rest geschwindigkeit auf 70 km/h.

Wie wirksam ein um ein paar Meter

kürzerer Bremsweg im Stadtverkehr

sein kann, zeigt der Blick in die Unfallstatistik

des Statistischen Bundesamts.

Fotos: J. Bilski (1), U. Regenscheit (2), Fotolia (2)

86 FIRMENAUTO November 2014


WER BREMST BESSER, PREMIUM- ODER BILLIG-REIFEN?

A

B

+ 3 m

C

+ 7 m

E

+ 12 m

F

+ 18 m

Bremsweg aus 80 km/h bei nasser Fahrbahn

Quelle: Continental

FÜNF REIFEN-TIPPS

Worauf Ihre Fahrer unbedingt achten sollten

Profiltiefe: Flottenmanager

sind zumindest

rechtlich aus dem

Schneider, wenn sie sich

an die Mindestprofiltiefe

von 1,6 Millimetern halten.

Experten von Dekra,

ADAC und Co. raten aber

nicht umsonst zu mindestens

zwei Millimetern

bei Sommer- und vier bei Winterreifen. Je geringer die Profiltiefe,

desto schwerer fällt es dem Reifen, auf nasser Fahrbahn

Wasser aufzunehmen. Der Bremsweg wird länger und die Aquaplaning-Gefahr

nimmt zu.

Denn bei mehr als einem Drittel

der Unfälle mit Pkw sind Fußgänger

oder Radfahrer beteiligt. Die

Unfallforscher von Dekra haben

ermittelt, dass rund zehn Prozent

der Unfälle mit Fußgängern durch

gute Reifen hätten vermieden werden

können. Bei jedem vierten Autounfall

würden die Verletzungen

mit besseren Sohlen nicht so

schwerwiegend ausfallen.

KOMMENTAR

Sicherheit geht immer vor

Als Fuhrparkleiter sind Sie verpflichtet, Ihren

Fahrern die größtmögliche Sicherheit zu bieten.

Sie haben eine Fürsorgepflicht. Ein schlechter

Reifen verlängert den Bremsweg und erhöht das

Verletzungsrisiko. Das ist Fakt.

Also sparen Sie nicht am falschen

Ende und investieren Sie

besser in Premium-Reifen. Ihre

Mitarbeiter vertrauen Ihnen

und werden es Ihnen danken.

Martin Schou

Redakteur

Aufs Bremsverhalten bei Nässe

kommt es an

»Beim Reifen sollten Fuhrparkleiter

auf das Nassbremsverhalten

achten. Auf nassen Fahrbahnen

wird vom Reifen das meiste Potenzial

abverlangt. Gerade hier zeigen

sich zwischen Premium- und

Low-Budget-Reifen große Unterschiede«,

erklärt ADAC-Reifenexperte

Ruprecht Müller.

Die größte Hürde für die Reifenhersteller

ist es, einen Reifen zu

entwickeln, der gleichzeitig guten

Grip und wenig Rollwiderstand

bietet. Das macht ihn sicher und

spart Kraftstoff zugleich. Premium-Reifen

gelingt dieser Spagat

besser. Dass Winterreifen beim

Reifenlabel häufig schlechter abschneiden

als Sommerreifen, sollte

Sie nicht irritieren. Die Tests finden

bei +5 bis +20 Grad Celsius

statt. Die besonderen Eigenschaften

des Winterreifens kommen allerdings

erst bei tieferen Temperaturen

zum Tragen.

Wer glaubt, die elektronischen

Sicherheitssysteme wie ABS, ESP

und Notbremsassistent oder die

teuer zugekauften Assistenzsysteme

machen die mangelhafte Qualität

seines Reifens wett, der irrt.

»Die besten Assistenzsysteme bringen

nichts, wenn der Reifen nicht

mitspielt. Das Wirkungs potenzial

der Elektronik hängt von der Qualität

und Leistungs fähigkeit des

Reifens ab«, erklärt Müller.

Dabei könnten die Assistenzsysteme

für viele Verkehrsteilnehmer

ein lebensrettender Schutzengel

sein. Der Leiter der Allianz-

Unfallforschung Dr. Johann

Gwehenberger geht davon aus,

dass allein durch ESP bis zu 25 Prozent

der Unfälle mit Personenschaden

und 35 bis 40 Prozent der

Unfälle mit Getöteten reduziert

werden könnten.

Reifendruck: Halten Sie sich

an die Herstellervorgaben. Messen

Sie bei einer Außentemperatur

von 20 Grad. Pro zehn Grad

Celsius ändert sich der Reifendruck

um 0,1 bar. Nur bei extrem kalten

Temperaturen ist es deshalb

ratsam, den Reifendruck gegenüber

der Herstellerempfehlung

um 0,2 bar zu erhöhen. Der falsche

Fülldruck geht zulasten der Fahrsicherheit und erhöht den Verschleiß.

Ein um 20 Prozent zu hoher oder zu niedriger Reifendruck verkürzt die

Lebensdauer des Reifens um bis zu 15 Prozent. Den Reifendruck mindestens

alle vier Wochen kontrollieren.

Sichtprüfung: Bei den

regelmäßigen Kontrollen

des Reifendrucks sollten

Dienstwagennutzer auch

gleich die Reifen auf eingefahrene

Fremdkörper

abtasten und auf sonstige

Schäden prüfen. Schrauben

und Nägel, die sich in den Gummi hineingefressen haben,

können sich jederzeit wieder aus dem Reifen lösen und zu einem

plötzlichen Plattfuß führen.

Lagerung: Am besten die

Reifen in einem kühlen,

dunklen und trockenen

Raum lagern. Reifen mit

Felgen stapeln oder aufhängen.

Ohne Felgen lagern

Reifen am geeignetsten nebeneinander

aufgestellt.

Sommer-/Winterreifen: Sommerreifen

von Ostern bis Oktober. Das ist

Quatsch. Der beste Wechselzeitpunkt

zwischen Sommer- und Winterreifen

liegt bei 7 Grad Celsius, egal welche

Jahreszeit. Darunter verlängert sich

der Bremsweg mit Sommerreifen

deutlich. Mit Winterreifen bei sommerlichen

Temperaturen nehmen

zudem Verbrauch und Verschleiß zu.

November 2014 FIRMENAUTO 87


SERVICE | Wearable Devices

KLEINE PROGRAMME MIT

GROSSEM

POTENZIAL

Apps erobern das Auto.

Sie können schon Assistenzsysteme

ersetzen

und Autos fernsteuern.

Über Apps sollen auch

Wearable Devices,

also Smartwatches und

Datenbrillen, mit dem

Auto kommunizieren.

Text: Martin Schou

88 FIRMENAUTO xxxxxxx 2014


Wahrscheinlich hatte Glen Larson

schon leicht einen im Tee. Wie sonst

konnte der Erfinder der Kultserie

Knight Rider auf die Schnapsidee kommen,

David Hasselhoff eine Armbanduhr

ums Handgelenk zu schnallen, mit

der er seinen sprechenden schwarzen

Pontiac anfunken konnte? Vielleicht war

Larson aber einfach nur ein Visionär, der

ahnte, wohin drei Jahrzehnte später die

Reise bei den Autoherstellern geht.

Denn auf der diesjährigen Elektronikmesse

CES in Las Vegas präsentierten tatsächlich

BMW und Mercedes Computer-

Uhren mit Apps, über welche der Fahrer

das Auto steuern kann – auch per Spracheingabe.

Ganz so wie in der Hollywood-

Serie klappt es aber noch nicht. Auf Kommandos

wie »Geh auf Überwachung,

Kumpel« oder »Fahr schon mal vor die

Tür« reagierte der ausgestellte BMW i3 zumindest

nicht. Die Smartwatch Samsung

Gear, auf welche der Elektro-BMW hört,

gibt nur einfache Kommandos weiter:

»BMW turn on air condition«, um den Wagen

schon mal vorzuheizen, oder »BMW

take me to Central Station«, um das

Naviziel vorab ans Auto zu schicken.

Die Smartwatch kommuniziert über

die BMW i-Remote App, die es bereits

fürs normale Smartphone gibt. Mit dieser

kann der Fahrer seinen i3 fernsteuern.

Manches davon sind Spielereien: Per Tastendruck

hupt das Auto oder blinzelt mit

dem Fernlicht. Es gibt aber auch sinn volle

Verkehrsteilnehmer neigen ohnehin schon

dazu, sich während der Fahrt trotz Verbot

mit dem Smartphone in der Hand zu beschäftigen«,

warnt Arnulf Thiemel vom

ADAC und ergänzt. »Eine Smartwatch,

die am Handgelenk des Fahrers automatisch

stärker in dessen Blickfeld ist, kann

durch Vibration und ständig aufflackerndes

Display noch mehr Aufmerksamkeit

beanspruchen.« BMW will deshalb während

der Fahrt aktiv keine Benachrichtigungen

an die Smartwatch senden. Wie

beim Smartphone sieht der Münchner

Hersteller den Hauptnutzen der Uhren

außerhalb des Fahrzeugs.

Die Smartwatch als erweitertes

Assistenzsystem der Zukunft

Auch bei Mercedes überlegt man sich genau,

wie man die intelligenten Uhren mit

dem Auto vernetzt. »Funktionen, die den

Fahrer vom Verkehrsgeschehen ablenken,

werden nicht unterstützt. Daher werden

Fahrzeuginformationen während der

Fahrt nicht auf dem Display der Uhr angezeigt«,

heißt es bei Daimler. Die Mercedes-Ingenieure

tüfteln daran, die Smartwatch

des kalifornischen Unternehmens

Pebble in ihre Modelle zu integrieren.

So soll der Mercedes-Fahrer über die

bereits vorhandene Digital Drive Style

App von überall Service-Infos wie Tankund

Ölstand oder Reifendruck über die

Uhr kontrollieren können. Während der

Fahrt kann der Fahrer über die Uhr Siri

Über Smartwatches kann der Fahrer alle wichtigen

Fahrzeuginfos überall und jederzeit abfragen

Funktionen. Hängt der Elektro-BMW beispielsweise

an der Ladesäule, kann der

Fahrer über die App den Ladezustand

des i3 oder die Restreichweite checken.

Das Programm speichert zudem den

Fahrzeugstandort. Auf einem überfüllten

Parkplatz oder in fremder Umgebung

navigiert es den Fahrer zu seinem Auto.

Und man kann den Wagen übers Handy

sogar auf- und zuschließen.

Im Grunde soll die Smartwatch künftig

die gleichen Funktionen ausführen können

wie auch das Smartphone. Die Vernetzung

zwischen Auto und Uhr ist lediglich

futuristischer und vielleicht auch bequemer,

weil die Uhr eben doch schneller

zur Hand ist. Genau hier sehen Experten

allerdings auch Gefahren. »Gerade junge

aktivieren sowie die Musikanlage bedienen.

Mehr Komfort-Funktionen soll die

Uhr von Pebble in den Mercedes-Modellen

aber nicht unterstützen.

Die Schwaben denken dafür schon in

die Zukunft: Die Smartwatch soll nicht

nur ein verlängerter Arm des Smartphones

sein und dessen Funktionen kopieren.

Bei Daimler stellt man sich die Uhr als Assistenzsystem

der Zukunft vor, die über

die Car-to-X-Kommunikation Falschfahrer,

Unfälle und sonstige Gefahren auf der

Strecke vibrierend dem Fahrer meldet.

Um den Alarm wieder auszuschalten,

reicht ein Schütteln des Handgelenks.

Auch bei der Google-Brille sucht Daimler

noch nach einer geeigneten Verwendung,

beispielsweise einer Tür-zu-Tür-

ERLAUBT ODER VERBOTEN?

Datenbrillen und Smartwatches

während des Autofahrens

Wer Smartwatches und Google Glass in Deutschland

während des Fahrens nutzt, bewegt sich in

einer Grauzone. In § 23 der Straßenverkehrsordnung

heißt es allgemein, dass jeder Fahrzeugführer

dafür verantwortlich ist, dass Sicht und Gehör

nicht durch Geräte beeinträchtigt sind. Dies wäre

bei Google Glass zum Beispiel dann der Fall, wenn

ständig Kurznachrichten oder Facebook-Posts

aufflimmern würden. Was aber, wenn der Fahrer

durch ein Head-up-Display über Google Glass

sogar unterstützt wird? Weiter heißt es in § 23:

Wer ein Fahrzeug führe, dürfe ein Mobiltelefon

nicht benutzen, wenn dieses hierfür aufgenommen

oder gehalten werden müsse. Weder für

Smartwatches noch für Google Glass benötigt der

Fahrer die Hände zum Telefonieren. In §1 steht

aber auch, dass die Teilnahme am Straßenverkehr

ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht erfordert.

Der Blick gehört also auf die Straße.

Navigation. Dabei diktiert der Fahrer

Google Glass, wohin die Reise gehen soll.

Die Brille dirigiert ihn zum Wagen (First

Mile Navigation), überträgt das Ziel an

das Fahrzeugnavi, das ihn zur Zielstraße

führt. Dort übernimmt dann wieder

Google Glass und startet eine Fußgängerroute

bis zur gewünschten Haustür (Last

Mile Navigation).

Google Glass ist schon bald in Modellen

von Hyundai und Tesla Realität

Der koreanische Autobauer Hyundai hat

angekündigt, Google Glass schon 2015

per App mit seiner Mittelklasselimou sine

Genesis zu vernetzen. Über die Datenbrille

sollen Autofahrer Fahrzeuge auf einem

überfüllten Parkplatz leichter finden, entriegeln

und starten können sowie Push-

Nachrichten für anstehende Service-Termine

bekommen. Tesla hat ebenfalls bereits

eine App zur Vernetzung seiner Fahrzeuge

mit Google Glass entwickelt.

Weil die Rechtslage für Google Glass

wie auch für die Smartwatch noch undurchsichtig

ist (Infokasten Seite 79), soll

die Brille den Fahrer zunächst nur außerhalb

des Fahrzeugs unterstützen.

November 2014 FIRMENAUTO 89


SERVICE | Wearable Devices

Doch sie könnte viel mehr, beispielsweise

mit Tempo- und Navi-Anzeige das

Head-up-Display ersetzen oder anhand

von Sensoren Sekundenschlaf beim Fahrer

erkennen.

Glaubt man den Analysten des Marktforschungsinstituts

CCS Insight, dann

werden am Körper tragbare Mobilgeräte

mit Internetanbindung schneller in die

Autos kommen, als viele denken. Bis 2018

rechnen die Experten damit, dass weltweit

370 Millionen der sogenannte Wearables

Devices über die Ladentheken gehen,

80 Prozent davon als Smartwatches.

In Deutschland steht man den neuen

Mobilgeräten noch skeptisch gegenüber.

Laut der Elektro-Großhandelsgruppe

Rhino halten 96 Prozent der deutschen

Verbraucher Wearables für »technischen

Schnickschnack«. Doch das kann sich

schnell ändern: Am Anfang lehnten über

90 Prozent der Verbraucher Handys ab,

»bis sie mal eines in die Hand bekamen

und die Vorteile für sich entdeckten. Eine

ähnliche Entwicklung mag es bei

Wearables geben«, sagt Rhino-Chef Raimund

Hahn.

Fast alle Hersteller bieten Apps an

Bis sich die intelligenten tragbaren Geräte

aber wirklich durchsetzen, müssen

sich die Außendienstler mit den Smartphones

zufriedengeben. Und im Grunde

können diese auch heute schon mehr,

als viele vermuten. Schon die Mehrzahl

der Hersteller bietet einfache Service-

Apps an. Sie zapfen die zahlreichen

Messdaten der mit Technik vollgestopften

Autos an. Meistens fungieren die

Smartphones so als erweiterter Bordcomputer.

Der Fahrer kann fernab von

seinem Wagen sämtliche Füllstände wie

Öl, Tank, Kühlwasser oder Reifendruck

prüfen, wird auf die nächste Inspektion

hingewiesen oder kann sich etwaige

Fehlermeldungen am Fahrzeug erklären

lassen.

Die App My Opel beinhaltet sogar ein

interaktives Handbuch. Der Dienstwagenfahrer

scannt ein unbekanntes Fahrzeugdetail

mit der Kamera seines Smartphones

und bekommt automatisch eine

Erklärung dazu angezeigt. Im Falle eines

Unfalls kann sich der Außendienstler

am Leitfaden der App entlanghangeln

und einen Unfallbericht erstellen,

der dann zusammen mit GPS-Koordinaten

und Fotos per Mail an die entsprechende

Schadenstelle gesendet wird.

Einfach scannen und die interaktive App von Opel

erklärt fragwürdige Fahrzeugdetails.

Autozulieferer bieten Gratis-Apps an, mit denen sich

das Smartphone zum Assistenzsystem verwandelt

Ähnliche Service-Apps bieten auch Versicherungen

wie Zurich und Axa sowie

diverse Leasinganbieter an.

Bei Mercedes bekommt der Flottenmanager

mit der App Connect me ganz

neue Möglichkeiten geboten. Der Hersteller

macht sich die Telematikeinheit

im Fahrzeug zunutze. So kann der Flottenmanager

nicht nur seine Außendienstkollegen

jederzeit orten, er schützt

seine Fahrzeuge auch vor Diebstählen.

Sobald die Fahrzeuge einen definierten

Bereich verlassen, wird er benachrichtigt.

Die App hilft auch, fragwürdige

Tankquittungen der Mitarbeiter mit den

realen Betankungen abzugleichen oder

sich vom Hersteller auf Wunsch eine detaillierte

Fahrtenübersicht zusenden zu

lassen, die dann als Grundlage fürs Fahrtenbuch

dient.

Der eine oder andere Zulieferer hat

sogar schon Apps im Sortiment, die

Assistenzsysteme ergänzen oder gar ersetzen

sollen. So gibt es schon zahlreiche

Gratis-Apps, die das Smartphone

zum Head-up-Display verwandeln oder

die kostenlose App My Drive Assist von

Bosch, eine vollwertige Verkehrszeichenerkennung.

Voraussetzung ist lediglich

eine Handy-Halterung für die

Windschutzscheibe. 2015 will Bosch zudem

eine App auf den Markt bringen,

mit welcher der Nutzer sein Auto vollautomatisch

einparken kann – ohne dabei

im Fahrzeug zu sitzen. Möglich

macht dies der weiterentwickelte Einparkassistent

von Bosch. Wenn bis dahin

auch die Sprachsteuerung für die

Smartwatches fortgeschritten ist, könnte

für viele Knight-Rider-Fans bald ein

Traum in Erfüllung gehen.

90 FIRMENAUTO November 2014


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Modul 4 Finanzierung, Beschaffung und Verwertung 06.–07.02.2015 27.–28.02.2015 05.–06.06.2015 17.–18.07.2015

Modul 5 Rechtliche Rahmenbedingungen 05.–07.03.2015 19.–21.03.2015 18.–20.06.2015 10.–12.09.2015

Modul 6 Versicherungs- und Schadenmanagement 26.–28.03.2015 16.–18.04.2015 09.–11.07.2015 08.–10.10.2015

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