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FORNAT Jahresbericht 2013

Seit mehr als 30 Jahren bietet die FORNAT Beratungen zu Fragen des Umweltschutzes und der Ökologie. Als Partnerin von Firmen sowie privaten und öffentlichen Institutionen begutachten wir Projekte, erarbeiten Konzepte und begleiten die Umsetzung - engagiert, gründlich und unabhängig. Ob UVB, Projektmanagement oder statistische Datenanalysen: unsere Kompetenzen sind vielfältig und in der Praxis erprobt: - Artenschutz und -management - Lebensräume - Verkehr und Wildtiere - Fischerei und Gewässerökologie - Naturschutzgenetik - Umweltbildung und Exkursionen

Seit mehr als 30 Jahren bietet die FORNAT Beratungen zu Fragen des Umweltschutzes und der Ökologie. Als Partnerin von Firmen sowie privaten und öffentlichen Institutionen begutachten wir Projekte, erarbeiten Konzepte und begleiten die Umsetzung - engagiert, gründlich und unabhängig.
Ob UVB, Projektmanagement oder statistische Datenanalysen: unsere Kompetenzen sind vielfältig und in der Praxis erprobt:
- Artenschutz und -management
- Lebensräume
- Verkehr und Wildtiere
- Fischerei und Gewässerökologie
- Naturschutzgenetik
- Umweltbildung und Exkursionen

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<strong>Jahresbericht</strong> <strong>2013</strong><br />

Forschung für Naturschutz und Naturnutzung


« Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den<br />

Erfolg sofort sieht.»<br />

Albert Einstein<br />

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser<br />

Nach zehnjährigem Flug durchs Weltall wird die Raumsonde Rosetta<br />

dieses Jahr in die Umlaufbahn des Kometen 67P/Tschurjumow-<br />

Gerasimenko einschwenken und ihn während seiner aktiven Phase<br />

erforschen. Die Vorbereitungen und Planungen für diese Weltraummission<br />

begannen bereits in den 90er Jahren. Wieviel Holz die<br />

beteiligten Forscher/-innen seitdem hackten ist nicht überliefert…<br />

Auch Umweltprojekte auf unserem Mutterplaneten benötigen einen<br />

langen Atem. Denn bis Eingriffe oder Schutzmassnahmen in der Natur<br />

ihre Wirkung entfalten, vergeht ähnlich viel Zeit wie auf einer<br />

Weltraumreise. Die Projekte, die wir Ihnen auf den folgenden Seiten<br />

präsentieren, markieren sozusagen das Zünden der Trägerrakete. Wir<br />

sind zuversichtlich, dass auch unsere Arbeiten langfristig zum<br />

angesteuerten Ziel führen.<br />

Viel Vergnügen bei der Lektüre wünscht Ihnen das Team der <strong>FORNAT</strong>.


Grabenunterhaltung zwischen Moor und Landwirtschaft<br />

Verschlammt und aufgelandet, drohte der alte Fischbachgraben beim<br />

Steinmaurer Ried (ZH) seine Funktion zu verlieren: er soll nährstoffreiches<br />

Wasser aus Landwirtschafts-Drainagen um das Flachmoor von nationaler<br />

Bedeutung führen.<br />

Planung und Umsetzung von Schnittregimen, Holzereiarbeiten oder Neophytenbekämpfung<br />

gehören bei der Betreuung von Naturschutzgebieten für <strong>FORNAT</strong> zur<br />

Tagesordnung. Eine nicht alltägliche Herausforderung bot die Organisation und<br />

Begleitung der Grabensanierung beim Steinmaurer Ried: Dürfen die Drainagesedimente<br />

zurück auf die Felder? Wer sonst kann 400 m 3 Schlamm verwerten und zu welchem<br />

Preis? Auch auf der Baustelle gab es viele Detailfragen zu klären: Wo den neuen<br />

Grabenteil im Bereich von Grundwasseraufstössen führen? Wie Hochwasser mit Nährstoffbelastungsspitzen<br />

am angeschlossenen Weiher vorbeiführen, ohne diesen bei<br />

Niedrigwasser austrocknen zu lassen? Die Lösungen wurden in enger Zusammenarbeit<br />

mit FNS, ZVS, FaBo, Babu GmbH und dem Werkhof der FNS gefunden.


Vom richtigen Umgang mit Pelzträgern<br />

Pelzträger wie Hermelin und Mauswiesel lieben von Natur aus den Untergrund.<br />

Nicht weil sie sich ihres Felles schämen, sondern weil sie hier ihrer Lieblingsbeute<br />

– den Wühlmäusen – nachstellen.<br />

Ihre heimliche Lebensweise ist nur ein Grund, weshalb man die flinken Tiere selten zu<br />

Gesicht bekommt. Schwerer wiegt, dass das intensiv genutzte Schweizer Mittelland für<br />

Wieselartige vielerorts unbewohnbar geworden ist. Dabei wären die hocheffizienten<br />

Raubtiere (Fangquote: ca. 600 Mäuse/Jahr) für die Landwirtschaft von grossem Nutzen.<br />

Im Projekt «Wieselförderung Seetal» (AG, LU) werden in ausgewählten Gebieten<br />

Heckensäume, Waldränder und Bachufer aufgewertet und so die Lebensräume von<br />

Hermelin & Co. besser vernetzt. Dabei darf die Projektleitung von <strong>FORNAT</strong> auf die<br />

engagierte Unterstützung von Landschaftsschutzverband, Gemeindeverwaltungen,<br />

Jägern, Forst-, und Landwirtschaft zählen.<br />

Das Projekt wird unterstützt durch: Landschaftsschutzverband Hallwilersee, Kultur Landschaft Aare-Seetal, Kanton<br />

Aargau, Naturama Aargau, Stiftung WIN Wieselnetz, Paul Schiller Stiftung, Stiftung Ormella, Arthur & Frieda<br />

Thurnheer-Jenni Stiftung, Sophie & Karl Binding Stiftung, Bernd Thies-Stiftung. Herzlichen Dank!


Sonnenbad für Libellen und Molche<br />

Die historischen Ricketwiler Weiher bei Elsau (ZH) wurden einst zum Antrieb<br />

von Spinnereianlagen gebraucht. Heute sind sie kleine Naturoasen für<br />

Pflanzen, Tiere und den Menschen.<br />

Die bald 200-jährigen Weiher werden heute mit Umgebungswasser gespeist, die einstige<br />

Wasserfassung im Chräbsbach ist längst verfallen. Aus Sicherheitsgründen müssen die<br />

Weiher nun verkleinert und an den Dämmen verstärkt werden. Im Vorfeld kartierte<br />

<strong>FORNAT</strong> mit Kescher und Molchfallen die Libellen- und Amphibienarten und erarbeitete<br />

einen fundierten Fachbericht mit Massnahmevorschlägen. Dieser Bericht dient der<br />

Landschaftsarchitektin als Grundlage für die weiteren Planungsarbeiten. Sonnige Flachwasserzonen,<br />

offene, ausgemähte Ufer sowie abgetrennte, fischfreie Flachwassertümpel<br />

säumen künftig die Weiheranlagen. So wird die Sanierung zum Gewinn für geflügelte,<br />

zwei- und mehrbeinige Besucher.


Mit Strom in der Strömung - <strong>FORNAT</strong> fischt frische Fische.<br />

Wie fängt man die launische Forelle? Den glatten Aal? Den tapferen Schneider?<br />

Die starke Barbe? Die verborgene Groppe? Den räuberischen Zander?<br />

Der Kanton Zürich unterhält ein grosses Netz von Messstellen zur langfristigen<br />

Überwachung der Bäche, Flüsse und Seen. Die erhobenen Daten bilden eine wichtige<br />

Arbeitsgrundlage für die im Natur- und Umweltschutz tätigen Fachstellen, Umweltbüros<br />

und Forschungsanstalten. Ein Bestandteil dieses Kontrollsystems sind Untersuchungen<br />

zur Anzahl vorkommender Fische und Fischarten. Für die aktuelle Messkampagne im<br />

Einzugsgebiet der Glatt wurde <strong>FORNAT</strong> vom Kanton mit „Fischzählungen“ beauftragt.<br />

Mit unserem leistungsstarken Elektrofanggerät konnte das <strong>FORNAT</strong>-Fischteam an 12<br />

Stellen des Glatt-Systems knapp 4'000 Fische fangen und 21 Fischarten nachweisen. Die<br />

Fische wurden bestimmt, vermessen und unversehrt wieder freigelassen.


Weitere Projekte <strong>2013</strong><br />

• Brutbox-Untersuchung zur natürlichen Reproduktion<br />

von Kieslaichern am Schilsbach im Kanton St. Gallen;<br />

Fonds Naturemade Star.<br />

• Kantonale Erhebung/Beurteilung der Fischgängigkeit an<br />

Wasserkraftanlagen in Schaffhausen und Zürich<br />

• Forschungsprojekt "Einfluss von Lärmschutzwänden auf<br />

die Raumnutzung von Reptilien"; VSS, ASTRA, BAFU<br />

und SBB<br />

• Untersuchung zur Standardbreite von Wildtierunterführungen<br />

mit B&S AG; VSS, ASTRA und BAFU<br />

• Vorstudie zur Landschaftsverbindung Nr. 49,<br />

Bachenbülach/Winkel ZH, ILU AG, DSP Ingenieure und<br />

Planer AG; Amt für Verkehr Kanton Zürich<br />

• Wildbiologische Untersuchungen und Planung der<br />

Vernetzungsmassnahmen für den UVB 3. Stufe „N04/08<br />

Kleinandelfingen-Verzweigung Winterthur,<br />

Engpassbeseitigung“; ASTRA<br />

• Schmetterlingsförderungsprojekt am Waldrand Feusi –<br />

Egghof; Gust und Lyn Guhl-Stiftung & Verein<br />

Schmetterlingsförderung im Kanton Zürich<br />

• Projektleitung von "Monitoring und Bekämpfung des<br />

Schmalblättrigen Greiskrauts im Kanton Zürich";<br />

Tiefbauamt Kanton Zürich<br />

• Entwicklungs- und Pflegekonzept Mettmenhaslisee-<br />

Gebiet; Fachstelle Naturschutz Kanton Zürich<br />

• Revision der Roten Liste der gefährdeten Farn- und<br />

Blütenpflanzen der Schweiz: Koordination der<br />

Arbeitsgruppe Mittelland Ost; Info Flora<br />

• Umsetzung der Aktionspläne "Borstige Glockenblume"<br />

und "Frauenschuh"; ALG Kanton Aargau<br />

• Betreuung der Naturschutzgebiete im Areal des<br />

Flughafens Zürich; Fachstelle Naturschutz Kanton<br />

Zürich<br />

• Geschäftsleitung Jagd- und Fischereiverwalterkonferenz<br />

der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein<br />

• Fachliche Unterstützung der Kantone bei der Überprüfung<br />

von erlaubten Routen und Wegen in eidgenössischen<br />

Jagdbanngebieten und Wildruhezonen; BAFU<br />

• Leitung der Arbeitsgruppe „Invasive Neozoa (AGIN-D)“<br />

der Konferenz der Vorsteher der Umweltschutzämter<br />

• Fischereiliche Erfolgskontrolle Revitalisierung Sihl,<br />

Allmend Brunau, Zürich; Basler & Hofmann<br />

• Monitoring der Nasenbestände im Kanton Aargau;<br />

Sektion Jagd und Fischerei Kanton Aargau<br />

• Fischereiliches Monitoring Kraftwerk Taschinas; Repower<br />

• Entwicklung einer Libellen-App für Smartphones/Tablets<br />

zur Bestimmung und Meldung von Libellenarten; in<br />

Zusammenarbeit mit Claudio Koller, Finanzierung noch<br />

offen


Team<br />

Christof Elmiger<br />

Dipl. Natw. ETH<br />

Projektleiter/Geschäftsführer<br />

Dr. Conny Thiel-Egenter<br />

Dipl. Biologin<br />

Projektleiterin/Geschäftsführerin<br />

Dr. Sven Wirthner<br />

MSc UniBE in Biologie/Zoologie<br />

Projektleiter<br />

Dr. Daniela Keller<br />

MSc ETH Biologie<br />

Projektleiterin<br />

Dr. Christian Mayer<br />

Dipl. Biologe<br />

Projektleiter<br />

Pia Schütz<br />

Dipl. Biologin<br />

Projektleiterin<br />

Alexandre Gouskov<br />

Dipl. Natw. ETH<br />

Projektleiter<br />

Dr. Urs Landergott<br />

Dipl. Botaniker<br />

Projektleiter<br />

Grafik: illustrat.ch, <strong>FORNAT</strong> AG<br />

Bilder: C. Boschi (Foto & Skizze Asthaufen), A. Heeb<br />

(Wiesel springend), H. Trenkler (Wiesel mit Beute),<br />

L. Heer (Wiesel-Portrait), <strong>FORNAT</strong> AG (übrige)<br />

Forschung für Naturschutz und Naturnutzung<br />

Universitätstrasse 65 8006 Zürich 043 244 99 60 fornat@fornat.ch www.fornat.ch

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