Buddhismus und westliche Philosophie im Dialog

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Buddhismus und westliche Philosophie im Dialog

Prof. Dr. Jay Garfield ist Doris Silbert-Professor in

Geisteswissenschaften und Professor für Philosophie

am Smith College, Northampton. Zu seinen Werken

gehören die Übersetzungen von Någårjuna's

M•lamadhyamakakarika (The Fundamental Wisdom

of the Middle Way, Tsong Khapa's Ocean of Reasoning)

und „Empty Words: Buddhist Philosophy and Cross-

Cultural Interpretation”. Er forscht im Bereich der

Philosophie des Geistes, Logik, Sprachphilosophie,

Buddhistische Philosophie, interkulturelle Hermeneutik,

theoretische und angewandte Ethik.

„Ich halte mich immer in so vielen Welten auf,

wie ich nur kann.“

Philosophie ist ein globales Unternehmen.

Es liegt in der Natur der menschlichen Existenz, dass

wir uns fundamentale Fragen stellen: Fragen der Natur

des Geistes, der Realität, Fragen, wie man leben sollte,

über Glück und Leiden. Diese Fragen werden in jeder

Tradition aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen

und Perspektiven beleuchtet. So hat jede

Tradition etwas Wesentliches von der anderen zu

lernen.

Der Westen kann vom Buddhismus über moralische

Fragen lernen, etwa von Œantideva, über die Kritik des

Essenzialismus aus der Philosophie des Madhyamaka,

über die Phänomenologie und die Natur des Bewusstseins

beim Lesen von Yogåcåra. Buddhisten können

zum Beispiel über Logik, Sprachphilosophie und

Semantik aus der westlichen Philosophie lernen.

Oftmals stelle ich die gleichen Fragen vom Standpunkt

der westlichen und der buddhistischen Philosophie.

Wenn ich etwa Vasubandhu mit Berkeley und

Schopenhauer Seite an Seite lehre, ermöglicht dies

einen viel reicheren Eindruck vom Idealismus, als wenn

man sich nur mit Kant und Schopenhauer oder nur mit

Vasubandhu beschäftigt.“

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