Klaus Drückler wechselte - DIAKO Flensburg

diako.de

Klaus Drückler wechselte - DIAKO Flensburg

42

Korrespondenzblatt aus den Häusern der DIAKO Flensburg

Tolles Geschenk zum 125. „Geburtstag“: Die Kinder der Kita

„Kapernaum“ haben ordentlich mitgebastelt an dem Modell der

DIAKO-Kirche. Mehr über die Jubiläumswoche lesen Sie ab Seite 4.

Themen

Dezember 2008

Gratulation, Prof. Loch!

DIAKO ausgezeichnet!

Klinik-Lotse ging

von Bord

Aufsichtsrat: Wechsel

an der Spitze

Fachkliniken:

Neuer Chefarzt

Edle Spende

„Findungskrimi“


Mögliches und Unmögliches

Pastor Frank Schlicht über die neuesten Entwicklungen

Fleißig wird die Weihnachtspost der DIAKO eingetütet.

Die neuen Ansichtskarten, die zum 125.

Jubiläum unserer Kirche gedruckt wurden, sollen mit

einem Grußwort und der Jahreslosung für 2009 in

den Versand kommen. Plötzlich erschallt ein

Riesengelächter auf dem Flur. Einer hatte in

den ersten Probedruck vier Worte hineingeschummelt:

„Was bei den Menschen unmöglich

ist, das ist bei Gott und in der DIAKO

möglich.“

Wir sind nicht Gott, wahrlich nicht. Aber

manchmal kriegen wir auch Unmögliches

hin und hätten selber nicht gedacht, dass

das alles so klappt. Vor einer Woche schwebten

an einem Riesenkran zwei neue MRTs

über die Dächer in unser radiologisches Zentrum.

Perfekt, bald kommen sie in der Diagnostik für unsere

Patienten zum Einsatz! Und ein wenig verblüfft waren

sogar die Mitglieder im Aufsichtsrat, als sie hörten,

dass wir mit der neuen Echokardiologie mehr können

als die Universitäten in Kiel und Lübeck und dass wir

als einzige Klinik in Schleswig-Holstein den Organspendepreis

2007 in Bremen erhielten. Und dann wurde unsere

Prostatadiagnostik vom Land zum medizinischen

Leitprojekt gewählt und ihr Erfi nder Dr. Loch zum

Professor ernannt. Dieses Heft berichtet über einige

Behandlungsmethoden an der DIAKO, die vor einigen

Jahren noch für unmöglich gehalten wurden. Gut, dass

die Medizin sich zum Wohle der Patienten weiterentwickelt

– besonders auch in Flensburg!

Aber manches wird in der DIAKO auch als unmöglich

empfunden. Zu nennen ist dabei die Modernisierung

der OPs bei laufendem Betrieb oder die Enge und

das Warten auf den Fluren in der ZNA, der Zentralen

Notaufnahme. Keiner hatte vor vier Jahren damit

gerechnet, dass monatlich bis zu 5 000 Patienten dort

behandelt bzw. durchgeschleust werden. Wir werden

wieder bauen, schneller als das Land das mitfi nanzie-

Pastor

Frank Schlicht

ren kann, weil es unseren Patienten nicht erst 2012

besser gehen soll.

In die Kategorie „möglich, aber eigentlich unmöglich“

fällt die Nachricht, dass unser Ärztlicher

Direktor Dr. med. habil. Braun uns im Januar

verlässt und an die Charité in Berlin zurückgeht,

um wieder primär als Arzt in Medizin

und Forschung zu wirken. Wir bedauern

diese ganz persönliche Entscheidung und

danken ihm für sein Riesenengagement in

den letzten zwei Jahren. Ebenso gilt unser

Dank Privatdozent Dr. Heusermann, der nach

21 Jahren als Chef der Pathologie nun in

den Ruhestand verabschiedet wurde. Beide

haben das Diakonissenkrankenhaus deutlich

vorangebracht. Wer als Pathologe neuer „Klinik-Lotse“

und wer neuer Chefarzt in den Fachkliniken Nordfriesland

geworden ist, lesen Sie auch in diesem Heft.

Von dem, was bei Gott möglich ist, predigen unser

neues Aufsichtsratsmitglied Pröpstin Carmen Rahlf

und unser neuer Vorsitzender Bischof Gerhard Ulrich.

Nach 17 Jahren in diesem Amt schied Bischof Dr.

Knuth aus. Natürlich gilt ihm unser besonderer Dank.

Vielleicht hatte er beim Abschied das Mögliche und

Unmögliche bei uns im Sinn, als er sagte: „Diese Diakonissenanstalt

ist schon ein besonderes Erlebnis.“ Wie

auch immer, merken wir uns die neue Losung aus dem

Lukasevangelium 19, 27:

„Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott

möglich.“

Ihr


Inhalt

Festwoche zum Kirchenjubiläum 4

Wechsel im Aufsichtsrat 8

Dr. Loch: Berufung zum Professor 9

Besucherandrang bei der Vorstellung neuer Behandlungsmethoden 10

Haus Pniel wird zum „Mutterhaus“ der DIAKO 14

Auszeichnung für besonderes Engagement in der Organspende 15

Dr. Christoph Mai ist neuer Chefarzt der Fachkliniken Nordfriesland 16

Klinik-Lotse Dr. Ulrich Heusermann ging von Bord 17

Jens Asmußen ist Nachfolger von Klaus Drückler als Personalchef 19

Bestanden: 63 Examen im Ökumenischen Bildungszentrum 20

Aktion zum Handschutz und zur Händehygiene 21

Flohmarkt in der Krankenhausbücherei 22

Marie Preusse spendete Abendmahlskelch und Brotteller 23

Findungskrimi: Sr. Irmgard Jürgensen auf den Spuren von Pastor Pohl 24

Neuigkeiten aus dem Katharinen Hospiz / Wechsel in der Leitung 26

Gottesdienste zu Weihnachten und zum Neuen Jahr 28

Seite

Seite 3


Herzlichen Glückwunsch, DIAKO-Kirche!

Festwoche zum 125. Geburtstag

Ausstellungen, Lutherbier und Festgottesdienst mit Bischof Gerhard Ulrich

Am 28. November 1883 wurde die Kirche der Ev.-Luth.

Diakonissenanstalt Flensburg eingeweiht. Bau und

bauliche Veränderungen sowie das kirchliche Leben in

den 125 Jahren seit der Einweihung standen im Mittelpunkt

von Ausstellungen und Veranstaltungen, die

im Rahmen einer Jubiläumswoche vom 24. bis 29. November

in der DIAKO stattfanden. Dazu gehörten die

Ausstellung „125 Jahre DIAKO-Kirche“, gestaltet von

Schülern der Eckener-Schule Flensburg, ein vergnüglich-geistreicher

Abend mit zwei Gästeführerinnen aus

der Lutherstadt Wittenberg, Andachten, eine Ausstellung

mit Kinderbildern sowie ein Festgottesdienst mit

Bischof Gerhard Ulrich, Flensburgs Oberbürgermeister

Klaus Tscheuschner, Kreispräsident Eckhard Schröder

und Autorin Renate Delfs. Es folgt ein Text von Pastor

Frank Schlicht, Rektor der DIAKO, anlässlich des

Kirchenjubiläums.

Die Diakonissenanstalt ist ohne ihre Kirche nicht

denkbar. Hier

haben unzählige

Patienten Trost und

Zuspruch gesucht.

Hier sind Diakonissen

eingesegnet und

Chefärzte eingeführt

worden. Hier wurde

getauft, getraut,

gefeiert, aber auch

getrauert.

An der Kirchenmusik

haben Menschen

sich an diesem Orte

erfreut. Und immer

wieder kam von hier

die Ansage, warum

und wozu wir unsere

diakonischen, medizinischen, pfl egerischen und gesellschaftlichen

Aktivitäten entfalten. In dem Hausspruch

der Diakonissenanstalt, der schon für ihre

Vorgängerin, das Gotthard- und Anna-Hansen-Stift,

seit 1804 gilt, heißt es:

„Was Ihr getan habt einem von meinen geringsten

Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25)

Das Motiv unseres Handelns ist aus dem Christusgeschehen

abgeleitet. Ohne dass wir IHM Raum geben,

im wörtlichen wie übertragenen Sinne, verliert die

Arbeit der Diakonissenanstalt ihren ursprünglichen

und zukunftsweisenden Sinn.

Nun gab es aber nicht von Anfang an eine Diakonissenkirche.

Ein „Betsaal“ wurde genutzt. Er lag am alten

Eingang an der Knuthstraße neben dem jetzigen

Lutherzimmer. Dort hatte auch die Oberin ihr Zim-


mer. Man nahm, wenn der Betsaal sonntags zu klein

wurde, die angrenzenden Räumlichkeiten zur Hilfe.

Rektor D. Matthiesen schrieb darüber in seiner Chronik:

„So klein und schlicht der Betsaal des Hauses

war, er musste doch durch seine Ausstattung und die

liturgische Gestaltung der Haupt- und Nebengottesdienste,

die Grundlage alles dessen aufnehmen, was

hernach auf diesem Gebiet bei uns erarbeitet worden

ist. In Schleswig-Holstein lag damals alles Liturgische

im Argen. Pastor Wacker hat von Grund auf alles neu

bearbeiten müssen. Ihm half die gute lutherische

Tradition, wie er sie in Hannover, in Neuendettelsau,

in Dresden und in St. Elisabeth, Berlin, in den Diakonissenhäusern

antraf …“.

Vor 125 Jahren war es dann soweit, dass unsere heutige

Kirche eröffnet wurde.

Darüber schreibt die Chronik:

„Die Kirchweih am Mittwoch, dem 28. November

1883 war ein großes Freudenfest. Die neunjährige

Entwicklung der Diakonissenarbeit hatte große Beachtung

gefunden. Die Spitzen der Behörden waren

erschienen: Der Oberpräsident, der Regierungspräsident,

die Exzellencen von Lüderitz und von Massow,

der Konsistorialpräsident, der Landgerichtspräsident,

das Herzogliche Haus mit ihren Prinzessinnen aus

Itzehoe, Louisenlund, Glücksburg. Der Propst und die

Stadtgeistlichen im Ornat, die Hausvorstände der

Mutterhäuser aus Altona, Hamburg und Hannover.

Generalsuperintendent Dr. Godt hielt die Einweihungsrede

über das Evangelium vom Barmherzigen

Samariter, der blinde Organist Eller spielte die neue

Orgel. Pastor Wacker predigte zum ersten Mal von

der neuen Kanzel, und zwar über den Zöllner Zachäus

und das Wort. „Heute ist diesem Hause das Heil

widerfahren…“

Die Versammlung ehrte Herrn Architekt Prale durch

„Erhebung von den Sitzen“.

Beim 50-jährigen Jubiläum der Diakonissenanstalt,

1924, war die Kirche zu klein geworden. Sie galt als

„Stätte, wo der Puls unseres Hauses schlägt und

Grundquell unserer Kraft und Freude.“ Heute würden

wir von der Corporate identity eines diakonischen

Unternehmens sprechen.

Der bis dahin quadratische Südfl ügel wurde um 7,5

Meter gestreckt. Dadurch erhöhte sich die Zahl der

Südfenster der Kirche von vier auf sechs, und die Zahl

der Bankplätze von 280 auf 400 Sitze. Außerdem

wurde auch Platz gewonnen

für den darunterliegendenSpeisesaal

und die Küche.

Für die künstlerische

Ausgestaltung der

14 Meter langen

Nordwand wurde

Professor Dr. Rudolf

Schäfer gewonnen.

Bis heute sind die

beiden großen Bilder

„Weihnachten“ und

„Abendmahl“ sowie

die fünf klugen Jungfrauen

als Einzelgestalten

zwischen den

Fenstern erhalten.

Der Künstler stellte

Seite 5


sein Werk unter das Thema: „Der Herr kommt“.

1952 und noch einmal vor einigen Jahren wurden die

Bilder farblich restauriert.

Von Anfang an erklang eine Orgel in der Diakonissenkirche.

Ab 1926 wurde sie durch eine neue, größere

Sauer-Orgel ersetzt. 1969 kam die jetzige Marcussen-

Orgel in die Kirche.

Es gibt eine Vielzahl von Menschen zu nennen, die in

der Kirche wirken.

29 Jahre lang spielte der blinde Organist Eller die

Orgel. Emmi Hartten war dann von 1917 bis 1956 Organistin.

Mit ihr zusammen wirkte 32 Jahre lange Sr.

Luitgard von Senden als Chorleiterin im Gottesdienst.

Kantor Hacke übernahm bis 1958 Chor und Orgel. In

seine Nachfolge trat S. Wiebke Kiekbusch bis 1993,

gefolgt von S. Irmgard Jürgensen bis 2006, Matthias

Schopf und seit 2007 Ronald Balg.

Ein Jahr nach der Kirchengründung wurde 1884 der

Matthias-Claudius-Posaunenchor gegründet. Mit

ihm sind u.a. die Namen Heiligtag und Kruschwitz

verbunden. Im nächsten Jahr steht also auch hier das

125-jährige Jubiläum an.

Als Kirchenschwestern haben viele Diakonissen gewirkt.

Da tauchen in der Erinnerung die Namen von

Schwestern aus der Diakoniegemeinschaft auf wie

Elise Meier, Olga Sebelin, Jenny Hannel, Emma Hirthe,

Edelgard Dolgner, Hilde Breede, Ursula Speer, Hanna

Offenborn, Paula Janz, Wally Hantel und bis heute

Lotte Witt, Ilse Müller, Susanne Henke und Dagmar

Jonas.

Neben den bekannten Rektoren der DIAKO, Wacker,

Matthiesen, Thomsen, Feilcke, erinnern wir uns an die

Krankenhausseelsorger und -seelsorgerinnen, die das

gottesdienstliche Leben in dieser Kirche mitgetragen

haben:

Asmussen, Pohl, Grümmer, Alver, Paulsen, Johann

Schmidt, Johannes Schmidt, Bauer, Gartzke, Kragh,

Tonnesen, Vierck, Johannsen, Rüß, Matthias Dahl,

Renate Singhofen, Joachim Muhs, Gundolf Semmler,

Martina Ulrich, Gudrun Gießler-Petersen, Babette Lo-

renzen, Dr. Donata Dörfel, Bettina Sender, Dirk Römmer,

Birgit Lunde, Ute Köppen und Susanne Dinse.

Gerade in den letzten Jahren haben mehrere Seelsorgerinnen

gleichzeitig und befristet den Seelsorgedienst

der gewachsenen Diakonissenanstalt

verstärkt.

Der vorletzte Rektor der DIAKO, Pastor Dr. Feilcke,

nutzte 1983 zusammen mit der Oberin Sibilla Schäfer

und ihrer Stellvertreterin Gerda Pommerening das

100-jährige Jubiläum unserer Kirche, diese grundlegend

zu renovieren und zu modernisieren.

So erhielt die Kirche verschiedene Kunstwerke von

Professor Günter Hansing: die sechs Südfenster, das

Kreuz auf dem Altartisch, das 7-teilige Fenster im

Chorraum, die Taufe, das Tabernakel und das Symbol

des Heiligen Geistes in Form einer aufsteigenden

Taube in der Kuppel des Chorraums.

Obwohl die Zahl der Diakonissen abgenommen hat,

hält sich die Zahl der Gottesdienstbesucher konstant.

Rund 3600 Menschen kommen jährlich in die

Sonntags- und Festgottesdienste. Besondere Predigtreihen,

die Morgenandachten, Sondergottesdienste

mit Mitarbeitern, mit Segnung und Salbung oder

auch liturgisch gestaltete Vespern sprechen darüber

hinaus viele Menschen an, so dass dadurch weitere

bis zu 5000 Besucher pro Jahr die Kirche betreten.

Zu den bekanntesten zählen, um einige Namen zu

nennen, die deutsche Kaiserin Auguste Viktoria, der

Maler Emil Nolde oder die Ministerpräsidenten von

Hassel oder Carstensen.

Inzwischen hat unsere Diakonissenkirche „Töchter“

bekommen: Es sind die Räume der Stille im Krankenhaus

und die Andachtsräume in den Heimen.

Über allem stand und steht der Hauspsalm der

DIAKO:

„Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die loben

dich immerdar. Wohl den Menschen, die dich für

ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandern.

Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum

Quellgrund…“ (Psalm 84,. 5ff)

FRANK SCHLICHT


Kirche in der Kirche:

Die Kinder der Kita

„Kapernaum“ vor ihrem

kleinen Kunstwerk.

Kamen mit einem „Karren“ voller

Lutherbier und Lutherbrot aus

Wittenberg nach Flensburg: Die Mägde

(gespielt von zwei Gäste-Führerinnen

der Lutherstadt) hatten viel

Interessantes über Alltag und Leben

Luthers und Cranachs zu erzählen.

Erste Predigt in Flensburg nach seiner Amtseinführung: Bischof Gerhard Ulrich mit (v.l.) Karl-Heinz

Vorwig, Kaufmännischer Direktor, Autorin Renate Delfs, Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner,

Kreispräsident Eckhard Schröder und Pastor Frank Schlicht beim Festgottesdienst. Fotos: Michel

Seite 7


Wechsel an der Spitze des DIAKO-Aufsichtsrats: Bischof Gerhard Ulrich (l.) übernahm den Vorsitz von

Bischof i.R. Dr. Hans Christian Knuth. Foto: Schlicht

Wechsel im Aufsichtsrat

17 Jahre trug Bischof Dr. Hans Christian Knuth Verantwortung für die DIAKO

17 Jahre trug Bischof Dr. Knuth an oberster Stelle

Verantwortung für die DIAKO. Schwere Entscheidungen

fi elen in seine Amtszeit als Vorsitzender des

Aufsichtsrats, wie zu Anfang, als es um die Abgabe

des Martin-Luther-Krankenhauses in Schleswig oder

die Übernahme der Städtischen Frauen- und Kinderklinik

in Flensburg ging. Zu den Pfl ichten des Aufsichtsrats

gehören die Wahlen der leitenden Kräfte.

Die Auswahl von 17 Chefärzten, drei kaufmännischen

Direktoren, zwei Oberinnen und einem Rektor leitete

Bischof Knuth. In seiner Amtszeit wuchs die DIAKO zu

dem größten Arbeitgeber im Flensburger Raum mit

rund 2 500 Mitarbeitern.

Nach dem Jahresfestgottesdienst in der Marienkirche

übergab Bischof Dr. Knuth den Vorsitz an seinen

Nachfolger Bischof Gerhard Ulrich. In seinen Abschiedsworten

machte er deutlich, dass ihm die

DIAKO, die er seit Kindheitstagen als Sohn eines

Flensburger Propsten kennt, immer besonders wichtig

war und fügte schmunzelnd hinzu: „Diese Diakonissenanstalt

ist schon ein besonderes Erlebnis.“

Die DIAKO dankt Bischof Dr. Knuth mit einem Gutschein

für einen Rundfl ug über Flensburg für sein

außerordentliches Engagement und freut sich auf die

Zusammenarbeit mit seinem Nachfolger.


Dr. Loch: Berufung zum Professor

Gesundheitsministerin erklärt ANNA zum „medizinischen Leitprojekt“

Privatdozent Dr. Tillmann Loch, Chefarzt der Urologie

des Flensburger Diakonissenkrankenhauses,

wurde zum außerordentlichen Professor der medizinischen

Fakultät der Christian-Albrechts-Universität

zu Kiel berufen. Das Flensburger Diakonissenkrankenhaus

ist seit Jahren akademisches Lehrkrankenhaus.

Prof. Loch hat das computergestützte Ultraschall-Verfahren

„C-TRUS/ANNA“ zur Früherkennung

von Prostatakrebs entwickelt, für das er mit dem

Maximilian-Nitze-Preis, der höchsten wissenschaftlichen

Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für

Urologie, ausgezeichnet wurde. Außerdem wurde das

ANNA-Verfahren vom Land Schleswig-Holstein nun

zum „medizinischen Leitprojekt“ erklärt. Das Land

fördert an der DIAKO Flensburg den Aufbau eines

klinischen Referenzzentrums (Center of Excellence),

das Aus- und Fortbildung zum neuen Diagnoseverfahren

sowie Wissenstransfer zwischen den beteiligten

Urologen ermöglicht. „Das Beispiel ANNA zeigt,

welchen überlebenswichtigen Nutzen medizinische

Innovationen aus Schleswig-Holstein haben können“,

sagte Gesundheitsministerin Dr. Gitta

Trauernicht kürzlich bei der Vorstellung

des Jahrbuches 2008/2009 „Gesundheitsland

Schleswig-Holstein“, in dem

das neue Diagnoseverfahren eines der

Hauptthemen ist.

ANNA (artifi zielle neuronale Netzwerkanalyse)

ist eine Weiterentwicklung des

herkömmlichen transrektalen Ultraschalls,

die eine wesentlich genauere

Diagnose ermöglicht. Herkömmlicher

Ultraschall lässt eine eindeutige Beurteilung

der Grautöne im Bild nicht zu – mit

bloßem Auge ist Prostatakrebs nicht

zweifelsfrei zu erkennen. Das neue Verfahren

ermöglicht mit Hilfe einer Computeranalyse

die Informationen herauszufi ltern

und zu beurteilen. Basis dafür ist der

computergestützte Vergleich der Daten

mit bereits gespeicherten Daten. „Für die verbesserte

Diagnostik habe ich ANNA regelrecht trainiert“,

erklärt Loch. „Wir haben sie mit sehr komplexen

Daten von Krebsbeispielen gefüttert. Das System hat

die Informationen erlernt und erkennt sie bei neuen

Aufnahmen wieder, klassifi ziert sie und projiziert die

eigene Auswertung mit roten Markierungen auf den

Bildschirm“, so Loch weiter. Mit Hilfe des Systems

können die mit einer Stanze anschließend zu entnehmenden

Gewebeproben, so genannte Biopsien, wesentlich

gezielter entnommen und Tumore präziser

erkannt werden.

Prostatakrebs ist der häufi gste bösartige Tumor bei

Männern. Etwa jeder vierte deutsche Mann erkrankt

im Laufe seines Lebens an Prostatakrebs, nur jeder

fünfte geht zur Krebsvorsorge. Gesundheitsministerin

Trauernicht: „Ich erwarte, dass durch das neue

Verfahren auch bisher präventionsresistente Männer

einfacher motiviert werden, eine Vorsorgeuntersuchung

zu machen. Früh erkannt ist Krebs in über 80

Prozent der Fälle heilbar.“

Prof. Dr. Tillmann Loch nimmt die Glückwünsche von

Bischof i.R. Dr. Hans Christian Knuth (zu dem Zeitpunkt noch

Vorsitzender des Aufsichtsrats) entgegen. Foto: Schlicht

Seite 9


Besucher-Andrang bei der Vorstellung

neuer Behandlungsmethoden

134. Jahresfest: Fachvorträge und Infostände auf der Pfl egemeile in der DIAKO

Es liegt nun bereits einige Zeit zurück. Bei der

Vorstellung neuer und bewährter Behandlungsmöglichkeiten

im Diakonissenkrankenhaus

beim Jahresfest kamen allerdings so interessante

Aspekte zur Sprache, dass an dieser Stelle eine

kurze Zusammenfassung der Referate folgt.

„Bei einem Herzinfarkt

zählt jede

Minute“, betonte

Prof. Abderrahman

Machraoui. In der

Regel lassen sich

verschlossene Herzkrankgefäße

rasch

wieder öffnen, so der

Chefarzt der Medizinischen

Klinik der

DIAKO weiter. Die

Voraussetzung sei

Chefarzt Prof. Dr.

allerdings, dass die

Abderrahman Machraoui Betroffenen schnell

in die Zentrale Notaufnahme

oder direkt in das Herzkatheterlabor der

DIAKO gelangten. Die gute Zusammenarbeit mit dem

Rettungsdienst trage entscheidend zur schnellen Einlieferung

und damit zur Sicherheit der Patienten bei:

„Wir gehören zu den fünf Besten in Deutschland“,

stellte Machraoui eine aktuelle Studie aus diesem

Jahr vor. Diese Informationen und vieles mehr erfuhren

die Zuhörer bei medizinischen Vorträgen, die im

Rahmen des 134. Jahresfestes der DIAKO gehalten

wurden.

Die mehr als 200 Sitzplätze im Fliednersaal reichten

zeitweilig kaum aus. Offensichtlich stießen die Vorträge

auf großes Interesse der Besucher. Ziel des Ak-

tionstages war es, die Leistungsfähigkeit des Diakonissenkrankenhauses

mit seinen zahlreichen Kliniken

und Abteilungen zu

demonstrieren. Dabei

wurde auch das

Gespräch mit den

Besuchern offensiv

gesucht. Karl-Heinz

Vorwig, Kaufmännischer

Direktor der

DIAKO, führte locker

und unterhaltsam

durchs anspruchsvolle

Programm. Auf

einer Pfl egemeile

präsentierten sich Moderator

einzelne Stationen Karl-Heinz Vorwig

und Abteilungen

des Krankenhauses: Die Stände machten durchweg

einen professionellen Eindruck. Im Angebot waren

Informationen von Aromapfl ege bis Stillberatung,

Informationen über Problem-Wundmanagement,

Perinatal-Zentrum, Herzkatheterlabor, Kinesio-Taping,

Kinästhetik, Dialyse, Physiotherapie, Psychotherapie,

Psychosomatik und vieles andere mehr.

Neben seinem Appell, bei Symptomen eines Herzinfarktes

schnell zu reagieren, erläuterte Prof. Machraoui

neue Möglichkeiten, Herzrhythmusstörungen zu

behandeln und durch so genannte Hochfrequenz-Ablationen

zum Teil sogar zu heilen.

Große Resonanz fanden auch die Vorträge zum

Thema „Schlaganfall“. Mehr als 200.000 Menschen

erlitten in Deutschland Jahr für Jahr einen Schlaganfall,

rund 60 Prozent wegen einer Verengung der

Halsschlagader, sagte Gefäßchirurgie-Chefarzt Dr.


Chefarzt Dr.

Knut P. Walluscheck

Knut Walluscheck.

Dabei könne eine

einfache Ultraschall-Untersuchung

zeigen, ob eine

lebensbedrohliche

Verengung der

Halsschlagader

vorliege. Die könne

mit Medikamenten,

dem Einsetzen einer

Gefäßstütze (Stent)

oder einer schonenden

Operation

entfernt werden.

Falls es zu einem Schlaganfall kommt, helfe genau

wie beim Herzinfarkt

nur eine schnelle

Verständigung des

Notarztes, erklärte

Neurologie-Oberärztin

Dr. Ute Kruse. So sei

etwa eine Gerinnsel-

Aufl ösung mit der so

genannten Lyse-Therapie

in der DIAKO-Spezialstation

„Stroke Unit“

nur bis zu drei Stunden

nach einem Schlagan-

Oberärztin

fall möglich. Anhand

Dr. Ute Kruse

von Abbildungen zeigte

die Neurologin, wie

sich das geschädigte

Hirnareal von Stunde

zu Stunde vergrößert,

wenn man nichts

unternimmt. Neurologie-Bereichsleiterin

Sr. Inken Loeck und

Julia Jennrich, Leitende

Physiotherapeutin

der DIAKO, hoben die

Bereichsleiterin

Schlaganfall-Behand-

Sr. Inken Loeck

lung als „multiprofes-

Leitende Physiotherapeutin

Julia Jennrich

sionellenBehandlungspfad“ hervor:

Die Rehabilitation

und Mobilisation

erfolgten gleich

von Anfang an auf

der Station. Inken

Loeck und Julia

Jennrich beschrieben

das Bobath-

Konzept, das darauf

abziele, dass die

Patienten nach

einem Schlaganfall

so schnell wie möglich wieder selbstständig werden.

Viele wertvolle Tipps und Informationen gab es auch

bei den übrigen Vorträgen. In seinem Beitrag über

das „Mammascreening“ hob Radiologie-Chefarzt

Prof. Stefan Müller-Hülsbeck die Bedeutung dieses

bundesweiten Vorsorge-Programms

zur Brustkrebsfrüherkennung

hervor.

Das Programm habe

sich zum Ziel gesetzt,

die Sterblichkeit

in der Gruppe

der teilnehmenden

Frauen im Alter von

50 bis 69 Jahren, in

der der Brustkrebs

am häufi gsten

Chefarzt Prof. Dr.

auftritt, um 35 bis 40

Prozent zu senken.

Stefan Müller-Hülsbeck

Die Strahlenbelastung

ist gering, die

Chance auf die Entdeckung eines Tumors im Frühstadium

groß – so könnte man zwei der wichtigsten

Argumente von Müller-Hülsbeck für die Teilnahme an

dem Programm zusammenfassen.

Die Vorteile beim „Operieren mit moderner Navigation“

stellten Dr. Thorsten Lange und Dr. Rüdiger

Buchalla an zwei sehr unterschiedlichen Körperregio-

Seite 11


nen dar. Dr. Buchalla

beschrieb zunächst

die Tumorlokalisation

im Hirn ohne

Computer, um dann

aufzuzeigen, dass

sich der operative

Weg mit Hilfe der

Navigation exakter

planen und Tumorgrenzen

einfacher

abstecken lassen.

Buchalla: „Erst die

Oberarzt

moderne Navigation

Dr. Rüdiger Buchalla macht es möglich,

zu sehen, wo man

sich mit seinem Instrument während der Operation

genau befi ndet.“

Je exakter künstliche Gelenke implantiert werden,

desto länger ist ihre Haltbarkeit – da ist sich Dr.

Thorsten Lange, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie

und Orthopädie, sicher, auch wenn Langzeitstudien

noch fehlen.

Und die

in der DIAKO

seit kurzem

eingesetzte

hoch moderne

Navigationstechnik

führe zu einer

Optimierung

des Implantatsitzes,

sagte

Lange. Die

Chefarzt Dr. Thorsten Lange Computerbildererleichterten

die Planung und die Überprüfung des genauen

Sitzes während der Operation. Doch: „A fool with a

tool is still a fool“, erklärte Lange und betonte, dass

nach wie vor die Erfahrung des Operateurs höher zu

bewerten sei als jedes neue „Werkzeug“: „Wir arbeiten

mit Vorschlägen des Computers, wir liefern uns

nicht aus.“

So genannte nichtreparableRotatorendefekte

führten

dazu, dass 50 Prozent

der über 70-Jährigen

Probleme mit

der Beweglichkeit

des Schultergelenkes

haben, erklärte

Orthopädie-Chefarzt

Dr. Christoph Stahl.

Arthrose und Entzündungengehör-

Chefarzt Dr.

ten zu den häufi gs-

Christoph Stahl

ten Ursachen für

Probleme mit dem

beweglichsten aller Gelenke. Aber auch bei Trümmerbrüchen

und Knochentumoren sei der künstliche

Ersatz des Schultergelenkes häufi g die einzige Möglichkeit,

eine verbesserte Beweglichkeit zu erreichen.

Das führe oftmals zu einer Schmerzlinderung, eine

vollständig wiederhergestellte Beweglichkeit ohne

Einschränkungen sei nach diesem Gelenkersatz aber

nicht möglich. Dr. Stahl zeigte verschiedene Möglichkeiten

des Ersatzes von Kopf und Pfanne oder beidem

auf.

Um den Einsatz von Botulinumtoxin bei Blasenschwäche

und bei spastischer Muskulatur ging es

dann bei zwei weiteren Vorträgen. Der Urologe Dr.

Björn Wefer zeigte die Behandlungsmöglichkeiten bei

Harninkontinenz,

„einem Tabuthema,

das im Alter und

besonders bei Frauen

an Bedeutung

zunimmt“, sagte

Dr. Wefer. Unter

örtlicher Betäubung

werde bei einer

„überaktiven“ Blase

Botox in den Blasenmuskel

gespritzt:

„Die Methode ist

Dr. Björn Wefer

effektiv, sicher und


akzeptiert“, so Wefer. Nach acht Monaten lasse die

Wirkung allerdings nach, und die Behandlung müsse

wiederholt werden. Wefer: „Doch selbst bei wiederholtem

Einsatz sind Nebenwirkungen nicht bekannt.“

Von einer „effektiven und nebenwirkungsarmen

Behandlungsmethode“

sprach auch

Dr. Henning Stolze,

Chefarzt der DIAKO-

Klinik für Neurologie.

Er wende sie bei

spastischer Parese

etwa bei Patienten

nach Schlaganfall

oder Querschnittslähmungen

an. Die

Behandlung führe

dazu, dass steife

Chefarzt PD Dr.

Extremitäten wieder

Henning Stolze

bewegt werden

können, dass zum

Beispiel ein Arm wieder gestreckt werden kann, um

das Anziehen zu erleichtern.

Von dem spannenden Thema „Die Rettungskette:

Vom Notfall zur Behandlung“ berichteten zum

Schluss Oberarzt Dr. Nils Stegmann und Dagmar

Paysen, Leiterin der Zentralen Notaufnahme. Dr. Stegmann

zählte zunächst die unterschiedlichen Anlaufstellen

und Helfer auf, die in Flensburg und Umgebung

im Einsatz sind

bzw. im Hintergrund

bereit stehen, sollte

es zu einem größeren

Unfall mit vielen

Verletzten kommen.

Dagmar Paysen

beschrieb die Ersteinschätzung

nach

Dringlichkeit, die

so genannte Manchester-Triage,

sowie

Untersuchungen und

Oberarzt Dr. Nils Stegmann erste Behandlungs-

Dagmar Paysen, Leiterin der

Zentralen Notaufnahme

maßnahmen bei

den Patienten, die in

die Zentrale Notaufnahme

gelangen.

Anhand eines Herzinfarktpatienten

aus

Padburg zeigte sie

die Rettungskette

von der Verständigung

des Notarztes

bis hin zum Einsetzen

eines Stents im

Herzkatheterlabor

der DIAKO auf, um

wie zuvor bereits

Prof. Machraoui zu

betonen, wie wichtig das rechtzeitige Reagieren ist:

„Bei starken Schmerzen, die länger als drei Minuten

anhalten, im Zweifel den Rettungsdienst anrufen“,

appellierte sie an die Zuhörer im Fliednersaal.

OLE MICHEL

Sehr viele Interessierte waren zu den medizinischen Vorträgen

in den Fliednersaal gekommen. Fotos: Michel

Seite 13


Neue Zukunft fürs Haus Pniel: Da die Umbauten für den Erhalt des Pfl egeheims zu aufwändig wären,

soll dort nun ein „Mutterhaus“ für die DIAKO entstehen, und zusätzlich sollen Arztpraxen einziehen.

Foto: Michel

(Bald) alles neu im Haus Pniel

Pfl egeheim wird aufgegeben / Räume für Diakoniegemeinschaft und Arztpraxen

Das Haus Pniel muss zum 30. Juni 2009 als Feierabend-

und Pfl egeheim aufgegeben werden.

Es bestehen von Seiten der Heimaufsicht und der

Feuerwehr erhebliche Aufl agen und Bedenken aus

Gründen des Brandschutzes. Weitreichende Sanierungs-

und Umbaumaßnahmen wären nötig, um als

Pfl egeheim weiter arbeiten zu können.

Was ist geplant?

Das Haus wollen wir jedoch als Ursprungsstätte der

DIAKO erhalten und auch weiterhin im Sinne unserer

Diakoniegemeinschaft führen, so dass in einem

Teil des Gebäudes ein Mutterhauscharakter für die

DIAKO entstehen könnte, mit Gesellschaftsräumen

und vielen geistlichen Angeboten.

Verschiedene Ärzte haben angefragt, die eventuell

im Flügel zur Duburger Straße Räume für ihre Praxis

anmieten möchten.

Viele Überlegungen sind im Moment im Gange, wobei

wir natürlich ganz besonders auch die Aufl agen

der Denkmalpfl ege im Auge haben müssen.

Die bisherigen Pfl egeheimplätze werden in unsere

anderen Pfl egeheime verlegt. Die Schwestern und

Bewohnerinnen haben die Zusage erhalten, in eines

der Häuser der DIAKO - Soziale Einrichtungen umziehen

zu können. Zur Wahl stehen neben dem Gotthard-und-Anna-Hansen-Stift

das Albertinenstift und

das Haus Nordangeln in Langballig. Auch Gelting und

Kappeln können aufnehmen, kommen aber aufgrund

der räumlichen Entfernung zu Flensburg für die meisten

nicht in Frage.

Inzwischen haben sich alle Schwestern und der größte

Teil der Bewohnerinnen für das GAH entschieden.

Die Schwestern sollen überwiegend im Erdgeschoss

einziehen, damit dort das gemeinschaftliche Leben

mit gemeinsamer Mahlzeit und Andachten usw.

weiter gepfl egt werden kann.


Auszeichung für besonderes

Engagement in der Organspende

Sr. Moiken Wölbing und Dr. Bettina Grewe in Bremen geehrt

Seit 1997 engagiert sich Sr. Moiken Wölbing

im Bereich der Organspende und ist damit die

„dienstälteste“ Transplantationsbeauftragte der

DIAKO. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass

die DIAKO neben drei weiteren Krankenhäusern

aus Bremen, Hamburg und Niedersachsen und als

einzige Einrichtung Schleswig-Holsteins nun mit dem

Organspendepreis 2007 ausgezeichnet wurde. Verliehen

wird der Preis von den Gesundheitsministerien

und Senatsverwaltungen, der Deutschen Stiftung

Organtransplantation (DSO) Region Nord und dem

Fachbeirat der Region Nord. Neben der DIAKO Flensburg

wurden das Rote Kreuz Krankenhaus Bremen,

die Hamburger Asklepios Klinik Wandsbek und das

Städtische Klinikum Braunschweig durch die Gesundheitssenatorin

Ingelore Rosenkötter in Bremen für

die Leistungen im vergangenen Jahr ausgezeichnet.

Das Evangelische Krankenhaus im niedersächsischen

Oldenburg bekam eine Sonderauszeichnung für

„nachhaltiges Engagement“.

„In den letzten Jahren ist es den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern der geehrten Krankenhäuser

besonders gelungen, die öffentliche Meinung zur Organspende

positiv zu beeinfl ussen. Dafür sind auch

das nachhaltige Engagement für Fortbildung und

Qualitätsverbesserung sowie eine exzellente Ange-

Ehrung in Bremen: Die DIAKO-Transplantationsbeauftragten Sr. Moiken Wölbing (2. von links) und Dr.

Bettina Grewe (3. v. l.) erhielten die Auszeichnung aus den Händen von Bremens Gesundheitssenatorin

Ingelore Rosenkötter (l.), Dr. Birgit Sitepu aus dem Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein und Dr.

Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (r.).

Seite 15


hörigenbetreuung verantwortlich“, sagte Senatorin

Rosenkötter während der Preisverleihung, bei der die

DIAKO durch Sr. Moiken Wölbing, Gruppenleiterin

Operative Intensivstation, und Anästhesie-Fachärztin

Dr. Bettina Grewe vertreten war.

Folgende Kriterien für die allgemeine Auszeichnung

der Krankenhäuser wurden vom Fachbeirat

der Region Nord zu Grunde gelegt: die Benennung

eines Transplantationsbeauftragten, gezielte Fortbildungen

sowie krankenhausinterne Regelungen

zur Umsetzung von Organspenden. Der Fachbeirat

ist ein beratendes Gremium mit Vertretern aus den

Krankenhäusern bzw. Krankenhausgesellschaften,

Transplantationszentren, Ärztekammern, Krankenkassen

und Länderregierungen.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation ist seit

Juli 2000 die bundesweite Koordinierungsstelle für

Organspende. In der Akutsituation Organspende be-

Ein Chefarzt für alle

gleitet die Stiftung alle Abläufe: von der Feststellung

des Hirntods über das Gespräch mit den Angehörigen

bis hin zum Organtransport. Daneben unterstützt sie

Krankenhäuser durch entsprechende Fortbildungen.

In der DSO-Region Nord werden insgesamt 200 Krankenhäuser

betreut.

Die DIAKO-Transplantationsbeauftragte Sr. Moiken

Wölbing hat bereits zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen

in der DIAKO organisiert, die letzte fand

im St. Franziskus-Hospital statt, „mit denen wir

seit drei Jahren sehr gut zusammenarbeiten“, so Sr.

Moiken. Jährlich seien es zwischen drei und zwölf

Organspender, die die DIAKO an die DSO meldet.

Neben Sr. Moiken Wölbing und Bettina Grewe sind

die beiden Oberärzte Dr. Wolfgang Ries und Dr.

Volker Plate aus der Medizinischen Klinik weitere

Transplantationsbeauftragte der DIAKO.

OLE MICHEL

Dr. Christoph Mai ist neuer Chefarzt der fusionierten Fachkliniken Nordfriesland

Zum ersten Januar dieses

Jahres haben die Fachklinik

Breklum und das Fachkrankenhaus

Nordfriesland

fusioniert. Die Gesellschafterversammlung

hat mit Dr.

Christoph Mai nun einen neuen

Chefarzt für die gesamten

Fachkliniken Nordfriesland

gGmbH berufen. Ein Chefarzt

für alle - dies stellt einen weiteren

großen Schritt auf dem

Weg der fusionierten Häuser

dar. Gleichzeitig wird dadurch

ein Generationenwechsel

eingeleitet.

Chefarzt Dr. Christoph Mai. Foto: Bauer

Christoph Mai wurde 1958

in Hamburg geboren. Er

studierte Medizin an der Hamburger

Universität und wechselte

1992 nach Nordfriesland.

Heute ist er bekennender Wahl-

Nordfriese, der sogar Dänisch

spricht. Da er drei Jahre seiner

Assistenzarztzeit in der Allgemeinpsychiatrie

in Breklum

gearbeitet hat, bevor er an das

ehemalige Fachkrankenhaus

Nordfriesland nach Bredstedt

wechselte, kennt er beide

Häuser in- und auswendig. Im

Jahr 2007 übernahm Dr. Christoph

Mai die Verantwortung als


leitender Arzt im Fachklinikum NF.

Die Fachkliniken NF haben Abteilungen für Allgemeinpsychiatrie,

Abhängigkeitserkrankungen,

Psychosomatik und Umweltmedizin. Als Facharzt

für Psychiatrie und Psychotherapie mit Zusatzausbildungen

in den Bereichen Suchtmedizinische Grundversorgung,

Umweltmedizin und Akupunktur ist Dr.

Christoph Mai für die vor ihm liegenden Aufgaben

bestens gerüstet. Er hat sich viel vorgenommen.

Zum einen gilt es, die gemeindenahe psychiatrische

Versorgung zu sichern und auszubauen.

Christoph Mai sieht weiterhin die Gerontopsychiatrie,

d.h. die Versorgung altersbedingter psychischer

Erkrankungen, als ein wichtiges Thema der Zukunft,

auf das sich die Kliniken weiter vorbereiten müssen,

um das bedarfsgerechte Angebot weiter auszubauen.

Im Bereich Suchterkrankungen wächst die Nachfrage

nach Therapiemöglichkeiten für Onlinesüchtige

stetig an, für die neue therapeutische Konzepte

erarbeitet wurden. Hier haben die Fachkliniken NF

bereits eine Vorreiterrolle für ganz Deutschland

übernommen.

Ein Problem sieht Dr. Mai im Bereich der ärztlichen

Versorgung, da seit 2002 in Deutschlands Kliniken

ein Ärztemangel besteht, der sich immer weiter

zuspitzt und auch nicht an den Fachkliniken NF

vorbeigeht. Nicht zuletzt haben die Fachkliniken mit

schwieriger werdenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

zu kämpfen, so werden die bescheidenen

Lohnzuwächse in allen Berufsgruppen des Gesundheitssystems

schon seit 15 Jahren nicht mehr durch

eine Anhebung der Pfl egesätze ausgeglichen und

der Sparzwang, insbesondere in personenintensiven

Arbeitsbereichen wie der Psychiatrie, ist allgegenwärtig.

Trotzdem ist Dr. Christoph Mai zuversichtlich, die

Problemstellungen der Zukunft zu lösen. Auch in einer

intensivierten Zusammenarbeit mit den anderen

Krankenhäusern der Region sieht er viel Potential für

eine Optimierung der Versorgung.

ANKE BAUER

� Dr. Anke Bauer ist Referentin für Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit bei den Fachkliniken Nordfriesland.

Der Klinik-Lotse ging von Bord

Verabschiedung von Pathologie-Chefarzt Dr. Ulrich Heusermann

Dass verschiedene Redner die gesamte (jüngere)

Geschichte der Pathologie aufrollten, verwunderte

niemanden bei der Verabschiedung von

Privatdozent Dr. Ulrich Heusermann: 36 Jahre lang

war Heusermann in dem Fachgebiet tätig, hat die

Entwicklung zur modernen Pathologie mit gestaltet

und seit 1987 als Chefarzt die Pathologie des Flensburger

Diakonissenkrankenhauses zu einem Institut

mit heute 18 Mitarbeitern aufgebaut. 1,3 Millionen

Gewebeproben wurden in der Verantwortung von

Dr. Heusermann untersucht. „Es ist schwer zu sagen,

wie viele Patienten Ihnen und Ihrem Team ihr Leben

verdanken: Die Anzahl dürfte der Einwohnerzahl einer

Großstadt entsprechen“, hob Dr. Jan-Peter Braun,

Ärztlicher Direktor der DIAKO, die Bedeutung der

Pathologie im Klinik-Alltag, etwa beim genauen Abgrenzen

der Tumoren durch Gewebe-Untersuchungen,

hervor. Ohne diese so genannten Schnellschnitte

des Pathologen sei ein exaktes Operieren gar nicht

möglich: „Der Pathologe ist der Lotse der Therapie,

der moderne Lotse in der Medizin“, so Braun. Gehörten

1970 noch Obduktionen zum Hauptaufgabenbereich,

stehen heute die Diagnostik, etwa vor Beginn

der Krebstherapie und auch noch in der Verlaufskontrolle

eines Tumorleidens, mit Abstand an erster

Stelle. Keine Prostata- oder Brustdiagnostik, keine

Gastroenterologie ohne Pathologie. Dr. Braun betonte

in diesem Zusammenhang, wie wichtig ein eigenes

Seite 17


Privatdozent Dr. Ulrich Heusermann (l.) mit seinem Nachfolger Dr. Helmut Dunker. Foto: Michel

Pathologisches Institut für ein Krankenhaus ist:

Gewebe-Untersuchungen direkt im Haus führen zu

schnelleren Ergebnissen und damit zu einer schnelleren

Entscheidung über die Therapie.

Ulrich Heusermann wurde 1946 in Grömitz in Holstein

geboren. Er studierte Medizin in Kiel, promovierte

1972 in der Kieler Pathologie und habilitierte

1980 für das Fach Allgemeine Pathologie und Pathologische

Anatomie. Seit 1987 hat Heusermann dann

nicht nur das Institut für Pathologie der DIAKO mit

aufgebaut, sondern übernahm im Laufe der Jahre

auch die pathologische Versorgung des Flensburger

St. Franziskus-Hospitals, des Krankenhauses in Niebüll

und des Schlei-Klinikums Schleswig. Dr. Ludwig

Schroeder, Chefarzt der Unfallchirurgie am Schlei-Klinikum

Schleswig, hob „die gute Zusammenarbeit mit

der DIAKO-Pathologie trotz unterschiedlicher Krankenhausträger“

hervor. „Es ist wichtig, dass man sich

auf das sehr exakte Arbeiten eines Pathologen wie

Dr. Heusermann verlassen konnte“, so Dr. Schroeder.

„Ohne die Pathologie, wie Dr. Heusermann sie in

Flensburg aufgebaut hat, würde es keine Hochleistungsmedizin

im Norden geben“, unterstrich Dr.

Braun. Großen Wert habe Dr. Heusermann zudem

auf regelmäßige Konferenzen und Besprechungen

mit den behandelnden Ärzten gelegt. Durch die enge

Abstimmung könne die Behandlung der Patienten

optimal gestaltet werden.

Nach dem Ausscheiden von Dr. Heusermann ist für

Kontinuität in der DIAKO-Pathologie gesorgt: Oberarzt

Dr. Helmut Dunker, seit 16 Jahren Mitarbeiter

von Dr. Heusermann, übernimmt die Leitung des

Institutes.

OLE MICHEL


Klaus Drückler wechselte (ganz) zur DSG

Neuer Leiter der Personalabteilung ist Jens Asmußen

Ich habe Sie immer als sehr loyalen

Mitarbeiter erlebt“, sagte

Karl-Heinz Vorwig, Kaufmännischer

Direktor der DIAKO, während

einer Feierstunde zur Verabschiedung

von Klaus Drückler

im Fliednersaal. Vorwig dankte

dem scheidenden Personalchef

im Namen des Vorstands, des

Krankenhausdirektoriums, aber

auch „ganz persönlich für den

guten Rat und das oft schnelle

Einspringen in Problembereiche“.

Vorwig ließ durchblicken, dass

Klaus Drückler „lange Zeit mit

sich gekämpft hat“, den Posten

des Personalchefs aufzugeben.

Die Mehrfachbelastung sei zum

Schluss dann aber doch zu groß

geworden. Seit dem 1. Dezember

1996 hatte Klaus Drückler die

Personalabteilung geleitet, und mit den Jahren waren

immer mehr Aufgaben hinzugekommen: Drückler ist

Geschäftsführer der DIAKO – Soziale Einrichtungen

GmbH mit ihren Senioren-Einrichtungen von Flensburg

bis Kappeln, Geschäftsführer des BiZ – DIAKO

& ÖBiZ gGmbH, ehrenamtlicher Richter, Dozent an

der Universität Flensburg, Elternbeiratsvorsitzender

die DIAKO-Kindertagesstätte „Kapernaum“ und nun

auch noch Geschäftsführer der Margarethen-Klinik in

Kappeln.

Drückler dankte dem Vorstand, wobei er die „sehr

gute Zusammenarbeit mit Herrn Vorwig“ hervorhob,

dankte besonders aber auch seinen Mitarbeitern:

„Ohne Sie, ohne Ihr Engagement und Ihren Idealismus

wären die letzten zwei Jahre so nicht möglich

gewesen“, lobte Drückler das Team der Personalabteilung

für dessen „Genauigkeit, Geduld, vertrauensvolle

Zusammenarbeit und die Übernahme so

Zum Abschied gab‘s viel Süßes für Personalchef Klaus Drückler,

Mitarbeitervertreter Dr. Folkert Scheil schaut nicht uninteressiert.

zahlreicher Aufgaben“. Er wünschte seinem Nachfolger

Jens Asmußen einen „guten Start“ und wünschte

sich, dass Asmußen „die Teams pfl egt und ihnen

das gleiche Vertrauen entgegenbringt, sie haben es

verdient“.

Der aus Neumünster

stammende Jens

Asmußen war vor

seinem Wechsel an die

DIAKO Personalleiter

in mehreren Einzelhandelsunternehmen.

Der

51-Jährige ist gelernter

Kaufmann und studierteRechtswissenschaften.

Rund 15 Jahre lang

Der Neue: Jens Asmußen

hat er sich zudem im

Bereich der Tarifpolitik

engagiert. Seine Hobbys sind deutsche Geschichte,

historische Kriminalromane und Tennis.

OLE MICHEL

Seite 19


Bestanden: 63 Examen in der Pfl ege

Herzlichen Glückwunsch!

Die 63 Schülerinnen und Schüler am Ökumenischen

Bildungszentrum in der Norderallee

strahlten um die Wette: Nach dreijähriger Ausbildung,

das sind rund 2.100 theoretische und 3.500

praktische Unterrichtsstunden, haben Sie es geschafft:

40 Schülerinnen und Schüler dürfen sich

Gesundheits- und Krankenpfl egerin / bzw. -Krankenpfl

eger nennen und 23 Schülerinnen und Schüler

dürfen sich Altenpfl egerin bzw. Altenpfl eger nennen.

Damit haben sie ihre fachliche und personale Kompetenz

bestätigt bekommen: Appel, Christian;

Abild, Alke; Blunck, Caroline; Bartlefsen, Nicole;

Antonik, Andrea; Borstel, Sarah; Ben Mansour, Sonia;

Bendixen, Irina; Carstensen, Christina; Bugdoll, Eva-

Marina; Diederichsen, Nele; Cordsen,

Hauke; Clemens, Marina; Fehlau, Matthias; Hansen,

Marco; Heise, Jessica; Große, Mario; Jahnke, Janina;

Hübner, Ines; Hoffmann, Aaron; Kähler, Lena; Katharina;

Jessen, Andreas; Krüger, Kerrin; Krause, Swetlana;

Jurk, Tatiana; Lange, Vanessa; Ladwig, Saskia; Lucassen,

Maike; Menster, Katarzyna; Mahnken, Bastian;

Oechsle, Julia; Müller, Tanja; Meng, Kirsten; Pagel,

Julia; Nanninga, Janina; Paulsen, Kristina; Paulsen,

Christa Helene; Peters, Nadine; Petersen, Meike;

Kristina; Pöggel, Stephanie; Ruhtz, Tilo; Root, Viktoria;

Rinkleib, Christiane; Schild, Anna Christina; Sperling,

Ulrike; Sagges, Rieke Julia; Spitzbarth, Andreas;

Stelzer, Tanja; Schmidt, Katharina; Streng, Michael;

Thomsen, Andrea; Schuchardt, Monique; Thomas,

Jennifer; Thomsen, Utz-Maraun; Seemann, Sandra;

Wargenau, Malte; Thomsen-Hans, Stefan; Stauch,

Jana; Wozke, Tatjana; Wendt, Tim-Sören; Steinbauer,

Daniela Andrea; Traulsen, Janine; Zabel, Nadine Anneliese.

Gratulation! Die erfolgreichen Examenskandidaten 2008 vor dem Haupteingang des ÖBiZ.


Erfolgskontrolle bei der Händedesinfektion: Hier konnten viele DIAKO-Mitarbeiter testen, ob sie alles

richtig gemacht hatten. Foto: Michel

Handschuhe, Hautschutz und Hautpfl ege

Hautschutz- und Händehygieneaktion im Diakonissenkrankenhaus

Die Haut ist das größte Organ des Menschen.

Dennoch wird die Bedeutung der Haut oft

unterschätzt. Hauterkrankungen sind die häufi gsten

Erkrankungen der bei der Berufsgenossenschaft für

Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspfl ege versicherten

Beschäftigten.

Die Ursachen liegen oft in fehlendem oder mangelhaftem

Hautschutz beim Umgang mit Haut belastenden

Stoffen bzw. Tätigkeiten (z.B. Feuchtarbeit,

Chemikalien, Reinigungsmittel) und/oder einer nicht

ausreichenden Pfl ege. Ist die natürliche Barrierefunk-

tion der Haut erst einmal gestört, besteht die Gefahr

eines Ekzems und im weiteren Verlauf einer chronischen

Hauterkrankung z.B. in Form einer Allergie.

Zur Beratung der Mitarbeiter der DIAKO hatten die

Betriebsärztin Dr. Birgit Bronnert, der Hygienefachmann

Martin Dethlefsen und die Berufsgenossenschaft

für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspfl ege

(BGW) zu einer gemeinsamen Aktion in die Lukashalle

eingeladen.

Es wurde über Handschuhe, Hautschutz und Haut-

Seite 21


pfl ege informiert. Die richtige Händedesinfektion war

ein weiterer Schwerpunkt der Aktion. Der Händehygienenachweis

nach DIN 1500 konnte im Rahmen

der Veranstaltung erworben werden. Anhand eines

fl uoreszierenden Desinfektionsmittels konnten die

Mitarbeiter durch Lichteinwirkung in einer Dunkelkammer

eine Erfolgskontrolle ihrer Händedesinfektion

durchführen.

Das Interesse an der Aktion war groß, insgesamt wur-

den 85 Mitarbeiter beraten und geschult - weitere

Aktionen sind geplant.

Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung.

BIRGIT BRONNERT

MARTIN DETHLEFSEN

� Der Betriebsärztliche Dienst ist unter Tel. 1181 zu

erreichen.

Flohmarkt in der Krankenhausbücherei

Veranstaltung im Rahmen von „Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek“

Im „Treffpunkt Bibliothek“: Büchereileiterin Andrea Lorenzen-Graeper

und Rektor Frank Schlicht mit einem Patienten. Foto: Sommer

Hunderte von Patienten und Lesern nutzten in

der Krankenhausbücherei der Diakonissenanstalt

die Gelegenheit zu Schnäppchenkäufen. Die

Leiterin der Krankenhausbücherei, Andrea Lorenzen-

Graeper, freute sich über einen Umsatz von einigen

hundert Euro. Das Geld wird für dringend benötigte

CD-Abspielgeräte, aktuelle Hörbücher und Lesebrillen

eingesetzt. Über 600 Patienten werden allwöchentlich

mit Lesestoff auf den Stationen versorgt, denn

die Mitarbeiterinnen suchen die Patienten etwa

1-2 mal pro Woche auf. Der absolute Ausleihrenner

ist zurzeit der neue Roman

von Ken Follett: „Die Tore der

Welt“. Selbstverständlich ist

der Roman „Schweigeminute“

von Siegfried Lenz in mehreren

Exemplaren vorhanden. In der

Krankenhausbücherei gibt es

aber auch noch über 5000 weitere

Titel, die für Patienten zur

Ausleihe zur Verfügung stehen.

Unterstützt wird die Büchereileiterin

von einem Team von

sechs ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen.

Unter dem Motto „Deutschland

liest.Treffpunkt Bibliothek“

und vom Deutschen

Bibliotheksverband e.v.(dbv)

koordiniert, präsentierten sich deutschlandweit

eine Woche lang öffentliche und wissenschaftliche

Bibliotheken aller Sparten mit ihren innovativen

Leistungen und kreativen Angeboten dem Publikum.

„Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek“ wird unterstützt

durch das Bundesministerium für Bildung

und Forschung und zahlreiche Sponsoren. Schirmherr

der Kampagne ist Bundespräsident Horst Köhler.

ANDREA LORENZEN-GRAEPER


Wertvolle Spende: Marie Preusse, Urenkelin eines der Gründungsmitglieder der DIAKO, mit dem von

ihr gestifteten Abendmahlskelch und dem dazugehörigen Brotteller. Foto: Schlicht

Edle Spende: Abendmahlskelch und Brotteller

Marie Preusse und ihre Familie haben eine lange enge Beziehung zur DIAKO

In der DIAKO spiegelt sich an vielen Punkten ein

Stück Flensburger Stadtgeschichte wider. Eine ganz

persönliche Beziehung lebt in diesen Tagen wieder

auf. Marie Preusse stiftet der Diakonissenkirche im

Gedenken an Ihren verstorbenen Ehemann Wolf

Preusse einen Abendmahlskelch und den dazugehörigen

Brotteller, gefertigt aus Silber und Gold von der

Plöner Traditionswerkstatt Laas. Diese wertvollen

heiligen Geräte ergänzen den Bestand und ermöglichen

Abendmahlsfeiern auch in den angegliederten

Heimen.

Der Urgroßvater der Stifterin, Jörn Jordt, war 1874

eines der Gründungsmitglieder der DIAKO. Ihr Groß-

vater Prof. Dr. Wilhelm Petersen war Lehrer am Alten

Gymnasium gegenüber dem Krankenhaus, sie selber

hat mit den Flensburger Diakonissen zusammen

die Krankenpfl ege erlernt. Ihr Ehemann Wolf, Ministerialdirigent

im Kultusministerium, war jahrelang

Kirchenvorsteher in der Anstaltsgemeinde.

Der Vorstand dankt Frau Preusse für diese edle Gabe,

die über die Sorgen des Alltags hinaus Hoffnung auf

Heil und Heilung gibt und einen besonderen Akzent

zum 125. Jubiläum der Kirche setzte.

FRANK SCHLICHT

Seite 23


Stets unermüdlich und ausdauernd bei der Spurensuche: Sr. Irmgard Jürgensen im Archiv der DIAKO.

Foto: Michel

Findungskrimi - oder: Kennen Sie Herrn Pohl?

Sr. Irmgard Jürgensen gibt nicht so schnell auf bei der Suche in der DIAKO-Historie

Wie schon des öfteren wurde ich nach einem

Großonkel gefragt, der in unserer lieben Anstalt

„gearbeitet“ haben soll.

Herr X aus Greifswald fragte telefonisch bei Frau

Drescher im Oberinnensekretariat an, ob wir ihm

diesen Großonkel, Herrn Ernst Pohl, an diesem Ort

bestätigen könnten.

Frau Drescher gab Herrn X meine Telefonnummer

und er rief bei mir an, sprach sein Anliegen aufs Band,

leider ohne seine Telefonnummer zu verraten, aber

mit dem Hinweis, Ernst Pohl habe im vorigen Jahrhundert

hier gearbeitet.

Daraufhin fragte ich verschiedene Mitarbeiter nach

Herrn Pohl, in der Hoffnung, einer könne sich an

Herrn Pohl erinnern, der Pfl eger oder Arzt gewesen

sein könnte, Handwerker oder Verwaltungsangestellter,

und nach ungefährer Schätzung in der Mitte des

vorigen Jahrhunderts bei uns gewesen sein sollte.

Kein Treffer.

Einige Tage später stand ich zufällig bei Frau Drescher

im Sekretariat, als Herr X wieder in der Leitung war.

Diesmal gab er seine Telefonnummer bekannt und

die Tatsache, dass Herr Pohl für die Mission gearbeitet

habe. Das machte mich stutzig, denn die DIAKO

hat niemals Missionare ausgesandt, sondern dafür

war die Breklumer Mission zuständig. Trotzdem begab

ich mich ins Personalbüro und bat Frau Albrecht

um Hilfe. Sie stieg mit mir in den Keller und sah die


Gehaltslisten der Jahre 1938 bis 1960 stichprobenhaft

durch – kein Herr Pohl!

Also brauchten wir einen anderen Ansatz. Altoberin

S. Gerda Pommerening, seit 1949 im Hause, auf

den Namen Pohl angesprochen, erinnerte sich nach

anfänglichem Bedauern an eine „Schwester Pohl“,

deren Vater Missionar gewesen sein könnte, und das

war ein Volltreffer! Denn Schwester Martha Pohl

konnten wir im Diakonissenverzeichnis aufspüren,

und siehe da, ihr Vater war Missionar!

Inzwischen war eine Botschaft von Frau Hansen aus

dem Vorstandssekretariat (Herr X ging zur Sicherheit

diesen zweiten Weg!) in meinem Mailfach gelandet,

die weitere Aufschlüsse über Herrn Pohls Tätigkeit

gab, nämlich die zeitliche Eingrenzung von 1930 bis

zu seinem Todesjahr 1935. Daher kein Fund in den

Gehaltslisten! Mit meinen Informationen über die

Tochter konnte ich Herrn X telefonisch beglücken

und stellte ihm in Aussicht, noch ein wenig weiterzuforschen

und ihm die gefundenen Unterlagen per

Post zuzusenden.

Im Archiv bewahren wir die Rundbriefe der Oberinnen

an ihre Schwestern seit den Gründungstagen

der DIAKO auf, und wahrhaftig, im November 1930

teilte S. Hanni Funcke den Schwestern mit, dass „Herr

Pastor“ (Rektor Carl Matthiesen) in Rendsburg gewesen

sei, um der Verabschiedung von Pastor Ernst

Pohl aus dem Missionarsdienst beizuwohnen, mit

der Aussicht, er werde am 1. Adventssonntag auf die

2. Pfarrstelle in der DIAKO eingeführt und werde mit

seiner Frau in der Moltkestraße wohnen.

Prima. Wenn das so war, musste es auch in den

Korrespondenzblättern aus der Zeit einen Hinweis

darauf geben. Und tatsächlich! Ausgabe November

1930 enthielt die Ankündigung dieser Einführung.

Und wenn 1935 das Todesjahr des Pastors Pohl war,

so musste sich auch dort etwas fi nden. Jawohl! In

Treffer: In der Juli-Septemberausgabe des Korrespondenzblattes von 1935 gibt es einen weiteren

Hinweis auf Pastor Pohl.

der Juli-Septemberausgabe dieses Jahres ist die

„Ansprache am Sarge unseres lieben Pastor Pohl“

abgedruckt!

Ich fertigte fröhlich von allen Funden eine Kopie und

schrieb einen Brief an Herrn X, der auch noch nach

der Anschrift des Nordelbischen Missionszentrums

gefragt hatte, weil er sich von dort weitere Einzelheiten

über das Leben seines Großonkels erhofft. Auf der

Suche nach meinem Bändchen mit Nordelbischen

Anschriften fand ich dies zwar nicht, musste also bei

Frau Drescher Auskunft einholen, aber ich fand etwas

viel besseres:

Im Regal prangte ganz friedlich ein rotes Büchlein mit

dem Rückentitel „E.Pohl – Aus den Anfängen unserer

Breklumer Mission“, 1936 posthum herausgegeben!!

Glücklicherweise fand ich ein weiteres Exemplar in

Neuaufl age von ca. 1980 im Bestand, das ich also im

letzten Moment noch mit in den Umschlag steckte.

Unsere Poststelle hat den Brief befördert, nun warte

ich auf Bestätigung und mindestens eine Tafel Schokolade

aus Greifswald.

IRMGARD JÜRGENSEN

PS: Herr X hat sich inzwischen mit einer DVD von

Greifswald bedankt!

Seite 25


Wechsel in der Hospizleitung

Neuigkeiten aus dem Katharinen Hospiz am Park

Cornelia Faltermann (li.) löste Hannelore Ingwersen als neue Hospizleiterin ab. Foto: Eick

Das Katharinen Hospiz am Park hat eine neue Leiterin:

Hannelore Ingwersen übergab das Amt an

Cornelia Faltermann. Im Rahmen eines Gottesdienstes

im Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital

erhielt Frau Faltermann symbolisch eine Kerze mit

dem Abbild Katharina von Sienas aus den Händen

ihrer Vorgängerin. Anschließend dankten die Redner

vor 130 geladenen Gästen in der Geriatrischen Tagesklinik

Frau Ingwersen für ihr langjähriges Schaffen im

Katharinen Hospiz und wünschten Frau Faltermann

Alles Gute und Gottes Segen für ihre neuen Aufgaben.

Frau Faltermann ist Psychologin und war in den

vergangenen Jahren auf der Palliativstation am

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel

tätig. Gemeinsam mit dem Ärztlichen Leiter Ingemar

Nordlund wird Cornelia Faltermann nun das Katha-

rinen Hospiz führen und dabei den bewussten und

würdevollen Umgang mit Sterben, Tod und Trauer in

Flensburg und Umgebung fördern.

Frau Ingwersen wird sich nach 12 Jahren erfolgreicher

Arbeit im Katharinen Hospiz am Park zunächst

einen langjährigen Wunsch erfüllen. Ein halbes Jahr

lang wird sie in einer Wohngemeinschaft eines Exerzitienhauses

leben. Im April 2009 kommt sie als Mitarbeiterin

des Ambulanten Kinderhospizdienstes in

Teilzeit zu uns zurück – worüber wir uns sehr freuen!

Auszeichnung für die ambulante Palliativversorgung

Im September dieses Jahres wurde erstmalig durch

die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin der

von der Grünenthal GmbH gestiftete und mit 15.000

Euro dotierte Anerkennungs- und Förderpreis „Ambulante

Palliativversorgung“ an drei Träger aus den


Bereichen ambulant und stationär basierte Palliativversorgung,

sowie pädiatrische Palliativversorgung

verliehen. Das Katharinen Hospiz am Park erhielt den

Preis für seine stationär basierte ambulante Palliativversorgung.

Palliative Care Beratung

Bereits seit über 16 Jahren werden vom Katharinen

Hospiz schwerkranke Menschen auf der Palliativstation

begleitet. Darüber hinaus stehen im häuslichen

Bereich und in Pfl egeheimen Schwestern des Ambulanten

Hospiz- und Palliativberatungsdienstes zur so

genannten Palliative Care-Beratung, sozialrechtlichen

Beratung und psychosozialen Begleitung zur Verfügung.

Auch die Ärzte des Katharinen Hospiz führen

neben der Arbeit auf der Palliativstation Hausbesuche

durch und können z.B. Empfehlungen an

Hausärzte aussprechen. Darüber hinaus besteht die

Möglichkeit der Gesprächsbegleitung für Patienten

und sehr belastete oder trauernde Angehörige durch

hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter. Diese

auf der stationären Versorgung basierende ambulante

Palliativversorgung wurde als vorbildlich angesehen

und daher nun ausgezeichnet.

Qualifi zierte Regelversorgung, Krisenmanagement

und ganztägige Notfallbereitschaft

Ausgangspunkt für die Verleihung des Preises im

Bereich der ambulanten Versorgung ist, dass bereits

im Dezember 2007 der Gesetzgeber eine neue Richt-

Impressum:

linie verabschiedet hat, die jedem Menschen eine

Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV)

zusichert. Dies beinhaltet eine qualifi zierte Regelversorgung,

Krisenmanagement und ganztägige Notfallbereitschaft.

Da jedoch zur Umsetzung der SAPV

Verträge mit den Krankenkassen zu schließen und

sehr hohe Qualifi kationsanforderungen einzuhalten

sind, konnte bundesweit bisher noch keine entsprechende

Versorgung aufgebaut werden. Die Preisträger

haben mit ihren Konzepten erhebliche Vorarbeit

für die Umsetzung geleistet.

Langwierige Verhandlungen mit den Krankenkassen

In Schleswig-Holstein arbeiten derzeit 14 Projektgruppen

gemeinsam daran, die notwendigen Verträge

mit den Krankenkassen zu schließen. Die Verhandlungen

sind jedoch langwierig, so dass es für die

Hausärzte immer noch nicht möglich ist, Verordnungen

für SAPV auszustellen. Solange die Spezialisierte

Ambulante Palliativversorgung noch nicht geregelt

ist, bleibt das vielfältige Angebot des Katharinen

Hospizes am Park in der bewährten Form bestehen.

An der konkreten Gestaltung der SAPV in und um

Flensburg arbeitet das Projektteam im Katharinen

Hospiz am Park weiter.

THOMAS SCHWEDHELM

� Thomas Schwedhelm ist Geschäftsführer des

Katharinen Hospizes am Park

Korrespondenzblatt Nr. 42, Ev.-Luth. Diakonissenanstalt zu Flensburg, Knuthstraße 1, 24939 Flensburg

Verantwortlich: Frank Schlicht, Rektor

Redaktion + Gestaltung: Ole Michel

Öffentlichkeitsarbeit DIAKO Tel. 0461 / 812- 2098, michelol@diako.de.

Alle in den Ausführungen angegebenen Personenbezeichnungen gelten sowohl für die weibliche

als auch für die männliche Form.

Wir freuen uns über Ihre Spende: Nospa, Konto: 79960, BLZ: 217 500 00

Wenn Sie möchten, tragen Sie bitte einen bestimmten Verwendungszweck ein, damit Ihre Spende

dort ankommt, wo Sie es wünschen. Herzlichen Dank!

Seite 27


Ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr

wünschen wir allen unseren Patientinnen und Patienten und

allen, die uns sonst auf unterschiedliche Weise verbunden sind!

Herzlich laden wir zu unseren Gottesdiensten zu Weihnachten

und zum Neuen Jahr ein:

Heiligabend 15:00 Uhr Christvesper im Albertinenstift P. Schlicht

Heiligabend 15:00 Uhr Christvesper im Hospiz Pn. Dinse

Heiligabend 15:00 Uhr Engelchorsingen

auf den Krankenhaus-Stationen Pastorinnen + DIAKO-Kantorei

Heiligabend 15:30 Uhr Christvesper im GAH-Stift Matthias Schopf

Heiligabend 16:30 Uhr Christvesper im Haus Pniel S. Irja Petermann

Heiligabend 16:30 Uhr Christvesper in der DIAKO-Kirche P. Schlicht + DIAKO-Kantorei

Do. 25. Dez. 10:00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl Pn. Köppen

Fr. 26. Dez. 10:00 Uhr Andacht mit Lesungen

und Weihnachtsliedersingen Pn. Singhofen

So. 28. Dez. 10:00 Uhr Abendmahlsgottesdienst Pn. Singhofen

Di. 30. Dez. 09:30 Uhr Abendmahl und Jahresschluss im Haus Pniel P. Schlicht

Mi. 31. Dez. 10:00 Uhr Jahresschluss-Gottesdienst im Albertinenstift P. Schlicht

Mi. 31. Dez. 15:30 Uhr Jahresschluss-Andacht im GAH-Stift Matthias Schopf

Mi. 31. Dez. 16:30 Uhr Jahresschluss-Gottesdienst in der DIAKO-Kirche P. Schlicht

Do. 01. Jan. 10:00 Uhr Neujahrs-Gottesdienst Pn. Köppen

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine