Indien - Volker Steinbacher

volker.steinbacher.de

Indien - Volker Steinbacher

Welt

Auge


Der Weg der Steine


Steine gehen auf eine Reise.

Rund um die Welt.

In jedes Land der Erde.

Alle Steine tragen ein aufgemaltes Auge.

Jeder Stein berichtet, was er sieht.


Volker Steinbacher

und

Gerald Wingertszahn


Projektbeginn:

16.3.2003


Südsudan wurde am 12.11.2011

als letzter Staat erreicht.


Inhalt:

Band 1 Projektbeschreibung

Staatenliste

Teilnehmer

Staaten A- K

Band 2 Staaten L-Z

Arktis und Antarktis

Internationale Weltraumstation ISS

Band 3 Texte

Fotos

Kataloge

Materialien

Band 4 Karten

Band 5 Panoramafotos

Band 6 Ergänzungen


Band 1

Projektbeschreibung

Staatenliste

Teilnehmer

Staaten A- K


Projektbeschreibung

Idee und künstlerische Leitung: Volker Steinbacher

Technische Leitung: Gerald Wingertszahn

Steine werden auf dem ganzen Erdball abgelegt.

Damit sie „sehen“, wurde ihnen ein Auge aufgemalt.

Die Überbringer, Reisende aller Art, wählen einen Ort aus und legen den Stein ab.

Jeder Stein, seine Position und Umgebung, wird dokumentiert.

Der Stein bleibt, sein Auge aus Tusche wird beim nächsten Regen verschwinden.

Das Procedere:

1. Steine werden mit Augen bemalt. Alle Steine stammen aus Mirabel/Frankreich.

2. Die Steine gehen auf Reisen:

Mit dem Auto, der Post, dem Flugzeug und auf jede andere Weise.

Der Überbringer bzw. der Empfänger legt den Steine an einen Platz eigener Wahl.

Das kann ein herausragendes Kultur- oder Naturmonument, ein Ort der Trivialkultur aber

auch eine Müllhalde sein, ein Kriegsschauplatz ebenso wie eine Feriensiedlung.

3. Zwei Fragen werden beantwortet:

Wo liegt der Stein ?

Was „sieht“ der Stein?

Jede Steinablage wird protokolliert.

Das Protokoll umfaßt einen kurzen Text, Fotoaufnahmen und andere Originaldokumente. 1

4. Der Überbringer überläßt dem Projekt „Der Weg der Steine“ die Nutzungsrechte für alle

Publikations- und Darstellungsformen und bestätigt, daß er über die entsprechenden

Nutzungs- bzw. Urheberrechte seines Beitrages verfügt.

5. In jedem Land der Erde soll mindestens ein Stein abgelegt werden. 3

6. Das Projekt wird dokumentiert:

- als Internetseite www.wegdersteine.de .

- als virtuelle Reise bei google earth .

- als pdf-Datei. Jedes Protokoll wird auf einer DIN A 4 Seite dargestellt.


1 Urheber der Texte und Fotoaufnahmen muß der Steinablegende sein.

Fremdtexte (außer gekennzeichneten Zitate) sowie Fotos von Autoren aus Lexika, Internet

und anderen Quellen können nicht verwendet werden.

Die Initiatoren behalten sich vor, einzelne Protokolle nicht in die Dokumentation aufzu-

nehmen.

Gründe hierfür sind z.B.:

- an entsprechendem Ort oder Staat liegen bereits ein oder mehrere Steine,

- die Dokumentation enthält keine für Andere relevante Information,

- die Dokumentation diskriminiert bestimmte Ethnien, Volksgruppen und Religionen,

- die Dokumentation ist kriminell oder ruft zu Straftaten auf,

- die Dokumentation verletzt Urheberrechte.

- die in der Dokumentation gemachten Angaben sind falsch.

Teilnehmer sind ausschließlich natürliche Personen.

Vereine, Parteien, Unternehmen und Organisationen, die bestimmte politische, religiöse oder

ökonomische Interessen verfolgen, sind von dem Projekt ausgeschlossen.

Werbung ist nicht statthaft.

3Als Staat wird definiert:

Eigenes Staatsvolk, eigenes Territorium (souverän oder besetzt) und eigene Staatsorgane

und

Mitglied bzw. Vertretung bei den Vereinten Nationen

und/oder

Nennung auf der Liste des Deutschen Auswärtigen Amtes

und

Annerkennung durch die Mehrheit der anerkannten Staaten.

Als Land wird definiert:

Die Summe aller Staaten, Kolonien, Besitzungen, Treuhandgebiete, Staaten und Territorien

mit strittigem Status, Internationale Territorien und sonstiges.

Außerdem werden nicht mehr existierende Staaten gelistet, sofern dort bereits ein Stein

abgelegt wurde.

Die Liste wird entsprechend der politischen Veränderungen ständig aktualisiert.


Staaten

Afghanistan

Ägypten

Albanien

Algerien

Andorra

Angola

Antigua und Barbuda

Äquatorialguinea

Argentinien

Armenien

Aserbaidschan

Äthiopien

Australien

Bahamas

Bahrain

Bangladesch

Barbados

Belgien

Belize

Benin

Bhutan

Bolivien

Bosnien und Herzegowina

Botsuana

Brasilien

Brunei

Bulgarien

Burkina Faso

Burundi

Chile

China

Costa Rica

Côte d Ivoire

Dänemark

Deutschland

Dominica

Dominikanische Republik

Dschibuti

Ecuador

El Salvador

Eritrea

Estland

Fidschi

Finnland

Frankreich

Gabun

Gambia

Georgien

Ghana

Grenada

Griechenland

Großbritannien

Guatemala

Guinea

Guinea-Bissau

Guyana

Haiti

Honduras

Indien

Indonesien

Irak

Iran

Irland

Island

Israel

Italien

Jamaika

Japan

Jemen

Jordanien

Kambodscha

Kamerun

Kanada

Kap Verde

Kasachstan

Katar

Kenia

Kirgistan

Kiribati

Kolumbien

Komoren

Kongo Republik

Kongo, Demokratische Republik

Korea, Nord

Korea, Süd

Kroatien

Kuba

Kuwait

Laos

Lesotho

Lettland

Libanon

Liberia

Libyen

Liechtenstein

Litauen

Luxemburg

Madagaskar

Malawi

Malaysia

Malediven

Mali

Malta

Marokko

Marshallinseln

Mauretanien

Mauritius

Mazedonien

Mexiko

Mikronesien

Moldau

Monaco

Mongolei

Montenegro

Mosambik

Myanmar

Namibia

Nauru

Nepal

Neuseeland

Nicaragua

Niederlande

Niger

Nigeria

Norwegen

Oman

Österreich

Pakistan

Palau

Panamá

Papua-Neuguinea

Paraguay

Peru

Philippinen

Polen

Portugal

Ruanda

Rumänien

Rußland

Salomonen

Sambia

Samoa

San Marino

São Tomé und Príncipe

Saudi-Arabien

Schweden

Schweiz

Senegal

Serbien

Seychellen

Sierra Leone

Simbabwe

Singapur

Slowakei

Slowenien

Somalia

Spanien

Sri Lanka

St. Kitts und Nevis

St. Lucia

St. Vincent und die Grenadinen

Südafrika

Südsudan

Sudan

Surinam

Swasiland

Syrien

Tadschikistan

Taiwan

Tansania

Thailand

Timor-Leste

Togo

Tonga

Trinidad und Tobago

Tschad

Tschechien

Tunesien

Türkei

Turkmenistan

Tuvalu

Uganda

Ukraine

Ungarn

Uruguay

Usbekistan

Vanuatu

Vatikanstadt

Venezuela

Vereinigte Arabische Emirate

Vereinigte Staaten von Amerika

Vietnam

Weißrußland

Zentralafrikanische Republik

Zypern, Süd-


Kolonien, Besitzungen, teilautonome Gebiete und Treuhandgebiete

Amerikanische Jungferninseln

Athos

Britische Jungferninseln

Cookinseln

Grönland

Guam

Niue

Pitcairn

Puerto Rico

Spitzbergen

Südgeorgien

Staaten und Territorien mit umstrittenem Status, besetzte Gebiete

Abchasien

Berg Karabach

Kosovo

Palästina

Südossetien

Transnistrien

Westsahara

Zypern, Nord-

Internationale Territorien

Antarktis

Internationale Weltraumstation ISS,

Spaceshuttle Discovery,

Flug STS-121

Staaten, die nicht mehr existieren

Serbien und Montenegro (bis 2006)

Sonstiges

Niemandsland

Rot= noch nicht erreicht


Teilnehmer

Andreas Ackermann, Oberursel

Andrea Albury, Treasure Cay

Andreas Altmann, Berlin

Ludwig Ammann, Freiburg

Jochen Anderko, Frankfurt/Main

Christoph Angelkort, Dresden

Abdelkader Aribi, Frankfurt/Main

Liana Attore, Rom

Nancy Atzenweiler, Pointe Mulatre

Rita Balzer, Bad Soden

Heike Bäder, Darmstadt

Alexander Bauer, Frankfurt/Main

Mustafa Barghouthi, Ramallah

Damaris Bartel, Chemnitz

Steffen Bartel, Chemnitz

Birgitt Beck-Schlotter, Frankfurt/Main

Sigrun Becker, Frankfurt/Main

Kirsten Bergerhoff, Frankfurt/Main

Friedrich Bergerhoff, Frankfurt/Main

Martina Bernasko, Madrid

Susanne Bernhard, Libreville

Volker Beyer, Langenau

Dixie-Marie Blank, Bad Vilbel

Petra Bothe, Lippstadt

Karl-Maria Brand, Ewa

Inge Braun, Rodgau

Regine Brehm, Erbach

Walter Breitinger, Frankfurt/Main

Manfred Brockmann, Wladiwostok

Andrea Brocks, Frankfurt/Main

Daniel Bronkal, Hargeisa

Christian Brückmann, Bürstadt

Andreas Buhl, Papenburg

Bernhard Büschl, Idstein

Lydia Büttner, Frankfurt

Anne-Catherine Charbonnier, Sevres

Stefanie Christ, Dieburg

Gordon Crawford, Offenbach

Erika Deutscher, Frankfurt/Main

Maica Diaz, Frankfurt/Main

Kaija Diehl, Bensheim

Marcus Dietzsch, Frankfurt/Main

Alexander Di Leonardo, Chişinău

Wolfgang Döbrich, Neuendettelsau

Britta Duelke, Oberursel

Assad Ebrahimi-Lamai, Frankfurt/Main

Monika Efferth, Heidelberg

Thomas Efferth, Hedelberg

Ulli Emig, Darmstadt

Katja Epes, Darmstadt

Miguel Epes, Darmstadt

Jürgen Erdelkamp, Hannover

Hannah Ernst, Kelkheim

Andrea Eschemann, Frankfurt/Main


Andrej Evstratov, Moskau

Birgit Fach, Frankfurt/Main

Ulrike Falk, Offenbach

Wilhelm Falk , Offenbach

Martin Feldmann, Frankfurt/Main

Ivan Ferrer, Mexiko-Stadt

Katharina Fertsch-Röver, Frankfurt/Main

Siglinde Fischer, Möttau

Andreas Fissla, Frankfurt/Main

Oleg Flaum, Tiflis

Tatyana Flaum, Frankfurt/Main

John Fravel, Chişinău

Tanja Fürst, Budaiya

Martina Gaebler, Frankfurt/Main

Gabi Gais, München

Herbert Gais, München

Esther Geis, Asmara

Susanne Gentejohann, Wellington

Hermann Gerdau, Brachttal-Steitberg

Anette Getzlaff, Wuppertal

Mathias Getzlaff, Wuppertal

Uwe Gillig, Neu-Isenburg

Dagmar Girbardt, Dietzenbach

Juliane Girbardt, Dietzenbach

Corinna Glasenapp, Offenbach

Joachim Glasenapp, Offenbach

Javier de Gregorio, Madrid

Andre Gröger, Frankfurt/Main

Ingrid Golla, Seligenstadt

Volker Gottowik, Frankfurt/Main

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

Ute Grüner, Bonn

Horst Gruner, Malabo

Gerda Guttandin , Dieburg

Hasko Haberlah, Wiesbaden

Michael Habermann, Darmstadt

Joachim Hanke, Plovdiv

Andreas Hansel, Frankfurt/Main

Reinhard Hansen, Neuendettelsau

Mounira Harms-Daoud, Frankfurt/Main

Birgitte Harries, Dreieich

Heinrich Harries, Dreieich

Marianne Harries, Mainz

Mimi Hayashi-Venus, Frankfurt/Main

Jutta Heidt-Hansel , Frankfurt/Main

Elmar Heimes, Geisig

Barbara Hejlik, Erfurt

Rainer Hejlik, Erfurt

Roland Held, Darmstadt

Anne Henkel, Frankfurt/Main

Ramona Hering, Berlin

Heidi Herrmann, Alfhausen-Heeke

Ulrike Hertel, Apia

Doris Hertrampf, Pjöngjang

Hans Hess, Schwarzenberg

Clemens Hofmann, Berlin

Sigrid Hofer, Marburg

Günter Hofmann, Hainichen

Robert Hofmann, Hainichen, Berlin, Kiel


Peter Hölzl, Dreieich

Anne Hormes, Nomadin ohne festen Wohnsitz

Nina Jahn, Frankfurt/Main

Erzsébet Jankovic, Frankfurt/Main

Natalija Jankovic,

Claudia Jeske, Hanau

Peter Jöst, Weinheim

Alex Kahl, San Rafael

Tisha Kahl, San Rafael

Waltraud Kallenbach, Frankfurt/Main

Abu Khalil, Rama

Christoph Kellner, Maseru

Niels von Keyserlingk, Dschibuti

Tina und Alex Kietz, Hofheim/ Taunus

Elena Kilina, Minsk

Angelika Klein-Wittmeier, Frankfurt/Main

Constanze Kleis, Frankfurt/Main

Karin Kliks, Berlin

Norbert Kliks, Berlin

Maria Kluge, Frankfurt/Main

Gabriela Knäbe, Frankfurt/Main

Erwin Koch, Darmstadt

Toni Köpf, Frankfurt/Main

Simone Kopfmüller, Addis Abeba

Anna Kommarnicka , Warschau

Kazmer Kovacs , Sfînto Gheorghe

Joachim Krause, Frankfurt/Main

Klaudia Kreussler, La Esperanza

Liana Krishcevska, Odessa

Julia Krohmer, Frankfurt/Main

Andreas Krüger, Bagdad

Ulrich Kubetzek, Frankfurt/Main

Eva von Kügelgen, Berlin

Henning von Kügelgen, Berlin

Birgit Kundermann, Gießen

Sabahat Kurt, Konya

Yiḡit Kurt, Istanbul

Piotr Kutkowski, Radom

Karl-Heinz Lampert, Modautal

Lars Lampe, Hamburg

Serena Laze, ?

Inge Lempp, Baucau

Claudia Langer, Freienwil

Daniela Lengler, Osnabrück

Sabine Lichtenfels, Tamera

Lenore Lobeck, Schwarzenberg/Erzgebirge

Werner Lobeck, Schwarzenberg/Erzgebirge

Golnar Lüderwaldt, Dreieich

Joachim Lüderwaldt, Dreieich

Mathias Lueg, Oberursel

Lionel Lupo, Dresden

Kai MacKenzie, Bridgetown

Pierce MacKenzie, Bridgetown

Michael Maischein, Frankfurt/Main

Saranda Maloku, Möhnesee

Ruchama Marton, Tel Aviv

John McInerney, Ennis

Frida Meissner, Buenos Aires

Alfred Meixner, Frankfurt/Main


Daniela Mendes, Bad Breisig

Antje Mertens, Niederdorfelden

Klaus Meßlinger, Frankfurt/Main

Matthias Mnich, Blankenburg

Reiko Mogi, Berlin

Sandra Müller, Mönchaltorf

Ricarda Müller-Schuhmann, Darmstadt

Gerlinde Münch, Kelkheim

Claus Neukirch, Chişinău

Stefi Neumann, Dreieich

Darren Nichols, Melbourne

NN, Osaka

NN, Huambo (Edelgard Schöne)

Sören Noll, Frankfurt/Main

Rosemarie Obst, Frankfurt/Main

Matthias Ohnemüller, Doha

Liane Palesch, Darmstadt

Annette Passarge, Frankfurt/Main

Ralph Passarge, Frankfurt/Main

Thomas Paulsteiner, Neuendettelsau

Thomas Peters, Neu-Isenburg

Wilma Petry, Mühltal

Heino Petzold, Berlin

Ralph Pförtner, Weissenohe

Brigitta Philipps, Neu-Isenburg

Henny Piezonka Burg/Spreewald und Berlin

Roger Pineda, Frankfurt/Main

Editha Platte, Frankfurt/Main

Mona Yuki Preller, Frankfurt/Main

Katja Puckhaber, Lomé

Dorle Regenstein, Lindhorst

Thomas Reinheimer, Darmstadt

Veronika Reinheimer, Darmstadt

Thomas Reiter, Wahnbek

Ralf Gottfried Reuter, Bagdad

Hilde Riehl, Frankfurt/Main

Lene Risbakken, Longyearbyen

Sabine Rößler de Pineda, Frankfurt/Main

Jürgen Rudolph, Singapur

Jürgen Runge, Bangui

Christoph Rust, Bielefeld

Hilda Sabato, Buenos Aires

Alois Sander, Essen

Jürgen Sander, Rodgau

Carl Sanft, Nuku´alofa

Stevan Savevski, Skopje

Kathleen Schaefer, Bad Soden

Martin Schäfer, Pretoria

Heidi Scheinost, Bad Vilbel

Ulrich Scheinost, Bad Vilbel

Stefan Schmid, Frankfurt/Main

Gabriele Schmidt-Steinbacher, Frankfurt/Main

Dorothee B. Schmitt, Berlin

Anja Schneidenbach, Neu-Isenburg

Irene Schneider, Berlin

Gerald Schneider, Berlin

Edelgard Schöne, Huambo

Eric Schrade, Frankfurt/Main

Jonas Schramm, Regensburg


Thomas W. Schubert, Koror

Kerstin Schütz, Neu-Isenburg und Höchst/Odenwald

Brigitta Schultz, Frankfurt/Main

Thea Schwinn, Darmstadt

Frank Schylla, Darmstadt

Martina Seidel, Mühltal

Edith Seuß, Dreieich

Kerstin Seuß, Dreieich

Mia Seuß, Dreieich

Sabine Seuss, Frankfurt/Main

Nona Shiroyan, Eriwan

Ilka Siebels, Frankfurt/Main

Regina Sieber, Grünhainichen

Marlen Simon, Santa Fe de Bogotá

Rainer Simon, Potsdam

Tanya Slavgorodskaya, Moskau

Claudia Spahl, Duschanbe

Ellen Stadler, Manila

Kurt Stadler, Manila

Hans Stehling, Frankfurt/Main

Claudia Stein, Frankfurt/Main

Elli Steinbacher, Neu-Isenburg

Leon Steinbacher, Berlin

Nelly Steinbacher, Frankfurt/Main

Rosa Steinbacher, Frankfurt/Main

Volker Steinbacher, Frankfurt/Main

Willi Steinbacher, Neu-Isenburg

Walter Steinberg, Möttau

Hans-Dieter Stell, Antananarivo

Emil Stoimenoff, Kelkheim

Ljubomir Stoimenoff, Steinbach/Taunus

Rainer Stroh, Hofheim/ Taunus

Bettina Stuckard, Neu-Isenburg

Marina Stupnitzkaja, Wladiwostok

Christa Teichert, Frankfurt/Main

Fernando Tejeda, Frankfurt/Main

Khalil Toama, Offenbach

Abdelkader Touhami, Frankfurt/Main

Ortrud Toker, Frankfurt/Main

Zafer Toker, Frankfurt/Main

Birgit Thomann, Priština

ChristineThomasmorr, Bad Soden

Markus Thomasmorr, Bad Soden

Irene Tosti, Genf

Maria Tschanz, Dili

Beate Twittmann, Essen

Hans Twittmann, Essen

Rolf Ulrich, Abidjan

Maria-Paz de la Usada, Madrid

Niki de la Usada, Madrid

Tiina Vakiparta, Helsinki

Eckhard Vogel, Frankfurt/Main

Heinke Vogel, Frankfurt/Main

Jutta Vogel, Köln

David Vogt, San Salvador

Steffen Wachter, Darmstadw

Ullrich Wagner, Langen

Johannes Wantzen, Klein-Winternheim

Klaus Warning, Lingen


Meralda Warren, Adamstown

Birgit Weber, Frankfurt/Main

Uschi Webler, Bensheim

Markus Wegerich, Seligenstadt

Caroline Wegner, Gharm

Peter Weisbrod, Maintal

Sabine Welsch, Darmstadt

Klaus Wendelberger, Pjöngjang

Hans Widmann, Eddersheim

Sigrid Widmann, Eddersheim

Alfred Wienhues, Hagen

Claudia Wienhues, Hagen

Solvejg Wilhelm, Frankfurt/Main

Cathrine Wirbelauer, Gaborone

Günther Wirth, Boroma

Jürgen Womser-Schütz, Neu-Isenburg und Höchst/Odenwald

Elvira Zec, Novi Sad

StevanZec, Novi Sad

Anna Zeibert, Eriwan

Monica Zelt, Nörtershausen

Bernd Ziegler, Berlin

Michael Zeising, Kassel

Dieter Zillmann, Ilulissat

Dimitrij Zobnin, Moskau


Staaten


Afghanistan

Kabul

Szpogmai „Mai“ Zadran, der Sie den Stein

gegeben haben, um ihn in Kabul zu

platzieren und abzulichten, hat ihn mir

gegeben, da ich seit 5 Jahren in Kabul

arbeite und sie in absehbarer Zeit nicht

nach Kabul reisen wird.

Die Bilder sind am Freitag, den 26.05.06,

entstanden. Das Auge befindet sich in der

Außenmauer des königlichen Gartens am

Schloss „Dar ul Aman“ im Süden der Stadt

Kabul.

Der Blick geht über den Garten und die

Schlossruine auf die Berge, die Kabul von

allen Seiten umschließen.

Das Schloss wurde in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts von deutschen Architekten im

Auftrag König Amanullah’s errichtet. Amanullah wollte damals Afghanistan mit Gewalt zu einem

modernen Land machen und ist daran gescheitert.

Der kahle, nur mit Disteln bestandene Garten, in dem heute Kamele weiden, das zerstörte

Schloss und die Berge, die sich nie verändern scheinen mir Afghanistan in besonderer Weise zu

zeigen.

Den Weg der anderen Steine verfolge ich voller Neugier.

Hasko Haberlah, Wiesbaden

2006


Ägypten

Kairo

Lieber Volker,

seit dem ersten Ramadan liegt Dein mir anvertrauter Stein in Kairo im

Bazar-Viertel an einem sehr würdigen Platz, wie es mir scheint.

Jochen, drei Neffen von mir, meine Nichte Rana und ich haben ihn direkt

vor das Mahfuz-Café am ersten Ramadan vor dem Suhor hingelegt.

Dort treffen sich Jung und Alt, Orient und Okzident, Einheimische und

Fremde, Straßenverkäufer, Händler, Geschäftsleute aller Art und

Intellektuelle. Es ist ein ständiges Rein- und Rausgehen, die Menschen

rauchen Wasserpfeife, es schwatzen verschleierte und halb nackte Frauen,

dabei spielt ein Lautenspieler wunderschöne arabische Lieder, ein anderer

liest vor und mittendrin wird Quran gelesen, eine wahnsinnige Atmosphäre

besonders in Ramadan.

Bis bald

Mounira

Mounira Harms-Daoud, Frankfurt/Main

2003


Ägypten

Marsa Alam

Sabine Seuss, Frankfurt/Main

2003


Albanien

Delvinë

Heute, am 26. Oktober 2007 wurde der Stein mit dem Auge im städtischen Kindergarten in

Delvine / Albanien durch den Bürgermeister eingemauert.

Seit fünf Jahren kommen immer im Herbst 15 Jugendliche mit ihrem Pastor Klaus Warning

für eine Woche nach Delvine. Sie sind zu Gast bei den Franziskanerinnen direkt gegenüber

dem Kindergarten.

Die Aufgabe der Jugendgruppe aus Lingen/Ems ist es, den Kindergarten zu sanieren, zu

renovieren, besser auszustatten.

Der AugenStein "sieht" auf die neuen Spielgeräte und den Sandkasten und freut sich

darüber, wie die Kinder um die Beete, die vor einem Jahr angelegt wurden und um die

Bäume, die gepflanzt wurden, tanzen.

Klaus Warning, Lingen

2007


Albanien

nahe Kukës

Hallo Volker,

ich bin Saranda. In Deiner Ausstellung des KunstHausMöhnesee/ Druckgrafik Kätelhön habe

ich diesen Stein, den Augenstein, übernommen und habe ihn auf der Reise zu meiner

Familie, die im Kosovo lebt, in Albanien abgelegt. Ich war mit meiner Familie im Auto

unterwegs und meine Brüder sind in der Gegend rumgelaufen, um den besten Platz für

diesen Stein zu finden. Jetzt liegt der Augenstein auf dem höchsten Berg der Region und

schaut in das Tal des Flusses Drini bei Kukës.

Ich war traurig, den Stein zurücklassen zu müssen.

Saranda Maloku

12. Juli 2005

Saranda Maloku, Möhnesee

2005


Algerien

Dhakla (Flüchtlingslager)

Ute Grüner, Bonn

2009

Der Stein mit dem Auge liegt in einer

majestätischen Dünenlandschaft der

Sahara bei Dhakla. Dhakla ist eines der

vier Flüchtlingslager der Saharauis, die

seit 30 Jahren im Süden Algeriens, südöstlich

von Tindouf, vor den Marokkanern

Asyl gefunden haben. In insgesamt

4 Flüchtlingscamps leben 170

000 Flüchtlinge, die von der UNO-

Flüchtlingshilfe und anderen Hilfsorganisationen

mit dem Notwendigsten

versorgt werden. Die 4 Camps - Smara,

Auserd, El Aaiún und Dhakla wurden

von den Saharauis nach Städten ihrer

Heimat in der Westsahara benannt. Eine

unüberwindbare hohe und 2500 km

lange Mauer sowie vermintes Gelände

halten die Menschen zur Zeit von einer

Rückkehr in ihre Heimat ab.

Der Stein wurde am 25. Februar 2009

niedergelegt - er blickt in Richtung des

ehemaligen Staatsgebiets Westsahara

der Saharauis, in das sie zurückkehren

wollen.

Um auf die seit 30 Jahren ungelöste

Flüchtlingsproblematik hinzuweisen,

findet seit 2001, jeweils im Februar,

der Sahara Marathon - ein Wohltätigkeitslauf

- statt, der auf friedliche Weise

die Weltöffentlichkeit darauf aufmerksam

machen möchte. Seit 3 Jahren

wird von den Marathonbeiträgen ein

UNO-Besuchsfonds gespeist, der es den

Flüchtlingen ermöglicht, ihre Verwandten

in der ehem. Westsahara per

Flugzeug für kurze Zeit zu besuchen.

Auch der Sahara Marathon vom 20.2. -

1.3.2009 der den Flüchtlingen zeigen

sollte , dass sie nicht vergessen sind,

war für die Saharauis wieder eine

hochwillkommene Begegnung mit ca.

400 Läufern aus der ganzen Welt und

ein unvergessliches Erlebnis für alle

Beteiligten.


Algerien

Oran

Der Stein mit dem Auge liegt in Oran, einer der großen Städte Algeriens am Mittelmeer. Er

liegt auf einem Absatz vor dem Haus, in dem Abdelkader den Urlaub in seiner Heimat mit

seiner Frau und seiner Familie verbracht hat. Das Auge schaut aufs Meer.

Regina Laribi

Abdelkader Aribi, Frankfurt/Main

2003


Algerien

Tamanrasset

Den letzten Tag der Reise verbringen wir in Tamanrasset, das wir am Vormittag des 2. April

wieder erreichen. Seit 1971, als wir das erste Malin Tam waren, ist dieser Ort gewaltig

gewachsen. Mögen es damals

etwa 30.000 Menschen gewesen

sein, so schätzen die

Einheimischen ihren Ort heute

auf etwa 100.000 Bewohner.

Dazu gekommen sind im Laufe

der letzten Jahre Familien, die

sich wegen der Verhältnisse im

Norden Algeriens in den Süden

zurückgezogen haben, ebenso

Menschen aus Westafrika. Zum

Teil sind es Wirtschaftsflüchtlinge

oder Afrikaner auf dem

Durchzug, die sich irgendwann

in Richtung Europa auf den Weg machen, in der vagen Hoffnung, dort ein besseres

Auskommen zu finden.

In der Mitte des Kreisels

liegt ein Miniaturpark mit

Tamarisken, in deren

Schatten einige große

Felsen liegen. In eine kleine

Nische in Brusthöhe auf

einen dieser Felsblöcke

legen wir unseren Augenstein.

Der schaut in die von

Tamarisken beschattete

Hauptstraße, die in das

Zentrum von Tam führt.

Kirsten und Friedrich Bergerhoff, Frankfurt/Main

2004

Tamanrasset ist in Bewegung, zu Fuß in PKWs,

Geländefahrzeugen und LKWs. Kommt man von

Norden, aus Richtung In Salah, der nächsten

Oasensiedlung, 400 km entfernt, so trifft man vor

Beginn der Hauptstraße auf einen Kreisverkehr,

benannt nach „Emir Abdel Kader“, der in den

Befreiungskämpfen gegen Frankreich eine Rolle

gespielt hat.


Algerien

Tassili Tim Missaou

Nach einigen Jahren waren wir wieder unterwegs im Süden Algeriens, in der Zentralsahara.

Am 29. März 2005 sind wir in der Region des Tassili Tim Missaou, ungefähr 270 km westsüdwestlich

von Tamanrasset. Das Gebiet liegt südlich des 22. Breitenkreises, um den 3. Längengrad West.

- Tassili heißen die Sandsteinplateaus in der algerischen Sahara, die im Laufe der Jahrmillionen durch

die Verwitterung mehr oder weniger aufgelöst, in Türmen und burgartigen Felsen fantastische

Großlandschaften bilden.

In einer solchen Landschaft legen wir am Morgen des 29.03.2005 einen Augenstein auf der Höhe und

am Rande eines Burgfelsens ab (bei etwa N 21 o 51,543’ und E 3 o 1,244’).

Er schaut nach Süden auf den aufgelösten Tassilirand, der sich zu einem weiten Wadi hin öffnet.

Die Gegend

ist einsam.

Die nächste

Siedlung ist

Tamanrasset

und

Nomaden

gibt es in

der Gegend

nur wenige.

Es mangelt

an Wasser

und Nahrung

für Tiere. – Ob je ein Mensch diesen Augenstein auf der

Höhe des Plateaus noch mal zu Augen bekommen wird?

Kirsten und Friedrich Bergerhoff, Frankfurt/Main

2005


Amerikanische Jungferninseln ( zu: V. S. von Amerika)

Paradise Point, nahe Skyrider/Saint Thomas

Der Stein wurde am Donnerstag, 18.02.2010 um 14.00 Uhr abgelegt.

Blickrichtung: Charlotte Amalie und Naturschutzgebiet.

Der Beitrag wurde vom Teilnehmer zurückgezogen.

N.N., Heidelberg

2010


Andorra

Port d´Envalira

Der Stein liegt in Andorra, nahe der französischen Grenze auf dem Berg d´Envalira

und sieht Berge und Täler der Pyrenäen.

Uschi Webler, Bensheim

2006


Angola

Huambo

Hallo, ich bin der Stein, der Mitte Februar 2009 in Angola angekommen ist. Seitdem ist viel passiert, habe viel

gesehen und habe einen wunderschönen Platz gefunden. Hier will ich bleiben!(1+2)

1 2 3

Aber ich sollte vielleicht erst einmal ein paar Informationen über Angola geben:

17Mio Einwohner, 3,5x so groß wie Deutschland, seit 2002 Frieden nach über 23 Jahren Bürgerkrieg. Viel

Natur, fruchtbare Böden, Wasser, Diamanten und Erdöl, aber immer noch nur eine durchschnittliche

Lebenserwartung von 42 Jahren, über 30% der Bevölkerung sind Analphabeten und 2/3 der Angolaner leben von

weniger als 2USD am Tag. Amtssprache :Portugiesisch(3). Das Land der Extreme, auf dem Ölsektor riesiger

Wachstum, aber auf dem Land merkt der Durchschnitts-Angolaner nicht viel davon. Das Leben ist sehr teuer

und in Supermärkten trifft man nur die Bessergestellten, denn der normale Angolaner versorgt sich auf den

informellen Märkten (4).

Aber trotz der schwierigen Situation lebt der Angolaner, er ist freundlich, hilfsbereit und hat den starken Willen

selber vorwärts zu kommen, ein Lächeln ist fast immer da.

Ich gestehe, mich hat dieses Land oder besser diese Menschen haben mich tief berührt und deshalb werde ich

mein Lager hier aufschlagen.

4 5 6

Ich bin jetzt in der Provinz Huambo und habe mich auf dem Hügel der Kapelle „Nossa Senhora do Monte“ (5)

niedergelassen, die 1932 von den Portugiesen gebaut wurde. Die Kapelle liegt im Munizip Caala und bis

Huambo, der Provinzhauptstadt, sind es ca. 27 km; Huambo (6), liegt im Süden des Landes, im Hochland (ca

1200m) und ist von der Hauptstadt Luanda ca. 700km entfernt.

7 8

Macht euch schlau über Angola und

kommt am besten selber vorbei,

denn die Medien sind oft übervoll

von negativen Informationen wie

Korruption und vergessen dabei das

Volk, das Leben auf dem Land und

die nach wie vor sehr

hilfsbedürftige Lage. Es gibt

unendlich viel zu tun und vom Staat

kommt nur begrenzt Initiative und

die Mehrheit der Menschen hier ist für jede kleine Hilfestellung dankbar, die sie einen Schritt vorwärts und in

eine bessere Zukunft machen lässt (7+8)

N.N. Huambo

2009


Angola

Luanda

Dunkel, feucht, naß und chaotisch.

Das Auge sieht nichts Schönes.

Viele unfertige Gebäude, die nicht zu Ende

gebaut werden, modriger Geruch – etwas

wie „Weltuntergangsstimmung“ kommt auf.

Schon die Taxifahrt reicht aus, um eigentlich nur so schnell wie möglich nach Hause zu

wollen, doch das Auge muß bleiben!

Und findet seinen Platz auf dem Rahmen eines afrikanischen Bildes.

Birgitte Harries, Dreieich

2010


Antigua und Barbuda

Saint John’s

Der Augenstein von Mirabel liegt in Antigua am Fort James. Diese Bastion aus dem 18. Jahrhundert

schützt die Hafeneinfahrt von St. John's im Norden. Direkt außerhalb der Befestigungsmauer kurz vor

dem Eingangstor wurde der Stein am 16. März 2006 auf einer Mauer deponiert.

Blickt das Auge nach rechts, so kann es einen Teil

der umlaufenden Befestigung erkennen.

Anette und Mathias Getzlaff, Wuppertal

2006

Direkt vor dem Auge befindet sich die Hafeneinfahrt.

Es wirft auch einen Blick auf eine der

noch erhaltenen Kanonen aus der Kolonialzeit.


Äquatorialguinea

Malabo

Das Auge habe ich gestern (10. Dezember 2010) auf dem

Kathedralplatz in Malabo abgelegt. Es schaut auf einen

Springbrunnen mit Motiven aus Äquatorialguinea, gekrönt

vom nationalen Baum Ceiba. Der Platz ist umrahmt von einer Kathedrale aus spanischer Zeit, vom Präsidentenpalast und

einem Hotel. Die Nordseite im Rücken des Auges ist offen; sie gewährt einen Blick auf den Hafen von Malabo, ein

versunkener Vulkankrater.

Weitere Vulkane zeigen sich bei klarer Witterung: der höchste Berg des Landes, der Pico Basile, sowie der majestätische

Kamerunberg auf dem afrikanischen Festland am Horizont. Mit seinen 3.000 Metern überragt der Pico Basile die Stadt und

schenkt der ganzen Insel Bioko Wetter, Wasser und mehr. Eigentlich sollte das Auge auf seinem Gipfel neben der Schwarzen

Madonna zur Ruhe kommen. Dorthin führt eine kurvenreiche Straße. Aber die Wartezeit auf eine Mitfahrgelegenheit und

eine staatliche Genehmigung wurde doch zu lang – auch wenn das Auge sie kurzweilig auf einem Schreibtisch der neuen

deutschen Botschaft in Malabo verbracht hat.

Damit der Augenstein nicht bei der nächsten Platzreinigung unwürdig im Müll landet, werde ich ihn bald die nahegelegene

dicht bewachsene Böschung hinunterwerfen. So wird er Teil der natürlichen Hafenbegrenzung. Ist der Ausbau zum modernen

Tiefwasserhafen abgeschlossen, werden hier größte Frachtschiffe aus der ganzen Welt, sowie Fähren aus dem

äquatorialguineischen Festland und den Nachbarländern anlegen.

Beste Grüße aus Malabo!

Horst Gruner, Malabo

2010


Argentinien

Buenos Aires

Ffm, Januar 2004

Lieber Volker,

eigentlich wollte ich den Stein an einem Platz ablegen, der mit dem

argentinischen Tango zu tun hat.

Meine Reise hat mich aber an keinen tangoträchtigen Ort geführt. Vielmehr

habe ich meinen Aufenthalt dazu genutzt, viel Zeit mit meiner Familie

zu verbringen und diese in vollen Zügen zu genießen, bevor der Abschied

kam. Jetzt liegt der Stein am Flughafen, da, wo man sich wiedersieht

und verabschiedet, leidet, weil man geliebte Menschen, Familie oder

Heimat verlässt.

Wenn der Stein also nicht Gardels Wohnhaus sieht oder eine Tango-Bar,

so sieht er doch das, wovon sie alle in ihren Tangos erzählt haben.

Gabriela

Gabriela Knäbe, Frankfurt/Main

2004


Argentinien

Buenos Aires 2

Das Auge, in eine Astgabel gespannt, schaut von einem begrünten Mittelstreifen der 18spurigen und

140 m breiten Aveneda 9 de Julo, die an dieser Stelle von der Aveneda Paraguay gekreuzt wird, auf

den Obelisk.

Tragen die Bäume Blätter, ist er kaum zu sehen.

Es ist wohl nunmehr das „lauteste“ Auge von Buenos Aires.

Andreas Altmann, Berlin

2004


Argentinien

Cortaderas

Hilda Sabato, Buenos Aires

2003


Argentinien

San Jose de la Esquina

Wir haben das Auge mit nach Argentinien genommen und es auf

Miguels "Cinta" ( so nennt man dort alte Bauernhöfe)

plaziert. Es liegt, eingebettet zwischen Efeu, auf einem

Mauersims, welcher der Eingang zu Miguels dortigem Atelier

ist. Der Blick von dort ist sehr schön, es schaut direkt in

den Innenhof, welcher im Sommer voller bunter Blumen ist.

Abends treffen sich dort die Gauchos zum Mate-Tee Trinken am

Lagerfeuer und diskutieren über die alltäglichen Probleme

Argentiniens.

Fotos haben wir leider nicht, da Miguel aber sehr oft in

seine Heimat reist, kann er sicherlich das nächste mal eines

machen und mitbringen.

Das Dorf von Miguel nennt sich "San Jose de la Esquina",

liegt cirka 100 km von Rosario entfernt. Die nächst größere

Stadt ist Casilda, falls Du es auf einer Landkarte suchst.

Vielleicht noch eine nette "Anekdote" am Rande: Die

Argentinier sind ja sehr abergläubisch und streng

katholisch. Als wir den Stein dort plaziert haben, wurde

Miguels Vater ganz nervös und schlich mit eingezogenem Kopf

am Auge vorbei.Erst nach einigem Fragen rückte er mit der

Sprache raus: Er hat Angst vor dem Auge, denn er glaubt,

dass er nun ständig beobachtet wird und sich kein

"lasterhaftes Leben" mehr leisten kann. Seine Frau ist

natürlich erfreut darüber.

Katja und Miguel Epes, Darmstadt

2003


Armenien

Eriwan

Tsitsernakaberd (the Swallows’ Fortress) Memorial

When World War I broke out Armenians found themselves on both sides of the front. They

joined the Russian army to blow Ottoman forces. The Young Turk leaders decided to deport

Armenians from their historic homeland into the deserts of Mesopotamia. In the process as

many as a million and a half were massacred in what most historians call the 1st genocide of

the 20th century.

In the late 1960s on a high plateau a monument was built to commemorate the 50th

anniversary of the Turkish genocide against the Armenians. The memorial is outdoors and

overlooks Yerevan city. Twelve massive blocks of stone lean inward and surround an eternal

flame. An obelisk stretches high to the sky in two parts that are separated by a fissure. The

twelve stone blocks represent the provinces of western Armenia that were emptied of

their native Armenian population. The obelisk symbolizes the union of western and eastern

Armenia. Though if careful, you’ll notice that they stand very close but are not connected.

Tens of thousands of Armenians make a pilgrimage to the memorial each year on April 24,

which is a national day of commemoration and mourning.

The Museum of the Armenian Genocide is located nearby. There one can see books,

publications, photos and documentaries authenticating the Turkish genocide against the

Armenians.

Anna Zeibert, Eriwan

2005


Aserbaidschan

Baku

Mathias Lueg, Oberursel

2005

Wo liegt der Stein?

Der Stein liegt an der

Strandpromenade von

Baku in einer kleinen

Palme.

Was sieht der Stein?

Der Stein hat einen

wunderbaren Blick auf

das kaspische Meer und

die Skyline von Baku.

In einiger Entfernung

kann er auch die

Öltürme sehen, deren

Förderung, die Grundlage

des vergleichsweisen

Wohlstandes

dieses kaukasischen

Landes bildet.

Dass dieser Reichtum

nur Wenigen zu Gute

kommt und die überwiegende

Mehrheit der

Bevölkerung weiterhin

sehr arm ist, sieht

der Stein leider

nicht.


Äthiopien

Addis Abeba

...der Stein mit dem Auge ist jetzt in Aethiopien angekommen und hat

erste Eindruecke gesammelt. Hier kommen ein paar Augenblicke.

Bild 1: The Watchman

Bild 2: Schusterjungen

Bild 3: Das Auge in den Hoehen ueber der Deutschen Botschaft in

Addis Ababa

Simone Kopfmüller, Addis Abeba

2004


Äthiopien

Jinka

Äthiopien ist vermutlich das

einzige Land auf der Welt, in

dem Kaffee nicht Kaffee heißt

(oder coffee, café, kopi etc.),

sondern bunna. Der Name für

„Kaffee“ geht auf die äthiopische

Provinz Kaffa zurück,

wo seit Jahrhunderten Kaffee

angebaut wird. Von dort gelangte

der Kaffee in die Hafenstadt

Mocca am Roten Meer, von wo

er seinen Siegeszug um die

Welt antrat. Auch wenn Äthiopien

als Heimatland des Kaffees

gilt, hat sich dieses Getränke

dort erst in der zweiten Hälfte

des 19. Jahrhunderts durchsetzen

können. Die christlichen

Kirchen lehnten den Kaffee

lange Zeit als islamisches Getränk

ab. Das hat sich heute –

Gott sei Dank! – grundlegend

gewandelt. Der Kaffee wird von

allen Äthiopiern als eine Art

Nationalgetränk angesehen und

im Rahmen einer aufwendigen

Kaffee-Zeremonie zubereitet.

Das Foto mit dem Augenstein

entstand im November 2008 im

South Omo Research Center,

das in Jinka, ganz im Süden

Äthiopiens gelegen, von Mainzer

Ethnologen errichtet wurde.

Jeden Nachmittag treffen sich

die Mitarbeiter dieses Forschungs-

und Dokumentationszentrums

zu einer Kaffeezeremonie, um sich bei einem Tässchen auszutauschen. An diesem Nachmittag

hat Alemitu die Zubereitung des Kaffees übernommen. Sie hat den Boden mit frischen Blättern

und Blüten geschmückt und gerösteten Dinkel (kollo) vorbereitet, den sie zum Kaffee reichen wird;

die noch grünen Kaffeebohnen hat sie gewaschen, über offenem Feuer geröstet, in einem Mörser

zerstoßen und anschließend in einer aus schwarzem Steingut gefertigten Kaffeekanne (jabana) aufgekocht.

Wenn sie diesen Mokka mit Zucker serviert, verleiht der Duft von Weihrauch dem gemeinsamen

Kaffeegenuss eine ganz besondere Aura.

Die äthiopische Kaffeezeremonie ist ein Antagonismus in den Zeiten von elektrischer Kaffeemaschine,

Instant-Pulver und Filter-Frio-Verfahren. Sie ist außerordentlich zeitaufwendig, eine Entschleunigung

der modernen Zeit. Das Resultat kann sich sehen lassen: der vermutlich beste Kaffee der Welt.

Doch möglicherweise schmeckt uns der Kaffee von Alemitu vor allem deshalb so gut, weil wir uns

Zeit nehmen, ihn aufmerksam zu genießen.

Volker Gottowik, Frankfurt/Main

2008


Athos ( zu: Griechenland)

Kloster Vatopedi

Athos (gr. Agion Oros) oder auch „Finger Gottes“

ist die dritte Landzunge der Halbinsel Chalkidiki im Norden Griechenlands.

Der Heilige Berg (2033m) der orthodoxen Christenheit

ist seit 1000 Jahren eigenständige Mönchsrepublik und seit dieser

Zeit nur von Mönchen bewohnt und von Männern zu betreten.

Der Stein blickt aus einem „steinalten“ Olivenbaum, dem Sinnbild

von Beständigkeit und Fruchtbarkeit auf das Kloster Vatopaedi.

Dieses liegt an einem malerischen Küstenabschnitt am Golf gleichen

Namens, etwa in der Mitte der Nordostflanke der Athoshalbinsel.

Die Gelehrtenwelt sieht das Kloster Vatopaedi als eines der vollkommendsten

Meisterwerke aus byzantinischer Zeit. Das tausend Jahre alte Kloster wird als Teil des Tryptichons

einer Kultur angesehen, die mit dem Pantheon ihre Fortsetzung fand und durch die Aghia Sophia abgeschlossen

wird.

Es ist die größte Klosteranlage Griechenlands und Heimat von derzeit 107 Mönchen und einer Vielzahl von Novizen

(in seiner Blütezeit lebten dort 800Mönche und noch einmal so viele Novizen). Während der Zeit der fast

400-jährigen türkischen Besatzung unterhielt das Vatopaedi mit der athonitischen Schule (gegr. 1748) die mit

200 Schülern größte griechische Schule überhaupt. Die Bibliothek des Klosters umfasst 40.000 Bücher und

2.000 Handschriften, darunter Fragmente der vier Evangelien aus dem 6. Jahrhundert.

Steffen Wachter, Darmstadt

2009


Australien

Ayers Rock

per SMS:

18.3.2004, 21.11 uhr

...also, das war der wahnsinn. trotz japaner und co. a-rock in seinen

spektakulärsten farbspiel !

volker, das auge liegt an seinen füßen, mia hat es dokumentiert...fotos

folgen.

das einzige, was uns eigentlich richtig fehlt, ist die sonne. ansonsten

inspirierende vibrationen von einem mystischen ort von drei aussies,

denen es blendend geht und na gut...euch auch vermissen.

Sabine Seuss, Frankfurt/Main

2004


Australien

Großes Barriereriff

EAST AUSTRALIA - GREAT BARRIER REEF - THE EYE

finally...nach 6 monaten travelling quer durch's aussie-land, kommen "wir"

am great barrier reef an.

70 km östlich von cairns, der catamaran bringt uns über die rauhe coral

sea, wir haben den 09.april.2004.

tapfer, in voller tauch montur, stürzen wir uns in die fluten, 28°C

wassertemperatur.

in 17.3 m tiefe, am farbenfrohen riff trennen sich erstmals unsere wege

...das auge wird zu einem "local" des barrier reefs, beneidenswert,

zwischen riesen killermuschel & seegurke, blick gen offenes meer

gerichtet...keine unbeobachteten haie mehr!!!

buchschlag, fast 4 wochen später der 05.mai.2004, mia seuss

Mia Seuß, Dreieich

2004


Australien

Cape York

Wir haben einen Augenstein am nördlichsten Punkt, am tip of Australia, abgelegt. Der Stein liegt (oder lag

vielleicht, Ablage am Morgen des 1. Juli 2004) auf einem von mehreren Steinhaufen, die ursprünglich von

Aborigines aufgehäuft wurden. Sie liegen auf dem Hang oberhalb des nördlichsten Punktes der kleinen Halbinsel

und sind auf den Panoramafotos nicht zu sehen. Die Steinhaufen sind über mannshoch, ca. 2 m und bestehen

offensichtlich vor allem aus am Ort gesammelten Steinen. Über die Geschichte oder Bedeutung der Steinhaufen

lässt sich nichts zuverlässiges sagen. Jedenfalls fühlte der Augenstein unter seinesgleichen sich augenscheinlich

wohl.

Dem tat auch das Wetter keinen Abbruch: der Himmel capüblich von tiefhängenden Wolken bedeckt und die

Luft feucht und diesig. Trotzdem ist der nördlichste Punkt des Kontinents ein beliebtes Ausflugsziel, das sicher

von jedem besucht wird, der es mit seinem Auto bis in den Norden schafft. Und es kommen die Australier mit

samt ihren kleinen Kindern, um sagen zu können: I visited the the tip of the top!

Kirsten und Friedrich Bergerhoff, Frankfurt am Main

2004


Australien

Whisky Bay, Wilsons Promontory Nationalpark

Der Stein liegt nun im Nationalpark Wilsons Promontory, der auf einer Halbinsel am südlichsten Punkt des australischen

Festlands liegt. Ganz bis nach Tasmanien konnte ich ihn leider nicht bringen. Nun aber liegt er am Whisky Bay

und schaut aufs Meer. Wir haben ihn auf einem der grossen Felsen platziert. Die Felsformationen stehen an beiden

Enden des Strandes und reichen bis in Meer hinein.

Der Nationalpark selbst ist wunderschön. Man kann sowohl die etlichen Strände geniessen als auch lange Wanderungen

unternehmen. Wenn man Glück hat, sieht man das australische Wombat in der Dämmerung - bevor man darüber

stolpert.

24.11.2010

Claudia Jeske, Hanau und Darren Nichols, Melbourne

2010


Bahamas

Treasure Cay

Andrea Albury, Treasure Cay

2009

Das Auge liegt an einem

weissen, ganz feinen Sandstrand

in Treasure Cay,

Abaco, Bahamas. Wenn es

nach rechts schaut, erblickt

es eine kleine Insel hinter

der am Morgen die Sonne

aufgeht. Deshalb heisst sie

auch Sunrise Cay. Schaut

das Auge nach links, sieht

es entlang einer 7 Kilometer

langen Bucht.


Bahrain

Tree of Life, 25°59'39.99"N, 50°34'58.99"O

Der Stein ruht auf dem "Tree of Life" im Süden der Hauptinsel Manama des Königreichs Bahrain. Die Grabhügel, die wir

zunächst andachten, werden leider nach und nach eingeebnet, der "Tree of Life" hingegen bleibt bestehen, solange er dem

Umfeld weiterhin trotzen kann. Wir werden ihn regelmäßig besuchen, nächstes Mal vor Weihnachten, dann Ostern - immer

wenn Besuch kommt - allzu viele "Attraktionen" gibt es hier nämlich nicht - und der "Lebensbaum" gehört jedenfalls mit dazu.

Der Stein liegt sehr schön in einer Mulde zwischen den Astgabeln der riesigen Akazie und blickt in die Wüste.

Sehen Sie selbst wie gut er an diesen Platz passt! Das Auge wird jedenfalls alle Besucher kritisch beobachten ... ;-) und das

ist gut so, denn die Akazie hat in den letzten Jahren enorm unter Graffitisprayern etc. gelitten. Ein wachsames Auge an

diesem Platz ist da genau richtig!

Mit besten Grüßen aus dem kleinen Königreich und weiterhin viel Erfolg für Ihr Projekt wünscht Ihnen

Tanja Fürst

Tanja Fürst, Budaiya

2007


Bangladesh

Dhaka

Faruk, mein Zimmerboy im Hotel in Dhaka, räumte regelmässig mein Zimmer auf, weil es sehr staubig war

und auch kleine Steinbröckchen immer wieder gerne durch das Fenster hereinflogen. Nebenan wurde Tag

und Nacht gebaut, und der Augenstein auf dem Tischchen guckte zu, bis er eigentlich ganz woanders

seinen Platz finden sollte. Eines Morgens war er weg: weggeräumt, fortgelaufen, in die Jackentasche von

Faruk gesprungen und abgehauen?

Das liess sich nicht mehr klären. Eigentlich sollte er die alte Frau Didi vor ihrem Haus in Srimangol, einem

grossen Teeanbaugebiet, sehen.

Der Morgen ist noch sehr frisch und neblig, die Frauen zögern noch in die Felder zum Arbeiten zu gehen.

Am Vortag wurde Kuhdung auf die Stöckchen geschmiert und zum Trocknen an die Wand gelehnt. Wenn

sie getrocknet sind, werden sie das Herdfeuer speisen. Da Didi keine Schuhe hat und der Morgen kalt, hat

sie sich ein Stück Papier unter die Füsse gelegt. Ihre Töchter wuseln schon herum und die Enkelinnen

bereiten sich gerade für die Schulprüfungen vor, die am nächsten Tag darüber entscheiden, ob sie

angenommen werden oder nicht. Immer mehr Mädchen, auch auf dem Land, gehen in die Schule, aber

immer noch sind es viel zu wenige. Immerhin sind heute noch 60% der Mädchen zwischen 15 und 24

Jahren Analphabetinnen, und immer noch sind rund die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren unterernährt.

Bangladesch ist eines der ärmsten Länder der Welt, und das Land ist voll von Menschen. Nur hier in der

Teeanbauregion gibt es weniger, weil englische (immer noch!) und bangladeschische Plantagenbesitzer

ihre Gebiete als sozusagen exterritorial abgegrenzt haben, in die man nur mit Genehmigung und nach

Überprüfung an der Strassenschranke Einlass erhält. Didi kennt das nicht anders, sie wohnt ausserhalb und

hat ein paar Hühner. Die Enten quaken auf einem der Teiche, die zu jedem Ort gehören und ihn mit Fisch

versorgen. Gleichzeitig werden in den grösseren Städten Bomben in die Luft gejagt mit Toten und vielen

Verletzten, jeden Tag passiert das derzeit, Sprengstoff gefunden, unsichere Zeiten...

16.12.2005

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2005


Barbados

Brandons Beach

Sehr geehrter Herr Steinbacher,

anbei das Foto. Der Stein wurde von meinen Soehnen, Kai & Pierce, am

"Brandons Beach" abgelegt. Dieser Strand wird sehr gern von Surfern besucht

und befindet sich links vom Hilton Hotel an der Suedkueste der Insel

Barbados.

Es wird dort sehr interessant fuer ihn sein. Vielleicht nimmt auch einer

der Besucher des Hilton Hotels den Stein mit nach Hause, wo immer das sein

mag.

Mit freundlichen Gruessen

I. MacKenzie

Kai und Pierce MacKenzie, Bridgetown

2007


Belgien

Brüssel

Nato-Hauptquartier

Mein Stein liegt nicht einfach an einer Raststätte an der A 3, sondern in Brüssel. Er blickt – solange

der Rasen kurz genug ist - immerhin direkt auf die Nato – oder auch N.A.T.O., wie es als Endziel auf

dem Bus stand, der einen über 17 Stationen von der Brüsseler Innenstadt hier her bringt. Unterwegs –

so nach der 11ten Haltestelle, ungefähr dort, wo die Stadt langsam in

Industriezonen zerfledert, fragt man sich: Ist sie das schon, die

legendäre Abschreckungspolitik? Jedenfalls funktioniert sie. Der Bus ist

leer. Vielleicht aber auch, weil schon im Reiseführer steht, dass man

gar nicht erst zu kommen braucht, weil man ohnehin nicht auf das

Gelände darf. Eigentlich logisch, dass die Niederlassung der „Strategic

community“, also der „großen transatlantischen Familie“, wie sich das

Bündnis in der üblichen Selbstverharmlosung gern nennt, als würde es

sich um eine Art Schüleraustausch handeln, an den Stadtrand zieht:

Mehr Platz – weniger Besuch. Und falls doch jemand kommt, dann

zeigt man ihm, was man nebenan sieht: Nichts, jedenfalls nicht mehr

als jeder x-beliebige Aldi-Parkplatz zu bieten hat und das auch noch

über eine sechsspurige Straße hinweg. Direkt davor darf man nämlich

leider nicht fotografieren, sonst... Was sonst passiert? Keine Ahnung.

Aber ehrlich gesagt, nach den Reaktionen der beiden Security-

Schränke am Eingang auf meine Frage, ob nicht meine Mutter, die ich

zufällig dabei hatte, vor diesem historisch und weltpolitisch so

bedeutenden Motiv fotografiert werden dürfe, wollte ich es so genau gar nicht wissen. Die schauten

mich an, als hätte ich nicht alle Tassen im Schrank, verwiesen mich auf die andere Straßenseite und

wirkten dabei so professionell zu allem entschlossen, als hätten sie gerade ein Wochenendseminar

„Lautloses Töten“ absolviert. Ein Eindruck, der sich vermutlich auch all den Sicherheitsschleusen und

Minibarrikaden verdankt, von denen die Einfahrt großräumig flankiert wird. Einer der wenigen

Hinweise darauf, wo man sich eigentlich befindet. Offenbar soll alles total alltäglich wirken. Wer würde

hinter soviel belangloser Normalität schon so große und böse Dinge wie die Durchsetzung

geostrategischer Interessen mit militärischen Mitteln, mit Mord und Totschlag vermuten? Aber gerade

wegen seiner perfekt inszenierten Banalität hinterlässt das Ganze eine ziemliche Beunruhigung. Man

fühlt sich so wohl wie in Gesellschaft eines potentiellen Amokläufers. „Alles ist gut. Alles ist wie

immer!“ sagt das Bild. Aber es sagt auch, dass wir gerade deswegen mit dem Schlimmsten rechnen

sollten. Ich habe dann die Sicherheitsleute doch noch gefragt, ob man eine Besichtigung machen

könnte, einfach, weil wir noch fünf Minuten Zeit hatten, bevor der Bus zurückfuhr und außerdem

Deutschland schließlich nach den USA das größte Kontingent an Soldaten stellt, die weltweit im

Einsatz sind. Da hätte ich mir doch etwas Entgegenkommen verdient. Was haben die sich amüsiert!

Constanze Kleis, Frankfurt/Main

2003


Belize

Belize City

Frühmorgens sitzt der Stein wie die Pelikane auf einem Holzstumpf im Hochseeyachthafen

von Belize City. Auf der anderen Seite kann er einige alte Holzhäuser sehen, die jedoch mehr

und mehr verfallen und dadurch einen ganz merkwürdigen Reiz entwickeln. In der Innenstadt

sind nur noch eine Bank, eine Drogerie und zwei Alkoholverkaufsläden geöffnet. Der Rest ist

verrammelt.

Nach einem Hurrikan wurde bereits 1970 die Hauptstadt von Belize etwas ins Landesinnere

verlegt, nach Belmopan. Nur langsam ziehen die Auslandsvertretungen dorthin nach. Die

Bewohner von Belize City sind zum grossen Teil geblieben, haben sich neue Häuser gebaut

und leben jetzt etwas weiter fort vom Meer, das regelmässig mit Hurrikans aufwartet.

Belize ist etwa so gross wie Hessen. Früher vor allem englischsprachig, übernehmen allmählich

wieder das Spanische und verschiedene Creolisierungen die Mehrheit. Während die

Afroamerikaner nach Kalifornien/USA ziehen, folgen ihnen Guatemalteken und Salvadorianer

auf der Suche nach Arbeit auf einer der zahlreichen Orangenplantagen ins Land. Davon

sieht der Stein auf dem Stumpf im Hafen nichts.

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2007

Belize City, im März 2007


Benin

Dassa-Zoumé

.

Auf einem Felsen in Dassa-Zoumé

In einer kleinen Mulde, so dass er nicht beim

nächsten Regen weggespült wird, hat sich der

Stein hier niedergelassen. Der Stein liegt in

der Nähe eines Pilgerpfads, der sich in einem

seit langer Zeit genutztem Voodoo-Heiligtum

befindet.

Die Felsen in der Umgebung von Dassa-

Zoumé haben eigentümliche Formationen und

laden zum Wandern und Klettern ein.

Birgit Kundermann, Gießen

2008

Er blickt durch die Bäume in das Tal von

Dassa-Zoumé.

Auch die Verbindung von Felsen und

Vegetation hat sicher zur Auswahl dieser

Kultstätte beigetragen.

im April 2008


Berg Karabach (umstritten)

Shusi

15.9.2006

Hello Mr Steinbacher,

My name is Nona Shiroyan, I am from

Armenia, Yerevan.

I have found out about your project

and was asked to make some photos in

Karabagh.

Hope, you'll like them and will place

them in your site.

18.9.2006

Yes, that is Nagorny Karabakh or

Artsakh . The word ''Nagorny'' means

mountain or hilly, but it is in Russian.

So usually we just say Karabakh. Kara

means black and Bakh means garden (in azerbaijani). Real Arminian name of this palce is Artsakh. Yes, I've got

the stone from the filmmaker you have met in Germany Ashot Shiroyan. Actually, he is my uncle. Although he

lives in Sweden he has send the stone with my sister, who bring it to Yerevan (Armenia). So the stone have

passed a long way from Sweden to Armenia and after it continued it's trip

to Nagorny Karabakh with me. It also has traveled all over the Karabakh

being in Dadivank (1), Gandzasar (2) and eventually in church Khazanchecoc

(the white one) (3) in Shusi (former center of Karabakh). You can

see it on a photo

Nona Shiroyan, Eriwan

2006

2

attached. I have

placed it in the yard

of this church.

And it is still there. I

had an opportunity to

check it out being

there again few days

ago.

If you'll have some

more questions feel

free to ask them.

1

3


Berg Karabach (umstritten)

Stepanakert

Ein Augenstein fand auch seinen Weg in die international nicht anerkannte Republik Bergkarabach.

Nach einem ethnischen Konflikt (1991-1994) erklärte sich das jetzt von Armeniern bewohnte (und von Aserbaidschanern

"gesäuberte") Karabach für unabhängig. In diesem Krieg starben schätzungweise 17.500 Armenier

und 25.000 Aserbaidschaner. 300.000 Armenier und 700.000 bis 1.000.000 Aserbaidschaner wurden zu Flüchtlingen

(Wikipedia).

Auch heute noch sind die Spuren des Krieges überall noch sichtbar. Durch internationale Hifsmassnahmen wurden

Schulen und Verwaltungsgebäude wieder aufgebaut. Kirchenneubauten (!) sind ebenfalls überall zu finden.

Trotz der immer noch herrschenden großen Armut ist eine Aufbruchstimmung spürbar. Wahrzeichen von Berg

Karabach ist das an einer Ausfallstrasse der Hauptstadt Stepanakert auf einem Lehmhügel gelegene Monument

von Tatik und Papik. Sie sehen aus wie Kultfiguren aus der Südsee oder einer Inkakultur. Tatsächlich handelt es

sich um "Oma und Opa", symbolisch für Respekt vor den alten Leuten und deren Weisheit.

Bleibt zu hoffen, daß, trotz der nationalistischen Propaganda auf beiden Seiten sich die Weisheit durchsetzen

kann und der Konflikt gelöst werden kann.

Stepanakert im April 2007

Walter Breitinger, Frankfurt/Main

2007


Bhutan

Chendebji

Für Heidi Kriegbaum haben wir nach atemberaubender Fahrt über mehrere Pässe einen Augenstein auf einer

Sockelstufe des Chendebji-Chorten abgelegt. Er liegt in einem Hochtal auf fast 3.000 m Höhe in unmittelbarer Nähe

eines rauschenden Hochgebirgsflusses. Dieser Stupa wurde in verkleinertem Maßstab dem berühmten Swayambunath in

Kathmandu nachgebaut; charakteristisch sind bei beiden die bunten Augenpaare, die in alle vier Himmelsrichtungen

schauen. Bauherr war im 18. Jahrhundert ein Lama namens Shida, der durch das Heiligtum einen Dämon auf der Erde

festnageln wollte, der die Bewohner des Tales bedroht hatte.

Die Blickrichtung des Steines geht nach Norden zum Pele-Paß, auf dem viele Yaks weiden. 40 Km östlich liegt eine der

beeindruckendsten Klosterburgen Bhutans, der Trongsa-Dzong.

Heidi und Ulrich Scheinost, Bad Vilbel

2003


Bolivien

Chacaltaya

Piotr Kutkowski, Radom

2004


Bolivien

Cochabamba

Man mag es kaum glauben, aber das Tal von Cochabamba ist meine

Lieblings-Urlaubsregion. Ich mag die Stadt und ihre Einwohner. Und

ich fand es schön, den Stein in der Obhut einer mir sehr lieben

Person zurückzulassen. Schade nur, dass es nicht möglich ist, eine

direkte Kommunikation zwischen 2 Steinen herzustellen (kann man das

nicht noch einbauen?).

Der Stein liegt seit 10.4.06 am Fensterbrett eines der vielen

Hochhäuser in einem der etwas besseren Viertel Cochabambas und hat

von dort aus einen Blick auf die Stadt sowie die umliegenden Berge.

Cochabamba ist eine ungewöhnliche Stadt: Das Klima ist beinahe

perfekt, die Landschaften um das Tal herum sind abwechslungsreich

und oft atemberaubend und man bekommt alles zu sehr billigen

Preisen. Die Menschen sind herzlich und offen und die wichtigsten

Lebensinhalte sind Essen und Feiern.

Jonas Schramm, Regensburg

2006


Bosnien und Herzegowina

Mostar

Eine dreistündige Busfahrt bringt uns von Dubrovnik durch das malerische Delta der

Neretva nach Mostar. Über eine so stark bewachte Grenze, wie wir sie in Europa nicht

mehr erwartet hatten. Niemand darf den Bus verlassen. Nach endlosem Warten endlich

die Weiterfahrt - wir sind jetzt in Bosnien-Herzegowina. Es fallen sofort die PKW-

Kennzeichen auf, deren Verschlüsselung es unmöglich machen soll, Rückschlüsse auf

die Herkunft des Halters zu ziehen. Die Straße ist gesäumt von Hausruinen, zum Teil

notdürftig repariert und schon wieder bewohnt. Nur ein Bruchteil der Äcker wird bestellt -

es sind noch nicht alle Minen geräumt.

Wir verlassen den Bus am Ortseingang von Mostar direkt an einem der großen Friedhöfe.

Die meisten Miniaturporträts auf den Grabsteinen zeigen die Opfer des Krieges, viele

1993 gefallene junge Männer, aber auch Frauen und Kinder.

Das geschäftige Treiben in der Altstadt kann uns unsere Bedrückung nur zum Teil

nehmen. Nach einer Biegung sehen wir auf einmal die Alte Brücke vor uns, die hellen

Steine von der Sonne beschienen, spannt sie sich über das türkisfarbene Wasser der

Neretva. Der Anblick ist atemberaubend. Fast 500 Jahre lang war die Brücke die Verbindung zwischen Katholiken im

Westen und der Muslime im Osten der Stadt, bis sie 1993 nach stundenlangem Beschuss der bosnischen Kroaten

einstürzte.

Der von den Vereinten Nationen finanzierte Wiederaufbau dieses Weltkulturerbes wurde am 23.07.2004 feierlich eingeweiht

- eine auch symbolische Verbindung zweier Kulturen.

Ein Brückenspringer ist über die Brüstung geklettert. Er konzentriert sich lange, bis er den Sprung aus 21 Metern Höhe in die

eiskalte Neretva wagt. Diese alte Mutprobe vereint sowohl die jungen Männer als auch die Zuschauer, zumindest für kurze

Zeit.

Dagmar Girbardt, Dietzenbach

2004


Bosnien und Herzegowina

Sarajewo

Beschreibung des Ortes:

Ein Ort des scharfen Auges und des bösen Blicks: Ehemalige militärische Stellung bei Sarajevo.

Mehr als 10.000 Menschen sind in der von 1992 bis 1995 eingekesselten Stadt den Angriffen

serbischer Scharfschützen und Artillerie zum Opfer gefallen, rund 50.000 wurden verletzt.

Was der Stein „sieht“:

Die Stadt Sarajevo, umgeben von idyllisch anmutenden Hügeln, war im Februar 1984 Austragungsort

der Olympischen Winterspiele. Heute hat die bosnische Hauptstadt schwer am Erbe des Balkankrieges

zu tragen: nach vorsichtigen Schätzungen sind im gesamten Kriegsgebiet mehr als 250.000

Menschen – überwiegend bosnische Muslime – ums Leben gekommen, und mindestens zwei

Millionen Menschen aller Volksgruppen wurden vertrieben oder mussten fliehen. Die Einwohnerzahl

Sarajevos ist von mehr als 500.000 im Jahr 1992 auf geschätzte 350.000 im Jahr 2004 gesunken. In

der bosnischen Hauptstadt, die bekannt ist für ihre Menschenfreundlichkeit und Toleranz, mit

muslimischen, katholischen, jüdischen und orthodoxen Gotteshäusern in engster Nachbarschaft, hat

in der gegenwärtigen sozialen und wirtschaftlichen Lage vor allem eines Hochkonjunktur: der

schwarze Humor.

Robert Schäfer, Frankfurt/Main

2004


Botsuana

Gaborone

10.11.03

Der Augestein ist auf einem der Aeste von einem grossen uns schattigen Baum. Das

schoene an dem Baum ist eben, dass er sehr viel Schatten macht, was hier in Botswana,

bei sehr hohen Sommertemperaturen sehr wertvoll ist! Der Stein schaut auf die

hintere Ecke und auf den Haupteingang des Hauses und sieht von dort aus eine Sterlizia,

verschiede Blumen und Bouganiville. Der Stein sieht von dort aus auch das

Vogelhaeuschen was viele Voegel anzieht. Da ist das schoene, dass die Voegel je

nach Saison anders sind und zum Teil wunderschoen. Weiterhin kann unser Stein fast

alles beobachten was um unser Haus passiert, da man ja meistens draussen lebt und

dann oefters durch die Haupttuer rein und raus geht. Last but not least, unser

Stein hat ausser den Voegeln zwei weitere Freunde, unser Hund Struppi, das natuerlich

immer unter dem Baum im Schatten liegt, und eine Baum Agama das in einer der

Baumhoehlen wohnt.

Ich hoffe dies wird dem Projekt "behilflich" sein, viel Glueck und beiden vielen

Dank uns die Gelegenheit gegeben zu haben mitzumachen.

Liebe Gruesse,

Cathrine Wirbelauer

Project Coordinator

IUCN Botswana

11.11.03

Lieber Volker,

An die Kalahari hatte ich auch gedacht und als ich diese Woche dort war, war der

Stein dann schon im Baum. Im naechsten Jahr, bevor wir umziehen werde ich es dann

dort hin bringen, der Stein wird wandern...

Cathrine Wirbelauer

Cathrine Wirbelauer, Gaborone

2003


Brasilien

Alenquer

Den Amazonas hinauf fuhr ich mit dem Schiff 3 Tage und Nächte bis

Santarem. Dort übergesetzt nach Alenquer: ein kleines Städtchen mit ca.

zehntausend Einwohnern Praza, 3 Kirchen und einer Einkaufsstraße, durch

einen Nebenfluß oder Arm mit den Amazonas verbunden. Für die in der

Umgebung wohnende Landbevölkerung ist es weit und breit die einzige

Möglichkeit zum Einkauf oder für eine weiterführend Schulbildung. Ab 18 h

war es dunkel, ab 20 h begegnete ich kaum jemandem auf der Straße, nur am

Samstagabend wandelt man an der Hafenpomenade bis spät in die Nacht.

In dieser ruhigen unspektakulären Umgebung schaute sich der Stein eine

Woche lang um und fand an der Anlegestelle am Wasser seinen Ruhepunkt.

Michael Maischein, Frankfurt/Main

2007


Brasilien

Ilha do Mel

Nach einer langen Reise durch Brasilien haben wir den Augenstein nahe eines Leuchtturms auf der

Ilha do Mel ca. 6 Stunden von Sao Paulo entfernt ausgesetzt. Nach den ganzen Anstrengungen, die

so eine Reise durch ein so faszinierendes und vor allem GROSSES Land mit sich bringt, ist der Ort an

dem der Augenstein nun gelandet ist wahrscheinlich genau der richtige.

Gemeinsam mit seinen Artgenossen überblickt er einen kleinen Ruhepol. Es gibt keine Autos

geschweige denn hohe Bauten, sodass seine Sicht nur von der reinen Natur, dem sehr gechillten

Leben der Inselbewohnern, den Delfinen und anderen Tieren beherrscht ist.

Die Insel trägt ihren Namen abgeleitet von Lua do Mel (Flitterwochen), da alle Verliebten vom Festland

auf der Insel Ruhe vom alltäglichen Lärm und Stress

suchten um ihr Glück in vollen Zügen zu geniessen.

Darunter nun auch wir.

Nicht zu vergessen die traumhaften Sonnenuntergänge

. Beleza!!

Tudo Bom y muito ranquilho.

Nina Jahn und Andre Gröger, Frankfurt/Main

2005


Brasilien

Praia do Cachadaço/Ilha Grande

Praia do Cachadaço, Ilha

Grande, Rio de Janeiro,

der Stein steht auf einem

Granitfelsenbrocken an

einer schwer zugänglichen

Ansammlung von ähnlichen

Granitfelsen, die am Strand

im Meer liegen. Ilha Grande

ist eine tropische Regenwald

Insel an der Südwestküste

vom Bundesstaat Rio

de Janeiro. Die Insel ist

nur mit einer Fähre zu

erreichen, Autos sind auf

der Insel verboten. Zum

Strand muß man ungefähr 3

Stunden über den Bergrücken

des Insels in nördlicher

Richtung laufen. Der Weg

führt durch den Regenwald,

der teilweise ein Vogelschutzgebiet ist. Am Ende des Weges kommt man an dem Praia

do Cachadaço, man kann mit einem kleinen Fischerboot zum Hauptort zurückfahren,

wenn man nicht zurücklaufen will.

Es wurden andere Bilder des Steines im Nationalpark Itatiaia, Rio de Janeiro

aufgenommen, an den Wasserfällen, Cachoeira de Deus und Cachoeira das Três Bacias

in Penedo (einer Stadt, die von finnischen Kolonisten in den 20ern des letzten

Jdhs. gegründet wurde), die Stadt ist im südlichen Teil des Nationalpark Itatiaia

im Bundesland Rio de Janeiro. Der Park ist im Südwesten des Bundesstaates an der

Grenze zum Bundesstaat Säo Paulo.

Gordon Crawford, Offenbach

2005


Brasilien

São Paulo

Nach langen Flug über die Wüsten des Sandes

und des Wassers landete ich in einer der

größten Städte der Menschheit, in Sao Paulo.

Einen Tag lang probierte ich verschiedene

Standorte meines zukünftigen Da-seins aus,

wobei der Platz hinter der Frontscheibe eines

Taxis auch sehr gut gefiel...am Ende des Tags

entschied ich mich aber für die Kunst.

Von meiner erhabenen Position aus sehe ich

auf das endlose Häusermeer und die

wechselnden Ausstellungen der Kultur

Lateinamerikas.

Christoph Rust, Bielefeld

2008

Nahaufnahme des Augensteins

(von der Brücke aus kaum zu sehen).

Ausblick des Augensteins: im Vordergrund die Galeria Marta Traba des

Museums für lateinamerikanische Kunst.

Die Brücke auf dem Gelände des Memorial da América Latina, an deren

höchsten Punkt sich der Augenstein vor dem Brückengeländer befindet.


Britische Jungferninseln ( zu: Großbritannien)

The Baths

Anette und Mathias Getzlaff, Wuppertal

2006

Der Augenstein von Mirabel liegt auf der zu den British Virgin

Islands gehörenden Insel Virgin Gorda. An der Südspitze befindet

sich der Devil's Bay National Park.

Nach einem kurzen Fußweg vom Parkplatz gelangt man zu dem

Strand The Baths. Dort überkommt einem ein ungläubiges

Staunen über die bizarre Steinwelt. Man watet weiter in Richung

Devil's Bay durch warme Pools, muß sich dabei durch kleine

Felsöffnungen quetschen und auch schmale Leitern überwinden,

die sich zwischen gerundeten Felsblöcken befinden. Auf einem

dieser "Riesenmurmeln" wurde der Stein am 11. März 2006

deponiert.

Das Auge blickt auf diese Felsformationen, die sich direkt an der

Wasserkante befinden. Immer wieder schwappt ein wenig

Meerwasser hinein, so daß der Sand nie richtig trocken wird.

Könnte sich das Auge einige Meter erheben, dann würde es nicht

mehr nur die ocker-braunen Farbtöne des Sandes und der Steine

vor sich haben, sondern wäre in der Lage, sich am klaren

tiefblauen Wasser der Karibik zu erfreuen, das sich immer wieder

einmal weiß färbt, wenn eine der Yachten hier vorbeikommt,

deren Mast auf dem Bild gerade noch zu erkennen ist.


Brunei

Gadong

Vom zweiten Stock eines leicht heruntergekommenen Hotelzimmers sieht das Auge auf eine

beruhigend gewöhnliche Gasse in Gadong, Brunei Darussalam. Die abseitige Perspektive auf eine

Galerie dröhnender Klimaanlagen relativiert die vorherigen Eindrücke, die die hochpreisigen

Einkaufszentren, die Luxus-Limousinen der Hauptstrassen und die Goldembleme der Prunkbauten

hinterlassen haben, und sie sorgt für eine, wenn auch technisch transformierte Erinnerung an das,

was manchen von jeher als typisch für die schwül-feuchten Tropen galt.

Bandar Seri Begawan, Brunei, 9. September 2005

Britta Duelke, Oberursel

2005


Bulgarien

Plovdiv

Lieber Volker,

hier sende ich nun die Bilder zum Weg der

Steine/ Bulgarien. Das Auge liegt -?-/lag -?-

auf halber Höhe auf dem Uhrenberg im

Stadtzentrum mit Blick auf die Südstadt von

Plovdiv und die Rhodopen. Die 3 Bilder kann

man zusammenlegen - ganz rechts im

Panorama sieht man dann die Statue von

"Aljoscha", dem russischen Befreier

Bulgariens.

Alles Gute für Dich + den Weg der Steine

wünscht

Joachim

Joachim Hanke, Plovdiv

2004


Bulgarien

Sofia

Der Stein wurde abgelegt in Sofia, vor ca. zwei Wochen.

Mitten im Stadtzentrum vor der St. Sofia Church. Von dort sieht er die Alexander Nevski

Kathedrale mit ihren wunderschönen goldenen Kuppeln, ebenso hat er Blick auf einen

Flohmarkt und die National Assembly. Zwei Sicherheitsbeamte beobachteten diese Aktion.

Ihnen habe ich gleich Deine e-mail-Adresse gegeben. Sie sind von der Idee ganz begeistert

gewesen.

Toni Köpf, Frankfurt/Main

2005

Foto: Zafer Toker


Burkina Faso

Ouagadougou

Claudia Stein, Frankfurt/Main

2005

Der Stein liegt im Garten des

Chalêt Suisse – so heißt

absurderweise das Restaurant des

Hotel Daporee in Ouagadougou,

in dem er beobachten kann, wie

die Leute noch absurdererweise

bei über 40° im Schatten Rösti

und Käsefondue essen.

Zumindest stehen die als

Reminiszenz an den Schweizer

Hotelchef auf der Speisekarte.

Der Lieblingsplatz des Steines

wäre das Denkmal auf der Place

des Cinéastes im Zentrum von

Ouaga gewesen, schließlich hatte

er gerade die Fespaco, das alle

zwei Jahre stattfindende größte

Kinofestival Schwarzafrikas

besucht; doch ich hätte es kaum

lebend geschafft, mich durch den

fünfspurigen Verkehr zu kämpfen

und ihn dort abzulegen.

Inzwischen hat er sich mit der

zweiten Wahl ganz gut arrangiert:

weniger Hektik und Verkehrs-

lärm, nettere Gespräche


Burundi

Kibimba

Allgemein bekannt ist, dass in Burundi und Ruanda Hutu und Tutsi schon lange

zusammen leben; die Hutu sind in der Mehrheit, die Tutsi haben die Macht. Die

Kolonialherren förderten die Machtposition der Tutsi, aber die Leute hatten sich

arrangiert. 1994 schlachteten die Hutu in Ruanda die Tutsi ab, bis diese dann

zurückschlugen. In Burundi gab es kein Abschlachten, aber dafür einen von 1993 bis

2003 dauernden Bürgerkrieg. Wer begann ist ziemlich unerheblich, Tatsache ist, dass

vormals friedlich nebeneinander her lebende Nachbarn anfingen, sich gegenseitig

umzubringen, teilweise ging das quer durch die Familien.

1993 wurde ein hoher Machhaber getötet - von welcher Ethnie ist, wie gesagt,

unerheblich - was der Auslöser des Bürgerkrieges war. Ein Angehöriger der gleichen

Ethnie des Getöteten, der Leiter einer Schule war, trommelte alle seine SchülerInnen der

anderen Ethnie zusammen. Diese wussten noch von nichts. Er leitete sie den Berg

hinunter in ein kleines Haus an der Straße, die zwischen Bujumbura, der Hauptstadt

Burundis, und Gitega, der ehemaligen Hauptstadt und Königssitz, liegt. Es waren rund

100 SchülerInnen, die er in das Haus einsperrte, mit Benzin übergoss und verbrannte.

Die Ruine steht heute - wie so viele andere Ruinen auch - und erinnert jeden, der auf

dieser vielbefahrenen Straße enlangkommt, an das Geschehene. Es ergeht dem Mahnmal

wie so vielen: Als ich es mir ansah, kam ein Angehöriger der Ethnie des Schulleiters und

behauptete, es sei eine infame Lüge, dass da Kinder verbrannt worden seien...

Marianne Harries, Mainz

2008


Burundi

Parc de la Ruvubu, Parkeingang Gasave

Am 11.September 2010 wurde der Augen-Stein auf einem Hügel

im Parc de la Ruvubu abgelegt. Von hier aus hat er einen

wunder-schönen Blick über den Park bis nach Tanzania. Der

Park ist der größte Nationalpark Burundis und steht seit 1980

unter Schutz. Der Augenstein lehnt an einem Termintenhügel.

Die gibt es hier überall. Gerade wird es wieder grün um ihn

herum. Die Regenzeit hat vor Kurzem begonnen. Aber es ist

nicht nur die Trockenheit, die die Vegetation zurückgedrängt hat.

Man sieht noch die verkohlten Grassnarben. Nicht nur hier auf

dem Hügel, die gesamte Gegend ist verbrannt. Verbrannt von

den Menschen, die um den Park wohnen. Sie brennen das

Gebüsch nieder, damit die Tiere keinen Unterschlupf mehr finden

und man sie besser jagen kann. Erlaubt ist das nicht, aber die

Parkwächter können dem keinen Einhalt gebieten. Sie schützen

den Park zu Fuß – ganze 50.000 ha. Die Wilderer, Brandstifter

und illegalen Fischer bekommen sie aber nur selten zu fassen.

Dennoch, es gibt eine Reihe von Tieren, die man im Park

beobachten kann: Affen, Büffel, Antilopen und Nilpferde kann

entlang windet. Das Handysignal verschwindet nach wenigen

Minuten gänzlich. „Muzungu, Muzungu!“ schallt von der Straße

entgegen – „Weiße!“. Die Kinder laufen schreiend und lachend

neben dem Geländewagen her, der sich über die Schlaglöcher

quält. Man beginnt die Fußgänger zu beneiden je mehr man im

Auto durchgerüttelt wird. Doch nach etlichen Irrwegen kommt

man ans Ziel, eine kleine, einfache Hütte am Rande des Parks -

ohne Strom aber immerhin mit Gaskocher und tröpfelndem

Wasseranschluss. Der Parkwächter und der Tourist Guide

zeigen uns den Park und wie man die Tiere zu Fuß aufspürt.

Vielleicht wollen wir die Nilpferde dann aber doch nicht mehr

unbedingt sehen, als wir in

ihren großen Fußstapfen

unten an der Ruvubu stehen.

Ruvubu – das ist Kirundi und

bedeutet nichts weniger als

„Nilpferd“ – der Fluss der

Nilpferde also. Da fühlt man

sich auf dem Hügel mit

dieser wunderbaren Aussicht

doch sicherer.

Martina Gaebler, Frankfurt/Main

2010

man hier noch finden - wenn man Geduld und

etwas Glück hat. Der Schutz des Parks steht

im Konflikt mit den Bedürfnissen der

Menschen, die um ihn herum leben. Da es

keinen Zaun gibt gehen die Büffel auf die

angrenzenden Felder und zerstören die

Ernte. Im Gegenzug gehen die Menschen im

Park auf Jagd.

Es finden nicht viele Touristen nach Burundi.

Die letzten Rebellen schlossen 2008 ein Friedensabkommen

doch das Land ist noch immer

nicht gänzlich zur Ruhe gekommen. Eine

Tourismus-Industrie muss erst wieder aufgebaut

werden. So ist die Reise in den Park

auch kein ganz simples Unterfangen. Von der

letzten größeren Ortschaft gibt es kein einziges

Hinweisschild zum Park. Die Fahrtanweisung

für die letzte Strecke kommt per

Handy vom Parkwächter. Die Straße ist eine

Sandpiste voller Schlaglöcher, die sich für

etwa eine Stunde die hügelige Landschaft


Chile

Atacama Wüste

Wo liegt der Stein?

Der Stein liegt vor dem Hügel Cerro Unita in der Atacama-Wüste, der trockensten Wüste der Welt. In

einigen Teilen regnet es hier nur alle 30 - 40 Jahre, in anderen hat es seit der Aufstellung von

Messstationen noch nie geregnet. Der Stein hat somit die Chance, dass sein Auge nie abgewaschen

wird.

Was sieht der Stein?

In Chile gibt es viele Petroglyphen: Großflächige Kunstwerke auf Hügeln, die zwischen 1000 und

1400 nach Christi geschaffen wurden. Sie sind entweder durch das Legen von dunklen Steinen auf

hellem Untergrund oder das Entfernen von Steinen aus dem Lehmboden geschaffene Figuren. Die

Bedeutung der Petroglyphen in Chile ist immer noch unklar, aber ihre meistens exponierten Lagen am

Rande der Wüste auf den Osthängen der Küstenkordilleren, legen die Vermutung nahe, dass sie für

ihre Erschaffer u.a. Wegweiser waren.

Ich wollte junge Kunst, die etwas sehen soll, alter Kunst, die etwas zeigen will, entgegen setzen und

habe den Stein deswegen vor der Petroglype Gigante de Atacama – dem Riesen der Atacama-Wüste –

abgelegt. Angeblich ist er mit einer Länge von 86m die größte menschliche Figur der Welt.

Da die Umgebung des Cerro Unita nicht touristisch erschlossen ist und der Boden von kleinen, wenn

auch andersfarbigen Steinen bedeckt ist, habe ich die Hoffnung, dass der Stein nie auffallen oder

gefunden werden wird.

Michael Herzog, Darmstadt

2006


Chile

Isla Negra

Der Stein liegt am Grab von Pablo Neruda und schaut aufs Meer.

Fernando Tejeda, Frankfurt/Main

2005


Chile

Kap Hoorn

Unser Stein liegt auf der Insel Kap Hoorn (55 0 58´S, 67 0 17´W ), Chile. Die Insel gilt als der

südlichste Außenposten des südamerikanischen Kontinentes. Sie ist 6 km lang, 2 km breit und

aus 100 Mio. Jahre altem Granitgestein. 2 Menschen leben dort. Sie ist eines der letzten

Glieder der Andenkette. Der Stein blickt in Richtung Süden auf die Drakes Passage und

weiter in die Antarktis. Am Vormittag des 07.02.04 wurde er ins Gras niedergelegt. Wir

kamen von einer Expeditionskreuzfahrt aus der Antarktis. Es ist selten, dass man auf Kap

Hoorn anlanden kann, weil es zu den stürmischsten Regionen der Erde gehört. Wir hatten

ruhige See und Sonnenschein. Ausgesucht haben wir den Platz, weil er uns gut gefallen hat.

Das erste Grün nach der Antarktis hat uns gut getan und außerdem hat das Auge einen

unverbauten, freien Blick zum südlichsten Ende der Welt.

Gerda Guttandin und Stefanie Christ, Dieburg

2004


Chile

Santiago de Chile

Mein Stein lieg in Santiago de Chile in der Stadtmitte

(Santa Magdalena 111) auf der Dachterrasse des Four Points

Hotel im 11. Stock.

Er hat von dort oben direkten Blick auf Santiago und auf die

chilenischen Anden. Er liegt dort seit dem 10.04.04 und ist

den Witterungen ausgesetzt, da die Terrasse nicht überdacht

ist.

Das schönste an seiner Aussicht ist, er kann sich jeden

Morgen den Sonnenaufgang anschauen.

Maica Diaz, Frankfurt/Main

2003


China

Dong Da Shan /Dong La (Tibet)

Ralph Pförtner, Weissenohe

2010

Es hat eine Weile gedauert, aber jetzt habe ich den richtigen

Platz für das „Auge“ gefunden. Bin zurzeit wieder einmal in

Tibet und diesmal ganz weit in den Osten, in den Distrikt

Cham an der Grenze zu Yunnan, gereist. Dein „Augenstein“

hat die ganze Reise mit gemacht, davon dann drei Tage mit

dem Auto von Lhasa bis nach Mangkang.

Auf diesem Weg werden einige Pässe „überschritten“, der

Dong Da Shan (wie er auf Chinesisch heisst) oder besser

auf Tibetisch Dong La ist dabei mit 5.008 m der höchste.

Hier hat der „Augenstein“ einen gebührenden Platz

gefunden. Er blickt dabei Richtung Osten in die endlos

scheinende Bergwelt Tibets mit seinen Yakherden, den

Nomaden, aber auch den immer zahlreicher und

chinesischer werdenden kleinen Städten in der Autonomen

Region Tibet.

Der Stein ist vereint mit vielen ‚Brüdern und Schwestern’:

Steine aufstellen auf den vielen Passhöhen Tibets gehört

zur „Pflicht“ eines jeden Pilgers und mittlerweile auch der

Touristen. Das Ganze wird umrahmt von den tibetischen

Gebetsfahnen, verstreutem Opfergeld aus Papier und dem

Wind der in der dünnen Luft kräftig bläst.

1.7.2010


China

Hongkong

Hallo Volker,

Hongkong, 29.04.2004

der Augenstein hat mal wieder eine interessante Reise hinter sich. Über eine Woche musste

er in Shanghai, China verbringen, bis ich weiter nach Hongkong reiste. In Hongkong

angekommen, wurde ER zu allen Kundenterminen mitgenommen, da ich nie wusste, wann

und wo der geeignete Platz für IHN auftauchen würde. So ist der Stein wieder von Hongkong

nach Shenzhen, Yantian, Futian, China gereist und hat dann am 29.04.2004 wieder in

Hongkong seinen Platz gefunden.

Das Auge befindet sich auf dem „PEAK“ The Peak ist eine der höchsten Erhebungen

von Hongkong Island. In einer Höhe von ca. 500 Meter habe ich den Stein im Maul eines

Tempellöwen (Lions Club of Tai Ping Chan) platziert und von dort schaut er nun auf

Hongkong und Umgebung.

Eric Schrade, Frankfurt

Eric Schrade, Frankfurt/Main

2004


China

Macao

Bei Photo No. 2 sagt er: "Hier, in die Wand vom

Hotelaufgang passe ich doch herrlich hin. Ich

kann jetzt immer beobachten, wer hier so absteigt.

Ist ja wirklich ein schönes altes Gemäuer.

Ein altes Fort war das hier früher, die Portugiesen

haben es 1629 gebaut. Die waren hier

nämlich Kolonialherren, und bis vor einiger Zeit

war Macau ja sowieso portugiesisch. Das merkt

man immer noch sehr, die Ähnlichkeit mit dem

wunderbaren Lissabon.

Birgitt Beck-Schlotter

2006

Beim 1. Photo liegt der Stein im Hotelzimmer in der Pousada,

die früher einmal ein Fort war, und sagt zu dem Telefon

neben ihm: "Alt, aber längst nicht so alt wie ich", mal sehen,

wo ich hier zur Ruhe komme."

Photo 3 zeigt den Hotelaufgang als ganzes, hier

sieht man aber leider den Stein nicht.

So, ich hoffe, dass ich so zum Kunstwerk meinen

Beitrag leisten konnte, die Idee gefällt mir

übrigens sehr gut und es hat großen Spaß

gemacht, für den Stein ein gutes Umfeld zu

suchen.


China

Peking

15.7.2003

Nach einem neunstündigen Flug komme ich in Peking an – mit 6 Stunden Zeitverschiebung nach vorne. Es ist

fünf Uhr morgens deutscher Zeit, als ich ohne vorher geschlafen zu haben, mich mit einer Kollegin zielstrebig

zum Pearl Market begebe. Ein großes Kaufhaus mit marktplatzähnlichem Charakter. Vollkommen übermüdet

und reizüberflutet verbringe ich über sechs Stunden in diesem Gebäude. Es ist ein Schlaraffenland des Konsums.

Man kann hier alles erwerben und es erscheint mir fast so als gäbe es hier alles umsonst, so niedrig sind die

Preise. Ab und zu treffe ich mich mit der Kollegin, draußen vor der Tür und rauche eine Zigarette und wir

unterhalten uns über die erstandenen Dinge.

Der Stein, wo lege ich nur den Stein ab? Die Zeit rennt, in ein paar Stunden fliege ich wieder nach Frankfurt

zurück. Es gibt, als ich endlich beschließe, meine Einkäufe zu beenden – nur einen Platz.

Vor dem Kaufhaus stehen am Eingang zwei große, steinerne Löwen mit aufgerissenen Mäulern. Der linke Löwe

bekommt den Stein in´s Maul, er paßt genau in die Lücke zwischen zwei Zähnen. Ich mache zwei Fotos und bin

sehr zufrieden – von Peking habe ich nur den Pearl Market gesehen, das Auge schaut aber vom Kaufhaus aus in

diese riesige Stadt und wird mehr sehen als ich.

Kaum ist der Stein fotografiert und ich habe mich entfernt, da kommt ein alter, kleiner chinesischer Mann

– schaut in das Maul, steht fragend davor, entfernt sich, holt andere herbei – doch ich sitze längst in dem kleinen

Taxi und sehe nichts mehr – denn die vielen Plastiktüten verdecken mir jede Sicht...

Birgitte Harries, Dreieich

2003


China

Schanghai

12.5.2003

Das erste Mal in China- die Zeit ist kurz.

Ich gehe mit der Crew essen.

Chinesisch essen ist was anderes als in Deutschland. Ein kulinarischer Hochgenuß und so billig.

Wir essen und trinken und auf einmal ist auch der Schnaps auf dem Tisch. Confucius Family Liquor. Undefinierbar für

jeden von uns - aber sehr wohltuend.

Da fällt mir nicht nur die Vorliebe für weltweiten Schnaps ein, die Volker hegt, sondern auch sein Steinauge, daß ich

schon seit Ankunft die ganze Zeit bei mir trage.

Ich erzähle nicht nur der Crew, sondern dem gesamten Restaurantpersonal vom „Weg der Steine“.

Zusammen wird uns klar, daß dieser Stein unbedingt hinter der Bar im Schnapsregal neben einer Flasche Confucius

Family Liquor, von der wir gerade tranken, liegen muß.

Sollte Volker einmal nach Shanghai kommen, hat er hier ein Freiessen...natürlich mit seiner „Family“.

Birgitte Harries, Dreieich

2003


China

Tsingtau

Dein Augenstein hat eine längere Reise gehabt, bis er in Qingdao, China angekommen ist. Von

Frankfurt über Helsinki nach Shanghai, China. Eine Woche später durfte der Stein mit nach Beijing,

Changchun und Dalian fliegen, bis er am 08.04.2006 in Qingdao abgelegt wurde. Qingdao stand von

1897 bis 1914 unter deutscher Herrschaft, bis 1914 die Japaner Qingdao besetzten. Aus dieser Zeit

sind noch viele Gebäude erhalten. Die heutige „Qingdao“ Brauerei, diverse Kirchen usw.

Der Stein schaut von einem Fischerboot auf das Gelbe Meer

Eric Schrade, Frankfurt/Main

2006


China

Zhengzhou

Der Augenstein liegt im Wald der Pagoden, in dem die Klosterbrüder (und Kung Fu-Meister!)

des Tempels der Shao Lin beigesetzt werden (Kreis Deng Feng der Stadt Zheng Zhou der

Provinz Henan/China). Die älteste Pagode ist sechshundert Jahre alt, obschon hier schon viel

länger beigesetzt wird. Aufgrund des weichen Bodens versanken sie bisher nach einiger Zeit.

Neueste Technik wurde dagegen bei der jüngsten Pagode verwendet, die erst seit einem

Monat steht. Der 82-jährige Vorsteher des Klosters wurde dort gerade beigesetzt, ein

Betonsockel verhindert auf Dauer das Abrutschen. Zu seiner weiteren Annehmlichkeit

wurden ihm ein grosses Auto, eine Videokamera und ein Mobiltelefon mitgegeben, die in

den Stein gehauen wurden.

Der Augenstein sieht das alles von seinem Platz aus, an dem auch im Regen jeden Tag.

tausende von Besuchern vorbeiziehen, die fast vollständig in Plastik verhüllt sind. Es wird

fotografiert, was das Zeug hält. Vermutlich ist der Stein noch auf vielen anderen Fotos von

Menschen, die nichts vom "Weg der Steine" wissen. Ob sie den Stein wohl als Fremdkörper

identifizieren oder ihn für dazu gehörig halten? Ausreichend yin/yang-mässig schaut er nach

chinesischer Meinung jedenfalls aus.

Zheng Zhou/Frankfurt, im Mai 2006

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2006


Cookinseln

Rarotonga

n

Namensgeber des Südsee-Archipels ist der berühmte britische Forschungsreisende James Cook. 1773 landete er auf

einigen kleineren südlichen Cook Islands. Zur Inselgruppe gehören insgesamt 15 kleine Eilande – eine Landfläche von nur

240 Quadratkilometern, verteilt auf eine Meeresfläche von über zwei Millionen Quadratkilometern. 12 der Inseln sind

bewohnt, zwei von ihnen touristisch erschlossen: die Hauptinsel Rarotonga, quasi eine Miniaturausgabe von Tahiti, und das

für seine Lagune berühmte Aitutaki.

Die Einwohner aller Cook-Inseln zusammen zählen gerade mal 14.000. Dennoch haben die Cooks eine eigene Verfassung,

ein eigenes Parlament, eigene Briefmarken und - zumindest offiziell- ihre eigene Währung. Seit 1965 sind die Inseln

selbstständig, wenn auch weiterhin eine enge finanzielle sowie sozial- und sicherheitspolitische Bindung zu Neuseeland

besteht.

Die Amtssprache ist Englisch, doch im Alltag spricht jeder, außer mit Touristen, polynesisch.

Die Vorfahren der jetzigen Einwohnern kamen etwa 800 v.Chr. während der großen polynesischen Wanderung in riesigen

doppelbödigen Kanus auf die Inseln. Sie verfügten über ein bemerkenswertes Navigationssystem, das sich nach der

Position der Sterne richtete.

Cook Islander haben einen besonders ausgeprägten Sinn für Humor. Stress scheint ein Fremdwort zu sein. Einen Ausdruck

ihrer Lebensfreude erlebt man beim Besuch einer Tanzveranstaltung. Unglaublich, wie graziös und anmutig sich selbst

beleibtere Damen, die stets eine weiße Tiare- oder eine Hibiskus-Blüte hinterm Ohr tragen, plötzlich bewegen. Die Männer

schlackern dafür in irrem Tempo mit den Knien. Nicht umsonst gelten die Cook Islanders als die besten Tänzer des Pazifiks.

Die traditionellen Tänze werden schon in der Schule gelehrt und generell als eine Volksport betrieben.

Rarotonga die Hauptinsel ist gerade einmal zehn Kilometer lang und 6,5 Kilometer breit. Sie verfügt über hohe Berggipfel

an deren Hängen sich üppiger Regenwald bis hinunter an die palmenbewachsene Küste erstreckt. Die Insel ist fast vollkommen

von einem Korallenriff umgeben, das eine türkisblaue Lagune und viele weiße Sandstrände beherbergt. Jenseits

des Riffs bietet der indigoblaue Ozean einen lebhaften Kontrast und einen großen Fischreichtum.

Am 8.3.2006 habe ich einen Augenstein in Rarotonga auf dem Titikaveka Strand abgelegt.

Er geniesst dort die südliche Sonne und hat einen wunderschönen Blick auf die Lagune mit Korallenriff.

Katija Diehl, Bensheim

2005


Costa Rica

Arenalsee

Inge Braun, Rodgau

2005

Ablageort:

Oberhalb des Arenalsees unter einem

Baum La Ceiba genannt.

Der Baum ist 50-60 Meter hoch und in der

Krone 60 Meter breit.

Er ist 400 bis 500 Jahre alt und war früher

ein Ritualbaum der Indios


Costa Rica

Cerro de la Muerte

Die Felsspitze des Cerro de la Muerte Blick auf die Panamericana

Blick auf die Karibik Blick auf den Pazifik

hallo , ein neuer blick in unsere schöne welt :-)

diesen blick ermöglicht der augenstein den bei

meiner 3 1/2 wöchigen reise durch costa rica am

11.01 des jahres 2005 am cerro de la muerte auf

einen felsgipfel in 3490m höhe hinterlies. der

berg gehört zur cordilliera de talamanca die ganz

costa rica durchzieht.

ich wählte diesen berg da der augenstein von dort

oben bei guter sicht im osten die karibik (auf

dem foto leider in wolken gehüllt) - im westen

den pazifik und die höchste stelle (3200m) der

panamericana (interamericana)zwischen alaska

und feuerland erblicken kann.

der stein wird immer wunderschöne anblicke

haben so wie ich sie auch hatte - sehr beeindruckend und somit nichts mit dem namen des berges mehr

gemein hat , der berg des todes -die bezeichnung stammt aus einer zeit als die bewohner noch mit

ochsenkarren und zu fuss über die passhöhe gingen und einige dabei durch kälte und unglücksfälle

umkamen.

schöne idee mit den augensteinen !!!

Bernd Ziegler, Berlin

2005


Côte d'Ivoire

Bouaké

Der Stein liegt in Bouaké gegenüber dem Restaurant „Le Palais des Congres – der Palast

der Aale“ in einem Stehimbiss im Dunkeln, was für ihn das reinste Glück sein dürfte,

denn draussen ist es heiss und schwül. Ausserdem fällt er hier nicht weiter auf, weil man

über ihn wegtritt und nicht irgendwelche magischen Assoziationen geweckt werden. Er

wird hier noch lange unentdeckt bleiben und auf die Strasse schauen können.

Der Stein hat auch Glück, weil er in dem Teil der Côte d’Ivoire liegt, das kaum verwüstet

wurde während des langen und heftigen Bürgerkrieges. Aber das ganze Land ist heute

völlig verarmt.

Bis Ende der neunziger Jahre war es noch das Vorzeigeland in Westafrika, mit florierendem

Tourismus und Schnellstrassen etc. Heute werden die verwüsteten Gebäude langsam

wieder aufgebaut, jeder hofft, dass der Frieden stabil werden wird und langfristig

wieder ein normaleres Leben ermöglicht. Der Frieden wurde erst 2007 mit dem Abkommen

von Ouagadougou international besiegelt. Heute ist das Land im Aufbau – gerade so

wie seine derzeitige Internetseite – siehe http://www.abidjan.net/gouvernement/

Bei der Rückfahrt von Bouaké nach Abidjan durchqueren wir dichte Wälder. Junge Männer

stehen an der Strasse und versuchen ihre karge Beute zu verkaufen: Kein Tier ist

grösser als eine Katze – ein deutlicher Hinweis darauf, dass hier Not und Hunger herrschen

und alles gegessen wird, was überhaupt nur als essbar gilt.

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2008

Bouaké, im November 2008


Côte d'Ivoire

San Pedro

Dieser liegt jetzt im schönen Ort San Pedro direkt am Strand(4° 43'37.39''N

und 6° 37' 44.42 '' W).

San Pedro ist eine kleine Hafenstadt im Westen des Landes, ca. 100 km von

der liberischen Grenze entfernt. Einst ein blühendes Touristenörtchen und

durch die Nähe zum Tai-Nationalpark ein hervorragender Ausgangspunkt für

einen Besuch bei den Chimpansen im Park. Auch jetzt ist es noch immer ein

beliebtes Ausflugsziel, wenn man der Großstadt Abidjan einmal entkommen

will und am Strand einfach mal die Seele baumeln lassen will.

Rolf Ulrich, Abidjan

2007


Dänemark

Gilleleie

- Was ist die Wahrheit anderes als das Leben für eine Idee? -

Søren Kierkegaard

Heinrich Harries, Dreieich

2004


Deutschland

Berlin

Lieber Volker,

gestern (14.7.03) haben wir den Stein abgelegt! Und natürlich viele Photos gemacht Ich bin so

oft dahin gefahren, um einen guten Ablageort zu finden. Auf der Kolonnenbrücke war unmöglich,

an einem Baum, in/auf einem Baum am Fuss der Brücke gings auch nicht, an einem anderen Baum

(sicherer) wollte ich auch nicht, der Kontakt zur Brücke war mir wesentlich. Wir haben ihn

jetzt von der Brücke herabgelassen (an einem Bindfaden! ),auf den

Kopf eines Stützpfeilers.

Mit der Hand kommt man nicht ran, d.h.

keiner wird ihn holen, denke ich. Sieht

toll aus und ich hoffe, er bleibt da

wirklich ein paar Jahre liegen!!

(Mindestens bis Du ihn mal sehen kommst!)

-------

Die Kolonnenbrücke, direkt bei uns hier

(ich komme auf gar keinen anderen Ort..);

Blick nach unten: auf riesige Bauarbeiten zu einer Zubringerschnellstrasse

zum Potsdamer Platz, glaube ich, Blick an die Ecke

der Brücke: hinter Grün verborgen ein riesiger Klotz: Hitlers "Großbelastungskörper", denn

unter der Brücke sollte auf eben erwähnter Trasse eine Nazi-Prachtstrasse

zu Speers "Germania" verlaufen; mit dem Großbelastungskörper wurde der

Berliner Sandboden getestet; Blick Richtung Norden: Silhouette Potsdamer

Platz; Blick Richtung Osten: Kreuzberg mit Denkmal der Befreiungskriege

von Napoleon; die Kolonnenstr. selber heißt so, weil sie im 19. Jahrhundert

weit hinterm Berliner Stadtrand im Tempelhofer Feld Aufmarschstraße,

ein Armeeübungsgelände war; unweit davon die Eylauer Str., in der

erst um 1900 Häuser gebaut wurden; in unserem Haus z.B. wohnten, glaube

ich, Berliner Strassenbahnerfamilien. Die Wohnungen waren für diese

soziale Klasse mit eigenem Bad u. Klo sehr gut ausgestattet. Also auch

damals eine ganze Familie in unserer Wohnung - sage ich mir immer, wenn

sie mir mal gerade doch wieder bisschen klein vorkommt.

Eva und Henning von Kügelgen, Berlin

2003


Deutschland

Berlin

Berlin – Lichtenberg, Gedenkstätte der Sozialisten

Der Stein liegt auf Rosas Grabe

Er blickt in die Luft wo er nichts sieht

Als Tribut und letzte Gabe

Wer weiß was mal mit ihm geschieht

Noch auf dem Weg zum Ziel irrte er rastlos umher

Stellte Fragen an die Welt

Machte dem Träger das Leben schwer

In der Hoffnung daß er ihn behält

Das vermeintliche Ende war nun gefunden

Vorbei die Suche der richtigen Orte

Der Anfang überwunden

Doch blieb Zeit für die letzte Worte

Zwischen zerplatzten Träumen und ewiger Ruhe sprach der Stein:

„Wenn die Blätter von den Bäumen fallen, sprechen sie von Freiheit und vergessen dabei sogar den Tod.“

Leon Steinbacher, Berlin

2004


Deutschland

Darmstadt

Der Augenstein aus Mirabel blickt auf einen Stein aus der nabatäischen

Tempelstadt Petra (zu deutsch Stein) in Jordanien, die ganz in den

marmorierten, in vielen Farben schimmerten Sandstein hinein gebaut wurde.

Sabine Welsch und Ulli Emig, Darmstadt

2003


Deutschland

Dessau

Volker Steinbacher, Frankfurt/Main

2004

Es ist ein sonniger Herbsttag und

bunte Blätter wehen von den

Bäumen.

In Dessau lege ich einen Stein

vor das Bauhaus-Gebäude.

Hier unterrichteten von 1924 bis

1932 der Ungar Lazlo Moholy-

Nagy, der Russe Wassily

Kandinsky, der Schweizer Paul

Klee, die Deutschen Joseph

Albers, Oskar Schlemmer, Lionel

Feininger, die Architekten Walter

Gropius, Hannes Meyer, Ludwig

Mies van der Rohe und viele

andere.

In dieser kommunikativen

Gemeinschaft entwickelten sie

neue Formen für Kunst und

Gestaltung jenseits nationaler

Grenzen, eine weltumspannende

Ästhetik.

Das Bauhaus wurde 1932 auf

Betreiben reaktionärer Kreise in

Dessau geschlossen, die Idee

aber verbreitete sich über die

ganze Welt.

Die Einheit von Ästhetik,

Ökonomie und Sozialem blieb

dabei oft auf der Strecke.

So verdanken wir dem Verlust

des Ästhetischen die

Plattenbauarchitektur und dem

Verlust des Sozialen die

glitzernden Bankpaläste.

Die Banalisierung des

Bauhausgedankens verdanken

wir IKEA.

Trotzdem ist für mich das

Bauhaus ein Modell für ein

fortschrittliches, demokratisches

und soziales Deutschland .


Deutschland

Frankfurt/Main

Braubachstraße, die Frankfurter Kunstmeile, am Gesundheitsamt.

Einmal spielte hier eine Roma-Blaskapelle, manchmal werden Blumen abgelegt.

Volker Steinbacher, Frankfurt/Main

2003


Deutschland

Hainichen

Atelier / Gerichtsstraße 9 / Südwestwand

1 Stein auf Rahmen einer Kaltnadelradierung von Karl Fischer

2 auf Rahmen eines Farblinolschnittes von Helmut Gebhard (Dresden)

3 Stein aus Bargeme du Var (Kalkvarietät)

4 Usbekischer Quarzbonbon, von der Moschee Bibi Hanoun, Samarkand,

von einem Milizionär angeleckt

5 aus Mirabel

6 Tausendfüßler (Holzspielzeug)

7 Findlinge ( vom Grab des Rabbi Löw,

...Prag)

DAS/DIE Augen blickt (u.a.)auf

(Südostwand) Werke von G.Hofmann,

Hans Wutzler,Karl Fischer, Margret

Weise, R. Siebenborn, Erika Hofmann,

Holger Koch, Elke Emmy Laubner,

Hans Hess, Bocchi, Astrid Löffler.

Günter Hofmann, Hainichen

2003


Deutschland

Hallig Helmsand

Auf der Hallig Helmsand am 23.10.03 um 12.20 Uhr an einem

winterlich kaltem, sonnigem Tag zwischen drei markanten

Küstenbefestigungssteinen. Hier sieht man viel Himmel, das

Meer und die ganze Dithmarscher Bucht von Friedrichskoog-

Spitze bis Büsum.

Christa Teichert, Heinke Vogel und Eckhard Vogel, Frankfurt/Main

2003


Deutschland

Hanau

Es war einmal mitten im

Winter und die Schneeflocken

fielen wie Federn

vom Himmel herab,

da saß eine Königin an

einem Fenster, das einen

Rahmen von schwarzem

Ebenholz hatte und

nähte. Und wie sie so

nähte und nach dem

Schnee aufblickte stach

sie sich mit der Nadel in

den Finger und es fielen

drei Tropen Blut in den

Schnee. Und weil das

Rote im weißen Schnee

so schön aussah, dachte

sie bei sich: „ Hätt’ ich

ein Kind so weiß wie

Schnee, so rot wie Blut

und so schwarz wie das

Holz im Rahmen.“ Bald

darauf bekam sie ein

Töchterlein, das war so

weiß wie Schnee, so rot

wie Blut und so schwarzhaarig

wie Ebenholz und

wurde darum das

Schneewittchen

genannt. Und wie das

Kind geboren war, starb

die Königin. Über ein

Jahr nahm sich der

König eine andere Gemahlin.

Wer kennt sie nicht, die Sammlung der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm? Für

mich waren sie die erste Literatur meiner Kindheit und auch meinen Kindern habe ich sie mit

großer Begeisterung immer wieder vorgelesen und die Bekanntesten frei erzählt.

Die über 200 Grimmschen Kinder- und Hausmärchen, mittlerweile in 140 Sprachen übersetzt,

sind nach der Bibel die weitverbreitetste Literatur der Welt.

Ich habe meinen Stein an dem Denkmal auf dem Marktplatz der Stadt Hanau, Geburtsstadt der

Brüder Grimm, hinterlegt. Dort wo sich der Ausgangspunkt der deutschen Märchenstraße, die bis

Bremen führt, befindet.

12.11.05

Birgit Weber, Frankfurt/Main

2005


Deutschland

Koblenz

Der Stein liegt unter einer

Steinbank mit Blick auf das

„Deutsche Eck“:

Das Denkmal (Gesamthöhe 37

Meter) am Deutschen Eck, am

Zusammenfluß von Rhein und

Mosel, ist eines der Bauwerke, die

das deutsche Volk zu Ehren

Kaiser Wilhelms I. errichtet hat.

Die Rheinprovinz widmete Kaiser

Wilhelm I. das Monument als

Dank für die Einigung des Deutschen

Reiches. Das Denkmal zeigt

den Kaiser zu Pferd in dem weiten

Umhang eines Feldmarschalls mit

Helm und Federbusch. Neben dem

Pferd schreitet eine weibliche

Genienfigur, die Krone tragend.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs,

am 16. März 1945, wurde

das Reiterstandbild durch eine

amerikanische Artilleriegranate

beschädigt. Zwischen 1953 und

1990 diente der Sockel als „Mahnmal

der Deutschen Einheit“. Auf

dem Sockel wehte eine riesige

Deutschlandfahne. Nach dem Fall der Berliner Mauer wurden neben dem Denkmal drei originale Betonelemente

der Mauer aufgestellt.

Seit dem Krieg wurde immer wieder über eine Neugestaltung des Denkmals diskutiert. Alle Pläne scheiterten

jedoch entweder an der fehlenden Finanzierung oder daran, daß sie sich nicht mit der Idee des Mahnmals vertrugen.

Durch die Wiedervereinigung Deutschlands 1990 verlor das Mahnmal jedoch seinen sinnstiftenden

Gedanken. Eine private Stiftung des Koblenzer Verlegerehepaares Theisen ermöglichte nun die Rekonstruktion

des Reiterstandbilds.

Das Vorhaben wurde in Koblenz kontrovers diskutiert, weil ein Denkmal für Wilhelm I. von vielen als nicht

mehr zeitgemäß empfunden wurde. Unter anderem führte man seine Vergangenheit als „Kartätschenprinz“ zur

Zeit der Märzrevolution an, bei der er die Revolutionäre in Berlin hatte zusammenschießen lassen. Als Argumente

für die Rekonstruktion des Denkmals wurden vor allem der touristische Aspekt und die Wirkung in der

Stadtsilhouette angeführt.

Die Aufstellung fand an dem Tag statt, der im Kaiserreich als „Sedantag“ gefeiert worden war, zum Zeichen des

Sieges der deutschen Staaten unter der Führung des späteren Kaisers Wilhelm I. über Frankreich. Auf deutscher

Seite war dies nicht aufgefallen, wohl aber in Frankreich. Die feierliche Einweihung fand schließlich am 25.

September statt. Heute ist das Denkmal am Deutschen Eck vor allem eine Touristenattraktion.

Monica Zelt, Nörtershausen

2006


Deutschland

Neu-Isenburg

Ein Blick in die Zeit, ein Blick in die Geschichte.

Was war?

Was ist?

Was wird sein?

Hugenotten auf der Flucht.

Verlust der Heimat.

Der Weg in die Fremde.

Ein Graf gewährt Land.

Hoffnung auf ein neues Leben.

Baumeister Löber plant eine Idealstadt.

Handwerker wirken Strümpfe.

Das Dorf wird Stadt.

Fabriken entstehen.

Pendler kommen und gehen.

Krieg.

Steckrübenwinter.

Volksküche.

Krieg.

Deportationen.

Bomben.

Wiederaufbau und Wirtschaftswunder.

Franz Völker und Anny Schlemm singen.

Thomas Reiter fliegt ins All …

Bettina Stuckard, Neu-Isenburg

2005


Deutschland

Prora/Rügen

Einäugiges Prora

"Achtung Lebensgefahr! Herabstürzende Bauteile!! Betreten verboten!!!"

Je nach dem, von welcher Seite man sich Prora nähert, muß man schon seinen ganzen Mut

zusammenkratzen. Und dann wieder hat es auch eine Schauseite, wo die Touristen busladungsweise

angekarrt und ins Freie geschippt werden. Schon eine Sehenswürdigkeit: Prora, Moloch in Backstein

und Beton, größtes Kraft-durch-Freude-Projekt der Nazi-Ära an Rügens landschaftlich eigentlich

schützenswerter Nordostküste, Regenerationsfabrik für 20.000 Arier (oder waren es ganze Arier-

Familien?), später die Mutter aller Kasernen erst für die Rote, dann die Nationale Volksarmee,

mehrere Kilometer lang bildet es heute, in drittelwegs verfallenem, drittelwegs demoliertem,

drittelwegs umgewidmetem (Museen, Galerien, Ateliers, Kneipen, vielfältige Initiativen) Zustand

noch eine mit dem Lineal nachziehbare, martialische Front zum Meer hin.

Mit Volker Steinbachers Augen-Stein in der Hand, laufe ich, ohne lange zu überlegen, auf die Mauer

aus Bruchstein und Zement-Konglomerat, voll Mineralischem aus der Region (Feuersteinstücke), zu,

genauer gesagt einen Abschnitt, der sich von den Wettern der Geschichte zernagt darbietet, seiner

Deckplatte beraubt; ihn bin ich hochgeklettert und bette jetzt mein Mitbringsel in eine Lücke, ein

bißchen verkantet, damit er stabil ruht und nicht beim nächsten Sturm gleich ins Wasser gefegt wird -

und dort hockt er, wenn er nicht gestorben ist, noch heute und richtet sein Zyklopenorgan

leidenschaftslos-kühl hinaus auf die Bucht, die, wenn mich nicht totale touristische Fehlorientierung

narrt, links von Sassnitz, rechts von der Landzunge Nordperd begrenzt wird.

Roland Held, Darmstadt

2003

Foto: Ute Döring, Darmstadt


Dominica

nahe Highest Point

Der Stein wurde am 20.02.2010 um 11.00 Uhr abgelegt.

Ort: Nahe dem highest point ( 2.789 ft), World Heritage ,Vulkanberg,

nahe fresh water lake

Der Beitrag wurde vom Teilnehmer zurückgezogen.

N.N., Heidelberg

2010


Dominica

Pointe Mulatre

Nancy Atzenweiler, Pointe Mulatre

2009

Der Stein hat ein neues Zuhause gefunden!

Am Stein-Strand von Pointe Mulatre Bay in Dominica /

Karibik

Das Auge sieht den Atlantik, evtl. sogar bis Martinique

sowie auf der anderen Seite die Ocean Cabana vom

Hotel Jungle Bay Resort.


Dominikanische Republik

Los Casabes

Der Stein musste daheim bleiben, weil es hier in "Los Casabes", etwa eine

Stunde von der Hauptstadt Santo Domingo, Voodoo gibt, und das Risiko zu

gross schien, dass irgendetwas in der Folge passieren könnte.

Stattdessen freuten sich die beiden Herren der Zweiräderwerkstatt, dass ich

sie fotografierte. Sie hatten offensichtlich grade nichts zu tun, und

folgten schon länger mit ihren Blicken meinem Hin- und Herwandern im Dorf,

in dem ich eine Gruppe von Haitianern besuchte, die mit Grundregeln der

HIV-Prävention bekannt gemacht worden waren.

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2007

Santo Domingo, im März 2007


Dominikanische Republik

Santo Domingo

Der Stein liegt in der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, Santo

Domingo, auf einem kleinen Grashügel. Noch genauer gesagt befindet sich

dieser Grashügel in der Urbanisation Franconia, die in der Nähe einer

Hauptstraße namens Avenida Charles de Gaulles liegt.

Von diesem Hügel aus hat der Stein freie Sicht bis zum Horizont und

blickt über tiefer gelegene Stadtteile hinweg. Am Horizont sieht der

Stein den Faro a Colón. Dabei handelt es sich um ein großes Museum über

Christof Kolumbus. Dieses Gebäude sieht aus, wie ein auf den Boden

gelegtes Kruzifix. Während der Nacht werden von diesem Bauwerk aus

mittels einiger starker Strahler mehrere Kreuze an den Himmel gemahlt.

Fotos habe ich leider nicht. Es wäre mir auch nicht möglich gewesen, all

das was der Stein sieht adäquat festzuhalten.

Ullrich Wagner, Langen

2004


Dschibuti

Douale

What can we learn from Djibouti?

Adapt or Perish

Niels von Keyserlingk, Douale

2004


Ecuador

Cajas-Nationalpark

Ich habe am 03.11.2005 einen Stein im Cajas-Nationalpark in Ekuador

abgelegt.

Der Stein liegt auf ca. 3800 m Höhe.

Im Park gibt es 253 Seen. Hier leben Tiere, wie z.B. der Kondor, der

Brillenbär, der Puma und Lamas.

Die Temperaturen reichen von -2 Grad C bis 18 Grad C.

Die Gesteine sind ca. 120 - 200 Millionen Jahre alt und vulkanischen

Ursprungs.

Die Seen sind erst vor ca. 1 - 2 Millionen Jahre durch Gletscher

entstanden.

Der Stein sieht auf einen See im Park.

Stefanie Christ, Dieburg

2005


Ecuador

Cotopaxi

Mission Auge

4

Mission Auge

Auf meiner Reise durch Ecuador bekam ich dieses Auge mit, zuerst stellt

sich mir die frage, wohin damit? Dann hatte ich einen geeigneten platz

gefunden, der allerdings mit ein paar strapazen verbunden war. Der Gipfel

des Cotopaxi.

Er ist mit knapp 6000 Metern der höchste noch intakte Vulkan der Erde und

seine Spitze ist mit ewigem Eis bedeckt. Um den Vulkan zu besteigen muss

man sich die noetige Ausruestung besorgen und einen Guide anheuern,

sonst wird das ganze lebensgefaehrlich.

zuerst fährt man in ein Refugium das auf etwa 4800 Metern steht und

bereitet sich von dort aus auf den aufstieg vor. Man schläft etwa drei bis vier Stunden mit Frauen und Männern aus der

ganzen welt in einem riesen Schlafsaal, die alle das selbe Ziel und den selben willen haben. Gegen ein Uhr Nachts, wenn

das Eis hart und ungefährlich ist geht man über ein Steinfeld bis zum Anfang der Schneegrenze.

Wir hatten ein riesenglück und es war eine sternenklare Nacht. Ich kam mir vor wie auf dem Mond in diesem Steinfeld. Ab

dem eis muss man dann so spezielle Steigeisen anziehen und ab geht`s. Natuerlich immer ganz langsam, Schritt für Schritt,

weil es in diesen höhen nicht leicht ist zu Atmen.

Stundenlang den Berg hoch und höher und es scheint kein Ende zu nehmen. Irgendwann habe ich mich gefragt warum ich

diesen scheiss eigentlich mache, es war kalt, meine Füße taten weh und mein herz hat gepumpt als wolle es gleich einen

Alleingang wagen. Aber ich hatte ja die Mission!

Irgendwann war aber Schluss mit der Nacht und da wusste ich warum ich mich diesen Qualen ausgesetzt habe. So einen

unbeschreiblichen Sonnenaufgang habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Es hat sich also doch gelohnt

stundenlang durch den Schnee zu stapfen, um dem Auge eine neue heimat zu geben.

Ich kann leider nicht richtig beschreiben wie wunderschön das war, weil es sich nicht in Worte fassen lässt wie es ist, über

den wolken zu stehen und eine so grosse Energie vor sich aufstehen zu sehen.

Ich hoffe aber, dass die Bilder für sich sprechen

Hannah Ernst, Kelkheim

2004


Ecuador

Rio Toachi

Ecuador, 19. Februar 2005, Rio Toachi - doch längst ist der Stein nicht mehr dort, wo wir ihn ließen.

WIR sind Pachacutic, Ivan, Suco und Rainer, drei Quichua-Kinder und ein Deutscher.

Vielleicht ist der Stein schon im Pazifik angekommen. Vielleicht hat ihn eines der Kinder als

Glücksbringer mitgenommen. Alles bleibt in Bewegung ...

Wer mehr über mich, über Pachacutic, Ivan, Suco ... und über Ecuador wissen möchte, gerade

sind von mir zwei Bücher erschienen, meine Autobiografie "FERNES LAND - die DDR, die

DEFA und der Ruf des Chimborazo" und der Roman "REGENBOGENBOA“.

Rainer Simon, Potsdam

2005


El Salvador

San Salvador

Der Stein wurde vor der "Casa la Esperanza"

(Haus der Hoffnung) begraben. Dies ist eine

Einrichtung der lutherischen Kirche El Salvadors

für Obdachlose, Drogenabhängige, Prostituierte...

mit den Möglichkeiten, sich und seine Kleidung

zu waschen, eine warme Mahlzeit zu bekommen,

manchmal Medizinische Untersuchung, Anonyme

Alkoholiker kommen etc. Vor allem aber auch um

einmal in Frieden dazusitzen, zu spielen und zu

reden. Das Haus liegt in einem der großen Drogenumschlagsplätze

San Salvadors. Der Stein

wurde am Eingang von einigen "Besuchern" der Einrichtung begraben. Hanna und Ich

dachten, dieser Platz wäre darum ideal für den Augenstein, da er nun an einem Platz liegt, wo

man sonst gerne seine Augen abwendet, von der Gewalt, von dem Elend, den Drogengeschäften!

In einem Viertel, das immer mehr herunterkam, wo sich immer mehr abgewandt

wurde. Gleichzeitig liegt er aber auch am Eingang zu einem kleinen Ort der Geborgenheit,

des Friedens, der Ruhe- ich hoffe, dass dies auch oder gerade eben im Sinne ihres

Kunstprojektes ist. (so hatten wir das jedenfalls verstanden!)

David Vogt, San Salvador

2007


Eritrea

Asmara

Der Stein liegt zuhause auf dem Dach:

…und das sieht er:

“…wie gezogen steigt eine lagunenblaue Woge lose auf, steigt hinauf, durch den Koerper in

den Himmel rauf…” (aus “blau”)

Esther Geis, Asmara

2004


Estland

Tallinn

Tallinn oder der Stein des Anstoßes

An einem symbolträchtigen Tag, dem 9. Mai 2007 war meine Ankunft in der estonischen Hauptstadt Tallinn.

Dieser Tag wird in Russland offiziell gefeiert als Beendigung des 2. Weltkriegs und der Befreiung von Hitler

und dem Faschismus. Diese Feierlichkeit wird in Russland mit Blumen und Paraden begangen. Die Russen

besuchen Denkmäler und öffentliche Plätze und legen dort auch Blumen nieder.

So wurde 1947 auch in Tallinn als Denkmal für die gefallenen Soldaten ein Bronzesoldat im verkehrsreichen

Zentrum der Stadt errichtet. Jahr für Jahr wurde dieser Platz besonders von der russischen Minderheit in Estland

(von den 1,4 Mio Einwohnern Estlands sind 500.000 Russen) besucht, die dort Blumen abgelegten, um an die

fatalen Folgen des Krieges zu erinnern.

Neuerdings weht aber durch die ehemaligen Staaten des Sowjetblocks ein rauer Wind.

Seit dem Beitritt der baltischen Staaten und Polen in die EU gibt es eine Anti-Sowjet-Haltung, die vor allem in

der medialen Ausschlachtung und im sinnlosen politischen Konfrontationskurs mit der jetzigen russischen

Regierung ihren Widerhall findet. Das estnische Parlament (Durchschnittsalter der Parlamentarier ist unter 35

Jahren) beschloß, dass der Bronzesoldat, von den Russen liebevoll Aljoscha genannt, als ein Symbol der sowjetischen

Besatzung an einen anderen Ort und zwar auf den Friedhof der Kriegsgefallenen Filtri Tee versetzt

werden sollte. Diese Umsetzung

geschah kurz vor meiner

Ankunft am 9. Mai.

Dieses Vorgehen führte dazu,

dass einige russische Demonstranten

randalierten, um ihre

Wut zum Ausdruck zu

bringen.

Am 9. Mai glich die Stadt,

obwohl ein ganz normaler

Arbeitstag war , einer Geisterstadt.

Alle Estonen hatten sich

in ihren Häusern verschanzt,

verschüchtert durch die von

den Medien geschürte Angst

vor den möglichen Krawallen

der Russen. Die Altstadt war

leergefegt.

Jedoch am Platz des ursprünglichen

Denkmals bis hin zum

neuen Aufstellungsort, dem

Friedhof der Kriegsgefallenen,

wimmelte es von Polizisten und sensationslüsternen Presseleuten, die nur darauf warteten, dass etwas

Spektakuläres passiert. Dessen ungeachtet marschierten und spazierten russische Familien, mit Blumen in den

Händen, die Strecke vom alten zum neuen Standort des Denkmals entlang. Die Stimmung war friedlich und

ähnelte einem Volksfest. Ich legte den Stein dann direkt hinter „Aljoscha“ ab, inmitten des Blumenmeeres.

Man kann die Situation nicht besser beschreiben als die Dame an der Rezeption meines Hotels, die, als ich mich

nach dem Ort des Denkmal erkundigte, antwortete: „Wir haben seit Jahrzehnten mit den Russen hier friedlich

gelebt und die jungen Politiker, die populistisch und ohne jede Kriegserfahrung eine solche Entscheidung

durchgesetzt haben, waren sich weder ihres Handelns bewusst noch über die Konsequenzen im Klaren. Dies

diente nur dazu, sich von der langjährigen Beziehung zu Russland zu distanzieren.“

Unsere estnische Stadtführerin hat das noch spitzer formuliert: „Während der gesamten Sowjetzeit wurde das

Symbol und Kennzeichen Tallinns - ein christlicher Engel mit einem Kreuz in der Hand, nie angerührt. Warum

kann man diese Symbole nicht respektieren und sie in ihrem geschichtlichen Kontext sehen?“

Die estnische Regierung, die seit Jahren eine Politik der Einschränkung der Rechte der russischen Minderheit

verfolgt, hat mit diesem sinnlosen Akt eine weitere Schneise in die Kluft zwischen die seit Jahrzehnten friedlich

koexistierende Bevölkerungsteile geschlagen.

Mai 2007

Zafer Toker, Frankfurt/Main

2007


Fidschi

Malamala

Liebe Leute,

ich bin der achte und somit letzte Stein im Südseepaket 2006 und liege seit dem 21.

Dezember, 11 Uhr, in einer Astgabel eines ausgetrockneten Frangipani-Baumes auf

der kleinen Ausflugsinsel Malamala vor der Westküste von Viti Levu. Ich schaue über

den Strand und die See bis Viti Levu. Bis nach Nadi, der drittgrößten Stadt auf den

Fidschis, sind`s vielleicht 15 Kilometer Luftlinie. Wir hatten uns einer 20-köpfigen

Besuchergruppe angeschlossen, die einen Tag auf der Insel verbrachte. Malamala

ist im Besitz eines fidschianischen Clans. Es gibt hier zur Begrüßung Kava. Das ist ein

für Melanesien und Teile Polynesiens typisches Getränk aus Wasser und den Wurzeln

der Pfefferstrauchgewächse. In großen Mengen genossen, benebelt es.

Malamala ist wirklich toll, um zu baden, zu schnorcheln und im Schatten zu lesen

oder zu schlafen.

Die Gruppe kehrte am Spätnachmittag ohne mich nach Nadi zurück. Nach dem

Militärputsch Anfang Dezember hat sich die

Lagen Fidschi wieder beruhigt. Einer Übergangsregierung sollen Neuwahlen folgen.

Wollen wir mal hoffen, dass die Fidschis eine friedliche Zukunft haben.

Viele Grüße

Euer Stein Nummer 8

Martin Feldmann, Frankfurt/Main

2006


Fidschi

Suva

Ni sa bula, wie geht es Euch?

Acht Augen-Steine sind am 15. November in

Fidschi gelandet und wollen im www erzaehlen,

was es in der Suedsee zu sehen gibt. Ich habe mich

entschieden, in Fidschi zu bleiben und die anderen

auf die weitere Reise zu schicken. In Nadi (sprich:

Naendi) im Westen von Viti Levu, der groessten

Insel des Archipels, nahmen wir den Bus nach

Suva, der Hauptstadt der Fidschis. Auf der vierstuendigen

Fahrt konnte ich auch einen Bick in The

Fiji Times werfen und was ueber Ausschreitungen

im Nachbarland Tonga lesen. In Fidschi kriselt es

auch mal wieder. Das Militaer, das mit der derzeitigen

Regierung im Clinch liegt, droht mit Putsch. Fuer Aussenstehende ist das schwer zu durchschauen.

Fidschi, ehemals britische Kolonie, ist seit 1970 unabhaengig. Im Laufe der Jahrzehnte wurde

schon dreimal geputscht. Im Hintergund standen vor allem ethnische Konflike zwischen den melanesischen

Ureinwohnern und den Fidschi-Indern. Die Briten hatten im

spaeten 19. und fruehen 20. Jahrhundert zehntausende von

Indern nach Fidschi geholt. Sie arbeiteten vor allem auf den

Zuckerrohrplantagen. Heute sind etwa 40 Prozent der fast

850 000 Fidschianer indischer

Herkunft. Alte melanesische

Stammesstrukturen reichen

wohl auch noch bis in die

heutige Politik, was alles noch

komplizierter macht.

Martin Feldmann, Frankfurt/Main

2006

Seit dem 19. November 2006,

11.30 Uhr, habe ich einen Platz

in der Oeffnung eines knorrigen

Baumstammes vor dem

Regierungsgebaeude in Suva.

Schon mehrfach marschierte

Militaer auf. Aber die Lage ist

bislang ruhig.

Tatsache ist, dass in Fidschi vor allem die grossen

Hotels und die Ressorts fast leer stehen, weil die

Touristen aus Australien und Neuseeland ausbleiben

und Buchungen fuer die kommenden

Monate wegen der politischen Situation storniert

wurden.

Die Fidschianer nennen mich uebrigens Vatu. Die

Pluralform ist gleich. So heisst der Weg der Steine

in Fidschianisch NA GAUNISALA VEI VATU.

Ich bin gespannt, was meine sieben Kollegen noch

erleben werden.

Moce (das heisst hier auf Wiedersehen)

Euer Vatu


Finnland

Helsinki

place: UNIONINKATU, Helsinki, Finland

date: 05.07.2004

The stone sees the street on a rainy afternoon in july, viewing north

towards the Kallio church.

This summer has been the rainiest in Finland for a decade: we really have

had our share of water! Unioninkatu is a long, straight street running from

the rougher part of the city to the more elegant southern areas of old

Helsinki.

Tiina Väkiparta, Helsinki

2004


Finnland

Saimaasee

Christine und Markus Thomas-Morr, Bad Soden

2003


Frankreich

Cascade de l'Ecrevisse/Guadeloupe

Der Augenstein von Mirabel liegt in Guadeloupe am Wasserfall Cascade de l'Ecrevisse. Dieser

befindet sich an der Route de la Traversée auf dem westlichen Teil des

Schmetterlingsflügels" dieser Insel, der auch Basse Terre genannt wird.

Dort wurde der Stein am 14. März 2006 in einem Baum deponiert, der sich am Auslauf des

Wasserfalls befindet.

Anette und Mathias Getzlaff, Wuppertal

2006

Das Auge kann direkt die nach unten stürzenden

Wassermassen erkennen.


Frankreich

Kourou/Französisch Guayana

Claudia Langer, Freienwil

2008

Fast am Aequator hat das Auge inmitten anderer

Steine den Blick auf eine Abflugrampe des

Weltraumzentrums Guyana, CSG = Centre

Spatial Guyanais, dem europäischem Weltraumbahnhof.

Von hier starten die Ariane Raketen der

ESA, von Arianespace und demnächst auch

russische Sojus Raumschiffe.


Frankreich

Mirabel/ Ardeche

Alle AugenSteine kommen aus Mirabel !

Maison Cœur Rouge

Liane Palesch und Erwin Koch, Darmstadt

1998


Frankreich

Mirabel/Ardeche

Mirabel ist ein kleines, fast verlassenes Bergdorf in den Ausläufern der Cevennen.

Anläßlich eines Künstlertreffens malten hier 1998 Volker Beyer, Frank Schylla, Günter

Hofmann, Hans Wutzler, Steffen Morgenstern und Volker Steinbacher Augen auf die

vielen Steine, die hier herumlagen.

Die Idee gefiel vielen Besuchern des Dorfes so gut, daß sie die Steine mitnahmen...

Seither sind die Steine also auf Reisen.

Inzwischen werden sie auf der ganzen Welt verteilt und dokumentiert.

Sie sind Koordinaten eines weltumspannenden Kunstprojektes geworden:

DER WEG DER STEINE.

www.wegdersteine.de

Jeder kann in Mirabel einen Stein mitnehmen und irgendwo in der Welt ablegen...

Volker Steinbacher, Frankfurt/Main

2005


Frankreich

Paris

„Die Pariser Weltausstellung 1937(...) steht im Zeichen einer gewaltigen Bekundung der Eintracht und

des Friedens“ (Ausstellungskatalog).

Wie ein Menetekel des heraufziehenden Weltkrieges stehen sich am Pariser Trocadero die Pavillons

der Sowjetunion und Deutschlands gegenüber. Der sowjetische Pavillon, ein gestaffelter, aufwärtsweisender

Bau trägt eine Großplastik der Bildhauerin Vera Muchina „Kolchosebäuerin und Industriearbeiter“.

Ihm gegenüber der etwa gleich große, deutsche Pavillon von Albert Speer, von dessen

Turm ein auf einem Hakenkreuz sitzender Adler auf den sowjetischen Pavillon hinabblickt. Hinter

diesen Großbauten befindet sich ein modernes, lichtes Bauwerk, das dennoch große Aufmerksamkeit

auf sich zieht: Der Pavillon der spanischen Republik.

Die Pariser Weltausstellung eröffnet am 15. April 1937 .

Elf Tage später, am 26. April, bombadiert die deutsche Wehrmacht das baskische Städtchen Guernica

und tötet dabei mehr als 3000 Einwohner. Pablo Picasso, der eingeladen ist, mit einem Gemälde im

spanischen Pavillon seine Solidarität mit der spanischen Republik zu bekunden, entschließt sich, mit

einem gewaltigen Bild von mehr als 3 x 7 Metern dieses Kriegsverbrechen anzuklagen. Es wird in

diesem Pavillon zu sehen sein.

Picassos Guernica tritt eine lange Reise an. Es hängt viele Jahre im Museum of Modern Art in New

York und erst nach dem Tode Francos wird es in Madrid seinen endgültigen Platz finden. Vera

Muchinas Skulptur ist nach Moskau zurückgekehrt, der Hakenkreuzadler hoffentlich für immer

verschwunden. Volker Steinbacher

Siehe Moskau, siehe Madrid, siehe Gernika-Lumo

Anne-Catherine Charbonnier, Sevres und Volker Steinbacher Frankfurt/Main

2003


Frankreich

Paris

Paris, den 1. Juli 2003, 14 Uhr Technisches Museum , rue st. martin 296

das foucault´sche pendel hängt genau unter der apsis der kirche. der kirchenraum ist von 3 wächtern bewacht. zuerst denke ich

mir, hier kann ich niemals irgendetwas irgendwo ablegen, geschweige in der nähe des pendels. also interessiere mich erst mal für

alle anderen ausgestellten exponate. es führt ein ausstellungsweg bis unter das dach des kirchenschiffes. ich beschließe, diesen

weg zu gehen und erst mal unbemerkt von dort oben das pendel zu fotografieren. dann steige ich wieder hinab und umkreise ein

paar mal unauffällig das pendel . der wächter beobachtet mich, als ob er ahnt, dass ich die gesamte kirche sprengen möchte.

plötzlich kommt ein junger student, geht direkt auf das pendel zu kniet sich davor auf den boden und macht ein paar fotos unterhalb

der glasplatte von dem pendel. Na gut denke ich mir, also fotos machen ist wohl kein problem. Aber wie, den stein direkt an den

fuß des pendels legen? jetzt betritt ein pensioniertes ehepaar, ich denke aus amerika, die kirche und steuert auf das pendel zu.

erfürchtig verharrt es vor dem pendel und macht ebenfalls ein paar fotos. auf einmal verlässt der wächter seinen posten und

verlässt die kirche. gute gelegenheit, aber das ehepaar denkt überhaupt nicht daran sich einmal die anderen austellungsstücke

anzuschauen. egal, denke ich mir, nehme den stein, krabbel unter das pendel und lege den stein neben den fuß der glasplatte. das

ehepaar weicht zurück und blickt mich völlig entgeistert an. jetzt noch schnell ein paar fotos gemacht, bis der wächter zurück

kommt. er kommt zurück, aber bemerkt den stein auf dem blitzsauberen boden nicht. das ehepaar stürzt zu meiner verwunderung

auch nicht gleich auf ihn zu. Ich schiesse noch ein paar fotos von dem pendel und verlasse langsam den kirchenraum. keine

ahnung was passiert, wenn der stein mit dem auge unter dem pendel entdeckt wird, kann mir aber lebhaft ausmalen,was für

gedanken der fund auslösen wird.... andreas hansel

Jutta Heidt-Hansel und Andreas Hansel, Frankfurt/Main

2003


Frankreich

Saint Pierre/Martinique

Am 28. März 2005 sind mein Sohn Dominic und

ich für zwei Wochen nach Martinique

aufgebrochen um dort zu tauchen und auch die

Nachbarinsel Dominica zu besuchen, auf der

ebenfalls ein Augenstein abgelegt werden sollte.

Leider gab es Probleme mit der Fähre, so dass

die Überfahrt nach Dominca nicht erfolgen

konnte. Der Augenstein dort wird zu einem

späteren Zeitpunkt niedergelegt.

Am 4. April 2005, um 11:15 Ortszeit haben wir

einen Augenstein in Saint Pierre, Martinique

(61 ° westliche Länge, 14 ° nördliche Breite)

abgelegt.

Wir haben die Ruines L’Eglise du Fort am Fuß des Vulkans Mont Pelée als Ort für den Augenstein

ausgewählt, von wo aus er sowohl den Vulkan, als auch das karibische Meer und Teile von

Saint-Pierre sehen kann.

Im Mai des Jahres 1902 spuckte der Vulkan Mont

Pelée nicht nur einfach Lava - der Berg flog

regelrecht in die Luft. Mit 450 Meter pro Sekunde

raste eine Druckwelle auf Saint-Pierre zu. Häuser

und Bäume wurden weggefegt wurden in

Sekunden zerstört. Von den Schiffen, die in der

Bucht vor der Stadt vor Anker lagen, waren nur

noch brennende Wracks übrig. 30.000 Menschen

starben, als einziger Überlebende wurde der

Überlieferung nach ein Sträfling nach drei Tagen

lebend in dem Schutthaufen gefunden, der zuvor

das Gefängnis war.

Nach und nach wurde die Stadt wieder

aufgebaut, aber Saint-Pierre erreichte nie wieder

die ursprüngliche Bedeutung als eine der wichtigsten Handelsstädte der Karibik. Nur wenige Häuser,

so das Gebäude der alten Handelskammer, wurden bis heute originalgetreu wiederaufgebaut. Von

anderen blieben nur Reste, wie etwa die

Freitreppe Theaters. Auch die Ruines L’Eglise du

Fort sind heute noch beeindruckende Zeugen

der Katastrophe.

Thomas Peters, Neu-Isenburg

2005

Wissenschaftler überwachen in einem modernen

Observatorium hoch oben in den Bergen alle

Aktivitäten des Mount Pelée. Nicht nur die

Erdveränderungen, sondern auch die

Wassertemperatur in den Flüssen wird dauernd

gemessen. Alles Warnsignale dafür, ob der

Vulkan in seinem Inneren anfängt zu brodeln.

Denn der Mount Pelée gehört auch heute noch

zu den gefährlichen Vulkanen – in einem

Paradies in das es uns immer wieder hinzieht.


Frankreich

bei Papeari, Tahiti/Gesellschaftsinseln

Ende September bis Mitte Oktober 2003 segelten wir von Tahiti aus 3 Wochen durch

französisch Polynesien. Am Ende unseres Törns in Raiatea flogen wir dann zurück

nach Tahiti, wo wir den verbleibenden Tag nutzen wollten um einen passenden Ort für

den Stein zu finden. Wir mieteten uns ein Auto und fuhren gemütlich auf der einzigen

Strasse rund um die Insel, die von einem Berg

dominiert wird und im Inneren kaum zugänglich ist.

Es war feuchtwarm und bewölkt. Die Stimmung auf den

Strassen Tahitis eher geschäftsmäßig, hektisch.

Insgesamt also eine Atmosphäre, die nicht so

südseestimmungsvoll ist, wie man sich das vielleicht

wünscht oder vorstellt. Auf Tahiti einen

Ort zu finden, der all das einschließt, was

Polynesien in unserer Fantasie wachruft, ist kaum

möglich.

Also auf zum Gauguinmuseum - ein Ort direkt am

Meer-, interessante Ausstellung, aber auch hier

findet sich nicht der passende Ort. Neben dem

Museum steht ein älteres Haus - direkt am Meer -

das Grundstück noch vom Museumsgelände aus zugänglich.

Davor die typischen Auslegerkanus,

Fischernetze hängen da zum Trocknen, ein Hund,

ein Kind auf der Schaukel, Palmen usw. Nach einer

Weile des Herumprobierens finde ich den richtigen

Platz für den Stein: ein Baum, in dem ein zweiter

Baum wächst. Hier liegt er nun, durch die Wurzel

des jungen Baumes geschützt und gehalten, im Rükken

das Meer, im Blick das Gebäude des Gauguinmuseums,

ganz in der Nähe des Ortes, wo Gauguin

während seiner Zeit auf Tahiti gelebt hat.

Corinna Glasenapp, Offenbach

2003


Frankreich

Thines

11.9.2003

Die Straße, die nach Thines führt, leitet durch eine wilde,

herbe Natur. Ein Wildbach, im Sommer fast ausgetrocknet, ein

langgestrecktes fast unzugängliches Tal, am Ende der Straße,

in vollkommener Abgeschiedenheit das kleine Bergdorf.

Den letzten Kilometer gehen wir zu Fuß entlang eines

schmalen Weges. Thines liegt am Jakobsweg, der von Le Puy

nach Santiago de Compostella führt. Über eine steile Treppe

erreicht man eine kleine, stille Wallfahrtskapelle. Dort lege ich

den Stein in eine schmale Mauerritze an der linken Seite des

Kirchenschiffes.

Verläßt man die Kirche, blickt auf eine furiose Landschaft von

karger Schönheit. Die Idylle trügt.

Ein Gedenkstein verweist darauf, daß Thines im zweiten Weltkrieg

ein Rückzugsort der Resistance war. Denunziert von einem

französischen Kollaborateur, rückten deutsche Verbände

in das Dorf ein und erschossen alle Einwohner.

Erwin Koch, Darmstadt und Volker Steinbacher, Frankfurt/Main

2003


Gabun

Libreville

Anthony aus

Ghana bewacht

das Haus meiner

Freundin Irene

in Libreville.

Eigentlich.

Anthony ist

aber auch sehr

geschäftstüchtig,

und so hat

sich sein

Wachthäuschen

in einen afrikanischen

Mini-

Markt verwandelt.

Oder eine

Imbißbude.

Oder beides.

Ich habe ihm den Stein gegeben, damit er

ihn zu seiner Sammlung der Dinge gibt, die

offensichtlich für gute Geschäfte stehen.

Damit das Auge ein bißchen über den Wächter

wacht, der er ja eigentlich ist....

Susanne Bernhard, Libreville

2010


Gambia

Fort James

Gambia ist der kleinste Staat Afrikas. Er liegt an der Westküste und ist komplett vom Senegal

umschlossen. Die Fläche des Staates bildet der etwa 480 km lange Fluss mit einem zwischen 25 bis 8

km breiten Uferstreifen auf beiden Seiten. Dieser Fluss verleiht dem Staat seinen Namen der sich vom

portugiesischen Wort câmbio (Austausch, Handel) ableitet. Was gehandelt wurde erzählte uns Lamin

Trawaily:

Portugiesische Händler befuhren im 18. Jahrhundert regelmäßig den Gambia und kauften junge

Männer, Frauen und Kinder die entlang des Flusses aus den Dörfern entführt und versklavt wurden.

Dieses „Geschäft“ übernahmen später die Engländer, die auf der Insel James Island einen befestigten

Sammelpunkt - Fort James - einrichteten. Die Sklaven wurden auf der Insel in Verließen eingekerkert

bis eine ausreichende Ladung zusammengestellt werden konnte. Von der Insel gab es kein entkommen

– der Weg zum nächsten Ufer ist 8 km weit und das Mündungsgebiet wimmelte vor Haien. Aus den

Dörfern entlang des Flusses wurden über 3 Millionen Menschen, hauptsächlich vom Stamm der

Mandinka, Fulbe und

Wolof, entführt und in

die amerikanischen

Kolonien verkauft.

Der Blick nach Westen

Thomas Guttandin, Hattersheim

2006

Den Stein für Gambia

legte Lamin in eine

Mauer der Ruine von

Fort James. Der Stein

blickt über die Mündung

des Flusses hinweg

Richtung Westen zu den

Nachfahren der Sklaven

die die Überfahrt

überlebten. James Island

ist heute nationale

Gedenkstätte und

erinnert an das Leiden

und die Unmenschlichkeit

der Sklaverei.


Georgien

Dedoplis Tskaro

Das Auge von Dedoplis Tskaro (Georgien, Kachetien)

Am 20. Juli des Jahres 2005 habe ich einen sehr schönen schlanken Augenstein in Ostgeorgien (Kachetien)

abgelegt. Ich war dort als Beteiligter an einer archäologischen Ausgrabung. Inmitten einer kargen

Steppenlandschaft erhebt sich etwa einen Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Dedoplis Tskaro ein

markanter Berg mit zwei Gipfeln. Für die Bewohner Gegend besitzt der nach dem Propheten Elias benannte

Berg, auf dem ein Kreuz steht, eine besondere Bedeutung. Sie gehen bereits seit der Antike einmal im Jahr am

20. Juli dorthin, bitten den Bergheiligen Elias um Regen und unterstreichen diese Bitte mit dem Opfern eines

Schafes. Selbstverständlich ist man dabei sparsam. Vergraben werden lediglich die Füße und der Kopf des

Tieres. Die „spärlichen Reste“ verzehrt man im Rahmen eines Festmahles im Kreise der Familie.

Wir konnten uns

übrigens dem Fest

nicht entziehen

und haben es

selbst ausprobiert.

Ingo, der Grabungsleiter

hat ein

Schaf gekauft und

wir haben es im

Hause eines Georgiers,

der mit uns

zusammenarbeitet,

mit sehr viel Wein

(aus großen Trinkhörnern),

anderen

Speisen und Trinksprüchen verspeist. Geregnet hat es allerdings nicht. Der Augenstein liegt auf dem westlichen

Gipfel des Berges und blickt nach Osten Richtung Aserbaidschan.

Robert Hofmann, Kiel und Hainichen

2006

19. August 2006


Georgien

Sadakhlo

Lieber Herr Steinbacher, auch in Georgien konnte ich am 19.5.2005 einen Stein

ablegen.

Wo liegt der Stein?

Der Stein liegt direkt an der Grenze zu Armenien in der Ortschaft Sadakhlo. Er

liegt im Niemandsland, aber noch auf georgischer Seite.

Was sieht der Stein?

Der Stein sieht eine Grenze! Zoll auf der einen Seite. Brücke. Zoll auf der

anderen Seite. Privat PKWs können nur mit großen Schwierigkeiten passieren.

Reisende müssen zu Fuß über die Brücke und George der georgische Fahrer muss

umkehren. LKWs kommen nach vielen Formalitäten durch, da dies eine der nur zwei

Verbindungen Armeniens zur Außenwelt ist. Rundherum Berge und Schafe und ein

weiter Weg zur Normalität im kaukasischen Chaos.

Fotografieren ist natürlich verboten.

Man begreift den langen Weg den wir gekommen sind.

Mathias Lueg, Oberursel

2005


Georgien

Tiflis

lieber volker

wo liegt das auge? - das auge liegt auf der stadtgrenze von tbilissi. über tbilissi und georgien.

und sind auf den fotos die dinge, die das auge "sehen" kann? - genau das kann das auge

sehen.

Gruss oleg

Oleg Flaum, Tiflis

2003


Ghana

Axim

Wir haben den Stein am 25.12.2005 um 17:45 Uhr am wunderschönen Strand von Axim im Westen

Ghanas, am Fuß einer Palme abgelegt.

Das Auge kann von dort aus auf das Meer blicken und den Sonnenuntergang beobachten.

Axim ist eine Stadt in der Nähe der Grenze zu Cote d’Ivoire. Von dort aus kann man den Ankasa-

Nini-Suhien National Park besuchen, ein 509 km² großes Stück noch vollständig erhaltener tropischer

Regenwald.

Die genaue Position des Auges ist 04° 51´ 7,7 ´´ N; 002° 14´ 7,0 ´´ W.

Berlin, 07.01.2006

Irene und Gerald Schneider, Berlin

2005


Ghana

Elmina

Die Kanonen von Elmina Castle (São Jorge da Mina) sind auf die Stadt und den Hafen gerichtet. Vom

offenen Meer her fühlten sich die Herren der Festung offenkundig weniger bedroht. Es waren

Besatzer, die Portugiesen, die die Festung Ende des 15. Jahrhunderts errichten ließen, und die

Holländer waren es auch: Sie eroberten Mitte des 17. Jahrhunderts Elmina, um nun ihrerseits das

Hinterland mit der Hilfe lokaler Herrscher auszuplündern, stets auf der Suche nach Gold, vor allem

schwarzem Gold: Sklaven eben. Diese wurden in Elmina gefangen gehalten und, sobald eine

Schiffsladung zusammenkam, gewaltsam in die Neue Welt verfrachtet. Das blieb gängige Praxis, bis

der Sklavenhandel im 19. Jahrhundert unterbunden wurde. Die Einnahmequelle der europäischen

Besatzer versiegte, doch die Erinnerung an den einstigen Reichtum dieser Region hat sich in ihrem

Namen erhalten: Goldküste. Erhalten ist auch die Festung mit den Kerkern, den Schießscharten und

den Kanonen, die die europäischen Herrschaftsansprüche untermauern sollten. An einer solchen Kano-

ne haben wir unseren Augenstein abgelegt.

Solvejg Wilhelm und Volker Gottowik, Frankfurt/Main

2007

März 2007


Grenada

Saint George´s

Ja, der Stein…

To tell a long story

short (?), er wurde

mir in Neu-Isenburg

übergeben, mit 2

Brüdern, diese waren

für Mayreau und

Aruba bestimmt.

Ich nahm ihn mit

zum Frankfurter

Flughafen, von dort

sollten wir 4 nach

Tobago und von dort

nach Porlamar auf der Isla Margarita /Venezuela fliegen, mit dem

Ziel an Bord der Ocean Dream eine Kreuzfahrt Margarita -

Grenada - Barbados -St.Vincent - Aruba - Curacao - Margarita zu

machen. Leider kam ich alleine an, das Gepäck… verschollen,

eine Woche lang.

Die Steine haben also vielleicht schon all die fehlenden Länder

bereist- aber sie schwiegen, als ich sie endlich wieder bekam.

Nun gut- ich kam nochmals nach GRENADA, wenn auch nicht

mehr nach Aruba und Mayreau, das fiel ohnehin wegen Swell aus.

Schuhkammer der Polizeischule

Ich trennte die Jungs, nahm den kräftigsten mit und erklomm mit ihm die 88 Stufen zum Fort George.

Entlohnt für die unterschiedlichsten Stufen wurden wir mit einem traumhaften Blick auf den Naturhafen und

die neue Pier für Kreuzfahrtschiffe. Die Polizeischule hat ihren Sitz hier oben, sonst ist außer ein paar

Kanonen und alten Häusern, die vor sich hinrotten,

nichts zu sehen.

Nichts zu sehen? Oh doch, der Stein.

Er hat seinen Platz gefunden- nachdem er von mir

verabschiedet wurde, habe ich ihn so gelegt, dass er

St.George’s den Rücken zukehrt, seitlich dem

Naturhafen zugewandt ist und Blick auf den Grand

Anse Beach hat, wo man wunderbar tauchen kann

und Segler auf ihre Kosten kommen.

Blick vom Fort auf die „Ocean Dream“, die vor Grenada auf Reede liegt

Blick zum Grande Anse Beach

Anja Schneidenbach, Neu-Isenburg

2009

Grenada ist eine ruhige freundliche Insel, die mich

auch bei meinem vierten Aufenthalt nicht enttäuscht

hat.

Wenn ich wieder da bin, besuche ich den großen

Bruder, dessen Brüder ich hoffentlich bis dahin auch

ablegen konnte. 03.02.2009

Blick zur karibischen Seite der Insel


Griechenland

Agia Irini/Kreta

Der Augenstein von Mirabel

liegt in Westkreta in der

Schlucht von Agia Irini. Er

wurde dort am 23.6.03 im noch

relativ weit oberen Teil

abgelegt.Er sieht schluchtaufwärts

auf eine riesige

Geröllhalde, die sich zwischen

die steilen Felswände ergießt.

Zwischen den Steinen wachsen

Kiefern und Oleander, der im

Juni leuchtend rosarot blüht.

An den Hängen wachsen Teppiche

von Thymian und Salbei.

Obwohl die Irini-Schlucht kleiner und unbekannter ist als die Samaria-

Schlucht, ist sie wunderschön. Und es ist von Vorteil, daß nicht solche

Touristenströme hierher kommen wie nach Samaria.

Andrea Eschemann, Frankfurt/Main

2003


Griechenland

Athen

Wo lege ich den Augenstein ab, in einer Stadt, die bereits vor 2500 Jahren die Wiege war für so

unterschiedliche Bereiche unseres Lebens wie Philosophie und Kunst, Ethik und Moral, Politik und

Baukunst und deren Auswirkungen noch immer anhalten und Europa geistesgeschichtlich prägen?

Ich entscheide mich für die Akropolis, den heiligen Berg der Götter, mit direktem Blick auf den

Parthenon, den Tempel der jungfräulichen Göttin Athene, Herzstück der Akropolis, Symbol des

Reichtums und der Macht des stolzen antiken Stadtstaates Athen.

Unter der politischen Führung von Perikles stieg Athen um die Mitte des 5. Jh. v. Chr. zur führenden

Macht Griechenlands auf. Auch die Kunst erlebte im Zeitalter von Perikles eine Hochblüte. In Athen

wurde im Rahmen eines gewaltigen Bauprogramms die von den Persern 480/479 v. Chr. zerstörte

Akropolis neu gestaltet. In einem Zeitraum von etwa 50 Jahren entstanden auf dem Felsen der

Akropolis der Parthenon, die Propyläen, der Tempel der Athene Nike und das Erechtheion.

Perikles entmachtet schrittweise die Aristokratie und setzt die Volksversammlung ein. Somit ist der

basisdemokratische Grundsatz der Gleichheit, der allerdings nicht für Frauen, Sklaven und Fremde

gilt, eingeführt. Die expansive Außenpolitik und die demokratische Innenpolitik bescheren der Stadt

eine außerordentliche Entfaltung. Phidias meißelt seine berühmten Reliefs und Skulpturen für den

Parthenon. Die Schule der Sophisten prägt das geistige Leben und Sokrates tritt als unorthodoxer und

unbequemer Denker auf, dem die großen Philosophen Platon und Aristoteles folgen werden.

Aischylos, der als Begründer der Tragödie gilt, Sophokles und Euripides führen die tragische

Dichtung zu neuen Höhen. Aristophanes ist der bekannteste Komödiendichter. In der

Geschichtsschreibung setzen Herodot und Thukydides neue Akzente.

Weit schweift der Blick von der Akropolis über die Stadt, von der damals eine solche Strahlkraft

ausging und die heute heruntergewirtschaftet und gebeutelt ist. Europa muss heute die Euros nach

Griechenland tragen und die Kontraste zu damals sind scharf. Der Götterhimmel ist entvölkert und die

Menschen kämpfen ums nackte Überleben. Tritt man aus dem inneren antiken Ring heraus, der den

heiligen Berg umgibt, wird man unvermittelt mit Smog, Lärm und Armut konfrontiert.

Ortrud Toker, Frankfurt/Main

2010

im November 2010


Griechenland

Firostefani/Santorin

Santorin – die schönste Insel der Ägäis?

Santorin , Thera oder Calliste, die Schöne, wie sie

früher auch schon genannt wurde, ist eine Vulkaninsel

mit spektakulären Ausblicken. Am 28. August

2005 wurde ein Augenstein auf einem Torbogen

abgelegt, der eine Treppe hinauf zur ehemaligen

Burg schützt. Der Stein hat beidseitig Augen und

schaut sowohl in die Caldera, den Kraterkessel, der

ringförmig aber unterbrochen von Inseln umgeben

ist, als auch auf die Treppe und die umliegenden

Häuser.

Die Caldera entstand 1628 v.Chr., als eine gewaltige

Explosion den Vulkankegel weg sprengte und das

Meer in den Krater einfließen ließ. Infolge dieser Explosion

wurden auch minoische Kulturen auf Kreta

und auf Thera selbst zerstört.

Inmitten des Kraters wuchsen bei mehreren kleinen

Ausbrüchen neue Vulkane aus dem Meer, auf die der

Augenstein

nun herabschaut.

Der

am Torbogenvorbeiführende

Weg entlang des Kraterrandes wird von

Frühjahr bis Herbst zeitweise täglich von mehreren

Hundert staunenden Touristen begangen. An

manchen Tagen liegen bis zu fünf kleinere und

größere Kreuzfahrerschiffe in der Caldera und boten

ihre Gäste aus.

Friedrich und Kirsten Bergerhoff, Frankfurt/Main

2005


Griechenland

Mikri Laka/Samos

Samos – eine griechische Insel vor der türkischen Küste

Eine der größeren und grünen griechischen Inseln in der Ägäis. Sie liegt gegenüber von

Kusadasi. Nur wenige Kilometer trennen sie von der Türkei.

Auf der Nordostecke von Samos haben wir am 24. August 2005 um die Mittagszeit oberhalb

der Bucht von Mikri Laka, östlich von Samos bzw. Vathi einen Augenstein auf einem Felsen

abgelegt. Der Felsen steht im steilen Hang neben einem unbefestigtem Weg, von dem aus der

Augenstein nicht zu sehen ist. Der Stein schaut ziemlich genau nach Süden. Was er sieht ist

unter sich die kleine Bucht von Mikri Laka. Im Berghang über die Bucht wurde zeitweilig

Manganerz aus den Felsen geholt. Die tiefen Höhlen aus der Abbauzeit sind noch zu sehen.

Das Erz wurde von der kleinen Bucht aus abtransportiert. Dann blickt der Augenstein auf eine

kleine Insel namens Kasonisi, hinter der sich

der Hondro Vouno 279 m erhebt. Er liegt noch

auf einer Halbinsel, die zu Samos gehört.

Dahinter erheben sich markante Berge in der

Türkei.

Friedrich und Kirsten Bergerhoff, Frankfurt/Main

2005


Grönland ( zu: Dänemark)

Ilulissat

Ort der Handlung:

Ilulissat, 69 Grad 13 Minuten Nord, 52 Grad 06 Min West.

Die Bucht heißt Sermermiut und war Siedlung der Inuit ehe Jakobshavn ( heute Ilulissat)

gegründet wurde.

Von dort haben Menschen seit 4000 Jahren diesen Ausblick gehabt.

Dieter Zillmann, Ilulissat

2009


Großbritannien

Criccieht

Wir dachten, es wäre mal was Neues, einen der Steine auf einer richtig altehrwürdigen Burgruine abzulegen.

Beim Besuch deiner Internet-Seite habe ich gerade gesehen: Es liegt schon einer auf Urquart Castle in Schottland.

Egal, Wales ist nicht Schottland und den Blick über die Tremadoc Bay auf die Berge von Snowdonia sollte man der Welt auch nicht

vorenthalten.

Criccieht Castle steht auf einem Hügel über dem gleichnamigen Städtchen auf der Halbinsel Lleyn in Nordwales, Grafschaft Gwynedd.

(Der letzte Satz zu einem Wort zusammengefasst könnte einen von diesen ellenlangen und für uns unaussprechlichen walisischen

Ortsnamen abgeben.)

Die Burg ist bald 800 Jahre alt und wurde im Gegensatz zu den meisten anderen Burgen an der walisischen Küste nicht durch die

Engländer, sondern den walisischen Fürsten Llywelyn der Große erbaut. Später saß dann dessen eigener Sohn dort in Gefangenschaft –

rauhe Geschichte.

Wer mehr darüber wissen will: Es gibt auch eine Webseite: www.castlewales.com/criccth.html, oder einfach unter „Criccieth“ suchen.

Auf dem Snowden, dem höchsten Berg in Wales und England, hat übrigens Edmund Hillary die Ersteigung des Mount Everest geübt, weil

dieser wohl so eine Art Miniaturausgabe von Letzterem ist.

Tolle Gegend und nette Leute da, regnet halt manchmal...

Michael, Nelly, Gwen und Sigrun Becker, Frankfurt am Main

Die Bilder wurden am 31.07.04 aufgenommen.

Sigrun Becker, Frankfurt/Main

2004


Großbritannien

Loch Ness

09.02.2004 der Weg der Steine nach Schottland

Hallo Volker,

was sind die Sehenswürdigkeiten in Schottland ? Der Kilt ? Der Dudelsack ? Der Whisky oder Loch Ness mit

dem Seemonster „Nessie“ ?

Mein Ziel war, den Stein an einer markanten Stelle am Loch Ness zu platzieren. Leichter gesagt als getan.

Der erste Versuch am 07.02.2004 scheiterte, weil massive Schneestürme die Autofahrt nach Loch Ness

unmöglich machten.

Der zweite Versuch am 09.02.2004 gestaltete sich besser. Kaum noch Schnee auf den Landstrassen und gegen

frühen Nachmittag erreichten wir Loch Ness.

Leider zeigte sich „Nessie“ nicht und da wir ca.

2 ½ als Rückfahrtzeit geplant hatten, wurde der

Stein an einem super Ort platziert.

Der Stein befindet sich nun am Loch Ness und

zwar in der Ruine von der Burg von Urquhart.

In der Vergangenheit Residenz vieler Lords and

Ladies vom schottischen Hochadel.

Dort befindet sich der Stein im Grant Tower

und zwar auf der Aussichtsplattform mit

direkten Blick auf Loch Ness.

Immer WACHSAM und vielleicht hat der

Stein bereits „Nessie“ gesehen, das behauptet

meine Tochter.

Eric Schrade

Eric Schrade Frankfurt/Main

2004


Großbritannien

London

Nicht sehr gestärkt von einem weiteren englischen Frühstück fuhren wir am

frühen Morgen des 19.07.2003 los nach London. Ich hatte mir vorgenommen,

den Stein am Big Ben abzulegen. Nach einem Besuch im London Dungeon

starteten wir unser Sightseeing-Tour. Da wir möglichst alle Sehenswürdigkeiten

besuchen wollten, aber nur wenig Zeit hatten, war es sehr

hektisch. Als wir dann endlich den Big Ben sahen, fuhren wir dort nur

ohne anzuhalten vorbei und ich hatte noch nicht einmal Zeit, ihn richtig

zu fotografieren.

Ich war zuerst sehr enttäuscht, aber meine beiden Freundinnen haben mich

mit ihren Vorschlägen tatkräftig bei der Suche nach einem geeigneten

Platz für den Stein unterstützt. Nach einigem Hin und Her entschied ich

mich dann für den Buckingham Palace. Ich legte den Stein ins Gras (echter

englischer Rasen!) vor ein großes Blumenbeet, so dass er den Buckingham

Palace und die vielen Touristen sehen kann.

Und wer weiß, möglicherweise sieht er auch eines Tage Her Royal Majesty,

die Queen, die dann vielleicht über ihn stolpert.

Juliane Girbardt, Dietzenbach

2003


Großbritannien

Scapa Flow/Orkney-Inseln

Mein Freund Chris lebt auf der Insel

Hoy, das ist die Insel der Orkneys mit

den höchsten Erhebungen (Ward hill 479

m) und ist dem schottischen Festland am

nächsten gelegen.

Die Insel ist zu 90 % Wildnis und nur

knapp 400 Menschen leben dort.

Die Nord- und Westküste sind sehr felsig

und ideale Brutstätten arktischer Vögel.

Besonders beeindruckend ist Rackwick

mit seiner hohen Steilküste.

Chris lebt an der Westküste, welche als

„Scapa Flow“ im ersten und zweiten Weltkrieg traurige Berühmtheit erlangte. „Scapa

Flow“ ist eine von vielen Inseln umlagerte Meeresbucht, die der britischen Flotte als

natürlicher Hafen und Hauptstützpunkt diente.

Im ersten und zweiten Weltkrieg fanden dort erbitterte Kämpfe zwischen der deutschen

und der britischen Flotte statt und der Meeresboden gleicht dort einem „Schiffsfriedhof“.

Das untere Bild zeigt Scews, das Cottage von Chris. Auf Höhe der Fahne liegt das

„Auge“ und schaut auf die Mill Bay, Bild oben, eine der zahlreichen Buchten von „Scapa

Flow“.

Andreas Fissla, Frankfurt/Main

2004


Großbritannien

Isle of Skye

Der Weg der Steine – Stationen in Schottland

24. August 2003, Dunblane Primary

School, Platz vor der Turnhalle

Am 13. März 1996 drang ein Mann in

die Turnhalle der Dunblane Primary

School ein, in der gerade eine Klasse

mit 5-6 jährigen Kindern unterrichtet

wurde. In wenigen Minuten erschoss

Thomas Hamilton die Lehrerin Gwen

Mayor und 16 Schülerinnen und Schüler und verwundete noch einmal so

viele Menschen, bevor er sich selbst richtete. Das Massaker führte einer

Verschärfung des britischen Schusswaffenrechtes.

25. August 2003, Ben Nevis

Mit seinen 1.343 Metern Höhe über NN ist der Ben

Nevis bei Fort William der höchste Berg im

Vereinigten Königreich.

Das gälische Wort "Ben"bedeutet "Berg", "Nevis" wird

mit "Himmel"

oder

"Wolken"

übersetzt.

Der Gedenkstein

am

Gipfel wurde von ver-schiedenen Jugendorganisationen

errichtet, um an die Aufgabe der Ver-einten Nationen zu

erinnern, "to save succeeding generations from the scource of

war".

27. August 2003, Isle of Skye (Innere Hebriden)

Auf dem Gipfelpfad des

Quiraing am Nordende der Isle

of Skye endet die Reise des

Steins.

Durch diesen Einschnitt blickt

der Besucher auf Flodigarry und

die gleichnamige Insel. Hier

lebte Flora MacDonald, die

Bonnie Prince Charlie bei seiner

Flucht aus Schottland half,

indem sie ihn in Frauenkleider

steckte und als ihre Zofe

ausgab.

Klaus Meßlinger, Frankfurt/Main

2003


Guam ( zu: Vereinigte Staaten von Amerika)

Tumon Bay

Die Insel Guam ist heute beliebtes Urlaubsziel für japanische und koreanische Touristen. Für die USA

ist Guam von grosser strategischer Bedeutung und beherbergt heute wichtige militärische Einheiten.

Das Stein Auge blickt über den Strand der Bucht von Tumon Bay.

Thomas W. Schubert, Palau

2008

Guam ist Mikronesiens bedeutenstes Handelszentrum und

Drehkreuz mit Flugverbindungen in alle Welt.

Am 07.08.2008 habe ich am Strand von Tumon Bay das

Tusche Auge auf dem Ast einer Pinie abgelegt.


Guatemala

Volcan de Pacaya

Die Aussicht des Steines, ist wunderschön, aber leider konnte ich sie nicht

dokumentieren, da der Gipfel in den Wolken lag als ich oben war. Warten auf

bessere Sicht war auch nicht möglich, da es saukalt war und regnete ( wie

in Wolken so üblich) und Schilder warnten zusätzlich vor giftigen Gasen.

Bei Sonne ist die Sicht grandios!

Da der Vulkan noch aktiv ist, hast du die einmalige Chance den Stein beim

nächsten Ausbruch in die Umlaufbahn zu schiessen.....

Heike Bäder und Frank Schylla, Darmstadt

2004


Guinea

Bodeizia

Reinhard Hansen, Neuendettelsau

2007

Der Stein liegt in Bodeizia, einem Dorf südlich

der Stadt N'zérékoré im Osten Guineas.

Während des Krieges in Liberia waren viele

Menschen aus Liberia dorthin geflohen.

Zusammen mit Einheimischen planten sie ihre

Zukunft.

Viel gibt es

hier nicht zu

kaufen.

Wieder einmal ist ein

Stein auf einer Baustelle

gelandet. Auf

diesem Gelände soll

eine Kirche entstehen.

Sonntags sollen hier

Gottesdienste gehalten

werden.

Von Montag bis Freitag allerdings soll das

Gebäude auch als Kindergarten benutzt werden.

Mit diesen dreien freuen sich schon

viele andere Kinder darauf.

Endlich eine Kindheit im Frieden!


Guinea-Bissau

Bissau

Daniela Mendes hat auf ihrer Reise nach Guinea Bissau den Stein auf einen Grabstein mit Blick auf

das Meer auf dem Hauptfriedhof von Bissau gelegt.

"Der Friedhof wird als ein ruhender Pol mit viel Erinnerungswert verstanden. Das Auge schaut in die

Ferne übers Meer."

Daniela Mendes

Daniela Mendes, Bad Breisig

2009


Guyana

Georgetown

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2007

Der Stein sitzt auf dem Geländer des

Hotels Pegasus in Georgetown und

schaut auf die windige Bucht. Im

Hintergrund ist ein Pavillon zu sehen,

den die Bürger der Stadt im Jahr 1904

zu Ehren an Queen Victoria errichten

liessen. Links daneben werden an

Sonn- und Feiertagen Hotdog-Buden

aufgestellt, und für die Kinder ein

Trampolin (gegen Gebühr).

Im Pavillon treffen sich dann, wie

überall auf der Welt, Liebespaare, um

ihre Geheimnisse auszutauschen.

Georgetown, im März 2007


Haiti

Port au Prince

Der Stein liegt in Port au Prince, Haiti. Er schaut vom Geländer des Hotel Montana raus auf die Bucht.

Auch am nächsten Tag sass er noch auf dem Geländer des Restaurants, war aber leichtfüssig rund zwei

Meter nach rechts gewandert.

Etwas später kamen dann noch diese drei Herren von der UN-Friedensmission, die auch mal den

schönen Blick fotografieren wollten, und dabei vom Stein gesehen wurden. Abends standen sie im

Dunkeln im Garten, und bewachten uns.

Wie so häufig, wohnen hier die Armen unten und die Reichen oben. Da es weder funktionierende Abwasserkanäle

noch Müllabfuhr gibt, landet der Dreck unten in den kleinen Kanälen am Strassenrand,

die dann ratzfatz verstopft sind.

Dazwischen staksen Schweine - und natürlich Menschen.

Port au Prince, im März 2007

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2007


Honduras

San Isidro

Was ist denn hier los? So viel Action und Begeisterung auf einem Schulhof? Die Jungs und

Mädels in Intibuca, im armen Osten des mittelamerikanischen Staates Honduras, haben

sonst nicht so viel zu lachen und auch keine so rosigen Aussichten. Doch der nationale Plan

"Bildung für alle", gerade auch für die bislang Benachteiligten, stößt für sie Türen auf: für ein

besseres leben. Und sie bringen das Beste mit, was sie haben. Begeisterung!

Der Stein liegt in einer Grundschule in der Gemeinde "San Isidro", im ländlichen Gebiet im

Department Intibucá.

Klaudia Kreussler, La Esperanza

2008


Honduras

Tegucigalpa

Auszug aus dem Reisebericht von KR Wolfgang Döbrich,

Lateinamerikasekretär der Evang.-Luth.Kirche in Bayern.

Dienstreise nach Zentralamerika 1.-27.4. 08

Samstag, 5. April

Linda Mirlanda hat

einen Freund

mobilisiert, der ins

Tourismusgeschäft

einsteigen möchte. Er

holt uns mit seinem

alten Wagen von

einer Tankstelle am

Stadtrand von

Tegucigalpa ab. Wir

fahren ins „Valle de

Los Angeles“, dem

Naherholungsgebiet

von Tegucigalpa.

Auch unsere

Stipendiatin Dania

Elvir kommt mit und

berichtet über ihre

Studienperspektiven.

Am Nachmittag

fahren wir zum

„Christo Picacho“

hoch über der Stadt. Dort verlegen wir einen Augenstein des Künstlers Volker Steinbacher. Er hat einen

prachtvollen Blick auf die Millionenstadt Tegucigalpa, Hauptstadt von Honduras. Von hier sehen die riesigen

Armenviertel an den Hängen der Stadt, in denen sich unsere Partnerkirche, die Iglesia Cristiana Luterana de

Honduras, engagiert, pittoresk aus. Wenn wir nicht um das schwere Leben der Menschen dort unten wüssten!

Aber auch sie sind

dem Schutz des

„Christo Picacho“

unterstellt. Am

Nachmittag sind wir

in der Familie der

Sekretärin Linda

Mirlanda eingeladen.

Es wird Geburtstag

gefeiert. Am Abend

finden wir uns bei

Kirchenpräsident

Armindo Schmechel

und seiner Frau

Rosanne ein. Sie

berichten über ihre

Aufgaben in den drei

Gemeinden der

Hauptstadt, über die

gesellschaftliche und

ökumenische Arbeit

der Kirche.

Wolfgang Döbrich, Neuendettelsau

2008


Indien

Agra

Nach vielen Überlegungen und inneren Monologen, habe ich mich entschieden, den Stein an einem sehr

touristischen Ort in Indien abzulegen. Das als 8. Weltwunder geltende Taj Mahal verbildlicht den Kontrast

des Landes am besten, das von einem muslimischen Herrscher (heute ist der Präsident ein Muslim, der

Ministerpräsident ein Sikh, das Land wird regiert von britisch gestylten Buerokraten der Hindus) nach 22

Jahren Arbeit mit ueber 20.000 Arbeitern und ueber 200 Kuenstlern im Jahre 1653 beendet wurde.

Es gibt wohl 16 Gaerten und 53 Fontaene, um diese Jahreszahl für immer festzuschreiben. Nachgezählt

habe ich allerdings nicht.

Gebaut wurde das Taj Mahal als Grabstätte fuer die meistgeliebte 3. Frau, auch weil sie unter anderem fuer

Nachwuchs sorgte.

Dieses Gebäude ist eine Wucht der islamischen Kunst. Voller Zahlenmystik, Symbolik und Symmetrie.

Wenn man bedenkt, dass es nur dazu dient als Grabstaette der Lieblingsfrau und des Herrschers selbst zu

dienen, welch eine grandiose Verschwendung!

Viele daran beteiligte Arbeiter und Künstler mussten ihr Leben opfern. Den persischen Künstlern wurden

danach die Finger abgehakt, damit sie nichts nachbauen konnten. Dieser Ort bildet exakt auch das heutige

Indien ab.

Im Inneren des Hotels Imperial in Delhi erscheint alles perfekt. Alles strahlt und funkelt vor Sauberkeit,

edel schimmern die verwendeten Materialien, Marmor und Gold. Luxus pur.

Verläßt man das Hotel erfolgt ein jäher Schnitt. Auf der Straße das genaue Gegenteil.

Ebenso vor dem Eingangstor des Areal des Taj Mahal. Man glaubt einen anderen Planeten zu betreten.

Einen Planeten des Perfektionismus, des Reichtums, der Ruhe und der Sauberkeit, völlig abgeschnitten

vom realen Leben außerhalb der Gemäuer.

Und hier liegt der Stein in einem Busch, direkt auf die Grabstätte blickend. Vielleicht für immer?

Zafer Toker, Frankfurt/Main

2007


Indien

Bombay

Anne Henkel, Frankfurt/Main

2003


Indien

Cochin

Der Stein liegt in Cochin (Westküste Indiens), genauer

gesagt in Fort Cochin nahe den chinesischen Fischernetzen

am Gunnar Point in einem Kanonenrohr, das die

Holländer dort hinterlassen haben.

Auf der Uferpromenade flanieren indische Ausflügler,

westliche Touristen und jede Menge Straßenhändler. Ein

wirklich kosmopolitischer Ort also.

Vor eventuellen Reinigungsaktionen der Inder ist dieser

Ort relativ sicher, denn der Weg dorthin führt durch ein

Grundstück, dass von Wochenendausflüglern als Toilette

benutzt wird. Ich habe mich todesmutig durchgekämpft,

denn der Stein sollte ja an einem sichern Ort liegen.

Aus dem Kanonenrohr heraus überblickt der Stein die

Einfahrt des Hafens von Cochin. Er kann Fischerboote

ein- und ausfahren sehen, Frachter, und Kriegschiffe.

Denn Cochin ist auch einer der größten indischen

Marinestützpunkte. Hier will Indien beweisen, dass es

eine wichtige Militärmacht ist und damit zu Recht einen

ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat beansprucht.

Aus diesem Grund, lehnte Indien auch ausländische Hilfe

für die Tsunami-Opfer ab und schickte seine Marine

stattdessen zur ersten Hilfe nach Sri Lanka und die

Malediven. Hoffentlich konnten sie dort diese Hilfe auch

schätzen.

Deshalb ist das Kanonenrohr ein herausragendes Symbol

dafür, wohin Indien –Hort des gewaltlosen Widerstands - steuert. Die Erben Gandhis schauen schon seit

langem in die Röhre.

Jürgen Sander, Rodgau

2005


Indien

Jaipur

Mit Hilfe von unserem Touristenführer, Herrn Pushpandra Singh Ratnawat, legten meine

Freundin Liana Attorre und ich einen Augenstein ans Jantar Mantar (astrologisches

Observatorium) in Jaipur.

Die Anlage ist die größte unter den fünf Observatorien, die zwischen 1727 und 1734 von

Maharaja Jai Singh II gebaut wurden.

Der Name bedeutet Instrument (Jantar) Formel / Kalkulation (Mantar = Mantra), das heißt,

Instrumente der Kalkulation; die Anlage hat auch religiöse Bedeutsamkeit, denn alte indische

Astronomen waren Jyotisha Meister. Jyotisha kann als Weisheit des Himmels übersetzt

werden und analysiert die Bewebungen der Himmelskörper durch Zeit und Raum, um eine

Seele, die wiedergeboren wird, zum vollem Potential zu bringen.

Irene Tosti, Genf und Liana Attore, Rom

2009

23. August 2009


Indien

Pelling (Sikkim)

Der Stein liegt in einer Nische eines einfachen Stupa des Sangh-Gak Choling Klosters, das eine Bergkuppe in

2.150 m Höhe krönt und rund 30 Km vom Kanchenjunga (8.500 m) entfernt ist. Es wurde 1642 von Gyalwa

Lhatsun Chinpo gegründet und ist eines der ältesten Klöster in Sikkim, nicht weit entfernt von dem bekannten

Kloster Pemayangtse in der Ortschaft Pelling (130 Km nördlich von Darjeeling). Wie an buddhistischen Orten

üblich, sind laut einer Tafelinschrift „Killing, Drinking, Smoking“ verboten.

Das Auge erblickt bei freier Sicht das Kanchenjunga-Massiv, das bei Sonnenaufgang besonders eindrucksvoll in

den Himmel aufragt.

Heidi und Ulrich Scheinost, Bad Vilbel

2003


Indien

Shrirangapattana

Auf dem Weg von Mysore nach Bangalore legten meine Freundin Liana Attorre und ich

einen Augenstein ans Mausoleum in Shrirangapattana, Grab zu Sultan Tipu, dem Tiger von

Mysore (1750 - 1799).

Warum einen Augenstein gerade hier legen?

Sultan Tipu war ein aufgeklärter Herrscher, der Wert auf das Wohlbefinden seiner

Untertanen legte. Er glaubte, dass die Gesundheit und die Moralität seiner Leute wichtiger

wären als finanzielle Verluste in der Staatskasse.

Er war auch ein erbitterter Gegner der britischen Kolonialbestrebungen und führte 3 Kriege

gegen die Briten. Seine Aussage: „Lieber ein Tag als Tiger als hundert Jahre als Schaf. „

ist weltbekannt. Er starb auf der Feldschlacht in 1799 gegen Arthur Wellesley, den Herzog zu

Wellington.

16. August 2009

Irene Tosti, Genf und Liana Attore, Rom

2009


Indonesien

Banda Aceh

Ein Seebeben hat am zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 die schwerste Flutkatastrophe seit

Menschengedenken verursacht. An den Küsten von Indien, Indonesien, Sri Lanka und

Thailand starben rund 280.000 Menschen, drei Millionen verloren ihr gesamtes Hab und Gut.

Ich stehe in Banda Aceh, der Hauptstadt der indonesischen Provinz Aceh, im Stadtteil

"Ground Zero", wie er nach der Katastrophe von Ausländern verniedlichend genannt wird:

Hier lebten mehr als 35.000 Menschen. Von den wenigen Überlebenden sind nur einige

Dutzend zurückgekehrt.

Ich habe den Stein etwa zehn Meter vor mir ins Wasser geworfen. Es ist kein Regenwasser,

das da steht, sondern Grundwasser. Denn durch das Beben hat sich der Erdboden unter das

Niveau des Meeresspiegels gesenkt.

Hans Stehling, Frankfurt/Main

2005


Indonesien

Borobudur

Borobudur, Tempelanlage aus dem 9. Jahrhundert, Java.

Der in drei Ebenen (alltägliches Dasein, vergeistigte Form, vollkommene Transzendenz ) gegliederte,

gewaltige Bau ist über und über geschmückt mit im o.g. Sinn erzählerischen und bildnerischen

Reliefs.

Gekrönt wird er von mehreren stufigen Plattformen, auf denen glockenförmige Stupas stehen, mit

gitterartig durchbrochener Wand, die erkennen läßt, daß sich im Inneren jeweils ein sitzender Buddha

in Meditiationshaltung befindet.

Die von Volker Steinbacher vorbereitete Augen-Scherbe liegt auf dem mit Sohle nach oben gekehrten

Fuß einer dieser Skulpturen. Je nach Laune kann das Auge den Buddha anblicken oder, durch das

Steingitter, die draußen umherirrenden Kulturtouristen oder einen den Nordhorizont beherrschenden

Vulkan.

Roland Held, Darmstadt

2003


Indonesien

Jayapura

Was sieht der Stein?

Der Stein liegt oberhalb der Bucht von Jayapura/Papua/Indonesien und hat

Blick auf einige Gärten. Jetzt kommen Kinder auf ihrem Weg zum

nächstgelegenen Fussballplatz vorbei, mit lautem Hallo und Geschrei. Wer

allerdings gewinnt, das wird heute nicht mehr sichtbar, weil es dann schon

dunkel sein wird, wenn die Jungs auf dem Rückweg sein werden.

Wahrscheinlich kommen sie auch morgen wieder vorbei, wenn die Tropenhitze

etwas abgenommen hat. Die Regenzeit hat begonnen, und der Bolzplatz ist

voller Schlamm.

20.September 2005, Jayapura

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2005


Indonesien

Kuta

Kuta, Bali (Dez. 2003)

Der Augenstein schaut auf dicke und auf dünne Bäuche. Er

schaut auf Touristen, die neugierig die Namen der Opfer

überfliegen, die beim Bombenanschlag auf Bali am 12.10.2002

ums Leben kamen; und er schaut auf Angehörige und Freunde der

Getöteten, die an diesem Denkmal ihrer Trauer Ausdruck

verleihen. Vor dem Augenstein treffen Freud und Leid

aufeinander, während die balinesische Bevölkerung versucht,

zum Alltag zurückzufinden.

Volker Gottowik, Frankfurt/Main

2003


Indonesien

Lingsar

Lingsar-Tempel, Lombok (27. 12. 2004)

Wo liegt der Stein?

Der Stein liegt in einem Wasserbecken, inmitten des Tempelbezirks

von Lingsar, in der Nähe der Hauptstadt

Mataram. Dieser Tempel wird sowohl von Angehörigen der

einst aus Bali eingewanderten

hinduistischen

Minderheit als auch der

muslimischen Mehrheit

besucht, wobei die alteingesessenen

Bewohner Lomboks, die Sasak, eine ganz eigenständige

Prägung des Islam, Wetu Telu genannt, entwickelt haben.

Was sieht der Stein?

Der Stein sieht zuerst einmal Unmengen von Münzen, die von

hoffnungsfrohen Touristen ins Wasser geworfen wurden.

Der Stein sieht Vishnu, der – von Garuda, seinem Reittier, gehalten

– über ihm thront.

Einmal im Jahr sieht der Stein Tausende von Gläubigen sich um

sein Becken scharen, um das Tempelfest zu feiern.

Nachdem sie gemeinsam für das Gedeihen ihrer Felder gebetet

haben, liefern sich Hindus und Muslime eine Schlacht, bei der sie

sich gegenseitig mit Reiskuchen bewerfen.

Der Stein überlegt, ob das nicht eigentlich die Lösung wäre...

Andreas Ackermann, Oberursel

2004


Irak

Bagdad

Andreas Krüger, Bagdad

2008

Der Stein wurde am Fuße eines langsam verfallenden

Monuments des Saddam Regimes auf

der sogenannten Säbelstraße (Hands of Victory

Monument) plaziert. Es ist ein schauriges und

menschenschenverachtendes Denkmal, die

Helme sollen von gefallenen iranischen Soldaten

während des iranisch-irakischen Krieges

stammen.

Der Stein schaut nachdenklich auf die jetzt leere

und mit Betonblöcken gesperrte Straße, die vom

untergegangenen Regime für Militärparaden genutzt

wurde. Die alte Ordnung zerfällt, die neue

Ordnung entsteht erst noch und scheint noch in

weiter Ferne.

Wir hoffen, daß Ihr Stein die Betrachter des

Denkmals zum Nachdenken anregt, und als

menschliche Geste an einem unmenschlichen

Ort verstanden wird.


Iran

Bidjar

xx

Bidjar, berühmt durch eine bestimmte Art von Perserteppichen, liegt

inmitten des iranisch-kurdischen Hochlandes und ist umgeben von

Kalkplateaus, tief eingeschnittenen Schluchten, weiten, agrarisch genutzten

Landschaften (Kornfelder) und einzelnen weit verstreuten Bergdörfern.

Ganz in der Nähe dieser Kleinstadt befindet sich ein tief eingeschnittenes

Tal, an dessen rechter Felswand sich eine "versteinerte Hand" befindet, die

von den Kurden als Heiligtum verehrt wird. Jeder Wanderer bringt einen

kleinen Stein mit und legt ihn in unmittelbarer Umgebung dieser Hand ab.

Die "Hand befindet" sich in der Bildmitte der Felswand, zu der ein steiler

Weg hinaufführt. Hier liegt nun "das Auge" am Ausgang einer Grotte und

schaut in eine weite kurdische Ebene, die sehr von Ackerbau geprägt ist.

Agamen huschen vorbei, Felsentauben gurren, der Gesang eines

Isabellsteinschmätzers ertönt im Tal, Turmfalken rütteln und am Bach im

Talgrund flattern tiefblaue Ameisenbläulinge durch das Sonnenlicht.

Golnar und Joachim Lüderwaldt, Dreieich

2005


Iran

Teheran

Assad Ebrahimi-Lamai, Frankfurt/Main

2003


Irland

Cliffs of Moher

The stone eye has been placed

in O´Briens tower at the top of

the Cliffs of Moher, County

Clare, Ireland. O´Brians tower

was built in 1835. It has a

panoramic view of the cliffs,

the atlantic ocean, The Aran

Island, the Connemara

Mountains and Galway.

The stone eye has been

carefully and strategially

inserted into into the outer wall

of the tower to stabilize the

tower structure and thereby

prevent it from falling over the

edge of the cliff in the future,

John McInerney, Ennis

2005


Irland

Dublin

Also, jetzt liegt er in Dublin.

Meine Freundin Bine und ich sind nach Irland geflogen und weil Birgittchen,

eine Freundin von Volker, uns von dem Projekt Weg der Steine erzählt hat

und Irland noch fehlt, haben wir einen Stein mitgenommen.

Wo legen wir den jetzt hin??

Wir haben erst mal eine Stadtrundfahrt gemacht um systematisch Dublin

nach geeigneten Stellen abzugrasen. Wir wollten einen Platz finden, wo man

auch sehen kann, in welcher Stadt er liegt. In St.Patrick's Cathedral? Das

hätte jede Kirche sein können.. Auf einer grünen Wiese? Hätte auch bei uns

um die Ecke sein können.. Oder ein richtig irisches Pub? Irgendwie auch

blöd...

Wir haben den unserer Meinung nach besten Platz erst gerochen, bevor wir

ihn gesehen haben - es war das Guinness Storehouse.

Draussen vor dem Eingang stand nämlich in grossen Lettern aus Messing

GUINNESS DUBLIN.

Jetzt war das aber ein Riesengebäude mit grossem Eingang und tausend Menschen davor, die dieses Guinness Dublin als

Fotohintergrund benutzt haben. Wir haben also erstmal gewartet bis zumindest keiner mehr unter der Schrift steht, weil wir nicht

wollten, daß er gleich weggenommen wird. Nach einiger Zeit stand keiner mehr davor, Bine, die grösser ist als ich hat sich

hochgereckt um den Stein in das U zu legen und genau in diesem Moment schaut der Pförtner aus seinem Häuschen - wenig

begeistert - saublöd!

Wir haben dann also den Stein mit reingenommen und im ersten Stock haben wir einen guten Ersatz gefunden -Ihr seht es selber

auf den Fotos, der Stein ist ganz nah an Irlands köstlichstem Nass und wird jeden Tag von ..zig Besuchern bewundert....

Stefi Neumann, Dreieich

2004


Island

Seyðisfjörður

Ich habe mehrere Orte ausprobiert, bis ich den richtigen Platz gefunden habe.

Heinrich Harries, Dreieich

2003


Island

Þingvellir

Etwa 50 km östlich von Reykjavik reißt die Erde auf:

Island liegt auf zwei tektonischen Platten, der nordamerikanischen und der

europäischen, die Jahr für Jahr um einige Zentimeter auseinander driften. Eine von

tiefen Rissen und Spalten, schrundigen Basaltwänden, Wasserfällen, Seen und

Springquellen geprägte Landschaft.

Über viele Jahrhunderte trafen sich hier die Männer Islands zur jährlichen

Generalversammlung, dem Alþingi, einem nordischen Gegenstück zum antiken

Athen. Die Stelle mit dem sogenannten Gesetzesfelsen ist mit einer weißen

Fahnenstange markiert (1) Denn auch Gericht wurde hier gehalten und Frauen, die

des Ehebruchs bezichtigt wurden, warf

man in den kalten Fluß Öxará (2) – wer

überlebte, war unschuldig.

Die Landschaft ist von solcher Urgewalt,

dass es schwerfällt, nicht an Elfen und

Naturgeister zu glauben...immerhin

befragt die isländische Regierung beim

Bau von Häusern und Straßen einen

Elfenbeauftragten.

Vielleicht muß deshalb die evangelische

Staatskirche (3) in dieser verlassenen

Gegend Präsenz zeigen.

Volker Steinbacher, Frankfurt/Main

2011


Israel

En Gedi

Oase En Gedi ("Quelle des Zickleins)" am Totem Meer

Unweit der Höhlen von Qumran, in denen im Sommer 1947 von einem Beduinen die bislang ältesten

Bibelhandschriften gefunden wurden und unweit der Festung Masada - die einst König Herodes I. als

Palastanlage diente und heute als Symbol der Freiheit Israels gilt - erhebt sich inmitten der wüsten

Landschaft eine kleine Anhöhe, die als Kibbuz (seit 1953) genutzt wird. Einzigartig in Israel ist die

Tatsache, daß dieser Kibbuz, En Gedi, als botanischer Garten angelegt wurde und sich durch viele

Hunderte verschiedene Kakteensorten und exotische Pflanzen auszeichnet. Nach Südosten mit Blick

auf das Tote Meer, schließt der Kibutz mit einem terrassierten Kakteengarten ab, in dem der Stein

liegt.

Sigrid Hofer, Marburg

2008


Israel

Rama

Der Stein liegt an einem über 2000 Jahre alten Ölbaum in Rama/Galiläa.

Lieber Volker,

gemeint sind zwei Strophen eines Gedichts, das "DIE Sängerin" der

Intellektuellen, Fairuz, die im Libanon lebt, besingt:

Zu den zwanzigjährig gewordenen Palästinensern sagt sie:

Wie die Olivenbäume steht Ihr, und wie die Stämme der Zeit verweilt Ihr.

Alles Gute

Khalil

Abu Khalil, Rama

2003


Israel

Berg Tabor

Der Berg Tabor

Der Berg, der auf einen Vulkanausbruch zurückgeht, steigt westlich des Sees Genezareth als

vollkommen ebenmäßig gestaltete Formation aus einer fruchtbaren Ebene auf. Viele Völker

haben ihn im Lauf der Jahrhunderte erobert und ihre Kultstätten hinterlassen. Schon im 2.

Jahrtausend v. Chr. wurde hier dem Gott Baal geopfert, später eroberten Ramses II., die

Ptolemäer, die Makkabäer oder auch die Römer den Ort. Nach den Überlieferungen der

Evangelien zog sich hier Jesus mit seinen Jüngern zurück, um zu beten, wobei sich sein

Gewand und sein Gesicht in eine leuchtend weiße Lichtgestalt verwandelt und Mose und Elija

mit ihm gesprochen haben sollen. Heute erhebt sich heute an zentraler Stelle des Bergplateaus

die Kirche der Verklärung, umgeben von den Resten einer Reihe anderer religiöser Bauten.

Der Augenstein ist eingebunden in die Steinfugen eines Mauerstücks der ehemaligen

griechischen Eliaskirche.

Sigrid Hofer, Marburg

2007


Italien

Pompeiana

Liane Palesch und Erwin Koch, Darmstadt

2003


Italien

Rom

Es ist schwer in einer Stadt der Superlative wie Roma, die mehr als 2700 Jahre alt ist, einen guten Platz für das

Niederlegen eines Augen-Steins zu finden. Nach welchem Maßstab oder Kriterium sucht man einen Platz aus: ist

es Geschichte, Kunst, die Lyrik, Architektur oder Religion? Oder legt man den Stein an die alten Stätten der

„Brot und Spiele“ ins Colloseum oder an den Circus Maximus? Ist es die Dekadenz, der man huldigen will oder

der heutigen Zeit, dem modernen Rom?

Nachdem ich einen Stein im alten Zentrum des oströmischen Reiches - in Byzanz – niedergelegt hatte, fragte ich

mich nun nach meinem Bewegunggrund, den Stein im vatikanbeherrschten Rom zu plazieren. Schließlich habe

ich mich für das Sinnbild entschieden, das mich in jungen Jahren geprägt hat, die berühmte Szene aus Fellinis

„Dolce Vita“, in der die Schwedin Anita Ekberg in dem nächtlichen Rom in den Trevi-Brunnen steigt und als

laszive Filmdiva für Freizügigkeit in die Filmgeschichte eingeht. Das Bild Roms zu jener Zeit mit all seinen

Berühmtheiten und dem sinnentleerten Leben, die Jagd der Paparazzi auf Bilder und Augenblicke, die diesem

Leben einen Glanz verleihen sollen, ist und war für mich Kennzeichen und charakterisch für diese Zeit: kritisch,

mitfühlend und humorvoll .

Die Paparazzi, ein Begriff der in diesem Film erstmalig benutzt worden ist, haben sich inzwischen zu einer

weltweiten Berufsgruppe etabliert und bevölkern nach wie vor auch Rom. Die Stadt ist voll von Touristen, die

hochgerüstet und ausgestattet mit digitalen, mechanischen Kameras und Videokameras, nach wie vor auf der

Suche sind nach dem Moment des Glücks, der Freude, der Liebe, des rechten Augenblicks und der Geschichte.

Der berühmteste Brunnen Trevi ist auch ein solcher Ort der Momentaufnahmen.

Der Stein liegt in der Mitte desjenigen Tritonen, der das feurige Seepferd zu bändigen versucht. Das Auge ist

gerichtet auf hunderte, ja tausende von Besuchern, die den Moment genießen oder durch eine Aufnahme zu

verewigen versuchen.

Dies war am Freitag, den 9. Mai 2003 – am Nachmittag, nach meiner internationalen Konferenz , wo mir Zeit

blieb, einige Stunden durch mein Rom auf Fellinis Spuren zu wandern.

Zafer Toker, Frankfurt/Main

2003


Italien

Venedig

Der Stein, der

eigentlich in

Kamerun abgelegt

werden sollte, liegt

nun in Venedig.

Eine Freundin, die

ich vor 18 Jahren

in Damaskus

kennengelernt

habe, hat mich

über Google

gefunden. Am

letzten

Wochenende

konnte ich dann

endlich zu ihr

fliegen und sie

besuchen. Es war ein wunderbares Wiedersehen, so als ob keine Zeit vergangen

wäre. Das war für mich Grund genug es mit einem Stein zu dokumentieren. Er liegt

unweit ihres Hauses auf einem Holzpfahl eines "Gondola-Parkplatzes."

Ramona Hering, Berlin

2005


Jamaika

Strawberry Hill

Rund eine Autostunde von Kingston entfernt liegt das Strawberry Hill

in den Blue Mountains, wo angeblich der beste Kaffee der Welt

herkommt. Die Kaffeeplantagen verkaufen hier zu Höchstgeboten u.a.

nach Japan, wo dann ein kleines Tässchen in besten Restaurants für

teuer Geld angeboten wird.

Der Stein hat das Geländer erobert, und beobachtet eine Gruppe

junger Jamaikaner, die sich gegenseitig fotografieren. Alles hier

lädt zum Fotografieren ein. Der Stein ist froh, dem stickigen und

langweiligen Kingston entkommen zu sein, und sich hier zwischen

anderen Steinen aufhalten zu können. Jetzt wartet er wohl darauf,

dass ihn jemand mitnimmt

irgendwohin...

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2007

Strawberry Hill, im März 2007


Japan

Hiroshima

Der Stein liegt im Friedenspark von Hiroshima an der sogenannten Atombombenkuppel.

NN, Osaka

2008


Japan

Kobe

Reiko Mogi, Berlin

2003


Japan

Kitakami

Der Gottheit zu Füßen...

Weit im Norden Japans, auf dem „Land-Schau-Berg“ (kunimiyama, bei Kitakami, in der Provinz Iwate)

ruht das Auge zu Füßen einer Statue der buddhistischen Gottheit Kannon – und gleichzeitig voller

Wohlgefallen auf einer schönen, alten Landschaft: Von Hügeln und kleinen Bergen eingerahmten, fast

erntereifen Feldern, auf denen seit Jahrhunderten der tägliche Reis angebaut wird.

Satoyama („Dorfberge“) heißt dieser Landschaftstyp – er steht heute für die traditionelle japanische

Kulturlandschaft.

Die andere Blickrichtung ist nicht ganz so harmonisch: Im breiten Tal des Kitakami-Flusses ergießen

sich Beton, Asphalt und Plastik der gleichnamigen Stadt in die Landschaft und bedecken Wälder und

Felder unter sich. Aber das sieht das Auge nicht.

Julia Krohmer, Frankfurt/Main

2008


Japan

Kyoto

Hermann Gerdau, Brachttal-Steitberg

2006

"Den Stein habe ich am 26. Oktober

2006 im Rehgarten Tempel (Rokuon-ji)

in Kyoto auf einen Felsen gelegt. Er

schaut auf den so genannten Goldenen

Pavillon-Tempel (Kinkaku-ji). Fast

vollständig vergoldet, ist der Ende

des 14. Jahrhunderts errichtete und

1955 nach einem Brand wieder aufgebaute

Pavillon seit 1994 Weltkulturerbe.Ich

kann mir gut vorstellen,

daß der Stein immer noch da steht,

da sich in diesem Tempelgarten

sicher niemand traut, etwas zu verrücken

oder wegzunehmen. Man könnte

ja das Ganze stören..."


Japan

Miyajima

Insel der Götter mit Auge aus Stein

Endlich hat der Stein nach einigem Hin und Her seinen

Platz gefunden. Und ohne zu übertreiben würde ich sagen,

einen sehr guten Platz sogar. Sein neues zu Hause ist die

Insel Miyajima 20km südwestlich von Hiroshima. Miyajima

galt früher als heilig und zählt noch heute zu einer der drei

(neben Amanohashidate und Matsushima) schönsten

Landschaften Japans.

Die Insel ist berühmt für ihren roten Itsukushima-Schrein

mit großem Torii, welcher bei

Flut im Wasser steht. (im

Übrigen eines der meist

fotografierten Motive Japans) Früher, als nur Priester die

Insel betreten durften und das gemeine Volk nur auf dem

Wasserwege zum Schrein gelangen konnte, markierte das

Torii den heiligen Bereich.

Und genau dort, halb heilig, halb irdisch, befindet sich der

Stein nun. Gewaltsam in einen Teil dieses UNESCO-

Weltkulturerbes hineingedrückt (nein, kaputt gemacht hab ich

nichts).

Ich denke, der Stein wird dort seinen Spaß haben. Er führt

ein unglaublich aufregendes unter- und über Wasser-Leben,

bei dem er Fische, pilgernde Touristen und zahme Rehe beobachten kann.

Mona Yuki Preller, Frankfurt/Main

2009


Japan

Sapporo

Den Stein habe ich bei meiner Mutter in Sapporo, Hokkaido abgelegt. Vorher habe ich ihm ein paar

Dinge aus meiner Heimat gezeigt.

Zum Beispiel den Showa shinzan (398 m),ein Berg der über Nacht aus der Erde kam.(einmalig auf der

Welt.) Und Jigokudani, eine Vulkanlandschaft,auf deutsch: Höllental.

Mimi Hayashi-Venus, Frankfurt/Main

2009

Zum Schluss ein Mittagessen in einem traditionellen

„Soba“ Restaurant. Soba sind Nudel aus

Buchweizen und in Japan sehr beliebt.


Jemen

Aden

Nun liegt auch in Aden, dem einst wohlhabenden Tor zum Roten Meer ein Augenstein.

Er wurde dort am 4.7.2005 abgelegt.

Wo liegt der Stein:

Der Stein liegt direkt am Rande des Stadtteils "Crater" an der Straße am Rande des

erloschenen Vulkans.

Was sieht der Stein?

Der Stein hat einen wunderschönen Blick auf den einst so mächtigen Hafen,in dem

allerdings, nach Sechstage- und Golfkrieg und seitdem die Öltanker immer größer

werden und somit nicht mehr durch den Suezkanal passen, nicht mehr viel los ist. Er

sieht ein paar Fischerboote, tags die gleißende Hitze, nachts die Lichter. Er sieht

Männer und ganz wenige, schwarz verhüllte Frauen. Kann sein, dass die Menschen

Angst vor ihm haben, da der böse Blick in der jemenitischen Kultur allgegenwärtig

ist und der Stein sehr fremd erscheint. Kinder machen einen Bogen um ihn und

irgendwann wird ein Mutiger ihn in den Krater schleudern.

Mathias Lueg, Oberursel

2005


Jemen

Sana´a

Dein Stein liegt jetzt in Sana'a und zwar in unserem Büro im 3. Stock in

einem Wohn- und Bürohaus mitten in Zentrum von Sana'a ganz in der Nähe

vom Suq und der historischen Altstadt. Ich habe ihn mehrere Tage mit mir

umhergetragen, er war beim Wasserminister, beim Bürgermeister, auf der

Kläranlage, aber einen halbwegs würdevollen Platz konnte ich nicht

finden.

Unser örtlicher Büroleiter (ein Somali namens Mohamed) hat ihn dann in

unseren Akten- und Büroschrank mit Blick zum Fenster gelegt. Dort ist er

erst einmal völlig unversehrt. Unter dem Fenster erstreckt sich ein

Fußballplatz, was besonders für meinen Kollegen aus Hamburg (150%-iger

HSV-Fan) sehr wichtig ist. Ich lasse Dir noch eine genauere Beschreibung

mit Karte des Standortes und ein Bild des Büros zukommen.

Gruß

Jo

Joachim Glasenapp, Offenbach

2003


Jordanien

Petra

Es war ein Jugendtraum von mir, Petra, die so

genannte Königin der Karawanenstädte in Jordanien

einmal mit eigenen Augen sehen zu dürfen. Jetzt bin

ich schon 60 Jahre alt geworden und konnte mir den

Traum erfüllen! Ich war sehr glücklich, dieses

Wunder zu erleben. Vor allen Dingen war ich sehr

stolz, den Augenstein vor dem Schatzhaus auf einem

verborgenen Felsen ablegen zu können, so dass er

das Wunder von Petra immer sehen kann. Ich hoffe,

dass der Stein sehr lange dort liegen wird und sich täglich an der Schönheit erfreuen kann.

Man kann es nicht fassen, wenn man die fast 2 km lange enge Schlucht (Siq) zu Fuß bewältigt hat, welche

grandiose Schönheit man erblickt. Das Schatzhaus des Pharao ist das berühmteste Bauwerk der gesamten

Anlage, die immerhin mehr als 20 Kilometer im Durchmesser groß ist und noch immer nicht vollständig

ausgegraben sein soll.

Felsengräber, Tempel und ein sehr großes Theater ziehen den Besucher in ihren Bann.

Das legendäre Petra war einst Zentrum und Hauptstadt des riesigen Handelsimperiums der Nabatäer ab

dem 6. Jahrhundert vor Christus. Die Schattierungen des für Petra so charakteristischen Sandsteins, der von

gelblich über rötlich bis hin zu grau-bläulich, selbst weiß, schimmert, sind so grandios, dass es manchmal

scheint, als sei die Farbe aufgemalt.

Ein Erlebnis war ganz besonders beeindruckend: "Petra bei Nacht".

Nach Einbruch der Dunkelheit wurden hunderte von Kerzen in der Schlucht und auf dem Vorplatz des

Schatzhauses entzündet und ich fühlte mich in einer nie gekannten Märchenwelt.

Ein alter Beduine spielte auf der einsaitigen Geige, er saß in der Mitte des Platzes zwischen den Kerzen und

der Klang seines Instrumentes tönte in den Felsen. Zur Krönung des Erlebnisses kam plötzlich Flötenmusik

aus dem Schatzhaus. Ein junger Beduine in seiner Tracht spielte Melodien seines Volkes. Als er aus dem

Schatzhaus heraustrat und die wunderbaren Töne erklangen, liefen mir die Tränen....., weil mein

Jugendtraum so wunderbar erfüllt wurde!

Brigitta Philipps, Neu-Isenburg

2005


Kambodscha

Angkor

Der Stein liegt auf der linken Seite des Tores.

Ich bin davon überzeugt, dass er die nächsten 10 Jahre auch noch

dort liegen wird.

...Die anderen Bilder, sind die Gebäude, die der Stein sieht.

...den Stein haben wir am 19.11.2003 um die Mittagszeit in den Tempel TA PROHM gelegt.

TA PROHM befindet sich in der Stadt Angkor, Kambodscha, die um 800 nach Christus von

Jayavarman II. gegründet wurde. Der Tempel TA PROHM wurde von den Entdeckern Angkors

(Franzosen, 1860) in seinem ursprünglichen Zustand belassen (nicht renoviert). Somit legt er Zeugnis

ab, über die Vergänglichkeit der Menschenwerke und die Macht der Natur. Angkor, die ehemalige

Khmer-Haupstadt, wurde erst 1431 von dem damaligen König

Jayavarman VII., verlassen. Die Khmer konnten ihre Stadt nicht mehr vor dem Vormarsch der Thais

und der Siamesen verteidigen.

Der Stein wurde von Markus, Olivia, Max und Lilli gelegt.

Olivia Langensiepen, Dreieich

2003


Kambodscha

Killing Fields Choeung Ek

Phnom Penh – die

pulsierende für kambodschanischeVerhältnisse

moderne

Hauptstadt hinterlässt

Eindrücke, die sich

schwer einordnen lassen.

Freundliche meist

bitterarme Menschen,

Straßenkinder in allen

Altergruppen leben im

Schatten der zum Teil

recht teuren und luxuriösen

Hotels und Restaurants.

Die Straßen

sind verstopft mit Mopeds,

auf denen ganze

Familien transportiert

werden und Mütter

während der Fahrt ihre

Babies stillen. Sogar

einen Kranken im OP-

Kittel sehen wir als

Sozius, hinter ihm sitzt

eine Krankenschwester, die seinen Tropf hochhält.

Die wenigen Autos, die uns begegnen, sind große immer schwarze Lexus-Geländewagen mit schwarz getönten

Scheiben, denen die anderen Verkehrsteilnehmer sofort Platz machen, von denen sie Abstand halten. Wir haben

nie erfahren können, wer in diesen Wagen sitzt.

Und dann Tuol Sleng, das frühere Gymnasium der Stadt, das zum

Foltergefängnis der Roten Khmer wurde. Als wir dort ankommen, stürzen

die Bettler und Schwerstversehrten auf uns zu, manche Gesichter sind

durch Brandnarben bis zur Unkenntlichkeit entstellt und die Gliedmaßen

verstümmelt. Wir flüchten uns nach drinnen und werden mit den

unvorstellbaren Grausamkeiten des Pol Pot Regimes konfrontiert, die in

dem heutigen Genozid-Museum dokumentiert werden. Die

Regimegegner, die hier gefoltert wurden, brachte man zur Exekution zu

den ca. 15 km außerhalb der Stadt gelegenen so genannten Killing Fields.

Hier mussten sich die Gefangenen der Einfachheit halber an die Ränder

der bereits ausgehobenen Massengräber stellen und wurden, um Munition

zu sparen,

hinterrücks

mit Schaufeln

erschlagen.

Wir erlebten

diesen Ort als

würdige stille

Gedenkstätte, die von einer großen Stupa im

Eingangsbereich dominiert wird. Hier werden die

Schädel vieler Opfer, geordnet nach Alter und

Geschlecht aufbewahrt. Den Augenstein haben wir

unter einem der großem, uralten Bäume auf dem

Gelände abgelegt. Wir haben den Baum ausgewählt,

in dessen Krone die Lautsprecher hingen, deren laute

Musik die Schreie der Sterbenden übertönen sollte.

Dagmar Girbardt, Dietzenbach

2009


Kamerun

Njinikom

Sehr geehrter Herr Steinbacher,

Maria hatte den Stein in unserem Dorf Njinikom in Kamerun abgelegt. Leider

konnten wir keine Fotos machen, da meine Kamara kaputt war. Der Stein liegt

aber dort und wir werden Fotos machen, wenn wie das nächste Mal in Kamerun

verreissen.

Gruß

Maria Kuma, ?

2008


Kanada

Banff Nationalpark

„Welches ist euer Lieblingsgletscher?“, um solch lustige Fragen zu hören, muss man schon

nach Kanada fahren. Um genau zu sein, in die Provinz Alberta und dort in den Banff

Nationalpark, dem ältesten des Landes und dem drittältesten der Welt, von der UNESCO zum

Welterbe erklärt. 6641 Quadratkilometer nichts als die herrlichsten Aussichten. Da arbeiten

kernige Menschen wie Frank, der uns Natur anschauen fährt und sein Herz Gletschern

schenkt. Wer hat schon mal darüber nachgedacht, welcher Gletscher ihm am sympathischsten

ist? Ehrlich gesagt: Ich kenne überhaupt keine. Und schon gar nicht persönlich. Die Kanadier

sind gerade hier sehr innig mit ihrer Natur. Sie bauen Millionen-Dollar-Teure Brücken für

Bären, weil man herausgefunden hat, dass sich der Grizzly vor dunklen Tunneln fürchtet. Sie

können sehr streng werden, wenn man auch nur das kleinste Papierschnippselchen fallen lässt

und sie frieren nicht so wie wir, sondern ziehen schon bei 0 Grad kurze Hosen an. Wir sehen

einen Bären (die sind hier Vegetarier – jedenfalls solange kein Tourist aus dem Auto steigt),

ich sehe Elche (übrigens viel gefährlicher als Bären) und ich lerne, wie man Feuer macht ohne

Feuerzeug oder Streichhölzer, nur mit Holz und Rinde und einem Messer. Das kann hier

JEDER. Logisch, dass mein Stein auch in die Natur kommt, mitten ins Panorama in den

Nationalpark – an einer Stelle, die wir mit einem Helicopter erreichen, nachdem wir über

einen gigantischen Eissee geflogen sind. Vermutlich wird er hier vor allem Elche, Bären,

Dickhornschafe und Wölfe kennen lernen und vielleicht freundet er sich ja auch mit einem

Gletscher an. Zeit genug hätte er.

Constanze Kleis, Frankfurt/Main

2005


Kanada

Caribou Island

Ich habe in Canada, genauer auf Nova Scotia einen Stein positioniert. Dazu muss ich sagen, ich bin

mit dem Rad unterwegs gewesen und habe wunderschöne Landschaften gesehen und alles in allem

eine wunderbare Reise gemacht. Ich war sehr sehr glücklich und deshalb ist die Ablage und der

gewählte Ort für den Stein auch eine sehr persönliche Angelegenheit.Ich hoffe, dass das dem

Ganzen keinen Abbruch tut. Jedenfalls liegt er am letzten Ort meines Aufenthalts auf dieser Insel.

Am letzten wunderschönen Aussichtspunkt, der sich mir bot. Mit "Blick" auf einen wunderschönen

See und im Rücken hat er gewissermassen das Meer. So sah auch ich die Insel meistens. Wasser

rechts und links meines Wegs. Und sonst nur Landschaften und nichts weiter. Weite und Ruhe und

Schönheit. Auf der Karte siehst du, dass der Ort Caribou Island heisst.

Ramona Hering, Berlin

2004


Kanada

Saint John´s

Gefunden und gelandet

3.7.06

Augenstein in St. Johns auf Neufundland gelandet auf einer Skulptur von

Luben Boykov.

Die Wikinger fanden Newfoundland um 1000 n.Chr. An ihrem Siedlungsplatz hat

Luben Boykov seine große Bronzeskulptur Meeting of two Worlds errichet.

1497 landete John Cabot in der

östlichsten Provinz von Canada und nannte das neu gefundene Land newe

founde islande.

Luben Boykov aus Bulgarien

(www.culpturebyLuben.com) fand 1990

politisches Asyl in Neufundland, als das russische Flugzeug auf dem Weg

nach Cuba in Gander auftankte.

Im Flughafen von St. Johns steht Luben Boykovs Skulptur Embrace, die an die

vielen Tausend Menschen erinnert, die nach der Katastrophe am 11. September

2001 auf den Flughäfen von Neufundland und Labrador Zuflucht fanden,

nachdem alle amerikanischen Flughäfen gesperrt waren.

Barbara Beisinghoff, Dreieich

2006


Kanada

Summit Lake 67° 42´ 27,0´´ N, 136° 27´ 05,6´´ W

Einst war der Rat River Handelsroute. Indianer und Pelzhändler schleppten ihre Lastenkanus im vorletzten

Jahrhundert stromauf, bugsierten sie stromab. Und Anfang der 1930er Jahre wurden hier zum ersten Mal in der

Geschichte Flugzeuge zur Menschenjagd eingesetzt - die kanadische Polizei fahndete nach dem "Mad Trapper of the

Rat River", nach Albert Johnson, der scheinbar grundlos zwei Polizisten erschossen hatte. Im Februar 1932 narrte er

Tagelang auf seiner spektakulären Flucht durch die Richardson Mountains seine Jäger. Noch heute kennt die

Geschichte jeder am Mackenzie River.Seit Jahrzehnten herrscht hier unberührte Wildnis, nur selten nimmt jemand die

Strapazen auf sich und versucht auf diesem Weg, vom Mackenzie River aus den Yukon zu erreichen. Nach 150km

stromauf bleibt vom Rat River nicht mehr als ein kleiner Waldbach. Verbarrikadiert von unzähligen Biberdämmen,

Treibholz, Erlen windet er sich durch die ebene Tundra des McDougall Passes. Kleine Seen liegen auf der Paßhöhe,

umringt von tausendfünfhunderter Gipfeln, schnee- und eisfrei Ende Anfang Juli. Einen Namen trägt kaum einer.

Ein winziger Graben am Westende des Summit Lake, dem größten dieser Seen, bildet den Beginn des Yukon-

Wassersystems. Dort ging die Reise meiner Boten - und des anderen Augensteins - am 12. Juli weiter. Doch tags

zuvor holten sie mich ans Licht und paddelten mit mir von ihrem Lager zum Südufer des Sees. Sie erklommen die

mittlere von drei felsigen Rippen. Über Geröll und Flechtenteppiche, auf die wahrscheinlich noch nie ein Mensch

seinen Fuß gesetzt hatte, ging es etwa fünfzehn Meter hinauf zum Fuß einer kleinen

Erle, die sich im unteren Teil der Felsrippe festkrallt. Auf einem Felsvorsprung vor der Erle wurde ich abgelegt. Was

eine atemberaubende Wildnis! Mein Blick schweift über den Summit Lake. Sonnenaufgänge lassen für Minuten

dämonenhafte Gesichter auf Bergen und ihren Spiegelbildern erscheinen. Zwei-, dreimal im Jahr landet vor mir unten

auf dem See ein

Wasserflugzeug und bringt Paddler, die den anstrengenden Aufstieg über den Rat River umgehen. Die einzigen

Menschen, die ich hier sehe. Jetzt, am 31. Januar 2009, dominiert Weiß meine Welt : Ob heruntergerollt oder nicht,

ich liege sicher unter einer schützenden Schneeschicht und warte auf den nächsten Sommer. Und auf Flechten, die

mich in den nächsten Jahren überziehen werden.

Siglinde Fischer und Walter Steinberg, Möttau

2008


Kanada

Toronto

Toronto, 18.01.2004

Hallo Volker, anbei ein Foto von Deinem Stein.

Ursprünglich wollte ich Deinen Stein im CN-Tower in einer Höhe von über 400 m ablegen, aber mein Partner in

Toronto hat wegen der extremen Sicherheitsbedingungen davon abgeraten.

Daher habe ich den Stein am 18.1.04 während meiner letzten Geschäftsreise in einem der besten und ältesten

Steakhäuser von Toronto, Ontario beim Gästebuch abgelegt. Der Inhaber George F. Goutzioulis hat nun den

Augenstein im „Conclave Room“ auf den Kaminsims gelegt. Dort soll er George´s Gäste beim Essen zuschauen.

Ich hoffe, Deinem Stein gefällt es dort.

Eric Schrade, Frankfurt/Main

2004


Kap Verde

Sal

Sal, Kapverden ( Febr. 2004)

Meinen Augenstein habe ich dem Revolutionär und Befreiungskämpfer Amilcar Cabral

auf die Patronentasche geheftet. Ihm zu Ehren steht ein Denkmal am internationalen

Flughafen der kapverdischen Insel Sal. Jetzt schaut er in martialischer Pose auf die

eintreffenden Touristen, die sich hoffentlich von der grandiosen Landschaft und den

freundlichen Menschen beeindrucken lassen.

Solvejg Wilhelm, Frankfurt/Main

2004


Kap Verde

Praia/ Sao Tiago

Maria-Paz de la Usada, Madrid

2003


Kasachstan

Aksoran

Wo liegt der Stein?

Der Stein liegt auf dem Gipfel des Berges Aksoran. Die Koordinaten des Ablageortes sind 48° 25'

25,4'' N, 75° 28’ 17,5'' O und 1.565m Höhe.

Der Aksoran ist der höchste Berg des Karkaraly Massivs, welches wiederum der höchste Teil der

mittelgebirgsartigen Kasachischen Schwelle ist. Die Kasachische Schwelle ist UNESCO Weltnaturerbe

und zieht sich in West-Ost-Richtung durch den Teil der kasachischen Steppe, der Sary Arka

(„Gelber Rücken“) genannt wird. Die Sary Arka gilt als das Kernland bzw. Ursprungsgebiet der

Kasachen.

Was „sieht“ der Stein?

Das Ziel meines Kasachstan-Urlaubes war es, Steppe zu erleben – insbesondere den Gelben Rücken.

Da der Aksoran ungefähr im Mittelpunkt des Gelben Rückens, auf jeden Fall aber sein höchster Punkt

ist, habe ich ihn als Ablageort für den Stein ausgewählt. Bei guter Sicht – also anders als zum

Zeitpunkt der Fotos – kann er die gelbe Steppe sehen. Bei schlechter Sicht sieht er immerhin die

Steppenberge.

Der Stein liegt in der und schaut auf die Mitte von dem, was für mich Kasachstan ausmacht. Und laut

Bergführer haben meine Begleitung und ich dabei sogar die deutsche Erstbesteigung des Aksoran

gemacht.

Michael Herzog, Darmstadt

2009


Kasachstan

Almaty

In Kasachstan gibt es so gut wie

keine regulären Taxis.

Ich komme gerade aus dem

vermutlich schlechtesten Kunstmuseum

heraus, als mich auch

schon ein selbsternannter Taxifahrer

auf russisch anspricht.

Von der Rezeption des Hotels

habe ich einen Zettel in der Hand

worauf zu lesen ist, dass ich zum

Markt möchte. Wir handeln den

Preis aus, der jeweilige Vorschlag

wird auf dem Handy angezeigt.

Für 600 (3,30 €) fahre ich 40 Minuten

durch die Stadt. Sofort und

spontan wird mir klar, hier in

diesem Taxi muß der Stein liegen,

hier bekommt er die Stadt

zu sehen. Ich hole den Stein raus und lege ihn vor die Frontscheibe. Der Taxifahrer schaut mich erstaunt an.

Versuche ihm zu erklären, was es mit dem Stein auf sich hat. Aber alle Bemühungen sind umsonst. Er versteht

gar nichts von alledem, was ich wiederum auch verstehe.

Am Markt angekommen, möchte ich noch ein Foto vom Taxifahrer mit dem Stein machen. Er lässt sich darauf

ein, bleibt weiterhin erstaunt aber freundlich.

Den Stein möchte er mir wiedergeben, aber ich lege ihn wieder an seinen Platz vor der Frontscheibe und versuche

ihm zu erklären, dass dieser nun seinen Platz in seinem Auto gefunden hat.

Ein Lächeln im ganzen Gesicht, nicht ganz zu deuten...

3.2.09

Birgitte Harries, Dreieich

2009


Kasachstan

Fernstraße Almaty-Bishkek

Was sieht der Stein?

Der Stein sieht schwarz!

Er liegt in der Nacht, auf der Fernstrasse Bishkek - Almaty, in einer Baustelle, eventuell ist

jetzt schon eine Teerschicht drüber. Spätere Ausgrabungen werden über das fremdartige Auge

rätseln, das so gar nicht in die Landschaft passt!

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2004


Katar

az Zubara

Matthias Ohnemüller, Doha

2010

...unseren traditionellen Neujahrsausflug in

den Norden des Landes haben wir dazu

benutzt, dem Stein einen würdigen Platz zu

geben. Er liegt nun in Al Zubara, der

früheren Hauptstadt des Landes. Das Auge

blickt von einem der verfallenen Wehrtürme

auf das Meer, in Richtung des Nachbarn

Bahrain.


Kenia

Mara Buffalo Camp

Die Masai Mara ist eines der bekanntesten und schönsten Schutzgebiete Kenias. Der Name des 1540 m ² großen

Nationalreserve weist aus, daß hier das berühmte Nomadenvolk der Masai zu Hause ist. Sie gelten bei den

Europäern als Inbegriff der stolzen, furchtlosen „edlen Wilden“.

Aber kein anderes Beispiel als die Masai-Kämpfer, die Moran, verdeutlichen krasser, in welchem Dilemma sich

die Masai-Gesellschaft befindet. Die Institution der Krieger ist überflüssig geworden und droht zu einer reinen

Touristenattraktion zu verkommen

Deshalb hatten wir auch kein gutes Gefühl mit unserem ursprünglichen Plan, beim Besuch in einem Masai-Dorf

den Augenstein zurückzulassen.

Wir nahmen ihn mit zum legendären Mara-River, an dem in 1676 m Höhe das Mara Buffalo Camp liegt. Dort

haben wir am 20.10.2006, 12.50 Uhr für den Stein auf einem Felsen am buschbestandenen Flußlauf einen

heimlichen Ausguck gefunden.

Hier sieht er jeden Morgen bei Sonnenaufgang gegen

6.00 Uhr die Hippos satt und müde die Uferböschung

hinab in den Fluß tauchen, wo sie bis zum

Sonnenuntergang im Wasser vor sich hindösen und

meist nur mit Nüstern, Augen und Ohren an der

Wasseroberfläche zu sehen sind.

Barbara und Rainer Hejlik, Erfurt

2006

Nach Sonnenuntergang gegen 18.00 Uhr beobachtet

er, wie die 4 t schweren Flußpferde ans Ufer steigen,

wo sie Nacht für Nacht auf Nahrungssuche sind und je

ihre 60 kg Grünzeug fressen.


Kirgistan

Bishkek

Was sieht der Stein?

Der Stein sieht in das Zentrum von Bishkek, der Hauptstadt Kirgistans und darüber hinaus in

die Berge des Altai-Gebirges. Davor erheben sich zwei blau leuchtende Kuppeln, Dächer

zweier Geschäftshäuser, während rechts am Rand das Staatstheater mit den Kolonaden prangt.

Im Staatstheater werden heute nur noch wenige Aufführungen gezeigt. Daneben gibt es noch

die Oper, das Puppentheater und einige Museen, die alle trotz fehlender Finanzen am Leben

gehalten werden - sehr lobenswert - , was in anderen armen Ländern nicht unbedingt so

passiert.

Aber auch der Blick in die entgegengresetzte Richtung ist interessant - wenn auch ohne Foto:

In Bishkek findet man eines der nur noch wenig im öffentlichen Raum gezeigten Lenin-

Denkmäler, hoch erhobenen Armes in die Zukunft (??) weisend, neben vielen anderen mehr

zeitgenössischen Skulpturen aus der Zeit der nun zwölf Jahre dauernden Unabhängigkeit.

Dazwischen Rosenbeete und Wasserspiele....

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2004


Kiribati

Betio

Liebe Leute,

der Gruss in Kiribati (sprich Kiribas) lautet MAURI.

Das bedeutet so viel wie HALLO. Ich bin die Nummer

4 im Suedsee-Paket 2006. . Seit 1999 zaehlt

Kiribati zu den Vereinten Nationen. Zu Kiribati gehoeren

noch die Phoenix-Inseln und ganz im Osten

die Line-Gruppe mit Christmas-Island, in den

spaeten 5oer und fruehen 60er Jahren Atombombentestgebiet

der Briten und Amerikaner. Kiribati -

mit etwa 60 000 Bewohnern - erstreckt sich im Zentralpazifik

fast 3900 Kilometer entlang des Aequators.

Ausser dem steigenden Meeresspiegel das

groesste Problem: die Ueberbevoelkerung auf dem

Tarawa-Atoll (41 000 Menschen). Deshalb foedert die

Regierung die Umsiedlung vor allem auf die oestlichen

Line-Inseln. Vor zehn Jahren habe es hier noch

ziemlich schlimm ausgesehen, sagt mein Medium. Ein

Grossteil der Bevoelkerung hat kein Klo mit Wasserspuelung.

Deshalb begeben sich viele Menschen

regelmaessig in die Lagune, um kleine und grosse

Geschaefte zu erledigen.

Ueber den Atollrand von Sued-Tarawa zieht sich eine

35 Kilometer lange Strasse, die im Suedwesten ueber

einen Damm bis zu dem Inselchen Betio fuehrt. Auf

der ganzen Strecke sind viele Minibusse auf Achse,

die nach Zuruf Leute am Wegesrand auflesen.

Ich haben mit meinem Medium das Atoll erkundet.

Bilder sind unter anderen in der Unterkunft (im

Homestay), im Hafen, in den kirchenreichen Siedlungen

und dann am Damm von Betio entstanden.

Dort rosten zwei alte japanische Geschuetze vor sich

hin, die an die Schlacht von Tarawa erinnern. Am 20. November 1943 hatten mehere tausend US-Marines mit

der Stuermung von Betio begonnen.

Nach mehreren Tagen besiegten sie

die Japaner. Die Schlacht um Tarawa

ging als eine der blutigsten in die

Geschichte des Pazifikkriegs ein.

4500 Japaner und 1113 Marines

kamen ums Leben. 2290 Amerikaner

wurden verletzt. Ausserdem

gab es ungezaehlte Opfer unter der

Zivilbevoelkerung.

An einer der Kanonen am Suedostzipfel

von Betio habe ich am 6.

Dezember um 14.30 Uhr meinen

endgueltigen Platz gefunden. Ich will

hier gegen Krieg, Gewalt und fuer

Frieden, Menschenrechte und so

weiter demonstrieren. Ich schaue

suedlich auf den offenen Ozean.

Euer Atibu

Martin Feldmann, Frankfurt/Main

2006


Kolumbien

Santa Fe de Bogotá

Marlen Simon, Santa Fe de Bogotá

2004


Kolumbien

Santa Fe de Bogotá

Bogota - Hauptstadt von Columbien liegt auf einem Hochplateau in 2600 Meter Höhe.

Die Stadt ist vor allem laut und steht jeden Tag erneut vor einem Verkehrskollaps.

Beeindruckend für mich war vor allem das Goldmuseum und der Aussichtspunkt Monserrate.

Wo liegt der Stein:

Den Stein habe ich am 23.02.2006 an die Mauer einer Wallfahrtskirche auf dem Berg

Monserrate gelegt. Der Berg misst 3190 Meter. Eine Seilbahn brachte mich auf den Gipfel.

Es gibt auch einen Fussweg nach oben. Allerdings, so sagte man mir, ist dies der sicherste

Weg Opfer eines Überfalls zu werden.

Was sieht der Stein:

Von hier aus hat der Stein einen fantastischen Blick über Bogota.

Antje Mertens, Niederdorfelden

2006

á


Komoren

Laka Lodge, Parc Marin/Mohéli

Die Fotos wurden am Strand der Laka Lodge im Parc Marin (der sich an der Südspitze

der komorischen Insel Mohéli befindet) an exponierter Stelle aufgenommen.

Hans-Dieter Stell, Antananarivo

2010


Kongo, Demokratische Republik

Kimbeimbe

Reinhard Hansen, Neuendettelsau

2006

Der Stein liegt im Südosten der

Demokratischen Republik Kongo,

im Dorf Kimbeimbe bei

Lubumbashi.

Am 28.2.06 habe ich ihn vor der

katholischen Dispensaire

(Gesundheitsstation) abgelegt. Von

dort kann er die Gesundheitsstation

sehen mit all den vielen Menschen,

die dort Hilfe erwarten. Von bis zu

60 km kommen sie meist zu Fuß hier

her.

Im Gegensatz zu den

Krankenhäusern der Stadt

Lubumbashi wird Hilfe hier fast

kostenlos angeboten. So können es

sich die Menschen, die völlig

verarmt im an sich reichen Kongo

leben, wenigstens leisten, bei

Krankheit Hilfe zu erfahren.

Die surrealistische Gewitterwolke ist

längst weitergezogen. Was sich aber

über dem Kongo zusammenbraut,

bleibt ungewiß:

Frieden nach den Wahlen und eine

sonnige Zukunft?

Oder eine neue Runde des Krieges,

der schon so viel Leid besonders

über Frauen und Kinder gebracht hat

und schon vier Millionen Menschen

das Leben gekostet hat!


Kongo, Demokratische Republik

Kimpese

Der Stein liegt unter dem Mangobaum, hinter meinem Haus, ich habe heimlich

gebuddelt. Und das gemalte Auge sieht diese schöne Aussicht, die ich auch

so liebe, mein täglicher Blick in die Ferne.

Herzlichen Gruß von Marianne Hövermann

P.S. Ich bin in der Demokratischen Republik Kongo, dort, wo im Osten immer

noch Krieg ist. Ich bin im Westen, hier ist es friedlich. Ehemals Zaire,

mit der Hauptstadt Kinshasa, deshalb auch gerne kongo-Kinshasa genannt.

Früher war's " Belgisch Kongo". Brazzaville liegt Kinshasa gleich gegenüber,

am anderen Ufer des großen Flusses, des Kongo, man hat kleinen Grenzverkehr

mittels der Fähre und gute Beziehungen zur Volksrepublik Kongo,

ehemals französische Kolonie. Die deutsche Botschaft in Kinshasa ist auch

für Brazzaville zuständig.

Marianne Hövermann, Kimpese

2005


Kongo, Demokratische Republik

Shabunda

Der Stein schaut aus dem Gartenzaun

des besten Gästehauses in

Shabunda auf die Straße.

Weil es keine Straße nach Shabunda

gibt, auch keine Wasserversorgung

und keinen Strom, sind die Menschen

wenigstens durch das Flugzeug

mit der Außenwelt verbunden.

Das Ticket dafür können sich allerdings

nur die wenigsten leisten. Wer nur sprechen muss, kann seit einigen Monaten

immerhin telefonieren. Telefone und Karten gibt es in

solchen Läden.

Wer reisen

muss, so wie

diese drei

Frauen, geht zu

Fuß. Die drei

sind, um an

einem Frauenseminar

der

evang.-luth.

Kirche im

Kongo teilzunehmen,

300

km zu Fuß marschiert. Jetzt tauschen sie sich aus und iskutieren,

wie sie ihre Situation und die ihrer Familien verbessern können.

Die meisten der Frauen in Shabunda haben am eigenen Körper

schrecklichste Gewalt erlebt. Sie wollen nur noch eins:

FRIEDEN!

Im Krankenhaus werden nur Basisdienste

angeboten. Was der Stein sieht, aber aus

Respekt vor der Menschenwürde nicht als

Foto zu sehen ist, sind die leerem Augen der

vom Krieg traumatisierten Menschen. Diese

Augen mußten solche Schrecknisse mit

anschauen, dass sie sich seitdem weigern zu

sehen. Langsam wird es friedlicher in

Shabunda. Nach den Wahlen im Kongo vom

Jahr 2006 hoffen die Menschen in Shabunda

darauf, dass sie jetzt in Frieden und Freude leben können. Auch wenn die Zeichen schon wieder auf Krieg

stehen: Am Tag der Frauen machen sie bei einer großen Demonstration in Shabunda deutlich: Wir wollen

Frieden und Gerechtigkeit!

Reinhard Hansen, Neuendettelsau

2007


Kongo, Republik

Vorort von Brazzaville

Marianne Harries, Mainz

2008

...anbei ein paar Bilder vom Stein

im Kongo. Diesmal ist es nicht so

spektakulär: Der Stein liegt am

Ufer des Kongo-Flusses, in einem

Vorort südlich von Brazzaville.

Auf der gegenüberliegenden Seite

des Flusses sieht man Kinshasa,

die Hauptstadt des "anderen"

Kongo. Kinshasa hat ca. 7

Millionen Einwohner, Brazzaville

über 1 Million, aber davon sieht

man nicht viel, und dahinter

erstreckt sich auch fast

unbewohnter Urwald. Der Kongo

ist der drittlängste Fluss der Erde

(nach Amazonas und Nil).


Korea, Nord

Pjöngjang

Sehr geehrtger Herr Steinbacher,

vielen Dank für Ihren Brief vom 14. September und das Angebot, bei Ihrem interessanten

Projekt mitzumachen! Die Botschaft wird sich bemühen, einen geeigneten Platz für den Stein

zu finden, ihn aber voraussichtlich erst im kommenden Frühjahr dort auslegen können. Ich

überlege derzeit, ob man ihn in einem alten buddhistischen Tempel 200 km nördlich von

Pjöngjang deponieren könnte, aber vielleicht fällt uns auch noch ein symbolträchtigerer Ort

ein.

Wir werden Ihnen zu gegebener Zeit eine Nachricht und ein Foto schicken.

Mit besten Grüssen

Doris Hertrampf

Botschafterin

Sehr geehrte Frau Hertrampf,

vor einem dreiviertel Jahr erhielten Sie von mir einen sogenannten "AugenStein", der Teil

eines weltumspannenden Kunstinstallation ist.

Sie hatten mir damals angeboten, den Stein an einem bestimmten Platz in Nordkorea

abzulegen.

Gerne hätte ich von Ihnen gewußt, ob das inzwischen geschehen ist und ob Sie darüber einige

Information und eventuell Fotos haben.

Sollte es Ihnen nicht möglich sein, an dem Projekt teilzunehmen, geben Sie mir doch bitte

Bescheid, damit ich Sie aus der Liste herausnehmen kann.

Aber auch in diesem Fall möchte ich Sie bitten, den Stein einfach in Nordkorea zu lassen.

Ich würde mich sehr freuen von Ihnen zu hören und

verbleibe mit freundlichen Grüßen um die halbe Welt

Volker Steinbacher

Sehr geehrter Herr Steinbacher,

vielen Dank für Ihre Email an Frau Hertrampf. Sie ist inzwischen turnusgemäß an einen

anderen Posten versetzt worden.

Ich bedaure, Ihnen mitteilen zu müssen, daß es uns aus einer Reihe von Gründen nicht

möglich ist, an Ihrem Projekt teilzunehmen. Trotzdem will ich Ihnen mitteilen, daß wir Ihr

Vorhaben für sehr unterstützenswert erachten.

Ich wünsche Ihnen bei Ihren "AugenSteinen" weit mehr Erfolg las er Ihnen hier zuteil wurde.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Wendelberger

Geschäftsträger

----- Original Message -----

From:

To: ".PJOE L Hertrampf, Doris"

Sent: Thursday, July 07, 2005 4:00 AM

Subject: Re: Nordkorea / Ihr Schreiben vom 14.09.2004

Sehr geehrter Herr Wendelberger,

mit Bedauern habe ich Ihre Email zur Kenntnis genommen.

Obwohl ich die Gründe für Ihre Absage nicht kenne, möchte ich anfragen, wo denn der Stein

nun geblieben ist?

Befindet er sich noch in Nordkorea oder hat Frau Hertrampf ihn mitgenommen? Sollte er sich

noch in der Botschaft befinden, meine Bitte:

Schicken Sie ihn nicht zurück, sondern lassen Sie ihn bitte im Land. In einer gewissen

Hinsicht spielt es für das Kunstprojekt nur eine untergeordnete Rolle, wo der Stein sich

konkret befindet. Auch wenn er auf eine Müllhalde wandert, ist er abgelegt. Vielleicht

finden Sie aber auch jemanden, der den Stein irgendwo ablegen möchte.

Es würde mich freuen, wenn ich in dieser Sache noch mal von Ihnen hören

könnte und verbleibe mit besten Grüßen nach Pjöngyang

Volker Steinbacher

Sehr geehrter Herr Steinbacher,

Ihr Bedauern kann ich gut verstehen.

Da der Stein sich noch immer im Schreibtisch der Botschafterin befindet, können wir ihn bei

nächster Gelegenheit in der Stadt an einem nicht zu prominenten Ort (die hier allpräsenten

Sicherheitsdienste könnten sich dann dafür interessieren) ablegen. Ich hoffe, diese

Nachricht ist in Ihrem Sinne.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Wendelberger

----- Original Message -----

From:

To: ".PJOE L Wendelberger, Klaus Harald"

Sent: Thursday, July 21, 2005 7:56 PM

Subject: Re: Nordkorea / Ihr Schreiben vom 14.09.2004

Doris Hertrampf und Klaus Wendelberger, Pjöngjang

2004


Korea, Nord

Pjöngjang

Alles geschieht in Nordkorea unter den Augen des Großen Führers. Und alles ist ein Anlass, IHM zu huldigen.

In der Hauptstadt Pyongyang legen Hochzeitsgesellschaften Kim Il Sung, dem Ewigen Präsidenten, Blumen zu

Füßen. Im Hintergrund der Kratersee des Mount Paektu, des heiligen Berges der Nordkoreaner, wo der Sage

nach SEIN Sohn, Kim Jong Il, geboren wurde.

Es hat lange gedauert, aber was sind ein paar Monate im versteinerten Nordkorea? An meinem letzten Tag in

Nordkorea hat es noch geklappt: Der Stein ist zu Füßen des Großen Führers niedergelegt.

Alois Sander, Essen

2009


Korea, Süd

Seoul

Im Innenstadtbereich von Seoul gibt

es überraschender weise etliche

ziemlich steile Hügel (fast schon

Berge), die sich ziemlich übergangslos

aus der Masse der Wohnblocks erheben.

Man kommt dann innerhalb von

vielleicht 200 Höhenmetern aus neuzeitlichen

Hochhäusern und breiten

Strassen zu kleinen Hütten und steilen,

engen Gassen und dann weiter zu

schmalen Pfaden durch einen Wald aus

verwachsenen Nadelbäumen und schroffen

Felsen.

Der Blick nach oben geht auf eine

fast Zen-Garten mäßige Atmosphäre,

die einen völlig vergessen lässt,

daß man sich in einer asiatischen

Großstadt befindet.

Nahe dem Gipfel eines dieser Hügel liegt der Stein eingeschmiegt in die Kuhle

eines wesentlich größeren Steinblocks, inmitten dieser friedlich abgeschiedenen

Umgebung.

Was sieht der Stein:

Der Stein sieht aus seiner kleinen Oase der Ruhe herunter über das kleine Wald-

gebiet zu den Wohnblocks und der Hektik des städtischen Seoul. Leider war an den

Tagen meines Aufenthaltes in Seoul starker Wind, der Sandstaub und Abgase aus den

chinesischen Schwerindustriegebieten über die Stadt geblasen hat; daher der Dunst

über den Bildern.

Elmar Heimes, Geisig

2004


Korea, Süd

Seoul

My story:

German Publishing House fired me after working more than for 10 years. I

decided to spend my holiday far a way from Poland. On my trip to Fareast

I found information about the Korean King Sejon used metal movable type

in year 1403. It surprises me, because I was thinking Gutenberg was the

first, who made it first.

Anna Kommarnicka, Warschau

2007


Kosovo (umstritten)

Amselfeld

Der Stein liegt auf dem Amselfeld vor Priština und schaut er auf die Braunkohlekraftwerke

Kosovo A und Kosovo B, die sich in der Nähe der Gemeinde Obilić

befinden.

Der Beitrag wurde vom Teilnehmer zurückgezogen.

N.N., Priština

2008


Kroatien

zwischen Moscenice und Brsed

Der Stein befindet sich in Kroatien, an der

Küste Istriens.

Der Stein beobachtet die Inselwelt vor der

Küste.

Der Stein ist so ausgerichtet, dass er vom

Zentrum der Altstadt Neu-Isenburgs weg

(d.h. radial nach außen) blickt.

Da jede Erfahrung erst im Kontext der in der

Vergangenheit gemachten Erfahrungen Sinn

bekommt, erhält der Stein die Möglichkeit,

einen begrenzten Blick auf seine Herkunft zu

werfen (gemeint ist jedoch nicht die

physikalische Herkunft des Steines aus

Mirabel/Frankreich).

Realisiert ist dieses joycesche „retrospective

arrangement“ durch einen Taschenspiegel, der

die Richtung zum Zentrum der Altstadt von

Neu-Isenburg abbildet.

Jürgen Womser-Schütz und Kerstin Schütz, Neu-Isenburg und Höchst/Odenwald

2005


Kuba

Havanna

Im April 2006 besuchten wir Cuba. Es ist ein wunderschönes,

interessantes und reizvolles Land. Es waren für uns

unvergessliche Tage.

Wir beteiligten uns sehr gern am Projekt „Wege der Steine“

von Herrn Volker Steinbacher.

Bisher lag noch kein Stein in Cuba. Darum haben wir uns für

den geschichtsträchtigen Platz der Revolution in Havanna

entschieden.

Im „Rücken“ von dem Stein ist das Innenministerium

mit dem stilisierten Antlitz von

Ernesto „Che“ Guevara und dem Schriftzug

„Für immer der Sieg“.

Karin und Norbert Kliks, Berlin

2006

Der Stein liegt an einem Lichtmast mitten auf

dem Platz der Revolution in Havanna.

Das ist der Versammlungsplatz schlechthin,

riesengroß, aber auch ziemlich öde!

Der Stein „schaut“ auf das moderne José-

Marti-Museum. José Marti gilt als

„intellektueller“ Vater der Revolution. Er

wird als Nationalheld sehr verehrt.

Hinter dem Gebäude befindet sich der

Palacio de la Revolucion, der

Regierungspalast. Das sind Arbeitsräume

der kubanischen Regierung.


Kuwait

Kuwait-Stadt

Viel Zeit habe ich nicht, da ich nur knappe 24 Stunden in Kuwait verbringe. Den Stein trage

ich bei mir wie ein Teil, welches mir gehört, wissend, daß es nie meines war und auch in

herannahender Zukunft nicht mehr sein wird.

Ich verlasse mit ganz und gar auf meine Intuition. Das ich den „richtigen“ Platz finden werde,

auch unter einem gewissen Zeitdruck, dessen bin ich mir sicher.

Schließlich ist es auch nicht das erste Mal, daß mich einer dieser Augen auf eine Reise

begleitet...

Ich suche einen ruhigen Platz am Kliff der Meeresbucht der Hotelanlage. Schon nach kurzer

Zeit treibt es mich aus meinem sehr bequemen Liegestuhl. Da befindet sicheine Mauer mit

Treppe, die auf eine kleine Plattform führt. Die Mauer, welche gebogen ist, zeigt in drei

Himmelsrichtungen und hat keinen ersichtlichen Nutzen.

Gewissermaßen ein unvollendetes Kunstwerk.

Beim Nähertreten endlich eine Einbuchtung, da, mitten in der Mauer!

Der Stein mit dem Auge paßt wie ein Puzzleteil auf das die Mauer gewartet hat, direkt in die

Einbuchtung.

Kaum ersichtlich und doch spürbar sitzt das Auge in der Mauer.

Nun macht die Mauer einen Sinn! Ein Kunstwerk ist entstanden.

Birgitte Harries, Dreieich

2006


Impressum:

© 2011

Volker Steinbacher

und Gerald Wingertszahn

Frankfurt/Main

Urheberrechte für Wort und Bild

bei den Autoren

Herausgeber:

Volker Steinbacher

Musikantenweg 16

60316 Frankfurt/Main

volker.steinbacher@t-online.de

www.wegdersteine.de

www.der-weg-der-steine.de

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine