LU-Spezial - Kuhn Maschinen Vertrieb GmbH

kuhn.de

LU-Spezial - Kuhn Maschinen Vertrieb GmbH

LU-Spezial

Beckmann Verlag Oktober 2011

Professionell Pressen und Schwaden –

Sonder ausgabe für Kuhn Mit Beiträgen aus der Zeitschrift Lohnunternehmen

In diesem Spezial:

LU-Interview: Angekommen im

Pressenmarkt | LU Thier-Essing: Strohqualität

im Blick | Josef Holzmann: Rundballen pressen in

Hanglagen | LU-Diskussionsrunde: Ballen pressen |

LU Binder: Arbeit mit dem Bandschwader


2 LU-Spezial

Kuhn

Inhalt

LU-Interview:

Angekommen im Pressenmarkt ...............................3

LU Thier-Essing:

Strohqualität im Blick ......................................................6

Dienstleister Josef Holzmann:

Bayerischer Rundballenspezi .....................................8

Vorbauhäcksler ....................................................................9

LU-Interview:

ISOBUS hat uns Türen geöffnet ...............................9

LU-Diskussionsrunde:

Ballen pressen ...................................................................10

LU Binder:

Spezialist für Ackerfutter

������������������ ..................................................... 15

Verlag:

Beckmann Verlag GmbH & Co KG

Heidecker Weg 112, 31275 Lehrte

Telefon: (0 51 32) 85 91- 0

Telefax: (0 51 32) 85 91 25

E-Mail: info@beckmann-verlag.de

6

LU Thier-Essing: Strohqualität im Blick

10

LU-Diskussionsrunde

Impressum

Dieser Sonderdruck wurde u. a. mit Beiträgen aus der Zeitschrift Lohnunternehmen erstellt.

Herausgeber:

Peter Frank Beckmann (pfb)

Telefon: (0 51 32) 85 91-11

Verlagsleiter:

Jan-Klaus Beckmann (jkb)

Telefon: (0 51 32) 85 91-12

Vertrieb:

Frauke Weiß

Telefon (0 51 32) 85 91-50

weiss@beckmann-verlag.de

15

LU Binder: Arbeit mit dem

Bandschwader

Redaktion:

Hans-Günter Dörpmund (hgd) (Chefredakteur),

Telefon: (0 51 32) 85 91-47

Mirja Plischke (pl), Telefon: (0 51 32) 85 91-49

Anne Ehnts (ae), Telefon: (0 51 32) 85 91-48

E-Mail: redaktion@beckmann-verlag.de

Freie Mitarbeit: Friederike Krick, Helga Gebendorfer

Weitere Informationen zur Zeitschrift Lohn-

����������������������������www.lu-web.de


Das französische Unternehmen

Kuhn ist in den vergangenen

Jahren stark gewachsen. Nicht

nur bei den Marktanteilen,

sondern auch im Produktportfolio.

Seit zwei Jahren gehören

auch Rund-, Quaderballenpressen

und Wickler zum Angebot.

Die Übernahme des Kverneland

Pressenwerkes in Geldrop machte

es möglich. Wie ist der Start

gelaufen und welche weiteren

Ziele hat Kuhn? Darüber haben

wir mit Armin Rau, Geschäftsführer

Kuhn Deutschland, und

Rainer Krug, Verkaufsleitung,

gesprochen.

LU-Interview

Angekommen im Pressenmarkt

Armin Rau,

Geschäftsführer

Kuhn Deutschland (links),

und Rainer Krug,

Verkaufsleiter.

LU: Wie stark ist der deutsche Markt am Kuhn-

Umsatz beteiligt?

Armin Rau: Der Umsatzanteil liegt bei rund

10%. Damit ist Deutschland nach den USA der

zweitstärkste Exportmarkt für Kuhn.

LU: Wie veränderte sich der Kuhn-Umsatz in

den letzten zwei Jahren?

Rau: In der für die ganze Branche stark rückläufigen

Saison 2009/2010 (1. September

bis 31. August) hatte auch Kuhn Deutschland

einen Umsatzrückgang von 16 % gegenüber

dem Vorjahr. In der gerade abgelaufenen Saison

2010/2011 konnten wir gegenüber dem Vorjahr

einen Zuwachs im Umsatz von 40 % verbuchen.

Das wird sich umgerechnet auf das Kalenderjahr

kaum verändern.

LU: Markieren diese plus 40 % die Obergrenze

oder rechnen Sie mit weiteren Zuwächsen für

Kuhn Deutschland?

Rau: Wir rechnen in den nächsten 3 Jahren damit,

den jetzt erreichten Umsatz noch um 20 bis

30 % erhöhen zu können.

LU: Mit dem gleichen Produktportfolio oder

wollen Sie durch Zukauf wachsen?

Rau: Dieses Wachstum wollen wir mit der gleichen

Produktpalette erreichen, aber natürlich

durch höhere Marktanteile in den jeweiligen

Produktgruppen.

Armin Rau: „In der gerade

abgelaufenen Saison 2010/2011

konnten wir gegenüber dem Vorjahr

einen Zuwachs im Umsatz

von 40 % verbuchen.“

Rainer Krug: Wir haben eine Menge junger Produkte,

bei denen eine Erhöhung des Marktanteiles

machbar erscheint. Beispielsweise bei der

Sätechnik inklusive Mulchsaat und natürlich bei

den Pressen. Wir sind mit eigenen Pressen erst

seit zwei Jahren im Geschäft und haben natürlich

vor, die Marktanteile zu steigern. Das gilt

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klassischer Verdrängungswettbewerb.

Einstieg in den Pressenmarkt

LU: Vor zwei Jahren hat Kuhn das Pressenwerk

von Kverneland im niederländischen Geldrop

übernommen. Damals wurden die Pressen in

Deutschland unter Deutz-Fahr und Vicon verkauft.

Welche Händler verkaufen heute Kuhn

Pressen?

Rau: Wir haben damals analysiert, wohin die

Pressen aus Geldrop gehen und denken, dass in

Deutschland etwa 2/3 der Pressen aus Geldrop

LU-Spezial

3

Kuhn

unter der Marke Deutz-Fahr (SDF) über SDF-

Händler verkauft wurden. Auf der Agritechnica

2009 wurde eine Vertriebsvereinbarung

geschlossen zwischen SDF und Kuhn. Gemäß

dieser Vereinbarung konnten wir ab dem 1. September

2010 die Geldroper Pressen außer unter

der Marke Kuhn auch in Deutz-Fahr Farben

herstellen und ausliefern.

LU: Werden alle Geldrop Produkte 1:1 über Kuhn

und SDF Händler vertrieben und wie viele dieser

Händler sind den Geldroper Pressen treu

geblieben?

Krug: Wir haben im Jahr 2010 den SDF Händlern

angeboten, das komplette Geldrop-Programm

oder Teile davon unter Deutz-Fahr, also in Grün,

zu vertreiben. Dieses Angebot haben aus guten

Gründen sehr viele Händler angenommen.

LU: ... und wie viele Pressen sind letztlich in

diesem Jahr aus Geldrop im deutschen Markt

abgesetzt worden?

Rau: In der abgelaufenen Saison 2010/2011

kommen gut 10 % der Pressen, die in Deutschland

endverkauft wurden, aus dem Werk Geldrop.

Das sind in etwa 200 Einheiten.

LU: Dass sich SDF und Kverneland-Händler

weiterhin für die Geldrop Pressen entscheiden,

leuchtet ein. Wie gehen Sie mit einem Händler

um, der Kuhn Bodenbearbeitung, Sätechnik


Daten zu Kuhn

– Die Umsätze sind seit 1980 von 53 Millionen

auf 617 Millionen Euro im Jahr 2010

gestiegen,

– Jahresproduktion ca. 60.000 Maschinen

in 8 Produktionsstandorten: 4 × Frankreich,

1 × Niederlande, 2 × USA, 1 × Brasilien

– Umsatzaufteilung nach Produktsparten:

Mit 47,5 % kommt knapp die Hälfte des

Umsatzes aus dem Bereich der Futterernte

und Fütterungstechnik. Aber auch der

Ackerbaubereich ist in Summe schon mit

ca. 35 % am Gesamtergebnis beteiligt.

Rund 20 % entfallen auf die Bodenbearbeitung,

8 % auf die Sätechnik, 4 % auf

die Düngung und ebenfalls 4 % auf den

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– Mitarbeiter: Weltweit sind in der Kuhn

Gruppe 3.200 Mitarbeiter tätig.

usw., vertreibt, aber bereits andere Pressenhersteller

im Programm hat? Klassisches Beispiel

ist dabei der John Deere Vertrieb, der in weiten

Bereichen auch Ihr Vertriebspartner ist.

Rau: Eine Reihe von Händlern, die Kuhn Produkte

vertreiben, sind auch Partner eines Traktorherstellers,

der auch Pressen anbietet. Der

John Deere Vertrieb ist dafür nur ein Beispiel.

Seit dem Start 2009/2010 hat eine Reihe von

Kuhn-Händlern unsere Presse ins Programm

genommen. JD-Händler haben bei Pressen ihre

eigene Marke und darauf nehmen wir natürlich

Rücksicht.

Rainer Krug: „Wir haben eine

Menge junger Produkte, bei denen

eine Erhöhung des Marktanteiles

machbar erscheint.

Beispielsweise bei der Sätechnik

inklusive Mulchsaat und natürlich

bei den Pressen.“

LU: Der Markt für Scheibenmäher soll in

Deutschland (Saison 2010/11) rund 7500 Einheiten

betragen haben. Kuhn ist einer der „alten

Hasen“ in diesem Segment. Wie sehen Sie Ihre

Marktposition?

Rau: Bei den Scheibenmähern und Wendern sehen

wir uns in Deutschland als Marktführer. Wir

haben bei den Scheibenmähern und Wendern

ein leistungsstarkes Programm, das bei den

Mähwerken bis zu Arbeitsbreiten von knapp

9 m und bei den Wendern bis zu Arbeitsbreiten

von über 17 m reicht.

LU: Bei Schwadern ist Kuhn der Zuwachs nicht

so gelungen, trotz Einstieg in die Vierkreiseltechnik.

Woran liegt es?

Bei den pneumatischen Drillen werden fast 95% als Aufbaumaschinen verkauft, also mit Kreiselegge, Grubber usw.

Kuhn arbeitet bei den pneumatischen Sägeräten eng mit der Firma Rauch zusammen.

Rau: Im Segment Schwader fehlten uns einige

Modelle, beispielsweise ein Zweikreiselschwader

mit großer Arbeitsbreite um die 10 m. Wir

haben einen Vierkreiselschwader mit hydraulischem

Antrieb. Die kleinen Vierkreiselschwader

und noch größere Zweikreiselschwader sind

derzeit in Entwicklung.

Boom bei Sägeräten

LU: Kuhn war immer eine Futterernte-Company,

hat sich das verändert?

Rau: Der Umsatz nach Produktgruppen teilte

sich im Jahr 2010 bei Kuhn weltweit folgendermaßen

auf: gut 47 % kommt aus der Futterernte

mit Pressen und Fütterungstechnik. Etwa 28 %

aus der Bodenbearbeitung und Saat, sowie je-

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Ersatzteile und Komponenten steuern fast 17 %

zum Umsatz bei.

LU: …sieht diese Umsatzverteilung im deutschen

Markt ähnlich aus?

Rau: Der Bereich Futterernte, Pressen und

Fütterungstechnik machte in Jahr 2010 beim

deutschen Kuhn-Umsatz deutlich über 50 %

aus. Gut 35 % vom Umsatz machen wir mit

Bodenbearbeitung, Sätechnik und Pflanzenschutz.

Der Rest kommt aus Ersatzteilen. Düngetechnik

verkaufen wir in Deutschland nicht,

da diese Technik hier ausschließlich von Rauch

vertrieben wird.

LU: Was wurde in diesem Jahr stärker nachgefragt,

Technik für Futterernte oder Ackerbau?

Rau: In diesem Jahr wird Technik für den Ackerbau

stärker nachgefragt als für die Futterernte.

Allein bei den Einzelkornsägeräten gab es ein

Plus im Gesamtmarkt von 60 %. Ebenso positiv

hat sich der Markt für normale Drillmaschinen

in Deutschland entwickelt und betrug ca. 2.400

Einheiten. Der Anteil der pneumatischen Drillmaschinen

ist zurückgegangen und liegt heute

noch bei höchsten 25 %. Das Gros der verkauften

Drillen sind mechanische Maschinen mit bis

zu 3 m Arbeitsbreite. Von diesen mechanischen

Geräten werden viele noch als Solomaschinen,

also ohne Bodenbearbeitungstechnik, verkauft.

Ab 3 m ändert sich das Bild, da ist die pneumatische

Drille dominant. Das liegt an den Grenzen

des erlaubten Straßentransportes. Weiterer

Unterschied ist, dass bei den pneumatischen

Drillen fast 95 % als Aufbaumaschinen verkauft

werden, also mit Kreiselegge, Grubber usw.

Fazit ist also: wer keine aufbaufähige Bodenbearbeitung

hat, wird auch keine pneumatischen

Sämaschinen verkaufen können. Daher

bedingen und fördern sich die Sätechnik von

Rauch und die Bodenbearbeitungstechnik von

Kuhn gegenseitig.

LU: Bei der Sätechnik sehen Sie noch Potential

für Kuhn. Konnten Sie an dem boomenden

Markt für Einzelkorndrillen in diesem Jahr teilhaben?

Rau: Bei den mechanischen und pneumatischen

Sägeräten sehen wir uns bereits recht gut aufgestellt

und auf Platz 2 in Deutschland. Der

Gesamtmarkt der Einzelkornsägeräte ist stark

gewachsen, wir sehen uns in diesem Segment

auf Platz 4 oder 5 und haben daher noch gut

Luft nach oben.

LU:����������������������������������� ����

– wie die Pressen – erst seit zwei Jahren in der

Kuhn Verkaufsliste. Wie hat sich diese Sparte

entwickelt?

Rau: Wir haben in den letzten zwei Jahren die

ersten 100 Spritzen verkauft, bei einem Gesamtmarkt

in Deutschland von 1800 Einheiten

pro Jahr. Dabei zeigt sich der Anbauspritzenmarkt

recht stabil.

Kuhn bietet Großpackenpressen mit den

Kanalmaßen 1,2 m und 0,8 m an.

Die Ballenhöhen betragen 0,7 und 0,9 m.


LU: In Geldrop werden Rundballen- und Quaderballenpressen

und die i-BIO Presse produziert,

sowohl als Festkammer wie auch mit

variabler Kammer. Gibt es zur Agritechnica

Veränderungen bei den Produkten?

Frank Rau: Die FB 2130 (Festkammer) ist eine

ganz neue Maschine und ab September auf dem

Markt. Sie ist erhältlich mit Einzug über den Rotor

oder 14 Messer Schneidwerk, jeweils mit absenkbarem

Förderboden. Die bereits im Markt

laufende FB 2135 wird jetzt ebenfalls mit dem

neuen Schneidwerk und mit absenkbarem Förderkanalboden

angeboten. Das gilt auch für die

Presswickelkombi FBP 2135 und für die i-BIO.

Weniger Gewicht am Hang

LU: Die Kuhn i-BIO-Presse kennzeichnet Bale-

In-One, mit der Besonderheit, dass der Rundballen

in der Presskammer gewickelt wird. Seit

vier Jahren ist diese Presse im Markt. Wer kauft

diese Presse und wo sehen Sie die Vorteile einer

Wicklung in der Kammer, die bei jedem Ballen

zum Stopp des Gespanns von 20 Sekunden

führt?

Frank Rau: Die i-BIO wickelt den Ballen genau

dort, wo er zuvor gepresst wurde. Diese Maschine

ist mit 3 t recht leicht und wird in der Regel in

hängigem Gelände und in kleineren Strukturen

eingesetzt oder auf moorigen Standorten, wo

schwere Maschinen zu sehr den Boden drücken.

Mit der i-BIO können Lohnunternehmer

beispielsweise dort arbeiten, wo keine andere

Erntemaschine aufgrund des Gewichtes oder

mangelnder Wendigkeit, mehr hinkommt. Die

i-BIO gibt es – genau wie die anderen Kuhn

Pressen und Presswickelkombinationen – auch

in Deutz-Fahr Grün.

LU: Für Lohnunternehmer steht die variable

Presse im Vordergrund. Gibt es zum bekannten

Programm neue Details?

Frank Rau: Bei den Pressen mit variabler Kammer

bieten wir für Lohnunternehmer die VB

2160 und die 2190 an. Beide Maschinen sind

ISOBUS kompatibel und können optional mit

CCI-Terminal ausgerüstet werden. Sie sind mit

14/23 Messer Schneidwerk lieferbar. Die kleinere

Maschine bietet Ballendurchmesser von

80 bis 160 cm. Die große Presse bis 185 cm.

Neu an diesen Maschinen sind der absenkbare

Boden und die Schneidwerke.

LU: Beide Maschinen sind auch als Press-Wickel-Kombis

zu bekommen?

Was ist neu und anders bei

den Kuhn Pressen

Seit zwei Jahren fertigt Kuhn im niederländischen Werk Geldrop seine

Pressen. Hat es in diesen zwei Jahren Veränderungen in Technik und

Modellpalette gegeben? Was können die Kunden zur Agritechnica

erwarten? Dazu haben wir mit Frank Rau, Produktmanager bei Kuhn

Deutschland für die Pressen und Wickelgeräte, gesprochen.

Frank Rau: Ja, die 2160 und die 2190 als Press-

Wickel-Kombi sind reine Lohnunternehmermaschinen

und sie sind mit dem 3D-Wickler besonders

effektiv. Dadurch wird die Folie gleichmäßiger

verteilt. Auf der Stirnseite des Ballens

sorgen weniger unnötige Folienlagen für mehr

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Kanten, das heißt , dort gibt es mehr Schutz.

Frank Rau: „Die FB 2130 ist

eine ganz neue Maschine und ab

September auf dem Markt.“

Packenpresse auch mit Vorbauhäcksler

LU: Der Markt für Großpackenpressen ist 2010

eingebrochen. Wie hat er sich in der abgelaufenen

Saison entwickelt?

Frank Rau: Der Markt für Großpackenpressen

ist 2009/2010 um rund 20 % eingebrochen.

Hat sich in der Saison 2010/2011 jedoch wieder

um rund 10 % erhöht. Hauptkunden sind Lohnunternehmer

und Großbetriebe. Kuhn bietet

dafür die LSB 1270 und 1290 mit dem Kanalmaß

120 cm. Die LSB 1270 hat 70er Ballenhöhe und

die LSB 1290 bietet eine Ballenhöhe von 90 cm.

LU-Spezial

5

Kuhn

LU: Bieten Sie Schneidwerke für die Packenpressen

und Vorbauhäcksler?

Frank Rau: Erhältlich sind die Packenpressen

mit 23 Messer-Schneidwerk. Wer kürzeres Stroh

will, kann einen Vorbauhäcksler bekommen.

Den beziehen wir von der Firma Remund &Berger,

einem Spezialisten aus der Schweiz. Dieser

Vorbauhäcksler wird dann bei uns im Werk eingebaut

und wird komplett ausgeliefert. Ebenfalls

für Lohnunternehmer interessant halte ich

unseren neuen Hochleistungs-Ballenwickler für

Rund- und Quaderballen, den SW 4004.

LU: Wann bestellen die Kunden?

Frank Rau: Das ist sehr unterschiedlich. Selbstverständlich

spielt der Frühbezug eine wichtige

Rolle – zum Beispiel bei den Futtererntemaschinen

und auch bei den Pressen, die dann zu Frühbezugspreisen

bestellt werden können. Aber

das Saisongeschäft ist auch nicht unwichtig.

Zum Beispiel kommt es im Lohnunternehmergeschäft

immer wieder vor, dass kurzfristig Kapazitäten

verfügbar sein müssen. Darauf müssen

Frank Rau,

Produktmanager

bei Kuhn Deutschland

für die Pressen und

Wickelgeräte.

wir uns ebenso einrichten, wie im klassischen

Frühbezug von September bis Dezember besonders

interessante Angebote für Lohnunternehmer

zu haben, um unsere Maschinenplanungen

und -bestellungen abzusichern.

LU: Wirken Frühbezugskonditionen auch auf

die Endkunden motivierend, möglichst früh

einzukaufen?

Frank Rau: Bei der Futtererntetechnik ist der

Frühbezug mit Preisvorteilen von gut 10 % sehr

ausgeprägt und auch bei den Pressen gibt es

interessante Preisvorteile im Frühbezug. Als

Tendenz ist zu erkennen, dass die kleineren

Maschinen von den Endkunden meist erst in

der Saison gekauft werden. Fast 60 % dieser

kleineren Maschinen werden nach dem 1. April

bestellt. Bei den größeren Geräten – beispielsweise

für Lohnunternehmer – sieht das anders

aus. Diese Kunden bestellen zu einem Großteil

im Herbst/Winter.


6 LU-Spezial

Kuhn

„Lohnunternehmen müssen heute das

Komplettprogramm vorhalten, um am Markt

bestehen zu können“, erläutert Thier-Essing.

„Und dazu gehört in unserer Region, in der

große Rinderbetriebe, aber auch viele Pferdehalter

zu Hause sind, die Pressentechnik.“ Weil

die Anforderungen an die Strohqualität und an

das Strohhandling recht unterschiedlich sind,

presst er nicht nur rund, sondern auch eckig

- seit diesem Jahr mit der Kuhn Großpackenpresse

LSB 1270.

Erfolgreiche Testphase

LU Thier-Essing

Strohqualität im Blick

Stroh ist in Jahren mit schwieriger Wetterlage ein besonders kostbares

Gut. Lohnunternehmer Christoph Thier-Essing aus Dorsten stellt

modernste Technik bereit, um dieses zu bergen. 2011 hat er seinen

Maschinenpark mit der neuen Kuhn Großpackenpresse LSB 1270 aufgestockt,

um noch flexibler sein zu können.

Im Jahr zuvor stellte ihm die Firma Greving

Landmaschinen aus Lembeck-Heiden eine Vorführpresse

zur Verfügung. Einige hundert Ballen

hat der Lohnunternehmer damit gepresst

und die Leistungsfähigkeit der Maschine seinen

Kunden vorgestellt. Dabei ging es vor allem um

Fragen wie Schnittqualität, Ballendichte und

Durchsatzleistung. Die Ergebnisse waren überzeugend.

Vor allem der Einzugsrotor mit dem

Integralrotor und dem OmniCut-Schneidwerk

lieferte sehr gute Schnittqualitäten. Dieser Rotor

schneidet das von der Pick-up aufgenommene

Pressgut und verteilt es über die gesamte Breite

der Vorkammer. Je nach gewünschter Schnittlänge

können verschiedene Messergruppen

eingerückt werden. Geregelt wird dieser Vorgang

über ein Hydraulikventil an der Presse. Darüber

hinaus verfügt jedes einzelne Messer über eine

hydraulisch wirkende Fremdkörpersicherung.

„Damit genügen wir den Ansprüchen unserer

Kunden“, meint Thier-Essing und verzichtete

beim Kauf der Presse in diesem Jahr zunächst auf

einen Vorbauhäcksler. Er hat jedoch die Möglichkeit,

die Maschine bei Bedarf damit aufzurüsten.

Flexibilität ist ein Muss

Die Strohqualitäten, die das Unternehmen

presst, variieren stark. Thier-Essing fährt viele

unterschiedliche Flächen an, die zu wechselnden

Terminen gedroschen werden. Daraus ergeben

sich stark schwankende Schwadqualitäten

hinsichtlich Menge und Feuchtigkeit. Zudem

dient das Stroh den Betrieben zu unterschiedlichen

Zwecken. Thier-Essing schätzt deshalb

die Flexibilität seiner neuen Presse. „Die Rinderbetriebe

verwerten das Stroh in der Regel über

den Trog“, so der Lohnunternehmer. „Dieses

Stroh muss Futterqualitäten haben. Pferdehalter

mögen lieber nicht ganz so festgepresste

Ballen, weil die sich leichter einstreuen und

verteilen lassen“. Auch die Ballenlänge ist - je

nach Transport-Logistik - variabel einstellbar

zwischen 0,60 und 3,00 m Länge. Die maximale

Länge wird jedoch selten nachgefragt, in der

Regel presst das Lohnunternehmen zwischen

2 und 2,30 m.

„Lohnunternehmen müssen heute

das Komplettprogramm vorhalten,

um am Markt bestehen zu

können.“

„Die Einsätze der LSB muss ich genau terminieren

und mit den Landwirten abstimmen“,

erläutert Christoph Thier-Essing weiter. „Anders

als bei Rundballen dürfen die Quaderballen

nicht nass werden, da das Stroh ansonsten seine

Qualität schnell einbüßt“. Wenn das Wetter

es nicht anders zulässt, werden die Ballen also

sofort zusammengefahren und auf die Betriebe

gebracht. Die Kunden müssen sich dann sputen,

Pausen mit der Familie sind selten. Die gute Laune lassen sich die Thier-Essings aber nicht verderben.


1 Das gute Handling ist für viele Landwirte ein

Argument für eckige Ballen.

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je nach Feldbeschaffenheit möglich, die Ballen

also schnell gepresst. Die Schnelligkeit hat sich

in diesem Sommer besonders ausgezahlt. Die

Zeitfenster waren eng und jede Minute zählte.

„Anders als bei Rundballen dürfen

die Quaderballen nicht nass

werden, da das Stroh ansonsten

seine Qualität schnell einbüßt.“

Auch die höhere Einzugskapazität durch direkte

Materialübergabe von der Pick-up passe

gut in den Arbeitsablauf, so Christoph Thier-

Schultejanns mögen’s eckig

Hans-Jürgen und Marlies Schultejann bewirtschaften

in Lembeck einen Betrieb mit Fresseraufzucht

und Bullenmast. Sie sind schon viele Jahre

Kunde der Thier-Essing GmbH. „Die Zusammenarbeit

läuft hervorragend“, meint die junge Betriebsleiterin.

„Das Lohnunternehmen drischt auch für

uns, die Abstimmung zwischen Ernte und Pressen

passt hervorragend. Das gewährleistet eine gute

Strohqualität. Darauf sind wir bei der Fresseraufzucht

angewiesen“.

Ein Teil des Strohs wird auf dem Betrieb seit

jeher in Quadern gepresst. „Wir benötigen die

kleineren Einheiten für die Handeinstreu in den

Fresserabteilen. Die Stallabschnitte sind für von

Hand Rundballenverteilung nicht geeignet. Zudem

lassen sich die Eckballen in unmittelbarer Stallnähe

trocken lagern“. Für Kunden wie Schultejanns ist

es wichtig, dass „ihr“ Lohnunternehmer technisch

2

2 Das Terminal in der Schlepperkabine ist übersichtlich

und weist die wichtigsten Funktionen auf einen

Blick aus.

Essing: „Die oft kleinen Flächen verlangen häu-

���������������������������������������������

sehr gut aufgenommen, so dass kein Halm auf

dem Stoppelacker zurück bleibt“.

High Tech einfach zu bedienen

Die LSB 1270 hat ihre erste Saison erfolgreich

hinter sich gebracht und Thier-Essing zieht

ein Fazit: „Es gefällt mir gut, dass die hochmoderne

Technik einfach zu bedienen ist. Auch die

Wartung lässt sich über die Zentralschmierung

problemlos managen, der Garnkasten ist gut zu

erreichen. Das Terminal in der Schlepperkabine

wird durch die ISOBUS-Nutzung noch übersichtlicher“.

Thier-Essing nutzt den Touchscreen

stets auf dem neusten Stand ist. Das schafft und

fördert das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit

des Dienstleisters.

Kundin Marlies

Schultejann bevorzugt

aus Platzgründen

eckige Ballen für

die Einstreu des

Fresserstalls.

1

LU-Spezial

Vorbauhäcksler für noch

feineres Stroh

7

Kuhn

LU Thier-Essing hat die Möglichkeit seine

LSB 1270 mit einem Vorbauhäcksler nachzurüsten.

Als Argumente für gehäckseltes Stroh werden vor

allem die bessere Saugfähigkeit und die Möglichkeit

der Verwendung in der Milchviehfütterung als

Strukturgeber in der Grundration genannt. Gehäckseltes

Stroh soll sich leichter verdichten lassen,

wodurch eine höhere Pressdichte und somit

ein höheres Ballengewicht erzielt werden kann.

Der in den Kuhn Großpackenpressen LSB 1270

und 1290 verbaute Vorbauhäcksler ist ausgestattet

mit einer einstellbaren Gegenschneide und einer

zweiten Gegenschneide, die nach Bedarf in den

Einsatz gebracht werden kann. Hierrüber kann die

Häcksellänge variiert werden. Bei Bedarf kann der

Vorbauhäcksler aber auch ausgeschaltet werden.

Mit der LSB Großpackenpresse mit Vorbauhäcksler

sind laut Kuhn Durchsatzleistungen von

bis zu 35 t pro Stunde möglich. Dies erfordere einen

um 20 bis 25 % höheren Kraftbedarf, der wie auch

der Dieselverbrauch von der Lage des Schlages,

der Beschaffenheit des Strohs und den Erntemengen

abhängt.

LSB 1290 mit Vorbauhäcksler

2600 von John Deere. Die komplette Gerätesteuerung

ist in Farbe dargestellt und informiert

den Fahrer über Ballenfeuchte, Pressdruck, Ballenanzahl

und Ballenlänge. Letztgenannte Werte

sind wichtig für die Abrechnung, die über die

gepressten Meter erfolgt. „Den Dieselverbrauch

weisen wir getrennt aus“, erläutert der Lohnunternehmer.

„So können wir den Basispreis

konstanter halten und die Abrechnung bleibt

für den Kunden transparent“.

Die zum Teil recht unterschiedlichen

Schwaddichten waren 2011 ein Problem. Aber

auch damit ist die Presse gut fertig geworden.

„Dass die Zahl der gepressten Ballen insgesamt

in diesem Sommer nicht zufriedenstellend war,

dafür kann die Presse nichts“, so das Fazit von

Christoph Thier-Essing. „Nun vertraue ich darauf,

dass die nächste Ernte besser läuft. Auf

die Technik kann ich mich ja verlassen, das

weiß ich jetzt“.


8 LU-Spezial

Kuhn

Josef Holzmann: „Die Press-

Wickel-Kombination ist leicht

und wendig, das heißt für die

Hanglagen der Region gut

geeignet.“

Dienstleister Josef Holzmann

Bayerischer

Rundballenspezi

Innerhalb von fünf Jahren hat sich Josef Holzmann aus dem oberbayerischen

Schwabsoien zum überbetrieblichen Spezialisten für

Rund ballenpressen entwickelt. Er konnte in seiner Umgebung eine

Reihe von Kunden gewinnen und presst mittlerweile mit seiner neuen

i-Bio Kuhn Press-Wickelkombination und Krone-Presse VP 1500 Silo-

und 800 Heuballen pro Jahr.

Der 55-jährige Landwirt bewirtschaftet einen

19 ha großen Grünlandbetrieb mit 15 ha

Wald und hält 22 Milchkühe. Anstatt ein neues

Silo zu errichten, entschloss er sich 2006 zur

Umstellung auf Silo- und Heuballen. „Die Investition

für ein Silo wäre zu hoch gewesen,

zumal die Hofnachfolge nicht gesichert ist“,

erläutert er seine damalige Überlegung. Zudem

überzeugten ihn die Vorteile des neuen Systems.

Demnach sind keine Gebäude und baulichen

Anlagen erforderlich, die Futtermenge kann

beliebig variiert werden und bei schonendem

Transport und richtiger Lagerung erzielt man

eine Top-Qualität. „Meine Kunden wissen, dass

die Ballen wie rohe Eier behandelt werden müssen,

um Beschädigungen zu vermeiden“, betont

er. Am besten werden sie auf einem befestigten

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Holzmann eine feste Plane unterzulegen, damit

Mäuse keine Chance haben.

Allerdings stieß der Milcherzeuger in diesem

Bereich schon damals auf eine sehr ausgelastete

Dienstleistung. „Meine Nachfrage konnte

nur unzureichend bedient werden“, erklärt

er. So investierte er letztendlich in eine eigene

Krone-Rundballenpresse VP 1500 und einen

separaten Folienwickler - in der Hoffnung, das

Gerät auch überbetrieblich einsetzen zu können.

Vom Landwirt zum Dienstleister

„Dies war die richtige Entscheidung“, bemerkt

er. Denn schon im ersten Jahr wurden

damit 1000 Ballen gepresst und im Jahr darauf

bereits 2000 Stück. Das Problem war jedoch,

dass für den Arbeitsgang zwei Arbeitskräfte

zur Verfügung stehen mussten, was mit der Zeit

an die Kapazitätsgrenze stieß. Dieser Umstand

bewegte Holzmann dazu, 2010 eine Kombipresse

zu testen. „Doch es stellte sich heraus,

dass die damals getestete Presse mit 6,5 t für

unsere Hanglagen und meinen Fendt Vario 309

zu schwer war“, berichtet er.

Eine andere Lösung musste gefunden werden.

Der Landwirt recherchierte im Internet und

stieß auf eine Taarup-Presse von Kverneland,

ein Vorgängermodell der i-Bio-Kuhn-Presse,

die ihm schließlich ein Händler aus dem Nachbarlandkreis

zum Ausprobieren zur Verfügung

stellte. „Die kompakte Bauweise mit geringem

Eigengewicht sowie die Technik hat mich gleich

fasziniert“, verrät der 55-Jährige. So sehr, dass

er sich im Februar dieses Jahres zum Kauf der

knapp 60.000 € teuren i-Bio Press-Wickelkombination

der Fa. Kuhn entschloss.

Für Hanglagen gut geeignet

Diese besticht laut ihm durch ihre zügige

Arbeitsweise. Das Futter wird vom Einzugsrotor

mit Schneidwerk eingezogen und gleichmäßig

verdichtet. Nach der Netzbindung öffnet die

Heckklappe und der Ballen wird in sechs Folienlagen

in der Presskammer gewickelt. Da die untere

Presskammerhälfte als Wickeltisch dient, ist kein

Überladen des Ballens nötig. Auch das Einstretchen

in Hanglagen soll kein Problem darstellen,

da der Ballen tief in der Mulde der Presskammer

liegt und zusätzlich durch seitliche Stützrollen

in Position gehalten wird. Der gesamte Press-

Wickelvorgang wird mit dem System „Intelli

Wrap“ über eine ausgefeilte Elektronik und Hydraulik

gesteuert. Zugleich ermöglicht es eine

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wie z. B. Futterbeschaffenheit oder geplante Lagerzeit.

Über einen Monitor im Traktor können

die Einstellungen vorgenommen werden. Der

Wickelvorgang dauert 17 bis 20 Sekunden.

Josef Holzmann ist von den Vorteilen seiner

neuen Presse überzeugt: „Sie ist leicht und wendig,

das heißt für die Hanglagen der Region gut

geeignet, und mit dem vorhandenen Schlepper

fahrbar. Außerdem ist sie mit einem Schneidwerk

mit über 20 Messer ausgestattet, ermöglicht

eine sichere Ballenablage und der Arbeitsablauf

in der Presse kann genau mitverfolgt werden.“

Mit der Leistung je nach Pressgut ist der Landwirt

zufrieden: Silage 15 bis 25 Ballen pro Stunde,

Heu bis 50 Ballen pro Stunde. „Ich bin total

begeistert von meiner Errungenschaft. Die Presse

arbeitet zuverlässig und funktioniert tadellos.

Sie passt einfach gut für meine Anforderungen“,

stellt er fest. Außerdem stimmt die Qualität,

die einen optimalen Gärprozess garantiert: Das

Futter wird gut geschnitten, hart gepresst, und

ordentlich in sechs Lagen Folie eingewickelt.

60 Kunden im Umkreis von 10 km

Der Landwirt bedient rund 60 Kunden im

Radius von 10 km. Mit der Krone-Presse, die

variable Größen bis zu 1,50 m Durchmesser ermöglicht,

werden vor allem Heuballen gepresst,

während die i-Bio Kuhn-Presse in erster Linie

zum Pressen von Silage eingesetzt wird. Die

Auftragsvergabe erfolgt per Anruf. Sofort teilt

Holzmann die Kunden in seinen Arbeitsplan

ein. „Besonders an stressigen Tagen muss die


Für Hanglagen setzt Josef Holzmann die Press-

Wickelkombination i-Bio Presse von Kuhn ein,

bei der auch das Wickeln in der Presskammer

erfolgt. Hierdurch wird Gewicht eingespart,

was mehr Stabilität am Hang bringt.

LU: Herr ten Have, wie bekommen Sie als Produktmanager

mit, was der Markt verlangt?

Jaap ten Have: Wir haben einen engen Kontakt

zur Praxis, zu Lohnunternehmern und Händlern.

Viele deutsche Kunden kommen auch zu uns ins

Werk. Der Pressen-Markt ist sehr schnelllebig,

da ist es wichtig, immer nah am Markt zu sein.

LU-Interview

„ISOBUS hat uns Türen geöffnet“

Jaap ten Have ist Produktmanager für Rundballenpressen im Geldroper

Kuhn Pressenwerk. Wir haben uns mit ihm über Innovationen und

Zukunftsmusik bei Ballenpressen unterhalten.

Das sieht man auch an der Entwicklung der

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Rundballenpressen zu bauen, handelte es sich

um reine Stroh- und Heupressen. Mittlerweile

sind variable Pressen genauso silagefähig wie

Festkammerpressen. Genauso waren wir mit

die ersten, die Presswickelkombinationen angeboten

haben.

LU: Wie grenzt sich Kuhn bei diesen schnellen

Entwicklungssprüngen von der Konkurrenz ab?

ten Have: Wir bieten besondere Merkmale mit

einem hohen Zusatznutzen an, die andere nicht

haben. Hier ist zum Beispiel die 3D-Wicklung bei

den Press-Wickel-Kombinationen zu nennen,

bei der der Ballen mit minimalem Folienverbrauch

luftdicht gewickelt wird. Dann haben wir

auch das Intelliwrap entwickelt, das ein Wickeln

auch mit ungleichen Folienlagenzahlen, also

zum Beispiel 5, 7 oder 9 Lagen, ermöglicht. Die

Pressen aus Geldrop waren z. B. auch sehr früh

ISOBUS-fähig.

LU: Sind alle Kuhn-Pressen ISOBUS-fähig?

ten Have: Es sind alle Pressen, bis auf die Solo

Festkammer-Pressen, ISOBUS-fähig. Bei denen

macht das aber auch keinen Sinn, denn

LU-Spezial

9

Kuhn

Route perfekt organisiert sein“, gibt er Auskunft

und fügt hinzu, dass es in der Saison durchaus

eine Kunst ist, jedem zeitlich gerecht zu werden.

Dazu gehört selbstverständlich auch, samstags

und sonntags zu fahren. „Der Kunde ist bei mir

König. Er geht immer vor, sodass schon mal das

eigene Futter liegen bleibt“, meint er. Das Ballen-

Pressen hat sich für Josef Holzmann zu einem

stattlichen Geschäft entwickelt. Dazu gehören

in erster Linie Zuverlässigkeit, zeitnahe Dienstleistung

und Bereitstellung von Top-Qualität.

Die i-Bio Presse ist ISOBUS-konform und kann auf

Wunsch mit dem CCI-Touchscreen Farbterminal ausgerüstet

werden.

diese erfordern eigentlich keine elektronische

Ansteuerung.

Bedient werden können die Pressen entweder

mit dem neuen Kuhn Terminal VT 50, mit

dem Terminal CCI 100 oder jedem ISOBUSfähigen

Traktorenterminal.

LU: Können Praktiker in Zukunft mit der Messung

von Inhaltsstoffen direkt an der Ballenpresse

rechnen?

ten Have: ISOBUS hat uns die Türen für vieles

weitere geöffnet. So wird es in nicht so weiter

Zukunft wahrscheinlich tatsächlich möglich

sein, Ballengewichte und Balleninhalte wie TM,

Energie- und Eiweißgehalt direkt an der Presse

zu ermitteln und zu dokumentieren.

LU: Es gibt Praktiker, die wünschen sich eine

Großpackenpressen-Wickel-Kombination? Wie

denken Sie aus Sicht der Entwicklung darüber?

ten Have: Zurzeit gelangen wir technisch gesehen

dabei an die Grenze des Machbaren. Bei

unseren bisherigen Möglichkeiten wird eine

solche Kombination zu schwer, zu groß und zu

teuer. Hinzukommt, dass der Wickler mit der

hohen Leistung der Großpackenpresse – bis

zu 80 Ballen pro Stunde – mithalten müsste.

Mit dem SW 4004 haben wir aber einen

Hochleistungswickler im Programm, der sowohl

Rund- wie auch Großpacken wickelt und somit

vielseitig eingesetzt werden kann.


10 LU-Spezial

Kuhn

LU-Diskussionsrunde

BALLENPRESSEN

Lohnunternehmer und Fachleute der Industrie trafen sich zur Diskussionsrunde im Kuhn Pressenwerk

im niederländischen Geldrop. V.l.n.r.: Kees van Hoijdonk, Kuhn, LU Friedel Kausemann, LU Stefan Marx,

LU Franco Kühl, LUs Gerold und Wilfried Scholten, LU Josef Milte und Rainer Krug, Kuhn.

LU-Diskussionsrunde Ballenpressen

Presswickelkombi für den

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oder Zukunftstechnik?

Die Redaktion „Lohnunternehmen“ hat mit Lohnunter-

nehmern und Fachleuten der Herstellerseite im

Kuhn Pressenwerk Geldrop, Niederlande, über die

Anforderungen und Trends bei verschiedenen

Presssystemen, Wickeltechniken und Ballenmaßen

diskutiert. Wie sieht die „Eier legende Wollmilchsau“

unter den Ballenpressen aus?

LU: Bei Rundballenpressen ist insbesondere in

Deutschland ein Trend von Festkammerpressen

zu variablen Pressen festzustellen. Worin sehen

Sie die Gründe für diese Entwicklung?

Kees van Hooijdonk: Eine „Teilschuld“ tragen

die Lohnunternehmer. Sie sind mit dieser Tech-

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mit einer Rundballenpresse mehrere

Ballenmaße anbieten.

Für den Landwirt bedeutet ein größeres

Ballenmaß, dass er weniger Stückzahlen zu händeln

hat. Zudem reduziert sich, auf die Materialmenge

bezogen, der Folienbedarf beim Wickeln.

LU: Wie groß ist die Bandbreite der Rundballengröße

bei Ihren Pressen?

van Hooijdonk: Das Standardmaß beim Rundballen

hat einen Durchmesser von 120 cm und

wir können bis 160 cm gehen und auch alle Ballenmaße

wickeln.

LU: Kann das auch die Praxis bestätigen?

LU Stefan Marx: Für mich ist die Rundballenpresse

eher eine Landwirts- und keine Lohnunternehmermaschine

– vielleicht mit Ausnahme

von Regionen mit Kleinststrukturen. Dort lassen

sich die Kundenbetriebe geringe Ballenstückzahlen

noch etwas kosten.Aber für mich als


Lohnunternehmer muss das Ziel sein, dass Maschine

und Mann möglichst viel m³ Pressgut am

Tag verarbeiten. Und wo ich m³ bewegen will,

passt für mich die Rundballenpresse nicht hin.

LU Franko Kühl: Das verhält sich in meiner

Region genau anders herum. Wir haben viele

Pferdebetriebe in unserer Kundschaft, die im

Gras 25 bis 30 ha im ersten Schnitt machen

und bei denen wir immer stärker in die Komplettbewirtschaftung

gehen. Denn diese Betriebe

bekommen die Flächen mit der eigenen

Technik nicht mehr rechtzeitig gemäht, gekehrt

und geschwadet. Zu solchen Betrieben fahren

wir bei kritischer Witterung sogar mit 2 bis 3

Maschinen. Aufgrund dieser Betriebsstrukturen

baut sich für mich aktuell ein Markt für den

Einsatz schlagkräftiger Rundballenpressen auf.

Wer da mit nur einer Maschine kommt und die

Schlagkraft nicht bieten kann, wird aus dem

Markt gedrückt.

Marx: Sprechen Sie von Heu oder Silage und mit

wie vielen Pressen arbeiten Sie?

Kühl: Wir stellen für die Pferdebetriebe Heulage

her und arbeiten mit insgesamt 6 Rundballenpressen,

davon 3 Presswickelkombinationen.

Derzeit pressen wir mit allen Maschinen 20.000

Silagerundballen im Jahr.

Marx: Was ist denn für Sie der Vorteil von Rundballen,

geschnitten und gewickelt, gegenüber

anderen Presssystemen?

Kühl: Ein runder Ballen lässt sich einfach besser

wickeln als ein eckiger, und ich spare Folie ein.

Beim Quaderballen benötige ich mindestens 8

Lagen Folie, um den Ballen abzudichten. Beim

Rundballen komme ich mit 6 Lagen aus.

Zudem arbeiten wir oftmals auf wenig tragfä-

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Größe. Eine Rundballenpresse solo wiegt etwa

2,5 bis 3 t. Als Wickelkombination bringt das

Gerät maximal 4,5 t auf die Waage. Eine Quaderballenpresse

hingegen wiegt an die 9 t. Die

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Schäden hinterlassen und sich im schlechtesten

Fall sogar festfahren.

LU: Wir stellt sich der Systemvergleich rein

wirtschaftlich dar?

Kühl: Unter den genannten Einsatzbedingungen

entstehen mir mit einer Quaderballenpresse

plus Wickler wesentlich höhere Kosten als mit

einer Rundballen-Presswickelkombination.

Die Rundballenpresse im Systemvergleich

LU: Welche Rolle spielt denn die Presse überhaupt

in der Futterernte im Vergleich mit anderen

Erntetechniken wie Ladewagen und

Häcksler?

LU Friedel Kausemann: Die Presse ist in der

Grünfutterernte genauso etabliert wie Ladewagen

und Häcksler. Der Ballen ist immer dann interessant,

wenn bei ertragsschwächeren Grasschnitten

die Anlage einer neuen Haufenmiete

mengenmäßig keinen Sinn mehr macht. Es wird

wohl immer einen Technikmix geben, aber ich

könnte mir vorstellen, dass Silagerundballen in

Zukunft intensiver nachgefragt und auch interessanter

für den Dienstleister werden.

Die Teilnehmer

1 Lohnunternehmer

Franko Kühl aus

Groß-Offenseth,

Schleswig-Holstein

2 Lohnunternehmer

Friedel Kausemann

aus Wipperfürth,

Nordrhein-Westfalen

3 Lohnunternehmer

Wilfried und

4 Gerold Scholten

aus Bad Bentheim,

Niedersachsen

5 Lohnunternehmer

Stefan Marx aus

Landscheid, Rheinland-Pfalz

6 Lohnunternehmer

Josef Milte aus

Drensteinfurt-

Rinkerode, Nordrhein-Westfalen

7 Leon van Amstel,

Entwicklungsabteilung

Pressen bei

Kuhn-Geldrop

8 Kees van Hooijdonk,

Produktspezialist

und Marketing Großpackenpressen

bei

Kuhn-Geldrop

9 Rainer Krug,

Verkaufsleiter bei

Kuhn-Deutschland,

Schopsdorf

LU: Was lässt Sie das vermuten?

Kausemann: Aufgrund der Milchpreisentwicklungen

der letzten zwei Jahre rechne ich mit einem

beschleunigten Strukturwandel, der dem

Ballen, insbesondere dem Rundballen, neuen

Schwung geben könnte.

LU: Warum denken Sie, dass der Rundballen

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der Quaderballen?

Kausemann: ������������������������������leichter

als die Quaderballenpresse, und sie hat,

was Dichte, Tonnage und Durchsatz betrifft in

den letzten 5 Jahren aufgeholt bzw. ist sehr viel

leistungsfähiger geworden.

LU: Und was spricht gegen die Quaderballenpresse?

Kausemann: Je nach Flächen- und Kundenstruktur,

Material und Jahreszeit kann man mit

einer Packenpresse gewisse Einsatzprobleme

bekommen, und bei einem schwachen Bestand

macht sie in der Regel keinen Sinn mehr.

LU: Wie entwickelt sich bei Ihnen das Geschäft

Ballenpressen im Vergleich mit anderen Grünfutterernteverfahren,

Herr Milte?

LU Josef Milte: Wir arbeiten fast ausschließlich

im Flachland. Unsere Landwirte wollen zu 95 %

den Häcksler und der Ladewagen ist in unserer

Region ziemlich aus der Mode gekommen. Was

bei uns in der Ballenpresse landet, ist Über-

1 2

3

4 5 6

7 8 9

hangsilage von Landwirten und Heulage von

Pferdebetrieben. Im Jahr pressen wir ca. 8.000

Silageballen.

Rund oder eckig?

LU-Spezial 11

Kuhn

LU: Und was favorisieren Sie – rund oder eckig?

Milte: Wir pressen und wickeln fast ausschließlich

in eckigen Ballen. Der Rundballen hat bei

uns nur eine minimale Bedeutung. Lediglich

einer unserer Kunden besteht darauf.

van Hooijdonk: Und mit welcher Begründung?

Milte: Betriebswirtschaftlich lässt es sich jedenfalls

nicht begründen.

van Hooijdonk: Aber als Lohnunternehmer können

Sie doch sicherlich steuern, welche Technik

zum Einsatz kommt.

Kühl: Ja, ich kann die Nachfrage schon in eine

bestimmte Richtung lenken, aber dazu braucht

es viel und lange Überredungskünste.

LU Gerold Scholten: Auf kleinen oder nassen

Flächen und im 4. oder 5. Schnitt forcieren wir

mittlerweile die Rundballenwickelsilage. Unter

den Umständen rechnet sich der Einsatz der

Quaderballenpresse für uns einfach nicht. Außerdem

haben wir die Erfahrung gemacht, dass

die Fahrer bei kleinen und feuchten Futtermengen

eher Probleme mit der Quaderballenpresse

als mit der Rundballenpresse bekommen.


12 LU-Spezial

Kuhn

LU: Pressen und wickeln Sie denn auch Rundballen

im getrennten Verfahren?

LU Wilfried Scholten: Das machen wir auch,

aber dazu ist natürlich ein zweiter Mann erforderlich.

Milte: Bei geringen Stückzahlen ist die Rundballen-Presswickelkombi

absolut im Vorteil

gegenüber der Solomaschine.

Scholten: Zudem bietet die Kombi den Vorteil,

dass man im Stroh eine Ballen-Doppelablage

durchführen kann.

Kühl: Man muss aber dazu sagen, dass die

Rundballen-Presswickelkombinationen erst in

den letzten Jahren „das Laufen gelernt haben“.

Bis zum Jahr 2005 hatten die Hersteller noch

mit großen technischen Problemen zu kämpfen.

Seitdem hat sich diese Technik verbessert und

mittlerweile laufen fast alle Presswickelkombinationen,

egal welches Fabrikat, gut.

Fest contra variabel

Leon van Amstel: Hat auch jemand von Ihnen

Erfahrungen mit variablen Rundballenpressen?

Kühl: Die Technik funktioniert, wobei ich dafür

einen sehr gut geschulten Fahrer brauche.

Bisher sehe ich damit aber noch keinen Markt

für mich. Zum Ende der Saison, im kurzen und

nassen Gras, nehmen wir tendenziell eher die

Festkammermaschinen. Mit der Festkammer

bekommen wir unter diesen Bedingungen

einfach besser einen formstabilen, kantigen

Ballen hin.

Wir haben festgestellt, dass die Ballen mit

dem variablen Presssystem unterschiedlich

groß werden. Der Durchmesser schwankt um

plus minus 5 cm.

LU: Warum ist das ein Problem?

Kühl: Einen größeren Ballen bemängelt der

Kunde nicht, einen „zu kleinen“ Ballen hingegen

schon. Mit einer Festkammerpresse bin

ich unabhängiger von der Material- und Fahrerqualität

und gerate erst gar nicht in eine

Größendiskussion.

LU: Bevorzugen auch die anderen Lohnunternehmer

die Festkammertechnik?

Milte: Wir haben eine variable Rundballenpresse

im Einsatz. Will man aber als Lohnunternehmer

überwiegend Silage pressen, würde ich

ebenfalls das Festkammerprinzip empfehlen.

Mit der Festkammerpresse kann ich einfach fast

alle Materialien pressen.

Mehr Komfort beim Messerwechsel

LU: Was muss eine Rundballenpresse, abgesehen

von der Presskammer, noch können bzw. an

technischer Ausrüstung besitzen?

Kühl: Die Messer sind natürlich entscheidend.

Ich denke ein Schneidwerk mit 23 bis 25 Messern

ist ausreichend. Mit dieser Messerzahl

arbeiten wir bei Kundenbetrieben mit Futtermischwagen.

Bei den Pferdebetrieben brauchen

wir gar nicht schneiden.

LU: Was sollte eine Rundballenpresse noch

mitbringen?

Kühl:������������������������������������������zelmessersicherung

und ein hydraulisch rück-

schwenkbarer Boden, mit dem ich eine Verstopfung

schnell beheben kann, ohne vom Schlepper

absteigen zu müssen.

Kausemann: Die Messer-Sicherungssysteme

sind sicherlich noch verbesserungsfähig. Ich

halte eine komfortable Gruppenschaltung und

ein ebenso komfortables Wechselsystem für

wichtig und würde mir natürlich mal ein Messer

wünschen, das für eine komplette Saison hält.

Je komfortabler das Wechselsystem, desto eher

wird der Messerwechsel auch durchgeführt.

Wenn der Schlepper zu groß ist

LU: Wünschen Sie sich auch mehr Leistung?

Kühl: Der begrenzender Faktor beim Pressen ist

doch heute nicht mehr die Schlepperleistung,

sondern die Presse selbst. Manche Rundballenpresse

kann die vorhandenen hohen Schlepperleistungen

im Lohnunternehmen doch gar nicht

aufnehmen.

Milte: Richtig, das führt dazu, dass zu schnell

gefahren wird. Die Maschine nimmt mehr Biomasse

auf als sie verarbeiten kann, verstopft

und der Rotor kommt zum Stillstand.

van Amstel: Wie beurteilen Sie diesen Aspekt

bei den Quaderballenpressen?

Milte: Dort arbeiten wir mit 200 PS Schleppern

und sind damit auch bei den Quaderballenpressen

schon am Limit.

Marx: Die Schlepperleistung ist ein weiterer

Grund, warum ich nur noch mit Packenpressen

arbeite. Die können einfach mehr Material

schlucken.

Kühl: Fahre ich aber eine Packenpresse in der

Grasssilage zu, stehe ich länger, als wenn mir

das mit einer Rundballenpresse passiert.

Marx: Würde man die Packenpresse so bauen,

dass sie wie der Häcksler reversieren kann, dürfte

dieses Problem gelöst sein.

Kühl: Aber wenn die Packenpresse verstopft,

passiert das bei uns eher hinter dem Rotor als

davor.

Scholten: Meiner Meinung nach wird die Lei-

stung der Presse vielmehr durch die Flächenstrukturen

als durch die Schleppergröße bestimmt.

Bei uns schafft die Rundballenpresse

die gleiche Tagesleistung wie die Packenpresse.

Marx: Die Packenpresse braucht natürlich entsprechend

große Schwaden, um ihre Mehrleistung

ausspielen zu können.

LU: Was ist denn der begrenzende Leistungsfaktor

bei der Presswickelkombi – das Schluckvermögen

der Presse oder der Wickler?

Scholten: Die Presse, denn der Wickler arbeitet

schneller als die Presse.

Packenpresse mit 1000 h im Jahr

Marx: Wo ist das schlagende Argument für den

Rundballen?

Kühl: Er ist kostengünstiger in der Herstellung.

Marx: Warum? Ich schätze das anders ein.

Kühl: Die Rundballenpresse ist in der Anschaffung

und den Arbeitskosten kostengünstiger

als die Packenpresse. Mit einer Rundballen-

Presswickelkombi brauche ich nur einen Schlepper

und einen Fahrer. Bei der Packenpresse mit

Solowickler entsprechend die doppelte Ausführung.

Marx: Aber die Rundballenpresse bekomme ich

nicht so gut ausgelastet wie eine Quaderballenpresse.

Deshalb sieht man die Rundballenpresse

doch auch immer wieder im Stroh.

Als Lohnunternehmer muss ich mir doch

die Frage beantworten, wie viel Tonnen ich mit

welchem Aufwand am Tag bewegen will. Wir

haben es schon mal geschafft, mit einer Packenpresse

1000 h im Jahr zu pressen – im ersten

Silageschnitt, in der Heuernte, im 2., 3. und 4.

Grasschnitt und inklusive der Strohernte war die

Presse bis in den Oktober im Einsatz.

Stefan Marx: „Wir haben es

schon mal geschafft, mit einer

Packenpresse 1.000 h bzw.

30.000 Ballen im Jahr zu pressen.“


Scholten: Das ist eine sehr gewagte Zahl. Wie

viele Ballen waren das denn in der Summe?

Marx: 30.000 Quaderballen und das ist mehr

als wir heute mit zwei Packenpressen leisten.

LU: Wie haben Sie das damals geschafft?

Marx: Der Clou war, dass wir die Silagelogistik

auf das Systemstapelverfahren umgestellt haben.

Mit diesem Verfahren bergen und stapeln

zwei Mitarbeiter mit entsprechender Ausrüstung

das, was eine Packenpresse an Ballen

schafft.

Kühl: In der Theorie ist diese Leistung sicherlich

möglich. Die Stapelsilage ist aber garantiert für

den Rindermagen gedacht, denn für Pferde kann

ich Stapelsilage nicht verwenden. Und das Stapelverfahren

ist auch nicht für jeden Kuhbauern

die richtige Lösung, denn bei diesem Verfahren

muss der Landwirt auch entsprechend Vorschub

leisten.

Milte: Stapelsilage ist meiner Meinung nach

nur etwas für Betriebe ohne Futtermischwagen.

Marx: Mir ist schon klar, dass die Wahl des

Pressverfahrens und die Pressleistung vor allem

abhängig sind von den Standortbegebenheiten

vor Ort. Mir geht es nur darum, zu verdeutlichen,

welche Leistung mit welcher Technik und

welchem Verfahren eigentlich möglich ist. Und

diese Faktoren müssen für uns Lohnunternehmer

doch die Messlatte bilden. Ich halte die

Stapelsilage auch nicht für das „nonplusultra“.

Damit will ich lediglich den Bedarf nach einer

Presswickelkombi als Packenpresse zum Ausdruck

bringen.

Idee – Quaderballen als Presswickelkombi

LU: Eine interessante Überlegung – an der sich

viele Hersteller aber sicherlich irgendwann

schon mal die Zähne ausgebissen haben?

Marx: Vielleicht müssen die Hersteller für solch

eine Technik mal ein wenig abrücken vom Wikkelsystem

mit Folie. Es gibt alternative Verpakkungsmethoden.

Fixe Idee oder Zukunftsversion?

Lohnunternehmer wünschen sich

eine Quaderballen-Presswickelkombination.

Wilfried Scholten:

„Der Ballen muss in

den betrieblichen

Ablauf beim Endkunden

passen.“

van Amstel: Die gibt es sicherlich, und wir haben

uns in Geldrop auch schon damit beschäftigt.

Eine Packenpresse als Presswickelkombi ist allerdings

technisch schwer zu lösen.

Marx: Alle in der bisherigen Diskussion genannten

Kritikpunkte wie Transport, Nutzlast, Ballenform

und Leistung könnte ich mit solch einer

Maschine erschlagen. Dann gäbe es kein schlagendes

Argument mehr für den Rundballen.

In den meisten Lohnbetrieben läuft die Pakkenpresse

doch fast ausschließlich im Stroh und

das erst frühestens ab 10 Uhr vormittags und bis

maximal 19 Uhr abends, wenn der Tau einsetzt.

In der restlichen Tageszeit könnte diese Presse

zusätzliche 30 ha in der Grassilage leisten. Ist

das Gras abends vernünftig geschwadet worden,

kann ich schon morgens um 7 Uhr mit der Pakkenpresse

kommen. Als Kombi hätte die Packenpresse

den weiteren Vorteil, dass ich den gewikkelten

Ballen nicht sofort vom Feld holen muss.

Vor solch eine Quaderballen-Presswickelkombi

würde ich außerdem einen Häcksler

bauen und könnte so das Doppelte an Menge

in einem Ballen verpacken. Außerdem würde

es sich bei gehäckseltem Stroh lohnen, diese

Ballen ebenfalls zu verpacken. Umso mehr m³

ich in einem Ballen verpacke, desto besser lässt

sich auch die Bergungs- und Transporttechnik

auslasten.

van Amstel: Mit großen variablen Rundballenpressen

ist es heute schon möglich, großvolumige,

dichte Ballen zu produzieren. So

erreiche ich mit einem 155 cm Rundballen das

gleiche Volumen wie mit einem 120 × 90 × 180

Quaderballen.

Kühl: Ein Bekannter berichtete mir mal von einem

alternativen Verpackungsverfahren, das in

Amerika erfolgreich zum Testeinsatz kam. Dabei

wurde der Ballen mittels Düsen von allen Seiten

mit Maisstärke besprüht. Die Stärke blüht auf

und verpackt den Ballen luftdicht. Die Tiere sollen

die Verpackung einfach mitgefressen haben.

Leider ging es über die Testphase nicht hinaus,

soll aber funktioniert haben.

LU-Spezial

Marx: Das Schrumpfschlauchverfahren wäre

vielleicht auch eine Alternative zur Folie.

van Amstel: Wir haben in Geldrop schon über

solch eine Maschine nachgedacht und dabei

drehte sich die Diskussion vor allem um das Thema

Gewicht. Könnten Sie eine Maschine mit 12 t

Gesamtgewicht und einem 250 PS-Schlepper in

Ihren Betrieben einsetzen?

Marx: Ich denke das ließe sich mit der richtigen

Stützlastverteilung und Breitbereifung lösen.

Bei anderen Arbeiten fahren wir mit wesentlich

höheren Gewichten über den Acker und arbeiten

vermeintlich Boden schonend.

Kundenservice contra Schlagkraft

13

Kuhn

Scholten: Schlagkraft ist schön, aber trotzdem

werde ich immer eine Mindestanzahl an Pressen

benötigen, um meine Kundschaft zufriedenstellend

und vor allem zeitnah bedienen zu

können. Denn ich kann die Pressaufträge nicht

Kunde nach Kunde abarbeiten. Wir müssen bei

mehreren Kunden gleichzeitig sein.

LU: Sie arbeiten mit zwei Quaderballenpressen

Herr Marx. Müssen Sie Ihre Kundschaft schon

mal warten lassen?

Marx: Ja, aber das halte ich für wenig problematisch,

denn mein Ziel ist es doch, die Tagesleistung

der Maschinen zu erhöhen, und wenn ich

das erreiche, kann ich auch wieder mehr Kunden

am Tag bedienen.

Kühl: Wir nehmen die Pressaufträge zwar für

einen bestimmten Tag an, lassen uns aber nicht

auf eine Uhrzeit festlegen. Ich plane die Abfolge

der Aufträge nach der optimalen Tagesroute

und gebe den Kunden die Uhrzeiten morgens

telefonisch durch.

LU: Würden Sie denn Ihre Kunden von solch einer

Quaderballen-Presswickelkombi versuchen

zu überzeugen?

Kühl: Ich bin nach wie vor der Meinung, dass

die Rundballenpresse die richtige Maschine in

der Grassilage ist und davon überzeuge ich auch

meine Kunden.

Scholten: Ist das Gras aufgrund der Witterung

sehr zuckerhaltig, taugt die Großpackenpresse

nichts – der Presskanal klebt komplett zu.

Deshalb wollen auch wir in der Grassilage am

liebsten nur Rundballen pressen. Bei manchen

Kunden ist es schwierig, sie davon zu überzeugen,

aber irgendwann begeistern wir jeden für

den Rundballen.

Marx: Aber das machen Sie doch nur, weil die

Packenpresse in der Silage noch nicht funktioniert.

Ich habe früher auch solange mit meinen

Silage-Kunden gesprochen bis sie endlich von der

Stapelsilage auf Rundballen umgestiegen sind.

Daran bin ich allerdings komplett gescheitert,

weil mir mit dieser Technik einfach die Schlagkraft

fehlte. Ich musste statt mit einer Packenpresse

mit zwei Rundballenpressen raus fahren und

konnte diese dann nicht mehr auslasten. So habe

ich mir den Markt quasi selbst kaputt gemacht.

Kühl: Eine Maschine zu konstruieren, die alles

kann, ist nun mal sehr schwierig. Nicht ohne

Grund gibt es heute so viele verschiedene Ballenmaße,

variable und feste Presskammersysteme

und Pressen mit und ohne Wickler.


14 LU-Spezial

Kuhn

van Amstel: Gerade für die genannten Fälle,

nasse Silage und zuckerhaltiges Gras, wurde

von fast allen Pressenherstellern in den letzten

Jahren schon viel Entwicklungsarbeit an der

Packenpresse geleistet.

Wie realistisch ist eine Quaderballen-

Presswickelcombi?

LU: Wird seitens der Industrie an einer Packenpresse

mit integriertem Wickler gearbeitet oder

ist das illusorisch?

van Amstel: Die technischen Möglichkeiten sind

groß. Sicherlich ließe sich solch eine Maschine

bauen, aber bei einem Weltmarkt von jährlich

nur 3500 verkauften Großpackenpressen, von

denen nur ein kleiner Teil in Silage arbeitet, ist

das für den einzelnen Hersteller wenig attraktiv.

Marx: Wir bezahlen heutzutage 100.000 Euro

für eine Packenpresse, um damit nur Stroh

zu pressen? Das kann doch nicht sein. Da bezahle

ich doch als Lohnunternehmer gern

50.000 Euro mehr, wenn ich das Gerät zusätzlich

im Gras auslasten kann.

van Amstel: Gehen wir von einem Weltmarkt

für Packenpressen mit Wickelkombi von sagen

wir mal 1000 Einheiten aus, würde sich ein solches

Produkt für uns, mit einem Marktanteil von

10 % in diesem Segment, lohnen. Bei geringeren

Stückzahlen ist das aber nicht der Fall.

Marx: Aber Sie sollten über die Stückzahlen von

morgen nachdenken.

van Amstel: Natürlich ist es wichtig, solch einen

zukünftigen Bedarf genau zu untersuchen.

Kühl: Ich kann mir gut vorstellen, dass sich für

solch eine Maschine ein Markt entwickeln würde.

Aber, ich halte eine Stundenleistung der Pakkenpresse

von 60 bis 80 Ballen für realistisch,

um die zeitgleich zu verpacken, bräuchte man

allerdings einen „Superturbowickler“.

Kausemann: Diese Herausforderung zu lösen,

ist Aufgabe der Verpackungsspezialisten bei

den Herstellern.

Marx: Auch der Kunde will Schlagkraft. Früher

hatte ich nur kleine Quaderballenmaße. Heute

wollen meine Kunden nur noch 120 × 90 Ballen

mit all seinen Vorteilen. Ich bin davon überzeugt,

dass der Markt eine Großpackenpresse

als Wickelkombi annehmen würde.

Kühl: Ja, aber eben nicht in jeder Region und von

jedem Endkunden. Meine Pferdebetriebe können

den Quaderballen einfach nicht händeln. Für den

Quaderballen brauche ich außerdem leistungs-

Press-Wickelkombination mit variabler Presse von VBP 2190 von Kuhn

stärkere Bergungstechnik als für den Rundballen.

Und ich schätze die Silagequalität mit Rundballen

tendenziell besser ein als beim Quaderballen.

Kunden- und Flächenstrukturen bestimmen

nun mal sehr stark die eingesetzten Technik-

und Verfahrenssysteme im Lohnunternehmen.

Stroh pressen – kein leichtes Geschäft

van Hooijdonk: Wir haben auch für das Pressen

von trockenem Material, dazu zählen wir neben

Stroh und Heu auch beispielsweise Miscanthus

und Hanf, Systemkostenvergleiche durchgeführt.

Wir haben festgestellt, dass das Ballenmaß

dabei ein wichtiger Faktor ist.

LU: Werden die Ballenmaße in Zukunft größer

werden und wird mehr Verdichtungsleistung

verlangt?

van Hooijdonk: Neuere Ballenmaße sind z. B.

120 × 100 und 120 × 130. Letztere Ballengröße

wird beispielsweise von großen Strohverbrennungsanlagen

verlangt.

Wir haben festgestellt, dass jedes PS an mehr

Schlepperleistung dem Lohnunternehmer beim

Pressen teuer zu stehen kommen kann.

Kühl: Wir haben in der Praxis andere Probleme:

Erstens werden die Mähdrescher immer größer

und wir bekommen das Stroh im Schwad

einfach nicht mehr trocken. Ein Schwad von

einem 10,5 m Mähdrescher beispielsweise ist

nach 2 Tagen noch nicht trocken. Die Folge ist,

dass das Stroh beim Pressen klebt. Da nützt

mir auch eine hohe Messeranzahl nichts mehr.

Hier müssen wir teilweise mit einem Schwadwender

arbeiten, aber die richtige Technik ist

das noch nicht.

Zweitens wird das Erntefenster immer kleiner.

Zum einen, weil der Markt nur noch Weizenstroh

verlangt und zum anderen, weil der

Wettbewerb in diesem Geschäft sehr stark gewachsen

ist. Das Stroh bzw. der Pressenmarkt

ist nahezu komplett aufgeteilt. Fällt dann eine

Presse aus, „hat diese an der Verlosung für das

Jahr nicht mehr teilgenommen“.

Vorbauhäcksler – ja oder nein?

LU: Wie beurteilt Kuhn das Thema Vorbauhäcksler?

Rainer Krug: Bislang hatte der Vorbauhäcksler

auf dem deutschen Markt noch keine so große

Bedeutung. Wir spüren aber eine zunehmende

Nachfrage, auf die wir vorbereitet sind.

Kühl: Oftmals hat man mit dem Vorbauhäcksler

das Problem, dass die Stützlast überschritten

wird. Wir haben uns vor zwei Jahren wieder

verabschiedet von dieser Technik.

LU: Was ist beim Strohpressen die richtige

Schnittlänge? Mit wie vielen Messern sollte gearbeitet

werden oder ist es besser zu häckseln?

Milte: Das ist abhängig von der weiteren Verwertung.

Beim Häckseln hat man keine Leistung,

man bekommt Probleme beim Pressen und der

Ballen wird zu teuer. Wir bieten den Vorbauhäcksler

im Stroh rein aus Servicegründen an.

Kühl: Der eine Kunde will 25 Messer, der

nächste 30 und der dritte 60 – da bin ich nur

noch auf der Straße von Kunde zu Kunde unterwegs

aber kaum noch auf dem Feld. Mir

ist es nicht wichtig, mit hoher Messerzahl zu

arbeiten, entscheidend ist, dass die Messer

gut schneiden.

van Hooijdonk: Beschränkt sich der Lohnunternehmer

zukünftig aufs Pressen oder wird er mit

Stroh handeln und die komplette Kette inklusive

Transport anbieten?

Kühl: Der Strohhandel ist mir zu riskant. Da

braucht es nur einen kräftigen Regenschauer

und ich kann mein ab Feld aufgekauftes Stroh

nicht pressen und im schlechtesten Fall kann

ich meinen Liefervertrag beim Endkunden nicht

einhalten.

Marx: Deshalb lasse ich mir von meinen Kunden

grundsätzlich die Telefonnummer des Drescherfahrers

geben. Der kriegt von mir dann je

nach Witterung die Ansage „Häcksler an“ oder

„Häcksler aus“. Ich lasse mir nicht 50 ha Stroh

in den Regen dreschen. Dann habe nämlich ich

das Problem und nicht der Lohnunternehmer,

der den Druschauftrag durchgeführt hat.

Kühl: Ich spreche mich ebenfalls mit den

Drusch-Lohnunternehmen ab. Denn für die

zählt genauso die hohe Flächenleistung und

nicht, ob wir mit unseren Pressen hinterherkommen.

Da hat der Lohnunternehmer, der drischt

und presst, einen organisatorischen Vorteil.

Scholten: Wir vermitteln und verkaufen auch

Stroh.

Das richtige Ballenmaß

LU: Und mit welchen Ballenmaßen arbeiten

Sie im Stroh?

Scholten: Unsere Kunden fordern das Maß

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4 Lagen und auf dem Lkw 3 Ballenlagen stapeln.

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100 cm hohen Ballen.

Kühl: 120 × 70 wird auch bei uns am stärksten

nachgefragt, und aus meiner Sicht macht es

auch logistisch keinen Sinn, wenn wir uns exotische

Ballenmaße dazu holen würden.

van Amstel: Man kann am Markt beobachten,

dass das Ballenmaß mit steigendem Strohpreis

an Bedeutung verliert.

Marx: Den Endkunden ist die Strohqualität

wichtiger als das Ballenmaß. Als Lohnunternehmer

bin ich aus Kapazitätsgründen eher an

einem großen Ballenmaß interessiert. Außerdem

sind meine Schlepper für eine 70er Presse

schon zu groß.


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0802-FO-EU-DE – Fotos: Watier Visuel – D. Rousselot


Lohnunternehmen Binder & Söhne

Spezialist für Ackerfutter

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Herbert und Josef Binder sind Lohnunternehmer, Landwirte und Biogasanlagenbetreiber

in Forchheim im Breisgau. Für ihre Biogasanlage ernten

sie Ackerfutterkulturen wie Gras, Grünschnittroggen und Sorghum. Seit

einem Jahr arbeiten sie hierbei mit dem Kuhn Bandschwader Merge-Maxx

900 und sind überzeugt, damit Zeit und Kosten sparen zu können.

„Im letzten Jahr hatten wir die Maschine im

Testeinsatz. In diesem Jahr ist sie die komplette

Kampagne durchgefahren und wird voraussichtlich

an die 800 ha schwaden“, erzählt Lohnunternehmer

Herbert Binder.

Bevor Herbert Binder den Bandschwader

kaufte, arbeitete er mit einem Schmetterlingsmähwerk,

das das Gemähte direkt ins Schwad

legte. „Der Grünschnittroggen und das Gras

hat beim Mähen oftmals nur einen TS-Gehalt

von 20%, so mussten wir nach dem Mähen und

Schwaden meistens drei Tage warten, bis das

Material den gewünschten TS-Gehalt von 30 bis

32% erreicht hatte.“ Das obere Futter war dann

oft zu trocken und das untere gelb und noch zu

nass, ergänzt er. Hinzu kam, dass der Boden im

Bereich des Schwads durchnässt war. Hierdurch

kam es zu Straßenverschmutzungen durch die

Traktoren mit den Häckselwagen, die durch die

nassen Bereiche gefahren waren.

Flexibel bei unsicheren Wetterlagen

„Ich war mit dieser Technik immer auf ein

Minimum an drei trockenen Tagen angewiesen“,

sagt Herbert Binder. Mit dem Bandschwader sei

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bei der schwierigen Wetterlage 2011

schon weiter geholfen hätte: „Mit dem Bandschwader

können wir vier bis fünf Stunden nach

dem Mähen mit dem Schwaden beginnen und

sofort danach häckseln. Wenn wir morgens um

8 Uhr mähen, können wir also mittags um 13 Uhr

das Material einfahren.“ Dies wäre zwar auch mit

einem Kreiselschwader möglich, der hätte aber

insbesondere bei Ackerfutter den Nachteil, dass

er das Futter am Boden transportiert und somit

auch Steine und Erde mit ins Schwad gelangen

würden. „Der Bandschwader hingegen nimmt

das Futter vom Boden auf und selektiert dabei

Steine und Erde mit der Pickup aus und transpor-

tiert das Futter auf dem Förderband sauber aufs

Schwad“, betont der Lohnunternehmer.

Letzteres ist für LU Binder auch das ausschlaggebende

Argument für den Bandschwader.

Durch die saubere Schwadaufnahme habe

er weniger Verschleißkosten am Häcksler:

„Im letzten Jahr haben wir einmal bei Grünschnittroggen

einen Kreiselschwader hinzu

genommen und dabei doppelt so viele Messer

am Häcksler verschlissen wie mit dem Bandschwader

im Vorfeld.“ Der Bandschwader sei

ungefähr doppelt so teuer wie ein ‚normaler‘

Kreiselschwader. Für Binder spielt dies aber

keine Rolle: „Ich sehe für unseren Betrieb keine

Alternative zum Bandschwader mehr und

ich glaube, dass sich die Mehrkosten für den

Bandschwader durch die Ersparnis am Häcksler

wieder ausgleichen werden.“

Zu den Verschleißkosten am Merge-Maxx

selbst kann er bisher keine genaue Zahlen nennen:

„Im Großen und Ganzen liegen sie zurzeit

im grünen Bereich. Bis auf kleine Sachen wie

Zinken an der Pickup oder eine Rolle an den

Bändern ist bisher nichts Größeres angefallen.“

Mähen nur mit Aufbereiter

Als weiteren Vorteil des Bandschwaders gegenüber

einem herkömmlichen Kreiselschwader

nennt Binder die große Schlagkraft: „Wir fahren

mit dem Merge-Maxx 15 bis 18 km/h, das

schafft die Pickup. Bei großen ebenen Flächen

sind 10 ha/h machbar.“ Der Bandschwader hat

9 m Arbeitsbreite und kann gleichzeitig Seitenschwade

und Mittelschwade anlegen. Dies sei

vor allem in späten Schnitten mit wenig Aufwuchs

ein großer Vorteil, weil er viel Fläche auf

ein Schwad legen könne.

„Die Ackerfutterkulturen stellen hohe Anforderungen

an den Schwader. Eine Kultur wie

Sorghum lässt sich zum Beispiel nicht mit einem

Der Bandschwader Merge-Maxx 900 ist bei LU Binder

vor allem beim Schwaden von Ackerfutterkulturen für

die betriebseigene Biogasanlage im Einsatz. Hierzu

gehört auch Sorghum.

Kreiselschwader schwaden. Die Stängel sind zu

hart, da brechen die Arme weg“, berichtet Herbert

Binder weiter. Wie die anderen Biogaskulturen

auch, wird das Sorghum gemäht, einen

Tag liegen gelassen, dann geschwadet, gehäckselt

und einsiliert. Gemäht wird mit einem

9,5 m breiten Claas-Mähwerk mit Walzenaufbereiter:

„Ein Zinkenaufbereiter funktioniert bei

Sorghum nicht. Ohne Aufbereiter geht es aber

auch nicht, weil das Sorghum nach dem Mähen

kerzengerade zwischen den Stoppeln liegt und

die Pickup so Probleme beim Aufnehmen des

Materials bekommen würde.“ Dieses Problem

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die als Reihenkulturen angebaut werden.

Nachfrage ist hoch

Zu berücksichtigen beim Einsatz des Bandschwaders

ist das hohe Gewicht. In der Ebene

bräuchte man mindestens 120 PS Schlepperleistung,

in Hanglagen – alleine schon aus aus

Sicherheitsgründen – 180 PS. Genaue Aussagen

zum Kraftstoffverbrauch kann Herbert Binder

nicht treffen, geht aber durch das höhere Eigengewicht

und den höheren Anteil an angetriebenen

hydraulischen Elementen von ca. 5

bis 10 % mehr Kraftstoffverbrauch aus.

In seinem Lohnunternehmen mit 10 festen

Mitarbeitern bietet LU Binder „das volle Programm“

von der Bodenbearbeitung, über die

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Merge-Maxx ist aber mit den Arbeiten für Binders

Biogasanlage gut ausgelastet. Die Anlagen

benötigen im Jahr bis zu 65.000 t Tonnen Futter.

„Ich habe aber durchaus Kunden, die sehr an der

Arbeit der Maschine interessiert sind. Die Nachfrage

wäre da, wenn wir noch freie Kapazitäten

hätten“, sagt Herbert Binder abschließend.

Damit die Pickup des Bandschwaders Reihenkulturen

wie Sorghum gut aufnehmen kann, sollte mit Aufbereiter

gemäht werden.

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