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BR-Magazin 22/2016

Das hauseigene Magazin des Bayerischen Rundfunks informiert vierzehntägig über die Höhepunkte im Programm. Hier finden Sie Hintergründe zu neuen Produktionen und Veranstaltungen. Außerdem gibt es eine ausführliche Programmübersicht.

TITELTHEMA „A bissel

TITELTHEMA „A bissel was geht immer“ Kaum einer hat die deutsche Filmszene so geprägt wie Helmut Dietl. BR Fernsehen würdigt den verstorbenen Regisseur, Autor und Produzenten mit einer neuen Dokumentation und einer Auswahl seiner besten Werke „Wer etwas über mein Leben wissen will, der soll sich meine Filme und Serien anschauen“ Helmut Dietl bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2014 in Berlin, wo er mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde Fotos: picture alliance / dpa 4 – BR-Magazin

TITELTHEMA Kulturjournalist Lars Friedrich interviewte Helmut Dietl Fotos: privat, BR/balance film, WDR, BR/balance-film, WDR/Rolf von der Heydt1 privat, BR/balance film, WDR, BR/balance-film, WDR/Rolf von der Heydt Helmut Dietl war einer der wichtigsten deutschen Filmemacher: „Münchner Geschichten“, „Monaco Franze“, „Kir Royal“, „Schtonk!“ oder „Rossini“ – seine Fernsehserien und Kinofilme kennt fast jeder. Im Juni 2014, anlässlich seines 70. Geburtstags, gab er dem Fernsehautor Lars Friedrich ein langes TV-Interview. Ursprünglich geplant als Porträt des Regisseurs, Autors und Produzenten für „Capriccio“ im BR Fernsehen, wurde es schließlich sein letztes großes TV-Interview. Bereits dreimal zuvor hatte Friedrich ihn getroffen, sie kannten sich. „Helmut Dietl war ein ganz herausragender, ein feiner, sensibler, intelligenter Regisseur, und es gibt niemanden in Deutschland, der so gute Dialoge geschrieben hat, wie er“, so der BR-Kulturjournalist. „Bei Dietl sprechen die Menschen, wie Menschen sprechen – nur besser.“ Verdichtet und pointiert, der Wortwitz sei die große Stärke des Regisseurs gewesen. Für das Interview haben sich die beiden im „Rossini“ in der Münchner Türkenstraße getroffen. Dietl blickte auf sein Leben zurück, erzählte von seiner Kindheit, seinen Sehnsüchten und dem Scheitern. Er tat dies, gezeichnet von seiner Krankheit, mit großer Offenheit – melancholisch, ehrlich, selbstironisch. Das Gespräch war Rückblick, Bilanz und Vermächtnis. „Ich glaube, er wollte mit diesem Interview auch sein fernsehmediales Nachleben selbst inszenieren, mitbestimmen, mitverfügen – das ist ja auch typisch für einen Regisseur und noch dazu für einen wie Dietl“, so Friedrich. Tatsächlich wurden Teile davon nach Dietls Tod im Frühjahr 2015 auch für seinen Nachruf im Ersten verwendet. Jetzt, eineinhalb Jahre später, werden weitere, bisher unveröffentlichte Ausschnitte dieses letzten langen Dietl-Interviews in der neuen Dokumentation „Schwermut und Leichtigkeit. Dietls Reise“ gezeigt. Lars Friedrich lässt darin auch Dietls Witwe Tamara, den Produzenten Günter Rohrbach, mit dem Dietl eine enge Freundschaft verband, und seinen Jugendfreund Herbert Goigner zu Wort kommen. Außerdem die Schauspieler Günther Maria Halmer und Michael „Bully“ Herbig, aber auch Iris Berben, die zwar nie bei ihm gespielt hat, aber eine Freundin war. „Helmut Dietl war ein großes Münchner Talent, eine prägende Figur der Fernsehgeschichte, gerade auch für den BR, mit dem er viele seiner Serien und Filme produziert hat“, sagt Anke Mai, BR-Programmbereichsleiterin Kultur. Das BR Fernsehen würdigt Helmut Dietl am 22. Oktober und zeigt neben der Dokumentation auch eine Auswahl seiner besten Werke: Die Medienund Gesellschaftssatire „Schtonk!“ über den Skandal der gefälschten Hitler-Tagebücher brachte Dietl eine Oscar-Nominierung ein. Der Tscharlie in seiner ersten Fernsehserie „Münchner Geschichten“, der war Helmut Dietl auch ein Stück weit selbst. Die Serie „Der ganz normale Wahnsinn“ ist die erste Zusammenarbeit von Helmut Dietl und Helmut Fischer. Die Kultserie „Monaco Franze – Der ewige Stenz“ ist eine Liebeserklärung an seine Heimatstadt München, an ihr einmaliges Lebensgefühl – und an die Frauen. „Kir Royal“ über die Münchner Schickeria war Helmut Dietls letzte Fernsehserie. Der BR ist auch Kulturpartner der Ausstellung „Der ewige Stenz – Helmut Dietl und sein München“ im Literaturhaus München, zu sehen vom 13. Oktober 2016 bis 26. Februar 2017. Veronika Körber –– BR Fernsehen Samstag, 22.10.2016 Der große Helmut-Dietl-Abend 20.15 Uhr Schtonk! D 1991, 110 Min. 22.20 Uhr Schwermut und Leichtigkeit. Dietls Reise, D 2016, 45 Min. 23.05 Uhr Monaco Franze – Der ewige Stenz, Folge 8: „Macht’s nur so weiter“ D 1982, 45 Min. 23.50 Uhr Kir Royal, Folge 5: „Königliche Hoheit“, D 1986, 60 Min. 0.50 Uhr Münchner Geschichten, Folge 1: „Dreiviertelreife“, D 1974, 50 Min. 1.40 Uhr Der ganz normale Wahnsinn 2. Kapitel, D 1979, 50 Min. br-fernsehen.de Von oben: Towje Kleiner (links) und Helmut Fischer in „Der ganz normale Wahnsinn“, Franz Xaver Kroetz als Baby Schimmerlos in „Kir Royal“, Ruth Maria Kubitschek (links) und Christine Kaufmann in „Monaco Franze“ und Götz George als Willié in „Schtonk!“ Mehr Informationen unter: br.de BR-Magazin – 5