Liebefeld Magazin 11.2016

kirchnerkum

DAS INTERVIEW-MAGAZIN

LIEST! BIELEFELD HAT WAS ZU ERZÄHLEN! | AUSGABE 02/2016

TITEL: RÜDIGER NEHBERG | MARKUS HINKER | KOLJA FACH

KRISTIN SHEY | BIELEFELDER KAFFEEKULTUR


Gin der

Ostwestfalen

www.lossie.de


LIEBEFELDER

ZWIEGESPRÄCH!

Alonso: Uffmann, haben wir es wieder geschafft, was?

Liebefeld liest, Numero dos, ist raus ...

Alonso: Allerdings wären wir ohne das Team, das wir

hinter uns haben, noch auf einer leeren Seite eins.

Alonso: Ich muss schon sagen, dass mich der Nehberg

beeindruckt hat. Krasser Kerl, mit wie viel Power er sich

mit Anfang 80 noch für die gute Sache einsetzt ... Dabei

hing sein Leben oft am seidenen Faden. Halt Sir Vival.

Du kämpfst ja schon ums Überleben, wenn du zwei Kilometer

am Stück durch den Teutoburger Wald walken musst.

Alonso: Immerhin hat Bielefeld eine echt abgebrühte

Kaffeekultur zu bieten, wie wir in diesem Heft erfahren.

Alonso: Eher von der Schneeeule aus dem Heimat-Tierpark

Olderdissen, die ich während unseres Termins mit dem

Tierpflegemeister Markus Hinker getroffen habe.

Die hatte Uffmann‘sche Züge ...

Alonso: Und all den anderen da draußen wünschen

wir rauschende Festtage und schon jetzt einen

guten Start ins neue Jahr.

Uffmann: Alonso, so sieht es aus. Mit heißer Nadel –

aber du weißt ja: „no pain, no gain“.

Uffmann: ... das kannste wohl sagen – von den Jungs

von Liebefeld über unsere Redakteure und Fotografen

bis zu den Grafikern: Alle on fire ... Nur so geht‘s!

Apropos on fire: Welcher Interview-Partner hat dich

besonders elektrisiert?

Uffmann: ... sagt der, der sich morgens hektoliterweise

Kaffee in den Rachen gießt, um von den Scheintoten

aufzuerstehen ...

Uffmann: Kult ist auch schon fast die Lockenpracht

auf dem Kopf von Poetry Slammer Kolja Fach –

von seiner Frisur träumst du seit deinem Interview

mit ihm, oder?

Uffmann: Genug gefrotzelt, lass mal die Leute das

Heft lesen, lohnt sich. Auch das Stück mit Sängerin

Kristin Shey. Komm, wir lassen jetzt chillige Musik

von ihr durch die Boxen dröhnen und stoßen mit den

anderen auf die zweite Ausgabe an ...

Liebefelder Grüße!

LIEBEFELD - 03 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


LEUTE, LEUTE!

10 > 18 >

MARKUS HINKER:

ACHTUNG, WILD!

KOLJA FACH:

AUF EIN WORT

LIEBEFELDER ART

06 > BIELEFELDS NEUES CRAFTBEER

> BENEFIZKALENDER 2017

> OLDERDISSENS UNTERSCHÄTZTE TIERE

08 > FREUNDE DES HAUSES

09 > IN ALLER MUNDE

24 > NEUES LOGO EROBERT BIELEFELD

LIEBEFELD-SHOP

16 > POST AUS LIEBEFELD!

LICHTBLICKE

22 > WIR SIND NICHT ALLEIN O_o

24 > DER MENSCH HINTER DER LINSE

LÄUFT

07 > TERMINE UND EVENTS IN BIELEFELD

LIEBEFELD - 4 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


26 > 38 >

RÜDIGER NEHBERG:

EIN LEBEN UNTER DAUERSTROM

KRISTIN SHEY: BIELEFELD?

... WIE EIN SOUNDTRACK VON DIDO

LECKERFELD

LETZTENDLICH

34 > EINE COFFEE-LOVE-STORY 42 > KLAUS LAS KLAUS BEI KLAUS

IMPRESSUM

Herausgeber, Konzeption und Realisation:

KIRCHNER Kommunikation und Marketing GmbH

Herforder Straße 18, 32257 Bünde

05223 498110

info@kirchner-kum.de

www.kirchner-kum.de

Gesamtverantwortung:

Tobias Uffmann, Tim Perlemann

Chefredaktion: Alberto Alonso Malo (V. i. S. d. P.)

Redaktion: Ole Möhlenkamp, Wögen N. Tadsen,

Jan Assion, Stefan Grunert

Gastautorin: Rebecca Schirge

Kreativdirektion: Uwe Burmeister

Layout: Sabine Meyer, Lena Borstelmann

Illustration: Sabine Meyer (S. 9)

Fotos/Bildnachweise: Jens Wunderlich (Titel, S.5),

Sabine Meyer (S. 3), Antje Huck/Bildgefährten

(Liebefeld-Logo, Liebefeld-Postkarten S.16),

Nehberg (S.26-33), Michael Adamski (S.4, 6,

10-15), Alberto Alonso Malo (S.4, 18-21), Annica

Ebmeyer (S.22-23, S.24), Bielefeld Marketing GmbH

(Bielefeld-Logo S.24), Rebecca Schirge (S.34-36,

40), Jens Fricke (S.5, 38), Jan Assion/jungeJunge

productions (S.42)

Anzeigen: Susan Hastings

Lektorat: Sprachenfabrik,

www.sprachenfabrik.de

Bildbearbeitung und Herstellung:

KIRCHNER Kommunikation und Marketing GmbH

Druck: Kirchner Print.Media GmbH & Co. KG

Spradower Weg 100, 32278 Kirchlengern

www.kirchner-printmedia.de

Liebefeld ist eine Marke der:

Die Erlebnismanager GmbH

Dr.-Viktoria-Steinbiß-Straße 1B, 33602 Bielefeld

www.erlebnismanager.info

© KIRCHNER Kommunikation

und Marketing GmbH, 2016

redaktion@liebefeld-liest.de

www.liebefeld-liest.de

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der KIRCHNER Kommunikation

und Marketing GmbH gestattet!


#endlichkeinBiermehrausHerford

Bereits in der letzten Ausgabe haben wir über Mike Cacic und seiner geplanten

Ravensberger Brauerei berichtet – knapp ein halbes Jahr später erfüllt sich der

28-jährige „Jung-Bierbrauer“ seinen Traum: Sein Craftbeer „Bielefelder Flutlicht“

hat es unter dem Hashtag-Motto #endlichkeinBiermehrausHerford auf den Markt

geschafft. Und das, obwohl sein Online-Crowdfunding knapp gescheitert ist.

„Die Finanzierung war schwer, ich konnte aber eine örtliche Bank überzeugen,

mir einen Kredit zu genehmigen“, freut er sich. Seitdem fließt sein Bier wie

frisch gezapft – in seiner Bierbrauerei in Senne braue er derzeit 200 Liter am

Tag. Bier in Flaschen herzustellen sei der nächste Schritt.

Wer sich von dem süffigen Geschmack des Bielefelder Biers überzeugen und

frisch gezapft mit nach Hause nehmen möchte, kann die Ravensberger Brauerei

an der Windelsbleicher Straße 215 jeden Mittwoch besuchen (14 – 19 Uhr). h

> www.ravensberger-brauerei.de

In Bielefeld steht das Craftbeer »Bielefelder

Flutlicht« unter anderem auf der Getränkekarte der

Bar Zwanzig Dreizehn und der Extra-Blues-Bar.

BIELEFELDS

BENEFIZKALENDER

GIBT ES AUCH 2017

Eine tolle Aktion, die bereits 2016 erfolgreich gewesen

ist, bekommt jetzt eine Zugabe: Gemeinsam mit den

Stadtwerken Bielefeld bringt Hobbyfotograf Uwe

Schmale wieder einen Benefizkalender für 2017

heraus. Schmales Fotos aus Bielefeld tauchen immer

wieder als Wetterbilder im Fernsehen auf, zum Beispiel

in den Tagesthemen. Der Reinerlös aus dem Kalenderverkauf

fließt in diesem Jahr in das Bauernhausmuseum.

Zum 100-jährigen Jubiläum soll dort ein Wasserspielplatz

entstehen. Weder Schmale noch die

Stadtwerke oder die Vorverkaufsstellen verdienen

etwas an dem Kalender, der 9,90 Euro kostet und ab

sofort im Beratungszentrum HdT am Jahnplatz, im

MoBiel-Haus am Niederwall und in den Geschäftsstellen

der NW an der Niedernstraße und in Brackwede

erhältlich ist – oder online unter shop.mobiel.de/

specials/bielefeld-kalender-2017.html. h

UNTERSCHÄTZTE

HEUTE: DIE NUTRIA

TIERE

in Olderdissen

450 Tiere, 90 verschiedene

Arten auf 16 Hektar – der

Heimat-Tierpark Olderdissen

lockt jedes Jahr hunderttausende

von Besuchern an.

Der Park hat natürlich seine

„Stars“, wie die Bären Alma

und Max, den urigen Keiler

Karlchen oder die Wölfe Aik

und Rieke. Was aber ist mit

den Olderdissener Tieren, die

weniger im Rampenlicht

stehen? Wir finden, es hat

sich ausgedisst, und geben

den Underdogs eine eigene

Rubrik: Olderdissens

unterschätzte Tiere.

Schauen wir uns die Nutria – auch als Biberratte

oder Sumpfbiber bekannt – mal etwas näher an.

Noch ein bisschen näher. Ah, da isses ja, das kleine,

possierliche Nagetierchen südamerikanischer Abstammung.

Etwa einen halben Meter lang und bis

zu neun Kilogramm schwer, hat die Nutria einen

langgezogenen Kopf und eine stumpfe Schnauze

mit langen Barthaaren. Der Hals kurz und dick, die

Ohren klein, der Schwanz rund und – nun ja: nackt.

Wie alle Nagetiere besitzen auch die Nutrias große

Nagezähne, die von einer orangefarbenen Schutzschicht

überzogen sind. Der Zahnarzt ihres Vertrauens

hätte dennoch wenig zu tun: Die Zähne

sehen zwar aus wie nach einer Überdosis Tic Tac

Orange, aber sie sind robust und wachsen ein

Leben lang nach. Am nächsten sind Nutrias mit

den Trugratten und den Baum- und Ferkelratten

verwandt – was soll man sagen, Verwandtschaft

kann man sich halt nicht aussuchen. Aber auch

wenn die optischen Defizite nicht zu leugnen sind:

Ihr Fell ist dafür (in dem Fall „leider“) sehr beliebt:

Es ist rotbraun und hat samtig-weiche Unterhaare

sowie lange, raue Deckhaare – weswegen Nutrias

als Pelztiere auf Farmen gezüchtet werden. h

LIEBEFELD - 6 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


FLIEGENDER NIKOLAUS

Wann? 11. Dezember, 15–17 Uhr

Wo? Flugplatz Bielefeld, Am Flugplatz 1

Kostet? Nichts

Der Nikolaus landet auf dem Flugplatz Bielefeld

und bringt Geschenke für die Kinder mit.

NIX VERPASSEN,

COUCH-POTATO!

KLINGELINGELING-TERMINE

[ IM DEZEMBER]

CHRISTMAS BEAT

Wann? 23. Dezember, 20 Uhr

Wo? Jazzclub Bielefeld

Kostet? VVK 10 Euro, AK 12 Euro

Der Christmas Beat mit den Fulltones & Vinyl-DJ

Mr. Christian Norkowski lässt den Weihnachtsmann

einen Tag vor Heiligabend im Jazzclub

Bielefeld noch einmal abrocken. Ein musikalisches

Geschenk ist der frische Beat der

Fulltones, der nichts mit dem üblichen Oldie-

Einheitsbrei zu tun hat. Also: Die eingepackten

Socken unter die Tanne legen, Weihnachtsstress

abstreifen und zu Klassikern von Kinks,

Rolling Stones, Them und Sonics abhotten.

> www.bielefelder-jazzclub.de

WEIHNACHTS MATINEE

Wann? 26. Dezember, 11 Uhr

Wo? Rudolf-Oetker-Halle, Lampingstraße 16

Kostet? Zwischen 10 und 20 Euro,

Eintritt unter zwölf Jahren frei

Die ambitionierte Nachwuchsarbeit des Bunker

Ulmenwall hat jede Unterstützung verdient –

ein Teil des dringend benötigten Geldes zum

Erhalt der Bielefelder Jugendkultur-Spielstätte

soll wie in jedem Jahr auf der Weihnachts-

Matinee des Bunkers gesammelt werden.

Familientaugliches Programm mit Musik,

Lesung und Kinderaktionen.

> www.bunker-ulmenwall.org

WEIHNACHTSMARKT

Wann? Noch bis zum 30. Dezember,

So. – Do. 11–21 Uhr, Fr. + Sa. 11–22 Uhr

Wo? Bielefelder Innenstadt

Kostet? Kommt auf den Glühweindurst

und Bratwurst-Heißhunger an

> www.bielefeld.jetzt/weihnachtsmarkt

TIERISCHES SILVESTER

Wann? 31. Dezember, 22.30 – 0.45 Uhr

Wo? Tierpark Olderdissen, Dornberger Straße

Kostet? Rundwanderung: 20 Euro für Erwachsene

und 14 Euro für Kinder und Jugendliche von

12 bis 16 Jahren

Anmeldungen bei Renate Dyck:

Tel.: 0521 5229908/dyck@wege-erleben.de

Was ist in der festlichsten aller Zeiten

in Bielefeld und Umgebung los? Eine

ganze Menge – auf jeden Fall so viel,

dass nicht alle Termine auf eine Seite

Papier passen. Hier gibt es ein paar

Dezember-Schmankerln. Wer mit dem

Weihnachtsfirlefanz nichts anfangen

kann und dennoch losziehen möchte,

schaut am besten hier rein:

> www.bielefeld.jetzt

> www.bielefelds-westliche.de

> www.facebook.com/liebefeld

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DES HAUSES

Guten Freunden gibt man ein Plätzchen:

Wir bedanken uns bei allen Partnern, die die

zweite Ausgabe des Liebefeld- Magazins

unterstützt haben – hier haben sie es schwarz

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LIEBEFELD - 8 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


IN ALLER MUNDE

»IST WEIMAR DAS

NEUE BIELEFELD?«

... fragte sich der MDR Thüringen auf seiner Facebook-Seite in einem Post vom 11. Oktober 2016.

Der Grund: Auf der im Netz veröffentlichten Karte des Thüringer Ministeriums für Inneres und Kommunales

zur Neueinteilung der Kreise gibt es zweimal Jena, aber kein Weimar. Wir wittern „die Weimar-Verschwörung“ –

die ganz nebenbei den größten deutschen Dichter und Denker heimatlos macht: Johann Wolfgang von Goethe

verbrachte die längste Zeit seines Lebens in Weimar.


W

ACHTUNG,

WILLST DU MEHR ÜBER HEIMISCHE TIERE WISSEN, KOMM DOCH MAL NACH OLDERDIS-

SEN. ODER SO ÄHNLICH: DER HEIMAT-TIERPARK OLDERDISSEN IST MIT SEINEN 450 TIERI-

SCHEN BEWOHNERN EINE DER FREIZEITATTRAKTIONEN IN BIELEFELD, ETWA EINE MILLION

BESUCHER SCHAUEN HIER JEDES JAHR REIN. DASS HIER NICHT DIE MÄUSE AUF DEN TI-

SCHEN TANZEN, DAFÜR SORGT DER LEITENDE TIERPFLEGEMEISTER MARKUS HINKER MIT

SEINER ELFKÖPFIGEN MANNSCHAFT.


INTERVIEW: ALBERTO ALONSO MALO

FOTOS: MICHAEL ADAMSKI

Herr Hinker – den ganzen Tag Kaninchen streicheln,

Braunbären beim Rumtollen zuschauen und Fischötterchen

mit Fischhäppchen füttern. So in etwa

sieht der Alltag eines Tierpflegers aus, nicht wahr?

Markus Hinker: Ja, diesen Eindruck könnte man

bekommen, wenn man sich die vielen Zoo-Sendungen

im Fernsehen anschaut. Eine einzige Idylle, in der

man sich rund um die Uhr um seinen Lieblingspinguin

kümmert (schmunzelt).

Und so in echt?

ILD!

Diese Bilder zeigen natürlich nur die Highlights. Im

realen Berufsleben machen Tierpfleger zu 90 Prozent

Stallungen und Gehege sauber oder richten Futter her

und lagern es ein. Immer mehr steht aber halt auch die

Öffentlichkeitsarbeit im Vordergrund, dazu gehören zum

Beispiel Schaufütterungen. Wir Tierpfleger suchen im

Gegensatz zu früher viel mehr die Interaktion mit den

Besuchern, erklären und versuchen unseren Bildungsauftrag

zu erfüllen – so als kleine Weltverbesserer.

Wie tierlieb muss man als Tierpfleger denn sein?

Natürlich mögen wir unsere Tiere und arbeiten gerne

mit ihnen. Das Wohl der Tiere steht immer im Vordergrund.

Dazu gehört, dass die Stallungen immer schön

sauber gehalten werden – mit dem Wissen, dass am

nächsten Tag wieder alles verkotet ist. Wir müssen aber

auch viel über Tieranatomie wissen, um Tiere besser

zu verstehen. Unter anderem, um Krankheitsbilder

frühzeitig zu erkennen.

Klar sollte aber auch sein, dass wir in

der Anlage keine Menschen mehr sind.

LIEBEFELD - 11 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


Sie mutieren im Käfig zum Tier?

Optisch hoffentlich nicht (lacht). In meiner Zeit im

Münsteraner Zoo bin ich aber zum Beispiel als Elefantenpfleger

der Oberelefant gewesen. Dazu gehörte auch

immer ein artspezifisches ruppiges Verhalten, sonst hätte

ich ein Problem bekommen, wäre nicht als Alphatier

akzeptiert worden. Die Rangstreitigkeiten hätte ich

verloren ... Ein anderer Aspekt ist auch, dass unsere

Tiere nicht alle Pflanzenfresser sind, die den ganzen

Tag Möhren und Blättchen futtern, wir haben auch eine

Reihe Raubtiere. Heißt: Es kommt vor, dass wir auch mal

Kaninchen, Wildschweine oder Schafe schlachten –

wofür wir ausgebildet sind.

sollten wir aber, dass auch ein Steak aus der

Tiefkühltruhe mal Fell, Augen und Ohren hatte ...

Wie sehr nimmt es Sie denn mit, wenn Ihre

Tiere eines natürlichen Todes sterben?

Wir haben jeden Tag Kontakt zu unseren Tieren,

beobachten sie, kennen sie gut, die meisten mit

Namen. Dass dabei eine innige Beziehung aufgebaut

wird, ist normal. Jeder, der schon mal sein

Haustier verloren hat, weiß, wie man sich fühlt,

wenn das Tier verstirbt.

Und das geht Ihnen leicht von der Hand?

Ich muss mich emotional davon befreien.

Wenn ich ein Kaninchen schlachte, darf

ich das Tier nicht vorher

zehn Minuten

streicheln. Wir selbst

halten bei uns zu

Hause unter anderem

Kaninchen und Laufenten,

die könnte ich

nicht schlachten. Ich

mache mir aber auch

bewusst: Wenn der

Luchs das Kaninchen

nicht bekommt, muss

er verhungern.

Würde es nicht auch

ein Steak aus der

Tiefkühltruhe tun?

Das könnten wir machen,

es würde aber

nicht zum artgerechten Fressverhalten unserer Raubtiere

passen. Luchse oder Wölfe reißen immer zuerst die

Bauchdecke ihrer Beute auf, um an die nährstoffreichen

Innereien zu gelangen. Würden wir den Tieren nur

reines Muskelfleisch geben, müssten wir diese fehlenden,

wichtigen Nährstoffe auf anderem Wege nachreichen.

Das wollen wir nicht. Bevor wir aber Schafe, Wildschweine

oder auch mal ein verunfalltes Reh ins Gehege

legen, warnen wir unsere Besucher und erklären ihnen

den Grund. Wer es sich also nicht ansehen möchte, hat

immer die Möglichkeit wegzugehen. Nicht vergessen


»Es gehört zu unseren

Aufgaben, auch mit

Menschen umgehen

zu können und ihnen

wichtige Inhalte über

die heimische Tierwelt

zu vermitteln.«

Markus Hinker

Dann müssten es Sie und Ihre Kollegen ganz schön

mitgenommen haben, als Ihr Park im Fokus öffentlicher

Kritik stand: 2015 ist der letzte Wolf aus

einem zeitweise sieben Tiere umfassenden Rudel

überraschend gestorben.

Keine schöne Phase, weder für die verstorbenen

Wölfe, noch für uns Verantwortliche. Das öffentliche

Urteil stand fest – wir sind alle doof und haben

keine Ahnung. Das war für uns Tierpfleger schlimm.

Sie fühlen sich ungerecht behandelt. Gibt

es denn eine einfache Erklärung für das

Wolfssterben?

Ich könnte Ihnen zu jedem einzelnen Todesfall

die Hintergrundgeschichte erzählen. Auf jeden

Fall ist es alles wesentlich komplexer als die

verkürzte Darstellung in den Medien.

Vielleicht eine Olderdisser Kurzversion?

2008 ist das Wolfsgehege auf 6.000 Quadratmeter

vergrößert worden, zu unseren beiden Altwölfen

kamen 2008 fünf junge Weibchen aus einem Tierpark

in Stendal nach Olderdissen. Da es nicht einfach

ist, Wölfe in andere Zoos zu vermitteln, haben wir

uns damals entschlossen, eine gleichgeschlechtliche

Gruppe zu halten, um keinen Nachwuchs zu bekommen.

Als die beiden Altwölfe aufgrund ihres

Alters und von Krankheiten starben, kam es vor

allem während der Läufigkeit zu Rangstreitigkeiten

zwischen den übrig gebliebenen Fähen. Dazwischen

gab es aber auch immer Phasen, in denen es rundlief.

Wir haben uns damals zusammen mit Tierärzten

und Biologen viele Gedanken gemacht, tagtäglich mit

den Wölfen zu tun gehabt und natürlich auch die

Rangkämpfe beobachtet. Es war eine kritische, aber

nicht unmögliche Konstellation. Letztendlich gab es

Todesfälle, teilweise infolge von Beißereien, bei denen

es um den Rang im Rudel ging, teilweise während

einer OP infolge einer Narkose. Es lag an einer

Verquickung unglücklicher, manchmal erklärbarer,

manchmal unerklärbarer Umstände. Übrigens sind

auch nicht alle verstorben – einen Wolf haben wir

an den Biotopwildpark Anholter Schweiz abgegeben.

LIEBEFELD - 13 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


Genug über tote Tiere gesprochen, kommen wir zu

denen, die noch leben – ein neues Wolfspärchen

erobert seit 2015 die Besucherherzen ... Mit welchem

Gefühl gehen Sie die neue Wolfsmission an?

Wir verfolgen nun eine andere Strategie, in der unsere

Wölfe ein eigenes Rudel bilden sollen, wie es in freier

Natur auch der Fall wäre. Rieke, eine Fähe aus Osnabrück,

und Aik, ein Rüde aus Gotha, haben sich gut

eingelebt. Wir sind guter Dinge und schauen mal, ob

sie zur Nachzucht schreiten. Gerade jetzt, in Zeiten, in

denen sich der Wolf in Deutschland wieder in freier

Natur ansiedelt, sehen wir es als unseren Bildungsauftrag

an, aufzuklären, für den Wolf zu kämpfen und

dem Menschen die Angst vor dem Tier zu nehmen.

Menschen umgehen zu können und ihnen wichtige

Inhalte über die heimische Tierwelt zu vermitteln.

Muss es denn immer der Tierpark Olderdissen

sein, oder können Sie noch andere Orte in und

um Bielefeld empfehlen, die einem den Naturkick

geben?

Naheliegend ist der Teutoburger Wald, der von

Wanderwegen durchzogen und super dazu geeignet

ist, um die Naturwelt kennenzulernen. Ganz schön

finde ich auch den #BotanischenGarten. Ein richtig

guter Familientipp ist das #BielefelderBauernhausmuseum

mit angrenzender Ochsenheide. Ein

Eldorado für Pflanzen.

Haben Sie in Ihrem Park

ein Lieblingstier?

450 Tiere leben im

Park. Davon eines

herauszustellen,

fände ich gemein.

Es gibt Tiere, die beim Besucher sehr gut ankommen –

zum Beispiel unsere schottischen Hochlandrinder, die

ohne Frage knuffig aussehen. Oder unser neu geborenes

Ponyfohlen Thor und seine Mutter Uschi, die ich bei

meiner morgendlichen Runde mit einem freudigen

Guten-Morgen-Gewieher begrüße. Ich finde aber, dass

unsere Ratten, die für viele Besucher nicht wirklich

schön sind und eher nicht so hoch in der Gunst stehen,

es verdient haben, lieb gehabt zu werden.

Haben Sie sich für Ihren Beruf eigentlich entschieden,

weil Sie Tiere besonders gerne mögen oder weil Sie

mit Menschen besonders wenig Kontakt haben wollten?

Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, habe also

von klein auf mit Tieren zu tun gehabt. Bei einem

Praktikum im Zoo Münster hat mir die Arbeit so einen

Spaß gemacht, dass ich dabeigeblieben bin. Menschenscheu

sollte aber keiner von uns hier sein – immerhin

kommen jedes Jahr mehr als eine Million Besucher in

den Park. Es gehört zu unseren Aufgaben, auch mit

Markus Hinker

Ein Nordrhein-Westfale in Ostwestfalen:

Aufgewachsen im Kreis Steinfurt, ist Tierpflegemeister

Markus Hinker in seinen

mehr als 30 Berufsjahren herumgekommen:

Nach einer Ausbildung im Münsteraner

Zoo kümmerte er sich dort einige Jahre

um die Elefanten, um dann tierisch abzuspecken

– er wechselte in den Kölner

Zoo ins Insektarium. Nach weiteren Stationen

in Saarbrücken und Nordhorn

begann der 49-Jährige und zweifacher

Familienvater 2007 als Haupttierpfleger

in Olderdissen.

LIEBEFELD - 14 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


Floramäßig sieht es in unseren Breitengraden im Winter

ja eher mau aus. Wie machen Sie das mit Ihren Tieren –

werden die Stallungen jetzt mit Heizpilzen ausgestattet?

Wie unser Name schon aussagt, sind wir ein „Heimat-Tierpark“

– unsere Bewohner stammen also vorrangig aus der

heimischen Tierwelt, aus unserer Klimaregion, und haben

während der kalten Jahreszeit keine Probleme. Es gibt nur

wenige Tiere, die in den Winterschlaf gehen, zum Beispiel

unsere Murmeltiere. Denen kann man nur einen guten

Schlaf wünschen, die sind dann in ihren selbst gegrabenen Höhlen

für ein halbes Jahr weg.

Zum Abschluss eine Frage von meinem fünfjährigen Sohn, die ihn

wirklich sehr beschäftigt: Muffelt Muffelwild wirklich so viel rum?

„Muffelwild“ kommt von „Mufflon“ (lacht). Ich kann Ihren Sohn beruhigen

– die Tiere sind von ihrem Wesen her recht ausgeglichen.

Sagen Sie ihm, dass ich Hinker heiße und trotzdem nicht hinke. h

HASHTAGS

#BielefelderBauernhausmuseum

Wie die Menschen auf dem Land um 1850 gelebt haben?

Das zeigt das Bielefelder Bauernhausmuseum in Gadderbaum.

Dornberger Straße 82, 33619 Bielefeld, Telefon 0521/5218550

> www.bielefelder-bauernhausmuseum.de

#BotanischerGarten

Hier blühen und wachsen 2.500 Pflanzenarten. Besondere

Highlights: Rhododendren- und Azaleensammlung, Steingarten,

Alpinum, Arznei- und Gewürzgarten, Heidegarten und

Buchenwaldflora. Rund um die Uhr geöffnet!

Botanischer Garten, Am Kahlenberg, Telefon 0521/513178

> www.bielefeld.de/de/un/boga/

Detmolder Str. 10 | 33 604 Bielefeld | Tel. (05 21) 9 64 68-0 | www.kgd-anwalt.de


POST AUS

LIEBEFELD!

Was haben Motive wie das Rathaus, das Theater oder die Kunsthalle einer Stadt gemeinsam? Alle sehen

sich ähnlich. Das muss doch nicht sein – und schon gar nicht so bleiben, wie unsere Liebefeld-Postkarten-

Serie mit den „Fotomodels“ Sina und Martin zeigt. Zusammen mit Antje Huck von den Bildgefährten haben

wir außergewöhnliche Motive in Bielefeld gesucht. Und dabei einige Ideen in Bild (ohne Ton) verewigt.

EINE AUSWAHL UNSERER POSTKARTEN-MOTIVE STELLEN WIR EUCH GLEICH MAL VOR:

Hunde vor Ravensberger Spinnerei

Die beiden Hunde, die den Liebefeld-

Ballon fest im Blick haben, zierten bereits

die Heftmitte unserer Erstausgabe. Dieses

„leinenlose“ Motiv mit der Ravensberger

Spinnerei im Hintergrund darf in unserer

Postkarten-Kollektion nicht fehlen!

Sparrenburg

Die Sparrenburg im Hintergrund und

das „ei, ei, ei, was sehe ich da, ein

verliebtes Bielefeld-Paar“ Hand in Hand

im Vordergrund.

Ortsschild

Der Klassiker und Evergreen, mit dem

alles begann: Nicht mit der Kamera,

sondern am Computer entstanden ist

das Ortsschild „Liebefeld“ mit dem

typisch ostwestfälischen Statement

„Da komm` ich wech!“. Postkarte und

wetterfester Aufkleber in einem.

Altstädter Nicolaikirche

Bielefelds pochendes Herz, in dessen Mitte

sich nicht nur die Altstädter Nicolaikirche,

sondern auch ein verliebtes Paar nicht aus

der Ruhe bringen lässt.

LIEBEFELD SHOPPEN

Weitere Postkarten findet Ihr auf www.liebefeld-laden.de, bei USED in der Altstadt oder bei Copylight

in der Stapenhorststraße. Die Fotomotive kosten 1,50 Euro/Stück, das Ortsschild kann für 2 Euro/Stück

mitgenommen werden.

LIEBEFELD - 16 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


Unser Name: ein Versprechen.

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AUF

EIN

WORT

ERST 18 UND IN BIELEFELD SCHON BEKANNT WIE EIN BUNTER HUND: KOLJA FACH

MACHTE MIT SEINER SPRACHGEWALT FRÜH ALS POETRY-SLAMMER AUF SICH

AUFMERKSAM. MIT 13 GEWANN ER SEINEN ERSTEN WETTBEWERB, IM JULI 2016

SIEGTE KOLJA BEI DEN U20-OWL. EIN EIGENES COMEDY-PROGRAMM HAT DER FRISCH-

GEBACKENE ABITURIENT, DER DERZEIT BEI ANTENNE BETHEL ARBEITET UND SPÄTER

ETWAS MIT MEDIEN MACHEN MÖCHTE, AUCH SCHON AUF DIE BEINE GESTELLT.


INTERVIEW/FOTOS: ALBERTO ALONSO MALO

Kolja, du hast dein Abi in der Meine „Auftritte“ in der Schule

kann ich natürlich nicht mit

Tasche. So als Wortakrobat:

Hast du deine Lehrer eigentlich den Auftritten auf der Bühne

zwischendurch mal was sagen vergleichen. Es ist aber schon

lassen?

so, dass es Aufgaben in der

Schule gab, die mir schwerergefallen

sind als mündliche Vorträge – beim Gedichteschreiben plätscherte

es nur so aus mir heraus, auch Referate waren kein großes

Problem. Eher im Gegenteil, ich musste mich zügeln, nicht zu viel zu

reden (lacht). Dafür habe ich es nicht so mit Zahlen, die sind wie eine

Fremdsprache für mich. Da fehlten selbst mir die Worte ...

Wann hast du denn bemerkt,

dass du ein besonders gewitztes

Talent für Sprache hast?

Oh, schon früh. Meine Eltern

erzählen, dass ich bereits mit

anderthalb Jahren frühsprachlich

unterwegs gewesen bin.

Ich soll alle in Grund und Boden geredet haben. Dass ich früh in der

Lage war, mich zu artikulieren, hat sicher auch damit zu tun, dass

ich mit Büchern und viel Musik groß geworden bin,

Geschichten von Astrid Lindgren und Sven Nordqvist haben mir

meine Eltern vorgelesen. Dafür ist mir als Kind die digitale Welt

fremd gewesen.

Wie würdest du denn deine Meine Texte baue ich oft als

Handschrift beschreiben?

eine Art Tagebucheintrag auf,

ich staffele sie nach Uhrzeiten,

mache Zeitsprünge. Auf diese Art und Weise überrasche ich das

Publikum.

Merkst du eine Entwicklung Auf jeden Fall. Meinen ersten

in deinen Texten?

Live-Auftritt hatte ich mit 13

Jahren im #BunkerUlmenwall

. Damals trug ich etwas über das Småland bei Ikea vor – darüber,

wie Eltern dort ihre Kinder abgeben und die Sprösslinge einen

Ausbruchsversuch unternehmen. Etwas absurd, die Zuhörer

fanden es gut. Heute trete ich aber nicht mehr mit den Texten von

damals auf, da bin ich etwas rausgewachsen. Mit 18 verändert sich

der Humor, ich habe ein bisschen mehr erlebt, sehe die Dinge

anders, denke politischer.

Wie war denn das eigentlich

so, mit 13 Jahren plötzlich

vor Publikum auf der Bühne

zu stehen?

Der Weg vom Reden über das Geschrieben habe ich eigentlich

immer viel, mir Geschich-

Schreiben zum Poetry Slam ist

die logische Folge gewesen? ten auszudenken war schon

als Kind mein Ding. Die Idee,

aus meinen Texten einen Slam zu machen, kam mir, als ich angefangen

habe die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling zu hören.

Ich mochte seinen Stil, sehr witzig. Ohnehin zogen mich Kabarett

und Comedy schon immer an – Martin Schneider ist der Erste gewesen,

den ich live gesehen habe. Schon etwas her. Heute finde ich

eher Kabarettisten wie Jochen Malmsheimer oder Thorsten Sträter

großartig, die auf eine ganz brillante Art und Weise mit Sprache umgehen.

Einen Poetry-Slam zu verfassen – Es ist immer ein Stück Handwerk

dabei. Wer sich für

kann das nur jemand, der sprachlich

besonders talentiert ist, oder diese rhetorische Kunstform

ist auch viel Handwerk dabei? interessiert, kann sie zum Beispiel

in Workshops vermittelt

bekommen. Aber man hat natürlich auch seinen eigenen Stil und

Humor, so etwas kann man nicht lernen.

Unglaublich spannend, ich wusste

nicht, was mich erwartet, war vorher

nie dort gewesen. Beim #Bunkerslam

stimmt das Publikum per Applaus

ab, wer weiterkommt. Diese

Lautstärke, wenn alle schreien und

stampfen, als ob man auf einer Welle

steht. Das war schon ein irres, berauschendes

Gefühl. Ich habe mich

auf jeden Fall gefreut, dass die Leute

Spaß an meinem Text hatten.

Und heute, so als alter Hase,

gehst du völlig cool in den

nächsten Auftritt?

Nein, Lampenfieber ist immer da. Es hat sich aber gelegt, weil ich

einfach auch mehr Selbstvertrauen bekommen habe nach den vielen

positiven Reaktionen. Diese Erfahrung, dass es funktioniert, mal

mehr, mal weniger gut, macht einen sicherer. Spätestens, wenn der

Moderator meinen Namen aufruft, möchte ich einfach das Beste

herausholen.

LIEBEFELD - 19 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


Mittlerweile hast du auch dein Ja, wenn ich als Comedian

eigenes Comedy-Programm – auftrete, ist es etwas anders.

„Alles muss raus!“. Comedian und Mich buchen Leute, damit ich

Poetry-Slammer, sind das auf der sie unterhalte. Letztes Jahr

Bühne zwei unterschiedliche habe ich auf dem Wirtschaftsforum

in der #Stadthalle das

Paar Schuhe?

Pausenprogramm gefüllt, da

war ich sehr aufgeregt. 400 Menschen, eine andere Klientel, als die,

die ich gewohnt bin – beim Slam weiß ich, da passe ich rein, und die

Besucher wissen, was sie in etwa erwartet. Auf dem Wirtschaftsforum

wusste ich aber nicht, ob die Besucher aufgeschlossen für

meine Unterhaltung sein würden. Aber: Auch das hat sehr gut

funktioniert.

Sorry, ich gehe hier nicht weg, Meine Haare sind ein Erbstück

ohne wenigstens einmal auf von meiner Mutter. Nein,

deine Haare zu sprechen zu

kommen.. Ich selbst trage ja

eher den Schnitt „Platte“ – was

ist bei dir da oben los? Und:

Rastet dein Friseur aus, wenn er

da herandarf?

warte, das klingt so nach Skalp

(lacht). Also, die Struktur meiner

Haare habe ich von meiner

Mutter. Die Farbe von

meinem Vater. Als ich jünger

war, sahen sie auch eher korkenziehermäßig

aus. Ich bin

heute aber sehr dankbar dafür, weil ich mich auch mit glatten

Haaren kenne. Geht gar nicht. Wenn sie geschnitten werden, gehe

ich zu Creazione Di Leo, die Friseure dort können am besten damit

umgehen und freuen sich, wenn ich da bin.

Wo kommen die Einfälle zu deinen Die Dinge, über die ich schreibe,

haben meistens einen

Texten her, macht es dir Bielefeld

da einfach?

Auslöser. Da ich in Bielefeld

wohne, fallen mir halt hier die

alltäglichen Dinge auf. Ich schaue genau hin, bin aufmerksam und

habe meine Sinne auf meine Umwelt ausgerichtet. Daraus können

dann Texte über Sportwahn und Fitnessstudios herauskommen

oder auch mal über eine Busfahrt von Bielefeld nach Hamburg, die

in einem Desaster endete.

Speziell auf Bielefeld gemünzt:

Diese Stadt scheint

übersät von Chihuahuas

zu sein!

Ach ja? Ich würde meinen, die

übersieht man recht schnell?

Nicht, wenn es einem erst

einmal aufgefallen ist. Überall,

Wahnsinn! Davon handelt

auch mein aktuellster Text: „Trixie“, mein persönliches Lieblingsstück,

mit dem ich bislang am zufriedensten bin.

Und was machst du sonst so,

wenn du nicht gerade kleine

Ich fahre gerne Skateboard,

nutze mein Longboard als primäres

Taschenhunde zählst?

Verkehrsmittel oder

gehe auch mal ins Fitnessstudio,

damit ich körperlich nicht komplett verfalle. Ansonsten sitze

ich gerne im #Moccaklatsch oder hier im #OzoneCoffeeStore, wo

wir ja auch gerade das Interview führen.

So ein bisschen Markenpflege Na klar, meine Haare haben

ist das aber auch, oder?

Wiedererkennungswert, das

hilft auf jeden Fall. Oft werde

ich entsprechend an- und abmoderiert, so nach dem Motto: „der mit

Haaren“. Was mich dann aber doch manchmal erschreckt, ist, wenn

Leute einfach meine Haare anfassen, „weil sie so flauschig aussehen“.

Der Rekord liegt bei 22 Mal in einer Nacht ...

HASHTAGS

#BunkerUlmenwall

Literatur- und Musikzentrum

Seit 1956 ist der Bunker die soziokulturelle Bildungs- und Musikveranstaltungsstätte

Bielefelds. Hier findet auch jeden dritten

Mittwoch im Monat der #Bunkerslam statt, der älteste Poetry-Slam

in Ostwestfalen.

Kreuzstraße 0, 33602 Bielefeld

Telefon: 0521 1368170

> www.bunker-ulmenwall.org

> www.bunkerslam.de

#OzoneCoffeeStore

Im Jahr 2013 wurde angrenzend an den Ozone Hinterhof der Ozone

Coffee-Store eröffnet. Altes Bauhaus, Ebay-Second Hand Möbel,

ein urgemütliches Ambiente auf vier Ebenen empfängt den Gast,

der sich mit Free-Wifi oder einem Buch aus der Ozone-Tauschbibliothek,

in einem der vielen Winkel im Coffee-Store oder auf

dem Innenhof zurückziehen möchte.

Bahnhofstraße 22, 33602 Bielefeld

Telefon: 0521 32936653

> www.brooks.de/ozone-coffee-store

LIEBEFELD - 20 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


Poetry-Slam

Ein verbaler Wettstreit der poetischen

Art: Der Poetry Slam – deutsch: Dichterwettstreit

– ist ein literarischer Vortragswettbewerb,

in dem selbstgeschriebene

Texte innerhalb einer bestimmten Zeit

einem Publikum vorgetragen werden.

Die Zuhörer bewerten sowohl den Inhalt

der Texte als auch die Art des Vortrags.

Gut, statt dir jetzt durch die Haare zu gehen,

würde ich zum Abschluss von dir lieber eine

Slam-Ode über dein Bielefeld hören.

#Moccaklatsch

Café und Restaurant

Kuchen, mediterrane und vegetarische

Gerichte sowie Cocktails, dazu gemütliche

Sofas zum Abchillen. Was braucht

man mehr?

Arndtstraße 11, 33602 Bielefeld

Telefon: 0521 7709431

> www.moccaklatsch.de

#StadthalleBielefeld

Ausstellungs- und

Veranstaltungshalle

Willy-Brandt-Platz 1, 33602 Bielefeld

> www.stadthalle-bielefeld.de

Kann ich machen, die muss ich aber erst aufschreiben:

Bielefeld ist mein Zuhause, schon mein ganzes Leben lang. Eine lebendige Innenstadt, genauso

wie viele grüne Lungen, dazu eine unglaublich reichhaltige Kulturlandschaft, voll mit Klassik

und Tradition, aber auch mit jungen Wilden, und eine sehr junge urbane alternative Szene machen

die Stadt in meinen Augen unfassbar attraktiv. Und auch wenn es mich im nächsten Jahr

wohl erstmal von hier wegzieht ... Zuhause wird es immer bleiben und ich habe genug Gründe,

immer wieder zurückzukommen. Und wer weiß, irgendwann vielleicht sogar zu bleiben ...?! h


Foto: Annica Ebmeyer


LICHTBLICK – Wer und was steckt hinter der Momentaufnahme auf Seite 22/23?

Mein Name ist Annica Ebmeyer, ich bin 37 Jahre alt, komme gebürtig

aus Bielefeld, lebe aber seit 30 Jahren in Spenge. Seit zwei Jahren mache

ich die „Bleib im Rahmen“-Reihe, denke mir ein Motiv aus, das dann im

Rahmen in der Wirklichkeit umgesetzt wird – so wie in meinem Motiv

„Wir sind nicht allein O_o“, ein im Obersee landendes Raumschiff, das mit

dem neuen Bielefelder Stadtlogo verziert ist. Es gibt keine am Computer

künstlich eingefügten Motive. Deshalb sieht man auch immer den

Rahmen und die Hand, die ihn hält.

... EROBERT BIELEFELD

Bielefelds neuer Markenauftritt mit neuem Stadtlogo dreht seit Ende Oktober seine Runden: Die drei Anfangsbuchstaben „BIE“ bilden

die Silhouette des Wahrzeichens der Stadt, den Turm der Sparrenburg. Die öffentlichen Meinungen gehen von „langweilig“ bis

„clever“. Unser Urteil: Es ist reduziert, simpel, kein grafisches Feuerwerk – aber die feine Idee ist es, die das Logo in seiner ganzen

Einfachheit so prägnant macht.

Die Bielefeld Marketing GmbH setzt

den Stadtmarkenprozess seit

November 2015 federführend für die

Stadt um. Drei Fragen an den

Geschäftsführer Martin Knabenreich

zum neuen Stadtlogo.

FOTOWETTBEWERB

Mit Veröffentlichung des Markenauftritts

ist gleichzeitig ein Fotowettbewerb

gestartet: „Und jetzt Du!“ Das Prinzip:

Jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit,

das Logo individuell zu interpretieren

und es in einem eigenen Umfeld einzubetten.

Fotos von den Logo-Kreationen

können auf mein.bielefeld.de hochgeladen

und zur Wahl gestellt werden.

Bis Anfang Januar wählt Bielefeld

Marketing jede Woche zwei Gewinnerbilder

aus, deren Urheber eine exklusive

Umhängetasche erhalten.

Von 1000 möglichen Logo-Varianten –

warum sieht es jetzt so und nicht

anders aus?

Martin Knabenreich: „Wir haben

bundesweit zu einem Agenturwettbewerb

aufgerufen. Die fünf überzeugendsten

Kandidaten haben vor

einer fachlich besetzten Jury ihre

Konzepte präsentiert. Der neue

Markenauftritt samt Stadtlogo wirkt

klar, selbstbewusst und sympathisch,

was zum Selbstverständnis der Bielefelderinnen

und Bielefelder passt.“

Was soll das Logo bewirken, oder

anders gefragt: Was hat Bielefeld

davon?

„Zunächst geht es um mehr als ein

Logo, sondern um den gesamten optischen

Auftritt der Stadt Bielefeld.

Die Gestaltung bietet uns die Bühne,

auf der wir die Inhalte, also die

Stärken der Stadt, präsentieren. Die

Inhalte sind natürlich das Wichtigste.

Aber damit Fachkräfte, Investoren

und Studierende erkennen, was diese

Stadt zu bieten hat, ist ein prägnanter

Markenauftritt wichtig.“

Privatpersonen können das Logo

unter mein.bielefeld.de in allen

anderen Farbkombinationen –

abgesehen vom offiziellen Rot-Weiß –

frei verwenden und einsetzen. Das

ist besonders. Befürchten Sie nicht,

dadurch die Kontrolle über das Logo

zu verlieren?

„Nein, das brauchen wir nicht zu

fürchten. Die nachweislich hohe

Identifikation der Bewohner mit

ihrer Stadt ist die wertvollste Ressource

für das Image von Bielefeld.

Wer seine Verbundenheit und seinen

Stolz zeigen möchte, kann dies

unkompliziert und kreativ tun. Die

Freigabe des Logos ist neu für eine

Stadt, aber letztlich einfach konsequent

weitergedacht. h

LIEBEFELD - 24 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


2015 als „Druckereimanager“

des Jahres geehrt,

2016 wieder voll abgeräumt.

Geschäftsführer Martin Kirchner und

sein Team von Kirchner Print.Media bekamen

bei den Druck&Medien Awards in Berlin

die Auszeichnungen:

· Katalogdrucker des Jahres 2016

sowie Silber und Bronze in den Kategorien:

· Akzidenzdrucker des Jahres

· Veredler des Jahres

Lernen Sie die ausgezeichnete Druckwelt

by Kirchner Print.Media kennen:

05223 / 7574-10

www.kirchner-printmedia.de

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AUSGEZEICHNET

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EIN

LEBEN

UNTER

DAUER-

STROM

Ein Interview in drei

KAPI-

TELN


INTERVIEW: ALBERTO ALONSO MALO

FOTOS: NEHBERG

RÜDIGER NEHBERG

1935 in Bielefeld geboren, musste

Rüdiger Nehberg mit seiner

Familie Ostwestfalen verlassen.

Der Vater, ein Bankrevisor, wurde

nach der Eroberung Polens nach

Danzig versetzt. 1945 flohen die

Nehbergs nach Dänemark und

kehrten 1947 nach Bielefeld

zurück. 1951 begann Rüdiger

Nehberg in Münster eine Bäckerlehre.

1965 arbeitete er dann

als selbstständiger Konditor in

Hamburg. Seine Konditorei mit

bis zu 50 Mitarbeitern führte er

25 Jahre. Der 81-Jährige ist Träger

des Bundesverdienstkreuzes,

#Autor von mehr als 30 Büchern

und Filmer.

ER IST „SIR VIVAL“, DER KÖNIG ALLER ÜBERLEBENSKÜNSTLER:

SEIT DEN 50ER JAHREN STÜRZTE SICH RÜDIGER NEHBERG IN

JEDES ABENTEUER. DURCHQUERTE (UND ÜBERLEBTE) WÜSTEN,

OZEANE, DSCHUNGEL. MIT 81 JAHREN MUSS DER GEBÜRTIGE

BIELEFELDER NIEMANDEM MEHR ETWAS BEWEISEN. GANZ

ZUR RUHE KOMMT ER DENNOCH NICHT: ER KÄMPFT ALS

MENSCHENRECHTLER WEITER – SEINE MENSCHENRECHTS-

ORGANISATION TARGET SETZT SICH WELTWEIT GEGEN DIE

GENITALVERSTÜMMELUNG VON FRAUEN EIN. DEN KAMPF

GEGEN DIESEN GRAUSIGEN BRAUCH ZU GEWINNEN, IST

SEIN LETZTER LEBENSTRAUM.

LIEBEFELD - 27 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


WIR

(M/W)

SUCHEN:

. FRONTEND-

UND WEB-

ENTWICKLER

. GRAFIKER

Herr Nehberg – wenn Menschen von

Fernweh sprechen, denken viele an

eine Woche Strandurlaub in Südeuropa.

Ihr Fernweh scheint eher von einem

unbändigen Entdeckerdrang geprägt

zu sein. Wie kommt`s?

Rüdiger Nehberg: Ich lernte schon 1935

den betörenden Vanilleduft von Dr. Oetker

kennen, wenn der Wind ihn zum Schildhof

trieb. Dort wohnten wir vorm Krieg.

Haus Nr. 31. Mein Vater: „Vielleicht lernst

du die Länder einmal kennen, wo diese

Aromen wachsen.“ Oetker ist der Verursacher

meiner Neugier auf die Welt.

Meine erste größere Wanderung unternahm

ich mit vier Jahren und ohne Wissen

meiner Mutter zu meiner Großmutter. Sie

beherrschte die Kunst, auf ihrem Boden auf

langen Schnüren Trockenäpfel zu zaubern.

Unwiderstehlicher Grund, sie zu besuchen.

In Höhe des Ratsgymnasiums muss ich

mich verlaufen haben. Ich kroch in einen

Rhododendronbusch und schlief ein. Meine

Eltern in Totalpanik. Am nächsten Morgen

fanden mich Passanten und brachten mich

zur Polizei. Ich selbst erinnere mich nur

vage an den Ausflug, aber meine Mutter

verstand es, die Story immer wieder neu

aufzubereiten. Wie aufgewärmtes Essen.

Ihre Lust auf Abenteuer haben Sie

auf jeden Fall früh gespürt – wir hörten

da von einer Tour durch Bielefeld ...

Hatten Sie jemanden, mit dem Sie dieses

Verlangen nach totaler Freiheit teilen

konnten?

Du legst deine Hände nicht

in den Schoß, sondern haust

in die Tasten. Denkst querfeldein,

nicht nur bis zur nächsten

Ecke. Hast kreative Einfälle,

statt geistreiche Ausreden.

Und rockst Projekte im Team,

ohne dabei eine One-Man-

Show abzuziehen?

Wenn Du jetzt noch Grafikdesign

oder Webprogrammierung

gelernt hast (und

nicht geträumt), freuen wir

uns Dich bei Kirchner KuM

kennenzulernen.

Mehr erfährst Du hier:

www.kirchner-kum.de/jobs

»Ich hätte den Wolf

am liebsten befreit

und wäre mit ihm in

Oetkers verlockende

Vanille länder

gewandert.«

Nehberg

WWW.KIRCHNER-KUM.DE


Kapitel I – der

BIELE-

FELDER

»Oetker ist der Verursacher meiner

Neugier auf die Welt.«

Nehberg

Ich hatte einen Freund. Das war der ein-

same Wolf in dem kleinen Drahtverhau

in #Olderdissen . Er lief auf seinen vier

Metern immer hin und her, hin und her.

Von morgens bis abends. Die Gebrüder

Grimm hatten mir den Wolf als böse und

gefährlich beschrieben. Hier erlebte ich

einen ganz anderen Wolf. Seit ich ihm

mein Leberwurstbrot gegeben hatte, waren

wir Freunde. Oft stapfte ich alleine vom

Schildhof zum Wolf. Immer mit einem

Leberwurstbrot. Nicht nur aus Tierliebe,

sondern auch weil ich Leberwurst nicht

mochte. Ich hätte den Wolf am liebsten

befreit und wäre mit ihm in Oetkers

verlockende Vanilleländer gewandert.

Inzwischen ist das Wolfsgehege angemessen

groß.

Sie haben sich von Pythons probewürgen

lassen, Dschungel nur mit einer Badehose

durchquert, Ureinwohner gerettet – inwieweit

hat Sie Bielefeld darauf vorbereitet,

sich aufs Überleben zu spezialisieren?

Ich bin mir sicher, dass mir in Bielefeld ein

prägendes Wesensmerkmal implantiert

wurde: der westfälische Dickkopf. Er hat

mich immer wieder zum Durchhalten

gezwungen und dadurch letzten Endes

viele Erfolge mitverschuldet.

Was würden Sie Menschen denn

empfehlen, die in oder um Bielefeld

ein Abenteuer erleben wollen?

macht`s bei Nacht und Regen und nur

in der Badehose. Sollte jemand dabei

Schüttelfrost empfinden, weiß er

schon mal, wie sich Malaria anfühlt.

Sie haben viel gesehen, kennen die entlegensten

Ecken dieser Welt. Wie entlegen

oder attraktiv empfinden Sie denn Bielefeld

im Vergleich zu anderen Orten?

Das muss man einen Fremden fragen. Als

Eingeborener findet man seine Heimat

immer schön, wie jede Mutter jedes ihrer

Kinder als einmalig schön empfindet. Oder

Inuits ihre Heimat in einer Landschaft

ohne Bäume und mit Schnee statt Gras.

Mittlerweile leben Sie mit Ihrer Frau

in einer Mühle auf dem platten Land in

Schleswig-Holstein. Welche Parallelen

sehen Sie zu Ostwestfalen?

Ähnlich sind die Bodenständigkeit und

Zuverlässigkeit. Auch die friesischen und

westfälischen Sturköppe. Oder die knackigen

Morgenbrötchen. Krass unterschiedlich

ist der Weitblick, weil bei uns keine

lästigen Berge wie der Teutoburger Wald

die Fernsicht zur Ost- und Nordsee

versperren.

Sie sind gelernter Konditor (und erfolgreicher

Unternehmer) – wie groß war der

Spagat zwischen „heute Torten backen,

morgen meine Survival-Sachen packen“?

Eine Wanderung durch den #Teutoburger

Wald . Wem das zu seniorenhaft ist, der

Die Leben zwischen Torten und Torturen,

Marzipan und Moskito, Heim- und

LIEBEFELD - 29 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


Nehbergs

Nervenkitzel-Reisen

1970 > „Die tragischste

Reise war die zum Blauen

Nil (Äthiopien). Bei einem

Überfall wurde mein Freund

Michael aus zwei Metern Entfernung

erschossen. Wir zwei Überlebenden

hatten zunächst das Glück, nicht getroffen

worden zu sein. Doch dann bewährten sich

unsere Vorbereitungen. Noch bevor die etwa

zwölf Angreifer nachladen konnten (sie hatten

damals noch Repetiergewehre), konnten wir

uns zur Wehr setzen. Unter unseren Hemden

verborgen trugen wir Tag und Nacht einen

Überlebensgürtel. Dazu gehörte ein Revolver.

Schon beim ersten Schuss flohen die Angreifer

in einen nahe gelegenen Wald und verschanzten

sich. Mein Freund Andor und ich nutzten

die Verwirrung und flohen unter Zurücklassung

der Ausrüstung über den Fluss. Die Flucht

dauerte fünf Tage.“

1981 > „Tausend Kilometer durch Deutschland

ohne Ausrüstung und Nahrung von

Hamburg nach Oberstdorf. Ich lebte von

meiner Fettsubstanz und später auch vom

Abbau der Muskulatur und des Verstandes.

Ich verlor in der Zeit 25 Pfund Lebendgewicht.

Damals war ich 46 und sah aus wie 246.“

1987, 1992, 2000 > „Auch meine drei

Atlantiküberquerungen von Westafrika nach

Brasilien waren eine besondere Herausforderung.

Zum einen wegen der scheinbar

ungeeigneten Fahrzeuge Tretboot, Bambusfloß

und massiver Baumstamm (alle Fahrzeuge

waren selbstgebaut, unzerstörbar,

unsinkbar, idiotensicher. Sie haben`s überlebt

und stehen jetzt als Nachruf im Technikmuseum

zu Speyer). Zum andern wegen

meiner Angst vor Wasser, ständiger Seekrankheit

und fehlender Erfahrung mit

Seenavigation. Die Angst vorm Wasser

haben mir die Marinepiloten bei Cuxhaven

und die Kampfschwimmer in Eckernförde

abtrainiert. Die Seekrankheit musste sich

der Chemie geschlagen geben, und Navigation

hat mich ein pensionierter Kapitän

gelehrt. Damals noch mit dem Sextanten

und nicht mit GPS.“

2003 > „Aufregend war es auch, als mich ein

Hubschrauber im Dschungel Nordbrasiliens

ausgesetzt hat und ich allein versucht habe,

zurückzufinden in die „Zivilisation“. Das

Besondere an der Herausforderung: Ich hatte

keine Ausrüstung dabei. Nur Hose, T-Shirt,

Sandalen. Ich wollte mich wie jeder Yanomami-Indianer

oder jedes Tier zurechtfinden.

Nur mit meinem Survival-Wissen. Das hat

drei Wochen gedauert.“

Kapitel II – der

ABEN-

TEURER

Fernweh, Erholung und Bedrohung

sind wie eine Symbiose, die mein

Wesen ausmachen und zu meinem

Adrenalinquell wurden. Ich stehe

unter Dauerstrom. Weder Müßiggang

noch Langeweile oder die

Vokabel Rentner haben darin Platz.

Wie sähe ein Ranking Ihrer größten

Abenteuer aus?

Fast alles war zu seiner Zeit „das

Größte“, wenn ich es noch nie

gemacht hatte. Müsste ich es heute

noch einmal wiederholen, empfände

ich es als reizlos, weil es eine

Wiederholung wäre. Schlaftablette

Routine. Es war für mich stets

reizvoll, die denkbaren Schwierigkeiten

eines jeden Vorhabens

vorher bestmöglich zu analysieren

und sie mit Trainings oder geistigen

Vorbereitungen unter Kontrolle zu

bringen. Survivalisten-Schach.

Auf Ihren Reisen haben Sie auch

mal Ungewöhnliches gegessen –

denken Sie, dass gebratene

Blindschleiche die Gastronomie

Bielefelds bereichern würde?

Nein, es gibt Leckereres. Heuschrecken

und Mehlwürmer zum Beispiel.

Vierzig Jahre war ich verrufen in

Deutschland als "Würmerfresser der

Nation". Damit musste ich leben. Bis

ich vor zwei Jahren von der Weltgesundheitsbehörde

voll rehabilitiert

wurde! Sie hat höchstmenschenamtlich

2.000 Insekten zur empfehlenswerten

Nahrung der Zukunft erklärt.

Welch ein Durchbruch! Spontan

habe ich das mit einem Survivor-Sekt

gewürdigt: Teichwasser mit lebenden

Wasserflöhen und Mückenlarven!

Prickelt total.

LIEBEFELD - 30 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN

Wer erlebt das perfektere Abenteuer:

der mutige, tollkühne und

leichtsinnige oder der überlegte

und organisierte Abenteurer?

Mut ist eine wichtige Voraussetzung

für jedes große Abenteuer. Ihn muss

auch der überlegende Organisierer

haben. Wenn Mut sich jedoch auf

bloße Tollkühnheit reduziert, wird

man schnell zum Selbstmordkandidaten.

Tollkühnheit ist nur dann entscheidend

fürs Überleben, wenn man

bei Bedrohung keine Alternative

mehr hat. Der Leichtsinnige sollte

lieber täglich sein Testament auf den

neusten Stand bringen. Der Organisierte

wird unnötige Risiken durch

Vorbereitungen minimieren, aber

den Restrisiken eine Chance lassen.

Auch ich habe mich nie zugeplant.

Fairerweise habe ich dem Restrisiko

immer eine Chance gelassen. Erst

das macht aus einem Spaziergang

ein Abenteuer. Das unplanbarste

wirkliche Risiko bleibt der Mensch.

Tiere und die Naturgewalten

hingegen sind berechenbar.

25 Überfälle überstanden, in der

Gewalt von aufständischen Rebellen

gewesen, Sie aßen Heuschrecken,

eitrige Kaninchen, Wanderratten,

um auf Ihren Trips zu überleben –

Sie haben jeder Gefahr getrotzt.


Entschuldigen Sie die pietätlose

Frage, aber: Wie sieht für Sie

eigentlich der perfekte Abgang aus?

Perfekt wäre ein Tod wie der meines

Freundes Michael am Blauen Nil:

ohne Anruf,

Kopfschuss

von hinten.

BIELEfriends

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Infos, Teilnahmebedingungen und Bewerbungsunterlagen unter: www.lebenswertes-bielefeld.de


»Rein rechnerisch ist es der größte ‚Bürgerkrieg‘ der

Menschheit: die Gesellschaft gegen die Frauen, seit

5.000 Jahren, 8.000 Opfern täglich und vielen Toten.«

Nehberg

Kapitel III – der

MENSCHEN-

RECHTLER

Sie konzentrieren sich heute voll auf Ihre

Aufgabe als Menschenrechtler – eine

weitere Facette, die vor mehr als 35

Jahren ihren Ursprung hatte ...

1980 habe ich von brasilianischen Menschenrechtlern

erfahren, dass dort im

Regenwald ein Bürgerkrieg ablief, den

Brasilien offiziell kleinredete. Pfeile gegen

Feuerwaffen. 65.000 Goldsucher gegen

eine Handvoll Yanomami-Indianer. Sie

standen vor ihrer Ausrottung. Ich wollte

mir einen eigenen Eindruck verschaffen

und fuhr zu ihnen. Ein Fischerboot brachte

mich so weit es ging die Nebenflüsse des

Rio Negro hoch. Dann folgte eine Woche

Fußmarsch. Nur mit Minigepäck, einer

Mundharmonika und einem einzigen

Satz in ihrer Sprache: „Nicht schießen,

ich bin ein Freund.“

Ein prägender Moment ...

Ein Thema, das Sie mehr umtreibt als

jede Survival-Reise?

Ja. Denn die Tragödie der weiblichen

Genitalverstümmelung sprengt alle meine

vorherigen Erfahrungen. Wir sind

Augenzeugen des Dramas geworden. Rein

rechnerisch ist es der größte „Bürgerkrieg“

der Menschheit: die Gesellschaft gegen die

Frauen, seit 5.000 Jahren, 8.000 Opfern

täglich und vielen Toten. Die Überlebenden

sind ihrer Würde und Seele beraubt

und können sich nicht von selbst aus der

Situation befreien, weil das die Gesellschaftsstruktur

nicht zulässt. Es bedarf

der Hilfe von außen, der Gespräche auf

Augenhöhe unter Freunden und ohne die

übliche westliche oder christliche Überheblichkeit.

Sie gründeten dafür Ihre Menschenrechtsorganisation

TARGET. Mit welchem Ziel?

Die Begegnung mit diesem allerletzten

noch existierenden Urvolk des Kontinents

war es, die mein Leben komplett verändert

hat. Als Augenzeuge der Vernichtung

wandelte ich mich ungeplant vom Abenteurer

zum Aktivisten für Menschenrechte.

Es entstanden TV-Filme, Bücher

und medienwirksame Aktionen wie die

Atlantiküberquerungen oder Konsultationen

des Papstes und der Weltbank. Im

Jahre 2000 war die internationale Lobby

für die Yanomami ausreichend groß und

sie erhielten einen akzeptablen Frieden.

Seit 2000 setzen Sie sich gemeinsam

mit Ihrer Frau Annette für ein Verbot der

weiblichen Genitalverstümmelung ein.

Nachdem wir recherchiert hatten, dass

80 Prozent der Opfer Muslimas sind (die

übrigen sind Christen und Andersgläubige)

und die Tradition oft und falsch mit

dem Koran (und der Bibel) gerechtfertigt

wird, stand unsere Strategie fest, es mit

der Ethik des Islam zu versuchen. Und

zwar ausschließlich mit dem Islam und

ausschließlich gegen weibliche Genitalverstümmelung.

Wir wollten die höchsten

Geistlichen davon überzeugen, den

Brauch als Verbrechen einzustufen und

zur Sünde zu erklären. Als deutsche

Organisationen, die angeblich für Frauenrechte

kämpfen, unsere Idee als absurd

einstuften, haben wir unsere eigene

Organisation gegründet: TARGET, die

beste Idee unseres Lebens.

LIEBEFELD - 32 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


Wie können Interessierte Ihre

Organisation unterstützen?

Mit nur 15 Euro jährlich, gern auch

mehr, kann man bei uns Förderer

werden. Dies ermöglicht es schon

Jugendlichen, indirekt mitzuwirken.

Es gibt Schüler, die gewaltige Aktionen

an ihren Schulen durchführen.

Beispielsweise Sponsorenläufe und

Flohmärkte. Weitere Anregungen

zum Mitmachen findet man auf

der #TARGET-Website.

Haben Sie noch Träume/Ziele,

die Sie diesbezüglich unbedingt

erreichen wollen?

Meine ultimative und finale Vision

ist, in Zusammenarbeit mit den

saudi-arabischen Entscheidungsträgern

die Botschaft von der Unvereinbarkeit

weiblicher Genitalverstümmelung

mit den Werten

der Religion als „Fatwa des Jahres“

in Mekka zur Pilgerzeit zu

verkünden. h

HASHTAGS

#Teutoburger Wald

Gestern noch ein Schlachtfeld, heute

beliebtes Wandergebiet: Der Teutoburger

Wald bietet eine breite Palette an Kulturund

Naturerlebnissen. Einige bekannte

Ziele sind das UNESCO-Welterbe Corvey

oder das Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

> www.teutoburgerwald.de

#Autor

> www.ruediger-nehberg.de/

buecher.htm

#TARGET-Website

Bielefelder – spendet für die gute Sache:

> target-human-rights.de

Bankverbindung Spendenkonto

Sparkasse Holstein

TARGET e.V. Ruediger Nehberg

BIC /SWIFT: NOLADE21HOL

IBAN: DE16 2135 2240 0000 0505 00

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Nettodarlehensbetrag: 20.456,72 EUR

Sollzinssatz p. a.*: 1,99 %

Effektiver Jahreszins: 2,01 %

Gesamtbetrag:

7.164,00 EUR

Kraftstoffverbrauch innerorts: 6,3 l/100 km, außerorts: 4,4 l/100 km, kombiniert: 5,3-5,1

l/100 km, CO2-Emission komb.: 124-119g/km, Energieeffizienzklasse: B. * gebunden für die

gesamte Vertragslaufzeit. Zzgl. 875,00 EUR für Zulassung, Transport und Überführung. Ein

Angebot der BMW Bank GmbH, Stand 11/2016. Fahrzeug ausgestattet mit Schaltgetriebe.

Abbildung ähnlich, zeigt Sonderausstattung. Angebot gültig bis zum 30.12.2016.

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Autohaus Becker-Tiemann

Bielefeld GmbH & Co. KG

Am Niedermeyers Feld 6

33719 Bielefeld | Tel. 0521 16399-0


EINE

COFFEE-

LOVE-STORY

VIELE MENSCHEN TRÄUMEN DAVON, MAL EIN EIGENES CAFÉ ZU ERÖFFNEN.

MARIA ZENS HAT IHN WAHR GEMACHT. „ES SOLLTE EIN ORT WERDEN, AN DEM

MAN SICH ZU HAUSE FÜHLT UND SINNLICHE ERLEBNISSE GENIESST“, SAGT

DIE 30-JÄHRIGE BIELEFELDERIN MIT MEXIKANISCHEN WURZELN.

Jeder, der das #CafédeMaria an der Sudbrackstraße betritt, gerät nicht nur wegen des wunderbaren Duftes nach frischem

Kaffee in Verzückung, sondern auch wegen der Herzlichkeit, die die Gastgeberin Maria versprüht.

Ein Jahr ist es nun her, dass sie ihr Café eröffnet hat. Möglich wurde das auch wegen der Hilfsbereitschaft zahlreicher Bielefelder:

Auf ihrer Website hatte sie aufgelistet, was dem Café noch fehlt, von Weckgläsern über Stühle bis hin zu einem Steuerberater:

„Ich bin glücklich, dass diese Crowdfunding-Aktion der alternativen Art so ein großer Erfolg war.“ Ansonsten war vieles Learning

by Doing, auch das Backen und Kochen. Offensichtlich mit Erfolg: „Den Gästen scheint es jedenfalls zu schmecken“, freut

sich Maria.


INTERVIEW: REBECCA SCHIRGE

FOTOS: DIMITRIE HARDER

Die große Kunst der Kaffeezubereitung erlernte sie in einem Barista-Kurs, seitdem experimentiert sie viel herum, denn Kaffee sei

eine Wissenschaft für sich. „Viele Menschen schütten einfach Milch in ihren Kaffee, damit er schmeckt, das ist schade. Man

muss ihn pur trinken, um seine Vielfalt zu entdecken. Wein hat 500 Aromen, Kaffee hingegen 800, er kann zum Beispiel

Noten von Marzipan, Schokolade oder roter Traube haben.“

Und welche Sorte mundet der Expertin am besten? „Äthiopischer Yirgacheffe, er kommt einem Tee sehr nahe und ist wunderbar

mild und fruchtig. Der perfekte Kaffee für einen perfekten Moment. Ich habe ihn das letzte Mal bei einem Sonnenaufgang am

Strand getrunken.“ Immer dieselbe Sorte würde aber schnell langweilig werden, „je nachdem, wie ich mich gerade fühle, schmeckt

der Kaffee anders. Es gibt für jeden Anlass und jede Speise den passenden Kaffee“, so Maria. Welcher das jeweils ist, kann man

bei einem von Marias Kaffee-Erlebnis-Seminaren erforschen, die sie regelmäßig anbietet – und ganz nebenbei Marias

Leidenschaft für die Kaffeebohne live miterleben.

Maria, wohin in Bielefeld zieht dich dein Kaffee-Näschen,

wenn du nicht gerade in deinem eigenen Café an einer

Tasse nippst?

1. „Ich sitze sehr gerne im #CoffeeStore,

am liebsten am großen Fenster, und trinke

einen Cappuccino. Der schmeckt mir hier

am besten und der Kaffee ist aus Direct

Trade Kaffeebohnen gemacht. Ich habe die

Kaffeebauern, die die Bohnen liefern, auch

schon mehrmals persönlich getroffen und

weiß, dass der Coffee Store zu 100 % hinter

dem Kaffee stehen kann!“

2. „Ins Hot Roasted Love (S. 36) gehe ich

freitagnachmittags unheimlich gerne

einen Kaffee trinken. An diesem Tag

verkaufen sie ihre gerösteten Bohnen und

schenken verschiedene Probier-

kaffees aus. Es ist eine einmalige Atmosphäre,

wie ein kleiner Familientreff.“

3. „Im #Mokkaklatsch (S. 21) trinke

ich auch immer wieder Mal einen

Cappuccino. Dort kann ich gut träumen

und neue Ideen und Gedanken aufschreiben.“

4. „Ganz anders ist das Café im

#Bauernhausmuseum (S. 15), da war

ich neulich. Es fühlte sich dort so sehr

nach Geborgenheit an, wie bei meiner

Oma. Das wäre auch ein Ort, wo ich mir

wieder eine Auszeit gönnen würde.“

HASHTAGS

#CafédeMaria

Sudbrackstraße 31

POR EL AMOR

AL CAFÉ

Öffnungszeiten:

montags-donnerstags:

7-15 Uhr

donnerstags zusätzlich:

15-18 Uhr

> www.cafedemaria.de

> www.cafedemaria.de/blog

#TheCoffeeStore

Obernstraße 2,

33602 Bielefeld,

Telefon 05 21/9 71 07 95

> www.coffee-store.de

LIEBEFELD - 35 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


GANZ SCHÖN

ABGEBRÜHT

KAFFEEKULTUR IN BIELEFELD

Gut Ding will Weile haben. Das gilt auch für Kaffee. Denn nur durch ein schonendes Röstverfaren

können sich seine Geschmacksaromen voll ausprägen. Viele herkömmliche Kaffeeproduzenten interessiert

das jedoch nicht die Bohne, sie wollen es lieber schnell und industriell. Wie gut, dass

Kaffeeliebhaber nicht in Wien oder Bella Italia leben müssen, um trotzdem glücklich zu werden.

Auch Bielefeld ist auf den erlesenen Geschmack gekommen und verfügt über kleine, aber feine

Kaffeeröstereien und Manufakturen, die für Gaumenfreuden sorgen.

Hot Roasted Love

Kaffeewelt

Eisbrenner

Kaffeeprinzen

Die

Röstwerkstadt

Was haben das legendäre Burning

Man Festival in der Wüste Nevadas,

Reykjavik und Bielefelder Kaffee

miteinander zu tun? Das erklärt

Hot-Roasted-Love-Inhaber Sascha

Kaiser ausführlich auf dem Blog

seiner Website. In Kurzform: Während

seiner Reisen kam dem Bielefelder

der Wunsch, seine Heimatstadt

mit Kaffeeköstlichkeiten zu

beglücken und dabei (durch fairen

Handel) Karmapunkte zu sammeln.

Eine Crowdfunding-Aktion half ihm

beim Start: Heute finden Liebhaber

des Heißgetränks allerlei Spezialitäten

in der Manufaktur. Darunter

auch den Liebefeld-Kaffee, der

aus fairem Direkthandel in Ecuador

stammt.

Hot Roastet Love

Röstmanufaktur

Sascha Kaiser

Rohrteichstraße 51

mail@hotroastedlove.de

Rösterei-Direktverkauf:

freitags 16-19 Uhr

» www.hotroastedlove.de/hrl

Es war eine Jamaika-Reise, die die

Eisbrenners zu Kaffeeröstern

machte. In einer traditionell bewirtschafteten

Kaffeeplantage in

den Blue Mountains entdeckte das

Ehepaar eine Rarität, die ihnen besonders

gut mundete. Und auch

als Mitbringsel für Freunde und

Verwandte fand die Bohne großen

Anklang. Die Idee, eine eigene

Kaffeerösterei zu gründen, war

dann nur noch eine Frage der Zeit.

Mittlerweile findet man in der

Kaffeewelt Eisbrenner Sorten aus

verschiedensten Anbauregionen

der Welt, so auch den Bielefeld-

Kaffee: einen Direktimport aus

Bielefelds Partnerstadt Estelí in

Nicaragua. Alle Kaffees werden

schonend in einem hochwertigen

Trommelröster gebrannt.

Kaffeewelt Eisbrenner

Altenhagener Straße 272

» www.kaffeewelt-eisbrenner.de

Bei Ulli Dammert und Rainer Deppe

geht es royal zu, zumindest namentlich.

Seit mehr als acht Jahren

machen die Kaffeeprinzen Freunde

des schwarzen Heißgetränks mit

ihren veredelten Produkten glücklich.

Bei ihnen kommt ein Trommelröster

der Firma Diedrich zum Einsatz,

in dem mehrmals die Woche

jede Kaffeesorte einzeln in kleinen

Chargen und bei niedrigen Temperaturen

geröstet wird. Der Rohkaffee

stammt aus Zentral- und

Lateinamerika, Afrika, Indien und

Indonesien. Auch immer mehr biound

fairtradezertifizierte Ware ist

im Angebot.

Kaffeeprinzen

Lange Str. 1, 33803 Steinhagen

(bei Bielefeld)

info@kaffeeprinzen.de

Öffnungszeiten Verkauf:

freitags: 11-18 Uhr und

samstags: 10-14 Uhr

» www.kaffeeprinzen.de

Je höher das Anbaugebiet, desto

kostbarer die Bohne – das ist nur

eine von vielen Eigenheiten des

Kaffees, die in der Röstwerkstadt

im Bielefelder Westen berücksichtigt

werden. Auch Geschäftsführerin

Annik Erdmann hat sich für das

besonders schonende Trommelröstverfahren

per Hand entschieden.

Neben einem Standardsortiment,

in dem süd- und mittelamerikanische

Sorten wie Brasilien

Santos Grinders, Costa Rica SHB

oder Honduras High Grown zu

finden sind, probiert die Röstwerkstadt

immer wieder neue exotische

Sorten aus. Neugierig? Im hauseigenen

Café können die Ergebnisse

direkt verkostet werden.

Die Röstwerkstadt

Weststraße 62

info@dieroestwerkstadt.de

montags-freitags: 9-18 Uhr

samstags: 10-15 Uhr

» www.dieroestwerkstadt.de/

kaffee.html

LIEBEFELD - 36 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


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Montag bis Freitag: 10:00 - 18:30 Uhr

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10:00 - 16:30 Uhr

Sonntag Schautag: 14:00 - 18:00 Uhr

(sonntags keine Beratung, kein Verkauf)

Qualität seit über 100 Jahren


„BIELEFELD?

... WIE EIN

SOUNDTRACK

VON DIDO.“

KAUM 18 JAHRE ALT GEWORDEN, VERLIESS KRISTIN SHEY DEN HOF DER ELTERN IM

LÄNDLICHEN HOBERGE UND ZOG MIT IHRER GITARRE ALS STRASSENMUSIKERIN DURCH

KALIFORNIEN. IHREN TRAUM VOM KÜNSTLERDASEIN GAB SIE AUCH NACH IHRER

RÜCKKEHR NACH DEUTSCHLAND NICHT AUF. 2015 FEIERTE SIE IHREN BISHER GRÖSSTEN

ERFOLG: IHR SONG »BOOMERANG« WURDE ZUR OFFIZIELLEN HYMNE DES HEINEKEN

RUGBY WORLDCUP. WARUM BIELEFELD IHRE BASIS IST UND ES IHR ANGST MACHT,

WENN UNTER IHREN ZUSCHAUERN DUTT-TRÄGER SIND? WIR WOLLTEN MEHR ERFAHREN:

BEI EINEM ESPRESSO MIT DER 31-JÄHRIGEN IN IHRER GADDERBAUMER WOHNUNG.

LIEBEFELD - 38 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


Als ich eben an deiner Haustür klingeln

wollte, konnte ich „Shey“ gar nicht finden.

Wirst du von verrückten Fans verfolgt und

musst du dich schützen?

Kristin Shey: Nein, zum Glück nicht (lacht).

Shey ist nur mein Künstlername, eigentlich

heiße ich Boge, doch das klang mir damals

zu langweilig. Ich dachte damals, wenn ich

englische Texte singe, muss ich auch einen

englisch klingenden Namen haben.

Ach so, und ich dachte, du hättest eine

exotische Herkunft, und wollte dich fragen,

wie es dazu gekommen ist, dass du in

Bielefeld gelandet bist.

Ich bin in Bielefeld geboren und aufgewachsen,

ganz unspektakulär. Meine Eltern

haben einen Hof in Hoberge und ich bin

auf die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule

in Bethel gegangen.

Wolltest du als Kind schon Sängerin werden?

Nein, seit meiner Jugend.

War es danach schwierig für dich,

wieder nach Bielefeld zurückzukehren?

Damals wäre ich gerne dort geblieben. Doch

ich mag das Übertriebene der Amis nicht,

zum Glück habe ich auch Ausnahmen kennengelernt.

Ich mag die Musik und die Landschaft

der USA, bei der aktuellen politischen Situation

bin ich aber froh, nicht dort zu leben.

Was hält dich in deiner Heimatstadt?

Bielefeld ist meine Base. Ich mag das Grün,

ich kann mit meinem Hund Woody direkt vor

der Tür in den Wald gehen, trotzdem bin ich

schnell in der Stadt. Und ich mag, dass hier

nicht dauernd Hallogalli ist, das würde mich zu

sehr ablenken. Würde ich in Berlin leben, gäbe

es da für mich zu viele Eyecatcher. Ich würde

den ganzen Tag Leute anschauen und müsste

mich immerzu ermahnen: „Kristin, hör auf zu

starren!“ (lacht) Außerdem ist von Bielefeld

aus alles in Deutschland gut zu erreichen, das

ist für meine Touren ideal, zudem lebt meine

Familie hier.

Als Kind wollte ich

Bundeskanzlerin werden.

Im Ernst?

Ja, ich habe auch immer Briefe an Helmut Kohl

geschrieben, mit so Sachen wie „Bitte denken

Sie an den Umweltschutz und die Tiere“. Es

kamen dann sogar Antworten, zwar nicht von

ihm selbst, aber immerhin von seiner Sekretärin.

Und wann startete deine Gesangskarriere?

Ich habe schon als Kind gerne gesungen, mit 13

lernte ich Gitarre. Als ich endlich 18 war, habe

ich sie mir eingepackt und bin für drei Monate

durch Kalifornien gereist. Finanziert habe ich

mir das durch Auftritte.

Wow, hattest du keine Angst?

Nein, früher war ich völlig angstbefreit,

irgendwie toll. Ich habe das Gefühl, je älter

man wird, desto ängstlicher wird man. Man

fängt immer an, alles abzuwägen. Das war

früher anders.

Wieso hat es dich ausgerechnet in die

USA gezogen?

Ich hatte eine Großtante in San Francisco,

die war arschcool, die wollte ich schon immer

besuchen. Und ich hatte eine romantische

Vorstellung von der ganzen Gegend dort.

Gibt es auch Nachbesserungsbedarf?

Es könnte schon ein paar mehr coole Clubs

und Locations für Auftritte geben.

Wenn Bielefeld einen Soundtrack hätte,

welcher wäre das?

Oh Gott, puh, das ist eine schwierige Frage.

Etwas von Dido vielleicht. Nicht untief,

aber trotzdem seicht.

Wann kommen dir die besten Textideen?

Ich brauche regelmäßig „Drömmelzeit“, das

ist für mich die beste Inspiration. Auch beim

Spazierengehen, auf Autofahrten, beim Putzen

oder Kochen kommen mir Ideen. Aber auch

im Übermut, immer, wenn ich mich mehr als

normal gut oder schlecht fühle, also so ein

bisschen „drüber“. Mal schreibe ich einen

Song in anderthalb Stunden, mal brauche ich

mehrere Tage.

Ein Künstlerdasein gilt als hartes Brot,

kannst du dich damit finanzieren?

Ja, das geht, wenn man nicht zu hohe Ansprüche

hat. Ich bin ja breit aufgestellt. Ich gebe

Gesangsunterricht, es gibt Kristin Shey solo,

mein Jazzquartett und das Kristin Shey Trio. Mit

den beiden Jungs nehme ich übrigens gerade

INTERVIEW: REBECCA SCHIRGE

FOTOS: REBECCA SCHIRGE, JENS FRICKE


D I E

* * *

5

B I E L E F E L D

* * *

B E S T- O F - F I V E

Die Bielefeld

BEST-OF-FIVE

von Kristin

1. DER TEUTOBURGER WALD: »Vormittags ist

immer Spaziergehzeit mit meinem Hund Woody.«

2. DIE EXTRA-BLUES-BAR: »Da lese ich

gerne Nietzsche und Kafka und trinke ein Bier

dabei. Manchmal kommen mir da auch Ideen für

Gedichte, aber die sind privat.«

3. DAS TROPICAL: »Ich liebe Tapas!«

4. DAS NUMA: »Irgendwie lande ich da immer.«

5. DIE OSTERIA: »Die Pizza dort ist der Hammer.«

unser erstes komplettes Album auf. Auf

#www.gofundme.com läuft gerade eine

Crowdfunding-Kampagne, damit wir es

finanzieren können.

Bist du vor einem Konzert oft aufgeregt?

Zum Glück kommt das selten vor. Das

letzte Mal war bei der #Filmhausparty

in Bielefeld.

Wie kommt’s, müsste das nicht ein

Heimspiel für dich gewesen sein?

Da waren so viele Leute und vor allem die

Coolen. So Hipster, diese mit Bart und Dutt

(lacht). Jeder möchte ja irgendwie auch cool

sein, und dass die da alle standen, hat mich

nervös gemacht.

Bekommst du viel positives Feedback

oder sogar Liebesbriefe?

Briefe nicht, aber Liebesmails gab es

schon mal. Das Schönste ist für mich,

wenn mir jemand nach einem Auftritt

sagt, dass er Tränen in den Augen oder

eine Gänsehaut hatte.

Hast du ein Idol?

Merrill Garbus von Tune-Yards, die ist

eine megakrasse Künstlerin, die mich

sehr inspiriert. Sie ist sehr originell und

mutig in ihrer Musik. Sie macht Pop, Jazz

und Weltmusik. Und sie ist eine starke

Frau. (Shey springt plötzlich auf und ruft:

„Einen Moment, ich muss gerade mal

die Platte umdrehen!“)

Cool, du hast einen Plattenspieler?!

Ich liebe Schallplatten. Es ist schade,

dass heute kaum noch jemand ein ganzes

Album durchhört, dabei hat sich der

Künstler bei der Zusammenstellung ja

eigentlich etwas gedacht. Viele lassen

sich nur noch von Musik berieseln,

anstatt wirklich zuzuhören.

Wie sieht es dann mit Radio aus,

das hören ja viele auch eher, um sich

berieseln zu lassen.

Puh, also Radio mag ich erst abends

spät hören, dann kommt auf manchen

Sendern gute Musik, nicht dieser Charts-

Kram, der sich den ganzen Tag wiederholt.

Und ich höre gerne WDR 5, alles

andere ist so anspruchslos.

Gibt es etwas, was du gerne mal

machen würdest, was man vielleicht

nicht unbedingt von einer blonden,

hübschen jungen Frau wie dir erwartet?

Hmm … (überlegt). Ich würde gerne mal

ein Autorennen fahren, so Formel-1-

mäßig. Und ich würde gerne schießen.

Ich war auch kürzlich mit meinem

Bruder auf der #RifleRanch in Borgholzhausen

und habe mit einem Großkaliber

geschossen, das hat richtig viel

Spaß gemacht. Aber ganz wichtig: Von

meiner Grundeinstellung her bin ich

Pazifistin. Also ich bin gegen Gewalt. h

LIEBEFELD - 40 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN

HASHTAGS

#www.gofundme.com

Crowdfunding-Kampagne

#RifleRanch

Ins Schwarze treffen

Eine halbe Stunde von Bielefeld

entfernt, kann jedermann sein Können

an der Knarre testen. Natürlich nur

unter fachkundiger Anleitung.

Nienkamp 14, 33829 Borgholzhausen

> www.rifleranch.de

#Filmhausparty

Das ist Kult

Hier muss man mal gewesen sein,

denn sie ist eine der legendärsten

Partys in Bielefeld, mit DJs, Livemusik,

Projektionen und ungewöhnlichen

Willkommensaktionen. Dresscode:

von alternativ bis freakig.

August-Bebel-Straße 94,

33602 Bielefeld

> www.filmhaus-bielefeld.de


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RÜCKBLICK: UNSER EVENT ZUR LIEBEFELD-PREMIERE!

KLAUS LAS KLAUS

bei Klaus

Wenn Liebefeld liest zur Vorstellung der Premiereausgabe

einlädt, sind die begrenzten Plätze schnell vergeben: So

geschehen Anfang Juni, als Klaus Stuckenbröker – der

„Tatortreiniger“ – seine privaten Räume für einen „kleinen“

Besucherkreis öffnete. Rund 100 Gäste lauschten seiner

Stimme, als er in seiner urigen Art aus seinem eigenen

Liebefeld-Interview vorlas. Anschließend wurde bei Schnittchen,

Bier und Gin Lossie noch ein wenig geplauscht und

über die erste Liebefeld liest-Ausgabe räsoniert. Prädikat

des Events: besonders gesellig! Ihr wollt mehr Bilder sehen

oder beim nächsten Mal dabei sein? Wir sagen euch wann

und wo – auf www.facebook.com/liebefeld

FOTOS: JAN ASSION

LIEBEFELD LIEST 2017

Wir können es einfach nicht lassen und hocken bereits über der nächsten Liebefeld liest-Ausgabe, die für das Frühjahr

2017 fest eingeplant ist. Und als total offene Geister freuen wir uns natürlich weiterhin über eure Meinung und Ideen.

Feedback immer gerne an: redaktion@liebefeld-liest.de

Bis dahin wünschen wir allen Liebefeldern eine liebevolle Festzeit und einen liebenswürdigen Übergang ins nächste Jahr!

Euer Liebefeld-Team

LIEBEFELD - 42 - DAS INTERVIEW-MAGAZIN


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Grönenberger Straße 2-8

49324 Melle

MENSING DETMOLD

TEXTILH.GMBH

Lange Straße 20-24

32756 Detmold


Ehrensache

Schenken Sie Sie unseren Patienten Ihre Zeit! Wir Wir freuen uns über Ihr

Ihr

ehrenamtliches Engagement in in den Bereichen:

Engagement für für Kinder | | Begleitung | von von Patienten auf auf den den Stationen | Begrüßung | am am Empfang |

|

Hospizarbeit | | Grüne | Damen | | Büchereiarbeit | | | HELP | – – Präventionsprogramm für für ältere Menschen |

|

und und weitere spannende Einsatzfelder ehrenamtlichen Engagements

„Es „Es bedeutet mir mir viel, viel, Menschen während ihres

ihres

Aufenthalts hier hier im im EvKB EvKB zu zu begleiten.

Ich Ich nehme mir mir dafür dafür bewusst Zeit, Zeit, höre

höre

zu, zu, bin bin einfach da da und und helfe helfe vorzu-

bereiten – auf – auf das, das, was was kommt.

Dabei habe habe ich ich in in den den letzten Jahren

ganz ganz intensive Momente erlebt.“

Nina Nina Ross

Ross

Information

Information und

und und

Kontakt:

Kontakt:

Ev. Ev. Krankenhaus Bielefeld

Ev. Krankenhaus Bielefeld

Sandra Kläsener | Referentin | Ehrenamt

Sandra Kläsener Referentin Ehrenamt

Tel.: Tel.: 05 05 21 21 | 7 | 727 72 – 7 – 93 7 93 60 60

Tel.: 05 21 72 93 60

E-Mail: sandra.klaesener@evkb.de

E-Mail: sandra.klaesener@evkb.de

www.evkb.de/ehrenamt

www.evkb.de/ehrenamt

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