Sachwert Magazin_2017-02_web

sachwertmagazin

Nr. 02 | 2017 www.sachwert-magazin.de

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Inhalt

24

Sachwert Roundtable Wohin geht

die Entwicklung im Anlagebereich?

16

Trump Befeuert er die weltweiten

Rohstoffmärkte?

Bilder: Sachw. RT: J. Wilkens, Trump: Depositphotos/ginophotos1, Meier: Gök

vv

Inhalt 02/2017

5 Editorial Editorial von Julien Backhaus

Geldpolitik

6 James Rickards: Das Gold und die FED

12 James Rickards: Cyber-finanzieller Krieg

16 A. Kroll: Trump und die Rohstoffmärkte

Geldanlage

24 Expertenrunde: Sachwert Roundtable

28 Diamanten: Funkelndes Investment

32 Sandra Navidi: Netzwerken

34 Lencke Steiner: Einen Arschtritt riskieren

Mitarabeiter

38 Hennings: Effiziente Versorgungswerke

Urs Meier

Entscheide!

30

Interviews

30 Urs Meier: Entscheide!

Impressum

Sachwert Magazin ISSN 2197-1587

Redaktion

Waffensener Dorfstraße 54, 27356 Rotenburg

Tel: (0 42 68) 9 53 04-91, Fax: 9 53 04-92

E-Mail: redaktion@sachwert-magazin.de

Chefredakteur (V.i.S.d.P.) Julien D. Backhaus

Redakteurin und Satz Martina Schäfer

Expertenbeirat Thomas Hennings

Projektmanagerin Eva-Maria Backhaus

E-Mail: info@backhausverlag.de

Verlag Backhaus Verlag

Herausgeber, Verleger Julien D. Backhaus

Bremer Straße 24, D-31608 Marklohe

Waffensener Dorfstraße 54, 27356 Rotenburg

Telefon (0 42 68) 9 53 04-91

E-Mail: info@backhausverlag.de

SACHWERT MAGAZIN 2/2017

Druck

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Oskar-Schulze-Straße 12

28832 Achim

Telefon: (04 21) 4 38 71-0

Telefax: (04 21) 4 38 71-33

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Jens Goerlich/Lufthansa

Jens Goerlich/Lufthansa


Editorial

Julien D. Backhaus

Herausgeber und

Chefredakteur

BLM

consult

Editorial

Inflationsschutz Gold

Zurzeit läuft es gut an den Börsen. Auch in den USA befeuert Präsident Donald

Trump die Rekordträume der Börsianer. Erwartet werden Lockerungen der Bankenregulierung

und ein neuer Wirtschaftsboom. Ob das die Kurse nachhaltig

stabil hält, sei dahin gestellt. Ob es Handelskriege, Währungskriege oder neue

Sanktionen geben wird, weiß derzeit niemand.

ISMAIL GÖK BUCKWINKEL

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Entgeltoptimierung

Versorgungswerke

Sachwertstrategien

Solange die Welt nicht weiß, was genau passieren wird, ist Gold die erste

Versicherung. Auch schon vor der Wahl begannen Notenbanken weltweit,

Goldreserven aufzubauen. Wenn wir die Sicherheit einer Währung beurteilen

wollen, fragen wir nach den Goldreserven des Landes. Die Bundesbank ordert

mittlerweile ihre Auslandsbestände zurück in heimische Tresore. Vorbei sind

die Zeiten, als man nur den Kommentar abgab, man habe keinen Grund, der

Lagerung in USA oder Frankreich zu misstrauen. Ob es tatsächlich Misstrauen

ist, wissen wir nicht. Fakt ist aber: Die Bundesbanker möchten es doch wieder

in Deutschland haben. Sicher ist sicher.

Was für die Bundesbank gut ist, kann für den Rest von uns nicht schlechter sein.

Also kaufen Anleger vermehrt Gold. Gerade Rücksetzer werden zum Nachkauf

genutzt. Gold wirft zwar keine direkten Renditen ab, aber das tun andere Anlagen

die nächsten Jahre vermutlich auch nicht. Den werthaltigen Charakter des

gelben Metalls weiß man trotzdem zu schätzen.

Wir haben in dieser Ausgabe wieder spannende Beiträge, wie sich Rohstoffe

und Sachwertanlagen entwickeln werden, wie Sie sich vor den Notenbankexperimenten

weltweit schützen können und wie Sie Ihre Ziele besser erreichen

können.

Viel Vergnügen bei der Lektüre wünscht Ihr

Julien Backhaus

Verleger

• Wir schaffen mehr Liquidität, das heißt

höheres „Netto vom Brutto“ für die Mitarbeiter.

• Wir erzielen eine höhere Mitarbeitermotivation,

das bedeutet eine verbesserte

Mitarbeiterbindung ans Unternehmen.

• Wir optimieren die Ertrags­ und Ergebnissituation

im Unternehmen durch die eigene

Unternehmerkasse.

• Wir erhöhen somit die Lebensqualität für

Menschen, für den Unternehmer und seine

Mitarbeiter.

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


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Telefon 0 9175-90 7680

Amselstraße 4 . 91174 Spalt


Geldpolitik

Das Gold und die FED

Wie funktioniert das System?

Ist die Fed pleite? Das umgangssprachliche

Kürzel »Fed« bezieht sich auf das

gesamte Federal Reserve System, das aus

zwölf regionalen Federal Reserve Banken

besteht, die jeweils den Geschäftsbanken

in der betreffenden Region gehören. Mit

dem Wort »pleite« meinen wir insolvent

– dass ihre Verbindlichkeiten höher wären

als ihre Vermögenswerte, sodass ihr Gesamt-Nettovermögen

negativ wäre. Aber

abgesehen von Definitionen bleibt die

Frage: Ist die Fed pleite?

Ich hatte Gelegenheit, über diese Frage

mit Mitgliedern des »Board of Governors«

(»Vorstands«) zu sprechen, mit Präsidenten

regionaler Federal-Reserve-Banken,

hochrangigen Fed-Mitarbeitern sowie

Präsidentschaftskandidaten und anderen.

Die Antworten, die ich erhielt, waren

»Nein«, »Ja«, »Vielleicht« und »Das spielt

keine Rolle«. Jede dieser Antworten zeigt

einen beunruhigenden Aspekt der Federal

Reserve. Wir wollen uns diese Antworten

etwas genauer ansehen und analysieren,

was die Personen, die sie gegeben haben,

eigentlich damit meinten.

Oberflächlich betrachtet ist die Fed nicht

insolvent. Während ich dies schreibe,

weist die Bilanz der Fed Vermögenswerte

von insgesamt etwa 4,49 Billionen Dollar

aus, Verbindlichkeiten von insgesamt etwa

4,45 Billionen Dollar und ein Gesamtkapital

(Vermögenswerte minus Verbindlichkeiten)

von etwa 40 Milliarden Dollar.

Zugegeben, die Fed ist hochgradig »leveraged«

(»gehebelt«, also fremdfinanziert),

etwa 114 zu 1. Der Leverage-Effekt beziehungsweise

die Fremdfinanzierung verstärkt

die Auswirkungen von Gewinnen

und Verlusten auf das Eigenkapital. Schon

durch einen Verlust von 1 Prozent auf

ihre Vermögenswerte wäre das gesamte

Kapital der Fed vernichtet. In normalen

Aktien- und Anleihemärkten kommt es

ständig vor, dass die Kurse um 1 Prozent

fallen. Die Bilanz der Fed ist hochgradig

gehebelt und hängt am seidenen Faden,

aber technisch gesehen ist die Fed nicht

insolvent.

Das bringt uns zu dem Konzept, der

»marktgerechten Bewertung«. Wie der

Ausdruck schon sagt, bedeutet das, dass

jeder Vermögenswert aufgrund der be-

Ist die Fed

pleite?

XO Ja

XO Nein

XO Vielleicht

XO

Das spielt

keine Rolle

sten verfügbaren Informationen nach dem

aktuellen Marktpreis neu bewertet wird.

Hedgefonds und Wertpapierhändler tun

das jeden Tag, wenn auch die Ergebnisse

nur periodisch berichtet werden. Banken

führen ebenfalls für Teile ihrer Bilanz regelmäßig

eine marktgerechte Bewertung

durch. Manche Vermögenswerte werden

zum Marktpreis bewertet, andere dagegen

nicht, je nachdem, ob diese Anlagen

für den Eigenhandel gedacht sind oder ob

sie langfristige Investments darstellen. Die

Fed bilanziert nicht nach aktuellen Marktwerten.

Aber was wäre, wenn sie es täte?

Wäre sie dann insolvent? Um diese Frage

zu beantworten, müssen wir uns etwas

näher mit den Einzelheiten der Fed-Bilanz

beschäftigen.

Die Preise von kurzfristigen Instrumenten,

zum Beispiel von Geldmarktpapieren mit

dreimonatiger Laufzeit, verändern sich so

gut wie gar nicht. Sie unterliegen so geringen

Schwankungen, dass sie sich kaum

auf die Solvenz der Fed auswirken, selbst

wenn sie marktgerecht bewertet würden.

Das gilt allerdings nicht für Schatzanweisungen

mit zehn Jahren Laufzeit sowie für

30-jährige Staatsanleihen; diese beiden

Instrumente sind sehr volatil (schwankungsanfällig).

Tatsächlich nimmt die Volatilität

(die technisch als »Laufzeit« bezeichnet

wird) bei niedrigeren Zinsen zu.

Bekanntlich waren die Zinsen in den vergangenen

sechs Jahren nahe ihren historischen

Tiefstständen, was bedeutet, dass

solche Instrumente besonders anfällig

für starke Schwankungen des jeweiligen

Marktwertes waren.

In der Bilanz der Fed werden »U.S. Treasury

securities – Notes and Bonds, nominal«

(»Wertpapiere des US-Finanzministeriums

– Schatzbriefe und Anleihen, nominal«)

in einer einzigen Kategorie zusammengefasst

und zeigen, während ich dies schreibe,

einen Bestand von etwa 2,3 Billionen

Dollar. Darüber hinaus schlüsselt die Fed

diese Bestände nach den regionalen Federal-Reserve-Banken

auf. Von den 2,3

Billionen, die vom Federal Reserve System

insgesamt gehalten werden, stehen 1,48

Billionen bei der Federal Reserve Bank of

New York zu Buche. Das ergibt Sinn, da

die New York Fed die Offenmarktoperationen

für das gesamte System durchführt

und im Rahmen der diversen »Quantitative

Easing«-Programme (QE, »quantitative

Lockerung«) als größter Käufer von

Staatsanleihen auftritt. Die New York Fed

wiederum veröffentlicht eine detaillierte

Aufstellung der US-Staatsanleihen, die sie

unter ihrem System Open Market Account

(SOMA, »systemweites Offenmarktkonto«)

hält. Mithilfe dieser detaillierten

Informationen über diese Wertpapiere,

eines tagesaktuellen Börsentickers sowie

herkömmlicher Anleihen-Rechenregeln

ist es möglich, diesen Teil der Fed-Bilanz

marktgerecht zu bewerten.

Die Daten der New York Fed zeigen, dass

die Fed auf dem Höhepunkt der QE2-

und QE3-Programme große Mengen von

sehr schwankungsanfälligen Zehn-Jahres-

Schatzbriefen gekauft hat. Für QE2 fanden

diese Käufe in der Zeit von November

2010 bis Juni 2011 statt, für QE3 von September

2012 bis Oktober 2014. Verwendet

man nur diese Daten, war die Fed zu

bestimmten Zeiten zwischen Juni und Dezember

2013 technisch insolvent, wenn

man eine marktgerechte Bewertung dieser

Wertpapiere zugrunde legt. Zu dieser

Zeit erbrachte eine Zehn-Jahres-Anleihe

eine Umlaufrendite von etwa 3 Prozent.

Zum Zeitpunkt der entsprechenden Käufe

brachten die meisten dieser Zehn-Jahres-

Schatzanweisungen Renditen von 1,5 bis

Bild: Depositphotos/Zooom

6

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


2,5 Prozent. Diese Veränderung der Renditen

vom 1,5- auf das 3-Prozent-Niveau

hätte durch marktgerechte Bewertung

zu erheblichen Wertabschreibungen auf

diesen Teil des Portfolios der Fed geführt

– mehr als genug, um das dünne Kapitalpolster

von seinerzeit 60 Milliarden Dollar

aufzuzehren.

Gegen Ende Januar 2013,

als die Renditen gerade

zu steigen begonnen hatten,

war ich in Vail, Colorado,

bei einem Freund

zum Abendessen eingeladen.

Am Tisch saß auch

ein Mann, der vor Kurzem

aus dem »Board of Governors«

(Vorstand) der Federal Reserve ausgeschieden

war und QE1, QE2 und den

Beginn von QE3 als Vorstandsmitglied

miterlebt hatte. Ich bin ein Mensch, der

sich nicht scheut, auch heikle Themen anzusprechen,

und nach einigem höflichen

Geplauder über Belangloses sprach ich

den Ex-Governor direkt an und sagte zu

ihm: »Es sieht so aus, als sei die Fed insolvent.«

Er schien überrascht zu sein und

sagte: »Nein, das sind wir nicht.« Daraufhin

erklärte ich: »Nun, vielleicht nicht in

technischer Hinsicht, aber wenn man eine

marktgerechte Bewertung zugrunde legt,

dann ist es so.« Der Governor erwiderte:

»Niemand hat das durchgerechnet.« Ich

antwortete: »Ich habe es durchgerechnet

und ich glaube, auch andere haben das

schon getan.« Ich sah dem Governor in

die Augen und bemerkte ein leichtes Zucken.

Er antwortete: »Nun ja, vielleicht.«

Und dann, nach einer Pause: »Falls wir

tatsächlich insolvent sein sollten, spielt

das keine Rolle; eine Zentralbank braucht

kein Kapital. Viele Zentralbanken der Welt

haben kein Kapital.« Ich antwortete ihm:

»Ich verstehe Ihren Standpunkt, Governor.

Zentralbanken brauchen aus technischer

Sicht kein Kapital. Allerdings könnte das

eine Überraschung für die Bürger der Vereinigten

Staaten sein. Es gibt gute Gründe

für die Annahme, dass die Solvenz der Fed

im Präsidentschaftswahlkampf 2016 zu

einem wichtigen Thema werden könnte.«

An dieser Stelle bemerkte ich, dass unser

Gastgeber unruhig wurde, und so lenkte

ich das Gespräch wieder auf unverfänglichere

Themen wie Wein und Skifahren.

Ich wollte den Governor nicht in ein Gespräch

über technische Buchhaltungsmethoden

und die Theorie des Zentralbankwesens

verwickeln. Mir kam es allein

darauf an, dass das gesamte Konstrukt

der Federal Reserve und des US-Dollar auf

einem einzigen Stützpfeiler ruht – nämlich

Vertrauen.

Solange das Vertrauen der Bürger erhalten

bleibt, kann das Gelddrucken weitergehen.

Sobald jedoch dieses Vertrauen

verloren geht, kann auch noch so viel

Das gesamte Konstrukt

der Federal Reserve

und des US-Dollar ruht

auf einem einzigen

Stützpfeiler – nämlich

Vertrauen.

Geldpolitik

Gelddrucken die Lage nicht mehr retten.

Meine Sorge ist, dass die Federal Reserve

dermaßen von MIT-Quants (quantitative

Analysten, die am Massachusetts Institute

of Technology studiert haben) und

Akademikern dominiert wird, dass die politischen

Entscheider sich in deren finanzmathematischen

Modellen verlieren und

das Temperament der US-

Bürger und das Vertrauen,

das die Amerikaner ihnen

entgegenbringen, aus den

Augen verlieren.

Anfang 2015 traf ich mich

mit einem weiteren Fed-

Funktionär in Midtown

Manhattan zum Dinner.

Dieses Mal handelte es sich nicht um einen

Governor, sondern einen studierten

Spezialisten, der von Ben Bernanke und

Janet Yellen persönlich ausgesucht worden

war, um die Politik der Fed öffentlich

zu erläutern. Er war kein PR-Profi und in

der Öffentlichkeit kaum bekannt. Er war

ein totaler Insider und hatte sein Büro auf

derselben Etage wie Bernanke und Yellen,

im Hauptquartier der Fed an der Constitution

Avenue in Washington, D. C. (was

Bernanke mir persönlich bestätigte, als ich

etwas später mit ihm sprach).

Auch ihn fragte ich, ob es sein könne, dass

die Fed bei einer marktgerechten Bewertung

insolvent sei. Zu diesem Zeitpunkt

war die Rendite von Zehn-Jahres-Schatzanweisungen

auf unter 2 Prozent gefallen

und viele der zwischen 2010 und 2013 gekauften

Zehn-Jahres-Schatzanweisungen

waren nicht mehr so schwankungsanfällig,

weil bis zu ihrer Fälligkeit nur noch fünf bis

sieben Jahre verblieben. (Eine Zehn-Jahres-

Schatzanweisung, die in fünf Jahren fällig

wird, wird im Hinblick auf ihre Laufzeit

und Volatilität genauso gehandelt wie eine

Fünf-Jahres-Schatzanweisung.) Zum Zeitpunkt

unseres Gesprächs sah es aus, als

hätte die Fed ihre Verluste aus einer marktgerechten

Bewertung wieder hereingeholt

und als sei sie solvent. Dennoch wollte ich

über dieses Thema sprechen, weil die Zinsen

wieder steigen konnten, was zu neuen

Verlusten an den Märkten geführt hätte.

Mich interessierte das Thema »Vertrauen«.

Dieses Mal war die Reaktion weniger

nebulös als bei meinem Gespräch in Vail.

Vielmehr äußerte sich mein Bekannter sehr

entschieden: »Wir sind nicht insolvent und

sind es auch nie gewesen. Es steht alles

in der Bilanz, Sie können es dort nachlesen.«

Bei dieser Aussage bezog er sich

ausdrücklich auf die Phase höherer Zinsen

Mitte 2013. Aber davon ließ er sich nicht

beirren. »Wir sind nie insolvent gewesen.«

Thema erledigt.

Da ich das Anleihenportfolio der Fed nach

den Grundsätzen der marktgerechten

Bewertung durchgerechnet hatte, war

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


Geldpolitik

ich von seiner entschiedenen Aussage

irritiert. Hatte ich vielleicht etwas übersehen?

Hatte die Fed womöglich einen versteckten

Vermögenswert, der die Verluste

Banken übertragen. Dies war der erste

Schritt, um das vorhandene physische

Gold in immer weniger Händen zu konzentrieren

– ein Thema, auf das wir noch

Was sind diese Goldzertifikate wert?

Diese Goldzertifikate wurden zuletzt 1971

marktgerecht bewertet, zu einem Preis

von 42,2222 Dollar pro Feinunze. Aus

diesem Preis und den Daten aus

der Bilanz der Fed errechnen

sich ungefähr 261,4 Millionen

Feinunzen an Gold, also gut 8

000 Tonnen. Bei einem Marktpreis

von 1 200 Dollar pro Feinunze

wäre dieses Gold etwa

315 Milliarden Dollar wert. Da

dieser Goldbestand mit nur

etwa 11 Milliarden Dollar in der

Bilanz der Fed steht, verschafft

dieser Gewinn aus einer marktgerechten

Bewertung der Fed

eine stille Reserve von über 300

Milliarden Dollar.

Wenn man 300 Milliarden Dollar

zum Kapitalkonto der Fed

hinzurechnet, reduziert sich

dadurch deren Fremdfinanzierungsquote

von 114 zu 1 auf

das wesentlich respektablere

Verhältnis von 13 zu 1, was der

Eigenkapitalquote der meisten

im Anleihenportfolio ausgleichen

konnte? Es war klar,

dass mein Freund mich in

diese Richtung lenken wollte,

ohne das jedoch ausdrücklich

sagen zu wollen.

Arbeitslosigkeit, die unsichere Existenz des Schaffenden,

enttäuschte Erwartungen, der plötzliche Verlust von Ersparnissen,

die unmäßigen Gewinne Einzelner – der Spekulanten und Profitgeier –

sie alle gehen in erheblichem Maß auf die mangelnde

Stabilität des Wertstandards zurück.

John Maynard Keynes, Ein Traktat über Währungsreform (1924)

Goldbild: Frank Ulbricht/pixelio, Fort Knox: flickr/Ex22218on-off, Cover FBV

Die Geschichte des Gold-

Zertifikate-Kontos

Ich nahm mir noch einmal die Bilanz der

Fed vor und fand sofort, was ich suchte –

nämlich die allererste Zeile der Bilanz,

die als »Gold certificate account« (»Goldzertifikate-Konto«)

ausgewiesen war.

Während ich dies schreibe, zeigt dieses

Konto einen Bilanzsaldo von 11 Milliarden

Dollar. Dieser Betrag entspricht den

historischen Kosten nach den üblichen

Buchhaltungskonventionen der Fed. Was

wäre, wenn man diesen Posten ebenfalls

marktgerecht bewerten würde, ebenso

wie die Staatsanleihen?

Um dieses Goldzertifikate-Konto zu verstehen,

muss man eine Zeitreise zurück

ins Jahr 1913 machen und im Jahr 1934

einen Zwischenstopp einlegen. Als die

Federal Reserve 1913 gegründet wurde,

mussten ihre privaten Eigentümer, die

Banken in jedem Fed-Distrikt, ihr Gold

an eine der regionalen Federal-Reservezurückkommen

werden.

Im Jahr 1934 unternahm die US-Regierung

einen Schritt, der praktisch einer

Beschlagnahme des gesamten Goldes der

Federal Reserve gleichkam, und übertrug

es in den Besitz des US-Finanzministeriums.

Fort Knox wurde 1937 gebaut, um

dort zum einen das Gold der Fed einzulagern

und zum anderen das Gold der US-

Bürger, das die Regierung 1933 von ihnen

konfisziert hatte.

Gemäß dem Gold Reserve Act von 1934

wurden vom US-Finanzministerium Goldzertifikate

an die Federal Reserve ausgestellt,

um das Loch in der Bilanz zu stopfen

und Einwände aufgrund des fünften US-

Verfassungszusatzes zu entkräften: »… Privateigentum

darf nicht ohne angemessene

Entschädigung für öffentliche Zwecke eingezogen

werden.« Das Finanzministerium

zog das Gold der Fed ein, gab ihr dafür jedoch

eine »angemessene Entschädigung«

in Form von Goldzertifikaten.

gut kapitalisierten Banken entspricht. Diese

stille Reserve ist mehr als genug, um

möglicherweise auftretende Verluste aus

einer marktgerechten Bewertung des Anleihenportfolios

zu kompensieren.

Außerdem ist die Feststellung interessant,

dass die vom Finanzministerium gehaltene

Menge an Gold – etwa 8 000 Tonnen

– ungefähr der Menge an Gold entspricht,

die von der Fed in ihrer Bilanz als Forderung

ausgewiesen wird, nämlich ebenfalls

etwa 8 000 Tonnen. Der US-Goldbestand

ging von etwa 20.000 Tonnen im Jahr

1950 auf etwa 8 000 Tonnen im Jahr 1980

zurück. Diese Reduzierung um 12.000

Tonnen vollzog sich in zwei Phasen. Von

1950 bis 1971 mussten etwa 11.000

Tonnen aufgewendet werden, um die

Forderungen ausländischer Handelspartner

zu befriedigen, die ihre Dollar in Gold

umtauschen wollten. Und zwischen 1971

und 1980 wurden etwa 1 000 Tonnen auf

den Markt geworfen, um den Goldpreis


SACHWERT MAGAZIN 2/2017


Geldpolitik

zu drücken. Dann wurde das Komplott

zur Manipulation des Goldpreises unter

Verwendung des physischen Goldes der

Vereinigten Staaten plötzlich aufgegeben.

Und seit 1980 haben die Vereinigten Staaten

so gut wie kein offizielles Gold mehr

verkauft.

auszug aus „Gold - wie sie sich vor

Infaltion, Zentralbanken und finanzieller

repression schützen“ von James

rickards, FBV

Das Gold und die Fed-Bilanz

Könnte der Grund dafür sein, dass das Finanzministerium

nicht in die Lage geraten

will, weniger Gold zu halten, als es der

Fed theoretisch schuldet? Sind 8 000 Tonnen

eine Untergrenze für den US-Goldbestand,

weil das die Menge ist, die als

Forderung in der Fed-Bilanz steht? In diesem

Fall wäre dieser Zusammenhang sehr

wichtig, weil er bedeuten würde, dass die

Vereinigten Staaten kein weiteres physisches

Gold mehr auf dem freien Markt

verkaufen können. Sie könnten lediglich

andere – zum Beispiel Großbritannien

– dazu ermuntern, ihr Gold auf den Markt

zu werfen oder mithilfe von Leasingoperationen

das Papiergold-Spiel zu spielen.

Das US-Finanzministerium wäre als Anbieter

auf dem Goldmarkt aus dem Spiel.

Formal gesehen geben die Goldzertifikate

der Fed nicht das Recht, vom Finanzministerium

physisches Gold zu fordern.

Aber sie implizieren eine moralische Verpflichtung

des Finanzministeriums, das

Gold zu nutzen, um die Federal Reserve

zu unterstützen, falls das Vertrauen in das

gedruckte Geld der Fed zusammenbricht.

Ein anderer Name für eine implizite Verpflichtung,

die Fed mit Gold zu unterstützen,

lautet »Goldstandard«.

Mein Freund, der Insider, hatte recht. Die

Fed war im Jahr 2013 auf der Grundlage

einer marktgerechten Bewertung vorübergehend

insolvent, wenn man nur ihr

Wertpapierportfolio betrachtete. Wenn

man jedoch auch die stillen Reserven

der Fed berücksichtigt, nämlich ihre

Goldbestände, war sie nie insolvent.

Das Vertrauen des gesamten globalen

Finanzsystems beruht auf dem US-Dollar.

Das Vertrauen in den Dollar beruht

auf der Solvenz der Fed laut ihrer Bilanz.

Und diese Solvenz beruht auf einem

knappen Vorrat von … Gold. Das ist ein

Zustand, den kein Funktionär der Fed öffentlich

einräumen oder diskutieren will.

Selbst eine beiläufige Bemerkung über

die Bedeutung von Gold für die Solvenz

der Fed könnte eine Debatte über das

Verhältnis von Gold zu Geld und damit

zusammenhängende Themen lostreten,

welche die Fed in den 1970er-Jahren

hinter sich gelassen hat. Aber trotzdem

spielt Gold nach wie vor eine wichtige

Rolle im Weltwährungssystem. Das ist

der Grund, warum Zentralbanken und

Staaten Gold in ihren Tresoren lagern,

obwohl sie seine Rolle öffentlich diskreditieren.

U. S. Bullion Depository in Fort Knox, Kentucky.

hier lagern die Goldreserven der USa. Wieviel

genau? Das ist wohlgehütete Geheimsache.

SACHWERT MAGAZIN 2/2017 9


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Orangenplantagen

in Paraguay

Mit Agrar-Investitionen langfristig passives

Einkommen sichern

Sicheres Land im Herzen Südamerikas

Das ländlich geprägte, beschauliche

Paraguay gehört seit jeher zu den stabilsten

Ländern in Latein-Amerika. Sichere

Grundbücher, geringe Kriminalität, eine

stabile Landeswährung, politische Stabikas.

Die Anbau-Bedingungen sind in dem

subtropischen Land geradezu ideal, dazu

erfährt das zwischen den großen Nachbarn

Brasilien und Argentinien gelegene

Paraguay seit Jahren einen sehr ausgeprägten

Wirtschaftsboom. Die Orange ist

die in der gesamten Region gefragteste

Frucht. Neben Supermärkten fragen vor

allem Hotels und natürlich die zahlreichen

Hersteller von Fruchtsäften, Limonaden

oder Süßwaren ganz massiv frische Orangen

nach. Auch weltweit steigt die Nach-

Die Bielefelder Firma Agri Terra bietet ihren

Kunden die Möglichkeit, sich durch eine

Beteiligung an lukrativen Agrar-Projekten

in Süd-Amerika langfristig passives Einkommen

zu sichern – ein Angebot, das

in Zeiten von Euro-Angst, dem Gespenst

der Versorgungslücke sowie anhaltender

Niedrigzinsphase von mehr und mehr Personen

in Anspruch genommen wird.

Der Fokus des Unternehmens liegt dabei

auf einer groß angelegten Orangenplantage

in Paraguay, im Herzen Süd-Amerifrage

nach der begehrten Zitrusfrucht –

dem gegenüber steht eine durch den

Klimawandel bedingt weltweit fallende

Orangenproduktion. Beste Aussichten für

die Eigentümer einer Plantage.

10

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


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Bilder: Depositphotos, somejork, denira, OlafSpeier

lität sowie vor allem ein starkes, auf der

agrarwirtschaft basierendes Wirtschaftswachstum

zeichnen das kleine Land aus.

nicht zuletzt deshalb verzeichnet man

hier ausgesprochen viel investitionstätigkeit

aus europa. insbesondere Deutsche,

aber verstärkt auch Österreicher, Schweizer,

Spanier und italiener können sich

mit dem sicheren, rentablen Land sehr

gut anfreunden. investitionen in landwirtschaftlich

dominierte Projekte sind

dabei in der mehrzahl.

Paraguay ist inzwischen

einer der größten exporteure

von Soja, Weizen,

Mais, Rindfleisch und

reis. „essen und trinken

müssen die Leute immer“,

so sagt man hier

gerne mal – und erklärt damit die Unabhängigkeit

der paraguayischen Wirtschaft

von Börsen und Finanzmärkten.

Grundbesitz und Orangenbäume

Über die agri terra in Bielefeld, welche als

vollverantwortlicher Vertragspartner sowie

als Verwalter fungiert, erwerben Kunden

Landparzellen, welche im Grundbuch

auf den namen des jeweiligen Käufers

eingetragen werden. Grundbesitz, und

insbesondere das eigentum an wertvollem

agrarland, war seit jeher eine verlässliche,

konservative anlageform. Diese klassische

Form der Geldanlage verbindet agri terra

jedoch mit der laufenden ertragskomponente

der Plantagenbewirtschaftung. aus

Hohe Erträge im lukrativen, sicheren Agrarsektor,

jedoch mit gutem Umweltgewissen generieren –

die Strategie der Agri Terra geht auf.

dem Verkauf der geernteten orangen

fließen dem Eigentümer Jahr für Jahr sehr

solide ertragszahlungen zu, ohne selber

dafür arbeiten zu müssen. Für mindestens

25 Jahre, oftmals aber auch länger, generiert

eine solche orangenplantage ihren

eigentümern passives einkommen. Daher

wird dieses angebot auch verstärkt zur

Sicherung oder aufbesserung der rente

herangezogen.

Hohe Erträge mit bester Umweltverträglichkeit

So hoch die ertragserwartungen bei einer

Zitrusplantage auch sein mögen, so umweltverträglich

sind diese auch gleichzeitig.

Über 65.000 orangenbäume

hat das team

der agri terra bereits in

Paraguay gepflanzt –

alleine darüber freut

sich die Umwelt bereits.

allerdings werden zur

Unterstützung der orangenblüte

auch verstärkt Bienen auf und

nahe der Plantage angesiedelt, eine maßnahme,

die auch dem weltweit besorgniserregenden

Bienensterben entgegen wirkt.

Durch modernste methoden setzt die agri

terra-Plantage auf natürliche Schädlingsbekämpfung,

vor allem aber auf Prävention

und abwehr von Schädlingen. insektizide

werden nur moderat und plangemäß so

wenig wie möglich eingesetzt. Bereits im

Jahr 2016 konnten sich viele ausländische

Besucher von der naturverträglichkeit der

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SACHWERT MAGAZIN 2/2017 11


Geldpolitik

Auszug aus

„Der Weg ins Verderben“

von James G. Rickards

Cyber-finanzieller

Verstärken die Angriffe die Instabilität

der Währungen?

12

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


Geldpolitik

Krieg

Bilder: Depositphotos, jamdesigh

Deutschland ist zwar mit den Vereinigten

Staaten verbündet, aber wirtschaftlich

auch Russland eng verbunden. Daher

hat Deutschland am meisten zu verlieren,

wenn die Spannungen zwischen den beiden

Supermächten eskalieren.

Die Geschichte der Kriegsführung ist eine

Geschichte von neuen Waffen, die alte ersetzen.

Schusswaffen ersetzten Schwerter,

Panzer ersetzten Pferde, Flugzeugträger

ersetzten Schlachtschiffe.

Heute

werden sämtliche

kinetischen Waffensysteme

nach

und nach durch

unsichtbare cyberfinanzielle

Waffen

und wirtschaftliche

Sanktionen ersetzt.

Wenn es das Ziel

eines Krieges ist,

die Wirtschaft eines Feindes zu schwächen

und zu zerstören und seine Bevölkerung

zu demoralisieren, dann sind cyber-finanzielle

Waffen mindestens so wirkungsvoll

wie Bomben und Geschosse. Die kritische

Infrastruktur wie Banken, Börsen,

das Stromnetz, Internet-Backbones und

Atomkraftwerke lahmzulegen ist so destruktiv

für eine Volkswirtschaft, als würde

man Brücken, Straßen und Fabriken in die

Luft sprengen. Dieser neue Krieg begann

im Januar 2014 mit den Bemühungen des

Westens, einen prorussischen Präsidenten

in der Ukraine zu Fall zu bringen. Diese

Bemühungen waren zwar erfolgreich,

provozierten jedoch Vergeltungsmaßnahmen:

Russland annektierte die Krim

und begann, sich in das Geschehen in der

Ostukraine einzumischen. Die Vereinigten

Staaten wollten nicht militärisch auf die

russische Expansion reagieren, sondern

verhängten stattdessen eine Serie von immer

einschneidenderen Wirtschaftssanktionen.

Im Großen und Ganzen machte

Deutschland bei diesen Sanktionen mit,

ungeachtet seiner engen wirtschaftlichen

Beziehungen zu Russland.

Der Fehler der Vereinigten Staaten bestand

darin, zu glauben, diese Sanktionen

seien auf die eine oder andere Weise

etwas anderes als militärische Gewalt.

Russland sah diesen Unterschied nicht

und fasste die westlichen Sanktionen als

kriegerischen Akt auf. Dann verschärfte

Russland den Krieg durch eine Reihe

von Attacken und Computer-Hacks, die

darauf abzielten, in den Besitz wertvoller

Geheimnisse zu kommen oder führende

Politiker im Westen bloßzustellen.

Gleichgewicht des Schreckens

Während des Kalten Krieges setzte eine

Doktrin, die als »mutually assured destruction«

(MAD, »gegenseitig garantierte

Vernichtung«) bezeichnet wurde,

Eine neue globale

Finanzkrise, die schlimmer

sein wird als 2008, ist nur

eine Frage der Zeit.

praktische Grenzen für destruktives Verhalten

und Eskalation. Es war nicht sinnvoll,

einen Atomschlag gegen einen Feind

zu führen, wenn ihm danach noch genug

Raketen und nukleare Sprengköpfe blieben,

um einen Gegenschlag zu führen,

der den Angreifer vernichten würde.

Diese Doktrin, auch »Gleichgewicht des

Schreckens« genannt, bewahrte ein stabiles,

wenn auch beklemmendes Gleichgewicht,

während über Rüstungskontrolle

verhandelt wurde.

Cyber-finanzielle Kriegsführung

Die MAD-Doktrin konnte nur erfolgreich

sein, wenn drei Voraussetzungen erfüllt

waren: eine kleine Anzahl Beteiligter (im

Wesentlichen die USA und die Sowjetunion,

heute Russland), deren rationales

Verhalten und relativ gute Informationen.

Waren diese drei Voraussetzungen erfüllt,

konnte ein spieltheoretischer Problemlösungsansatz

angewandt werden. In

einem cyber-finanziellen Krieg sind diese

Voraussetzungen nicht erfüllt. Neben

den Hauptgegnern – also den Vereinigten

Staaten und Russland – fällt anderen

Ländern die Rolle von »Frontstaaten« zu,

zum Beispiel China, Iran, Türkei, Nordkorea

und Syrien. Das Schlachtfeld liegt im

Cyber-Space und die Waffen sind tödlich,

aber unsichtbar. Bei manchen dieser Akteure,

vor allem dem Iran und Nordkorea,

ist kein Verlass darauf, dass sie sich rational

verhalten werden. Informationen über

SACHWERT MAGAZIN 2/2017

13


Geldpolitik

Bild Assange: New Media Days / Peter Erichsen, Rickards & Buch: FBV

die Fähigkeiten und Waffen eines Gegners

sind kaum zu beschaffen; in einem cyberfinanziellen

Krieg werden die meisten Beteiligten

nicht einmal zugeben, dass sie

überhaupt beteiligt sind. Im Gegensatz

zu anderen Formen der Kriegsführung

gibt es für die cyber-finanzielle keine allgemein

anerkannten

Verhaltensnormen.

Daher sind die Risiken

einer unkontrollierten

Eskalation ganz erheblich.

Wenn die

Vereinigten Staaten

als Vergeltung für die

russische Beteiligung

an den WikiLeaksenthüllungen

über

US-Politiker einen Cyber-Angriff

gegen Russland

starteten, würde

Russland sich dann

wehren, indem es die

New Yorker Börse

lahmlegt? Noch beunruhigender

als eine absichtliche

Eskalation ist

ein ungewollter Fehler,

der unkontrollierte Folgen

nach sich zieht, die

schnell um sich greifen

und zu finanziellen

Verwüstungen führen.

Bevor ein Computervirus

in die Finanz-Infrastruktur

eines Gegners

eingeschleust werden

kann, muss diese Infrastruktur

ausgekundschaftet,

penetriert

und analysiert werden.

Die Risiken, dass ein Fehler während der

Sondierungs- oder Penetrierungsphase zu

einer finanziellen Katastrophe führt, sind

ganz erheblich.

Währungssystem im Taumel

Solche cyber-finanziellen Bedrohungen

existieren zusätzlich zu der Instabilität,

die dem internationalen Währungssystem

aufgrund von Zentralbankinterventionen

und privater Gier ohnehin innewohnt. Die

Zentralbanken nutzen veraltete Gleichgewichtsmodelle,

um ein Finanzsystem zu

managen, das kein Gleichgewichtssystem

ist, sondern ein komplexes dynamisches

Kaum eine Person rückte das

Phänomen Cyberspionage,

Cyberkriegsführung, Hacking

und Enthüllung so ins Licht des

öffentlichen Interesses, wie der

Australier Julian Assange,

Gründer der Enthüllungsplattform

Wikileaks.

Seit er einige für die US-Führung

unangenehme und Geheimdokumente

auf seiner Plattform

veröffentlicht hat, wird er dort

als Bedrohung der nationalen

Sicherheit gesehen, als Spion

gesucht und wäre dort sogar

von der Hinrichtung bedroht.

In Schweden läuft bis 2020 ein

Haftbefehl wegen Sexualdelikten

gegen ihn, dessen Zustandekommen

allerdings eher als Kampagne

seiner Gegner zu sehen

ist. Nach einer kurzen Haft in

London und einer Freilassung auf

Kaution flüchtete der prominenteste

aller Whistleblower. Er

hält sich seit Juni 2012 in der

Botschaft Ecuadors in London

auf um einer weiteren Verhaftung

und Auslieferung an die

USA zu entgehen.

System, das völlig anders funktioniert,

als ein Zentralbanker annimmt. Da es ihnen

nicht gelingt, die statistischen Eigenschaften

von Risiko in komplexen Systemen

zu verstehen, sind Bankiers und Bankenaufseher

blind für die Instabilitäten, die

sich in Form von immer mehr Derivaten,

Leverage, faulen Krediten und verlorenem

Vertrauen aufbauen. Das internationale

Währungssystem hat in den vergangenen

Jahren eine Reihe von Schocks erlebt, so

zum Beispiel das Fallen des Pfund Sterling

gegenüber dem Dollar um 14 Prozent am

23. Juni 2016, den Absturz des Euro gegenüber

dem Schweizer Franken um 20

Prozent am 15. Januar 2015 und einen

Flash Crash der Renditen von US-Schatzwechseln

am 15. Oktober 2014. Alle drei

Ereignisse spielten sich innerhalb weniger

Minuten oder Stunden ab; früher haben

so extreme Schwankungen Monate oder

Jahre gebraucht. Das Währungssystem

fängt an »umherzutaumeln«.

Diese Art von Volatilität ist beunruhigend,

aber nicht überraschend. Heute hat das

internationale Währungssystem keinen

Anker mehr. Währungen und andere

Formen von Geld – etwa Gold – können

stark gegeneinander schwanken, weil es

keine global anerkannte Maßeinheit für

14

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


Geldpolitik

Die Eliten werden bereitstehen, um durch

Konto-Einfrierungen, Börsenschließungen und,

falls erforderlich, Standrecht ihre privilegierten

Positionen zu bewahren.

Juwelier • Gold • Leihhaus • Moneyservice

Wert gibt. es ist zu erwarten, dass diese

Schwankungen so lange weitergehen

werden, bis das Finanzsystem zusammenbricht,

in welchem Fall Gold die sicherste

Form von Geld sein wird, oder bis eine

reform des globalen Währungssystems

im Stil von Bretton Woods erreicht worden

ist.

Leider lassen die führenden Politiker nicht

erkennen, dass sie die Gefahr sehen

würden oder bereit wären, im rahmen

einer neu aufgelegten Bretton-Woods-

Konferenz etwas dagegen zu tun. Stattdessen

ist die Welt auf einem Weg, der

bestenfalls in die Stagnation führt und

schlimmstenfalls in eine weltweite rezession

– vorausgesetzt, es kommt nicht zu

einer akuten Finanzpanik von der art, wie

sie 2008 entstanden war. Leider wird es

in den kommenden paar Jahren mit ziemlicher

Sicherheit zu einer neuen Finanzpanik

kommen, die um

einiges schlimmer werden

dürfte als jene von

2008.

Weiter auf die

Finanzpanik zu

Die Federal reserve

wird versuchen, 2017

auf dem eingeschlagenen

Kurs zu bleiben

und die Leitzinsen weiter

zu erhöhen. aber

dieses Bemühen um

Zinserhöhungen könnte

noch vor ende 2017 zu

einer rezession in den

Vereinigten Staaten

führen. auch in china

zeigt sich die Wirtschaft

schwächer und

es kommt immer häufiger

zu Kreditausfällen

sowie Preisblasen auf

den immobilien- und

aktienmärkten. Der japanischen

Zentralbank

ist es nicht gelungen, die Inflationsziele

Japans zu erreichen, und die eZB entdeckt

gerade, dass negative Zinsen nicht wie

beabsichtigt funktionieren, um die schwächelnden

Volkswirtschaften der eU-mitgliedsländer

wiederzubeleben. Weltweit

steigt die Verschuldung, das Wachstum

verlangsamt sich und die finanzielle Insta-

James G. Rickards

ist ein amerikanischer

anwalt. er ist in der Finanzszene

als Kommentator

und autor bekannt.

bilität nimmt immer weiter zu. eine neue

globale Finanzkrise, die schlimmer sein

wird als 2008, ist nur eine Frage der Zeit.

in diesem Buch vertrete ich die auffassung,

dass jedes Währungssystem auf Vertrauen

basiert, aber Vertrauen ist empfindlich

und kann leicht verloren gehen. ist Vertrauen

erst einmal verloren gegangen, ist

es fast unmöglich, es wiederherzustellen.

Die globalen eliten nehmen das Vertrauen

der menschen als Selbstverständlichkeit

an und sehen die möglichkeit nicht, dass

ihre veralteten modelle, falschen Prognosen

und gescheiterte Politik das Vertrauen

in das Geld zerstören und die Stimmung

der menschen immer näher an den Point

of no return bringen könnten.

Sollte eine Finanzpanik um sich greifen,

werden die eliten bereitstehen, um

durch Konto-einfrierungen, Börsenschließungen

und, falls erforderlich, Standrecht

ihre privilegierten Positionen

zu bewahren.

all diese maßnahmen

werden als »vorübergehend«

bezeichnet

werden, während umfassendere

Lösungen

geplant und umgesetzt

würden, darunter

auch das emittieren

von neuem Weltgeld

in riesigen mengen

durch den internationalen

Währungsfonds.

Das ergebnis wird eine

verheerende Inflation

sein und

die Zerstörung

von

Wohlstand

in einer art

und Weise,

die den

Deutschen

nur allzu

vertraut ist

und an die

sie tiefsitzende historische erinnerungen

haben.

Zum Glück muss der einzelne Sparer oder

anleger diesem Plan der eliten nicht unbedingt

zum opfer fallen. es gibt konkrete

maßnahmen, die jeder sofort ergreifen

kann, um selbst in den schlimmsten Szenarien

seinen Wohlstand zu bewahren.

SACHWERT MAGAZIN 2/2017 15

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und Werte

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Investment

German Real Estate ETI:

Qualität und Substanz im Depot

Exklusivstrategie übertrifft mit über 8 Prozent eigene Zielrendite

Die niedrigen Zinsen und die Ängste um

den Euro haben den Immobilienboom

befeuert, den wir seit 2010 erleben. Allerdings

wäre die Schlussfolgerung falsch

von einer allgemeinen Überhitzung in

Deutschland zu sprechen. Zwar sind die

Preise in den Top-Lagen wie z.B. Berlin,

Hamburg und München in noch nie dagewesene

Höhen gestiegen, doch andererseits

gibt es auch Regionen mit hohen

Leerständen und wenigen Kaufinteressenten.

An den Immobilienmärkten ist es

nicht anders als an den Kapitalmärkten:

die Anleger folgen der Masse! Erfolgreiche

Investoren hingegen gehen ihre

eigenen Wege und treffen ihre Entscheidungen

unabhängig vom „Mainstream“.

Präferierte Lagen sind deutsche Mittelzentren sowie das

Umland von Großstädten wie z.B. Velten bei Berlin

Strategie durch Gutachten bestätigt

Das German Real Estate ETI (WKN: A13

FRL) engagiert sich in einem sehr konservativen

Segment der Anlageklasse Immobilien:

deutsche Bestands-Wohnimmobilien.

Das Management präferiert dabei

Lagen in deutschen Mittelzentren mit

guter Infrastruktur, stabiler Demographie

und günstigen Einkaufspreisen. Diese auf

Qualität und Substanz ausgerichtete Strategie

wird auch vom jüngsten Gutachten

des ZAI bestätigt. Der Branchenverband

der Immobilienwirtschaft erwartet eine

Abwanderung aus den teuren Großstädten

in bezahlbare Lagen. Einmal mehr

zeichnet sich die Strategie des German

Real Estate ETI aus, niemals Wetten auf

exorbitant steigende Preise einzugehen.

Die jährliche Zielrendite von 5 % bis

7 % wurde bislang deutlich übertroffen.

Der Kurszuwachs seit Emission beträgt

+20,8 % bzw. 8,3 % p.a. Der Kupon der

letzten Ausschüttung 2016 betrug 3 %

vom Emissionspreis. Die nächste Ertragsausschüttung

ist am 01.07.2017 geplant.

Wohnungsmarkt generiert stabile

Erträge

Das German Real Estate ETI investiert in

den deutschen Wohnungsmarkt. Dadurch

korreliert es nicht mit den Aktien- und

Rentenmärkten. Wohnmietrenditen bie-

ten eine stabile Ertragsquelle, denn Wohnen

ist ein Grundbedürfnis wie Ernährung

und Bekleidung. Deutschland bietet ein

gutes makroökonomisches Umfeld, hohe

Rechtssicherheit sowie solide Finanzierungsstrukturen.

Das German Real Estate

ETI verbindet die Renditestabilität von

Wohnimmobilien mit der Fungibilität von

Anleihen. Die Zinskupons resultieren aus

Mieteinnahmen und Veräußerungsgewinnen,

so dass diese keinen kapitalmarktbedingten

Zinsänderungsrisiken unterliegen.

Als Sondervermögen ist die Rückzahlung

der Anlegergelder nicht von der Bonität

des Emittenten abhängig. Darüber hinaus

sind die Investitionen immobilienbesichert,

ähnlich wie bei Pfandbriefen.

German Real Estate ETI

bietet stabile Renditen

+ 20,80 % seit Emission

WKN A13 FRL

Börse Frankfurt

9:00 bis 17:30 Uhr

Quelle: Monatsultimokurse an der Börse Frankfurt inkl. Ertragsausschüttungen, Bild: Sachwert Capital Management GmbH

Täglicher Handel an der Börse Frankfurt

Initiator des German Real Estate ETI ist die

Sachwert Capital Management GmbH in

Bayreuth, die das Produkt mit ausgewählten

Produktpartnern als börsengehandeltes

ETI konzipiert hat. Zielgruppe sind mittelbis

langfristig ausgerichtete Anleger wie

z.B. Stiftungen, Unterstützungskassen und

Privatpersonen. Wie bei einem Fonds wird

der faire Wert ermittelt, an dem der Geldund

Briefkurs gekoppelt ist. Das German

Real Estate ETI ist an der Börse Frankfurt zugelassen.

Es kann täglich von 09:00 Uhr bis

17:30 Uhr gehandelt werden. Ausführliche

Informationen werden im Internet unter

www.german-real-estate-eti.de

angeboten.

16

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


Immobilien

Der Zukunftsmarkt

Pflegeimmobilien

Sichere Geldanlage dank Demografischem Wandel

Bild: Ahorn

In einer alternden Gesellschaft sind

Seniorenresidenzen eine spannende

Geldanlage. Die Bedeutung von

Pflegeimmobilien in Deutschland hat

in den vergangenen Jahren aufgrund

der demografischen Entwicklung

stark zugenommen.

Eine Pflegeimmobilie verbindet dabei den

Vorteil von Immobilien mit dem stabilen

Zukunftsmarkt „Alterspflege“. Es beinhaltet

betreutes Wohnen, Pflegeappartements,

Tagespflegeplätze sowie die Sorge

um Schwerstpflegefälle.

Vorteil gegenüber „normalen“

Immobilien

Bis 2030 werden etwa eine Million weitere

Personen pflegebedürftig sein. Die Pflegestellen

sind schon jetzt überfüllt. Viele Pflegebedürftige

suchen einen Pflegeplatz,

sodass Betroffene teilweise Jahre warten

müssen, bevor sie einen Platz erhalten.

Dieser Zustand wirkt sich vor allem auf

die Preise aus. Die Preise für Pflegeobjekte

werden weiter steigen und auch die Mieten

für die Plätze in einer Pflegeimmobilie

steigen sukzessive an. Investieren in Pflegeimmobilien

bedeutet außerdem Schutz

Ralf Schmidt,

Vorstand der

AHORN Immobilien AG

vor Inflation durch Indexierung. Das heißt,

dass die Miete automatisch an den Verbraucherpreisindex

angepasst wird. Trotzdem

müssen die Rahmenbedingungen für

den Betrieb einer Pflegeimmobilie

passen, weiß Immobilienexperte

Ralf Schmidt von

der AHORN Immobilien AG in

Köln. „In einem aufwendigen

Verfahren wird die Standortsicherheit

unserer angebotenen Immobilien

sowie die Vertrauenswürdigkeit der

Betreiber geprüft. Nur wenn die Bevölkerungsstruktur

und der lokale Pflegemarkt

den wirtschaftlichen Betrieb des Pflegeheims

belegen, wird

das Objekt gebaut

bzw. in den Verkauf

gegeben. Neben dem

Investor haben natürlich

auch der Betreiber

und die Gemeinde ein

vitales Interesse am

wirtschaftlichen Erfolg

des Objektes.“

Besonders hervorzuheben

für den Anleger

sind langfristige Mietverträge

(20 Jahre u.

mehr), so gut wie kein

Risiko bzgl. Mietausfall,

keine Leerstände/

Mietnomaden, keine

Nebenkosten (zahlt

der Betreiber direkt),

Steuervorteile, Grundbuchabsicherung

und

Mitbestimmung auf

Eigentümerversammlungen.

Im Gegensatz

zu einer Eigentumswohnung ist es eine

Geldanlage ohne Aufwand und nervliche

Belastung.

Eine sichere Kapitalanlage schaffen

Der Erfolg einer solchen Spezialimmobilie

steht und fällt im Pflegemarkt allerdings

mit dem richtigen Betreiber. „Der Käufer

will ja mit der Verwaltung des Objektes

nichts zu tun haben. Er will eine sichere

Investition und eine pünktliche Miete verbuchen.

Deswegen kommen auch nur Betreiber

in Frage, die jahrelange Expertise

im Bereich der Pflege- und Reha-Immobilien

vorweisen können. Wir zum Beispiel

arbeiten mit drei Partnern zusammen,

die u. a. mit Altenpflegeheimbetreibern

wie Bergische Diakonie, Deutsches Rotes

Kreuz und der WH-Care Holding kooperieren.

Für den Erfolg des Investments

ist das unerlässlich und Anleger sollten

da keine Kompromisse eingehen“, weiß

Schmidt.

Die „soziale Rendite“ nimmt bei deutschen

Investoren Fahrt auf. Die schrumpfenden

Renditechancen im klassischen

Immobiliensektor bewegt Käufer, sich

über Alternativen Gedanken zu machen.

Davon profitiert der Pflegeimmobilienmarkt.

Und dadurch an erster Stelle die

Eigentümer der Immobilien.

Bild: Depositphotos/Lighthunter

SACHWERT MAGAZIN 2/2017 17


Geldpolitik

Befeuert Donald Trump

die weltweiten

Rohstoffmärkte?

Die Märkte sind im Umbruch und

eröffnen interessante Chancen.

18

SACHWERT MAGAZIN 2/2017 1/2017


Geldpolitik

Seit 2012 ging es mit den Rohstoffpreisen

steil bergab und die Höchststände von

2008 scheinen noch unerreichbar weit,

aber seit Herbst letzten Jahres wendet sich

nun das Blatt und Donald Trump könnte

diese Entwicklung mit seinen politischen

Entscheidungen noch beschleunigen.

Von Andreas Kroll,

Rohstoffmarktanalyst,

Geschäftsführer

Noble Elements GmbH

Mit Erholung des Ölpreises um über 50 %

im Jahr 2016 zogen auch andere Rohstoffe

bei der positiven Preisentwicklung

nach. Die Energiepreise haben einen erheblichen

Anteil am Preisbildungsprozess

bei allen Rohstoffen und, zeitverzögert,

somit auch auf alle anderen

Wirtschaftsgüter. Zumindest

in den wirtschaftlich stabilen

Staaten wird diese Teuerung,

die zuerst bei den Produzenten

durchschlägt, auch

an die Verbraucher weitergereicht.

Die offiziellen Inflationsraten

lagen in den

USA im Januar bei 2,5 %, in

Deutschland und Großbritannien bei etwa

1,9 %. Stellt man diese Teuerungsraten

ins Verhältnis zur Verzinsung von amerikanischen

und deutschen Bundesanleihen

mit einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren,

errechnet sich teilweise eine deutliche

negative Realverzinsung, die zusätzlich

die Preisentwicklung bei den Edelmetallen

Gold und Silber befeuert. Wir stehen

scheinbar vor einem Zykluswechsel: Weg

von deflationären Tendenzen, eher hin

zu einer inflationären Entwicklung, die

sich vorsichtig am Reuters Rohstoffindex

schon ablesen lässt (Grafik unten).

Zykluswechsel: Weg von

deflationären Tendenzen,

hin zu einer inflationären

Entwicklung.

Die Tiefstpreise bei den Rohstoffen liegen

damit wohl nun hinter uns und es

gibt viele gute Gründe die für, zumindest

an den Metallmärkten, weiter steigende

Preise sprechen, aber auch nicht unerheblichen

Unsicherheiten, die das Pendel

nochmals deutlich in die gegenteilige

Richtung ausschlagen lassen könnten.

SACHWERT MAGAZIN 2/2017 19


Geldpolitik

Bei Metallen gilt es, wie bei

allen anderen Investments

auch, breit zu streuen.

Hier ein Überblick, zuerst über die

Szenarien, die für weiter steigende

Preise sprechen:

1. In den letzten Jahren wurde deutlich

weniger in die Entwicklung neuer

Minen investiert. Bei einigen Metallen

gibt es bereits ein Angebotsdefizit z. B.

Zink, welches sich seit Anfang 2016 um

immerhin 75 % verteuerte. Bei anderen

droht mittelfristig ein Angebots Gap wie

z. B. bei Kupfer, welches sich im gleichen

Zeitraum um 25 % entwickelte und dem

strategischen Metall Rhenium.

2. Große angekündigte Infrastrukturund

Aufrüstungsprogramme in den USA,

China und dem Rest der Welt, könnten

einen erheblichen Nachfrageschub auf

wesentliche Rohstoffe zur Folge haben

und auf ein knappes Minenangebot treffen.

3. Ein solides Wirtschaftswachstum in

2017 um etwa 3,6 % und einem weltweiten

BIP welcher, auch damit total in

US-Dollar gerechnet, wieder deutlich

höher als 2012 liegen würde.

4. Ein von der amerikanischen Administration

initiierter Handelskrieg mit

China, auf den das Reich der Mitte

wohl mit einer restriktiven Rohstoffpolitik

reagieren würde und die Exporte

von „Seltenen Erden“ oder den strategischen

so wichtigen Metallen Gallium,

Indium und Germanium beschränken

könnte. Dieses Szenario wird bei einigen

Minenaktien bereits eingepreist.

Die Aktie der Lynas AG, ein „Seltene Erden“-Produzent

aus Australien, konnte

seit dem 08.11.2016, der Wahlnacht in

den Vereinigten Staaten, um gut 100

% zulegen.

5. Eine eventuelle Aufkündigung seitens

der USA des Iran-Atomabkommen,

verbunden mit erneuten Sanktionen gegenüber

dem Iran, könnte dazu führen,

dass das Öl-Angebot aus diesem Land

erneut wegfällt und die Fracking-Industrie

in den USA durch anziehende Ölpreise

(WTI) gestärkt werden.

6. Importzölle bzw. Importsteuern,

wie von Trump angekündigt, könnten

zu einer sprunghaften massiven Teuerungsrate

in den USA und weltweit für

heftige Verwerfungen mit ungewissem

Ausgang an den Devisenmärkten führen,

was zumindest die Edelmetalle und

auch das Öl (WTI) antreiben sollte.

Auch weitere eher weniger beachtete

Krisen, wie z. B. Ausschreitungen nach

den bevorstehenden Parlamentswahlen

in Chile, die die Kupfer- und damit auch

die Molybdän- und Rheniumproduktion

zum Erliegen bringen könnte, oder aber

ein Zahlungsausfall Venezuelas, das einen

kurzfristigen Öl-Förderstopp des Landes

zur Folge haben sollte, sind denkbare Szenarien.

Es gibt viele gute Gründe in 2017 und

wohl auch darüber hinaus in Rohstoffe investiert

zu sein oder noch zu investieren,

aber es kann wie immer auch ganz anders

kommen:

Vor allem könnte die OPEC Rohstoffinvestoren

in ihrer Gewinnerzielungsabsicht

einen Strich durch die Rechnung machen.

Der aktuell recht stabile Ölpreis wird vor

allem dadurch getragen, dass die OPEC

und einige weitere Staaten (darunter

Russland) Förderkürzungen beschlossen

haben und es zumindest anfänglich den

Anschein hat, dass diese teilweise sogar

eingehalten werden. Ob das so bleibt und

das Überangebot an Öl damit reduziert

wird, bleibt abzuwarten.

Und dann ist da noch China: Wenn sich

hier die Konjunktur abkühlt, trifft es zuerst

die Rohstoffpreise.

Ein deutlicher Einbruch der Weltkonjunktur

könnte aber auch von Europa ausgehen.

Der Ausstieg eines Landes wie

Frankreich oder Italiens aus der Eurozone

hätte sicherlich ebenfalls eine fatale Auswirkung,

von der dann nur noch die Edelmetalle

profitieren.

Bild: Depositphotos, Ginophotos1

Ein Investment in Rohstoffe bleibt eine

anspruchsvolle Aufgabe und es gehören

nicht nur Edelmetalle dazu. Auch bei Metallen

gilt es, wie bei allen anderen Investments

auch, breit zu streuen und einzelne

Perlen zu entdecken.

Wie viel Spaß es machen kann im richtigen

Metall zur richtigen Zeit investiert zu sein,

zeigt der Kobalt-Chart auf dieser Seite.

Kobalt konnte in den zurückliegenden

12 Monaten um 115 % performen und

ist damit der Spitzenreiter unter allen

Commodities. Das Metall verdankt seinen

Aufstieg vor allem der Verwendung in Akkumulatoren

und damit dem Megatrend

Elektromobilität.

Metalle wie Germanium und Gallium

(+ 43 % in 2016) starten in ihrer Rallye

gerade erst.

20

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


Geldpolitik

Die Federal

Reserve Bank of

New York. Auf

die Trutzburg im

Herzen des Finanzviertels

kommen

einige Stürme zu.

SACHWERT MAGAZIN 2/2017 21


Impact Investment Anzeige

Natur im Portfolio –

Indisches Sandelholz

Einzigartiges Rendite-Risiko-Profil

Wir nutzen es in unserem Alltag, ohne

dass wir viel darüber wissen: Indisches

Sandelholz-Öl. Es ist Bestandteil von Kosmetika,

Parfüms und mittlerweile auch von

Medikamenten der Schulmedizin. Es wird

gewonnen aus dem „heiligen Baum“ der

Hindus und Buddhisten, dem Indischen

Sandelholz-Baum.

Indisches Sandelholz ist in der freien Natur

vom Aussterben bedroht. In Indien

ist das Angebot aufgrund von jahrhundertelangem

Raubbau und staatlichen

Beschränkungen auf unter 300 Tonnen

zusammengeschrumpft. Derzeit wird der

potentielle, weltweite Bedarf allerdings

auf rund 28.000 Tonnen geschätzt. Den

Großteil der Nachfrage bedient das australische

Unternehmen Quintis (ehemals

TFS Corporation). Seit 1999 kultiviert der

Weltmarktführer Indisches Sandelholz erfolgreich

im tropischen Norden Australiens.

Das börsennotierte Unternehmen ist

auf lange Sicht weltweit der einzige Anbieter,

der dem steigenden Bedarf nachkommen

kann und Indisches Sandelholz-

Öl in pharmazeutischer Qualität anbietet.

Dieses „flüssige Gold“ erzielt mittlerweile

bis zu 5.000 Dollar pro kg.

Exklusiver Investoren-Kreis

2010 investierte eine Handvoll erlesener,

internationaler Investoren erstmalig in

dieses damals weitgehend unbekannte,

raren Asset: Harvard Endowment, Abu

Dhabi Investment Council und die Hamburger

Jäderberg & Cie.-Gruppe, die als

Einzige anderen Co-Investoren einen exklusiven

Zugang zu diesem Sachwert-Investment

bietet.

Was macht diese Geldanlage so

attraktiv?

Zum einen hat Quintis ein Monopol auf

einen nachwachsenden Rohstoff mit

langfristigem Wettbewerbsvorsprung

dank ungewöhnlich hoher Markteintrittsbarrieren.

Ein langfristig hoher Nachfrageüberhang

nach dem begehrten Baum, dem daraus

gewonnenen Öl und weiterer Produkte

durch voneinander unabhängige, rezessions-resistente

Absatzmärkte macht diesen

Natur-Sachwert äußerst attraktiv. Er

Sandelholz-Öl in pharmazeutischer

Qualität erzielt mittlerweile bis zu

5.000 US-Dollar pro kg und wird

als „flüssiges Gold“ bezeichnet.

22

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


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an den Kapitalmärkten

und eignet sich ideal zur Portfoliodiversifizierung,

da der Beimischungseffekt

sehr hoch ist.

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Jahrtausenden begehrt

Indisches Sandelholz wird bereits

seit 4.000 Jahren im asiatischen

Raum für hunderte

von Produkten verwendet. Vor

allem als Heilmittel in der ayurvedischen

und der Traditionellen

Chinesischen Medizin

(TCM) sowie für hochwertige

Möbel, wertvolle Schnitzereien

und auch Räucherstäbchen. Die

westliche Welt hat die Vorzüge

vom Indischem Sandelholz

mittlerweile auch zu schätzen

gelernt. Die Kosmetikindustrie,

Parfümhersteller und nicht zuletzt

die Pharmaindustrie sind

die größten Abnehmer des aus

dem Baum gewonnenen Sandelholz-Öls.

Insbesondere Pharmaunternehmen

zeigen großes

Interesse an den besonderen Eigenschaften

des Indischen Sandelholz-Öls.

Die medizinische

Wirkung dieser ätherischen

Essenz ist in klinischen Studien

nachgewiesen und der Grund

für die Entwicklung von Medikamenten,

aktuell vorwiegend im dermatologischen

Bereich.

Hoch professioneller, sicherer

Plantagen-Anbau

Das Risiko-Management bei der Bewirtschaftung

der Plantagen durch Quintis ist

vorbildlich. Um sicherzustellen, dass die

Produktreinheit und -qualität internationale

Standards übertrifft, arbeitet

ein großes Team von hochqualifizierten

Forschern, Förstern und

Agrar-Wissenschaftlern seit Jahrzehnten

an der Optimierung von

Aufzucht, Bewirtschaftung, Ernte,

Verarbeitung und Veredlung.

Quintis bewirtschaftet heute auf

einer Fläche von 122 km² mit über

5,4 Millionen Bäumen mit großem

Abstand die weltweit größte

Fläche von Indischen Sandelholz-

Plantagen. Diese befinden sich in den drei

nördlichen Bundesstaaten Australiens. Jedes

Jahr werden rund 1.500 Hektar neu

bepflanzt, was über 2.000 Fußballfeldern

entspricht. Durch die ebenfalls jährliche

Ernte reifer Bäume ist ein dauerhaftes Angebot

von Indischem Sandelholz gewährleistet.

Die Ernten bis ins Jahr 2021 sind

bereits heute an Abnehmer aus China, Indien,

den USA und Europa fast komplett

verkauft.

Für mehr Informationen kontaktieren Sie uns gern unter:

Telefon 040 – 95 06 47 42

Gutes tun und Rendite erzielen

Dieses Investment zeigt, dass man gleichzeitig

Verantwortung für Gesellschaft und

Umwelt übernehmen und dabei eine attraktive

Rendite erzielen kann. Die Investition

in diesen Natur-Sachwert unterstützt

auf vorbildliche Weise Ethik, Ökologie und

soziale, unternehmerische Verantwortung

Impact Investment

Indisches

Sandelholz

und ist ein Paradebeispiel für Impact Investing.

Indisches Sandelholz steht seit vielen

Jahren auf der Roten Liste für gefährdete

Pflanzenarten der Weltnaturschutzunion

(International Union for Conservation of

Nature - IUCN). Die nachhaltige Kultivierung

auf Plantagen wirkt dem Raubbau

der natürlichen Indischen Sandelholz-

Vorkommen in Indien entgegen. Zudem

wird hier ein Mischwald aufgeforstet, also

keine Monokultur geschaffen, wie leider

so oft bei Waldinvestments. Der

Weltmarktführer für Indisches

Sandelholz, Quintis, wurde für

seine nachhaltige Unternehmensführung,

Sozialprojekte

und umweltfreundlichen Maßnahmen

mehrfach ausgezeichnet

und zertifiziert.

Investieren mit einem

starken Partner

In Zeiten anhaltend niedriger

Zinsen ist die kapitalmarktunabhängige

Anlage in Indische Sandelholz-Plantagen

eine echte

Alternative, denn der starke

Partner, die börsennotierte

Quintis, bewirtschaftet und erweitert

ihre Plantagen seit bald

18 Jahren mit hoher Expertise

und einem Team von mittlerweile

bis zu 500 Mitarbeitern.

Jäderberg & Cie. bietet Investoren

exklusiv die Möglichkeit,

sich über maßgeschneiderte

oder flexible, regulierte Investmentvehikel

an Indischen Sandelholz-Plantagen

zu beteiligen.

Attraktive Renditen, regelmäßige

Zinsen, flexible Laufzeit

Für Anleger, die auf eine jährliche

Auszahlung Wert legen,

ist das Investmentangebot JC

Indian Sandalwood 5 konzipiert, das als

Vermögensanlage reguliert ist und unter

das Vermögensanlagengesetz (VermAnlG)

fällt.

Bis zu 10,6 % Verzinsung pro Jahr

Insgesamt ergibt sich eine durchschnittliche

lineare Verzinsung von bis zu 10,6 %

p.a. Diese setzt sich zusammen aus einer

jährlichen, laufenden Verzinsung

(5-6 % p.a.) und einem Schlussbonus

am Ende der regulären

12-jährigen Laufzeit.

Der Anleger muss sein Investment

jedoch nicht bis zum Ende

halten, sondern kann bereits

nach Ablauf von 24 Monaten

seit Einzahlung jederzeit mit einer

6-Monatsfrist vorzeitig aussteigen.

Diese Kurzinformation stellt kein öffentliches

Angebot dar. Maßgeblich ist allein der veröffentlichte

vollständige Verkaufsprospekt, der

auf der Webseite www.jaederberg.de zum

Download zur Verfügung gestellt wird.

Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet

und kann auch niedriger ausfallen.

Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit

erheblichen Risiken verbunden und kann zum

vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens

führen.

Bilder: Jäderberg

SACHWERT MAGAZIN 2/2017 23


Sachwert Investment

Sachwert Roundtable

Wohin geht die Entwicklung im Anlagebereich? Unsere

Expertenrunde versucht, diese Frage zu klären.

Welchen Herausforderungen stehen

derzeit die Anleger gegenüber? Sie

haben das Ohr am Markt, Sie müssten

es am besten wissen.

Walter: Die unsichere Geldpolitik, die Unberechenbarkeit

und die Turbulenzen des

Kapitalmarktes lassen den Anleger leicht

den Überblick verlieren. Vieles, was früher

sicher erschien, ist heute nicht mehr existent.

Hennings: Die normalen deutschen Sparer

schauen auf Kurzfristigkeit sowie Verfügbarkeit

und legen kaum Wert auf Wertzuwachs.

Anleger und Investoren wiederum

wollen eine Kombination aus Sicherheit,

echten Werten, lukrativen Wertsteigerungen

mit einem Höchstmaß an Transparenz

bei moderaten Laufzeiten. Auch will

man zudem seine Kapitalanlagen verstehen

können.

Harfich: In unserer Arbeit sehen wir, dass

die Lebens- und Rentenversicherungsverträge

oftmals nicht die in Aussicht gestellten

Werte erwirtschaften. Somit besteht

die Gefahr, dass der Kunde am Ende des

Tages weniger Liquidität zur Verfügung

hat als geplant. Ein gutes Beispiel ist das

Immobilienfinanzierungmodell mit Tilgungsaussetzung

über Lebensversicherungen.

Wenn die Ablaufleistungen der

Verträge niedriger sind, als ursprünglich

angenommen, versuchen die mal auf

Grund der neuen Kreditrichtlinien für jemand

55-60jährigen eine Anschlussfinanzierung

darzustellen.

Wreth: Vertrauen und vernünftige Rendite:

Kunden und Vermittler suchen heute

bewusst nach Produktanbietern, die eine

einwandfreie Leistungsbilanz vorweisen

können und zudem durch Transparenz

Die Teilnehmer des Sachwert

Roundtable von links nach

rechts: Julien Backhaus (Moderator/Sachwert

Magazin),

Jörg Walter (IVM), Andre

Wreth (Solvium Capital),

Frank Neumann (Aureus

Golddepot), Markus Henneberger

(Top Ten Investment),

Uwe Harfich (Prolife) und

Thomas Hennings (BLM/Vorsitzender

Deutscher Sachwert

Verband).

Bilder rechte Seite: Julien

Backhaus, Andre Wreth,

Thomas Hennings.

24

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


Sachwert Investment

Bei fast 40.000 abgewickelten

Verträgen lässt sich eine

eindeutige Tendenz in Richtung

Sachwert erkennen.

Streuung von Lösungen mit Immobilien,

Rohstoffen, Aktien, Unternehmensbeteiligungen

sowie Metallen sind konkret zu

empfehlen.

Vertrauen schaffen. Das Investment muss

greifbar sein und eine vernünftige Rendite

in Aussicht stellen.

Neumann: Das aktuelle Marktumfeld

bietet nun mal so gut wie keine Verzinsung

bis hin zu Negativzinsen. So locken

auch Angebote, die ein hohes Risikopotential

besitzen und sogar zum Totalverlust

führen können, immer wieder mit

attraktiver Verzinsung Anleger an. Daher

ist in diesem Umfeld höchste Vorsicht

geboten, schließlich geht es eher um

Vermögenssicherung beziehungsweise

um Vermögenserhalt, bis sich die Zeiten

wieder ändern.

Haben die Anleger mittlerweile begriffen,

dass sie mit klassischen Sparprodukten

nicht weiterkommen? Nun

ist auch der Zins der Bausparkassen

nicht mehr bindend. Die Kasse kann

einfach kündigen. Ist die Akzeptanz

für Sachwerte jetzt höher?

Harfich: Das Urteil des BGH, das den Bausparkassen

die Kündigung der hochverzinsten

Bausparverträge legitim ermöglicht,

schafft nicht gerade Vertrauen beim Kunden.

Eine sehr gute Chance für alle Berater

dem Kunden attraktive Lösungen anzubieten,

die meines Erachtens in Sachwerten

oder sachwertnahen Produkten zu finden

ist. Die Akzeptanz wird eindeutig höher.

Henneberger: Aufgrund des Niedrigzinsumfelds

sehen wir, dass auch langjährig

erfolgreiche Produkte aufgrund von Garantieverpflichtungen

nicht mehr gewinnbringend

angeboten werden können.

Sachwerte in Form von Aktienfonds sind

nach wie vor ein wichtiger und bekannter

Baustein zur Diversifikation im Depot des

Kunden. Besonders im Sparplan-Bereich

kann dies nach Eignungsprüfung eine

sinnvolle Anlage sein, die viele Kunden

gerne nutzen.

Hennings: Die klassischen Sparprodukte

nutzen nur den Mainstreamanbietern,

aber nicht den Menschen, die diese Produkte

kaufen. Immer mehr Verbraucher

erkennen oder erahnen es, allerdings fehlen

ihnen nur noch die richtigen Alternativen.

Das ist dann der Auftrag von guten

Beratern. Ich muss als Anleger, auch durch

die Marktgegebenheiten, andere und

chancenreichere Wege gehen, um meine

Ziele wirklich zu erreichen. Von meiner

Warte aus gesehen ist die Mischung und

Neumann: Allgemein ist zu erkennen, dass

der Kunde über das Thema Gold hinaus,

wie bei Silber, Platin und erst recht über

Palladium, kaum oder wenig informiert

ist. Auch die Bedeutung einer gesicherten

internationalen Lagerung sowie die Möglichkeit

des mehrwertsteuerfreien Kaufs

der Edelmetalle, die einen wichtigen Einkaufsvorteil

bieten, ist überwiegend nicht

bekannt. Es gibt sehr interessante Varianten,

da gilt es mit dem Berater die richtige

Lösung zu finden. Aktuell ist festzustellen,

dass seit dem Amtsantritt des amerikanischen

Präsidenten die Nachfrage nach

Sicherheit durch Edelmetalle stark angestiegen

ist.

Wreth: Kunden suchen heute Investitionsmöglichkeiten

mit Konzepten, die sie

verstehen, kurzen Laufzeiten und rascher

Kapitalrückführung.

Bilder: Jessika Wilkens/Backhausverlag, Immobilie: pixelio

SACHWERT MAGAZIN 2/2017 25


Sachwert Investment

Wer sein Vermögen mittelund

lang fristig aufbauen

und sichern will, muss

überproportional

Sachwert anlagen

berücksichtigen.

rungen und andere sogenannte „Sparverträge“

in den Haushalten.

Harfich: Wir stellen fest, dass viele Neuanlagen

die aus der Liquidation von Lebensversicherungen

stammen, in Edelmetalle,

direkte Beteiligungen an Unternehmen

und andere am Sachwert orientierte Produkte

fließen.

Neumann: Das ist von den finanziellen

Möglichkeiten des Investors abhängig. Wir

stellen allerdings fest, dass zunehmend

die Assetklasse Edelmetalle an Bedeutung

gewinnt, da sie sich in Krisenzeiten oder

Crashszenarien anders verhalten als die

Round table: Jessika Wilkens

Diversifizieren Kunden heute mehr?

Früher war es lediglich das Eigenheim,

die Lebensversicherung und der

Sparvertrag bei der Bank.

Wreth: Ja, aber es soll überschaubar sein.

Die Zeiten von 2000 bis 2010, in denen

Kunden sehr breit gestreut haben, nach

dem Motto: „viel hilft viel“, sind vorbei.

Heute soll die Zahl der Investments übersichtlich

sein, heißt vier bis sechs Asset-

Klassen beziehungsweise Produktsparten.

Hennings: Ich bin der Meinung, dass die

meisten Haushalte wirkliche Diversifizierung

noch nicht kennen und daher kann

und wird es auch nicht genügend umgesetzt.

Es existieren beziehungsweise

„verkümmern“ immer noch viel zu viele

verbraucherunfreundliche Lebensversiche-

bekannten Anlagen und somit bei diesen

Szenarien durch eine verbesserte Diversifizierung

für mehr Sicherheit sorgen. Vor

allem die liquide Eigentumsposition wird

sehr geschätzt.

Walter: Der Anleger strebt immer mehr

nach einem sachwertorientierten Portfolio

verteilt auf mehrere Assetklassen. Dabei

wird die Immobilie oder Immobilienbeteiligung

auch in Zukunft immer eine große

Rolle spielen. Nach meiner Auffassung ist

wichtig, hierbei auf das bisher Erreichte

des Anbieters zu achten.

Wie wird sich die Sachwertanlage in

den nächsten zehn Jahren entwickeln?

Sehen Sie einen positiven Trend und

wenn ja: warum?

26

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


Sachwert Investment

Harfich: Wir haben täglich Gespräche in

der Branche und erkennen seit nunmehr

10 Jahren sehr genau den Trend der Kunden.

Bei fast 40.000 abgewickelten Verträgen

lässt sich eine eindeutige Tendenz

in Richtung Sachwert erkennen. Und ja,

wir glauben, dass dieser Markt weiter

wächst. Nicht zuletzt auch auf Grund der

Verunsicherung durch die EZB Kapriolen.

Hennings: Die Kapitalmärkte werden und

können auf lange Sicht, auch länger als

zehn Jahre, keine hohen Zinsen offerieren.

Die erkrankte Geld- und Schuldenpolitik

bestimmt hier den Weg. Wer sein

Vermögen mittel- und langfristig aufbauen

und sichern will, muss überproportional

Sachwertanlagen berücksichtigen.

Nur Anlagen, die wertbeständig in Krisenzeiten

und Substanzbildung in normalen

Zeiten beinhalten, verhelfen Menschen zu

mehr Lebensqualität. Das waren, sind und

bleiben nun mal Sachwerte.

Henneberger: Leider können auch wir die

Entwicklung des Marktes nicht vorhersagen.

Fest steht, dass wir es mit immer kürzeren

Marktzyklen zu tun haben und der

einzelne Berater aufgrund von schnelleren

Marktbewegungen noch mehr gefordert

sein wird, was mit zusätzlichen Verwaltungsaufgaben

und gesetzlichen Vorgaben

leider nicht mehr für jeden sinnvoll

umzusetzen ist. Gerade vor diesem Hintergrund

können wir mit unseren Strategiedepots

der standardisierten Fonds-Vermögensverwaltung

eine effiziente Lösung

bieten, in der wir bereits heute die Aufgaben

(inkl. Haftung) übernehmen, die mit

MiFID II auf die Berater und Beraterinnen

nach § 34f, 1 Abs. 1 GewO zukommen

wird.

Wreth: Wir sehen einen sehr positiven

Trend vom Geldwert zum Sachwert. In

Zeiten von Euro- Krisen, Brexit und Protektionismus

verstehen immer mehr Anleger,

worauf es bei einer soliden Anlageform

ankommt.

bei Silber in den nächsten 10 Jahren eine

Wertsteigerung von 100 % und mehr

durchaus möglich.

Walter: Die Sachwertanlage wird immer

mehr in die Gunst des Anlegers rücken.

Das weiterhin anhaltende Zinstief und

die Gefahr, dass Geldwerte immer mehr

an Wert verlieren, sind aktuelle und auch

langfristig Probleme. Die private Vorsorge

wird nur in Verbindung mit qualitativ

hochwertigen Sachwerten aufgebaut und

gesichert werden können.

Vielen Dank meine Herren.

In einem Aspekt sind

sich alle Teilnehmer der

regen Diskussion einig:

Sachwerte sind als

Asset derzeit wichtiger

denn je.

Von links nach rechts:

Julien Backhaus, Andre

Wreth (Solvium Capital),

Frank Neumann (Aureus

Golddepot), Markus

Henneberger (Top Ten

Investment) und Uwe

Harfich (Prolife).

Neumann: Speziell Edelmetalle bieten

mittel- bis langfristig ein hervorragendes

Chancenpotential. Sie sind nun mal physisch

begrenzt und werden bei steigenden

Förderungs- und Energiekosten sowie bei

den Löhnen zu höheren Preisen führen.

Sicher spielt hier die künftige Nachfrage

eine entscheidende Rolle. Silber hat

neben dem monetären Charakter eine

stetig steigende industrielle Nachfrage

zu verzeichnen. Bei Edelmetallinvestoren

steht der Sicherheitsaspekt

im Vordergrund, daher wird durch

die politischen und wirtschaftlichen

Herausforderungen, die aktuell und

perspektivisch auf uns einprasseln,

keine sinkende Nachfrage nach Sicherheit

zu erwarten sein. Daher ist

Bild: Depositphotos/everythingposs1, inokos

SACHWERT MAGAZIN 2/2017

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Diamanten

Diamanten:

Funkelndes Investment

Diamanten sind eine außergewöhnliche anlageklasse.

mit großem Potenzial fürs Portfolio.

Wer sein Vermögen heute in Sicherheit

wissen will, der kann sich längst nicht

mehr auf ein oder zwei Produkte oder

Vehikel verlassen. nur auf die Lebensversicherung

und das Sparbuch setzt heute

niemand mehr. anleger sind heute auf

der Suche nach einer breiten Streuung,

um damit das risiko auf möglichst viele

töpfe zu verteilen und damit Schwankungen

oder ausfälle abfedern.

Diamanten sind dabei noch nicht wirklich

in den Fokus gerückt. auch wenn die

anlageklasse „Sachwerte“ sehr

beliebt geworden ist, und die

anleger Gold, Silber und immobilien

für sich entdeckt haben.

Diamanten sind jedoch viel interessanter,

als viele es ihnen zugestehen

möchten.

Diamanten sind etwas ganz besonderes.

Was wäre der größte moment

im Leben – die Verlobung – ohne einen

echten Diamantring? Was wäre die Krone

der Queen ohne ihre Juwelen? Kaum

etwas, das so winzig ist, kann so wertvoll

sein. In eine Handfläche passen Millionen

von euro in form von Diamanten. Das ist

gleichzeitig einer der großen Vorteile dieser

assetklasse: Die Beweglichkeit. Will

man seinen Silberbestand im Wert von

10.000 euro lagern, ist das durchaus mit

aufwand und Fläche verbunden. Bei den

funkelnden Winzlingen sieht das ganz an-

ders aus. Sie haben im kleinsten Schließfach

Platz.

aber auch investmenttechnisch bieten

Diamanten – wir sprechen hier von der

anlageklasse im allgemeinen, obwohl

man noch Unterschiede zwischen edelsteinen

(farbig oder unfarbig) machen

kann – einige Vorteile, die in die anlageentscheidung

einbezogen werden

sollten. Dazu gehört die Preisbildung. Wo

bei edelmetallen wie Gold und Silber die

weltweiten Börsen – und natürlich auch

Was wäre die Krone

der Queen ohne ihre

Juwelen?

Spekulationen – für die Preisbestimmung

sorgen, sind es bei Diamanten angebot

und nachfrage. Übrigens ist der größte

anbieter von rohdiamanten heute russland.

rohdiamanten werden von den

großen Schleifereien aufgekauft und zu

den funkelnden Steinen gemacht, wie

wir sie kennen. Die masse landet später

beim größten nachfrager: Der Schmuckindustrie.

Wer auf der Welt am meisten

auf die edlen Steine steht? Die US-amerikaner.

Die haben auf nachfrageseite

einen Weltmarktanteil von 40 Prozent.

Wenn der Diamant allerdings erst mal

im Schmuckkreislauf ist, steigt damit der

Preis und er wird als investmentdiamant

relativ uninteressant. natürlich bleibt ein

edelstein immer ein edelstein. egal, was

auf der Welt passiert. einem Diamanten

kann nichts etwas anhaben. Die Wertspeicherung

könnte man also als noch besser

als bei schmelzbaren edelmetallen bezeichnen.

als investmentdiamant eignen

sich aber besonders die Steine, die direkt

von einer der Diamantbörsen in antwerpen,

hong Kong, mumbai, new York und

tel aviv abgenommen werden. hier

zählen Kontakte und Konditionen.

es ist halt noch immer ein traditionsgeschäft,

keine schreienden Börsenhändler

wie auf dem Parkett der

nYSe. es zählen Vertrauen, sinnvolle

Preisbildung und Know-how. ebenso

wichtig sind diese Punkte, wenn

Steine später wieder veräußert werden

sollen. Um große abschläge zu vermeiden,

zählen die richtigen netzwerke.

experten sehen in den nächsten Jahren

ein Problem, das dem anleger jedoch von

Vorteil sein kann: Die nachfrage besonders

der Schmuckindustrie steigt. immer

mehr Wohlstand auf der Welt sorgt für

wachsenden Bedarf an Luxusgütern wie

Schmuck. Der Luxusgütermarkt zählt zu

einem der wenigen großen Wachstumsmärkte

weltweit. Davon können anleger

durch Diamanten profitieren.

28

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


Diamanten

Diamanten sind Vertrauenssache

Dr. antje Krey erklärt, auf was Sie beim Diamantkauf achten müssen.

Dr. Antje Krey,

Geschäftsführerin

der

Pretagus GmbH

Diamanten zur Kapitalanlage zu nutzen,

ist kein weit verbreiteter Weg. Warum

wollen Ihre Kunden das trotzdem?

Unsere Kunden schätzen Diamanten als

Vermögens- und Wertspeicher. es geht

darum, auf lange Sicht einen teil des

Vermögens in einem Sachwert anzulegen,

dessen Preisentwicklung nicht mit

aktien, Gold oder anderen klassischen

assets korreliert. Darüber hinaus üben Diamanten

eine ganz besondere Faszination

aus – jeder Diamant ist einzigartig in seiner

individuellen Kombination von Farbe,

reinheit, Gewicht und Schliffausprägung.

Daneben haben zahlreiche Kunden beim

erwerb von Diamanten das themenfeld

„erben und verschenken“ im Blick. Diamanten,

egal ob im Zollfreilager gelagert

oder daheim, lassen sich unkompliziert

weitgeben und übertragen – das ist ein

handfester Vorteil gegenüber aktiendepots

oder immobilien.

Das Diamantgeschäft gilt gemeinhin

als eher verschwiegen. Ist es schwierig,

daraus ein transparentes Investment zu

machen?

Die frühere Verschwiegenheit im Diamantgeschäft

hat sich in den letzten Jahren

deutlich gewandelt. auch weltweite

Player im Diamantgeschäft haben erkannt,

dass informationen die Basis sind, um Vertrauen

zu schaffen und Kunden auf Dauer

zu begeistern und zu binden.

Pretagus kommuniziert sehr offen, wie die

Prozesse gestaltet sind oder mit wem wir

zusammenarbeiten. Wir erstellen für unsere

Kunden jährlich einen marktbericht

in dem wir wichtige entwicklungen zusammenfassen,

die Preisentwicklung bei

Diamanten erläutern und über die inventur

berichten, die wir mit einem Wirtschaftsprüfer

im Zollfreilager Genf durchführen.

Welche Lagermethoden nutzen die

meisten Investoren? Haben die die

Steine zu Hause liegen?

Pretagus bietet als einziger anbieter jedem

Kunden, egal mit welcher investitionssumme,

die möglichkeit, die erworbenen Diamanten

im Zollfreilager einzulagern und

damit den Kauf ohne mehrwertsteuer abzuwickeln.

Diesen Vorteil nutzen ca. 98 %

aller Kunden. Häufiger als in den Jahren

davor haben wir in abstimmung mit den

Kunden die investitionssumme aufgeteilt.

Ca. 80 % fließen in einen 1 Karat -Diamanten,

der im Zollfreilager gelagert wird, für

die restsumme liefern wir einen hochwertigen

0,5 Karat Diamanten nach hause.

auf diese Weise haben die Kunden beides:

Den Wertspeicher mit renditepotential

ohne Umsatzsteuerbelastung im Zollfreilager

und das einmalige Funkeln eines wundervollen

halbkaräters daheim – das gibt

emotionale rendite tag für tag.

Der Gewinn liegt im Einkauf, sagen

Diamantexperten. Haben Sie die richtigen

Netzwerke aufgebaut, um möglichst

günstig an beste Qualität zu

gelangen?

absolut! Pretagus kauft die Diamanten

überwiegend direkt bei großen Schleifereien,

die sich wiederum unmittelbar bei

den großen Diamantförder-Unternehmen

eindecken. Für einige Diamanten

greifen wir auf weltweit tätige agenten

zurück, denn nicht immer ist die

gewünschte Farb-reinheits-Gewichtskombination

verfügbar.

Bei klassischen Diamantbörsen

haben wir bislang nicht gekauft,

weil wir woanders mit besseren

Konditionen einkaufen konnten.

Für uns ist es sehr wichtig,

dass die Logistik der Diamanten

professionell abgewickelt wird

und der Lieferant die Diamanten

zurücknimmt, falls wir bei der

Qualitätskontrolle auffälligkeiten

haben. Wir bieten unseren Kunden

attraktive Preise und abgestimmte

Prozesse vom einkauf

bis zur einlagerung. im august

2016 hat Focus money verschiedene

Dia mantanbieter getestet – auch

dort wurde das exzellente Preis-Leistungsverhältnis

bei Pretagus herausgestellt.

Über Edelsteinpreise wird lange nicht

so viel in der Presse geschrieben wie

über Gold und Co. Schlafen Investoren

dadurch per se schon besser?

Die Presse reagiert in ihrer Berichterstattung

auf Veränderungen, je spontaner

und auffälliger diese Veränderung umso

breiter die Berichterstattung. Für Diamanten

gibt es keine klassischen Börsenpreise

und keine Finanzderivate. Zudem entwickeln

sich die Preise eher stetig als sprunghaft

– damit bleibt manches unter dem radar

der Presse. Dieses ruhigere Fahrwasser

trägt sicher dazu bei, dass unsere Kunden

mit langfristigem Blick auf ihr investment

schauen. Diamanten sind ein „kümmerfreies“

investment, es muss nicht bewirtschaftet

werden wie eine immobilie oder

ein container, das schätzen viele unserer

Kunden. auf der anderen Seite wünschen

wir uns natürlich für die assetklasse Diamanten

eine gewissen aufmerksamkeit

in der Presse, damit potentielle Kunden

überhaupt Diamanten auf den Schirm

bekommen. Das Sachwertmagazin leistet

da einen echt tollen Beitrag in dem neben

Gold, immobilien und co. auch über Diamanten

berichtet wird.

Der Gegenwert einer eigentumswohnung

- kompakter kann

Vermögen nicht sein.

SACHWERT MAGAZIN 2/2017 29


Interview

Du bist einer der bekanntesten

Schiedsrichter der Welt und musstest

dabei in sehr kurzer Zeit schwerwiegende

Entscheidungen treffen. War

das schon immer dein Ding, dich für

etwas zu entscheiden und das durchzuziehen?

es hat mir noch nie Schwierigkeiten bereitet

entscheidungen zu treffen, wenn ich

von irgendetwas überzeugt war. Da für

mich klar war, in welche richtung ich gehen

wollte. als Jugendlicher und auch in

der Schule habe ich mich immer gegen

Ungerechtigkeiten eingesetzt. mein antrieb

war immer dieses „gerecht sein“ und

sich für die gerechte Sache einzusetzen.

Urs Meier

Entsche

In deiner Karriere hatten die Entscheidungen

manchmal auch persönliche

Folgen, wie dass Leute dir gedroht

oder dich verfolgt haben. Beeinflusst

das die Sache?

im Prinzip ist das Wichtigste, dass du

deine entscheidung nicht auf Druck der

Zuschauer, der Spieler, der assistenten

getroffen hast oder vielleicht deinem eigenen

Druck nachgegeben hast, weil du

irgendwie blockiert warst. Sondern dass

du überzeugt warst, das war für mich jetzt

ein elfmeter, das war jetzt eine rote Karte.

Da war ich hundertprozentig überzeugt

und das habe ich dann auch vertreten.

Später siehst du dann das Spiel im Fernsehen

und denkst dir „Scheiße, das war

falsch“. aber in dem moment, in dem du

entschieden hast, warst du ehrlich und

das ist das aller wichtigste.

Wie redet man dann mit sich selbst,

wenn man nachher feststellt „ok, das

war eigentlich nicht richtig“? Muss

man das einfach abhaken oder gibt es

dafür eine Technik?

Ja natürlich legt man sich da eine technik

an. im Prinzip ist das reden und aufarbeiten.

man sich fragt sich: „Warum habe

ich diesen Fehler gemacht?“. Wenn du

beispielsweise eine Fehlentscheidung im

elfmeterentscheid getroffen hast, warst

du entweder zu spät oder du hast falsch

gestanden. Wo ist der Fehler passiert? Daraus

kommt dann die erkenntnis: „Wenn

ich diese option so anschaue, hätte ich auf

die rechte Seite laufen müssen, dann hätte

ich das auch gesehen“. Du kannst daraus

lernen und es beim nächsten mal anders,

besser machen. es ist wichtig, dass du deinen

Fehler erkennst, ihn aber schnell wieder

aus dem Kopf hast, damit du unbelastet

ins nächste Spiel gehen kannst. Wenn

du ehrlich mit dir warst, dann gelingt dir

das auch.

Was ist denn der wichtigste Punkt den

du herausgefunden hast, warum generell

Menschen mit Entscheidungen

hadern?

» «

Oft bringen dich die

größten Fehler am

weitesten nach vorn.

0

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


Interview

ide!

Weil sie oft die entscheidung nicht von

sich aus treffen, sondern aufgrund von

äußeren Umständen, auf Druck von außen

oder von anderen menschen. man will es

anderen recht machen, aber man macht

es nicht sich selber recht. Schon während

man diesen entscheid trifft, weiß man,

dass er eigentlich nicht aus einem selbst

heraus kommt. Und wenn er sich dann

noch dazu als falsch herausstellt, dann

haderst du natürlich auch, anstatt dich zu

fragen: „Was will ich eigentlich? Was sagt

mein Bauch? Was sagt mein Gefühl?“

Das können einfache entscheidungen sein

wie „ich möchte heute eine Pizza essen“.

Dann iss doch einfach die Pizza, du musst

dir nicht die ravioli bestellen.

Also haben die Leute auch Angst vor

den möglichen Konsequenzen?

natürlich. Wenn ein Schiedsrichter

immer angst hat, dass er einen

Fehlentscheid macht und

deshalb vielleicht nicht mehr

für die nächst höhere Liga

nominiert wird, dann ist er

Dieses interview

erschien zuerst im

Erfolg Magazin

(ebenfalls

Backhaus Verlag)

blockiert und wird auch keine guten entscheidungen

treffen. es muss dir egal sein,

was für Konsequenzen auftreten können.

Wenn ich durch meine entscheidung nicht

mehr nominiert werde, dann ist das eben

so. Und die Konsequenzen der anderen

darf ich erst gar nicht zu meinem Problem

machen. Wenn ich beispielsweise bei

hamburg gegen ingolstadt nicht den elfmeter

gebe, dann steigt der hSV vielleicht

ab und hat dann vielleicht noch millionen

von Schulden. Das ist aber nicht mein Problem.

Das ist das Problem von hamburg.

also mache nicht die Probleme der anderen

zu deinen Problemen.

Das heißt, du musst für dich selbst die

Werte festgelegt haben, nach denen

du deine Entscheidungen triffst. Und

dafür musst du dann auch deinen

Preis bezahlen.

ich muss einfach bestmöglich vorbereitet

in ein solches Spiel reingehen.

ich muss die regeln kennen.

Die Kondition muss hundert

Prozent sein. Wenn ich schon

überlege, „reicht meine Kondition

das ganze Spiel?“,

dann bin ich nicht frei. ich bin

bereit, bin gut vorbereitet,

kenne die regelungen. Diese

drei Punkte müssen stimmen.

Wenn dann was passiert,

dann ist das so. Das gehört

dazu, das musst du so annehmen.

ein Geschäftsführer

oder Politiker wird Fehler machen.

Dann müssen sie sich

aber hinstellen, ehrlich zu sich

selbst sein und diese Fehler

auch annehmen. Das macht

einen nur stärker. oft bringen dich die

größten Fehler am weitesten nach vorn.

Stimmt. Wie schwer ist es denn in

einem Team Entscheidungen zu finden?

Die müssen ja auch irgendwie

abgestimmt sein.

in einem gut funktionierenden team wird

grundsätzlich offen, ehrlich und hart miteinander

diskutiert, um eine Lösung zu

finden und diese muss dann gut miteinander

nach außen transportiert werden. Das

Gegenteil davon wäre, dass man sich gegenseitig

den schwarzen Peter zuschiebt,

wenn eine entscheidung nicht richtig war.

Scheißegal wer diesen tipp gegeben hat,

wir haben als team eine Fehlentscheidung

getroffen und verloren. Da darf ich mich

selber nicht rausnehmen, denn ich bin ein

teil dieses teams. Da kommt das „Wir“:

„Wir haben heute einen Fehler gemacht,

aber auch das kann passieren.“ Für ein

gut funktionierendes team ist ehrlichkeit

wichtig. Das heißt aber auch, dass man

seine Bedenken auch einbringen darf und

muss. Sonst stimmt da was nicht, und

dann folgen Fehlentscheidungen. Wenn

es schon so weit ist, dass der assistenzarzt

angst hat, dem chefarzt was Wichtiges

zu sagen, dann wird’s gefährlich. es sind

die Führungsleute, die für ein gutes Klima

sorgen und diese hierarchien abbauen

müssen, damit jeder im team auch den

mut hat, seine Ängste, Sorgen oder erkenntnisse

einzubringen.

Du hast weit über 800 Spiele gepfiffen.

Wie beeinflusst das die eigene

Sichtweise und den eigenen Lernprozess?

man bekommt natürlich immer mehr routine

und erfahrungen. irgendwann weißt

du genau, in welcher Situation was passiert.

Du wirst viel entspannter, lockerer

und überlegter. Drum behaupte ich auch,

dass das alterslimit von 45 in der nationalliga

ein Witz ist. Die Schiedsrichter heutzutage

sind konditionell topfit und haben so

Urs Meier und Verleger Julien Backhaus im Interview.

viel erfahrung, dass man sagt: „Wow, die

kann nichts mehr erschüttern“. ich habe alles

schon erlebt. Das gibt mir innere Sicherheit,

die auch auf das Umfeld ausstrahlt.

Die Spieler merken: „Da können wir uns

aufs Fußballspielen konzentrieren, alles andere

ist nicht mehr wichtig“. ich habe das

immer wieder erlebt, auch bei champions

League Spielen. Die Spieler waren immer

froh über diese Konstellation.

Das heißt durch diese Routine kann

man den Umgang mit Fehlern und die

Entscheidungsfindung verbessern.

Ja natürlich. ich mit mir gerungen, ob ich

nach der Weltmeisterschaft 2002 aufhören

soll. ich habe dann aber gemerkt, dass

die Leidenschaft da ist und ich bin noch

voll drin. also habe ich entschieden, ich

mache noch bis 45 weiter. Das war gut

so, denn 2004 war ich am Stärksten, vielleicht

auch mit dem Wissen, es ist danach

vorbei. Da fällt auch der Druck weg. ich

glaube, ich hätte auch noch einige Jahre

weiter pfeifen können. Dieses alterslimit

sollte tatsächlich aufgebrochen werden.

Bilder: ismail Gök

SACHWERT MAGAZIN 2/2017

1


Interview

Bild: Depositphotos, everythinpos; navidi: BY Sa 3.0, Buchcover: FBV, kleine Bilder: navidi privat

Dieses interview

erschien zuerst im

Erfolg Magazin

(ebenfalls

Backhaus Verlag)

Sandra Navidi

Juristin sowie Gründerin und ceo von

BeyondGlobal LLc erklärt im interview mit

WtV die Denk- und handelnsweise der

„Super-hubs“.

»Sie gehen häufig

in Vorleistungen sodass sie,

wenn sie etwas benötigen,

gar nicht um

Hilfe bitten müssen.«

2

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


Interview

Netzwerken bis an

die Spitze

Sandra navidi im interview mit

manuel Koch für Wirtschaft tV

Super-hubs sind die am besten vernetzten

Kontenpunkte im Finanznetzwerk. Persönliche

Beziehungen und weltweite

netzwerke verleihen milliardären wie

George Soros oder JPmorgan chef Jamie

Dimon oder Blackrock Boss Larry Fink

wirtschaftliche und politische Supermacht.

Sie bewegen mit ihren entscheidungen

milliarden auf den Finanzmärkten. Über

diese „Super-hubs“ hat Sandra navidi ein

gleichnamiges Buch geschrieben.

Sandra navidi mit George Soros, US-amerikanischer

investor und Fonds-Betreuer.

Frau Navidi, sie treffen in der New

Yorker Finanzwelt die Mächtigen und

Reichen. In Ihrem neuen Buch „Super-

Hubs“ haben Sie hinter die Kulissen

geschaut, wie läuft es da ab?

Zum teil ist es so, wie man es sich vorstellt

und entspricht dem Klischee. Zum teil ist

es aber nicht so. Was man sicherlich sagen

muss über die Super-hubs, also die menschen,

die ganz an der Spitze stehen, ist,

dass sie bodenständig sind, dass sie sehr

hart arbeiten und dass sie sich sehr für andere

menschen interessieren und ständig

daran interesse haben oder dabei sind,

Beziehungen zu führen.

Wieviel Macht kann denn ein Einzelner

auf unser Finanzsystem haben?

es ist schon so, dass einzelne menschen

an der Spitze enorm viel macht haben

können, wie zum Beispiel Zentralbankchefs,

wenn sie wie mario Draghi sagen,

er wird nichts unversucht lassen, dann

hat das ja auf den gesamten Finanzmarkt

auswirkungen. aber im Grunde genommen

ist sein Einflussbereich auch irgendwo

begrenzt. er ist auch auf die Kooperation

von anderen angewiesen. es ist

doch so, dass auch die Super-hubs, auch

wenn sie große, gewaltige macht für

sich gesehen haben, so haben sie doch

insbesondere auf Grund ihrer netzwerke

„Supermacht“.

Was ist das Erfolgsgeheimnis dieser

„Alpha-Menschen“, zumeist ja Männer?

Das ist eine Welt, in der alle sehr intelligent

sind, sehr fleißig. Ich denke, der ultimative

Wettbewerbsvorteil, den diese Leute haben,

das sind ihre netzwerke. Sie haben

von anfang an netzwerke geknüpft, zum

Beispiel George Soros. alle Super-hubs, die

ich im Buch erwähne, haben von ganz anfang

an netzwerke geknüpft. Ständig betreiben

sie Beziehungspflege. Nicht unbedingt

opportunistisch, sondern weil sie ein

wirkliches interesse an anderen menschen

haben, sie kennen zu lernen, auch getrieben

aus dem Willen immer dazu zu lernen,

auch diziplinübergreifend, also nicht nur

in ihrem eigenen Bereich. Sie bauen sehr

viel Sozialkapital auf, das heißt, sie gehen

häufig in Vorleistungen mit Gefallen beispielsweise,

sodass sie, wenn sie etwas benötigen,

gar nicht um hilfe bitten müssen.

Sie haben ein netz von Unterstützung, das

ihnen zu hilfe eilt, wenn sie das brauchen.

Sandra navidi mit Bill clinton, dem ehemaligen

42. US-Präsidenten.

Wie baue ich mir denn ein Netzwerk

auf oder wie komme ich in so einen

Zirkel, einen Super-Hub rein?

Jeder der anfängt am anfang seiner Karriere

muss sich nach und nach, peu à peu, ein

tony und cherie Blair nehmen Sandra navidi in

die mitte.

netzwerk aufbauen und das kommt dann

natürlich auch auf die Branche an. aber

ich würde sagen, gute netzwerke sind

immer auch getragen von inhalten. eine

gewisse Währung muss man mitbringen,

man muss interessant sein, man muss etwas

beitragen können zur Diskussion zum

Beispiel oder sei es philanthropisch. man

muss zur Debatte beitragen, man muss etwas

von Substanz beitragen. also nur die

Beziehungspflege, dass man Karten austauscht,

einen elevator Pitch hat und sich

auf Drinks trifft, das reicht nicht aus. man

hat natürlich dann viele Bekannte aber

man möchte ja ein weites netz haben an

tiefen Beziehungen, die auch belastbar

sind, auf die man zurückgreifen kann. Das

ist dann so, wenn man die direkten Beziehungen

hat. nicht zu verachten sind aber

auch die etwas oberflächlicheren Beziehungen,

die man braucht um tote Winkel

abzudecken, weil das meistens Leute sind,

die nicht so gleich sind wie man selbst, die

vielleicht Dinge auf dem radar haben, wie

man das selbst nicht so hat. auch eingeschlafene

Kontakte, die man leicht wieder

aktivieren kann, können auch sehr wertvoll

sein.

Sandra Navidi, vielen Dank für die

spannenden Einblicke.

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


Interview

Dieses interview

erschien zuerst im

Erfolg Magazin

(ebenfalls

Backhaus Verlag)

Lencke Steiner: »Mal

einen Arschtritt riskieren«

Das interview führte Julien Backhaus

Wenn man als junge Frau Unternehmerin

oder Nachfolgerin wird - kann

man da gut vorbereitet sein?

es ist ein riesiger Unterschied, ob du im

Familienunternehmen groß wirst oder ob

du selber gründest. Wenn du aus einer

Unternehmerfamilie

kommst, ist die Firma

wie ein drittes Kind.

Beim abendbrot wird

drüber geredet und

du bekommst natürlich

schon früh mit,

wenn es im Geschäft

nicht so gut läuft und

was es heißt, Verantwortung

zu übernehmen.

ob das eine gute Vorbereitung auf

das wahre Unternehmerleben ist? im

endeffekt musst du deine erfahrungen

selber sammeln. Für mich war es sehr

viel lehrreicher, Gespräche z.B. mit mentoren,

Freunden und nachfolgern zu führen.

Gerade die nachfolge ist eine spe-

zielle Problematik, weil jede nachfolge

und jedes Unternehmen anders ist. Wenn

deine eltern dich frühzeitig an die hand

nehmen und ein Fahrplan zur Übernahme

besteht, kann das in manchen Fällen

helfen.

„ich habe Verbesserungsideen und

ich weiß, was ich anders

machen würde und

dafür musst du halt chef sein.“

Hattest du mit Vorurteilen zu kämpfen?

ich habe einen der herausforderndsten

Jobs der Firma gemacht, nämlich die Kaltaquise,

und habe mir einen eigenen Kundenstamm

aufgebaut. einmal bin ich bei

einer Firma einfach unter der Schranke

für LKWs durchgekrabbelt, ins Lagerbü-

ro gelaufen und habe gesagt: „moin, ich

bin von der Firma W-Pack und ich wollte

uns mal vorstellen und das, was hier so

liegt, können wir alles liefern.“ Das ist der

Job, bei dem du normalerweise mit einem

arschtritt rausbefördert wirst und regelmäßig

hörst: „Verpackungen

kann jeder, wir

brauchen keinen neuen.“

Du musst dir selber Kompetenz

und Fachwissen

aneignen, viel anlesen.

Weiter ist es essentiell,

dass du jeden mitarbeiter,

seine erfahrung und

sein Wissen zu schätzen

weißt und das auch mal

kommunizierst. Du darfst nicht meinen,

nur weil du jetzt der nächste chef bist,

hast du die Weisheit mit Löffeln gefressen

und weißt alles besser. Du musst ganz viel

zuhören und auch mal zugeben, wenn du

keine ahnung hast und nachfragen. Klingt

banal, aber viele können das nicht, weil sie

Bild: Blickwinkel-bremen.com, interviewbilder: ismail Göck

4

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


Interview

gerne schon im frühen Alter den Hintern

gepudert kriegen.

Du hast ja schon früh die Öffentlichkeit

gesucht, z. B. durch die „Jungen

Unternehmer“ und später durch die

Show „Die Höhle des Löwen“. Was

hat dich dazu bewegt?

Ich wollte schon immer in die Fußstapfen

meines Vaters treten und sein Lebenswerk

in die nächste Generation führen. Relativ

schnell habe ich gemerkt, dass ich einer

extremen Herausforderung gegenüberstand,

weil eben diese alten Denkmuster

vorhanden waren. Ich habe für mich entschieden,

dass nur Kompetenz im eigenen

Unternehmen nicht ausreicht. Also suchte

ich mir eine neue Herausforderung. Auf

„Die jungen Unternehmer“ kam ich durch

meine Motivation, mich mit anderen auszutauschen.

Für meine Generation ist es

typisch, dass wir in allem, was wir tun,

einen Sinn suchen und unbedingt etwas

verändern wollen. Das war auch beim

Verband der Unternehmer so. Da überkam

mich ziemlich schnell dieses „Ich

habe Verbesserungsideen und ich weiß,

was ich anders machen würde“ und dafür

musst du halt Chef sein. Es war nicht

dieses „Ich will Chef sein“ sondern „Ich

möchte gern was verändern“. So bin ich

dann Bundesvorsitzende geworden. Ich

habe im Verband einen starken Zusammenhalt

aufgebaut und auch gesehen,

wo es in der Politik hapert. Zum Beispiel

liegen mir die Werte der Familienunternehmer

sehr am Herzen. Auch um die

Generationengerechtigkeit, kümmert sich

keiner. Die meisten denken für Wähler

jetzt und heute, rechnen aber nicht damit,

was das für die kommende Generation

heißt. So wurde die Idee geboren, dass

wir das eben selber machen müssen.

Wie hast du die Gründer so erlebt?

Die Gründerkultur in Deutschland wird

immer besser. Es sind alles Leute mit sehr

guten Ideen und Visionen, richtig Feuer in

den Augen und viel Begeisterung. Es ist

egal, welchen Background sie haben. Es ist

vielleicht hilfreicher, wenn du etwas Geld

hast, aber es ist kein alleiniges Erfolgskriterium.

Und es ist genauso egal, ob du einen

Hauptschulabschluss hast oder in Stanford

warst. Wenn du an der WHU studiert hast,

wirst du nicht automatisch erfolgreicher

Gründer. Das habe ich gelernt. Für mich

sind Gründer Visionäre, willensstark, mutig

und haben richtig Lust, was zu reißen, sie

wollen einfach was machen und das finde

ich extrem cool.

Wie schätzt du die Millenials ein?

Die, mit denen ich ins Gespräch komme,

wenn wir zum Beispiel an Schulen gehen,

sind politisch bewegt und wollen was verändern.

Ich bin erstaunt, wie interessiert die

sind. Die sind extrem lernwillig und wissen

ihre Chancen auch zu schätzen. Gerade

die jungen Frauen sind sehr erfolgsorientiert

und wollen was bewegen. Wenn die

an Grenzen stoßen, warten die nicht am

Schreibtisch auf Entdeckung, sondern sind

weg. Wir haben inzwischen eine Verweildauer

von Akademikern von 600 Tagen im

Unternehmen. Das ist nichts. Die entscheiden

sich ganz schnell um und gehen dahin,

wo sie weiter nach oben kommen. Frauen

nehmen sich mittlerweile auch untereinander

in Schutz und empfehlen einander weiter,

das ist schön. Das, was wir sonst von

Männern kennen, dieses Seilschaften, machen

die Frauen jetzt auch und die jungen

sind da weitaus großzügiger. Das finde ich

tatsächlich sehr positiv.

Es gründen immer noch wenige Frauen

Unternehmen. Kann sich das mal ändern?

Da spielt das Thema Vereinbarkeit von Familie

und Beruf mit rein. Die Frauen müssen

ihre Kinder liebevoll untergebracht wissen,

sonst ist das sicherlich eins der größten

Hindernisse. Dann spielt der Faktor Zeit

eine ganz entscheidende Rolle. Ich erlebe

recht oft, dass die Jungs die Vorstellung

haben: „Mädels, ihr dürft ruhig arbeiten,

gerne auch Vollzeit,

aber die klassischen

Frauenaufgaben

müsst ihr trotzdem

machen“. Natürlich

wollen wir Frauen

arbeiten und unabhängig

sein, nur das

andere kommt trotzdem

hinzu. Dadurch

habe ich manchmal

das Gefühl,

dass Frauen wie ein

Hamster im Rad laufen.

Manche Gründerinnen,

die von

einem eher traditionellen

Hintergrund

kommen, die saßen Zuhause mit ihren Kindern

und sagten dann „Mir fällt die Decke

auf den Kopf“, anderen fehlte einfach das

Geld und Sie haben dann aus der Not heraus

gegründet. Es gibt natürlich auch ganz

viele, die wissen nicht, wie sie es schaffen

sollen oder sie haben auch nicht den Mut,

dazu ein so hohes Risiko einzugehen.

Als FDP-Politikerin stehst auch für

Gründergeist. Trotzdem: Klare, kurze

Botschaften fehlen noch.

im Gegenteil. FDP Inhalte sind eindeutig:

Stärkung des Einzelnen, Freiheit und Verantwortung.

Einfach eine Synergie aus Gesellschaft,

Soziales und Wirtschaft, diese sind

aber erklärungsbedürftig, weil wir komplexe

Lösungen anbieten. Wenn du eine lösungsorientierte

Partei bist, kriegst du politische

Lösungen meist nicht in drei Worten formuliert.

Wir haben im Wahlkampf z.B. Sprüche

gehabt wie „Unsere Kinder können alles

werden, außer dumm“. oder „Wirtschaftund

‚Wir schaffen das‘-Expertin. Das Ziel ist

es, Menschen zu bewegen, genauer hinzusehen.

Bei uns sollst du drüber nachdenken

und diskutieren, dabei gleichzeitig die Botschaft

verstehen. Wir haben bei meinem

Plakat bewusst immer ganz typische Bremer

Orte genommen, die du sofort erkennst.

Mir war wichtig darzustellen, „Ich bin Bremerin

und , ich liebe diese Stadt, ich mag die

Orte, die es hier gibt und ich stehe dafür, ein

Teil von Bremen zu sein.“ Und daran haben

wir die kurzen und knackigen Botschaften

geknüpft. Ich habe während des Wahlkampfes

tatsächlich sehr positives Feedback

bekommen, wie: „endlich mal Sprüche, die

wir kapieren und die wir auch lesen“. Damit

sind wir wirklich gut gefahren.

Wie definierst du Erfolg für dich?

Für mich bedeutet Erfolg, wenn Visionen

umgesetzt werden und wenn auch das

Team, das daran mitarbeitet, Spaß und

Freude dran hat. Es gibt viele Menschen, die

Lencke Steiner

ist eine deutsche Unternehmerin und Politikerin der FDP. Sie ist Mitglied im

Bundesvorstand ihrer Partei und führte die FDP Bremen als Spitzenkandidatin

bei der Wahl im Mai 2015 zurück in die Bremische Bürgerschaft.

sind erfolgreich, qua monetärer Definition,

doch haben sie in meinen Augen keinen

Erfolg. Denn wenn du dir anguckst, mit

welchen Methoden gearbeitet wird und wie

das ganze Team darunter leidet, dann wäre

das für mich nichts, auf was ich stolz wäre.

sicherlich schwarze Schafe unter den Managern

und Unternehmern, die sind skrupellos,

doch die sind für mich kein Vorbild. In

Summe, glaube ich jedoch, ist die Mehrzahl

der Unternehmer sehr wertorientiert und

definiert Erfolg auch mit den Mitarbeitern

gemeinsam.

SACHWERT MAGAZIN 2/2017 35


Agrarinvestment

Kautschuk

hält die Welt

in Bewegung

Ertragsstarke Vermögensanlage in

einen unverzichtbaren Rohstoff

Ohne Kautschuk bewegt sich gar nichts.

Weder würden Autos gefahrlos durch die

Kurven kommen, noch Lastwagen ihren

Bestimmungsort erreichen oder Flugzeuge

sicher landen. Nebst dem Einsatz in der

Reifen- und Autoindustrie dient der vielseitige

Rohstoff der Herstellung von über

40.000 Produkten des industriellen und

persönlichen Bedarfs wie z.B. Förderbänder,

Gummihandschuhe, Schuhsohlen,

Kondome u.v.m. Knapp die Hälfte des

weltweit verarbeiteten Kautschuks ist Naturkautschuk,

der in Kautschukplantagen

vor allem in Asien und Lateinamerika gewonnen

wird.

Kurz- bis mittelfristig fehlen bis zu 1 Milliarde

Kautschukbäume, um den stetig

steigenden Bedarf decken zu können.

Die markante Entwicklung des

Individualverkehrs, insbesondere in

aufstrebenden Wirtschaftsregionen

wie China oder Lateinamerika, sowie

die anhaltende Zunahme der globalen

Transportbedürfnisse sind die Haupttreiber

der steigenden Nachfrage.

Die in Düsseldorf ansässige Rohstoff

und Investment Management Gruppe

TIMBERFARM ist schon seit Jahren auf

die Produktion von Naturkautschuk

und Kautschukholz spezialisiert und

betreibt in Panama nachhaltig erstellte

und bewirtschaftete Kautschukplantagen.

Seit 2012 bietet das Unternehmen

Kautschukplantagen als

36

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


Agrarinvestment

Gemäß IWF wird die Nachfrage nach

Naturkautschuk bis zum Jahre 2024

voraussichtlich auf über 16 Mio. Tonnen

pro Jahr ansteigen. Um diese

Nachfrage decken zu können, werden

Kautschukplantagen mit einer Gesamtfläche

von bis zu 2 Mio. Hektar

und ein zusätzlicher Baumbestand

von bis zu einer Milliarde Kautschukbäumen

benötigt.

anlagemöglichkeit in Sachwerte an und

übernimmt dabei die Bewirtschaftung und

Verwertung der rohstoffe.

mit der Vermögensanlage PanarUBBer -

welche seit Jahresbeginn gezeichnet werden

kann - hat das Unternehmen seine

investment management Strategie den

anforderungen des novellierten Vermögensanlagengesetzes

angepasst. mit dem

neuen finanzmarktrechtlichen Rahmen

wird die anlage sowohl für Privatanleger

wie auch für institutionelle investoren mit

mittel- bis langfristigem anlagehorizont

attraktiv.

im Zentrum der agrar- und forstwirtschaftlichen

Vermögensanlage PanarUBBer

steht die Kautschukplantage. Sie besteht

aus einem soliden inneren Wert und

generiert attraktive renditen. Während

der Baumbestand kontinuierlich

wächst und an holzvolumen zunimmt,

welches nach ablauf der Umtriebszeit

profitabel verwertet werden kann,

liefern die Kautschukernten laufende

erträge und erlöse. Die rendite über

einen Zeitraum von fünfzehn Jahren

beläuft sich plangemäß auf rund 202

Prozent.

Weitere informationen unter

www.timberfarm.de

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


Mitarbeiter

Effiziente Einrichtung

Versorgungswerken

So sorgen Sie sinnvoll und lukrativ vor

Kleine und mittelständische Unternehmen

machen sich heute mehr denn je Gedanken

über ihre heutigen und zukünftigen

Herausforderungen. Da haben wir in

Deutschland den demografischen Wandel,

d.h. immer mehr Menschen werden

älter und immer weniger Menschen werden

geboren, somit fehlt dringend wichtiger

Nachwuchs. In Deutschland kann

sich mittlerweile fast jeder qualifizierte

Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz aussuchen,

somit ist aus einem Arbeitgeber- ein

Arbeitnehmermarkt entstanden. Das bedeutet

eine sehr große Herausforderung

der Personalfindung für jedes deutsche

Unternehmen. Jedes Unternehmen unterliegt

i.d.R. einer gewissen Mitarbeiterfluktuation,

in einigen Branchen ist diese

extrem hoch, in anderen ist sie im erträglichen

Bereich. Jede Fluktuation ist stark

begründet in der Motivation des einzelnen

und aller Mitarbeiter.

Hennings: Hennings; Bild: Depositphotos, ridofranz

Kostensenkung im Visier

Um neue Mitarbeiter und vor allem neue

Fachkräfte zu gewinnen, heißt es meistens

hohe Kosten zu tragen und viel Zeit und

Nerven für Bewerbungsgespräche mitzubringen.

Darüber hinaus denken Unternehmer

an die Attraktivitätssteigerung als

Arbeitgeber in seiner Branche und seiner

Region. Dazu stellt sich der Unternehmer

die Fragen, wie kann ich meine Liquidität

erhöhen und wie befreie ich mich aus

der Umklammerung der Banken? Zudem

belasten Krankentage der Mitarbeiter die

Effektivität der Firma, wie kann man diese

Krankentage noch einfacher reduzieren?

Wie steigere ich entspannter den Unternehmensgewinn?

Und zu guter Letzt, es

sind auch hohe steuerliche Einsparungen

als Motivgründe immer häufiger anzutreffen

etwas zu verändern.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben oder

zu werden müssen Mitarbeiter besser

motiviert und emotional enger ans Unternehmen

gebunden werden. Der Arbeit-

38

SACHWERT MAGAZIN 2/2017


Die Top

5

Mitarbeiter

Bestseller

ans Unternehmen gebunden werden.«

aus dem

»Um wettbewerbsfähig zu bleiben oder

zu werden müssen Mitarbeiter

besser motiviert und emotional enger

der

Entgeltbausteine

Seit fast 50 Jahren bestehen die Möglichkeiten

sogenannte Entgeltbausteine zur

Gehaltsoptimierung umzusetzen. Immer

mehr kleinere und mittelständische Unternehmen

nutzen diese hervorragenden

Lösungen, deren Grundlagen im Einkommensteuergesetz

aufgeführt und somit

gesetzlich geregelt sind. Es wird hierüber

eine neue Liquidtät für den Arbeitnehmer

und diverse aufwandsneutrale Mehrwerte

für den Arbeitgeber geschaffen. Aus der

neugewonnen Liquidität wird ein komplettes

juristisch und steuerlich geprüftes

hochprofessionelles Versorgungswerk

für den Unternehmer und seine Mitarbeiter

implementiert. Die sog. pauschaldotierte

Unterstützungskasse (pdUK)

bekannt, ist der älteste Durchführungsweg

in der betrieblichen Altersvorsorge

in Deutschland und wird auch durch die

Innenfinanzierungsvorteile auch als Unternehmensbank

bezeichnet. Da durch

das Betriebsrentenreformgesetz die versicherungskonformen

Lösungen insbesondere

für Arbeitnehmer extrem an At-

Wirtschafts-

FinanzBuch Verlag

nehmer kann sich heute einen neuen Job

aussuchen! Somit gilt es noch attraktiver

zu sein als bisher, denn es ist nachweislich

effizienter bestehende Mitarbeiter zu halten,

als stets neue Kräfte zu suchen.

Lohnkostenmanagement

Die BLM Consult ist ein auf das Lohnkostenmanagement

spezialisiertes Beratungsunternehmen

für den Mittelstand.

BLM unterstützt bundesweit kleine und

mittelständische Unternehmen bei den

gesamten oben aufgeführten Herausforderungen.

Das Drei-Säulenkonzept

der BLM beinhaltet die Kombination aus

Entgeltoptimierungslösungen, die Überprüfung

und Implementierung von professionellen

Versorgungswerken, sowie

die professionelle Ausfinanzierungen der

Versorgungszusagen. Der gesamte Ablauf

scheint komplex, ist er aber nur, da häufig

Unwissenheit in den einzelnen Themenbereichen

vorherrscht und das sogar bei

der Mehrzahl der Steuerberater.

traktivität verloren haben, bekommt die

Unternehmenskasse bei Mittelständlern

viel positiven Aufwind. Sie wird steuerlich

gefördert und Arbeitnehmeransprüche

sind durch den Pensionssicherungsverein

aG abgesichert. Die Finanzierung des Versorgungswerks

erfolgt aus hohen Einsparungen

aus dem vorgeschalteten betrieblichen

Lohnkostenmanagement und aus

den regelmäßigen Beiträgen der Mitarbeiter.

Die solide Ausfinanzierung entsteht,

indem sich das Unternehmen durch die

neugewonnene Liquidität sich einerseits

von teuren Unternehmerkrediten trennt

und gleichzeitig oder etwas zeitversetzt

liquide Mittel zur Finanzierung der Zusagen

sinnvoll einsetzt. Hieraus besteht die

Möglichkeit neuerliche Überschüsse zu

erzielen. Die Anlagen werden nach Kurz-,

Mittel- und Langfristigkeit gemischt und

gestreut aufgestellt. Es werden hier stets

Thomas Hennings ist Experte

für Sachwertlösungen und

Makroökönomie. Er ist COO

der BLM Consult GmbH.

überproportional inflationsschützende

Sachwertanlagen berücksichtigt. Die den

Zusagen übersteigende Vermögenswerte

verbleiben dann i.d.R. beim Unternehmer.

Dieses sogenannte Arbitragegeschäft verhilft

dem Unternehmer sogar dazu, mittels

seines Mitarbeiterkollektivs eigenes

Vermögen zusätzlich auf- und auszubauen.

Unternehmer können somit ein effizientes

und lukratives Versorgungswerk

im eigenen Unternehmen aufbauen, das

seinesgleichen sucht.

SACHWERT MAGAZIN 2/2017 39

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