nutritionpress_2_2017_web

schmidt01

Ausgabe Nr. 11 – November 2017 . 4,95 Euro . ISSN 2196-1271 www.nutrition-press.com

nutrition-press

Fachzeitschrift für Mikronährstoffe

Stiftung

Warentest

verunsichert Verbraucher

durch falsche Aussagen!

Mikronährstoffe

Vitalstoffe

Nahrungsergänzungsmittel

Hersteller und Vertriebe

Mit Nahrungsergänzungsmitteln

können Sie


Nahrungsergänzungsmittel

ist der rechtliche Begriff –

Lebens-Mittel-Konzentrat

ist der richtige Begriff!!

Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser,

warum erfolgen also immer wieder pauschale Angriffe und

unqualifizierte Berichte aus Medien über Nahrungsergänzungsmittel?

Schreibt einer von dem anderen ab, ohne ordentlich zu

recherchieren? Lesen Sie unseren offenen Brief zu („Stiftung

Warentest verunsichert Verbraucher, da falsche Behauptungen

aufgestellt werden …“) den Veröffentlichungen

der Stiftung Warentest, zu finden auf:

http://nem-ev.de/assets/nem/Presse/Stiftung-Warentest-Vitamin-Praeparate.pdf.

Die meisten Angriffe verhindern Gesundheit – da man Supplementierung

heute leider vielfach als Mensch benötigt.

Man verunsichert. Zahlreiche, ernsthafte Studien belegen,

dass wir Menschen supplementieren müssen, wie in unserem

Verband bekannt und schon mehrfach veröffentlicht.

Leider sind auch Behörden – egal ob Regionale, Nationale

oder Europäische – beeinflussbar. Siehe nur ein Thema:

Glyphosat, siehe den Verlust von Bienen, siehe eine Reduzierung

von Insekten in den letzten Jahren um 75 %, siehe

Mangel von lebenswichtigen Inhaltsstoffen in unseren Lebensmitteln).

Gerade von der Milch gehört: Sendung des

SWR vom 25.10.2017 „deutlicher Verlust von Omega Fettsäuren,

sekundären Stoffen“.

Will man was vertuschen?

Ist man von wem auch immer beeinflusst?

Ein weiteres Beispiel, was das Limit von Schwermetallen

betrifft, gibt es keine Vorschriften für Obst, Gemüse,

Getreide usw. Also kann ein Apfel (im Übrigen auch bei

Bioprodukten) in Höchstmengen Schwermetalle enthalten.

Nur für Nahrungsergänzungsmittel bestehen klare

Höchstmengen-Verordnungen, die wir für richtig halten.

Das BVL leitet die Anzeige eines Nahrungsergänzungsmittels

an die zuständige Landesbehörde weiter. Von dort aus

erfolgt die Überwachung der Einhaltung der lebensmittelrechtlichen

Vorschriften. Die Überwachung der Einhaltung

der lebensmittelrechtlichen Vorschriften für Erzeugnisse,

die sich bereits auf dem Markt befinden, erfolgt durch die

jeweils für Lebensmittel zuständige Überwachungsbehörde

in den Bundesländern. Eine Übersicht der Landesministerien

und Senatsverwaltungen in den Bundesländern

finden Sie hier: www.bvl.bund.de/lebensmittelueberwachungDerBundeslaender.

Nahrungsergänzungsmittel

sind so sicher

wie sonst kein anderes

Lebensmittel!

Ergo NEMs werden viel mehr überwacht und sind sicherer

für den Verbraucher als zum Beispiel ein Apfel.

Es gibt eine Reihe von Gesetze und Richtlinien, die die

Qualität und Sicherheit von Nahrungsergänzungsmitteln

regeln und als Rahmen und verpflichtende Vorgabe für die

Einführung herangezogen werden. Sowohl auf Ebene der

Zutaten als auch für das Produkt selber sind Qualitätsanforderungen

einzuhalten.

Nahrungsergänzungsmittel müssen dem Bundesamt für

Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gemeldet

werden, bevor sie in den Verkehr gebracht werden

dürfen! Mehr über die Anmeldeverfahren in der EU erfahren

Sie auf unserer Hompage

https://nem-ev.de/nem/ernaehrungsfachliche-infos/

anmeldung-nem-in-der-eu/.

02 Nutrition-Press


Editorial

Manfred Scheffler

Präsident NEM e.V.

Bei der Einfuhr von Nahrungsergänzungsmitteln ist zu beachten,

dass die für die Herstellung verwendeten Inhaltsstoffe

nicht aufgrund ihrer pharmakologischen Wirkung

als Arzneimittel einzustufen sind oder unter Novelfood

fallen und insgesamt die nationalen und europäischen Gesetze

und Verordnungen einhalten.

Ihre Sicherheit muss gewährleistet sein, und der Verbraucher

darf nicht durch die Angaben auf der Verpackung

getäuscht werden. Dass es sich um Nahrungsergänzungsmittel

handelt, muss unmissverständlich gekennzeichnet

sein. Die Produkte müssen eine Empfehlung zur täglichen

Verzehrmenge tragen.

Hersteller und Inverkehrbringer von Nahrungsergänzungsmitteln

werden von folgenden Behörden überwacht:

• Landesuntersuchungsamt

• Überwachungsbehörden

• Veterinäramt auf Kreisebene, z. B. in Rheinland-Pfalz

• Taskforce Überwachungsmannschaft

der jeweiligen Landesbehörde

• Eichamt

• Gewerbeaufsichtsamt

• BVL

Wichtige rechtliche Vorschriften für die Hersteller von

Nahrungsergänzungsmitteln sind u. a.:

• Nahrungsergänzungsmittel-Verordnung (NemV)

• Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB)

• Lebensmittelinformations-Verordnung

• Europäische Zusatzstoff-Zulassungsverordnung (ZzulV)

• Lebensmittelhygiene-Verordnung

• Los-Kennzeichnungs-Verordnung (LMKV)

• Health-Claim Verordnung

• Positivliste für die Verwendung von

Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe)

• Mess- und Eichgesetz

• Novel food –Verordnung

Liebe Branche, liebe Leser,

vergessen wir nur eins nicht, Wünsche oder Träume für

eine bessere Gesundheit, ein besseres glückliches Leben

fallen nicht vom Himmel – sondern bedürfen des Mitmachens

von uns allen! Erzählen Sie es bitte weiter! Wir lassen

nicht locker und geben nie auf!

In kürze nehmen wir einen Termin beim Bundesgesundheitsministerium

abt. Prävention mit einem kleinem Team

wahr. Professor Zänker und Herr Dr. Büttner haben sich zu

einem Sondierungsgespräch bereit erklärt – zunächst –

um dann einen runden Tisch zu erreichen – und vieles

mehr … wir werden berichten.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Manfred Scheffler

Präsident NEM e.V.

Rheinland-Pfalz, den 07.11.2017

Nutrition-Press ist die offizielle Zeitschrift des

NEM e.V. Verband mittelständischer europäischer

Hersteller und Distributoren von Nahrungsergänzungsmitteln

& Gesundheitsprodukten e.V.

Nutrition-Press 03


Inhalt | Impressum

Nahrungsergänzungsmittel ist der rechtliche Begriff – Lebens-Mittel-Konzentrat ist der richtige Begriff!! 02

Wie viel darf´s von wie viel sein – oder gar nichts?? Prof. Dr. Dr. Kurt Zänker 05

Zu fett, zu süß, zu salzig Prof. Robert Schneider 10

Ernährungslüge & Ernährungspyramide Prof. Dr. Enno Freye & Hans-Peter Strobel, PharmD 14

Endemischer B-Vitamin-Mangel – ein unerkanntes Problem Dr. med. Dipl. biol. Bernd Michael Löffler 17

Entstörungsmöglichkeiten des Mitochondriums Dr. rer. hum. Biol. Christiane Herzog 28

Personalisierte Ernährung und die Rolle von Nahrungsergänzungsmitteln Hon. Prof. Dr. Helmut Weidlich 36

Vitalpize Dr. med. habil Dr. rer. nat. Karl J. Probst 39

Kompendium der Mykotherapie – Einsatz von Vitalpilzen in

Prävention und Therapie Beate Berg & Prof. Dr. Dr. h.c. Jan I. Lelley 48

Sind die Vitamine C ( Ascorbinsäure) und E (Tocopherole) lebensnotwendig

oder schädlich? Prof. Em Dr. Ing. agr. Wilhelm Hartfiel 50

Sango Meereskoralle – Mineralstoffwunder aus dem Meer Jürgen Langhals 54

Heimliche Gesundheitsexperten – Sekundäre Pflanzenstoffe Daniela Lipgens 57

Nahrungsergänzungsmittel senken Gesundheitskosten Leoni-Daniela Unfried 59

Neues Testverfahren für Anti Aging-Substanzen: AGEs Hon. Prof. Dr. Helmut Weidlich 60

Digitaler Nachlass: Wer erbt eigentlich mein Facebook? ARAG 63

Urheberrechtsverletzung und Abmahnung: Und jetzt? ARAG 67

Digital Detox: fiese Fakten Anitra Eggler 70

News – Spannende News aus den Medien im Ticker 72

Impressum

Nutrition-Press

Fachzeitschrift für Mikronährstoffe,

Vitalstoffe, Nahrungsergänzungsmittel,

Hersteller und Vertriebe

Print-Ausgabe ISSN 21951271

Herausgeber: NEM Verband mittelständischer

europäischer Hersteller und Distributoren von

Nahrungsergänzungsmitteln & Gesundheitsprodukten e.V.

Horst-Uhlig-Str. 3, D - 56291 Laudert

Phone: +49 (0) 6746 8029820

Fax: +49 (0) 6746 8029821

Email: info@nem-ev.de, www.nem-ev.de

Chefredaktion: Manfred Scheffler (V.i.S.d.P.)

Leitender Redakteur: Manfred Scheffler

Redaktion: Liane Schmidt

Wissenschaftlicher Beirat:

Dr. Gottfried Lange und Prof. Dr. Kurt S. Zänker

Juristischer Beirat: Dr. jur. Thomas Büttner LL. M.

Gastautoren:

Prof. Dr. Dr. Zänker

Robert Schneider

Prof. Dr. Enno Freye

Dr. med. Dipl. biol. Bernd Michael Löffler

Dr. Christiane Herzog

Hon. Prof. Dr. Helmut Weidlich

Dr. med habil Dr. rer nat. Karl J. Probst

Beate Berg & Prof. Dr. Dr. h.c . Jan I. Lelley

Prof. Em. Dr. Ing. agr. Wilhelm Hartfiel

Jürgen Langhals

Daniela Lipgens

Leonie Daniela Unfried

Anitra Eggler

Grafik/Layout: www.pp-grafikdesign.de

Anzeigenabteilung:

Liane Schmidt, Telefon: +49 (0) 6746 8029820

E-Mail: info@nutritionpress.com

Bildnachweis: © cegli_Fotolia (Titel), Fotolia.com, privat

Erscheinungsweise: 2 mal pro Jahr: Frühjahr, Herbst

Einzelpreis: 4,95 Euro, zzgl. Versandkosten

Bestellung der PrintAusgabe: info@nem-ev.de

Online-Ausgabe: ISSN 21968505

Online-Magazin und Media-Daten:

kostenlos unter www.nutritionpress.com

Printed in Germany

Copyright-Hinweis:

Die gesamten Inhalte des Magazins sind

urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte auf

Konzept und Gestaltung: NEM e.V.

Vervielfältigungen jeglicher Art nur mit

ausdrücklicher Genehmigung des NEM e.V.

Offizielles Magazin des NEM e.V.:

NEM Verband mittelständischer europäischer

Hersteller und Distributoren von Nahrungsergänzungsmitteln

& Gesundheitsprodukten e.V.

Horst-Uhlig-Str. 3, 56291 Laudert

Telefon: +49 (0)6746/80 29 82 0

Fax: +49 (0)6746/80 29 82 1

E-Mail: info@nem-ev.de

Internet: www.nem-ev.de

04 Nutrition-Press

www.nutrition-press.com


Ernährung | Prävention

Wie viel darf´s von

wie viel sein – oder

gar nichts?

Zwanzig Prozent von keinem Wissen sind immer noch kein

Wissen. Es ist erstaunlich, welche Diskussionen um Sinn und

Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) geführt werden.

Weniger interessengeleitete Emotionen würden zu mehr Empathie

in den Fragen zum Umgang mit Lebensmitteln und Ernährung führen.

Nahrungsergänzungsmittel (NEM) Definition

Nahrungsergänzungsmittel (NEM) – der Ausdruck ist

sehr unglücklich gewählt – sind Lebensmittelkonzentrate

von Nährstoffen oder sonstigen, natürlichen Stoffen mit

ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung.

NEMs sind meistens evidenz- basiert in der medizinischen

Literatur belegt. Auf einer noch höheren Evidenzebene

kann deren Wirkung und Wirksamkeit durch tierexperimentelle

und klinische Studien für Indikationsbereiche

wissenschaftlich belegt werden. NEMs sind aber keine

Medikamente, sie sind Lebensmittel. Lebensmittel können

nicht mit den Methodenspektren, wie sie für Arzneimittel

erforderlich sind, geprüft werden.

Autor

Prof. Dr. Dr. Kurt Zänker

• Universitätsprofessor für Immunologie

und Experimentelle Onkologie der

Universität Witten/Herdecke

• Eingeladener Vortragender bei nationalen

und internationalen Konferenzen

• Autor vieler Fachbücher und Fachartikel

• ksz@uni-wh.de

Abgrenzung Lebensmittel vrs. Arzneimittel

Jahrzehnte lang hat man einen sinnlosen, weil ideologisierten

Streit zur Abgrenzung von Lebensmitteln/NEM

gegenüber Arzneimitteln geführt. Dabei stand nicht die

Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung im Vordergrund,

sondern es wurde fortwährend festgelegt und

demonstriert, wer der Gutsherr in wichtigen Sektoren

im Gesundheitswesen ist. Die einen wollten, wenn sie

es denn ernst meinten, den Lebensmitteln/NEMs einen

Präventionswert zur Erhaltung der Gesundheit zu zu messen

– löblich! Wenn sie es aber auslobten, dann fanden

sie sich meistens vor den Schranken von kompetenten –

wie gut (!) – oder weniger kompetenten Institutionen wieder,

um danach die deutsche Sprache zu beugen, damit

öffentlich Abbitte geleistet werden konnte, wie man den

Verbraucher eventuell getäuscht habe. Die anderen fürchteten

um eine zu stabile Gesundheit der Bevölkerung,

denn Gesunde fragen weniger häufig ihren Arzt oder Apotheker;

der Präventions gedanke spielte keine Rolle. Was

ist aus dem Streit geworden, wenn man sich die Szenarien

rückblickend ansieht? Es ist nichts besser geworden,

es ist kein Prozent mehr Befriedung eingetreten. Zwanzig

Prozent von keiner Befriedung oder keinem Verständnis

sind immer noch Unfrieden und Unverständnis.

NEMs und die Argumentationsketten

Unverständlich bleiben angesichts der sich häufenden

Lebensmittelskandale die wiederkehrenden Argumente,

NEMs sind bei einer ausgewogenen Ernährung nicht notwendig,

und ein Nährstoffmangel kann durch die geeignete

Auswahl von Lebensmitteln behoben und verhindert

werden. Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen im

Gesundheitswesen vertreten diese Auffassung und Politiker

aller Couleur wiederholen sie gebetsmühlenartig. Dazu

muss die Frage gestellt werden, ob diese Wissenschaftler

in ihren Disziplinen dem reflexiven Denken zur Hypothesenbildung

und einer Methodentreue in der Forschung noch

Nutrition-Press 05


chen – hoffentlich und hoffentlich nicht zu spät, steuert

hier die „Berliner Erklärung“ der G20 Gesundheitsminister

gegen.

Genüge tun. Diese Ignoranz ist sehr verwunderlich, gerade

in einer Zeit des methodischen Auf – und Umbruches

zu einer personalisierten Medizin/Ernährung, die

sich vor dem Hintergrund einer neuen Wissenschaftsdisziplin

der „Epivention“ (Hui Wang et al.) (2015): Epivention:

Epigenetic Based Cancer Chemo prevention.

Epigenetic Diagnosis & Therapy 1(2):98- 105) gerade

formiert. Die Erkenntnisgewinne daraus werden Ernährung

und Gesundheit auf einer individuellen (Epi) –

Genomebene erklärbar und für das tägliche Leben steuerbar

machen. Politiker muss man ernsthaft fragen,

ob sie ihren Geldbeutel bei einem verstohlenen Blick in

den gläsernen Geldbeutel des deutschen Durchschnittseinkommens

mit diesen vergleichen wollen und dabei

nicht vor Scham erröten, wenn sie weiterhin von „geeigneter

Auswahl von Lebensmitteln“ sprechen – oder verteilen

sie gar unbemerkt „Care Pakete“? Bildung, Ernährung

und die staatliche Verantwortung: Nicht alleine das

Geld, das Familien für die Ausgabe von Lebensmitteln zur

Verfügung haben bestimmt die Ernährungsgewohnheiten

und damit die Auswahl an Lebensmitteln. Es gibt zudem

eine deutliche Abhängigkeit vom Bildungsstand und den

gesundheitsorientierten Ernährungsgewohnheiten/Life

Style. Wo bleibt aber eine politisch gewollte, strukturierte

und flächendeckende Gesundheitserziehung? Sie ist eine

grundlegende moralische Norm zur Daseinsvorsorge und

aus der Interpretation des Grundgesetzes sozio – präventiv

abzuleiten und auch vom Staat umzusetzen ist! (vgl.

Meyer – Abich KM, „Was es bedeutet gesund zu sein –

Philosophie der Medizin“, Carl Hanser Verlag München,

2010, 276ff). Wie wäre eine Gesundheitserziehung damit

zu vereinbaren, dass zu Lebensmitteln kein Wort über

deren Schaden oder Nutzen bezüglich ihrer ernährungsphysiologischen

Eigenschaften gesagt werden darf? Ein

abstraktes, nicht zu lebendes Recht bestimmt das sprachliche

Verständnis, welche Moleküle, welche pflanzlichen

Inhaltsstoffe in unseren Körperzellen keinen Schaden

anrichten dürfen. Aber was erfährt der Verbraucher über

Gesundheitsförderung? Angesichts der jahrelangen Diskussionen

und eindringlichen Warnungen zu Rückständen

von Antibiotika in Lebensmitteln und die parallele Ausbildung

multiresistenter Keime gegen die derzeit verfügbaren

Antibiotika kann man nur von einem todbringen den

Informationsskandal mit Handlungsunfähigkeit spre -

Wie relativierend klingen dann im Gegensatz dazu die Argu -

mente, die immer wieder gegen NEMs angeführt werden:

i) es gibt keine Daten zur langfristigen Sicherheit,

ii) es existieren keine Referenzwerte,

iii) man kenne keine Dosis zum Verzehr und

iv) der Versorgungsstatus in der Bevölkerung sei ebenfalls

nicht bekannt bzw. nicht zu bewerten;

v) vor allem, es fehlen klinische Studien! Sagten wir nicht

gerade, klinische Studien sind nur im Arzneimittelsektor

von großer Bedeutung und sind solche Argumente nicht

gerade ein Hohn wenn wir uns Pandemien multiresistenter

Keime gegenüber sehen?

Empirisch gesehen liefert die Bevölkerung ausreichend

Daten zum Konsum von Alkohol, zum Verzehr von kaloriendichten

und Fettsucht induzierenden Lebensmitteln.

Nun gut, nehmen wir diese Argumente zur Kenntnis und

fragen: Gibt es überhaupt Studien zu Lebensmitteln hinsichtlich

eines geprüften Gesundheitswertes, also Lebensmittel,

die der Verbraucher täglich aus den Regalen

der Supermärkte bezieht? – Wohl nicht, wie sollte dies

auch logistisch geschehen?

Der Verbraucher muss im Vertrauen handeln wenn er

nicht den psychologischen Vermarktungsstrategien unterliegen

will. Er/Sie muss lesen (lesen gefährdet aber die

Dummheit) und verstehen welche Inhaltsstoffe seine/ihre

gerade gekauften Lebensmitteln aufweisen. Beispielhaft

stehen meistens Wasser und Kohlenhydrate, davon Zucker,

sowie Fette, davon gehärtet an prominenter Stelle –

wundern wir uns da noch über den Anstieg des Diabetes

mellitus? Haben wir nicht auch hier ein Bildungs- (Lese-)

Defizit? Die Lebensmittelindustrie muss die Inhaltsstoffe

quantitativ benennen, der Käufer muss die Angaben

verstehen, nein, nicht nur verstehen, sondern die ernährungsphysiologische

Bedeutung für sich auch abschätzen

können! Den versteckten Zuckergehalt und dessen Auswirkung

wird der Diabetiker oft nur nach einigen Monaten -

wahrlich körperlich – am erhöhten HbA1c Wert beim Arzt

erfahren. Diese Pseudoaufklärung nach dem Motto „wie

viel darf´s von wie viel sein – oder nichts“, bleibt beliebig,

wenn sich der/die Verbraucher(in) über essentielle Inhaltsstoffe

(Kohlenhydrate, Proteine, Fette) hinaus eingehender

und ernährungsorientiert informieren möchte z.B.– über

Mineralstoffe und Spurenelemente oder sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe.

Die Validität der Methoden, mit denen

viele dieser Angaben zu essentiellen Inhaltsstoffen in

Lebensmitteln erhoben werden ist ein großes biotechnologisches

Problem und wird kaum öffentlich diskutiert.

Ringversuch geprüfte analytische Methoden erfordern

ein gut geschultes Personal, kosten viel Geld und sind

sehr zeitaufwendig. NEMs haben aber den Informations-

06 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

vorteil, dass deren ausgelobte Inhaltsstoffe nach Art und Menge gemäß

den gesetzlichen Vorgaben angegeben werden. Das Diktum einer Gesellschaft

und die Verantwortung für Gesundheit. Es bleibt ein archetypisches

Merkmal in Gesellschaften: Den Menschen wird eine fast all umfassende

Sicherheit, eine Stabilität des Guten suggeriert und vorgespielt – eine

politische Grundvoraussetzung, damit Gesellschaften friedlich und oligarchisch

manipulierbar bleiben. Dieses Dogma bröselt jedoch mehr und mehr.

Die Terrorgefahr und die Zukunftsängste wachsen und erzeugen persönliche

und soziale Verunsicherungen. Ad-hoc zu klärende Tag-zu-Tag Probleme

werden nicht mehr mit Stressbewältigungsstrategien gelöst, sondern erzeugen

Übersprungshandlungen mit körperlichen Symptomen (Depression) und

Fehlernährung/Esssucht.

Wie gut ist es dann, dass man wichtige Dinge des täglichen Lebens, wie es

Lebensmittel und Arzneimittel sind, nicht mehr hinterfragen muss. Für die

einen sorgt der Staat, dass sie uns nicht schaden, hat er doch dafür die Fürsorgepflicht,

für die anderen der Arzt, denn auch der muss es schließlich

wissen, hat er doch studiert. Das geht etappenweise so lange gut, bis die

nächste Sau (Skandal) wieder durch´s Dorf gejagt wird. Wie lange die hedonistische

Formel in unseren Gesellschaften noch eine Gesundheitsgleichung

bleibt: „Qualität ist was schmeckt“, wird spätestens durch die Krankenkassen -

beiträge entschieden werden.

/ Anzeige /

Ihre Marke für Gesundheit

Made in Germany

www.plantafood.de

Wie schon ausgeführt, den Menschen in Gesellschaften wird ein allgemeines

Sicherheitsgefühl, eine Nichtnotwendigkeit zum steten und neugierigen

Umbruch des individuellen und soziologischen Daseins von

einer herrschenden Oligarchie vermittelt. Die Politik führt sich oft auf

als sei sie der Gutsherr der Daseinsvorsorge. In Wirklichkeit ist sie Gutsverwalter

für die Daseinsvorsorge ihrer Anvertrauten und dazu aufgerufen

in einem geprägten Kontext von Religion oder Ethik Verantwortung

wahrzunehmen – also Wahrheit in die Hand nehmen! Finden wir diese

Verantwortung im Lebensmittelsektor? Ja: Es gibt genügend Lebensmit -

tel von bäuerlichen Betrieben, von Non-Profit-Organisationen, von tradierten

Manufakturen und zahllosen Einzelbetrieben, die genuss- und gesundheitswertige

Lebensmittel produzieren – wir müssen nur deren Stimmen stärken.

Sie sind Protagonisten einer Gesundheitsprävention und versuchen nichts

anderes als durch ihr hohes „Lebens – Mittel – Ethos“ Gesundheit zu fördern,

als Hauptnahrung; oder diese ergänzend zu verbessern, dann bieten

sie im besten Sinn der Definition NEMs an. NEMs und ihre Indikationen im

Gesundheitssystem NEMs haben natürlich eine breite Indikationsstellung als

„nutritional food“. Senior(en)/-innen mit Malabsorptionsstörungen, Allergiker,

Tumorpatienten, chro nisch kranke Patienten mit Stoffwechselstörungen

(Metabolisches Syndrom), übergewichtige Patientinnen, um nur einige

Indikationen zu erwähnen, danken es ihrem Arzt oder Ernährungsberater,

wenn sie notwendige, hinreichen de und wissenschaftsbasierte Beratungen

bekommen – „wie viel darf´s von wie viel sein – oder eben gar nichts“.

Gerade hinsichtlich der NEMs muss man den nationalen und den EU – Gesetzgebern

Lob aussprechen: NEMs sind hoch reglementierte und überwachte Lebensmittel:

bezüglich

i) ihrer Sicherheit und

ii) ihrer Qualität der Inhaltsstoffe – nach Art und Menge -,

iii) ihrer Biotechnologie und ihrer Herstellung. NEMs sind in der zeitlichen

und mengenmäßigen Distribution am Markt verfolgbar.

Gesundheitsprodukte

Als Lohnhersteller entwickeln,

produzieren und konfektionieren

wir seit vielen Jahren für Sie:

• Nahrungsergänzungsmittel

• Diätetische Lebensmittel

• Medizinprodukte

• Ergänzend bilanzierte Diäten

• Kosmetik

• Ergänzungsfuttermittel

Die Basis unserer Produkte

sind pflanzliche Naturstoffe,

sekundäre Pflanzenstoffe,

Vitamine, Mineralien, Spurenelemente

und Mikronährstoffe.

Nutrition-Press 07

Plantafood Medical GmbH

Am Sportplatz 3

D-56291 Leiningen


Die angegebenen Inhaltsstoffe können in verschiedenen

Datenbanken auf ihre ernährungsphysiologischen Eigenschaften

und Wirkungen überprüft werden. Selbst Daten

zur Pharmakodynamik und Pharmakokinetik stehen für einige

Inhaltsstoffe zur Verfügung. Solche Daten finden sich

sonst nur in Informationen über Arzneimittel. Welche anderen

Lebensmittel des täglichen Verzehrs, außer NEMs,

können diese Anforderungen erfüllen? Logistische Sicherheit.

Sollte sich ein vorsätzlicher, krimineller Prozess des

„in den Verkehrbringens“ von NEMs nachweisen lassen so

können diese NEMs sehr schnell aus dem Verkehr gezogen

werden. Ganz im Gegensatz zu Dioxin oder Fipronil

belasteten Eiern. Denn es müssen nicht nur die Eier vernichtet

werden sondern auch die Nachfolgeprodukte, die

mit den Toxin belasteten Eiern hergestellt wurden – ganz

abzusehen von dem Tierschutz hinsichtlich der Missachtung

einer Kreatur als Mitbewohner auf diesem Planeten.

Warum der Streit um NEMs – ein

geschichtlicher Ansatz zur Lösung

Es bleibt (vielleicht) noch ein Rätsel, warum so gut überwachte

Lebensmittel, wie NEMs:

i) Offenlegung von Inhaltsstoffen und Mengenangaben

zum Verzehr,

ii) ernährungsphysiologische Bewertungsmöglichkeiten,

iii) breites Spektrum der Anwendung zur Prävention und

zur ernährungsphysiologischen sportiven Therapie in ihren

Eigenschaften als Lebensmittel so ideologisiert angegriffen

werden.

Könnte man sich zur Entideologisierung der Abgrenzungsproblematik

Lebensmittel vrs. Arzneimittel nicht

an Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von

Hohenheim auch Paracelsus (1493 -1541) genannt, erin-

nern: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift, alleine

die Dosis macht’s, dass ein Ding kein Gift ist (Dosis

sola facit venenum). Im Gegensatz dazu sollte der/die

Leser(in) einmal die Geschichte des Arzneimittelgesetzes

in Deutschland seit 1961 nachlesen, um dann durch

geschichtliches Wissen und vor allem in Gelassenheit,

ohne Drohung einer Juristifizierung, Sinn und Unsinn der

Diskussion zu NEMs verfolgen zu können. Wie hat sich

hier spät, für viele Menschen zu spät, ein politisches Gewissen

zum Schutz des kranken Menschen entwickelt,

großes Leid und frühen Tod in Kauf genommen, obwohl

die verantwortlichen Intellektuellen eigentlich rechtsphilosophisch

Paracelsus schon früh verstanden haben

müssten. Oder, warum hat man die dreißiger Jahre des

20. Jahrhunderts ausgeblendet, wo das Wort Arzneimittel

öfter mit einem tödlichen als mit einem heilenden Ansatz

verbunden war – wo blieben in der Folge die rechtsphilosophischen,

juristischen, soziologischen und medizinischen

Verantwortungsstränge für die gesundheitliche Daseinsvorsorge

im ausgehenden 20. Jahrhundert? Wurde

eventuell der Streit um die Abgrenzung Lebensmittel vrs.

Arzneimittel als Mittel zum Zweck einer probaten Ablenkung

benützt? Die Selbstverantwortung zur Gesundheit.

Der gesunde Menschenverstand, sofern er nicht bewusst

verdummt wird, weiß sehr genau „wie viel es von wie viel

sein darf, oder eben gar nichts“. Warum gesteht man dem

Individuum in einer so häufig proklamierten individuellen

und freien Gesellschaftsform nicht mit Augenmaß zu „wie

viel es von wie viel sein darf“ – eben auch bei Lebensmitteln/NEMs?

Viele Menschen hören auf die Signale ihres Körpers und

können sie auch im Sinne einer Aktivierung von Selbstheilungskräften

deuten. Welches Recht hat der Staat mündige

Bürger(innen) in ihren Entscheidungen zur Wahl der

Lebensmittel einzuschränken, vorausgesetzt sie sind zum

Verzehr sicher und (wahrscheinlich) nicht gesundheitsschädlich

– die Entscheidung der staatlichen Reglementierung

darf aber keinesfalls auf Willkür

oder Interessenskonflikten beruhen sondern

erfordert einen gemeinsamen Dialog von

Verbrauchern, Verbraucherschützern, Gesetzgebern

und Lebensmittelindustrie.

Methodenfortschritt in der Medizin und

die Folgen für eine individuelle Ernährung.

Ein kleiner Ausblick der ein großer Blick

werden wird, bleibt als Hoffnung bestehen:

Gerade die Erkenntnisse aus der

„Epivention“, und die Datenerhebungen

durch die „next generation sequencing“, –

Methoden, werden Genomdaten erzeugen,

die geradezu nach personalisierten Lebensmitteln

rufen werden um Gesundheit zu erhalten. Es

08 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

wird nötig werden, die Definition von NEMs zu erweitern,

nämlich so zu erweitern, dass Menschen mit den für sie

notwendigen und gesundheitsorientierten Lebensmitteln

legal und aufklärend versorgt werden können.

Gesundheit fördern und Krankheiten vermeiden

helfen, beruhen dann auch auf Lebensmittel

basierten epi-/genetischen Daten – juristisch

nachprüfbar und bestimmten Regeln einer Complience

unterworfen. Die Grenzen zwischen

Arzneimittel und Lebensmittel werden für

ausgewählte Indikationsbereiche fließend,

die gemeinsame Schnittmenge wird größer

werden, zumindest sich in der Anwendung

mit Arzneimittel ergänzen müssen. Was

sich jetzt in der personalisierten Medizin

in Diagnostik und Therapie abzeichnet,

wird in der Lebensmittel industrie

in abgeänderten Varianten auch greifen.

Personalisierte genetische Daten

werden zu interpretierbaren Hilfsangeboten

wie ein Mensch/Patient schneller

und gezielter aus einer Vielfalt von Lebensmitteln/Nahrungsinhaltsstoffen

auswählen

kann und vielleicht auch muss um Gesundheit

zu erhalten und um Krankheiten in ihrem Auftreten

zu verzögern. Darauf ausgerichtet wird es zukünftig Neo-

NEMs geben, die akute oder chronische Erkrankungen,

begleitend zur Hauptmedikation, unterstützen um eine

hohe Lebensqualität zu erhalten. Die Pharmaindustrie

hat in der Erforschung und Entwicklung von Arzneistoffen

viel geleistet. Niemand will diese Leistung dort aufgeben

wo sie ihre Ethik und Selbigkeit zur integralen Gewinnung

von Gesundheit offen legt. Aber: „Leistung allein

genügt nicht. Man muss auch jemanden finden, der sie

anerkennt“ (Ludwig Wittgenstein, 1889-1951). Es ist ein

sozio – medizinisches Phänomen, dass die Anerkennung

der Leistung der Pharmaindustrie, vielen Fakten und Ursachen

geschuldet, graduell abnimmt. Dafür nimmt die

Wahrnehmung für Lebensmittel die eine Trias: Genusswert,

Nähr- und Gesundheitswert individuell erfüllen, zu –

sie müssen es ja täglich beweisen. Die Verbraucher werden

immer mehr fordern, dass der Genusswert mit einem

messbaren Gesundheitswert korrespondiert.

Wo kann diese Tendenz heute „wie viel darf´s von wie

viel sein – oder gar nichts?“, schon gesehen werden? Ist

denn nicht die molekulare Küche (modern ist cuisine, culinary

physics, experimental cuisine) nicht schon ein erster

Schritt in dieser Entwicklung?

Das Recht des mündigen

Verbrauchers

Den Verbrauchern muss im Konsensus mit den Schutzpflichten

eines Wohlfahrtsstaates zugebilligt werden selbst

zu entscheiden wie sie in die Regale und auf die Markt-

stände mit

„wie viel

von wie viel“,

Zugriffsrecht

ha ben wollen. Sie

können doch weiterhin

davon ausgehen,

dass die staatlichen Behörden

Lebensmittelsicherheit bieten – oder etwa nicht?

Das Wissen um die Erhaltung und die Förderung der Gesundheit

durch den Verzehr von geeigneten Lebensmittel

müssen sich die Verbraucher, zensiert, unzensiert, Interesse

geleitet und paragraphiert aber derzeit noch selbst

aneignen – wie lange noch? Die Antwort liegt im Auge des

Verbrauchers die richtigen Lebens – Mittel zum selbstbestimmten

Leben auszuwählen. Dass es immer weniger

gelingt, trotz einer staatlichen (fürsorglichen) Überreglementierung

– zeigen die epidemiologischen. Daten zur

Entwicklung von (chronischen) Krankheiten – hier sollte

man ruhig einmal William Shakespeare aus Hamlet zitieren:

„Something is rotten in the state of Denmark.“

Nur, wer wird die wachsenden Kosten im Gesundheitswesen

die jetzt und heute durch Fehlernährung verursacht

werden zahlen? Wahrscheinlich nicht mehr jene mediokren

Politiker und Funktionäre, die Prävention in fachübergreifenden,

politischen (Ernährungs-)diskursen anzusprechen

scheuen und gesundheitsqualifizierte Lebensmittel (NEMs)

überreglementieren – warum auch immer sie sich dazu

demokratisch legitimiert fühlen. Nein, es wird die Generation

sein, deren Gesundheit uns, den Älteren am Herzen

liegen muss. Denn diese nächste Generation kann nur dann

für ein gesundes Altern der Altvorderen sorgen, wenn sie

selbst an Geist, Seele und Körper gesund bleibt und ihre

freie Wahl zur gesunden Ernährung beanspruchen kann. «

Fotos: emuck – Fotolia (S. 5), ExQuisine – Fotolia (S. 6),

M.studio – Fotolia (S. 8), eyetronic – Fotolia (S. 9)

Nutrition-Press 09


Zu fett,

zu süß,

zu salzig

jeder weiß es und dennoch ...

Bereits die „Nationale Verzehrsstudie II“ 1 , bis dato

die größte epidemiologische Studie zur Erfassung

der Ernährungsgewohnheiten in Deutschland, kam

zu diesem Fazit. Bei dieser, vom Bundesministerium

für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

in Auftrag gegebenen Studie wurden 20.000 Personen im

Alter zwischen 14 und 80 Jahren im Zeitraum November

2005 bis Januar 2007 befragt und 2008 wurden die Ergebnisse

veröffentlicht. Diese wurden von der Deutschen

Gesellschaft für Ernährung (DGE) im 12. Ernährungsbericht

(Dezember 2012) 2 herangezogen. Liest man nur das

Fazit des Berichts, könnte man denken: „Alles nicht so

schlimm“. Liest man ihn komplett, bleibt ein Stirnrunzeln

über die beschwichtigende Zusammenfassung nicht aus.

Das Zuviel an Fett(em), Süßem und Salz(igem) ist seither

keinesfalls besser geworden. Im 13. Ernährungsbericht

vom Januar 2017 3 wird deutlich, dass krankhafte Fettleibigkeit

im wahrsten Sinn des Wortes weiter zunimmt.

Bereits 59 % der Männer und 37 % der Frauen in

Deutschland sind übergewichtig. Am Ende des Berufslebens

sind es sogar 74 % der Männer und 56 %

der Frauen. Und die „dümmsten Bauern“ haben nicht nur

die dicksten Kartoffeln sondern auch die dicksten Kinder.

Diesen Zusammenhang zwischen Bildung und Ernährung

zeigt eine von der EU-Kommission finanzierte Studie 4

über die Entwicklung der Fettleibigkeit in Europa.

Auf eine Fehlernährung in einer Überflussgesellschaft

mit zu viel Wurst, weißem Mehl, gesüßten und industriell

verarbeiteten Lebensmitteln mit zunehmendem Anteil an

Fertiggerichten gehen laut der „Global Burden of Disease

Study“ 5 20 % der Todesfälle weltweit zurück. Und sie

macht einen großen Teil der Kostenexplosion im Gesundheitswesen

aus: hoher Blutzucker, hoher Blutdruck und

die Folgen der ständigen Entzündungsprozesse durch den

hohen Insulinspiegel! Das alles will behandelt werden bevor

man den Löffel abgibt, der zu viel der ungesunden Kost

in uns hineingeschaufelt hat.

Ein voller Bauch und dennoch

mangelt es an Vitalstoffen

In den Studien zur Ernährungssituation, sei es der Ernährungsbericht

in Österreich 6 , der Schweiz oder in Deutschland

2 zeigt sich darüber hinaus eine eklatante Unterversorgung

bei etlichen Vitalstoffen:

• Einen Mangel an DHA + EPA findet man in breiten Teilen

der Bevölkerung. Vor allem aber fehlt den meisten jungen

Müttern das für die Gehirnentwicklung Ihrer Säuglinge

notwendige DHA in der Muttermilch. Auch Vegetarier,

Veganer und Leute, die keinen Fisch essen

sind hier unterversorgt. Meine Empfehlung: Täglich

ein bis zwei Kapseln Algen DHA+EPA für alle, die sich mit

den empfohlenen „2 x wöchentlich Kaltwasserfisch“

kein ordentliches Schwermetallpolster zulegen wollen.

DHA + EPA aus gezüchteten Algen hilft zudem, nicht

noch zusätzlich zur katastrophalen Überfischung der

Meere beizutragen.

• Der Mangel an Vitamin D (besonders bei jungen Erwachsenen

und Senioren) hat etliche Verfechter dosierter

Vitamin D-Gaben auf die Bühne gerufen. Ich bin eher

ein Freund einer kontinuierlichen Zufuhr und dabei sollte

man es nicht übertreiben. Wer nicht in der Sonne baden

10 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

will oder kann, sollte täglich eine Tablette mit 1000 I.E.

Vitamin D3 in Kombination mit 100 µg Vitamin K2

(MK7) einnehmen. K2 ist wichtig, damit das durch Vitamin

D vermehrt im Blut kursierende Calcium auch in

die Knochen eingebaut werden kann (und nicht etwa in

die Blutgefäßwände). Calciumpräparate (siehe nächster

Absatz) sollten bei einer Osteoporose-Therapie daher

keinesfalls ohne die gleichzeitige Einnahme der Vitamine

D3 und K2 verabreicht werden. Ich verweise auch

auf die sogenannte Rotterdam-Studie 7 : Durch Vitamin

K2 (Aufnahme: ~ 25 μg/Tag) wurde das relative Risiko

an einer Herzerkrankung zu versterben um 57 % reduziert.

Auch das Auftreten einer koronaren Herzkrankheit

(um 41 %) und die Gesamtsterblichkeit (um 36 %)

wurden durch Vitamin K2 deutlich gesenkt. Das Risiko

für eine starke Arterienverkalkung wurde durch Vitamin

K2 sogar um 52 % verringert.

• Dass viele weibliche Jugendliche (14-18 Jahre) einen

Calciummangel haben, liegt einerseits an dem erhöhten

Bedarf und andererseits möglicherweise an einer

von Schönheitsidealen geprägten Esskultur. Auch den

meisten älteren Menschen fehlt Calcium. Wichtig: Calciumpräparate

(die höchste Bioverfügbarkeit erzielt Calciumcitrat)

sollten immer nur in Kombination mit Vitamin

K und D eingenommen werden (siehe vorstehender

Absatz)!

• Der Eisenmangel bei über 75 % der Frauen im gebärfähigen

Alter müsste auch nicht sein. 14 Gramm Spirulina

enthält die empfohlene Tageszufuhr von 14 mg

Eisen. Entscheidend ist die gleichzeitige Aufnahme von

Vitamin C, damit dieses Eisen auch ausreichend verwertet

werden kann. Wer das nicht will, kann auch ein

Eisenpräparat einnehmen. Das Eisen sollte dabei in

organisch gebundener Form vorliegen und eben auch

Vitamin C enthalten. Achtung: die Eisenaufnahme wird

durch Kaffee und schwarzen Tee gehemmt!

• Eklatant ist der Jodmangel! Die WHO schätzt, dass

weltweit etwa 750 Millionen bis eine Milliarde Menschen

davon betroffen sind. In West- und Zentraleuropa

betrifft dies mehr als 380 Millionen Personen. Abhilfe

kann hier z.B. die Kelp Alge schaffen, die es auch in

Tablettenform gibt.

Generell werden zu wenig Ballaststoffe aufgenommen. Ein

Mehr an diesen komplexen Kohlenhydraten könnte durch

verstärkten Konsum von Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreide

erreicht werden. Bei älteren Menschen ist auch die

Aufnahme von Magnesium, Selen, Zink, Vitamin A und C

grenzwertig.

Die „richtigen“ Fette oder Öle 8

Das „zu fett“ könnte leicht dazu führen, dass man generell

Fette meidet. Das wäre verkehrt, denn die richtigen

Fette oder Öle in bester Qualität haben einen hohen Gesundheitswert.

Allgemein bekannt ist die Überversorgung

mit Omega-6-Fettsäuren und auch der Anteil langkettiger

gesättigter Fettsäuren ist in unserer Ernährung meist zu

hoch. Abhilfe schaffen hier die Omega-3-Fettsäuren aus

Lein-, Hanf-, Walnussöl, Chiasamen sowie 1 – 2 Kapseln

Algen-DHA täglich.

Nicht zuletzt gehört auch Bio-Kokosfett in die Liste der Öle,

bei denen unsere Zellen „Hurra“ schreien. Ob als Butterersatz

auf dem Tomatenbrot oder zum Dünsten von Gemüse

mit asiatischen Gewürzen – es sollte regelmäßiger Bestandteil

unserer Ernährung sein.

Mais-, Soja-, Distel- und Sonnenblumenöl

haben in meiner Küche keinen Platz,

da sie zu viel Omega-6 enthalten.

Wer auf Sonnenblumenöl nicht ver -

zichten möchte, sollte High-Oleic-

Sonnenblumenöl verwenden. Hier

wurde der Anteil mehrfach ungesättigter

Fettsäuren durch konventionelle

Züchtung stark

gesenkt und der Anteil an

Ölsäure auf 75-90 % erhöht.

Es hat damit eine

ähnliche Zusammensetzung

wie Olivenöl, aber bei weitem

nicht das unvergleichliche

Aroma, das ich nicht

mehr missen möchte. Ein

wirklich gutes Olivenöl hat

ebenfalls einen hohen Gesundheitswert.

Hier ist besonders auf

die richtige Auswahl zu achten, denn

bei 95 % aller angeblich extra nativen

Nutrition-Press 11


Olivenöle steht diese Bezeichnung nur auf dem Etikett! Ein

gutes Olivenöl erkennt man übrigens mit der Nase. Die

Olive ist eine Frucht und ihr Öl sollte ausschließlich fruchtig

riechen. Achten Sie darauf, ob Ihr Herz beim Schnuppern

lacht. Jeder Anflug von modrig, ranzig, stichig (Essig)

oder anderweitig muffig disqualifiziert das Öl für die Passage

unseres Gaumens.

Rapsöl, das früher aufgrund seiner Bitterstoffe und der

bedenklichen Erucasäure fast auschließlich in der Industrie

eingesetzt wurde, hat durch die Züchtung von Sorten

mit geringeren Anteilen dieser Inhaltsstoffe auch als Nahrungsmittel

den Weg in die Küche gefunden. Es wird wegen

seines hohen Gehalts an einfach ungesättigten Fettsäuren

als gesundheitsfördernd angepriesen und kann, wie auch

Olivenöl und Erdnussöl bei Temperaturen bis 170 °C zum

Braten und Frittieren verwendet werden – ich kann es dennoch

nicht empfehlen, denn es hat viele Nachteile, die nicht

zuletzt auch durch den Herstellungsprozess (hohe Hitze,

Druck, Hexan als Lösungsmittel, De-Gummierung, Desodorierung)

begründet sind. Dabei entstehen aus den im

Öl enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren Transfette.

Bei Mehrfachproben von Rapsöl aus dem Handel

wurden 1,9 - 3,6 % Transfette ermittelt – das ist extrem ungesund.

Leider kommt Rapsöl (Canola Oil) bei vielen Fertigprodukten

und auch in der Gastronomie zum Einsatz.

Der Einfluss von Transfettsäuren

auf unsere Gesundheit 8

Bei der industriellen Fetthärtung werden durch Erhitzung

und Hydrierung ungesättigte Fettsäuren in gesättigte Einfachbindungen

umgewandelt. Die Transfettsäuren entstehen

dabei als Nebenprodukt. Als es Chemikern vor rund

150 Jahren gelang, aus flüssigen Pflanzenölen streichfähige

Fette mit langer Haltbarkeit herzustellen, war man

sich der schädlichen Auswirkungen der Transfette auf unsere

Gesundheit noch nicht bewusst. Margarine enthielt

seinerzeit 20 % Transfette! Heutzutage beträgt ihr Anteil

durch verbesserte Verfahren ca. 2 % bei "vollgehärteten

Fetten". Bei "teilgehärteten Fetten" kann der Anteil von

Transfette immer noch bis zu 30 % sein. Spitzenreiter:

Blätterteig und Instantsuppen.

Transfette sind Mitverursacher von schlechten Cholesterinwerten

und Arteriosklerose. Somit vergrößern sie das

Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko. In unseren heutigen

Nahrungsmitteln befinden sich dennoch überall Transfette.

Dazu zählen alle mit gehärteten Fetten frittierten

Lebensmittel wie Pommes, Chips und Siedegebäck wie

Donuts. Auch in Fertigsuppen, Bratensoßen, Wurst und

selbst in Müsliriegeln oder Frühstücksflocken sind Transfette

enthalten. In Dänemark sind daher schon seit 2003

Produkte verboten, die mehr als 2 % Transfette enthalten.

Island ist dem Beispiel Dänemarks im Jahr 2010 gefolgt.

Auch in der Schweiz und in Österreich gibt es mittlerweile

Einschränkungen bei der Verwendung von Transfetten. In

New York und Kalifornien wurde sogar ein Verbot für diese

ungesunden Fette in Lebensmitteln erlassen. Nur die

„verbraucherfreundliche“ EU ist durch die starke Lobby

der Lebensmittelindustrie von einer Einschränkung oder

gar einem Verbot von Transfetten weit entfernt. Problematisch

sind hier nicht nur Transfette sondern auch Acrylamid.

Es entsteht bei der Überhitzung von Stärke insbesondere

beim Backen, Braten, Rösten, Grillen sowie Frittieren

und steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

Die „richtigen“ Kohlenhydrate 8

Das sind Polysaccharide, die den Insulinspiegel so wenig

wie möglich hochschnellen lassen. Hohe Insulin spiegel

stören die Regenerations- und Reparaturprozesse unseres

Körpers und verdoppeln das Risiko für Herzinfarkte, Tumor -

erkrankungen und Diabetes II. Wir können Süßspeisen, statt

mit raf finiertem Zucker, z.B. mit Birkenoder

Kokosblütenzucker oder -nek tar

süßen. Statt Weizenauszugsmehl sollten

wir Vollkornmehl und Produkte aus

Vollkorngetreiden zu uns nehmen. Die

wichtigste Maßnahme allerdings ist,

abends weniger oder keine Kohlenhydrate

zu konsumieren!

Das „richtige“ Salz 8

Für die menschliche Ernährung wird fast

ausschließlich Natriumchlorid (Kochsalz) ver -

wendet, das auch in sehr vielen industriell

12 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

hergestellten Produkten enthalten ist. Mit einem Konsum

von mehr als 10 g/Tag liegen 50 % der Bevölkerung im gesundheitlich

bedenklichen Bereich. Statt Natriumchlorid,

das mehr oder weniger ein Abfallprodukt der chemischen

Industrie ist, können naturbelassene Salze wie Meersalz

oder Himalaya-Kristallsalz verwendet werden. Wer unter

Bluthochdruck leidet sollte unbedingt natriumreduziertes

Salz nehmen, das 50 % weniger Natrium und dafür mehr

Kalium enthält. In erster Linie ist in Bezug auf den Salzkonsum

ein Weniger angesagt! «

Autor

Robert Schneider

• Heilpraktiker

Fazit

Um die beschriebenen Defizite und den Einfluss von Umweltfaktoren und ungesunder Lebensmittel auszugleichen, macht es Sinn,

eine möglichst naturbelassene Ernährung (viel frisches Obst und Gemüse, frische Kräuter, hochwertige Öle) durch sinnvolle

Nahrungsergänzungen zu bereichern. Ich selbst supplementiere u.a. regelmäßig Vitamin K2+D3, in der dunkleren Jahreszeit

2 Tabletten à 100 µg + 1000 I.E. täglich, 1 Kapsel mit 250 mg Algen DHA + 100 mg Algen EPA, 2 x 1 Kapsel mit je 1.000 mg MSM

zur Entgiftung und 2 x 1 Kapsel Curcucell 9 ,das preiswerteste hochbioverfügbare Mizellen-Curcuma. Die letzten beiden auch

zur Vorbeugung von Entzündungsprozessen und zur Prävention von Krebs und Alzheimer.

Fotos: sveta – Fotolia (S. 10), Tim UR – Fotolia (S. 11), bigacis – Fotolia (S. 12), vitals – Fotolia (S. 12), byheaven – Fotolia (S. 13)

Literatur und Quellenangaben:

1) vgl. „Nationale Verzehrsstudie II – Wie sich Verbraucher in Deutschland ernähren“, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

2) vgl. 12. Ernährungsbericht 2012, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft

und Verbraucherschutz

3) vgl. 13. Ernährungsbericht 2012, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

4) https://ec.europa.eu/jrc/en/publication/eur-scientific-and-technical-research-reports/mapping-national-school-food-policies-across-eu28-plus-norwayand-switzerland

5) http://ghdx.healthdata.org/record/global-burden-disease-study-2015-gbd-2015-maternal-mortality-1990-2015

6) vgl. „Österreichischer Ernährungsbericht 2012“, Herausgegeben von emer. o. Univ.-Prof. Dr. I. Elmadfa, Institut für Ernährungswissenschaften,

Universität Wien, im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, 09/2012

7) Dietary intake of menaquinone is associated with a reduced risk of coronary heart disease: the Rotterdam Study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15514282

8) „Die Bedeutung von Vitalstoffen für unsere Gesundheit“, Robert Schneider, www.truenatureverlag.de

9) http://www.ganzheitliche-gesundheit.info/wp-content/uploads/2015/09/Kurkuma_Gewu%CC%88rz-und-Heilwurzel.pdf

Nutrition-Press 13


Ernährungslüge &

Ernährungspyramide

Prof. Dr. med. Enno Freye im Gespräch

mit Hans-Peter Strobel, Apotheker der

Kongress Apotheke in Davos-Platz, zu

den offiziell wenig beachteten erwähnten

Gefährdungen durch unsere Nahrung.

Synopsis: Unsere heutigen Ernährungsgewohnheiten basieren

größtenteils auf Empfehlungen der Gesellschaft

für Ernährung. In den westlichen Ländern, wurde anhand

der daraus resultierenden Ernährungspyramide, über viele

Jahrzehnte festgelegt, welche Lebensmittel mit welcher

Gewichtung wir zu uns nehmen sollen. Die Ernährungspyramide

gestaltet sich jedoch von Land zu Land unterschiedlich,

in den östlichen Ländern fällt sie sogar völlig

konträr aus. Was sind die Gründe dafür? Hatte der russ.

Putin evtl. doch Recht, sämtliche Einfuhren westlicher

Nahrungsmittel aus dem Westen zu verbieten, damit seine

Bevölkerung jetzt gesünder lebt?

nährung arbeiten dabei eng zusammen und werden von

Firmen wie Monsanto (USA), Syngenta (Schweiz), und

Bayer (BRD) gesponsert. Siehe hierzu auch die Bestrebungen

(hinter verschlossenen Türen!) CTEP

und TTIP in der EU durchzuboxen und wo allein

die Interessen von Groß Konzernen der

EU-Bevölkerung aufgezwungen werden

sollen. Ein herausragendes Beispiel ist

die Zulassung des potenziellen Kanzerogenen

Glyphosat als Herbizid

in der EU!!! Eigentlich eine

Körperverletzung; sie wird

aber von den Regierenden

einfach toleriert (siehe hierzu

auch die nachgewiesenen

Glyphosatanteile in allen Biersorten).

Mit einer ergebnisoffenen und wahren Ernährungswissenschaft

hat diese Zulassung durch angeblich unabhängige

Gremien jedoch wenig zu tun, wenn nicht nur Doktorarbeiten

sondern insbesondere Forschungsberichte von der Industrie

gesponsert und dann oft auch noch nachweislich

gefälscht werden!!!

Handelt es sich bei der Ernährungspyramide in Wirklichkeit

nur um eine Marketingmaßnahme damit ein optimaler

Absatz der landwirtschaftlichen Produkte dauerhaft garantiert

werden kann? So ist es! Wie sinnvoll und tatsächlich

gesunderhaltend können diese Vorschläge tatsächlich

sein? Antwort: Sie sind es nicht, weil nur ein interessenorientiertes

Marketing dahintersteckt.

Denn die westlichen Länder haben die kränkste Bevölkerung

auf der Erde. Sie weisen im weltweiten Durchschnitt die

höchsten Zahlen an massiven gesundheitlichen Problemen,

wie z.B. Krebs, Fettleibigkeit, Autoimmunerkrankungen

und Stoffwechselkrankheiten insbesondere Diabetes auf.

In östlichen Kulturen kommen diese Krankheiten jedoch

vergleichsweise selten vor. Woran liegt das? Antwort: Ihre

andere Ernährungsform – denn diese ist naturbelassen!

Die Ernährungspyramide bei der neben den gezuckerten

Getränken vornehmlich kohlenhydratreiche Nahrungsmittel

(alle Brotsorten, Pasta, Nudel, Kartoffeln, Pizza, Cerealien

usw.) die Basis der Ernährung darstellen

Bauern orientieren sich beim Kauf und Anbau von Saatgut

an den Empfehlungen ihrer Gesellschaften. Die landwirtschaftliche

Gesellschaft und die Gesellschaft für Er-

Dieser Fragestellung schließen sich andere folgende spannende

Fragen an: Wie müsste eine gesunde Ernährungspyramide

wirklich aussehen? Was ist mit dem Weizen

passiert und was hat das Ganze mit Lebensmittelunverträglichkeiten

zu tun? Sehr viel – denn der vornehmliche

Weizengenuss kann zu Entzündungen im Darm und einem

Sickerdarm führen.

14 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

/ Anzeige /

ENTGIFTUNG

DETOX

MEDIZINPRODUKT

KLASSE IIA

Die etwas andere Ernährungspyramide, wo Obst, Gemüse die Basis der Ernährung darstellen

Welche pflanzlichen Öle sind tatsächlich gesund und was zeichnet gesunde

Pflanzenöle aus? Zu den gesunden Ölen gehören, Oliven-, Hanf-, Lein-, Kokosnuss-,

Argan- und rotes Palmöl, die der Körper besser verwerten kann!

Sind Omega-6 Fettsäuren tatsächlich so gesund wie behauptet wird? Nein

überhaupt nicht, denn sie sind proinflammatorisch, d.h. sie fördern Entzündungen

im Körper; besser sind die Omega-3 Fettsäuren.

Wie gesund ist wirklich Raps und Rapsöl? Völlig abzulehnen, weil chemisch

extrahiert und hohen Temperaturen ausgesetzt, es anschließend dann noch

hydrogenisiert wird, wobei dann Transfette entstehen – hier wird der Arteriosklerose

massiv Vorschub geleistet.

Wie wichtig sind tierische ergo gesättigte Fette in unserer Ernährung? Sie

sind nach neusten Forschungen völlig in Ordnung solange sie von Tieren aus

gesunden (nicht Massentierhaltungen) Stallbetrieben stammen.

Wie gesund ist eine vegane Ernährung für den Organismus? Sehr gesund,

man muss nur Vitamin B12 zuführen!

Was haben Zucker und Fett mit Sucht zu tun? Sehr viel, weil das Suchtzentrum

durch Süß ähnlich wie durch Heroin angeregt wird und man dann von

dieser Sucht nach Süßem nicht mehr loskommt und der vermehrte Konsum

von guten Fetten dem entgegensteht!

Ist Zucker generell ungesund oder gibt es auch gesunde Zuckerarten? Generell

sind alle Zuckerarten, besonders aber die Kunstsüsse der Gesundheit

völlig abträglich; man sollte besser Stevia, Palatinose und/oder naturbelassenen

Honig (in Maßen) benutzen.

Auch als Private Label möglich.

Mikronisierter Clinoptilolith-Zeolith

zur Entlastung des

Stoffwechsels von Leber, Niere,

Bauchspeicheldrüse und Blut.

Bewirkt eine erhebliche

Reduzierung der Ammonium- und

Schwermetallbelastung

des Körpers.

Erhältlich in Kapsel- und Pulverform.

Kontaktieren Sie uns unter

info@plantavis.de oder

030-89 000 105.

Nutrition-Press 15

www.plantavis.de


Braucht unser Gehirn überhaupt Zucker? Nein, denn

es kann auch aus Ketonkörper (Hydroxybutyrat

Acetoacetat) Energie beziehen (die wiederum aus

Fetten entstehen) und kann dann noch besser fit

gehalten werden.

Auf welche Fleisch und Fischsorten sollten wir

lieber verzichten und welche können bedenkenlos

verzehrt werden? Fleisch, das verpackt ist wurde auf

Haltbarkeit durch den Zusatz

krebsauslösender Ni trate

und Nitrite (was meinen

Sie warum das

Fleisch so schön rot

aussieht?) getrimmt. Fisch

aus dem Atlantik ist quecksilberbelastet

– ein Schwermetall,

das zu frühzeitiger Demenz führt.

Was ist Histamin und wie wirkt sich Histamin auf unseren

Organismus aus? Als wichtiger Vermittler von Immunreaktionen

ist er der Auslöser für viele allergische Reaktionen

die dann besonders auftreten, wenn es nicht abgebaut

werden kann. Ursächlich für diesen ungenügenden

Abbau sind neben einem Vitaminmangel (Vitamin C, B6)

oder spezielle Medikamente (Entzündungshemmer, Antidepressiva,

Antihistaminika), besonders Störungen im

Bakteriengleichgewicht des Darmes, ein Effekt der durch

die zucker- und/oder glutenreiche Nahrung nicht nur ausgelöst

sondern speziell gefördert wird.

Wie gesund sind Obst und Gemüse und warum ist das Kulturgemüse

nicht wirklich empfehlenswert?

Autor

Prof. Dr. Enno Freye

Hans-Peter Strobel, PharmD

Entwickler der Produktserie Greenspeed

unter besonderer Berücksichtigung der

zellulären Energie

Energy Development LLC

www.Greenspeed.ch

Fachlicher Beirat des NEM e. V.

PRINZIPIELL IST ALES OBST UND BESONDERS SIND ALLE

GEMÜSESORTEN SEHR EMPFEHLENSWERT – nur ist jedoch

das organisch gewachsene und geerntete Obst und

Gemüse eher frei von Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden,

die alle sehr nachteilig für die Gesundheit sind und

wo die von den Gesundheitsbehörden zugelassenen Maximalspiegel

ausnahmslos alle aus dünner Luft geschöpft,

d. h. nie in Studien nachgewiesen wurden!

Welche Rolle spielen natürliche Bitterstoffe in der Ernährung?

Sie sind für die Verdauung unerlässlich, deshalb

Würzen – aber nicht mit Glutamat, denn es ist ein Zusatzstoff,

der zur Überdeckung einer minderwertigen Qualität

zu Unpässlichkeiten, ja sogar Hirntumore auslösen kann!

Ist Magensäure schädlich und wie wichtig sind Säureblocker

im Alter? Ein Irrsinn der heutigen Medizin ist die

Verordnung der Magensäureblocker, weil dann auch der

von den Magenwänden abgesonderte notwendige Zusatzstoff,

der intrinsische Faktor, zur Resorption des lebenswichtigen

Vitamins B12 fehlt. Ein weiterer Nachteil dieser

so häufig verschriebene Protonenpumpenhemmer ist eine

eindeutige, in neueren Studien nachgewiesene höhere Inzidenz,

einen Herzinfarkt zu erleiden. resp. einen Schlaganfall

zu bekommen. «

Fotos: epics – Fotolia (S. 15), pixabay

16 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Endemischer B-Vitamin-Mangel

ein unerkanntes Problem

Zusammenfassung:

Die Behauptung, dass es in Deutschland keine Vitamin

Mängel gebe, ist nicht neu und in jeder x-beliebigen Zeitung

zu lesen. Das dahinter häufig nur die „Anpassung“

des Referenz-Bereichs nach unten steht, z.B. durch die

Deutsche Gesellschaft für Ernährung, allerdings auch

nicht. Die Analyse von 395 Datensätzen von denen 309

Patienten (Datensätze) hinsichtlich der Versorgung

mit den Vitaminen B1, B2, und B6 ausgewertet werden

konnten, zeigt allerdings eine unerwartet erschreckende

Mangelversorgung mit diesen 3 funktionell wesentlichen

B-Vitaminen. Insgesamt 148 Frauen (Mittleres Alter 49,1

Jahre, Range 9,8 – 82,7 Jahre) und 161 Männer (Mittleres

Alter 50,2 Jahre, Range 9,0 – 89,7 Jahre), zusammen 309

Daten Sets mit einem kompletten Profil von B1, B2, und B6

(bioaktive Vitamin Analyse), die zwischen dem 11.01.2016

und dem 27.07.2017 gemessen wurden, konnten ausgewertet

werden. 214 von 309 Personen (69,3%) zeigten einen

Plasma B1 Spiegel < 39,8 μg/ml, 98 von 309 (31,7%)

Personen einen bioaktiven B2 Plasma Spiegel < 85,4 μg/l

und 103 von 309 (33,3%) einen bioaktiven B6 Plasma

Spiegel < 10,1 μg/l. Von den ausgewerteten Patienten

zeigten 47 (15,2 %) gleichzeitig einen schweren Mangel an

Vitamin B1, B2, und B6. Nur 74 (23,9 %) der 309 ausgewerteten

Patienten zeigten gleichzeitig eine befriedigende

Versorgung mit den drei B-Vitaminen. Diese Befunde sind

alarmierend, insbesondere vor einem öffentlichen, politisch

ideologischen Hintergrund, der immer wieder eine

ausreichende Versorgung der deutschen Bevölkerung mit

Vitaminen und Mineralstoffen beschwört, ohne allerdings

dafür entsprechende harte Daten oder Beweise zu liefern.

Die hier präsentierten Daten erklären, vor dem Hintergrund

der physiologischen Funktionen von B1, B2, und B6

die steigende Zahle von Patienten mit mehr oder weniger

ausgeprägter Fatigue Symptomatik. Gleichzeitig sind diese

Daten alarmierend im Zusammenhang mit steigenden

Zahlen von Personen mit metabolischem Syndrom, Typ 2

Diabetes, und Herz-Kreislauf Erkrankungen, Demenz und

anderen neurologischen Erkrankungen.

Einleitung:

Die Gruppe der B-Vitamine ist die größte Vitamin Gruppe

der wasserlöslichen Vitamine, bestehend aus B1 (Thiamin),

B2 (Riboflavin, Laktoflavin), B3 (Niacin, Nicotinsäure,

PP-Faktor) [Kann im menschlichen Körper auch aus

der essentiellen Aminosäure Tryptophan über den Stoffwechsel

Metaboliten Chinolinsäure synthetisiert werden,

und ist somit eher als Vitaminoid zu bezeichnen.], B5

(Pantothensäure), B6 (Pyridoxin, Pyridoxamin, Pyridoxal),

B7 (Biotin, oder auch Vitamin H oder Vitamin B8), B9

(Folsäure, auch B11 oder Vitamin M genannt) [mindestens

50% der deutschen Bevölkerung nimmt weniger als

die empfohlene Menge von 300 mg Folsäure am Tag zu

sich. Ein Folsäure Mangel ist u.a. prokanzerogen.], B12

(Hydroxy-, Methyl-, Adensosyl-, oder Glutathionyl-Cobalamin).

Zusätzlich die inzwischen als „Vitaminoide“ (Vitamin

ähnlich), weil grundsätzlich vom menschlichen Organismus

selbst synthetisierbaren Substanzen: B4 (Cholin),

B10 (PABA, para-Amino-Benzoesäure) B13 (Orotsäure),

B15 (Pangamsäure). B17 ist KEIN (!) Vitamin. Es ist der

Fantasiename für Amygdalin, ein Glykosid, das Blausäure

abspalten kann.

Ich werde mich in diesem Artikel nur mit den Vitaminen

B1, B2, und B6 beschäftigen. Auch dies wird – dem begrenzten

Umfang geschuldet – kursorisch sein. Die Funktion

dieser drei B-Vitamine wird kurz besprochen werden.

Ebenso die zur Verfügung stehenden Messtechniken.

Dann deren Bedeutung für den menschlichen Stoffwechsel.

Der größte Teil dieses Artikels wird sich allerdings mit

den aktuellen Messwerten dieser drei Vitamine beschäftigen,

die wir in den letzten zwei Jahren in 309 Patienten

unserer Praxis erheben konnten.

Bedeutung und Funktion von

Vitamin B1 (Thiamin):

Thiamin liegt in Nahrungsmitteln meist als Thiamindiphosphat

(TDP) oder Thiamintriphosphat (TTP). Die für

die praktische Ernährung wichtigste Thiaminquelle sind

Nutrition-Press 17


Getreideprodukte. Dies erklärt wahrscheinlich auch (aufgrund

des heute üblichen hohen Anteils von industriell

hoch verarbeiteten Nahrungsmittel in der „Standard Ernährung“

der deutschen Bevölkerung) das alarmierende

B1 Defizit. Die Lebensmittel mit dem höchsten B1 Gehalt

sind: Weizenkleie (0,7 mg/100g), Haferflocken (0,6

mg/100g), grüne Erbsen (0,3 mg/100g), Schweinefleisch

(0,9 mg/100g), Tunfisch/Lachs (0,2 mg/100g), Pistazien

(0,6 mg/100g) [diese Liste, wie auch die folgenden versteht

sich als eine Auswahl]. Das Thiamin im Getreide geht

bei der Herstellung hoch ausgemahlener Mehle, wie z.B.

Typ 405, das in Deutschland am häufigsten anzutreffende

Mehl, verloren. Am Thiamin reichsten ist der Getreide

Keim und die Aleuronschicht.

Die Aufnahme von Thiamin im Darm erfolgt bei niedrigen

Konzentrationen aktiv, bei höheren per Diffusion. Vor der

Aufnahme muss Thiamin durch die Phyrophosphatase der

Darmwand dephosphoryliert werden. Die orale Aufnahme

von Thiaminderivaten, als z.B. Benfothiamin (S-Benzoylthiamin-o-monophosphat),

oder auch Bentiamin (Dibenzoylthiamin),

oder der lipophilen Allithiamine ist wesentlich

besser als die von Thiamin selbst. Die Resorptionsquote

von Thiamin-HCl sinkt mit der Dosis. Benfothiamin wird

wesentlich besser aus dem Darm aufgenommen als Thiamin-HCl.

Darüber hinaus wird Benfothiamin, unabhängig

von der Aplikationsform, 5-25 besser in die Gewebezellen

aufgenommen. Die Speicherkapazität von Vitamin B1

ist begrenz, und die Umsatzrate, abhängig von Lebensstil

Faktoren hoch bis sehr hoch (z.B. Stress), weshalb es einer

täglichen ausreichenden Substitution bedarf. Bei der

oralen Verabreichung von 100 mg Benfothiamin werden

nach 1,2 – 1,5 Stunden Cmax-Werte von 100 – 140 ng/

ml Plasma erreicht. Die mittlere Elemi-nationshalbwertzeit

beträgt 4,1+1,2 Stunden. Nach 24 Stunden werden wieder

die Ausgangsplasma Spiegel erreicht.

Thiamindiphosphat ist Coenzym der 2-Oxosäuren-Dehydrogenase-Komplexe.

Dies sind Multienzymkomplexe, an

denen 2-Oxosäuren in Acyl-Coenzym-A-Verbindungen umgewandelt

werden. Der Pyruvatdehydrogenase-Komplex

(PDH) katalysiert die Dehydrierung und Decarboxylierung

von Pyruvat zu Acetyl-Coenzym-A, der 2-Oxoglutaraldehydrogenase-Komplex

die Bildung von Succinyl-Coenzym-A

aus 2-Oxoglutarat, und der Verzweigtketten-2-Oxosäuren-Dehydrogenase-Komplex

dehydriert und decarboxyliert

die beim Abbau von der verzweigtkettigen

Aminosäuren Valin, Leucin, und Isoleucin entstehenden

Oxosäuren: 2-Oxoisovaleriansäure, 2-Oxoisocapronsäure

und 2-Oxo-3-metylvaleriansäure zu den entsprechenden

verzweigtkettigen Acyl-Coenzym-Derivaten.

Die 2-Oxosäure-Dehyrogenase-Komplexe

bestehen aus drei Enzymen:

1. Aus der Dehydrogenase-Decarboxylase mit

TDP als prosthetischer Gruppe;

2. Aus der Liponamid-Acyltransferase, welche a-Lipon

säure in Säureamidbindung an einen Lysinrest trägt

(daher liponamid) [in diesem Zusammenhang sei

angemerkt, dass wir seit Beginn dieses Jahres sys

tematisch den Serum a-Liponsäure Spiegel in

unseren Patienten messen, und über die Häufigkeit

von tiefen bis sehr tiefen Spiegeln erstaunt und

besorgt sind];

3. Aus der Dehydroliponamid-Dehydrogenase, einem

Flavinenzym [Anmerkung: also B2 abhängig], welches

durch Dehydrogenierung der Dehydroliponsäure

die oxidierte Form regeneriert und den Wasserstoff

auf NAD + überträgt.

Beim Pyruvatdehydrogenase-Komplex, der ein interkonvertierbares

Enzym ist, kommen zu diesen drei Enzymen

noch eine Kinase und eine Phosphatase hinzu. TDP ist weiterhin

Coenzym der Transketolase im Pentosephosphatzyklus.

Darüber hinaus wurde TTP immer wieder eine eigene

Funktion im neuronalen Stoffwechsel zugeschrieben, der

aber bis heute nicht eindeutig bewiesen werden

konnte. Einen besonderen Hinweis auf TTP

als neurophysiologisch aktive Form

von Thiamin liefert das Leigh-Syndrom,

eine genetisch bedingte

nekrotisierende Enzephalopathie.

Bei der Erkrankung finden sich

ein Mangel von TTP im Gehirn

und ein Hemmstoff, der die Synthese

von TTP aus TDP hemmt (1) . Ein

Hinweis auf weitere Funktionen von

TDP im Kohlenhydrat Stoffwechsel

liefern experimentelle Ergebnisse,

die zeigen, dass die Bildung von

advanced glycosylation endproducts

(AGE) die bei hohen Serum

Glukose Konzentrationen entstehen,

von TDP gehemmt werden können (2) .

18 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Eine schematische Zusammenfassung der Implikationen von Thiamin in den

Energie und Glukose / Fruktose Stoffwechsel findet sich in Abbildung 1. Wie

dort gezeigt, sind die physiologischen / pathophysiologischen Konsequenzen

einer Vitamin B1 Mangelversorgung kaum überzubewerten.

/ Anzeige /

137

Produkte

18

Gebindegrößen

6

Lieferanten

Schematische Darstellung der Implikationen von Thiamin (B1), aber auch der Vitamine B2 und

B6 in den Energie und Zuckerstoffwechsel.

Abkürzungen: ATP, Adenosintriphosphat; F6P, Fruktose-6-Phosphat; G6P, Glukose-6-Phosphat;

GABA, gamma-Aminobuttersäure; HK, Hexokinase (Vitamin B6, Fe, Mg abhängig); -KGDH,

alpha-Ketoglutaratdehydrogenase (B1 abhängig); PDH, Pyruvat-Dehydrogenase (B1, B2, -Liponsäure

abhängig); TK, Transketolase (B1 abhängig). Der Pentose-Phosphat-Weg (PPW) kommt in

Mammaliern nur im Zytoplasma vor. Er ist einer von drei wesentlichen Stoffwechselwegen, der

die Zelle mit reduktions-Äquivalenten versorgt. Im Menschen werden über den PPW ca. 60 % des

NADPH gebildet. Dieses wird z.B. für die Fettbiosynthese benötigt. Ribose-5-Phosphat für die

Nukleotidbiosynthese und Erythrose-5-Phosphat für die Synthese aromatischer Aminosäuren.

Entsprechend

vielfältiger

Etikettenbedarf?

Die heute drei wichtigsten Ursachen für einen Thiamin Mangel sind: Mangel/Fehlernährung

mit KH-reichen hoch verarbeiteten Lebensmitteln; Alkohol;

und Malabsorption infolge gastrointestinaler Störungen, unter anderem

Leaky Gut und Gluten induzierter chronischer Darm-Schleimhaut Störungen.

Thiamin Mangel verursacht Leberfunktionsstörungen, unterstützt Schmerzzustände,

und ist mitverursachend für die diabetische Polyneuropathie. Während

der Schwangerschaft und Stillzeit besteht ein erhöhter Thiamin Bedarf.

Für Thiamin konnte keine Toxikologie bis Gaben von 8g/d gezeigt werden.

Wasserlösliche Thiamin Verbindungen erhöhen erst bei oralen Gaben im

Gramm Bereich die zirkulierendem Plasma Spiegel. Deshalb sind für die Therapie

von Mangelzuständen Präparate wie Benfothiamin wesentlich besser

geeignet. Aufgrund der Pharmakokinetik sollten sie, zumindest initial, mindestens

3-mal täglich im Abstand von ca. 8 Stunden gegeben werden.

Genau unser

Ding!

Die klinische Symptomatik eines TDP Mangels lässt

sich in zwei Funktionskreise teilen:

1. Kardiovaskuläre Störungen: u.a. in Form von Dyspnoe, Beklemmungsgefühlen,

präkordiale Schmerzen, Tachykardie, Ödemen,

EKG-Veränderungen (Niedervoltage, T-Inversion, QT-Verlängerung).

2. Neurologische Störungen: u.a. in Form von Neuropathie mit

Sensibilitätsstörungen, Fußbrennen, Muskelschwäche,

Nutrition-Press 19

Die grüne Etikettendruckerei

aus dem Fichtelgebirge.

09231/504809 • info@labels24.de


Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe, Muskellähmungen,

zentral bedingte Koordinationsstörungen,

psychische Veränderungen wie Müdigkeit,

Konzentrationsstörungen, verminderte Merkfähigkeit,

Reizbarkeit, Depressionen, Angstzustände.

Bedeutung und Funktion von Vitamin B2

(Riboflavin, Laktoflavin)

Riboflavin ist die Kurzbezeichnung für die biologisch-aktive

Verbindung 7,8-Dimethyl-10-(1-D-ribityl)-2,4(3H, 10H)-

benzopteridindion. Die wichtigsten Derivate von Riboflavin

sind Flavin-MonoNukleotid (FMN) und Flavin-Adenin-Di-nukleotid

(FAD) als Coenzyme für Oxidasen und

Dehydrogenasen. Riboflavin kommt in der Pflanzen und

Tierwelt weit verbreitet vor. Die höchsten Konzentrationen

(Auswahl) findet man in Schweine- und Rinderleber

(3,0 mg/100g), Sardinen (0,4 mg/100g), Camembert

(0,6 mg/100g), Avocado (0,2 mg/100g), Weizenkleie

(0,5 mg/100g).

Die Aufnahme im Darm (vornehmlich proximaler Dünndarm)

erfolgt als freies Riboflavin vornehmlich aber als

FMN und FAD, das zuvor säurehydrolytisch im Magen aus

seiner Protein-Bindung gelöst werden muss. Im Blut liegt

der größte Teil des Riboflavin als FMN und FAD und nur

0,5 – 2% als freies Riboflavin vor. Es zirkuliert gebunden an

Albumin und spezifisch an Riboflavin-bindendes-Protein

(RFBPs) gebunden. Überschüssiges Riboflavin kann nicht

gespeichert werden, wenn nicht ausreichend Apoprotein

vorhanden ist. Die Reservekapazität für Riboflavin beträgt

2-6 Wochen. Die höchsten Riboflavin Konzentrationen finden

sich in der Leber, der Niere, und im Herzen.

Es liegen keine Daten vor, die eine Toxizität von Riboflavin

in hohen Dosierungen aufzeigen. Die höchsten Riboflavin

Dosierungen (400 mg/d) wurden in eine Doppelblind-Studie

zur Reduktion von Migräne [MELAS-Syndrom,

mitochondrial enthephalopathy lactic acidosis stroke-like

episodes, eine Sonderform der kindlichen Migräne] gegeben

(3). Nach dreimonatiger Behandlung war die Häufigkeit

von Attacken in der Kontrollgruppe unverändert, und

fiel in der Verum Gruppe von 3,8 auf 1,8/Monat.

Riboflavin in der Form von FMN und FAD ist Coenzym

oder prosthetischer Gruppe einer großen Zahl von Oxidoreduktasen.

Einige Flavoproteine haben Anschluss an

die Atmungskette, und übertragen Substratwasserstoff

auf Ubiquinon (Q10) (Liponamid-Dehydrogenase als einziges

Flavinenzym auf NAD; siehe auch PDH, Thiamin),

andere reagieren direkt mit Sauerstoff unter der Bildung

von Wasserstoffperoxid. Einige Flavinenzyme enthalten

als Katalysatoren zusätzlich Metalle wie Fe 2+ , Mo 2+ , Cu 2+ ,

oder Mn 2+ . Auch ein Mangel an diesen Spurenelementen

hat Funktionsstörungen zur Folge. Alle Oxidasen sind

Flavin-Enzyme. Zwei Oxidasen, die uns hier besonders

interessieren sind die Dihydroliponamid-Dehydrogenase

(FAD als Coenzym), deren Funktion, die Übertragung

von Wasserstoff von Dihydroliponamid auf NAD im 2.

Oxosäureoxidase System ist (siehe auch PDH, Thiamin),

und die Pyridoxinphosphat-Oxidase (FMN als Coenzym),

die Pyridoxinphosphat und Pyridoxaminphosphat zu Pyridoxalphosphat

(PALP) oxidiert (siehe auch Vitamin B6)

oxidiert. PALP ist die wichtigste und aktivste Vitamin B6

Form. Eine Dysfunktion der Pyridoxinphosphat-Oxidase

hat erhebliche Konsequenzen für den Vitamin-B6-abhängigen

Stoffwechsel.

Der Bedarf an Vitamin B2 ist erhöht während schwere

Krankheit, nach Operationen, bei chronischer Einnahme

von Kontrazeptiva und trizyklischen Antidepressiva, bei

chronischem Stress (z.B. intensivem Sport), bei chronischen

Inflammationsprozessen, z.B. rheumatoider Arthritis,

aber auch allen anderen Entzündungsprozesse, die

erhöhte Anforderungen an das Glutathionsystem stellen.

Besondere Bedeutung hat Vitamin B2 im Zusammenhang

mit dem Homocystein Stoffwechsel, weshalb der Blut Homocystein

Spiegel als Indikator für einen Mangel gelten

kann (gleichzeitig aber auch als Indikator für einen B6,

B12, Folsäure und Vitamin C Mangel). Chronische Hämodialyse,

chronische Entzündungen des Dünndarms, Leaky

Gut Syndrom.

Bedeutung und Funktion von Vitamin B6

(Pyridoxin, Pyridoxal, Pyridoxamin)

Vitamin B6 ist der offizielle Name für alle 3-hydroxy-2methylpyridin-Derivate

mit der biologischen Aktivität

des Pyridoxins. Pyridoxin ist ein Alkohol, Pyridoxal

ein Aldehyd und Pyridoxamin enthält eine Aminogruppe.

Alle 6 Vitamin-B6 wirksamen Verbindungen können im

Stoffwechsel ineinander umgewandelt werden. Pyridoxal-5-phosphat

(PALP) ist die wichtigste aktive Coenzym

Form von Vitamin B6 und ist essentiell für viele

enzymatische Reaktionen im Aminosäure Stoffwechsel.

Die höchsten Vitamin B6 Konzentrationen finden

sich (Auswahl) in der Rinderleber 0,8 mg/100g, Lachs

1,0 mg/100g, Emmentaler 0,1 mg/100g, Zucchini 0,5

mg/100g, Avocado 0,5 mg/100g und in Weizenkleie

2,2 mg/100g.

Pyridoxin, Pyridoxal und Pyridoxamin werden im menschlichen

Darm fast gleich stark und gleich schnell resorbiert.

Die entsprechenden phosphorylierten Verbindungen

wesentlich langsamer. Sie müssen erst von der

membranständigen alkalischen Phosphatase der Mucosazellen

dephosphoryliert werden, in den Mucosazellen

erfolgt dann eine Rephosphorylierung. Die Resorption

erfolgt überwiegend im oberen Jejunum. Die Aufnahme

in die Zellen ist ebenfalls mit etliche De- und Rephosphorylierungen

verbunden. Vitamin B6 ist im Blut zu ca. 60%

als PALP, zu 15% als Pyridoxin und zu 14% als Pyridoxal,

überwiegend an Albumin gebunden, anzutreffen. PALP

ist wahrscheinlich die zirkulierende Depotform, kann die

Zellmembran nicht passieren, und ist für die Zellen damit

nicht direkt zugänglich.

20 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

PALP ist Coenzym zahlreicher Enzyme, die überwiegend

im Aminosäurestoffwechsel eine Rolle spielen:

• Aminotransferasen (Transaminasen) z.B. von

Glutamat auf Pyruvat oder Oxalacetat durch die

Alaninaminotransferase bzw. Aspartataminotransferase

• L-Aminosäure-Decarboxylasen z.B. Histamin aus

Histidin (DAO, Cu-abhängig), Tyramin aus Tyrosin,

Tryptamin aus Tryptophan, Dopamin aus L-Dopa,

Serotonin aus 5-Hydroxytryptophan,

g-Aminobuttersäure (GABA) aus Glutamat

• Aminosäure spaltende Enzyme z.B. Kynureninase

(Kynureninsäure aus Kynurenin)

• Threonin-Serin-Dehydratase und Cysteindesulfhydrase

• Cystathionin-b-Synthase und Cystathionin-g-Lyase

(Bildung von Cystein aus Methionin)

• d-Aminolävulinsäure-Synthase (Initialreaktion

bei der Synthese von Häm)

• Lysyloxidase (Quervernetzung von Kollagen und Elastin)

• Serin-Palmityl-Transferase (Sphingomyelinsynthese)

Außerdem ist PALP an der Glykogenphosphorylierung in

der Muskulatur beteiligt und an der Glykogen Spaltung

und dem ersten Schritt im Glukose / Fruktose Stoffwechsel,

der Synthese von Glukose-6-Phosphat und Fruktose-6-Phosphat.

Der Mechanismus ist völlig anders, soll

hier aber nicht detailliert besprochen werden, siehe aber

Abbildung 1. Schließlich interagiert PALP als Modulator

mit verschiedenen Proteinen, wie z.B. den Steroidhormon-Rezeptoren,

oder Hämoglobin. Bei Hämoglobin erhöht

es dessen Affinität zu Sauerstoff.

Der Vitamin B6 Bedarf des Menschen ist keine Konstante

Größe, sondern hängt im Wesentlichen vom Protein Umsatz

ab, und steigt mit der Höhe der Proteinzufuhr. Dabei

ist der Vitamin B6 Bedarf nicht nur von der Quantität

der Proteinzufuhr, sondern auch von dessen Qualität

abhängig. Tierisches Protein benötigt mehr Vitamin B6

als pflanzliches. Bei oralen Dosen bis 425 mg besteht

Dosis-Linearität. Verschiedene Medikamente (u.a. Isonicotinsäurehydrazid,

Hydralazine, D-Penicillamin, L-Dopa)

erhöhen den B6 Bedarf. Ebenso die Einnahme oraler Kontrazeptiva,

bzw. Symptome eines prämenstruellen Syndroms

(PMS). Auch erhöht die vermehrte Aufnahme von

Nahrungsfetten den Vitamin B6 Bedarf. So erfordert die

Ausscheidung von Cholesterin als Taurocholsäure die B6

abhängige Synthese von Taurin aus Homocystein.

Ein isolierter Vitamin B6 Mangel ist selten (im Gegensatz

zum Vitamin B1 und Folsäure Mangel). Meist sind auch

andere Vitamine der B-Gruppe im Mangel. Klinische Symptome

sind eine Pellagra ähnliche seborrhoische Dermatitis

im Nasen- Augenbereich. Außerdem gehören Schlaflosigkeit,

nervöse Störungen, erhöhte Reizbarkeit, periphere

Neuritiden, Sensibilitätsstörungen, Depressionen, Verwirrtheitszustände

zu den Symptomen. Eine weitere Folge

von Vitamin B6 Mangel ist eine erhöhte renale Ausscheidung

von Oxalsäure, und damit die Gefahr der Bildung von

Calcium-Oxalat Nierensteinen (Nephrolithiasis) (4) . Mit Dosierungen

von 50 – 100 mg/d können Polyneuropathien

vermieden werden. Bei schon eingetretener Neuropathie

sind Dosierungen von 300 mg/d notwendig. Für Dosierungen

bis 1000 mg/d ist keine Toxikologie beschrieben. Das

Karpaltunnel-Syndrom kann erfolgreich mit Dosierungen

von 100-200 mg/d behandelt werden (5) . Bei der Behandlung

des PMS zeigte sich eine Dosis abhängige Wirkung

von B6 zwischen 50mg – 500mg/d. Bei 200 mg/g zeigten

58% der Patientinnen einen guten Therapie Erfolg (6) .

Bestimmung der Vitamine B1, B2, und B6

Es gibt eine große Methoden Vielfalt zur Bestimmung dieser

drei B-Vitamine. Man kann sie im Serum bestimmen,

das ist die von den meisten Laboren angebotene Methode.

Diese hat – auch hier gibt es vielfältige methodische

Unterschiede, allerdings erhebliche Nachteile. Alle drei

Vitamine weisen schon im Blut unterschiedliche Konzentrationen

in den verschiedenen Blut-Kompartimenten auf:

1. Thiamin ist im Vollblut zu 15% in den Leukozyten,

zu 75% in den Erythrozyten und nur 10% im Plasma

enthalten. Die Organverteilung ist noch unterschiedlicher.

Sie ist im Gehirn und in der Muskulatur 5 – 25-fach höher

und in allen Organen 10 – 40% höher als im Plasma.

2. Die höchsten Konzentrationen von Riboflavin finden

sich in Leber, Niere und Herz. Die Konzentration in

Erythrozyten ist wesentlich höher als im Plasma.

3. Die Konzentration von Pyridoxin ist in den

Erythrozyten etwa 4- bis 5-mal höher als im Plasma.

Die Gewebe Konzentration ist sehr unterschiedlich.

Darüber hinaus zirkulieren sie noch in unterschiedlicher

Form (aktiv / inaktiv) im Blut. Aus diesen Gründen haben

wir schon vor 5 Jahren begonnen, diese B-Vitamine intrazellulär

zu messen. Allerdings hat diese Methode einen

entscheidenden Nachteil. Die Proben müssen innerhalb

kurzer Zeit zur Analyse ins Labor. Seit etwa zwei Jahren

hat das Labor IMD (Institut für Medizinische Diagnostik

Berlin) jetzt eine sogenannte Bestimmung für bioaktives

Vitamin B1, B2, und B6 validiert, ID-Vit ® (Abb. 2; Ref. 7).

Schematische Darstellung des ID-Vit ® Bioassay

Nutrition-Press 21


Hier werden B1 aus ED-

TA-Plasma und B2, und B6

aus Serum bestimmt. Der

Unterschied dieser Methode

zu den herkömmlichen

Methoden ist, dass in dieser

Methode die biologische

Aktivität der B-Vitamine gemessen

wird (Abb. 3).

Vergleich der intrazellulären B-Vitamin Messung (Labore Rostock) mit

der ID-Vit® Methode

Diese Methode ist prinzipiell nicht neu. Sie wird seit mehr

als 2 Jahrzehnten in der Nahrungsmittel Industrie und der

Veterinärmedizin eingesetzt, und sie ist viel sensitiver als

alle konventionellen Methoden. In Abbildung 2 sind die

Ergebnisse eines Patienten gezeigt, der mit der „intrazellulären“

und der „bioaktiven“ Methode gemessen wurde.

Dieses Beispiel zeigt, dass die Ergebnisse für B1 und B6

vergleichbar sind (wenn auch die intrazelluläre Messung

höhere Werte angibt), B2 fällt im bioaktiven Assay niedriger

aus. Außerdem zeigt die Validierungsstudie des IMD

einen weiteren bemerkenswerten Unterschied: Insbesondere

bei niedrigen B-Vitamin Konzentrationen gibt es Unterschiede.

Die HPLC Methodik „täuscht“ mehr B-Vitamin

vor, als funktionell zur Verfügung steht (Abb. 4).

Korrelation von B6 Vitamin

Messungen mit einer konventionellen

HPLC-Methodik mit

den Ergebnissen der ID-Vit ®

Methodik

Ein Problem bezüglich

der „Probenstabilität“

besteht bei dem bioaktiven

Test ebenfalls nicht mehr. Aus diesen Gründen haben

wir seit Januar 2016 begonnen, mit dieser bioaktiven

Methodik systematisch unsere Patienten zu untersuchen.

Statistik und Berechnung: Bei der Berechnung der Parameter

Vitamin B1 (>39,8 – 60 μg/l) wurden Werte oberhalb

des Messbereichs = 61 gesetzt. Werte für Vitamin B2

(>85,4 – 300 μg/l) oberhalb des Messbereichs =301, und

Werte für Vitamin B6 (>10,1 – 18 μg/l) die oberhalb des

Messbereichs lagen = 18,1. Die statistische Analyse von

paarigen Datensätzen erfolgte mit dem two-tailed paired

T-Test, die von unpaarigen Daten mit den heteroskedatischen

unpaired T-Test, für Datensätze mit unterschiedlicher

Varianz. P-Werte > 0,05 wurden als signifikant betrachtet.

Regressionen wurden entweder als lineare, oder

geometrische (2. Ordnung) berechnet.

Ergebnisse: Patienten Daten die zwischen Januar 2016

und Juli 2017 gemessen wurden, wurden in dieser Auswertung

berücksichtigt. Dabei wurden Patienten bei denen

folgende Labordaten erhoben wurden berücksichtigt: Laktat,

Pyruvat, Laktat/Pyruvat Quotient, Vitamine B1, B2, B6

(bioaktiv), nüchtern Glucose, nüchtern Insulin, ATP, und

HOMA (Homöostase Model Assessment). Dabei war das

Haupt-Selektions-Kriterium die bioaktive Bestimmung der

B-Vitamine B1, B2, und B6. 395 Datensätze wurden in die

primäre Analyse eingeschlossen. Davon konnten 309 als

„Erstmessungen“ verwertet werden. Zum Zeitpunkt der

Erstmessung erfolgte keine Substitution mit B-Vitaminen.

In subsequenten Analysen wurden die Daten jeweils nach

verschiedenen „Leit-Parametern“ sortiert (z.B. Laktat, B1,

B2, B6,). Von allen in die Auswertung eingeschlossenen

Patienten lagen bei 24 Patienten verwertbare Datensätze

vor und nach B-Vitamin Substitution vor. Im Laufe der letzten

zwei Jahre haben wir zusätzlich zwei weitere Analysen,

fast standardmäßig in unser Untersuchungsprogram mit

aufgenommen: α-Liponsäure (Labor Ganzimmun) (vergleiche

die Erläuterungen zu B1 und B2, PDH), und ein nüchtern

Aminosäure Profil (Labor Biovis). Beide Parameter

werden nicht vom Labor IMD durchgeführt. Die Ergebnisse

dieser Parameter konnten hier nicht systematisch berücksichtigt

werden. Ebenso macht es unsere Datenbank

zurzeit nicht möglich, systematisch anamnestisch erhobene

Befunde (Symptomatologie), oder Parameter wie zum

Beispiel BMI (body mass index) zu berücksichtigen. Der

Auswertung der 309 Patienten Datensets möchte ich zwei

Beispiele voran stellen.

Beispiel 1: Junge Familie mit zwei Söhnen (aus 1. Ehe der

Mutter). Vater ist ehemaliger Leistungssportler im Basketball,

neben seinem Studium tätig als Fitness-Trainer, Mutter

Hausfrau. (Tabelle 1).

Der Vater in die beiden Söhne sind Normgewichtig (Vater

BMI 23, für Kinder gilt die BMI Formel nicht). Die Mutter

ist adipös, BMI 31. Die Eltern kommen aus der Karibik.

Beide Eltern klagen über unerholsamen Schlaf, Schlafstörungen,

chronische Müdigkeit, Konzentrationsstörungen

(der Vater studiert noch), beide Jungen sind als schwere

ADHS-Kinder eingestuft worden und erhalten Ritalin.

Tabelle 1: Ausgewählte Laborparameter in einer Familie mit zwei Kindern

22 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Die ganze Familie ist Vitamin B1 und B2 und D3 Defizient. Die Mutter und

beide Söhne außerdem Pyruvat Defizient. Beide Söhne zeigen eine ausgeprägte

Vitamin B6 Defizient. Die Mutter, übergewichtig, zeigt zudem ein pathologisches

erhöhtes nüchtern-Glukose, ein hohes nüchtern-Insulin, und

eine Insulinresistenz (HOMA < 3).

Beispiel 2: Laborwerte eines 48 jährigen Geschäftsmannes, BMI 23.5,

sportlich trainiert. Der Patient klagt über in der letzten Zeit zunehmende

Müdigkeit und Konzentrationsmängel, wie auch eine erhöhte Infektanfälligkeit

und Gereiztheit. Die Laborwerte (Abb. 5) zeigen einen Vitamin

B1, B2, und B6 Mangel, ein erheblich erhöhtes Homocystein (B2, B6,

B12, Folsäure, Vitamin C abhängig), einen Mangel an Zink und Mangan,

unzureichende Versorgung mit Chrom und Kupfer und pathologisch tiefe

Aminosäure Werte für Cystein und Taurin (Synthese Vitamin B6 anhängig,

vergleiche oben). Ohne der Diskussion dieser Daten vorgreifen zu wollen,

ist mit Hinblick der in den Abschnitten Vitamine B1, B2, B6 „Bedeutung und

Funktion“ die Symptomatik dieses Patienten gut verständlich, was ohne eine

entsprechende Vitamin-Analytik nicht möglich wäre. Gleichzeitig zeigt die

Vernetzung der Analysen (Vitamine, Spuren-Elemente, Aminosäuren)

den komplexen Einfluss dieser Mängel auf den gesamten Organismus.

Laborparameter eines Patienten. a) Ergebnisse

der Vitamin B Analytik mit der ID-Vit® Methode,

b) Ergebnisse der parallel erhobenen Mineralstoff-

Vollblut-Analyse, c) Ergebnisse der Aminosäure Analyse.

Die Ergebnisse a) und b) wurden im Labor IMD Berlin, die

Ergebnisse c) im Labor BioVis erstellt. Alle Analysen

erfolgten am gleichen Tag morgens nüchtern.

Die Auswertung von 309 Erstmessungen in Patienten, die zuvor keine Substitution

mit B-Vitaminen vorgenommen hatte ist in Tabelle 2 zusammengefasst.

Ausgewertet wurden 161 Männer, Altersrange 9,1 – 89,7 Jahre und 148 Frauen, Altersrange

9,8 – 82,7 Jahre

Die Daten zeigen im Mittel eine Vitamin B1 Unterversorgung für alle (!) 309

untersuchten Personen. Die Versorgung mit Vitamin B2 und B6 befand sich

im Mittleren Referenzbereich. Die Detail Analyse zeigte, dass 214 von 309

Personen (69,3%) einen bioaktiven Vitamin B1 Spiegel < 39,8 μg/ml, 98 von

309 (31,7%) Personen einen bioaktiven Vitamin B2 Spiegel < 85,4 μg/l und

103 von 309 (33,3%) einen bioaktiven Vitamin B6 Spiegel < 10,1 μg/l aufwiesen.

Von den Vitamin B1 unterversorgten Personen zeigten gleichzeitig

74/214 (34,6%) eine Vitamin B2 Unterversorgung oder 91/214 (42,5%) eine

Vitamin B6 Unterversorgung. Nur 15 von 309 (4,9%) Personen wiesen einen

Nutrition-Press 23


Vitamin B1 Wert oberhalb des Messbereichs (> 60,0 μg/l)

auf, während dies für 49 (15,9%) Personen bei Vitamin B2

(> 300 μg/l) und für 45 (14,6 %) Personen bei Vitamin B6

zutraf. Immerhin 47 (15,2%) der untersuchten Personen

wiesen eine gleichzeitige Mangelversorgung mit den Vitaminen

B1, B2, und B6 auf, während nur 66 (21,4 %) eine

gute gleichzeitige Versorgung im oder oberhalb des Referenzbereichs

für alle drei B-Vitamine zeigten. Diese Zahlen

zeigen auch, dass die beobachteten Mängel wie auch die

ausreichende (im Referenzbereich) oder gute (oberhalb

des Referenzbereichs) liegende Versorgung mit den Vitaminen

B1, B2, und B6 nicht „parallel“ verläuft.

Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den

untersuchten Frauen und Männern hinsichtlich der Versorgung

mit den Vitaminen B1, B2, und B6 und des mittleren

Alters gefunden (Tabelle 3).

Eine Subgruppen Analyse von 24 Patienten, in denen nach

der Erstbestimmung eine Substitution mit einen B-Vitamin-Komplex-Präparate

(Body Bio B-Vitamins Hi Potency;

Zusammensetzung in Tabelle 7) für im Mittel 167,9 Tage

durchgeführt wurde, zeigte allerdings eine signifikante

Absenkung des Ruhe-Lactat und des Pyruvat/Lactat Quotienten.

Die Versorgung mit Vitamin B1 stieg signifikant

aber nur in den mittleren Referenzbereich (Tabelle 5).

Bei einer multiparametrischen Betrachtung, bei dieser Untersuchung

11 Parameter, können die ermittelten Daten

nach 11 verschiedenen Parametern (als „Leitparameter“)

Vitamin-B Spiegel in Frauen und Männern

In Tabelle 4 sind die bioaktiven Vitamin B1, B2, und B6

Werte zusammen mit den anderen, gemessenen, funktionell

assoziierten Labor Parametern zusammen gefasst.

Zusätzlich erfolgte eine Auswertung der Subgruppen

in denen alle Personen einen Mangel dieser B-Vitamine

aufwiesen oder für alle drei B-Vitamine im/über dem

Referenz/Messbereich lagen. Alle untersuchten Personen

zeigten ein hohes (wenn auch im Referenzbereich)

Ruhe-Lactat von 11,5 mg/dl (1,27 mM (mg/dl x 0,11 =

mM)), eine erhöhte nüchtern Glucose, ein hohes nüchtern

Insulin und ein mittleres HOMA von 2,44 entsprechend

einer Insulin-Resistenz. In den beiden Subgruppen zeigte

das Mittlere gemessene Vitamin B1 die geringste Schwankungsbreite

von 1,62 (Defizient vs. Gute Versorgung),

während diese bei Vitamin B2 3,15 und bei Vitamin B6

2,73 betrug. Statistisch waren die gefundenen Parameter,

abgesehen von den B-Vitaminen nicht signifikant voneinander

verschieden.

Tabelle 4

Bioaktive Vitamin-B Konzentrationen in allen untersuchten

Personen und in zwei Subgruppen von Patienten, „Defizient“:

B1 (< 39,8 μg/L), B2 (< 85,4 μg/l), und B6 < 10,1

μg/l) gleichzeitig unterhalb der jeweiligen Referenzbereiche,

und „Gute Versorgung“: Alle drei B-Vitamine sind

gleichzeitig in den Referenzbereichen oder darüber.

ihrer Größe nach sortiert, und dann zum Beispiel in Terzile

oder Quartile aufgeteilt werden, um gegebenenfalls

Abhängigkeiten zu finden. Hier soll nur eine dieser Möglichkeiten

dargestellt werden, die Abhängigkeit der übrigen

Parameter vom Lactat (Tabelle 6). Dabei wurden zwei

Subgruppen miteinander verglichen: Ruhe-Lactat Werte

(NRL) < 9 mg/dl (entsprechend < 1,0 mM) mit einem

Ruhe Lactat > 15 mg/dl (entsprechend 1,65 mM) HRL.

Beide Gruppen zeigten keinen signifikanten Unterschied

in der Vitamin B1 und B6 Versorgung. Die Vitamin B2 Versorgung

war in der HRL Gruppe leicht höher (p = 0.03).

Die HRL Gruppe zeigte einen höheren Pyruvat-Wert (NS)

gleichzeitig aber signifikant höhere Werte für den Lactat/

Pyruvat Quotienten, nüchtern Glukose, nüchtern Insulin

und den HOMA Wert, der im Mittel einer mittel schweren

Insulin Resistenz (HOMA = 3,5)entsprach.

Tabelle 6

Eine Analyse der Altersabhängigkeit der verschiedenen

Parameter (Abb. 6) zeigte keine Altersabhängigkeit für die

24 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

beobachtete B1-Versorgung. Die B2-Versorgung unterhalb

des 30. Lebensjahres scheint unzureichend zu sein, die

B6-Versorgung dagegen nimmt mit zunehmendem Lebensalter

ab. Der Lactat Plasma Spiegel ist ab dem 30.

Lebensjahr als pathologisch erhöht anzusehen. Die Nüchtern-Glukose

ist ab dem 40zigsten Lebensjahr pathologisch

erhöht. Für Pyruvat, den Lactat/Pyruvat Quotienten,

nüchtern-Insulin, und HOMA fanden sich keine Altersabhängigkeit.

ATP zeigte eine Bell-shaped-Curve aber die

Korrelation ist nur mittelmäßig.

Abhängigkeit der untersuchten Labor Parameter vom Alter

Die untersuchten Parameter wurden abhängig vom Alter der untersuchten

Personen aufgetragen. Dabei wurden die Werte für die Altergruppen:

> 20 Jahre (N = 28, 14,5+3,1), 21-30 (N = 14; 25,5+3,7), 31-40 (N

= 29; 36,6+2,5), 41-50 (N = 83; 45,8+3,0), 51-60 (N = 79; 54,5+2,8),

61-70 (N = 49; 64,4+2,8) und < 71 (N = 27; 76,6+4,3) Jahre berechnet.

Die Mittelwerte der Parameter-Gruppen wurden gegen den Mittelwert

der jeweiligen Altersgruppe aufgetragen. Es erfolgte eine lineare oder,

wo sinnvoll, eine geometrische (2. Ordnung) Regressionsberechnung.

Diskussion:

Ein Grundproblem in der Bewertung von Vitamin B1, B2

und B6 Laborwerten ist offensichtlich, dass keine Standard-Referenz-Methode

definiert ist (8). Die hier gewählte

Analyse Methode hat den Vorteil hoher Sensitivität und

Spezifität. Die vorgelegten Daten werden aber der Komplexität

der Fragestellung, welche physiologischen Mindest-Konzentrationen

von B1, B2, und B6 im Blut eine

„reibungslose“ Zellfunktion auf biochemischen Level garantieren,

nur bedingt gerecht. Dies zeigt unter anderem

das Beispiel in Abbildung 4. Der Patient mit einem B1, B2,

und B6 Mangel, zeigt in der Aminosäure Analyse gleichzeitig

einen Mangel an Cystein und Taurin (B6-abhängige

Synthese) und in der Mineralstoff-Vollblutanalyse Mängel

an Zink und Mangan, sowie eine unzureichende Versorgung

mit Selen, Chrom, und Kupfer. Diese Spurenelemente

sind aber wesentliche Kofaktoren der B6-abhängigen

Oxidasen.

Ein weiteres grundsätzliches Problem ergibt sich aus der

Definition des Referenzbereiches. Dieser wird auf der Basis

der vorliegenden rechtlichen Normen, wie auch der

immer noch nicht zeitgemäßen wissenschaftlichen (wahrscheinlich

weil von politischen Intentionen und Zwängen

nicht mehr neutral) Diskussion. Der Referenzbereich wird

aus der Messung einer kleinen Population von Personen,

die – ohne dass dies durch irgendwelche Messungen belegt

wird – als „gesund“ definiert wird, festgelegt. Dabei

wird eine Gauß-Verteilung der Messwerte angenommen

(aber nicht nachgewiesen), als Beleg für eine „normale“

Verteilung der Messwerte, und dann der „Referenzbereich“

als +/- 2 Standard Abweichungen vom Mittelwert

definiert. Nehmen wir z.B. den Referenzbereich des Labor

Rostock für seine intrazellulare Vitamin B6 Bestimmung

(Abbildung 2) so sehen wir eine Abweichung von Mittelwert

(59,4 μg/l) und Median (18,2 μg/l) von Faktor 3,3!

Nehmen wir z.B. Parameter wie Selen, dann kann ein Referenzbereich

(gemessen in einem anerkannter maßen

Selen-Mangelland wie Deutschland) auch nur mehr oder

weniger großen Mangel referenzieren, aber keine physiologisch

sinnvollen Bereiche wieder geben.

Die Bedeutung von mangelnder B6 Versorgung unter anderem

für die Entstehung chronischer Hirnerkrankungen

wird in der aktuellen Literatur intensiv diskutiert. Insoweit

ist ein B6 Mangel bei 30% der untersuchten Patienten bedenklich.

Gleiches gilt aber für den in eben dieser Größe

festgestellten Vitamin B2 Mangel. Hier kommt hinzu,

dass der für den Energiestoffwechsel wesentliche Pyruvat-Dehydrogenase-Komplex

nicht nur B1, sondern auch

B2 abhängig ist, und eine Unterfunktion der Dehydrolipoamid

Dehydrogenase schwere neurologische Funktionsstörungen

mit unspezifischer Symptomatik zur Folge haben

kann (9) .

In diesem Jahr sprach in unserer Praxis einen jungen

Patienten vor, der mit der Diagnose CFS (chronisches

Erschöpfungssyndrom) aus der Charité zu uns kam (die

Odyssee über Ärzte und Krankenhäuser war lang und

währte bereits mehrere Jahre). Die Hauptbeschwerden

waren schwere Muskelschmerzen am ganzen Körper, konsekutiv

daraus eine reaktive Depression, Kraftlosigkeit

und Schlafstörungen. Der Umfang der Voruntersuchungen

war gewaltig. Wir bestimmten nur a-Liponsäure, und fanden

einen fast nicht mehr messbaren Serum-Spiegel. Eine

einzige Infusion mit 1200 mg a-Liponsäure führte – noch

während der Infusion – zu einer so markanten Verbesserung

der Symptomatik, dass der Patient fassungslos war.

Es geht ihm inzwischen wieder gut.

Der wohl wichtigste Befund dieser Untersuchung ist aber

die funktionelle Vitamin B1 Defizienz in ca. 70% der untersuchten

Personen. Dabei sei darauf hingewiesen, dass

die untersuchte Population von Patienten nicht für sich in

Anspruch nehmen kann, repräsentativ für Deutschland zu

sein. Ganz im Gegenteil muss festgehalten werden, dass

diese Patienten, hinsichtlich durchschnittlichem Einkommen,

Ausbildung und Ernährungsbewussten sicherlich zu

den oberen 20% gehören.

Nutrition-Press 25


Das Beispiel der Familie in Tabelle 1 macht zudem weitere

Annahmen wahrscheinlich: Der hier bei allen Familien

Mittglieder festgestellte Vitamin B1 und B2 Mangel hat

wahrscheinlich ernährungsphysiologische Hintergründe.

Dies ist bei den inzwischen in Deutschland überwiegend

angebotenen hoch verarbeiteten Getreide Produkten anzunehmen.

Der Unterschied zwischen den Erwachsenen

und den Kindern (aus 1. Ehe) hinsichtlich der Vitamin B6

Versorgung, ist deshalb von besonderem Interesse, weil

beide Kinder schwere ADHS-Kinder sind. Sie werden gegenwärtig

(noch) Leitlinien-gemäß mit Ritalin „ruhig“ gestellt.

Unsere Daten für ADHS Kinder zeigen aber schon

seit Jahren, dass diese Kinder schwere B-Vitamin Mängel

aufweisen, und dass sich die Symptomatik, wie auch das

Soziale-, und Schulverhalten, und die Konzentration- und

Lernleistung durch hochdosierte B-Vitamin Substitution

(B1, B2, B6, B12) wesentlich verbessern, beziehungsweise

normalisieren lässt.

Vitamin B1, beziehungsweise der Vitamin-B1-Mangel

steht im Zentrum, der heute drängendsten chronischen

Erkrankungen: Typ-2-Diabetes (10) , Lactacidosis (11) , seiner

Bedeutung für Stress-Verarbeitung (12) und der Synthese

verzweigtkettiger Aminosäuren (13) und neurologischen Erkrankungen,

einschließlich Demenzerkrankungen (14, 15) . Die

Liste an Übersichtsarbeiten ließe sich problemlos fortsetzen.

Das ist aber nicht die Absicht hier. Die in Abbildung 1

dargestellten physiologischen / pathophysiologischen

Zusammenhänge für den Energie und Glukose / Fruktose

Stoffwechsel zeigt auch klar auf, dass wir die Messwerte

in der „Endstrecke“, also z.B. Lactat, Alanin, Cystein. Taurin,

Glukose, Insulin und so weiter, nicht isoliert in Beziehung

mit dem Mangel an einem Vitamin bringen können

(ein besonders schönes Beispiel dafür ist Homocystein),

sondern sinnvoller Weise zumindest die „Cor-Funktionalität“,

z.B. B1, B2, B6 messen, wenn es z.B. um den Energiestoffwechsel

geht, dies aber – ebenso sinnvoller Weise –

noch um die Bestimmung der Spurenelemente ergänzen

müssen, da Enzyme für ihre Funktion eben nicht nur allosterische

Gruppen (Vitamine) sondern auch Katalysatoren

(zweiwertige Kationen) brauchen. Al-Daghri konnte

in einer Subgruppe von Typ-1Diabetes Patienten aus der

Riyadh Cohort Study zeigen, dass erniedrigte Thiamin

Plasma Werte significant mit biochemischen Parametern

dieser Patienten und diskutieren eine Rolle des Vitamin

B1 Mangels für die Entstehung des metabolischen Syndroms

(16) . In diesem Zusammenhang wird die Arbeit von

Ribaya von 1977 interessant der schon damals die Implikation

von Vitamin B6 in die erhöhte Fettsynthese und Akkululation

im Fettgewebe, bei erhöhter Glukose Utilisation

zeigen konnte (17) . Ebenso interessant ist in diesem Zusammenhang

die Arbeit vom Hammes et al. (auf der auch ein

Teil der Abbildung 1 basiert), die zeigen konnten, das mit

Benfothiamin drei wesentliche Stoffwechsel Wege über

die Hyperglykämie chronische Schäden verursacht, blockiert

werden können (18) . Die Arbeitsgruppe von Tornalley

konnte zeigen, dass die hohe Prevalenz niedriger Thiamin

Werte, die bei konventieller Messung durch eine hohe Thiamin-Transporter

Aktivität maskiert wird und mit einer

hohen renalen Elimination (bei bestehendem Mangel) und

Markern für Gefäßerkrankungen korrelieren (19) . Johnson et

al. machen schließlich auf den wichtigen Zusammenhang

von Fruktose als Ursache für ATP- und Phosphat-Depletion

der Zelle und gleichzeitig ansteigende Harnsäure

Produktion mit den Konsequenzen mitochondrialer Dysfunktion,

NAFLD (nicht alkoholische Fettleber), Diabetes

und chronischer Inflammation aufmerksam (20). Alaei-Shahmiri

und seine Arbeitsgruppe zeigt schließlich in einer

Dopple-Blind Cross-Over Studie den Blutdruck senkenden

Effekt von Thiamin in Patienten mit Hyperglycämie auf (21) .

Unsere Daten werfen auch einige weitere Fragen auf. Die

erste bezieht sich auf die schon in Ansätzen diskutierte

Sinnhaftigkeit der in Deutschland gebräuchlichen Referenzwerte.

Um dies gleich hier klarzustellen, meine Anmerkungen

sind keine Labor Kritik. Mir ist sehr wohl bewusst,

welche gesetzlichen Bedingungen diese Referenzwerte

zugrunde liegen. Aber: Ein Referenzbereich von 4,5 – 19,8

mg/dl für Lactat hat mit einem physiologischen Referenzbereich

nichts gemein. Der physiologische Referenzbereich

für Lactat ist 0.4 – 1,0 mM in Ruhe (3,6 – 9,0 mg/

dl). Daraus ergibt sich auch, dass im Mittel alle untersuchten

Patienten einen zu hohen Ruhe-Lactat Wert hatten.

Aus der Subanalyse in Tabelle 6 wird deutlich, dass nur

74/309 Patienten, also 23,9% einen Ruhe Lactat Wert < 1

mM aufwiesen. In Verbindung mit Tabelle 1 wird weiterhin

deutlich, dass zumindest ein hier beeinflussender Faktor

das Übergewicht sein kann, beziehungsweise, mit Verweis

auf die Arbeit von Johnson (19) der Konsum von Fruktose

in verarbeiteten Lebensmitteln oder Obst [Jüngerhaft, der

falsch verstandenen aber Gebetsmühlen artig wiederholte

Lehrmeinung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

folgend: „Take 5 a day“ (5 Portionen OBST und Gemüse)].

Die alters abhängige Untersuchung der hier gezeigten Parameter

unterstützt diese Annahme. Ein zweiter ebenso

wenig sinnvoller Referenzbereich ist der des nüchtern-Insulin

(2,6 – 24,9 μU/ml). Aus der HOMA Berechnung ergibt

sich einfach (HOMA = [nüchtern Glukose (mg/dl) x

nüchtern Insulin (μU/ml)] / 405) das bei einem nüchtern

Glukose von 100 mg/dl die maximal tolerable nüchtern Insulin

Konzentration 4 μU/ml ist. Daraus wiederum ergibt

sich, dass im Mittel alle untersuchten Personen nicht nur

ein grenzwertig zu hohes nüchtern Glukose, sondern ein

2,3 fach erhöhtes nüchtern Insulin aufwiesen, was konsekutiv

zu einer im Mittel bei allen Personen festgestellten

Insulin Resistenz führt. Auch hier ist interessant, dass

die mittlere Nüchtern-Glukose altersabhängig ist. Vitamin

B1-Mangel ist aber gerade für diese Glukosestoffwechsel

Pathophysiologie verantwortlich.

Warum konnten wir dann zwischen der „niedrigen“ und

„hohen“ Vitamin B1 Subgruppe keine signifikante Verbesserung

dieser Parameter feststellen, und auch in der Subanalyse

der mit B-Vitamin behandelten 24 Personen nur

26 Nutrition-Press


marginale Verbesserungen, während die Lactat-Subanalyse

für ein höheres mittleres Lactat deutlich signifikante

höhere Werte für nüchtern-Glukose, nüchtern Insulin und

den HOMA auswies?

Die Antwort liegt wahrscheinlich in einem zu kleinen Unterschied

in der Vitamin-B1-Konzentration in der Gesamtgruppe,

wie auch in der Treatment Subgruppe. Eine Therapie

mit 84 mg Thiamin Hydrochlorid führte zwar zu einer

im paired T-Test signifikanten aber doch nur marginalen

Anhebung des Serum B1 Spiegels. Die Aufnahme von Thiamin

Hydrochlorid im Darm ist nicht besonders gut im Vergleich

z.B. von Benfothiamin (5-fach höher), und die Renale

Elimination von Thiamin Hydrochlorid relativ schnell.

Sie erfolgt in drei Phasen, wobei die b-Halbwertszeit 0,15

Std., die b-Halbwertszeit 1 Std, und die terminale Phase

im Mittel 2 Tage beträgt. Die physiologisch entscheidenden

Kompartimente, den intrazellulären Raum, können wir

nicht messen. Es ist bekannt, dass bei einer langfristigen

Deplettierung von B-Vitaminen, die zelluläre Aufnahme

Schranke nur mit hohen Konzentrationen an B-Vitaminen

überschritten, und die normale physiologische Funktionalität

restituiert werden kann. Unsere substituierten

Patienten wurden mit Thiamin Hydrochlorid substituiert

und nicht mit Benfothiamin. Zudem ist aus Studien mit

Typ-2-Diabetikern bekannt, dass positive Veränderungen

der diabetes-spezifischen Parameter erst ab einer Thiamin

Substitution von 300 mg/d erzielt wurden (z.B. Ref. 21).

Aus den bisher vorliegenden Daten, vor dem bekannten

Hintergrund, muss geschlossen werden, dass signifikante

Vitamin B1 abhängige Stoffwechsel Normalisierungen

zumindest initial wesentlich höhere B1 Substitutionen verlangen.

Dies ist neben der Erkenntnis eines als epidemisch

Autor

Dr. med. Dipl. biol.

Bernd Michael Löffler

Institut für mitochondriale Medizin

Pfalzburger Str 43-44, 10717 Berlin

sekretariat@imm.institute

Tel: +49 (0) 30 609815970

Fax: +49 (0) 30 609815979

zu bezeichnenden B1, B2, und B6 Mangels in Deutschland,

der voraussichtlich wesentlichen Anteil an der Obesitas

und Typ-2-Diabetes Problematik dieses Landes hat vielleicht

die 2. Wichtigste Erkenntnis dieser Untersuchung.

Es kommt hinzu, dass es in Deutschland bisher keine B2

und B6 Präparate gibt, mit der man Spezial-Indikationen

wie z.B. Migräne und PMS sinnvoll behandeln könnte. Wir

machen dies seit einigen Jahren recht erfolgreich, sind

dabei aber bisher auf Vitamin Präparate aus den USA angewiesen.

Danksagung:

Ich möchte mich bei Herrn Dr. Volker von Baehr (Ärztliche

Leitung) und Frau Dr. Karin Hüsker, beide tätig am

Institut für Medizinische Diagnostik Berlin-Potsdam MVZ

GbR herzlich für die seit Jahren bestehende enge und vertrauensvolle

Zusammenarbeit bedanken. Ohne deren Unterstützung

wäre die schnelle Daten Zusammenstellung,

die die Basis für diesen Artikel darstellt, nicht möglich gewesen.

Ebenso bedanke ich mich für die Überlassung der

Abbildungen 2-4. «

Fotos: Maksym Yemelyanov – Fotolia (S. 18), euthymia – Fotolia (S. 23)

Literatur:

1. Itokawa Y. and Cooper JR (1970) “Ion movements and Thiamin. II. The release of the vitamin from membrane fragments.” BBA 196: 274-284

2. La Selva M et al. (1996) Thiamine corrects delayed replication and decreases production of lactate and advanced glycation end-products in bovine retinal

and umbilical vein endothelial cells cultured under high glucose conditions.” Diabetologia 39: 1263-1268

3. Schoenen J., Jacquy J., and Lenaerts M. (1998) “Effectiveness of high-dose riboflavin in migraine prophylaxis.” Neurology 50: 466-470

4. Harrison A.R., Kasidas G.P., Rose G.A. (1981) “Hyperoxaluria and recurrent stone formation apparently cured by short courses of pyridoxine.” Br Med J 282: 2097-2098

5. Guzman F.J.L. et al. (1989) „Karpaltunnel-Syndrom und Vitamin B6.“ Klein Wschr 67: 38-41

6. Brush M.G. et al. (1988) “Pyridoxine in the treatment of premenstrual syndrome: a retrospective survey in 630 patients.“ Br J Clin Pract 42: 448-452

7. Informationen zum ID-Vit® Bioassay: http://www.imd-berlin.de/de/fachinformationen/diagnostikinformationen/b-vitamine-messung-der-bioaktivitaetmittels-id-vitr-test.html

8. Jake T.B.et al. (2017) “Vitamin B1 in critically ill patients: needs and challenges” Clin Chem Lab Med; DOI 10.1515/cclm-2017-0054

9. Pagon R. A. et al. (2017) „Dihydrolipoamide Dehydrogenase Deficiency“ NCBI Bookshelf. A service of the National Library of Medicine, National Institutes of Health

10. Riaz S. (2015) “Study of Protein Biomarkers of Diabetes Mellitus Type 2 and Therapy with Vitamin B1” Journal of Diabetes Research Volume 2015,

Article ID 150176, 10 pages http://dx.doi.org/10.1155/2015/150176

11. Luft F.C. (2001) “Lactic Acidosis Update for Critical Care Clinicians” J Am Soc Nephrol 12: S15–S19

12. Manor M.M. (2000) “Effect of physical activity on thiamine, riboflavin, and vitamin B-6 requirements” Am J Clin Nutr 72(suppl):598S–606S

13. David T. (2006) “Lessons from Genetic Disorders of Branched-Chain Amino Acid Metabolism” J. Nutr. 136: 243S–249S

14. Spector R. and Johanson C.E. (2007) “Vitamin transport and homeostasis in mammalian brain: Focus on Vitamins B and E.” J Neurochemistry 103: 425-438

15. Chen Z., and Zhong C. (2013) “Decoding Alzheimer’s disease from perturbed cerebral glucose metabolism: Implications for diagnostic and therapeutic

strategies.” Progress in Neurobiology 108: 21–43

16. Al-Daghri N. M. et al. (2015) “Biochemical changes correlated with blood thiamine and its phosphate esters levels in patients with diabetes type 1

(DMT1).” Int J Clin Exp Pathol 8(10):13483-13488

17. Ribaya JD and Gershoff SN (1977) “Effects of vitamin B6 deficiency on liver, kidney, and adipose tissue enzymes associated with carbohydrate and lipid

metabolism, and on glucose uptake by rat epididymal adipose tissue. J Nutr 107(3):443-52

18. Hammes HP et al. (2003) “Benfotiamine blocks three major pathways of hyperglycemic damage and prevents experimental diabetic retinopathy.”

Nat Med 9(3):294-9. Epub 2003 Feb 18.

19. Thornalley P.J. et al. (2007) “High prevalence of low plasma thiamine concentration in diabetes linked to a marker of vascular disease.” Diabetologia 50:2164–2170

20. Johnson R. J. et al. (2013) ” Sugar, Uric Acid, and the Etiology of Diabetes and Obesity.” Diabetes 62:3307–3315

Alaei-Shahmiri F. et al. (2015) “ The impact of thiamine supplementation on blood pressure, serum lipids and C-reactive protein in individuals with

hyperglycemia: a randomised, double-blind cross-over trial.” Diabetes Metab Syndr 9(4):213-21

Nutrition-Press 27


Viele Menschen machen sich keine

Gedanken darüber, wie und wo die

Energie entsteht, die sie für ihr tägliches

Leben benötigen. Erst ein Energiedefizit

macht sie darauf aufmerksam,

dass es kleine Organellen

im Körper gibt, die diese Energie

bereitstellen – die Mitochondrien.

1886 entdeckte der deutsche

Pathologe und Histologe Richard

Altmann über das Mitochondrium.

Doch erst 1940 konnte Albert

Claude über elektronenmikroskopische

Studien näheres zu den

Mitochondrien aussagen.

Entstörungsmöglichkeiten

des

Mitochondriums

Sucht man über www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/

nach dem Begriff „Mitochondriale Dysfunktion“

können erste Publikationen bis in das Jahr 1950

zurückverfolgt werden. Zu „Mitochondriopathie“

gibt es den ersten veröffentlichten Abstract über

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1983. Nahezu täglich

werden neue Erkenntnisse und Zusammenhänge in diesem

jungen Forschungsgebiet bekannt.

Mitochondrien werden als semiautonome Organelle bezeichnet,

da sie ein eigenes, ringförmig angeordnetes

Genom (mt-DNA; mitochondriale DNA) besitzen. Die mt-

DNA weist eine sehr viel höhere Mutationsfrequenz auf

als nukleare DNA. Dies führt man auf fehlende Histone,

den hohen turn over und auf die besonders fehlerhaft

replizierende Polymerase γ (DNA-Polymerase) zurück. Die

Mitochondrien besitzen zwar ein enzymatisches System

zur DNA-Reparatur wie die meisten Pro- und Eukaryoten,

aber es spielt bei ihnen eine untergeordnete Rolle. Daher

reagieren Mitochondrien ganz besonders empfindlich

gegenüber belastenden Umwelteinflüssen, freien Radikalen,

nitrosativem Stress, Mikronährstoffmangel, Schwer-

28 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

metallbelastungen und Entgiftungsstörungen. Um eine

gute Funktionalität der Mitochondrien gewährleisten zu

können, ist es daher wichtig störende Einflüsse so gut es

geht zu beheben. Einige Ansatzpunkte sollen nachfolgend

erläutert werden. Auf Dosierungen wird nur eingegangen,

wenn diese unabhängig vom tatsächlichen Blutspiegel

und dem Erkrankungsbild zu sehen sind.

I. Störung durch Mikronährstoffmangel

Eine ausgewogene Ernährung kann viel Gutes bewirken,

dennoch reicht sie in der heutigen Zeit auf Grund veränderter

Umwelt-, Anbau-, Transport- und Lagerungsbedingungen

oftmals alleine nicht mehr aus, um den Mikronährstoffbedarf

zu decken. Die Ergebnisse der Nationalen

Verzehrs-Studie (Herausgeber Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut

für Ernährung und Lebensmittel,

2008) haben dies gezeigt. Hinzu kommt, dass zusätzlicher

Nährstoffbedarf zum Beispiel bei sportlicher Betätigung,

Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, Umweltbelastungen

und Stress entsteht. Die Mitochondrienfunktion ist in

hohem Maße davon abhängig, dass ausreichend Mikronährstoffe

zur Verfügung stehen, da sonst die Energiegewinnung

gestört ist.

Vereinfacht kann man sagen, dass aus unseren Nahrungsquellen

Acetyl-CoA als Ausgangssubstrat für den

Zitrat-Zyklus gebildet wird. Im Zitrat-Zyklus geht es vor

allem darum genügend NADH/H+ und FADH2 zu bilden,

um diese für die Atmungskette bereitzustellen. In der

Atmungskette wird mit Hilfe der durch NADH/H+ und

FADH2 eingeschleusten Elektronen ein Protonengradient

aufgebaut. Das dadurch entstehende Potenzial macht

sich die ATP-Synthase zu Nutze und phosphoryliert ADP

zu ATP. Alle diese Prozesse benötigen Mikronährstoffe

und Enzyme. Somit ist die wichtigste Grundvoraussetzung

für eine gute Funktionalität der Mitochondrien eine ausreichende

Zufuhr von L-Carnitin, Taurin, L-Carnosin, α-Liponsäure,

Biotin, Vitamin B1, B2, B3, B5, B6, B12, C, K2,

Coenzym Q10, Magnesium, Calcium, Selen, Zink, Kupfer,

Eisen, Schwefel und Glutathion.

Abbildung 1: Zusammenhang Mikronährstoffe und Energiegewinnung

in den Mitochondrien

Gerade bei der oxidativen Phophorylierung entstehen physiologischerweise

viele Radikale im Mitochondrium (grüne

Sonne Abb. 1). Abbildung 2 zeigt die Neutralisation der

anfallenden Radikale über enzymatische Mechanismen.

II. Störung durch Radikale

In unserem Körper entstehen immer wieder Radikale. So

lange dies auf einem physiologischen Niveau geschieht,

ist er bestens dafür ausgestattet, diese Radikale wieder zu

entsorgen. Sobald unser Körper durch diverse Faktoren

nicht mehr in der Lage ist, das Gleichgewicht zwischen

anfallenden freien Sauerstoffradikalen und deren Neutralisation

über Antioxidantien zu halten, sprechen man von

oxidativem Stress. Hält er über längere Zeit an, entstehen

Folgeerkrankungen (siehe Abbildung 3).

Abbildung 2: Antioxidativ wirksame Enzyme

Nutrition-Press 29


Abbildung 3: Auswirkungen von oxidativem Stress

Besonders anfällig gegenüber oxidativem Stress sind

die mitochondrialen Membranen, wobei strukturelle und

molekulare Schädigungen zu einer veränderten Membranpermeabilität

führen können. Somit ist Kontrolle

des Stoffaustausches über die Membranen gestört, was

schlimmstenfalls zum Zelltod führen kann.

Von nitrosativem Stress sprechen wir, wenn eine überschießende

Bildung von Stickstoffmonoxidradikalen stattfindet.

Treffen nun reaktive Sauerstoffspezies auf Stickstoffmonoxidradikale,

entsteht Peroxynitrit. Dieses hat ein

sehr hohes Redoxpotential und ist dadurch in der Lage,

äußerst effektiv Lipide, Proteine und DNA zu oxidieren.

Es triggert ebenso Entzündungsreaktionen und nimmt dadurch

Einfluss auf die immunologische Lage des Körpers.

Abbildung 4: NO/ONNO- Zyklus nach Prof. Pall 3

Abbildung 4 zeigt einen sich selbst unterhaltenden Zyklus,

der nun näher beschreiben werden soll. Stickstoffmonoxid

(NO) wird über die Stickstoffmonoxid-Synthasen freigesetzt.

Fehlt nun im Mitochondrium die Entgiftung von NO,

kann es zu einer hohen Belastung mit NO kommen. Dies

führt zum einen dazu, dass Enzyme gehemmt werden, die

für die ATP-Bildung wichtig sind, wodurch der ATP-Spiegel

sinkt. In Folge kommt es allerdings zur Rückkopplung an

den NMDA-Rezeptor (Glutamat-Rezeptor), der vermehrt

Glutamat bindet, was zu einem erhöhten Calciumeinstrom

führt. Der Second Messenger Calcium induziert

die Stickstoffmonoxidsynthase, die wieder vermehrt NO

freisetzt. Die Freisetzung von Calcium führt aber auch zu

einer vermehrten Entzündungsbereitschaft, indem NfκB

aktiviert wird. Der Transkriptionsfaktor stimuliert Interleukine,

Interferon γ und Tumornekrosefaktor α. Durch

die Tätigkeit dieser Entzündungsfaktoren wird wiederum

eine Stickstofmonoxidsynthase aktiviert, die ihrerseits die

Bereitstellung von NO triggert.

Treffen nun NO-Radikale auf Superoxidanionradikale bildet

sich Peroxynitrit, was ebenfalls die ATP-Synthese

hemmt und NfκB aktiviert. Die Sauerstoffradikale selbst

sind ebenfalls in der Lage die ATP-Synthese zu hemmen.

Somit ist ein Kreislauf entstanden, der sich selbst aufrechterhält.

Um ihn zu durchbrechen, stehen mehrere

Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen muss gewährleistet

sein, dass die Enzyme zur Entgiftung von freien Radikalen

optimal funktionieren können. Hierzu werden ausreichende

Speicher von Selen, Mangan, Kupfer, Zink, Eisen

und aktivem Vitamin B2 benötigt. Zum anderen müssen

die Aminosäuren Glycin, L-Cystein und L-Glutathion in ausreichendem

Maß zur Verfügung stehen, um die Glutathi-

30 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

onsynthese zu ermöglichen. Nicht-enzymatische Antioxidantien

können ebenfalls Radikale binden. Hierzu zählen

zum Beispiel Vitamin C, Coenzym Q10, L-Carnitin, Taurin,

Melatonin, α-Liponsäure, Carotinoide, Polyphenole, Tocopherole

und Tocotrienole. Eine sehr wichtige Funktion fällt

Vitamin B12 zu, da es direkt Stickstoffmonoxid binden und

entgiften kann 4 . Zu guter Letzt ist die Gestaltung des Lebensalltages

als wesentlicher Faktor anzusehen, wie viele

zusätzliche Radikale in unserem Körper entstehen.

III. Störung der Integrität der

Mitochondrienmembran

Das Mitochondrium lässt sich in fünf unterschiedliche

Kompartimente einteilen: die äußere Membran, der Intermembranraum

(Raum zwischen den beiden Membranen),

die innere Membran, die Cristae und die Matrix (der Raum

innerhalb der inneren Membran). Schematisch ist dies in

Abbildung 5 dargestellt.

Jede Zelle enthält durchschnittlich 500 bis 2000

Mitochondrien, eine Eizelle besitzt sogar bis zu 300.000

Mitochondrien. Alle Mitochondrien einer Zelle können ein

gemeinsames Netzwerk bilden, durch das sie miteinander

kommunizieren. Die Membranen bestehen aus Phospholipid-Doppelschichten

und Proteinen. Die Aufgabe der

äußeren Membran besteht in der Steuerung des Stoffaustausches.

Dafür besitzt sie Kanäle aus Proteinkomplexen,

so genannte Porine, die die freie Diffusion von Molekülen

bis zu einer Größe von 5000 Dalton ermöglichen. Größere

Proteine benötigen aktive Transporter, die sie durch die

Membran transportieren. Ist die Membran nicht intakt

und es entstehen „Risse“, gelangen Proteine ungesteuert

in den Intermembranraum und hinaus. Schlimmstenfalls

kommt es dadurch zur Apoptose. Der Intermembranraum

dient als Vorratsreservoir, um die benötigten Moleküle

schnell für den Transport durch die innere Membran zur

Verfügung zu stellen, denn diese ist für alle Moleküle

undurchlässig. An ihr findet der gesamte Stoffaustausch

über Transporter statt. An der inneren Membran sitzt auch

die Atmungskette 5 .

Einer der wichtigsten Ansatzpunkte bei der Entstörung

des Mitochondriums ist, die Membranen integer zu halten,

damit sie ihre Funktionen korrekt ausführen können. Ist

die Integrität gestört, hat es erheblichen Einfluss auf die

Funktionalität des Mitochondriums.

Glyphosat ist in der Lage sich an die Membranen anzulagern.

Seine chemische Struktur enthält die Aminosäure

Glycin, die am Aufbau der Mitochondrienmembran beteiligt

ist, da sie einen Baustein für die Membranproteine

darstellt. Durch die Strukturverwechslung baut der Körper

fälschlicherweise Glyphosat in die Membran mit ein. Dies

bewirkt einen fehlerhaften Aufbau der Porine und somit

einen gestörten Stoffaustausch. Des Weiteren chelatiert

Glyphosat Mineralien, was eine Blockade der Superoxiddismutase

im Mitochondrium nach sich zieht. Die Chelatierung

der Mineralien führt nicht nur im Mitochondrium

zur Dysfunktion, sondern hat auch anderweitige Folgen

im Körper. Da Glyphosat als Pflanzenschutzmittel auch in

die Böden gelangt, werden dort ebenfalls die Mineralien

gebunden. Damit kommt es zu einem geringeren Nährstoffgehalt

der Pflanzen. Einem besonderen Akkumulationsrisiko

von Glyphosat sind Veganer und Menschen mit

Wohnorten in der Nähe von Feldern ausgesetzt, da Pflanzen

den höchsten Anteil an Glyphosat enthalten und dieses

auf Feldern ausgebracht wird und daher Aerosole über

den Luftweg zu den nahen Wohnorten gelangen 6 .

Die Membranintegrität ist unter anderem abhängig von

den orthomolekularen Substanzen Coenzym Q10, Omega-3-Fettsäuren,

Phospholipiden, Lecithin und Aminosäuren.

Um Anlagerungen aus der Membran zu entfernen,

stützt man sich auf die Massen-Verdrängungs-Hypothese.

Im Beispiel Glyphosat wird dieses durch einen Überschuss

an Glycin und Coenzym Q10 aus der Membran verdrängt.

Das so wieder freigesetzte Glyphosat muss nun gebunden

und entgiftet werden. Dies funktioniert gut über die Gabe

von Coenzym Q10 und Huminsäuren. Generell ist Coenzym

Q10 in der Lage Störsubstanzen aus der Membran

verdrängen und sie dann auch effektiv binden 7 .

Huminsäuren sind in der Lage, Giftstoffe zu adsorbieren.

Sie wirken im Darm und verhindern so, dass Giftstoffe

überhaupt aufgenommen werden können. Gleichzeitig haben

sie eine positive Auswirkung auf die Mikrobiota des

Darms 8 . Eine den Phospholipiden zugeordnete Substanz

ist das Phosphatidylcholin (PC). Es hat stark membranstabilisierende

Eigenschaften und kann so die Membranen

vor Fremdanlagerungen schützen. PC ist auch in der Lage

defekte Strukturen zu reparieren 9 .

Abbildung 5: Schematische Darstellung des Mitochondriums

IV. Störungen im körpereigenen

Entgiftungspotential

Unser Körper ist eine hochspezialisierte „Müllentsorgungsanlage“.

In dieser Aufgbabe erkennt er zuverlässig

den Sondermüll, der nicht einfach über die Galle, den

Stuhl oder den Urin ausgeschieden werden kann, sondern

Nutrition-Press 31


Abbildung 6: Prinzip des Fremdstoffmetabolismus 10

vorher gesondert aufbereitet werden muss. Zu diesem

Sondermüll zählen Substanzen wie zum Beispiel Medikamente,

Xenobiotika, Pestizide, Lösungsmittel, Konservierungsstoffe,

Hormone und Neurotransmitter. Diese

werden mit Hilfe von Enzymen einer Biotransformation

unterworfen mit dem Ziel, wasserlösliche, ausscheidbare

Metabolite zu generieren. Die Entgiftungsphasen werden

in drei Bereiche eingeteilt, die Funktionalisierung, die Konjugation

und die Exkretion. Alle drei Phasen können nur

dann effizient hintereinander ablaufen, wenn es keinen

Stau gibt (siehe Abbildung 6).

Es ist wie bei jeder Müllentsorgung nicht vermeidbar, dass

giftige Zwischenprodukte anfallen (Phase I). Sollten diese

giftigen Zwischenmetabolite nicht schnell konjugiert

werden (Phase II), schaden Sie dem Körper. Es kommt zu

cytotoxischen, cancerogenen und mutagenen Metaboliten.

Die meisten Oxidationen werden über die Cytochrom

P450-Monooxigenasen ausgeführt. Dieser Vorgang ist abhängig

von Vitamin B3. Die meisten Reduktionen wickeln

bakterielle Enzyme der Darmflora ab. Ein gesunder Darm

ist hier die Voraussetzung. Ein dritter Reaktionsweg der

Phase-I-Entgiftung ist die Hydrolyse. Die meisten dafür erforderlichen

Enzyme benötigen ebenfalls Vitamin B3 als

Coenzym. Des Weiteren fallen durch die Funktionalisierung

der Giftstoffe freie Radikale als Nebenprodukte an,

die neutralisiert werden müssen. Hier gilt der Merksatz,

je mehr Giftstoffe entgiftet werden müssen, desto mehr

freie Radikale fallen an. Diese werden über das Enzym

Superoxid-Dismutase entfernt. Dieses Enzym benötigt als

Cofaktoren Kupfer, Zink und Mangan. In der Phase-II-Entgiftung

geht es um Konjugationsreaktionen.

Abbildung 7: Konjugationsreaktionen 11

Zur Durchführung der verschiedenen Konjugationen (siehe

Abbildung 7) benötigt der Körper ausreichend Bausteine.

Die Glucuronidierung erfordert Glucuronsäure und als

Co-Substrate Glucose, Pyridoxal-5-Phosphat und Vitamin

B3. Für die Bildung von aktivem Sulfat wandelt der Körper

die Aminosäure L-Cystein unter ATP-Verbrauch um.

Die Aminosäuren-Konjugation braucht ATP und diverse

Aminosäure-Partner wie Taurin (Aldehyde, Chlorverbindungen,

Ozon), L-Arginin (Harnstoffzyklus – Ammoniakabbau),

L-Citrullin (Harnstoffzyklus – Ammoniakabbau),

L-Ornithin (Harnstoffzyklus – Ammoniakabbau), L-Asparaginsäure

(Harnstoffzyklus – Ammoniakabbau), L-Carnitin

(Acyl-Verbindungen). Zur Durchführung der Acetylierung

benutzt der Körper den Baustein Acetyl-Coenzym A. Das

Coenzym-A-Molekül setzt sich aus mehreren Komponenten

zusammen: dazu gehören ein Nukleotid (Adenosindiphosphat,

ADP), ein Vitamin (Pantothensäure, Vitamin B5)

sowie eine Aminosäure (L-Cystein), die während der Synthese

im Körper miteinander verknüpft und anschließend

noch leicht modifiziert werden. Gerade die Methylierungsreaktionen

und die Glutathion-Konjugationen sind maßgeblich

von einem funktionierenden Homocysteinkreislauf

abhängig, da hier die Methylgruppen und Glutathion gebildet

werden. Für einen optimalen Ablauf benötigt der Körper

L-Methionin, aktive Folsäure (5-MTHF = 5-Methyl-Tetra-Hydro-Folsäure)

und aktives Vitamin B6 (P-5-P =

Pyridoxal-5-Phosphat). Zur Bildung von Glutathion werden

zusätzlich die Aminosäuren L-Cystein (kann aus Homocystein

generiert werden), Glycin und L-Glutamin benötigt.

Glutathion (GSH) entgiftet mit Hilfe des Enzyms Glutathion-S-Transferase

und wandelt sich dabei selbst zu

Glutathiondisulfid (GSSG) um. Die Glutathion-Reduktase

recycelt GSSG wieder zu GSH, dazu ist für dieses Enzym

als Coenzym aktives Vitamin B2 (Riboflavin-5-Phosphat)

erforderlich.

Müssen hingegen Radikale oder Schwermetalle entgiftet

werden ist das Enzym Glutathion-Peroxidase (Selen-abhängig)

im Einsatz. Auch hier wandelt sich bei der Entgiftung

GSH in GSSG um und wird wie schon beschrieben

recycelt. Eine Abnahme des zellulären Glutathion-Spiegels

hat negative Auswirkungen auf verschiedene Zellen des

Immunsystems. Vor allem die zytotoxische T-Zell-Aktivität

wird herunter gefahren. Auf Grund der zusätzlich erhöhten

oxidativen Belastung der Zellen kommt es vermehrt zu

proinflammatorischen Prozessen. Diese Situation findet

sich vor allem bei folgenden Erkrankungen: HIV, Krebs,

Asthma, Bronchitis, Mukoviszidose, Parkinson.

Um optimale Bedingungen für die Phase-III (Ausscheidung)

der Leberentgiftung zu schaffen, sollte der Körper

möglichst wenig gewebeübersäuert sein, da ein zu saurer

pH Wert, die Rückresorption der giftigen Substanzen

in den Nierentubuli fördert. Es ist darauf zu achten, dass

der Patient ausreichend mit Basen wie zum Beispiel Natriumhydrogencarbonat

versorgt ist.

32 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Die Phase-III-Entgiftung bedient sich zur Ausscheidung

zum einen aktiver Transportmechanismen (Transportproteine,

Efflux-Pumpen) und zum anderen der Ausscheidung

über Niere, Galle, Lunge, Körpersekrete und Muttermilch.

Abbildung 8: Ausscheidungsmechanismen 12

Fazit: Benötigte Mikronähstoffe in der Entgiftung (13)

Aminosäuren: Glycin, L-Glutamin, L-Cystein, Taurin,

L-Carnitin, L-Ornithin, L-Citrullin, L-Asparaginsäure,

L-Arginin, L-Methionin, Vitamine: Nicotinamid, Riboflavin-5-Phosphat,

Pyridoxal-5-Phosphat, Vitamin B5,

5-MTHF, Mineralstoffe: Selen, Zink, Kupfer, Mangan, Basen,

Energie: Glucose, ATP, ADP

V. Störung durch Schwermetalle

Schwermetalle gelangen über verschiedene Expositionswege

in unseren Körper. Sie werden über das Blutserum

und die Lymphe meist bereits innerhalb von einer Stunde

in die extrazelluläre Matrix transportiert und gelangen

dann in die Zellen. Daher können über Blutuntersuchungen

auch nur akute Schwermetallvergiftungen nachgewiesen

werden. Chronische Vergiftungen sind nur noch

auf zellulärer Ebene nachzuweisen. Auf Grund der extrem

hohen Halbwertszeiten (22 bis 35 Jahre ) von Schwermetallen

können diese in den Zellen bioakkumulieren.

Schwermetalle bewirken diverse toxische und immunologische

Effekte im Körper (siehe Abbildung 9).

Schwermetalle bilden massive Mengen an freien Radikalen.

Sie sind die Hauptursache, die die Toxizität und Karzinogenität

all dieser Metalle (Arsen, Cadmium, Kobalt,

Chrom, Kupfer, Eisen, Quecksilber, Nickel…) bestimmt 16 .

Die Auswirkungen von Radikalen auf das Mitochondrium

sind bereits in den vorangegangenen Kapiteln beschrieben

worden. Schwermetalle lagern sich an Stelle von Mineralstoffen

an deren Plätze ein und können somit Enzyme

blockieren oder zumindest hemmen. Man spricht von

einer Mimikry toxischer Metalle 17 . Durch die enzymatische

Dysfunktion folgen multiple Stoffwechselstörungen. Ein

Beispiel hierfür wäre die Quecksilberblockade des Enzyms

Deiodase (hier nimmt Quecksilber an Stelle von Selen

das aktive Zentrum des Enzyms ein). Es kann dann aus

dem Schilddrüsenhormon Tyroxin (T4) nicht mehr bzw. zu

wenig das biologisch aktive Triiodthyronin (T3) gebildet

werden. Ebenso werden Enzyme der Atmungskette des

Mitochondriums blockiert 18 . Besonders schwerwiegend

sind die Stoffwechselauswirkungen,

wenn die aktiven Zentren der Zinkfinger-Proteine

(Zink als funktionelles

Zentralatom) durch beispielsweise

Blei ausgetauscht werden 19 . Betroffene

Rezeptoren sind unter anderem der

Östrogen-Rezeptor, der TSH-Rezeptor

und der Vitamin D-Rezeptor.

Methylquecksilber (besonders belastet

sind Fische) aktiviert den NM-

DA-Rezeptor. Es startet der bereits

oben beschriebene Zyklus nach Pall.

Das entstehende stark neurotoxische

Peroxynitrit schädigt die Nerven und

kann die geistige und psychische Entwicklung beeinträchtigen,

es kann zu kardiovaskulären Schädigungen, Arterioskleorse

oder Carotisstenose kommen, es zeigen sich

verstärkt Autoimmunreaktionen (z.B. Multiple Sklerose)

und autosuppressive Wirkungen 20 .

Schwermetalle haben auch einen Einfluss auf das Immunsystem

und können einen Anstieg der proentzündlichen

Faktoren TNF-α, NFκB, INF-γ, IL-6, IL-1 hervorrufen,

die in Zusammenhang mit vielen Erkrankungen stehen.

Beispiele sind Allergien 21 , Autoimmunerkrankungen 22 ,

Neurodegenerative Erkrankungen wie M. Alzheimer,

M. Parkinson und Multiple Sklerose und auch Krebserkrankungen

24, 25 . Im Mitochondrium lagern sich Schwermetalle

an den Calcium-Kanälen an und verhindern eine

Abbildung 9: Auswirkungen von Schwermetallbelastungen im Körper 15

Nutrition-Press 33


ist die Schwermetalle aus dem Gewebe zu mobilisieren

und auszuleiten, ist eine Kombination der verschiedenen

Ausleitungsrichtungen als Synergie sicherlich von nutzen.

Zwei phytotherapeutische Beispiele zur Ausleitung von

Schwermetallen sind Algen und Koriander.

Abbildung 10: Quecksilber-Bindungsfähigkeit verschiedener Algen 27

Calcium-Ausschüttung in die Zelle. Durch den Mangel an

Calcium wird die oxidative Phosphorylierung und somit

die ATP-Bildung gebremst. Ebenfalls wird das Membranpotential

der Mitochondrien gestört und somit die Kommunikation

und der Stoffaustausch 26 .

Schwermetalle unterliegen den Regularien des enterohepatischen

Kreislaufes, darunter versteht man das mehrfache

Zirkulieren bestimmter Substanzen im Körper von

Säugetieren zwischen Darm, Leber und Gallenblase bezeichnet,

das zu einer Verstärkung ihrer Wirkung und einer

Verlängerung der Vergiftungsdauer führt. Bei der Schwermetallentgiftung

ist zu beachten, dass dieser Kreislauf

durchbrochen werden muss, indem die Schwermetalle

bereits im Darm gebunden werden, was über Aktivkohle,

Huminsäuren, EDTA-Suppositorien, Chlorella, DMSA,

DMPS oder ähnliche Substanzen geschehen könnte. Zur

Schwermetallausleitung gibt es eine große Anzahl an Vorgehensweisen.

Es gibt Ansatzpunkte in der homöopathischen

Therapie, der Phytotherapie, der orthomolekularen

Therapie und der klassischen Chelattherapie. Jeder Ansatz

hat seine Vor- und Nachteile. Da es sehr schwierig

Chlorella bindet Schwermetalle im Darm und verhindert so

die Resorption, durchbricht den enterohepatischen Kreislauf

und hat eine milde Bindungskapazität für Schwermetalle

im Gewebe (siehe Abbildung 10). Wichtig ist hierbei,

dass auf einen hochreinen Rohstoff geachtet wird, der

nicht selbst bereits Schwermetalle enthält. Bisher bewährte

Dosierungen liegen bei 5 bis 15 g/d. Koriander

nimmt in der traditionellen Heilkunde einen bestimmten

Stellenwert ein. Folgende Wirkhypothese wurde für Koriander

aufgestellt: Es handelt sich um einen leicht flüchtigen,

fettlöslichen Aromastoff, der in der Lage ist Ionenkanäle

zu öffnen und somit eine Ausleitung von Toxinen aus

der Zelle zu ermöglichen (siehe Abbildung 11).

Die Schlussfolgerung nach M Griesz-Brisson, 2004 lautet:

„Koriander verstärkt die Ausscheidung von Schwermetallen

über die Niere, v.a. für Cadmium, Cäsium, Barium,

Aluminium, Mangan, Lithium, Chrom, Kupfer und

Quecksilber.“ Die orthomolekularen Substanzen, die die

Schwermetallausleitung unterstützen sind N-Acetyl-L-Cystein

(NAC, 1-10g/Tag), S-Adenosyl-L-Methionin (SAM,

0,8-2g/Tag), L-Glutamin (4-20g/Tag), L-Arginin (2-10g/

Tag), L-Lysin (1-8g/Tag), Glycin (1-3g/Tag), Methylsulfonylmethan

(MSM, 2-8g/Tag), Glutathion (i.v. 1x pro

Woche 600-3000mg), α-Liponsäure (i.v. 1x pro Woche

600mg oder oral 600mg/Tag), Vitamin C (i.v. 1x pro Woche

7,5g oder oral 2g/Tag), Benfothiamin (300mg/Tag),

Selen (300-1000µg/Tag), Methylcobalamin (1mg/Tag),

Pyridoxal-5-Phospshat (P-5-P, 40mg/Tag), 5-Methytetrahydrofolsäure

(5-MTHF, 1mg/Tag). Zusätzlich sollten

die Speicher an Zink, Calcium, Magnesium, Kalium, Mangan,

Molybdän, Vanadium, Bor, Chrom, Kobalt, Strontium,

Kupfer und Eisen aufgefüllt werden 29 .

Chelatbildner haben die beste Bindungskapazität für

SchwermetalleAuf jeden Fall ist zu beachten, dass keine

Chelat-Therapie bei Schwangeren und Patienten mit manifester

Nieren- und Lebererkrankung durchgeführt wird.

Allergische Reaktionen auf die Wirkstoffe sollten ausgeschlossen

werden. Bei vorhandenen Amalgam-Füllungen

dürfen Chelate nicht angewendet werden, bevor die Füllungen

nicht entfernt worden sind. Weiterhin sollte vor einer

Therapie mit Chelaten darauf geachtet werden, dass

orthomolekulare Defizite erst aufgefüllt werden müssen,

um Nebenwirkungen zu vermeiden. Chelatbildner leiten

immer auch Spurenelemente wie Zink, Mangan, Molybdän,

Chrom und evtl. Kupfer aus. Diese Elemente müssen

in den Therapiepausen immer wieder aufgefüllt werden.

Zu den bekanntesten Chelatbildnern zählen DMSA, DMPS,

Abbildung 11: Koriander Verlaufsbeobachtung, Margareta

Griesz-Brisson (MD, PhD), Fachärztin für Neurologie: 22 Probanden, OSR, Zn-DTPA, Ca-EDTA und Na-EDTA.

10 Tropfen Koriander-Extrakt in warmes Wasser morgens, 2004 28 Fotos: vitals – Fotolia (S. 28), yurakp – Fotolia (S. 35)

34 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Zusammenfassung

Auf dem jungen Gebiet der Mitochondrienforschung

haben sich folgende Ansätze bisher herauskristallisiert,

die eine störungsfreie Funktion

des Mitochondriums versprechen. Die Mikronährstoff-Speicher

sollten optimal aufgefüllt sein. Es

müssen den Lebensanforderungen entsprechend

viele Antioxidantien zugeführt werden, um freie

Radikale zu neutralisieren. Die Integrität der Membranen

sollte durch Vermeidung von Umweltgiften

und durch Zufuhr von stabilisierenden Substanzen

verbessert werden. Die Entgiftungskapazitäten des

Körpers sollten optimal unterstützt werden und

eventuell vorhandene Schwermetallbelastungen

müssen ausgeleitet werden. «

Autorin

Dr. rer. hum. Biol.

Christiane Herzog

Apothekerin

Literatur:

1 Bruce A, Johnson A, Lewis J, Raff M, Roberts K, Walter P, Molekularbiologie der Zelle, Gebundene Ausgabe, Wiley-VCH Verlag, 2011

2 Helmholtz Zentrum München, Oxidativer Zelltod, das Mitochondrium, Hintergrund, URL: https://www.helmholtz-muenchen.de/toxi/forschung/

arbeitsgruppen-arbeitsgebiete/oxidativer-zelltod/hintergrund/index.html (Stand 17.02.2017)

3 Pall ML, 2013 The NO/ONNO- Cycle as the Central Cause of Heart Failure. Int. J. Mol. Sci 2013

4 Martin L. Pall. Cobalamin Used in Chronic Fatigue Syndrome Therapy Is a Nitric Oxide Scavenger. Journal of Chronic Fatigue Syndrome, 2000

5 Kuklinski B, Mitochondrien: Symptome, Diagnose und Therapie, Gebundene Ausgabe, 10. November 2015, Aurum Verlag

6 Krüger M, Huminsäuren beeinflussen die antibakterielle Wirkung des Totalherbizids Glyphosat auf die Fäkalflora und die Ausscheidung über den Urin,

OM & Ernährung 2015 | Nr. 153

7 Wang Y, Hekimi S, Understanding Ubiquinone, Trends Cell Biol, 2016

8 Krüger M, Huminsäuren beeinflussen die antibakterielle Wirkung des Totalherbizids Glyphosat auf die Fäkalflora und die Ausscheidung über den Urin,

OM & Ernährung 2015 | Nr. 153

9 Leskova GF, Phospholipids in mitochondrial dysfunction during hemorrhagic shock, J Bioenerg Biomembr, 2016

10 ILMC Universität Wien, Fakultät Chemie und Toxikologie, URL: http://lmc.univie.ac.at/uploads/media/Lebensmitteltoxikologie_II.pdf (Stand 17.02.2017)

11 ILMC Universität Wien, Fakultät Chemie und Toxikologie, URL: http://lmc.univie.ac.at/uploads/media/Lebensmitteltoxikologie_II.pdf (Stand 17.02.2017)

12 ILMC Universität Wien, Fakultät Chemie und Toxikologie, URL: http://lmc.univie.ac.at/uploads/media/Lebensmitteltoxikologie_II.pdf (Stand 17.02.2017)

13 Gröber U, Mikronährstoffe, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2011

14 Rooney JP, The retention time of inorganic mercury in the brain--a systematic review of the evidence, Toxicol Appl Pharmacol, 2014

15 Unveröffentlichtes Skript, Dr. Peter Jennrich, International Board of Clinical Metal Toxicology, 2016

16 Valko M, Morris H, Cronin MT, Metals, toxicity and oxidative stress, Curr Med Chem, 2005

17 Jenette KW, The role of metals in carcinogenesis: biochemistry and metabolism, Environ Health Perspect, 1981

18 Rana SV, Perspectives in endocrine toxicity of heavy metals--a review, Biol Trace Elem Re, 2014

19 Zawia NH, Crumpton T, Brydie M, Reddy GR, Razmiafshari M, Disruption of the zinc finger domain: a common target that underlies many

of the effects of lead, Neurotoxicology, 2000

20 Karri V, Schuhmacher M, Kumar V, Heavy metals (Pb, Cd, As and MeHg) as risk factors for cognitive dysfunction: A general review of metal mixture

mechanism in brain, Environ Toxicol Pharmacol, 2016

21 Bordignon V, Palamara F, Cordiali-Fei P, Vento A, Aiello A, Picardo M, Ensoli F, Cristaudo A, Nickel, palladium and rhodium induced IFN-gamma and

IL-10 production as assessed by in vitro ELISpot-analysis in contact dermatitis patients, BMC Immunol, 2008

22 Fournié GJ, Saoudi A, Druet P, Pelletier L, Th2-type immunopathological manifestations induced by mercury chloride or gold salts in the rat: signal

transduction pathways, cellular mechanisms and genetic control, Autoimmun Rev, 2002

23 Campbell A, The role of aluminum and copper on neuroinflammation and Alzheimer's disease, J Alzheimers Dis, 2006

24 Rorbach-Dolata A, Marchewka Z, Piwowar A, The biochemical carcinogenesis of selected heavy metals in bladder cancer, Postepy Biochem, 2015

25 Luevano J, Damodaran C, A review of molecular events of cadmium-induced carcinogenesis, J Environ Pathol Toxicol Oncol, 2014

26 Choong G, Liu Y, Templeton DM, Interplay of calcium and cadmium in mediating cadmium toxicity, Chem Biol Interact, 2014

27 Unveröffentlichtes Skript, Dr. Liutgard Baumeister-Jesch, Internationale Gesellschaft für regenerative Mitochondrienmedizin, 2016

28 Unveröffentlichtes Skript, Dr. Liutgard Baumeister-Jesch, Internationale Gesellschaft für regenerative Mitochondrienmedizin, 2016

29 Mutter J, Gesund statt chronisch krank, fit für das Leben Verlag, 2009

Nutrition-Press 35


Personalisierte

Ernährung und die

Rolle von Nahrungsergänzungsmitteln

Menschen und ihre Verwertung von

Nahrungsmitteln sind unterschiedlich

Schon unsere Großeltern wussten, dass die Menschen

unterschiedliche „Futterverwerter“ sind.

Der eine kann so viel essen wie er will aber

„schlägt nicht an“, während der andere schon

glaubt, durch bloßes Betrachten von Lebensmitteln zuzunehmen.

Ebenfalls seit langem sind persönliche Unverträglichkeiten

bzw. Lebensmittelallergien bekannt.

Bisherige Ernährungsratgeber, auch die Empfehlungen

der deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE, gehen von

„typischen“ Menschen, unterteilt nach Altersklasse und

Geschlecht aus. Erst langsam beginnt man jedoch

in Wissenschaft und Öffentlichkeit den einzelnen

Menschen als individuell ausgeprägten

und individuell eingestellten Stoffwechselorganismus

zu verstehen. „Individuell ausgeprägt“

soll hierbei die unterschiedlichen

genetischen Eigenschaften beschreiben

und „individuell eingestellt“ die unterschiedlichen

durch das bisherige Leben

„erworbene“ (ggf. epigenetischen) Eigenschaften.

Inzwischen werden immer

mehr ernährungsrelevante Eigenheiten

bekannt, die klar auf genetische Unterschiede

zurück zu führen sind. Einige Beispiele:

• Ein einziges Gen, genannt CYP1A2, legt fest,

wie ein Mensch auf langjährigen Kaffeekonsum reagieren

wird, d.h. ob das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen,

eines Myocard-Infarktes, des Bluthochdrucks

davon beeinflusst wird oder nicht 1 . Das erklärt, warum bisherige

Studien zum Kaffeekonsum, bei denen diese Information

noch nicht vorlag, so uneindeutig ausgefallen sind.

36 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

• Genetische Unterschiede der Glution-S-Transferase entscheiden

darüber, ob für den einen Menschen eine Vitamin-C-Supplementierung

sinnvoll ist aber für den anderen Menschen nicht 1 .

• Der FTO Genotyp RS 1558902 bestimmt in einem wesentlichen

Maße, ob ein Mensch nach zwei Wochen einer proteinreichen

Ernährung Gewicht gewinnt oder verliert 1

• Es hat nach heutiger Studienlage den Anschein, dass eine DHA-reiche

Ernährung (wie sie unter dem Schlagwort „Omega-3-Fettsäuren“

allgemein empfohlen wird) für Menschen mit dem APOE-4-Gen eher zu

einer Erhöhung des Alzheimerrisikos beitrüge als zu einer Verringerung 2 .

Es sind also u.a. genetische und erworbene/epigenetische Individualitäten,

die uns Menschen zu unterschiedlichen „Futterverwertern“ machen. Weitere

Unterschiede in z.B. der Darmflora kommen hinzu. Der einheitliche Menschentyp,

nur unterschieden nach Geschlecht und Altersklasse, so wie er

z.B. von den DACH-Werten 3 noch dargestellt wird, ist eine Vereinfachung der

vielgestaltigen Realität.

Das Wissen um die genetisch und epigenetisch bedingten Einflüsse auf die

Stoffwechselvorgänge im menschlichen Körper ist derzeit noch verteilt über

viele Detailaussagen in wissenschaftlichen Studien. Es wird für den überwiegenden

Teil der Konsumentenschaft in den nächsten Jahren schwer „sortierbar“

sein. Nur wenige Fachgesellschaften, wie z.B. die European Nutraceutical

Association ENA, haben es sich bisher zur Aufgabe gemacht, hier eine

Übersetzerrolle auszuüben, indem sie aus wissenschaftlichen Studienaussagen

eindeutige und klar ausgedrückte, anwendbare Regeln formuliert 4 .

Was sollten wir wissen?

Wer individuelle Unterschiede in der Aufnahme und Verwertung von Nährstoffen

und Begleitstoffen aus der Nahrung anerkennt, wird an der Frage

„Wie kann ich meine individuelle Situation denn wissen, wie kann ich sie

messen?“ nicht vorbei kommen. Diese Frage wiederum teilt sich bei näherem

Hinsehen in zwei weitere Fragen auf: “Was wissen wir über den Weg

der verschiedenen vom Lebensmittel kommenden Stoffe (Molekülarten) im

Körper überhaupt?“ und „Wie ist meine individuelle genetische/epigenetische

Situation?“.

Zur Messung/Beschreibung der individuellen genetischen/epigenetischen

Situation gibt es inzwischen verschiedene medizinische Unternehmen, die

solche Messungen und die Darstellung der daraus resultiereneden individuellen

Ernährungsempfehlungen anbieten 5 . Diese berücksichtigen und beschreiben

das, was man bisher über den Zusammenhang zwischen Genetik/

Epigenetik und Ernährung weiß, und versuchen dieses auf den individuellen

Menschen anzuwenden. So lückenhaft das auch noch sein mag, es ist der

Anfang von individualisierten, an objektivierbar genetischen/epigenetischen

Kriterien orientoierten Gesamt-Ernährungsempfehlungen

Das Wissen über den (u.a. von Darmflora und genetischen/epigenetischen Individualitäten

abhängigen) Weg der verschiedenen Lebensmittelinhaltsstoffe

(Molekülarten) im Körper ist über viele wissenschaftliche Einzeldtudien gestreut

und noch immer äußerst lückenhaft. Es ist derzeit in keiner Weise für

die Anwendung im praktischen Leben handhabbar. Nur wenige Lebensmittellabors

kümmern sich um dieses Thema „Weg und Wirkung von Lebensmittelinhaltsstoffen

im Körper“ 6 . Für die praktische Einzelberatung wird diese

Fragestellung nur handhabbar, wenn es in absehbarer Zeit gelingt, das über

viele Einzelstudien gestreute Wissen in ein Gesamtmodell zu gießen, welches

mit den individuellen Parametern/Veranlagungen des Einzelmenschen

/ Anzeige /

Wir stellen Ihre

Produkte her!

Wir sind international tätig

und haben uns spezialisiert

auf die Entwicklung und

Lohnherstellung von ...

Nahrungsergänzungsmitteln

Spezial-

Lebensmitteln

Ergänzenden

bilanzierte Diäten

Funktionellen

Lebensmitteln

Bio-Produkten

Ergänzungsfuttermitteln

Cosmetic

www.lebens-mittelmanufactur.de

Lebens-Mittel MANUFACTUR GmbH

Rudeloffweg 9, 14195 Berlin

Telefon 030-89000-120

Telefax 030-89000-121

info@lebens-mittelmanufactur.de

Nutrition-Press 37


gefüttert werden kann und dann Aussagen über den Weg

und die Wirkung der Lebensmittelinhaltsstoffe bei diesem

Einzelmenschen ableitet. Ein solches „Simulatormodell“

ist derzeit mit Unterstützung des Bundesministeriums für

Wirtschaft 7 beim Institut Kurz in Arbeit 8 , Darüber kann

demnächst einmal an dieser Stelle berichtet werden.

Eine verstärkte Bedeutung für

Nahrungsergänzungsmittel

Es bildet sich ein zahlenmäßig noch kleiner aber stetig

wachsender Anteil an Konsumenten heraus, die die

Zusammenhänge zwischen ihrer eigenen Veranlagung

einerseits und der Verstoffwechselung von Lebensmittelinhaltsstoffen

andererseits wissen wollen und nach Lebensmitteln

oder Nahrungsergänzungsmitteln suchen, die

auf genau ihren Typus eingestellt sind (angereichert an

Stoffen A,B,C, abgereichert an Stoffen X,Y,Z)

Die EU-Kommission spricht in diesem Zusammenhang von

„Pharmafood“ (nicht zu verwechseln mit Food for Special

Groups, den ehemaligen bilanzierten Diäten) und prüft,

mit welchem rechtlichen Werkzeug man derartiges Pharmafood

fassen könnte, da es weder unter die Kategorie

der Arzneimittel passt (es soll ja nicht in erster Linie heilen),

noch unter die Kategorie der Lebensmittel (es könnte

ja für den einen Konsumenten so individuell zugeschnitten

sein, dass es für den anderen Menschen eher schädlich

ist) 9 . Man denkt daran, z.B. eine neue Rechtskategorie

zwischen Lebensmittel und Arzneimittel einzuführen. In

anderen Rechtsräumen gibt es eine solche Zwischenkategorie

bereits, genannt Nutraceuticals 10 .

Große Hersteller von Lebensmittelrohstoffen und von verzehrsfertigen

Lebensmitteln beginnen sich Gedanken zu

machen, wie ein solcher Markt bedient werden könnte.

Aufgrund der zu erwartenden Vielzahl von Anreicherungsund

Abreicherungsvarianten, die es zu jedem traditionellen

Lebensmittel geben müsste, um der oben beschriebenen

Individualisierung entgegen zu kommen, wird sich

ein solches Angebot an den Konsumenten nicht mehr in

Form von fertigen Lebensmitteln im Ladengeschäft darstellen

lassen. Brot, glutenfrei, angereichert mit individuell

bestimmten Polyphenolen, abgereichert von individuell

bestimmten Aminosäuren, wird man nicht ohne feste Bestellung

bereit halten können. Somit bieten sich drei Vertriebswege

an, um den Kunden, der „individual nutrition“

ernst nehmen wird, zu erreichen:

• Individuelle Bestellung des Fertigproduktes im

Internet, Lieferung gezielt.

• Verkauf von abgereicherten Halbfertig-Lebensmitteln

im Ladengeschäft, die möglichst keine als für

bestimmte Individuen störend bekannte Nährstoffe

mehr enthalten, sondern nur noch schmecken, und

die sich der Kunde im Ladengeschäft mit den von ihm

gewünschten Nährstoffen aus dort vorhandenen

Zutatenvorräten individuell anreichert – aber bitte

ohne, dass sich der Geschmack und das Aroma ändern;

• Verkauf von Fertig-Lebensmitteln, die möglichst

keine als für bestimmte Individuen störend bekannte

Nährstoffe mehr enthalten, sondern nur noch

schmecken. (Das haben wir heute schon in Form

der vielen Angebote „Glutenfrei“, Lactosefrei etc.)

im Ladengeschäft oder Internet. Parallel dazu Verkauf

von Nahrungsergänzungsmitteln, die genau die

Nährstoffe und funktionellen Stoffe enthalten, die

der Kunde sich individuell zuführen möchte. Also:

„Meine Mahlzeiten sollen schmecken und nichts

störendes enthalten,. Die Nährstoffe, die ich

individuell brauche, führe ich mir gezielt dosiert

über Nahrungsergänzungsmittel zu“

Dieses letztgenannte Szenario entspricht nicht der heute

im „Westen“ meist vertretenen Geisteshaltung, doch aus

rein praktischen Gründen wird das die langfristige Zukunft

sein. Die Wirtschaft – insbesondere die Nahrungsergänzungsmittelwirtschaft

– tut gut daran, sich darauf einzustellen.

Chancen!!! «

Foto: E. Zacherl – Fotolia (S. 36)

Literatur:

1 Dr. Ahmed El-Sohemy, University of Toronto, anlässlich der Tagung 2nd

International Workshop on Personalized Nutrition”, Brussels, March 28, 2017,

organized by “Health Claims Europe VVZRL”, Izegem, Belgium

2 Dr. Anne Marie Minihane, University of East Anglia, anlässlich der selben

Tagung wie /1/

3 „Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr“ (ISBN 978-3-88749-242-7)

4 European Nutraceutical Association, http://www.enaonline.org

5 www.Novogenia.com; www.nutrigenomix.com

6 Institut Kurz GmbH, http://www.Institut-Kurz.de

7 BMWi- Embleme

8 Lit-Stelle im lebensmittelbrief

9 Ladislav Miko, Deputy Directer General for Food Safety, der Europäischen

Kommission, ebenfalls anlässlich der Tagung wie /1/

10 z.B. in Indien: Food Safety and Standards (Food or Health Supplements,

Nutraceuticals, Foods for Special Dietary Uses, Foods for Special Medical

purpose, Functional Foods, and Novel Food) Regulations, 2015.

Autor

Hon. Prof. Dr. Helmut Weidlich

• Physiker; Spezialgebiet

Molekulare Biophysik

• Geschäftsführer Institut Kurz GmbH

Fachbereich: Lebensmittelchemie,

Molekulare Biophysik

• Fachlicher Beirat NEM e. V

38 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Die Magie der

Vitalpilze

In den letzten Jahren wurde die Forschung

über die medizinische Wirkung der verschiedenen

Vitalpilze sehr intensiviert.

So finden sich in der medizinischen Datenbank

Medline allein im Jahre 2016 insgesamt

103 wissenschaftliche Studien zu

der gesundheitsfördernden Wirkung der

Vitalpilze, während in den ganzen 50

Jahren zuvor, seit Bestehen von Medline,

insgesamt nur etwa 1300 wissenschaftliche

Studien zu den medizinischen Eigenschaften

der Vitalpilze erschienen sind.

Ganz allgemein kann man sagen, dass Pilze das

Recycling-System der Natur sind, und das gilt

nicht nur für das Pflanzenreich, sondern auch für

den menschlichen Körper: Alles was nicht mehr

eine sinnvolle Funktion im Organismus erfüllt, wird von Pilzen

befallen und von diesen verstoffwechselt.

Es gibt im Internet inzwischen viele Informationen über

das Wunderwerk der Pilze und vor allem ihre kooperative

Arbeitsweise in Form der Myzeliengeflechte, welche eine

großflächige Kommunikation gestatten, vor allem von dem

inzwischen weltbekannten Mykologen Paul Stamets.

Neuere Studien zum Mycelium, das sind die häufig über

mehrere Kilometer umfassenden Wurzelgeflechte der

Pilze, legen die Vermutung nahe, dass speziell in diesem

Wurzelgeflecht sehr viele der gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe

enthalten sind. Aus diesem Grund verarbeiten

immer mehr Hersteller von Vitalpilzprodukten nicht nur

den Fruchtkörper, also den eigentlichen Pilz, sondern auch

die Mycelien, also dieses unterirdische, unsichtbare Wurzelgeflecht.

Das Mycelium wurde mit Recht mit den verzweigten neuronalen

Strukturen im menschlichen Gehirn verglichen,

weil in beiden Organen durch die Vernetzung Informationen

über weite Strecken schnell übertragen werden können.

Laut Paul Stamets können sich in einem Kubikzentimeter

Erde 8 Kilometer an Myceliengeflecht befinden, wenn man

diese Verflechtungen auseinander ziehen würde.

Es gibt inzwischen über 100 verschiedene Pilzarten, die

auf ihre gesundheitsfördernde Wirkung hin untersucht

werden. Zu den wichtigsten Vitalpilzen, über die nachstehend

berichtet werden soll, gehören:

1) Reishi, wissenschaftlicher Name: Ganoderma lucidum

2) Maitake: Grifola frondosa

3) Cordyceps: Cordyceps

4) Chaga: nonotus obliquus

5) Shiitake: Lentinula edodes

Diese fünf therapeutisch eingesetzten Pilzarten zeichnen

sich alle durch stark antioxidative Eigenschaften aus, das

heißt sie sind Elektronendonatoren, um den durch Elektronenmangel

ausgelösten oxidativen Stress zu kompensieren.

Nutrition-Press 39


Die Wirksamkeit dieser therapeutischen Vitalpilze liegt vor

allem in dieser Eigenschaft als Elektronendonator, denn

wie in den letzten Jahren immer deutlicher wird, ist die

Grundursache fast alle Krankheiten eine Entzündung, und

Entzündungen werden ursächlich durch oxidativen Stress,

also einen Elektronenmangel, ausgelöst.

Um den ansonsten nebulösen Begriffs „oxidativer Stress“

besser zu verstehen, sei nachstehende Abbildung 1 zur

Erklärung herangezogen:

Auf der Vertikalen dieser Abbildung ist das sogenannte

Redoxpotential aufgetragen. Das Redoxpotential ist ein

Maß für die in einem System enthaltenen Elektronen.

Dieses wird durch die Spannung in Volt quantifiziert. Je

mehr freie Elektronen in einem System sind, umso gesünder

ist das Körpermilieu und umso niedriger ist das

Redoxpotential. Je weniger Elektronen in einem System

sind, umso höher ist das Redoxpotential und umso gesundheitsschädlicher

ist das Körpermilieu – landläufig

als „oxidativer Stress“ (O 2

) bezeichnet.

Es sollte nachdenklich stimmen, dass dieses Bild im Bereich

der gesamten Ökologie, der Hydrologie und den biologischen

Wissenschaften seit Jahren die Grundlage für

Milieubetrachtungen darstellt, ja selbst Aquariumsbesitzer

kennen dieses Bild, denn nur in dem grün eingezeichneten

„reduktiv basischen“ Bereich können die Aquariumsfische

überleben, dass aber weder die Schulmedizin, noch die Naturheilkunde

dieses für die Gesundheit fundamental wichtige

Diagramm in ihrer therapeutischen Arbeit kennen.

Zwar hat durch die Arbeiten von Dr. Robert Young vor 20

Jahren der Säure-Basen-Haushalt allgemein Einzug in die

Naturheilkunde und inzwischen sogar in die Schulmedizin

und sogar beim Laienpublikum gehalten, aber das noch

wesentlich wichtigere Redoxpotential, also die Elektronenverteilung,

wird bislang nur in dem schwammigen Begriff

„oxidativer Stress“ thematisiert.

Abb. 1: Das Körpermilieu wird durch die beiden Parameter Redoxpotential

und Säure-Basen-Haushalt bestimmt. Die therapeutischen Vitalpilze

sind Reduktionsmittel. Sie senken das Redoxpotential und damit den

oxidativen Stress und sind damit gesundheitsfördernd. Ferner wirken sie

alkalisierend und verändern damit das Körpermilieu in Richtung des grün

eingezeichneten, reduktiv basischen Bereichs, in dem allein Gesundung

und langfristige Gesundheit möglich ist.

(Bild mit freundlicher Genehmigung des Telomit Verlags aus dem Buch

von Dr. med. habil. Dr. Karl J. Probst: „Der natürliche Weg zu Heilung

und Gesundheit“, Telomit Verlag, Trier 2017)

Auf der Horizontalen dieser Abbildung ist der sogenannte

Säure-Basen-Haushalt aufgetragen. Der Säure-Basen-

Haushalt ist ein Maß für die Zahl der in einem System

enthaltenen Wasserstoffionen. Dieses wird durch die

Messgröße pH quantifiziert. Ein pH von 0 bis 7 bedeutet

viele Wasserstoffionen, wird als sauer bezeichnet und ist

gesundheitsschädlich. Ein pH-Wert von 7 bis 14 bedeutet

wenige Wasserstoffionen und wird als basisch oder alkalisch

bezeichnet und ist gesundheitsförderlich.

Dabei zeigen inzwischen unübersehbar viele Studien,

dass der oxidative Stress, also ein zu hohes Redoxpotential,

das heißt ein Elektronenmangel im Organismus, als

Mutter aller Krankheiten bezeichnet werden kann, denn

oxidativer Stress führt zu einem verändertem Mikrobiom,

wobei Mikrobiom das Zusammenwirken der unzähligen

Mikroorganismen im Körper mit dem Makroorganismus

Mensch bedeutet.

Dieses durch oxidativen Stress veränderte Mikrobiom

führt seinerseits zu einer durchlässigen Darmwand, dem

gefürchteten „leaky gut“. Die durchlässige Darmwand ihrerseits

wird von immer mehr Wissenschaftlern und Naturheilkundlern

in aller Welt als Mutter aller Krankheiten

angesehen und bestätigt das Wort von Hippokrates:

Darm gesund – Kerngesund

Darm krank – Mensch krank

Es bleibt zu hoffen, dass dieses durch den Einsatz der obigen

fünf genannten therapeutischen Vitalpilze das Konzept

des Redoxpotentials endlich die ihm gebührende weitere

Verbreitung erfährt, denn diese Vitalpilze gehören neben

rohem Kakao mit 20.000 ORAC-Einheiten (ORAC = Oxygen

Radical Absorbance Capacity, die quantitavie Maßzahl, um

die Fähigkeit zum Abfangen von freien Radikalen zu beschreiben)

und Curcuma mit ebenfalls 20.000 ORAC-Einheiten

zu den stärksten Radikalfängern, welche die Natur

hervorgebracht hat und damit zu den wichtigsten Substanzen

um ein verbessertes Körpermiieu zu erzielen.

Wegen dieser Elektronendonatorfunktion der fünf genannten

therapeutischen Pilzarten konnten auch entzündungshemmende

und damit auch antitumorale Eigenschaften

nachgewiesen werden. In der Erfahrungsheilkunde

werden diese therapeutischen Vitalpilze wegen dieser

40 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

immunmodulierenden und auch direkt antibakteriellen, antimykotischen und

antiviralen Eigenschaften seit Jahrhunderten gegen unzählige verschiedene

Organ-Erkrankungen eingesetzt.

/ Anzeige /

1. Reishi (Ganoderma lucidum)

In naturheilkundlichen Kreisen wird das japanische Wort „Reishi“ oder das

chinesische Wort „Lingh zi“ verwendet. Reishi wird als Pilz der Unsterblichkeit

bezeichnet. Vor allem wird er zur Stärkung des Immunsystems

und der Leber und zur Anregung des Stoffwechsels

eingesetzt, wobei nach wie vor die dafür verantwortlichen

Inhaltsstoffe nur ungenügend bekannt sind.

Nachstehend sollen einige Studien neueren

Datums von den insgesamt über 1300 wissenschaftlichen

Studien, die sich mit den Heilwirkungen

des Vitalpilzes Reishi befassen, vorgestellt

werden.

Als besonders autoritativ kann die im April 2016

veröffentlichte zusammenfassende Bewertung

der „Cochrane Collaboration“ zur Wirksamkeit

von Reishi angesehen werden (1) . Die Cochrane

Collaboration ist ein im Jahre 1993 gegründeter

weltweiter Zusammenschluss von Ärzten und

Wissenschaftlern, welche medizinische Fragestellungen

unter Beiziehung aller verfügbaren Studien auswerten,

um medizinische Therapien zu validieren. Diese zusammenfassenden

Bewertungen werden allgemein deshalb als objektiv und autoritativ angesehen,

weil keinerlei Forschungsgelder von der Industrie angenommen werden

und die Übersichtsarbeiten (reviews) von internationalen Teams in einem

mehrstufigen Prozess validiert werden.In dieser Cochrane-Analyse konnte

unter anderem nachgewiesen werden, dass durch Reishi das Immunsystem

aktiviert wird, und zwar speziell die CD3, CD4 und CD8-Zellen. Diese verschiedenen

„cluster of differentiation“ (CD) haben eine Bedeutung für die

Funktionsfähigkeit der im Knochenmark gebildeten T-Lymphozyten, das

heißt für die erworbene Immunfähigkeit des Organismus. Ferner werden

durch Reishi die natürlichen Killerzellen aktiviert. Vier der von der Cochrane

Collaboration ausgewerteten Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Tumorpatienten

durch die Gabe von Reishi eine verbesserte Lebensqualität hatten.

In einer anderen Studie konnte der Nachweis geführt werden, dass bestimmte

in Reishi enthaltene Polysaccharide die Alterung der Haut durch UV-Strahlung

verlangsamen (2) .

In einer anderen Studie wurde der Nachweis geführt, dass ein gestörtes Immunsystem

bei einer Krebserkrankung des Darmes durch die in Reishi enthaltenen

„Ganoderma Lucidum Polysaccharide“ (GLP) wieder zur normalen

Funktion gebracht werden kann (3) . Konkret wird durch GLP das für die Immunabwehr

des Körpers wichtige p53-Protein aktiviert. Die Aktivität des p53

ist nach allgemeiner Auffassung für ein intaktes Immunsystem und damit für

Abwehr von Krebszellen wichtig.

Eine Studie mit 34 Angina-pectoris-Patienten, also Patienten mit Herzenge, bestätigten

frühere Ergebnisse, wonach Reishi bei Angina Pectoris wirksam ist,

weil die in Reishi enthaltenen Polysaccharid-Peptide (PsP) gegen die der Angina

zugrunde liegenden Entzündungen wirkt. Außerdem sind die PsP gegen Diabetes

wirksam, denn sie wirken antioxidativ und senken auch die Blutfette (4) .

Nutrition-Press 41

Vom Rohstoff zum Fertigprodukt -

Alles aus einer Hand.

Wir bieten Ihnen Full-Service

in den Bereichen:

• Nahrungsergänzungsmittel

• Diätetische Lebensmittel

• Funktionelle Lebensmittel

• BIO-Produkte gemäß Öko-VO

• Kosmetika und

• Ergänzungsfuttermittel

Dreh- und Angelpunkt

ist Dr. Stefan Werner.

Von der Ausbildung

zum Chemiker/

Natur stoff chemiker

bringt Dr. Werner langjährige

internationale

Erfahrung in der Nahrungsergänzungsmittelbranche

ein. Er begegnet

jeder Herausforderung mit dem Leitsatz:

„Der Kunde steht im Mittelpunkt“.

Innovative Produkte entwickeln – das machen

wir seit 20 Jahren. Während dieser Zeit haben

wir mehrere 1000 Produkte initiiert, die Produkte

bis zur Markteinführung durch unsere

Kunden betreut und produziert.

Besonders stolz sind wir auf unsere Innovationen

und unseren hohen Qualitätsmaßstab, bestätigt

durch einen internationalen Innovationspreis

und häufi g gelobte, „für gut befundene“

Produkte in deutschen Warentests.

DR. WERNER PHARMAFOOD GmbH

Karl-Böhm-Str. 122

D-85598 Baldham

Tel.: +49-(0)8106-307375

Fax.: +49-(0)8106-308769

email: info@dr-werner-pharmafood.de


42 Nutrition-Press

In einer aus Spanien stammenden Studie, an der 64 Patientinnen

mit Fibromyalgie teilnahmen, konnte belegt werden,

dass Reishi bei Fibromyalgie die Symptome bessert (5) . Die

64 Patientinnen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und bekamen

über einen Zeitraum von 6 Wochen entweder 6 g

Reishi-Pulver oder 6 g Pulver vom Johannisbrotbaum.

Innerhalb der 6 Wochen konnte bei den mit Reishi behandelten

Patientinnen durch verschiedene Fitnesstests eine verbesserte

Ausdauerbelastbarkeit, bessere Beweglichkeit und

Schnelligkeit nachgewiesen werden. In der Kontrollgruppe

ergaben sich keine Unterschiede in der Befindlichkeit.

Und schließlich konnte in einer weiteren Studie nachgewiesen

werden, dass Reishi auch die Darmflora günstig

beeinflussen kann, vor allem auch das Verhältnis der Firmicuten

zu Bacteroiden. Dieses Verhältnis ist ja bekanntlich

wichtig ist, um Übergewicht vorzubeugen, denn Übergewicht

ist Folge einer unterschwelligen Entzündung (low

grade inflammation), die wiederum auf einem bakteriellen

Ungleichgewicht im Darm beruht (6) :

In diesem Experiment wurden Mäuse mit einer fettreichen

hyperkalorischen Diät gefüttert. Diese bewirkt eine

Veränderung der Darmflora mit einem Überwuchern der

sogenannten Firmicuten, die neben den Bacteroidetes, Proteobakterien

– zu denen vor allem die Escherichien gehören –

und Actinobakterien, zu denen vor allem die Bifidobakterien

gehören – die wichtigsten Darmbakterien darstellen.

Inzwischen belegt eine ganze Reihe von Studien die Korrelation

zwischen Körpergewicht und individueller Darmflora.

Mit anderen Worten, es gibt tatsächlich bessere und

schlechtere Kostverwerter. Es sind die Firmicuten, welche

dem Betreffenden durch den Abbau langkettiger Kohlehydrate,

das heißt also Ballaststoffe, und anderer noch nicht

verdauter Nahrungsbestandteile kurzkettige Kohlehydrate

und Fettsäuren und somit zusätzliche Kalorien zur Verfügung

stellen.

In der erwähnten Studie wurde den Versuchsmäusen eine

Aufschwemmung von Reishi verabreicht, wodurch es zu

einer Abnahme der Firmicuten im Darm und damit gleichlaufend

zu einer Gewichtsabnahme der Versuchstiere

trotz hyperkalorischer Ernährung kam.

Speziell der antitumorösen Wirkung von Ganoderma in der

Humanmedizin widmen sich gleich drei Studien neueren

Datums:

Eine Untersuchung von Februar 2017 befasste sich mit

der tumorhemmenden Wirkung von Ganoderma bei Patienten

mit Melanom und Brustkrebs 7) : Ganoderma verhindert

die für die Tumorprogression und Metastasierung

wichtige Freisetzung verschiedener Metalloproteinasen,

speziell MMP-2 (Matrix-Metallo-Proteinase-2) und MMP-9,

die für die Auflösung der extrazellulären Matrix im Laufe

der Tumorprogression verantwortlich gemacht wird, ferner

eine Hemmung der die Entzündung unterstützenden

Interleukine IL-6 und IL-8. Dadurch wird die Ausbreitung

der Tumorzellen gehemmt.

In einer anderen Studie von Juni 2017 wurde nachgewiesen,

dass Ganoderma bei den schulmedizinisch nur schwer behandelbaren

Lungentumoren eine günstige Wirkung hat (8) :

Die hauptsächlichen Inhaltsstoffe, nämlich Terpene, Polysaccharide

und Proteine bewirken Apoptose der Krebszellen,

das heißt, sie veranlassen die Krebszellen zum Selbstmord,

oder aber zur Autophagie, das heißt, dass die Krebszellen

sich selber auffressen. Dies geschieht durch Aktivierung

bestimmter Signalmoleküle, wie dem mTOR (Mammalian

oder mechanistic Target of Rapamycin), der Proteinkinasen

AKT1, AKT2 und AKT3, welche Phosphorgruppen übertragen,

sowie durch Aktivierung des Transkriptionsfaktors

NF-κB (Nuclear Factor kappa B), der die Immunantwort des

Organismus und den Zelltod reguliert.

Und schließlich belegt eine Studie von Juli 2017 den erfolgreichen

Einsatz von Ganoderma bei der Behandlung

von Brustkrebs 9) , indem Ganoderma den Wnt/ß-catenin-Signalweg

durch Hemmung der Phosphorylierung

und damit das Wachstum und die Ausbreitung der Tumorzellen

hemmt.

Quellen:

(1) Jin X 1 , Ruiz Beguerie J, Sze DM, Chan GC.: Ganoderma lucidum (Reishi

mushroom) for cancer treatment. Cochrane Database Syst Rev.

2016 Apr 5; 4:CD007731. doi: 10.1002/14651858.CD007731.pub3.

(2) Zeng Q 1 , Zhou F 1 , Lei L 1 , Chen J 1 , Lu J 1 , Zhou J 2 , Cao K 3 , Gao L 1 , Xia F 3 ,

Ding S 1 , Huang L 4 , Xiang H 4 , Wang J 1 , Xiao Y 5 , Xiao R 5 , Huang J 1 .:

Ganoderma lucidum polysaccharides protect fibroblasts against

UVB-induced photoaging. Mol Med Rep. 2017 Jan; 15(1):111-116.

doi: 10.3892/mmr.2016.6026. Epub 2016 Dec 12.

(3) Jiang D 1 , Wang L 1 , Zhao T 1 , Zhang Z 1 , Zhang R 1 , Jin J 1 , Cai Y 1 , Wang F 1 .:

Restoration of the tumor-suppressor function to mutant p53 by

Ganoderma lucidum polysaccharides in colorectal cancer cells. Oncol Rep.

2017 Jan; 37(1):594-600. doi: 10.3892/or.2016.5246. Epub 2016 Nov 15.

(4) Ubaidillah N 1 , Sargowo D, Widya A, Jakfar V, Proboretno KS, Failasufi M,

Warahugraha Y, Ramadhan F, Wulandari H, Putri DH.: OS 10-03 THE

DISTINCTIVE EFFECT OF POLYSACCHARIDE PEPTIDES GANODERMA

LUCIDUM AS ANTI ATHEROGENESIS IN STABLE ANGINA PATIENTS.

J Hypertens. 2016 Sep; 34 Suppl 1 - ISH 2016 Abstract Book: e72.

(5) Collado Mateo D1, Pazzi F 2 , Domínguez Muñoz FJ 3 , Martín Martínez JP 4 ,

Olivares PR 5 , Gusi N 6 , Adsuar JC 4 .: GANODERMA LUCIDUM IMPROVES

PHYSICAL FITNESS IN WOMEN WITH FIBROMYALGIA. Nutr Hosp.

2015 Nov 1; 32(5):2126-35. doi: 10.3305/nh.2015.32.5.9601.

(6) Chang CJ 1 , Lin CS 2 , Lu CC 3 , Martel J 4 , Ko YF 5 , Ojcius DM6, Tseng SF 7 ,

Wu TR 8 , Chen YY 9 , Young JD 10 , Lai HC 2 .: Ganoderma lucidum reduces

obesity in mice by modulating the composition of the gut microbiota.

Nat Commun. 2015 Jun 23; 6:7489. doi: 10.1038/ncomms8489.

(7) Barbieri A 1 , Quagliariello V 2,3 , Del Vecchio V 4 , Falco M 5 , : Anticancer

and Anti-Inflammatory Properties of Ganoderma lucidum Extract Effects

on Melanoma and Triple-Negative Breast Cancer Treatment. Nutrients.

2017 Feb 28;9(3). pii: E210. doi: 10.3390/nu9030210.

(8) Gill BS1, Navgeet2, Kumar S3. Ganoderma lucidum targeting lung cancer

signaling: A review. Tumour Biol. 2017 Jun; 39(6):1010428317707437.

doi: 10.1177/1010428317707437.

(9) Zhang Y1. Ganoderma lucidum (Reishi) suppresses proliferation and

migration of breast cancer cells via inhibiting Wnt/β-catenin signaling.

Biochem Biophys Res Commun. 2017 Jul 8; 488(4):679-684. doi:

10.1016/j.bbrc.2017.04.086. Epub 2017 Apr 17.


Ernährung | Prävention

2. Maitake (Grifola frondosa)

Der Maitake oder auf Deutsch „Gemeiner Klapperschwamm“,

wird in den östlichen Ländern als blutdrucksenkendes

Mittel und bei Diabetes, vor allem aber als Leberschutz

eingesetzt. Neuere Studien befassen sich mit der immunmodulierenden

Wirkung des Maitake bei HIV- und

Tumorerkrankungen, nachdem bereits vor Jahren auf

die immunmodulierenden Wirkungen hingewiesen

wurde (1) .

Eine systematische Zusammenfassung verschiedener

Studien von August 2017 belegt

vielfältige gesundheitsfördernde Auswirkungen

von Maitake (2) , vor allem die immunmodulierenden

und vor allem antitumorösen

Wirkungen, sowie die blutzuckersenkenden

Eigenschaften. Auch die aktuellen wissenschaftlichen

Studien zur Wirkung der Maitake-Extrakte

auf die Stammzellen der Haut und

des blutbildenden Systems werden in dieser

Übersichtsarbeit dargestellt.

Andere Studien belegen die genaue Wirkungsweise

(3, 4, 5)

von Maitake bei Insulinresistenz und bei Diabetes

und regen auf Grund ihrer Befunde an, Maitake routinemäßig

in der klinischen Praxis einzusetzen.

Am ausführlichsten sind die immunmodulierenden und

vor allem krebsverhindernden Wirkungen von Maitake beschrieben,

so beim Brustkrebs der Frau (6) , bei dem die

Tumorprogression verlangsamt wurde, indem der Zusammenhalt

der Zellen gefördert und die Beweglichkeit und

damit die Invasivität der Tumorzellen gebremst wird.

Eine andere Studie belegt die Wirksamkeit von Maitake

bei Magenkrebs (7) und zeigt auch die genauen molekularen

Wirkungsmechanismen der Glykoproteine von Grifola

frondosa auf die Krebszellen auf.

Eine andere Studie konnte dieselbe Wirksamkeit von

Maitake bei Leberkrebs belegen (8) , wodurch ebenfalls die

Krebszellen zur Autophagie und Apoptose veranlasst wer-

den. Aber auch andere Krankheiten werden durch Maitake

günstig beeinflusst, etwa das blutbildende System (9) .

Ferner ist der Extrakt von Maitake auch antiviral wirksam (10) .

3. Cordyceps sinensis

Der Cordyceps sinensis ist einer der stärksten Heilpilze

der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) und gehört

zu den 50 wichtigsten Heilmitteln der TCM. Er wird traditionsgemäß

bei Schwächezuständen aller Art eingesetzt.

Vor allem bei Abwehrschwäche, Altersschwäche, Müdigkeitssyndrom,

aber auch zur Libido- und Potenzsteigerung.

Im Jahre 1993 kam der Cordyceps sogar international in

die Schlagzeilen, als die chinesische Mannschaft bei den

Leichtathletik-Weltmeisterschaften drei neue Weltrekorde

aufstellte. Der chinesische Trainer führte dies neben

dem harten Training auch auf den Konsum des Cordyceps

Quellen:

(1) Mayell M: Maitake extracts and their therapeutic potential. Altern Med Rev. 2001 Feb; 6(1):48-60.

(2) He X 1 , Wang X 2 , Fang J 2 , Chang Y 3 , Ning N 3 , Guo H 3 , Huang L 4 , Huang X 3 , Zhao Z 2 .: Polysaccharides in Grifola frondosa mushroom and their

health promoting properties: A review. Int J Biol Macro¬mol. 2017 Aug; 101:910-921. doi: 10.1016/j.ijbiomac.2017.03.177. Epub 2017 Mar 31.

(3) Su CH 1 , Lai MN, Ng LT.: Inhibitory effects of medicinal mushrooms on a-amylase and a-glu¬cosidase - enzymes related to hyperglycemia.

(4) Su CH 1 , Lu TM, Lai MN, Ng LT.: Inhibitory potential of Grifola frondosa bioactive fractions on a-amylase and a-glucosidase for management

of hyperglycemia. Biotechnol Appl Bio¬chem. 2013 Jul-Aug; 60(4):446-52. doi: 10.1002/bab.1105.

(5) Ma X 1 , Zhou F, Chen Y, Zhang Y, Hou L, Cao X, Wang C.: A polysaccharide from Grifola fron¬dosa relieves insulin resistance of HepG2 cell

by Akt-GSK-3 pathway. Glycoconj J. 2014 Jul; 31(5):355-63. doi: 10.1007/s10719-014-9526-x. Epub 2014 Jun 8.

(6) Alonso EN 1 , Ferronato MJ 1 , Gandini NA 1 , Fermento ME 1 , Obiol DJ 1 , López Romero A 2 , Arévalo J 3 , Villegas ME 1 , Facchinetti MM 1 , Curino AC 1 .:

Antitumoral Effects of D-Fraction from Grifola Frondosa (Maitake) Mushroom in Breast Cancer. Nutr Cancer. 2017 Jan; 69(1):29-43. doi:

10.1080/01635581.2017.1247891. Epub 2016 Nov 28.

(7) Cui F, Zan X, Li Y, Sun W, Yang Y, Ping L.: Grifola frondosa Glycoprotein GFG-3a Arrests S phase, Al¬ters Proteome, and Induces Apoptosis

in Human Gastric Cancer Cells. Nutr Cancer. 2016;68(2):267-79. doi: 10.1080/01635581.2016.1134599.

(8) Lin CH 1 , Chang CY 2 , Lee KR 3 , Lin HJ 4 , Lin WC 5 , Chen TH 6 , Wan L 7 .: Cold-water extracts of Grifola frondosa and its purified active fraction inhibit

hepatocellular carcinoma in vitro and in vivo. Exp Biol Med (Maywood). 2016 Jul;241(13):1374-85. doi: 10.1177/1535370216640149. Epub 2016 Mar 24.

(9) Wesa KM et al: Maitake mushroom extract in myelodysplastic syndromes (MDS): a phase II study. Cancer Immunol Immunother.

2015 Feb;64(2):237-47. doi: 10.1007/s00262-014-1628-6. Epub 2014 Oct 29.

(10) Zhao C 1 , Gao L 2 , Wang C 2 , Liu B 3 , Jin Y 4 , Xing Z 5 .: Structural characterization and an¬tiviral activity of a novel heteropolysaccharide isolated

from Grifola frondosa against enter¬ovirus 71. Carbohydr Polym. 2016 Jun 25;144:382-9. doi: 10.1016/j.carbpol.2015.12.005. Epub 2015 Dec 30.


zurück. Nachstehend sollen einige wissenschaftliche Studien

neueren Datums zum Cordyceps sinensis vorgestellt

werden.

In einer Studie aus dem Jahre 2015 wurden die Wirkung

des Cordyceps auf das Immunsystem an 79 männlichen

Versuchspersonen (VP) untersucht (1) . 39 der VP bekamen

über einen Zeitraum von 4 Wochen täglich 1,5 Gramm

Cordyceps-Pulver in Kapselform. Die 40 Kontroll-VP bekamen

ein Placebo in Form von Mikrocellulose, ebenfalls

in Kapseln.

Vor Beginn der Studie, sowie nach zwei Wochen und nach

4 Wochen wurden folgende Immunparameter bestimmt:

1) Natürliche Killerzellen (NK)

2) Proliferationsindex der Lymphozyten (PI)

3) T-Helferzellen (Th 1) Cytokin-Cluster, bestehend

aus IFN-γ, IL-12, IL-2 und TNF

Die NK war nach 4 Wochen statistisch höchst signifikant

auf dem p < 0,0001-Niveau erhöht, ebenso der PI statistisch

höchst signifikant auf dem p < 0,0001-Niveau, Interleukin

IL-2 auf dem 0,0096-Niveau und Interferon IFN-γ

auf p < 0,0126 gegenüber dem Ausgangsniveau und gegenüber

der Placebo Gruppe. Es wurden keine Nebenwirkungen

durch Cordyceps beobachtet, so dass die Autoren

der Studie zu dem Schluss kommen, dass Cordyceps auf

wirksame und ungefährliche Weise das Immunsystem

stärkt.

Cordyceps wirkt darüber hinaus entzündungshemmend,

wie eine andere Studie aus dem Jahre 2016 belegt, bei der

mehrere Cerebroside, Nuleoside und Sterole aus Cordyceps

isoliert werden konnten, welche verschiedene entzündungsfördernde

Stoffe neutralisieren, vor allem die in den

Makrophagen und Mikrogliazellen gebildete Stickstoffmonoxid-Synthase

iNOS (NO-Synthase), die in großer Menge

in Makrophagen als Schutz gegen Mikroorganismen gebildet

wird und pro-inflammatorisch, also entzündungsauslösend

wirkt 2) . Außerdem konnte in dieser Studie nachgewiesen

werden, dass die ebenfalls entzündungsauslösende

Cyclooxigenase-2 (Cox-2) durch Cordyceps gehemmt wird.

Bereits früher konnte mit CPS-F ein anderes Polysaccharid

aus Cordyceps isoliert werden, welches anti-oxidativ und

damit anti-inflammatorisch, also entzündungshemmend

wirkt (3) . CPS-F regt zwar die Bildung des Tumornekrosefaktors

TNF-α und Monozyten-chemotaktischen Proteins

MCP-1 an, aber zugleich werden mehrere entzündungsauslösende

Proteine gehemmt, so dass Cordyceps als

Adaptogen insgesamt keine immunsuppressive, sondern

eine adaptogene, ausgleichende Wirkung auf das Immunsystem

ausübt.

Von klinischer Bedeutung könnte der Einsatz von Cordyceps

bei der Behandlung von Asthma werden (4) : In dieser

Studie wurden 120 Asthma-Patienten in 2 Gruppen

aufgeteilt: 60 VP bekamen 3 Monate

lang Cordyceps–Pulver in Kapselform, die

anderen 60 Patienten bekamen ein gleich

aussehendes Placebo.

Zu Beginn und nach drei Monaten

mussten die Patienten einen HR-QOL

= health related quality of life- also

einen Befindlichkeitsfragebogen ausfüllen.

Ferner wurden Entzündungsparameter

im Blut bestimmt, und

zwar IgE, ferner das zu den cluster of

differentiation gehörende Oberflächenantigen

ICAM-1 (intercellular adhesion molecule),

das Interleukin IL-4 und die matrix metallo

peptidase MMP-9 als Marker für Zellabbauprozesse. Alle

Werte waren in der Interventionsgruppe im Vergleich zur

Kontrollgruppe erniedrigt, also verbessert als Zeichen für

eine rücklaufende Erkrankung.

Insgesamt kam es nicht nur objektiv zu einer Verbesserung

der Entzündungen, sondern auch zu einer objektiven

Verbesserung der Lungenfunktion und auch zu einer subjektiv

verbesserten HR-QOL.

In einer anderen Studie konnte durch Cordyceps eine

günstige Wirkung des Bronchialsystems gegen Zigarettenrauch

nachgewiesen werden (5) : Dazu wurden in vitro Bronchialzellen

mit einem Zigarettenrauch-Extrakt behandelt

und untersucht, ob die dadurch ausgelöste Schädigung

der Epithelzellen durch Cordyceps wieder rückgängig gemacht

werden kann.

Quellen:

(1) Kang HJ 1 , Baik HW 1 , Kim SJ 1 , Lee SG 2 , Ahn HY 3 , Park JS 1 , Park SJ 1 ,

Jang EJ 1 , Park SW 1 , Choi JY 1 , Sung JH 1 , Lee SM 1 .: Cordyceps militaris

Enhances Cell-Mediated Immunity in Healthy Korean Men. J Med Food.

2015 Oct; 18(10):1164-72. doi: 10.1089/jmf.2014.3350. Epub 2015 Aug 18.

(2) Chiu CP 1 , Liu SC 2 , Tang CH 2 , Chan Y 3 , El-Shazly M 4 , Lee CL 5 , Du YC,

Wu TY6, Chang FR, Wu YC: Anti-inflammatory Cerebrosides from

Cultivated Cordyceps militaris. J Agric Food Chem. 2016 Feb 24; 64(7):

1540-8. doi: 10.1021/acs.jafc.5b05931. Epub 2016 Feb 15.

(3) Wang Y 1 , Wang Y 2 , Liu D 2 , Wang W 2 , Zhao H 2 , Wang M 2 , Yin H 3 .Cordyceps

sinensis polysac¬charide inhibits PDGF-BB-induced inflammation and

ROS production in human mesangial cells. Carbohydr Polym. 2015 Jul 10;

125:135-45. doi: 10.1016/j.carbpol.2015.02.012. Epub 2015 Feb 19.

(4) Wang N 1 , Li J 2 , Huang X 1 , Chen W 1 , Chen Y 1 . Herbal Medicine Cordyceps

sinensis Improves Health-Related Quality of Life in Moderate-to-Severe

Asthma. Evid Based Complement Al¬ternat Med. 2016; 2016:6134593. doi:

10.1155/2016/6134593. Epub 2016 Dec 5.

(5) Liu A 1 , Wu J 2 , Li A 3 , Bi W 4 , Liu T 2 , Cao L 2 , Liu Y 2 , Dong L 2 .: The inhibitory

mechanism of Cordyceps sinensis on cigarette smoke extract-induced

senescence in human bronchial epithelial cells. Int J Chron Obstruct

Pulmon Dis. 2016 Jul 28; 11:1721-31. doi: 10.2147/COPD.S107396.

eCollection 2016.

(6) Lee S 1 , Lee HH, Kim J, Jung J, Moon A, Jeong CS, Kang H, Cho H.

Anti-tumor effect of Cordyceps militaris in HCV-infected human

hepatocarcinoma 7.5 cells. J Microbiol. 2015 Jul; 53(7):468-74. doi:

10.1007/s12275-015-5198-x. Epub 2015 Jun 27.

(7) Lee HH 1,2 , Lee S 3,4 , Lee K 5 , Shin YS 6 , Kang H 7 , Cho H 8,9 . Anti-cancer

effect of Cordyceps milita¬ris in human colorectal carcinoma RKO cells

via cell cycle arrest and mitochondrial apopto¬sis. Daru. 2015 Jul 4; 23:35.

doi: 10.1186/s40199-015-0117-6.

44 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Durch Zigarettenrauch wird

nämlich der inzwischen am besten

untersuchte, weil am häufigsten angestoßene Entzündungsmechanismus,

der sogenannte „PI3K/AKT/mTOR

pathway“ aktiviert. Dabei handelt es sich um eine Kaskade

an intrazellulären Botenstoffen, die durch die

freien Radikale, also durch den durch Zigaretten rauch ausgelösten

Elek tronenmangel an gestoßen wird und Entzündungsvorgänge

und vorzeitige Alterung der Zellen auslöst.

In der genannten Studie konnte nachgewiesen werden,

dass durch Cordyceps diese Kaskade, nämlich die durch

ROS (reaktive Oxygen Species) aktivierte PI3K (Phosphoinositid-3-Kinasen),

die ihrerseits AKT, also die Proteinkinasen

B aktivieren, welche ihrerseits schließlich den

Entzündungsauslöser mTOR (mammalian Target of Rapamycin)

mit den gewebszerstörenden Folgen anstoßen,

gehemmt werden.

Wie andere Pilzarten auch, hat Cordyceps eine stark antitumoröse

Wirkung. So konnte in einer Studie aus dem

Jahre 2015 an Leberkrebszellen in vitro nachgewiesen

werden, dass durch Cordyceps wichtige Marker für chronische

Entzündungen und speziell Tumormarker rückläufig

waren (6) . Cordyceps löste frühzeitig Apoptose der Krebszellen

aus, in Übereinstimmung mit den für die Apoptose

zuständigen Markern Bim, Bax, gespaltenes PARP, Caspase-3

und Caspase-9.

In einer anderen Studie an menschlichen Kolorektaltumoren

konnte in vitro ebenfalls die tumor-hemmende

Wirkung von Cordyceps bestätigt werden (7) : Die Zellvermehrung

konnte durch die Gabe von 100 Mikrogramm

Cordyceps pro ml um 61,67 % gebremst werden. Die Gabe

von 300 Mikrogramm Cordyceps pro ml hemmte die Zellvermehrung

um 66,33 %. Die Apoptose wurde durch 100

Mikrogramm pro ml Cordyceps um 8,48 % vermehrt und

bei 300 Mikrogramm pro ml sogar um 18.07 %. Zusammenfassend

bescheinigen die Autoren der Studie der

Gabe von Cordyceps eine sehr starke Cytotoxizität bei

Tumorerkrankungen.

4. Chaga (Inonotus obliquus)

Der aus Lappland und Sibirien stammende

Chaga-Pilz wird traditionsgemäß

bei fast allen bekannten Erkrankungen

eingesetzt. Vor allem wirkt

er entzündungshemmend und adaptogen,

das heißt an erhöhten körperlichen

und seelischen Stress sich besser

anpassend, das Lymphsystem reinigend,

immunmodulierend und leberentgiftend.

Deswegen wird der Chaga auch als BRM oder

Biological Response Modifier bezeichnet. Je kälter die

Erntegegend, umso stärker ausgeprägte Heilwirkungen

konnten beobachtet werden, weil der Chaga mit zunehmend

unwirtlichem Klima naturgemäß mehr Abwehrstoffe

bilden muss, um sich zu schützen.

Chaga enthält die stärksten antioxidativen Substanzen,

weshalb er der Alterung entgegen wirkt. In tierexperimentellen

Studien konnte eine signifikante Anti-Aging-Wirkung

nachgewiesen werden, und die Forschung geht aufgrund

dieser tierexperimentellen Studien geht davon aus, dass

Chaga in derselben Weise auch beim Menschen wirksam

sein dürfte.

Kennzeichnend für den Chaga-Pilz ist, dass die intensive

moderne Forschung laufend neue Inhaltsstoffe entdeckt,

denen therapeutische Eigenschaften zugeschrieben werden:

In einer Übersichtsstudie von 2013 wurden Dutzende

an medizinisch aktiven Metaboliten von Chaga isoliert,

welche antitumoröse Eigenschaften haben, indem sie

die Zellteilung blockieren und die Apoptose, also das

Selbstmordprogramm der Krebszellen, aktivieren, oder

direkt das Immunsystem gegen entartete Zellen scharf

stellen (1) .

In einer Reihe weiterer Studien wurden immer neue, andere

Inhaltsstoffe in Chaga nachgewiesen, die allesamt

ebenfalls entzündungshemmend und tumorhemmend

wirken (2, 3, 4, 5) .

Auch konnte in einer anderen Studie eine direkte Wirkung

einer Lösung von 5 Mikrogramm pro Milliliter Chaga gegen

HIV nachgewiesen werden (6) , weil dieser Chaga-Extrakt

in die T-Zellen eindringen kann. Das Immunsystem wird

durch die in Chaga reichlich nachgewiesenen Beta-Glucane

und andere immunstimulierende Polysaccharide angeregt.

Die ebenfalls enthaltenen Melanine und chromogenen

Komplexe können auch gegen radioaktive Strahlung

schützen und alle Körperfunktionen harmonisieren.

In einer weiteren Studie wurde eine tumorhemmende

Wirksamkeit von Chaga-Extrakt in einer Konzentration

zwischen 2,5 bis 10 Mikrogramm pro Milliliter bei einer

Zellkultur von Darm-Krebszellen nachgewiesen (7) .

Nutrition-Press 45


5. Shiitake (Lentinula edodes)

Der Shiitake ist nach dem Champion der meist angebaute

Pilz weltweit und gilt in der chinesischen Heilkunde seit

Jahrhunderten als der wichtigste Heilpilz überhaupt. Er

wird in der fernöstlichen Medizin bei fast allen bekannten

Erkrankungen eingesetzt, vor allem bei allen entzündlichen

Erkrankungen, da Shiitake als Antioxidans entzündungshemmend

und immunstimulierend wirkt.

In einer aktuellen Studie von Mai 2017 werden die biochemischen

Grundlagen der entzündungshemmenden

Wirkung von Lentinula edodes im Tiermodell genau beschrieben

und dabei speziell die entzündungshemmende

Wirkung des in diesem Heilpilz enthaltenen Lentinan

gewürdigt (1) . Lentinan ist ein ß-Glucan, welches schon

seit Jahren in Japan zur biologischen Krebstherapie als

Immunmodulans zugelassen ist und erfolgreich eingesetzt

wird, weil es antineoplastisch und das Immunsystem stärkend

wirkt. Die vorliegende Studie erhellt die Biochemie

der Lentinane, welche die Inflammosome aktivieren. Als

Inflammosome (von lateinisch: inflammare = entzünden

und griechisch soma = Körper) wird eine ganze Reihe an

entzündungsauslösenden Faktoren bezeichnet, wie PI3k,

MAPK, Akt und das schon seit einigen Jahren bekannte

mTOR. Es konnte gezeigt werden, dass Lentinan selektiv

die Entzündungswerte verhinderte.

Quellen:

(1) Song FQ 1 , Liu Y, Kong XS, Chang W, Song G. Progress on understanding

the anticancer mechanisms of medicinal mushroom: inonotus obliquus.

Asian Pac J Cancer Prev. 2013; 14(3):1571-8.

(2) Ma L 1 , Chen H, Dong P, Lu X.: Anti-inflammatory and anticancer

activities of extracts and compounds from the mushroom Inonotus obliquus.

Food Chem. 2013 Aug 15; 139(1-4):503-8. doi: 10.1016/j.foodchem.

2013.01.030. Epub 2013 Feb 1.

(3) J Nat Med. 2016 Oct; 70(4):721-30. doi: 10.1007/s11418-016-1002-4.

Epub 2016 May 14. Chemical constituents from Inonotus obliquus and their

antitumor activities. Zhao F 1,2 , Xia G 1,3 , Chen L 1 , Zhao J 2 , Xie Z 2 , Qiu F 4,5 , Han G 6

(4) Niu H 1 , Song D 1 , Mu H 1 , Zhang W 1 , Sun F 1 , Duan J: Investigation of three

lignin complexes with antioxidant and immunological capacities from

Inonotusobliquus. Int J Biol Macro¬mol. 2016 May; 86587-93. doi:

10.1016/j.ijbiomac.2016.01.111. Epub 2016 Feb 1.

(5) Chen Y 1 , Huang Y 2 , Cui Z 2 , Liu J 2 . Purification, characterization and

biological activity of a novel polysaccharide from Inonotus obliquus.

Int J Biol Macromol. 2015 Aug; 79:587-94. doi: 10.1016/j.ijbiomac.

2015.05.016. Epub 2015 May 27.

(6) Shibnev VA, Garaev TM, Finogenova MP, Kalnina LB, Nosik DN.:

[Antiviral activity of aque¬ous extracts of the birch fungus Inonotus obliquus

on the human immunodeficiency virus]. Vopr Virusol. 2015; 60(2):35-8.

(7) Lee HS 1 , Kim EJ 2 , Kim SH 3 . Ethanol extract of Innotus obliquus (

Chaga mushroom) induces G1 cell cycle arrest in HT-29 human colon

cancer cells. Nutr Res Pract. 2015 Apr; 9(2):111-6. doi: 10.4162/nrp.

2015.9.2.111. Epub 2015 Mar 12.

Bereits früher wurde nachgewiesen, dass Lentinula edodes

speziell durch seinen Vitamin-D-Gehalt entzündungshemmend

wirkt (2) . Vitamin D ist bekanntlich gegen Entzündungen

aller Art wirksam, weshalb dem Vitamin-D-Spiegel

sowohl in der Naturheilkunde, wie auch zunehmend in der

Schulmedizin besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Durch verschiedene Versuchsanordnungen wurde der Vitamin-D3-Gehalt

von Lentinula edodes erhöht und eine lineare

Zunahme der entzündungshemmenden Aktivität bei

entzündlichen Lebererkrankungen nachgewiesen. Zusammenfassen

empfehlen die Studienautoren den Einsatz von

Lentinula als sichere Alternative bei der Behandlung von

Hepatitis C (HCV) und als Immunmodulans bei nichtalkoholischer

Steatohepatits.

Dass Lentinula edodes selbst bei Gesunden und auch

langfristig zu einer verbesserten Immunfunktion führt,

konnte in einer weiteren Studie aus dem Jahre 2015

nachgewiesen werden (3) : 52 gesunde Versuchspersonen

beiderlei Geschlechts im Alter von 21 bis 41 Jahren wurden

in zwei Gruppen aufgeteilt und bekamen über einen

Zeitraum von 4 Wochen entweder 5 g oder 10 g Lentinula

edodes. Vor Beginn der Studie wurde eine Blutprobe entnommen,

sowie am Ende der Studie nach 4 Wochen. Es

wurden mononukleare Zellen des peripheren Blutes oder

PBMC = peripheral blood mononuclear cells, das heißt die

für die Immunantwort wichtigen Lymphocyten und Monocyten,

kultiviert und deren Zahl als Ausdruck für den

Immunstatus flow-zytometrisch bestimmt.

Als globaler Marker für die Aktivität des Immunsystems

wurde γδ-T (Gamma-Delta-T, das ist ein immunologischer

Marker, der Auskunft über die Funktionsfähigkeit der ersten

Verteidigungslinie des Immunsystems gibt) bestimmt.

Es ergab sich in beiden Gruppen ein hoch signifikanter

Anstieg des γδ-T um 60 % (p


Ernährung | Prävention

Bedeutung sind: Chemokine, Tumornekrosefaktoren

(TNF), Interferone (IFN), Interleukine IL) und Koloniestimulierende

Faktoren (TNF).

IL-4, IL-10, TNF-α und IL-1α, also die für ein aktives Immunsystem

notwendigen Werte, waren in der Therapiegruppe

erhöht, also verbessert. Der MIP-1α/CCL3 (macrophage

inflammatory protein 1α/Chemokine C-C ligand 3)

als Entzündungsmarker war am Ende der Studie als Ausdruck

einer rückläufigen Entzündungsneigung erniedrigt.

Die Studienautoren kommen daher zum Ergebnis, dass

Lentinula edodes zu einer verbesserten Immunfunktion

führt und vor allem die auch bei gesunden jungen Erwachsenen

fast immer vorhandenen latenten Entzündungen,

die im Laufe des Lebens immer mehr kumulieren und

schließlich in Alterskrankheiten aller Art einmünden, neutralisieren

kann.

Eine weitere Studie aus dem Jahre 2014 ergab, dass Lentinula

edodes auch zur Schwermetallentgiftung eingesetzt

werden kann (4) : Cadmium in einer künstlichen Magensaftlösung

mit unterschiedlichen pH-Werten wurde Lentinula

edodes zugesetzt. Bei pH-Werten zwischen 2,5 bis 6 konnte

eine Adsorption von 65,12 mg Cadmium / g Magensaft

nachgewiesen werden. Bei sauren pH-Werten unter

2,5 konnte kaum eine Adsorption festgestellt werden. Bei

einem pH-Wert von 6 wurden 84 % des in der Lösung enthaltenen

Cadmiums innerhalb der ersten Minute ausgeschieden.

Im Fouriertransform-Infrarotspektrometer FTIR

konnte sichtbar gemacht werden, dass die Polysaccharide

der Zellwand von Lentinula edodes eine schwammartige

Oberflächenstruktur erzeugen, welche das Schwermetall

wie ein Schwamm an sich bindet. Die Autoren kommen

deshalb zu dem Ergebnis, dass Lentinula edodes zur nebenwirkungsfreien

Schwermetallentgiftung geeignet ist.

Autor

Dr. med. habil Dr. rer. nat.

Karl J. Probst

Arzt für Naturheilkunde und Alternativmedizin,

Naturwissenschaftler,

Begründer der Rohkostbewegung in

Deutschland, wissenschaftlicher

Berater, Fachlicher Beirat des NEM e.V.

Im Hinblick auf die inzwischen weltweit bald nicht mehr

bezahlbaren Kosten der Zahnerhaltung könnte für so manchen

eine Studie aus dem Jahre 2016 von Interesse sein, in

der eine starke antimikrobielle Wirkung von Lentinula edodes

nachgewiesen werden konnte (5) : Mehrere Inhaltsstoffe

sind für diese antimikrobielle und antikariöse Wirkung

verantwortlich, wie Erythritol, Opalsäure, die auch einen

Bestandteil der natürlichen Harze bildet, der terpenoide

Naturstoff Carvacrol, das Nukleosid Adenosin und andere,

denen auch eine antikariöse Wirkung nachgesagt wird.

Eine der hauptsächlichen Wirkungen dieser Wirkstoffe

liegt darin, dass sie die Ausbildung des Biofilms verhindern,

mit welchen sich die Mikroorganismen maskieren,

indem sie sich mit dem Zahnschmelz, der zu 95 % aus

Hydroylapatit besteht, verbinden. Dieser Mechanismus

der Biofilme und wie man diesen Teufelskreis, der für eine

Vielzahl chronischer Erkrankungen, wie Borreliose und

Multipler Sklerose verantwortlich gemacht werden muss,

wurde vom Verfasser in einem Beitrag in der Zeitschrift

„Wandmaker aktuell“ genau beschrieben (6) .

In der vorliegenden Studie konnten die Studienautoren

ebenfalls nachweisen, dass Lentinula edodes die Ausbildung

eines dentalen Biofilms mit dem Zahnschmelz verhindert

und darüber hinaus auch die Signalübertragung der

für Karies hauptverantwortlichen Streptococcus mutans

unterbricht. Diese Unterbrechung ist bereits früher in

verschiedenen in vitro- und in vivo-Studien nachgewiesen

worden. Aus diesem Grund kann Lentinula edoddes auch

gegen Zahnfleischentzündung, gegen Mykosen und gegen

Virusinfekte eingesetzt werden. «

Quellen:

(1) Ahn H 1 , Jeon E 1 , Kim JC2, Kang SG 3 , Yoon SI 4 , Ko HJ 5 , Kim PH 3 , Lee GS 6 .: Lentinan from shii¬take selectively attenuates AIM2 and non-canonical

inflammasome activation while induc¬ing pro-inflammatory cytokine production. Sci Rep. 2017 May 2; 7(1):1314. doi: 10.1038/s41598-017-01462-4.

(2) Drori A 1 , Shabat Y 1 , Ben Ya'acov A 1 , Danay O 2 , Levanon D 2 , Zolotarov L 1 , Ilan Y 1 .:

Extracts from Lentinula edodes (Shiitake) Edible Mushrooms Enriched with Vitamin D Exert an Anti-Inflammatory Hepatoprotective Effect.

J Med Food. 2016 Apr; 19(4):383-9. doi: 10.1089/jmf.2015.0111. Epub 2016 Mar 30.

(3) Dai X 1 , Stanilka JM 1 , Rowe CA 1 , Esteves EA 2 , Nieves C Jr 1 , Spaiser SJ 1 , Christman ´ßMC 3 , Langkamp-Henken B 1 , Percival SS 1 . :

Consuming Lentinula edodes (Shiitake) Mushrooms Daily Improves Human Immunity: A Randomized Dietary Intervention in

Healthy Young Adults. J Am Coll Nutr. 2015; 34(6):478-87. doi: 10.1080/07315724.2014.950391. Epub 2015 Apr 11.

(4) Qiao X 1 , Huang W 2 , Bian Y 3 . Effective removal of cadmium ions from a simulated gastroin¬testinal fluid by Lentinus edodes.

Int J Environ Res Public Health. 2014 Dec 1; 11(12):12486-98. doi: 10.3390/ijerph111212486

(5) Avinash J 1 , Vinay S 1 , Jha K 1 , Das D 1 , Goutham BS 1 , Kumar G 1 .: The Unexplored Anticaries Po¬tential of Shiitake Mushroom.

Pharmacogn Rev. 2016 Jul-Dec;10(20):100-104. doi: 10.4103/0973-7847.194039.

(6) Dr. Karl Probst: Biofilme als Generalschlüssel zum Verständnis chronisch-therapieresistenter Erkrankungen. Wandmaker aktuell Nr. 2/2017

Fotos: ExQuisine – Fotolia (S. 39), F16 ISO100 – Fotolia (S. 41), akepong – Fotolia (S. 43), maksim masalski – Fotolia (S. 45), ExQuisine – Fotolia (S. 47)

Nutrition-Press 47


Buchvorstellung von Beate Berg und Prof. Dr. Jan I. Lelley | Unsere Empfehlung:

Kompendium der Mykotherapie –

Einsatz von Vitalpilzen in

Prävention und Therapie

Dieses Buch ist interessant für alle, die Heilpilze unter ernährungsmedizinischen

Aspekten therapie-begleitend anwenden möchten.

Beate Berg & Prof. Dr. Jan I. Lelley

Kompendium der Mykotherapie

ISBN 978-3-935407-16-8

(Sonderausgabe)

ca. 213 Seiten

Herausgeber: naturaviva Verlags GmbH

zu beziehen bei:

GAMU GmbH

Hüttenallee 241

D- 47800 Krefeld

In der Heilkunde der Antike waren sie bereits bekannt,

sogar Ötzi nutzte sie und die Traditionelle Chinesische

Medizin bedient sich ihrer seit eh und je, der fast in

Vergessenheit geratenen Heilkräfte der Pilze. Heute

gibt es immer mehr Forschungsprojekte, die nun wissenschaftlich

nachweisen, was die Naturheilkunde schon

lange wusste.

Die therapeutische Verwendung von Pilzen hat in China

eine lange Tradition. Im Westen wird man erst aufmerksam

auf diese hochwirksamen Heilmittel, seitdem immer

Aus dem Inhalt:

• Die Welt der Pilze

• Pilze zur Prävention und Therapie von Gesundheitsstörungen

• Mykotherapie in der TCM und ostasiatischen Medizin

• Pilze in der traditionellen europäischen Medizin

• Grundlagen der modernen Mykotherapie

• Krankheitsvorbeugende und therapeutische

Wirkung von Pilzen

• Praxis der Mykotherapie

mehr positive klinische Studien zu Heilpilzen erscheinen.

Aufgrund der steigenden Bedeutung blieb die Entwicklung

der Mykotherapie auch den Medien nicht verborgen. Sie

befassen sich oft und gerne mit Pilzen und bieten Informa-tionen

über deren Heilkraft an. Nicht alle schaffen

es dabei, korrekt und sachlich zu bleiben, was die Orientierung

für das Publikum erschwert. Hin und wieder wird

der Eindruck erweckt, man könne mit Vitalpilzen nahezu

alles heilen. Dabei ist eine fast unüberschaubare Fülle von

mehr oder weniger sachlichen und teilweise nicht verständlichen

Informationen im Umlauf, sodass sowohl Laien

wie auch in Mykologie (Pilzwissenschaften) unerfahrene

Therapeuten kaum noch durchblicken und verunsichert

sind. Aus diesem Grund möchten die Autoren Beate Berg

und Prof. Dr. Jan. I. Lelley hier nun eine kurze Zusammenfassung

der wichtigsten Informationen über Vitalpilze und

Einführung deren Einsatzmöglichkeiten in der Therapie

bieten. Mit einer Auswahl der zwölf wichtigsten Speiseund

Heilpilze mit Inhaltsstoffen und Anwendungsbeispielen

sowie Therapievorschlägen für über 100 Krankheitsbilder,

zeigen die Autoren in diesem Buch gut verständlich,

was in welcher Form eingesetzt werden kann.

Neben den bekannten wie Reishi, Brasil Egerling (ABM)

und jenen der Gattung Cordyceps werden hier auch beliebte

Speisepilze wie Champignon oder Shiitake gezeigt,

die anhand ihrer Inhaltsstoffe einen wichtigen Beitrag für

die Gesundheit leisten können.

Einführung

Der Ausdruck Mykotherapie kam 1997 zum ersten Mal

durch den Mitautor dieses Buches, Professor Jan I. Lelley,

in Umlauf. Sie steht für die Verwendung von Pilzen und

48 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

In den zurückliegenden 16 Jahren hat dieses Naturheilverfahren,

das tief in der traditionellen europäischen und

asiatischen Medizin verwurzelt ist und seit etwa 50 Jahren

zunehmend durch moderne Forschung wissenschaftlich

bestätigt wird, erheblich an Bedeutung gewonnen. Zubereitungen

aus mehr als einem Duzend

Großpilzen (Makromyceten)

werden bei uns von zahlreichen

Unternehmen zur Selbstmedikation

angeboten, aber auch von

Therapeuten empfohlen und verschrieben.

Die Produkte gelten als

Nahrungsergänzungsmittel.

pilzlichen Substanzen, die der Vorbeugung und Therapie

von Gesundheitsstörungen bei Menschen und Tieren dienen

können.

Das Kompendium der Mykotherapie

ist das erste seiner Art in der deutschsprachigen

Fachliteratur. Es wurde auf der Grundlage von

anerkannten wissenschaftlichen Informationen und jahrelangen

praktischen Erfahrungen zusammengestellt. Es

enthält neben Informationen über die wichtigsten Heilpilze,

ihre Kultivierung, Inhaltsstoffe und Wirkung Therapievorschläge

für mehr als 100 Krankheitsbilder sowie interessante

Fallbeispiele aus der täglichen Praxis. «

Fotos: ExQuisine – Fotolia (S. 48), gitusik – Fotolia (S. 49)

Über die Autoren

Beate Berg

Beate Berg, geboren in Witten/

Ruhr, beschäftigte sich aus

persönlichen Gründen schon

frühzeitig mit den Möglichkeiten

von Naturheilverfahren. Ihre Erfahrungen

mit Therapien, Erfolge

und Grenzen naturheilkundlicher

Behandlungen gibt Sie durch die

Mitarbeit bei Presse und Fernsehen

– unter anderem in der

Hobbythek mit Jean Pütz und in beratender Funktion bei einer

Gesundheitssendung mit Hera Lind – weiter.

Beate Berg ist Heilpraktikerin. Sie führt seit mehr als 25 Jahren

das Zentrum für Naturheilverfahren in Witten, mit dem Hauptaugenmerk

auf orthomolekulare Medizin und Mykotherapie. Weitere

Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die klassische Homöopathie

und die Akupunktur. Sie ist eine gefragte Referentin, wenn es um

den Einsatz von Heilpilzen in der täglichen Praxis geht.

Prof. Dr. Dr. h.c. Jan I. Lelley

Prof. Dr. Dr. h.c. Jan I. Lelley ist

seit über 40 Jahren ausgewiesener

Wissenschaftler auf

dem Gebiet der angewandten

Mykologie und Professor

für angewandte Pilzkunde

an der Universität Bonn.

Neben seinen Vorlesungen an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität

in Bonn über Nutzpilze, ihre Biotechnologie

und Produkte hat er sich seit mehr als 15 Jahren auf Pilze mit

Heilkraft spezialisiert. Er ist Gründer und Geschäftsführer der

Gesellschaft für angewandte Mykologie und Umweltstudien

GmbH (GAMU) in Krefeld. Die Haupttätigkeit der Gesellschaft

ist die Durchführung von Untersuchungs- und Forschungsvorhaben

mit Nutzpilzen. Schwerpunkt ist die Entwicklung und

Optimierung der Biotechnologie der Nutzpilze.

Nutrition-Press 49


Sind die Vitamine

C ( Ascorbinsäure) und E (Tocopherole)

lebensnotwendig oder schädlich?

als auch einer Abschwächung der Krankheitssymptome

führt. Für die Aufnahme bis zu 2000 g /Tag besteht für

Menschen kein gesundheitliches Risiko. Eine Hypervitaminose

(Erkrankung durch Überdosierung) für Vitamin C ist

nicht bekannt (6) .

Ascorbinsäure wird von Pflanzen gebildet. Auch Tiere

können ihren Bedarf durch Eigensynthese selbst decken.

Ausgenommen sind Affen, Meerschweinchen und auch

der Mensch. Ihnen fehlt das Enzym L–Gulonolacton-Oxidase,

um aus der im Körper vorhandenen Glucose das

Vitamin C zu synthetisieren. Dies bedeutet jedoch nicht,

dass durch die fehlende Eigenproduktion kein Bedarf des

Menschen an Ascorbinsäure besteht. Nein, er muss dieses

Vitamin ständig mit seiner Nahrung aufnehmen. Eine

der bekanntesten biologischen Funktionen von Ascorbinsäure

besteht in der Verhütung von Skorbut, eine von

Seefahrern früherer Jahrhunderter sehr gefürchtete Erkrankung.

Bei einem massiven Vitamin C – Mangel treten

bereits nach wenigen Monaten Störungen des Stoffwechsels

im Bindegewebe auf (mangelnde Bildung von Kollagen

in Knochen, Gelenken und Blutgefäßen). Es kommt u.a. zu

Zahnfleischbluten sowie Knochen- und Gelenkveränderungen.

Wohl weniger bekannt ist, dass Vitamin C für die

ständige Gesunderhaltung des Menschen eine erhebliche

Bedeutung besitzt. So sollte eine Aufnahme von Ascorbinsäure

bei einer Erkältung zwischen 50 mg und 2,0 g / Tag

über 8 – 10 Tage betragen (6). Mit einer längerfristigen,

täglichen Aufnahme von Ascorbinsäure kann einer Erkältung

vorgebeugt werden. Diese Mengen müssten jedoch

spätestens ab Erkältungsbeginn eingenommen werden,

um die mit dieser Erkrankung verbundenen, unangenehmen

Nebenerscheinungen zu vermeiden. Hierbei kommt

es u.a. zu einem Abfall von Vitamin C vor allem in den

Leukozyten und im Plasma. Vorliegende Untersuchungen

deuten darauf hin, dass eine prophylaktische Aufnahme

von Ascorbinsäure zur Verkürzung der Krankheitsdauer

Eine weitere, wesentliche biologische Funktion der Ascorbinsäure,

ist ihre Säureeinwirkung gegen die Besiedlung

der Magenschleimhaut mit dem Bakterium Helicobacter

pylori. Hierdurch wird die Bildung von Magengeschwüren –

Magenkrebs – verhindert. Allein diese Beispiele sollten

im Hinblick auf die Gesunderhaltung des Menschen für

eine positive Beurteilung von Vitamin C ausreichend sein.

Die höchsten Vitamin C-Gehalte besitzen Früchte (Hagebutten,

schwarze Johannisbeeren) und Gemüse (Paprika,

Brokkoli,Rosenkohl). Nach der Ernte, während des Transportes,

der Lagerung und insbesondere während der Verarbeitung

(u.a. Kochprozess) treten erhebliche Verluste

auf, so dass eine tägliche, ausreichende Versorgung vielfach

nicht erreicht wird.

Tocopherole werden gleichfalls nur von Pflanzen gebildet.

Sie sind primär Bestandteil biologischer Membranen

und wirken als Antioxidantien, um Membranlipide,

Lipoproteine und Depotfette vor deren Oxidation

zu schützen. Auch wird im Verlauf der Zellatmung der

ständig benötigte Sauerstoff nicht vollständig zu Wasser

reduziert, sondern es entstehen bei diesen biologischen

Abläufen auch reaktive Zwischenprodukte – freie Radikale.

So unterliegen die mit der Nahrung aufgenommenen

50 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Fette, vor allem die lebenswichtigen, mehrfach ungesättigte

Fettsäuren im Körper der Gefahr einer Oxidation, bei

der gleichfalls Radikale gebildet werden. Dieser oxidative

Vorgang wird durch Tocopherole unterbrochen.

Über die Wirksamkeit von Vitamin E im Hinblick auf die

Gesunderhaltung von Menschen wurde bereits 1993 in

der Schriftenreihe der Nordrheinischen Akademie für

ärztliche Fort- und Weiterbildung von 15 Wissenschaftlern

aus den USA, Österreich, Niederlanden, Großbritannien,

Kanada und Deutschland ausführlich über den gesundheitlichen

Nutzen von Vitamin E als präventives Pharmaka

berichtet (3) .

Einer dieser Beiträge ist von Prof. Dr. H. Esterbauer (4) verfasst

und trägt den Titel „Vitamin E und Arteriosklerose“.

Darin wird über den Nachweis berichtet, dass ein Mangel

an Vitamin E zur Umwandlung der Lipoproteine geringer

Dichte (LDL) in die oxidierte Form (oLDL) führt. Dieses

bildet dann Lipid beladenen Schaumzellen, die zu Arteriosklerosen

führen, einer Verdickung der Intima – der inneren

Schicht von Arterien, Venen, Lymphgefäßen. Letztlich

kommt es durch diese (oLDL) zur Ansammlung von

Schaumzellen zu entzündlichen Gefäßverschlüssen mit

ihren schwerwiegenden, gesundheitlichen Folgeschäden.

Radikale

Seit seiner Geburt ist der Mensch Auswirkungen des Sauerstoffs

der Luft und damit Oxidationsprozessen ausgesetzt,

die zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen

können. Aus dem Grunde besitzt er ein körpereigenes

enzymatisches, antioxidatives Abwehrsystem (Superoxid-Dismutase

, Katalase, Glutathionperoxidase). Radikale

entstehen auch durch die Aufnahme mehrfach ungesättigter

Fettsäuren mit der täglich Nahrung. Weiterhin werden

im Zusammenhang mit der Energiegewinnung in den

Mitochondrien erheblich Mengen an Radikalen gebildet,

deren schädigende Wirkungen durch das Antioxidans Vitamin

E verhütet werden können.

Es besteht jedoch im menschlichen Körper auch die Notwendigkeit

von Radikalen u.a. im Zusammenhang mit der

Bildung des Schildrüsenhormons T3 aus dem pro Hormon

T4. Der Überschuss des hierzu gebildete Wasserstoff-Peroxid

( H2 O2) würde jedoch zu erheblichen Schäden

der Schilddrüse führen, wenn er nicht durch die Selen

abhängige Glutathion – Peroxidase zu Wasser reduziert

wird. Entscheidend ist, dass im Körper gebildete radikale

Radikale in einem Gleichgewicht zu Antioxidantien stehen.

Hierzu ist auch Vitamin E erforderlich.

Effektivität und Risiken der

Supplementierung mit Antioxidanzien

Unter diesem Titel haben Prof. Birringer und Prof. Ristow

eine Publikation (Teil 1 und 2) 2011 veröffentlicht, die

sich u.a. mit kardiovaskulären Erkrankungen (CVDs), Erkrankungen

des Herz-Kreislauf-Systems (Bluthochdruck,

Herzinfarkte, hämorrhagische Schlaganfälle, Herztod befassen.

Beide kommen aufgrund von Beobachtungen über

280 000 Patientenjahre zu der klaren Aussage, dass die

Supplementierung mit Antioxidantien keinen positiven

Einfluss darauf hat, nicht an kardiovaskulären Ereignissen

zu erkranken (1) .

Im Gegenteil sind sie der Auffassung, dass mehrere ihrer

Studien auf negative Auswirkungen von Antioxidantien

hindeuten, gerade bei den Einnahmen von hochdosiertem

Vitamin E (Wo beginnt eine Hochdosierung?). Beiden

Professoren waren anscheinend die von 13 namhaften

europäischen und USA – Wissenschaftler bereits 1993

publizierten Beiträge (3) über „Vitamin E in der modernen

Medizin“ völlig unbekannt - oder?

Im 2. Teil der Ausführungen von Prof. Birringer und

Prof. Ristow wird u.a. herausgestellt, dass die kardiovaskuläre

Gesamtmortalität (akute Koronarsyndrom, inkl.

Herzinfarkt, Schlaganfall sowie kardiovaskuläre Mortalität)

in einer Studie über 2,2 Mio. Patientenjahre (!), einen

deutlichen positiven Effekt eines vermehrten Obst- und

Gemüse – Verzehrs ergibt. „Dieser Effekt kann wahrscheinlich

nicht auf den Gehalt an Antioxidantien dieser

Lebensmittel zurückgeführt werden, da die Supplementierung

mit Antioxidantien (in Tabletten) keinerlei positive

Effekte zeigte (1) . Beide Professoren kommen letztlich zu

dem Ergebnis, dass eine Supplementierung mit Antioxidantien

eher schädlich ist.

Versuche an Fadenwürmern

durch Prof. Dr. M. Ristow

Über etwa 15 Jahre befasst sich Prof. Dr. M. Ristow –

ehemals an den Universität Potsdam–Rehbrücke, dann

Jena und heute an der ETH - Zürich tätig, in zahlreichen

Beiträgen mit der menschlichen Ernährung und deren

Ergänzung durch Antioxidantien. Nach seinen Angaben

lässt sich jedoch „ aus Kohortenstudien mit Antioxidantien

über 10 Mio. Probandenjahre“ nicht ableiten, dass die

Entstehung von Krebs durch eine Versorgung mit den Vitaminen

C und E über einen gesteigerte Verzehr von Obst

und Gemüse verhindert wird, nicht aber durch antioxidative

Nahrungs-Ergänzungsmittel zu gewährleisten ist (1) .

Damit stellt sich die Frage, aus welchen Gründen u.a. die

Nutrition-Press 51


Vitamine C und E aus Obst und Gemüse besser wirksam

sind als aus Nahrungsergänzungsmitteln. Sind doch diese

Vitamine von Früchten und Gemüse in deren Zellen gespeichert,

die zunächst aufgeschlossen – verdaut werden

müssen. Bestes Beispiel ist das Carotin in rohen Möhren,

das praktisch erst nach Erhitzung – Kochen – freigesetzt

und damit verfügbar wird. Die Aussage von Prof. Ristow ist

demnach unrichtig.

Kritikpunkt solcher Studienergebnisse über mehrere Millionen

Probandenjahre ist ihre mangelnde Kombinierbarkeit.

Es werden hier verschiedene Studien kombiniert, die

sowohl Unterschiede in der Studienqualität, in der Behandlung

und der Auswahl der Studienpopulationen enthalten.

So kann man sagen, dass hier „Äpfel und Birnen“

verglichen werden.

Exakte Ernährungsversuche sind mit einer übergroßen

Zahl von Menschen jedoch nicht exakt durchführbar, weil

eine ständige, genaue Erfassung der gesamten, täglich

aufgenommenen Nahrung wie auch deren Inhaltsstoffe

gesunden Radikalfänger“ Redaktion: Claudie Heiss

Seit einigen Jahren wankt die alte Vorstellung über den

bösen „antioxidativen Stress durch freie Radikale“ (2)

In dieser TV-Sendung war Prof. Ristow auf dem Bildschirm

zu sehen. Er wollte zeigen, wie mit einer Vollpipette Fadenwürmer

gefüttert werden, die im Schnitt 18 Tage lang

leben. Die enthaltene Flüssigkeit in der Pipette sollte eine

Chemikalie (?) sein, die die Produktion freier Radikale der

Fadenwürmer ankurbelt.

Durch die „Extra–Portion Radikaler“ lebten

die Nematoden nicht kürzer, sondern länger,

durchschnittlich statt 18 Tage nun 21 Tage. (2) .

In einem zweiten Experiment bekamen die

Fadenwürmer erneut die gleiche Chemikalie,

die die Radikalbildung verstärkt und zusätzlich

die Vitamine C und E.

Diese beiden Antioxidantien sollten die positiv

wirksamen Radikale „unschädlich“ machen.

hierfür notwendig wäre. Es müssten die Gehalte der zur

Prüfung anstehenden Inhaltsstoffe ( z.B. Vitamine C und

E) analytisch bestimmt und nicht nur nach Tabellenwerten

berechnet werden. Dies führt zu erheblichen hohen technischen

wie auch finanziellen Aufwendungen.

Prof. Ristow folgert jedoch aus solchen Mega -Studien mit

einer Vielzahl von Menschen und über viele Jahre, dass

zwischen der Aufnahme von Vitamine C und E durch den

Verzehr von Obst und Gemüse auf der einen Seite und auf

der anderen – der Aufnahme von antioxidativ wirksamen

Vitamine C und E – ein Missverhältnis (Diskrepanz) bestehe.

Somit könne „nach aktuellem Stand der Wissenschaft

eine Supplementierung mit Antioxidantien nicht empfohlen

werden, da diese keine positive Auswirkungen auf die

Gesundheit haben“ (1) .

„Die Wahrheit über Vitamine“

Sendung „Quarks & Co“ (WDR vom 15.04.2015)

„Gute Vitamine, böse Vitamine, vom Mythos der

Das Ergebnis entsprach der Vorgabe:

durch die Vitamingaben (C und E) lebten die

Tiere nur noch 18 Tage (2 ) .

Die Verkürzung der Lebenszeit von Fadenwürmern durch

die Zugabe der Vitamine C und E und damit „Ausschaltung

der zugesetzten Radikale“ war für Prof. Ristow der

Beweis, dass beide Vitamine letztlich auch für den Menschen

schädlich sein müssen. Vor allem können Vitamin-

Tabletten den Verzehrt von Obst und Gemüse nicht ersetzen,

denn dieses sei offensichtlich gesundheitsfördernd,

obwohl sie Antioxidantien enthalten (1) .

Auch scheinen Prof. Ristow die angeführten Versuche und

wissenschaftlichen Erkenntnisse mit Vitaminen E (3) unbekannt

zu sein, die nicht mit Obst und Gemüse sondern mit

Vitaminen (Nahrungsergänzungsmitteln) erfolgten. Eine

solche Auswahl von Publikationen über die Wirksamkeit

von Vitamin E liegt in der bereits angeführten Schriftenreihe

der Nordrheinischen Akedemie für ärztliche Fort- und

52 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Weiterbildung der Ärztekammer von 1993 (3) vor. So sind

u.a. in den Bänden „Ernährungsmedizin“ sowie „Vitamine,

Spurenelemente und Mineralstoffe“ der Verlage Thieme

sowie Springer umfassende Ausführungen von anerkannten

Wissenschaftlern über die Funktionen und gesundheitliche

Wirksamkeit der Vitamine C und E abgehandelt.

Zwischen der Ernährung des Menschen

und der von Nematoden bestehen jedoch

erhebliche Unterschiede

Die Nahrungsaufnahme des Menschen unterscheidet sich

erheblich von der der Nematoden, insbesondere durch

einen rel. hohen Verzehr von Fetten / Ölen (etwa 30 %) –

insbesondere mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Hier

besitzt das Vitamin E eine besondere Funktion, nämlich

die Verhütung ihrer Oxidation. Vor allem unterliegen die

lebenswichtigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren

schnellen Oxidationsprozessen.

Nematoden ernähren sich jedoch einseitig von Bakterien.

Diese Nahrungsaufnahme unterscheidet sich erheblich

Prof. Ristow jedoch ohne Einschränkungen – 1:1 – auf den

Stoffwechsel des Menschen. Eine völlige Fehlbeurteilung.

Wenn Prof. Ristow jedoch glaubt, die an Menschen nachgewiesen

positive Funktionen der Vitamine C und E durch

Versuche an Fadenwürmern korrigieren zu können oder

zu müssen und diese, seine Erkenntnisse, bereits über

15 Jahre in Publikationen häufig verbreitet hat, dann ist

dies eine beunruhigende Tendenz in der Wissenschaft. Unglaubhaft

ist auch die Aussage von Prof. Ristow, dass Obst

und Gemüse offensichtlich gesundheitsfördernd seien, ob

wohl diese Antioxidantien – Vitamin C und E - enthalten (1) .

„Der gesteigerte Verzehr von Obst und Gemüse kann nach

der Datenlage mit insgesamt 10 Mio. Probandenjahren

ohne Einschränkung befürwortet werden, und lässt sich

durch antioxidative Nahrungsergänzungsmittel nicht ersetzen“,

so Prof. Birringer u. Prof. Ristow (1) . «

Fazit:

Es gibt genügend Studien, die beweisen,

dass Vitamine C und E für den Menschen wie

auch Tiere lebensnotwendig sind, wie dies

bereits einleitend angeführt worden ist.

Fotos: M. Schuppich – Fotolia (S. 50), ExQuisine – Fotolia (S. 50),

Sebastian Kaulitzki – Fotolia (S. 51),stockphoto-graf – Fotolia (S. 52)

Autor

Prof. Em Dr. Ing. agr. Wilhelm Hartfiel

Sebastian-Kneipp-Straße 17

53879 Euskirchen

von der des Menschen. Aus diesen angeführten Gründen

ist eine Übertragung möglicher schädlicher Wirkungen der

Vitamine C und E von den Erkenntnissen an Nematoden

auf den Menschen -1:1- unzulässig und damit falsch.

Vitamin C und E haben nach Prof. Ristow

jedoch eine schädliche Wirkung,

auch für den Menschen

Eine Übertragung der Untersuchungsergebnisse von

Prof. Ristow an Fadenwürmern über die Wirkung der Vitamine

C und E – führt zu einer völlig falschen Beurteilung der

Vitamine C und E im Hinblick auf die gesundheitlichen Wirksamkeit

bei Menschen wie auch Nutztieren. Die nach seinen

Ergebnissen eintretende Verkürzung der Lebenszeit von

Fadenwürmern um etwa 2 bzw. 3 Tage – von 21 bis etwa

18 Tage – durch die Vitamine C- und E – Zulagen ist nicht

auf den Menschen übertragbar, weil die Ernährung der

Nematoden (Bakterien) sich grundlegend von der des

Menschen unterscheidet. Diese negative Wirkung der Ascorbinsäure

und Tocopherole bei Nematoden überträgt

Literaturverzeichnis

1) Birringer, M. u. Ristow, M., Effektivität und Risiken

der Supplementierung mit Antioxidantien,

Ernährungs-Umschau 2012, Teil 1 u.2, S. 10-14, 142-146

2) Schultes, Eva, Gute Vitamine? Böse Vitamine,

Quarks & Co Die Wahrheit über Vitamine,

WDR,14.04,2015, http: www.quarks, de

3) Schmidt K.-H, Wildmeister W, Vitamine in der

modernen Medizin, Band 8, Schriftenreihe der

Nordrheinischen Akademie für ärztliche Fort- und

Weiterbildung, Ärztekammer Nordrhein, Kassenärztliche

Vereinigung Nordrhein MKM Verlagsgesellschaft

Lebengries / Obb.chaft

4) Esterbauer, H., Vitamin E und

Arteriosklerose in (3), 21 – 29

5) Klein, Abbildung von Obst und Dose mit Ascorbinsäure,

Titel: Vitaminpräparate steigern Diabetes - Risiko,

Wissenschaftler aus Jena und Leipzig erforschen

Antioxidantien, Kirchenzeitung Köln, Ausgabe 37/09

vom 11.September 2009 S. 49

6) Biesalski, H.-K., Köhrle J, Schümann K., Vitamine,

Spurenelemente und Mineralstoffe, Thieme-Verlag 2002

Nutrition-Press 53


Sango Meereskoralle –

Mineralstoffwunder aus dem Meer

Kennen Sie die "Insel der Hundertjährigen”? Sie liegt am Rand des ostchinesischen Meers – genauer, es ist die

japanische Insel Okinawa. Die Insel befindet sich auf dem ehemaligen Korallenriff der weißen Sango Meereskoralle,

welche das Trinkwasser der Insel filtert und mit unvergleichlich wertvollen Mineralstoffen und Spurenelementen in

ionisierter Form anreichert. Wissenschaftliche Studien haben den Zusammenhang zwischen der langen vitalen

Lebenserwartung der Bevölkerung Okinawas und dem Sango Korallenwasser belegt. 1

Lebenslange Vitalität

Aktiv. Produktiv. Gesund. Und das bis ins hohe Alter. Wer

wünscht sich das nicht? Um dieses zu erreichen bedarf es

nicht nur einer ausgewogenen Lebens- und Ernährungsweise,

sondern u.a. auch einer ausreichenden Zufuhr von

Mineralstoffen und Spurenelementen in richtiger Dosierung

und Korrelation.

Nach Ansicht des zweifachen Nobelpreisträgers Dr. Linus

Pauling sollten 2/3 unserer Nahrungsaufnahme Mineralstoffe

sein. Denn, so seine Aussage: “Jede Krankheit ist

direkt auf einen Mineralstoffmangel zurückzuführen”. Die

Sango Meereskoralle kann hier zu einer Optimierung der

Mineralstoffaufnahme mehr als nur beitragen.

Zusammensetzung und Inhaltsstoffe

Die Sango Meereskoralle ist in ihrer Zusammensetzung

einzigartig. Das weiße Korallenpulver enthält mehr als 70

lebenswichtige Mineralstoffe und Spurenelemente.

Korallen Calcium und Magnesium –

ein höchst effektives Team.

Der Anteil der Makromineralien Calcium mit ca. 20% und

Magnesium von ca. 10% ist dabei besonders hoch, und

liegt im optimalen Calcium-Magnesium-Verhältnis von 2:1

vor. Dieses Verhältnis lässt die Mineralstoffe als Team zur

absoluten Höchstleistung auflaufen, denn der Mensch

resorbiert und verwertet diese beiden Mineralstoffe nur

ideal im Verhältnis 2:1. 2 Hierbei zeigt sich auch der ausschlaggebende

Vorteil gegenüber reinen Calcium- oder

Magnesiumpräparaten, welche in falscher Dosierung

sogar zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen

können. 3

Calcium ist zu fast 100% in menschlichen Knochen und

Zähnen enthalten. Calcium sorgt für deren Mineralisierung

und Stabilität; zugleich sind die Knochen unser Calciumreservoir.

Darüber hinaus ist Calcium für die Aktivierung

des Blutgerinnungssystems und für die Funktion

jeder Körperzelle von entscheidender Bedeutung, da es

die Zellmembranen stabilisiert, an der Reizübertragung im

Nervensystem beteiligt ist und als Cofaktor enzymatischer

Reaktionen dient.

Magnesium ist an mehr als 300 enzymatischen Prozessen

als Cofaktor beteiligt. Dazu zählen insbesondere auch die

Enzyme, die ATP bilden oder verbrauchen. Es ist auch für

die Transkription von DNA und RNA entscheidend wichtig.

Ebenso für Enzyme, welche an der Synthese von Proteinen,

Lipiden, Antioxidantien, Immunoglobulinen und

Prostaglandinen beteiligt sind. 4 Ein niedriger Magnesiumspiegel

bedeutet daher u.a. schwache Zellenergie. Zudem

macht Magnesium den Körper widerstandsfähiger gegen

Stress. Aufgrund der bedenklichen Bodenerschöpfung

und Praktiken der konventionellen Landwirtschaft sollte

jeder Magnesium supplementieren.

Umso bedeutender ist die Kombination dieser Makromineralien

in der Sango Meereskoralle. So versorgt bereits

eine kleine Tagesdosis des Korallenpulvers von 2,4 g

den Körper mit 576 mg Calcium und 266 mg Magnesium.

Damit wird mehr als die Hälfte des empfohlenen täglichen

Calciumbedarfs (1000 mg) und gleichzeitig fast der gesamte

tägliche Magnesiumbedarf (300 – 400 mg) gedeckt. 5

Die Sango Koralle beinhaltet zudem Hydroxyapatite, ein

Calciumprodukt im menschlichen Körper, welches insbesondere

in menschlichen Knochen (ca. 40%), Zahnbein

(ca. 70%) und Zahnschmelz (ca. 95%) vorkommt. 6 7

Am Beispiel der Osteoporose zeigte eine Studie aus dem

Jahr 2012, dass gerade die Kombination der Mineralstoffe

in der Koralle einen positiven gesundheitlichen Effekt bewirken

kann. So konnte die Studie zeigen, dass das Korallencalcium

zusammen mit Zeolith dem Knochendichteverlust

bei Frauen in der Menopause vorbeugen kann. 8

Weitere wertvolle Mineralstoffe

und Spurenelemente.

• Eisen – als essentielles Spurenelement für

Sauerstofftransport, Blutbildung und

Immunsystem unverzichtbar.

• Chrom – wichtig für den Stoffwechsel von

Kohlenhydraten und Fetten; positiver Einfluss auf

Cholesterin- und Blutzuckerspiegel.

• Silizium – für gesunde Haut, Haare,

Nägel, Knochen und Gelenke.

54 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

• Jod - lebenswichtig für die Bildung von

Schilddrüsenhormonen; für den Stoffwechsel

von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß.

• darüber hinaus u.a. Bor, Cäsium, Germanium,

Kalium, Kobalt, Kupfer, Lithium, Mangan,

Molybdän, Natrium, Nickel, Selen,

Vanadium, Wismut, Zink, Zinn.

Eigenschaften

Bei all den vorbenannten positiven Eigenschaften verwundert

es nicht, dass die Sango Meereskoralle als “Wunderwasser”

oder “Milch der Hundertjährigen” bezeichnet

wird. Sie liefert eben nicht nur die wichtigen Mineralstoffe

Calcium und Magnesium in dem für den menschlichen

Körper idealen Verhältnis 2:1; darüber hinaus liefert sie

über 70 weitere Mineralien und Spurenelemente und zwar

in einer Kombination, welche der des menschlichen Körpers

ähnlich ist.

Die Ähnlichkeit mit dem Aufbau menschlicher Knochen

ist sogar derart groß, dass die Sango Meereskoralle als

Kochenersatzmaterial hervorragend eingesetzt werden

kann. Insbesondere bei Zahnimplantaten kann die Sango

Meereskoralle fehlende Knochensubstanz im Kieferknochen

ersetzen. Unverträglichkeiten sind dabei ausgeschlossen,

zumal Studien zeigten, dass das körpereigene

menschliche Knochengewebe das Knochenimplantat aus

der Koralle langsam resorbiert und durch im weiteren Verlauf

durch neues Knochengewebe ersetzt. 9 10

Hohe Bioverfügbarkeit

Der “menschlichste Mineralstoffvorrat der Welt” 11 besitzt

aber noch eine weitere außergewöhnliche Eigenschaft.

Die Sango Meereskoralle hat eine verblüffend schnelle

und hohe Bioverfügbarkeit im menschlichen Organismus.

gesundheitlichen Problemen führen. Die Übersäuerung

des Körpers beschleunigt das Altern und greift die Mineralstoffreserven,

insbesondere das Calciumreservoir in

den Knochen an. Denn der Körper verwendet das basische

Knochencalcium zur Säureneutralisierung. Eine dauerhafte

Übersäuerung sollte daher unbedingt vermieden werden,

wobei u.a. eine Supplementierung mit Sango Meereskorallenpulver

helfen kann. Durch die ionisierte Form

von Mineralstoffen und Spurenelementen in der Sango

Meereskorallen können Mineralstoffreserven aufgebaut

werden, welche einen dauerhaften Säureausgleich bewirken.

14 Der Körper verwendet so anstatt des körpereigenen

Knochencalciums, das Korallencalcium zur Säureneutralisierung.

Die Mineralienüberschüsse können vom Körper

zur Remineralisierung von Zähnen, Knochen und Gelenken

verwendet werden; Haut, Haare, Nägel und das Bindegewebe

können stabilisiert werden. Mit anderen Worten: Die

Sango Meereskoralle ist ein natürliches Basenpulver. Das

Problem einer Übersäuerung des Körpers kann mit der

Sango Meereskoralle dauerhaft gelöst werden.

Landkorallen besitzen die hervorragenden

Eigenschaften nicht im selben Umfang.

Es ist für die Erhaltung der hervorragenden Eigenschaften

von ausschlaggebender Bedeutung, dass die Sango Koralle

aus dem Meer stammt und nicht vom Land gewonnen

wurde. Die Landkoralle ist Witterungs- und Umwelteinflüssen

ausgesetzt; wertvolle Mineralstoffe wurden durch Regen

ausgewaschen oder verschmutzt. Sie weist nicht das

optimale Verhältnis von Calcium und Magnesium 2:1 auf

und verfügt auch nicht über die Ionisierungspotenz. Folglich

fehlt ihr auch die entsprechende Bioverfügbarkeit.

100% Reinheit aus dem Meer ist zwingend erforderlich.

Das Geheimnis liegt darin, dass die Mineralstoffe und

Spurenelemente der Sango Meereskoralle in ionisierter

Form vorliegen. D.h. die Mineralstoffe liegen in der kleinsten

ungebundenen Form vor und können so nach der Einnahme

sehr leicht ins Blut gelangen sowie die Zellwände

und die Darmschleimhaut durchdringen. 12 Das enthaltene

Korallen-Calcium soll sogar in nur 20 Minuten im Blut verfügbar

sein, und zwar mit einer Bioverfügbarkeit von ca.

90%. 13 Dies schlägt herkömmliche Calciumpräparate aus

Carbonatverbindungen um Längen, welche idR. nur zu 20

bis 40% vom Körper resorbiert werden können.

Natürliches Basenpulver

Die ionisierte Form der Mineralstoffe beinhaltet zudem

den Vorteil – insbesondere in Bezug auf Calcium – dass

sie im menschlichen Körper alkalisch wirken und so einer

Übersäuerung im Körper entgegenwirken bzw. zur Entsäuerung

des Organismus aktiv beitragen.

Ein unausgeglichener Säure-Basen-Haushalt, welcher sich

in den sauren Bereich verschoben hat, kann zu ernsthaften

Nutrition-Press 55


Abhängig von Alter, pH-Wert des Blutes, Krankheiten und

Lebensweise kann eine Nahrungsergänzung mit Sango

Meereskoralle mittels einer Dosis von dreimal täglich 500

mg (Erhaltungsdosis, kein oder kaum Mineralstoffmangel)

bis 1.500 mg (deutlicher Mineralstoffmangel) erfolgen. 18

Verwendung

Die Sango Meereskoralle kann aufgrund ihrer hervorragenden

ganzheitlichen Eigenschaften in vielfältiger Weise

Verwendung finden. Hierbei ist u.a. zu nennen:

• Zur Remineralisierung des Körpers, z.B.

im Rahmen einer Heilfasten- oder Basenkur.

• Zum Entgiften, z.B. im Rahmen

eines Darmreinigungsprogramms.

• Gegen Bluthochdruck. 15

• Gegen Diabetes. 16

• Gegen Sodbrennen und Verdauungsbeschwerden.

• Zur Entspannung und gegen Nervosität und Angst. 17

Quellen:

1 The Okinawa Centenarian Study; http://www.okicent.org/study.html

2 https://www.zentrum-der-gesundheit.de/sango-koralle-calcium.html

3 Straub DA Calcium supplementation in clinical practice: a review of forms,

doses, and indications. Nutr Clin Pract. (2007); Reid IR, Bristow SM,

Bolland MJ Calcium supplements: benefits and risks. J Intern Med. (2015).

4 Watson RR et al. Magnesium in human health and disease. Humana Press,

2013.

5 https://www.zentrum-der-gesundheit.de/sango-koralle-calcium.html

6 J. Hu et al. Production and analysis of hydroxyapatite from Australian corals

via hydrothermal process. Journal of Materials Science Letters. (2001)

7 https://de.wikipedia.org/wiki/Hydroxylapatit#Vorkommen_in_Lebewesen

8 Banu J et al., "Dietary coral calcium and zeolite protects bone in a mouse

model for postmenopausal bone loss"Nutr Res. 2012 Dec;32(12):965-75.

9 Guillemin G et al.,"Comparison of coral resorption and bone apposition

with two natural corals of different porosities." J Biomed Mater Res.

1989 Jul;23(7):765-79.

10 Soost F et al.,"Natural coral calcium carbonate as alternative substitute in

bone defects of the skull." Mund Kiefer Gesichtschir. 1998 Mar;2(2):96-100.

11 http://www.gesundheitsinstitut-deutschland.de/sango-meeres-koralle/

12 Ishitani K et al.,"Calcium absorption from the ingestion of coral-derived

calcium by humans." J Nutr Sci Vitaminol (Tokyo). 1999 Oct;45(5):509-17.

13 Dr. Reinhard Danne, “Sango Meeres Korallen”.

14 http://sango-meeres-koralle.info/

15 Ishitani K, a.a.O.

16 Ishitani K, a.a.O.

17 Holt Stephen, “Natures Benefit From Coral Calcium” 2001.

18 http://sango-meeres-koralle.info/einnahme-und-dosierung-der-sangomeeres-koralle

19 Dr. Reinhard Danne.

Die Aufnahme kann unterschiedlich erfolgen:

• in Pulverform, welches in ausreichend Wasser

(ggf. mit Zitrone zur weiteren Verbesserung

der Bioverfügbarkeit) gerührt wird.

• mittels leicht schluckbarer und einfach

zu dosierender Kapseln.

• mittels gut kaubarer Tabletten.

Wichtig sind jedoch stets die Zufuhr von

ausreichend stillem Wasser sowie die Verteilung

der Dosierung über den Tag. So kann eine

ausreichende Aufnahme sichergestellt werden.

Nebenwirkungen

Keine. Abgesehen von sog. “Erstverschlimmerungsbeschwerden”

während der Entgiftung des Körpers in Folge

der heilenden Wirkung der Sango Meereskoralle. 19 «

Fazit

Gibt es das Mineralstoffpräparat für eine optimale Nahrungsergänzung?

Wenn man die Frage mit ja beantworten

möchte, so kommt die Sango Meereskoralle dem am

nächsten. Die Sango Meereskoralle ist natürlich, ganzheitlich,

basisch und optimal resorbierbar. Sie liefert Calcium

und Magnesium im optimalen Verhältnis 2:1, und zudem

mehr als 70 Spurenelemente in ionisierter Form. Sie wird

damit zu Recht als Mineralstoffwunder bezeichnet. Ihre

regelmäßige Einnahme schützt uns vor Zivilisationskrankheiten

wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes,

Bluthochdruck oder Osteoporose. Ein Wundermittel gegen

das Altern?! Die Menschen auf der japanischen Insel

Okinawa sind der lebender Beweis dafür.

Fotos: Sam D'Cruz – Fotolia (S. 54), arbalest – Fotolia (S. 55),

arbalest – Fotolia (S. 56)

Autor

Jürgen Langhals

Geschäftsführer der BAFOXX UG

in Münster/Westf.

Sozius der Kanzlei TLS

Rechtsanwälte in Recklinghausen

56 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Heimliche Gesundheitsexperten –

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe helfen Pflanzen, sich

an ihre Umwelt anzupassen. Sie wehren zum

Beispiel Fressfeinde ab, schützen vor Sonne,

Regen oder Pilzbefall, wirken als Wachstumsregulatoren

und dienen darüber hinaus als

Geschmacks-, Duft- oder Farbstoff. Sie helfen

jedoch nicht nur der Pflanze, sondern haben

auch Effekte auf die Gesundheit des Menschen.

Er profitiert durch den Verzehr von

Pflanzen, also von Obst, Gemüse, Nüssen,

Pilzen oder Kräutern von diesen Effekten.

Die Effekte sind vielfältig und können sowohl

heilend als auch prophylaktisch gegenüber

verschiedenen Krankheiten sein. So ist es zum

Beispiel allgemein bekannt, dass Resveratrol

ein Pflanzenstoff ist, der in Himbeeren, Kakaobohnen

und vor allem in roten Weintrauben

steckt. Er schützt nicht nur die Pflanze, sondern

wirkt auch antioxidativ auf menschliche Zellen.

Der Mix macht‘s

Die Beschäftigung mit sekundären Pflanzenstoffen und

ihrer möglichen oder tatsächlichen Wirkung auf die Gesundheit

des Menschen ist ein großes und sich schnell

entwickelndes wissenschaftliches Feld. In den letzten Jahren

wurden zahlreiche Studien – z. B. epidemiologische

Studien – veröffentlicht, die klare Hinweise zeigen, dass

es einen Zusammenhang zwischen Gesundheit und Ernährung

gibt und dass sekundäre Pflanzenstoffe eine wichtige

Rolle für die gesunde Ernährung spielen. Wenngleich

in vielen dieser Studien (noch) nicht klar herausgearbei-

tet werden kann, welche sekundären Pflanzenstoffe den

größten Einfluss auf die menschliche Gesundheit haben,

wird immer wieder bestätigt, dass sekundäre Pflanzenstoffe

ihre Wirkung gerade wegen ihres komplexen Gefüges

entfalten. Sie wirken also nicht isoliert sondern im

Verbund miteinander.

Erforschung kostenintensiv

Dies ist Segen und Fluch zugleich, wenn es um die wissenschaftliche

Anerkennung der Studien geht. Denn Kritiker

fragen oft nach der Evidenz von bestimmten, singulären

Stoffen, die isoliert in der Natur nicht vorkommen. Aufgrund

ihrer chemischen Struktur und funktionellen Eigenschaften

werden die sekundären Pflanzenstoffe in verschiedene

Gruppen eingeteilt: darunter z.B. Polyphenole,

Flavonoide, Stilbene, Glucosinolate, Monoterpene, Saponine

etc. Innerhalb jeder dieser Stoffgruppen finden sich

wiederum vielfältig modulierte chemische Strukturen,

wobei geringe Strukturunterschiede oft mit unterschiedlichen

Wirkungen einher gehen.


Wollte man zu singulären Stoffen medizinische Studien

anstellen, wären diese außerordentlich umfangreich und

kostenintensiv. Da pharmazeutische Unternehmen in der

Regel nicht erwarten, dass sich nennenswerte Gewinne

mit den Inhaltsstoffen von Pflanzen erzielen lassen, sind

diese häufig nicht bereit, solch umfangreiche Studien zu

sekundären Pflanzenstoffen zu finanzieren.

Naturheilkunde im Trend

Dennoch verzeichnet die Medizin seit Jahren einen Trend

in Richtung einer verstärkten Integration von Naturheilverfahren.

Denn auf diese Weise können die Nebenwirkungen

herkömmlicher Therapien reduziert werden, was

insbesondere für Allergiker und chronisch Kranke wertvoll

ist. Das 2010 gegründete Centre for Organismal Studies

Nutrition-Press 57


(COS) Heidelberg beschäftigt sich beispielsweise unter

anderem mit der Erforschung sekundärer Pflanzenstoffe.

Am dortigen Institut für organismische Biologie versucht

ein internationales Forscherteam unter der Leitung von

Professor Dr. Thomas Rausch herauszufinden, wie ganz

bestimmte Pflanzen die Bildung von sekundären Pflanzenstoffen

steuern. Hier hat jede Pflanzenart ihren eigenen

Mix und ihre Strategie. Ziel des Forscherteams ist es,

Wege zu finden, die Pflanze in ihrem Wachstum – ohne

genetische Veränderung, sondern zum Beispiel durch Modulation

von Stressfaktoren wie Licht oder Temperatur –

so zu beeinflussen, dass sie von den für den Menschen

nützlichen sekundären Pflanzenstoffen möglichst viel

produziert.

Nutzen im Alltag

Was bedeuten diese Erkenntnisse nun für die Ernährung

im Alltag? Auf den Speiseplan gehören täglich möglichst

viele, unterschiedliche, heimische und saisonale Obstund

Gemüsesorten. Diese sollten als ganze Einheit und

möglichst frisch verspeist werden. So sollte ein Apfel zum

Beispiel mit Schale und Gehäuse gegessen werden. Voraussetzung

dafür ist, dass die Schale unbehandelt ist, also

der Apfel etwa aus dem Bio-Angebot eines Supermarktes

gekauft wurde. Bei der Aufbewahrung und Lagerung von

Obst und Gemüse sollten spezielle Anfälligkeiten berücksichtigt

werden, um Nährstoffe und Geschmack nicht zu

verlieren. Kälteempfindlich sind beispielsweise Südfrüchte,

Gurken oder Kartoffeln. Statt im Kühlschrank

lagern diese am besten in schattigen und luftigen

Lager- oder Kellerräumen. Auch Tomaten mögen

es nicht zu kalt, im Kühlschrank werden sie

hart und verlieren ihr Aroma. Außerdem

sind Tomaten eher Einzelgänger, genau

wie Äpfel oder Aprikosen geben

sie bei der Lagerung nämlich

Ethylen ab, welches ihre Nachbarn

schneller reifen und somit

auch schneller altern lässt. Deswegen

Obst und Gemüse wenn möglich

getrennt lagern, in verschließbaren

Behältern aufbewahren oder in feuchte Tücher

wickeln. Besonders lichtempfindlich bei der Lagerung

sind die Vitamine A und E sowie B-Vitamine

wie Vitamin B1, B2 oder B12. Vitamin C hingegen

ist sehr anfällig für Sauerstoff, da es schnell oxidiert.

Nahrungsergänzungsmittel

Für Menschen, die keine Zeit finden, sich täglich mit frischem

Obst und Gemüse zu versorgen, bleibt die Möglichkeit,

sich mit Nahrungsergänzungsmitteln zu behelfen.

Hier gibt es Anbieter mit hochwirksamen Produkten, deren

Rezepturen aus erlesenen natürlichen Inhaltsstoffen

bestehen. Die Erkenntnisse der Forschung, dass sekundäre

Pflanzenstoffe ihre Wirkung auf die menschliche

Gesundheit besonders dann entfalten, wenn sie in ihrer

natürlichen komplexen Zusammenstellung verbleiben,

erleichtert hier die Auswahl. Denn Wissenschaftler wie

Prof. Dr. Thomas Rausch empfehlen, die Verwendung von

ganzen Pflanzen anstelle von isolierten, einzelnen Inhaltsstoffen.

Isolierte Inhaltsstoffe sind häufig zu hoch dosiert

oder können vom menschlichen Körper gar nicht verwertet

werden. Werden für die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln

hingegen ganze Früchte, Pilze, Kräuter,

etc. verwendet, stehen die Chancen gut, dass dem Körper

damit auch die gewünschte komplexe Wirkungsweise

sämtlicher, darin enthaltener, sekundärer Pflanzenstoffe

zugute kommt. «

Videos Prof. Dr. Thomas Rausch, Leiter Forschungsgruppe

„Molekulare Physiologie der Pflanzen“ am Centre for Organismal

Studies Heidelberg an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Autorin

Daniela Lipgens

Geschäftsführerin

hajoona GmbH

Kontakt

hajoona GmbH

Fotos: Natika – Fotolia (S. 57), yurakp – Fotolia (S. 58)

58 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Nahrungsergänzungsmittel

senken Gesundheitskosten

Knochenbrüche. Kalzium und

Vitamin D jedoch stärken

die Knochen. Daher könnte

eine breite Verwendung der

genannten Nahrungsergänzungsmittel

diese Probleme

vor beugen.

Klingt komisch – ist aber so

Langenaltheim, 16.05.2017 (lifePR) – Laut einer Studie

des BLL könnte eine verbesserte Verwendung von hochwertigen

Nahrungsergänzungsmitteln dazu führen, dass

weniger Menschen erkranken und an Mängel leiden. Die

Behandlungen dafür liegen derzeit im Bereich von 1,09

Milliarden Euro. Diese Kosten könnten im Gesundheitsbereich

eingespart werden. Vor allem Kalzium und Vitamin

D sollten von Verbrauchern regelmäßig in entsprechender

Menge eingenommen werden. Worauf Sie dabei achten

sollten und warum es nicht ratsam ist, gerade diese Stoffe

einfach so einzunehmen, erfahren Sie heute hier.

Kalzium und Vitamin D – warum gerade sie?

Man würde ja normalerweise davon ausgehen, dass gerade

Vitamin C, oder ähnliche Stoffe, welche das Immunsystem

stärken können, empfohlen werden. Aber die Gesundheitsexperten

sagen jetzt, dass Vitamin D und Kalzium in

zu geringer Menge von Menschen im Alltag aufgenommen

wird. Daher wird empfohlen, je nach Bedarf, die Menge

entsprechend über hochwertige Nahrungsergänzungsmittel

auszugleichen. Doch warum ausgerechnet diese beiden

Stoffe? Der Grund hierfür ist recht einfach erklärt und

erstaunt gleichermaßen. Das Problem, welches so hohe

Gesundheitskosten verursacht sind Osteoporose bedingte

Studie zeigt Nutzen für

die Gesellschaft auf

Laut dem Bund für Lebensmittelrecht

und Lebensmittelkunde

(BLL) sagt die Studie viel

darüber auf, dass hochwertige

Nahrungsergänzungsmittel

nicht nur jedem Einzelnen helfen

können. Sie haben auch

einen Einfluss auf das gesellschaftliche

Leben und Miteinander.

Auch sagen die Verantwortlichen

ganz klar, dass sich

die Denkweise der Bevölkerung

verändern sollte. Der Weg sollte vom Gedanken des

„Reparierens“ weggehen und hin zu einer gezielten Vorsorge.

Laut den Experten sollen die Ergebnisse zeigen, dass

Nahrungsergänzungsmittel einen Beitrag leisten können,

um eine ausgewogene Ernährung zu unterstützen. Ernährungsexperten

wissen dies schon seit einiger Zeit. Immer

wieder werden Nahrungsergänzungsmittel als Placebo abgetan,

doch wirklich hochwertige Produkte können in der

Tat einen Beitrag zur eigenen Gesundheit leisten.

Vorbeugen anstelle kurieren

Im Grunde wünscht sich ja jeder ein gesundes Leben.

Doch leider vergessen viele dabei, dass hierfür nicht der

Arzt sorgt, sondern die beste Medizin es ist: Nicht krank

zu werden. Dies gelingt aber in vielen Bereichen tatsächlich

nur durch ergriffene Maßnahmen zur Vorbeugung. In

Deutschland gäbe es jedes Jahr ca. 213.000 Frakturen,

welche auf Osteoporose zurückzuführen seien. 32.000

davon könnten durch entsprechende Vorbeugung verhindert

werden. «

Autorin

Leoni-Daniela Unfried PR

Kontakt & weitere Informationen:

DecouVie GmbH

Bräugasse 2 • D 91799 Rehlingen

Tel: +49 9142 96880 • Email: info@decouvie.com

Quelle: https://www.bll.de/de/lebensmittel/aktuell/20170313-hccs-einsparung-gesundheitssystem-milliarde-osteoporose-knochenbrueche

Foto: photocrew – Fotolia (S. 59)

Nutrition-Press 59


Neues

Testverfahren für

Anti Aging-

Substanzen: AGEs

Einer der wesentlichen Treiber des Alterungsprozesses

(Neudeutsch „Aging“) ist die kontinuierliche

Ablagerung im Körper von verklebten Zucker- und

Proteinresten, die der Körper mit seinen eigenen

Enzymen nicht mehr abbauen und beseitigen

kann 1 , 2 . Sie lagern sich in den Adern, den Zellen

und an vielen anderen Stellen ab. Diese verklebten

Zucker- und Proteinreste werden Advanced Glycation

Endproducts („AGEs“) genannt. Ein alter Körper

unterscheidet sich von einem jungen Körper insbesondere

dadurch, dass sich an vielen Stellen AGEs

angesammelt und abgelagert haben.

Gibt es Stoffe (Pflanzenextrakte, chemische Einzelmoleküle,

Enzyme), die man z.B. mit Nahrungsergänzungsmitteln

dem Körper zuführen

kann, um dem Körper zu helfen, den Aufbau dieser

AGEs zu verlangsamen oder gar diese AGEs abzubauen?

Es werden derzeit solche Stoffe diskutiert, z.B. die im

Kaffee enthaltene Chlorogensäure.

Ob diese Stoffe ihre AGEs-reduzierende Zielfunktion erfüllen

oder nicht, lässt sich wissenschaftlich am über-

zeugendsten durch in-vivo-Interventionsversuche zeigen:

„Man gebe einer Gruppe von Probanden 40 Jahre lang den

Kandidatenstoff (Zielstoff) und gebe einer gleich großen

Kontrollgruppe von Probanden 40 Jahre lang ein Placebo

und schaue dann, ob sich die Probandengruppen bezüglich

der Menge der angesammelten AGEs unterscheiden“

(Bestimmung „in-vivo“). Da eine solche Studie in der Praxis

nicht abgewartet werden kann und auch schwer bezahlbar

ist, müssen andere Wege gesucht werden, um die

Wirkung von Anti-AGEs-Stoffen zu untersuchen.

Der Versuchsaufbau, welcher dem oben geschilderten

Ideal-in-vivo-Versuch am nächsten kommt, ist die

Unterteilung in zwei Einzelfragen:

• Frage 1. Gelangt der Zielstoff, wenn ich ihn oral

zuführen möchte, überhaupt ins Blut

(=Bioverfügbarkeit Magen/Darm zu Blut)?

• Frage 2. Wenn menschliche Organzellen oder

extrazellulare Strukturen über das Blut mit dem

Zielstoff beaufschlagt werden, bilden sie dann mehr,

gleich viel oder weniger AGEs aus?

60 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Während Frage 1 sich relativ leicht und auch zu tragbaren

Kosten mit Probanden-Versuchen klären lässt, ist Frage 2

schwerer zu beantworten.

Im Rahmen eines vom Bundeswirtschaftsministerium

geförderten Entwicklungs-Projektes ZF4226901SK6 3

entwickelt Institut Kurz GmbH 4 ein Werkzeug zur

Beantwortung genau dieser Frage. Das Werkzeug

besteht aus fünf Schritten:

• Schritt 1: Klar definierte und jederzeit quantitativ

wiederholbare Erzeugung von AGEs an/in

Zellkolonien (in-vitro) von menschlichen

Organzellen (Haut-, Leber-, Muskel-Zellen etc.);

• Schritt 2: Messung einer repräsentativen Gruppe

von AGEs, die aus Schritt 1 gewonnen wurden,

mit verschiedenen Messmethoden;

• Schritt 3: Wiederholung des Schrittes 1, diesmal

aber unter Zugabe einer physiologisch sinnvollen

Konzentration des „Zielstoffes“ (also des Stoffes, den

man auf seine Anti-AGEs-Wirkung untersuchen will);

• Schritt 4: Wiederholung der Messschritte gemäß

Schritt 2, diesmal jedoch an den Zellen

nach Schritt 3;

• Schritt 5: Vergleich der gemessenen

AGEs-Konzentrationen von Schritt 2

mit denen von Schritt 4.

Es ist Institut Kurz GmbH in Verlaufe des

Entwicklungsprojektes inzwischen gelungen, sowohl

• Wege zur definierten, um die quantitativ wiederholbare

Erzeugung von AGEs an/in menschlichen Organzellen

darzustellen (Weltneuheit!), als auch

• Wege zur Messung einer Gruppe von daraus

erzeugten AGEs zu finden.

Im weiteren Verlaufe diese Entwicklungsprojektes werden

noch weitere Varianten durchgetestet und weitere Verifikationen

durchgeführt, sowie Beispiel-Zielstoffe ausprobiert

und dokumentiert. Solche Beispielzielstoffe werden

sich dann auch eignen, um als Nahrungsergänzungsmittel

eingesetzt zu werden. «

Wer aus der Leserschaft des NEM-Info

solche Ziel-Kandidatenstoffe zur

Reduktion der AGEs ausprobieren

lassen möchte, ist eingeladen, mit

Institut Kurz GmbH Kontakt aufzunehmen.

Mit diesem Vorgehen wird es also

möglich, die Wirkung eines Zielstoffes

auf die vermehrte oder verminderte

Produktion von AGEs an oder

in Zellen menschlicher Organe zu

messen. Eine solche Aussage kommt

einem jahrelangen in-vivo-Versuch schon

recht nahe. Eine solche Aussage war bisher

mangels des oben beschriebenen „Werkzeuges“ nicht

möglich.

Literatur:

1 Cross-Linking of the Extracellular Matrix by the Maillard

Reaction in Aging and Diabetes An Update on “a Puzzle Nearing

Resolution” VINCENT M. MONNIER, GEORGIAN T. MUSTATA,

KLAUS L. BIEMEL, OLIVER REIHL, MARCUS O. LEDERER,

DAI ZHENYU,AND DAVID R. SELL

2 Genetic variability in the RAGE gene: Possible implications

for nutrigenetics, nutrigenomics, and understanding the

susceptibility to diabetic complications. Katerina Kankov

and Katerina Sebebekova

3 Entwicklungs-Projekt ZF4226901SK6, Gefördert durch:

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund

eines beschlusses des Deutschen Bundestages:

4 Institut Kurz GmbH, Stöckheimer Weg 1,

50829 Köln, Tel: +49-221-222512-0, Fax: +49-221-4973310,

analytik@institut-kurz.de, www.institut-kurz.de

Autor

Hon. Prof. Dr. Helmut Weidlich

Physiker; Spezialgebiet Molekulare Biophysik

Geschäftsführer Institut Kurz GmbH

Fachbereich:

Lebensmittelchemie, Molekulare Biophysik

Fachlicher Beirat NEM e. V

Fotos: kerdkanno – Fotolia (S. 60), pico – Fotolia (S. 61),

thawatpong – Fotolia (S. 61)

Nutrition-Press 61


FREIHEIT

FÜR

GESUNDE

NAHRUNG

www.nem-ev.de

62 Nutrition-Press


Recht

Digitaler Nachlass: Wer erbt

eigentlich mein Facebook?

Was passiert nach dem Tod mit persönlichen Daten und E-Mails? Welche Rechte haben Erben?

So planen Sie Ihr digitales Erbe.

Wenn ein Internet-User stirbt, lebt sein Profil weiter – bis sich jemand kümmert. Wer nicht ewig

weiter in den unendlichen Weiten des Netzes schweben möchte, kann leicht vorsorgen. Zum Beispiel

mit einem Testament. Das Facebook-Profil eines Verstorbenen wird mittlerweile in den sogenannten

Gedenkzustand gesetzt, wenn Freunde oder Verwandte den Tod des Nutzers „melden“. Es sei

denn, Sie geben vorher einen digitalen Nachlasskontakt an, der mit eingeschränkten Rechten Ihr

Profil verwalten darf. Wir sagen Ihnen, wie Sie Ihr digitales Erbe am besten ordnen.

Facebook: Der digitale Nachlassverwalter

Neue Einstellung im Profil

Facebook will seinen Nutzern das Verwalten ihres digitalen

Nachlasses erleichtern: Mitglieder können Facebook

im Voraus über die Einstellungen mitteilen, ob ihr Konto

in den sogenannten Gedenkzustand versetzt werden soll.

Außerdem kann ein digitaler Nachlassverwalter ernannt

werden, der das in den Gedenkzustand versetzte Konto

nach dem Tod weiterführt.

Die so ernannten Verwalter können dann zum Beispiel den

Tod des Nutzers auf dessen Facebook-Seite bekannt geben

und Bilder posten. So kann eine Art Gedenkstätte im

Netz entstehen. Sie können sich allerdings nicht auf dem

Facebook-Konto anmelden und auch nicht die Nachrichten

des Verstorbenen lesen.

Ebenso können Nutzer in den Einstellungen auswählen,

dass das Konto im Todesfall gelöscht wird. So soll verhindert

werden, dass Verstorbene nicht mehr bei den automatisch

erzeugten Vorschlägen für neue Freundschaften

auftauchen, was oftmals für Verstörung sorgte.

Ist das Konto einmal im Gedenkzustand, ist nach den Nutzungsbedingungen

eine Anmeldung nicht mehr möglich,

auch nicht für die Erben.

Nachlasskontakt eintragen

So einfach geht es: Gehen Sie in Ihrem Facebook-Profil

im Bereich "Allgemeine Kontoeinstellungen" auf die Rubrik

"Konto verwalten" – hier können Sie alle gewünschten

Angaben machen. Fügen Sie einen Facebook-Freund als

Nachlasskontakt hinzu und klicken Sie auf "Senden", um

Ihren Kontakt per Direktnachricht zu informieren.

Digitaler Nachlass: Rechtzeitiges Kümmern

entlastet Ihre Angehörigen

Erben handlungsfähig machen

Wer sich um sein digitales Erbe kümmert, hilft damit am

meisten seinen Erben. Diese sind oftmals überfordert,

weil sie nicht wissen, was sie mit den Daten tun sollen.

Wenn Sie ein Testament schreiben, sollten Sie daher nicht

nur Verfügungen über Geld, Wertgegenstände und Immobilien

treffen, sondern am besten auch Ihren digitalen

Nachlass ordnen. Dann erleben die Erben keine Überraschungen

– beispielsweise mit Verträgen für Online-Dienste,

die weiterlaufen und bezahlt werden müssen –

und sind vor allem schnell handlungsfähig. Dabei wäre ein

erster vernünftiger Schritt, eine oder mehrere Vertrauenspersonen

zu benennen, die sich – analog zum Nachlassverwalter

auf Facebook – kümmern sollen.

Überlegen Sie, was mit Ihrem E-Mail-Postfach, dem Facebook-Profil

oder Ihrer digitalen Fotosammlung passieren

soll. Alles löschen? Welche Verträge sollen weiterbestehen,

welche gekündigt werden? Dafür müssen diese erst

einmal gefunden werden. Daher befähigen Sie am besten

die Ihnen vertrauten Menschen, in Ihrem Sinne zu handeln.

Indem Sie besprechen, was zu tun ist und indem Sie

ihnen Passwörter zugänglich machen. Oder zumindest

mitteilen, wo Sie diese hinterlegt haben.

Passwörter sinnvoll hinterlegen

Passwörter in einem Safe oder Bankschließfach deponiert,

lassen sich übrigens einfacher ändern, als wenn

Sie sie bei einem Notar lagern. Denkbar wäre auch ein

verschlüsselter USB-Stick oder ein Passwort-Manager, mit

Nutrition-Press 63


dem Sie Ihre Codewörter verwalten können. Vielleicht ist

Ihnen wohler, einen Rechtsanwalt oder Notar insgesamt

mit der Verwaltung Ihrer Daten zu bevollmächtigen, da

diese zur Verschwiegenheit verpflichtet sind. Diese Tätigkeit

ist allerdings gebührenpflichtig.

Was passiert, wenn man beim

digitalen Erbe nicht vorsorgt?

Mühsame Suche

Haben Ihre Angehörigen oder Erben keinerlei Informationen

über Ihre digitalen Aktivitäten, bleibt ihnen nur eines

übrig: suchen. Das kann aufwändig werden, denn woher

sollen Ihre Erben wissen, wo Sie digital aktiv waren?

Spezial-Anbieter können helfen

Eine Lösung bieten da spezialisierte Unternehmen, die

Verfügung per Knopfdruck

Der Vorteil ist, dass relativ schnell digitale Aktivitäten

identifiziert werden können. Die Erben können dann per

Knopfdruck verfügen, ob beispielsweise Verträge gekündigt

werden sollen. Eine gute Methode, um fortlaufende

Kosten zu beenden und Guthaben zu sichern.

Kleine Checkliste:

Die wichtigsten vier Schritte

• Online-Kontos, Profile, Abos auflisten

• Nutzernamen, Zugangsdaten und

Passwörter zusammenstellen

• Private Ablagen benennen, zum

Sichern von Fotos und Adressen

• Vertrauensperson einsetzen

und instruieren

RECHTSICHERHEIT

FÜR EUROPÄISCHE

UNTERNEHMEN.

WIR TUN WAS!

Ihre Spuren verfolgen und eventuell tilgen. Das ist nicht

unproblematisch, wenn solche Firmen Einsicht in den

Computer verlangen. Denn man sollte bedenken, dass die

Mitarbeiter in diesem Moment auch Zugriff auf alles Private

haben. Ein weiteres gutes Argument, das für geordnete

Verhältnisse zu Lebzeiten spricht.

Andere Anbieter verlangen lediglich Namen und Adresse

des Verstorbenen, um in den Datenbanken der größten Internetfirmen

nach Nutzerkonten zu forschen. Dann stellt

sich schnell heraus, ob Sie bei einem Internetanbieter

etwas bestellt haben, bei einer kostenpflichtigen Partnersuchagentur

unter Vertrag stehen oder etwa ein Guthaben

bei einem Bezahldienst haben. Alles Verträge, um die sich

Erben kümmern müssen.

Rechtliche Besonderheiten beim digitalen

Erben und Vererben

Mitgliedschaften und Konten

Stirbt ein Mensch, gehen sämtliche Rechte und Pflichten

des Verstorbenen auf die Erben über. Verträge laufen erst

einmal weiter und Einkäufe müssen eventuell bezahlt werden.

Das gilt natürlich auch für Online-Mitgliedschaften

beispielsweise bei Partnervermittlungen oder die Bezahlung

gebuchter Reisen. Im Gegenzug stehen Erben auch

die Guthaben zum Beispiel aus Online-Bezahldiensten

zu. Gut also, wenn man online abgeschlossene Verträge

schnell identifizieren kann.

64 Nutrition-Press


Recht

Gespeicherte Daten

Befinden sich Daten auf Datenträgern, Speicherkarten

oder dem Computer, ist die Rechtslage beim digitalen

Nachlass einfach: Die gespeicherten Daten gehen samt

Speichermedium auf die Erben über. Sie haben das Recht,

diese Daten zu lesen und dürfen entscheiden, was damit

passiert. Mit einer Ausnahme: Es wurde eine Regelung im

Testament getroffen.

Fotos

Bei Fotos, auf denen der Verstorbene abgebildet ist, geht

das „Recht am eigenen Bild“ für zehn Jahre auf die Erben

über. Vom Verstorbenen angefertigte Fotos können urheberrechtlich

geschützt sein. Das Urheberrecht an diesen

Bildern geht ebenfalls auf die Erben über. Es erlischt siebzig

Jahre nach dem Tod des Urhebers.

Wichtig!

Treffen Sie für Ihr digitales Erbe eine testamentarische

Regelung, muss sie auch die geltenden Anforderungen erfüllen,

also eigenhändig geschrieben und unterschrieben

oder notariell beurkundet sein.

Manchmal nur mit Erbschein: die

digitale Bestattung bei Facebook und Co

Was den Umgang mit einem digitalen Erbe nicht gerade

GRÖSSTER

EUROPÄISCHER

VERBAND DER

BRANCHE.

WIR TUN WAS!

Domains und E-Mails

Wem gehört eine Domain? Der Erbe des Domain-Inhabers

übernimmt den Vertrag und kann als neuer Eigentümer

über sie verfügen. Bei E-Mails kommt es darauf an, ob sie

privat oder rein geschäftlich sind. Geschäftliche E-Mails

sind vererblich, weil sie meist einen vermögensrechtlichen

Bezug haben. Im Gegensatz dazu sind private E-Mails

nicht vererblich. Sie dienen der Kommunikation oder anderen

nicht kommerziellen Zwecken. Kompliziert kann es

bei privaten Mails im Firmen-Account werden, vor allem,

wenn es im Betrieb keine Regelung für diesen Fall gibt.

E-Books und iTunes

Spezialfall E-Books und iTunes-Sammlungen: Die Weitergabe

widerspricht meist den Nutzungsbedingungen,

wie bei Amazons Kindle oder Apples iTunes. Man hat nämlich

nicht das Buch gekauft, sondern nur die Lizenz zum Lesen.

Fürs Vererben gilt nichts anderes: Die Nutzungsbedingungen

der Anbieter schließen auch dies aus. Der Zugriff ist

für Erben also nur möglich, wenn sie die Zugangsdaten kennen

und der Anbieter nichts vom Tod des „Käufers“ weiß.

einfach macht: Es gibt keine einheitliche Regelung. Und

selbst wenn, sind Anleitungen zum Löschen von Accounts

nur äußerst schwer zu finden. Manchmal hilft ein Blick in

die AGBs oder ein Durchforsten der Hilfe-Seiten. Hier ein

paar Beispiele, wie die digitale Bestattung funktioniert

und welche Unterlagen man braucht.

Google

Über den so genannten „Inactive Account Manager“ erhalten

vom User festgelegte Personen Zugriff, wenn man

länger inaktiv ist, also nicht nur im Todesfall. Man kann

beispielsweise voreinstellen, dass der Account dann komplett

gelöscht werden soll.

Nutrition-Press 65


Twitter

Familienmitglied oder Nachlassverwalter dürfen einen

Todesfall melden. Dazu sind viele Unterlagen nötig: Kopien

der Sterbeurkunde und ein Ausweis, der die Identität

des Antragstellers bescheinigt, ein notariell beglaubigtes

Dokument mit Name, E-Mail-Adresse, Kontaktdaten, der

Beziehung zum Verstorbenen und die Todesanzeige. Der

Account wird zunächst inaktiv geschaltet und nach 30 Tagen

gelöscht.

Yahoo.de

Der Account wird nach einer gewissen Frist gelöscht. Erben

erhalten keinen Einblick in die Daten. So sollen mit Hinweis

auf das Telekommunikationsgeheimnis die Menschen geschützt

werden, mit denen der Verstorbene gemailt hat.

Xing

Wird dem Netzwerk ein Todesfall gemeldet, stellt Xing das

Profil auf unsichtbar und fragt beim Verstorbenen an, ob

Gehen Sie in Ihrem Facebook-Profil im Bereich "Allgemeine

Kontoeinstellungen" auf die Rubrik "Konto verwalten" –

hier können Sie alle gewünschten Angaben machen. Ist

das Konto einmal im Gedenkzustand, ist nach den Nutzungsbedingungen

eine Anmeldung nicht mehr möglich,

auch nicht für die Erben.

Die Erben des Nutzers können nach den Facebook-AGB

aber alternativ das Konto löschen lassen. Dazu werden

die Geburts- und Sterbeurkunde des Verstorbenen und

ein „rechtsgültiger Nachweis, dass der Antragsteller ein

Angehöriger ist“, verlangt.

Eltern dürfen Facebook-Account

ihres Kindes nicht erben

Facebook muss den Erben eines Verstorbenen vorerst keinen

Zugang zum Nutzerkonto gewähren. Das entschieden

die Richter im Fall einer verstorbenen 15-Jährigen. Deren

FREIHEIT UND

GERECHTIGKEIT

KOMMEN SELTEN

VON ALLEIN.

WIR TUN WAS!

der Account nicht mehr gebraucht wird. Drei Monate später

wird das Konto gelöscht.

GMX.de, Web.de

Die Erben können nach Vorlage eines Erbscheins auf das

Postfach zugreifen, es aufrechterhalten oder löschen.

Facebook

Facebook-Nutzer haben die Möglichkeit, im Voraus in den

Einstellungen festzulegen, ob das Konto nach dem Tod im

sogenannten Gedenkzustand weitergeführt oder gelöscht

werden soll. Außerdem kann man einen Nachlasskontakt

angeben, der das Konto im Gedenkzustand verwaltet. Legt

der Nutzer im Vorfeld nichts fest, versetzt Facebook das

Konto in den Gedenkzustand, wenn Freunde oder Verwandte

den Tod des Nutzers „melden“.

Eltern erhalten nicht die Möglichkeit, die Umwandlung in

eine Gedenkseite rückgängig zu machen. Facebook hatte

gegen das Urteil des Landgerichts Berlin vom Dezember

2015 Berufung eingelegt.

Das Kammergericht Berlin urteilte am 31. Mai 2017, dass

Erben, in diesem Fall die Eltern der Verstorbenen, keinen

Zugang zu dem Facebook-Konto ihrer Tochter erhalten (Az.:

21 U 9/16). Die Privatsphäre der Kommunikationspartner

der Tochter sei durch das Fernmeldegeheimnis geschützt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Beide Parteien können

Revision beim Bundesgerichtshof einlegen. «

Foto: Victoria – Fotolia (S. 63)

66 Nutrition-Press


Recht

Urheberrechtsverletzung und

Abmahnung: Und jetzt?

Musik, Videos oder Bilder kopieren, covern, teilen: Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich bei einer

Urheberrechtsverletzung wehren können. Copy and Paste: Was ist erlaubt? Und was können

Sie tun, wenn man sich mit Texten oder Fotos von Ihrer Website bedient hat. Oder Ihnen genau

das vorwirft? Hier sind Ihre Rechte und Pflichten zum Thema Urheberrechtsverletzung.

Markieren, kopieren, einfügen. Das ist einfach und verführerisch bei dem großen Angebot

von schönen Bildern, toller Musik und lustigen Videos im Netz. Schnell landen solche Inhalte

im eigenen Blog oder auf der eigenen Homepage. Häufig ist das aber nicht legal. Und das

wird manchem erst bewusst, wenn er selbst der Bestohlene ist. Ärgern Sie sich nicht, wenn sich

jemand unberechtigt bei Ihnen bedient, sondern verteidigen Ihr Recht an Ihrem Text, Ihrer

Graphik oder Ihrem Foto. So gehen Sie am besten vor.

So können Sie sich bei einer

Urheberrechtsverletzung wehren

Zunächst müssen Sie herausfinden, wer Ihre Texte oder

Bilder unberech tigterweise genutzt hat. Im besten Fall

steht es dabei. Wenn nicht, haben Sie verschiedene Möglichkeiten.

Fehlt ein Name oder lässt dieser keinen Rückschluss

auf die dahinter stehende Person zu, wenden Sie

sich an diejenigen, welche die rechtsverletzenden Inhalte

verbreitet haben.

Infrage kommen der Betreiber der Seite, des Blogs oder

Forums und der technische Provider („Hostprovider“) der

Webseite.

Kommen Sie auch hier nicht weiter, weil ein Impressum

oder ein Hinweis auf den Betreiber fehlen, können Sie bei

der Registrierungsstelle der Domain, z.B. bei www.denic.

de, nach dem Domaininhaber oder dem administrativen

Ansprechpartner („admin-c“) fragen.

Haben Sie den Verursacher der Urheberrechtsverletzung

ermittelt, kommt der nächste Schritt. Sie möchten, dass

er Ihr Eigentum nicht weiter nutzt und möglicherweise entstandenen

Schaden ersetzt.

Rechtsverletzung und setzen Sie eine Frist zur Löschung

des rechtsverletzenden Beitrags.

Reagiert der Adressat nicht oder weigert er sich, die Inhalte

zu löschen, sollten Sie einen Anwalt einschalten. Er hilft

Ihnen, Ihren Unterlassungsanspruch wegen der Urheberrechtsverletzung

geltend zu machen.

Er wird eine so genannte Unterlassungserklärung formulieren,

die der Betreiber unterschreiben muss. Die Anwaltskosten

für dieses Schreiben muss übrigens der Verursacher

tragen.

So beugen Sie selbst

Urheberrechtsverletzungen vor

Vorsicht: Teurer Eiffelturm!

Sogar selbst gemachte und auf der privaten Website gezeigte

Bilder können gegen das Urheberrecht verstoßen.

Die Rechtslage in Deutschland ist so: Wer von öffentlichem

Boden aus ein einsehbares Objekt fotografiert und

die Aufnahmen nicht gewerblich nutzt, kann sie in der Regel

problemlos veröffentlichen.

Schreiben Sie zunächst einen Brief – als Einwurf einschreiben

– mit einer möglichst genauen Schilderung der

Nutrition-Press 67


Dieses Recht nennt man Panoramafreiheit. Sie gilt für

Bauten und Baudenkmale. Zeitlich begrenzte Installationen,

wie zum Beispiel der verhüllte Reichstag des Künstlers

Christo, können aber nach wie vor unter das Urheberrecht

fallen.

Vorsicht ist im Ausland geboten

Frankreich beispielsweise kennt keine Panaromafreiheit.

Angenommen, Sie reisen nach Paris und fotografieren in

lauer Sommernacht den illuminierten Eiffelturm. Letzterer

wird dazu schweigen, aber dem Künstler, der die Beleuchtung

ersonnen hat, ist es nicht egal, was Sie mit den

Fotos anschließend machen. Den nächtlich angestrahlten

Eiffelturm hat sich nämlich die französische Firma, welche

die Licht-Installation entworfen hat, schützen lassen. Hier

muss man aufpassen, welche Fotos man veröffentlicht.

So ein süßes Kätzchen!

Am sichersten ist es, Fotos für die eigene Website oder

Auch wenn selbst produzierte Bilder nicht gegen das Urheberrecht

verstoßen, müssen Sie beim Ablichten von

Personen deren Persönlich keitsrecht beachten. Jeder

hat das Recht am eigenen Bild. Bevor Sie Ihre Schnappschüsse

im Internet veröffentlichen, sollten Sie die abgebildeten

Personen um deren Zustimmung bitten. Bei

Minderjährigen müssen übrigens immer beide Elternteile

zustimmen.

Nutzen Sie Bilder gewerblich, kann ein Verstoß gegen Urheber-

und Persönlich keitsrechte dazu führen, dass die

Bilder von der Seite gelöscht werden müssen. Der Abgebildete,

dessen Rechte verletzt wurden, kann Schmerzensgeld

verlangen oder sogar die Herausgabe des mit

dem Bild erlangten Gewinns. Wurde die Rechtsverletzung

vorsätzlich begangen, kann sogar eine Haftstrafe folgen.

Die Sache mit dem Cover-Song auf YouTube

Sie covern Ihren Lieblingshit – und kommen damit ganz

groß raus. Schön für Sie! Aber Vorsicht, denn es ist ja

nicht Ihr Werk. Auch wenn Sie einen Song aus Spaß covern,

ohne daran verdienen zu wollen, verletzen Sie die

Urheberrechte des Rechteinhabers, wenn Sie das ohne

Einwilligung tun.

GESUNDER MENSCHEN-

VERSTAND UND ZIVIL-

COURAGE.

WIR TUN WAS!

Facebook selbst zu schießen. Das zeigt auch der Fall einer

Bloggerin. Sie hatte in einem Forum für Katzenfreunde

ein besonders putziges Bild einer Katze gefunden und

es in ihrem eigenen Katzen-Blog veröffentlicht. Was die

Katzenliebhaberin nicht wusste: Jemand hatte das Foto

bewusst platziert, in der Hoffnung, dass es ein Nutzer

für eigene Zwecke verwendet. Der bekam dann Post

von einer Kanzlei mit einer Forderung von 800 Euro für

Anwaltsrechnung und Lizenzkosten in Gestalt von Schadensersatz.

Urheberrecht und

Persönlichkeitsrecht

Ausnahme: Musikstücke, deren Komponist länger als siebzig

Jahre tot ist, können frei verwendet werden. Ansonsten

gilt: Wenn Sie einen Song nur neu einspielen, brauchen

Sie eine Erlaubnis der GEMA. Ändern Sie den Song auch

ab, müssen Sie beim Rechteinhaber wegen einer Lizenz

anfragen, weil es sich rechtlich um eine Bearbeitung des

Werks handelt.

Tipp

Vorsicht bei Landkarten

Karten sind urheberrechtlich geschützt und sollten daher

nicht einfach eingescannt und auf eine Internetseite gesetzt

werden. Wir empfehlen auf die Einbindung von Kartenmaterial

zu verzichten oder auf einen Routenplaner zu verlinken.

Urheberrecht gilt auch für Kinder

Abschreiben war gestern; heute gilt „Copy and Paste“.

Schüler erledigen in Windeseile – Wikipedia sei Dank –

68 Nutrition-Press


Recht

ihre Hausaufgaben. Für Hausaufgaben und Referate fremde

Texte zu übernehmen und in der Schule zu präsentieren,

ist zwar Diebstahl, aber straf- oder zivilrechtliche

Folgen wird das nicht haben, solange es nicht öffentlich

geschieht. Es droht eher eine schlechte Note, wenn der

Lehrer die Schummelei bemerkt.

Mehr Ärger kann es geben, wenn Kinder urhebergeschützte

Bilder, Texte, Filme und Musikdateien weiterverbreiten.

Wer steht für den Schaden gerade?

In der Bewertung dieses Themas sind sich die Gerichte

in Deutschland alles andere als einig. Das Oberlandesgericht

Frankfurt grenzt die Aufsichtspflicht der Eltern ein;

so muss eine Belehrung und Überwachung der Kinder nur

stattfinden, wenn es konkrete Anhaltspunkte für Urheberrechtsverletzungen

gibt. Ganz anders urteilt das Landgericht

München. Eltern haften für Urheberrechtsverletzungen,

die ein minderjähriges Kind begeht.

Fallbeispiel

Eine 16-Jährige hatte Videos ins Internet gestellt, die aus

vielen urheberrechtlich geschützten Fotos bestanden.

Der Rechteinhaber hatte daraufhin auch deren Eltern auf

Unterlassung und Schadensersatz verklagt. Zu Recht,

meinten die Richter und forderten grundsätzlich eine einweisende

Belehrung von Kindern und Jugendlichen bei

der Nutzung eines Internetanschlusses. Den Hinweis der

Eltern, ihre Tochter sei ohnehin versierter im Umgang

mit dem PC als sie selbst, ließ die Kammer nicht gelten.

Wir raten daher Eltern von internetbegeisterten Kindern,

diese auf jeden Fall über Urheberrechte aufzuklären.

Wenn Sie als Täter gelten:

Abmahnung – was tun?

Sie bekommen Post von einem Anwalt. Im Abmahnschreiben

wird Ihnen vorgeworfen, eine Rechtsverletzung im Internet

begangen zu haben. Sie werden aufgefordert, die

beanstandete Rechtsverletzung innerhalb einer kurzen

Frist zu beseitigen und eine Unterlassungserklärung abzugeben.

Für einen erneuten Verstoß werden meist Zahlungen

einer Vertragsstrafe vereinbart.

So gehen Sie als Empfänger einer

solchen Abmahnung am besten vor

1. Am besten schalten Sie einen Anwalt ein, der auf solche

Fälle spezialisiert ist: Auf keinen Fall sollten Sie ein

solches Schreiben ignorieren, denn bei Fristablauf droht

die gerichtliche Geltendmachung. Der Anwalt prüft, ob

die Abmahnung berechtigt ist und ob das abgemahnte

Verhalten tatsächlich eine Rechtsverletzung ist. Oder ob

Sie es sich leisten können, die Sache auszusitzen.

2. Geben Sie zunächst nur die Unterlassungserklärung

ab und verweigern Sie die Zahlung. Denn geht es nur um

RECHTS-

SICHERHEIT

FÜR

EUROPÄISCHE

UNTERNEHMEN.

WIR TUN WAS!

eine geringe Abmahngebühr, scheuen die meisten Abmahnenden

die gerichtliche Geltendmachung wegen der

hohen Kosten. Grundsätzlich müssen Sie die Kosten der

Abmahnung aber zahlen, wenn Sie durch rechtswidriges

Verhalten die Gegenseite veranlasst haben, rechtliche

Schritte einzuleiten.

3. Versuchen Sie über die Höhe der Abmahnkosten zu

verhandeln. Meist kommt es dem Abmahnenden in erster

Linie auf die Abgabe einer Unterlassungserklärung

an. In vielen Fällen kann ein Entgegen kommen hinsichtlich

der Höhe der Kosten erreicht werden.

4. Wichtig: Beim Löschen des beanstandeten Inhalts

sollten Sie sicherstellen, dass tatsächlich alle Spuren im

Internet (Google Cache) beseitigt wurden. Oftmals reicht

eine Löschung auf der eigenen Seite nicht aus, sondern

man muss die Löschung der URL auch bei Google beantragen.

Gut zu wissen:

Durch das „Gesetz zur Verbesserung der Durchsetzung

von Rechten des geistigen Eigentums“ ist eine Begrenzung

der Anwaltskosten auf 100 Euro bei bestimmten Abmahnungen

vorgenommen worden. Dies soll für die erste

Abmahnung im privaten Bereich gelten, wenn der Fall einfach

gelagert und die Rechtsverletzung unerheblich ist. «

Foto: Zerbor – Fotolia (S. 67)

Nutrition-Press 69


Digital

Detox:

fiese Fakten

Ja, ja, schon klar: Wir mailen und texten zu viel,

verplempern zu viel Zeit im Netz und schenken

unserem Handy mehr Aufmerksamkeit als den Menschen,

die wir am meisten lieben. Und ja, das ist ungesund,

ruiniert unsere Konzentrationsfähigkeit, vernichtet

Kreativität und Produktivität und ist schlecht

für die Kussbilanz. Wir wissen das. Wirklich? Zehn

fiese Fakten, die mich motiviert haben, mein Leben

und Arbeiten zu ändern, Regeln zu brechen und

neue zu erfinden. Auf Anitra-Deutsch: vom Internet-,

Handy- und E-Mail-Junkie zur Digital-Domina mit

Freizeit und Privatleben zu werden.

Mailen macht dümmer als Kiffen

Eine Studie am britischen King’s College belegt, dass bekiffte

Menschen IQ-Tests besser bestehen als Menschen,

die permanent durch E-Mails abgelenkt werden. Durch

E-Mail-Multitasking sinkt der gemessene IQWert um zehn

Prozent – doppelt so stark wie bei der Kiffer-Gruppe.

Sechs Jahre im Internet und acht Monate

E-Müll-Löschen versus 14

Kusstage und zwölf Orgasmusstunden

Das kommt krass: Wer 75 Jahre alt wird, verbringt sechs

Jahre im Internet und verplempert acht Monate seines Lebens

mit E-Mail-Löschen. Demgegenüber stehen zwölf Orgasmusstunden

– wobei hier die Hoffnung besteht, dass

beim Orgasmuszeitmessen mehr Frauen als Männer befragt

wurden. Kein Trost: Auch in punkto Küssen kommen

wir nur auf 14 Tage.

E-Mails machen impotent

Keine Bange, nur im übertragenen Sinn: Pseudoemsige

Wissensarbeiter lassen sich alle elf Minuten von ihrer

aktuellen Aufgabe ablenken. Störfaktor Nummer eins:

E-Mails. Nummer zwei: Smartphone. Nach jeder Ablenkung

braucht man im Schnitt 25 Minuten, um zur ursprünglichen

Aufgabe zurückzukehren – wenn man das

überhaupt noch schafft. Und dann auch nur, um sich erneut

ablenken zu lassen. So das produktivitätsvernichtende

Ergebnis dreier Forscher der University of California.

Smartphones sind Dealer:

Blackberry? Crackberry!

60 Prozent aller US-Amerikaner lesen E-Mails via Handy

morgens im Bett, zehn Prozent antworten rund um die

Uhr. Auch Blackberry-Erfinder Jim Balsillie gibt zu: „Ständige

Erreichbarkeit kann süchtig machen.“ 68 Prozent aller

Handybesitzer erleben einmal pro Woche „eingebildeten

Vibrationsalarm“. Jeder zweite Brite leidet an Nomophobie

– No Mobile Phone Phobia. Auf Offline-Sein reagieren

Betroffene mit Entzugserscheinungen bis hin zum Kollaps.

Internet ist wie Alkohol – zu viel Alkohol

Die Überdosis macht das Gift. Der Beweis: 200 Studenten

im Alter von 18 bis 21 Jahren zeigten bei einem Test der

Universität Maryland nach verordneter Internet-Abstinenz

dieselben Entzugserscheinungen wie Alkoholabhängige.

Facebook ist ein Scheidungsgrund

Facebook fixt das Ego mit dem an, was es am liebsten hat:

Aufmerksamkeit. Die digitale Ego-Dusche weiß mehr über

Sie als Ihre Mutter. Wundert es Sie, dass das Wort „Facebook“

deshalb bereits jede dritte Scheidungsklage in den

USA ziert? Fakt ist: Facebook ist schlecht im Bett. Denken

70 Nutrition-Press


Recht

Sie an die zwölf Orgasmusstunden, arbeiten Sie daran und

liken Sie das Leben in der Fleischwelt.

Multitasking macht doof

Stanford-Forscher haben herausgefunden, dass Medien-Multitasking

die Arbeitsgeschwindigkeit verlangsamt

und die Ergebnisse verschlechtert. Ex-FAZ-Herausgeber

Frank Schirrmacher ging in seinem Buch „Payback“ einen

Schritt weiter: „Multitasking ist Körperverletzung“,

schrieb er. Sein Fazit: „Multitasking ist der zum Scheitern

verurteilte Versuch, selbst zum Computer zu werden.“

Sinnlos surfen macht Ihre Firma arm

Die New Yorker Beraterfirma Basex hat herausgefunden,

dass Angestellte durch Ablenkung im Schnitt 2,1 Arbeitsstunden

am Tag verplempern – 28 Milliarden Arbeitsstunden

im Jahr. Wirtschaftlicher Schaden? 588 Milliarden

US-Dollar!

Always on macht krank

Informationsflut in Kombination mit ständiger Arbeitsunterbrechung

durch Mails, Handys und Sinnlos-Surfen

macht unkonzentriert und unproduktiv. Wird dieser Zustand

Normalzustand, entsteht die neue Kommunikationskrankheit

„Attention Deficit Trait (ADT)“. Harvard-Arzt

Edward M. Hallowell schätzt, dass bereits jeder zweite

Manager unter ADT leidet. Das Resultat? Krankhafter

Konzentrationsverlust, ausgelöst durch zwanghafte Ablenkungslust.

Surfen kostet das Leben

Rechnen Sie mal nach: Wenn Sie an 365 Jahrestagen im

Schnitt vier Stunden surfen, sind das in Summe 1.460

Stunden. Abzüglich acht Stunden Schlaf pro Tag sind das

91,25 Tage im Jahr. Sie verbringen demnach ein Viertel Ihrer

aktiven Lebenszeit im Internet. Entscheiden Sie selbst, ob

das, was Sie zurückbekommen, die Lebenszeit wert ist.«

Fotos: royyimzy – Fotolia (S. 70), Fotolia (S.16), santypan – Fotolia (S. 71)

Anitra Eggler

Die Autorin, Verlegerin und Rednerin

wurde am 9. Juni 1973 in Karlsruhe geboren.

Sie selbst bezeichnet sich gerne als Europäerin und lebt in

ihrer Wahlheimat Wien. Dort schrieb sie ihre Bücher und

widmet sich anderen spannenden Ideen. Anitra Eggler begann

ihre Schriftstellerkarriere nach dem Abitur als Todesanzeigentexterin

in Buenos Aires. Drei Jahre später folgte

das Journalismus-Stipendium und der Kulturwirt. Bis 2010

arbeitete sie als eine der Ersten im E-Commerce mit diversen

Firmen zusammen.

Die von der Zeitschrift „Woman“ ausgezeichnete Powerfrau

änderte ihr Leben, als die Internetflut sie zu erdrücken drohte

und setzte sich fortan in Büchern und auf der Bühne für

einen selbstbestimmten Umgang mit den digitalen Medien

und der Technik ein. Ihr letztes Buch „Mail halten!“ erschien

Anfang des Jahres – auch als DVD.

www.anitra-eggler.com

Nutrition-Press 71


news

faz.net.de vom 27.06.2017

Kalifornien warnt: Glyphosat

kann Krebs verursachen

Die Gesundheitsbehörde in Kalifornien wird den umstrittenen

Unkrautvernichter Glyphosat auf eine schwarze Liste setzen. Das

ist eine schwere Schlappe für den Saatgut-Konzern Monsanto.

Das Pestizid kommt auch in Deutschland auf zahlreichen Feldern

zum Einsatz.

hpd.de vom 23.08.2017

Heilpraktiker drohen schwer Zeiten‘

Der "Münsteraner Kreis" hat vorgeschlagen, für Heilpraktiker

eine verbindliche Berufsordnung einzuführen. Oder den Beruf

gänzlich zu verbieten. Bisher hängt eine Zulassung lediglich von

einer amtlichen Überprüfung ab, die klären soll, ob von der Arbeit

"eine Gefahr für die Volksgesundheit" ausgeht

Algae for arthritis: Could alginate from brown algae be a

new weapon against joint disease? Autor: Nathan Gray, 31-

Aug-2017

Degeneration von Gelenkknorpel stellt eine der häufigsten Ursachen

für Gelenkschmerzen dar. Aktuelle Behandlungsmetoden

zielen in der Regel nur auf die Symptome der Gelenkerkrankung

ab. Die häufigsten zugrunde liegenden Ursachen für Gelenkschmerzen

sind oxidative Stress und Entzündungen in Knorpel

und umliegenden Gewebe. Eine neue Studie zeigt, dass das natürlich

vorkommende Polysaccharidalginat und insbesondere

seine sulfatierten Derivate aus Braunalgen starke antioxidative,

entzündungshemmende und antiimmunogene Eigenschaften

aufweisen.

Lesen Sie mehr: http://www.nutraingredients.com/Research/

Algae-for-arthritis-Could-alginate-from-brown-algae-be-a-newweapon-against-joint-disease

scinexx.de vom 14.08.2017

Magnesium - Eine Wohltat für die Gesundheit

Magnesium ist an vielen elementaren Vorgängen im menschlichen

Körper beteiligt. Der Mineralstoff ist extrem wichtig für

harmonische Abläufe beim Atmungs-, Lymph- und Immunsystem.

Aber auch die Verdauung und die Ausscheidung profitieren

von der Wirkung von Magnesium. Darüber hinaus unterstützt der

Mineralstoff die Fortpflanzung und den Stoffwechsel. Es fördert

das Wachstum der Muskeln und des Skeletts. Außerdem hilft

es dem Körper dabei, den Blutzucker, das Cholesterin und das

Gewicht zu regulieren. Darüber hinaus unterstützt Magnesium

maßgeblich den Eiweiß-, Fettstoff- und Kohlehydratwechsel. Sowohl

die Leber als auch die Schilddrüse und die Nebenschilddrüsen

brauchen es, daneben beeinflusst der Mineralstoff den

Gesichts- und Gehörsinn. Auch die Gesundheit der Zähne ist auf

eine genügende Zufuhr von Magnesium angewiesen. Aufgrund

seiner vielfältigen Eigenschaften spielt Magnesium eine extrem

wichtige Rolle in der Ernährung und bei der Erhaltung der allgemeinen

Gesundheit.

zentrum-der-gesundheit.de vom 11.07.2017

Vitamin D bessert Sonnenbrand

Sonnenbrand zeigt sich oft völlig überraschend. Wind, Wasser

oder frische Höhenlage führen dazu, dass man die Sonne gerne

einmal unterschätzt. Plötzlich ist die Haut rot, schwillt an, entzündet

sich und schmerzt. Meist verwendet man dann kühle Tücher

oder Cremes, um den Schmerz zu lindern und die Entzündung

abklingen zu lassen. In einer doppelblinden placebokontrollierten

klinischen Studie zeigte sich im Juli 2017, dass die Einnahme von

Vitamin D nach einem Sonnenbrand diesen rasch lindern kann,

so dass Vitamin D künftig zu den Hausmitteln gegen Sonnenbrand

gezählt werden darf.

Could vitamin D help pain management?

Autor: Nathan Gray, 24-May-2017

Ergänzung von Vitamin D kombiniert mit guten Schlafgewohnheiten

könnte helfen, bei chronischem Schmerzen, Menstruationskrämpfe

und Arthritis, schlägt eine neue Studie vor.

Lessen Sie mehr: http://www.nutraingredients.com/Research/

Could-vitamin-D-help-pain-management

zentrum-der-Gesundheit.de vom 07.06.2017

Vitamin D verbessert Fruchtbarkeit

ein Europäischen Endokrinologen-Kongress in London (2017)

wurden erneut Studien vorgestellt, die zeigen, dass Vitamin D

für die Fruchtbarkeit – sowohl die männliche als auch die weibliche

– sehr wichtig ist. Bekannt war bereits die Tatsache, dass

72 Nutrition-Press


Spannende News aus

den Medien im Ticker

Vitamin den Testosteronspiegel beim Mann erhöhen kann, wenn

dieser zuvor an einem Vitamin-D-Mangel gelitten hatte. Die neuen

Untersuchungen ergaben nun noch weitere Zusammenhänge

zwischen Vitamin D und der menschlichen Fruchtbarkeit. Bei

Fruchtbarkeitsproblemen sollte daher immer auch an den Vitamin-D-Spiegel

gedacht werden.

zentrum-der-gesundheit.de vom 29.06.2017

Hoher Blutzucker erhöht Darmkrebsrisiko

Für Darmkrebs sind inzwischen mehrere Risikofaktoren bekannt.

So weiss man, dass Übergewichtige eher an Darmkrebs erkranken

als Normalgewichtige. Auch ein hoher Fleischverzehr, eine ballaststoffarme

Ernährung sowie hohe Blutfettwerte erhöhen das Risiko,

später einen Darmkrebs zu bekommen. Ein weiterer Risikofaktor

ist ein hoher Blutzuckerspiegel – wie Forscher des Deutschen Instituts

für Ernährungsforschung im April 2017 feststellten. Mit ganzheitlichen

Maßnahmen lassen sich alle genannten Problematiken

in vielen Fällen innerhalb weniger Monate lösen.

zentrum-der-gesundheit.de vom 12.07.2017

Zucker in der Schwangerschaft: Allergie und

Asthma beim Kind

Zucker wird nach wie vor gerne verharmlost. Doch zeigen Studien

immer wieder die Auswirkungen von Zuckerkonsum – insbesondere

von hohem Zuckerkonsum. Abgesehen von den bekannten

Risiken wie Zahnschäden, Darmstörungen, Blutzuckerschwankungen,

einer Neigung zu Pilzinfektionen und einem geschwächten

Immunsystem kann Zucker noch ganz andere Auswirkungen

haben. In einer Studie entdeckten Forscher, dass sich Zucker

– wenn er von Schwangeren konsumiert wird – auf die spätere

Gesundheit ihres Kindes auswirken kann und deren Risiko für Allergien

und Asthma erhöhen kann.

aponet.de vom 15.08.2017

Mandeln verbessern die Cholesterin-Werte

Regelmäßig eine Handvoll Mandeln zu essen, könnte der körpereigenen

Putztruppe, die schädliches Cholesterin entsorgt, unter

die Arme greifen. Einer neuen Studie zufolge scheint der Verzehr

von Mandeln die Menge an "gutem" HDL-Cholesterin zu erhöhen

und gleichzeitig seine Funktion zu verbessern.

zentrum-der-gesundheit.de vom 11.08.2017

Pilze und Grüntee gegen Brustkrebs

Die Diagnose Brustkrebs trifft viele Frauen unerwartet in der Blüte

ihres Lebens und zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen

bei Frauen weltweit. Doch welchen Einfluss hat die Ernährung

auf die Erkrankung? Wäre es nicht wunderbar, wenn man mit dem

Genuss von schmackhaften Nahrungsmitteln dafür sorgen könnte,

gar nicht erst an Brustkrebs zu erkranken? Genau zu diesem

Schluss kam eine Studie aus Australien: Schon wenige Portionen

Champignons in der Woche konnten in Kombination mit Grüntee

das Brustkrebsrisiko um sage und schreibe 89 Prozent reduzieren.

Dynamic duo of vitamin E and omega-3 reduces cardiovascular

injury caused by pollution

By Gary Scattergood, 31-May-2017

Die Supplementierung mit Vitamin E und Omega-3 in Kombination

verspricht gegen Umweltverschmutzung-induzierte

Herz-Kreislauf-Krankheit zu wirken.

Lesen Sie mehr: http://www.nutraingredients-usa.com/Research/Dynamic-duo-of-vitamin-E-and-omega-3-reduces-cardiovascular-injury-caused-by-pollution

aponet.de vom 07.08.2017

Hilft ein Protein bei entzündlichen Darmerkrankungen?

Die Aminosäure Tryptophan könnte den Darm vor Entzündungen

schützen. Darauf deutet eine neue Studie mit Mäusen hin, bei

der die Tiere mit Tryptophan gefüttert wurden und daraufhin Immunzellen

entwickelten, die sich positiv auf den Darm auswirkten.

Wäre dies auf Menschen übertragbar, könnten Patienten mit

chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) davon profitieren.

aponet.de vom 09.08.2017

Zink, Eisen, Beta-Carotin: Forscher entwickeln

neue Reissorte

Wissenschaftler aus der Schweiz haben eine Reissorte entwickelt,

die in ihren Körnern die Spurenelemente Eisen und Zink anreichert

sowie Beta-Karotin als Vorstufe von Vitamin A erzeugt.

Damit ließen sich Mangelerscheinungen in Entwicklungsländern

wirkungsvoll eindämmen.

Nutrition-Press 73


Spannende News aus

den Medien im Ticker

zentrum-der-gesundheit.de vom 2017-08-06

Ältere Menschen brauchen mehr Vitamine

Ältere Menschen sind eher von einem Vitalstoffmangel bedroht

als jüngere – so eine Studie vom September 2016. Vitalstoffmängel

aber erhöhen die Gefahr, an altersbedingten Beschwerden

zu erkranken. Gleichzeitig erhöhen bestehende chronische Beschwerden

den Vitalstoffbedarf. Im Alter ist es daher besonders

wichtig, sich gesund und vitalstoffreich zu ernähren. Ein hoher

Obst- und Gemüsekonsum kann – in Kombination mit ausgesuchten

Nahrungsergänzungen – ältere Menschen vor einem entsprechenden

Mangel schützen oder bestehende Mängel beheben und

so Krankheiten vorbeugen.

zentrum-der-gesundheit.de vom 04.08.2017

Battling malnutrition in elderly care: Study sets

out economic arguments for oral supplementation

Autor: Nathan Gray, 30-Aug-2017

Eine neue ökonomische Analyse zeigte, dass das solide Einnahme

von Nahrungsergänzungsmittel bei den Senioren dazu beigetragen

hat, die Kosten für die Gesundheit zu gesunken.

Lesen Sie mehr: http://www.nutraingredients.com/Research/

Battling-malnutrition-in-elderly-care-Study-sets-out-economic-arguments-for-oral-supplementation

Focus.de 2017-09-05

Öko-Test warnt vor Schadstoffen (Glyphosat,

Mineralölrückstände) in beliebten Müslis

Müsli gehört für viele Deutsche zu einem typischen Frühstück

dazu. Doch nicht immer sind die Getreidemischungen so gesund

wie sie scheinen. Öko-Test hat 16 Basis-Müslis untersucht – und

die Bestnote nur an drei Produkte vergeben.

faz.net vom 10.08.2017

Darmkrebs eliminieren?

Wie hält es unser Gesundheitssystem mit der Wissenschaftlichkeit?

Ja, auch damit kann man Wahlkampf machen. Derzeit

beschäftigt die Gesundheitspolitiker etwa die alte Frage, ob die

apothekenpflichtige Homöopathie künftig im Ladenlokal oder

an der Tankstelle unters Volk gebracht werden soll, um den

Kügelchen endgültig den Anschein der Wissenschaftlichkeit

zu nehmen. Auch mit Medikamentenpreisen lassen sich hitzige

Debatten provozieren. Gesundheitspopulismus geht immer.

Die Gretchenfrage an das Gesundheitssystem aber ist nicht

so einfach zu beantworten, das ließ sich vor kurzem auf einem

Symposion am Deutschen Krebsforschungszentrum mit dem

vielversprechenden Titel „Ein Fahrplan für die Eliminierung von

Darmkrebs“ schnell erkennen. Die Gretchenfrage nämlich lautet:

Wie hält es unser Gesundheitswesen mit Visionen?

Zentrum-der-gesundheit.de vom 04.08.2017

Curcumin unterstützt Therapie von

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Curcumin – ein natürlicher

Stoff aus Kurkuma (Gelbwurz) – begleitend zur herkömmlichen

Therapie des Bauchspeicheldrüsenkrebses eingesetzt

werden könnte. Die gelbe Substanz ist längst bekannt für ihre

zahlreichen gesundheitlichen Eigenschaften. Jetzt hat ein Forscherteam

aus Dallas/Texas festgestellt, dass der Stoff für eine

bessere Wirkung der Chemotherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

sorgen kann. Oft bilden diese Krebszellen eine Resistenz

gegen Chemotherapeutika. Curcumin kann diese Resistenzbildung

blockieren – zumindest in Zellversuchen.

aponet.de vom 02.08.2017

Lutein: Spinat beugt geistigem Abbau vor

Lutein, ein Pflanzenfarbstoff, der unter anderem in grünem Blattgemüse

wie Spinat und Grünkohl enthalten ist, könnte Menschen

dabei helfen, geistig fit zu bleiben. Darauf deutet eine neue Studie

aus den USA hin, nach der es möglich sein könnte, dem geistigen

Abbau schon in mittleren Lebensjahren mit der richtigen

Ernährung vorzubeugen.

zentrum-der-gesundheit.de vom 01.08.2017

Zucker macht depressiv

Die negativen Folgen von Zucker beschränken sich keinesfalls

nur auf die Zahngesundheit oder das Körpergewicht. Wie eine

Studie zeigt, kann ein regelmäßiger und reichhaltiger Zuckerverzehr

beim Menschen langfristig auch das Risiko für psychische

Störungen, wie etwa Depressionen erhöhen. Zucker aus gesunden

Lebensmitteln wie z. B. Früchten oder vollwertigen Kohlenhydraten

ist hier nicht gemeint. Bei jenem Zucker, der Depressionen

begünstigen kann, geht es ausschliesslich um industriell

verarbeiteten Zucker, wie er z. B. in Softdrinks oder Süssigkeiten

enthalten ist.

zusammengestellt: Liane Schmidt. NEM e.V.

74 Nutrition-Press


FREIHEIT FÜR GESUNDE NAHRUNG

Unsere Leistungen:

VORTEILE DER MITGLIEDSCHAFT / LEISTUNGSKATALOG

Sachverständige, Institute, Labore, Rechtschutz kosten deutlich weniger:

• Teilnahme an Seminaren des Verbandes

• Verkehrsfähigkeitsprüfungen von Rezepturen

• Verkehrsfähigkeitsprüfungen von Rohstoffen

• Verkehrsfähigkeitsprüfungen von Kennzeichnungen / Etiketten

• Verkehrsfähigkeitsprüfungen von wettbewerbsrechtlichen Fragen,

Prüfungen von Werbebroschüren

• Erstellung von Gutachten hinsichtlich lebensmittelrechtlicher Fragen,

Geschäftsvertragsprüfung von Angeboten, Aufträgen, Rechnungen etc., Prüfung

von Webseiten, Online-Shops etc., Prüfung von AGB’s, Vertragsgestaltung,

Herstellungsverträge und Vertriebsverträge

• Juristische Beratung bei Abmahnungen durch Wettbewerber,

Verbraucherverbände, Behörden etc.

• Anmeldungsberatung von Health Claims

• Anmeldungsberatung von diät. Lebensmitteln

• Beratung bei gesetzlichen Verstößen, Bußgeldern, bei strafrechtlichen Fällen

• Kostenloser monatlicher Newsletter mit internen und externen News, sowie

unsere neue Zeitschrift „Nutrition Press“, die online und als Printausgabe 2mal

jährlich erscheint und über interessante und aktuelle Themen aus der

Health-Food-Branche berichtet (www.nutrition-press.com)

www.nem-ev.de

NEM Verband mittelständischer europäischer Hersteller und Distributoren von Nahrungsergänzungsmitteln & Gesundheitsprodukten e. V.

Horst-Uhlig-Straße 3 • D-56291 Laudert • Telefon +49 (0) 6746/80298-20 • Telefax +49 (0) 6746/80298-21 • E-Mail: info@nem-ev.de


FREIHEIT FÜR GESUNDE NAHRUNG

Verbunden mit allen sozialen Netzwerken präsentiert sich der NEM Verband

in einem neuen, kommunikationsstarken und zeitgemäßen modernen Layout

Ein Besuch auf unserer neuen Webseite lohnt sich !

Nahrungsergänzungsmittel

Alle wichtigen Informationen

rundum NEM

www.nem-ev.de

Cosmetic

Alle wichtigenInformationen

rundum Cosmetic

www.cos-ev.de

Fakten Nahrungsergänzungsmittel

Verbraucheraufklärung rundum Nahrungsergänzungsmittel!

www.fakten-nahrungsergänzungsmittel.de

www.nem-ev.de

NEM Verband mittelständischer europäischer Hersteller und Distributoren von Nahrungsergänzungsmitteln & Gesundheitsprodukten e. V.

Horst-Uhlig-Straße 3 • D-56291 Laudert • Telefon +49 (0) 6746/80298-20 • Telefax +49 (0) 6746/80298-21 • E-Mail: info@nem-ev.de

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine