Nutrition Press_03_Online_05

schmidt01

Ausgabe Nr. 3 – Oktober 2013 · 4,95 Euro · ISSN 2195-8505

Nutrition-Press

Fachzeitschrift für Mikronährstoffe

Was ist los

mit unserer Nahrung?

Vergisst die Politik

die Ethik?

Selen

minus 96 %

Natrium

minus 62 %

Eisen

minus

67 %

Magnesium

minus 75 %

Kupfer

minus 93 %

Kalium

minus 75 %

Calcium

minus 70 %

Mikronährstoffe

Vitalstoffe

Vitamin C

minus 80 %

Nahrungsergänzungsmittel

Folsäure

minus 84 %

Hersteller und Vertriebe

Fazit: Deshalb werden wir alle krank!


www.nutrition-press.com

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Editorial

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Immer wieder gibt es über die Medien Hinweise wie:

„Nahrungsergänzungsmittel braucht man nicht“ oder „Vorsicht kann gefährlich für

die Gesundheit sein“. Einer schreibt vom anderen ab, weil es eine Negativnachricht

gibt, die Leserstimmen einbringt. Wir glauben dennoch an das gute der Journalisten.

Die meisten sind eben beeinflussbar durch die Verlage, die wiederum ihr Hauptinteresse

auf Anzeigen legen. Wir glauben an die Zukunft der ehrlichen, gut recherchierenden

Journalisten mit ethischem Anspruch. Die Tendenz dazu ist schon zu sehen.

1. Überdosieren kann man nicht, da klare gesetzliche Regeln getroffen sind,

was die Verzehrempfehlung anbetrifft. Das hat sogar das BFR – das Bundesamt

für Risikobewertung – übersehen: die Behörde, die neulich in der BILD am

Sonntag ihre Falschmeldung veröffentlichen lies. Sogar einzelne Produkte wurden

diskriminiert, die alle gesetzeskonform sind.

2. Nahrungsergänzungsmittel braucht man nicht – ist eine totale Desinformation.

Das Gegenteil ist der Fall. Wer was anderes behauptet lügt und schadet

der Volksgesundheit – und dies ist milde ausgedrückt. Es ist menschenverachtend

und verstößt meiner Meinung gegen die Menschenrechte.

111,23 Millionen Krankheiten und Risikogruppen gibt es in Deutschland. Dies ist

eindeutig statistisch nachgewiesen – also dokumentiert. Die Quellen sind dem

Ver band bekannt. In der nächsten Ausgabe werden wir detailliert darüber berichten.

Das Krankheitsbild hat zum großen Teil etwas mit unserer Nahrung zu tun. Für un sere

Lebensmittel ergibt sich eine erschreckende Bilanz: Vitamine, Min eral stoffe,

Spu ren elemente usw. sind erheblich geschrumpft. Warum nehmen die Behörden

und Ministerien dies nicht endlich zur Kenntnis. Unabhängig von den Giften,

die wir über unsere Nahrung aufnehmen.

Manfred Scheffler

Präsident NEM e.V.

Abnahme der Nährstoffgehalte in den letzten 50 Jahren:

Möhren: Magnesium* minus 75 % Kartoffel: Calcium* minus 70 %

Bananen: Folsäure* minus 84 % Apfel: Vitamin C* minus 80 %

Spinat: Selen** minus 96 % Kresse: Kupfer* minus 93 %

Brokkoli: Kalium* minus 75 % Orangen: Eisen* minus 67 %

Avocados: Natrium* minus 62 %

* Quelle EFN ** Quelle souci-Tabelle

Klar, gibt es auch zusätzliche Gründe unserer mangelhaften Ernährungssituation:

• Genusshafte Ernährung bis hin zur Sucht, Umweltgifte, Intensivierung der

Landwirtschaft (Dünger, Pestizide), exzessiver und einseitiger Anbau, zu frühe

Ernten, lange Transportwege.

Die DGE (vom Staat gestützt) sagt 5 mal am Tag je eine Hand voll Obst und Gemüse

und man hat alle Mikronährstoffe erhalten, die man pro Tag benötigt. Nur wer isst

soviel Obst und Gemüse – die Wenigsten.

Gemeinsam mit unserem wissenschaftlichen Fachbeirat werden wir ehrliche

Öffen t lichkeitsarbeit betreiben. Die Wissenschaft muss sprechen – über Fakten

und was für unsere Gesundheit zu tun ist.

Mit herzlichen Grüßen

Manfred Scheffler

Präsident NEM e.V.

Nutrition-Press ist die offi zielle

Zeitschrift des NEM e.V.

Verband mittelständischer

europäischer Hersteller und

Distributoren von Nah rungsergänzungsmitteln

& Gesundheitsprodukten

e.V.


Nutrition-Press

Inhalt

5 Lebensmittelindustrie am Pranger•Dr. jur. Thomas Büttner

9 Kontrollpflicht, Kennzeichnung, Import von Lebensmitteln•Dr. H.-Joachim Kopp

13 Risiko = Mehrwertsteuer•Dr. Bettina Elles

17 Umsatzsteuer: Gelangensbestätigung ab dem 01. Oktober 2013•Günter Heenen, Carsten Stritzel

21 Das Burn-out-Syndrom – Energiewende auf Zellebene gefordert•Dr. med. Rainer Mutschler, M. A.

24 Firmicuten – die Dickmacher unter den Darmbakterien: Störungen der Darmflora

in Verbindung mit krankhaftem Übergewicht•Kyra Hoffmann, Sascha Kauffmann

28 Kamillentee alleine ist noch keine Naturheilkunde

und gesunde Ernährung kein Garant für genügend Vitamine und Spurenelemente•Peter Abels

32 Biotin (Vitamin B7, Vitamin H) – Die wichtigsten Funktionen von Biotin

36 Zunahme an Brusttumoren – Prävention und nicht nur Identifikation

ist das Gebot der Stunde! •Prof. Dr. med. Enno Freye

42 Brainfood DHA jetzt auch für Vegetarier und für alle, die Fischöl nicht vertragen•Robert Schneider

44 Nahrungsergänzung braucht man nicht – oder doch?•Andreas Binninger

48 Gesundheitsprävention in Unternehmen•Prof. Dr. med. Jörg Spitz

50 Die eigene Website•ARAG

Impressum

Nutrition-Press

Fachzeitschrift für Mikronährstoffe,

Vitalstoffe, Nahrungsergänzungsmittel,

Hersteller und Vertriebe

Online-Ausgabe: ISSN 2195-8505

Herausgeber: Elite Magazinverlags GmbH

Boslerstraße 29 · 71088 Holzgerlingen

Telefon:+49(0)7031/744-0 · Fax:+49(0)7031/744-195

E-Mail: info@nutrition-press.com

Chefredaktion: Bernd Seitz (V.i.S.d.P.)

Leitender Redakteur: Manfred Scheffler

Redaktion: Gabriele Thum M.A.

Wissenschaftlicher Beirat:

Dr. Gottfried Lange

Prof. Dr. Kurt S. Zänker

Juristischer Beirat: Dr. jur. Thomas Büttner

Gastautoren:

Peter Abels

Andreas Binninger

Dr. jur. Thomas Büttner

Dr. Bettina Elles

Prof. Dr. med. Enno Freye

Günter Heenen

Kyra Hoffmann

Sascha Kauffmann

Dr. H.-Joachim Kopp

Dr. med. Rainer Mutschler, M. A.

Manfred Scheffler

Robert Schneider

Prof. Dr. med. Jörg Spitz

Carsten Stritzel

Grafik/Layout: Melanie Wanner

Technische Abwicklung: Sanela Cutura

Anzeigenabteilung:

Andrea Hiddemann

Telefon: +49 (0)7031/744-110

E-Mail: hiddemann@elite-magazinverlag.de

Bildnachweis: thinkstockphotos.de, fotolia.com

Erscheinungsweise: 3 mal pro Jahr:

Januar, April, Oktober

Einzelpreis: 4,95 Euro, zzgl. Versandkosten

Bestellung der Print-Ausgabe: info@nem-ev.de

Print-Ausgabe: ISSN 2196-1271

Online-Magazin und Media-Daten:

kostenlos unter www.nutrition-press.com

Copyright-Hinweis: Die gesamten Inhalte des Magazins

sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte auf Konzept

und Gestaltung: Elite Magazinverlags GmbH und NEM e.V..

Vervielfältigungen jeglicher Art nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Elite Magazinverlags GmbH

und des NEM e.V.. (alle Anschriften siehe Verlag)

Offizielles Magazin des NEM e.V.:

NEM Verband mittelständischer europäischer

Hersteller und Distributoren von Nahrungs ergänzungsmitteln

& Gesundheitsprodukten e.V.

Horst-Uhlig-Str. 3, 56291 Laudert

Telefon: +49 (0)6746/80 29 82 0

Fax: +49 (0)6746/80 29 82 1

E-Mail: info@nem-ev.de

Internet: www.nem-ev.de

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Recht

Lebensmittelindustrie

am Pranger

Rechtswidrige Internetveröffentlichungen

durch staatliche Behörden – neueste Rechtsprechung

zu § 40 Abs. 1 a) LFGB

Nach einer Reihe von der Öffentlichkeit

verunsichernden Lebensmittelskandalen

wie EHEC, Dioxin, Salmonellen etc., reagierte

der Gesetzgeber reflexartig mit einer erheblichen Verschärfung

der Überwachungs- und Kontrollmöglichkeiten

der zuständigen Überwachungsbehörden gegenüber

der Lebensmittelindustrie. Unter anderem wurde

§ 40 Abs. 1 a) Nr. 2 LFGB eingeführt. Danach informiert

die zuständige Behörde die Öffentlichkeit unter Nennung

der Bezeichnung des Lebensmittels oder Futtermittels

sowie unter Nennung des Lebensmittel- oder

Futtermittelunternehmens, unter dessen Namen oder

Firma das Lebensmittel oder Futtermittel hergestellt

oder behandelt oder in den Verkehr gelangt ist, wenn

der durch Tatsachen hinreichend begründete Verdacht

besteht, dass

1. in Vorschrift im Anwendungsbereich dieses Gesetzes

festgelegte zulässige Grenzwerte, Höchstgehalte oder

Höchstmengen überschritten wurden oder

2. gegen sonstige Vorschriften im Anwendungsbereich

dieses Gesetzes, die dem Schutz der Verbraucherinnen

und Verbraucher vor Gesundheitsgefährdung

oder vor Täuschung oder der Einhaltung hygienischer

Anforderungen dienen, in nicht nur unerheblichem

Ausmaß oder wiederholt verstoßen worden ist

und die Verhängung eines Bußgeldes von mindestens

350,00 Euro zu erwarten ist.

Diese Regelung wurde von zahlreichen staatlichen Behörden

zum Anlass genommen, bei festgestellten Verstößen

gegen das Lebensmittelrecht sogenannte „Internetpranger“

einzurichten. In den Internetprangern wur den

die Namen von Lebensmittelunternehmern und Produktbezeichnungen

veröffentlicht, ohne Rücksicht da -

rauf, ob die festgestellten angeblichen Verstöße gegen

das Lebensmittelrecht rechtskräftig festgestellt waren,

noch fortbestehen oder tatsächlich gewichtig waren.

In der Zwischenzeit hat es zu dieser Fragestellung eine

Vielzahl von Gerichtsentscheidungen gegeben, woraus

sich die Rechtswidrigkeit entsprechender staatlicher

Maßnahmen ergibt.

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Nutrition-Press

Insbesondere stellte sich zunächst die Frage, ob die nationale

Regelung des § 40 Abs. 1 a) Nr. 2 LFGB gegen

das vorrangige Europäische Recht gemäß Artikel 10 der

Basisverordnung 178/2002/ EG verstößt. Mit dieser

Vorschrift ist ermöglicht, dass, wenn ein hinreichender

Verdacht besteht, dass ein Lebensmittel oder Futtermittel

ein Risiko für die Gesundheit von Mensch oder

Tier mit sich bringen kann, die Behörden unbeschadet

der nationalen oder Gemeinschaftsbestimmungen über

den Zugang von Dokumenten je nach Art, Schwere und

Ausmaß des Risikos geeignete Schritte, die Öffentlichkeit,

über die Art des Gesundheitsrisikos aufzuklären.

Dabei sind möglichst umfassend das Lebensmittel oder

Futtermittel oder die Art des Lebensmittels oder Futtermittels,

das möglicherweise damit verbundene Risiko

und die Maßnahmen anzugeben, die getroffen wurden

oder getroffen werden, um dem Risiko vorzubeugen, es

zu begrenzen oder auszuschalten.

In der Rechtsliteratur wurde deshalb die Auffassung

vertreten, dass Artikel 10 der Verordnung 178/2002/

EG eine abschließende Regelung für die den Behörden

erlaubten Maßnahmen enthält, über die nationales Recht

nicht hinausgehen darf. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund

von Relevanz, da Artikel 10 ausdrücklich von

einem Risiko für die Gesundheit ausgeht, während dieser

Maßstab in § 40 Abs. 1a) Nr. 2 LFGB nicht zwingendes

Tatbestandsmerkmal ist.

Das Landgericht München hat in einem Vorab-Entscheidungsersuchen

diese Rechtsfrage dem Europäischen

Gerichtshof vorgelegt. Der EuGH hat mit Urteil

vom 11. 04. 2010 – „Berger“ in der Rechtssache Rs.

§

C-636/11, entschieden, dass Artikel 10 der Verordnung

178/2002/EG nicht einer nationalen Regelung entgegensteht,

nach deren Information der Öffentlichkeit unter

Nennung der Bezeichnung des Lebensmittels und

des Unternehmens, und dessen Namen oder Firma des

Lebensmittels hergestellt, behalten oder in Verkehr gebracht

wurde, unzulässig ist, wenn ein Lebensmittel

zwar nicht gesundheitsschädlich, aber für den Verzehr

durch den Menschen ungeeignet ist. Artikel 10 der Verordnung

beschränke sich nur darauf, den Behörden

eine Informationspflicht aufzuerlegen, wenn ein hinreichender

Verdacht auf Gesundheitsrisiken besteht. Die-

§

se Bestimmung untersagt es jedoch den Behörden

nicht, die Öffentlichkeit zu informieren, wenn ein Lebensmittel

für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet,

aber nicht gesundheitsschädlich, ist. Im Ergebnis

hat der EuGH damit klargestellt, dass das europäische

Lebensmittelrecht keine abschließende Regelung

für staatliche Informationen enthält.

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Recht

Nicht geklärt ist damit jedoch die weitere Frage, ob im

Einzelfall eine entsprechende Veröffentlichung des Lebensmittelunternehmers

auf einer Internetseite den notwendigen

Maßstäben des Verhältnismäßigkeitsprinzips

gerecht wird.

§

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat

mit Beschluss vom 28. 01. 2013 – Informationen über

Hygienemängel – entschieden, dass eine von der Überwachungsbehörde

vorgenommene Veröffentlichung

auf der Homepage zu festgestellten Hygienemängeln

unverhältnismäßig in die grundrechtlich geschützten

Rechte des Lebensmittelunternehmers

eingreift. Unter anderem stellt der Verwaltungsgerichtshof

Baden-Württemberg darauf ab, dass eine Verbraucherinformation

zu angeblichen Rechtsverstößen

eines Unternehmens für dieses existenzgefährdend

oder sogar existenzvernichtend wirken kann. Das Bundesverfassungsgericht

habe den Ge richten aufgegeben,

wegen der Besonderheiten der Ver breitung von Informationen

über das Internet – insbesondere die schnelle

und praktisch permanente Ver fügbarkeit der Informationen

für jeden, der an ihr interessiert ist, einschließlich

der über Suchdienste erleichterten Kombinierbarkeit

mit anderen relevanten In for mationen, die mit einer Anprangerung

in diesem Me dium verbundenen nachteiligen

Wirkungen für grundrechtlich geschützte Belange

ein gesteigertes Augenmerk zu widmen (BVerfG, Beschluss

des 1. Senats vom 09. 10. 2001, 1 BvR 622/01).

Mit einer Veröffentlichung im Internet werde ohne Zwei fel

in Grundrechte des Antragstellers eingegriffen, die auch

vor Beeinträchtigungen durch schlichtes Verwaltungshandeln

schützen. Betroffen seien die Schutzbereiche

des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung und

der Berufsausbildungsfreiheit sowie des Rechts auf Bewahrung

von Betriebsgeheimnissen sowie das Recht am

eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb. Zudem

würden erhebliche verfassungsrecht liche Bedenken gegen

die Regelung des § 40 Abs. 1 a) LFGB bestehen.

Durch die Anknüpfung an ein Bußgeld von mindestens

350,00 Euro fehlt es an der ausreichend präzisen Bestimmtheit

der Erkennbarkeit für den Betroffenen, ob er

unter den Tatbestand falle. Darüber hinaus bestünden

erhebliche Zweifel, ob § 40 Abs. 1 a) LFGB dem Gebot der

Verhältnismäßigkeit genügt. Dies insbesondere vor dem

Hintergrund, dass § 40 Abs. 1 LFGB keine Regelungen bezüglich

der Dauer der Veröffentlichung vorsehe. Zudem

verlange das Gebot der Ver hältnismäßigkeit, dass die

Schwere der gesetzgeberischen Grundrechtsbe schränkung

bei einer Gesamterwägung nicht außer Verhältnis

zu dem Gewicht der sie rechtfertigenden Gründe bestehe.

Bei Bußgeldtatbeständen in Höhe von 350,00 Euro sei

von Bagatellen auszugehen, die eine mit der Pran gerwirkung

im Internet einhergehenden Intensität der

Grundrechtsbeeinträchtigungen nicht entsprechen.

Ebenfalls nicht hinnehmbar sei, dass

§ 40 Abs. 1 a) LFGB eine zwingende

Pflicht zur Veröffentlichung enthalte.

Damit sei ein angemessener Ausgleich

zwischen dem öffentlichen Interesse an

der Information und dem grundrechtlichen Geheimhaltungsinteresse

nicht mehr gewährleistet. Die genannte

Vorschrift lasse nicht einmal Raum, um besonderen

Fallgestaltungen oder Folgen Rechnung zu tragen und

ein bei der Preisgabe von personen- und unternehmensbezogenen

Informationen im konkreten Einzelfall

drohendes Übermaß abzuwehren. Im Eilverfahren sei

deshalb zugunsten des Lebensmittelunternehmers zu

entscheiden.

Vergleichbar urteilte auch der Bayerische VGH in einem

Beschluss vom 18. März 2013, Az. 9 CE 12.2755. Hierbei

wurde es der zuständigen Behörde untersagt, die

bei einer amtlichen Kontrolle im Betrieb der Antragstellerin

festgestellten Mängel im Internet auf der hierfür

eingerichteten Plattform zu veröffentlichen. Auch dieser

Senat äußerte erhebliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit

des § 40 Abs. 1 a) Nr. 2 LFGB. Mit der

geplanten Veröffentlichung werde nachhaltig in Grundrechte

der Antragstellerin eingegriffen. Eingriffe dieser

Art unterliegen dem Gebot der Verhältnismäßigkeit,

welches verlange, dass ein Grundrechtseingriff einem

legitimen Zweck diene und als Mittel zu diesem Zweck

geeignet, erforderlich und angemessen sei. Hierfür

spreche schon das Missverhältnis zwischen § 40 Abs. 1

LFGB und § 40 Abs. 1 a) Nr. 2 LFGB. Während der Behörde

bei der Veröffentlichung von Gesundheitsgefahren

oder der Warnung vor ekelerregenden Lebensmitteln

ein Ermessensspielraum eingeräumt werden

(... soll ... informieren), sei die Behörde im Fall des § 40

Abs. 1 a) Nr. 2 LFGB bereits bei in aller Regel weniger

schwierigen Sachverhalten zu einer Information der

Öffentlichkeit mit namentlicher Nennung des Betriebs

verpflichtet.

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Nutrition-Press

Dr. jur. Thomas Büttner

Rechtsanwalt, LL.M, Frankfurt a. Main.

Lebensmittelrechtlicher Beirat des NEM e.V.

und Mitglied des Rechtsausschusses des BLL.

Er hat das „OPC“-Urteil des Bundesver wal tungs -

gerichts vom 25. 07. 2007 erstritten und

ist spe zialisiert auf die rechtliche Beratung

von Vertreibern von Nahrungsergänzungsmitteln,

diätetischen Lebensmitteln, angereicherten

Lebensmitteln sowie Kosmetika, Medizinprodukten

und Arzneimitteln.

Angesichts der Schwere des Eingriffs und der zu erwartenden

wirtschaftlichen Folgen für die Betroffenen erscheine

ein Schwellenwert von nur 350,00 Euro für das

prognostizierte Bußgeld völlig unverhältnismäßig. Eine

solche Publikation in den Medien sei auch nicht erforderlich.

Der Tatbestand enthalte keine zeitlichen Vorgaben

für die Neuheit der Veröffentlichung bzw. keine

Löschungsfristen. Eine zeitlich unbegrenzte Information

der Öffentlichkeit über die in einem Betrieb zu einem

bestimmten Zeitpunkt festgestellten Mängel sei jedoch

unverhältnismäßig. Hinzu tritt, dass einmal ins Internet

gestellte Daten in der Folge kaum effektiv gelöscht werden

können, weil die Behörden mit deren Veröffen t-

lichung insoweit die Verfügungsgewalt weitestgehend

verlieren.

Diese Rechtsprechung wurde ferner durch

einen Beschluss des OVG Lüneburg

vom 14. 06. 2013 bestätigt. Das

Oberverwaltungsgericht

führte aus, dass die beabsichtigte

Veröffentlichung

von Grenzwertüberschrei tungen durch ein

Lebensmittel bereits nicht auf eine wirksame Ermächtigungsgrundlage

gestützt werden kön ne. Der Tatbestand

des § 40 Abs. 1 a) LFGB genüge jedenfalls bei der

im Eilverfahren gebotenen summarischen Überprüfung

nicht den verfassungsrechtlichen Vorgaben. Dies ergebe

sich schon daraus, dass er die vorgesehene Information

der Öffentlichkeit nicht zeitlich begrenze. Angesichts

der weitreichenden Verbreitung der vorgesehenen

Informationen durch die jederzeit gegebene Abrufbarkeit

des Internets und ihre erheblichen wirtschaftlichen

Konsequenzen für die betroffenen Lebensmittelunternehmen,

liegen eine besonders drastische Form

des Eingriffs in die grundrechtlich geschützten Positionen

des Lebensmittelunternehmers vor.

Bestätigt wird diese Rechtsprechung ebenfalls durch

ein aktuelles Urteil des VG Düsseldorf vom 16. 04. 2013,

Az. 16 L 494/13. Das VG Düsseldorf führt aus, dass

zwar durch das Urteil des EuGH vom 11. April 2013 geklärt

sei, dass Artikel 10 der Verordnung 178/2002/EG

keine generelle Sperrwirkung für nationale Regelungen

enthalte. Es bleibe jedoch dabei, dass § 40 Abs. 1a)

LFGB erheblichen verfassungsrechtlichen Bedenken

unterliege. Der EuGH habe nicht die Frage geklärt, ob

§ 40a Abs. 1 a) LFGB mit dem deutschen Verfassungsrecht

bzw. mit der Basisverordnung vereinbar ist.

Abschließend ist festzustellen, dass die zitierten Gerichtsentscheidungen

dazu geführt haben, dass in fünf

Bundesländern (Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz,

Nordrhein-Westfalen und Hessen) formelle

Vollzugstops entsprechender Veröffentlichungen im Internet

erfolgt sind.

Erfreulicherweise haben somit die Gerichte einer unverhältnismäßigen

Vollzugspraxis der Überwachungsbehörde

zunächst einmal Einhalt geboten. Darüber hinaus

ist davon auszugehen, dass die Rechtmäßigkeit und

Verfassungsmäßigkeit der nationalen Regelungen des

§ 40 Abs. 1a) LFGB zukünftig vor dem Bundesverfassungsgericht

einer Überprüfung unterliegen wird.

Bis dahin sind die Überwachungsbehörden verpflichtet,

in jedem Einzelfall zu überprüfen, ob eine Veröffen t-

lichung von angeblichen lebensmittelrechtlichen Verstößen

im Internet verhältnismäßig ist. Auf der Grundlage

der zitierten Rechtsprechung haben betroffene

Lebensmittelunternehmen aktuell gute Erfolgsaussichten,

sich mit Rechtsmitteln gegen eine solche Veröffentlichung

zu wehren.

8


Recht

Kontrollpflicht, Kennzeichnung

und Import von Öko-Lebensmitteln

Öko-Lebensmittel haben einen festen Platz im Markt erobert

und sind beim Verbraucher weiterhin geschätzt. Zur Regelung

der Öko-Produkte gelten die Öko-Basis-Verordnung Nr. 834/2007

und die Durchführungsverordnungen Nr. 882/2008

und Nr. 1235/2008 zum Import.

Da der Unterschied zwischen Bio- und konventionellen

Erzeugnissen analytisch am

Produkt kaum festzumachen ist wurde ein ausgeklügeltes

Kontrollregime entwickelt, das auf Systemkontrollen

vor Ort beruht und den gesamten Werdegang eines Bio-

Produktes umfasst.

1. Kontrollpflicht

Die Öko-Verordnung regelt sämtliche Lebensmittel mit

Öko-Hinweisen, aber auch z. B. Heimtiernahrung und

Bio-Hefen. Seit 2012 gibt es auch „Bio-Wein“. Weitere

Regelungen durch die Kommission sollen folgen, ggf.

auch noch für Kosmetika. Arzneimittel werden nicht

von der Öko-Verordnung erfasst.

Das Auslösen der Öko-Verordnung und die Kontrollpflicht

ergeben sich durch Kennzeichnung und Werbung.

Grundsätzlich lösen alle Begriffe wie „ökologisch“

oder „biologisch“ oder „Bio“ und „Öko“ die Anwendung

der Verordnung aus.

Erfasst werden bei der Betrachtung nicht nur Hinweise,

die im Etikett der Produkte erscheinen, sondern auch

Angaben in Etikettierung, Werbung und Geschäftspapieren.

Selbst die Führung der Silbe „Bio“ in einer

Marke oder Firmierung, auch wenn diese historisch

belegt ist, führt nach Artikel 23 der Öko-Verordnung

dazu, dass der Verbraucher nach Auffassung des

Ge setzgebers ein Bio-Produkt vermutet. Die Kontrollpflicht

gilt für Erzeugerbetriebe und Hersteller genauso

wie für Einführer, Lagerhalter und grundsätzlich

alle Inverkehrbringer, aber auch für Restaurants und

Kan tinen.

Einzelhandel

Für den Einzelhandel bestehen Ausnahmen von der

Kontrollpflicht. Trotzdem befinden sich viele Einzelhandelsketten

im Öko-Kontrollverfahren, entweder weil sie

Vertriebslager betreiben oder auch, weil an Bedientheken

(Aufbacken, Fleischtheken, Fischtheken) Bio-Produkte

bearbeitet, abgepackt oder gekennzeichnet werden.

Internet-Shops

Die Arbeitsgemeinschaft der Bundesländer (LÖK) hat

festgestellt, dass Internet-Händler im Distanz-/Versandhandel

tätig seien und eine direkte Verkaufshandlung

unter Anwesenheit des Endverbrauchers hier nicht

vorliege und beschlossen: „Der Versandhandel einschließlich

des Online Handels über das Internet ist

unabhängig von individuellen Vereinbarungen und der

Zusammensetzung der Käuferschaft kontrollpflichtig.“

Unteraufträge

Unterauftragnehmer, die kontrollpflichtige Tätigkeiten

ausüben, müssen ebenfalls in das Kontrollregime einbezogen

werden. Allerdings gibt es neben der direkten

Anmeldung bei der zuständigen Behörde auch die Möglichkeit

einer indirekten Teilnahme über die Anmeldung

des den Lohnauftrag erteilenden Unternehmens.

9


Nutrition-Press

2. Bio-Kennzeichnung

Obwohl die Öko-Verordnung verschiedene Produktkategorien

und Kennzeichnungsmöglichkeiten beschreibt,

wird fast ausschließlich die 100 %-Bio Variante

genutzt, die eine prominente Bio-Auslobung ermöglicht.

Öko-Hinweise in der Verkehrsbezeichnung

Unter folgenden Voraussetzungen dürfen bei 95 % -100 %

Bio-Produkten Öko-/Bio-Hinweise in der Verkehrsbezeichnung

ohne Festlegung auf einen bestimmten

Wort laut verwendet werden, wie z. B. Bio-

Müsli oder Bio-Apfelsaft. Auch weitere zutreffende

Hinweise auf die ökologische

Erzeugung sind in der Kennzeichnung

möglich.

• Das Lebensmittel besteht überwiegend

aus Zutaten landwirtschaftlichen

Ursprungs; hinzugefügtes

Wasser und Kochsalz werden

nicht berücksichtigt

• Mindestens 95 % der Zutaten landwirtschaftlichen

Ursprungs stammen

aus der ökologischen Produktion;

nicht ökologische Zutaten

müssen zugelassen sein.

• Es dürfen nur Zusatzstoffe, Verarbeitungshilfsstoffe,

Aromastoffe, Wasser, Salz, Zubereitungen

aus Mikroorganismen, Enzyme, Mineralstoffe,

Spurenelemente, Vitamine sowie Aminosäuren und

andere Mikronährstoffe verwendet werden, die zugelassen

sind

• „Zwillingsverbot“: Eine ökologische Zutat darf nicht

zusammen mit der gleichen nicht ökologischen oder

einer Zutat verwendet werden

• Das Lebensmittel ist ohne Verwendung von gentechnisch

veränderten Organismen und auch nicht auf

der Grundlage von gentechnisch veränderten Organismen

hergestellt und auch nicht mit ionisierenden

Strahlen behandelt worden

• Zutaten aus ökologischer Erzeugung sind in der Zutatenliste

immer als solche kenntlich zu machen.

z. B. Tomatensaft*, Meersalz aus ökologischer Erzeugung*

• Kontrollgebot: Erzeugung und Verarbeitung sowie

gegebenenfalls auch Einfuhr und Vermarktung sind

gemäß gültiger Kontrollbestimmungen kontrolliert

und bescheinigt worden

Zutatenkennzeichnung ohne Bio-Mindestanteil

Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein jeglicher

Öko-Anteil und sei er noch so gering, ausschließlich in

der Zutatenliste als „öko“ gekennzeichnet werden. Das

EU-Logo ist dann nicht zulässig. Die meisten Voraussetzungen

der 100 %-Kennzeichnung müssen aber erfüllt

sein, nämlich

• Überwiegend landwirtschaftlich

• Nur zugelassene Stoffe

• Zwillingsverbot

• Verbot von GVO und ionisierenden Strahlen

• Kontrollgebot

Einschränkungen in Bezug auf die Hinweise

• Der Hinweis darf nur im Verzeichnis der Zutaten erscheinen

• Der Gesamtanteil der ökologischen Zutaten muss

angegeben werden

• Die Angaben im Zutatenverzeichnis dürfen nicht

hervorgehoben werden

Wild-Produkte mit Bio-Anteil

Diese seltene Kategorie trifft z. B. auf

Fischkonserven zu wie z. B. Sardinen in

Bio-Olivenöl. Der Bio-Hinweis erscheint in

demselben Sichtfeld wie die Verkehrsbezeichnung,

sofern

• die Hauptzutat ein Erzeugnis der Jagd

oder der Fischerei ist

• andere Zutaten landwirtschaftlichen

Ur sprungs ausschließlich ökologisch

sind.

Umstellware

Gelegentlich trifft man auch auf die sogenannte „Umstellware“.

Für Lebensmittel gilt für diesen Fall in der

Kennzeichnung der einzig mögliche Pflichttext „Erzeugnis

aus der Umstellung auf den ökologischen Landbau“

oder „Erzeugnis aus der Umstellung auf die biologische

Landwirtschaft“ ohne jegliche Hervorhebung und ohne

weitere Bio-Hinweise. Voraussetzung ist aber auch

noch, dass das Erzeugnis nur eine pflanzliche Zutat

landwirtschaftlichen Ursprungs enthält und ein Umstellungszeitraum

von mindestens zwölf Monaten eingehalten

wurde.

Produkte mit Anteil Hefe

oder Hefeerzeugnissen

Ab dem 31. Dezember 2013

sind Hefe und Hefeprodukte

zu den Zutaten landwirtschaftlichen

Ursprungs zu rechnen. Das

heißt insbesondere für Hersteller

von Bio-Brot auf strichen,

dass Hefe anteile und Hefeextrakte

nicht mehr als „Mikroorganismenzubereitungen“

unberücksichtigt

bleiben, sondern aus Öko-Hefe gewonnen

worden sein müssen. Es bleibt jedoch die Möglichkeit

bestehen, konventionelle Hefe z. B. bei der

Herstellung von Backwaren einzusetzen, sofern der

Hefeanteil 5 % nicht übersteigt.

10


Recht

Gemeinschaftslogo und Herkunftsangabe

Das EU-Logo muss und darf nur bei Bio-Produkten eingesetzt werden, die unter die

95 % - 100 % Kategorie fallen. Sofern das Logo eingesetzt wird, ist auch die Herkunft

der Zutaten des Lebensmittels anzugeben. Mit der Herkunft ist dabei der Ort gemeint,

an dem der pflanzliche Rohstoff gewachsen ist oder das Tier auf gewachsen

ist, nicht der Verarbeitungsort.

Die Herkunftsangabe muss in folgender Form erfolgen:

• „EU-Landwirtschaft“

• „Nicht-EU-Landwirtschaft“

• „EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft“

• Alleinige oder zusätzliche Angabe des Ländernamens bei Erzeugung aller landwirtschaftlichen

Ausgangsstoffe in demselben Land, z. B. „Deutsche Landwirtschaft“.

Zutaten, die weniger als zwei Gewichtsprozent der Gesamtmenge der Zutaten landwirtschaftlichen

Ursprungs ausmachen, können außer Acht gelassen werden. Als

weitere zwingende Kennzeichnungsvorgaben sind festgelegt worden:

• Herkunftskennzeichnung muss unter der Codenummer der Kontrollstelle erscheinen

• die Herkunftskennzeichnung muss in demselben Sichtfeld wie das Gemeinschaftslogo

erscheinen

Das Gemeinschaftslogo darf auch außerhalb der verpflichtenden Kennzeichnung von

vorverpackten Lebensmitteln verwendet werden, wie z. B. in Katalogen, Verkaufsräumen,

auf Internetseiten oder in Geschäftspapieren. Die Angabe der Codenummer mit

Herkunftsangabe ist hier nicht erforderlich. Wohl aber ist die Angabe der Codenummer

des Rechnungsstellers auf Rechnungen über Bio-Waren sowie die Code nummer

des Lieferanten auf den Lieferscheinen erforderlich. Ebenso ist die Kennzeichnung

von blickdichten Umkartons vorverpackter Lebensmittel mit der Codenummer der

Kontrollstelle erforderlich, wie das Verwaltungsgericht Regensburg kürzlich feststellte.

Bei Heimtiernahrung schließen die Mitgliedstaaten die Verwendung des Gemeinschaftslogos

noch aus, da für diese Produktgruppe bisher keine EU-Regeln auf gestellt

wurden, sondern nur private oder nationale Richtlinien bestehen.

Codenummer der Kontrollstelle

Jede Kontrollstelle hat eine eindeutige Kontrollcodierung erhalten; in Deutschland

hat sie die Form „DE-ÖKO-000“, wobei in den letzten drei Ziffern die Nummer

der zugelassenen Stelle steht, die die Kontrolle der letzten Erzeugungs- oder Aufbereitungshandlung

vorgenommen hat“.

3. Einfuhr von Bio-Produkten

Die Einfuhr von Bio-Produkten erfolgt nach verschiedenen Regelungen, die alle

in Verordnung (EG) Nr. 1235/2008 aufgezeigt werden. Wer Bio-Produkte in die EU

einführen möchte, muss sich für diese Tätigkeit allerdings zuerst als Einführer registrieren

und kontrollieren lassen.

Warenbegleitend ist dann jeweils eine Kontrollbescheinigung bei der Verzollung zu

präsentieren, in der der Zoll die Richtigkeit per Sichtvermerk bescheinigt und der

Erste Empfänger in der EU anschließend auf demselben Dokument die Nämlichkeit

der Bio-Lieferung bestätigt.

11


Nutrition-Press

Das Einfuhrgeschäft selbst erfolgt derzeit nach drei

Verfahren.

1) „Drittlandliste“

Das Ausfuhrland ist mit den Produkten die eingeführt

werden sollen auf der sogenannten „Drittlandliste“.

Dies sind derzeit die Länder Argentinien, Australien,

Kanada, Costa Rica, Indien, Israel, Japan, Schweiz,

Tunesien, USA, Neuseeland. Im Anhang sind auch die

für diese Länder autorisierten Kontrollstellen gelistet

und die Produkte, für die die Länder in der Liste stehen.

Eine sorgfältige Überprüfung durch den Einführer ist

erforderlich, sonst übersieht er z. B. Besonderheiten

wie derzeit eine noch aktuelle Aussetzung der Drittlandlistung

für „verarbeitete Lebensmittel“ aus Indien.

2) „Liste anerkannter Kontrollstellen“

Das Ausfuhrland und die betroffenen Produkte sind

in der „Liste anerkannter Kontrollstellen“ erfasst. Diese

Liste wurde zuletzt durch Verordnung (EU) Nr. 586/2013

aktualisiert. Der Geltungsbereich dieses Verfahrens

be trifft nur Länder, die nicht auf der Drittlandliste

stehen.

3) Vermarktungsgenehmigungen

Es handelt sich um ein Antragsverfahren (BLE), in dem

der Importeur darlegt, welche Waren er in welchem

Umfang und woher einführen möchte. Nach Über prüfung

wird eine befristete Genehmigung erteilt, diese

Produkte einzuführen und zu vermarkten.

Dieses Verfahren wird jedoch auslaufen; es sollen

– ab 01. 07. 2013 für in Anhang IV gelistete Kontrollstellen/Erzeugnisse

keine Vermarktungsgenehmigungen

mehr erteilt werden

– ab 01. 07. 2014 keine neuen Vermarktungsgenehmigungen

mehr erteilt werden

– ab 01. 07. 2015 bestehende Vermarktungsgenehmigungen

ihre Gültigkeit verlieren

Wichtig für den Einführer ist es, dass sämtliche sogenannte

„Erste Empfänger“ in der EU für das Öko-

Kontrollverfahren anzuzeigen ist. Sofern der Einführer

einen Dienstleister mit dieser Aufgabe betraut, ist auch

dieser ins Verfahren zu melden; ansonsten kann die

Folge sein, dass ein Bio-Produkt seinen Bio-Status aus

formalen Gründen verliert.

Die Regelung der Produktion, des Inverkehrbringens

und der Einfuhr von Öko-Lebensmitteln und auch der

Vollzug dieser Regelungen sind inzwischen äußerst

komplex geworden, so dass die Europäische Kommission

auch schon laut darüber nachgedacht hat,

ob nicht die Kontrollen verstaatlicht werden sollen oder

ob gar die gesamte Öko-Regelung zugunsten privater

Standards wieder abgeschafft werden sollte.

Dr. H.-Joachim Kopp,

LACON-Institut, Offenburg

12


Steuern

Risiko = Mehrwertsteuer

Nahrungsergänzungsmittel wie auch diätetische Lebensmittel

befinden sich sozusagen an der Schnittstelle zwischen Lebensund

Arzneimitteln, und damit auch zwischen dem regulären

und dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 % . 1

Ihre Einordnung ist abhängig von der Zugehörigkeit zu bestimmten

Zolltarif-Nummern. Sie kann im Auftrag des Herstellers, bei spielsweise

durch einen Sachverständigen vorgenommen werden, rechtlich

belastbar ist jedoch in diesem Zusammenhang nur eine Zolltarifauskunft

. 2

Was aber ist zu tun, wenn die Einordnung

durch den Zoll nicht zufriedenstellend

ausfällt oder nachträglich, womöglich mit Rückwirkung,

geändert wird?

Aktuelle Praxis der Finanzbehörden

In der Beratungspraxis taucht immer häufiger das Problem

auf, dass im letztgenannten Fall, Produkte vom

Finanzamt aus dem ermäßigten Umsatzsteuersatz

ausgenommen werden, obwohl an dem Produkt und

sei ner Präsentation keinerlei Änderungen vorgenommen

wurden.

eine erneute Einholung, d. h. die Überprüfung einer bereits

erteilten ZTA 3 . Möglich ist ein solches Vorgehen

des Finanzamtes selbst dann, wenn eine verbindliche

ZTA erteilt wurde, denn selbst diese bietet keine endgültige

Sicherheit. 4

In der Regel wird das Finanzamt dabei so vorgehen,

dass es zunächst eine unverbindliche Zolltarifauskunft

(ZTA) einholt und dann auf deren Basis entscheidet.

Dies kann erstmalig geschehen, möglich ist aber auch

1 Vgl. dazu: „Welches ist der richtige Steuersatz“ – Die unverbindliche Zolltarifauskunft als Antwort, Nutrition Press 1 –

Januar 2013, S. 44 ff.

2 Zu Einzelheiten und zum Verfahren der verbindlichen Zolltarifauskunft siehe BMF 05. 08. 2004, - IV B 7 - S 7220 - 46/04 -,

BStBl 2004 I, 638.

3 Eine bereits erteilte uvZTA wird schlicht ungültig, wenn sich die zugrunde liegende zolltarifliche Einreihung oder der in

der Auskunft ausgewiesene Umsatzsteuersatz ändert.

4 Im Allgemeinen gilt eine vZTA sechs Jahre. In bestimmten Fällen (z. B. Veröffentlichung einer Einreihungsverordnung,

Änderung in der Auslegung der Nomenklatur auf internationaler Ebene oder andere Möglichkeiten, die in den Durchführungsvorschriften

für den Zollkodex vorgesehen sind) kann die Gültigkeit einer VZTA aber vorher erlöschen. In solchen

Fällen hat der Wirtschaftsbeteiligte die Möglichkeit, bei den Zollbehörden beantragen, die VZTA für eine Übergangszeit

weiter verwenden zu dürfen (so genannte „Vertrauensschutzfrist“). Einem solchen Antrag wird nur

stattgegeben, sofern die gesetzlich vorgeschriebenen Bedingungen hierfür erfüllt sind.

13


Nutrition-Press

Als nachteilige Konsequenz ergibt sich auf steuerlich

er Ebene ein Änderungsaufwand, der regelmäßig,

namentlich bei rückwirkender Änderung der Einreihung,

zu einer aufwändigen Umsatzsteuerberichtigung führt.

Daraus entstehende Nachzahlungen können nicht immer

durch Zuzahlungen der beteiligten Geschäftspartner

abgefangen werden. Wurde bereits direkt an den

Endverbraucher verkauft, bleibt diese Möglichkeit verschlossen.

In jedem Fall sind in der Regel erhebliche

Beträge aufzubringen und zudem entsteht ein oft erheblicher

Verwaltungsaufwand.

Auch ohne eine Rückwirkung können sich nachteilige,

wirtschaftliche Konsequenzen aus dem geringeren Nettoerlös

oder einer Verteuerung des Produktes ergeben.

An die veränderte, zolltarifliche Einordnung knüpfen

sich unter Umständen weitere Konsequenzen für Einund

Ausfuhr von Produkten. Zudem kann auch für die

Verkehrsfähigkeit im Innland eine Arzneimittelzulassung

erforderlich werden, die bekanntermaßen nur mit

großem Aufwand zu erreichen ist.

Beispielfälle

Wichtig und wohl auch im Hinblick auf die Gesamtrechtsordnung

fragwürdig, ist in diesem Zusammenhang

der Umstand, dass die Einstufung als Arzneiware

keinesfalls von einer tatsächlichen, nachweisbaren

therapeutischen Wirkung des betreffenden Produktes,

sei es Nahrungsergänzungsmittel oder diätetisches

Lebensmittel, abhängt. Unter Umständen kann eine

solche Einreihung auch dann festgesetzt werden, wenn

der Hersteller von einer Auslobung entsprechender

Eigenschaften völlig abgesehen hat. 5

Ausreichend ist vielmehr, dass die verantwortliche Zollbehörde

zu der Auffassung gelangt, die Voraussetzungen

für die Einreihung in die Position 3004 der kombinierten

Nomenklatur („KN“) seien erfüllt. 6

Solche Ergebnisse sind, insbesondere im Hinblick auf

die unermüdlichen Bemühungen des europäischen Gesetzgebers

um die Eliminierung aller Produkte, deren

gesundheitsbezogene Auslobung nicht außerhalb jeden

Zweifels, wissenschaftlich nachweisbar ist, schwer nachvollziehbar.

Nährstoffkonzentration

Im Rahmen der behördlichen Prüfungspraxis wird besonders

häufig an das Kriterium der „Konzentration der

enthaltenen Wirkstoffe“ angeknüpft. Liegt diese „deutlich

höher als die empfohlene Tagesdosis“ reicht dies

vom Standpunkt der Zollbehörde und damit auch für

das Finanzamt oft bereits aus, da Angaben über die zu

verabreichende Menge und die Art der Anwendung

für Nahrungsergänzungsmittel und diätetische Lebensmittel

ohnehin zwingend vorgeschrieben sind und somit

auch die weiteren Voraussetzungen vorliegen.

Entgegen der ausdrücklichen Formulierung in der KN:

„Ein aktiver Wirkstoff ist eine chemisch definierte Substanz,

eine chemisch definierte Gruppe von Substanzen

oder ein Pflanzenextrakt. Diese aktiven Substanzen

müssen medizinische Eigenschaften zur Verhütung oder

Behandlung von spezifischen Krankheiten, Leiden oder

deren Symptomen haben (ErlKN zu Kapitel 30 (KN)

Anm. 1. 1)“. Die Zollbehörden tendieren eindeutig dazu,

jeden in einem Produkt enthaltenen Inhaltstoff als

Wirkstoff zu bewerten, ganz unabhängig davon, ob er

tatsächlich als „Wirkstoff“ in diesem Sinn anzusehen

5 Vgl. BFH-Urteil vom 04. 11. 2003 - VII R 58/02; BFH-Urteil in BFHE 190, 501, 505 sowie EuGH-Urteil in EuGHE 1998,

I-8357.

6 Die Position 3004 erfasst Arzneiwaren. Nicht in diese Position einzureihen sind nach Ziff. 1 a. der Anmerkungen zu

Kapitel 30, Nahrungsmittel wozu insbesondere auch diätetische Lebensmittel zählen. Aus den Zusätzlichen Anmerkungen

zu Kapitel 30 ergibt sich, dass die Einreihung unter die Position 3004 zwingend an das Vorliegen der folgenden,

Voraussetzungen geknüpft ist:

Die Zubereitungen sind in Pos. 3004 einzureihen, wenn auf dem Etikett, der Verpackung oder dem Beipackzettel

folgende Angaben gemacht werden:

a) die spezifischen Krankheiten, Leiden oder deren Symptome, bei denen die Erzeugnisse verwendet werden sollen;

b) die Konzentration des enthaltenen Wirkstoffs oder der enthaltenen Wirkstoffe;

c) die zu verabreichende Menge und

d) die Art der Anwendung. (...)

Bei Zubereitungen auf der Grundlage von Vitaminen, Mineralstoffen, essentiellen Aminosäuren oder Fettsäuren muss

die Menge dieser Stoffe pro auf dem Etikett angegebener Tagesdosis deutlich höher sein, als die für den Erhalt der

allgemeinen Gesundheit oder des allgemeinen Wohlbefindens empfohlene Tagesdosis.

7 RDA werden nicht international einheitlich festgelegt. So unterscheiden sich beispielsweise die in den USA geltenden

RDA signifikant von den innerhalb der EU geltenden Werte. Sowohl die Gültigkeit, als auch die Genauigkeit der Vorgaben

steht zudem wissenschaftlich in Frage, da grundsätzlich wie bei allen Bewertungsmethoden, verschiedenste

Ansätze und Kriterien gewählt werden können.

8 § 21 Abs. 2 Ziffer 1 DiätVO.

14


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ist, also ob ihm tatsächlich eine „heilende oder prophylaktische Wirkung“ im Zusammenhang

mit der Wirkung des Produktes zukommen kann. Hierdurch erhöht sich das

allgemeine Risiko für die Hersteller erheblich, da letztlich jeder Inhaltsstoff auf dem

Prüfstand steht.

Als „deutliche Überschreitung“ gelten dabei, entsprechend den Erläuterungen zur KN

Werte, die „mindestens dreimal höher“ als die normalerweise empfohlene Tagesdosis

(Recommended Daily Allowance – RDA) sind.

Hierzu ein kleiner Exkurs: Die RDA geben die Mengen von essentiellen Nährstoffen

an, die nach dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand für ausreichend angesehen

werden, den täglichen Bedarf nahezu jedes gesunden Menschen zu decken.

Sie enthalten keine Aussagen über die täglich zulässige Höchstmenge des betreffenden

Stoffes, hier liegen die RDA häufig sogar weit unter der Menge, die durch natürliche

Nahrungsaufnahme möglich wäre. 7

Dies könnte insgesamt zu dem Schluss verleiten, hieraus ergäbe sich für den Hersteller

zumindest bei der Entwicklung eines Produktes im Falle der Einhaltung dieser

Werte eine gewisse Rechtssicherheit. Diese Annnahme ist jedoch unzutreffend.

Tatsächlich unterliegt der Bestand an RDA Festlegungen sowohl in Bezug auf die Zahl

der erfassten Nährstoffe, als auch in Bezug auf die festgelegten Werte, ständiger

Überarbeitung und stellt damit eine unberechenbare Variable dar. Aus diesem Grund

ist es also durchaus möglich, dass ein Produkt, dessen Gehalt an Inhaltsstoffen ursprünglich

innerhalb der empfohlenen Grenzwerte lag, infolge der Erweiterung und/

oder Änderung der RDA Festlegungen für einen beliebigen Inhaltsstoff, ohne weiteres

als Arzneiware eingestuft wird.

Therapeutische oder Prophylaktische Zweckbestimmung

Weiter wird von den Zollbehörden an das 1. Kriterium der KN, der Verwendung im

Zusammenhang mit „die spezifischen Krankheiten, Leiden oder deren Symptomen“

angeknüpft. Auch hier ist es möglich, dass einem Produkt, dessen Bestimmung vom

Hersteller z. B. nur mit „Nahrungsergänzungsmittel“ bezeichnet wird, nach einer Gesamtbewertung

der Präsentation durch die Behörden eine entsprechende heilende

oder vorbeugende Zweckbestimmung beigelegt wird. Ist ein diätetisches Lebensmittel

einzureihen, so wird dieser Schluss beinahe durchgängig aus der gesetzlich vorgesehenen

Zweckbeschreibung 8 gezogen.

Änderungen der Einreihung können sich schließlich auch noch aus anderen Gründen

ergeben, dies geschieht etwa, wenn sie aufgrund des Erlasses einer EU-Verordnung

dem damit gesetzten Recht nicht mehr entspricht,

wenn sie mit der Auslegung einer Nomenklatur

nicht mehr vereinbar ist, weil beispielsweise

die Erläuterungen zum harmonisierten

System oder zur kombinierten Nomenklatur geändert

worden sind oder aufgrund neuer Erkenntnisse

bzw. modernerer Herstellungsverfahren

und Materialien die Auffassung zum Einreihungsergebnis

neu überdacht werden musste.


Nutrition-Press

Lösungsansätze: Die richtige Strategie

Es ist vorauszuschicken, dass es bedingt durch die Verschiedenheit der Ursachen,

die für die oben dargestellte Rechtsänderung eine Rolle spielen können, nicht generell

möglich sein wird, sich vor den durch eine Einreihung unter Position 3004 entstehenden

Risiken zu schützen.

Dr. Bettina Elles, LL.M.,

Schadbach Rechtsanwälte,

Frankfurt a. Main, Fach -

li cher Beirat des NEM e. V.

(Präventive) Lösungsansätze

Eine präventive Berücksichtigung der Veränderung bzw. des Hinzutretens von RDA

würde hellseherische Fähigkeiten voraussetzen. Möglich und sinnvoll ist es allerdings,

die Präsentation des Produktes präventiv zu optimieren. Das bedeutet, dass –

unter Einhaltung aller zwingenden gesetzlichen Vorgaben – alle Angaben auf Verpackung

und Beipackzettel auf kritische Formulierungen untersucht und gegebenenfalls

abgeändert werden. Diese Möglichkeit bietet sich in allen geschilderten Fällen

an und hat sich in unserer Praxis bereits im außergerichtlichen Bereich als überwiegend

erfolgreich erwiesen.

Auf die Problematik einer „Überdosierung“ kann nur nach einer Einreihung als Arzneiware

reagiert werden. Insbesondere wegen der damit drohenden verschärften

Zu lassungsvoraussetzungen wird es dabei in der Regel nicht ratsam sein, die veränderte

Einreihung einfach hinzunehmen. Für manche Hersteller bietet sich hier die Veränderung

der Rezeptur als Lösung an.

Kommt dieser Ansatz nicht in Betracht kann es sich durchaus wiederum als sinnvoll

erweisen, die Präsentation des Produktes entscheidend zu bearbeiten 9 . Dies gilt

selbst dann, wenn einer der Inhaltsstoffe in einer die RDA mehr als das dreifache

überschreitenden Dosis enthalten ist. Veränderungen müssen dabei umfassend an

den Angaben auf Verpackung und Beipackzettel vorgenommen werden. Diese Vorgehensweise

kann sich trotz der zwingenden Vorgaben der DiätVO auch für diätetische

Lebensmittel anbieten. Werden Veränderungen vorgenommen, ist grundsätzlich

nach Abschluss eine neue ZTA zu beantragen.

Rechtsmittel

Neben den aufgezeigten präventiven und/oder außergerichtlichen Reaktionsmöglichkeiten

bleibt natürlich immer die Möglichkeit, im Rahmen von Einspruchsverfahren

und darauf folgenden Klageverfahren gegen die auf der geänderten Einreihung

basierenden Steuerbescheide vorzugehen.

Die Finanzbehörden sind dabei in den seltensten Fällen tragfähigen, rechtlichen Argumenten

zugänglich, sodass eine Abhilfe im Einspruchsverfahren kaum zu erwarten

sein wird. Ähnliches gilt für die Finanzgerichte, die in der 1. Instanz sehr häufig geneigt

sind, die Argumentation der Finanzbehörden zu übernehmen. Deutlich besser

werden die Aussichten für die Kläger allerdings vor den Obergerichten. Das bedeutet

allerdings selbstverständlich ein langwieriges, aufreibendes und kostenintensives

Verfahren, das teilweise durchgeführt werden muss, obwohl die unerwünschten

Steuerbescheide ihre Gültigkeit behalten.

Fazit

Für Nahrungsergänzungsmittel und diätetische Lebensmittel besteht grundsätzlich

ein akutes Risiko der (Neu-) Einreihung in die Position 3004 KN als Arzneiware.

Neben der weiterhin gültigen Empfehlung sich durch die Beantragung einer ZTA

zunächst Klarheit zu verschaffen, ist dazu zu raten, auch der Rezeptur und besonders

der Präsentation der Produkte große Aufmerksamkeit zu widmen und diese gerade

unter Berücksichtigung dieses Risikos zu prüfen und ggf. auch anzupassen. Insgesamt

sollten diese Maßnahmen unbedingt von fachlich kompetenten Beratern begleitet

werden.

16

9 Nach einer aktuellen Entscheidung des FG Niedersachsen vom 10. 05. 2012, Az.: 16 K

281/11, kommt es sogar allein auf die Aufmachung des Produktes an. Das Verfahren

ist zur Zeit beim BFH abhängig.


Steuern

Umsatzsteuer:

Gelangens be stätigung

ab 01. 10. 2013 –

jetzt aktiv werden!

Speziell im Hinblick auf die Belegnachweise, die in der sogenannten

Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung (UStDV)

ge regelt sind, gab es zum 01. Januar 2012 eine praktisch bedeutsame

Neuerung, die sogenannte „Gelangensbestätigung“

Mit dem grenzüberschreitenden Wa renverkehr

sind viele steuerliche Fragen

eng verbunden. Ein zentraler Themenkomplex dabei ist

die Umsatzsteuer. Der innergemeinschaftliche Warenverkehr

sowie die Ausfuhrlieferungen sind regelmäßig

von der Idee geprägt, dass eine Umsatzbesteuerung

im Bestimmungsland der Ware erfolgen soll. Dies hat

konsequenter Weise zur Folge, dass die Ware im Land

des Lieferanten von der Umsatzbesteuerung zu befreien

ist (z. B. als steuerbefreite innergemeinschaftliche

Lieferung oder als Ausfuhrlieferung) und im Bestimmungsland

der dortigen Umsatzsteuer zu unterwerfen

ist (z. B. als steuerpflichtiger innergemeinschaftlicher

Erwerb oder als steuerpflichtige Einfuhr).

Voraussetzung für das komplexe Zusammenspiel von

Steuerbefreiung im Ursprungsland und Steuerpflicht im

Be stimmungsland ist unter anderem, dass die Ware tatsächlich

über die Grenze gelangt und entsprechende

Buch- und Belegnachweise hierüber geführt werden können.

War es bislang ausreichend, dass der Abnehmer

der Ware versichert, die Ware in ein anderes EU-Land

zu befördern und dort zu verwerten, müssen deutsche

Lieferanten zukünftig nachweisen, dass bei innergemeinschaftlichen

Lieferungen die gelieferten

Gegenstände auch tatsächlich im EU-Ausland an gekommen

sind – anderenfalls können diese Lieferungen

nicht steuerfrei erfolgen. Für den Nachweis sieht § 17 a

UStDV die Gelangensbestätigung vor. Diese Regelung

i st zwar bereits seit dem 01. Januar 2012 in Kraft,

wur de jedoch aufgrund massiver Gegenwehr bis lang

im Rahmen einer Übergangsregelung nicht ange wendet.

Zum 01. Oktober 2013 endete diese Übergangsregelung

– Unternehmer die regelmäßig Waren an Unternehmer

mit Ansässigkeit im EU-Ausland verkaufen sollten

daher aktiv werden und sich über die praktischen

Auswirkungen dieser Regelung informieren und sich

entsprechend vorbereiten.

Die Gelangensbestätigung kann dabei grundsätzlich in

jeder die erforderlichen Angaben enthaltenden Form

erbracht werden; sie kann auch aus mehreren Dokumenten

bestehen, aus denen sich die geforderten Angaben

insgesamt ergeben. Folgende Angaben sind ab

dem 01. Oktober jedoch zwingend erforderlich:

• Namen und Anschrift des Abnehmers (= Unternehmen

im EU-Ausland)

• Wie bei jeder normalen Rechnung auch die handelsübliche

Bezeichnung und die Menge der gelieferten

Ware. Bei Fahrzeugen im Sinn des § 1b Abs. 2 UStG

erwartet das Finanzamt zusätzlich die Angabe der

Fahrzeug-Identifikationsnummer.

17


Nutrition-Press

• Es muss der Ort und der Monat des Erhalts der Ware

schriftlich festgehalten werden.

• Bei Abholung der Ware durch den Abnehmer, muss dieser

nachträglich bestätigen, dass die Ware tatsächlich

ins EU-Ausland gelangt ist.

• Das Datum der Ausstellung der Gelangensbestätigung

oder der anderen Nachweispapiere.

• Die Unterschrift des Abnehmers. Bei elektronischer

Übermittlung ist keine Unterschrift erforderlich, wenn

der Abnehmer aus den anderen Papieren zu entnehmen

ist. Die Unterschrift des Abnehmers kann auch

von einem von dem Abnehmer Beauftragten oder von

einem zur Vertretung des Abnehmers Berechtigten

geleistet werden. Dies kann z. B. ein Arbeitnehmer

des Abnehmers sein, ein selbständiger Lagerhalter,

der für den Abnehmer die Ware entgegen nimmt, ein

anderer Unternehmer, der mit der Warenannahme

beauftragt wurde, oder in einem Reihengeschäft der

tatsächliche (letzte) Abnehmer am Ende der Lieferkette.

Sofern an der Vertretungsberechtigung für das

Leisten der Unterschrift des Abnehmers im konkreten

Einzelfall Zweifel bestehen, ist der Nachweis der

Vertretungsberechtigung zu führen (dies gilt nicht,

wenn die Gelangensbestätigung neben der Unterschrift

auch einen Firmenstempel des Abnehmers

enthält). Dieser kann sich aus anderen Unterlagen,

die dem liefernden Unternehmer vorliegen, ergeben

(z. B. aus dem Lieferauftrag bzw. Bestellvorgang).

In der am 22. März 2013 verabschiedeten „Elften Verordnung

zur Änderung der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung“

(BR-Drs. 66/13 vom 04. 02. 2013)

finden sich drei grundlegende Aussagen zur Gelangensbestätigung,

die Unternehmer bei ihren Vorbereitungen

unbedingt beachten sollten:

Wahlrecht: Der Nachweis, dass die Ware bei der innergemeinschaftlichen

Lieferung tatsächlich ins EU-Ausland

gelangt ist, „kann“ durch die Gelangensbestätigung

nachgewiesen werden. Es dürfen jedoch auch alternative

Nachweismöglichkeiten gewählt werden. Der

Nachweis muss also nicht zwingend durch die Gelangensbestätigung

erbracht werden, sondern kann auch

anhand anderer Unterlagen erfolgen. Es empfiehlt sich

jedoch die Verwendung der Gelangesbestätigung nach

Muster der Finanzverwaltung (abrufbar z. B. im Internet

bei IHK Rhein-Neckar, Ihr Steuerberater ist sicher

gerne behilflich), da sämtliche erforderlichen Vorgaben

dort berücksichtigt werden. Welche Alternativen möglich

sind hängt davon ab, ob die Ware bei einer innergemeinschaftlichen

Lieferung befördert oder versendet

wird (siehe unten).

Starttermin: Die neuen Nachweisregelungen zur Gelangensbestätigung

sind grundsätzlich ab 1. Oktober

2013 anzuwenden. Bis zum 31. Dezember 2013 wird es

jedoch nicht beanstandet, wenn die Buch- und Belegnachweise

nach der bis Ende 2011 gültigen Rechtslage

erbracht werden. (vgl. BMF vom 16. 09. 2013, IVD3-

S7141/13/10001).

Liefervariante: Ob die Gelangensbestätigung zum Einsatz

kommt oder andere Nachweismöglichkeiten hängt

davon ab, ob die Ware ins Ausland befördert oder versendet

wird. Denkbar sind bei der Beförderung die Eigenbeförderung

und die Abholfahrt sowie bei der Versendung

die Warenbewegung durch einen Kurier, durch

eine Spedition oder durch die Post.

Bei der Eigenbeförderung (z. B. mit firmeneigenen Lkw)

empfiehlt sich die Verwendung des Musters der Gelangensbestätigung

der Finanzverwaltung. Die Unterzeichnung

der Gelangensbestätigung durch den Abnehmer

sollte dann vor Herausgabe der Ware zur Bedingung gemacht

werden.

Auch im Fall der Selbstabholung der Ware durch den

Abnehmer sollte die Gelangensbestätigung nach amtlichem

Muster verwendet werden – natürlich darf die

Gelangensbestätigung auch erst am Ende der Abholfahrt

ausgestellt werden. An dieser Stelle sei darauf

hingewiesen, dass in solchen Abholfällen seit jeher besondere

Sorgfaltspflichten gelten, welche durch die Gelangensbestätigung

nicht außer Kraft gesetzt sind (hierzu

jüngst BFH Urteil vom 14. 12. 2012 – XI R 17/12,

Vertrauensschutz bei fehlerhaftem Identitätsnachweis).

Bei der Versendung der Ware als innergemeinschaftliche

Lieferung durch eine Spedition – egal ob vom Lieferanten

oder vom Abnehmer beauftragt – kommen als

Alternative zur Gelangensbestätigung auch folgende

Nachweise in Betracht:

• Frachtbrief: Es genügt als Nachweis für die Umsatzsteuerfreiheit

der innergemeinschaftlichen Lieferung

der handelsrechtliche Frachtbrief (§ 17a Abs. 3 Satz 1

Nr. 1a UStDV i.d.F. ab 01. 10. 2013).

• Konnossement: Der Nachweis kann auch durch ein

Konnossement oder durch Doppelstücke des Frachtbriefs

oder den Konnossements erbracht werden.

Hinweis: Der Frachtbrief oder das Konnossement müssen

die Unterschriften des deutschen Unternehmers und

die Empfangsbestätigung des Abnehmers enthalten.

18


Steuern

Die Unterschrift des Spediteurs ist nicht nötig. Ist der Versendungsbeleg ein Frachtbrief

(z. B. CMR-Frachtbrief), muss dieser vom Absender als Auftraggeber des Frachtführers,

also dem Versender des Liefergegenstands, unterzeichnet sein (beim CMR-

Frachtbrief in Feld 22).

• Der Nachweis, dass die Ware ins EU-Ausland gelangt ist, kann auch durch eine

Bescheinigung des Spediteurs erfolgen (§ 17a Abs. 3 Satz 1 Nr. 1b UStDV i.d.F. ab

01. 10. 2013).

Bei Einschaltung eines Kurierdienstleisters kommen anstatt der Gelangensbestätigung

als Nachweis folgende Unterlagen in Betracht (§ 17a Abs. 3 Satz 1 Nr. 1c UStDV

i.d.F. ab 01. 10. 2013):

• Vorlage der schriftlichen oder elektronischen Auftragserteilung des Kuriers und

• Protokoll des Kurierdienstleisters, das den Transport bis zur Ablieferung beim Kunden

im EU-Ausland lückenlos dokumentiert (sog. Tracking-and-Tracing-Protokoll).

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19

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Nutrition-Press

Nachweisführung zur innergemeinschaftlichen Lieferung bei Versendung durch

Postdienstleister

• Bei Postsendungen an Kunden im EU-Ausland würde die Gelangensbestätigung

nicht zum gewünschten Ziel führen. Bei der Versendung der Ware über einen Postdienstleister

kommt folgende Nachweisführung in Betracht (§ 17a Abs. 3 Satz 1 Nr.

1d UStDV i.d.F. ab 01. 10. 2013):

• Empfangsbescheinigung des Postdienstleisters über die Entgegennahme der an

den Abnehmer adressierten Postsendung und

• Nachweis über die Bezahlung der Lieferung.

Es genügt bei Versendung als innergemeinschaftliche Lieferung durch einen Postdienstleister

jedoch auch, wenn wie bei Versendung durch einen Kurier die Auftragserteilung

und das Tracking-and-Tracing-Protokoll als Nachweis aufbewahrt werden.

Praxishinweis: Die Gelangensbestätigung kann auch als sogenannte Sammelbestätigung

ausgestellt werden. In der Sammelbestätigung können Umsätze aus bis zu

einem Quartal zusammengefasst werden. Die Sammelbestätigung nach einem Quartal

ist auch bei der Pflicht zur monatlichen Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen

zulässig.

Beispiel:

Der liefernde Unternehmer hat mit einem Kunden eine ständige Geschäftsbeziehung

und liefert in den Monaten Juli bis September Waren, über die in insgesamt 150 Rechnungen

abgerechnet wird. Der Kunde kann in einer einzigen Gelangensbestätigung

den Erhalt der Waren unter Bezugnahme auf die jeweiligen Rechnungsnummern hinweisen.

Als Zeitpunkt des Warenerhalts kann der jeweilige Monat angegeben werden.

Die Unternehmensführung sollte in den nächsten Wochen klären, für welche

Kunden die Gelangensbestätigung oder eine andere Nachweisführung ab dem

1. Oktober 2013 am meisten geeignet ist.

Günter Heenen

Dipl.-Kfm., Dipl.-Hdl.

Günter Heenen,

Steuer berater

und Fachberater

für internationa les

Steuerrecht,

NeD Tax Kanzlei

Günter Heenen

Carsten Stritzel

Dipl.-Oec., Steuerberater

Grenzüberschreitende

Steuerberatung

Ganz ohne Komplikationen dürfte die Umstellung des Nachweisverfahrens nicht vonstattengehen.

Denn die Regelung zur Gelangensbestätigung ist – kaum verwunderlich

– eine rein deutsche Maßnahme und viele unternehmerische Kunden im EU-

Ausland dürften wenig Verständnis dafür aufbringen, Zusatzarbeiten aufgebürdet zu

bekommen. Um bei diesen Kunden ein Einsehen zu bewirken, empfiehlt es sich daher,

die entsprechenden Konsequenzen bei fehlender Gelangesbestätigung darzulegen,

nämlich, dass ansonsten deutsche Umsatzsteuer für die Warenlieferung in Rechnung

gestellt werden muss. Die Vorsteuer würde der EU-Unternehmer dann nur im

Wege des sogenannten Vorsteuervergütungsverfahren wieder erstattet bekommen -

und dieser Erstattungsweg ist für den Kunden in der Regel (zeit-) aufwändig und führt

bis zur Erstattung unter Umständen zu Liquiditätsengpässen.

Tipp: Weigert sich ein EU-Kunde also, das Gelangen der Ware ins EU-Ausland zu bestätigen,

könnte das Darlegen des geschilderten Szenarios – Ausweis Umsatzsteuer

in Rechnung und Vorsteuervergütungsverfahren – zu einer Akzeptanz der Gelangensbestätigung

beim EU-Kunden führen. Um diese Schwierigkeiten nicht erst ab dem

1. Januar 2014 zu bekommen, empfiehlt es sich dringend, bereits heute aktiv zu

werden und die Vorkehrungen für die Gelangensbestätigung oder die alternativen

Nachweisführungen anzugehen. Dies kann zum Beispiel auch die rechtzeitige Information

von Geschäftspartnern im Ausland in Form eines kurzen Formschreibens

einschließen um etwaige Fragen im Vorfeld erörtern zu können. Auch sollte eine

Rücksprache mit Ihrem steuerlichen Berater erfolgen, um die getroffenen bzw. beschlossenen

Maßnahmen rechtssicher beurteilen zu lassen.

20


Ernährung / Prävention Ernährung

Das Burn-out-

Syndrom –

wenn die Lichter

ausgehen –

Energiewende

auf Zellebene

gefordert!

Die Energiewende ist deutschlandweit in aller Munde. Jede Firma,

jede Behörde, jede Fabrik muss sich darum kümmern, dass jederzeit

genug Energie zur Verfügung steht – und zwar genau dort,

wo sie gebraucht wird! Dabei sollte das teure Gut Energie so nachhaltig

und sparsam wie möglich gewonnen und verteilt werden.

Wird die Energiewende hin zu mehr regenerativen Energien nicht

gut geplant und durchgeführt, dann wird es zu Stromausfällen kommen,

viel gefürchtet und von Kritikern oft vorhergesagt: Die Lichter

werden ausgehen, die Fabriken stillstehen, nichts geht dann mehr.

Wer derzeit in Fragen der Energieversorgung mitentscheidet, kommt schnell

auf die Idee, sich Systeme genauer anzusehen, die schon lange eine optimierte

und nachhaltige Energieversorgung praktizieren. Auf diese Weise kann man lernen,

wie solch funktionierende Netze und erfolgreiche Transportmöglichkeiten funktionieren.

Und diese gut erprobten Abläufe können – nach einer geeigneten Anpassung – auf

die eigene Energieversorgung übertragen werden. Ebenso kann man aus Pannen und

Fehlfunktionen solcher Systeme seine Schlüsse ziehen und gegebenen falls deren Notfallund

Reparaturmaßnahmen übernehmen.

21


Nutrition-Press

Körperzellen sind energieoptimiert

Körperzellen und -organe sind solche Systeme, die ihre

Energieversorgung schon seit Jahrtausenden optimiert haben.

Die Evolution hat dafür gesorgt, dass fast jede Zelle

ihre eigenen „Energiekraftwerke“ hat: die Mitochondrien.

Sie bilden stetig energiereiche Moleküle, das sogenannte

Adenosintriphosphat, kurz ATP, das universell überall in

der Zelle als Energielieferant verwertbar ist. Bei seiner Nutzung

wird ATP gespalten und seine Spaltprodukte können

später in den Mitochondrien wiederum zu energiereichem

ATP zusammengefügt werden. Die Menge ATP, die jeder

Mensch auf diese Weise täglich ab- und wieder aufbaut,

beträgt in etwa der seines Körpergewichtes! Weil ATP direkt

in der Zelle produziert wird, sind die Wege zum Ort der

Energienutzung immer sehr kurz, daher stellt die Kurzlebigkeit

des Zellenergie-Trägers in der Praxis keine Schwierigkeit

dar.

Wenn jedoch etwas in den Mitochondrien schiefläuft,

dann hat das natürlich Auswirkungen auf die Energiebereitstellung.

Die optimale Versorgung mit Energie wird

dann nicht mehr erreicht. Die Zelle sucht und findet

Alternativ-Lösungen, die jedoch den Bedarf an ATP in der

Zelle nur unzureichend decken können. Die Folgen sind

klar: Der Stoffwechsel verlangsamt sich. Die Zelle konzentriert

sich auf ihre lebenserhaltenden Vorgänge, andere

müssen „warten“. Es entstehen Stoffe, die sich in den

Zellen sonst nicht in dem Ausmaß bilden. Die Zellen

können diese nicht rechtzeitig entsorgen, daher sammeln

sie sich an. Die Langzeitfolgen sind vorhersehbar, wie auch

bei der Energie wende in der realen politisch-wirtschaftlichen

Welt: Nichts geht mehr – Burn-out!

Burn-out ist mehr als der psychische Knock-out

Alle wissen: Burn-out ist ein sehr aktuelles Problem in unserer

Gesellschaft. Es gibt kaum eine Firma oder Behörde,

die nicht Ausfälle von Mitarbeitern wegen Burn-out kennt.

Früher waren es vor allem die Manager, die „ausgebrannt“

waren. Man stellte sich damals den typischen Börsenmakler

vor, der ständig unter Strom stand, mit mehreren Telefonen

und Computern gleichzeitig hantierte und wichtige,

folgenschwere Entscheidungen zu treffen hatte. Das Bild

hat sich gründlich gewandelt. Heute weiß man, dass jeder,

vom Chef bis zum kleinen Angestellten, vom Burn-out betroffen

sein kann. Jeder zweite Arbeitnehmer fühlt sich

gestresst, jeder fünfte überfordert. Burn-out, Depression

und Angstzustände waren 2011 für 73.200 Menschen der

Grund vorzeitig in Rente zu gehen. Insgesamt 53 Millionen

Krankheitstage waren 2012 psychischen Störungen geschuldet

1 . Damit steht psychosozialer Stress als Auslöser

für Burn-out fest. Doch ist das alles? Sind die Ursachen für

Burn-out wirklich ausschließlich in der Psyche, dem Gehirn

und in den Lebenseinstellungen des Betroffenen zu finden?

Definitiv nicht! Burn-out ist auch eine körperliche Erkrankung.

Burn-out ist sogar im Labor messbar. Werden die

körperlichen Ursachen beseitigt, dann können sich Burnout-Patienten

meist sehr schnell wieder in ihren (Berufs-)

Alltag integrieren und gleichzeitig erfolgreich an der psychischen

Seite der Erkrankung arbeiten. Oder noch besser:

Wer um die körperliche Seite der Erkrankung weiß,

kann gezielt vorbeugen und den Burn-out verhindern.

Gerade für Firmen ist dieses Wissen bares Geld wert, denn

mit den richtigen Maßnahmen ist es möglich, lange Krankheitsausfälle

von Mitarbeitern frühzeitig abzuwenden.

Die Lösung ist in den Mitochondrien zu finden

Der Weg zu Prävention und Behandlung von Burn-out läuft

demnach natürlich über die Mitochondrien der Betroffenen.

Ein Neuer Zweig der Medizin hat sich diesem Weg

verschrieben: die Regenerative Mitochondrien-Medizin

(RMM). Sie sucht an erster Stelle durch gezielte Laboranalysen,

wo bei einem – aktuell oder präventiv – von Burnout

Betroffenen die Schwachstelle des Energiesystems

steckt. Häufig spielen dabei (vergangene) Infektionen

( z. B. Borreliose) oder/und unterschwellige Entzündungen

1 Lohmann-Haislah: Stressreport Deutschland 2012. Psychische Anforderungen, Ressourcen und Befinden. 1. Auflage.

Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 2012.

2 Kuklinski, B.: „Das HWS-Trauma“, Aurum-Verlag, Bielefeld, 2006.

3 Gröber, U.: „Arzneimittel und Mikronährstoffe“, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2. Auflage 2012,

S. 53 bis 90.

4 Seminar „Klinische Mitochondrien- und Umweltmedizin“ Fortbildungsveranstaltung für Ärzte

und Therapeuten sowie Studierende an der Viadrina 2012 und 2013; siehe auch www.mito-medizin.de.

22


Ernährung / Prävention

(z. B. im Darm) eine Rolle, die in der Schulmedizin bis dato

keine Beachtung finden. Auch psychische und körperliche

Traumata (insb. HWS 2 ) können eine wichtige Rolle spielen.

Alle diese Störeinflüsse wirken sich langfristig über oxidativen

und nitrosativen Stress schädigend auf die Mitochondrien

der Betroffenen aus.

Ebenso ohne Behandlung durch die herkömmliche Medizin

bleiben Belastungen mit Umweltgiften (Schwermetalle,

organische Stoffe, etc.), die leicht in die Mitochondrien

eindringen und dort zu Fehlfunktionen führen können.

Gesunde können diese schädlichen Stoffe meist gut entgiften.

Menschen mit Mitochondrien-Schäden (sogenannte

sekundäre Mitochondriopathien) hingegen zeigen häufig

ungünstige Variationen (Polymorphismen) in ihren Entgiftungsenzymen,

sodass dieselben Umweltgifte bei ihnen

mehr Schäden anrichten können. Hinzu kommen bestimmte

alltägliche Gewohnheiten: Rauchen, Alkohol, Ernährung

sowie Bewegung und Entspannung haben alle

großen Einfluss auf die Gesundheit der Mitochondrien.

Nicht vergessen werden dürfen auch die in vielen Fällen

negativen Auswirkungen von Medikamenten auf die Mitochondrien

(insb. Antibiotika, Chemotherapeutika u. a.) 3 .

Weiterhin ist das Verdauungssystem ein zentraler Punkt

für die Mitochondrien: Die durch die westliche Ernährungsweise

leider sehr häufigen Fehlbesiedelungen in

Dünn- und Dickdarm führen nicht selten zu Nährstoff-

Defiziten, die langfristig auch die Mitochondrien treffen.

Die RMM begegnet all diesen schädlichen Einflüssen

durch eine spezielle Therapien-Kombination, die individuell

auf die Patienten ausgerichtet wird.

Wie therapiert die Regenerative Mitochondrien-

Medizin?

Die richtigen Mikronährstoffe spielen eine zentrale Rolle in

der RMM. Durch oben genannte Störungen kommt es bei

den Betroffenen zu einer mangelhaften Versorgung mit

Nährstoffen und gleichzeitig zu einem erhöhten Bedarf

daran. Um diese Situation zu entschärfen, empfiehlt es

sich – insbesondere bei akuten Fällen des Burn-outs – zuerst

über Mikronährstoff-Infusionen die Situation unter

Umgehung des Darmes zu verbessern. Eine Darmsanierung

sollte parallel dazu gestartet werden, damit sich so

ein mög licher Entzündungsherd im Darm beruhigen kann,

eine normale Nährstoffversorgung in absehbarer Zeit wieder

möglich wird und dann auch ggf. auf eine orale Einnahme

der benötigten Mikronährstoffe gewechselt werden kann.

Entgiftungskuren mit Komplexbildnern und/oder Algen

(Chlo rella) zur Entgiftungsunterstützung und stoffliche Hilfen

mit Antioxidantien und Co. gehören ebenso zur RMM,

wenn entsprechende Belastungen nachweisbar sind. Weiterhin

ist die Versorgung mit gesunden Ölen (viel Omega-

3-Fettsäuren) sehr zu empfehlen und eine individuelle Ernährungsumstellung

auf ballaststoffreiche Kost mit viel

Gemüse. Ein besonderer Blick sollte bei der Ernährung unbedingt

in Richtung der Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln

gehen. Diese sind viel häufiger als gemeinhin angenommen.

Dass der spezielle Zucker aus Milch und Milchprodukten

(Laktose) oft ein Problem ist, das ist in Deutschland

inzwischen weitgehend anerkannt. Auch die Zöliakie

als Reaktion gegen das Klebeeiweiß (Gluten) der gängigen

Getreidearten ist als Krankheit etabliert. Doch die Unverträglichkeiten

gegen Fruchtzucker (Fruktose), den Zuckeraustauschstoff

Sorbit, und/oder andere Unverträglichkeiten

gegen Getreide oder weitere Nahrungsmittel sind nicht

so leicht zu ermitteln und auch die Akzeptanz dafür ist bei

Ärzten und Patienten bisher eher schlecht. Dabei sind diese

Unverträglichkeiten und das Meiden der entsprechenden

Lebensmittel ein wichtiger Schlüssel zur Gesundung

eines kranken Darmes. Weitere energieliefernde oder entlastende

Therapien (Laser, Infrarot-Sauna, IHHT, spezielle

Phytotherapie, ganzheitliche Zahnmedizin, antientzündliche

Therapien u. a.) komplettieren das Portfolio der RMM 4 .

So gelingt es die Mitochondrien der Betroffenen zur Regeneration

anzuregen und eine Energiewende zurück zum

optimalen System in den Zellen einzuleiten. Der ganze

Mensch wird wieder besser mit Energie versorgt und

kommt zu Kräften. Vielen Patienten geht es sogar nach der

Behandlung besser als jemals zuvor.

Erst der Körper dann die Psyche

Bei all den Erfolgen auf körperlicher Ebene sollte man

die psychische Seite des Burn-outs keinesfalls vergessen!

Wer sich ständig selbst überfordert, den unbarmherzigen

Perfektionismus auf seine Fahnen geschrieben

hat, es immer allen recht machen will und nicht mal

schaut, ob er denn seine eigenen Bedürfnisse wirklich erfüllt

bekommt, der wird auch nach einer Mitochondrien-

Therapie Gefahr laufen, erneut in die Burn-out-Falle zu geraten.

So kann der Schritt danach nur heißen, mit neugewonnener

Kraft seine bisherige Lebensweise (selbst-)

kritisch unter die Lupe zu nehmen und geeignete Maßnahmen

einzuleiten, um falsche Verhaltensweisen zu verändern

– am besten geschieht dies natürlich unter fachkundiger

Anleitung. Daher gehört zu einer guten RMM-Therapie

des Burn-out immer auch das Angebot der Psychotherapie.

Denn die RMM gehört im besten Sinne des Begriffes

zu den ganzheitlichen Therapien! Sie macht es damit möglich,

dass Burn-out bald ein Problem von gestern sein wird.

Dr. med. Rainer Mutschler,

M.A.

Centrum für integrative

Me dizin (CFI), Speyer, und

Leiter des Ausbildungsganges

„Klinische Mito chondrienund

Umweltmedizin“

an der Viadrina, Fachlicher

Beirat des NEM e. V.

• www.cfi-speyer.de

• www.mito-medizin.de

23


Nutrition-Press

Firmicuten: Die Dickmacher

unter den Darmbakterien –

Störungen der Darmflora

in Verbindung mit krankhaftem

Übergewicht

Übergewicht und Fettleibigkeit können eine mikrobielle Ursache

haben. So kann eine falsch zusammengesetzte Darmflora zusätz liche

Kalorien aus Ballaststoffen produzieren.

Sicher hat der ein oder andere von Ihnen

diese Gedanken mit ein wenig Neid auch

schon mal im Kopf gehabt: „Der kann ja essen was er

will – und nimmt einfach kein Gramm zu!“ Gleichzeitig

fragt man sich dann, warum es so vielen Menschen

genau anders ergeht. Sie quälen sich mit Zurückhaltung

und das Gewicht will trotzdem nicht weichen. Jede kleine

Sünde findet ihren Weg und landet schließlich als

hartnäckige Fettpolster auf den Hüften. Dort machen

sie sich es gemütlich und bleiben. Naja, sagt man sich

dann, der eine kann es eben besser verwerten und der

andere schlechter. „Ach und die Gene sind sowieso

schuld daran, da kann man einfach nichts machen“ –

es klingt nach einem naivem Spruch, an dem – nach

neuesten Forschungen – aber mehr dran sein könnte,

als bisher vermutet wurde.

Der Amerikaner Jeffrey Gordon und sein Team von der

Washington University School of Medicine aus St. Louis,

haben im Wissenschaftsmagazin Nature im Jahre 2004

Ergebnisse vorgelegt, die allen bisherigen Konzepten

über die Entstehung der Fettleibigkeit einen Umschwung

geben könnten. Sie konnten im Tierversuch an Mäusen

und später auch an der menschlichen Darmflora einen

eindeutigen Zusammenhang von Fettleibigkeit und bestimmten

Darmflorastörungen feststellen.

Während wir mit unseren „schuldigen Genen“ selbstverständlich

unsere Erbanlagen meinen, zeigte Gordon

mit seiner Studie, dass unsere vielfältigen bakteriellen

Mitbewohner eine entscheidende Rolle spielen. Jener

buchstäblich Milliarden von Mikroben nämlich, die unser

Verdauungssystem besiedeln.

Die menschliche Mikrobiota

Forscher gehen davon aus, dass im Darm ca. 100 Billionen

Bakterien leben, die sich auf 500 bis 1000 Bakterienarten

verteilen. Die Darmflora ist nur in sehr

geringem Ausmaß erforscht. Bekannt ist, dass die

Darmbakterien eine wichtige Funktion in der Immunabwehr,

Produktion von Vitaminen und auch in der

Krebsprävention einnehmen. In der modernen Naturheilkunde

wird daher in Therapie und Prävention großen

Wert auf eine gesunde Darmflora gelegt. Laboruntersuchungen

geben Aufschluß über den jeweiligen

Bakterienstatus. Abweichungen können gut mit Probiotika

(= Gabe von lebenswichtigen Darmbakterien,

z. B. Laktobazillen) behandelt werden.

Neu ist die Untersuchung des Verhältnisses von Firmicuten

zu Bakteriodetes bei der Therapie von Adipositas

(krankhaftes Übergewicht). Die Firmicuten sind

eine Gruppe von ca. 270 Bakterienarten, die in der

Lage sind, aus Ballaststoffen Kalorien herzustellen.

Die Bakteriodetes sind sogenannte „physiologische“,

also „gute“ Darmbakterien, die die schädlichen Auswirkungen

der Firmicuten verhindern können.

24


Ernährung / Prävention

Was bedeutet das für die Patienten im Alltag? Es bedeutet,

dass Patienten mit einem hohen Firmicutenanteil

auch aus Lebensmitteln, die im allgemeinen als gesund

bezeichnet werden, wie z. B. Obst und Gemüse sowie

Vollkornprodukte, überdurchschnittlich viel Kalorien herstellen

können. Eine Ernährungstherapie, wie sie

übli ch e r weise bei Fettleibigkeit verordnet wird, kann

daher häufig an den unsichtbaren Mitbewohnern im

Darm scheitern. Diese Begebenheit läßt die Betroffenen

oft verzweifeln. So wurden Therapien häufig mit

dem Ergebnis beendet, da sie ja eh (scheinbar) nichts

brachten.

Seit der Entdeckung der Firmicuten, ist es deshalb

auch ratsam, grundsätzlich in der Therapie von Übergewicht

und seiner Folgeerkrankungen, z. B. auch Diabetes

Typ II (Altersdiabetes), die Diagnose und ggf. Therapie

der Darmflora, mit zu berücksichtigen.

Die Diagnose von Darmflorastörungen beinhaltet – neben

einem Anamnesegespräch – in jedem Fall auch

ei nen ausführlichen Kyberstatus (Darstellung der wich -

t i gsten Leitkeime), sowie Entzündungsmarker, ggf. noch

Funktionsmarker für die Bauchspeicheldrüse und Leber/Galle.

Zudem sollte auch das Verhältnis der Fir -

micuten zu den Bakteriodetesbakterien ermittelt werden.

Ein erhöhtes Verhältnis, wie bei der o. g. Patientin, zeigt,

dass eine Milieustörung vorliegt. Ein „Ausmerzen“

der schlechten Firmicuten wäre – naturheilkundlich betrachtet

– nur ein bloßes „Herumdoktern“ an den Symptomen.

Wichtig ist hier eine ganzheitliche Therapie, die

fallweise eine gründliche Darmreinigung (z. B. mit Colon-Hydro-Therapie),

die Gabe hochwertiger Pro biotika,

eine individuelle Ernährungstherapie sowie ggf. darmschleimhautaufbauende

Maßnahmen beinhalten sollte.

Seit den Veröffentlichungen von Gordon konnte mehrfach

gezeigt werden, dass eine bestimmte Gruppe

von Darmbakterien, die Firmicuten, bei einem Teil von

fettleibigen Menschen zu hoch ist. Diese Gruppe von

Mikroben sind in der Lage, sogar aus Ballaststoffen

Kalorien herzustellen.

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Nutrition-Press

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Um den therapeutischen Effekt so effektiv wie möglich zu gestalten,

sollten die Probiotika möglichst hochdosiert sein. Bewährt haben

sich in unseren Praxen, die Gabe von Breitbandprobiotika, die mindestens

1 Milliarde lebensfähige Keime pro Milliliter sowie eine hohe

Anzahl verschiedener Bakterienstämme enthalten.

Die Therapie eines gestörten Darmmilieus nimmt Zeit in Anspruch.

Wir sprechen hier gerne sinnbildlich von einem Marathon und keinem

Sprint. Berücksichtigt man den Bereich den man therapieren

will: Denn die gesamte Fläche des Verdauungstraktes beträgt

ca. 400 qm, dies entspricht in etwa der Größe eines Fußballfeldes.

Schon ein Kleinkind benötigt 2 Jahre, um seine Darmflora aufzubauen

und zu trainieren, ein kranker Erwachsener benötigt mindestens

1 Jahr, um eine gestörte Darmflora wieder herzustellen. Das

sollte der Patient wissen und auch verstehen. Darum sollte es in der

Therapieplanung immer berücksichtigt werden.

Wichtig finden wir, sich in der Therapie des Darmes von einem erfahrenen

Therapeuten begleiten zu lassen. Alleingänge, insbesondere

ohne vorherige ausreichende Diagnostik, führen in der Regel

nicht zum gewünschten Erfolg.

Darum sagen wir:

Erst richtig diagnostizieren, dann erfolgreich therapieren!

Kyra Hoffmann

Heilpraktikerin und zertifizierte

Cellsymbiosis-Therapeutin.

Tätig in der Ausbildung von

Heilpraktikern und Ärzten so wie

in der Erwachsenen bildung.

Fachautorin und Co-Autorin

des Buches „Der Burnout Irrtum“.

• www.naturheilkund l iche -

medizin.de

Sascha Kauffmann

Heilpraktiker mit Schwerpunkt

Diagnose und Therapie

von Stoffwechselerkran kungen,

Nahrungsmittelunverträg -

lich keiten sowie Autoimmun -

er krankungen. Er ist zudem

auch als Referent undvFachautor

tätig.

• www.saschakauffmann.de


Nutrition-Press

Kamillentee alleine ist noch

keine Naturheilkunde

und ge sunde Ernährung kein

Garant für genügend Vita mine

und Spuren elemente

Was macht eigentlich Naturheilkunde aus?

Sind Naturheilkunde und Schulmedizin

überhaupt kompatibel? Um es

mit den Worten der NRW

Gesundheitsministerin Frau

Barbara Steffens auszudrücken:

„… beide Medizin richtungen

sollten für den Bürger

ein SOWOHL ALS

AUCH sein.“

Naturmedizin ist in ihrer

Gesamtheit so facettenreich

wie die Natur selbst. Der Mensch ist

aus der Natur entstanden und benötigt daher

für seine Gesunderhaltung die Natur. Bei

genauerer Betrachtung eines Erkrankten,

können in der Natur sehr häufig die Bestandteile

gefunden werden, die zu einer Heilung notwendig

sind. Das bedeutet für Therapeutinnen und Therapeuten:

Ursachenfindung. Nicht das Symptom, sondern die

Ursache bildet die Basis für einen Behandlungserfolg. Die gilt insbesondere für

chronische Erkrankungen. Dabei kann und darf es keine Rolle spielen, ob Arzneimittel

oder Nahrungsergänzungsmittel zum Einsatz kommen. Entscheidend ist,

dass die notwendige Substanz zur Anwendung kommt.

28


Ernährung / Prävention

Daher Vorsicht bei Kombinationsmitteln! Ein Hinweis

auf die Tagesmenge ist ein wichtiger Hinweis im Rahmen

der Eigenverantwortung.

Die Eigenverantwortung ist besonders wichtig, da die

Hersteller naturheilkundlicher Mittel genau hinsehen,

was auf den Beipackzetteln der Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln

steht.

Das Wissen über viele helfende Mittel aus der Natur

war früher in den Familien bekannt. In der modernen

Zeit ist es verloren gegangen. Nur wenige Teesorten

sind in Erinnerung geblieben. Nicht selten wird Kamillentee

als ein besonderer Heilsbringer angesehen.

Nicht selten habe ich aber auch in meiner Praxis Patienten

mit unklaren Oberbauchbeschwerden behandelt.

Nach eingehender Anamnese stellte sich heraus,

dass sie über Monate manche sogar über Jahre Kamillentee

tranken. Nach Absetzen des Kamillenfrühstückstees

und der Verordnung eines homöopathischen Mittels

konnten die Beschwerden beseitigt werden.

Kamillentee ist eine gute Heilpflanze und unter

gegebenen Umständen anzuwenden aber nicht

für den täglichen Gebrauch geeignet.

Das Wissen über den Einsatz naturheilkundlicher Mittel,

insbesondere über den Einsatz von Tees, ist in der

Bevölkerung verloren gegangen. Eine vor einigen Jahren

durchgeführte Befragung ergab, dass mehr als 80

Prozent der Befragten Naturheilkunde lediglich mit

Homöopathie in Verbindung brachten. Die Vielzahl von

Behandlungsverfahren wie Phytotherapie, Akupunktur,

Ayurveda, Bachblütentherapie, um nur einige zu nennen,

sind ebenso wie eine Viel zahl manueller Verfahren, nur

einer gewissen Bevölkerungsschicht

bekannt.

So dürfen Hersteller homöopathischer Mittel keine

Indikationsangaben auf ihren Präparaten machen, was

zu starken Einschränkungen im Vertrieb führt. Auf Zeit

gesehen führt dies auch zu einer Reduzierung von naturheilkundlichen

Therapien in der Bevölkerung. Betrachtet

man den gesamten Markt naturheilkundlicher

Mittel, in den auch Nahrungsergänzungsmittel mit einzubeziehen

sind, ist dies eine gewollte Kampagne. Der Bevölkerung

soll vermittelt werden, dass die Chemie und

die angebotenen Nahrungsmittel alles zu unserer Gesunderhaltung

liefern können.

Weit gefehlt! Wir leben in der Medizin nicht im rein wissenschaftlichen

Bereich, sondern leben aus einer Jahrhunderte

bzw. Jahrtausend alten Erfahrung.

Die Medizin ist ein Hybrid, die aus allen Wissenschaften

und der Erfahrung profitiert. Versucht man die

Wissenschaftsanteile in der Medizin in Prozent zu analysieren,

dann wird man nicht weit über 5 Prozent kommen.

Nun könnte man geneigt sein, dies als eine Katastrophe

oder als lächerliche Behauptung abzutun,

ohne sich über den Schatz der Erfahrung klar zu werden.

Zu den modernen Therapieverfahren

gehören auch die Nahrungsergänzungsmittel

(Lebensmittelkonzentrate). Aber auch hier

ist bei der Selbstverabreichung Vorsicht geboten.

Nicht selten werden aufgrund von Empfehlungen

Mittel doppelt und dreifach eingenommen, die durch

die Addition einzelner Substanzen ungewollte Nebenwirkungen

auslösen können.

Es ist dringend darauf zu achten, dass die Verzehrempfehlungen,

die gesetzlich geregelt sind, eingehalten

werden. Bei allem, was wir verabreichen,

durch Verordnung oder durch Selbstversorgung,bleibt

der bekannte Satz: „Auf die Dosis kommt es an“. Ein

Zuviel an Zink oder Selen, um nur zwei Beispiele zu

nennen, kann bei Überdosis eine toxische Wirkung

auslösen. Dies gilt es zu vermeiden.

29


Nutrition-Press

Denken wir an den wertvollen Schatz der Sammlung

naturheilkundlicher Mittel der Hildegard von Bingen

oder an die großartigen Behandlungsmöglichkeiten

mit der Akupunktur, um nur auch hier 2 Beispiele zu

nennen.

Durch Erfahrung konnten Wirkstoffe aus pflanzlichen

Mitteln entwickelt werden, die in der Schulmedizin

zum Einsatz gelangten. Auch hier 2 Beispiele: Convallaria

majalis (das Maiglöckchen) oder Digitalis (der

Fingerhut). Beide Mittel sind wertvolle Herzglykoside.

Das Wichtigste in der Medizin sollte sein, den Schatz

der Erfahrung zu nutzen und zum Wohl der Menschen

zu verwenden.

Gleiches gilt für unsere Lebensmittel. Hier hat die

Menschheit scheinbar das Maß der Dinge überschritten.

Überschritten bedeutet, durch Profitgier Veränderungen

an Getreide, Gemüse und Früchten vorgenommen,

mit der Folge, dass hieraus eine Versorgung mit

wichtigen Vitaminen und Spurenelemente nicht mehr

gewährleistet ist. Der anerkannte Vitaminforscher

Dr. Dr. Karlheinz Schmidt, Professor für Experimentelle

Medizin, sieht eine Kostenlawine ernährungsbedingter

Krankheiten auf uns zukommen. Volkswirtschaftlich

eine Katastrophe, menschlich eine Tragödie.

Starben früher die Menschen meistens an Altersschwäche,

so sterben sie heute an schweren chronischen

Erkrankungen. Diabetes, Rheuma, Krebs, Arteriosklerose,

um nur einige schwere Erkrankungen zu

nennen, sind durch falsche Ernährung vorprogrammiert.

Aus der Welt am Sonntag vom 18. 03. 2013:

Die Qualität von Obst und Gemüse hat seit 50 Jahren

erheblich abgenommen. In der dort aufgeführten Tabelle

wird deutlich, welches Defizit in der Aufnahme

unserer täglichen Nahrung liegt:

Verlust an Kupfer

93 %

in Kresse

Magnesium

75 %

in Möhren

Kalium in Brokkoli 75 %

Eisen in Steckrüben 71 %

Eisen in Spinat 60 %

Phosphor

47 %

in Kartoffeln

Verlust an Eisen

67 %

in Orangen

Natrium in Avocados 62 %

Kalzium in Erdbeeren 55 %

Kalium in Passionsfrüchten

43 %

Kalium in Himbeeren 39 %

Kalium in Rhabarber 32 %

Wenn wir auch Glauben uns vollwertig zu ernähren,

verhungern wir bei vollen Töpfen!

30


Ernährung / Prävention

Betrachtet man die Angaben über Verluste an Vitaminen

in der Veröffentlichung der vorletzten Ausgabe

dieser Zeitschrift, rundet sich das Bild der Verluste von

wichtigen Wirkstoffen in unserer Ernährung ab.

Diese Angaben tragen zum Verständnis der Entstehung

zivilisationsbedingter Erkrankungen bei.

Hieraus wird einmal mehr erkennbar, wie wichtig Nahrungsergänzungsmittel

für den Erhalt der Gesundheit

und für die Genesung erkrankter Menschen sind.

Nicht nur bei der Prävention sondern auch in der Therapie

haben diese Mittel einen unverzichtbaren Wert.

Wenn diese Mittel erkrankten Menschen nicht erstattet

werden, ist das ein nicht mehr zu vertretendes Verhalten

der Krankenversicherungen.

Hier gilt es über die Politik Einfluss auszuüben, eine

dringend notwendige Veränderung anzumahnen.

Eine Erstattung hilft den Betroffenen, aber auch der

Versicherung im Rahmen der Kostensenkung.

Dann muss man nicht mehr so dümmliche Erstattungsablehnungen

lesen wie:

Wir verstehen, dass Sie selbst für Ihre Gesundheit sorgen

möchten, indem Sie Ihren Körper mit Vitaminen,

Mineralien und Spurenelementen in Form von Kapseln

oder Tabletten versorgen. In den meisten Fällen ist das

nicht notwendig. Der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen

Peter Abels

Heilpraktiker,

Vorsitzender des EFN –

European Fe der ation

for Naturo pathy e.V.

und Kooperationspartner

des NEM e.V.

und Spurenelementen kann weitgehend durch gesunde

Ernährung gedeckt werden.

Die Versicherung hatte vergessen aufzulisten, was der

Patient denn nach ihrer Auffassung essen und trinken

sollte, um den notwendigen Ausgleich zu erlangen.

Es lohnt sich klare Position für unsere Gesundheit zu

beziehen. Wir benötigen keine patentierten Samen.

Wir benötigen Natur pur ohne das Bastelwerk von Profithaien!

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31


Nutrition-Press

Biotin (Vitamin B7, Vitamin H):

Die wichtigsten Funktionen

von Biotin

Biotin unterstützt den Aufbau von Eiweiß und die Energiegewinnung

aus Fett. Der Körper braucht Biotin, um die Energiefreisetzung

aus Kohlenhydraten zu steuern. Biotin hilft, Haut und Schleimhäute

gesund zu erhalten. Es ist für eine normale Nervenfunktion erforderlich.

Biotin ist wichtig für den Fett- und

Zucker stoffwechsel und ermöglicht ein

optimales Zellwachstum. Biotin, das auch als Vitamin H

bezeichnet wird, zählt zu den wasserlöslichen B-Vitaminen.

Es wurde 1936 aus Eigelb isoliert und 1942 erzeugte

man bei einer Gruppe von freiwilligen Biotinmangel,

der zu Hautveränderungen, Muskelschmerzen

und Depressionen führte. Nach Gabe von 150 Mikrogramm

Biotin verschwanden die Symptome. Bis heute

kennt man neun Enzyme, die von Biotin abhängen, und

die am Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel

beteiligt sind. Rohe Eier enthalten Avidin, das die Aufnahme

des Biotins verhindert. Biotin ist wichtig für das

Wachstum, für die Erhaltung von Blutzellen und Nervengewebe.

Wegen seiner Bedeutung für die Talgdrüsen

und somit für Haut und Haare, findet man es häufig

in Kosmetika. Biotin ist wirksamer, wenn es zusammen

mit Vitamin B2, B6 Niacin und A aufgenommen wird.

32


Ernährung / Prävention

Biotin ist wichtig für die Synthese der

DNS, die das Zellwachstum ermöglicht.

Für Abbau und Synthese der Fettsäuren

sind biotin haltige Enzyme notwendig. Beim

Stoffwechsel der essenziellen Fettsäuren,

z. B. der Umwandlung von Linolensäure in verschiedene

Omega-3-Fettsäuren, wird Biotin gebraucht.

Ein biotinhaltiges Enzym verursacht den ersten Schritt

bei der Synthese von Glucose. Glucose ist nötig, um

den Blutzuckerspiegel konstant zu halten und Unterzuckerung

zu vermeiden.

Biotin gehört zu den lebensnotwendigen

(essentiellen) Vitaminen

Biotin, auch als Vitamin B7 oder Vitamin H bezeichnet,

ist ein wasserlösliches Vitamin aus dem B-Komplex. Es

spielt als prosthetische Gruppe von Enzymen im Stoffwechsel

eine bedeutende Rolle, ist aber auch im

Zellkern wichtig für die epigenetische Regulation der

Genfunktion.

Die französische Nomenklatur benennt Biotin häufig

als Vitamin B8, während sich in der angelsächsischen

und auch in der deutschen Literatur die „Adenylsäure“

(Adenosinmonophosphat) als Vitamin B8 findet; zuweilen

werden auch das Inositol, welches kein Vitamin

ist, bzw. die Folsäure, die ebenfalls dem Vitamin-B-

Komplex angehört, als Vitamin B8 bezeichnet. Der von

der IUPAC empfohlene Name ist jedoch einzig Biotin.

Biotin gehört zu den lebensnotwendigen (essenziellen)

Vita minen, die dem Körper mit der Nahrung zugeführt

werden müssen. Ein Biotinmangel tritt bei gesunden

Menschen mit ausgewogener Ernährung nur sehr selten

auf. Der Körper braucht Biotin für eine Reihe wichtiger

Stoffwechselprozesse. So ist das Vitamin Bestandteil

des Fett-, Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsels.

Funktion im Körper

Der Name Vitamin H als veraltete Bezeichnung für

Bio tin leitet sich aus seiner Wirkung ab: Biotin trägt zu

einem gesunden Wachstum von Haut und Haaren bei.

Deswegen wird bei verschiedenen Hauterkrankungen

wie zum Beispiel Akne empfohlen, zusätzlich Biotin einzunehmen.

Eine zentrale Bedeutung nimmt Biotin beim Stoffwechsel

der Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße als soge nan n-

tes Koenzym ein. Koenzyme sind Bestandteile der Enzyme.

Enzyme wiederum wirken wie Katalysatoren.

Ohne sie würden bestimmte biochemische Reaktionen

im Körper nicht oder nur sehr verlangsamt stattfinden.

Ein Beispiel für eine solche biochemische Reaktion, an

der Biotin als Koenzym mitwirkt,

ist die so genannte Gluconeogenese.

Bei der Gluconeogenese

wird aus körpereigenen Eiweißen

und Fetten Zucker (Glukose) gewonnen.

Dieser Mechanismus trägt dazu

bei, dass der Blutzuckerspiegel steigt. In

Zeiten des Hungers verfügt der Körper

über zu wenig Zucker (Kohlenhydrate).

Die Gluconeogenese sorgt dafür, das

Blut mit ausreichend Zucker zu versorgen.

Biotin wirkt auch positiv auf die Qualität der

Fingernägel. Bei Menschen mit „schlechten Fingernägeln“

kann das Vitamin dazu beitragen,

die Dicke und Oberflächenstruktur der Nägel

und die Nagelfestigkeit zu verbessern. Weiterhin

ist Biotin wichtig für das Wachstum

und die Lebensdauer der Blutzellen, des

Nervengewebes und der Talgdrüsen.

33


Nutrition-Press

schaft und Stillzeit gilt die gleiche Empfehlung. Für

Säuglinge wird die benötigte Biotinmenge mit 5-10 μg/

Tag angenommen. Die europäische RDA nennt als

wünschenswerte Biotinzufuhr für gesunde Erwachsene

50 μg/Tag, vor einigen Jahren wurden noch 150 μg/

Tag angegeben.

Der genaue Bedarf ist nicht bekannt, da es an aussagekräftigen

experimentellen Studien fehlt. Das macht es

notwendig, die Angaben zum Biotinbedarf auf Plau sibilitätsüberlegungen

zu stützen. Bei Säuglingen wird

beispielsweise der durchschnittliche Biotingehalt der

Muttermilch und die tägliche Trinkmenge der Abschätzung

zugrunde gelegt.

Vorkommen in der Nahrung

Biotin ist in sehr vielen Nahrungsmitteln enthalten, jedoch

meistens nur im einstelligen Mikrogramm-Bereich.

Die folgenden Beispiele geben einen Überblick

und beziehen sich jeweils auf 100 g des Lebensmittels:

• Trockenhefe (200μg),

• Rinderleber (103 μg),

• Eigelb (50 μg),

• Sojabohnen (30 μg),

• Haferflocken (20 μg),

• Walnüsse (19 μg),

• Champignons (12 μg),

• ungeschälter Reis (12 μg),

• Weizen-Vollkornmehl (8 μg),

• Fisch (7 μg),

• Spinat (6 μg),

• Rind- und Schweinefleisch (5 μg),

• Bananen (5 μg),

• Kuhmilch (3 μg),

• Äpfel (1 μg)

Bakterien der Darmflora produzieren Biotin

Seit den 1940er Jahren ist bekannt, dass Bakterien, die

in der normalen Darmflora enthalten sind, neben anderen

B-Vitaminen auch Biotin produzieren und in Abhängigkeit

von der Bakterienart und der zur Verfügung

stehenden Zeit ihre Umgebung in unterschiedlichem

Maße damit anreichern. Eine Folge ist, dass die Ausscheidungen

mehr Biotin enthalten als die zuvor konsumierte

Nahrung. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass

aus dieser Quelle stammendes Biotin in gewisser Menge

vom Organismus verwertet wird, bezüglich der Höhe

dieses Beitrags herrscht aber Unsicherheit.

Weitere Aussagen zum Tagesbedarf

Bei ausgewogener und abwechslungsreicher Ernährung,

wird der tägliche Biotinbedarf in der Regel ausreichend

gedeckt. Da der genaue Tagesbedarf allerdings

nicht exakt bekannt ist, kann der Bedarf in Einzelfällen

deutlich höher sein. Der Tagesbedarf liegt Schätzungen

zufolge für Erwachsene zwischen 30 bis 60 Mikrogramm

(µg) Biotin (Vitamin H) pro Tag. Grundschulkinder

zwischen sieben und zehn Jahren haben einen täglichen

Biotinbedarf von etwa 30 Mikrogramm. Bei

Säug lingen und Kleinkindern steigt die wünschenswerte

Zufuhr von anfangs 5 Mikrogramm bis auf 15 Mikrogramm

Biotin pro Tag.

Schwangere und stillende Mütter können einen erhöhten

Biotinbedarf haben. Das gleiche gilt für Menschen,

die übermäßig viel Alkohol und Nikotin konsumieren.

Auf eine ausreichende Biotinzufuhr sollten außerdem

Menschen achten, die sich besonders einseitig mit rohen

Eiern ernähren. Wir empfehlen, auf die nachfolgend beschriebenen

Mangelsymptome zu achten und bei Bedarf

Biotin als Nahrungsergänzung einzunehmen.

Biotinmangel

Ein Biotinmangel wirkt sich auf den Kohlenhydrat-, den

Eiweiß- und den Fettstoffwechsel aus. Diese Folgen resultieren

vor allem aus einer Funktionseinschränkung

der biotinabhängigen Carboxylasen. Das Krankheitsbild

wird deshalb allgemein als multipler Carboxylasemangel

bezeichnet. Neben einem eigentlichen Biotinmangel

kommen aber auch Gendefekte im Bereich des

Biotinstoffwechsels als Auslöser dafür infrage.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt

30 - 60 μg/Tag als Schätzwert für die angemessene Zufuhr

bei gesunden Erwachsenen. In der Schwanger-

34


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Als Folge eines Biotinmangels wurden beim Menschen

folgende Symptome beobachtet:

• Hautstörungen,

• Depressionen,

• extreme Mattigkeit,

• Schläfrigkeit,

• Muskelschmerzen,

• Überempfindlichkeit,

• lokale Fehlempfindungen,

• Halluzinationen,

• Appetitlosigkeit,

• Übelkeit,

• Haarausfall,

• Farbveränderungen der Haare,

• brüchige Nägel,

• erhöhte Cholesterinwerte,

• abnorm hohe Spiegel an ungeradzahligen

Fettsäuren,

• Störungen der Herzfunktion,

• Blutarmut, grau-blasse Hautfarbe,

• Bewegungsstörungen (Ataxie, Hypotonie)

• erhöhte Anfälligkeit für Infektionen

(Kandidose, Keratokonjunktivitis, Glossitis)

Bei Tieren wurden außerdem noch weitere Effekte festgestellt,

wie metabolische Veränderungen und Verfettung

des Herzmuskels, Fettleber, plötzlicher Tod durch

Unterzuckerung bei körperlicher Belastung, Beeinträchtigung

des Immunsystems und eine schlechtere

Wundheilung. Bei Hühnern senkte Biotinmangel den

Biotingehalt der Eier wesentlich, was zu einer verringerten

Schlupfrate und häufigen Missbildungen der

Küken führte, obwohl die Anzahl der gelegten Eier noch

unverändert blieb. Auch bei einigen Säugetierarten

wurden fruchtschädigende Wirkungen des Biotinmangels

beschrieben.

Mit freundlicher Genehmigung

der Redaktion des www.vitalstoff-journal.de


Nutrition-Press

Zunahme an Brusttumoren –

Prä vention und nicht nur

Identi fikation ist das Gebot

der Stunde!

Weil in den westlichen Ländern eine fast schon endemische

Zunahme an Brustdrüsenerkrankungen bei der Frau in

den letzten 20 Jahren zu verzeichnen ist und die senologischen

Ambulanzen (Senologie = Spezialgebiet für Brusterkrankungen

der Frau) voller Rat suchender und verzweifelter Frauen sind,

soll mit dem Artikel ein Problem angesprochen werden,

dass nicht nur in Deutschland, sondern weltweit ein Umdenken

er fordert resp. zum Nachdenken auffordert. Denn nur der aufgeklärte

und informierte Patient kann als Partner, zusammen

mit dem Arzt, ein Therapi eregime abstecken; er ist jedoch

n iemals verpflichtet, alles kritiklos über sich ergehen zu lassen!

36


Ernährung / Prävention

Der Brustkrebs ist die häufigste maligne (= bösartige) Erkrankung bei

der Frau und die zweithäufigste Ursache für eine krebsbedingte Todesfolge.

Auch ist der Brustkrebs 3mal häufiger, als alle anderen gynäkologischen Krebserkrankungen

zusammen. Wobei eine stetige Zunahme zu verzeichnen ist. Lag die

Erkrankungsrate im Jahre 1960 noch bei 1:20, so ist sie heute bis auf 1 : 7 angestiegen,

d. h. von 7 Frauen wird, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, eine

an Brustkrebs erkranken.

Wie kann man sich solch eine steile Zunahme der Erkrankung erklären? Auch muss

es erlaubt sein, einmal den heutigen Stand der hierbei angebotenen therapeutischen

Optionen kritisch zu hinterfragen. Und last but not least dürfen, ja sollten auch alternative

Therapieansätze nicht von vornherein als völlig wirkungslos abgetan und dem

Gebiet der Quacksalberei zugeordnet werden.

Im Rahmen der Regeneration, Prävention und der Rehabilitation nach durchgemachten

Operationen, Chemo- und/oder Radiotherapien, ist eine natürlich belassene

Er nährung von besonderer Bedeutung. Dies zumal der sog. Fortschritt in der Lebensmittelindustrie

noch nicht in alle Nischen der täglichen Nahrungsmittelversorgung

Eingang gefunden hat und der Anbau von genmodifiziertem Mais und Soja noch nicht

den großen Durchbruch in Deutschland geschafft hat. Denn die heutige, zivili satorische

Lebensweise ist mit bis zu 80 Prozent maßgeblich an der Entwicklung einer

malignen Erkrankung beteiligt, zumal die zunehmende Konservierung, Behandlung

mit Pestiziden und Herbiziden seit den 50er Jahren ebenfalls mit einer Zunahme

an Krebs einhergeht. In der Tat konnten anhand von paleoanthropologischen (Lehre

bzw. Wissenschaft von der Entwicklung des Menschen) Untersuchungen nachgewiesen

werden, dass früher die Erkrankung Krebs nicht existent war und erst mit

Verzehr einer wertstoffarmen und durch die Agrochemie veränderten Nahrung aufgetreten

ist. Krebs ist somit eine durch den Menschen verursachte Erkrankung.

Zwar gibt es spezielle Kliniken, die sich der Patienten mit Krebs annehmen und wo

die bei einer solchen Erkrankung notwendige Entgiftung des Organismus und die

Aufnahme von echten Lebensmitteln (denn konservierte Nahrungsmittel zeigen keine

Vitalität mehr) als Grundpfeiler jeglicher therapeutischer Ansätze, begleitet von Sonnenbestrahlung,

einer vergleichsweise reinen Luft und einem nicht mit hormonellen

Resten belasteten Quellwassers in der Therapie, angestrebt wird.

Was jedoch beinhaltet eine beginnende Entgiftung? Hierzu soll etwas ausgeholt

werden, indem unsere tägliche Nahrung kritisch ins Visier genommen, aber auch

gleich mit einigen der so lieb gewonnenen Produkte der Kosmetikindustrie abgerechnet

wird. So ist die in fast allen Hautcremes, Waschlotionen, ja selbst in Sonnenschutzcremes

nachweisliche Parabenbelastung als potentes Karzinogen (Stoff der

einen Krebs auslöst) offensichtlich und selbst Haarfärbemittel, Haarshampoos,

Kon ditioner (Haarspüler) sowie Make-ups sind in der Liste potentieller Karzinogene

zu finden. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe wird bestätigt dies und der neutrale Be obachter

muss sich dann nicht wundern, dass eine Zunahme an Brustkrebser krankungen im

letzten Jahrzehnt zu verzeichnen ist. So war es besonders auffallend, dass sich bis

zu sechs verschiedene Parabene in Brusttumoren nachweisen liessen, die als potentiell

brustkrebsauslösend eingestuft werden konnten.

Weitere Beispiele potentieller Brandbeschleuniger für Brustkrebs sind:

1. Natrium-Laurylsulfat und Natrium-Laurethsulfat (sowie ihre zahlreichen Abkömmlinge)

die sich regelmäßig in Zahnpasta, Haarshampoos, Konditioner und Seifen als

Fettlöser resp. Schaumbildner finden und die nicht nur die schützende Fettschicht

der Haut radikal entfernen und die Haut sowie Haarfollikel brüchig machen. Sie

bilden mit den häufig verwendeten Zusatzprodukten wie Dioxan krebserzeugende

Nitrosamine.

37


Nutrition-Press

2. Dioxan und Ethylenoxid finden sich als Abfallprodukte

in sulfathaltigen Detergentien wie flüssigen Duschseifen

und Kosmetikprodukten, wobei das Erste als

Karzinogen (löst beim Tier Brusttumore aus, eine Tatsache

die schon seit 1965 bekannt ist!) eingestuft

wird und das Zweite als Nervengift zu klassifizieren

ist.

3. Diethylaminoethanol oder DEAE, ebenfalls in Shampoos

und Kosmetikartikeln, reagiert mit Nitraten unter

Bildung krebserzeugender Nitrosamine.

4. Propylenglycol (E 1520), verwandt mit dem Frostschutzmittel

Ethylenglycol, wird als Wärmeträgermedium

in Kühlanlagen eingesetzt und findet sich als

Zusatz in Zahnpasta, Shampoos, Hautcremes, Bräunungslotionen

und Deos. Als Lösungsmittel, Feuchthaltemittel,

Penetrationsverstärker und Weichmacher,

kann es bis zu 50 % darin enthalten sein. Es

führt zu Hautirritationen und wird in den Sicherheitsbestimmungen

als potentiell Leber- und Nierenschädlich

eingestuft.

Noch brandheißer wird es aber, wenn wir die Östrogenmimetika

(= Substanzen, die eine hormonähnliche,

östro genartige Wirkung offenbaren) betrachten. Denn

der Brustkrebs ist eng an eine Exposition mit Östrogenen

gebunden. Solche, das Hormon Östrogen nachahmende

Stoffe, finden wir in:

1. Der Innenauskleidung jeglicher Konservendosen, in

Form des BPA (Bisphenol A).

2. BPA findet sich auch in allen Arten von Deos (nebst

den darin zusätzlich enthaltenen Duftstoffen), wobei

auf Grund ihrer hohen Aluminiumanteile die Östrogenbindestellen

in der Brustdrüse zusätzlich und unnötigerweise

aktiviert werden.

3. Haarshampoos und Haarfärbemittel enthalten karzinogen

wirkende Zusätze aus der Petrochemie (ein

Blick auf die Inhaltsstoffe und man erblickt einen

kleinen Chemiebaukasten).

4. Detergentien, d. h. synthetische, organische, grenzflächenaktive

Substanzen, wie sie im Haushalt und in

Waschmitteln regelmäßig Verwendung finden.

5. Der so appetitliche Chicken-Burger am Stand, wo

das Huhn zur Wachstumsbeschleunigung mit Hormonen

„behandelt“ wurde, die der Konsument dann

(neben den im Huhn enthaltenen Antibiotika) ebenfalls

aufnimmt. Fazit: Nur das frei umherlaufende

Huhn ist hormon- und antibiotikafrei

6. Seifen, denen Duftstoffe zugesetzt wurden. Mindestens

900 der chemischen Duftstoffe in Parfum & Eau

de Toilette können als toxisch eingestuft werden.

7. PET-Plastikflaschen die neben Bisphenol A auch

noch sog. Phthalate (= Weichmacher) enthalten, Substanzen

die ebenfalls als Östrogenmimetika einzustufen

sind und den Brustdrüsenkörper unnötigerweise

aktivieren.

8. Die im Lippenstift, aber auch in fast allen Hautcremes

in die Östrogensynthese eingreifenden sowie

zerstörenden Zusatzstoffe wie Aluminiumoxid, Polyethylen,

Polybuten und Titandioxid. Als besonders

karzinogen ist jedoch die gesamte Gruppe der Parabene

(z. B. Methyl- und Propylparaben um nur einige

zu nennen) aufzuführen, die als Östrogenmimetika in

Verbindung mit den oben aufgeführten Penetrationsverstärkern

rasch die Haut durchwandern und dann

vom Blutstrom aufgenommen, zu den Brustdrüsen

gelangen, wo sie ihr zerstörendes Werk beginnen.

Die Alternative zu diesen belasteten Produkten? Einsatz

von Hygieneprodukten, die frei von solchen potentiell,

karzinogenen Zusatzstoffen sind (kritischer Blick auf

die Inhaltsbezeichnungen genügt) und nur reine, natürliche

Substanzen verwenden. Und weil solche Belastungen

selten alleine in Erscheinung treten, werden

dem ahnungslosen Konsumenten auch gleich noch

1. Pestizid-behandelte Früchte in besonders schöner

Farbe angeboten (Bio-Obst wäre die Alternative)

2. Sog. Acrylamide, die in stark geröstetem Knabbergebäck

und gebratenem Fleisch, Pommes Frites

oder Kartoffelchips entstehen.

3. Fleischprodukte wie Wurst, Pizza, Schinken, Peppero ni

usw., die mit dem Konservierungsmittel Natriumnitrit

(einem Karzinogen, oft auch mit einem weiteren Karzinogen

dem MSG, im Gepäck) angeboten werden.

4. Mononatriumglutamat (MSG), das in allen Fertigsaucen,

Ketchup und Tütensuppen als Geschmacksverstärker

zu finden ist, eine Substanz die im Tier zu

Hirntumoren führt.

5. Nicht zu vergessen, eine schon im Jahre 2002 nachgewiesene

Verbindung zwischen einer Hormonersatztherapie

in der Menopause und ein damit einhergehender

steiler Anstieg an Brusttumoren (Studie

der Frauengesundheitsinitiative).

38


Ernährung / Prävention

6. Daneben sind genmodifizierter Mais und Soja (befinden

sich in den importierten US Cerealien und

Cornflakes) auch als potentielle Krebsverursacher in

Verruf gekommen. Denn erst kürzlich konnte eine

franz. Forschergruppe nachweisen, dass bei Fütterungsversuchen

mit genmodifizierten (GMO) Mais bis

zu 70 % (!) der weibliche Ratten nach 2 Jahren, neben

Nieren- und Leberschäden, massive Brusttumore

aufwiesen. Interessant ist hierbei, dass GMO-Produzenten

wie die Fa. Monsanto 23 % der weltweiten

Produktion kontrollieren, während eine Fa. wie Bayer

einen Anteil von 20 % der Pestizidproduktion auf dem

Weltmarkt einnimmt.

Was aber kann zur Prävention (Vorbeugung) unternommen

werden? Denn ist die Diagnose eines Brusttumors

erst einmal gestellt, so kann zwar Operation und

Chemotherapie mit einer daran sich anschließenden

Bestrahlung die Überlebensrate verlängern – aber zu

welchem Preis: Haarausfall, chronische Nervenschmerzen,

chron. Müdigkeit, Übelkeit/Erbrechen, sowie Abgeschlagenheit

und Konzentrationsschwäche, Symptome

die im amerikanischen Sprachgebrauch unter der

schönen Bezeichnung „Chemo brain“ schon eine eigene

Krankheitsbezeichnung erlangt haben. (Tenor eines bekannten

Krebspezialisten: „Oftmals ist es doch so, dass

eine achtwöchige Chemotherapie zu einer Verlängerung

der Überlebenszeit von nur wenigen Wochen führt.

In dieser Zeit leben aber viele Patienten nur für die Statistik,

denn es geht ihnen sehr schlecht“. Oder, wie die

engl. Zusammenfassung eine Reviews zur Chemotherapie

bei allen Krebsformen aufzeigt: chemotherapy

contributes just over 2 % to improved survival rates for

cancer patients(!) In fact, 2 % should be regarded as

chemo’s “upper limit of effectiveness.”). Fazit: Chemotherapie

hat im günstigsten Fall nur bei 2 % aller Betroffenen

Erfolg!

Zielsetzung eines zusätzlichen alternativen Ansatzes ist

es deshalb immer, das Immunsystem zu stärken (und es

mit Zellgiften nicht zusätzlich zu schwächen), damit die

dort entstehenden natürlichen Killerzellen in ausreichender

Zahl gebildet werden, die dann die Tumorzellen

vernichten und/oder verhindern, dass sich Tochtergeschwülste

festsetzen können. Obgleich die fol genden

Optionen einer alternativen Therapie keinen Anspruch

auf Vollständigkeit erheben, soll hiermit doch

ver deutlicht werden, dass auch die Ernährung als Medizin

wirken kann (Zitat: „Eure Nahrungsmittel sollen

Eure Heilmittel und Eure Heil -

mittel Eure Nah rungsmittel

sein“ – Hippokra

tes 460 - 370 v.

Chr.) Zumal bei bis

zu 98 % der Brustkrebs

pa tientinnen

die Er krankung durch eine entsprechende Diät verhindert

werden kann:

1. Als erstes sollte jeglicher Zucker und insbesondere

die in Diätgetränken enthaltene Fruktose verbannt

werden, weil Zuckermoleküle selektiv von Krebszellen

zum Wachstum genutzt werden und eine Tumorausbreitung

insofern noch fördern indem nach Zuckerkonsum

ein hoher Insulinspiegel in Verbindung

mit dem Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktoren (IGF)

die Tumorzunahme erst recht ankurbeln. Die sog. Zuckerersatzstoffe

wie z. B. Cyclamat und Aspartam

stellen auch keine Lösung dar, weil es bei regelmäßigem

Konsum nachweislich zu einer höheren Rate an

Leukämie, multiplem Myelom und Non-Hodgkin Lymphom

kommt und insbesondere Aspartam die Tumorrate

nch fördert.

2. Ein ausreichend hoher Vit. D3-Spiegel, wobei ein

Wert über der üblichen Norm von 50 ng/ml anzustreben

ist. Denn Metaanalysen (Studien mit > 7000

Patienten) haben eindeutig eine enge Beziehung

zwischen hoher Krebsrate und einem niedrigen Vit.

D3 -Spiegel belegt.

3. Ausreichende Mengen an natürlichem Vit. A, wie es

in Eigelb, Biobutter, Rohmilch sowie in der Rinderund

Hühnerleber (aber nur bei natürlich aufgezogenen

Tieren) enthalten ist.

4. Nur fermentierte Sojaprodukte, weil rohes Soja, aus

den USA oder Brasilien importiert, genmodifiziert

ist und der rohe Soja sog. Phytoöstrogene (= pflanzl.

Östro gne) enthält, die im Konzert mit anderen Östrogenen

das Brustzellenwachstum ankurbeln, mit zunehmender

Wahrscheinlichkeit einer krebsigen Entartung.

5. Eines der besten gehüteten Geheimnisse im Rahmen

der Therapie von Krebs ist die Einnahme von qualitativ

hochwertigem Curcumin (Wirkstoff im Curcuma

Longa, dem gelben Ingwer in Verbindung mit schwarzem

Pfeffer). Dies besonders, weil erste Studien (bis

zu 3 g 4 x täglich) auf seine tumortötende, entzündungshemmende

Wirkung hinweisen (Curcumin-Lösungen

führen die Apotheken).

39


Nutrition-Press

Prof. Dr. med.

Enno Freye

Arzt; Spezialgebiete

Spezielle Schmerz -

t hera pie, Anästhe si o lo gie,

Intensivmedizin

und Suchttherapie,

Nutra zeutika, Mikronährstoffe,

Zivilisationskrank

heiten, Renaturierung

Die folgenden Empfehlungen sind unter der Rubrik „Zusatztherapien“ einzustufen,

weil sie alleine nicht ausreichen, das Tumorzellwachstum hemmen zu können.

1. Der Granatapfel oder Präparate mit Granatapfelextrakt weisen einen tumo r-

tötenden Effekt sowohl im Labor als auch in der Phase 2 bei Patientinnen auf.

2. Sportliche Betätigung soweit möglich, weil laut Studien, hierdurch die Todesratebei

Brusttumorerkrankung um 50 % (!) reduziert werden konnte.

3. Ausreichende Mengen an Antioxidantien, wie das natürliche (!) Vit. C in Früchten

(z. B. Acerola) in Verbindung mit Vitamin E und Selen sowie alpha-Liponsäure

(in Brokkoli oder als Reinsubstanz in der Apotheke).

4. Das Karotinoid Lykopin in der Tomate, insbesondere bei Prostatakrebs und nach

neusten Untersuchungen verhindert es bis zu 50% einen Schlaganfall.

5. Ginsengextrakt, insbesondere der Sibirische Ginseng (erhältlich in einer speziellen,

gut-resorbierbaren Formulierung in der Apotheke)

6. Fisch-Öle oder mittelkettige Fettsäuren (z. B. in Kokosnussöl) mit ihren hohen

Anteilen an Omega-3 Fetten, um die bei einem Krebsgeschehen auch immer ursächlich

beteiligte Entzündung zu unterbinden. In diesem Zusammenhang haben

selbst Kirschen einen entzündungshemmenden Effekt unter Beweis gestellt (bitte

nur die nicht mit Pestiziden behandelten Früchte!).

7. Die vielen in der Natur vorkommenden Polyphenole, wie z. B. Quercetin und Re s-

veratrol, die sich in allen Beerensorten und Traubenschalen finden sowie die

Phytofarbstoffe, die sich u.a. in allen grünen Blattgemüsen (nicht pestizidbehandlt!)

nachweisen lassen.

8. Das im Extrakt von Weintraubenkernen und den Schalen der Weintraube enthaltene

Antioxidans OPC (Oligomere Proanthocyanidine) oder das Astaxanthin, ein

Beta-Carotinoid aus der Mikroalge Haematococcus pluvialis, ebenfalls ein wirkstarkes

Antioxidanz (OPC und Astaxanthin aus der Apotheke).

9. Coenzym Q10 (oder Ubiquinon) ist ein weiteres nützliches Ergänzungsmittel, dass

für die Zellatmung von ganz entscheidender Bedeutung ist. Und weil das reduzierte

Q10 (oder Ubiquinol) vom Körper besser verwertet werden kann, sollte auch

hier, den neusten Forschungsergebnissen entsprechend, eine in der Apotheke

angebotene Ubiquinol-Fomulierung zum Einsatz kommen.

10. Methylsulfonylmethan (MSM) als diätetisches Ergänzungsmittel, liefert die für

eine Zellreparatur notwendigen Schwefelwasserstoffe.

11. Und weil 80 % aller Brustkarzinome bei Patientinnen nach der Menopause festgestellt

werden, besteht auch ein Bedarf, vorbeugend sog. natürliche Aromatasehemmer

(= hemmen die Produktion der Östrogene) aus Vital-Pilzen mit fast unaussprechlichem

Namen wie Coriolus versicolor (Trametes versicolor, Polyporus

versicolor, Polystictus versicolor, Yun Zhi, Kawaratake) einzusetzen.

12. Broccoli, welcher in hohen Dosen das Phytopharmakon Indol-

3-carbinol (I3C) enthält, um die hohen Östrogenmengen in

ein nicht-aktives Produkt zu überführen (Studie am Nationalen

Krebsinstitut in den USA).

13. Genistein aus fermentierter Soja leitet den Zelltod der

Krebszelle ein und ist antioxidativ. Beide, sowohl

IC3 als auch Genistein, hemmen dosisabhängig

die durch Östrogene aktivierten Bindestellen

in der Brustdrüse.

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14. Daneben soll nicht verschwiegen werden, dass tief

sitzende psychische Probleme, die als Dauerstress

über Jahre anhalten, die Bereitschaft an einem Karzinom

zu er kran ken, deutlich erhöhen. Hier wäre ein

weiterer Angriffspunkt der Prävention anzusetzen

indem einige Kliniken mit der Einrichtung sog. Psychoonkologischer

Abteilungen den Trend der Zeit

erkennen.

Zusammengefast wird der (die) Normalverbraucher (in)

mit Recht nun feststellen, dass die so angeblich gesunde

Nahrung voller Gifte und Toxine ist, deren Konsum

nicht sofort aber bei jahrelanger Zufuhr letztendlich

nicht nur zu Brusttumoren führen kann, sondern fast

zwangsläufig führen muss. Daraus abzuleiten ist deshalb

die Prävention (Vorbeugung) durch rigorose Elimination

(Weglassen) belasteter Produkte angezeigt, wobei natürliche

Antioxidantien, wie oben aufgeführt, wertvolle

Hilfe leisten.

Zum Abschluss noch einige Bemerkungen zu der propagierten

regelmäßigen Mammographie, um den Tumor

rechtzeitig zu entdecken. Nach einer groß angelegten

Untersuchung, konnte die Mammographie die Todesrate

nur bei einer von insgesamt 1000 Brustkrebspatientinnen

verhindern (Studie im renommierten New

England Journal of Medicine, 2010). Oder in anderen

Worten: 2500 Frauen müssten sich über 10 Jahre lang

regelmäßig einer Mammographie unterziehen, um nur

einen krebsbedingten Todesfall zu verhindern. Dies ist

mehr als ernüchternd und bestätigt nur, dass die heutige

Medizin weit von einer Prävention entfernt ist. Somit

rettet die propagierte Mammographie, trotz landläufiger

Meinung, kaum Leben und noch weniger verhindert

sie, diese bedrohliche Erkrankung überhaupt zu

bekommen. Zwar wird konstant weiter behauptet, dass

die Mammographie eine „lebensrettende“ Untersuchungsform

darstellt und sich hierdurch die Todesrate

um 15 % bis 25 % reduzieren lässt, nur leider basieren diese

Ergebnisse auf Studien, die vor Jahrzehnten gemacht wurden

und heutzutage keine Aktualität mehr haben!

Als Alternative zu einer Mammographie, bei der die

Brust einem Druck ausgesetzt wird, um anschließend

mit Hilfe ionisierender Strahlen Dichteunterschiede (die

in den meisten Fällen nicht krebsbedingt sind) zu identifizieren,

empfiehlt sich die Thermographie. Denn bei

jeder Krebserkrankung liegt am Randbezirk immer ein

Entzündungsprozess mit einer gesteigerten Durchblutung

und einer damit einhergehenden lokalen Erwärmung

vor. Es ist somit eine Methode, neben der Sonographie

(fragen Sie als mündige Patientin dazu ihren

Frauenarzt – er hat die Antwort), die mit einer höheren

Identifikationsrate, keiner zusätzlichen Strahlenbelastung

und geringeren Kosten im Rahmen des regulären

Screenings einhergeht.

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Nutrition-Press

Brainfood DHA

jetzt auch für Vege tarier

und für alle, die Fischöl

nicht vertragen

Die essentielle Omega-3-Fettsäure DHA (Docosahexaensäure)

ist für Hirn, Herz und Augen unverzichtbar. Da große Teile

der Bevölkerung daran Mangel leiden, empfehlen Ärzte,

vor allem Schwangeren und stillenden Müttern sowie allen

infarktgefährdeten älteren Patienten, täglich mindestens

200 Milligramm DHA einzunehmen. Nur wer zweimal pro Woche

ausreichend Lachs, Hering, Makrele, Sardinen oder Thunfisch

isst, kann auf Omega-3 aus Nahrungsergänzungen verzichten.

Einerseits wird der regelmäßige Verzehr dieser Fische empfohlen und

andererseits wird wegen der hohen Schadstoffbelastung und der Überfischung

der Meere auch davon abgeraten. Das aus Fischen und Fischabfällen gewonnene

Öl kann große Mengen an Schadstoffen enthalten. Wenn aus diesem Fischöl

so genanntes „pharma zeutisches Qualitätsfischöl“ hergestellt wird, muss es etliche

denaturierende Ver arbeitungsschritte durchlaufen. Außerdem vertragen viele

Menschen Fischöl nicht gut und nehmen diese dann doch nicht regelmäßig. Mit DHA

aus Algen ist jetzt eine echte Alternative verfügbar.

Nach 15 Jahren Forschung, ursprünglich aus einem Projekt für die NASA, kann jetzt

DHA aus gezüchteten Algen in speziell dafür entwickelten Pflanzenkapseln an geboten

werden. Dieser Schritt lag nahe, denn letztlich produzieren auch die Fische

das DHA nicht selbst, sondern akkumulieren es aus DHA-reichen Algen.

42


Ernährung / Prävention

Die Patienten vertragen es, auch jene, die bisher Fischöl abgelehnt haben, weil

sie unter anderem unangenehmes Aufstoßen davon bekamen. DHA ist für Vegetarier,

und alle, die aus anderen Gründen keinen Fisch essen, unerlässlich, aber letzt lich

profitiert jeder von einer ausreichenden DHA-Zufuhr. Viele wissen heute, das Omega-

3-Fettsäuren wichtig sind, und dass ein Zuviel an Omega-6 entzündliche Prozesse

fördert. Unsere übliche Nahrung hat jedoch einen zu hohen Anteil an Omega-6 und

kaum jemand ernährt sich so bewusst, dass er das ideale Verhältnis von einem Anteil

Omega-3 zu drei Anteilen Omega-6 erreicht. Aber selbst, wenn man den Omega-3-

Anteil über Leinöl oder Hanföl steigert, diese Öle versorgen uns mit ALA (Alpha-Linolensäure),

die auch wichtig ist aber nicht mit der für unser Hirn, Herz und unsere

Augen wichtigsten Fettsäure DHA. Die Leber kann zwar in geringen Mengen DHA aus

ALA synthetisieren, aber das reicht in vielen Fällen nicht aus. Ich rate daher jedem,

vorbeugend täglich eine Kapsel Algen-DHA einzunehmen.“

Robert Schneider

Heilpraktiker

DHA ist ein integraler Bestandteil von Zellmembranen, vor allem der Nervenzellen,

und befindet sich hauptsächlich im Gehirn und in der Netzhaut. Fast alle Omega-3-

Fettsäuren des Gehirns und bis zu 93 Prozent der Omega-3-Fettsäuren der Netzhaut

bestehen aus DHA. Außerdem ist DHA eine Schlüsselkomponente des Herzgewebes

und ein natürlicher Bestandteil der Muttermilch.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien bestätigen, dass jeder Mensch von einer aus -

reich enden Versorgung mit DHA profitieren kann. Bei werdenden Müttern unterstützt

DHA eine gesunde Schwangerschaft. Bei Embryos und Säuglingen ist DHA

wichtig für die Entwicklung des Gehirns und der Augen. Bei Kindern verbessert

DHA die Entwicklung der Konzentrationsfähigkeit und fördert einen gesunden

Schlaf und bei Erwachsenen und auch im Alter unterstützt DHA die Gesunderhaltung

des Gehirns, der Augen und des Herz-Kreislauf-Systems.

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43


Nutrition-Press

Nahrungsergänzung

braucht man nicht –

oder doch?

Sie hören und lesen es immer wieder. Fast schon gebetsmühlenartig

wird vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln

gewarnt. Nutzlos bis gefährlich sollen sie sein. Von gesundheitlichem

Nutzen keine Spur.

Nun frage ich Sie, kochen Sie jeden Tag

Ihre Mahlzeiten selber? Verwenden

Sie dabei nur oder überwiegend frische, hochwertige

Zutaten? Würzen Sie Ihre Speisen mit Kräutern und guten

Gewürzen? Essen Sie jeden Tag mehrmals Obst und

Gemüse? Verzehren Sie insbesondere viel grüne Blattsalate

und grünes Gemüse? Gehören Pilze regelmäßig

zu Ihrem Speiseplan? Halten Sie sich regelmäßig in der

Sonne auf?

Wenn Sie nur eine dieser Fragen mit Nein beantwor -

ten, dann profitieren Sie wahrscheinlich von einem

Nah rungs ergänzungsmittel.

Schauen wir ein wenig zurück in die menschliche

Entwicklungsgeschichte

Als unsere Vorfahren noch Jäger und Sammler waren,

nutzten sie ein vielfältiges und abwechslungsreiches

Nahrungsangebot. Der Wechsel hin zu einer sesshaften

Lebensweise und die Entwicklung des Ackerbaus

führten jedoch zu einer deutlichen Reduzierung unserer

Lebensmittelauswahl. Die Ernährung veränderte sich

zudem hin zu einer kohlenhydratreicheren Zusammensetzung.

Anhand von Zahn- und Knochenfunden konnten

Wissenschaftler feststellen, dass zu dieser Zeit der

Menschheitsgeschichte Zahnerkrankungen und Infektionen

sprunghaft anstiegen. Betrachtet man unsere

44


Ernährung / Prävention

heutige Ernährung, so ist diese mehr denn je geprägt

von einseitigem, extrem kohlenhydratreichen Essverhalten.

Der ewige Hype um das Cholesterin und die

angeblich ungesunden Fette hat diese Entwicklung

entscheidend vorangetrieben. Eine Vielzahl von sogenannten

Light-Produkten mit geringerem Fettanteil ziert

mittlerweile die Verkaufsregale. Ein Widerspruch wird

dabei gerne übersehen. Nämlich, dass die ebenfalls

weit läufige Gesundheitsempfehlung zu mediterraner Kost

ja gerade eine Empfehlung für eine ölreiche (also fettreiche),

dafür aber eben kohlenhydratärmere Ernährung

ist. Mediterrane Kost enthält reichlich gesundes Öl,

einen hohen Anteil an Gemüse und Salat, Fisch, Fleisch,

aber weniger kohlenhydrathaltige Beigaben wie Kartoffeln,

Reis und Brot, als das in unseren Breitengraden

der Fall ist. Mediterranes Essen ist das Paradebeispiel

für eine Lowcarbernährung, der Ernährung unserer

Vorfahren, auf die wir noch immer genetisch programmiert

sind. Immer mehr Wissenschaftler sind mittlerweile

davon überzeugt, dass nicht fettreiche Lebensmittel,

sondern die allgegenwärtigen Kohlenhydrate die

Ursache für die Zunahme an Fettleibigkeit und Diabetes

II sind. Es zeigt sich übrigens immer deutlicher, dass es

übergewichtigen Menschen in der Regel nicht gelingt,

durch den Einsatz von fettreduzierten Light-Produkten

abzunehmen.

Statt auf Lowcarb zu setzen, verwenden wir vielfach

fertige Nahrungsmittel oder Zutaten, die kohlenhydratlastig

sind. Dabei kommen gerne auch geschmacks neutrale

Kohlenhydrate, wie Maltodextrin, als Füllstoffe in

den Rezepturen zum Einsatz. Verallgemeinernd kann

man über diese Art kohlenhydratreicher Kost sagen,

dass es sich um „leere“ Lebensmittel handelt. Sie

haben eine hohe Energiedichte, machen satt, aber enthalten

nur verhältnismäßig geringe Mengen an Mikronährstoffen.

Mit dem Begriff „Versteckter Hunger“, wird

dieses Problem in der modernen Ernährungswissenschaft

sehr treffend beschrieben. Vormals nur als Problem

der dritten Welt betrachtet, wo einseitige Ernährung

mit „Sattmachern“ an der Tagesordnung ist, müssen

wir uns mittlerweile auch bei uns mit dem Thema

ernsthaft auseinandersetzen. Energiereiche Lebensmittel

sind in der Regel die billigeren Lebensmittel, weshalb

nicht zuletzt auch der Geldbeutel eine entscheidende

Rolle spielt. Zudem ersetzen immer häufiger

Aromastoffe oder Kunstprodukte, auch aus Preisgründen,

natürliche Bestandteile in unserem Essen mit der

Folge, dass wichtige Stoffe aus pflanzlicher Nahrung

zunehmend weniger enthalten sind:

Die sekundären Pflanzeninhaltsstoffe

Ihre Zahl ist so riesig, dass viele noch gar nicht untersucht

werden konnten. Von einigen wissen wir aber bereits

jetzt, dass sie gegen Viren und Bakterien schützen,

den Körper im Kampf gegen Krebs unterstützen

können oder die Wirkung der Vitamine in unserem Körper

positiv beeinflussen. Nach jüngsten Erkenntnissen

sind sie auch an epigenetischen Vorgängen beteiligt

und können über die Regulation von Genen in den

Stoffwechsel eingreifen.

Wir müssen sie deshalb heute genau so wie Vitamine,

Mineralstoffe und Spurenelemente zu den unverzichtbaren

Mikronährstoffen zählen, die für ein gesundes

Leben wichtig sind. Seit Jahren gibt es daher die Forderung

nach mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse

in der täglichen Ernährung.

Aber ein Großteil unserer Bevölkerung unterschreitet

noch immer die von der Deutschen Gesellschaft für

Ernährung empfohlene tägliche Menge für den Verzehr

von Obst und Gemüse sowie die Aufnahme von Folsäure

und Vitamin D. (statistisch belegt durch die vom

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und

Verbraucherschutz im Jahre 2008 veröffentlichte Nationale

Verzehrsstudie II, Herausgeber Max-Rubner-

In stitut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und

Lebensmittel, Haid-und-Neu-Str. 9, 76131 Karlsruhe).

Allein diese unbestrittene Tatsache führte bisher leider

nicht dazu, dass allgemeine Empfehlungen zur re gelmäßigen

Supplementierung von Folsäure und Vitamin D

ausgesprochen wurden. Noch schlimmer, es wird sogar

ausdrücklich davon abgeraten.

Wenn Sie jetzt an dieser Stelle meinen, dass Sie das

alles nicht betrifft, weil Sie jeden Tag ausreichend Obst

und Gemüse verzehren, dann haben Sie vielleicht damit

Recht. Bedenken Sie aber, dass viele Obstsorten unreif

geerntet werden und unter künstlichen Bedingungen

nachreifen. Und Gemüse und Obst müssen häufig lange

Transport- und Lagerzeiten über sich ergehen lassen.

45


Nutrition-Press

Ein sehr gutes Beispiel hierzu präsentierte die Re da k tion

W wie Wissen in ihrer Sendung vom 3. Fe bruar 2013

(nachzulesen im Internet unter http://www.daserste.de/

information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/

aepfel-110.html). Das interessanteste Fazit die ser Sendung

für mich war, dass ein Apfel während der monatelangen

Lagerung in hochtechnisierten Kühlhäusern

nur wenig Verluste erleidet, jedoch innerhalb von sieben

Tagen bei Raumtemperatur den Großteil an Vitamin C

und sekundären Pflanzenstoffen verliert. Alldieweil, die

abschließende Empfehlung des Autors, Äpfel nach dem

Kauf im Kühlschrank auf zubewahren, stellte mich nicht

wirklich zufrieden. Denn die meisten Äpfel haben bis

zum Kauf bereits Tage bei Raumtemperatur im örtlichen

Handel verbracht. Zwangsläufig müsste man für Äpfel

eine Kühlkette fordern, wollte man die Qualität bis zum

Verbraucher bewahren. Der Apfel würde zum Luxusgut

werden.

Doch bereits schon vorher, in der Produktion von Obst

und Gemüse, gibt es Probleme. Oftmals wird auf ausgelaugten

Böden angebaut und vielfach werden Neuzüchtungen

eingesetzt, die aus Haltbarkeitsgründen,

wegen des Aussehens oder des Geschmacks, ganz anders

zusammengesetzt sind als die Obst- und Gemüsesorten,

die wir noch im frühen 20. Jahrhundert kannten.

Statistische Erhebungen zum Gehalt von Lebensmitteln

belegen über die letzten Jahrzehnte eine deutliche

Re duzierung an Calcium, Magnesium, Kalium, Zink,

Vita min C, Folsäure und Vitamin E in Obst und Gemüse.

So dass selbst abwechslungsreiche Ernährung zu unzureichender

Versorgung mit lebenswichtigen Substanzen

führen kann. Man sieht es den Nahrungsmitteln

leider nicht an, was in ihnen steckt.

Mittlerweile gibt es zahlreiche wissenschaftliche Studien

zur Wirkung von Mikronährstoffen. Viele zeigen

die positive Wirkung einer ausreichenden Versorgung

für unsere Gesundheit sowie die körperliche und geistige

Leistungsfähigkeit.

Besonders deutlich wird ihr ganzes Potential im Bereich

des Leistungssports. Gerade bei extrem hoher körperlicher

Beanspruchung entscheidet eine ausreichende

Versorgung mit Mikronährstoffen oft über Erfolg oder

Mißerfolg.

Wenn Sie intensiv Freizeit- oder Profisport

betreiben, bildet Ihr Körper in höherem Maße

freie Radikale, als im Alltag.

Diese sind für uns zwar unerlässlich, denn sie unterstützen

unser Immunsystem u. a. bei der Zerstörung von

Krankheitserregern (auch deshalb hat Sport einen positiven

Einfluss auf unsere Gesundheit).

46


Ernährung / Prävention

Ein Übermaß jedoch hat nachteilige Wirkungen. So wirken sich überhöhte Konzentrationen

an freien Radikalen negativ auf das Immunsystem aus. Darüber hinaus

zerstören sie körpereigene Strukturen und werden beispielsweise mit Gefäßerkrankungen

wie Atheriosklerose in Verbindung gebracht. Für Sportler besonders interessant

ist, dass mittlerweile für freie Radikale auch eine ursächliche Bedeutung für die

Mikrofrakturen unserer Muskulatur diskutiert wird. Gemeinhin bezeichnen wir diese

Muskelfrakturen als Muskelkater. Im schlimmsten Fall kommt es sogar zum Muskelfaserriss.

Jeder Muskelkater bedeutet einen Trainingsrückschritt. Im Wettkampf,

können Mikrofrakturen zu Leistungsminderungen bis hin zum vorzeitigen Ausscheiden

führen. Eine ausreichende Zufuhr von Antioxidantien versetzt unseren Körper

in die Lage, nachteilige Wirkungen freier Radikale zu verhindern. Um dem erhöhten

oxidativen Stress beim leistungsorientierten Sport zu begegnen, müssten die täglich

verzehrten Mengen an Obst und Gemüse wesentlich erhöht werden. Große Mengen

pflanzlicher Lebensmittel belasten jedoch erheblich den Darm. Verantwortlich hierfür

sind vor allem die Ballaststoffe und die Fructose in vielen Obstsorten. Von dem

so beliebten Apfel weiß man beispielsweise, dass er ein besonders ungünstiges Fruc to se-

Glucose-Verhältnis hat und deshalb bei vielen Menschen in größerer Menge zu

Bauchgrummeln und Durchfall führt. Und Hülsenfrüchte, die zu den wertvollsten

pflanzlichen Eiweißlieferanten zählen, führen bekanntermaßen ebenfalls zu unerwünschten

Darmbeschwerden.

Allerdings, für eine normale und gesunde Darmtätigkeit, sind Ballaststoffe wichtig.

Niemand sollte deshalb auf den regelmäßigen Verzehr von Obst und Gemüse verzichten.

Aber ein Mehrbedarf, wie er zum Beispiel beim Sport entsteht, lässt sich vorteilhaft

mit Nahrungsergänzungsmitteln decken.

In der Realität sieht es leider eher so aus, dass sogar im Leistungssport Fastfood an

der Tagesordnung ist und viele Sportler sich genau so unausgewogen ernähren, wie der

Rest der Bevölkerung. Mit dem Ergebnis, dass sie weit unter ihren Möglichkeiten

bleiben.

Zum Ende meiner Betrachtung kann ich nur zu einem Schluss kommen:

Nahrungsergänzungsmittel haben eine Daseinsberechtigung. Sie sind aufgrund

unserer modernen Lebens- und Ernährungsumstände unverzichtbar und schließen

die Lücken in unserer täglichen Mikronährstoffversorgung. Darüber hinaus haben sie

das Potential, die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und stellen eine Alternative

zu verbreiteten Dopingpraktiken dar. Wer sie pauschal ablehnt, vergibt eine

Chance auf mehr Gesundheit, Vitalität und Leistungsfähigkeit. Forderungen nach

einer sinnvollen Regulierung des Marktes sind aber berechtigt. Maßnahmen zum

Verbraucherschutz sollten jedoch sachlich und mit Sinn und Verstand umge setzt

werden. Niemand würde bestreiten, dass die Aussage, grünen Tee zu trinken sei

gesund, richtig ist. Warum soll es dann für Grünteeextrakt bewiesen werden?

Andreas Binninger

Apotheker und Vorsitzender

der Europäischen Gesellschaft

für Gesunde Ernä hrung

und Gesundheit im Allgemeinen

Gemeinnütziger

Verbraucherverein e. V. (EGE)

47


Nutrition-Press

Gesundheitsprävention

in Unternehmen

Jahrzehntelang war es in deutschen Unternehmen

üblich, in ihrer Leistung nachlassende,

ältere Mitarbeiter durch jüngere Bewerber zu

ersetzen

Dies galt insbesondere für solche Fälle, in denen sich chronische

Krankheiten einstellten. Auch wenn die Einarbeitung der neuen Mitarbeiter

ebenso wie das vorzeitige Ausscheiden der alten Mitarbeiter Kosten verursachte,

rechnete sich dieses Vorgehen für die Unternehmen. Seit wenigen Jahren

zeichnet sich nun jedoch ein Paradigmenwechsel ab und es wird zunehmend von der

betrieblichen Gesundheitsvorsorge gesprochen.

Prof. Dr. med. Jörg Spitz

Spezialgebiet Präventionsmedizin,

u. a. Gründer

der „Gesellschaft für

Me di zinische Information

und Prävention“, Referent

und Buchautor, Fachlicher

Beirat des NEM e. V.

Treiberfaktoren für die Entwicklung der Gesundheitsprävention

in Unternehmen

1. Demographische Entwicklung in den Industriestaaten

2. Versagen der individuellen Verhaltensprävention im Rahmen der Gesundheitsvorsorge

3. Positive Erfahrungen mit Maßnahmen zur Arbeitsplatzsicherheit in den Unternehmen

4. Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsvorsorge sind Investitionen mit hohem

ROI

Aus dem Zusammenspiel der unterschiedlichen Treiberfaktoren ergibt sich ein

ganzes Dutzend guter Argumente für die Etablierung gezielter Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge

in Unternehmen. Dabei wird im Rahmen dieses Übersichtsartikels

nicht zwischen betrieblicher Gesundheitsvorsorge und betrieblichem Gesundheitsmanagement

unterschieden. Es soll vielmehr dargelegt werden, dass es für jeden

Unternehmer sinnvoll ist, sich mit diesem Thema näher zu befassen, und eine

ge zielte Strategie zur Implementation von Maßnahmen zur Gesundheitsprävention

in seinem Unternehmen zu entwickeln. Die Punkte erheben keinen Anspruch auf

Vollständigkeit, bieten jedoch hilfreiche Denkansätze für ein individuelles Konzept,

das idealerweise mit einem auf dem Gebiet der betrieblichen Gesundheitsvorsorge

kompetenten Partner eingeleitet und umgesetzt werden sollte.

1. Der Arbeitsplatz ist der Bereich, in dem der einzelne Mensch den größten Teil

seiner ihm zur Verfügung stehenden Zeit verbringt. Dieser Umstand erhöht die

Wirksamkeit jeglicher Maßnahme.

2. In den Betrieben existiert in der Regel bereits eine gut wickelte Organisationstruktur,

die zur effektiven und ökonomischen Umsetzung von Maßnahmen genutzt

werden kann.

48


Prävention

3. Damit entfällt der kostspielige Aufbau neuer Organisationsstrukturen

für die Gesundheitsvorsorge.

4. Die meisten Betriebe verfügen über umfangreiche

Erfahrungen auf dem Gebiet der Verhältnisprävention

(Arbeitsplatzsicherheit), deren Maßnahmen in der

Regel wesentlich erfolgreicher sind als die reine Verhaltensprävention

mit ihren Compliance Problemen.

Das betriebliche „Setting“ bietet somit eine einzigartige

Chance zur effektiven Kombination beider Präventionsprinzipien.

5. Die unveränderte Fortführung der bisherigen Arbeitsplatzmaßnahmen

wird mit relativ hohem Kostenaufwand

nur noch zu einer geringen Optimierung der

bereits erreichten Ziele bei der Gesunderhaltung der

Mitarbeiter führen (Berufskrankheiten sind gegenüber

den „Zivilisationskrankheiten“ absolut in den

Hintergrund getreten).

6. Dem gegenüber lassen sich mit relativ geringem

finanziellem Aufwand im beruflichen Setting Maßnahmen

zur Verbesserung des Lebensstils der Mi t-

arbeiter initiieren und nachhaltig organisieren.

7. Die demographische Entwicklung führt zu einem steigenden

ökonomischen Interesse an der Gesunderhaltung

der Mitarbeiter und damit an der konsequenten

Umsetzung von Maßnahmen zur Änderung

des Lebensstils. Dies unterstützt wiederum die individuellen

Bemühungen des Mitarbeiters. Der „return on

invest“ für solche Maßnahmen liegt bei 1:3 bis 1:5.

Damit wird die betriebliche Gesundheitsvorsorge zu

einer sinnvollen betrieblichen Investition, auch aus

ökonomischen Gründen.

8. Kollektive Maßnahmen innerhalb des Betriebes haben

durch die zugrunde liegende Gruppendynamik

eine weitaus höhere Erfolgsquote als individuelle

Einzelmaßnahmen.

9. Wissenschaftliche Studien zeigen ferner, dass der

erforderliche Maßnahmenkatalog standardisierbar

und somit für kollektive Maßnahmen sehr geeignet

ist, ohne dabei den Anspruch auf individuelle Ausprägung

für den einzelnen Mitarbeiter aufzugeben.

10. Der Benefit der Präventionsmaßnahmen stellt sich

für den Mitarbeiter und das Unternehmen nicht erst

nach ungewissen Jahrzehnten ein, sondern bei zahlreichen

Maßnahmen bereits kurzfristig innerhalb

weniger Monate nach ihrem Beginn.

11. Das betriebliche Setting ist wie kein anderes geeignet

als Multiplikator zu dienen, da über die Familien

der Mitarbeiter praktisch die gesamte Bevölkerung

erreicht wird. Die Maßnahmen müssen nur entsprechend

angelegt werden.

12. Die betriebliche Gesundheitsvorsorge ist somit in

der Lage, mittel- bis langfristig eine Sanierung des

kaum noch finanzierbaren Gesundheitswesens zu

bewirken.

Professionelle Lösungsansätze stehen bereits auf dem

Markt zur Verfügung. Aufgabe der Politik ist es, die Rahmenbedingungen

für die Betriebe und die Krankenkassen

so zu verändern, dass der für eine effektive Umsetzung

zwingend erforderliche finanzielle Anreiz nicht nur

bei den Unternehmen, sondern auch bei den Mitarbeitern

spürbar wird.

49


Nutrition-Press

Die eigene Website

Sie träumen vom eigenen Kochbuch-Blog, einer coolen

eigenen Website, einer spannenden Facebook-Profilseite?

Alles ist schnell gebaut. Und wer generell nur vom Urheber

genehmigte Bilder, Texte und Musikstücke verwendet,

die Impressumspflicht beachtet und weiß, dass er für die Inhalte

haftet, macht schon das Allermeiste richtig.

Als Websitebetreiber wie auch als Inhaber

von Twitter- und Facebook-Accounts

haften Sie für Inhalte wie Postings, Kommentare und

RSS-Feeds, denn laut § 7 Abs. 1 Telemediengesetz ist

der Diensteanbieter grundsätzlich für eigene Inhalte auf

seinen Seiten verantwortlich.

Haftung für eigene Inhalte

Gut, wenn Sie fremde Texte auf Ihrer Seite prüfen und

reagieren, wenn Ihnen eine Rechtsverletzung gemeldet

wird. Denn: Sie haften möglicherweise als so genannter

„Störer“ auch dafür. So urteilte das Landgericht Berlin

in einem Fall um einen auf einer Website eingebundenen

RSS-Feed, der ehrverletzende Äußerungen enthielt

(LG Berlin Az.: 27 O 190/10).

Haftung für Links

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass derjenige,

der den Hyperlink setzt, wie für eigene Informationen

haftet, wenn er sich die Inhalte der fremden Website

zu Eigen macht (BGH AZ I ZR 10/05). Diese Haftung

kann teilweise durch die Er stellung eines „Disclaimers“

vermieden werden. Das ist die ausdrückliche Erklärung,

dass man sich vom Inhalt der verlinkten Website distanziert.

Ratsam ist es, nur ein fache Links zum Beispiel auf

das Logo oder die Adresse der fremden Seite anzugeben

mit dem Beisatz „Weiterführende Informationen“.

Die fremde Seite sollte in einem neuen Fenster

erscheinen.

Überprüfen Sie generell und regelmäßig verlinkte

Seiten auf deren Rechtmäßigkeit und löschen die Verlinkung

sofort, wenn Sie Umstände erfahren, aus denen

sich eine offensichtliche Rechtswidrigkeit ergibt.

Haftung für Fotos

Jede Veröffentlichung von Bildern im Internet kann

haftungsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen,

wenn das Urheberrecht oder Persönlichkeitsrecht

verletzt werden. Dies kann zu Unterlassungs- oder

Schadensersatzansprüchen führen.

Unser Tipp für Facebooknutzer

Wenn Sie einen Medien-Artikel verlinken, zieht Facebook

automatisch ein Miniaturbild, wenn vorhanden,

mit. Setzen Sie in jedem Fall ein Häkchen beim Button

„Kein Miniaturbild“, damit Sie nicht die Urheberrechte

des Fotografen verletzen.

Quelle: www.arag.de

(Rund ums Recht

> Mein Recht

> Internetrecht)

50


Der Fachbeirat

des NEM e.V.

stellt sich vor:

Peter Abels

Therapeut, Vorsitzender des European Federation

for Naturopathy e.V. – EFN,

Medizinischer Leiter des Steinbeis-Transfer-Instituts

Gesundheitsprävention, Therapie und Komplementärmedizin

der Steinbeis-Hochschule Berlin – SHB

Fachbereich: Ernährungswissenschaft

Dr. jur. Thomas Büttner

Rechtsanwalt, LL.M.

Fachbereich: Lebensmittelrecht,

Cosmeticrecht, Medizinprodukterecht,

Wettbewerbsrecht,

Verwaltungsrecht, Strafrecht

und Markenrecht

Dr. Bettina C. Elles

Rechtsanwältin, LL.M.

Fachbereich:

Gesellschaftsrecht, Internetrecht,

Markenrecht, Wettbewerbsrecht

und Steuerrecht

Prof. Dr. med. Enno Freye

Arzt; Spezialgebiete Spezielle Schmerztherapie,

Anästhesiologie, Intensivmedizin

und Suchttherapie, Nutrazeutika,

Mikronährstoffe, Zivilisations krankheiten,

Renaturierung

Fachbereich: Ernährungswissenschaft

Dr. Uwe Greulach

Chemiker

Fachbereich:

Lebensmittelchemie,

Qualitäts-Management

Günter Heenen

Steuerberater, Fachberater

für Internationales Steuerrecht

Fachrichtung: Allgemeines Steuerrecht

inkl. Lohn- und Umsatzsteuer,

Internationales Steuerrecht, Bilanzierung,

Betriebswirtschaftliche Beratung

Dr. med. Gottfried Lange

Spezialgebiet Orthomolekulare Medizin

Fachbereich:

Ernährungswissenschaft

Prof. Dr. Dr. h.c. Jan I. Lelley

Spezialgebiet angewandte Mykologie

Fachbereich:

Ernährungswissenschaft

Dr. Peter Mewes

Apotheker; Spezialgebiet

Nahrungsergänzungsmittel

Fachbereich:

Ernährungswissenschaft

Prof. Dr. Dr. Claus Muss

Spezialgebiet Studien

für NEM-Industrie

Fachbereich:

Ernährungswissenschaft

Dr. med. Rainer Mutschler M.A.

Spezialgebiet angewandte Mykologie

Fachbereich:

Ernährungswissenschaft

Prof. Dr. Dr. h.c. Otto Pulz

Spezialgebiet Mikroalgen

Fachbereich:

Ernährungswissenschaft

Prof. Dr. med. Jörg Spitz

Spezialgebiet Präventionsmedizin

Fachbereich:

Ernährungswissenschaft

Prof. Dr. med Wolfgang Wuttke

Spezialgebiet Endokrinologie

Fachbereich:

Ernährungswissenschaft


NEM e.V.

Der NEM-Verband setzt neue Qualitätsmaßstäbe für

Hersteller und Unternehmen durch Selbstkontrolle.

Ziel ist es, ein (Nahrungsergänzungsmittel-) Produkt auf den Markt zu

bringen, dessen Zusammensetzung und Aufmachung inhaltlich geprüft

und somit über der gesetzlichen Forderung liegt, als Selbstkontrolle.

www.nem-ev.de

NEM e.V. Qualitätsmaßstab für Europa

Qualitätsmarke NEM Control ®

Mit Einreichung vorbereiteter und vollständiger Produkt-

Dokumentationen findet eine Abschlussprüfung durch das

NEM-Fachgremium statt. Anträge können nur Mitglieder

des NEM-Verbandes stellen.

Informationen unter www.nem-ev.de

cos

NEM e.V.

Abteilung Cosmetic

NEM e.V. – Abteilung Cosmetic

Das Hauptaugenmerk der Abteilung Cosmetic des NEM e.V. liegt

auf dem Bereich der Naturkosmetik, die eine gesunde Pflege

ermöglicht. Ziel sind wissenschaftlich fundierte Informationen für

Hersteller und Unternehmen sowie Verbraucheraufklärung.

Informationen unter www.cos-ev.de

NEM Verband mittelständischer europäischer Hersteller und Distributoren

von Nahrungsergänzungsmitteln & Gesundheitsprodukten e. V.

Horst-Uhlig-Straße 3 · D-56291 Laudert · Telefon +49 (0)6746/80298-20

Telefax +49 (0)6746/80298-21 · E-Mail: info@nem-ev.de

www.nem-ev.de

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