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E_1939_Zeitung_Nr.004

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'JJ Automobil-Bevue —

'JJ Automobil-Bevue — N° 4 Der Diel» Der Bankkassierer Friedrich Keller hatte fünfundzwanzig Jahre lang sein Amt mit einer ganz ungewöhnlichen Gewissenhaftigkeit und Treue verwaltet. Er war das Muster eines Beamten. Vor wenigen Tagen hatte man ihm anlässlich seines Jubiläums die Oberaufsicht über alle Kassenabteilungen übertragen: es atmete. Um die Mitreisenden kümmerte er war ein schöner und ehrenvoller Tag für ihnsich nicht, und auch diese nahmen von dem gewesen. stillen Gast, der trotz der inzwischen eingetretenen Dunkelheit unentwegt aus dem Fen- Und nun ereignete sich das Seltsame, Unerwartete und Unerklärliche, das den bisher ster sah, keinerlei Notiz. Als man sich jedoch so nüchternen, regelmässigen und wohlgeordneten Lebensweg Friedrich Kellers mit einem und Gepäckkontrolle bereit machten, erhob der Grenze näherte und alle sich zur Pass- Schlage ins Bodenlose führte. Warum dies geschah und was diesen Fünfzigjährigen, Leidenliess das Coupe. Und so unbeweglich er bis- sich der Mann, nahm seinen Koffer und verschaftslosen — Trinken, Spielen, Frauen waher gesessen hatte, so unbeweglich stand er ren ihm fremd — dazu trieb, wird man niemals erfahren. War es eine Verwirrung, war es eine dunkle Macht, war es ein plötzlich aufgetauchter Wunsch, ein einziges Mal etwas Tolles, Abenteuerliches zu erleben? Vielleicht hätte er selbst auf diese Fragen keine Antwort geben können. Es war an jenem denkwürdigen Sonnabend, von dem noch lange nachher in der Bank gesprochen wurde. Alle Beamten hatten Schlag ein Uhr das Gebäude verlassen; der Portier hatte sich's mit der Zeitung in seiner Loge bequem gemacht, da doch keine Störung mehr zu erwarten war. Da sah er den Kassierer Friedrich Keller ins Haus zurückkehren. «Ich habe meinen Schirm vergessen», rief er in die Loge und ging ruhigen Schrittes die breite Treppe hinauf. Im Kassenraum angelangt, begab er sich mit der gleichen Ruhe zum Tresor, öffnete ihn, entnahm ihm zehn Notenbündel mit der Aufschrift «Zehntausend», verwahrte die Päckchen in seiner Rocktasche, verschloss den Tresor, nahm seinen bereitgestellten Schirm, verliess den Raum, ging grüssend, den Schirm wie zum Scherz in der erhobenen Hand zeigend, ruhig lächelnd am höflich grüssenden Portier vorbei. Die ganze Expedition hatte knapp fünf Minuten gedauert. Dann durchschritt er das grosse Tor und stand auf der Strasse. Auch nicht einen einzigen Blick warf er auf das Haus zurück, in dem er sein halbes Leben verbracht und das er nun, das wusste er wohl, nie mehr betreten würde. Zu Hause angelangt, handelte er genau so methodisch und ruhig. Er entnahm seinem Schrank einen kleinen Koffer, ergriff aus dem sorgfältig gepackten Inhalt einen Pass, den er aufgeschlagen neben den Spiegel steckte, so dass die Photographie sichtbar war. Erst rasierte er seinen Schnurrbart ab, dann scheitelte er sein sonst hochgekämmtes Haar genau so, wie das Bild zeigte. Aus der Tasche zog er eine schwarz umränderte Brille, die er aufsetzte. Noch einen vergleichenden Blick warf er auf Bild und Spiegelbild. Er war zufrieden. Wenige Minuten später verliess er, nachdem er sein Zimmer tadellos in Ordnung gebracht, mit dem kleinen Koffer in der Hand die Wohnung. Friedrich Keller gab es für die Welt nicht mehr: der glattrasierte Herr mit der Brille trug laut Pass (es war der Pass seines verstorbenen Schwagers) einen anderen Namen. Er stieg in das nächste Auto mit dem Ziel: Hauptbahnhof. Der Pariser Express fuhr langsam aus der Halle. Alle Reisenden — es war durchwegs internationales Publikum und man hörte alle Sprachen — drängte sich an den Fenstern. Nur ein einziger Passagier sass in seiner Fensterecke, fast unbeweglich und scheinbar gänzscher Sicherheit an und wippte nun mehrmals mir gegessen. Und während er lag, begann er mit dem elastischen Bäumchen hin und her, wie mitoffenen Augen zu träumen : Vor ihm lag ja einer ranken Tangopartnerin. Dann beschloss ich, mich zu stärken und eine zu rauchen auf den Schrecken. Die Zigaretten waren zwar plattgedrückt, aber sie rauchten doch noch. Unter unendlichem Mühen und Arbeiten ging der Morgen herum, und ich war todmüde und nass. Als gegen Mittag meine Bekannten heruntergesaust kamen, wurde ich mit Fragen bestürmt, wo «das Leben». Erst würde er nach Paris gehen, dann nach London, später vielleicht nach Amerika — die ganze Welt stand ihm jetzt offen!... Im Halbschlummer schien es ihm, als würde die Coup6türe geöffnet, er glaubte auch, die Stimme des Schaffners und einer anderen Person zu hören und ihm war, als nehme ein neuer Fahrgast den Platz an der andern Ecke ein : aber ein bleierner Schlaf ich denn gesteckt habe? Ich tat harmlos und senkte sich auf ihn und er vernahm nichts mehr. meinte, ich hätte sie auch nirgends gesehen. (Kunststück!) Auf alle Fälle sei ich, wie sie ja sähen, schon wieder unten I Allgemeines Staunen. (Fortsetzung folgt.) Anmerkung der Redaktion: Die Fortsetzung folgt nicht. Wie wir soeben erfahren, hat Fridolin inzwischen seine neuen Bretter verholzt und damit eingefeuert. Schädel Vielleicht lernt er es doch noch. Von Pauline Klinger. lieh unergriffen von all der Bewegung und Unruhe. Ein aufmerksamer Beobachter jedoch hätte merken müssen, wie ruhelos die durch eine grosse Brille verdeckten Augen umhersahen und dass der Mann, als das Expresstempo des Zuges einsetzte, erleichtert auf- nun im Gang; auf den freundlichen Hinweis des Schaffners, dass die Kontrolle im Coup6 stattfinde und dass der Herr ruhig seinen Platz behalten könne, nickte er nur mit dem Kopf, blieb aber stehen. Was in diesen kurzen Minuten in Friedrich Keller vorging, ist nur mit Todesangst zu vergleichen. Denn jetzt musste es sich zeigen, ob er dem grausigen Abenteur, in das er sich gestürzt, auch gewachsen sei. Mit blutleeren Lippen sagte er sich immer wieder, dass eine Entdeckung seiner Flucht und damit eine Verständigung der Grenzbeamten zeitlich unmöglich sei, dass der Pass und damit auch er selbst gänzlich unverdächtig wären und dass er jetzt nur Haltung und Ruhe bewahren müsse, um nicht durch eigene Unvorsichtigkeit das so sorgfältig aufgebaute und bis ins Letzte durchdachte Unternehmen zum Scheitern zu bringen. Einen Augenblick erwog er, die ganze Sache aufzugeben: noch war es nicht zu spät, noch konnte er den Zug verlassen, mit dem nächsten zurückfahren, das Geld an seinen Platz legen und wieder der pflichtgetreue, tadellose Beamte sein. Aber dieser Gedanke streifte nur sein Gehirn, um sofort wieder zu verschwinden. Friedrich Keller war schon zu weit entfernt von sich selbst; er hatte die abschüssige Bahn betreten und es gab kein Zurück mehr. Jetzt musste er durch die Tiefe gehen. Der Grenzbeamte stand vor ihm — und daneben ein Herr in Zivil. Beide grüssten höflich. «Ein Detektiv!» ... Sein Blick mass die Entfernung bis zum nächsten Ausgang... nein, eine Flucht war unmöglich. «Ich bitte um den Pass», wiederholte der Mann in Uniform. Friedrich Keller griff in die Tasche — in seinen Ohren sauste es, sein Herz stand still, sein Bewusstsein erlosch für die Dauer einer Sekunde. Längst hatte er seinen Pass wieder in der Hand, ehe er es begriffen hatte, dass die Gefahr vorüber war. Als er seinen Platz wieder einnehmen wollte, war das Coup6 leer s die Reisenden hatten sich in den Schlafwagen begeben. Er schloss die Türe, zog den Vorhang zu: dann hob er seine beiden Arme in die Höhe und drehte sich wie ein Besessener im Kreise, lachend und schluchzend zugleich. Es war wohl der erste Gefühlsausbruch in seinem Leben; erschreckt und vor sich selbst verlegen fasste er sich auch gleich wieder. Und in alter Gewohnheit begann er seine Sachen in Ordnung zu bringen. Das Geld verstaute er zwischen der Wäsche in seinen Koffer, verschloss ihn sorgfältig, schob ihn tief unter den Sitz, steckte den Schlüssel, seinen Revolver und den Pass in die Tasche; dann machte er sich ein Lager zurecht und streckte sich aus. Jetzt erst fühlte er die grenzenlose Abspannung und Müdigkeit; hatte er doch seit mehr als vierundzwanzig Stunden weder geschlafen noch Er erwachte erst, als zum Aussteigen aufgefordert wurde: man näherte sich Paris. Im ersten Augenblick wusste und begriff er gar nichts, bis er sich langsam erinnerte, wo und wer er sei. Rasch griff er nach Mütze und Mantel, dann bückte er sich, um den Koffer unter dem Sitz hervorzuholen. Ein tödlicher Schreck ergriff ihn: — der Koffer war verschwunden! Er legte sich auf den Boden, suchte unter allen Plätzen, riss die Polster hoch, schüttelte die Gardinen, suchte im leeren Gepäcknetz: — der Koffer war verschwunden. Schweiss rann von seiner Stirne, die Brille war heruntergefallen, die Haare hingen ihm wirr ins Gesicht, sein Anzug war staubbedeckt. « Grosser Gottl » murmelte er mit bebenden Lippen. Und er stürzte zur Türe, um nach dem Schaffner zu schreien, damit sofort die Bahnpolizei verständigt würde, ehe die Reisenden aussteigen konnten. Der Dieb musste gefasst werden! Seine Hand fiel kraftlos vom Türgriff. «Der Dieb musste gefasst werden! — Die Polizei muss verständigt werden I — Ich bin wohl wahnsinnig! — Wie kann ich es wagen, mich der Polizei in die Hände zu geben ? — Sie wird fragen, forschen, entdecken — und mich festnehmen. Mich — den Dieb — den bestohlenen Dieb!» Und mit fürchterlicher Klarheit wusste er plötzlich: Ja, das Leben lag vor ihm — aber was für ein Leben! Ein Leben in Not und Verzweiflung, in ständiger Angst vor der Verfolgung wegen des gestohlenen Geldes, von dem er auch keinen Cent besass. Er war ein Narr des Schicksals geworden! Der Zug hielt. Im Gang drängten sich die Reisenden, die nach den Trägern riefen. Man hörte frohes Lachen, Begrüssungsrufe, die hellen Stimmen der Verkäufer und all die schönen erregenden Geräusche eines Weltstadtbahnhofes. Keiner ahnte, dass in einem Abteil ein vernichteter, hoffnungsloser Mensch mit der Verzweiflung rang. Als Letzter verliess Friedrich Keller den Zug. Seine Haltung war aufrecht, sein Gang ruhig: aber sein bleiches Gesicht hatte den Ausdruck eines Schlafwandlers. Und wie ein Schlafwandler, ohne etwas zu sehen oder zu hören, durchschritt er die Strassen, immer weiter, immer weiter, bis die Häuser verschwanden und schimmerndes Grün ihn umfing. Jetzt erst schienen seine toten Augen zu erwachen : er blieb, an den Stamm einer grossen Eiche gelehnt, stehen und Hess seinen Blick über die sonnenbeschienene Wiese schweifen. Ein tiefer Seufzer hob seine Brust, der fast ein Schluchzen war. Dann griff er in die Tasche und setzte den Revolver an die Schläfe. In den Pariser Polizeiakten wurde notiert, dass man im Bois de Boulogne die Leiche eines Selbstmörders gefunden. Das Nichtalltägliche an diesem Fall war nur, dass auf den Bericht in der Heimatstadt — man hatte in der Tasche des Toten einen ordnungsgemässen Pass gefunden — die Antwort kam, der Inhaber dieses Passes sei bereits vor drei Jahren verstorben. Es blieb also nichts anderes übrig, als den Fremden auf dem Friedhof der Namenlosen zu begraben. Ein IJeopard, der in keine Falle geht Seit drei Monaten machen die Farmer von ganz Süd-Rhodesien Jagd auf einen Leoparden, der Nacht für Nacht die Weiden und die Ställe heimsucht und mit einem seltenen Talent stets die schönsten Exemplare aus den Herden herausholt. Man hat vergebens Nachtwachen aufgestellt, man hat umsonst Starkstromleitungen rund um die Weiden gelegt. Die Todesopfer waren meist ein paar Schafe und einige Kälber, niemals aber fing man den Leoparden. Nun entschlossen sich die Farmer, eine sehr teure Selbstschussanlage anzubringen, die bei der Berührung eines Köders sofort losgehen sollte und Köder und Räuber mit Kugeln durchlöchern musste. Aber der Leopard war klüger als die Farmer und geschickter als der Konstrukteur der Selbstschussanlage. Als man nämlich nach der ersten Nacht die Anlage kontrollierte, musste man feststellen, dass der Köder verschwunden war, die Anlage aber nicht losging. Aus den Fußspuren ergab sich jedoch einwandfrei, dass niemand anders als der Leopard den Köder geraubt hatte. Wie ihm dieses Kunststück gelungen ist, bleibt bis heute allen Jägern von Rhodesien ein Rätsel. „Doublette" eines unfreiwilligen Jägers In Dänemark glückte einem Herrn, der noch nie im Leben ein Jagdgewehr in der Hand gehabt hatte, ganz unfreiwillig eine «Doublette» — die Erlegung von zwei Opfern auf einen Schuss. Um einen Schuss handelte es sich nun ja allerdings in diesem Falle nicht. Der glückliche Jäger sass vielmehr am Steuer seines Autos und fuhr vonVejle nach Kolding. Plötzlich sah er, wie vor ihm ein Hase auf der Flucht vor einem Fuchs den Weg kreuzte. Noch ehe der Automobilist den Wagen hätte zum Stehen bringen können, war es schon geschehen: das rechte Vorderrad war über den Hasen, das linke über den Fuchs hinweggegangen, und beide Tiere lagen verendet unter dem Wagen! Ein Huhn als — Mausemutter Auf der hannoverschen Gemeinde Buliendorf wird ein wohl einzig dastehendes Tieridyll berichtet. Eine Henne, die in einem von den erwachsene Tieren verlassenen Mäusenest 12 kleine Mäusekinder vorfand, hat diese an Kindesstatt angenommen. Die Mäuschen haben unter der Glucke Schutz und Wärme gefunden und verlassen ihre merkwürdige Stiefmutter keinen Moment. Der Hofbesitzer sorgt dafür, dass die Tierchen nicht Hungers sterben; im übrigen greift niemand in die Idylle ein, und man wartet ab, wie sich das eigenartige Verhältnis weiter entwickeln wird. im deutschen Schnee! Spaziergänge, leise stapfend durch schneebedeckten Hochwald, Ski-Touren im Sonnenglast hoher Berge, fröhliche Purzelbäume auf dem Uebungshügel, luftiger Höhenflug mit der Bergbahn, Schlittschuhlauf auf romantischen Bergseen, spannende Ski-Rennen und Sprungkonkurrenzen — hundert Freuden erwarten unsere Gäste. Und dann „gemütlicher" Hüttenzauber mit Zither und Ziehharmonika, lustige Schuhplattler, glänzende Bälle, toller Trubel im Karneval, vergnügte, glückliche Menschen, komfortable Hotels, appetitliche Küche — wirklich, es lebt sich gut im deutschen Winterparadies. Und wer ein Freund der Bühne ist, dem winken grosse künstlerische Erlebnisse im Burgtheater Wien, in der Staatsoper Berlin, im Nationaltheater München, überall in Deutschland! DEUTSCHLAND Durch Reisemark leben Sie sehr billig und geniessen ia ganz Deutschland 60 % Fahrpreis-Ermässigung, wenn die Fahrscheine im Aasland erworben werden. 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—- Automobil-Revub III Jdeine und gxasse Dex kleine Schlaumeier. Bressart sagte einmal als kleiner Junge zu seiner Mutter: «Mama, kann ich heute nicht zu Hause bleiben? Ich fühle mich gar nicht wohl.» Besorgt fragte die Mutter: «Wo denn, mein Kind?» — «In der Schule 1» antwortete der Kleine. cWas, du tuescht Zigare rauke, du chline Chnopf?» «D'Mueter het gseit, i döri kei Zigarette meh ha». See Schauspieler und der Souffleur. Girardi war gelegentlich beim Spiel etwas arg zerstreut und in diesen Momenten auf kräftige Nachhilfe seitens des Souffleurs angewiesen. Einmal spielte man im Theater an der Wien ein Stück, dessen faden Text Girardi einfach nicht behalten konnte, obwohl das Stück schon einige dutzendmal über die Bretter gegangen war. Eines Abends war es besonders schlimm. Immer wieder musste ihm der Souffleur assistieren, bis auch der plötzlich versagte. Girardi räusperte sich mehrere Male und verlegte sein Spiel in die nächste Nähe des Souffleurkastens. Aber der Mann blieb stumm. Girardi half sich durch, so gut es ging. Nach der Vorstellung hauchte er den Souffleur kräftig an. Der aber zuckte betrübt die Achseln: «I kann wirkli nix dafür, Herr von Girardi! Das Licht ist nur auf einmal ausgegangen, und da hab' i nimmer mitlesen können.» «Ach was», fauchte Girardi, «jetzt haben mir dös Stück doch schon so oft gespült, dass Sie die' paar blöden Satz längst auswendig hersagen müssten.» können Heringe. Ein Patient fragt seinen Arzt: «Sagen Sie, Herr Doktor, sind marinierte Heringe gesund?» — «Ich glaube wohl, bei mir hat sich noch keiner behandeln lassen.» * • * Der zerstreute Gelehrte... Bunsen, der Mitentdecker der Spektralanalyse, war in Gesellschaft oft sehr zerstreut. Einmal erwähnte seine Tischdame, dass sie es sehr bedauere, keine Kinder zu haben, worauf Bunsen die erstaunliche Frage tat: «Hatte denn Ihre Frau Mutter welche? Durch das betroffene Schweigen seiner Nachbarin aufmerksam gemacht, verbesserte sich der Gelehrte schnell dahin: «Nun ja, es wäre doch möglich, dass die Kinderlosigkeit in Ihrer Familie erblich wäre!» Dez schlagfertige Philosoph. Diogenes sass vor seiner Tonne und putzte einen Kohlkopf. Da ging Aristipp vorüber und rief dem Weisen höhnisch zu: «He du, Diogenes, wenn du unter Menschen zu leben verstündest, dann brauchtest du dir jetzt deinen Kohlkopf nicht selbst zu putzen!» Ohne von seiner Beschäftigung aufzusehen, antwortete der Philosoph: «Und wenn du, Aristippos, gelernt hättest, dich mit einem Kohlkopf zu begnügen, so brauchtest du jetzt nicht zu heucheln und zu kriechen, um unter Menschen zu leben!» Was ist billiger? Zu einem Professor kam ein Mann, nicht einmal sehr dick, und sprach: «Herr Professor, ich leide an Heisshunger. Ich muss den ganzen Tag essen: Richtiger gesagt: fressen. Ist mein Zustand heilbar?» «Gewiss doch, lieber Herr ! Sie kommen in mein Sanatorium, bleiben da zwei Monate — und ich garantiere Ihnen: Sie sind geheilt.» — «Und wieviel, verzeihen Sie die Frage, kostet diese Kur?» — «Nun, monatlich etwa 1000 Schilling...» — «Ach», sagte der Mann, «dann bleibe ich lieber bei meinem Leiden, bereitet mir Spass und kommt billiger.» , * * Eva modern. «Wir modernen Frauen sind doch geplagte Wesen! Wie gut hat es Eva im Paradies dagegen gehabt!» — «Ich sehe da keinen Unterschied. Du hast einen Garten, du hast einen Mann, und du hast, wie du mir eben vorhin versichert hast — nichts anzuziehen!» Shaw als Filmstar. G. B. Shaw hat sich bisher stets geweigert, einer Filmfirma Bearbeitungsrechte an seinen Werken zu übertragen, obgleich er oft genug darum gedrängt worden ist. Als er einmal wieder von einem Vertreter einer grossen Filmproduktion in dieser Hinsicht bearbeitet wurde, wurde er des Geredes müde und erklärte sich bereit, zu Bedingungen, die er selbst festsetzen und schriftlich bekannt geben werde, das Verfilmungsrecht zu vergeben. «Ihre Bedingungen sind im voraus angenommen», erklärte der glückliche Unterhändler und fuhr als Sieger heim. Drei Tage hatte man Zeit, sich der in Aussicht stehenden Gewinne zu freuen. Bis Shaws Brief mit den Bedingungen kam. «Ich beziehe mich auf die Unterredung mit Ihrem Herrn Vertreter und bestätige meine Zusage, Ihnen allein das Verfilmungsrecht an meinen Stücken zu übertragen. Meine Bedingungen sind: 1. 40 Prozent der Bruttoeinnahmen; 2. jeder Film muss einen andern Titel tragen als mein ihm zu Grunde liegendes Werk; 3. die im Film auftretenden Persönlichkeiten müssen andere Namen als in meinen Stücken tragen; 4. die Handlung des Films muss so gestaltet sein, dass ein Zusammenhang mit meinem Werk nicht erkennbar ist; S. mein Name darf als Autor nicht genannt werden; 6. sofort nach getroffener Auswahl der zu verfilmenden Stücke ist ein Vorschuss auf die zu erwartende Tantieme in Höhe von 10,000 Pfund an mich zu zahlen. Ich hoffe, dass Sie mit diesen Bedingungen einverstanden sind und sehe der ersten Ueberweisung des Vorschusses mit grossem Vergnügen entgegen.» Hauswirtschaftliches Eine richtige Buchführung im Haushaltungsbetriebe verschafft das sichere Gefühl einer geordneten, gut geregelten Hauswirtschaft, die für alle Wechselfälle des Lebens gerüstet ist. Es gibt Frauen, die mit der Führung eines Haushaltungsbuches aufgehört haben, «weil es doch nie stimme», oder «weil das Geld auch mit Buchführung nie hinreiche». Die Schuld dabei lag wahrscheinlich am Buch oder an seiner Führung. Bei Kaisers Haushaltungsbuch erhält man mit wenig Mühe ein klares Bild der Einnahmen und Ausgaben. Es gibt täglich Auskunft, wie es um die häuslichen Finanzen steht und in kurzer Zeit wird das Buch zur Freundin der Hausfrau. Die Zusammenstellung der Monatsergebnisse im Jahresabschluss ergibt die Grundlage zur Aufstellung des Budgets für das folgende Jahr. Das vortreffliche Haushaltungsbuch enthält nebst der Uebersicht für tägliche Einnahmen und Ausgaben den Monats- und Jahres- Denkaufgabe vom Hund Ein Vater ist mit seinem Sohne baden gegangen und hat den Frühstückskorb am Ast eines Baumes befestigt und den Hund als Wache am Baum angebunden. Ein Landstreicher' sieht die lockenden Sachen, wagt aber nicht darnach zu greifen, denn der Hund scheint nicht «ohne» zu sein. Wie kann der Landstreicher sich in kurzer Zeit in den Besitz der Leckerbissen setzen, obwohl er keinen Hacken hat, um den Korb aus sicherer Entfernung herunterzuangeln, und ohne dem Hund etwas zu leide zu tun? Die richtige Lösung zählt 4 Punkte. zusammenzug, Inventaraufstellung usw., eine Fleischeinteilungstabelle, einen Posttarif, einen Auszug aus dem Dienstvertrag, Fiebertabellen, Notizkalender usw. Seine Führung ist sehr einfach; wer es einmal benützt hat, wird es nicht mehr missen wollen. Kaisers Haushaltungsbuch ist gediegen ausgestattet und kostet Fr. 2.-; es ist erhältlich in Buchhandlungen und Papeterien oder direkt beim Verlag Kaiser & Co. Ä.-G. Bern. ßä tsel* Ecke Elektrisch Kochen. Praktische Winke für die Hausfrau. Neunte völlig neubearbeitete Auflage. 48 S. 20 Abb. Verlag «ElektroWirtschaft», Zürich. Preis Fr. 1.S0. Es genügt nicht, dass man einen elektrischen Herd kauft und dann einfach darauf kocht. Man muss «elektrisch» kochen. Gute praktische Anleitung dazu gibt diese Broschüre. Aus dem Inhalt: Der elektrische Herd und die Pflege des Herdes. Verschiedene Herdtypen werden angeführt und die Plattengrössen und Schalterstellungen erklärt. Es wird auch gezeigt, wie einfach es jat, den elektrischen Herd instand zu halten. Das Kochgeschirr und seine Behandlung ist ein Problem, das die Hausfrau immer interessiert. In einem besonderen Abschnitt erhält sie Aufklärung über die Art, Reinigung und Auswahl der Kochgeschirre. Auch die Betriebskosten der elektrischen Küche werden gründlich und gut verständlich behandelt. Praktische Winke und Anregungen gibt der Hausfrau das Kapitel «Aus der Praxis der elektrischen Küche». Ein besonderes Kapitel befasst sich mit dem elektrischen Heisswasserspeicher. Praktisch sehr wertvoll ist die Backtabelle. Für die verschiedenen Arten, von Teigen und Gebäck werden die Schalt- und Backzeiten angegeben. Es folgen Rezepte für Kuchen, Kleingebäck, Pasteten, Aufläufe, gratinierte Speisen. Man kann sowohl auf der Kochplatte im Sterilisiertopf (im Wasserbad), als auch im Backofen sterilisieren. Die Broschüre enthält auch darüber wertvolle Anregungen; eine Sterilisier-Tabelle ist beigegeben. Kreuzworträtsel Waagrecht: 1. Drama von Shakespeare. 6. Bollwerk, Felsenkanzel. 11. Stadt in Norddeutschland. 12. Herbstblumen. 13. Starkes Seü. 14. Windabgewandte Schiffsseite. IS. Astrolog Wallen«teins. 17. Sportausdruck für in Form sein. 19. Weinpflanze. 21. Gewässer. 22. Chemisches Element. 24. Falz, Rinne. 25. Sehr gross, riesig. 27. Ort bei Basel. 29. Einer der zwölf Apostel (i=i). 30 Sundainsel. 33. Englischer Adelstitel (Mehrzahl). 37. Flächenmass (Mehrzahl). 38. Tross. 41. Englisches Getränk. 42. Farbe. 44. Norditalienischer Grenzort. 45. Hottentottendorf. 46. LuftfÖrmiges Gebilde. 48. Nebenfluss des Don. 50. Alte Stadt in Assyrien. 81. Epos von Wieland und Oper von Weber. 52. Essgeschirr. 53. Kleine Baumfrüchte. Senkrecht: 1. Steigen der Wertpapiere. 2. Baumgänge. 3. Französischer Romancier. 4. Europäische Exkönigin. 5. Christliches Sakrament. 6. Angehöriger einer osteuropäischen Rasse. 7. Altnordische Gottheit. 8. Hohlma3s. 9. Vulkan in der Antarktis. 10. Federüberzug. 16. Griechische Vorsilbe: neu ... 18. Unlauter, unehrlich. 20. Schmal. 22. Gewandt, gerieben. 23. Deutscher Großsender. 26. Fluss, spanisch. 28. Abkürzung für die Vereinigten Staaten von Nordamerika. 30. Stadt in Süditalien. 31. Spöttelei. 32. Französisches Fürwort. 34. Selten. 35. Südamerikanische Steppengebiete. 36. Griechische Mondgöttin. 39. Wilder Fahrer. 40. Führer der Argonauten. 43. Beweglich. 45. Futterpflanze. 47. Lateinischer Gruss. 49. Vater, arabisch. Die richtige Lösung zählt 3 Punkte. Einsendetermin: 20. Januar. Heute hat der Onke! an seinen Niecen und Neveuchen nicht viel auszusetzen, um so mehr sie an ihm. Diesmal ist die Denkaufgabe illustriert, vielleicht glaubt der eine und andere, das Bildchen gehöre dazu. Wir beginnen jetzt ein neues Rätsel- Punktsparheft, nachdem die allgemeine Amnestie zu einer gegenseitigen Streichung aller Schulden geführt hat. Macht euch fleissig dahinter, dem Onkel ist's ganz langweilig geworden Ober die Neuiahrszeit, als niemand und auch er nichts zu bäfzgen hatte. Redaktion des Auto-Magazins: Dr. Hans Rud. Schmld. Möchten Sie Ihrer Tochter Gelegenheit geben, nach dem Schulaustritt einen seriösen Haushaltuxigslnus zu nehmen, verbunden mit französischem Fortbildungsunterricht? Dann lassen Sie sie in die Eccle Menagere et Pensionnat Chopard, in Lausanne eintreten. Sie wird dort in gediegenem Familien- und Kameradenkreis und bei zeitgemässem Unterricht wertvolle Anregungen für d.prakt. Leben empfangen. Dir.: M.a.Mme J.Chopard, la Rosiaz, sur Lausanne CHATEAU SAINT-NICOLÄS jßeasioaat fiU junge Hächtet NEUENBURG Mme Jean-Pierre Porret, professeur Verlangen Sie Prospekte u. Referenzen Katholisches Tochter Pensionat „Bon-Sejour", Versoix b. Genf Telephon 8 SO 26. Modemer Komfort. Gute Erziehung und gepflegter Unterricht. Französisches und schweizerisches Staatsdiplom. Handelskurse. Sprachen, Musik. Basel Mittelschweiz Hotel Krafft am Rhein oberhalb .Mittlere Brücke" Ruhig schlafen (Zimmer ab Fr. 4.50). - Gul essen. Garage. Tel. 43.968. F. Lutz. Melchseefrutt Zentralschweiz, 1920 m ü. M. Neuerschlossenes Skiparadies, sonnig und schneesicher vom November bis Mai. Altbewährte Gastlichkeit im Hotel Reinhard a. See. Prospekt verlangenl Tel. 8.81.43. Muri (Aargau) Hotel Adler r. C.». Erstes Haus am Platz b. d. Klosterkirche. Schöne Lokalit. Schau.Garten.Zim.v.Fr.2.50 an.Gutpef.Küche. Forellen. Garage. Benzin. Tel. 2. J. WaltentpQhl, Bes. Muri (Aargau) Rest zum Alpenzeiger r.C. S. 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