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E_1939_Zeitung_Nr.073

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der Neutralität zu

der Neutralität zu verteidigen — in diesen Zeiten gehen die militärischen Belange allen andern vor. Aus diesem Gesichtswinkel heraus und nur aus ihm erklärt sich der Beschluss des Bundesrates, den privaten Sonntagsautoverkehr vorläufig zu unterbinden. Ohne Not hätten unsere Behörden, auf denen heute eine ungeheure Verantwortung lastet, diesen Weg nicht eingeschlagen, ohne Not würden sie sich der Erträge aus dem Benzinzoll, dieser Einnahmequelle erster Ordnung, nicht zu einem grossen Teil begeben. Unsere Landesexekutive wusste, was sie tat. Jeder Tropfen Benzin ist beim heutigen Stand der Heeresmotorisierung kostbar. Und wenn wir Automobilisten bis auf weiteres auf unsere Sonntagsausflüge verzichten müssen, dann wird sich auch der letzte unter uns in der Ueberzeugung und im Bewusstsein damit abfinden, dass es das Interesse an der Erhaltung der Wehrkraft unserer Armee war, das dem Bundesrat sein Gesuche um Dispensation von Motorfahrzeugen Wir glauben, dem einen und andern unserer Leser einen Dienst zu erweisen, wenn wir ihn daraui auimerksam machen, dass Gesuche um Dispensation requirierter Motorfahrzeuge an die Sektion für Kraft und Wärme, Bundesgasse 8, in Bern, zu richten sind. Diese Stelle ist nunmehr zuständig für die Behandlung derartiger Begehren. Vorgehen diktierte. Aussergewöhnliche Zeiten verlangen außergewöhnliche Massnahmen. Und dazu gehört auch die vorsorgliche Sicherstellung ausreichender Brennstoffvorräte für die Aufgaben der Landesverteidigung. Vor dieser Notwendigkeit haben die persönlichen Wünsche des Einzelnen zurückzutreten. Grundsätzlich den gleichen Erwägungen entsprang auch der vom 9. September datierte Erlass der eidg. Zentralstelle für Kriegswirtschaft, womit die am 28. August beschlossen© Rationierung des Brennstoffs, die lediglich provisorischen Charakter an sich trug, für die Zeitspanne bis zum 15. Oktober 1939 neu geordnet wird. Was dann weiter geschehen soll, ob die Einschränkungen abgebaut werden können, ob sie bestehen bleiben oder gar noch eine Verschärfung erfahren, das alles hängt von Faktoren ab, die zu überblicken heute noch ein Ding der Unmöglichkeit ist. Auf jeden Fall dokumentiert die Begrenzung des nunmehr geltenden Rationierungssystems auf fünf Wochen den Willen der zuständigen Instanzen, sich nicht auf längere Zeit festzulegen, sondern sich der Entwicklung der Dinge anzupassen. In diesem Bestreben nach Elastizität dürfen wir eine Gewähr dafür erblicken, dass die Restriktionen des Treibstoffverbrauchs nicht länger in Kraft bleiben als es die Lage der Umstände erfordert. Womit über deren tatsächlichen Dauer allerdings nicht das Mindeste ausgesagt ist. Bleibt man sich jedoch der Tatsache bewusst, wie unlösbar heute der Motorfahrzeugverkehr mit unserem Wirtschaftskörper verwachsen ist, und wie schwer Handel, Industrie und Gewerbe in ihrem Lebensmark getroffen würden, wenn das Räderwerk des Automobilwesens gänzlich stillstehen sollte, dann geht die Erwartung wohl kaum fehl, die Behörden werden die Rückkehr zu normaleren Zuständen erleichtern und den Bedürfnissen der Wirtschaft Rechnung tragen, wo immer sich eine Tür dazu öffnet. Hinter der Grenze, an der unsere Soldaten stehen, muss das Leben weitergehen, müssen die Betriebe, welche die Mobilmachung in Mitleidenschaft gezogen hat, wieder in Gang gesetzt werden. Den Grad dieser Wiederankurbelung bestimmt auch die Intensität des Einsatzes an Motorfahrzeugen entscheidend mit. Sie wiederum richtet* sich einerseits nach der Zahl der für die Privatwirtschaft zur Verfügung stehenden Vehikel, anderseits nach der Brennstoffmenge, die sie zugeteilt erhalten. Und wir vertrauen auf die Einsicht der mit der Durchführung unserer kriegswirtschaftlichen Massnahmen beauftragten Stellen, dass sie, sobald die Verhältnisse es .zulassen, an eine Auflockerung der Brennstoffrationierung herantreten werden, eine Einsicht, deren Stempel auch die Verfügung vom 9. Oktober trägt, wenn sie — um ein Beispiel zu zitieren — für Handelsreisende unter der Voraussetzung des Bedarfsnachweises die Ausstellung von zwei Rationierungsscheinen vorsieht. Im übrigen geben wir hier den Wortlaut des in Frage stehenden Erlasses wieder : Ein jeder ist sich heute klar darüber, dass die Mobilisation und der an so manchen Stellen vollständige Abbruch des Güteraustausches mit dem Ausland für unsere Wirtschaft einschneidende Folgen nach sich ziehen müssen. Geben wir uns aber Rechenschaft darüber, wie schwer sie mit der Zeit auf uns lasten können, wenn wir nicht alle verfügbaren Kräfte, auch im hintersten Winkel, einsetzen? Es geht nicht nur dem Bäcker an den Geldbeutel, wenn sein Ofen wochenlang keine Brotlaibe mehr liefert; nicht nur der Garagist leidet, wenn es keine Wagen mehr zu waschen, zu schmieren und zu reparieren gibt, und weder das Uhrengeschäft, noch das Hotel, die Baufirma und die Druckerei hat den Rückschlag allein zu tragen, wenn ihre Umsätze plötzlich auf einen Minimalbruchteil der früheren zusammenschrumpfen. Allen diesen Betrieben kommt neben ihrer Funktion als Lieferanten von Waren und Leistungen die Eigenschaft zu, dass sie gleichzeitig auch Arbeitgeber sind, von denen zahlreiche Existenzen abhängen. Nicht zu vergessen bleibt daneben ihre Rolle als Käufer von Rohmaterialien, Halbfabrikaten und Fertigprodukten, von deren Absatz wieder der Gang anderer Unternehmungen abhängt. Die Verluste, welche die Wirtschaft erleidet, zehren keineswegs bloss an den Reserven der davon direkt betroffenen Betriebe; sie treffen — ob wir es wollen oder nicht — jeden Einzelnen unter uns. Bei dem ausserordentlich hohen Lebensstandard der Schweiz liegt es auf der Hand, dass unser wirtschaftliche Organismus gegen Einwirkungen des weltgeschichtlichen Geschehens, dessen Zeugen wir heute werden, unendlich empfindlicher ist als beispielsweise jener der Chinesen, vermögen doch dort eine Schüssel Reis, ein paar Lumpen und ein hüttenähnliches Loch die Wünsche eines grossen Teils der Bevölkerung bereits zu erfüllen. Je höhere Stufen die Zivilisation erklimmt, desto enger verketten sich die Schicksale des Individuums wie der industriellen, Handels- und Verkehrsbetriebe miteinander, desto stärker hängt der eine vom andern ab. Selbstredend geht unter den gegenwärtigen Umständen die Wacht an der Grenze der Belebung des Wirtschaftslebens vor. Aber gerade daraus, weil wir die Mobilisation als etwas Unabänderliches hinnehmen und uns den Anordnungen der militärischen Instanzen restlos zu fügen bereit sind, erwächst jenen, die im Hinterland zurückgeblieben, die moralische und vaterländische Pflicht, nach bestem Willen und Können in die Fussstapfen der unter die Waffen Gerufenen zu treten und, soweit es angeht, die Erfüllung der Aufgaben zu übernehmen, denen sie gedient haben. Gültigkeit bis 15. Oktober. — Weitere Einschränkung der Verbrauchsmengen für Motorräder und für Personenwagen, die nunmehr nach Pferdestärken abgestuft werden. — Für Lastwagen bleiben die Rationen ungefähr gleich. Die eidg. Zentralstelle für Kriegswirtschaft teilt mit: Mit Rücksicht auf die Unübersichtlichkeit der Import- und Transportmöglichkeiten ist die am 28. August 1939 beschlossene provisorische Rationierung von flüssigen Kraftund Brennstoffen vom eidg. Volkswirtschaftsdepartement bis 15. Oktober 1939 verlängert worden. In der Zeit vom 11. September bis 15. Oktober 1939 werden neue Rationierungsscheine ausgegeben, die an den durch die Kantone bezeichneten Stellen bezogen werden können. Für diese Zeit werden folgende Mengen von flüssigen Kraft- und Brennstoffen abgegeben : a) Motorräder: 1 Rationierungsschein von 10 Litern. b) Personenautomobile: 1 Rationierungsschein von 25 Litern für Wagen bis und mit 9 PS. 1 Rationieruflgsschein von 35 Litern für Wagen über 9 PS. 2 Rationierungsscheine der Motorstärke entsprechend für Aerzte, Krankenanstalten, Spitäler Pflegepersonal, Handelsreisende und Taxihalter bei nachgewiesenem Bedarf. Für das Diplomatische Coups gibt das politische Departement Bezugskarten aus. c) Lastwagen von 20 PS und mehr PS: 1 Rationierungsschein von 400 Litern Benzin oder 300 Litern Dieselöl. Lastwagen von 10—19,9 PS : 1 Rationierungsschein von 200 Litern Benzin oder 120 Litern Dieselöl. d) Lieferwagen bis 9,9 PS: 1 Rationierungsschein von 120 Litern. e) Traktoren für Strassenverkehr: 1 Rationierungsschein von 120 Litern Treibstoff. f) Gesellschaftswagen erhalten nur in dringenden Fällen die nötige menge gegen Ausweis. AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 12. SEPTEMBER 1939 — N° 73 JCeme 2Umd xlacß jcuhml Die neue Treibstoffrationierung Brennstoff- Keine Hand darf ruhen, die irgendwo nützlich zuzugreifen vermag; keine Drehbank sollte stillestehen, für die Arbeit vorhanden ist, kein Kopf untätig bleiben, der, sei es auch um den Preis einer aussergewöhnlichen Anstrengung, etwas zu schaffen imstande ist, das der Wirtschaft neue Impulse verleihen könnte. Wenn je das Wohl des Ganzen den Einsatz des Einzelnen erheischte, dann ist diese Zeit heute angebrochen. Ueber diesen grundsätzlichen Erwägungen verkennen wir keineswegs die Schwierigkeiten, welche sich mit dem Zwang zur Umstellung auf einen andern Geschäftszweig erheben. Aber, Schwierigkeiten sind dazu da, um überwunden zu werden! Lässt sich auch nicht in jedem einzelnen Fall ohne weiteres Arbeit beschaffen, wir geben die Hoffnung nicht auf, dass es unermüdlichem Suchen gelingen werde, jenen Schock, den unser Wirtschaftsleben mit dem Wiedererwachen der Kriegsfurien erlitten, zu überwinden. Es ist für das Land im allgemeinen und für Handel und Industrie im besonderen von vitaler Bedeutung, dass die Räder des Wirtschaftslebens in Gang gehalten werden. Jeder Geschäftsmann schneidet sich ins eigene Fleisch, wenn er sich jetzt durch Passivität aus dem Wirtschaftsgetriebe ausschaltet. Es würde ausserdem die Widerstandskraft und materielle Kapazität unseres Landes brechen, wenn zufolge einer zerrütteten Wirtschaft zusätzliche soziale Lasten entstünden. Unsere heutige Zeit verlangt einen in jeder Hinsicht soliden und geeinten Staat, wenn er die Stürme unserer Zeit wohlbehalten überstehen soll. Hundert Gründe sprechen dafür, dass es ein Gebot der Stunde ist, alles zu tun, um die Wirtschaft in vollem Umfang in Gang zu halten. Auch denjenigen, welche glauben, passiv beiseite stehen zu können, muss es schliesslich zum Bewusstsein kommen, dass die Aufrechterhaltung unseres nationalen Wirtschaftslebens eine Notwendigkeit ist, welche alle angeht und wofür der einzelne notwendigenfalls über die Interessen seines Geschäftes hinweg die Gesamtinteressen des Landes wahrnehmen muss. Die « Automobil-Revue > stellt sich, trotzdem die Mobilisation die Reihen ihres Mitarbeiterstabes ebenfalls stark gelichtet, gerne allen ihren treuen Lesern zur Verfügung, um ihnen im Rahmen des Möglichen mit Rat und Tat bei der Lösung jener Probleme beizustehen, welche der Kriegsausbruch mit sich gebracht hat. Sie erklärt sich bereit, Ar- beitskräfte zu vermitteln, bei der Suche nach Arbeitsgelegenheiten mitzuhelfen und ihre Anhänger überall dort nach bestem Wissen und Können zu beraten, wo sie ihre Kenntnisse und Erfahrungen dazu irgendwie instandsetzen. Ihre Absicht ist es dabei keineswegs, diese Helferrolle ausschliesslich auf Angelegenheiten zu beschränken, welche das automobilistische Gebiet unmittelbar tangieren. Auf diese Weise hoffen wir, auch unserseits etwas dazu beizutragen, das Getriebe der zahllosen ineinandergreifenden Räder unseres Erwerbslebens während diesen schweren Zeiten in Schwung zu erhalten. Verlag der «Automobil-Revue». g) Landwirtschaftliche Traktoren und anlandwirtschaftliche und gewerbliche Motoren erhalten, unter Zusammenfassung zu Arbeitsgruppen, den nachgewiesenen Bedarf an Kraftstoffen. Bei Personenautomobilen dürfen Medizinalpersonen und Spitälern bei nachgewiesenem Bedarf weitere Rationierungskarten abgegeben werden. Der Bezüger hat den Empfang der zusätzlichen Scheine unterschriftlich zu bestätigen. Die gleiche Vorschrift gilt bei Nachweis des dringenden Bedürfnisses auch für Handelsreisende und Taxihalter. Die Taxihalter der einzelnen grössem Verkehrszentren sollten sich unter behördlicher Mitwirkung im Interesse möglichst sparsamer Verwendung des Benzins über eine geeignete Art der Zusammenarbeit verständigen. Für Lastwagen zum Transport lebenswichtiger Produkte können zusätzliche Rationierungsscheine abgegeben werden, sofern der Bedarf nachgewiesen ist. Die Bescheinigungen über die Abgabe von zusätzlichen Rationierungsscheinen sind wöchentlich der Sektion für Kraft und Wärme, Gruppe flüssige Brennstoffe, Bundesgasse 8, in Bern, zuzustellen. Für den Verkauf von flüssigen Brennstoffen an Bäckereien und andere gewerbliche und industrielle Betriebe ist eine besondere Bewilligung der Sektion für Kraft und Wärme erforderlich. Die Bewilligung erstreckt sich nur auf den nachgewiesenen Bedarf. Was haben Sie bei der Verdunkelung zu tun? Kleines Repetitorium der Verkehrsvorschriften bei Verdunkelung und Fliegeralarm. Tagtäglich haben wir jetzt die Anordnung der totalen Verdunkelung durch das Oberkommando zu gewärtigen. In den Häusern wird das Verdunkelungsmaterial vorsorglich bereitgehalten; blaue Lampen, schwarze Tücher und was der Abschirmungsvorrichtungen noch mehr sind, warten nur darauf, in Funktion zu treten. Natürlich aber erstreckt sich die Verdunkelungstpflicht auch auf den motorisierten Strassenverkehr. Zwar fliesst nach der Treibstoffrationierung dessen Strom erheblich schwächer, aber das ändert selbstverständlich nichts an der Tatsache, dass auch der Automobilist die für den Verdunkelungsfall geltenden Vorschriften zu beachten hat. Sie finden sich zusammengefasst in der Verfügung des eidg. Militärdepartements vom 5. Oktober 1937, deren Inhalt wir zu Nutz und Frommen der motorisierten Strassenbenützer im Nachfolgenden auszugsweise wiedergeben, wobei betont sei, dass daneben die Bestimmungen des MFG und der Vollziehungsverordnung unverändert in Kraft bleiben : Allgemeines. Art. 3. An wichtigen Strassenkreuzungen und Strasseneinmündungen sind zur Regelung des Verkehrs blaue Richtlampen anzubringen. Bei solchen Strassenstellen sind überdies die Randsteine mit weisser Farbe zu streichen oder die Strassenränder durch andere Mittel, z. B. helle Latten, leicht erkennbar zu gestalten. Beleuchtete Inselpfosten können beibehalten werden, doch müssen ihre Lichtquellen blau und schwach sein. Amtliche Einrichtungen, wie z. B. Polizei- und Feuerwehrposten oder Sanitätshilfsstellen, sind in geeigneter Weise zu kennzeichnen, soweit dies im Interesse der öffentlichen Ordnung tunlich ist. Art. 4. Mit Fahrverbot belegte Strassen und die verbotenen Eingänge von Einbahnstrassen sind mit roten, abgeschirmten, schwachen Lampen zu kennzeichnen. Hindernisse und abgesperrte Stellen sind mit gelben Sicherheitslampen kenntlich zu machen. Parkplätze, die benützt werden dürfen, werden durch den beleuchteten blauen Buchstaben P gekennzeichnet. Art. 5. Fahrzeuge aller Art, wie Motorfahrzeuge, Pferde- und andere Fuhrwerke, Fahrräder, dürfen nur mit schwacher, abgeschirmter blauer Beleuchtung fahren oder stationieren und müssen mit entsprechenden Schlußsignalen versehen sein. Besondere Aussenlichter von Fahrzeugen, wie beleuchtbare Streckennummern und Linienbezeichnungen der öffentlichen Verkehrsmittel und Fahrrichtungsanzeiger, dürfen, soweit sie notwendig sind, beibehalten werden, sofern ihre Lichtquelle schwach und blau ist. Die Verwendung von Sucherlampen ist verboten. Sämtliche für Fahrzeuge vorgeschriebenen Abschirmungen bleiben im Ernstfalle auch tagsüber montiert. Art. 6. Motorfahrzeuge und Fahrräder haben ihre Fahrbeleuchtung so abzuschirmen, dass die direkte Sicht der Lichtquelle oberhalb der Horizontalen verunmöglicht wird. Ausserdem darf die Lichtstärke nicht derart sein, dass am Boden oder auf Hauswänden und andern Flächen unzulässige Reflexe entstehen. Die Durchlässigkeit des blauen Vorsatzmaterials ist nach der Lampenstärke zu richten, die für Motorfahrzeuge normalerweise 35 Watt beträgt Als Richtlinie gilt, dass die Durchlässigkeit der Lampen von 35 Watt 0.4% nicht übersteigen soll. Besondere Verkehrsregeln. A. Verdunkelung. Art. 7 Durchgehende oder enge Strassen können als Einbahnstrassen bezeichnet werden. Das Parkieren ist nur an den amtlich bezeichneten Stellen gestattet. Gefährdete Zonen sind durch Sperren oder durch Verkehrsumleitung vom Fahrzeugverkehr freizuhalten. Art. 8. Innerorts ist die Geschwindigkeit auf 20 km/Std. beschränkt. Jeder Führer hat überdies die Pflicht, die Geschwindigkeit so zu massigen, dass er sein Fahrzeug auf kürzeste Distanz anhalten kann. Das Ueberholen von Motorfahrzeugen ist verboten. Radfahrer dürfen haltende Motorfahrzeuge nur zu Fuss überholen. Im Ueberlandverkehr ist die Geschwindigkeit den SichtveThältnissen anzupassen. lüeqett Jlaummcmqeh muss die %oxts Setzung MHsexes ZeuUletOHS Siedlet" uub die nächste Tlumntet jxev schoben weiden. Art. 9. Von akustischen Warnvorrichtungen darf Gebrauch gemacht werden, wenn es die Sicherheit des Verkehrs erfordert. Art. 10. Die Fussgänger haben die Tröttoirs oder, wo solche fehlen, die Strassenseiten zu benützen und jedes Herumstehen oder unnötige Zirkulieren zu unterlassen. Beim Ueberschreiten von Strassen haben sie eich zuerst davon zu überzeugen, dass keine Fahrzeuge sich nähern, und sich der Fussgängerstreifen oder sonst des kürzesten und sichersten Weges zu bedienen. Zu besonderer Vorsicht sind sie verpflichtet bei Niveauübergängen sowie überhaupt bei Bahn- und Strassenbahngeleisen und im Bereiche von Bahnhöfen oder andern zum Betriebe von Transportanstalten gehörenden Anlagen. B. Fliegeralarm. Art. 13. Innerorts sind alle Fahrzeuge sofort anzuhalten und in der Fahrrichtung an der rechtsseitigen Fahrbahngrenze stehen zu lassen. Strassenkreuzungen und Strasseneinmündungen sind freizuhalten. Die Lichter der Fahrzeuge sind nach. Möglichkeit zu löschen. Die Bremsen sind anzuziehen, und an Motorfahrzeugen ist der Motor abzustellen. Die Insassen haben den Wagen ea Terlassen und «ich in Sicherheit zu bringen. Art. 16. Den Fussgängern ist die Verwendung irgendwelcher, auch abgeschirmter Lichter verboten. Der Blitzschlag Ins Auto. Nach einer Meldung aus Ungarn wurde während eines Gewitters unter zahlreichen Autos gerade dasjenige vom Blitz getroffen, das als «Blitzschutz» mit brennenden Lampen fuhr. Es ist dies ein Beweis dafür, dass das Einschalten der Lampen bei Gewitter ein vollkommener Unsinn ist

N° 73 — DIENSTAG, 12. SEPTEMBER 1939 AUTOMOBIL-REVUE Nach der Brennstoffrationierung Dfe Bauern sollen sich für die Verwendung der Traktoren organisieren. In einer Mitteilung macht die Landwirtschaftsdirektion des Kantons Bern darauf aufmerksam, dass in den höheren Lagen noch nicht alle Erntearbeiten beendet seien und dass in andern Gebieten mit den Herbstarbeiten begonnen werden müsse. Mit Rücksicht darauf, dass der Landwirtschaft durch die Mobilmachung die diensttauglichen Pferde entzogen worden seien, mache sich das Bestreben geltend, in vermehrtem Masse Traktoren einzusetzen. Bei der grossen Zahl der aus den Kreisen der Traktorenbesitzer eingehenden Gesuche um Lieferung flüssiger Ueberholen und Kreuzen von Militär. Wenn Sie jetzt bei Ihren Fahrten auf Militär treffen, erinnern Sie sich der Vorschriften, die Ihr Verhalten in solchen Situationen regeln. Art. 51 der Vollziehungsverordnung zum MFG bestimmt, dass militärische Abteilungen nur an den hierfür freigegebenen Stellen gekreuzt oder überholt werden dürfen. Ausgenommen von diesem Gebot bleiben lediglich die Motorfahrzeuge der Feuerwehr. Als Automobilist wie als Bürger erwächst Ihnen die selbstverständliche Pflicht, dieser Vorschrift unbedingt nachzuleben. Brennstoffe bestehe aber keine Möglichkeit, allen Wünschen zu entsprechen. Aus diesem Grunde sollten sich deshalb die Bauern für die Verwendung von Traktoren organisieren, derart, dass sie sich zusammentun, um mit einem Traktor mehrere Betriebe zu bedienen. Als der einfachste Weg erweise sich dabei die Schaffung von Betriebsgemeinschaften durch die Gemeinden. Diese melden die Traktoren der Betriebsgemeinschaft bei der Sektion für Kraft und Wärme in Bern (Münsterplatz 3); sie sorge dann für die Abgabe des erforderlichen Quantums an flüssigen Brennstoffen. UeberzäMdge Traktoren dagegen müssten ausser Betrieb gesetzt werden. Das Vorgehen der bernischen Landwirtschaftsdirektion, Ausdruck des Gemeinschaftsgedankens und der Idee «Einer für Alle, Alle für Einen » verdient auch in andern Kantonen Nachahmung. s« snt»sau Bauarbeiten an der Sustenstrasse gehen weiter. Durch einen Teil der Presse machte kürzlich eine Meldung die Runde, wonach die Arbeiten am Bau der Sustenstrasse ruhen. (Korr.) Strassenbahn und Autobus waren bisher die wichtigsten Transportmittel für den Massenverkehr in grossen Städten und ihren Vororten. Seit einigen Jahren gesellt In dieser Form muss die Nachricht als unzutreffend bezeichnet werden. Wohl hat die Mobilmachung einen grossen Teil der auf den Baustellen Beschäftigten von ihrem Arbeitsplatz weggerufen, aber nach unseren Erkundigungen an zuständiger Stelle schreitet das Werk auf beiden Seiten in beschränktem Umfang fort. Ueberdies sind nach den Erklärungen der bernischen Baudirektion Verhandlungen im Gang, um die Arbeiten im Interesse der Landesverteidigung beschleunigen zu können. Den nämlichen Bescheid erhielten wir von den Baubehörden des Kantons Uxi. Ende letzter Woche befanden sich auf der Umer Seite noch 130-150 Leute, doch hat man auch hier die erforderlichen Vorkehrungen getroffen, den Mannschaftsbestand sobald als möglich erhöhen und die Arbeiten in gesteigertem Tempo weiterführen zu können. Trolleybus und Autobus sich nun zu ihnen noch ein drittes Verkehrsmittel, das bereits auch in der Schweiz Eingang gefunden hat, ein Zwischending zwischen Tram und Autobus : der T r o 11 e y - b u s. Man weiss nicht, soll man ihn besser als Tram ohne Schiene oder als Autobus mit elektrischer Oberleitung bezeichnen. Vom Autobus hat er die Bauart des Wagens und die Gummibereifung der Räder, vom Tram den Elektromotor, der über einen auf dem Dach angebrachten Stromabnehmer von einer doppeldrähtigen Oberleitung gespiesen wird. Der Trolleybus vereinigt in sich gewisse Vorteile des Trams mit solchen des Autobus. Wie das Tram verbraucht er einheimische Wasserkraft in Form von Elektrizität; sein Betrieb ist also « autark» und nicht auf die Beschaffenheit ausländischer Treibstoffe wie Benzin und Rohöl angewiesen. Mit dem Autobus hat der Trolleybus gemeinsam, dass er keinen teuren Unterbau mit Schienen erfordert und dass er sich im Bereiche der Fahrleitung elastisch dem Verkehr anpassen kann, ohne starr an die Innehaltung eines durch Schienen bezeichneten Verkehrsweges gebunden zu sein. Solche Trolleybusse sind heute bereits mit Erfolg in Lausanne und Winterthur im Betrieb. Auf die Landesausstellung hin hat auch die Stadt Zürich eine bisherige Autobuslinie durch- Trolleybusse ersetzt, wobei die frei werdenden Autobusse dieser Linie für den Verkehr zur Landesausstellung eingesetzt wurden. Gerade diese Verwendung der frei werdenden Autobusse offenbart einen Vorteil, den der Autobus dem Trolleybus gegenüber voraus hat. Der Autobus ist an keine Installation gebunden und kann nach Belieben und Bedarf überall eingesetzt werden, wo Strassen vorhanden sind. Diesem Umstand verdanken denn auch Auto und Autobus ihre Verwendungsfähigkeiten für militärische Transporte. Es sei nur an das Beispiel der Marneschlacht 1914 erinnert, wo Truppen der Pariser Besatzung von General GaMieni durch requirierte Taxi in die Flanke der deutschen Heeressäulen geworfen wurden. Heute würde man in solchen Fällen die leistungsfähigeren Autobusse verwenden und könnte beispielsweise die in Zürich mobilisierende Infanterie vom Mobilmachungsplatz weg mit den Autobussen der städtischen Strassenbahn in kurzer Zeit an eine Grenze werfen zur Verstärkung des Grenzschutzes. Mit den Wagen der elektrischen Strassenbahn oder mit Trolleybussen wäre dagegen ein solcher Transport nicht möglich. Die neue Truppenordnung sieht übrigens auch die Aufstellung von besonderen Mannschaftstransportkolonnen der Motortransporttruppe vor, gebildet aus den Autobussen der Postverwaltung und kommunaler Strassenbahnunternehmungen, während Trolleybusse militärisch nicht verwendet werden können. In einer Zeit, wo alle geistigen und materiellen Kräfte des Landes seiner Verteidigung dienstbar gemacht werden müssen und die Bedürfnisse der Armee den Vorrang vor allen andern Ueberlegungen und Interessen beanspruchen, erheischen auch bei der Einführung von Trolleybuslinien in erster Linie die militärischen Interessen Berücksichtigung. Von diesem Standpunkt aus ist dem Ersatz von Strassenbahnlinien durch Trolleybusse und der Schaffung neuer Verkehrsverbindungen durch Trolleybus die Vermehrung der Autobuslinien vorzuziehen. Der Nachteil der Autobusse, die Verwendung fremder Treibstoffe, wird behoben durch die Schaffung 1 grosser militärischer und kriegswirtschaftlicher Treibstoffreserven und durch die staatliche Förderung von Motorfahrzeugen mit Holzvergasern. Betriebseinschränkungen bei den Stadtomnibussen teilweise schon wieder aufgehoben. Die allgemeine Mobilisation hat die Verwaltungen der Autobusbetriebe unserer Städte nicht nur eines erheblichen Teils ihres Personals beraubt, sondern auch den Wagenpark beträchtlich dezimiert, ein Umstand, der sich in zum Teil tiefgreifenden Betriebseinschränkungen widerspiegelte, die jedoch inzwischen da und dort bereits wieder eine Lockerung erfahren haben. So stellte Basel, dessen Autobusse für, die Armee angefordert worden waren, dem Autobusbetrieb in den Tagen unmittelbar! nach der Mobilisierung völlig ein, konnte Lhnr? jedoch am letzten Sonntag auf einzelnen Linien, allerdings in beschränktem Ausmass, wieder aufnehmen. Zürich vermochte nur' noch auf gewissen Linien einen reduzierten? Verkehr aufrecht zu erhalten, weil neben.-! dem Chauffeurpersonal auch 41 Autobusseil für militärische Zwecke abgegeben werden' mussten und Bern wie L u z e r n sahen.' sich in einer ähnlichen Lage. Die Bundes-; stadt allerdings ging am letzten Samstagi wieder zu einem mehr oder weniger normalen Betrieb über, von dem nur eine einzige Linie ausgenommen blieb. Der automobilistische Fremdenverkehr von einem Tag auf den andern lahmgelegt. Die Bündner Sommersaison 1939 hat nach den Meldungen der Tagespresse der Hotellerie bis Ende August einen Ausfall yon über 100 000 Logiernäch-* ten gebracht. Das Engadin bekam zudem noch die Schliessung der italienischen Grenzen zu spüren« so dass der erst noch sommerlich lebhafte Betriebe von einem Tag anf den andern erlosch. Von auslän-j dischen Privat- und Gesellschaftswagen, die eben^ noch die Strassen belebten, keine Spur mehr. Und! Automobile aus andern Kantonen gehören seit der: Einführung der Benzinrationierung und der Mobilmachung zu den Seltenheiten. Mit TEXACO MOTOR OIL Insulated altert der Motor nicht; er bleibt sauber und behält seine volle Vitalität. * Weder hohe Temperaturen, noch grosse Kälte, noch dauernde Höchstbeanspruchung vermögen das aussergewöhnlich reine und schmierfähige, immer stabile und dauerhafte TEXACO MOTOR OIL Insulated zu beeinflussen. Wenn Ihnen das Fahren restlos Freude machen soll, verlangen Sie TEXACO MOTOR OIL Insißlatted Besser für die Wagen von fieute Unentbefirlicfi für die Wagen von morgen. ik Berna AG Ölten ;. TEXACO A. G.. BASEL Allein Iconzassioniart« Gasallschaft der TEXACO» Produkt«, h«rg«stall« durch THE TEXAS COMPANY USA.