Dokumentation Demokratiekonferenz 2018 der Partnerschaft für Demokratie im Saale-Orla-Kreis

vielfaltimsok

Zu drei Veranstatlungen trafen sich insgesamt 160 Teilnehmer, 120 Kinder und Jugendliche und 40 Erwachsene, und setzten sich bei Film, Vortrag, Diskussion und Barcamp zu Gegenwart und Zukunft des Saale-Orla-Kreises auseinander.

Dokumentation der

Demokratiekonferenz 2018


Partnerschaft für Demokratie im Saale-Orla-Kreis

Externe Koordinierungs- und Fachstelle

Breite Straße 20

07381 Pößneck

Telefon: 03647 5049706

E-Mail: info

vielfalt-im-sok[punkt]de

Homepage: www.vielfalt-im-sok.de


Liebe Leserinnen und Leser,

unter dem Motto „Demokratie 3 “ fand bei drei Veranstaltungen am 18.09.,

am 19.09. und am 26.09.2018 die diesjährige Demokratiekonferenz der

Partnerschaft für Demokratie im Saale-Orla-Kreis statt.

Bei Film, Vortrag und Barcamp kamen über 120 Kinder und Jugendliche

sowie einige zivilgesellschaftliche Akteure und Verwaltungsmitarbeiter

des Landkreises und der Gemeinden zusammen, um über aktuelle

politische und gesellschaftliche Themen zu diskutieren und sich

auszutauschen.

Fachlich begleitet hatten die Teilnehmer aller Veranstaltungen die

Möglichkeit, ihre Eindrücke, Wünsche, Ideen und Ängste zu äußern und

diese konkret anzugehen. So entstanden neue Netzwerke, neue Ideen und

eine positive, zukunftsgerichtete Energie des „Machenwollens“.

Die vorliegende Dokumentation dient der Zusammenfassung der

Veranstaltungen und ihrer Ergebnisse.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Teilnehmerinnen und

Teilnehmern, die mit ihren Ideen, ihren Erfahrungen und vor allem ihrem

Engagement zu einer sehr gelungenen Demokratiekonferenz 2018

beigetragen haben.


Partnerschaft für Demokratie in den Programmen

Demokratie leben!“ und „DENK BUNT“

1. Lokale Partnerschaft für Demokratie (PfD) im Programm „Demokratie

leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und

Jugend








Laufzeit: 2015 bis 2019 (jährliche Beantragung)

Ab 2019 entfristet, jährliche Beantragung bleibt erhalten

Strukturrahmen:

Gebietskörperschaften größer als 20.000 Einwohner

Beteiligung an Austausch- und Qualifizierungsangeboten der Landes- und

Bundeszentralen, sowie der Evaluation der Programme

Jährlich eine Demokratiekonferenz

In Thüringen zusätzliche Förderung durch „DENK BUNT“ – Thüringer

Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit im

Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Federführendes

Amt

Lokale

Koordinierungsund

Fachstelle

Begleitausschuss

Jugendforum


2. Strategische Ziele der lokalen Partnerschaft

Förderung und Stärkung des programmrelevanten Engagements

Förderung einer vielfältigen lokalen Kultur des Zusammenlebens

Förderung der Bearbeitung programmrelevanter lokaler

Problemlagen

3. Herausforderungen in der lokalen Partnerschaft für Demokratie





es soll ein gezielter Knowhow-Transfer in die kommunalen

Verwaltungsstrukturen erfolgen (Verbesserung des Umgangs mit

Problemlagen)

es soll eine „Breitenwirksamkeit“ in der Bevölkerung erzielt werden

Handlungskonzepte sollen partizipativ erarbeitet werden

es soll eine Gesamtstrategie entwickelt werden, die jährlich überprüft

und fortgeschrieben wird

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Aufgaben des federführenden Amtes













zentrale Ansprechstelle für das BMFSJ und das BAFzA

Antragstellung (jährlich)

rechtliche und inhaltliche Verantwortung der Umsetzung der

Partnerschaft für Demokratie

Mittelanforderungen

Verwendungsnachweisführung

Berufung bzw. Werbung für die Mitglieder des Begleitausschusses

Beauftragung einer lokalen Koordinierungs- und Fachstelle bei

einem freien Träger; im Saale-Orla-Kreis der

Saale-Orla-Kreissportbund e.V.

aktive Mitarbeit im Begleitausschuss

Vernetzung auf Kreis-, Landes- und Bundesebene

Zusammenarbeit mit der Landes- und Bundesevaluation

Aufgaben der Koordinierungs- und Fachstelle










Unterstützung bei der Steuerung und Fortschreibung der PfD

Öffentlichkeitsarbeit

Koordinierung und Fachberatung der Einzelmaßnahmen

entsprechend des Handlungskonzeptes der PfD

Beratung der Akteure und Träger

Geschäftsführung für den Begleitausschuss

Förderung der Vernetzung vor Ort (Akteure, Initiativen und Projekte)

Vernetzung auf Kreis-, Landes- und Bundesebene

Förderung der fachlichen/thematischen Qualifizierung der

Akteure vor Ort

Zusammenarbeit mit der Landes- und Bundesevaluation

Aufgaben des Begleitausschusses





Steuerung und Fortschreibung der PfD

Kommunikation der Ziele und Inhalte der PfD

in die professionellen und sozialen Bereiche der Mitglieder

Entscheidungen über die jährlichen Themenschwerpunkte und

die entsprechenden Budgets der PfD

Empfehlungen zu beantragten Projekten aussprechen

als Multiplikatoren die Inhalte des Bundes- und des

Landesprogrammes im Landkreis bekannt machen

Der BgA ist die parlamentarische Instanz in der PfD. Er arbeitet

partizipativ an der Weiterentwicklung der PfD, ist mehrheitlich

zivilgesellschaftlich zusammengesetzt, beteiligt das Jugendforum und

vor allem die regionalen Bürgerbündnisse.

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Filmvorführung „Neben den Gleisen“ vom 18.09.2018

– anschließend Diskussion mit Regieassistent und Kameramann Michael Kockott

Den Auftakt zu „Demokratie 3“ bildete die Vorstellung des Dokumentarfilms

„Neben den Gleisen“ um 10:00 Uhr, die speziell an Schüler gerichtet war.

Etwa 45 Schüler aus drei Klassen der Regelschule Schleiz

sowie des Förderzentrums Schleiz besuchten mit ihren 5

Betreuern das Kino in Schleiz zu diesem Termin.

Nach einer thematischen Einführung zur Partnerschaft

für Demokratie und den Förderprogrammen

Demokratie leben“ des Bundes sowie „Denk bunt“ des

Landes startete der Film. Die knapp 50 Zuschauer

folgten gespannt den Äußerungen der im Film

dargestellten Besucher eines Bahnhofkiosks in

Boizenburg, Mecklenburg-Vorpommern.

Diese äußern ihre Gedanken zum Leben

und suchen nach Erklärungen, warum

dieses Leben ist, wie es ist.

Nach einer Mittagspause hatten die Teilnehmer die Möglichkeit,

Michael Kockott Fragen zu stellen und ihre Gedanken zum Film

zu äußern. Michael Kockott sprang für den geplanten, allerdings

kurzfristig verhinderten Regisseur Dieter Schumann ein und

stand den Teilnehmern Rede und Antwort und setzte

gedankliche Impulse. Die Kinder und Jugendlichen prüften die

Relation des im Film dargestellten Verdrusses, der Enttäuschung

und der Wut zu ihrem Alltag und formulierten ihren Ideen und

Wünsche, wie damit umzugehen sei.

Bei der Abendveranstaltung um 20:00 Uhr kamen leider nur 15 Gäste,

allerdings nutzten auch diese die Anwesenheit Michael Kockotts, um

tiefergehende Fragen zur Entstehung des Films

als auch zu den dargestellten Inhalten zu stellen.

Das Feedback zur Veranstaltung war

überwiegend positiv. Die Teilnehmer hatten via

Feedbackbogen und Beteiligungsangebote die

Gelegenheit, ihre Meinung zur Veranstaltung

und zu ihrer Wahrnehmung

demokratierelevanter Aspekte im Saale-Orla-

Kreis zu äußern.

Die Ergebnisse dieser Rückmeldungen werden am Ende der Dokumentation

gesammelt für alle drei Veranstaltungen dargestellt.

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Vortrag & Diskussion vom 19.09.2018

Politikverdrossenheit und Populismus

Weimar und wir? - Parallelen 19_19

– Prof. Dr. Dreyer, Vorsitzender Weimarer Republik e.V.

Das Thema des Vortrages war mit Herrn Dr.

Gerber abgestimmt, der leider

krankheitsbedingt verhindert war. Herr Dr.

Dreyer vertrat in großen Teilen nicht die These

von Parallelen zwischen der Weimarer Republik

und der heutigen Zeit und führte dafür mehrere

Beispiele in seinem gut halbstündigen Vortrag

auf.

Zu Beginn des Vortrages konstatierte Herr Dreyer, dass wir weit entfernt von

„Weimarer Verhältnissen“ seien. Die rückblickende Bewertung dieser ersten

Demokratiephase in Deutschland reduziere sich allzu oft auf deren Ende und

zu wenig auf die Errungenschaften. Vokabeln wie „gescheitert“, „ungeliebt“

und „überfordert“ finden sich immer wieder selbst in der Fachliteratur und

unter 121 deutschen Erinnerungsorten führen Francois und Schulze in ihrem

dreibändigen Werk

„Deutsche Erinnerungsorte“

nicht einen auf, der sich

explizit mit der Weimarer

Republik beschäftigt.

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Auch die Vermutung einer Politikverdrossenheit in der Weimarer Republik

widerlegt Herr Dreyer unter anderem anhand der damaligen, sehr hohen

Wahlbeteiligung (im Durchschnitt über 80 %) und des Engagements in

diversen freiwilligen Zusammenschlüssen zum Wohle der Gemeinschaft

(Gewerkschaften, Vereine, Bündnisse, …).

An weiteren Beispielen (Stabilität der Regierung bis zum Sturz, Dauer der

Regierungsbildung, …) zeigt er die Funktionalität der ersten deutschen

Demokratie und ihrer Verfassungsordnung auf und wie sich in einem

mehrstufigen Staatsstreich an deren Ende die rechten Feinde die Republik

unterminierten – wovon aber nicht diese konservativen Kräfte profitieren

sollten, sondern letztlich die Nationalsozialisten.

Somit waren Parallelen zwischen der Endphase der Weimarer Republik und

unserer heutigen Situation nach der Auslegung von Prof. Dr. Dreyer

größtenteils widerlegt.

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Zur anschließenden offenen Podiumsdiskussion durften wir neben Herrn Prof.

Dr. Michael Dreyer die stellvertretende Kreisvorsitzende der FDP im Saale-

Orla-Kreis, Frau Sandra Scherf-Michel in der Rolle der regionalen,

ehrenamtlichen Politikerin, Frau Peggy Hetmank-Breitenstein als Vertreterin

des philosophischen Blicks auf die Thematik, Herrn Prof. Dr. Werner Greiling

als Vertreter der Historik und die Landtagsabgeordneten Herrn Ralf Kalich

(Die Linke) und Herrn Stefan Gruhner (CDU) mit der überregionalen,

politischen Sicht, auf dem Podium begrüßen.

Unter der Gesprächsleitung des freien Erfurter Journalisten Dr. Haak,

entstand eine rege, sehr diverse Diskussion, in der sich neben den

Podiumsdiskutanten aus dem Publikum vor allem die Schüler des

Gymnasiums Bad Lobenstein intensiv einbrachten und so manche kritische

Frage stellten. Sie waren in Begleitung ihrer Sozialkundelehrerin Frau Amling-

Scherf erschienen. Zum einen stellten die Diskussionsteilnehmer ihre

Sichtweisen dar, was immer wieder Reaktionen hervorrief, zum anderen

gingen die Schüler sogar auf scheinbare Widersprüche in den Aussagen der

„Experten“ ein, sodass diese sich in diesen Fällen detaillierter erklären

mussten. Mit einer Länge von über drei Stunden geriet die Veranstaltung

etwas zu lang, was dazu führte, dass v.a. den Schülern die Zeit für eine

ausführliche, schriftliche Rückmeldung fehlte.

Die Veranstaltung fand allerdings ein durchweg sehr positives (überwiegend

mündliches) Feedback, sowohl durch die Publikumsteilnehmer als auch durch

die Podiumsteilnehmer. Mit 40 Schülern und knapp 20 weiteren Gästen war

auch diese Veranstaltung sehr gut besucht.

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Barcamp „Vorsicht, Demokratie!“ vom 26.09.2018

Zum Barcamp reisten knapp 30 Teilnehmer der Regelschule Franz Huth und des

Gymnasiums Am Weißen Turm (beide Pößneck) und zwei einzelne Teilnehmer

des Kinder- und Jugendstützpunktes Schleiz in Begleitung des

Jugendsozialarbeiters Ronny Müller an. Mit Betreuer*Innen konnten wir 38

Teilnehmer begrüßen.

Ein Barcamp ist eine offene Konferenzform, in der Themen durch die

Teilnehmer selbst bestimmt werden und in sogenannten Sessions frei

bearbeitet werden. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit innerhalb des

Barcamps in zwei Sessions mitzuarbeiten. Die Ergebnisse der Sessions werden

am Ende der Veranstaltung im Plenum vorgestellt, in unserem Fall in Form einer

Fishbowl, und können von den Zuhörern aufgegriffen und kommentiert werden.

Bei einem Barcamp gibt es keine Zuschauer, nur Macher!

Nach inhaltlichem Input durch Sandra Beetz vom Landratsamt Saale-Orla in

ihrer Funktion als Vertreterin des Landesprogrammes „eins99“, Sören Kube von

der LEADER Aktionsgruppe Saale-Orla und David Theobald von der

Partnerschaft für Demokratie im Saale-Orla-Kreis ging es daran, die

Sessionthemen zu bestimmen.

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Die selbstgewählten Themen (nach vielzähligen Vorschlägen wie oben

dargestellt durch Abstimmung ermittelt) waren im ersten Durchgang:






Sauberes Pößneck

Pumptrack in Schleiz

Schulhof Regelschule

Politische Bildung

Was braucht mein Ort, damit er lebenswert ist?

Im zweiten Durchgang:






Nachhaltigkeit

Jugendclub

Jeder hat das Recht auf Unterkunft

Mobbing an Schulen

Gegen Rassismus

Zwischen den Sessions fand eine Pause statt, in der die Teilnehmer von

Mitgliedern des PaF e.V. mit internationalen Speisen versorgt wurden. Nach

dieser Stärkung ging es dann in die zweite Session.

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Die Ergebnisse


Sauberes Pößneck

Die Jugendlichen in dieser Sessiongruppe ärgerten sich über Müll, Plastik und

Hundekot in ihrer Stadt. Deswegen überlegten sie, wie man Pößneck sauberer

halten könne. Neben mehr Aufklärung durch Plakate o.ä. wünschen sie sich

auch Projekttage an der Schule zu diesem Thema. Sie wollen aber auch selbst

mit einer Demonstration aktiv werden – sie haben schon eine Aktionsgruppe

„Fuck Müll“ via WhatsApp ins Leben gerufen, die sich nun regelmäßig treffen

möchte.


Pumptrack in Schleiz

Die Jugendlichen wünschen sich eine Bahn für Skateboards in Schleiz, genannt

„Pumptrack“ –dabei würden sie auch selbst mit

anpacken. Dieser Ort soll mit Spiel- und

Fußballplätzen verbunden und für alle, vom Anfänger

bis zum Profi geeignet sein. Wichtig ist den

Jugendlichen auch Sicherheit und Sauberkeit, denn

nur so könne man dort auch wirklich Spaß haben.


Schulhof Regelschule

Die Schüler*Innen der Regelschule trugen in dieser

Session ihre Wünsche und Ideen für die Umgestaltung

bzw. Verbesserung ihres Schulhofs zusammen. Dabei

stellten sie zunächst fest, was es schon gibt: „Wir sind

die größte Regelschule der Region, wir haben ein

grünes Klassenzimmer, einen Teich und

Tischtennisplatten“. Dennoch fehlen ihnen Sitz- und

Spielmöglichkeiten auf dem Schulhof. Sie wissen, dass

die Finanzierung schwierig ist – doch sie wollen an einem Konzept arbeiten,

das noch mehr Lehrer*Innen überzeugt.

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Politische Bildung

Die engagierten Jugendlichen ausdieser Gruppe diskutierten über

Möglichkeiten der politischen Aufklärung, diese kommt ihnen in der Schule

viel zu kurz. Deswegen fordern sie mehr Projekttage, die Förderung von

praktischen Fähigkeiten (im politischen und wirtschaftlichen Bereich) und

mehr aktuelle Tagespolitik im Unterricht – als positives Beispielnennen sie die

Durchführung derU18-Wahl.


Was braucht mein Ort, damit er lebenswert ist?

Angeregt durch den Input „Wünsche, Sorgen, Ängste, Bedarfe": Was fehlt

euch in eurer Gemeinde/Stadt?, Was braucht es?“ von Sandra Beetz sprachen

die Sessionteilnehmenden über ihre Bedarfe in den Städten Pößneck und

Schleiz – es ging ihnen aber auch um den ganzen Kreis. Heiß diskutiert wurde

der Wunsch nach mehr Läden: Während die einen zufrieden sind, dass es

überhaupt Läden gibt, wünschen sich die anderen noch mehr. Einige

Schülerinnen wünschten sich mehr Vereine für Mädchen, andere wünschten

sich mehr Mülleimer und einen sozialen Treffpunkt.


Nachhaltigkeit

Auch in dieser Session ging es wieder um Nachhaltigkeit, wie schon bereits

bei der Session im ersten Block „Sauberes Pößneck“ – ein großes Thema bei

den Barcamp- Teilnehmenden an diesem Tag. Wieder wurde kritisiert, dass es

zu viel Verpackungsmüll gibt. Auch das Thema Mikroplastik schnitten die

Jugendlichen an. Sie wünschen

sich ein Umdenken der

Konsumenten, vor allem aber

eine politische Lösung.

„Sinnlose

Plastikverpackungen“ sollten

hoch besteuert oder gar

verboten werden, da waren

sie sich einig.

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Jugendclub

Die Schüler*Innen diskutierten über ihren Wunsch nach einem „coolen“

Jugendclub. Einerseits sind sie in Schleiz und Pößneck recht zufrieden und

schätzen wert, dass es überhaupt einen sozialen Treffpunkt für Jugendliche

gibt. Andererseits wünschen sie sich mehr Partys mit „guter Musik“ (dem

Geschmack der Jugendlichen entsprechend), mehr Hotspots (auch außerhalb

von Jugendzentren), mehr Tischkicker und vieles, vieles mehr.


Jeder hat das Recht auf Unterkunft

Diese Session begann mit einer Geschichte über einen Obdachlosen, weshalb

die Jugendlichen in dieser Gruppe sich dieser Problematik widmeten. Sie

möchten Obdachlosen vor allem im Winter ein warmes Obdach bieten und

wünschen sich mehr Solidarität. Sie diskutierten aber auch darüber, dass es

schon viele Möglichkeiten für obdachlose Personen gibt, auch im eigenen

Landkreis.


Mobbing an Schulen

Diese Session hat trotz ihrer Wahl zu Beginn der

Veranstaltung nicht stattgefunden, da sich keine

Interessierten fanden.


Gegen Rassismus

Ganz aufgeschlossen diskutierten die Jugendlichen

über das Thema Rassismus, Integration und

Diskriminierung. Sie fragten sich z.B. wie es bei ihnen

an der Schule aussieht. Ganz besonders wichtig für

sie ist die eigene Verantwortung. Sie sind sich sicher, dass jeder offen bleiben

sollte und den Austausch suchen muss. Auch bei gelungener Integration

blieben kulturelle Unterschiede bestehen, das finden sie gar nicht schlimm –

aber es brauche ein gegenseitiges Wissen und Respektieren.

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Fazit

Die Teilnehmer des Barcamps waren sehr motiviert und zeigten, dass ihnen

die Mitgestaltung ihres sozialen und räumlichen Umfeldes am Herzen liegt. Ihr

Engagement muss nun aufgegriffen und gegebenenfalls angeleitet werden.

Man muss diesen Impuls nutzen, um die Kinder und Jugendlichen für ein

weiteres Engagement in der Gesellschaft zu gewinnen.

Die Partnerschaft für Demokratie im Saale-Orla-

Kreis bemüht sich, die Akteure des Landkreises

weiter zu vernetzen, bestehende Synergien zu

nutzen und neue zu bilden.

Das Barcamp hat klar gezeigt, dass die Motivation

vorhanden ist, etwas zu tun.

Jetzt ist es an den verantwortlichen Entscheidern

in den Verwaltungen, diese Motivation

aufzugreifen und in aktiver Jugendbeteiligung

umzusetzen.

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Feedbackbogen, Stimmungsbarometer, Metaplanwände & Co.

Wie bereits einleitend erwähnt, gab es zu jeder der drei Veranstaltungen von

Demokratie 3 die Möglichkeit, sich über einen Feedbackbogen zur

Veranstaltung zu äußern. Die Wertung von programmrelevanten Aussagen

bezugnehmend auf den Saale-Orla-Kreis mittels Klebepunkten, war eine

weitere Möglichkeit, seine Wahrnehmung der Themenschwerpunkte der

Partnerschaft für Demokratie des Saale-Orla-Kreises darzustellen. Durch die

hohe Teilnehmerzahl (160 Personen) sind diese Angaben 2018 deutlich

aussagekräftiger, als in den Vorjahren.

Bei den Klebepunkten war in der Gesamtheit keine Limit gesetzt, eine starke

Befürwortung konnten mit zwei Klebepunkten kenntlich gemacht werden,

eine Zustimmung mit einem Punkt, stimmte man mit einer Frage/Aussage

nicht überein, vergab man keine Punkte. Durch diese Vorgehensweise kann

bezüglich der Teilnehmerzahl an diesem Instrument keine Aussage getroffen

werden.

Feedbackbögen wurden insgesamt 61 ausgefüllt, somit beteiligten sich 38 %

der Teilnehmer an einem schriftlichen Feedback zu den Veranstaltungen.

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Auf einer Skala von 1-4 Punkten (1=schlecht, 4=perfekt), wurden die

Veranstaltungen im Durchschnitt mit 3,5 Punkten bewertet.

Eine Bereicherung durch die Veranstaltung für den persönlichen Bereich

empfanden die Teilnehmer auf einer Skala von 0-100 (0 = keine Bereicherung,

100 = große Bereicherung) mit 90 %, für den beruflichen/ehrenamtlichen

Bereich mit etwa 65 %.

Sowohl die jeweiligen Themen der Veranstaltungen, sowie die Informationen

zu Landes- und Bundesprogramm bewerteten die Teilnehmer als ausreichend

behandelt.

Im freien Teil des Feedbackbogens konnte man sowohl Wünsche zu Themen

für die Demokratiekonferenz 2019 als auch allgemeine Bemerkungen äußern.

Am Häufigsten wurde bezüglich der Themensetzung zur Demokratiekonferenz

2019 der Wunsch geäußert, sich mit Rassismus zu beschäftigen; insgesamt

sechs Mal. Andere Themen waren Homophobie, Kommunalpolitik,

Demokratiebildung an Schulen, Integration und Jugendbeteiligung.

Diese Ergebnisse werden in die Planung der Partnerschaft für Demokratie für

2019 mit einfließen.

Eine weitere Möglichkeit, sich zur aktuellen gesellschaftlichen und politischen

Situation im Saale-Orla-Kreis zu äußern, waren bereits erwähnte

„Klebetafeln“. Hier bestand die Möglichkeit, seine Einschätzung zu Themen

des Bundesprogrammes in Bezug auf den Saale-Orla-Kreis abzugeben.

Im Folgenden sind die Fragestellungen der Förderprogramme und jeweils die

drei häufigsten Stellungnahmen der Veranstaltungsteilnehmer aufgeführt.

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Welche der folgenden Problemlagen treffen aus Ihrer

Sicht am ehesten auf den Saale-Orla-Kreis zu?

An erster Stelle stand zu dieser Frage die fehlende

Wertschätzung des Ehrenamtes, gefolgt vom fehlenden

Zusammenhalt in der Gesellschaft und mit gleicher

Punktzahl an dritter Stelle die fehlenden Möglichkeiten

der demokratischen Beteiligung und eine fehlende aktive

Bürgerbeteiligung.

Welche Art von Projekten sollte die Partnerschaft für Demokratie im SOK

aus Ihrer Sicht besonders fördern bzw. initiieren, um einen sinnvollen

Beitrag zur Demokratiestärkung in unserer Region zu leisten (Und auch: an

welchen Projekten würden Sie teilnehmen?)

Besonderer Wunsch besteht mit großem Abstand nach themenbezogenen

Sportprojekten, danach wurden Projekte aus Kunst und Kultur genannt, die

drittmeisten Stimmen bekamen Seminaren/Workshops zur politischen

Bildung an Schulen.

Auf welche der vorgegebenen Schwerpunkte sollte sich die Partnerschaft für

Demokratie im SOK aus Ihrer Sicht in Zukunft konzentrieren?

Mit sehr großem Abstand votierten die Teilnehmer zu dieser Frage für

rechtsextreme Orientierungen und Handlungen, an zweiter Stelle für aktuelle

Formen von Muslim- und Islamfeindlichkeit, sowie mit kleinem Abstand für

die Demokratiestärkung im ländlichen Raum.

Welche der folgenden Zielgruppen

sollte die Partnerschaft für

Demokratie im SOK aus Ihrer Sicht mit

Projekten ansprechen?

Die meistgenannte Zielgruppe war mit

großem Abstand Jugendliche. Eltern

und andere Erziehungsberechtigte

folgten dahinter, gefolgt von

engagierten Bürger*Innen.

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Menschen welchen Alters sollten mit Projekten der Partnerschaft für

Demokratie im SOK besonders angesprochen werden?

Auch hier konzentrierten sich die Wünsche in einem Altersbereich von ca. 12-

27 Jahre, den Ergebnissen der vorgehenden Frage zu Zielgruppen

entsprechend.

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Zusammenfassung, Ausblick und Danke!

Wir blicken zurück auf drei Veranstaltungen mit insgesamt 160 Teilnehmern.

Das diesjährig erstmals umgesetzte Konzept, die Demokratiekonferenz

mehrtägig und verschiedenen Veranstaltungsorten durchzuführen schlug sich

somit in der Teilnehmerzahl sehr positiv nieder.

Inhaltlich arbeiteten vor allem die etwa 120 Kinder und Jugendliche sehr

intensiv und brachten sich aktiv in Diskussion und Workshops ein. Dieses

Engagement stellt auch einen möglichen Anknüpfungspunkt dar, den wir im

Rahmen des Jugendbeirates/Jugendforums nutzen werden.

Im Bereich Jugendbeteiligung haben wir mit dem geplanten Demokratiecamp

in Hütten, das bereits erfolgreich seine Pilotphase durchlief, einen weiteren

außerschulischen Lernort im Landkreis, der engagierten Schülern und jungen

Erwachsenen die Möglichkeit gibt, mit fachlicher Begleitung Konzepte für ein

weiteres Vorgehen zu erarbeiten.

Weiterhin wird die Partnerschaft für Demokratie auch in diesem Bereich

Projekte unterstützen und gezielt initiieren.

Die Beteiligung Erwachsener an den drei Veranstaltungen war mit ca. 40

Personen nach Pressemitteilung an alle Printmedien,

Veranstaltungsbewerbung auf Facebook, 50 aufgehängten Plakaten und 500

ausgelegten Flyern gering. Für diese Zielgruppe ging unser mehrgleisiges

Konzept nicht auf. Trotz sehr aktueller Themen und verschiedener Formate,

war es uns nicht möglich Interesse zu wecken und die Bewohner des

Landkreises zu einer Teilnahme zu bewegen.

Diesen Punkt gilt es auf jeden Fall für das kommende Jahr konkret anzugehen,

im Bereich Jugendbeteiligung wurden wir bestätigt und werden in diese

Richtung weitergehen.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten herzlich, besonders bei den

begeisterten Kinder und Jugendlichen, die den Erfolg der diesjährigen

Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie im Saale-Orla-Kreis

entscheidend gestaltet haben und freuen uns auf eine Fortsetzung 2019!

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