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Suggestionen 2019

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HYPNOSE UND SCHMERZ

• Einführung „Schmerz, lass nach – mit Hypnose“

• Der Scheinriese – Neue Perspektiven auf den Schmerz

• Hypnose bei Reizdarm

• HypnoMentale Geburtsvorbereitung

• Schmerzausschaltung in der zahnärztlichen Praxis

• „Schmerz, lass nach und komm nie wieder“

• Hypnose im Schmerzfall

• Trigeminus-Neuralgie

Ausgabe

2019

..................

€ 8,50, CHF 10 .–

KINDERHYPNOSE

VERDECKTES ANKERN


2 Impressum

Editorial

3

DGH-Kongress 2020

19.-22.11.2020

DEUTSCHE GESELLSCHAFT

FÜR HYPNOSE UND HYPNOTHERAPIE E.V.

................................................

Impressum

................................................

IMPRESSUM

Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für

Hypnose und Hypnotherapie e.V. (DGH)

Daruper Straße 14, 48653 Coesfeld

Tel: 02541 880760, Fax: 02541 70008

E-Mail: DGH-Geschaeftsstelle@t-online.de

www.hypnose-dgh.de

VORSTAND DER DGH

PRÄSIDENT

Dipl.-Psych. Dr. rer. nat. Klaus Hönig

Klinik für Psychosomatische Medizin

und Psychotherapie

Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm

Tel.: 0731 500 61881

E-Mail: klaus.hoenig@uniklinik-ulm.de

......................................................................................

Liebe Leserinnen und Leser,

liebe Freunde und Mitglieder der DGH!

......................................................................................

HYPNOSE

kreativer Dialog

mit dem

Unbewussten

REDAKTIONSTEAM DER SUGGESTIONEN:

Dr. med. Nikola Aufmkolk, Ahaus,

info@pt-ahaus.de;

Dr. med. dent. Peter Dünninger, Münchberg,

peduenn@aol.com;

Dipl.-Psych. Silvia Fisch, Coesfeld,

fisch@psychotherapie-praxis-coesfeld.de

SATZ UND DRUCK:

Satz und Layout:

a.h.effekt Mediennetzwerk, Adrian Hoffmann,

info@der-ah-effekt.de;

BAD LIPPSPRINGE

19.11. – 22.11.2020

Vorträge und Seminare zur Anwendung von

Hypnose und Hypnotherapie in Medizin,

Psychotherapie und Zahnmedizin.

Information und Anmeldung: Geschäftsstelle der DGH,

Daruper Str. 14 | 48653 Coesfeld

Tel. 0 25 41 - 88 07 60 | Fax 0 25 41 - 7 00 08

DGH-Geschaeftsstelle@t-online.de | www.hypnose-dgh.de

Dipl.-Psych. Dr. rer. biol. hum. Agnes Kaiser Rekkas,

München, agnes.kaiser.rekkas@gmail.com;

Zahnarzt Sebastian Knop, Dortmund,

sebastian.knop@cityweb.de;

Dipl.-Psych. Anke Precht, Offenburg,

anke@ankeprecht.de

Druck:

BOD Badische Offset Druck GmbH,

info@bod-lahr.de;

VIZEPRÄSIDENTIN und GESCHÄFTSFÜHRERIN

Dipl.-Psych. Dr. Helga Hüsken-Janßen

Daruper Straße 14, 48653 Coesfeld

Tel.: 02541 880760

E-Mail: DGH-Geschaeftsstelle@t-online.de

VIZEPRÄSIDENTIN

Dipl.-Psych. Dr. rer. biol. hum. Agnes Kaiser

Rekkas

Chorherrstr. 4, 81667 München

Tel.: 089 4484025

E-Mail: agnes.kaiser.rekkas@gmail.com

www.kaiser-rekkas.de

SCHRIFTFÜHRERIN

Dr. med. Nikola Aufmkolk

Fachärztin für Neurologie,

Psychiatrie und Psychotherapie

Wüllener Straße 97, 48683 Ahaus

Tel.: 02561 4296444

E-Mail: info@pt-ahaus.de

www.pt-ahaus.de

SCHATZMEISTER

Dr. med. Christoph Müller

Lange Str. 37a, 31592 Stolzenau

Tel.: 05761 7345

E-Mail: dr.christoph.mueller@t-online.de

CHEFREDAKTION

Dipl.-Psych. Anke Precht

Steinstr. 28, 77652 Offenburg

Tel.: 0781 1753

E-Mail: anke@ankeprecht.de

Dr. med. dent. Peter Dünninger

Kulmbacher Straße 53, 95213 Münchberg

E-Mail: peduenn@aol.com

Diese Ausgabe der Suggestionen beschäftigt sich intensiv mit dem Thema der

diesjährigen Tagung der DGH: Schmerz lass nach!

Wir beleuchten das Thema hypnotherapeutisch. Neben zwei Übersichtsartikeln,

die die Bedeutung und Anwendung von Hypnose und Hypnotherapie bei akuten

und chronischen Schmerzen herausstellen, finden Sie in dieser Ausgabe

mehrere Beiträge von Praktikern. Sie zeigen, wie sie Hypnose in ihrem psychotherapeutischen,

medizinischen und zahnmedizinischen Alltag anwenden, um

Schmerzlinderung zu erreichen. Eine wahre Fundgrube an praktischem Handwerkszeug!

Ein riesiges Dankeschön geht an alle die Kollegen und Kolleginnen,

die ihre Schatzkisten für uns geöffnet haben!

Viele der vorgestellten Ansätze sind über die Schmerzbehandlung hinaus nutzbar.

Aber auch Artikel zu anderen Themen lassen erahnen, welche Möglichkeiten

die Hypnose heute für die Arbeit mit Kindern und Erwachsenen bietet, im

therapeutischen Bereich, aber auch im Sport.

Daneben finden Sie im Heft wieder viel Wissenswertes und Nützliches aus der

Welt der Hypnose und der DGH: Die Übersicht nationaler und internationaler

Hypnose-Kongresstermine für Wissensdurstige. Informationen über die DGH,

ihre Aktivitäten, auch politisch, ihre neuen Mitglieder und Internes. Berichte

von Kongressen und Projekttagen. Viele kleine Perlen.

Außerdem werden Sie wie schon in den vergangenen Jahren Interviews mit

besonderen Experten entdecken: Mark Jensen und John Lentz sprechen in den

Suggestionen sehr persönlich über ihre Erfahrungen mit Hypnose.

Freuen Sie sich also auf ein Heft voller Juwelen, die jeden, der mit Hypnose

arbeitet, bereichern werden. Genauso bietet es Menschen, die einfach mal

wissen wollen, was ihre Psychotherapeuten, Ärzte und Zahnärzte mit Hypnose

eigentlich so machen, spannende Einblicke in eine oft noch mysterienumwobene

Welt. Wir hören immer wieder, dass unsere Mitglieder das Heft auch in

ihren Wartezimmern auslegen und begrüßen deshalb auch ganz herzlich die

Patienten unter unseren Lesern!

Nun aber laden wir Sie dazu ein, sich in die Lektüre zu vertiefen und sie in vollen

Zügen zu genießen!

Dipl.-Psych. Anke Precht und Dr.med.dent. Peter Dünninger

Die „Suggestionen“ sind das offizielle Organ der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie e.V. (DGH). Manuskripte senden Sie bitte entsprechend dem

Autorenleitfaden an die o.g. Adressen der Chefredakteure. Eine Veröffentlichung können wir nicht garantieren. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt

die Meinung der Herausgeber wieder, noch sind sie offizielle Verlautbarungen der DGH. Das Copyright verbleibt bei den Autoren.


4 Inhalt

Inhalt

5

................................................

Inhalt

................................................

33-34

Kinderleichte Lösungen

Dipl.-Psych. Nicole Beck-Griebeling

73-77

Verdecktes Ankern

Die Techniken des verdeckten

Ankerns in der Suchtbehandlung

Dipl.-Psych. Dr. Christoph Sollmann

6-32

Schwerpunkt „Hypnose & Schmerz“

Dr. med. Hansjörg Ebell

Dipl.-Psych. Dr. rer. biol. hum. Agnes Kaiser Rekkas

Dr. med. Franz Hötschl

Dipl.-Psych. Silvia Fisch

Zahnarzt Sebastian Knop

Dipl.-Psych. Ronald Milewski

Dipl.-Psych. Andrea Kaindl

2

Impressum

3 Editorial

49-50

Kinder leicht behandeln–

vom DGH-Workshop 2018

49-50

4-5 Inhalt

35-36 Interview

mit Dr. John Lentz

37

Silvia Schröder, Ärztin

Schnell in Paris –

Wochenendworkshop

Zahnarzt Sebastian Knop

38 Kongressbesuch in

Akko, Israel

Dipl.-Psych. Anke Precht

43-44

Nachlese DGH-

Projekttage 2019

& DGH-Workshop

zu MS

Dipl.-Psych. Silvia Fisch

Sabine Rochlitz

45-46 Interview

mit Mark P.

Jensen

Dr. med. Michael Teut

47-48 Gesundheitsminister

Spahn

Dipl. - Psych. Silvia Fisch

52-54

51 Nachruf

Betty Alice

Erickson

1 - 4

Dipl.-Psych. Silvia Fisch

Dr. med. dent. Peter Dünninger

Literaturübersicht

Wissenschaft

Dr. med. dent. Peter Dünninger

Regionale

Weiterbildung

der DGH

}

zum Heraustrennen

55

56-57

Zahnarzt Sebastian Knop

Neue Zertifikatsinhaber

Neue Mitglieder

der DGH

58-59 Rezensionen &

Neuerscheinungen

60-62

Dr. med. dent. Peter Dünninger

Dipl.-Psych. Ronald Milewski

Das Multilevel Hypnotic

Modell – Hypnose in

der Sportpychologie

Michele Modenese, Italien

63

64-68

69-72

78

Einladung zur

Mitgliederversammlung 2019

Protokoll der

Mitgliederversammlung 2018

Ressourcenaktivierung

in der Onkologie

Dipl.- Psych. Norbert Gelse

Vorschau Kongresstermine


6 Hypnose & Schmerz Hypnose & Schmerz 7

Hypnose und Schmerz

Autor: Dr. med. Hansjörg Ebell

„Pain is really strange“ (1)

In/mit Hypnose können operative Eingriffe durchgeführt werden, obwohl keine örtliche Betäubung oder Narkose

verwendet wird. Trotz Gewebeverletzung und intensiven (Schmerz)-Signalen an das Zentralnervensystem

wird nicht nur kein Schmerz empfunden, sondern der Patient kann sich dabei sogar richtig wohl fühlen.

Wie ist das möglich?

Andererseits: Trotz intensiver, vielfältiger und wiederholter Diagnostik ist an einer Stelle, wo starke, unerträgliche

Schmerzen empfunden werden, keinerlei objektivierbare Pathologie oder Auffälligkeit zu entdecken.

In Hypnose kann der Schmerz weg sein, aber es hält nicht lange an.

„Schmerz“ und „Hypnose“–

eine besondere Beziehung

Die Alarmfunktion von Schmerz

als Warn- und Schadensmeldung

war zentral für die Entwicklungsgeschichte

des Lebens auf unserem

Planeten allgemein und für

das Überleben der Spezies Mensch

im Besonderen. Die Beachtung

von Verletzungen und Entzündungen

wird dadurch erzwungen,

dass entsprechende Informationen

aus dem Körpergewebe an

Rückenmark und Gehirn übermittelt

und dort verarbeitet werden;

deren subjektive Interpretation als

Schmerz ist Auslöser sowohl für

komplexe Verhaltensmuster des

betroffenen Individuums als auch

seiner Bezugspersonen. Seit Urzeiten

wird in allen Kulturen Erfahrungswissen

zu Schmerzlinderung

und Heilung mit Hilfe von Zuständen

veränderten Bewusstseins gesammelt,

angewandt und weitergegeben.

Die Geschichte der Hypnose steht

in dieser Tradition. Ursprünglich

(Mitte 19. Jhdt.) wurde der Begriff

geprägt für Techniken und Suggestionen,

die darauf abzielten,

einen besonderen, tiefen Schlaf

(griechisch: Ύπνος) herbeizuführen.

In diesem sollten alle Anweisungen

unkritisch befolgt und alle

Suggestionen als „real“ erlebt werden.

Auch wenn Schlaf-Suggestionen

heute eher bei Show-Hypnosen

zentral sind und „Hypnose“

neurophysiologisch und psychologisch

weder als Wachsein noch

als Schlaf zutreffend beschrieben

werden kann, wird dieser historische

Begriff weiter verwendet. In

der zeitgenössischen Praxis von

Medizin, Zahnmedizin und Psychotherapie

dient er nach wie vor als

wissenschaftliches Etikett für vielfältige

therapeutische Interventionen

- insbesondere auch zur Veränderung

der Erfahrung „Schmerz“

(2,3).

„Wenn es so weh tut“

Für die Erklärung akut auftretender

Schmerzen ist Descartes‘

(Anfang 17. Jhdt.) Vorstellung

einer Schmerzbahn, um die schädigende

Hitze einer Flamme in der

Nähe des Fußes an das Gehirn zu

melden und sein Vergleich „wie

wenn man an einem Seil zieht, um

am anderen Ende eine Glocke ertönen

zu lassen“ nach wie vor bestimmend

und auch therapeutisch

zielführend. Für das subjektive Erleben

ist er ohnehin evident. Das

Wissen um die pathophysiologischen

Grundlagen dieser Art Informationsvermittlung

im Zentralnervensystem

(Nozizeption) und

über entsprechende Therapiemaßnahmen

ist durch klinische Erfahrung

und Grundlagenforschung

exponentiell angewachsen - seit

den Anfängen einer „speziellen

Schmerztherapie“ als eigenständigem,

medizinischen Fachgebiet in

den 70iger Jahren. Die Behandlung

akuter Schmerzen als Anwendung

von Expertenwissen – mit den Patienten

als passiven Empfängern

von kundigen Behandlungsmaßnahmen

- erscheint aus dieser Perspektive

naheliegend, die Hypnose

mit eingeschlossen.

Im Gegensatz dazu braucht es bei

der Mehrzahl der chronischen

Schmerzsyndrome (z.B. Rückenund

Kopfschmerzen) komplexere,

systemische Erklärungsmodelle,

die über mögliche nozizeptive Signale

hinausgehen und um psychosoziale

Dimensionen erweitert

worden sind (4), um angemessen

be/handeln zu können. Bei diesen

besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit,

dass Therapiemaßnahmen,

die die „Ursache“ der unerträglichen

Schmerzen an der Stelle

beseitigen sollen, wo es weh tut,

immer tiefer hinein führen in eine

Negativspirale von Schmerz und

Leiden anstatt heraus. Dies ist die

Folge von Lernprozessen in den

Netzwerken des Zentralnervensystems:

Neuroplastizität. Wenn

sich ein solcher circulus vitiosus

entwickelt hat, kann das Schmerzproblem

nicht „zur Reparatur abgegeben

werden“ - auch nicht beim

Schmerz-Spezialisten. Dieser kann

sogar zu dem Problem werden, für

dessen Lösung er sich hält, weil

jede Veränderung zum Besseren

in diesen Fällen individuelles Neuund

Umlernen erfordert.

Die Betroffenen „antinozizeptiver“

Fehlbehandlungen gemäß Akutschmerzmodell

(insbesondere

auch durch die Verordnung von

Opiaten) zählen aktuell Millionen

und die gesellschaftlichen Folgekosten

gehen in die Milliarden.

Wie und ob Schmerzlinderung

nicht nur kurzfristig, sondern auch

mittel- und langfristig gelingt und/

oder wieder eine gute Lebensqualität

erreicht werden kann, hängt

bei langjährig chronifizierten

Schmerzsyndromen vor allem davon

ab, ob die Betroffenen zur aktiven

Mitarbeit gewonnen werden

können. Sie sind die einzig möglichen

Experten für die Beurteilung

einer Verbesserung (oder Verschlechterung)

und ihre Behandler

sind die Experten für angemessene

Vorschläge und Behandlungsmaßnahmen.

Beide Experten müssen eng zusammenarbeiten,

um einen gemeinsamen

Lernprozess zu gestalten,

für den multimodale und

interdisziplinäre Behandlungskonzepte

unabdingbare Voraussetzung

sind. Dies gilt insbesondere

auch für die erfolgreiche Verwendung

von Hypnose und Selbsthypnose

in einem angemessenen Gesamt-Therapiekonzept

(5).

Warum und wann Hypnose und/

oder Selbsthypnose bei

Schmerzen?

Bei akutem, nozizeptiven Schmerz

sind medizinische Routinemaßnahmen

heute so gut und effektiv

wirksam, dass Hypnose als Intervention,

um Schmerzen „auszuschalten“,

nicht wirklich gebraucht

wird. Ihr hoher therapeutischer

Stellenwert liegt in der Beeinflussung

anderer Aspekte, die die

Wahrnehmung von Schmerzen

allerdings sehr stark beeinflussen:

insbesondere von Ängsten, die

mit hohem Stress und Anspannung

einhergehen. Als supportive

Maßnahme führen Hypnose und

Selbsthypnose zu guten Behandlungsergebnissen

und hoher Zufriedenheit

bei allen Beteiligten,

z.B. in der prä-, intra- und postoperativen

Verwendung (6, 7).

Bei chronifizierten Schmerzen können

Hypnose und Selbsthypnose

vor allem dann eine wichtige Rolle

spielen, wenn es damit gelingt - bei

all dem Leid (auch trotz einer kausalen

Zuordnung der Schmerzen

als „Ursache“ der Misere!) - gute

Erfahrungen im Hier und Jetzt zu

vermitteln. So kann z.B. ein intensives

Gefühl „wohliger Wärme“ in

Hypnose (insbesondere, wenn es

in Selbsthypnose gelingt, dies zu

reproduzieren) bei chronischem,

muskulär bedingtem Rückenschmerz

nicht nur kurzfristig gut

tun, sondern auch im Gedächtnis

Spuren hinterlassen. Wenn solche

guten Erfahrungen (i.S. eines

persönlichen „Was statt Schmerzen“-Ziels

statt des Vermeidungsziels

„kein Schmerz“) möglich sind,

können sie die Zuversicht fördern,

dass die Schmerzen irgendwann

doch besser werden oder ganz

überwunden werden könnten bzw.

dass es insgesamt vorwärts gehen

kann. Vertrauen in Selbstwirksamkeitserfahrungen

und das eigene

Regulationspotential beruhen auf

einem anderen Funktionsmodus

als Resignation und Depression

und unterstützen das anzustrebende

und erforderliche Umlernen

der Netzwerke im Zentralnervensystem

(Neuroplastizität). Konkrete

und erreichbare Annäherungsziele,

d.h. Erfolgserlebnisse durch

Selbstkompetenzerfahrungen,

sind wesentlich, um die (bisher

meist erfolglos angewandten)

Strategien der Schmerz-„Bekämpfung“

überwinden zu können. Dies

wird allerdings nur dann gelingen,

>>


8 Hypnose & Schmerz

Hypnose & Schmerz 9

wenn die Patienten selbst aktiv

werden und ihr persönliches Expertentum

und ihre individuellen

Ressourcen selbstverantwortlich

in ein Gesamt-Therapiekonzept

einbringen. Bei langjähriger Chronifizierung

einer Schmerzsymptomatik

geht es im konkreten Einzelfall

selbstverständlich um eine

optimale Kombination all dieser

Perspektiven. Dies erfordert in der

Regel schmerztherapeutisches Expertenwissen.

Warum ist die Unterscheidung

von „Annäherungszielen“ und

„Vermeidungszielen“ so wichtig

und was ist das Behavioral

Inhibition System (BIS) und das

Behavioral Activation System

(BAS)?

Jegliche Erfahrung wird im Zentralnervensystem

innerhalb von Sekundenbruchteilen

überprüft, ob

sie neu ist oder ähnlich zu „x“ und

in welchem Kontext sie gemacht

wurde sowie, ob sie „negativ“ (sofortige

Aktivierung des Alarmsystems)

oder „positiv“ zu bewerten

ist (8). Damit unmittelbar verbunden

ist eine Hochrechnung, wie es

weitergehen wird. Auch Qualität

und Intensität dieser Erwartung

ergeben sich aus diesem Abgleich,

mit Konsequenzen für das aktuelle

Befinden und Verhalten. So führen

aktuelle Schmerzen bei bereits

langjährig bestehenden Schmerzen

zu der an Sicherheit grenzenden

Annahme, dass dies auch weiterhin

so sein muss. Auch wenn

durch Erfahrung immer wieder bestätigt

- ähnlich dem Naturgesetz

der Schwerkraft -, ist diese Wahrnehmung

jedoch ein hochkomplexes

Konstrukt, das veränderlicher

ist, als es scheint.

Aus dieser neurophysiologischen

und -psychologischen Perspektive

(9, 10) ergeben sich chancenreiche

Therapieansätze auf hypno-systemisch-konstruktivistischer

Grundlage: Wenn es nur „Hier

und Jetzt“ und heute gibt, ist die

sog. Vergangenheit ein Rückgriff

auf aktuell abrufbare Gedächtnisinhalte

(nicht, was geschehen

ist, ist relevant, sondern was abgespeichert

wurde - das meiste

davon unbewusst) und Zukunft

ist nie, sondern immer eine aktuelle

Hochrechnung. Speziell für die

Schmerzbehandlung sind auf dieser

Grundlage zwei unterscheidbare

Netzwerke im Gehirn von

zentraler Bedeutung (11): Jeder

Kampf, um das Vermeidungsziel

„weniger oder keine Schmerzen“

zu erreichen, verstärkt die durch

die Schmerzerfahrung bereits erhöhte

Aktivität im „Behavioral Inhibition

System“ (BIS).

Dies geht einher mit einer Aktivierung

der Amygdala, d.h. den Kerngebieten

und Schaltkreisen im

Zentralnervensystem, die Angst,

Stress und vermeidendes Alarmverhalten

steuern. Werden hingegen

im sog. „Behavorial Activation

System“ (BAS) Annäherungsziele

erreicht (i.S. eines individuellen

„Was stattdessen“ wie z.B. der Wärme

im o.g. Beispiel von Rückenschmerzen)

- und sei es auch nur

prozentual, bezogen auf das Endziel

- hat dies eine Aktivierung des

dopaminergen Belohnungssystems

im Gehirn zur Folge.

Gute Hypnose-Erfahrungen im

Hier und Jetzt sind also nicht nur

per se wohltuend, stärkend usw.,

sondern sie erschließen auch entsprechende,

„positive“ Assoziationsfelder

im Hinblick auf die sog.

Vergangenheit und damit potentiell

vielfältige Ressourcen. Darüber

hinaus ermöglicht eine aktuelle

Erfahrung der gewünschten Qualität

- plus Rückgriff auf Ähnliches

im Gedächtnisspeicher - eine optimistischere

Erwartungshaltung für

die sog. Zukunft, d.h. eine deutlich

zuversichtlichere Hochrechnung

als im Schmerzmodus. Dies gilt

insbesondere auch, wenn durch

eine chronische, körperliche Erkrankung

(z.B. Krebserkrankung)

über das Schmerzproblem hinaus

weitere Herausforderungen zu bewältigen

sind.

Die Bedeutung hypno-therapeutischer

Kommunikation

Systemische Perspektiven (12)

und das Phänomen der Neuroplastizität

( „was im Gedächtnis bzw. in

den inneren Netzwerken Spuren

hinterlässt“) können bei der existenziellen

Erfahrung „Schmerz“

sowohl eine Chronifizierung (Pathogenese)

als auch Rehabilitation

und Gesundung (Salutogenese) erklären.

Konkreter Ausgangspunkt

jeder Behandlungssituation ist immer

die Begegnung mit einem leidenden

Menschen, der Hilfe sucht.

Je intensiver dessen Leiden und je

dramatischer das Schmerz-Erleben

ist (Behavioral Inhibition System

maximal aktiviert), umso höher

wird der Druck auf alle Beteiligten.

Bei akuten Schmerzen ist in dieser

Situation interventionelles Machertum

adäquat (incl. Magie der

Hypnose). Bei komplexen chronischen

Schmerzsyndromen braucht

es jedoch eher die Haltung und

Herangehensweise eines Gärtners:

neben Expertenwissen in Schmerztherapie

hilft vor allem kommunikative

Kompetenz, um mit dem

hohen subjektiven Leidensdruck,

der sofortige und radikale Veränderungen

der Schmerzsymptomatik

verlangt, umgehen zu können.

Nachhaltige Veränderungen zum

Besseren erfordern Konzepte über

eine Krisenintervention hinaus,

ein mittel- und langfristiges Herangehen

und ein Umlernen „Schritt

für Schritt“, um im Behavioral Activation

System „gute“ Spuren zu

hinterlassen. Jede Veränderung

muss sich bewähren und wenn sie

sich bewährt hat, wird dies helfen,

die Aktivierung der Netzwerke zu

verändern, von BIS hin zu BAS. Für

diesen höchst individuellen Lernprozess

sollten vor allem erreichbare,

persönliche Annäherungsziele

ermittelt werden, um kleine und

große Erfolgserlebnisse zu ermöglichen.

Darüber hinaus braucht es

auch Zeit und Geduld (13).

Für die gemeinsame Erkundung

dieses persönlichen Weges (und

ggf. auch der Umwege) zu Rehabilitation

und Heilung ist ein vertrauensvoller

Austausch auf der Basis

intersubjektiver Resonanz optimal

und sind bestimmte Grundregeln

hypnotherapeutischer Kommunikation

sehr geeignet (14). Milton

H. Erickson hat das Potential der

Hypnose für die Schmerztherapie

vor 55 Jahren auf dem ersten Internationalen

Kongress für Hypnose

und Psychosomatische Medizin

in Paris dargelegt (15). Seinen Vortrag

begann er mit diesem Satz:

„Hypnose ist im Grunde nichts

anderes als die Vermittlung von

Gedanken und Erkenntnissen an

den Patienten in einer Weise, die

gewährleistet, dass er für die dargebotenen

Gedanken in höchstem

Maße empfänglich ist und infolgedessen

engagiert sein eigenes Potential

erforscht, wie seelische und

körperliche Reaktionen sowie Verhaltensweisen

angemessen verändert

werden können.“ Höchst

interessant ist, dass in der S3-Expertenleitlinie

„Psychoonkologie“

von 2014 (16) die hohe Bedeutung

einer „Patientenzentrierten

Kommunikation“ fast gleichlautend

formuliert wird: „Patientenzentrierte

Kommunikation bezeichnet

ein kommunikatives Verhalten,

das den Patienten in seiner

aktuellen körperlichen und emotionalen

Verfassung wahrnimmt,

seine persönlichen Werte, Bedürfnisse

und Präferenzen berücksichtigt

und seine Selbstkompetenz,

Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit

fördert.“ (Hypnose wird in

dieser Leitlinie gar nicht erwähnt;

allerdings wird auf die Bedeutung

von Entspannungsanleitungen und

Imaginationen verwiesen.)

Hypnose und Schmerztherapie

Bei akuten Schmerzen ist in einem

professionellen Kontext der Einsatz

von Hypnose als mächtige Suggestionstechnik,

um den Schmerz

wegzuzaubern, nach wie vor adäquat

und faszinierend, wenn auch

nur in Ausnahmefällen nötig oder

indiziert. Bei der Zusammenarbeit

zur Veränderung der leidvollen Erfahrung

chronischer Schmerzen

(Neuroplastizität!) mittels hypnotherapeutischer

Kommunikation

wird - schmerztherapeutisches

Expertenwissen vorausgesetzt -

ein intersubjektiver Austausch der

Behandler und Behandelten in Resonanz

auf der Beziehungsebene

gestaltet. Die hohe und positive

Intensität der „Hier und Jetzt“-Erfahrungen

in Hypnose und Selbsthypnose

fördern das erforderliche

Umlernen und helfen, die Aktivierung

im Behavioral Inhibition System

zu reduzieren, zu Gunsten von

Annäherungszielen mit einer Stärkung

des Behavioral Activation Systems

in der Folge. Sie erleichtern

und ermöglichen den Zugang zu

Ressourcen. So werden Möglichkeitsräume

eröffnet, die es zu explorieren

und auszubauen gilt. Um

noch einmal Milton H. Erickson als

Kronzeugen zu zitieren: „Hypnosis

isn‘t something done to someone,

rather therapist and client together

enter a relational field, where

the conscious awareness and the

unconscious of two persons are

connected.“ (17)


10

Schmerz, lass nach! – mit Hypnose

Schmerz, lass nach! – mit Hypnose

11

Schmerz, lass nach!

– mit Hypnose

ypnotische Analgesie und

H Anästhesie zählen zu den

beeindruckendsten Erfahrungen

mit Hypnose.

Hat der Schmerz seine Signalfunktion

erfüllt oder will man

einem zu erwartenden Schmerzgeschehen

gewappnet begegnen,

bietet die Hypnose Möglichkeiten

der Beeinflussung oder

sogar Ausschaltung. Sie ist eine

empirisch validierte Behandlung

der Akutschmerztherapie, wird

aber auch bei komplexen chronischen

Schmerzgeschehen eingesetzt.

Die Beeinflussung von Intensität

und Dauer des Schmerzerlebens

lässt Stressparameter

sinken, was das Immunsystem

stabilisiert und Heilungskapazitäten

fördert. Die Angst vor dem

Schmerz wird aufgelöst, was die

psychische Situation positiv

stimuliert.

Allgemeine Ziele der hypnotherapeutischen

Intervention:

• Ausschaltung oder (wahrscheinlicher)

Reduzierung von Schmerz

• Geringere Dosierung von Analgetika,

Anästhetika, Anxiolytika

• Therapie des Schmerzes ohne

Nebenwirkungen

Autorin: Dipl.-Psych. Dr. rer. biol. hum. Agnes Kaiser Rekkas

Aus: Hypnose und Hypnotherapie. Manual für Praxis, Fortbildung und

Lehre. Modul III. S. 327f. Hrsg. v. Agnes Kaiser Rekkas.

© Carl-Auer Verlag, 2018.

• Besseres Wohlbefinden,

erhöhte Immunabwehr

• Erleben von Selbstwirksamkeit

durch Selbsthypnose zur

Schmerzkontrolle

• Gewinn an Selbstvertrauen,

positive Beeinflussung einer häufig

anzutreffenden sekundären

Depression bei länger währender

Symptomatik.

Beim Schmerzpatienten treten

wir durch sein Leiden auf eine besonders

suggestible Verfassung.

Die Erwartungshaltung und Motivation

zur Veränderung dieses

Zustands öffnen auf besondere

Weise. Der Patient ist fokussiert,

absorbiert und in die Therapie

involviert, die optimale Voraussetzung

für eine therapeutische

Intervention mit Hypnose.

Schmerzwahrnehmung,

emotionale Bedeutung

und Hypnose:

• Das Erleben des Schmerzes ist

eine Frage der Wahrnehmung.

• Im Schlaf verspüren wir keinen

Schmerz.

• In Hypnose verspüren wir

keinen Schmerz.

• Schmerz ist bedrohlich und

oft gekoppelt mit Gefühlen von

Angst.

Ansatz der Hypnotherapie:

Die Schmerzwahrnehmung wird

hypnotisch verändert. Die Angst

durch den Schmerz, vor dem

Schmerz, vor einer möglichen organischen

Ursache des Schmerzes

wird aufgelöst.

Richtlinie:

• Die Signalfunktion des Schmerzes,

das heißt seine natürliche,

schützende Funktion, betonen

und auch respektieren.

• Bei akutem Schmerz direktiv

vorgehen!

• Bei starken Schmerzen Restschmerz

erlauben!

• Bei chronischem Schmerz psychische

Beteiligung – Bedeutung

behandeln.

• Das körperliche Schmerzgedächtnis

berücksichtigen!

Hypnotherapie und Schmerz:

• Das Schmerzgeschehen wird

oftmals überlagert von der Erinnerung

an erlebten Schmerz und

der Angst vor dem zu erwartenden

Schmerz. Genau hier kann hypnotherapeutisch

mit Suggestionen

z.B. für Amnesie, Dissoziation, Zeitverzerrung,

Zeitprogression und

guten inneren Dialogen im Sinne

von positiven Selbstsuggestionen

hervorragend gearbeitet werden.

• Wichtig ist die konkrete Beschreibung

der sensorischen Aspekte

des Schmerzes auf der kinästhetischen

und visuellen Ebene. Dies

dient dem Rapport und kann im

Folgenden für die Intervention genutzt

werden, wie für die direkte

oder indirekte Suggestionen von

z. B. Schwere, Leichtigkeit, Kühle,

Wärme oder auch Gefühllosigkeit/

Taubheit, Helligkeit, Ausbreitung,

Grenzen, Fläche, Tiefe, Gestalt.

• Gearbeitet wird mit Vorstellungen

eines inneren Schalters, mit

dem man Schmerz reduziert, eines

magischen Schwammes, der

Schmerzen aufsaugt, einer kühlen

Farbe, die den Schmerz »abkühlt«.

• Das ideomotorische »Ausschalten«

oder graduelle Herunterdimmen

von Schmerz ist eine spezielle

Technik der Hypnose, mit der auch

eine Kommunikation mit dem Unbewussten

möglich wird.

• Metaphern wie der »Schmerzmagnet«,

der auf einer Wolke

daherschwirrt, sich richtig zum

Körper positioniert und dann die

»Schmerznadeln/-pfeile« herauszieht,

können sehr hilfreich sein,

wenn sie als stimmig empfunden

werden.

• Absichtliches An- und Abschwellenlassen

von Schmerz, das Fokussieren

auf den Schmerz, »Hineinwandern«

und dann Verändern

sind weitere Varianten, mit dem

Schmerz zu »spielen« und damit

die Oberhand über ihn zu gewinnen.

• Die »Handschuhanästhesie mit

Nadeltest« überzeugt auch den kritischen

Patienten von der eigenen

Fähigkeit, Schmerz ausschalten zu

können. Wenn er die Anästhesie

aus dieser Hand in den entsprechenden

Körperbereich fließen

lassen kann, hat er das Prinzip der

Selbstwirksamkeit begriffen.

• Die Technik der Distraktion lässt

andere (schmerzfreie) Körperbereiche

in der Gefühlswahrnehmung

intensiver erscheinen.

• Bei chronischen Schmerzen ist

herauszufinden, wie der innere Bezug

des Patienten zum gequälten/

quälenden Körperbereich ist. Oft

ist – verständlicherweise – dieser

Bereich ausgegrenzt oder wird sogar

verwünscht. In Hypnose muss

gelernt werden, sich dem schmerzenden

Körperteil im Positiven zuzuwenden.

Erzähle von der liebevollen

Mutter, die das gestürzte

Kind hätschelnd in den Arm nimmt

und das aufgeschlagene Beinchen

küsst und versorgt.

• Das »Schmerzgedächtnis« ist

in tiefer Hypnose und möglichst

ideomotorisch zu beeinflussen.

Nützliche Hypnosephänomene

in der Schmerztherapie:

• Amnesie für erfahrenen Schmerz/

für die letzte Schmerzattacke

• Zeitverzerrung bzw. veränderte

Zeitwahrnehmung, schmerzfreie

Zeit »verlängern« und umgekehrt

• Zeitprogression/-regression, jeweils

in schmerzfreie Zeit (Situation

des Wohlbehagens, Urlaub)

• Dissoziation in schöne Zeiten, an

gute Orte

• Körperliche Dissoziation:

den Körper ruhen lassen und selbst

geistig auf Reisen gehen

• Vergrößern und Verkleinern

(Reihenfolge beachten!) der

Schmerzgegend

• Vergessen von Schmerz

• Verschieben von Schmerz

• Verwässern, Verfärben, Verändern

von Schmerz

• »Innerer-Ratgeber-Technik«, das

heißt Installation einer projektiven

Instanz zur Förderung eines inneren,

hilfreichen Dialogs zur Bewältigung

des Schmerzes

• Neuinterpretation der Schmerzerfahrung,

z. B. als Körpersignal

bei Nichtbeachtung der eigenen

Kräfte

• Chronische Schmerzerkrankungen

ohne körperlich-organischen

Befund wie Fibromyalgie, chronischer

Rückenschmerz, Unterleibsschmerz

und orofazialer Schmerz

erklären sich oft durch traumatische

Ereignisse während einer

bestimmten Lebensphase. Der

bewussten Kontrolle entzogen,

bildet sich ein Schmerzgedächtnis

heraus, das in späteren Belastungssituationen

zum Ausgangspunkt

chronischer Schmerzen

werden kann. Hier muss vermehrt

psychotherapeutisch mit Hypnose

gearbeitet werden.

Wunderfrage

Die »Wunderfrage« kann Wunder

bewirken: Therapeut: »Wenn heute

Nacht ein Wunder geschieht,

was ist morgen anders?«

Patient: »Da habe ich keine

Schmerzen.« – Falsch, da der

Schmerz ja noch präsent ist!

»Ich dreh mich noch mal um und

genieße mein kuscheliges Bett.«

Oder: »Ich schau mal, was für ein

Wetter heute ist.« – Richtig, da der

Schmerz nicht präsent ist.


12 Der Scheinriese 713

Der Scheinriese

Neue Perspektive

auf den Schmerz

>> Der Scheinriese


14 Hypnose bei Reizdarm

Hypnose bei Reizdarm 715

Einfach mal chillen –

Seele und Bauch auf

wundervoller Reise

Hypnose bei Colon irritabile

(IBS - irritable bowel syndrome)

Autorin: Dipl.-Psych. Dr. rer. biol. hum. Agnes Kaiser Rekkas

Aus: Hypnose und Hypnotherapie. Manual für Praxis, Fortbildung und Lehre. Modul III. 5 Seite

93 ff. Hrsg. v. Agnes Kaiser Rekkas. © Carl-Auer Verlag, 2018.

Beschwerdebild und Genese

rganisch gesund, leiden

O Menschen mit einer Reizdarmsymptomatik

an Beschwerden,

die bei jedem Betroffenen

unterschiedlich ausgeprägt

sind. Es unterscheiden sich vier

Typen, die jeweils durch das

überwiegende Symptom gekennzeichnet

sind.

Es gibt den blähungsbetonten

Reizdarm, bei dem quälende

Ansammlungen von Darmgasen

das Hauptproblem sind,

den diarrhö‐ (Durchfall), den

verstopfungs‐ und den schmerzbetonten

Reizdarm mit krampfartigen,

teilweise an Koliken erinnernden

Schmerzen.

Als Schlüsselpunkt der Reizdarm‐Problematik

gilt das enterische

Nervensystem, ein dichtes

Geflecht von Nervenbahnen, das

größtenteils unabhängig vom

Gehirn mit seinen Signalen die

Darmtätigkeit koordiniert und so

den Magen‐Darm‐Trakt versorgt.

Nach neuen wissenschaftlichen

Erkenntnissen können wir davon

ausgehen, dass funktionelle Magen‐Darm‐Beschwerden

von einer

Überempfindlichkeit dieses enterischen

Nervensystems herrühren.

Hinzu kommt eine erhöhte psychische

Anspannung - wie die Angst,

mit der Unsicherheit aus dem Haus

zu gehen, wo unterwegs im Fall

des Falles eine Toilette ist - , die das

Leiden verschlimmert.

Neben einer genetischen Veranlagung

diskutieren die Reizdarm‐Forscher

auch Entzündungen im Magen‐Darm‐Trakt

als Auslöser. Im

Gegensatz zur eigentlichen Entzündung

scheint die gesteigerte

Schmerzempfindung, etwa nach

einer „Darmgrippe“, nicht mehr abzuklingen.

Auch extreme psychische

Erlebnisse, sowie prägende

Erlebnisse in der frühkindlichen

Entwicklung gelten als mögliche

Ursachen. Beim Reizdarm‐Syndrom

handelt es sich jedenfalls um

eine Ausschlussdiagnose. Das bedeutet:

Zunächst müssen alle anderen

organischen Erkrankungen

ausgeschlossen werden, die ein

ähnliches Beschwerdebild hervorrufen

können. Es gibt eine ganze

Reihe von Symptomen, die besonders

ernst genommen werden

müssen: Schluckstörungen, starke

Gewichtsabnahme, Erbrechen

oder Fieber.

Weil die funktionellen Beschwerden

in der Nacht meistens schwächer

sind oder auch gar nicht auftreten,

sind nächtliche Probleme

ein Alarmsymptom, das auf eine

organische Ursache hinweist. Da

keine mit den üblichen Methoden

fassbaren organischen Ursachen

vorhanden sind, ist die Behandlung

des Reizdarms eine besondere

Herausforderung. In leichten

Fällen können häufig schon Entspannungshypnosen

zu einer Besserung

der Beschwerden führen.

Aber meistens haben die Patienten,

die endlich eine Psychotherapie

mit Hypnose aufsuchen, eine

langjährige Leidenszeit, aber auch

eine lange medizinische Odyssee

hinter sich, nehmen Entbehrungen

wie Diäten und andere Einschränkungen

auf sich und empfinden

soziale Isolation und leiden

unter Ängsten und Depressionen.

Studien zu Hypnose und

Reizdarm

Zwar war bereits bekannt, dass

Hypnotherapie für Patienten, die

unter einem Reizkolon leiden, eine

deutliche Erleichterung bringen

kann, allerdings war unklar, wie

lange die lindernde Wirkung anhält.

Dieser Frage widmete sich

2002 ein Forscherteam unter der

Leitung von Wendy Gonsalkorale

vom Withington Hospital in Manchester.

An der Studie nahmen

204 Patienten teil.

Die Behandlung mit Hypnotherapie

erstreckte sich über 12

Wochen. Vor und nach der Behandlung

sowie zu weiteren Erhebungszeitpunkten

bis zu sechs

Jahre nach Abschluss der Behandlung

gaben die Patienten Auskunft

über ihre Symptome, ihre Lebensqualität,

ihr individuelles Ausmaß

an Angst und Depression. Es zeigte

sich, dass die Behandlung bei

71% der Patienten wirksam war;

bei 81 % dieser Gruppe blieb der

Behandlungserfolg über die Zeit

stabil, während die übrigen 19%

angaben, dass sich ihre Symptome

nur etwas verschlechtert hätten.

Ausweislich der erhobenen

Befindlichkeiten zeigten sich bei

allen items in den Follow‐up Erhebungen

signifikante Verbesserungen

(p>


16 Hypnose bei Reizdarm

Hypnose bei Reizdarm 717

54 Probanden dienten als Vergleichsgruppe

und erhielten nur

eine allgemeine Beratung zu ihren

Beschwerden. Auch hier wurde

eine starke Verbesserung des subjektiven

Befindens der mit Hypnose

behandelten Patienten erwiesen,

wobei der positive Effekt über

eine sehr lange Zeit anhielt.

Quellen:

https://www.thelancet.com/journals/langas/article/PIIS2468-1253(18)30310-8/fulltext

Gonsalkorale, W.M. , Houghton, L.A. & Whorwell,

P.J. (2002). Hypnotherapy in irritable bowel

syndrome: a large-scale audit of a clinical

service with examination of factors influencing

responsiveness. American Journal of Gastroenterology,

97, 954-961. Gonsalkorale et al., 2002

Gonsalkorale, W.M. et al. (2003). Long term

benefits of hypnotherapy for irritable bowel

syndrome. Gut, 52, 1623-1629

S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition,

Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie:

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/021-

016.html

Mit dem hier skizzierten

3-phasigen hypnotherapeutischen

Konzept erziele

ich in der Behandlung von

Patienten mit Reizdarm nachweislich

sehr gute Resultate

Ziel der Hypnotherapie ist zuallererst

die Linderung der Symptomik:

Schmerzen, Durchfall, Obstipation,

Völlegefühl und Übelkeit, Stress.

Neben allgemeiner Entspannung

und Erholung lernen Patienten, in

Selbsthypnose sich zu beruhigen

und die Symptomatik zu mindern,

was heißt: Wellness für den aufgeregten

Darm mit Reduktion von

Schmerz, Spannung, Unruhe und

somit Ruhe und Wohlbefinden im

Bauch. In der nächsten Stufe werden

in Hypnose Selbstheilungsprozesse

in Gang gesetzt und Entzündungen

beeinflusst.

In der dritten Phase wird die psychische

Dynamik des Reizdarmsymdroms

mit in die Therapie einbezogen,

was heißt: Kräftigung

und Stabilisierung für die Person.

Aber schon während der vorerst

mehr somatisch orientierten Hypnotherapie

fließen Suggestionen

indirekter Art mit ein, sodass die

möglichen psychischen Ursachen

der Krankheit der unbewussten

Bearbeitung – zum Beispiel im

nächtlichen Traumgeschehen –

übergeben werden.

Interventionsschritte im hypnotherapeutischen

Therapieablauf

• Definition und Erklärung Hypnose

und das Konzept der Ressourcen

• Neuorientierung / Engagieren

für Mitarbeit

• Einführung in Hypnose

• Lehren von tiefer Hypnose und

Selbstberuhigungstechniken

• Anleitung in Selbsthypnose

• Überprüfen und Verbessern innerer

Dialoge

• Training im therapeutischen

Visualisieren

• Finden von einem sicheren Refugium

& einer hilfreichen inneren

Instanz:

• Erarbeiten passender hypnotherapeutischer

Fantasiereisen

• Individuelle Psychotherapie je

nach individueller Situation

Zum Erreichen tiefer Hypnose

bewähren sich folgende

Techniken:

• Zählen von 1 bis 20

• Beruhigte Atmung

• Verlangsamter Lidschluss

• Augenrollen

• Fraktionierte Trance

• Hypnose über Fingerzeichen

stufenweise vertiefen, Mesmersches

Streichen

• Ruhebilder: Waldsee, Fluss im

Vollmond, Hängematte zwischen

Kraftbäumen, wiederkäuende

Kuh, Sonnenuntergang,

Ausblick aufs Meer

• »Ausführliche sechsstufige Anleitung

in tiefe therapeutische

Hypnose«

• Induktion wie bei progressiver

Anästhesie mit Berühren

• Bild von bewegtem Gegenstand,

der zur Ruhe gebracht

wird

• Sensorisches Erinnern von Tiefenruhe,

das heißt Erinnern

auf allen Sinneskanälen, z. B.

eine Situation auf der Ruheliege

nach dem Saunabad

• Klangschalenbegleitung

Aber das Wichtigste: die Trance

des Therapeuten!!

Einfache Hypnoseinduktionen,

auch für die Selbsthypnose

geeignet

‚Ich brauche nichts zu tun, zu verstehen’,

Ressourcenort, Bodyscan,

Handlevitation (Ideomotorik), 12

Fingersignale (Ideomotorik), Augenrollen

und Körper schweben

lassen, Zählen (1-7, 1-12, nach

gewünschter Tiefe), Schaukelatmung

Anleiten im erfolgreichen Praktizieren

von Selbsthypnose

• Das richtige Hören der Trancetexte

(in vollkommener Ruhe)

• Das richtige Imaginieren einer

Trancereise (Beispiel: Das kleine

Spiegel-Ich)

• Planung und Aufbau einer eigenen

Selbsthypnose für beste

Tiefen - und Langzeitwirkung

(Induktion, Utilisation, Posthypnot.

Suggestion., Ausleitung)

• Das richtige Lesen und Sprechen

eines Trancetextes mit

sich selbst mit gezielter Betonung,

Ruhe, Pausen und Musikuntermalung

nach eigenem

Geschmack

Selbsthypnose:

Was soll der Patient beachten?

• Raum und Ruhe

• Dauer, Länge der Hypnose

• Frequenz, Wiederholung (für

Heilung mehr als oft, für Entwicklung

nicht zu oft)

• Position (bequem liegen, sitzen)

• Vertrauen in unbewusste

Fähigkeiten

• Motivation

• Diskretion (nicht über die SH

‚plaudern‘, weil der Zauber

schwindet)

• ‚Ich stehe für mich im Mittelpunkt‘

Weshalb wirkt Selbsthypnose?

• Aktivieren von Ressourcen

• Erleben von Selbstwirksamkeit

• wirksam, auch wenn man nicht

daran glaubt ;-)

• Erholsamer Abstand

• Öffnung von Bezugsrahmen

Ideen von heilsamen Hypnosen

für den Körper

Atemtrance, Lichtbogen, Daumenkissen,

Heilende Hand, Kraftfäuste,

Bodyscan, Hypnosewolke

(mit Klangschalentönen), Tiefe

Hypnose mit Musik, Raggedy Ann

Der innere Wohlfühlort, Das kleine

Spiegel-Ich, Im Heiltempel, Bad im

Heilwasser Sonnenstrahldusche,

Lichtersee.

„Die heilende Hand“

Beispiel einer Anleitung

Schaue eine Hand mit weichem

Fokus an

Schließe die Augen

Deine Hand wird zur Luftmatratze

Dein Körper streckt sich darauf aus

Deine Hand wandert von alleine

dahin, wo der Körper Heilung

braucht

Die Hand sinkt zurück in deinen

Schoß

Die heilende Trance verbleibt.

Phantasiereisen, Beispiele

Die Hypnosewunderpille - Reduktion

der Symptomatik

Wie im Märchen - Wohlbefinden in

Bauch und Seele

Süßes Nichtstun im Park der Heilung

- Wellness für den aufgeregten

Darm

Das Rote Telefon stilllegen - Loslassen

von inneren Dialogen, Bildern

und Gefühlen, die die Symptomatik

auslösen

Das Reh des Unbewussten -

Romantische Heiltrance

Inhalte der individuellen

Psychotherapie

• Seelische Beruhigung, Entkrampfung,

Entspannung

• Zuversicht, Stabilisierung, Ermutigung

• Training von: Selbstachtsamkeit,

wie sich abgrenzen, behaupten,

schützen, wehren

von Selbstwert, Selbstvertrauen

und Konfliktfähigkeit

• Evtl. Vergangenheitsbewältigung

• Lebensperspektive ohne Symtomatik

FB 1 Colon irritabile, 40 J.,

Künstlerin, 5 Sitzungen

Vor Therapie

Fremdsuggestion:

‚Es gibt keine Heilung‘

Selbstsuggestion:

‚Mein Darm ist das Schwarze Schaf

in meinem Körper‘

Nach Therapie

Therapeutische Suggestion:

‚Es ist alles möglich‘

Selbstsuggestion:

‚Mein guter Darm sorgt für mich,

damit ich all die schönen Dinge

tun kann, die ich tun möchte.‘


18 HypnoMentale Geburtsvorbereitung

HypnoMentale Geburtsvorbereitung 719

Statt Weh während

der Geburt

– HypnoMentale Geburtsvorbereitung

„Sie bieten doch auch Hypnose

zur Geburtsvorbereitung an?“

lautet eine Frage, die uns in der

Psychotherapeutischen Praxis

immer wieder von interessierten

Schwangeren gestellt wird.

Oftmals haben Schwangere und

auch Fachleute in der Geburtshilfe

schon etwas vom sogenannten

„Hypnobirthing“ gehört, ohne die

Unterschiede zu professionellen

hypnotherapeutischen Konzepten

genau zu kennen. Bei dieser

Methode nach Marie Mongan (3.

Aufl., 2011) werden zu den Bereichen

Atmung, Visualisierung,

Entspannung und Vertiefung verschiedene

Einzeltechniken vermittelt,

die die Frauen nach Vorliebe

und Bedarf anwenden und kombinieren

können. Im Unterschied

dazu handelt es sich bei der HypnoMentalen

Geburtsvorbereitung

(Hüsken-Janßen, 2005) um

eine theoretisch fundierte, wissenschaftlich

erprobte, standardisierte

Methode und Weiterentwicklung

der Hypnoreflexogenen

Methode zur Geburtsvorbereitung

von Schauble (1998). Dabei wird

zum einen mit verschiedenen hypnotherapeutischen

Strategien die

Unterbrechung des Angst-Anspannungs-Schmerz-Kreislaufs

erzielt,

der oftmals für Stagnation und

Komplikationen im Geburtsverlauf

verantwortlich ist. Zum anderen

beeinflussen sich die Prinzipien

der HypnoMentalen Geburtsvorbereitung

– Stärkung des Selbstvertrauens,

Reduktion von Angst,

Reduktion des Schmerzerlebens

und Konditionierung von Entspannung

– wechselseitig positiv und

verstärken sich.

Autorin: Dipl.- Psych. Silvia Fisch

Fallbeispiel I:

Erweiterung der Tranceerfahrung

um die „Innere Stärke“

Frau L., 35 Jahre alt, Ärztin, befand

sich in der 29. Schwangerschaftswoche

ihrer ersten Schwangerschaft,

als sie den ersten Termin

der HypnoMentalen Geburtsvorbereitung

in Einzelbehandlung

wahrnahm. Die Schwangerschaft

war bislang unkompliziert verlaufen.

Die Schwangere interessierte sich

für diese Form der Geburtsvorbereitung,

weil sie sich als Ärztin

aufgrund ihres Wissens über die

Geburt und mögliche Geburtskomplikationen

als besonders besorgt

erlebte und gerne einen natürlichen,

„entspannteren“ Umgang

damit finden wollte. Es wurde

deutlich, dass sie über eine ganze

stellen kann, der im Folgenden als

„Innere Stärke“ bezeichnet wird.

Und während die Person sich

überraschen lassen soll, was auftaucht,

wird ihr „etwas darüber

erzählt“. Das bedeutet, indem die

„Innere Stärke“ und ihre möglichen

Wirkungen beschrieben werden,

werden der Person Angebote gemacht,

aus denen sie für sie zutreffende

Erfahrungen und relevantes

Erleben finden kann. So heißt es

z.B., die „Innere Stärke“ sei seit

der Geburt da, auch wenn man

manchmal Schwierigkeiten habe,

sie zu spüren. Sie ermögliche es

zu überleben, mit schwierigen Lebensumständen

umzugehen, Hindernisse

zu überwinden.

Sie zeige sich auch in Situationen,

in denen man wichtige Schritte

schaffe, sich über etwas sehr freue

oder stolz auf sich sei. … Es wird

dazu angeleitet, auf Bilder, Gefühle,

Gedanken, Erinnerungen und

Körperempfindungen zu achten,

die jetzt auftauchen, und diese als

Brücken zu nutzen, um mit der „Inneren

Stärke“ in Kontakt zu treten

und durch Fokussierung der Aufmerksamkeit

auf dieses Körpergefühl

die „Innere Stärke“ im Körper

zu verankern und sich gut einzuprägen.

Es folgen posthypnotische Suggestionen,

dass der Kontakt zur

„Inneren Stärke“ dazu führen wird,

sich ruhiger, optimistischer und

zuversichtlicher zu fühlen wie in

hilfreicher Begleitung, wie gut beschützt,

wie verstärkt und sicher,

alle Ressourcen zu haben, die nötig

sind, um eigene Ziele zu erreichen

und Träume zu verwirklichen.

Bei Frau L. führte diese Trance zu

ganz konkreten Vorstellungen der

„Inneren Stärke“ als Person, die

sie in verschiedenen erfolgreich

bewältigten Situationen ihres Lebens

an ihrer Seite oder stärkend

in ihrem Rücken erlebte, wie sie

eine Hand auf ihre Schulter legte

Reihe von starken Ressourcenerfahrungen

verfügte und schon

etliche auch schwierige Situationen

in ihrem Leben erfolgreich

gemeistert hat. Um ihr den emotionalen

Zugriff auf diesen starken

Teil ihrer Persönlichkeit zu ermöglichen

und als Unterstützung für

die Geburtssituation nutzbar zu

machen, wurde mit ihr zusätzlich

zu der Aktivierung und Etablierung

des Wohlfühlortes in der folgenden

Sitzung eine Hypnose zur

Begegnung mit der „Inneren Stärke“

(nach Fritzsche und Hartman,

2010) durchgeführt. Dabei wird

die Person nach Tranceinduktion

und –vertiefung aufgefordert, sich

in der Vorstellung an einen Ort zu

begeben, an dem sie sich ein Treffen,

eine Begegnung mit einem

ganz starken, positiven Teil, einer

Facette ihrer Persönlichkeit vorund

ihr freundlich stärkende und

Mut machende Sätze zusagte in

der Weise wie „Nun mach mal

in Ruhe weiter, das schaffst Du!“

oder „Ganz ruhig, das läuft richtig

gut!“. Die Schwangere erhielt den

Auftrag, bis zur nächsten Sitzung

sich noch weiterhin überraschen

zu lassen, welche Assoziationen

ihr noch zu ihrer „Inneren Stärke“

kommen würden und Gelegenheiten

im Alltag wahrzunehmen, in

denen sie mit der „Inneren Stärke“

in Kontakt sei.

In der dritten Sitzung erzählte Frau

L. voll Freude und Selbstsicherheit

von weiteren Erfahrungen, in

denen ihr das Vorhandensein ihrer

„Inneren Stärke“ bewusst geworden

sei. Die bevorstehende Geburt

erscheine ihr im Vergleich zu manchem

Gemeisterten nun schon

mehr als bewältigbare Herausforderung,

wenngleich sie auch weiterhin

gedanklich noch wiederholt

mit bestimmten komplikationshaltigen

Verläufen beschäftigt sei.

Es wurde die HypnoMentale Geburtsvorbereitung

in ihrem standardisierten

Ablauf fortgesetzt,

wobei in den „hypnotischen Probelauf

der Geburt“ individuelle Anker

zur Aktivierung der „Inneren Stärke“

und die positiven Selbstverbalisationen,

die von der Schwangeren

berichtet worden waren,

eingefügt wurden.

Nach der fünften Sitzung wenige

Wochen vor dem erwarteten Geburtstermin

wirkte Frau L. wesentlich

gelassener und verfügte über

eine große innere Ruhe. Sie äußerte,

neben all dem medizinischen

Fachwissen, das ihr ja auch Sicherheit

gebe, mit möglichen ärztlichen

Interventionen vertraut zu

sein, habe sie jetzt vor allem das

Gefühl, ganz selbstverständlich

aus sich heraus zu wissen, dass sie

die Geburt gut bewältigen werde.

In der Tat verlief die Geburt ihres

Sohnes gut. Frau L. erlebte sie als

>>


20 HypnoMentale Geburtsvorbereitung

HypnoMentale Geburtsvorbereitung 721

„anstrengend, aber bewältigbar“.

Sie habe sich zu jedem Zeitpunkt

sicher und gut aufgehoben gefühlt.

Und es habe mehrere Momente

gegeben, in denen sie ihre

„Innere Stärke“ neben sich gesehen

und gefühlt habe, wie sie sie

„anfeuert und aufmuntert“.

Aufgrund dieser und weiterer ähnlicher

Erfahrungen bei anderen

schwangeren Frauen mit der „Inneren

Stärke“ als ergänzenden ressourcenaktivierenden

Teil neben

dem Wohlfühlort im Rahmen der

Geburtsvorbereitung sind wir derzeit

damit beschäftigt, inwieweit

in den standardisierten Ablauf ein

Abschnitt zur Aktivierung und Verankerung

der „Inneren Stärke“ einzufügen

sein könnte. Im Vergleich

zum Wohlfühlort scheint sich als

besonders wirksam und stärkend

die Tatsache zu erweisen, dass es

sich nicht um eine äußere Ressource

handelt, sondern um einen tief

in der Person innewohnenden Teil,

der sich unter Umständen noch

unmittelbarer in Erinnerungen,

Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen

erleben lässt als

das Verweilen an einem ressourcevollen

Ort. Insofern scheint es

auf jeden Fall sehr interessant und

vielversprechend zu sein, die „Innere

Stärke“ auch zur Geburtsvorbereitung

zu utilisieren.

Fallbeispiel II:

Vorbereitung der HypnoMentalen

Geburtsvorbereitung mit Psychoedukation,

„Somatic Experiencing“

und „Pendeln“

Frau S., 31 Jahre alt, Bauzeichnerin,

befand sich in der 32. Schwangerschaftswoche,

als sie zum ersten

Termin in Einzelbehandlung

kam. Schon bei der Begrüßung fiel

ihr starres, maskenhaftes, ernstes

Gesicht auf. Beim Kennenlernen

und während der Exploration, bei

der sie mit tonloser Stimme und

unbewegter Mimik Auskunft gab,

wurde deutlich, dass sie durch

die Geburt ihrer Tochter vor zwei

Jahren traumatisiert war und sich

angesichts des nahenden erneuten

Geburtstermins in einem dissoziierten

Zustand – einem regelrechten

freeze – befand. Es zeigte

sich, dass sie sich in der zurückliegenden

Geburt von den als extrem

schmerzhaft erlebten Wehen

vollkommen überrumpelt und in

Panik versetzt gefühlt habe, über

ihre eigene Hilflosigkeit entsetzt

gewesen sei, als es zu einem Geburtsstillstand

gekommen sei und

die Herztöne des Kindes sich verschlechtert

hätten, sie sich den

Entscheidungen von Arzt und Hebamme

ausgeliefert und in keinster

Weise darauf vorbereitet oder darüber

informiert gefühlt habe, was

mit ihr „gemacht wurde“.

Sie habe hilflos in Rückenlage gelegen,

habe wie aus der Ferne

ihren eigenen Körper wahrgenommen,

bei der Vakuumextraktion

(Saugglockengeburt) starke Geburtsverletzungen

erlitten, deren

Folgebeschwerden sie lange belastet

hätten. Das „Kristellern“ (Kristeller-Handgriff,

bei dem Arzt oder

Hebamme synchron zu den Wehen

am Ende der Entbindungsphase

Druck auf den Oberbauch der Gebärenden

ausübt) sei für sie „ganz

schrecklich“ gewesen.

Aus heutiger Sicht fühle sie sich

schuldig, dass sie zu der Geburt

ihrer Tochter so wenig aktiv beigetragen

habe, mache sich massive

Vorwürfe deswegen und könne

sich selbst, ihr Erleben und ihr Verhalten

überhaupt nicht verstehen.

Außerdem wurden Unzufriedenheit

und Ärger über das Verhalten

von Arzt und Hebamme deutlich.

Die bevorstehende Geburt mache

ihr zunehmend „riesige Panik“, sie

wisse gar nicht, wie sie die überstehen

solle. Es komme für sie auf

jeden Fall nur ein Kaiserschnitt

in Frage. Die Beziehung zu ihrer

Tochter schien gut zu sein, das

kleine Mädchen gut entwickelt.

Nach Art des Erinnerns der früheren

Geburtserfahrung befragt,

gibt Frau S. an, sie habe lange

möglichst vermieden, überhaupt

an das Thema zu denken oder darüber

zu sprechen. Dies sei durch

die jetzige Schwangerschaft nicht

mehr möglich, es falle ihr aber

sehr schwer und sie fühle sich dabei

„sehr schlecht“. In letzter Zeit

träume sie auch häufiger davon

und wache mit starker innerer Unruhe

auf. Sie fühle sich insgesamt

sehr verspannt, insbesondere im

Nacken- und Schulterbereich und

habe oft Kopfschmerzen.

Während dieser ersten Gesprächsminuten

wurde die dringende Notwendigkeit

deutlich, der Schwangeren

innerhalb kurzer Zeit zu einer

Bewältigung der bevorstehenden

Geburtssituation zu verhelfen,

ohne dass sie eine erneute Traumatisierung

erfuhr. Dabei sollte

es zum damaligen Zeitpunkt nicht

um eine umfassende Behandlung

der offensichtlichen Posttraumatischen

Belastungsstörung gehen,

sondern um eine ziel- und ressourcenorientierte

Vorbereitung auf

die bevorstehende Geburt. Um die

Basis zu schaffen, auf der sie im

ersten Schritt der HypnoMentalen

Geburtsvorbereitung für die ressourcevolle

Erfahrung eines Ortes

der Sicherheit und Geborgenheit

aufgeschlossen und zugänglich

sein konnte, erfolgte als Einstieg

in unsere hypnotherapeutische

Zusammenarbeit eine sorgfältige

Psychoedukation zum Thema „Verarbeitung

von extrem beängstigenden

Situationen“ in Kombination

mit einer körperorientierten

Übung, dem Pendeln nach Phillips

und Frederick (2007) und Levine

(2011).

Anhand ihrer Erfahrungen während

der Geburt und mit Bezug

auf Störungs- und Bewältigungsmodelle

der Traumatherapie (z.B.

in Levine, 2011) wurden Frau S.

Informationen zur physiologischen

Kampf-Flucht-Reaktion und zum

„Abschalten“ des Organismus in

extrem bedrohlichen Situationen

gegeben. Frau S. wurde erklärt,

dass bei solchen extremen Lebenserfahrungen

wie in der von ihr erlebten

Panik und Todesangst, in

der eine „Flucht“ aus der Situation

nicht möglich war, das Erlebte auch

in Form von Körperempfindungen

im Körper gespeichert wird (Körper-Gedächtnis)

und sich in Form

von Blockaden, Verspannungen

und Schmerzen äußern kann. Um

Veränderung zu ermöglichen, sei

es nötig, die Aktivierungsreaktion

behutsam zu Ende ablaufen zu lassen

(wie bei einem Tier, das aus

dem Totstellreflex erwacht und

zittert bzw. die Glieder schüttelt,

bevor es wieder in sein „normales“

Verhalten übergeht).

Parallel zu diesen Erklärungen und

Erläuterungen wurde mit dem Einverständnis

der Schwangeren quasi

nebenbei eine körperorientierte

Übung begonnen, bei der Frau

S. durch achtsame Selbstwahrnehmung

und therapeutische Begleitung

wahrnahm, wo in ihrem

Körper sie gerade Aktivierung und

Anspannung erlebte (vom oberen

Nacken bis in den Schulterbereich)

und wie sich diese veränderte. Wie

sich durch ideomotorische Bewegungen

der Finger zeigte, spielten

dabei die Hände eine entscheidende

Rolle. Neben dem Validieren

ihres Erlebens während der Geburt

wurde Frau S. auch die Sichtweise

angeboten, wie gut es doch intuitiv

war, dem Arzt und der Hebamme

ab einem bestimmten Zeitpunkt

alles Weitere zu überlassen, die

aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz

alles erfolgreich (!) getan haben,

um sie und ihr Kind zu retten,

so dass ihr Kind sich gesund entwickeln

konnte. Durch diese Umdeutung

sollte Frau S. einerseits

mehr Verständnis und Würdigung

für ihre eigene damalige Reaktion

und ihr Erleben erfahren.

Andererseits sollte auch schon

eine versöhnlichere Sicht auf das

Handeln von Arzt und Hebamme

gebahnt werden, um damit auch

wieder Vertrauen in zukünftiges

Handeln von Arzt und Hebamme

zu ermöglichen.

Eine Woche später erschien Frau

S. zu unserem zweiten Termin.

Schon bei der Begrüßung fiel ein

leichtes Lächeln um ihre Mundwinkel

auf. Sie erzählte – etwas

modulierter und lebendiger als bei

unserem ersten Treffen – dass sie

die Übung noch mehrfach durchgeführt

habe, dass es ihr leichter

falle als bisher, über die frühere

Geburt nachzudenken und sie sich

selbst viel besser verstehe und warum

sie sich so gefühlt und verhalten

habe. Das sei sehr erleichternd

für sie. Sie habe zwar immer noch

Angst vor der nächsten Geburt,

aber eine natürliche Geburt sei für

sie gar nicht mehr so abwegig.

Nun begannen wir mit der eigentlichen

HypnoMentalen Geburtsvorbereitung

in ihrem standardisierten

Ablauf. Erfreulicherweise

(und nicht wirklich überraschend)

gab es zu keinem Zeitpunkt während

der Durchführung Erschwernisse

in der Weise, dass es zu flashbacks

aus der früheren Geburt

gekommen wäre, die mit einer höheren

physiologischen Aktivierung

verbunden gewesen wären. Auch

mit dem selbständigen Üben der

Selbsthypnose mit Hilfe der Audioaufnahme

kam Frau S. sehr gut zurecht.

Drei Wochen vor dem erwarteten

Geburtstermin sahen wir uns zum

fünften und letzten Mal. Frau S.

>>


22 HypnoMentale Geburtsvorbereitung

Schmerzausschaltung in der Zahnarztpraxis 723

wirkte angemessen gestimmt, erwartungsvoll-gelassen

bzgl. der

bevorstehenden Geburt und fühlte

sich gut vorbereitet. Sechs Wochen

später kam ein Brief von ihr,

in dem sie von ihrer „traumhaften

Geburt“ ihrer zweiten Tochter

schrieb, sie habe sich die ganze

Zeit über sicher, gelassen und gut

aufgehoben gefühlt. Sie bedanke

sich für die „super Vorbereitung“

auf die Geburt, auch wenn sie

nicht wisse, ob sie die Hypnose

während der Geburt überhaupt

genutzt habe!

Das ist eigentlich ganz typisch und

für uns schon ein gutes Zeichen

dafür, wie hilfreich die Hypnose

gewirkt haben muss, dass es sich

so intuitiv und selbstverständlich

anfühlen kann. Selbst bei einer

so belasteten Ausgangslage ist

die HypnoMentale Geburtsvorbereitung

– mit wenig zusätzlicher

besonderer Einstimmung – innerhalb

weniger Wochen in der Lage,

einen natürlichen gut zu bewältigenden

Geburtsverlauf zu befördern.

Ob und wann für Frau S. gegebenenfalls

weitere psychotherapeutische

Unterstützung notwendig

sein könnte, eine etwaige Restsymptomatik

einer Posttraumatischen

Belastungsstörung zu bewältigen,

kann zu gegebener Zeit

entschieden werden.

Ein Aspekt, der in bisherigen Forschungsarbeiten

kaum bis gar

nicht untersucht wurde, nach unseren

Eindrücken aufgrund von

Gesprächen mit jungen Müttern,

die ihre Kinder nach HypnoMentaler

Geburtsvorbereitung zur Welt

gebracht haben, aber von Interesse

sein könnte, ist das Befinden

und der emotional-psychische Zustand

der Neugeborenen. Danach

scheinen diese Babys besonders

„robust“ zu sein, insgesamt zufriedener

und weniger irritierbar.

Die Mutter-Kind-Kommunikation

scheint gut zu funktionieren, das

Verstehen der kindlichen Bedürfnisse

durch die Mutter besonders

gut zu gelingen. Verwunderlich

wäre es nicht, wenn sich solche

Befunde auch wissenschaftlich

bestätigen ließen. Denn es gibt

bereits Hinweise darauf, dass jede

Trance, die das Ungeborene intrauterin

miterlebt, sich auch entspannend

(im Sinne einer Herzratenreduktion)

auf es auswirkt

(Reinhard et al., 2009b). Auch die

Förderung der Mutter-Kind-Bindung

wird durch die vorgeburtliche

Visualisierung des Kindes mit

gezielten Suggestionen während

der HypnoMentalen Geburtsvorbereitung

angestrebt.

Insofern bleibt es spannend, aufbauend

auf die bisherigen Erfahrungen

mit der HypnoMentalen

Geburtsvorbereitung weitere Entwicklungen

zu evaluieren und

Wirksamkeitseffekte wissenschaftlich

zu untersuchen. >


24 Schmerzausschaltung in der Zahnarztpraxis

Schmerzausschaltung in der Zahnarztpraxis 725

Der Autor

Zahnarzt

Sebastian Knop

Zahnarzt Sebastian Knop

Seit 2002 niedergelassen in eigener

Praxis in Dortmund-Mitte,

seit 2008 zertifizierter Therapeut

der DGH.

Hypnose-Tätigkeit vor allem zur

Angstreduktion, bei der Kinderbehandlung

und zur Raucherentwöhnung.

Zahnärztliche Schwerpunkte:

Kinderzahnmedizin,

Prophylaxe und Zahnerhaltung.

so gefühllos sind, dass es einem

bei der Heimkehr schwerfällt, den

Haustürschlüssel umzudrehen.

Eiseskälte erzeugt also Gefühllosigkeit,

ja sogar Taubheit. Diese

Erkenntnis macht man sich bei der

hypnotischen Anästhesie mittels

Kältesuggestion zunutze.

Hier ein Beispiel:

Nach der Induktion und der Etablierung

eines Ruheortes fährt der

Behandler fort: „Und an diesem

Ort werden Sie müde und beginnen

zu schlafen. Und in Ihrem

Traum machen Sie eine Wanderung

durch Schnee und Eis, zum

Beispiel in der Arktis.“ Der Behandler

reißt den linken Arm des

Patienten nach oben, nicht den

angewinkelten Unterarm, sondern

den ganzen Arm und lässt ihn kataleptisch

werden. Dann fährt er

im dramatischen Tonfall fort:

„Und Ihr Arm wird ganz steif und

fest, steif und fest wie eine Fahne

im Wind, wie eine Fahne im eiskalten

Wind.“ Der Behandler fächert

mit einer Hand Luft in Richtung

der erhobenen Hand. (Anmerkung:

Dadurch, dass das Blut nun

aus dem senkrecht stehenden Arm

nach unten fließt und durch die zugefächerte

Luft entsteht eine echte

Abkühlung, die durch die Suggestionen

verstärkt wird.) „Und von

dem Eiswind wird die Fahne ganz

kalt, immer kälter und kälter, während

Sie gegen den eisigen Sturm

durch den Schnee stapfen und nur

mühevoll vorankommen.“ Der Behandler

tippt nun leicht mit seinen

Fingern gegen die Fingerkuppen

der zum kataleptischen Arm gehörenden

Finger.

„Und die Finger werden ganz kalt

und dumpf, so kalt und so dumpf,

dass sie nichts mehr spüren können,

dass sie ganz taub werden.“

Das Taubheitsempfinden wird

durch Suggestionen weiter ausgebreitet

und verstärkt, dann kann

dieses Empfinden entweder durch

Wandern durch den Körper an die

zu behandelnde Stelle projiziert

werden oder man lässt den Patienten

die kataleptische Hand dorthin

bewegen und die Taubheit auf die

Stelle übertragen.

„Und nun wird Ihr Mund ganz kalt,

eiskalt, besonders hier.“ Nun tupft

der Behandler mit seinen Fingern

auf die Wange im Bereich der zu

behandelnden Stelle.

„Und in Ihrem Mund entsteht eine

wunderschöne Eislandschaft, in

der Ihre Zähne wie Eiszapfen herausragen.“

In der Regel sind weitere

Suggestionen nötig, um die Tiefe

der Betäubung zu verstärken.

Dann kann mit der Behandlung

begonnen werden: „Und wenn Sie

deutlich das Taubheitsempfinden

wahrnehmen, dann öffnet sich

langsam Ihr Mund als Zeichen dafür,

dass wir anfangen können.“

Aktiv-Anästhesie-Hypnose

Das Prinzip der Aktiv-Anästhesie-Hypnose

nach Freigang und

Schütz beruht auf dem Umstand,

dass das menschliche Gehirn in

existenziell bedrohlichen Situationen

seine gesamte Aufmerksamkeit

auf das Überleben richtet und

im Gegenzug das Schmerzempfinden

ausschaltet. Als Beispiel für

eine solche Situation wird gerne

das Erlebnis einer Frau erzählt,

die überfallen wurde und Hilfe

brauchte, um in Sicherheit und

ins Krankenhaus zu kommen. Sie

schleppte sich also mit ihrer letzten

Kraft an einen Straßenrand

und versuchte, ein Auto anzuhalten.

Als endlich ein Fahrer anhielt

und sie mitnahm, sagte er mit Blick

auf die Verletzungen: „Das muss ja

höllisch wehtun.“

Erst in diesem Moment, als die

Frau darauf aufmerksam gemacht

wurde und überdies wusste, dass

sie in Sicherheit war, begann sie,

die Schmerzen zu spüren. Bei der

Aktiv-Anästhesie-Hypnose ist daher

eine Anamnese äußerst wichtig.

Was macht der Patient beruflich?

Was ist für ihn besonders

wichtig? Welche sportlichen Aktivitäten

sind ihm vertraut? In dem

Workshop, in dem ich diese Technik

kennengelernt hatte, hatten

wir als Probanden einen Fahrrad

fahrenden Anästhesisten. Es wurde

folgende Situation suggeriert:

Der Anästhesist hatte einem Patienten

ein Medikament nach Hause

gebracht und war mit dem Fahrrad

wieder weggefahren. Plötzlich

wurde ihm bewusst, dass er das

falsche Medikament abgegeben

hatte. Wenn der Patient dies einnehmen

würde, könnte dies tödlich

enden. Dieser Fehler könnte

dem Anästhesisten die Approbation

kosten. Nun muss der Anästhesist

also schnellstmöglich mit dem

Fahrrad zurückrasen, um die fehlerhafte

Einnahme zu verhindern.

Die Suggestionen müssen entsprechend

eindringlich sein und Spannung

hervorrufen, etwa wie bei

einer Sportreportage. Solange der

Patient seine ganze Konzentration

auf die körperliche Anstrengung

verwendet, um seine Existenz zu

retten, ist sein Schmerzempfinden

herabgesetzt und der Behandler

kann arbeiten.

Bewertung

Im normalen Praxisalltag gebe ich

der Lokalanästhesie den Vorzug,

Das Ziel wird schnell und sicher erreicht

und auch der Patient fühlt

sich dabei sicher. Bei Spritzenangst

nutze ich die Hypnose eher, um

diese Angst zu reduzieren. Dies

ist kostengünstiger und nachhaltiger.

Die hypnotische Anästhesie

verwende ich bei Patienten, die

das Anästhetikum nicht vertragen

oder beispielsweise bei Schwangeren,

um das Anästhetikum zu vermeiden.

Dabei dauert die Anästhesie

mittels Kältesuggestion zwar

meist länger als die Aktiv-Anästhesie-Hypnose,

letztere hat aber zum

einen den Nachteil, dass man Patienten

eine bedrohliche Lebenssituation

zumutet und zum anderen

ist es äußerst anstrengend, gleichzeitig

eindringlich eine Gefahrensituation

zu suggerieren und dabei

auch noch zu behandeln.

Bei den Erfindern der Technik

macht der Psychologe die Hypnose

und der Zahnarzt nur die Behandlung.

Für eine solche Situation erscheint

mir die Technik deutlich

praktikabler.

Anmerkung: Diese Formulierung

ist übrigens auch die Namensgeberin

meines diesjährigen Workshops:

„Damit der Schmerz angenehmer

ist - Konfusionstechniken

in der Patientenkommunikation

und zur Tranceinduktion”.


26 Schmerz, lass nach

Schmerz, lass nach 727

Schmerz, lass nach

und komm nie wieder

D

ie Unterscheidung zwischen

Schmerz und Leiden

kann als Kernunterscheidung

achtsamkeitsbasierter Methoden

und Techniken in der psychotherapeutischen

Schmerzbehandlung

angesehen werden.

Im folgenden Beitrag werden

der schmerztherapeutische Ansatz

der Akzeptanz- und Commitment-Therapie

(ACT, als ganzes

Wort gesprochen), als Beispiel

für ein einzeltherapeutisches

Vorgehen, und das in Großbritannien

entwickelte Gruppenverfahren

zur Behandlung von

Schmerzen „Breathworks“ vorgestellt.

Abbildung 1: ACT-Hexaflex (nach Wengenroth, 2012)

Autor: Dipl.-Psych. Ronald Milewski

Im Anschluss an die Darlegung der

beiden Modelle erfolgt ein kurzer

Schwenk auf die Anwendung

von Hypnose in der kognitiv-verhaltenstherapeutisch

orientierten

Schmerzbehandlung. Das Augenmerk

am Ende des Beitrages gilt

der Prüfung von Ergänzungsmöglichkeiten

der vorgestellten Ansätze

durch die Anwendung spezieller

Methoden und Techniken der Hypnotherapie

in der Schmerzbehandlung.

Bei ACT handelt es sich ein

achtsamkeitsbasiertes Verfahren

der „dritten Welle der Verhaltenstherapie“.

ACT-Störungsmodell

in der Schmerzbehandlung

Grundlage des Störungsmodells

in der Akzeptanz- und Commitment-Therapie

(J. Dahl et al.,

2006) ist die Unterscheidung zwischen

Schmerz und Leiden bzw.

„sauberem“ Schmerz und „schmutzigem“

Schmerz. Schmerz ist aus

dieser Perspektive eine Botschaft

des Körpers zum Gehirn darüber,

dass „etwas falsch läuft“ und der

Aufmerksamkeit bedarf. Die Erfahrung

von Schmerz, „sauberem

Schmerz“, ist aus dieser Sicht „normal“

und notwendig für das Überleben.

„Schmutziger Schmerz“ besteht

in dieser Betrachtungsweise

dagegen aus den Versuchen, „das

zu kontrollieren, was nicht kontrolliert

werden kann, und das zu reparieren,

was nicht repariert werden

kann“. Mit dem Versuch, Dinge zu

tun, um Leiden zu vermeiden, beginnt

im ACT-Schmerzmodell die

Chronifizierung des Schmerzes.

Hier ist dem Modell gemäß der

Ort, wo der Schmerz selbst endet,

und das Leiden beginnt, indem Gefühle

von Traurigkeit, Unsicherheit

und Wertlosigkeit ausgelöst und

zudem nicht akzeptiert werden.

Erfolgt eine Verstärkung, weil dazu

herangezogene Vermeidungsstrategien

kurzzeitig wirken, verstärkt

sich die Neigung zur Erfahrungsvermeidung.

„Schmutziger Schmerz“ kommt in

dieser Sicht in drei verschiedenen

Formen daher:

• mentalen Skripten, d. h. automatisierten

Denkschemata

und kognitiven Grundannahmen

im Zusammenhang mit

dem Schmerzerleben,

• Erfahrungsvermeidung im Sinne

von Situations-, Verhaltens-

und Erlebensvermeidung,

• „Werteverkümmerung“, sprich

dem Verzicht auf ein durch

eigene Werte bestimmtes Leben.

ACT-Therapierational

in der Schmerzbehandlung

• In Konsequenz dieses Störungsmodells

besteht das

ACT-Behandlungsmodell u. a.

in der Führung von Protokollbögen

seitens des Patienten/

der Patientin:

• zur Bestimmung des Unterschieds

zwischen sauberem

und schmutzigem Schmerz,

• zur Auflistung von Entscheidungen,

die auf Schmerzerleben

basieren,

• zur Feststellung von mentalen

Skripten, spezifischem Vermeidungsverhalten

und „Werteverkümmerung“,

die aus diesen

Entscheidungen folgen,

• zur Erfassung von Regeln im

Umgang mit dem Schmerz und

daraus folgenden kognitiven

Grundannahmen,

• zur Erfassung alltäglicher Gedanken

in der Folge akuten

Schmerzerlebens und deren

Folgen auf der Verhaltensebene,

• zur Bestimmung von Stress besetzten

schwierigen Situationen,

• zur Darlegung des sich wiederholenden

Kampfes zwischen

den Bestrebungen, ein selbstbestimmtes

Leben zu leben

und sich vor dem Schmerz zu

schützen.

In Ergänzung folgt das Modell mit

dem Ziel, dem Patienten/der Patientin

trotz der Schmerzsymptomatik

ein wertebestimmtes Leben

zu ermöglichen, dem üblichen

Vorgehen in der Akzeptanz- und

Commitment-Therapie entlang

der sechs Therapiebereiche Akzeptanz,

Defusion, Gegenwärtigkeit,

Selbst als Kontext, Werte, Commitment

(s. Abbildung 1, Abbildung

2). Methodisch zur Anwendung

kommen im Rahmen dieser Therapiethemen

und -ziele neben

Achtsamkeitsübungen Metaphern,

therapeutische Paradoxien und erlebnisorientierte

Übungen.

Akzeptanz im Sinne der Fähigkeit,

sich den eigenen Gefühlen, Gedanken,

Impulsen und körperlichen

Reaktionen zu öffnen und diese so

anzunehmen, wie sie sind;

Defusion, d. h. Distanz zu den

eigenen Gedanken, so dass diese

nicht mehr wortwörtlich genommen

werden und unmittelbar zu

Handlungen führen;

Gegenwärtigkeit im Sinne der Fähigkeit,

von Augenblick zu Augenblick

präsent zu sein;

die Fähigkeit, sich selbst als Kontext

des eigenen Erlebens zu sehen,

statt sich mit einem gedanklich

konstruierten Bild von sich

selbst, dem konzeptualisierten

Selbst zu identifizieren;

Werte im Sinne der Summe der

Vorstellungen eines Menschen

von einem gut gelebten Leben und

Commitment, im Sinne der inneren

Festlegung auf die Umsetzung

gewählter Werte, aus denen bestimmte

Ziele und Handlungen

folgen.

Abb. 2: ACT-Therapiethemen und -ziele (nach

Wengenroth, 2012)

Breathworks-Störungsmodell

Ähnlich dem ACT-Modell nutzt das

Breathworks-Gruppenkonzept (V.

Burch/D. Penman, 2015) die Unterscheidung

zwischen Schmerz

und Leiden, um ein Störungsmodell

zu entwickeln, aus dem ein Behandlungskonzept

folgt: „Primärer

Schmerz“ rührt in diesem Modell

überwiegend von einer Krankheit,

Verletzung oder Schädigung des

Körpers oder des Nervensystems

her und wird als eine Art unverarbeitete

Information vom Körper

zum Gehirn angesehen. „Sekundärer

Schmerz“ folgt diesem und

stellt die stärkere und quälende Reaktion

da. Er wird als Reaktion des

Geistes auf den primären Schmerz

aufgefasst. Als Kontrollinstanz

wirkt demnach „der Geist“. Er übernimmt

in dieser Betrachtungsweise

die Funktion der Verarbeitung

der Information, die der Schmerz

enthält und hat die Fähigkeit, die

Schmerzempfindung und den

Grad ihrer unangenehmen Auswirkungen

zu kontrollieren. Kann

„der Geist“ auf einen reichhaltigen

Vorrat an schmerzhaften Erinnerungen

zurückgreifen, jedoch

nur auf wenige Lösungen, so entwickeln

sich über den physischen

Schmerz hinaus Ängste, Stress

und Sorgen um die Zukunft. Diese

inneren Reaktionen wirken wiederum

auf den Körper zurück und

verstärken Spannung, Stress und

das Schmerzerleben. In einer weiteren

Konsequenz können neuronale

Pfade im Gehirn gebahnt werden,

die für Leiden prädestinieren:

In dem vergeblichen Bemühen,

das Schlimmste zu vermeiden,

stimmt sich das Gehirn darauf ein,

Schmerz schneller und mit größerer

Intensität wahrzunehmen.

Die Grundunterscheidung zwischen

zwei Schmerztypen wiederholt

sich in der Leidenskonzeption

des Modells: Beim „primären Leiden“

handelt es sich um die Rohdaten,

die zum Gehirn gesendet werden,

etwa von einer Verletzung,

einer anhaltenden Erkrankung

oder Veränderung des Nervensystems.

Das „sekundäre Leiden“ umfasst

die Gedanken, Gefühle, Emotionen

und Erinnerungen, die mit

dem Schmerz verbunden sind. Das

Erleben von Angst, Stress, Sorgen,

Depression und Gefühlen der Hoffnungslosigkeit

und Erschöpfung

ist dem Modell gemäß Folge des

„Widerstands gegen den Schmerz“

>>


28 Schmerz, lass nach

Schmerz, lass nach 729

Breathworks-Therapierational

Gelingt dem Schmerzpatienten/

der Schmerzpatientin die Unterscheidung

zwischen primären und

sekundären Leiden, so ist gemäß

dem Breathworks-Therapierational

eine Verringerung oder Eliminierung

des Schmerzerlebens

möglich. Zu entwickelnde Schlüsselkompetenzen

in diesem Prozess

sind:

• die achtsame Vergegenwärtigung

der einzelnen Elemente

des Schmerzes,

• die achtsame Akzeptanz der

Botschaften des Schmerzes

und der damit verbundenen

Gedanken, Gefühle, Erinnerungen

und Beurteilungen,

• die Entwicklung von Selbstmitgefühl

und Mitgefühl gegenüber

anderen Menschen.

Praktisch beinhaltet das achtwöchige

Gruppenprogramm zum

einen das gestaffelte Erlernen und

tägliche Praktizieren von Meditationsübungen,

zum anderen die

Überprüfung und Veränderung

schädlicher Gewohnheiten im

Denken und Verhalten im Zusammenhang

mit den Schmerzerleben.

Ab der dritten Kurswoche erfolgt

zudem eine Unterweisung in achtsame

Bewegungsübungen, die an

Yoga und Pilates angelehnt sind.

Die Betonung liegt bei diesen

Übungen auf der Qualität der Bewusstheit

der Bewegungen.

„Verhaltenstherapeutische

Hypnose“ in der kognitiven

Verhaltenstherapie (KVT)

Als beispielhaft für ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches

Vorgehen,

das zur Erlangung eines

heilsamen veränderten Bewusstseinszustandes

Hypnose statt

Achtsamkeitsmeditation nutzt,

kann das Programm „verhaltenstherapeutische

Hypnose bei chronischem

Schmerz“ (S. Jacobs, I.

Bosse-Düker, 2005) betrachtet

werden. Neben der Durchführung

der Hypnose und dem Erlernen

der Selbsthypnose (Autohypnose)

zur Schmerzreduktion beinhaltet

das Kurzprogramm über elf Sitzungen,

das sowohl in Einzel- als auch

Gruppentherapie erfolgen kann:

• das „Ermitteln von dysfunktionalen

Verhaltensweisen und

Gedanken bei der Bewältigung

der Schmerzsymptomatik“,

• das „Erarbeiten von funktionalen

Verhaltensweisen und

Gedanken zur angemessenen

Verarbeitung der Schmerzsymptomatik“,

• das „Ermitteln von körperlichen

und physischen Belastungsfaktoren,

die sich ungünstig auf

die Schmerzsymptomatik auswirken

sowie das Erarbeiten eines

angemessenen Umgangs

damit“.

Kann das Vorgehen in den achtsamkeitsbasierten

Behandlungsprogrammen

insgesamt als assoziativ,

den Schmerz zunächst

annehmend und akzeptierend, angesehen

werden, so zielt die „verhaltenstherapeutische

Hypnose“

ausdrücklich auf Dissoziation ab:

Nach der Induktion eines Trancezustandes

durch Augenfixation und

Entspannungssuggestion erfolgt

eine Anleitung zur Ganzkörperdissoziation

und eine Teildissoziation

der/des schmerzenden Körperteile/s.

Als weiterer Unterschied in

den jeweiligen Vorgehensweisen

kann die ausdrücklich symptomzentrierte

Anwendung der Hypnose

angesehen werden, die einen

Gegensatz zum Einsatz der Achtsamkeitsmeditation

im Alltag unabhängig

vom akuten Schmerz

darstellt.

Zu prüfen wäre, inwiefern die beiden

Vorgehensweisen trotz dieser

Unterschiedlichkeiten kompatibel

sind und beispielsweise das Erlernen

der beschriebenen (Auto-)

Hypnose eine wirksame Ergänzung

des ACT- bzw. Breathworks-Vorgehens

sein könnten. Umgekehrt

wäre eine Einübung von Achtsamkeit

bzw. das Erlernen der Meditationen

aus dem Breathworks-Programm

eine mögliche Ergänzung

des kognitiv-verhaltenstherapeutisch

orientierten Programms.

Synopse:

Achtsamkeitsbasierte Schmerztherapie

und die Anwendung von

Hypnotherapie in der Schmerzbehandlung.

Eine umfangreichere

Möglichkeit der Kompatibilitäts-Prüfung

zeigt Milzner (Milzner,

1999) im Ursprung bezogen auf

die Anwendung verschiedener

hypnotherapeutischer Methoden

und Techniken in der Schmerzbehandlung

auf. Dazu kann nach

Milzner das von Hautzinger und

Wahl 1989 vorgestellte BAMM-

PI-Modell herangezogen werden,

um Ergänzungs- bzw. Ausschlussmöglichkeiten

unterschiedlicher

Vorgehensweisen zu prüfen.

Dieses Modell umfasst:

• die biologisch-physiologische

Ebene (B),

• die affektive-emotionale

Ebene (A),

• die motivationale Ebene (M),

• die motorisch-verhaltensbezogene

Ebene (M),

• die perzeptiv-evaluativ

kognitive Ebene (P),

• die interpersonell-soziale

Ebene (I).

Die Auflistung kann als Messlatte

dienen, einerseits die Wirkebenen

der beschriebenen achtsamkeitsbasierten

Verfahren und andererseits

die der von Milzner als

„eigenständige“ hypnotherapeutische

Techniken bei Schmerz (s.

Abbildung 4) auf Kompatibilität,

Ausschluss und Wirksamkeit zu

prüfen.

a. Fortsuggerieren des

Schmerzes,

Woche / Mediation Ziele Wirkung Hausaufgaben

1 – Körper-Scan

2 – Im Rythmus-des-

Atems-Mediation

3 – Achtsame

Bewegungs-

Mediation

4 – Mediation des

mitfühlenden

Akzeptierens

5 – Schatz-der-

Freude-Mediation

6 – Mediation des

weiten Herzens

7 – Verbundenheits-Mediation:

3-

Minuten-Atempause

8 – Nach Wahl

Abb. 3: Breathworks-8 Wochen-Gruppenprogramm

b. Wiederherstellung einer früheren

Empfindung bzw. früherer

Schmerzlosigkeit,

c. Anästhesie,

d. Analgesie,

e. Verschiebung des Schmerzes in

andere Körperregion,

f. Erzeugen körperlicher Desorientierung,

g. Symptomsubstitution,

h. Amnesie,

i. Förderung von Dissoziation,

j. Entkoppeln von Schmerz und

Leiden,

k. Veränderung des Zeitgefühls,

l. Erzählen von Anekdoten in Ver

bindung mit Heilsuggestionen,

m. „Reframing“,

Der Autor

Dipl.- Psych.

Ronald Milewski

zwischen primären und sekundären

Leiden unterscheiden lernen

sich Gedanken. Gefühlen und

Emotionen stärker bewusst werden

und davon ablassen, sich gegen sie

zu wehren

die Untätigkeit überwinden, Zuversicht

und Mut aufbauen; dem

Körper Achtsamkeit, Freundlichkeit

und Verständnis entgegenbringen

lernen, unveränderliche Dinge

zu akzeptieren und veränderliche

Dinge zu beeinflussen; lernen,

schwierige Gedanken, Gefühle und

Emotionen zu akzeptieren

angenehme Erfahrungen zu Tage

fördern

lernen, sich selbst gegenüber mehr

Mitgefühl zu haben

lernen, das Mitgefühl gegenüber

sich selbst auf andere Menschen zu

übertragen

ein persönliches Achtsamkeits-

Programm zu entwerfen

Dipl.- Psych. Ronald Milewski

Stressabbau

Auflösung von Angst, Stress

und Depression; Stimulation

des Parasympathikus

Schmerzreduktion

Schmerzreduktion

Das Leben (wieder)

lieben lernen

Harmonieerleben; Gefühl

des Friedens und der Ruhe

Auflösung des Gefühls

der Isolation

regelmäßiges Üben

n. Ressourcenaktivierung,

o. Ich-Stärkung,

p. Symbolisierung,

q. Kopplun verschiedener hypnotherapeutischer

Verfahren.

Abb. 4: „Eigenständige hypnotherapeutische

Techniken“ bei Schmerz (nach Milzner, 1999)

Psychologischer Psychotherapeut (VT), Zulassung zur Einzel- und Gruppentherapie,

langjähriger (Ausbildungs-) Supervisor, Dozent und Selbsterfahrungsanleiter der

Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie, seit 1990 in eigener Praxis tätig

Aus-, Fort- und Weiterbildungen in Verhaltens- und Familientherapie, NLP und

Hypnotherapie, Systemischer Supervision und Institutionsberatung, Breathworks,

Akzeptanz- und Commitment Therapie, Trainer für Gruppendynamik, Konfliktberater

nach der Transcend-Methode, Moderator eines achtsamkeitsbasierten Qualitätszirkels,

Mitgründer von InACT, Institut für Akzeptanz- und Commitment-Therapie B,

s. www.inact-bochum.de

Dabei bleibt zu beachten, dass

es sich bei der Anwendung von

Hypnose und der Durchführung

von Hypnotherapie trotz des gemeinsamen

Mediums der Trance

um unterschiedliche Vorgehensweisen

handelt: Während Hypnose

primär eine Technik ist, deren

Anwendung in verschiedenen

Kontexten isoliert oder integriert

möglich ist, bezeichnet Hypnotherapie

eigenständige psychotherapeutische

Arbeitsweisen, die

unterschiedlichen, wenngleich

ähnlichen Menschenbildern verpflichtet

sind. Letztere unterscheiden

sich häufig in nicht unerheblichem

Maße vom Menschenbild

achtsamkeitsbasierter Verfahren,

was die Ergänzungsmöglichkeiten

im Grundsatz in Frage stellt.

Literatur:

täglich meditieren; täglich in die

Natur gehen

täglich meditieren; einme Weile in

den Himmel schauen

täglich meditieren; ein Tagebuch der

täglichen Aktivitäten beginnen; dem

Wasser beim Kochen zuschauen

täglich meditieren; die Zeitdauer von

Aktivitäten (Grundvorgaben) und

Ruhepausen festlegen; seinen

Frieden mit der Schwerkraft machen

täglich meditieren; Grundvorgaben

zehn angenehme Dinge aufschreiben

täglich meditieren; Grundvorgaben

umsetzen; innehalten, um zu

schauen und zu lauschen

täglich meditieren; Grundvorgaben

und spontane Gesten der Freundlichkeit

umsetzen

täglich meditieren; sich selbst einen

Brief schreiben

Burch, V. &Penman, D. (2015): Schmerzfrei durch

Achtsamkeit, Die effektive Methode zur Befreiung von

Krankheit und Stress, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt

Taschenbuch Verlag,

Dahl, J. & Lundgren, T. (2006): Living beyond your

pain: using acceptance and commitment therapy to

ease chronic pain, Oakland: New Harbinger Publications,

Jacobs, S. & Bosse-Düker, I. (2005): Verhaltenstherapeutische

Hypnose bei chronischem Schmerz, Göttingen:

Hogrefe Verlag,

Milzner, G. (1999): Schmerz und Trance, Die Hypnotherapie

von Schmerzsyndromen, Band I: Theorie und

Transfer, 1. Auflage, Heidelberg, Carl-Auer-Systeme,

Wengenroth, M. (2012): Therapie-Tools Akzeptanzund

Commitmenttherapie (ACT), 1. Auflage, Weinheim

Basel: Beltz Verlag


30 Hypnose im Schmerzfall

Trigeminus-Neuralgie 731

Hypnose im Schmerzfall

Rapport, sichere Führung,

Suggestibilität, therapeutische

Dissoziation vom Schmerz

V

oraussetzung für eine erfolgreiche

Anwendung von

Hypnose bei Schmerzattacken

ist guter Rapport und die Sicherheit,

von einem kompetenten

Therapeuten, der durchgehend

Ruhe ausstrahlt, begleitet zu

werden. Die situativ gegebene

hohe Suggestibilität erleichtert

die hypnotherapeutische Intervention.

Der Patient kann sich

nach einer kurzen Phase der

inneren Umorientierung, von

therapeutischen Suggestionen

geleitet, langsam vom Schmerz

weg auf etwas anderes konzentrieren

und beginnen, sich zu entspannen.

Neun Interventionsschritte

1. Rapport

Verständnis für das momentane

Befinden ausdrücken, Hoffnung

auf Verbesserung wecken und einfühlsam

Rapport herstellen.

2. Aufmerksamkeitsfokussierung

auf den Atem

Auffordern, die Augen zu schließen

und sich auf die Atmung zu

konzentrieren.

3. Aktives Wahrnehmen bei

gleichzeitigem Akzeptieren

des Schmerzes;

Ermutigen, den Schmerz wahrzunehmen,

ohne ihn zu beurteilen /

interpretieren. Anschließend auffordern,

den Schmerz wahrzunehmen

und ihn zu akzeptieren, ohne

reagieren oder ihn beeinflussen

oder verändern zu wollen.

4. Zeit gewähren und unterstützende

Suggestionen

geben

Eine längere Weile den Patienten

einfach still begleiten und nur ab

und an kleine bestärkende Rückmeldungen

geben wie „Sehr gut

so!“, „Das machen Sie sehr schön!“,

und einfache Suggestionen aussprechen,

ruhig und entspannt zu

atmen.

5. Therapeutische Dissoziation

Suggerieren, dass der Abstand zu

den unangenehmen Gefühlen auf

überraschende Art und Weise von

alleine immer größer wird.

6. Anderer Blickwinkel auf den

Schmerz

Weiterhin zu beobachten, aber aus

anderer Perspektive und weiter

Autorin: Dipl.-Psych. Dr. rer. biol. hum. Agnes Kaiser Rekkas

Aus: Hypnose und Hypnotherapie. Manual für Praxis, Fortbildung und Lehre. Online-Portal.

Hrsg. v. Agnes Kaiser Rekkas. © Carl-Auer Verlag, 2018.

Ferne, z.B. wie durch ein Fernglas

oder durch das Glas einer Vitrine

im Museum.

7. Überprüfen der Wirkung der

Hypnose

Nach einiger Zeit bitten, die Augen

wieder zu öffnen. Das Befinden

abfragen.

8. Suggestionen für Wohlbehagen.

Vertiefung der Hypnosewirkung

Augen wieder schließen und wiederum

auf die Atmung fokussieren

lassen. Auffordern, sich vorzustellen,

schwerelos auf dem Wasser

(z.B. in einem Thermalbad) zu

liegen und vom Wasser alle Sorgen

und unangenehme Gefühle

einfach hinwegspülen und diese

durch Wohlbefinden ersetzen lassen.

Intensivierung der Hypnoseintervention

In assoziativer Weise von den vielen

schönen Gefühlen reden, die

man beim Schweben oder beim

Liegen auf dem Wasser empfinden

kann (verwöhnt, leicht, heiter

und frei). >


32 Trigeminus-Neuralgie Kinderhypnose 733

mehreren gravierenden Belastungen

in Familie und Beruf habe er

nochmals Schmerzen bekommen.

Daraufhin habe er sich bewusst

die Stress-Waage vergegenwärtigt

und neben der Selbsthypnose vermehrt

auf wohltuenden Ausgleich

geachtet. Jetzt gehe es ihm wieder

besser. Darauf aufbauend fand ein

Reframing der Schmerzen statt:

Herr M. konnte die Schmerzen

verstehen als Warnsignal, das auf

eine Überlastung hinweist und ihn

daran erinnert, wieder gut auf sich

zu achten.

Zum Abschluss dieser Stunde

wurde Herrn M. die Trance „Die

Schmerzgestalt“ (nach Peter 2010)

angeboten: Während er zu Anfang

seinen Schmerz hellrot, heiß, glatt

und spitz, sowie auf der Wange

eng umgrenzt beschrieb, konnte

er ihn in der Trance mit Hilfe seines

Unbewussten „verdünnen“ und als

nicht mehr so quälend wahrnehmen.

Er konnte in Trance auch

Vorboten des Einschießens identifizieren,

auf die er dann mit einem

Streichen über die Wange reagieren

wollte, um eine Schmerzlinderung

wie oben beschrieben zu

initiieren. Dies wurde mit posthypnotischen

Suggestionen verankert.

Herr M. meldete sich nach

einigen Wochen wieder mit der

schönen Nachricht, er sei nach wie

vor schmerzfrei geblieben. Dieser

Zustand hielt auch noch ein gutes

Jahr nach unseren Stunden an: Zu

diesem Zeitpunkt bat er um Unterstützung

für seine Tochter, die

unter Prüfungsangst leide. Die Behandlung

mit Hypnose bezeichnete

er als „mein Glücksfall“:

Fazit:

Die Therapie von Herrn M. ist besonders

erfreulich verlaufen, was

mit Sicherheit an dem hohen Engagement

und der Eigeninitiative

des Patienten lag. So profitierte

er aufgrund seiner sehr differenzierten

Reflexionsfähigkeit gut

von den Wechselwirkungen von

Hypnose und verhaltenstherapeutischen

Strategien. Insofern

war dieser Fall auch für mich „ein

Glücksfall“ ;-).

Tranceprotokoll

„Mein individuelles Heilmittel“

Induktion/ Vertiefung

„Sicherer Ort“

Pacing:

erinnern an die Selbstregulation

des Körpers, Beispiele (Atmung,

Herzschlag, Verdauung...)

„...wir können den Körper in seiner

Selbstregulation unterstützen

durch Ruhe, Entspannung, Trance...

der Körper nimmt jede Gelegenheit

dazu dankbar an, wie Sie

das in den letzten Wochen schon

erfahren haben (Beispiele)...“

Leading:

Körper reagiert auch auf Impulse

durch innere Bilder „...und so können

Sie jetzt sich an Ihrem sicheren

Ort überraschen lassen, welches

ganz eigene Heilmittel Ihnen

da einfallen mag“

mehrere Optionen zur Darreichungsform

(Baden in Heilwasser,

lindernde Lotion, heilendes Licht,

innere Anwendung als Tee/Tropfen/Tablette...“was

auch immer...“)

den Wirkungen dieses Heilmittels

im Körper nachspüren (VAKOG)

mit jedem Einatmen intensivieren

lassen (VAKOG), dabei neugierig

sein, wie sich die einzelnen Modalitäten

verändern

posthypnotische Suggestion:

„...und jedes Mal, wenn Sie Ihre

Brille absetzen (= Anker, den der

Klient vorher so definiert hatte),

können Sie die wohltuende Wirkung

Ihres ganz eigenen Heilmittels

spüren...und je häufiger Sie

dies tun, desto stärker wird die

Wirkung sein und desto länger

wird sie anhalten...so lange, wie

es für Sie gut und hilfreich ist.“

Literatur:

ReOrientierung

Jensen M.P. (2011): Hypnose bei chronischem

Schmerz – ein Behandlungsmanual. Heidelberg (Carl

Auer), 2.Auflage 2015

Lohaus A. u. J. Klein-Heßling (1999): Kinder im Stress

und was Erwachsene dagegen tun können. München

(Beck)

Peter B. (2010): Konstruktion von Symptomgestalt

und Symptomträger. Zwei hypnotherapeutische Strategien

bei chronischen Schmerzpatienten.

Hypnose-ZHH, 5 (1+2), 163-178 >


34 Kinderhypnose Interview mit Dr. John Lentz 735

len werden kleinere, bunte, nettere,

manchmal auch traurige Teile.

Jacquline, 12 Jahre, die massive

Schulprobleme hatte, sah den

Problemteil als große, schwarze

Gestalt. Zunächst hatte sie Angst

vor ihr. Im Verlauf der Trancearbeit

sah sie, dass die Gestalt kleiner

wurde und einen Ball hervorholte.

Die Gestalt, nun in bunten Farben,

wollte mit ihr spielen. Zusätzlich

zu einem Schulwechsel in eine für

sie richtige Schulform, begann sie

spielerische Hobbys wie Zirkusturnen

und Gardetanzen. Ihr Selbstbewusstsein

stieg und ihre Schulleistungen

wurden schnell besser.

Sofie, ein 10-jähriges Mädchen,

hatte einen ausgeprägten Ordnungs-

und Zählzwang. Alles im

Zimmer musste millimetergenau

so ausgerichtet sein, wie es „richtig“

war. Sie sah ihren Zwang zunächst

als Riesen, der gefährlich

schaute und sehr wütend schien.

Später konnte sie ihn als kleinen

weinenden Zwerg erkennen. Seine

Aufgabe war es, sie zu verunsichern,

da sie in die weiterführende

Schule kam und Angst hatte, groß

zu werden. Großwerden bedeutete

für sie, die Mutter alleine zu lassen,

deren jüngstes Kind sie war.

Die Mutter, die bei der Trance anwesend

war, konnte ihr versichern,

dass sie eigene Pläne hatte und ihr

Leben neu gestalten wollte.

Eine neue bessere Lösung wird

gefunden: Der Phantasieteil

zeigt sich

Nun wird der Teil eingeladen, sich

zu zeigen, der für Ideen zuständig

ist: der Phantasieteil. Dieser Teil

wird auch als Bild, als Farbe, als

Person, als Figur aus einem Videospiel,

Buch, Film oder Serie gefunden.

Dieser Teil soll sich Gedanken

darüber machen, wie die positive

Absicht des Symptomteils auf eine

für das Kind bessere Weise erreicht

werden kann. Geht es um

eine Überforderung des Systems,

muss der Therapeut seine Ressourcen

einbringen. So ist es wichtig

zu wissen, in welchem Alter Kinder

etwas können und was sie

brauchen. Hier ist es oft entscheidend,

dass nicht nur das Kind etwas

verändert, sondern das ganze

System, in dem das Kind lebt. Oft

müssen neue Ressourcen in der

Umwelt aktiviert werden, wie z.B.

ein Hortplatz gesucht oder Hilfen

des Jugendamtes in Anspruch genommen

werden. Häufig kann das

Kind selber die notwendigen Ressourcen

benennen. So gibt es vielleicht

eine Tante, Eltern von Freunden,

eine Freundin, eine Oma etc.,

die einbezogen werden können.

Kann das Kind, der Jugendliche

diese Ressourcen altersgerecht

nicht selber aktivieren, muss dies

der Therapeut aktiv tun.

Selina, 9 Jahre, sollte, da die Mutter

viel arbeitete, morgens früh

alleine aufstehen und sich alleine

fertig machen. Mittags musste

sie mit ihren Schwestern (11 und

13 Jahren) das Essen aufwärmen,

Hausaufgaben machen und Haushaltsaufgaben

erledigen. Die Mutter

war allein erziehend und ihr

Exmann war psychisch krank. Zusätzlich

musste die Mutter ihre

demenzkranke Mutter mit versorgen.

Es kam zu massiven Auseinandersetzungen

mit der Mutter, in

denen Selina schrie und weinte. In

dieser Zeit war die Mutter mit Selina

beschäftigt und Selina bekam

Zuwendung, wenn auch negative.

Nachdem der „Streitteil“ von Selina

in „Schutzteil“ umbenannt wurde,

konnte er sagen, dass die ständigen

Anforderungen zu viel für sie

sind. Mit Selina und der Mutter

konnten neue Möglichkeiten von

Aufmerksamkeit und Unterstützung

gefunden werden.

Für Selina wurde eine neue Schule

gefunden, die in der Nähe lag.

Ihre Nachmittagsverpflichtungen

wurden reduziert. Gestritten wurde

dadurch wesentlich weniger.

Wichtig ist es, sich als Therapeut

auf die Seite des Symptomteils zu

stellen. Er tut immer das, was in

dieser Situation die beste Möglichkeit

für das Kind darstellt. Bevor

das Symptom verschwinden kann,

müssen bessere Lösungsmöglichkeiten

gefunden werden. Das

Symptom ist ein wichtiges Signal,

ein Alarmsignal, manchmal für das

ganze Familiensystem. Kinder und

Jugendliche versuchen meistens

nicht nur für sich, sondern häufig

für das ganze System, die beste

Möglichkeit zu finden. So schläft

das Kind im Bett der Eltern, um die

Eheprobleme nicht eskalieren zu

lassen. Oder das Kind kann nicht in

die Schule gehen, hat Angst davor,

damit die Mutter nicht alleine sein

muss. Erst durch eine Entlastung

des ganzen Systems kann eine Veränderung

bewirkt werden.

Die aufgeführte Art zu arbeiten

ist natürlich genauso gut bei erwachsenen

Patienten anzuwenden.

Hierbei verbinden sich die

kindlichen Teile des Therapeuten

und des Patienten sowie deren erwachsenen

Ressourcen und finden

spielerisch Lösungen. >


36

Interview mit Dr. John Lentz

Schnell in Paris

737

Interview mit

Dr. John Lentz

Auf welche Weise hat sich Ihr

Zugang zur Hypnotherapie im

Lauf Ihres Berufslebens

entwickelt?

Das Streben, immer mehr indirekte

Methoden hypnotischer Ansätze

zu entwickeln, hat mein Leben verändert.

Es gehört zu dem Aufregendsten,

das ich erforschen durfte,

denn wir kratzen bisher nur an

der Oberfläche unseres Verständnisses

von Hypnose.

Wie hat die Arbeit im Frauengefängnis

Ihre Arbeit

beeinflusst?

Ein wichtiges Thema dort war

Manipulation. Anfangs galt manipulativ

zu sein dort als eine der

schlimmsten Beleidigungen. Am

Ende meiner Zeit dort waren die

Leute stolz darauf, manipuliert zu

haben, weil sie sahen, dass Manipulation

einen positiven und einen

negativen Aspekt hat. Im Englischen

bedeutet Manipulation sowohl

etwas effektiv zu handhaben

als auch heimlich zu beeinflussen.

Normalerweise verstehen die Leute

die heimliche Manipulation als

negativ, und vielleicht ist es auch

so.

Ich jedoch tue im Verborgenen,

was ich kann, um Menschen aufzubauen

und um ihnen zu helfen,

Dr. John Lentz

ist Direktor des Milton Erickson Institutes in Jeffersonville,

Indiana, USA, wo er Paar- und Familientherapie praktiziert

und Hypnose unterrichtet.

Über 20 Jahre arbeitete er in einem Frauengefängnis und

unterrichtete 18 Jahre lang die klinischen Aspekte von Psychotherapie

am Louisville Presbyterian Seminar.

John Lentz ist Autor von 13 Büchern und zahlreichen CDs.

Er gibt weltweit Workshops, die aufgrund seiner positiven

Haltung und seiner praktischen Demonstrationen sehr beliebt

sind. John Lentz freut sich ganz besonders, nun auch

in Deutschland einen Workshop zu präsentieren.

Dinge einfach zu lösen, egal ob sie

nun wissen, dass ich gerade etwas

getan habe oder nicht.

Was möchten Sie noch über

Hypnose lernen?

Ich mag es, subtile Wege zu finden,

um Trance zu verwenden. In

letzter Zeit habe ich daran gearbeitet,

eine negative Trance leichter

zu verändern, und einige Möglichkeiten

entwickelt, die ich eventuell

auch demonstrieren werde.

Wenn ich mit jemandem arbeite,

während ich selbst mich in einer

positiven Trance befinde, wird die

Person wahrscheinlich eher mit

positiven Dingen in sich selbst in

Berührung kommen und feststellen,

dass sie Dinge tun kann, die

sie selbst nicht für möglich gehalten

hätte.

Welche Entwicklungen

erwarten Sie in der Hypnotherapie?

Ich denke, dass Hypnose in medizinischen

Kontexten viel direktiver

und effektiver werden kann, insbesondere

wenn sie auch indirekte

Methoden anwendet, um die

Situation und die Person für eine

positive Erfahrung vorzubereiten.

Ich glaube, wir kratzen nur an der

Oberfläche, wenn es darum geht,

Neurowissenschaften und Hypno-

se zu verstehen. Es gibt noch viel

zu viel, was wir nicht wissen.

Welchen Rat

würden Sie jungen HypnotherapeutInnen

geben?

Worauf sollten sie achten?

Es ist wichtig, die Grundlagen zu

lernen, damit sie mit dem, was

sie tun, kreativ werden können.

So kann man die Fähigkeiten der

Klienten nutzen, und das ist einfacher

als zu versuchen, ihnen „das

Richtige“ zu sagen.

Was dürfen wir von Ihrem Workshop

im November in Bad Lippspringe

auf unserer Tagung der

DGH erwarten?

Ich will einen interessanten und

vielseitigen Workshop anbieten,

der auch Life-Demonstrationen

beinhaltet.


38 Kongressbesuch Israel

Kongressbesuch

in Akko, Israel

Autorin: Dipl.-Psych. Anke Precht

Zum

Herausnehmen !

Regionale Weiterbildung der DGH

Regionale Weiterbildung

der DGH

739

ie Israeli Society of Hypnosis

D ist wie die DGH Mitglied in

der International Society of Hypnosis.

Sie bildet genau wie wir

Psychotherapeuten, Ärzte und

Zahnärzte nach hohen wissenschaftlichen

Standards aus. Als

ich 2017 in Manchester von Udi

Bonstein, dem damaligen Präsidenten,

die Einladung zur israelischen

Jahrestagung 2019 mit

etwa 100 Teilnehmern bekam,

war ich begeistert.

Die Tagung fand in Akko statt, dem

ehemaligen Akkon der Kreuzfahrer,

nördlich von Haifa am Mittelmeer.

Die Stadt wurde vor 5000

Jahren gegründet. Kein Stein, der

nicht die Geschichte unserer Kultur

erzählt. Dazu ein herrlicher Strand

direkt vor dem Hotel.

Der erste Kongresstag war geprägt

von wissenschaftlichen Vorträgen

über Hypnose und verwandte psychotherapeutische

Bereiche sowie

mehreren Live-Demos von je 20

Minuten. Dort zeigte ich einen

Ressourcentransfer mit einem Teilnehmer

des Kongresses. An den

Folgetagen durfte ich zwei Workshops

anbieten. Auffallend: Sehr

profund ausgebildete Kollegen,

die wirklich für die Hypnose in ihren

Fachgebieten brennen und die

ganz aktiv dabei waren, mit sehr

vielen Rückfragen, einer hohen Experimentierbereitschaft

und großer

Wissbegierde.

Berührend war die unfassbar herzliche

Gastfreundschaft. Am zweiten

Kongresstag fühlte ich mich

als Teil der Familie, obwohl ich

bei den meisten Inhalten auf die

freundliche Übersetzung eines

Nachbarn ins Englische angewiesen

war. Ein intensiver fachlicher

Austausch zur Hypnose wie auch

organisatorisch („Wie macht ihr

das in eurer Fachgesellschaft?“)

und persönlich: Vom Austausch

von Lebensgeschichten über Reisetipps

für meine zwei freien Tage

im Anschluss bis hin zu Einladungen

zum Abendessen in Jerusalem,

wohin ich im Anschluss noch

reiste.

Mein Fazit: Einladungen zu Kongressen

im Ausland sind auch mit

sprachlich herausfordernden Voraussetzungen

wirklich bereichernd

– eine tolle Chance, für die ich den

Kollegen aus Israel sehr dankbar

bin.


40

Regionale Weiterbildung der DGH

Regionale Weiterbildung der DGH

741

Regionale Weiterbildung der DGH

Fort- und Weiterbildungszentrum

Darmstadt

Leiter des Fort- und Weiterbildungszentrums

Mitte:

Dipl.-Psych. Dr. phil. Michael Hübner

Curriculum 2019

>> 27./28.06.2020

Behandlung von Traumafolgestörungen

Dozentin: Dipl.-Psych. Nicole Beck-

Griebeling

>> 26./27.09.2020

Integrative Hypnotherapie

Dozentin: Dipl.-Psych. Yvonne König

Fortgeschrittenenkurse

>> F1 05./06.06.2020

>> F2/3 24.-27.06.2020

(Blockseminar)

>> F4 28./29.08.2020

Fort- und Weiterbildungszentrum

Berlin

Bei Interesse an der Weiterbildung

in Berlin bitten wir um Kontaktaufnahme

mit der Geschäftsstelle der

DGH.

Fort- und Weiterbildungszentrum

Bremen

Leiter des Fort- und Weiterbildungszentrums:

Dr. med. dent. Sylvio Chiamulera

Grundkurse

>> G1 29./30.11.2019

>> G2 07./08.02.2020

>> G3 13./14.03.2020

Fortgeschrittenenkurse

>> F2 06./07.09.2019

>> F3 11./12.10.2019

>> F4 06./07.12.2019

>> F1 08./09.05.2020

>> F2 05./06.06.2020

>> F3 04./05.09.2020

>> F4 09./10.10.2020

Therapiekurse

>> T1 27./28.03.2020

Die Simulatortechnik, Arbeit mit Ängsten

>> T2 24./25.04.2020

Hypnotische Schmerzkontrolle und

Anästhesie

>> T3 15./16.05.2020

Emotio begegnet Ratio

>> T4 19./20.06.2020

Matrix-Technik und Mentaltraining

Anmeldung und weitere Informationen:

Dr. med. dent. Sylvio Chiamulera

Rosental 22

28359 Bremen

Tel.: 0421 236069 oder 0171 4792147

Ansprechpartner: Frau Chiamulera

E-Mail: crescom@t-online.de

Homepage:

www.hypnoseinstitut-bremen.de

Fort- und Weiterbildungszentrum

Coesfeld

Leiterin des Westfälischen Instituts für

Hypnose und Hypnotherapie:

Dipl.-Psych. Dr. Helga Hüsken-Janßen

Curriculum 2019

Fortgeschrittenenkurse

>> F3 11./12.10.2019

>> F4 29./30.11.2019

Therapiekurse

>> 13./14.09.2019

HypnoMentale Geburtsvorbereitung

Dozentin: Dipl.-Psych. Dr. Helga

Hüsken-Janßen, Coesfeld

>> 20./21.09.2019

Hypnotherapie bei psychosomatischen

Störungen

Dozent: Prof. Dr. Walter Bongartz,

Konstanz

>> 13./14.12.2019

Hypnotherapeutische Techniken zur

Schmerzbehandlung

Dozentin: Dipl.-Psych. Dr. Helga

Hüsken-Janßen, Coesfeld

Supervisionen

>> 04.09.2019

16:00 - ca. 20:00 Uhr

>> 06.11.2019

16:00 - ca. 20:00 Uhr

>> 06.12.2019

16:00 - ca. 20:00 Uhr

Ego-State-Therapie

Dozent: Woltemade Hartman, PhD,

Pretoria/Südafrika

>> 26./27.09.2019

Ego-State-Therapie

Trauer als Ressource in der Psychotherapie

+ Gruppensupervision

Curriculum 2020

Grundkurse

>> G1 10./11.01.2020

>> G2 07./08.02.2020

>> G3 27./28.03.2020

Fortgeschrittenenkurse

>> F1 08./09.05.2020

>> F2 19./20.06.2020

>> F3 14./15.08.2020

>> F4 02./03.10.2020

Therapiekurse

>> 24./25.04.2020

Hypnotherapie bei Angststörungen

Dozentin: Dipl.-Psych. Silvia Fisch,

Münster

>> 25./26.09.2020

Hypnotherapeutische Interventionen zur

Behandlung von Depressionen

Dozent: Prof. Dr. rer. nat. Walter

Bongartz, Konstanz

>> 11./12.12.2020

Hypnotherapeutische Techniken zur

Schmerzbehandlung

Dozentin: Dipl.-Psych. Dr. Helga

Hüsken-Janßen

Ego-State-Therapie

Dozent: Woltemade Hartman, PhD,

Pretoria/Südafrika

>> 05./06.03.2020

Ego-State Teil II

>> 07./08.03.2020

Ego-State Teil III

>> 06./07.06.2020

Ego-State Heilsame Körperarbeit

Teil III

>> 06.06.2020

Gruppensupervision

>> 26./27.06.2020

Einführung in die Ego-State-

Therapie

>> 17./18.09.2020

Ego-State Teil II

>> 17.09.2020

Gruppensupervision

>> 19./20.09.2020

Ego-State Teil III

Anmeldung und weitere Informationen:

Dipl.-Psych. Dr. Helga Hüsken-Janßen

Westfälisches Institut für Hypnose und

Hypnotherapie

Daruper Straße 14

48653 Coesfeld

Tel.: 02541 880760

Fax: 02541 70008

E-Mail:

kontakt@weiterbildungsinstitut-hypnose.de

Web:

www.weiterbildungsinstitut-hypnose.de

Fortgeschrittenenkurse

>> F4 21./22.09.2019

(Dozent: Dipl.-Psych. Dr. Michael

Hübner)

Therapiekurse

>> 21./22.09.2019

Hypnotherapie in der Psychoonkologie

Dozentin: Dipl.-Psych. Yvonne König

>> 19./20.10.2019

Hypnotherapie der Angststörungen

Dozent: Dipl.-Psych. Dr. Michael Hübner

Supervisionen

>> 26.10.2019

Dipl.-Psych. Karl G. Möck

Curriculum 2020

Grundkurse

>> G1 22./23.02.2020

(Dozent: Dipl.-Psych. Karl G. Möck)

>> G2 21./22.03.2020

(Dozent: Dipl.-Psych. Dr. Michael Hübner)

>> G3 25./26.04.2020

(Dozent: Dipl.-Psych. Dr. Lars Pracejus)

Fortgeschrittenenkurse

>> F1 16./17.05.2020

(Dozent: Dipl.-Psych. Karl G. Möck)

>> F2 20./21.06.2020

(Dozent: Dipl.-Psych. Dr. Lars Pracejus)

>> F3 22./23.08.2020

(Dozent: Dr. med. dent. Sylvio

Chiamulera)

>> F4 19./20.09.2020

(Dozent: Dipl.-Psych. Dr. Michael Hübner)

Therapiekurse

>> 01./02.02.2020

Hypnotherapie in der Psychoonkologie

Dozentin: Dipl.-Psych. Yvonne König

>> 28./29.03.2020

Hypnomentale Geburtsvorbereitung

Dozentin: Dipl.-Psych. Yvonne König

>> 18./19.04.2020

Selbstfürsorge und Hypnose

Dozent: Dipl.-Psych. Karl G. Möck

>> 06./07.06.2020

Persönlichkeitsstile und -störungen

Dozent: Dipl.-Psych. Dr. Bernd Schick

Supervisionen

>> 08.02.2020

bei Dipl.-Psych. Dr. Michael Hübner

in Münzenberg

>> 26.04.2020

bei Dipl.-Psych. Dr. Lars Pracejus in

Darmstadt

>> 21.06.2020

bei Dipl.-Psych. Dr. Lars Pracejus in

Darmstadt

>> 26.09.2020

bei Dipl.-Psych. Karl G. Möck in

Darmstadt

Anmeldung und weitere Informationen:

Dipl.-Psych. Dr. rer. nat. Lars Pracejus

Geschäftsstelle Zentrum Mitte:

E-Mail: GIPsychologietransfer@gmail.com

Web: www.hypnoseausbildung.de

Fort- und Weiterbildungszentrum

Dortmund

Leiterin des Fort- und Weiterbildungszentrums

Rhein/Ruhr:

Dipl.-Psych. Claudia Weinspach

Curriculum 2019

Fortgeschrittenenkurse

>> F4 27.-28.09.2019

Therapiekurse

>> 13.-14.09.2019

T5 - Störungen der Bindung, Altersregression

und Traumata der Kindheit

>> 30.-31.10.2019

T1 - Hypnose in der Psychosomatik

>> 01.-02.11.2019

T2 - Hypnose bei Schmerzen

>> 29.-30.01.2020

T3 - Hypnose und ihre Anwendung bei

Ängsten

>> 31.01.-01.02.2020

T4 - Hypnose bei Schlafstörungen

Supervisionen

>> 05.10.2019

ganztägig von 12:00 - 18:30 Uhr

(in Münster)

Curriculum 2020

Grundkurse

>> G1/G2 22.-25.04.2020

(Blockseminar)

>> G3 15./16.05.2020

Therapiekurse

>> 30.09.-03.10.2020 (Blockseminar)

T1 - Hypnose in der Psychosomatik

T2 - Hypnose bei Schmerzen

>> 20.-23.01.2021 (Blockseminar)

T3 - Hypnose und ihre Anwendung

bei Ängsten

T4 - Hypnose bei Schlafstörungen

Supervision

>> 05.09.2020

ganztägig von 12:00 - 18:30 Uhr

(in Münster)

>> 09.-13.06.2020

(Blockseminar in Salzburg)

Anmeldung und weitere Informationen:

Dipl.-Psych. Claudia Weinspach

Zum Guten Hirten 94

48155 Münster

Tel.: 0251 1330506

E-Mail: info@claudia-weinspach.de

Web: www.claudia-weinspach.de

Fort- und Weiterbildungszentrum

Frankurt

Leiter des Klingenberger Instituts für

Klinische Hypnose:

Prof. Dr. Dipl.-Psych. Walter Bongartz

Curriculum 2019

Therapiekurse

>> T5 22./23.11.2019

Hypnotherapie bei Depression

Curriculum 2020

Grundkurse

>> G1-G3 15.-19.01.2020

als Block 1

Fortgeschrittenenkurse

>> F1 und F2 als Block 2

26.-28.03.2020

>> F3 und F4 als Block 3

07.-09.05.2020

Therapiekurse

>> T1 und T2 als Block 4.

25.-27.06.2020

T1 - Hypnotherapie und Psychosomatik

T2 - Hypnotherapie bei Schmerzen

>>


42

Regionale Weiterbildung der DGH

Nachlese DGH-Projekttage 2019 & DGH-Workshop zu MS

743

>> T3 und T4 als Block 5.

20.-22.08.2020

T3 - Hypnotherapie bei Ängsten

T4 - Hypnotherapie bei Sucht/

Impulskontrolle

>> T5 - 23.-24.10.2020

Hypnotherapie bei Depression

Fort- und Weiterbildungszentrum

Freiburg

Leiter des Klingenberger Instituts für

Klinische Hypnose:

Prof. Dr. Dipl.-Psych. Walter Bongartz

Curriculum 2019

Therapiekurse

>> T3 und T4 als Block 5

12.-14.09.2019

T3 - Hypnotherapie bei Angst/Trauma

T4 - Hypnotherapie bei Sucht/

Impulskontrolle

>> 08./09.11.2019

T5 - Hypnotherapie bei Depression

Curriculum 2020

Grundkurse

>> G1-G3 05.-09.02.2020

als Block 1

Fortgeschrittenenkurse

>> F1 und F2 als Block 2

12.-14.03.2020

>> F3 und F4 als Block 3

14.-16.05.2020

Therapiekurse

>> T1 und T2 als Block 4.

02.-04.07.2020

T1 - Hypnotherapie und Psychosomatik

T2 - Hypnotherapie bei Schmerzen

>> T3 und T4 als Block 5.

10.-12.09.2020

T3 - Hypnotherapie bei Ängsten

T4 - Hypnotherapie bei Sucht/

Impulskontrolle

>> T5 - 30.-31.10.2020

Hypnotherapie bei Depression

Supervisionen

>> Frankfurt/Freiburg:

Supervision wird jeweils nach einem

Block (sonntags 9-13 Uhr) angeboten

(ab Block 2). Am Tag vor T5 findet eine

ganztätige Supervision (9-13 / 14-18

Uhr) statt, nach Seminar T5 samstagsnachmittags

(13-17 Uhr) und am

folgenden Sonntagvormittag (9-13 Uhr).

Danach wären dann die Weiterbildungsvoraussetzungen

(Kurse + Supervision)

für das DGH-Zertifikat erfüllt.

Anmeldung und weitere Informationen:

Prof. Dr. Dipl.-Psych. Walter Bongartz

Klingenberger Institut für Klinische

Hypnose

Färberstraße 3a

78467 Konstanz

Tel.: 07531 6060350

Fax: 07531 6060350

E-Mail:

Web:

bongartz@hypnose-kikh.de

www.hypnose-kikh.de

Fort- und Weiterbildungszentrum

Münchberg

Leiter des Fort- und Weiterbildungszentrums

Münchberg:

Dr. med. dent. Peter Dünninger

Grundkurse

>> G1 20./21.09.2019

>> G2 11./12.10.2019

>> G3 08./09.11.2019

Anmeldung und weitere Informationen:

Dr. med. dent. Peter Dünninger

Kulmbacher Straße 53

95213 Münchberg

Tel.: 09251 1525

Fax: 09251 7269

E-Mail: Peduenn@aol.com

Fort- und Weiterbildungszentrum

München

Leiterin des Fort- und Weiterbildungszentrums

München:

Dipl.-Psych. Dr. rer. biol. hum. Agnes

Kaiser Rekkas

Curriculum 2019

Therapiekurse

>> T2 - T4 22.-29.09.2019

Kompetenz, Ich-Stärkung, Stressbewältigung,

Burnout-Prophylaxe, Psychotrauma,

Psychosomatik, Schmerz

(Seminarort Kakovatos/Griechenland)

Curriculum 2020

Fortgeschrittenenkurse

>> F1 26./27.10.2019

(in Hessisch Lichtenau)

>> F2-F4 13.-17.05.2020

(in Hessisch Lichtenau)

Therapiekurse

>> T1 (Termin nach Absprache mit den

TeilnehmerInnen)

(in Hessisch Lichtenau)

Angst, Despression und Schlafstörungen

>> T2-T4 28.09.-03.10.2020

(in Kakovatos/Griechenland)

Psychosomatik, Trauma und Schmerz

Supervisionen

>> 08.-10.11.2019 (in München)

>> 10.-15.02.2020 (in Griechenland

am Kamin)

Anmeldung und weitere Informationen:

Dipl.-Psych. Dr. rer. biol. hum. Agnes

Kaiser Rekkas

Chorherrstr. 4

81667 München

Tel.: 089 4484025

Fax: 089 48999748

E-Mail: Agnes.Kaiser.Rekkas@gmail.com

Web: www.kaiser-rekkas.de

Fort- und Weiterbildungszentrum

Salzgitter

Leiter des Fort- und Weiterbildungszentrums:

Dr. med. dent. Christian Bittner

Grundkurse

>> G1 01./02.11.2019

>> G2 17./18.01.2020

>> G3 14./15.02.2020

Fortgeschrittenenkurse

>> F1 03./04.04.2020

>> F2 24./25.04.2020

>> F3 15./16.05.2020

>> F4 03./04.07.2020

Supervisionen

Gruppensupervisionen finden immer am

Tag vor den Therapiekursen statt

(16:00 Uhr bis 20:00 Uhr).

Kollegiale Supervision/Supervisionsstammtisch

jeweils der zweite Dienstag im

3. Quartalsmonat

Einzelsupervision

Termine nach Vereinbarung

Anmeldung und weitere Informationen:

DGH Fort- und Weiterbildungszentrum

Salzgitter

Hinter dem Salze 10

38259 Salzgitter

Tel.: 05341 3988857

Fax: 05341 3988858

E-Mail:

hypnose@zahn-sz.de

ei den diesjährigen DGH-Projekttagen,

die ja im jährlich

B

wechselnden Turnus mit der

Summerschool stattfinden, trafen

sich in diesem Jahr im Mai

ca. 120 Teilnehmer in Bad Lippspringe

zum Thema „Stärkung

der Immunkompetenz bei chronisch-entzündlichen

Erkrankungen“.

Der damit weit gespannte Rahmen

über unterschiedliche Erkrankungen

ließ ein breit gefächertes Programm

zu diesem aktuellen Thema

von zunehmendem Interesse

erwarten. Bei vielen trifft dieser

„kleine Kongress“ auch deshalb

auf großen Zuspruch, weil der

kleinere Rahmen ein besonders

persönliches Zusammentreffen

ermöglicht. In seinem Eröffnungs-

Nachlese zu den

DGH-Projekttagen 2019

MS gilt als Krankheit der 1000

Gesichter.

Wie Hypnose helfen kann, die

Symptome spürbar zu lindern und

die Krankheit als Wegweiser zu

verstehen, um Veränderungen im

eigenen Leben anzugehen, hat Diplom-Psychologe

Thomas Seiffert

zum Thema „Immunkompetenz“

vortrag vermittelte Prof. Dr. Manfred

Schedlowski vom Institut für

Medizinische Psychologie und

Verhaltensimmunbiologie am Uniklinikum

Essen, einen eindrucksvollen

Einblick in das komplexe

Zusammenspiel von Verhalten,

Immunreaktionen und Entzündungsprozessen.

Anschließend

wurden in weiteren interessanten

Vorträgen der „DGH-eigenen“

Experten auf diesem Gebiet, Dr.

Klaus Hönig, Prof. Dr. Walter Bongartz

und Dr. Michael Teut, die

hypnotherapeutischen Möglichkeiten

der Regulation und positiven

Beeinflussung dieser immunologischen

Prozesse dargestellt.

Krankheit als Wegweiser

Auf der Suche nach Ursachen und Auslösern

DGH-Workshop zur Behandlung der Multiplen Sklerose

bei Dipl.-Psych. Thomas Seiffert

Autorin: Sabine Rochlitz

bei den DGH-Projekttagen 2019 in

einem Halbtagesworkshop erläutert.

Für mich als Betroffene, die

selbst mit Hypnotherapie behandelt

wird, eine inspirierende und

bereichernde Erfahrung. Als einen

der Schlüssel für den Erfolg der Behandlung

nennt Thomas Seiffert

Autorin: Dipl.-Psych. Silvia Fisch

Am zweiten Tag fanden acht Halbtagsworkshops

statt, in denen

auch praktische Einblicke zu hypnotherapeutischen

Interventionen

bei sehr unterschiedlichen Erkrankungen

– Hauterkrankungen,

Fibromyalgie, Tumorerkrankungen,

Multipler Sklerose, Allergien,

Darmerkrankungen und Rheuma

– gewonnen werden konnten. Die

Teilnehmer zeigten sich erfreut

und sehr zufrieden über den Informationsgehalt

der Veranstaltungen

und die Kompetenz der dozierenden

Experten, die ihr Wissen

und ihre Erfahrungen auf diesem

Gebiet interessant und anschaulich

vermittelten. Schließlich trug

auch das gesellige Beisammensein

in gemütlicher Atmosphäre

dazu bei, dass alle bereichert und

gestärkt mit neuen Impulsen von

den Projekttagen heimreisten. >


44 DGH-Workshop zu MS 745

Interview mit Mark P. Jensen

Faszination resultiere aus der Möglichkeit,

„Dinge für sich selbst auf

den Weg bringen zu können“. Ersten

Kontakt zu Menschen mit Multipler

Sklerose hat Thomas Seiffert

vor 15 Jahren als Neuropsychologe

im Zentrum für ambulante

Neurorehabilitation in Würzburg

geknüpft. Dort leitete er für eine

Selbsthilfegruppe reine Hypnosekurse,

das Angebot erfuhr Zulauf

und zeigte Erfolge. Unter den rund

100 Klienten mit MS, mit denen er

seitdem gearbeitet hat – darunter

übrigens bloß fünf Männer – seien

viele, die deutliche Verbesserungen

erfahren hätten: unter anderem

beim Laufen, bei Missempfindungen

und der Fatigue. „Wenn

sie merken, dass etwas passiert,

wenn sie verstehen, was die MS

ihnen sagen möchte, und sich danach

richten, dann brauchen sie

mich nicht mehr.“

Als Einstieg in die Hypnose arbeite

er in der ersten Sitzung mit einem

auf den Patienten abgestimmten

„sicheren Ort“. Thomas Seiffert

nimmt uns mit auf eine Frühlingswiese.

Wir gehen spazieren

oder sitzen unter einem Baum,

die Sonne scheint vom blauen

Himmel, einzelne Strahlen, nicht

zu warm, nicht zu kalt, schaffen

ein Gefühl von Geborgenheit und

Gelassenheit. Blumen und Gräser

wiegen sich sanft im Wind,

der uns streift und die Blätter des

Baumes zum Rauschen bringt.

Wir schauen Schmetterlingen und

Hummeln zu, hören Vögel und

das Plätschern eines wenige Meter

entfernt fließenden Bachs, in

dessen kristallklarem Wasser sich

die Sonne widerspiegelt… wenn

wir es schöpfen, nehmen wir dessen

wohltuende Energie auf, und

in einem Tropfen in unserer Hand

zeigt sich eine kleine Spiegelwelt…

wir schöpfen das Wasser für einen

wunderbaren Baum auf einem Hügel,

wir bringen ihm Leben, Wertschätzung,

Selbstvertrauen, können

im Zeitraffer verfolgen, wie

neue Zweige und Äste entstehen,

Knospen und Blätter sich entwickeln.

Dieser aufblühende Baum

ist in uns, jede Zelle ist erfüllt mit

Neuem. Im Tautropfen zeigt sich

der eigene Wunsch, ein Ziel, ein

Traum, den jeder hat… Die Bilder

dieser Trance wähle er abhängig

vom jeweiligen Patienten, viele

hätten schon intuitiv ein Gefühl,

welches Bild ihnen guttut. In der

zweiten Sitzung versuche er mittels

Hypnose nach Ursachen und

Auslösern zu suchen, oft ergäben

sich Zusammenhänge wie systemische

Aspekte in der Familie, die

den eigenen Selbstwert berühren,

größere Einschnitte im Leben, die

viel Stress verursacht haben. In

den Therapiestunden führe er abwechselnd

reine symptombezogene

Hypnosen durch und solche,

die Ursachen behandeln. Erstere

erleben wir an diesem Morgen in

Form der Energiekugel, die sich

nach einem ausdauernden Aneinanderreiben

der Hände zwischen

diesen bildet und sich stetig vergrößert,

deren Funken von dort

in den ganzen Körper strömen.

Sie wird schließlich so groß, dass

man sogar selbst hineinpasst, sie

schützt einen vor allen negativen

Dingen von außen. Und ihre positive

Energie des Lebens, der Heilung

leiten wir schließlich in einen

selbst gewählten Körperteil.

Beim mesmerschen Streichen nach

Franz Anton Mesmer, dem Mesmerisieren,

werden unter anderem

die Nerven vitalisiert, es handele

sich um eine therapeutische Zuwendung,

fast wie ein Streicheln,

aber eben ohne Berührung, führt

Thomas Seiffert aus – und wir erfahren

diesen Effekt dann am

eigenen Körper. Die Methode eigne

sich auch als Trance-Induktion,

wenn jemand Schwierigkeiten

beim Visualisieren habe. Thomas

Seiffert spricht – mit Widerspruch

aus dem Teilnehmerkreis – von

MS-Persönlichkeiten, die oft perfektionistische

Ansprüche hätten,

welche wiederum aus einem mangelnden

Selbstwertgefühl herrühren

könnten. Mithilfe der „Ego

State-Therapie“ (John und Helen

Watkins) unter Hypnose würden

Persönlichkeitsanteile erkannt, die

für die Krankheit und den mangelnden

Selbstwert verantwortlich

seien. Er kommuniziere in den

Trancen selbst nicht verbal mit den

Klienten, jedoch teilweise mittels

ideomotorischer Fingerzeichen.

Zudem gebe er ihnen Hypnosewerkzeuge

in die Hand, um eigene

Wünsche und (Bauch-)Entscheidungen

zu realisieren und zu erkennen.

Mein Fazit: Ich entdecke Vieles,

was ich aus der eigenen Behandlung

kenne und als hilfreich erlebe

und fühle mich dadurch bestätigt.

Und auch, wenn Thomas Seiffert

in Details vielleicht anders arbeitet

als mein Therapeut, spüre ich bei

ihm ebenfalls diese positive Energie,

die sich auf das Gegenüber

überträgt und die in meinen Augen

entscheidenden Einfluss auf

den Erfolg hat. >


46 Interview mit Mark P. Jensen Gesundheitsminister Spahn 747

Interview mit

Mark P. Jensen, PhD

Wow. Die Antwort auf diese Frage

wäre eine einstündige Vorlesung.

Grundsätzlich ist es aber wichtig,

sich daran zu erinnern, dass es

kein ausgesprochenes „Schmerzzentrum“

im Gehirn gibt. Schmerz

wird vom Gehirn erzeugt, um uns

vor möglichen Verletzungen zu

warnen und zu schützen. Das Gehirn

berücksichtigt also viele Dinge,

wenn es sich entscheidet, die

„Schmerzglocke zu läuten“ oder

nicht, und wenn ja, wie laut die

Glocke läuten soll.

Es ist bestrebt, die Bedeutung von

Sinnesempfindungen im Kontext

früherer Erfahrungen und Erkenntnisse

zu verstehen. Es bestimmt,

wie wichtig diese Empfindungen

sind, im Zusammenhang mit dem,

was sonst noch geschieht, und

was für die Sicherheit, das Wohlbefinden

und die Gesundheit der

Person am wichtigsten ist. Um die

Person zu schützen, gibt es oft die

Tendenz, einen Schmerz zu erzeugen,

auch wenn er nicht besonders

nützlich ist. Während all dies

sehr schnell (und automatisch) geschieht,

umfasst der Prozess viele

verschiedene und all jene Gehirnsysteme,

von denen gezeigt werden

konnte, dass sich Hypnose

dort auswirkt.

Mark P. Jensen, PhD,

ist Professor und Vizepräsident im Bereich Forschung an der Fakultät für Medizinische

Rehabilitation an der University of Washington (Seattle/USA). Er untersucht chronische

Schmerzen und hilft seit über 30 Jahren Menschen, Schmerzen effektiv zu bewältigen.

Er wurde vom National Institute of Health und anderen Förderinstitutionen

finanziert, um die Wirksamkeit und die Mechanismen verschiedener Behandlungen

bei chronischen Schmerzen, einschließlich Hypnose, zu untersuchen.

Er hat zum Thema Schmerzeinschätzung und -Behandlung umfangreich publiziert

(sieben Bücher und über 500 Artikel und Buchkapitel). Zahlreiche Auszeichnungen

für Schriften und wissenschaftliche Beiträge, darunter u.a.: der Jay Haley Early Career

Award für innovative Leistungen über Hypnose von der Internationalen Gesellschaft

für Hypnose, den Clark L. Hull Award for Scientific Excellence für seine Beiträge über

Experimentelle Hypnoseforschung des American Journal of Clinical Hypnosis, den

Wilbert E. Fordyce Clinical Investigator Award der American Pain Society, und sowohl

die Distinguished Contributions to Scientific Hypnosis als auch die Dinstinguished

Contributions Professional Hypnosis Awards der American Psychological Association

Division 30.

Sein Buch „Hypnose bei chronischem Schmerz“ (Carl Auer) gewann 2011 den Arthur

Shapiro Award der Society for Clinical and Experimental Hypnosis: Bestes Buch über

Hypnose. Zudem ist Jensen ein international gefragter Redner und Workshop-Leiter.

Dies ist einer der Gründe, warum

Hypnose so effektiv bei der

Schmerzbehandlung sein kann.

Man beeinflusst eines dieser Systeme

und Schmerzen können sich

ändern. Die Schmerzreduktion ist

ein sehr großes Ziel, welches aber

in der Tat ziemlich einfach zu erreichen

ist.

Wenn Sie nur ein einziges

Hypnoseprotokoll/-skript

zur Schmerzbehandlung

verwenden könnten, welches

würden Sie wählen?

…welches am besten zu dem Patienten

passt, mit dem ich gerade

arbeite. Das bedeutet, dass „die“

Technik, die ich am häufigsten

mindestens einmal mit jedem Patienten

anwende und ihm mitgebe,

die stufenweise Zukunftsprogression,

die individuell auf den Patienten

zugeschnitten ist, um ihm

zu helfen, sein wertvollstes Ziel zu

erreichen.

Auch für die Schmerzbehandlung

habe ich festgestellt, dass Suggestionen,

die die Wahrnehmung

von Empfindungen verändern

(von Empfindungen, die auf körperliche

Schäden hinweisen, zu

Empfindungen die willkommene,

nützliche und zu berücksichtigende

Warnhinweise sind), besonders

wirksam sind, um die Intensität

chronischer Schmerzen zu reduzieren.

Suggestionen, die sich ausschließlich

(oder hauptsächlich)

auf „mehr Wohlgefühl“ konzentrieren,

reichen nach meiner Erfahrung

nicht aus.

Was halten Sie davon,

Selbsthypnose zu lehren?

Ich lehre immer, immer Selbsthypnose.

Ich glaube, dass dies von

wesentlicher Bedeutung ist, damit

der Nutzen der Behandlung von

Dauer ist.

Ich weiß, dass ein wichtiger Teil

Ihres Lebenswerks darin

besteht, Hypnose zu lehren,

auch in Ihren Büchern.

Gibt es etwas Neues?

Ja, allerdings. Diesen Sommer sind

gleich zwei neue Bücher erschienen:

„Hypnotic Techniques for

Chronic Pain Management: Favorite

Methods of Master Clinicians“

und „Hypnosis for Acute und Procedural

Pain Management: Favorite

Methods of Master Clinicians“,

beide in der Voices of Experience-

Serie. >


48 Gesundheitsminister Spahn

Kinder leicht behandeln

49

Kinder leicht behandeln –

vom DGH-Workshop 2018

bei Barbara Beckers-Lingener

Autor: Zahnarzt Sebastian Knop

führt, die wir umsetzen. Selbstverständlich

steuern wir selbst in

diesem Sinne in unseren Praxen

längst die Therapieplatzvergabe,

die Entscheidung über die Therapiefrequenz,

die Dauer der Therapie

etc. Wie wir alle wissen, ist das

doch keine Frage! Und genau das

versuchten wir, Herrn Spahn auch

zu vermitteln. Allerdings stelle

sich bei der momentanen katastrophalen

Versorgungssituation

eine schier unlösbare Aufgabe,

wen von den derzeit wartenden

Patienten man denn am ehesten

für „weniger belastet“ einschätzen

und wegschicken solle, um einen

„noch Kränkeren“ vorzuziehen.

Weitere inhaltliche Punkte waren

von Seiten der Psychotherapeuten

das Favorisieren einer kleinräumigeren

Planung bei der Verteilung

von Psychotherapeutensitzen sowie

eine spürbare Förderung multiprofessioneller

Teams (z.B. durch

finanzielle Honorierung), wie sie

bei bestimmten Krankheitsbildern

zum Einsatz kommen, aber auch

im Kinder- und Jugendbereich

durch die Einbeziehung von Lehrern,

Eltern und Jugendamt häufig

notwendig und wünschenswert

sind. Darüber hinaus zeigte der

Gesundheitsminister Interesse an

der Förderung der Durchführung

von Gruppentherapien. Er konnte

die Argumentation einiger PsychotherapeutInnen

nachvollziehen,

wegen des hohen bürokratischen

Aufwands bei der Beantragung

derzeit von Gruppentherapien Abstand

zu nehmen.

Herr Spahn nahm sich Zeit und

blieb sogar etwas länger, als zunächst

geplant war. Er hörte interessiert

und aufmerksam zu und

gab zu verstehen, dass er die Fachkompetenz

und das hohe berufliche

Engagement der Anwesenden

wahrnehme und wichtige Anregungen

nach Berlin mitnehme.

Im Verlauf des Treffens kündigte

er sogar eine überraschend hohe

Zahl von bundesweit neu zu schaffenden

Therapeutensitzen an.

Allerdings hinterließ sein Schlusswort,

in dem er noch einmal die

aus seiner Sicht notwendige Veränderung

in der Steuerung des

Therapiezugangs bekräftigte, wiederum

Ernüchterung bei uns. In

unserem Resümee, nachdem der

Minister sich schon verabschiedet

hatte, stellten wir fest, dass wir

zwar nicht einschätzen konnten,

welche Wirkungen dieses Treffen

nun hinterlassen würde, wir aber

mit unserem gemeinsamen Auftreten

sehr zufrieden waren und

fanden, dass wir unsere zuvor geplanten

Vorsätze erfolgreich umgesetzt

hatten. Es ist doch gut,

dass wir an dieser Stelle ganz therapeutisch

wohlwollend und wertschätzend

miteinander umgehen

konnten! >


50 Kinder leicht behandeln Nachruf: Betty Alice Erickson 751

eindringen. Und wer will schon

gerne freiwillig arbeiten? Da setzt

sich mancher lieber wieder hin.

Auch Geschwisterkinder, die gerne

aus der Nähe zuschauen, kann

man auf diese Weise beschäftigen

und ihnen gleichzeitig die Angst

nehmen, da sie Instrumente und

Materialen durch Anfassen kennenlernen.

Leichte Umsetzbarkeit

auch bei anderen Behandlungen

als „Pilot“ selbst den „Pilotenstuhl“

bedienen darf, hat neben der aktiven

Einbindung in den Heilungsprozess

auch einen Nutzen für die

Entspannung: Die Zahnärztin unterstützt

das Kind, sich nach dem

Knopf auf dem Bedienfeld zu strecken.

Sobald sich der Stuhl nach

hinten bewegt, darf sich das Kind

entspannt zurücklehnen. Erst anspannen,

dann entspannen – für

Kinder ist es nur ein Spiel, aber

Kenner erkennen hier das Prinzip

der Muskelentspannung nach Jacobson.

Dass Barbara Kindern sogar Instrumente

in die Hand drückt, die sie

später benötigt, ist auch ein Element,

diese aktiv an der Behandlung

zu beteiligen. Es wirkt zwar

auf den ersten Blick befremdlich,

Kindern angsteinflößende Gegenstände

wie Spritze und Zange in

die Hand zu geben und ich bin

damit auch noch zurückhaltend.

Aber mit Spiegel, „Zahnklebe“ (=

Adhäsiv, Haftvermittler für das Füllungsmaterial)

und „Zahnknete“ (=

Füllungsmaterial) habe ich schon

gute Erfahrungen gemacht. In

einer Sitzung, in der ich bei einem

Jungen eine Füllung gelegt und

dessen Mutter mit besorgtem Blick

die Sitzung vom Besucherstuhl

aus beobachtet hatte, bedankte

ich mich nach der Sitzung bei dem

Jungen für die Mithilfe und provozierte

anschließend mit der Frage:

„Hat’s wenigstens Spaß gemacht?“

Ich erinnere mich noch an den verblüfften

Blick der Mutter, als der

Junge mit dem Brustton der Überzeugung

sagte: „Ja.“

Eltern und Geschwister

„Der größte Hypnotiseur im Raum

ist immer die Mutter bzw. der Vater.“

Wer den störenden Einfluss

von sich einmischenden Eltern

im Sprechzimmer einmal erlebt

hat, weiß sofort, was Barbara Beckers-Lingener

mit dieser Aussage

meint. Eltern, die entspannt auf

dem Besucherstuhl Platz nehmen,

können die Behandlung folglich

positiv beeinflussen, da sie zum

Ausdruck bringen, dass sie der

Zahnärztin vertrauen. Eltern dagegen,

die ihr Kind vor dem „bösen

Zahnarzt“ beschützen wollen, können

die ganze Behandlung kaputtmachen.

Wenn Eltern also aufstehen und

sich dem Behandlungsstuhl nähern,

droht höchste Gefahr für den

erfolgreichen Verlauf der Behandlung.

Warum also nicht einfach

die Eltern freundlich einbeziehen?

„Wenn Sie schon gerade stehen,

können Sie mal eben dieses Instrument

halten“, ist eine der Aufgaben,

die Barbara Eltern gibt, die

zu sehr in die Behandlungssphäre

Von der Tatsache, dass die Methoden,

die Barbara Beckers-Lingener

in ihren Workshops zeigt, leicht

umsetzbar sind und sich in der Regel

sofort in den Praxisalltag integrieren

lassen, habe ich wieder

sehr profitiert. Dennoch weiß ich,

dass ich vieles immer noch nicht

umgesetzt habe, beispielsweise

den Schläfengriff, wobei ich wieder

bei den nonverbalen Hypnosetechniken

wäre. Was mir in dem

Zusammenhang übrigens auch gut

gefallen hat, war das „Päckchen“:

Beim sogenannten „Bonding“, das

heißt, der Elternteil liegt unten und

das Kind liegt mit dem Rücken auf

ihm, bittet Barbara schon einmal

das Elternteil um Mithilfe, wenn

das Kind unruhig wird. Dazu soll

der Elternteil die Arme und Beine

des Kindes mit seinen eigenen Armen

und Beinen umfangen. Dazu

sagt sie dann: „Machen Sie mal ein

Päckchen daraus, um Ihrem Kind

zu helfen.“ Dies ist ein wunderschönes

Reframing im doppelten

Sinne: die Extremitäten des Elternteils

stellen einen Rahmen für

den Körper des Kindes dar und die

Formulierung ist ein Reframing im

hypnotischen Sinn!

Den Begriff „Zahnklebe“ habe ich

bisher in meiner Praxis verwendet.

Barbara bevorzugt den Begriff

„Zahn-UHU“, zumal er sich zur

Konfusion eignet: UHU = Klebe,

aber auch Uhu = Vogel. Mit dem

Uhu-Vogel kann sie dann bei Bedarf

weiterarbeiten.


52

Literaturübersicht Wissenschaft

Literaturübersicht Wissenschaft

753

Literaturübersicht

Wissenschaft

Wie schon im letzten Jahr angedeutet,

werden die Fragestellungen in

der Hypnoseforschung immer spezieller,

Grundlagenforschung rückt

in den Vordergrund. Das zeigt

einerseits, dass es längst nicht

mehr nur darum geht, ob Hypnose

überhaupt funktioniert, sondern

um die Aufdeckung der zu Grunde

liegenden Mechanismen. Andererseits

wird es damit für den Hypno-

seanwender immer schwieriger,

daraus praktische Konsequenzen

für seine tägliche Arbeit abzuleiten.

Ein im Sinne der wissenschaftlichen

Akzeptanz der Hypnose als

wirksames Therapeutikum erheblicher

Vorteil der zunehmenden Anzahl

von Veröffentlichungen ist die

dadurch eingetretene Möglichkeit,

Metaanalysen, also die statistische

Zusammenfassung der Ergebnisse

einer Vielzahl von Studien

durchzuführen. Dadurch wird die

Evidenz der Wirksamkeit der Hypnose

bei verschiedenen therapeutischen

Fragestellungen natürlich

erheblich gesteigert. Zwei solche

Metaanalysen sollen hier vorgestellt

werden, sie bestätigen gute

Ergebnisse für die Effektivität des

Einsatzes von Hypnose bei Depressionen

beziehungsweise Migräne:

Niamh Flynn (2018) Systematic Review of the Effectiveness of Hypnosis for the Management

of Headache, International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis, 66:4, 343-352

Abstract

Migraine is a complex neurological condition that causes a range of symptoms, the most common

of which is a severe headache. The aim of this systematic review of the literature is to determine the

efficacy of hypnosis in the treatment of migraine. A systematic search of 4 scientific databases was

conducted using the primary search terms migraine, headache, hypnosis, and hypnotherapy. A total

of 8 studies were identified that examined hypnotic techniques either alone or in combination with

other nonpharmaceutical techniques, such as visual imagery, relaxation, and pain-displacement

techniques. This study demonstrates that hypnotherapy and relaxation techniques are effective in

reducing short- and long-term headache activity in migraine sufferers.

Zum möglichen Einsatz von Hypnose und Akupunktur in der Therapie der Migräne gibt es auch

eine klinische Studie, die sogar eine gewisse Überlegenheit dieser beiden Verfahren gegenüber

einer reinen Pharmakotherapie ergab:

Kenan Tastan, Ozlem Ozer Disci & Turan Set (2018) A Comparison of the Efficacy of Acupuncture

and Hypnotherapy in Patients With Migraine, International Journal of Clinical and Experimental

Hypnosis, 66:4, 371-385

Abstract

A Meta-Analysis of Hypnotic Interventions for Depression Symptoms: High Hopes for Hypnosis?

Leonard S. Milling, Keara E. Valentine, Hannah S. McCarley & Lindsey M. LoStimolo, American

Journal of Clinical Hypnosis, Volume 61, 2018 - Issue 3, Pages 227-243

Abstract

This meta-analysis quantifies the effectiveness of hypnosis for treating the symptoms of depression.

To be included in the meta-analysis, studies were required to use a between-subjects or mixed-model

design in which a hypnotic intervention for depression was compared with a control condition in

reducing depression symptoms. Of 197 records screened, 10 studies incorporating 13 trials of hypnosis

met the inclusion criteria. The mean weighted effect size for 13 trials of hypnosis at the end of

active treatment was 0.71 (p ≤ .001), indicating the average participant receiving hypnosis showed

more improvement than about 76% of control participants. The mean weighted effect size for four

trials of hypnosis at the longest follow-up was 0.52 (p ≤ .01), indicating the average participant treated

with hypnosis showed more improvement than about 51% of control participants.

These effect sizes are comparable to those associated with well-known psychological interventions

for depression (e.g., Beck’s cognitive therapy, interpersonal therapy) and suggest hypnosis is a very

effective way of alleviating the symptoms of depression. Clinicians may wish to give serious consideration

to hypnosis as a treatment option when working with clients and patients who are depressed.

This study investigated the effect of acupuncture, hypnotherapy, and pharmacotherapy in migraine

treatments among 90 patients. They were divided into 3 groups of 30 persons each. Group 1, Group

2, and Group 3 were treated with acupuncture, hypnotherapy, and pharmacotherapy, respectively.

Changes in the visual analog scale (VAS) and Migraine Disability Assessment (MIDAS) scores from

baseline were monitored. Reductions in the percentages of the VAS and MIDAS scores at the end of

the third month were significantly higher in the acupuncture and hypnotherapy groups than those

of the pharmacotherapy group (p < .01). Acupuncture and hypnotherapy can be developed as treatment

options alone as an equivalent to conventional treatment.

Auch über den Einsatz von Hypnose in der Telemedizin wird geforscht, hier konnte gezeigt

werden, dass beim Reizdarmsyndrom eine Hypnotherapie via Skype zwar nicht ganz so effektiv

ist wie eine persönliche Einzelsitzung, aber der Zugang zu einer solchen Therapie würde

auf diese Weise natürlich deutlich verbessert:

Shariq S. Hasan, James S. Pearson, Julie morris & Peter J. Whorwell (2019)

SKYPE HYPNOTHERAPY FOR IRRITABLE BOWEL SYNDROME: Effectiveness and Comparison with

Face-to-Face Treatment, International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis, 67:1,

69-80

Abstract

Gut-focused hypnotherapy is an effective treatment for irritable bowel syndrome but is not widely

available. This study assessed whether providing hypnotherapy by Skype might partially overcome

this problem. Using a 50-point or more reduction in the IBS Symptom Severity Score as the primary

>>


54 Literaturübersicht Wissenschaft

Neue Zertifikatsinhaber

755

outcome measure, 65% of subjects responded to Skype hypnotherapy with all other outcomes significantly

improving. The primary outcome figure for face-to-face hypnotherapy was 76%. When other

outcome scores for Skype and face-to-face treatment were compared, the mean changes were these:

symptom severity (−94.1 vs. −129.2), noncolonic score (−52.3 vs. −64.8), quality of life (+56.4 vs.

+66.2), anxiety (−3.3 vs. −3.0), depression (−1.7 vs. −2.5), and a 30% or more pain reduction (44%

vs. 62%). Skype hypnotherapy is effective but slightly less so than face-to-face treatment. However,

many patients would have been unable to access treatment without the Skype option.

Neue Zertifikatsinhaber

Stand: Ende Juni 2019

Herzlichen Glückwunsch zum Erhalt des DGH-Zertifikats!

Dr. med.

Desirée

Bergmann

Brighton

Abschließend noch eine Arbeit, die mir persönlich sehr gefällt, die Beschreibung des “McCarthy

Teetopf-Test“. Ein sehr fantasievoller Ansatz, um die Erwartungshaltung des Patienten zu

steigern.

PD Dr. med.

Dipl.-Soz.-Päd., KJP

Dipl.-Psych.

Katrin

Margitta

Andrea

Breitbach

Carli-Schmidt

Cersovsky

Bad Bramstedt

Schwalmstadt

Münster

Patrick McCarthy (2018) THE MCCARTHY TEAPOT TEST, International Journal of Clinical and Experimental

Hypnosis, 66:3, 308-31

Dr. med.

Arzt

Dr. med.

Jana

Manuel

Barbara

Czymmek-Demantowsky

Fuhrmann

Gartmann

Dortmund

Bonn

Freiburg

Abstract

Dipl.-Psych.

Ursula

Groß

Erftstadt

Expectancy has often been declared to be the single most important factor in the success or failure

of any hypnotic intervention. Given this truism that expectancy is so crucial, this article shows how a

potential patient’s expectancy can be influenced and lowered or raised by the words and actions of

the therapist. The essence of this innovative, simple, and quick method is that it is an expectancy-enhancement

procedure that masquerades as a hypnotizability assessment. What makes this method

powerful is the author’s emphasis on the theatrical components of therapist performance (it even

includes acting instructions). No one fails this test.

M.Sc. Psych.

Dipl.-Psych.

Dipl.-Psych.

Ärztin

Dipl.-Psych.

Dipl.-Soz.-Päd., KJP

M.Sc. Psych.

Claudia

Silke

Silke

Marina

Isabella

Anna

Esther

Gysling-Tappeiner

Hoffmann

Holste

Hortling

Jungh

Kampschroer

Kottmann

Zug

Köln

Marl

Münster

Münster

Barntrup

Affoltern A/A

Dr. med.

Peter

Kranl

Tegernsee

Peter Dünninger


56 Neue Mitglieder der DGH

Neue Mitglieder der DGH

757

Neue Mitglieder der DGH

Stand: Ende Juni 2019

Herzlich willkommen in der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie e.V.!

Ärztin

Annette

Albrecht

Göttingen

Dipl.-Psych.

Beate

Liesner

Münster

B.Sc. Psych.

Ulrike

Arras

Krefeld

KJP

Sonja

Lünnemann

Münster

Dipl.-Psych.

M.Sc. Psych.

Dipl.-Psych.

M.Sc. Psych.

Anette

Faton

Claudia

Andrea

Axt

Berisha

Bohusch

Brauner

Darmstadt

Gera

Syke

Birmensdorf

Dr. med.

Dr. med.

Dr. med.

Helga

Jörg

Christoph

Mangold

Marr

Mauer

Haarbach

Pritzwalk

Plön

Dr. med.

Dipl.-Psych.

M.Sc. Psych.

Dipl.-Psych.

Zahnärztin

Dipl.-Psych.

Dr. med.

Dipl.-Psych.

Dr. med.

Zahnärztin Dr.

Dipl.-Psych.

Dr. med.

Mag. Ra.

M.Sc. Psych.

Dipl.-Psych.

Dr. med. univ. Dr. med.

Dipl.-Psych.

Dr. med.

Nadja

Franz Christian

Ute

Andrea

Kerstin

Annette

Kolja

Kornelia

Stefan

Annegret

Anja

Barbara

Brigitte

Claudia

Susanne

Paulina

Ulrike

Judith

Bremshey

Burgner

Chavalés

Christoffel

Dörlitz

Ebel

Eicker

Eschhaus

Fielmuth

Flintrop

Funk

Gartmann

Greif

Gysling-Tappeiner

Hallmann

Hauck

Heinze

Herbst

Bochum

Norden

Aachen

Bonn

Buxtehude

Möhnesee

Münster

Lingen

Alt Rehse

Köln

Schmalkalden

Freiburg

Meran

Zug

Hamburg

Lauchringen

Emsdetten

Essen

Zahnärztin Dr.

Dipl.-Psych.

Ärztin

Dr. med.

Dr. med.

PD Dr. med.

Dipl.-Psych.

Dipl.-Psych.

Dr. phil.

M.Sc. Psych.

Ärztin

Dipl.-Psych. Sr. M.

Dr. med. dent.

Dipl.-Psych.

Nicola

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Meißner

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Zell am See

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Baunatal

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Lippstadt

Lörrach

Rottenburg a.Nr.

Offenburg

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Dipl.-Psych.

Barbara

Herrmann-Gohlke

Gießen

Dr. med.

Reinhard

Thiel

Bad Pyrmont

Dipl.-Psych.

Dr. med.

Dr. med.

Dipl.-Psych.

Ärztin

Dipl.-Psych.

Dr. rer. nat. Dipl.-Psych.

Dr. med.

M.Sc. Psych.

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Anne-Christin

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Heuer-Bosse

Hüsken

Jahn

Kämmerer

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Klusemann

Knappe

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Mettingen

Münster

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Frankfurt

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Trier

Trier

Dresden

Affoltern A/A

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Dr. med.

Dr. med.

Dipl.-Psych.

Dr. med.

Dipl.-Psych.

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von Spalden

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Münster

Reinach BL

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Hildegard

Zervos

Gummersbach

Dr. med.

Thomas

Lange

Neustadt an der Orla


58 Rezensionen & Neuerscheinungen

Rezensionen & Neuerscheinungen 759

Rezensionen & Neuerscheinungen:

Autoren: Dr. med. dent. Peter Dünninger // Dipl.-Psych. Ronald Milewski

Björn Migge:

>> Hypnose und Hypnotherapie.

Grundlagen und Praxis für Coaching

und Kurzzeittherapie, Beltz,

Weinheim 2018.

Dieses Buch unterscheidet sich

von vielen in den „Suggestionen

bereits besprochenen vor allem

dadurch, dass es sich nicht, wie

meistens, nur an Therapeuten

und eventuell wissbegierige Laien,

sondern auch an Coaches wendet.

Das macht es in mehrerer Hinsicht

interessant und bemerkenswert.

Das fällt bei der einleitenden ausführlichen

Definition der Hypnose

noch nicht besonders auf, aber

spätestens im Kapitel über die Geschichte

der Hypnose mit einer detaillierten

Würdigung bedeutender

Hypnoselehrer wird klar, dass hier

keineswegs nur die aus dem Kanon

der „akademischen“ Wissenschaftler

und Forscher altbekannten

Koryphäen zu Wort kommen.

Während ein Dave Elman sicher

noch Vielen ein Begriff sein wird,

dürften Personen wie Gerald F.

Kein, Calvin D. Banyan, Charles

Tebbets, Harry Arons, Roy Hunter

und Randall Churchill, denen im

Buch breiter Raum gewidmet wird,

unter universitär ausgebildeten

Hypnotherapeuten eher nur den

wenigeren bekannt sein, während

sie in der Szene der Coaches und

Hypnotiseure offensichtlich große

Popularität genießen. Diese Dualität

der unterschiedlichen Blickwinkel

auf die Hypnose zieht sich

durch das ganze Buch. Migge ist

sich dieser Tatsache sehr bewusst

und er stellt sie ganz explizit dar.

Das führt dazu, dass letztlich jede

der angesprochenen Therapeutengruppen

notwendigerweise auch

mit der Sichtweise der jeweils anderen

konfrontiert wird. Das eröffnet

natürlich durchaus neue

und ungewohnte Erkenntnisse.

Unabhängig davon bietet das Buch

eine sehr gründliche Einführung

in die Grundlagen der Hypnose

und Hypnotherapie und zahlreiche

klinische Anwendungen. Zusätzlich

gibt es noch eine Fülle

von Online-Materialien inklusive

zahlreicher Audiodateien mit entsprechenden

Beispielen. Alleine

dadurch ist es schon eine lohnende

Investition.

Mich persönlich hat die Lektüre

allerdings sehr nachdenklich gemacht.

Zum einen hat es mir, der

ich mich auf diesem Gebiet für

ziemlich belesen gehalten habe,

gezeigt, dass es neben dem, was

unsere DGH-Ausbildung bietet,

noch einen ganzen Kosmos anderer

Hypnoselehrer gibt, andererseits

überkam mich angesichts der

in allen Einzelheiten geschilderten

potenten hypnotherapeutischen

Interventionen, die eben auch

Coaches vermittelt werden sollen,

ein leichtes Schwindelgefühl.

Zwar wird der Autor nicht müde,

bei jeder Gelegenheit auf die Notwendigkeit

des verantwortungsvollen

Umganges mit der Hypnose

hinzuweisen. Ob das von allen

seiner potentiellen Leser so strikt

beachtet wird, bleibt allerdings zu

hoffen. Unabhängig davon bietet

das Buch eine sehr eingehende

Einführung in das Thema und eine

reiche Palette von Anwendungsbeispielen,

gerade auch durch die

ausführlichen Online-Materialien.

Es ist daher für die beiden angesprochenen

Zielgruppen, insbesondere

auch wegen des erwähnten

Blickes „über den Tellerrand“

sicherlich empfehlenswert. > Hypnotherapie – effizient

und kreativ.

Bewährte Rezepte für die tägliche

Praxis, Carl Auer, Heidelberg, 2019

Das Buch soll laut der Autorin

ein Kochbuch mit Rezepten für

die unterschiedlichsten Einsatzgebiete

der Hypnotherapie sein.

Nach einer kurzen, aber intensiven

Einleitung zu den Grundlagen

der Hypnose und Hypnotherapie

werden über 200 Interventionen,

geordnet nach Themengebieten

(Ressourcen, Abgrenzung/Schutz,

Wahrnehmung, Kontrolle/Selbstwirksamkeit,

Problem, Leistung,

Selbstbild/Selbstwert, Lebenslauf),

stichpunktartig skizziert. Dabei

wird nicht nur mit Trance gearbeitet,

sondern vielfältige andere

Ansätze wie Gestalttherapie, Verhaltenstherapie,

Elemente aus der

Psychotherapie virtuos und fantasievoll

kombiniert. Dieses Füllhorn

an Dargebotenem zeigt in jedem

Satz die reiche Erfahrung eines

Therapeutenlebens und die souveräne

Beherrschung des Themas.

In dieser Perfektion liegt aber auch

ein Problem: das „Kochbuch“ erinnert

mich ein wenig an die Anweisungen

meiner Schwiegermutter,

einer begnadeten Köchin, die auf

die Frage, wie lange eine bestimmte

Speise gekocht werden müsse,

geantwortet hat „bis halt fertig ist“

und auf die Gegenfrage, wann es

denn fertig sei „des siehst dann

schon!“. Damit soll gesagt sein,

dass die konzentrierten Angaben

zu den einzelnen Interventionen

eigentlich nur von Jemandem

richtig nachempfunden werden

können, der die betreffenden Methoden

selbst schon beherrscht.

Das „Kochbuch“ ist somit kein Buch

zum Kochenlernen, sondern eine

Rezeptsammlung für Köche, denen

man nicht erst erklären muss,

was eine Mehlschwitze ist. Für diese

Zielgruppe bietet es allerdings

eine Plethora an Anregungen und

Hilfestellungen, die ihresgleichen

sucht. > Tanzen ist die beste

Medizin:

Warum es uns gesünder, klüger

und glücklicher macht

Rowohlt Polaris

„Wahrscheinlich haben schon

unsere Vorfahren all die Vorteile

dieser Bewegungskunst gespürt,

ganz ohne das Wissen von Neurotransmittern,

Spiegelneuronen

und aerobischer Fitness. Tanzen

ist Schulung von Motorik, Selbstwahrnehmung

und Gedächtnis,

Freiheit und Kreativität, Emotionen

und sozialer Gemeinschaft.

Es stärkt unser Herz-Kreislauf-System,

unser Immunsystem, sorgt

für eine gute Körperhaltung und

eine bis ins Alter anhaltende Beweglichkeit.

Beim Tanzen steigt

die gute Laune, unser Selbstvertrauen

wird gestärkt, und wir

machen ganz nebenbei ein prima

Workout, das uns abnehmen lässt

und für einen knackigen Po sorgt.

Und das Wichtigste: Tanz geht direkt

in unser Gehirn und verbessert

die Verknüpfung der Gehirnzellen

untereinander: Wir lernen

leichter und bleiben geistig fit.

Welche andere Bewegung kann all

das? „Tanz ist ein Wundermittel,“

so lautet die Quintessenz des Buches

„Tanzen ist die beste Medizin“

von Julia F. Christensen und Dong-

Seon Chang. Die beiden NeurowissenschaftlerInnen

haben sich auf

einer wissenschaftlichen Konferenz

zum Thema soziale Neurowissenschaften

kennengelernt und

in den durchtanzten Nächten im

Anschluss an die Kongressbeiträge

den Entschluss gefasst, dieses

Buch zu verfassen. Roter Faden der

acht Kapitel des Buches sind die Tagessthemen

des achttägigen Kongresses.

Programmatisch prägt der

Name des Tagungshotels, „Apollo“,

den Inhalt des Buches. Schließlich

ist der griechische Gott Apollo

nicht nur der Gott des Tanzes, sondern

auch der Gott der Musik und

des Heilens. Getreu der Devise von

Julia F. Christensen, nach der derjenige,

der sich mit Neurowissenschaften

und der menschlichen

Psyche beschäftigt, sehr schnell

beim Thema Bewegung landet,

fassen die beiden AutorInnen kurzweilig

und abwechslungsreich die

aktuelle Studienlage in der Tanzforschung

zusammen.

Herausgekommen ist ein Buch, das

sich, getragen von der Tanzleidenschaft

der beiden ForscherInnen

und ihrer Expertise als neurowissenschaftlich

Forschende, voller

Esprit mit den Themen Bewegung

und Tanz auseinandersetzt. In den

Fokus rücken zunächst Ursprünge,

Bedeutung und Funktion beider

Phänomene für die Entwicklung

der Spezies Mensch. Im Mittelteil

erfolgt dann ein Wechsel zum Thema

der heilsamen Wirkungen des

Tanzens, angereichert mit der Darlegung

eines Kaleidoskops weltweit

erhobener Studien als Beleg.

Als gezielte Anwendungsform der

oben beschriebenen Effekte des

Tanzens wird in diesem Teil des Buches

die Tanztherapie als Methode

vorgestellt und in stetem Abgleich

zur geprüften Wirksamkeit anderer

Bewegungsformen und Methoden

wie beispielsweise Meditationsund

Achtsamkeitsübungen diskutiert.

In den weiteren Kapiteln

geht es schließlich um das Tanzen

im Alter, die Wirkung von Tanzdarbietungen

auf die ZuschauerInnen

und in einem Serviceteil um die LeserIn

des Buches.

Unter dem Strich macht die Lektüre

deutlich, auf welch starke Verbündete

in Form von Rhythmus,

Bewegung und Körperkontakt die

moderne westliche Psychotherapie

als „Redekur“, an der üblicherweise

zwei Menschen beteiligt sind, die

sich weitgehend reglos in gehörigem

Abstand gegenübersitzen,

verzichtet. Das Buch „Tanzen ist die

beste Medizin“ endet angesichts

dieser Situation im neunten Kapitel

mit einem Hoffnungsschimmer:

Jede(r) kann sich dort mittels eines

Tanztestes den eigenen passenden

Tanzstil aussuchen - ob TherapeutIn

oder PatientIn.


60 Hypnose in der Sportpsychologie

Hypnose in der Sportpsychologie 761

Das Multilevel Hypnotic

Modell:

Hypnose in der Sportpsychologie

m Leistungs-, aber auch im

I Freizeitsportbereich wird Hypnose

in Italien immer häufiger

eingesetzt. Den Zustand in Hypnose

bezeichnen wir dabei als

einen modifizierten Bewusstseinszustand,

der objektiv und

subjektiv phenomenologische

Veränderungen mit sich bringt.

Die Wahrnehmungen in diesem

Zustand unterscheiden sich

deutlich von solchen im wachen

Zustand oder auch im Schlaf.

Dabei handelt es sich nicht um

einen stabilen Zustand, sondern

eher um einen dynamischen

Prozess. Hypnose kann Athleten

dabei helfen, Coping Strategien

zu optimieren und Blockaden zu

überwinden, mentale Fitness zu

verbessern, bekannte oder neue

kinetische Abläufe zu verinnerlichen

sowie Selbstwirksamkeit

und Konzentrationsfähigkeit

auch unter Schmerz oder hoher

Belastung zu steigern.

Durch entsprechendes Training

kann ein talentierter Athlet seine

Leistung verbessern und eine

positive Einstellung gegenüber

intensiven Belastungen und Wettkampfsituationen

gewinnen. Hypnose

und Selbsthypnose gelten

deswegen als effektive Methoden

in der Sportpsychologie. Nicht immer

können dabei Athleten oder

Mannschaften von einem Therapeuten

direkt betreut werden (in

Italien darf Hypnose nur von Psychologen

und Ärzten praktisch angewandt

werden), aber der Athlet

kann darin “ausgebildet” werden,

Hypnose selbständig anzuwenden.

Hier einige Beispiele:

Von unseren Kollegen im Ausland.

Autor: Michele Modenese

Ein Sportschütze handelt nach

posthypnotischen Suggestionen,

die all seine Bewegungen - vom

Positionieren der Waffe bis zum

Abfeuern - genau bestimmen,

aber auch sein Verhalten im Falle

eines Fehlschusses konditionieren.

In dem Moment, in dem ein Skifahrer

durch die Startschranke geht,

blendet er in einem Trancezustand

sämtliche Störfaktoren aus und

kann sich somit auf das Wesentliche,

d.h. auf die Strecke fokussieren.

Beim Gewichtheben werden

nacheinander zwei “hypnotische”

Konzentrationsphasen abgerufen:

während der Athlet die Hände

mit Magnesiumpulver vorbereitet,

richtet er das erste Mal seinen

Fokus auf die bevorstehende Aufgabe.

Vor dem Stoßen, wenn er

nach der Langhantel greift, tritt

die zweite Phase der Konzentration

ein.

Hypnose und Imagination

Zahlreiche Studien (Taylor & Gerson

1992, Liggett 2011 , Modenese

2006, 2015, Ashish P. , I. I Kagzi.

2017) bestätigen, dass Imagination

in Kombination mit Hypnose

deutlich bessere Ergebnisse in Hinsicht

auf Selbstwirksamkeit, Lernfähigkeit,

Technik und Leistung

der Athleten zeigt, als Imagination

alleine. Die meisten Probanden,

die die Aufgabe gestellt bekamen,

sich selbst beim Ausüben der eigenen

Sportleistung vorzustellen,

bestätigen, dass Imagination in

Kombination mit Hypnose eine

Wahrnehmung hervorruft, die

deutlich intensiver und präsenter

als reine Imagination ist, und zwar

in mehrerer Hinsicht: visuell, auditiv,

kinästhetisch und emotional.

Das bedeutet, dass Athleten im

„Trance-Zustand“ eine Situation

deutlicher und intensiver sehen,

hören und empfinden.

Hier ein klassisches Beispiel von

Visualisierung: Der Athlet hat einen

bestimmten Ablauf mehrfach

geübt und kann diesen korrekt

bzw. effektiv ausführen. Er soll

sich nun in Hypnose sich selbst bei

der Ausführung vorstellen, sich

wiederholt beobachten und dabei

nicht nur visuelle, sondern auch

spezifische kinästhetische Impulse

verinnerlichen. Kinästhetische

und propriozenptive Erfahrungen

sind oft wichtiger als reine visuelle

Impulse. Um die Vorteile der

Imagination durch die Hypnose

zu maximieren, sollte die Wahl

der Bilder und Empfindungen im

Rahmen des Multilevel Hypnotic

Modells (MHM) vom jeweiligen

Athleten selbst getroffen werden.

Dies unterscheidet das MHM von

der herkömmlichen, traditionellen

Sportpsychologie und entspricht

voll und ganz dem individuellen

Ansatz von Erickson.

Das Multilevel Hypnotic Modell

(MHM)

Das MHM (M. Modenese 2006)

besteht aus vier Phasen, in denen

die Hypnose auf der Ebene der

Physiologie, der Analyse, der Neustrukturierung

und der Anpassung

des Trainings als Unterstützung

und Mittel dient. Das Modell nutzt

und fördert die neuronale Plastizität

und ist somit – mehr oder weniger

bewusst – bereits Teil vieler

sportpsychologischer Ansätze

oder Formen von Mentaltraining.

Im Mittelpunkt steht der Athlet mit

seinen Stärken und Schwächen.

Das MHM passt sich dem Athleten

an. Es nutzt äußerst selten direkte

Suggestionen. Dem Athleten werden

mehrere mögliche Wege gezeigt,

und der Athlet entscheidet

sich für den für ihn passenden. Für

die konkrete Ausgestaltung der

o.g. vier Phasen werden Informationen

genutzt, die mit dem Athleten

immer wieder gesammelt,

vertieft und immer wieder überarbeitet

werden.

Individualisierung:

Prioritäten und Leistung, Modalitäten

der Kommunikation und

der Verinnerlichung

In dieser Phase werden Ziele und

Prioritäten eruiert, die Athlet und

Trainerteam haben, ebenso das

aktuelle Leistungsniveau. Es wird

beobachtet, über welche Sinnesmodalitäten

der Athlet bevorzugt

Informationen aufnimmt und

verarbeitet, um daraus den geeigneten

Ansatz für Hypnose zu

bestimmen. Diese Analyse hilft

zu entscheiden, wie Hypnose am

besten eingeleitet und die richtige

Hypnosetiefe erreicht werden

kann, aber auch, wie posthypnotische

Suggestionen am wirksamsten

verwendet werden können

und wie die Arbeit mit Hypnose

längerfristig gestaltet werden

kann.

Analyse:

Stärken und Schwächen, Störfaktoren,

körperbezogene Hypnosetechniken,

Autohypnose

In dieser Phase wird das Verständnis

um den optimalen Hypnosezustand

und mögliche Anwendungsgebiete

vertieft.

Wo liegen hier die Stärken und

die Schwächen des Athleten? Wo

kann man effektiv ansetzen? Welche

Störfaktoren tauchen auf? Wie

verhält sich der Athlet in verschiedenen

möglichen Wettkampfszenarien?

Beispiel: Ein Springreiter

wird darauf vorbereitet, wie er am

Besten reagieren soll, wenn das

Pferd ein Hindernis umwirft oder

das Pferd sich weigert zu springen

oder wenn er im schlimmsten

Fall vom Pferd fällt. Dabei können

theoretisch ganz unterschiedliche

Techniken genutzt werden. Hilfreich

sind Techniken, die sowohl

für die Induktion als auch für die

Utilisation den Körper und seine

Empfindungen nutzen. Zu wissen,

wie gut sich der Athlet entspannen

und fokussieren kann, hilft dabei in

der Arbeit mit Imagination. Häufig

geht es darum, dass sich der Athlet

entspannt, die Konzentration neu

sammelt und sich mental von einer

dysfunktionellen Haltung entfernt.

Durch posthypnotische Suggestionen

wird dem Athleten zum

Beispiel ermöglicht, durch Selbsthypnose

für nur einige Minuten in

einen Zustand der Entspannung zu

wechseln.

Überarbeitung und Anpassung:

verschiedene Arten des Mentaltrainings,

Training mit den

bevorzugten Techniken

In dieser Phase nutzt man bei der

Zusammenarbeit mit dem Athleten

unterschiedliche Mittel der

Imagination und der Hypnose. Es

werden konkrete Ziele vereinbart,

zum Beispiel:

• Verbesserung der Rückhand

beim Tennis

• Griff am Drive beim Golf

• Abwehr beim Basketball

Zusätzlich wird definiert, welche

Verbesserung genau stattfinden

soll (z.B. Zeit der Ausführung,

Höhe des Sprungs, …) und welche

Strategie vor und beim Wettkampf

angewendet wird. Hypnose und

Imagination werden perfektioniert

und als Teil des Trainings in die

Routinen eingebunden.

Integration:

spezifische Mentaltrainingseinheiten,

Anpassung und Verinnerlichung

der neuen Abläufe,

Fokussierung und Integration

der Trainingsabläufe

Wenn diese Phase erreicht ist,

ist der Athlet imstande, mentales

Training selbst durchzuführen

>>


62

Hypnose in der Sportpsychologie

Einladung Mitgliederversammlung 763

7

und durch Selbsthypnose spezifische

Ziele zu erreichen. Er kann

zum Beispiel visualisieren und

gleichzeitig genau „spüren“, was

in seinem Körper während der

Ausführung des trainierten Ablaufes

passiert: Während des Anlaufs

beim Speerwurf. Beim Anlaufen

des Absprungsbrettes beim

Dreisprung oder Weitsprung. Bei

der Kontrolle der Rückhand beim

Tennis. Mit allen Sinnen kann der

Putt beim Golf vorbereitet werden.

Müssen Bewegungsabläufe verändert

werden, kann Hypnose auch

hierbei helfen: Ein Fußballer, mit

dem ich gearbeitet habe, musste

nach einer schweren Verletzung

Grundlagen seines Sports neu erlernen:

Das Laufen, die Richtungswechsel,

das Lenken des Balles mit

Kraft und Präzision, Drehungen

des Beins im richtigen Zusammenspiel

von Fußgelenk und Knie.

Außerdem haben wir Hypnose

angewandt, um neue Dialoge zu

verinnerlichen, die realistisch und

konstruktiv und nicht auf die Verletzung

oder den Schmerz, sondern

auf die Freude des Profis am

Spiel ausgerichtet waren.

So kann Hypnose kann dabei helfen,

nach einer Verletzung das

Vertrauen in den eigenen Körper

zurückzugewinnen. Abläufe, die

durch den Unfall gestört worden

sind, können mit Hilfe von Visualisierung

wieder neu erlernt und

perfektioniert werden.

Hypnose und Imagination

Klassische Hypnose-Techniken, individuell

angewandt

• Body Scan Body

• Handlevitation

• Imagination von Duft

• Nutzung von Reizen

Imagination

Nutzung von Farbkontrasten

• Sequenzielle Imagination für

den Aufmerksamkeitsfokus

• Geräusche und Musik

• Nonverbale Induktionen mit

Berührung

• Hypnotische Katalepsie

Sprachliche Techniken

Auch in der Sporthypnose wird mit

verschiedenen Techniken gearbeitet,

die der Sprache des Athleten

angepasst werden:

• Metaphern

• Symptomverschreibungen

• Konfusion

• Nutzung von Paradoxa und

Double-Binds

• Überraschung

• Seeding-Leading und Transfers

sowie Verallgemeinerungen

Besondere Herausforderungen

Folgende Probleme tauchen im

Kontext des Sports immer wieder

auf:

• Stress bei Krankheit

• Angst vorm Gewinnen

• Angst vorm Verlieren

• Demotivation, Ermüdung

• Angst und Ängstlichkeit

• Frühstarts

• Doping

• Schwierigkeiten damit, Veränderungen

zu akzeptieren

• Schwierigkeiten damit, sich in

ein Team einzufügen

• Depressive Tendenzen

Manche davon treten auf emotionaler

Ebene auf, andere betreffen

motorische – andere haben klinischen

Charakter, zum Beispiel bei

Abhängigkeit und Verhaltensstörungen.

Zusammenfassend:

• Durch Imagination kann eine

gute Erfahrung wiedererlebt,

aber auch neu kreiert werden

• Imagination spricht mehrere

Sinne an

• Der zusätzliche Einsatz von

Hypnose maximiert die Ergebnisse

• Das Multilevel Hypnotic Modell

kann vom Sportler ohne Vorerfahrung

angewandt und erlernt

werden

Literatur:

Modenese M. (2016) L’ipnosi nell’accrescere

la resilienza in atleti con disabilità o

vittime di infortuni. Ipnosi, Franco Angeli

pp 5-13 DOI: 10.3280/IPN2016-001001

Modenese M. (2006) Metodologia ipnotica

e personalità in Psicologia dello Sport.

Ipnosi n. 1. Franco Angeli

Modenese M. (2015) Ipnosi e tecniche di

imagery nel lavoro con golfisti professionisti.

Giornale Italiano di psicologia dello

Sport, n° 23. Calzetti e Mariucci


64 Protokoll der Mitgliederversammlung

Protokoll der Mitgliederversammlung

765

Mitgliederversammlung der deutschen

Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie

Am 16.11.2018 im Best Western Premier Parkhotel, Peter-Hartmann-Allee 4,

33175 Bad Lippspringe.

Beginn: 20:40 Uhr

Tagesordnung:

>> Top 1: Feststellung der

ordnungsgemäßen

Einberufung

>> Top 2: Wahl des Versammlungsleiters

>> Top 3: Wahl des Protokollanten

>> Top 4: Beschluss der

Tagesordnung

>> Top 5: Verabschiedung des

Protokolls der

letzten Mitgliederversammlung

>> Top 6: Bericht des

Vorstandes

>> Top 7: Aussprache

zum Bericht des

Vorstandes

>> Top 8: Bericht der

Kassenprüfer

>> Top 9: Aussprache zum

Bericht der

Kassenprüfer

>> Top 10: Bericht des

Datenschutzbeauftragten

>> Top 11: Aussprache

zum Bericht des

Datenschutzbeauftragten

>> Top 12: Entlastung des

Vorstandes

>> Top 13: Verschiedenes

>> Top 1:

Feststellung der ordnungsgemäßen

Einberufung

Der Präsident der DGH, Herr Dr. Klaus

Hönig, eröffnet die Mitgliederversammlung

um 20:40 Uhr und stellt

deren ordnungsgemäße und fristgerechte

Einberufung mit den „Suggestionen

Ausgabe 2018“ fest.

>> Top 2:

Wahl des Versammlungsleiters

Herr Dr. Hönig schlägt vor, Herrn Sebastian

Knop zum Versammlungsleiter

zu wählen. Herr Knop ist im Falle

der Wahl bereit, das Amt anzunehmen.

Er wird einstimmig ohne Gegenstimme

zum Versammlungsleiter gewählt.

Herr Knop nimmt die Wahl an.

>> Top 3:

Wahl des Protokollanten

Herr Dr. Hönig schlägt vor, Herrn Dr.

Christian Bernd Hüsken zum Protokollanten

zu wählen. Herr Dr. Christian

Bernd Hüsken ist im Falle seiner

Wahl bereit, das Amt anzunehmen.

Herr Dr. Christian Bernd Hüsken wird

einstimmig zum Protokollanten gewählt.

Herr Dr. Christian Bernd Hüsken

nimmt die Wahl an.

>> Top 4:

Beschluss der Tagesordnung

Die Tagesordnung wird wie vorgelegt

einstimmig ohne Gegenstimmen oder

Enthaltungen beschlossen.

>> Top 5:

Verabschiedung des Protokolls der

letzten Mitgliederversammlung

Schriftliche oder mündliche Einwendungen

gegen das Protokoll der

letzten Mitgliederversammlung vom

17.11.2017 in Bad Lippspringe liegen

nicht vor. Der Versammlungsleiter

stellt die Ordnungsgemäßheit des

Protokolls – wie publiziert in Suggestionen

2018 – fest. Die Versammlung

beschließt das Protokoll einstimmig

ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen.

>> Top 6:

Bericht des Vorstandes

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft

für Hypnose und Hypnotherapie

e.V. berichtet von der Arbeit des

Vorstandes im vergangenen Jahr. Er

berichtet, dass es sich bei dem vergangenen

Jahr um ein sehr ereignisreiches

Jahr gehandelt hat. Die Gesellschaft

habe insgesamt eine sehr gute

Entwicklung genommen. Es habe allerdings

auch überraschende Themen

z.B. bei der Summerschool gegeben,

die bedauerlicherweise aufgrund zu

geringer Anmeldezahlen abgesagt

werden musste. Die Vizepräsidentin

der Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie

berichtet, dass es auf die

Vorträge und die Workshops anlässlich

des diesjährigen Jahreskongresses

bis dato eine durchgängig positive

Resonanz gegeben habe. Die Anzahl

der Erstbesucher sei um ca. 35 % gestiegen.

Diesen Erstbesuchern soll die Möglichkeit

des Austausches im Rahmen eines

gemeinsamen Forums gegeben werden.

Insbesondere soll dadurch auch

der Kontakt unter den Erstbesuchern

intensiviert werden. Im vergangenen

Jahr habe es eine Rückeruierung dazu

gegeben, wie Erstbesucher auf den

Kongress aufmerksam geworden seien:

• Ca. 39 % entfallen auf den sog.

Austausch mit Kollegen, d. h.

„Mund-zu-Mund-Propaganda“,

• 7% über das Internet,

• 15% über andere Fortbildungsveranstaltungen,

• 5% über die sog. Summerschool.

Hieraus wird geschlossen, dass weitergehende

Qualitätszirkel gebildet

werden sollen zur Vernetzung im

Kollegenkreis. Zudem ging es um die

Verstärkung der Pressearbeit. Im vergangenen

Jahr wurden mehrere interessante

Beiträge verfasst, so insbesondere

ein Beitrag von Herrn Dr. Hönig

auf www.tagesschau.de und ein Beitrag

von Frau Dipl.-Psych. Krschnak

bei Xenius. Insbesondere geht es

darum, die Medienpräsenz weiter zu

stärken. Dabei sollten auch Mitglieder

mehr als bisher in die Pressearbeit

eingebunden werden. Die Vizepräsidentin

berichtet weitergehend, dass

gerade in die Medienpräsenz und namentlich

auch in den Websiteauftritt

Geld investiert worden ist. So ist zum

Beispiel auch die Startseite umgestellt

und stärker strukturiert worden. Berichtet

wird von der Summerschool im

vergangenen Jahr.

Es waren bereits zwei sog. Summerschool-Veranstaltungen

durchgeführt

worden, dies im zweijährigen Abstand.

Beide zeichneten sich durch

eine hohe Teilnehmerzahl aus. Bei

der letzten Summerschool stellte sich

das Problem, dass frühzeitig Referenten

für die Veranstaltung in Berlin gebucht

worden waren. In Ansehung des

Marathons in Berlin am selben Datum

war es indes nicht möglich, kurzfristig

Räumlichkeiten, Hotelkapazitäten etc.

zu erschwinglichen Preisen zu bekommen.

Von daher war geplant, die Veranstaltung

an der Universität Potsdam

stattfinden zu lassen. Die Deadline, bis

zu der die entsprechenden Tagungsräumlichkeiten

hätten storniert werden

können, war der 17.08.2018. Obwohl

über Facebook und im Internet

bzw. durch direkte Anschreiben entsprechende

Werbung betrieben worden

war, blieb die Teilnehmerzahl bei

der Summerschool in Potsdam deutlich

hinter derjenigen in Berlin bzw.

Bonn zurück. Da die Ausrichtung der

Summerschool in Potsdam zu einem

erheblichen finanziellen Verlust der

DGH geführt hätte, musste sie abgesagt

werden. Letztlich ließ sich jedoch

leider nicht eruieren, warum die Summerschool

in Potsdam im Gegensatz

zu den Veranstaltungen vorher so wenig

positive Resonanz gefunden hat.

Die Vizepräsidentin berichtet weitergehend

von den Projekttagen vom

3. bis zum 4. Mai 2019 zum Thema

„Hypnose – Stärkung der Immunkompetenz

bei chronisch-entzündlichen

Erkrankungen“, diese finden regelmäßig

eine hohe Resonanz.

Der Veranstaltungsort ist wie üblich

Bad Lippspringe. Vom 14.11.2019 bis

17.11.2019 findet der Jahreskongress

2019 unter dem Thema „Hypnose -

Schmerz, lass nach!“ statt.

Daraufhin berichtet Frau Dr. Nikola

Aufmkolk von ihren Tätigkeiten für die

DGH im Jahre 2018. Die Herausgabe

der Suggestionen wurde von Frau Dr.

Aufmkolk an Anke Precht abgegeben.

Frau Dr. Aufmkolk bemüht sich gemeinsam

mit Herrn Dr. Christian Lüdke

um die Steigerung und Verbesserung

der Medienpräsenz der DGH.

Sie fragt hierzu, wer Lust habe, entsprechend

mitzuarbeiten und bittet

um Übermittlung von Fallberichten,

Interviews und ähnlichen Materialien,

die für die Presse verwendet werden

können. Frau Dr. Kaiser Rekkas berichtet

von ihren Bemühungen, die DGH

weiter publik zu machen und zeigt

sich beeindruckt von der hohen Qualität

der Fortbildungsmaßnahmen der

DGH, auch im Verhältnis zu anderen

entsprechenden Veranstaltungen.

>> Top 7:

Aussprache zum Bericht des

Vorstandes

Bezüglich der Erfahrung mit der Summerschool

wird erörtert, wie die Attraktivität

dieser Veranstaltung ggfls.

steigerbar ist. Aus dem Kreis der Mitglieder

kommt die Anregung, die

Summerschool möglicherweise im

Süden Deutschlands stattfinden zu

lassen. Als Ort wird München, Ulm

oder Freiburg vorgeschlagen, wobei

ggfls. zu erwägen wäre dass eine

Veranstaltung in München mit höheren

Kosten verbunden wäre, als eine

entsprechende Veranstaltung in Ulm

oder Freiburg. Aus dem Kreis der Mitglieder

kommt die Anregung, dass

Herr Dr. Hönig eine entsprechende

Veranstaltung in Ulm möglicherweise

realisieren könne. Aus der Mitgliederversammlung

kommt weitergehend

die Anmerkung von Prof. Anna

Schoch, dass man wie in den vergangenen

Jahren auch anlässlich der

Jahreskonferenz möglicherweise eine

Pressekonferenz durchführen könne

mit entsprechender Einladung an entsprechende

Medien und Pressevertreter.

Frau Prof. Schoch äußert die Vermutung,

dass „Hypnose immer rocke“, d.

h. immer für eine gewisse Medienpräsenz

gesorgt sei. Frau Dr. Mehling will

„Eine Lanze für Berlin brechen“. Viele

Berliner flüchteten anlässlich des Berlin-Marathons

aus der Stadt. Dies sei

ein besonderes Ereignis für die Stadt.

Möglicherweise könne man dennoch

versuchen, nochmals eine Summerschool

in Berlin anzubieten. Diskutiert

wird weitergehend, dass auch Frankfurt,

Marburg, Gießen oder Würzburg

ggfls. geeignete Standorte seien. Frau

Dagmar Meyer-Anuth äußert die Vermutung,

dass Potsdam doch als Veranstaltungsort

eben nicht so attraktiv

sei wie Berlin und auch die ICE-technische

bzw. Flughafenanbindungen

nicht vergleichbar seien mit denen in

Berlin. Aus der Mitgliedschaft wird im

Übrigen der Einwand erhoben, dass

möglicherweise der Monat September

für eine entsprechende Veranstaltung

nicht ideal sei, da der Termin ungünstig

sei. Viele Studenten seien im September

im Urlaub. Herr Dipl.-Psych.

Seiffert äußert, dass aus seiner Sicht

Würzburg ein guter Standort für eine

Summerschool sei. Würzburg sei gut

verkehrstechnisch angebunden. Er

habe gute Kontakte zum Ausbildungsinstitut

für Psychotherapie und bietet

an, für die DGH entsprechende Kontakte

zu vermitteln.

>>


66 Protokoll der Mitgliederversammlung

Protokoll der Mitgliederversammlung

767

Herr Dr. Teut fasst zusammen, dass es

möglicherweise erforderlich sei, dass

vor Ort jemand die Angelegenheit in

die Hand nehme, der entsprechend

vernetzt sei und über entsprechende

Kontakte verfüge. Vor diesem Hintergrund

werden nochmals Würzburg

oder Ulm als Alternativen diskutiert.

>> Top 8:

Bericht der Kassenprüfer

Die Kassenprüfer stellen das Ergebnis

der Kassenprüfung vor. Die Kassenprüfung

wird als vorbildlich bezeichnet.

Es existiert keine Handkasse. Die

Kassenprüfung hat keine Unstimmigkeiten

ergeben. Der anliegende Bericht

der Kassenprüfer ist Bestandteil

des Protokolls.

>> Top 9:

Aussprache zum Bericht der

Kassenprüfer

entfällt.

>> Top 10:

Bericht des Datenschutzbeauftragten

Der anliegende Datenschutzbericht

des Datenschutzbeauftragten Dr. Peter

Dünninger ist Bestandteil dieses

Protokolls.

>> Top 11:

Aussprache zum Bericht des Datenschutzbeauftragten

Es werden keine Einwendungen

erhoben.

>> Top 12:

Entlastung des Vorstandes

Die Kassenprüfer beantragen die Entlastung

des Vorstands. Sie erläutern,

welche Rechtsform und Entlastung

des Vorstands von Rechtswegen verknüpft

sind und dass insbesondere

die persönliche zivilrechtliche Verantwortlichkeit

der Mitglieder des

Vorstands im Regelfall dann entfällt,

wenn bzw. insoweit diesen die Entlastung

erteilt wird.

Die Versammlung beschließt die Entlastung

des Vorstands bei Stimmen-

enthaltung von vier Mitgliedern des

Vorstands, im Übrigen ohne Gegenstimme.

>> Top 13:

Verschiedenes

Das langjährige Mitglied der DGH

Dieter Gerd Hoff ist im April 2018 im

Alter von 74 Jahren überraschend verstorben.

Der Präsident der DGH regt

eine Gedenkminute für Herrn Hoff an.

Dr. Hönig berichtet danach von der

Durchführung eines sog. Pilotprojekts

in Ulm unter der Führung von Herrn

Dipl.-Psych. Norbert Gelse. Die Datenerfassung

sei fast abgeschlossen. Es

habe drei Termine gegeben mit sechs

Therapeuten und vierzig Patienten.

Für dieses Projekt, das auch von der

DGH finanziell mit unterstützt worden

ist, habe Herr Gelse einen Preis erhalten.Die

Mitgliederversammlung diskutiert

Fragen der Medien- und Pressearbeit.

Herr Dr. Teut schlägt vor, einen ethischen

Kodex bezüglich Pressearbeit

und Hypnotherapie in der Presse zu

erarbeiten. Frau Prof. Schoch berichtet

von ihren Erfahrungen, insbesondere

von einer Erfahrung mit der Fernsehserie

mit „Pfarrer Fliege“. Sie sei vor

einigen Jahren einmal aufgefordert

worden, eine Kindsmutter in Trance

zu versetzen, damit diese den Namen

des Kindsvaters ihrer Tochter preisgebe.

Dies sollte im Rahmen einer Fernsehverfilmung

dokumentiert werden.

Herr Dr. Reindl berichtet, dass er in der

Vergangenheit die Veröffentlichung

von entsprechenden Artikeln von der

Stellungnahme der Landeszahnärztekammer

abhängig gemacht habe.

Frau Anke Precht wirbt für einen Wissensaustausch

und dafür, Beiträge für

die Suggestionen zu verfassen.

Der Versammlungsleiter Knop hält das

Thema „Schmerz“ für besonders interessant

und öffentlichkeitsrelevant.

Es besteht die Erwartung, dass der

Vorstand und namentlich die entsprechende

Ansprechpartnerin Frau Dr.

Aufmkolk aktiv auf die Presse zugehe.

Diskutiert wird darüber, dass die Abrechnung

von Hypnose im Rahmen

tiefenpsychologischer Verfahren im

Gegensatz zu der Verhaltenstherapie

immer noch nicht entsprechend möglich

ist. Herr Dr. Mende berichtet, dass

an der Universität Salzburg zusammen

mit der Universität Kassel ein Wirksamkeitsbeleg

für tiefenpsychologische

Verfahren unter Einsatz von Hypnose

erbracht worden sei. Insofern

rekurriert er auf Herrn Christian Sell,

psychologisches Institut Universität

Kassel, der die entsprechende Untersuchung

durchgeführt hat.

Der Versammlungsleiter schließt die

Versammlung um 22.15 Uhr.


68

Protokoll der Mitgliederversammlung

Ressourcenaktivierung in der Onkologie

769

Bericht des

Datenschutzbeauftragten 2018

Die Tätigkeit des Datenschutzbeauftragten wurde in der Satzung der DGH verankert. Rechenschaftspflichtig

ist der Datenschutzbeauftragte der MV der DGH. Die Tätigkeit des Datenschutzbeauftragten gründet sich auf

die Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes sowie auf sonstige Gesetze, die für die Tätigkeit eines

Vereins bindend sind. Da der Sitz der DGH in NRW ist, finden weiter die Bestimmungen des Datenschutzgesetzes

NRW Anwendung.

Individuelle Ressourcenaktivierung

in der Onkologie

Was können wir in drei Sitzungen erreichen?

– ein Werkstattbericht

Autor: Dipl. - Psych. Norbert Gelse

Mitautoren: Magdalena Wanner, Daniela Bodschwinna,

Marc N. Jarczok, Harald Gündel, Klaus Hönig, Klinik für

Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Universitätsklinikum Ulm

Bericht

Es wurden im letzten Jahr keine datenschutzrelevanten Ereignisse wie Anfragen, Beschwerden oder Hinweise

von Mitgliedern oder Dritten verzeichnet.

Alle datenschutzrelevanten Bestimmungen und Belehrungen sind wohlgeordnet in einem gesonderten Ordner

abgelegt und laufend. Alle Mitarbeiter sind dokumentiert über den Datenschutz belehrt, die Computer

sind durch Passwörter gegen unbefugte Benutzung gesichert.

Zusätzlich zu den Datenschutzrechtlichen Belehrungen sind auch Schweigepflichterklärungen nach §§ 203 ff.

StGB abgegeben und dokumentiert, da bei Patientenanfragen oft Informationen vom Patienten abgegeben

werden, die dieser strafrechtlichen Bestimmung unterfallen.

Darüber hinaus ist Frau Koslowski von der Geschäftsführerin, Frau Dr. Hüsken-Janßen, zur Benannten für Belange

des Datenschutzes eingesetzt worden. Sie koordiniert alle auftretenden Belange des Datenschutzes mit

dem von der Vertreterversammlung gewählten Datenschutzbeauftragten.

Alle bisherigen Anregungen von mir sind stets umgehend umgesetzt worden, insbesondere auch die, die sich

durch die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) seit dem 25. 5. 2018 ergeben haben. Die Homepage

der DGH entspricht den neuen Bestimmungen, soweit dies nach den teilweise unscharfen Formulierungen

der neuen Verordnung möglich ist.

Die Datensicherung der Daten auf den Computern der DGH ist durch dokumentierte Maßnahmen gesichert.

Eine Datensicherung erfolgt von montags bis freitags jeweils um 20:00 Uhr. Die Daten werden auf den Server

gespiegelt. Darüber hinaus wird eine Kopie dieser Spiegelung auch noch auf einer externen Festplatte gespeichert.

Zusätzlich werden die Daten jeden Montag auf einer weiteren externen Festplatte gespeichert, die Frau Koslowski

mit nach Hause nimmt.

Die Zusammenarbeit mit Vorstand und Geschäftsstelle war gewohnt gut und der Bereich Datenschutz ist fest

in die DGH integriert und wird von allen Beteiligten gelebt. >


70 Ressourcenaktivierung in der Onkologie

Ressourcenaktivierung in der Onkologie 771

Abbildung 2: Verbesserung der Stressbewältigung (ISBF)

chen Fähigkeiten zur Problemlösung

(p < 0.01) und zur Entspannung

(p < 0.001), gemessen mit

dem Inventar zur Erfassung von

Stressbewältigungsfähigkeiten

(ISBF) [8]. Korrespondierend dazu

ergaben sich Hinweise auf eine

stärkere Ressourcenaktivierung in

den Bereichen Wohlbefinden, Fähigkeiten

zur Krisenbewältigung

und Nutzung persönlicher Stärken

(jeweils p < 0.05), gemessen mit

dem Berner Ressourceninventar

(RES) [9]. Die Unterschiede wurden

mittels Wilcoxon-Signed-Rank-Test

berechnet. Die Ergebnisse zur

Wirksamkeit der Interventionen

wurden inzwischen mit den Erhebungen

an einer Wartegruppe

als Kontrollgruppe verglichen und

bestätigt. Aussagen zu Unterschieden

in der differentiellen Wirksamkeit

der verschiedenen Methoden

liegen noch nicht vor und werden

nach Vorliegen der Katamnese vorgestellt.

Beschreibung des Kurzzeitprogramms

In der Folge beschreiben wir das

Kurzzeitprogramm für den hypnotherapeutischen

Behandlungsarm.

Die über einen Flyer bei der Rekrutierung

der Patienten formulierte

Zielsetzung ist eine Verbesserung

in der Stressbewältigung über die

Aktivierung der eigenen Ressourcen

und damit die Förderung der

Lebensqualität. Die therapeutische

Grundhaltung ist ressourcen- und

lösungsorientiert [10,11]. Dabei

wird der Patient (die/der Betroffene)

grundsätzlich als „Experte

in eigener Sache“, also in seiner

Lebensgeschichte und in seinen

Lebensbezügen respektiert. „Lösungen“

werden im Sinne der

Belebung (Aktualisierung, Realisierung)

von Perspektiven, Werthaltungen

und Verhaltensweisen

in ihrem funktionalen, systemischen

Kontext entwickelt und für

die Intervention im Verständnis

von Milton Erickson „genutzt“. Der

Schlüssel liegt in der Aktivierung

der eigenen Ressourcen, die als

„Kraftquellen“ und „Chancen“ für

die Bewältigung von Krisen und

dem Wiedergewinnen von emotionaler

Stabilität, Hoffnung und Sinn

gesehen werden [13,14].

Vorgehen in 7 Schritten

Sensibilisierung

Angebot zur Unterstützung

Abbildung 3: Stärkere Nutzung eigener Ressourcen (RES)

Vor der ersten Sitzung hat der Patient

einen Fragebogen ausgefüllt,

der neben einer Erhebung zu Belastungen

wie Angst, Distress und

Depression auch Fragen zur individuellen

Stressbewältigung, zur Lebensqualität

und zu den eigenen

Ressourcen enthält, siehe Berner

Ressourceninventar, hier: Wohlbefinden,

Bewältigung früherer

Krisen und Stärken [9]. Diese dienen

der Sensibilisierung für die

Inhalte der folgenden Sitzungen,

geben erste Impulse und werden

u.a. zum Einstieg in ein hypnosystemisches

Gespräch zur Ressourcenaktivierung

genutzt. Sie geben

zudem Hinweise für die Entwicklung

einer individuellen Trance-Sequenz

(s.u.).

Kurze Anamnese und

Lebensqualität

Dem Patienten wird ein Angebot

zur Förderung der Lebensqualität

gemacht. Dabei werden etwa folgende

Aussagen verwendet: „Wir

wissen, dass Betroffene besser mit

Belastungen umgehen können,

wenn sie Möglichkeiten und Methoden

kennen, wie sie ihre eigenen

Kraftquellen nutzen können

(Bezug zum bereits ausgefüllten

Berner Ressourceninventar). Zudem

wird das Prinzip der Kooperation

in der therapeutischen Beziehung

betont.

Ressourcenaktivierung in Trance

Eine kurze medizinische Anamnese

bezieht sich auf die Rekapitulation

der bisherigen Therapie. Der

Patient wird gebeten, sein Befinden

und die eigenen Fähigkeiten

zur Beeinflussung der Lebensqualität

einzuschätzen. Daraus ergeben

sich wertvolle Hinweise für die Aktivierung

eigener Ressourcen.

Zielerleben

Eine kurze medizinische Anamnese

bezieht sich auf die Rekapitulation

der bisherigen Therapie. Der

Patient wird gebeten, sein Befinden

und die eigenen Fähigkeiten

zur Beeinflussung der Lebensqualität

einzuschätzen. Daraus ergeben

sich wertvolle Hinweise für

die Aktivierung eigener Ressourcen.

Ansprechen der individuellen

Coping-Strategien und möglicher

Ziele. Hier kann sich im Sinne eines

„Was stattdessen?“ ein neuer

„Möglichkeitsraum“ eröffnen. Ziele

wie „Mehr Gelassenheit“, „Kraft“,

„Mut“, oder „Wohlbefinden“ werden

mit Erlebnisqualitäten wie

körperlich/sinnlich, gedanklich/gefühlsmäßig,

im Verhalten und in

einer sozialen Beziehung erfahrbar

gemacht und „verortet“: „Wo erleben

Sie das, haben Sie das erlebt?“

Zur Einleitung erfolgt eine kurze

informierende Erklärung, wie wir

in alltäglichen Situationen unser

Wohlbefinden und unser Selbstvertrauen

stärken können, zum

Beispiel durch Fokussierung der

Aufmerksamkeit, Ablenkung oder

Entspannung.

Für eine Einführung in die nun folgenden

Imaginationen wird auf

Beispiele verwiesen, die wir als

wohltuende Trance-Phänomene

im Alltag kennen. Es folgt ein „fließender

Übergang“ in das Erleben

von Trance-Zuständen anhand von

Situationsschilderungen, die – in

einer leicht modifizierten Fassung

– dem „BER“ entnommen sind.

BER steht für „Bestimmung des

emotionalen Ressourcenpotenzials“,

einem Test zur Erfassung

„emotionaler Erfahrungsmöglichkeiten“[14].

Der Einsatz der Imaginationen

ermöglicht hier einen

niederschwelligen Einstieg in die

Ressourcenaktivierung begleitet

von Trance-Erfahrungen. Dabei

werden Erfahrungen induziert

und anschließend die unmittelbar

erlebte und die im Alltag erlebte

Intensität dieser Erfahrungen angesprochen.

Die Patienten machen

sich anhand der Beispiele

ihre eigenen (Alltags-)Ressourcen

bewusst. Der Einstieg kann etwa

lauten: „Möchten Sie das gleich

ausprobieren, sich darauf einlassen?“

„Sie folgen einfach meiner

Stimme“, „…machen Sie es sich bequem.“

Thematisiert werden „Stellvertreter“[15]

für das Erleben von

Kraft, Befreiung, Sicherheit, Vertrauen,

Hoffnung und Klarheit.

Entwicklung einer individuellen

Imagination

Nachdem der Patient bereits erste

kurze Trance-Erfahrungen gemacht

hat, erhält er am Ende der

Sitzung die Aufzeichnung einer

Imagination zum Einsatz in der

häuslichen Umgebung. Diese thematisiert

über die Stellvertretertechnik

das Erleben von Sicherheit

und Vertrauen. Als Hausaufgabe

wird der Patient angehalten, diese

Aufzeichnung bis zur nächsten

Sitzung mehrmals anzuhören.

Gleichzeitig erhält der Patient ein

Tagebuch zur Reflektion zu Themen

wie Lebensqualität, Energie

und zu persönlichen Vorhaben. In

der 2. Sitzung wird mit dem Patienten

gemeinsam eine individuelle

Imagination als „Selbsthypnose“

konzipiert. Zur Entwicklung dieser

individuellen Bilderreise werden

die im Ressourcen-Fragebogen

(RES) angegebenen Themen und

ihre Bedeutung für den Patienten

angesprochen und um die im BER

(s.o.) als besonders bedeutsam

erlebten Ressourcen ergänzt. Es

erfolgt eine Verständigung über

eine unterstützende Ressource,

die als besonders entlastend, stabilisierend

und emotional stärkend

erinnerbar ist. Die Erlebnisqualitäten

dieser ausgewählten Ressource

werden ebenfalls festgehalten.

Zudem wird die Bedeutung dieser

Ressource für den Patienten angesprochen:

„Wofür steht dieses Erleben

… was bedeutet diese Ressource

für Sie …?“ Beispiele können

u.a. sein: Vertrauen, Sicherheit,

Zuversicht, Wohlbefinden, Genießen,

Balance, Kraft, Freiheit

oder eine Kombination. Die so gemeinsam

konzipierte Imagination

wird nun während der Sitzung als

mp3-Datei für den Einsatz zuhause

aufgezeichnet. In der dritten und

abschließenden Sitzung werden

die gemachten Erfahrungen reflektiert.

Thematisiert werden der

Einsatz der individuellen Imagination

sowie die Tagebuchaufzeichnungen

zur weiteren Nutzung der

eigenen Ressourcenaktivierung.

Zudem erhalten die Patienten Informationen

zu weiteren Angeboten

der Unterstützung.

Beschreibung des Kurzzeitprogramms

Tumorpatienten während ihrer

Therapie psychoonkologisch zu

begleiten, ist inzwischen ein integraler

Bestandteil einer ganzheitlichen

Therapie in der stationären

und ambulanten Gesundheitsversorgung.

Die Krankheitslast zu lindern

und die Lebensqualität der

Betroffenen zu fördern, ist dabei

das vorrangige Ziel. Von psychoonkologischer

Seite haben wir uns

gefragt, welche Möglichkeiten es

gibt, in einem klinischen Kontext

ein evidenzbasiertes strukturiertes

und zugleich individuell konzipiertes

Programm anzubieten, das sich

methodisch gut evaluieren lässt

und wie ein Manual verwendet

werden kann. Mit unserer Konzeption

wollten wir einerseits möglichst

standardisierte Bedingungen

>>


72 Ressourcenaktivierung in der Onkologie

Verdecktes Ankern 773

enzerleben aufgrund brachliegender und fehlender

nRessourcen: Die Rolle von Ressourcenpotentialen

und Ressourcenrealisierung für die

Psychologische Therapie. Verhaltenstherapie &

psychosoziale Praxis, 36, 51-62

[10] Flückinger, C. (2013). Die Bedeutung der

Ressourcenaktivierung für die therapeutische

Veränderung – weiterführende praktische Implikationen.

In: J. Schaller und H. Schemmel

(Hrsg), Ressourcen … Ein Hand- und Lesebuch

zur psychotherapeutischen Arbeit, 2. vollständig

überarbeitete und erweiterte Auflage (S.

179-194). Tübingen: dgvt.

[11] Diegelmann, C. & Isermann, M. (2016).

Ressourcenorientierte Psychoonkologie. 3.

überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart:

Kohlhammer.

[12] Mehnert, A. (2016). Sinnbasierte Interventionen.

In C. Diegelmann & M. Isermann (Hrsg.),

Ressourcenorientierte Psychoonkologie (S. 135-

142). 3. Auflage. Stuttgart: Kohlhammer.

Die Techniken des

verdeckten Ankerns in der

Suchtbehandlung

Beschreibung der Methode und

der Grundprinzipien

Autor: Dipl.-Psych. Dr. Christoph Sollmann

für eine Evaluation schaffen und

gleichzeitig der therapeutischen

Realität (also dem klinischer Kontext)

so nah wie möglich kommen.

Was sich anbietet, ist eine Kurztherapie

mit Psychoedukation, kombiniert

mit hypnosystemischen

Interventionen. Dass Hypnotherapie

sich gut mit Verhaltenstherapie

kombinieren lässt und zur Begleitung

medizinischer Therapie

geeignet ist, wurde bereits vielfach

aufgezeigt [16]. Bemerkenswert

ist dabei, dass Hypnotherapie

schon nach wenigen Sitzungen

eine hohe Effektstärke zeigt und

die Therapieeffekte in der Katamnese

scheinbar nicht abnehmen.

Wir waren durchaus gespannt, ob

wir auch mit nur drei Sitzungen

diese Effekte erreichen würden.

Die bisher vorliegenden Ergebnisse

weisen für beide Verfahren

(Verhaltenstherapie / Hypnotherapie)

in diese Richtung. Nach Vorliegen

der katamnestischen Daten

werden wir auch eventuelle Unterschiede

in der Wirksamkeit der Verfahren

auswerten und diskutieren

können. In einem nächsten Schritt

möchten wir dann ein Manual zur

Verfügung stellen. Das in diesem

Beitrag beschriebene Vorgehen

mag bis dahin schon eine erste

Orientierung bieten. >


74 Verdecktes Ankern

Verdecktes Ankern 775

ich erstmals 2018 vor (Sollmann,

2018). Die vorläufig letzte Entwicklung

dieser Linie ist auf die Behandlung

von Patienten mit chronischen

Schmerzen fokussiert. Die

vorläufigen Ergebnisse zu diesem

Ansatz werden erstmals 2019 vorgestellt.

Ein weiteres methodisches Element,

das die hier vorgestellte

Form des verdeckten Ankerns auszeichnet,

ist, dass die aversive Reaktion

schon bei der Nennung des

Suchtstoffes Nikotin oder Alkohol

ausgelöst wird und nicht erst durch

das Konsumieren des Stoffes oder

die Imagination des Konsums. Man

kann diesen Ansatz daher auch

„semantische Aversionstherapie“

nennen. Die Anwendung der Methode

erfordert gründliche Vorbereitung

und die sorgfältige Beachtung

von Kontraindikationen.

Ebenso sind für die Anwendung

gründliche, praktische Kenntnisse

in hypnotherapeutischen Verfahren

von Nutzen.

Praktische Anwendung

Die Technik ist in sechs Schritte

unterteilt: Etabliere einen Anker

(1); bilde einen Kernsatz (2); entwickle

eine neutrale Geschichte

und webe den Kernsatz ein (3);

biete die neutrale Geschichte dar

(4); löse den Anker aus (5); Future

Pacing und posthypnotische Suggestion

(6).

Etabliere einen Anker

Der Klient wird dazu angeleitet,

ein emotional-aversives Szenario

aufzubauen. Es wird empfohlen,

zuvor einen inneren sicheren Ort

(saferoom) aufzubauen. Auch sollte

der Klient einige Unterweisung

im Aufbau und der Vertiefung

einer Trance erhalten. Bei auftretenden

Problemen ist der Klient so

in der Lage, das aversive Szenario

zu verlassen und den sicheren Ort

aufsuchen. So berichtete beispielsweise

eine Klientin, dass in ihr bei

der Bearbeitung eines Problems in

einer Trance unvermittelt Szenen

einer Vergewaltigung aufgetaucht

seien, die sie im Teenageralter erlebt

habe. Diese Erinnerung war

zuvor vollkommen aus ihrem Bewusstsein

und gelangte erst wieder

in die Erinnerung, als sie sich

von dem gerade zuvor etablierten

sicheren Ort entfernte. In Fällen

wie diesen ist es günstig, zuvor

einen sicheren Ort aufgebaut zu

haben.

Als aversives Szenario suggeriere

ich eine Umgebung, die einem

Laboratorium ähnelt. Diese Umgebung

weckt diverse Geruchs- und

Geschmacksassoziationen, die die

Grundlage für das Erzeugen einer

aversiven Reaktion bildet. In der

imaginierten Laborszene werden

unangenehme Substanzen zusammen

gemischt, deren Verabreichung

dem Patienten suggeriert

wird. Dabei können heftige Ekelgefühle

zutage treten, die nicht

selten sogar Würgereflex auslösen.

Auf dem Höhepunkt des erlebten

Ekels wird ein Anker etabliert.

Diesen Anker erzeuge ich ideomotorisch,

d.h. ich nutze die reflexhaften

Körpersignale (Rossi,

&Cheek,1988), um den Anker zu

etablieren (Fingerknöchel). Die

Nutzung ideomotorischer Reaktionen

ist kein Muss. Die Vorteile der

ideomotorischen Variante liegen

auf der Hand. Vorteile sind die Verbesserung

der Augenscheinvalidität

im Blick auf das Erreichen des

maximalen Ekelgefühls und das

verbesserte Timing beim Ankern.

Bilde einen Kernsatz

Sobald der Anker etabliert ist, wird

der Klient aufgefordert, die Labor-Imagination

zu beenden und

sich in einen „neutralen Bereich“ zu

begeben. Die aversive Imagination

erleben die Klienten meistens als

sehr anstrengend und ermüdend.

Deshalb wird jetzt ein neutrales

Szenario suggeriert. Von dort wird

der Klient tiefer in die Trance geführt.

Meist frage ich den Klienten

dann, ob er nach dem Laborerlebnis

einen bestimmten Satz (oder

„eine Programmierzeile“) vor sich

sieht, die seinen künftigen Umgang

mit dem Suchtstoff repräsentiert.

Falls der Klient äußert, dass

ihm übel wird, wenn er an den

Konsum von x denkt, dann verstärke

ich das Gefühl durch Suggestionen

(„Dir wird übel, wenn …, allein

schon, wenn du daran denkst…“)

und fordere den Klienten auf, den

Gedanken emotional intensiv zu

erleben. Um die Wirkung der Suggestion

noch zu steigern, befinden

sich Eimer und Küchenrolle am Behandlungsplatz.

Den sog. Kernsatz

(„Dir wird übel, wenn du…“) erörtere

ich bereits im Anamnesegespräch.

In der Trance überprüfe ich

die Passung des Kernsatzes und

gebe dem Klienten die Möglichkeit,

den Kernsatz zu präzisieren

(z. B. auf die Lieblingsmarke direkt

zu rekurrieren oder, im Falle von

Bierkonsum, schon durch den Griff

zur Kühlschranktür die Übelkeitsreaktion

zu konditionieren). Ich

fordere den Klienten dann auf, das

Übelkeitsgefühl zu intensivieren,

z. B. indem ich ihn eine bestimmte

Vorstellung mehrere Male wie-


76 Verdecktes Ankern

Verdecktes Ankern 777

derholen lasse. Hierbei achte ich

darauf, dass keine Gewöhnung im

Sinne einer Habituation auftritt.

Die Struktur des Kernsatzes besteht

aus einer prägnanten Aussage,

bestehend aus maximal acht

Worten. Der Therapeut sollte den

Klienten darauf hinweisen, wenn

eine Formulierung unangebracht

ist. Zum Beispiel sollte er davon abraten,

einen Kernsatz wie den folgenden

zu verwenden: „Ich übergebe

mich, wenn ich rauche“. Eine

solche Suggestion kann zu peinlichen

Situationen in der Öffentlichkeit

führen.

Entwickle eine neutrale

Geschichte und webe den Kernsatz

ein

Bei diesem Schritt kommen wir

zum Kern der Methode, im wahrsten

Wortsinn. Der Kernsatz wird

nun in eine neutrale Geschichte

eingewoben. Es ist zu empfehlen,

dass der Therapeut die neutrale

Geschichte vorbereitet und nicht

spontan darbietet. Die Vorbereitung

der neutralen Geschichte ist

deshalb empfehlenswert, weil es

im nächsten Schritt, der Darbietung

der neutralen Geschichte,

auf absolute Synchronizität zwischen

den einzelnen Elementen

des Kernsatzes und dem Auslösen

des Ankers ankommt. Zunächst

aber wird der Kernsatz in die neutrale

Geschichte eingewoben. Bei

der Entwicklung der neutralen

Geschichte kann auf ein Szenario

in der Natur (Wiese, Wald, Strand)

zurückgegriffen werden. Auch

hier sollte die Anamnese gründlich

sein, um beispielsweise keine

allergischen Reaktionen, z. B. auf

Pollen oder Gräser, auszulösen.

Bei diesem Schritt erfolgt die technische

Umsetzung der therapeutischen

Mehrebenenkommunikation:

Die neutrale Geschichte stellt

die eine Ebene, die im Kernsatz

enthaltene „Botschaft“ die zweite

dar. Wie dieses realisiert wird, beschreibe

ich im nächsten Schritt.

Biete die neutrale

Geschichte dar

Der Klient wird nun, nachdem die

Trance vertieft wurde, durch das

neutrale Szenario (s.o.) geführt.

Während der Darbietung der neutralen

Geschichte werden die eingewobenen

Schlüsselworte durch

das Auslösen des Ankers akzentuiert,

d.h. bei der Nennung des

jeweiligen Schlüsselwortes wird

beispielsweise der Fingerknöchel

berührt, auf dem in Schritt eins der

Anker etabliert wurde. Die Höhe

des Ekels ist für das Gelingen essentiell.

Ist die emotionale Ladung

gering, ist der Effekt der Konditionierung

zu gering, um eine aversive

Reaktion hervorzurufen. Das ist

zum Beispiel der Grund dafür, dass

bei medizinischem Fachpersonal

die Variante „Ekelsubstanz“ durch

andere signifikante Belastungsgefühle

ersetzt werden muss.

Das Beispiel zeigt, wie die gleichzeitige

Darbietung von neutraler

Geschichte und Kernsatz umgesetzt

wird: neutrale Geschichte

(Auszug):

„… und du nimmst dir eine Auszeit

und dir wird klar, dass es dir

so schlecht nicht geht, und mit jedem

Schritt erholst du dich mehr

und mehr, und wenn dich deine

Gedanken tragen, gelangst du an

eine Quelle reinsten Wassers, das

wie Wein fließt und dich erfrischt,

wenn du von dieser Quelle trinkst,

erfrischt es dich und du genießt

das Gefühl, hellwach frisch und

klar zu sein...“ In die neutrale Geschichte

wurde, wie eben gezeigt,

der Kernsatz („dir wird schlecht,

wenn du Wein trinkst“) eingewoben.

Es wird schon bei diesem

kurzen Auszug hinreichend deutlich,

dass die neutrale Geschichte

vorbereitet sein muss und besser

nicht ad hoc formuliert wird. Zu

groß ist sonst das Risiko, dass der

Kernsatz nicht authentisch wiedergegeben

wird oder schlicht, dass

Timing zwischen dem einzelnen

Schlüsselwort und dem Auslösen

des Ankers nicht stimmt.

Löse den Anker aus

Während der Darbietung der neutralen

Geschichte wird der Anker

bei jedem einzelnen Schlüsselwort

ausgelöst. Auf diese Weise wird

die Mehrebenenkommunikation,

bestehend aus der neutralen Geschichte

und dem Kernsatz, der

nach der Etablierung des Ankers

mit dem Ekelgefühl gekoppelt ist,

technisch umgesetzt.

Nach bisheriger Erfahrung blieb

für alle bislang mit der Methode

behandelten Klienten der Zusammenhang

zwischen der Botschaft

des Kernsatzes und dem Auslösen

des Ankers verborgen. Das ist insbesondere

deshalb erstaunlich,

weil das Prinzip der Behandlung

und der Kernsatz bereits im Vorgespräch

erörtert werden. Diese

„Amnesie“ ist wohl der Tatsache

geschuldet, dass die bewusste

Aufmerksamkeit mit dem neutralen

Szenario, welches reichlich

Redundanz enthält, befasst ist.

Auch sollte bedacht werden, dass

der Trancezustand den Fokus der

Aufmerksamkeit im Vergleich zum

Wachzustand verändert. Im Nachgespräch

mit den KlientInnen wurde

bislang noch nie der direkte

Bezug zwischen dem Auslösen des

Ankers und dem Kernsatz angesprochen.

Da ich dieses Phänomen

bereits am Anfang meiner Untersuchungen

zu dieser Thematik

feststellte, nahm ich das zum Anlass,

die beschriebene Methode

das verdeckte Ankern zu nennen.

Eine Reihe von neuropsychologischen

Untersuchungen belegen in

diesem Zusammenhang, dass emotionale

Reaktionen weder einen

bewussten kognitiven Input noch

eine Beteiligung des Bewusstseins

erfordern (Murphy & Zajonc, 1993;

Rotteveel & Phaf, 2004; Whalen,

1998). Einige Untersuchungen belegen

ausdrücklich die Bedeutung

des unterbewussten Lernens (Ruys

& Stapel, 2008; Mitchell & Grenning,

2012). Letztere betonen

die Beeinflussbarkeit der Amygdalafunktion

durch unbewusstes

Lernen, was m. E. als starker Hinweis

auf die Wirksamkeit des verdeckten

Ankerns aufzufassen ist.

Bekanntlich korrespondieren Ekelgefühle

mit der Aktivierung der

Amygdala (Vaitl, Schienle & Stark,

2004). Dieser Zusammenhang ist

der Grund dafür, warum ich hohe

emotionale Ladung bei der Etablierung

des Ankers empfehle. In

jedem Fall sollte unmittelbar nach

der Durchführung die aversive Reaktion

beim Klienten überprüft

werden. Das geschieht am besten

durch eine simple Frage („Möchten

Sie ein Glas Wein?“) oder im Falle

von Nikotinabusus durch das direkte

Anbieten einer Zigarette.

Future Pacing und

posthypnotische Suggestion

Future Pacing und posthypnotische

Suggestion helfen, die Nachhaltigkeit

der Intervention abzusichern.

Entgegen früherer Empfehlung

(Sollmann, 2016) empfehle ich

heute, beide Elemente in der Behandlung

anzuwenden. Dem Future

Pacing kommt dabei die Funktion

zu, den positiven Ausblick in die

rauch- oder alkoholfreie Zukunft

vorwegzunehmen (Motivationsfunktion).

Dabei werden auch die

äußerlich sichtbaren Veränderungen

der Körperform, der Beschaffenheit

der Haut, die Gesundheit

der Körperzellen und -organe angesprochen.

Die posthypnotische

Suggestion bezieht sich meist auf

eine direkte Suggestion (z. B. „Von

jetzt an bist du Nicht-Raucher“),

die den ab jetzt gültigen Zustand

definiert. Nach diesem Schritt leitet

der Therapeut den Klienten aus

der Trance und nutzt die noch einige

Minuten andauernde erhöhte

Sensibilität des Klienten, um den

Therapieerfolg abzurunden.

Diskussion

Die hier beschriebene Abfolge aus

sechs aufeinander aufbauenden

Behandlungsschritten bildet die

Grundlage für die Anwendung

der Methode. Wie schon betont,

sollte das therapeutische Vorgehen

in einen hypnotherapeutisch

fundierten Behandlungsplan eingebettet

sein. Es soll durch diese

Abhandlung ausdrücklich nicht

der Eindruck erweckt werden, dass

im Ablauf von 1-2 Sitzungen eine

chronische Alkoholabhängigkeit

gelöst werden könne. Tatsächlich

befanden sich unter den Klienten,

die mit Hilfe dieser Methode erfolgreich

therapiert wurden, keine

Personen mit diagnostizierter Alkoholabhängigkeit.

Bei mehreren

Klienten bestand hingegen die Diagnose

Nikotinabusus oder schädlicher

Gebrauch von Tabak.

Dass der Alkoholkonsum bei einigen

Klienten dennoch erheblich

war, das zeigt eine Fallvignette

(Sollmann, 2016). Die bislang

gesammelten praktischen Erfahrungen

mit der Anwendung der

Methode lassen den Schluss zu,

dass die Methode des verdeckten

Ankerns für die Behandlung des

Überkonsums von Alkohol und Nikotinabusus

als durchaus geeignet

angesehen werden kann. Das gilt

vor allem dann, wenn der Klient

die notwendige Veränderungsmotivation

besitzt. Darüber hinaus

kann der Behandlungserfolg durch

Maßnahmen zur Ressourcenaktivierung

weiter gesteigert und gefestigt

werden.


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Vorschau Kongresstermine

Vorschau Kongresstermine

DGH-Veranstaltungen:

14.11.-17.11.2019

Jahrestagung der Deutschen

Gesellschaft für Hypnose

und Hypnotherapie

Vorträge und Seminare zur Anwendung

von Hypnose und Hypnotherapie

in Medizin, Psychotherapie und

Zahnmedizin. Schwerpunktthema:

„Schmerz, lass nach!“;

www.dgh-hypnose.de

04.09.-06.09.2020

DGH Summerschool

„Das Tor zum Unbewussten“

Fürstenberghaus in Münster in Zusammenarbeit

mit der Uni Münster. Einführung

in die Hypnose für Praktizierende und

Studierende.

www.dgh-hypnose.de

Weitere nationale und internationale Kongresse:

19.-22.11.2020

Jahrestagung der Deutschen

Gesellschaft für Hypnose und

Hypnotherapie

„Hypnose – kreativer Dialog mit dem

Unbewussten“

www.dgh-hypnose.de

© Anton Balazh - stock.adobe.com

Finden, was passt

Hypnose und Hypnotherapie und körperorientierte Verfahren bei Carl-Auer

15.10.-19.10.2019

Mashad, Iran

First Asian Congress of Hypnosis. Referentinnen

aus Asien, Europa und Afrika.

Herausragendes touristisches

Begleitprogramm.

www.iran2019.com

31.10.-03.11.2019

Würzburg, Deutschland

9. ‚Kindertagung‘ Hypnotherapeutische

und Systemische Konzepte für die

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Schwerpunktthema: Familienkulturen

im Wandel.

www.kindertagung.de

07.11-09.11.2019

Balsthal, Schweiz

38. Jahreskongress der SMSH

https://www.smsh.ch/jahreskongress-smsh-2019/

07.11.-10.11.2019

Turin, Italien

RAPPORT The hypnotic relationship: a

special relationship that cures Responsiveness,

reciprocity and synchronism in

Ericksonian nature psychotherapy

http://www.societaipnosi.it/

12.12.-15.12.2019

Phoenix, USA

Jubiläumskongress 40 Jahre Milton

Erickson Foundation in Phoenix. 13th

International Congress of Ericksonian

Hypnosis and Psychotherapy. Besuch

des Erickson-Museums möglich, da wo

Erickson gelebt und gearbeitet hat.

www.erickson-foundation.com

19.-22.3.2020

Bad Kissingen, Deutschland

Jahrestagung der MEG: Die Geister, die

ich rief: Bewusstsein und Beziehung im

Zeitalter von Digitalisierung und künstlicher

Intelligenz.

www.meg-tagung.de

121 Seiten, Kt, 2019

€ 21,95

ISBN 978-3-8497-0298-4

143 Seiten, Kt, 2019

€ 21,95

ISBN 978-3-8497-0302-8

271 Seiten, Kt, 2019

€ 34,95

ISBN 978-3-8497-0305-9

ERSCHEINT 9/2019

ca. 128 Seiten, Kt, 2019

ca. € 24,95

ISBN 978-3-8497-0317-2

23.04.-25.04.2020

Kapstadt/Mabula Südafrika

7th World Ego State Therapy Congress,

Kapstadt, Südafrika mit Nachkongress

Mabula Tierpark (27.04.-30.04.) organisiert

von MEISA Woltemade Hartman.

Hypnotherapie und auch Themen

darüber hinaus. http://www.meisa.biz/

meisa-congress-april-2020.php

28.05. - 02.06.2020

Pöllauberg, Steiermark, Österreich

Pfingstklausur der ÖGZH, der Österreichischen

Gesellschaft für zahnärztliche

Hypnose, offen auch für Ärzte und

Psychotherapeuten und soziale Berufe.

www.oegzh.at

10.07.-12.07.2020

Innsbruck, Österreich

Begegnungen auf Augenhöhe

- Verrückte Wahrheiten - Die hypnosystemische

Tagung Innsbruck .

https://www.meg-oesterreich.at/

26.08.- 29.08.2020

Basel, Schweiz

15. Europäischer Hypnose-Konferenz der

ESH. Das ist der größte internationale

Hypnose-Kongress 2020.

https://www.esh2020.ch/frontend/

index.php

10.-13.06.2021

22. International Congress of

Hypnosis ISH Krakau, Polen

128 Seiten, Kt, 2019

€ 14,95

ISBN 978-3-8497-0264-9

380 Seiten, Kt, 2019

€ 49,–

ISBN 978-3-8497-0269-4

a Carl-Auer Verlag

213 Seiten, Kt, 2019

€ 29,95

ISBN 978-3-8497-0270-0

172 Seiten, Kt, 2019

€ 19,95

ISBN 978-3-8497-0198-7

Auf www.carl-auer.de bestellt – deutschlandweit portofrei geliefert!

Auch als erhältlich: www.carl-auer.de/ebooks


DEUTSCHE GESELLSCHAFT

FÜR HYPNOSE UND HYPNOTHERAPIE E.V.

HYPNOSE

kreativer Dialog

mit dem

Unbewussten

BAD LIPPSPRINGE

19.11. – 22.11.2020

Vorträge und Seminare zur Anwendung von

Hypnose und Hypnotherapie in Medizin,

Psychotherapie und Zahnmedizin

Information und Anmeldung: Geschäftsstelle der DGH,

Daruper Str. 14 l 48653 Coesfeld

Tel. 02541 880760 l Fax 02541 70008

DGH-Geschaeftsstelle@t-online.de l www.hypnose-dgh.de

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