2020-07-21 Bayreuther Sonntagszeitung

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6 21. Juni 2020 Bayreuther Sonntagszeitung

Immobilientipps Gedanken von Fachleuten

zur Woche

Warum Christsein?–vonDr. Christian Karl Steger,Pfarrer derSchlosskirche

Warum bin ich Christ, wasist daranbesonders,

oder besser,darf

ich mich als Christ amEnde gar

als was Besonderes sehen?

Gott sprichtüber das Volk Israel:

„werdet ihr unter allen Völkern

mein besonderes Eigentum

sein“ (Ex 19,5). An diesem Satz

vorbei ist kein jüdischer, aber

auch kein christlicher Glaube

möglich.Darfman aber soreden,

ist das nicht anstößig? Etwas

Besonderesseinzuwollen?

Die Logik der allgemeinen

Vernunft gilt als die eigentliche

Logik. Unter dem Anspruch einer

allgemein gültigen Vernunft

stellen wir uns. Wenn alle Menschen

demnach gleich sind, es

keine Unterschiede geben darf,

ist dann dieser christlich-jüdische

Anspruch noch zumutbar?

Die Kultur eines zeitgenössischen

Relativismus muss in dieser

Form eines Glaubens einen

gefährlichen Fundamentalismus

erkennen und ihn folgerichtig

bekämpfen, wasauch geschieht.

Darf man das? Darf man das

sagen: ich bin Christ, Gottes

besonderes Eigentum.

Werfen wir einen Blick in die

Praxis unseres Lebens. Alle Lebensbereiche

der vermeintlich

einzigen allgemeinen Vernunft

unterzuordnen, wird dem nicht

gerecht. Wer dennoch meint,

das ginge, der gehe mal bei

Maximilien Robespierre, dem

großen und unbestechlichen

Diktator der Französischen Revolution,

in die Schule, erwollte

ein ganzes Volk nach seiner allgemeinen

Vernunft zurechtstutzen,

und das imwörtlichen Sinn

mittels Guillotine.

Wie viele totalitäre Machthaber

haben im Namen einer

allgemeinen Vernunft, einzelne

ohne viel Aufhebens umgebracht,

weil es ihnen doch um

das ganzeVolk ging. Als der einst

gefürchtete Stasi-Chef Erich

Mielke unter dem Gelächter der

ersten demokratischen Volkskammer

der DDR sagte: „ich

liebe doch alle Menschen“, da

meinte er das wohl sicher ernst.

Er war bereit gewesen, für alle,

das Volk der DDR,so, wie es das

in seinem Kopf gab,jeden auszuschalten,

der diesem großen Gesamtbild

imWeg stand. Wohin

das führte, hat die Geschichte

der Mauer gezeigt.

Es geht immer anders herum:

Im treuen Respektdem konkreten

Menschen begegnen.

Nebenbei gesagt, das ist weit

anspruchsvoller als die Theorie

am grünen Tisch, und wenn es

die Protagonisten noch so ernst

meinen wie ein Robespierre,

der auch als mächtigster Mann

Frankreichs weiter zur Miete

in einer Dachkammer wohnte.

Er meinte das ernst mit seiner

Idee von einem neuen tugendhaften

Volk,Haken an der Sache

warnur,dass er denMenschen

nicht kannte und liebte, oder

nicht zulieben wagte. Er wurde

zu einem bedauerlichen Utopisten,

der nach seinem Sturz, als

er selber dem Henker gegenübertrat,nicht

begriff,warum ihn

dieses Volk nicht liebte, dieses

Volk, dem er doch so voller Hingabe

und ohne Eigennutzdiente.

Die Logik, der Weg Gottes,

sich unter allen Menschen auf

Erden sein Volk zu wählen, zeigt

erst die Ernsthaftigkeit seiner

Liebe,die konkret wird.WeilGott

in diesem Volk konkret Mensch

wird. In Jesuswissen wir,wie heilig

letztlich alle Menschen sind,

die ein menschliches Gesicht

tragen –das ist immer der Weg,

vom Konkreten hin zum Allgemeinen,

nicht umgekehrt. Esist

so viel leichter, nach dem Staat

zu rufen, nach neuen Gesetzen,

Kommissionen einzurichten, die

das richten sollen, Fehler anderer

zu suchen, ist leichter, als

nur einmaldie verkündete Moral

auch zu leben.

Wer imAllgemeinen bleibt,

macht die Vernunft kalt, um

mit Goethe zu sprechen, „er

brauchts allein um tierischer als

jedes Tier zu sein“. Der Glaube

an den menschgewordenen

Gott hatimMenschen den Keim

Dr.Christian Karl Steger

Pfarrer der Schlosskirche

gelegt, dass er besonders ist.

Vom einzelnen Menschen her,

nur vonihm her,kann ichwirklich

und ehrlich sagen, wir alle sind

Menschen, die wie Jesus von

NazarethGottesGesichttragen.

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Programm im Oratorium

Am heutigen Sonntag, um 16

Uhr, führt Dr. Alexander Wild im

Oratorium auf dem Landesgartenschaugelände

durch das Modell

der barocken Stadt „Sankt

Georgen am See“. Er berichtet

von Theateraufführungen, die

lange vor dem Bau des Opernhauses

hier stattfanden und den

Seeschlachten auf dem Brandenburger

Weiher.

„Beschränkungen“ macht

Dekan i. R. Hans Peetzinder der

Andacht imOratorium um 17 Uhr

zum Thema. Die „Beschränkung

durch Corona können helfen

vielleicht, die Freiheit neu zu genießen.

Die Abstandsregeln sind

einzuhalten und Mundschutz ist

zu tragen. Die Zahl der Plätze im

Oratorium istreduziert. red

Die beiden Kaninchen Lucia und

Flecki sind sehr gesellig und

verstecken sich gerne. Beide

sind jeweils ein Jahr alt und suchen

auf diesem Wege ein neues

Zuhausemit viel Platz.

Diese und viele weitere Tiere

werden im Bayreuther Tierheim

vermittelt.

Tierheim Bayreuth

Telefon0921/62634

www.tierheim-bayreuth.de

Foto: Dörfler

Zuhausegesucht

DasInstitut für Afrikastudien wird30

Geburtstagsempfang im Corona-Modus

BAYREUTH. Im coronabedingt

kleinen Kreis haben Universitätsrepräsentanten

und kommunale

Spitzenvertreter das Jubiläum

begangen. Das IAS koordiniert

die afrikabezogene Forschung,

Lehre und Kooperation in Bayreuth.

Die Afrika-Forschung ist

ein bedeutender und fächerübergreifender

Schwerpunktder Universität

Bayreuth und deutschlandweit

führend.

„Wir betreiben Forschung

über Afrika nur mit Afrika. Eine

Beziehung, die beide Seiten sorgfältig

pflegen. Eine Beziehung,

aus der intensiveFreundschaften

hervorgegangen sind. Und eine

Beziehung, die zur Erfolgsgeschichte

wurde“, beschrieb UniversitätspräsidentProf.

Dr.Stefan

Leible gestern bei der Jubiläumsveranstaltung

den Ansatz, den

die Bayreuther Forscher und Forscherinnen

seit jeher verfolgen.

Leible betonte: „Bayreuth steht

mehr als jede andere Universität

in Deutschland heute für Afrika.

Die Afrikastudien sind für unsere

Universität ein Alleinstellungsmerkmal.

Der Sprecher des IAS, Prof.

Dr.Cyrus Samimi, erinnerteandie

Bei der Feierstunde: v.l. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger,

UnipräsidentStefanLeibleund LandratFlorian Wiedemann. Foto: red

Gründungszeit Ende der achtziger

Jahre und hob besonders

das Engagement des damaligen

Präsidenten Prof. Dr. Helmut

Ruppert hervor.Die Alleinstellung

wurde Stück umStückaufgebaut:

Ein wichtiger Meilenstein der Afrikaforschung

in Bayreuth war

der Sonderforschungsbereich

zum Thema „Identität inAfrika“,

der schon in den achtziger Jahren

erfolgreich eingeworben und

über die maximale Förderdauer

hinweg Bestand hatte. Es folgte

das IAS. 2007dann die „Bayreuth

International Graduate School of

African Studies”, (BIGSAS), die

im Rahmen der Exzellenzinitiative

gegründet wurde und gilt als

Leuchtturm der internationalen

Doktorandenausbildung. 2018

erhielt die Universität Bayreuth

schließlich den Exzellenzcluster

„Africa Multiple“, in dem das Feld

der Afrikastudien zukunftsorientiert

ausgerichtetwird.

Im Wintersemester

2020/2021 startet gemeinsam

mit der Universität Porto (Portugal)

und der Universität Bor-

deaux-Montaigne (Frankreich)

EIMAS, der erste Europäische

Masterstudiengang für Afrikastudien.

Darüber hinaus koordiniert

das IAS das bayernweite

Afrika-Forschungsnetzwerk

BRIAS aus Universität Bayreuth,

TH Ingolstadt, THNeu-Ulm und

Universität Würzburg. Als zentrale

Koordinationsstelle des

Afrikaschwerpunkts fördert das

IAS fakultätsübergreifend und

interdisziplinär, etwa durch fachübergreifende

Forschungsprojekte

und afrikabezogene Drittmittelanträge,die

Forschung und

Lehre sowie die Ausbildung des

wissenschaftlichen Nachwuchses

in den Afrika-bezogenen

Fächern. Es hat etwa 60promovierte

Mitglieder, darunter mehr

als 20 Professorinnen und Professoren.

Oberbürgermeister Thomas

Ebersberger und Landrat Florian

Wiedemann lobtendie internationale

Strahlkraft, die die Afrikaforschung

unter dem Dach des IAS

hat, vonder auch Stadt und Landkreis

profitieren. Landrat und OB

hoben die Bedeutung des IAS in

gesellschaftspolitischen Debattenhervor.

red

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