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#108

kostenlos

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Wer im Hanflabyrinth die Musik vermisst, sollte sich den

29.August nicht entgehen lassen. Da laden wir zum

Tanz unter Hanfblüten - Infos zum Reggae Outdoor

Event gibt's auf Seite 12.

Sabine Bätzing lässt in Sachen Sachverstand und Verantwortungsbewusstsein

Kompetenz vermissen. So entzündet Hans

Cousto als denkwürdige Retrospektive auf knapp vier Jahre

Amtszeit ein gut brennendes Abschiedsfeuer auf Seite 2.

3 news 4 clubmed 5 guerilla growing 7 polytricks 10 cooltour

Zugegeben, Wählen im Jahr 2009 ist nichts für Menschen

mit Rückgrat: So sind doch alle Parteien, die auch nur den

Hauch einer Chance auf eine Regierungsbeteiligung haben,

lediglich daran interessiert, trotz globaler Krise Wirtschafts-,

Sozial-, Außen- und eben auch Drogenpolitik auf dem jetzigen

Level weiter zu betreiben. Die Überwachung der Bürger mit

Hilfe des Internets ist in der großen Koalition Konsens, ohne

dass die Verantwortlichen eigentlich verstehen, wie das neue

Medium funktioniert. Es gilt der Generalverdacht für alle Bürger,

während die Seitenbetreiber meist unbehelligt und die

Seiten online bleiben. Internationale Abkommen wie zum Beispiel

die sofortige Stilllegung solcher Seiten werden gar nicht

erst diskutiert, die Politik sieht es als unabänderbar an, dass

man in einigen Ländern einfach alles ins Netz stellen kann.

Andererseits werden für die Aufrechterhaltung der Hanf-Prohibition

international Milliarden aufgewendet, fast alle Staaten

der Welt haben sich deshalb zu repressiven Maßnahmen gegen

ihre Gras rauchenden Bürger verpflichtet, ohne auch nur

einen Hauch der oftmals versprochenen Erfolge vorzuweisen.

Für internationale Abkommen zur Bestrafung der Betreibern

von Seiten mit Menschen verachtenden Inhalten gibt es kaum

Bestrebungen. Je nach politischer Couleur unterscheiden

sich Aussagen von CDU/CSU, SPD und FDP gerade drogenpolitisch

nur in Nuancen, der repressive Ansatz ist bei allen

ähnlich. Lediglich Bündnis90/Grüne und DIE LINKE bekennen

sich eindeutig zu einer straffreien, kontrollierten Abgabe

von Cannabis unter strengsten Jugendschutzauflagen, die ein

Abgabeverbot an Minderjährige, ein Werbeverbot sowie eine

umfassende Aufklärung über die Gefahren und bedenkliche

Konsummuster umfassen. Das Dilemma hierbei ist, dass mit

Ausnahme der Bündnisgrünen keine der Parteien eine Chance

hat, ihr drogenpolitisches Engagement in die Realität umzusetzen.

Kämen Bündnis90/Die Grünen dann wirklich in die

Regierungsverantwortung, ist es mehr als fraglich, ob Drogenpolitik

bei anstehenden Koalitionsverhandlungen dann eine

tragendere Rolle spielen wird als 2002, als die SPD ihre prohibitionistische

Haltung zu 100 Prozent durchsetzen konnte. Eine

neue Kraft in Sachen rationale Drogenpolitik könnte die aufstrebende

Piraten-Partei werden: Sie waren zahlreich auf der

diesjährigen Hanfparade vertreten, können aber derzeit noch

kein gemeinsames hanfpolitisches Ziel vorweisen. Die offene

unabhängig, überparteilich, legal

12 fun&action

Wählt Hanf

Eure Stimme gegen die Prohibition Text: Michael Knodt

Foto: marker

Diskussion, die sich auf ihren Internetplattformen stattfindet,

tendiert immerhin zu einer Vernunft orientierten Hanfpolitik.

Eine eindeutige Position sucht man jedoch (noch?) vergebens.

Hanf-Politik bleibt in der Oppostion

Trotzdem oder gerade weil wir uns in Sachen Legalisierung

seit Schwarz/Rot rückwärts bewegen, ist es wichtig, dass es im

Berliner Parlament wenigstens eine starke Opposition gibt, die

das Thema wieder und wieder anspricht. Der „War on Drugs“

ist laut UNO verloren, kostet auch bei uns Ressourcen und

Gelder und spielt internationalen Kartellen noch mehr Macht

und Geld in die Hände, wie die momentane Situation in Mexiko

eindeutig beweist. Der fatale Kreislauf Waffen gegen Drogen

wird nicht mit Waffengewalt unterbunden, eine eigentlich

sehr einfache Gleichung, die die Initiatoren des Drogenkriegs

ignorieren. Und in Deutschland spielen fast alle mit. Deshalb

ist Drogenpolitik kein Nebenschlachtfeld, sie hat direkte Auswirkungen

auf die Wirtschaftskraft, die Gesundheit der BürgerInnen

und das Maß der individuellen Freiheit. Deshalb

sollte man ein gutes Gewissen dabei haben, diesen Aspekt

als einen mitentscheidenden in die eigene Entscheidung für

den 27. September einfließen zu lassen, auch wenn einige die

weit reichenden Zusammenhänge einer verfehlten Drogenpolitik

noch nicht richtig einschätzen können (oder wollen?). Die

nächsten vier Jahre müssen, so wie zur Zeit in den USA, dem

Thema Hanf den Stellenwert bescheren, den es gesellschaftspolitisch

verdient.

Nicht-Wähler helfen den Etablierten

In Deutschland ist Nicht-Wählen eine sehr uneffektive Methode

des Protests, da die vorhandenen Sitze (mit Ausnahme

der zu vernachlässigen Überhangmandate) nach den abgegeben

Stimmen verteilt werden. Nichtwähler interessieren

nicht, auch die niedrigste Wahlbeteiligung lässt einer einmal

gewählten Regierung vier Jahre Handlungsfreiheit. Des Weiteren

verfügen die etablierten Parteien über ein relativ hohes

Stammwählerpotential und profitieren so im Regelfall von einer

niedrigen Wahlbeteiligung eher als kleinere Parteien.

Deshalb heißt es am 27.09.2009 eine Partei zu wählen, die

sich auch drogenpolitisch zu neuen Wegen bekennt, weil die

CDU/CSU, SPD und FDP sich auf denen befinden, die aus

Holz sind.

HanfJournal.de / Ausgabe 09.09

Rückblick auf die

Hanfparade 2009

Die 13. Hanfparade liegt hinter uns. Die traditionsreiche

Demonstration für die Legalisierung von

Hanf als Rohstoff, Medizin und Genussmittel stand 2009

unter dem Motto „Für eine freie Wahl“. „Damit wollen

wir deutlich machen, dass die freie Wahl von Genussmitteln

ein allgemeines Menschenrecht ist, das uns aber

verweigert wird“, sagte der Parade-Mitveranstalter und

DHV-Mitarbeiter Steffen Geyer der DPA. Obwohl sich

an der Hanfparade nur rund 1.200 Menschen beteiligten,

schenkten die Medien der einzigen regelmäßigen Legalisierungsveranstaltung

Deutschlands relativ viel Aufmerksamkeit.

Die Hanfparade profitierte dabei vom zunehmenden

Interesse der Öffentlichkeit an der Nutzpflanze

Cannabis, das sich nicht zuletzt im Erfolg der wachsenden

Anzahl an Hanfirrgärten und -labyrinthen in Deutschland

zeigt. Neben zahlreichen Leuten der Grünen Jugend, einigen

Piraten und fünf jungen Liberalen demonstrierten

hier parallel auch ein paar Menschen für ein „bedingungsloses

Grundeinkommen“. Auffälligster Unterschied der

Hanfparade 2009 zu ihren Vorgängern war das defensive

Auftreten der Berliner Polizei. Weil zeitgleich mit den

Harley-Days und einem Treffen der Motorradgruppe

Hells Angels zwei „gefahrenträchtigere Veranstaltungen“

polizeilich zu begleiten waren, blieben wohl nur wenige

Beamte für die Durchsetzung des Hanfverbotes. „Solange

die nicht mit einem Joint vor unserer Nase herumwedeln,

sind die ganz friedlich“, sagt einer der Einsatzleiter gar

dem Berliner Tagesspiegel über die Hanfdemonstranten.

Taschenkontrollen und Festnahmen wie in den Jahren zuvor

gab es 2009 nicht. Kein Wunder, dass die Stimmung

unter den Teilnehmern da deutlich besser war als im vergangenen

Jahr.

Da unsere alljährliche Abschlussparty „Vibes to Legalize“

endlich mal wieder von der Sonne gesegnet war, strömten

statt Regentropfen über den Abend und die Nacht hinweg

gut 1.500 Menschen ins Yaam. Zusammen feierten wir zu

Reggae, Dancehall & Jungle ein friedliches Fest bis in die

frühen Morgenstunden.

Einige wunderbare Impressionen hat der Waldmeista

für uns eingefangen:

www.youtube.com/watch?v=GOGaNzJZv8s

Weitere tolle Videos findet ihr in seinem Kanal unter:

www.youtube.com/user/Waldme1sta

Und unser Exzessiv-Team wird mit Sicherheit auch noch

ein paar Aufnahmen liefern, also haltet die Augen offen.

Steffen Geyer, Roland Grieshammer.


2

news

Wat

läuft?

Folge 138: Kontrolle?

Tipps gegen das große Muffensausen

Das gibt es doch

nicht, der Kai Gomera

sucht immer noch

nach dem Micha, aber

diesmal scheint er ihn

gefunden zu haben!

Da wird es doch auch

mal gleich Zeit ihn

einer genaueren Kontrolle zu unterziehen, mal sehen,

was er so in den drei (oder vier?) Wochen getrieben

hat.

Folge 140: Henk‘s Medical Hash

Waaahnsinn! Der

Henk schickt uns

ganz unvermittelt ein

Top-Video zum Thema

Haschherstellung. Was

macht der gemeine

Ganjafarmer mit

seinen Medizinalhanf-

Knippresten? Na, er könnte t-h-e-o-r-e-t-i-s-c-h

Haschisch daraus machen. Der Henk dokumentiert die

Methode, wie sie marokkanische Hashbauern auch

anwenden. Die wohl billigste und einfachste Variante.

Natürlich ist dies nicht zur Nachahmung gedacht, da

die hier gezeigten Praktiken in den meisten Ländern

dieser Welt strafrechtlich verfolgt werden, aber nur so

ZENSIERT*

weiß man wovon man spricht (oder man liest das Hanf

Siehe Folge ‚YouTube Killed The Exzessiv Star‘

Journal). Exzessive Grüße!

PS: Tagesschau war gestern, wir haben jetzt ooch ne

Greenbox ;P

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Diskutieren? www.hanfjournal.de/forum

Verreisen? www.cannabis-cafe.info

Glotzen? www.hanfjournal.de/exzessiv

Lesen? www.hanfjournal.de

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Tschechien? www.konoptikum.cz

Legalize It?! www.ELF-online.eu

Einen eigenen Film? film@exzessiv.tv

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Mitarbeiter dieser ausgabe:

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mze, Hans Cousto, Kerstin Koch, Tom, KIMO, Doktor Hanf.

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mark marker, (Lukas Tkotz).

iLLustrationen:

mark marker, Lukas Tkotz.

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Abschiedsfeuer auf Sabine Bätzing

Der fehlende Sachverstand von Sabine Bätzing

... war unerträglich

Sabine Bätzing, Diplom-Verwaltungswirtin (FH) und Mitglied

der SPD-Bundestagsfraktion, wurde im November

2005 im Alter von 30 Jahren zur Drogenbeauftragten der Bundesregierung

ernannt. Gleich zu Beginn ihrer Amtszeit schloss

sie eine Legalisierung von Cannabis kategorisch aus. Derartige

Forderungen, so betonte sie immer wieder, seien „nicht akzeptabel“,

da das Problem des vor allem unter Jugendlichen

deutlich gestiegenen Cannabiskonsums zu den „drängendsten

Aufgaben der Drogenpolitik“ zähle. Da sie ihre Präsenz in den

Medien liebte, konnte man immer wieder lesen und hören,

dass sie sich dafür einsetzen wolle, dass Jugendliche weniger

rauchen respektive weniger kiffen und auch weniger Alkohol

trinken. Nach knapp vier Jahren Amtszeit zeigt sich ein äußerst

ernüchterndes Ergebnis ihrer Arbeit. Die Zahl der Jugendlichen,

die wegen Cannabis eine Beratungsstelle aufsuchen, ist

in den letzten vier Jahren ebenso massiv gestiegen wie die Zahl

der Kinder und Jugendlichen, die wegen einer akuten Alkoholvergiftung

in Krankenhäuser eingeliefert werden müssen.

Von Berufs wegen brachte Sabine Bätzing keinen Sachverstand

mit ins Amt. Während ihrer Amtszeit war sie auch nicht

bemüht, einen solchen zu erlangen. So hat sie während ihrer

Amtszeit nie den Kontakt zu Organisationen wie dem Deutschen

Hanf Verband (DHV) oder dem Verein für Drogenpolitik

(VfD) gesucht und auf Gesprächsangebote seitens solcher

Organisationen gar nicht oder abschlägig reagiert, obwohl die

Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht

(EBDD) immer wieder die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit

mit Nichtregierungsorganisationen hervorhebt. Die

Bedeutung der Konsultation von Vertretern der Nichtregierungsorganisationen

und lokalen Gemeinschaften fand darüber

hinaus auch im Rahmen der EU-Drogenstrategie sowie in

einem Bericht des Europäischen Parlaments vom März 2008

Anerkennung, in dem auf die wesentliche Rolle der Zivilgesellschaft

bei der Entwicklung, Umsetzung, Evaluierung und

Beobachtung der Drogenpolitik hingewiesen wurde. Für Sabine

Bätzing waren solche Feststellungen jedoch während ihrer

ganzen Amtszeit weitestgehend belanglos. Sie verweigerte sich

lieber jeglicher Aufklärung durch solche Organisationen und

behauptete stets nur das, was gerade ins politische Konzept ihrer

Partei und/oder der Bundesregierung passte respektive das,

was nicht mehr zu verheimlichen war.

Ein besonders krasses Beispiel hierfür ist ihr Verhalten bezüglich

Verunreinigungen in Cannabisprodukten respektive

bezüglich Drug-Checking (qualitative und quantitative

#108

Beitrag von Hans Cousto

Analyse von auf dem Schwarzmarkt im Umlauf befindlichen

Drogen). Seit Anfang des Jahres 2007 wies der DHV vehement

auf gefährliche Streckmittel in Cannabisprodukten hin und

informierte regelmäßig die Öffentlichkeit, wenn erneut Streckmittel

im Gras oder Haschisch gefunden wurde. Die Bundesregierung

lehnte es bis zum Sommer 2007 ab, sich mit dieser

Thematik näher zu befassen, obwohl sich schon damals über

900 besorgte Bürger mit einer Protestmail an die Drogenbeauftragte

gewandt hatten. Erst nachdem der DHV im August

2007 einen weiteren Protestmailer online gestellt hatte, der sich

direkt an die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wandte,

gab es zumindest eine minimale Reaktion. Die Teilnehmer

erhielten diesmal eine Antwort, in der auf eine Stellungnahme

der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing zu gestrecktem

Gras hingewiesen wurde, die diese auf ihrer Webseite veröffentlicht

hatte. Damit war zum ersten Mal ein konkreter Hinweis

auf Streckmittel in Cannabisprodukten auf der Webseite

des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zu finden. Konkrete

Warnungen vor dem Konsum von verseuchter Ware oder

Hinweise auf geplante Gegenmaßnahmen der Regierung waren

allerdings nicht Teil der Verlautbarung. Stattdessen bekräftigte

die Drogenbeauftragte die Auffassung, „dass eine geeignete

Strategie, die gesundheitlichen Risiken des Konsums von

verunreinigtem Cannabis zu vermeiden, darin besteht, auf den

Konsum von Cannabis überhaupt zu verzichten.“ Darüber hinaus

hatte Sabine Bätzing lediglich auf die Beantwortung einer

kleine Anfrage der Grünen Bundestagsfraktion zu dem Thema

verwiesen, in der die Bundesregierung unter anderem schrieb:

„Ein gesonderter Hinweis auf die zusätzliche Gefährlichkeit

von verunreinigtem Cannabis könnte aus Sicht der Bundesregierung

als Verharmlosung des Konsums von Cannabis an sich

missverstanden werden.“

Obwohl dutzendfach Cannabiskonsumenten mit Bleivergiftungen

in Krankenhäuser behandelt werden mussten, weil sie

mit Blei verseuchtes Cannabis geraucht hatten, rückte Sabine

Bätzing nicht von ihrer fundamentalistischen Haltung ab. Für

sie war die Durchsetzung des Cannabisverbotes wichtiger als

die Unversehrtheit von Leib und Leben der Cannabiskonsumenten.

Maßnahmen zur Schadensminderung für Cannabiskonsumenten

waren für Sabine Bätzing indiskutabel und auf

Fragen zu dieser Thematik reagierte sie stets eiskalt wie ein seelenloser

Roboter. Leitmotiv für ihre Arbeit waren nicht Sachverstand

und Menschlichkeit sondern purer Fundamentalismus.


#108 3

news

Marc Emery auf Abschiedstour

Ende September muss der „Prince of Pot“ eine

fünfjährige Haftstrafe in den USA antreten

Nachdem schon seine beiden Mitangeklagten im Juli diesen

Jahres in den USA zu Bewährungsstrafen verurteilt

worden waren, muss sich auch Marc Emery in Seattle vor Gericht

wegen Cannabissamenhandels verantworten.

Er bekannte sich schuldig und wird wahrscheinlich zu fünf

Jahren Haft in einem US-Bundesgefängnis verurteilt. Täte er

das nicht, wäre sein Auslieferungsverfahren weiter voran getrieben

worden, was eine Haftstrafe von mindestens 30 Jahren

bis hin zu lebenslänglich nach sich gezogen hätte.

Marc Emery, der bekannteste Legalisierungsaktivist aus Kanada,

handelte in seiner Heimat jahrelang legal mit Samen und

versendete auch unzählige Pakete in die USA. Die damalige

Bush-Administration stellte deshalb einen Auslieferungsantrag,

der Emery erst einmal in Auslieferungshaft brachte. Der

D - Richtlinie fördert Kriminalität

Herabsetzung der "Geringen Menge" als Ursache für

steigende Jugendkriminalität in NRW

Irgendetwas passt da nicht: Der Drogensuchtbericht spricht

von einer sinkenden Zahl von CannabiskonsumentInnen im

jugendlichen Alter, die Zahlen des Nordrhein-westfälischen

Justizministeriums lassen eher das Gegenteil vermuten:

Bei den Betäubungsmitteldelikten verzeichnet die Statistik einen

deutlichen Gesamtanstieg der Verurteilungen um ein Viertel

(24,8 Prozent) auf knapp 19 300 Personen.

Hauptgrund dafür sei die 2007 erfolgte Senkung der Eigenbedarfsgrenzen

für Haschisch und Marihuana von zehn auf sechs

Gramm, so Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter

(CDU).

Trotz Aufhebung der Strafbarkeitsgrenze für den Besitz harter

Drogen von ehemals 0,5 Gramm wurden in dieser Deliktgruppe

2008 weniger Jugendliche (minus 3,6 Prozent) verurteilt, die

Zahl der Drogentoten steigt jedoch erstmals seit 2003 wieder

an.

folgende Prozess zog sich über vier Jahre hin und endete angesichts

der drohenden Strafe bei einer Auslieferung mit dem

Schuldeingeständnis vor dem US-Gericht.

Momentan befindet sich Marc Emery auf Abschiedstour

durch Kanada: bevor er seine Haftstrafe antreten muss, bereist

er 30 Städte seines Heimatlandes, um die Menschen noch einmal

wach zu rütteln, bevor er für mehrere Jahre hinter Gitter

muss. Er hofft, im Laufe der Haftzeit nach Kanada ausgeliefert

zu werden, um dort seine Reststrafe absitzen zu können.

Momentan stehen die Chancen hierfür nicht allzu gut, da die

konservative kanadische Regierung bei Drogendelikten kein

Interesse an einer Abschiebung kanadischer Staatsbürger hat.

Mehr zum Thema: www.cannabisculture.com

Im Klartext: Die Polizei in NRW jagt systematisch einfache Coffeeshopbesucher

und einfache Konsumenten, zudem werden

durch die "sechs Gramm Regelung" deutlich mehr Anzeigen

geschrieben als vor 2007. Der einzig bisher zählbare Erfolg

dieser Law-and-Order Strategie ist sowohl ein Anstieg der

Kriminalitätsrate als auch der Zahl der Drogentoten und, last

but not least: Das Massenphänomen Komasaufen ist die legale

Alternative zum jetzt illegalisierten Coffeeshopbesuch am Wochenende.

Schon 2007 hatte der stellvertretende Landesvorsitzende des

Deutschen Richterbundes NRW, Reiner Lindemann, kommen

sehen, was die Herabsetzung der "Geringen Menge" in Zukunft

bewirken wird und sich kaum zwei Jahre später dann auch bestätigt

hat:

"Die Eigenbedarfsgrenzen waren eingeführt worden, um Gerichte

und Staatsanwaltschaften von Bagatellfällen zu entlasten.

Der Mehraufwand darf nicht unterschätzt werden."

USA - Ungewöhnlicher Protest

Päarchen schmuggelt Hanfpflanze ins Capitol

Der 58-jährigen Abigail Storm-Eggink ist es gelungen zusammen

mit ihrem Ehemann Dan Eggin (71), eine Cannabispflanze

ins Washingtoner Capitol zu schmuggeln.

Sie wurde auf dem Gelände vorläufig festgenommen und

wegen Besitzes nicht verkehrsfähiger Substanzen angezeigt.

Die Aktion diente als Protest gegen die Hanf-Gesetzgebung sowie

ihre eigene Verurteilung zu 15 Tagen Gefängnis aufgrund

des Besitzes von 18 Cannabispflanzen.

„Dann würde ich mich schuldig bekennen“, so Storm-Eggink,

„das möchte ich aber nicht. Ich fühle mich betrogen und möchte

meine Pflanzen wieder haben. Sie sind wertvoll. Gott hat sie

den Menschen gegeben und die (Gras-)pflanzen gehören dem

Menschen.“

D - Verschwenderische Repression

Eine Kosten/Nutzen Bilanz bitte

„Mittlerweile soll Cannabis das umsatzstärkste Produkt der

dortigen Landwirtschaft sein, noch vor Südfrüchten“, sagt Georg

Wurth im „Junge Welt“-Interview zu der Situation in den

USA. Er spricht über die dortigen Legalisierungsbemühungen

und damit verbundenen Auswirkungen auf die Finanzlage

und überträgt Studien aus anderen Ländern auf deutsche Verhältnisse.

„Demnach betragen die Ausgaben für Polizei und

Justiz etwa eine Milliarde Euro, die Steuereinnahmen könnten

etwa eine halbe Milliarde ausmachen“, erklärt Georg Wurth.

Doch bei uns hat die Bundesregierung Bedenken und keine

Vorstellung, was das Cannabis-Verbot in volkswirtschaftlicher

Sicht kostet. Die Grünen und die Linke sprechen sich zwar für

eine Legalisierung aus, aber bisher haben sie sich nicht durchgesetzt.

Am Ende spricht Georg Wurth von unserer „Lobbykratie“

und macht den Befürwortern einer Freigabe von Cannabis

Mut, sich aktiv dafür einzusetzen.

D - Das Münchener Oktoberfest -

die größte offene Drogenszene der Welt

Grünen-Chefin Claudia Roth redet Tacheles

Kurz vor der Eröffnung des Münchner Oktoberfestes nimmt

Claudia Roth im Interview mit "Der Standard" kein Blatt vor

den Mund, als sie nach der Legalisierung von Hanf & Co gefragt

wird:

"Ich finde, dass man die Legalisierung von weichen Drogen

nicht nur anstreben soll, um die Budgetlöcher zu stopfen. Es

geht vor allem darum, die Illegalisierung von Menschen zu

überwinden, aber auch, um eine gewisse Qualitätskontrolle zu

gewährleisten. Gerade in einem Land, in dem in den kommenden

Wochen die größte offene Drogenszene der Welt, nämlich

das Münchener Oktoberfest, stattfindet, ist eine Liberalisierung

weicher Drogen dringend notwendig. So wie es derzeit gehandhabt

wird, ist es doppelbödig. Dass Menschen zu weichen

Drogen greifen, ist eine Realität, wenn man das nicht erkennt,

fördert man die Schwarzmärkte."


4

clubmed

Wie Cannabiskonsum das Risiko für

Kopf- und Nackenkrebs beeinflusst

Jüngst haben Wissenschaftler von vier Universitäten in den

USA ein überraschendes Ergebnis zum Einfluss von Cannabiskonsum

auf eine aggressive Form des Kopf- und Nackenkrebses

veröffentlicht. Danach reduzierte Cannabiskonsum

das Risiko für die Entwicklung so genannter Plattenepithelkarzinome.

Sieben frühere Studien zu diesem Thema hatten

zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt. Sie hatten zum Teil

eine Erhöhung und zum Teil eine Erniedrigung des Risikos für

Plattenepithelkarzinome im Kopfbereich bei Cannabiskonsumenten

ergeben.

In der neuen Studie wurden 434 Krebspatienten aus neun

medizinischen Einrichtungen, die zwischen 1999 und 2003

erkrankt waren, mit 547 gesunden Personen verglichen. Die

gesunden Personen waren zufällig nach den Melderegistern

so ausgewählt worden, dass sie hinsichtlich Alters- und Geschlechtsverteilung

sowie Wohnort mit den Erkrankten übereinstimmten.

Mit Hilfe eines Fragebogens wurden von den

Teilnehmern Informationen zum Konsum von Cannabis, Alkohol

und Tabak gewonnen sowie weitere Daten erhoben.

Unter Berücksichtigung möglicher anderer Faktoren, die das

Krebsrisiko beeinflussen können, war aktueller Cannabiskonsum

ungefähr mit einer Halbierung des Krebsrisikos assoziiert.

Unter den Krebskranken fanden sich weniger aktuelle Cannabiskonsumenten

als in der Kontrollgruppe mit den gesunden

Personen. Das Rauchen von Tabak und der Konsum von

Alkohol waren dagegen mit einer Erhöhung des Risikos für

Plattenepithelkarzinome verbunden. Moderater Tabakkonsum

(weniger als 20 Zigaretten pro Tag) und geringer Alkoholskonsum

(weniger als acht Getränke pro Woche) waren allerdings

Mein Name ist Tom Ache, ich bin 32 Jahre alt, komme aus

Berlin und möchte euch in folgenden Zeilen meine Geschichte

erzählen. Bis zum heutigen Zeitpunkt stand ich zum

größten Teil auf der Sonnenseite des Lebens. Meine musikalische

Früherziehung begann, bedingt durch meine behinderte

Schwester, zuallererst in spielerischer und anschließender didaktischer

Form, mit dem Ergebnis, dass ich bereits sehr früh

durch diese Umstände bis zu 12 verschiedene Musikinstrumente,

zum größten Teil, Blasinstrumente spielen konnte. 1994

folgte die erste Studio-Gründung, Furniture Records in Berlin

Lichterfelde. Plattenaufnahmen mit Musikern der BBKing

Formation, freie Theaterprojekte in der Berliner Staatsoper in

Aufnahme sowie Mikrofonierungsbereich. Selbst auf eine freie

Anstellung in der Abbey Road (London) oder freie Tätigkeiten

für Firmen wie Brit’Row (London), Clair Brothers (USA), Audiorent

(Schweiz) Procon (Hamburg), Blackboxmusic (Berlin)

kann ich zurückschauen. Ich habe mit großartigen Künstlern

wie Pink, Sido, Kylie Minogue, Culcha Candela, Judy Winter

und vielen weiteren zusammenarbeiten dürfen. Bis zum heutigen

Tag bin ich ein Teil vom Mastering Team Masterlab Berlin/

Würzburg/Hamburg geblieben und dort als Junior Mastering-

Ingenieur tätig. Ich habe die Welt und viele ihrer wunderbaren

Menschen kennenlernen dürfen und ich möchte keine Sekunde

davon missen.

2006 befand ich mich geradewegs in der Produktion des Malik

Albums im Berliner Masterlab. Ich bemerkte während dieser

Zeit plötzlich Veränderungen an meinem Körper, die von nun

an mein ganzes Leben verändern sollten. Ich bekam Schmerzen

an meinem linken Bein. Beim näheren Hinsehen bemerkte ich

eine leichte Verfärbung der Oberhaut. Bis dahin eigentlich noch

unbesorgt begab ich mich zu meinem Arzt. Das Martyrium

begann. Die von ihm gestellte Diagnose: Hautkrebs. Es folgte

die operative Entfernung sämtlicher befallener Partien, zunächst

erst oberflächlich bis jedoch die weitere Diagnose klarstellte,

dass dieser Krebs bereits gestreut hatte. Lymphknoten

in der Achselhöhle und Becken waren bereits befallen. Die 1.

Chemotherapie wurde angesetzt. Dennoch hat diese Therapie

eine Metastasierung in die Bauchspeicheldrüse nicht aufhalten

können. Die einzige Wirkung der Chemotherapie machte

sich bemerkbar, indem ich zunehmend an Gewicht verlor und

ständig erbrechen musste. Sämtliche Mittel gegen das ständige

Erbrechen und den fehlenden Appetit wurden mir verabreicht.

Dennoch hat nichts geholfen. Die Tatsache, das ich von Berufswegen

her ständig viel unterwegs war und meine finanzielle

Lage durch meinen Erfolg nicht die schlechteste ist, bescherte

mir das Vertrauen in viele Ärzte, die wirklich all ihr Bestes ga-

nicht mit einem erhöhten Krebsrisiko assoziiert, wenn die Betroffenen

gleichzeitig Cannabis konsumierten. Die Autoren der

Studie wiesen außerdem darauf hin, dass Cannabis offenbar

auch das erhöhte Krebsrisiko für starke Tabak- und Alkoholkonsumenten

abschwächte.

Das geringste Risiko unter den Cannabiskonsumenten wiesen

Personen auf, die die Droge seit 10 bis 20 Jahren verwendeten,

sowie leichte Konsumenten mit einer Konsumhäufigkeit von

etwa einmal pro Woche und Personen, die erst nach dem 20.

Lebensjahr mit ihrem Konsum begonnen hatten. Aber auch

alle anderen Cannabiskonsumenten wiesen im Vergleich mit

Nichtkonsumenten ein verringertes Risiko auf. Etwa 20 Prozent

der Teilnehmer waren aktuelle Cannabiskonsumenten, die

überwiegend eine moderate Konsumhäufigkeit zwischen ein-

und fünfmal pro Woche angaben. Der Einfluss eines starken

Cannabiskonsums auf das Krebsrisiko konnte daher durch die

aktuelle Studie nicht beurteilt werden.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung stimmen mit den meisten

der früheren Studien überein. Diese waren allerdings überwiegend

mit geringeren Patientenzahlen durchgeführt wurde.

Die erste Studie zu diesem Thema aus dem Jahr 1999 mit 173

Krebskranken und 176 gesunden Kontrollpersonen hatte dagegen

ergeben, dass täglicher Cannabiskonsum das Risiko für

Plattenepithelkarzinome von Kopf und Hals vervierfacht. Diese

Studie war jedoch kritisiert worden, weil die Kontrollpersonen

nicht zufällig ausgewählt worden waren, sondern aus

einer Gruppe von Blutspendern, die von vornherein seltener

Cannabis konsumiert haben könnten. Eine solche Selektion hat

möglicherweise das Ergebnis verfälscht. Die Autoren der neu-

Lars Scheimann, leidet seit frühester Jugend unter ADHS und Tourette. Er ist einer der ersten Patienten

in Deutschland, denen natürliches Cannabis, importiert aus den Niederlanden, genehmigt wurde. Lars

lebt, seit er Gras aus der Apotheke erhält, fast beschwerdefrei.

In dieser Ausgabe könnt ihr die Geschichte eines Patienten lesen, der mit Hilfe von Lars Scheimann, alias

Doktor-Hanf, ein Dronabinol Rezept erhalten hat.

Doktor-Hanfs Patienten Ecke 4

Patientengeschichten

ben und durch ihr Wissen und ihre Kompetenz in diesem alles

versucht hatten, um mir zu helfen.

2007 beschlossen die Mediziner eine 2. Reihe von Chemotherapien,

die in Veränderung von Zusammensetzung zur Folge

hatten das es mir unsagbar schlecht ging. Ich verlor kein einziges

Haar, aber ich litt unter einer aggressiven Gewichtsabnahme,

konnte weiterhin nicht essen, hatte keinen Appetit und

wurde immer schwächer. Die gängigen Präparate der Schulmedizin

halfen mir nicht. Ich begann selbstständig mit der Zufuhr

von THC, in Joint-(Rauch-)Form. Mein Ziel war es durch die

Zunahme von Körpergewicht Kräfte zu mobilisieren, die mir

helfen würden, die Chemotherapie überhaupt zu überleben.

2008 erneute Metastasenbildung in Niere, Knochen, und erneuter

Hautkrebs am Arm mit der Folge einer noch aggressiveren

Chemotherapie (breitbandig und sehr stark) und der Information

der Mediziner an mich, dass die bisher eingesetzten Chemotherapien

leider erfolglos waren. Meine Körperreaktionen

veränderten sich zunehmend, ich begann aus Nase, Ohren und

Mund zu bluten.

Meine Schleimhäute waren dermaßen in Leidenschaft gezogen,

dass sie diese Symptome zeigten. Die Blutwerte zu diesem

Zeitpunkt wurden immer schlechter.

Ich nahm Kontakt zu Doktor Hanf auf, ich kannte Lars von

verschiedenen Touren, die ich bis dato mit Aggro Berlin gemacht

habe, in dieser Zeit entwickelte sich eine Freundschaft,

der ich bis hierhin vielleicht sogar zu verdanken habe, dass ich

noch lebe, oder zu mindestens mit einer Qualität, die für ein

normales Leben unerlässlich erscheint. Immer wieder riet er

mir dazu, mir Dronabinol von meinen Ärzten rezeptieren zu

lassen. Er klärte mich auf über Anwendungsgebiete und die

bisher auch bestätigten Erfolge, die es bei Patienten gab, die

ebenso wie ich unter den starken Nebenwirkungen der Chemotherapie

litten. Dass es überhaupt ein Medikament auf der

Basis von THC gibt und dieses auch noch verschreibungsfähig

ist, war mir zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt. Obwohl einige

der behandelnden Ärzte darüber informiert waren, dass ich

Cannabis rauchen würde und es mir dadurch viel besser ging.

Von selbst hat mich keiner der Ärzte darüber aufgeklärt, dass

ich es mir auch in Form von Tropfen legal verschreiben lassen

kann.

Auch die letzte Chemotherapie 2009, die trotz veränderter

Zusammensetzung und Dosis keinerlei Erfolg versprach, hätte

ich wahrscheinlich unter der mittlerweile angesetzten Drona-

#108

Dr. med. Franjo Grotenhermen

Mitarbeiter des nova Institutes in Hürth bei Köln und Vorsitzender

der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin

(ACM).

en Studie sind hinsichtlich der Auswahl der Kontrollpersonen

sorgfältiger vorgegangen, sodass das Ergebnis vermutlich eher

die Wirklichkeit widerspiegelt.

Eine Vielzahl jüngerer experimenteller Studien hat gezeigt,

dass Cannabinoide krebshemmende Eigenschaften besitzen.

Im Einzelnen konnte gezeigt werden, dass Cannabinoide die

Zellteilung und damit die Vermehrung von Krebszellen verlangsamen,

sie zu einem programmierten Zelltod veranlassen

und die Bildung von Metastasen (Tochtergeschwülsten) reduzieren.

Andererseits enthält Cannabisrauch viele krebserregende

Substanzen, die auch im Tabakrauch gefunden werden, wie

beispielsweise Nitrosamine und polyzyklische Kohlenwasserstoffe.

Diese Substanzen entstehen erst bei der Verbrennung

der beiden getrockneten Pflanzenprodukte und sind auch verantwortlich

für Atemprobleme, wie vor allem chronische Bronchitiden,

die sowohl bei Tabak- als auch bei Cannabisrauchern

vermehrt auftreten. Der wichtigste Unterschied zwischen Cannabis-

und Tabakrauch ist das Vorkommen von Cannabinoiden

in dem einen und von Nikotin in dem anderen Rauch. Es scheint

dieser Unterschied zu sein, der bei Cannabiskonsumenten verhindern

könnte, dass neben den Atemproblemen auch die gleichen

Krebsrisiken wie bei Tabakkonsumenten festgestellt werden.

Das Rauchen von Cannabis ist im Gegensatz zur oralen

Aufnahme, beispielsweise in Gebäck, oder zur Inhalation mit

einem Vaporizer allerdings keine empfehlenswerte Methode

des Cannabiskonsums. Denn auch, wenn kein Krebs entsteht,

die Lunge dankt es dem Konsumenten, wenn sie nicht mit Teer

aus der Cannabiszigarette asphaltiert wird.

binoltherapie physisch sowie psychisch nicht mehr verkraften

können.

Ich möchte, dass mein Handeln und Tun als individuelle Entscheidung

anzusehen bleibt, aber ich entschied mich Anfang

2009 dazu die Chemotherapie abzubrechen und mein weiteres

Leben in Gottes Hand zu legen. Diese Entscheidung ist keine

Empfehlung und soll auch niemanden zum Gleichtun bewegen.

Jedoch meine Entscheidung stand fest. Da die bisher eingesetzten

Therapieformen keinerlei Besserung versprachen, wurde

mir bewusst, dass alles weitere seinen Weg gehen müsse

ohne die ohnehin schon erfolglose Aussicht auf Heilung, aber

mit einer wesentlich verbesserten Lebensqualität.

Die derzeitige Situation sieht so aus, dass ich lediglich seit

Anfang 2009 regelmäßig Dronabinol zu mir nehme. Das Ergebnis

meiner Entscheidung zeigte sich durch eine sofortige Verbesserung

meines Allgemeinzustandes, einem guten Blutbild

und durch die Zunahme von 9 kg Körpergewicht in 3 Monaten.

Meine gesamte Schleimhaut hat sich regeneriert. Einzelne

Stellen des Hautkrebses am Kopf wurden mit Haschisch Öl

bestrichen und sind bis heute „nichtsignifikant“ von bösartig

in gutartig gekehrt. Mittlerweile gelingt es mir unter der THC

Therapie wieder effizient zu arbeiten. Das lenkt mich ab und

ich kann nach vorne schauen. Wohin auch immer das Ziel geht,

ich habe meine Entscheidung bis hierher nicht bereut. Zurzeit

genieße ich das Leben und kann im vollen Umfang daran teilhaben.

Ich habe keine Schmerzen, ich kann wieder essen und

mein derzeitiges Blutbild ist vollkommen normal. Auch mir

liegt sehr viel daran, dass die heutige Medizin THC und seine

positiven Eigenschaften als Medikament nicht unberücksichtigt

bleibt. Auch ich möchte einen kleinen Teil dazu beigetragen

haben, wenn es irgendwann einmal so sein wird, dass die Verschreibung

an sich, und die Nutzung in vereinfachter Regelung

für Patienten möglich sein wird. Das ist der Grund, weshalb

ich meine Geschichte heute bei Doktor Hanf erzähle. THC wird

mich weiterhin auf meinem Weg begleiten, egal wohin er geht

und egal wann und wo er zu Ende ist.

Tom


#108 5

guerilla growing

Warum die Pflanzenzucht @home

besonderer Sorgfalt bedarf

Durch meine langjährige Arbeit im Growshop habe ich die Erfahrung

gemacht, dass viele ambitionierte HobbygärtnerInnen

an sich selbst scheitern und deshalb ihr Hobby früher oder später

aufgeben (müssen).

Denn entweder quält der allzu sorglose Gärtner die Pflanzen,

bis sie keine Lust mehr haben zu wachsen oder die Schlampigkeit

hat gar Schlimmeres wie einen ungebetenen Besuch zur

Folge.

Diesmal präsentieren wir die Top Ten aus der Kategorie „was

ich besser lassen sollte“, mitten aus dem Leben eines Growshoppers

in einer deutschen Großstadt:

Problem: Falsche Vorplanung

Viele Neueinsteiger schaffen sich ihre Ausrüstung an, ohne

vorher genau zu wissen, was später im Zelt/der Box stehen

soll. Sorte und Anzahl der Pflanzen sollten vorher feststehen,

denn unterschiedliche Sorten brauchen unterschiedliche Bedingungen.

Besonders die Anzahl der Pflanzen und die gewählte

Topfgröße beeinflussen das Wachstumsverhalten später

immens. Ebenso muss man vorher wissen, ob man Samen oder

Stecklinge nutzen will.

Folge: Schlechter Ertrag,

weil die Pflanzen zu eng stehen und sich so gegenseitig das

Licht klauen und so zum Geilwuchs neigen.

weil zu wenig Pflanzen gestellt wurden und die Lichtmenge

nicht optimal ausnutzen können.

Tip zur Vermeidung:

Vor dem ersten Durchgang auf den Erfahrungsschatz von

Freunden oder aus Foren zurückgreifen.

Problem: Viel hilft viel (Überdüngung):

Die gesamte Palette an Grunddüngern und Zusätzen, ohne

Vorwissen und gleich täglich volle Pulle. Der EC-Wert oder

die Härte des verwendeten Wassers ist unbekannt und ein EC-

Meter zu teuer. Das stresst die robusteste Pflanze. Düngergabe

nach Gefühl ist nur dann sinnvoll, wenn man den Dünger ab

und zu als „Extra“ gibt und das Medium an sich schon Nährstoffe

enthält. Nur wer auf Erde züchtet und nicht öfter als

einmal pro Woche düngt, kann sich die Anschaffung eines EC-

Messgerätes sparen.

Wer Spezial-Dünger kauft und ihn zwei bis sieben mal pro

Woche verwendet, um einen optimalen Ertrag auf kleiner Fläche

zu erzielen, muss sich mit Dingen wie EC-und pH-Wert

befassen.

Folge:

Verbrannte Wurzeln, krüpplige Pflanzen und enttäuschte Gesichter,

die im nächsten Growshop auf den erworbenen Dünger

schimpfen und, anstatt sich einen EC-Meter und ein wenig

Literatur zu besorgen, nach einer anderen Dünger-Marke und

noch stärkerem Blüte-Boostern fragen.

Tips zur Vermeidung:

Vor dem Start des Projekts ein gutes Buch oder das Hanf Journal

zur Hand nehmen.

Foto: Archiv

Problem: Schädlinge

Schädlinge sind, früh genug erkannt, in einem gesundem Mikroklima

für die Pflanze kein Problem.

Im Frühstadium gibt es für jeden Schädling den entsprechenden

Nützling (http://www.hanfjournal.de/hajo-website/

listen/dossiers/spassbremsen_liste_dossier.php).

Leider erkennen unerfahrene Heimlichgärtner die Plage

meist erst dann, wenn es zu spät ist. Zu spät heißt, dass man

die Population von Thripsen, Spinnmilben oder sonstigem Getier

schon mit bloßem Auge erkennen kann. Dann helfen meist

nur noch systematisch wirkende Mittel, im Volksmund „Chemische

Keule“ genannt.

Folge:

Ausgemergelte, zum Teil abgestorbene Pflanzen oder alternativ

ein mit Insektiziden belastestes Endprodukt. Außerdem bilden

sich durch die regelmäßige Anwendung von Insektiziden

Resistenzen. Bei den Spinnmilbenmitteln hat der intensive Einsatz

in niederländischen Gewächshäusern bereits dazu geführt,

dass der Wirkstoff jährlich geändert werden muss.

Tips zur Vermeidung:

Früherkennung von Schädlingen kann man üben, auch eine

prophylaktische Gabe von Nützlingen schadet gerade in den

warmen Sommermonaten nicht. Sauberkeit und Ordnung im

Raum verstehen sich von selbst. Man sollte nicht meinen, wie

viele @home Gärtner Pflanzen- oder Erdreste gleich säckeweise

bunkern, um die einmal erworbenen Schädlinge auf keinen Fall

los zu werden und ungebetenen Besuchern gleich noch mehr

Grund für Stress zu liefern. Alle Kunden, die im Netz über

Jahre hinweg immer wieder Roxion gegen Thripse oder Kiron

gegen Spinnmilben bestellt haben, waren einfach zu faul, das

Problem von Grund auf zu beheben: Ist der Befall wirklich so

schlimm, dass die „Chemo-Keule“ unumgänglich war, muss

oder Ordnung ist die halbe Ernte

nach dem Durchgang der Raum grundgereinigt werden, das

Medium und alle Pflanzenreste müssen entsorgt sein, bevor die

nächste Generation die Box betritt. Dasselbe gilt, auch wenn es

weh tut, für stark befallene Mutterpflanzen.

Problem: Geräuschbelästigung

Nicht selten ist die eben gekaufte Homebox lauter als erwartet.

Den eigenen Schlaft stört's nicht, also ab dafür. Leider ist

dem Nachbarn das Dauer-Brummen ein Dorn im Ohr, im besten

Fall kommt sie/er fragen, was das sei und bittet um Abhilfe.

Im schlimmsten Falle gibt es einen Brief an die Hausverwaltung

oder, dank der „Sensibilisierung“ der Mitbürger durch Polizei

und Medien, einen Anruf der Marke Denunzio.

Folge:

Unausweichliche Demontage der Anlage sowie unangenehme

Fragen der Nachbarn, ein Begehungstermin des Vermieters

oder gar uniformierter Besuch.

Tips zur Vermeidung:

Am besten schon beim Kauf den Geräuschpegel checken.

Sollten Zweifel bestehen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den

Schall zu reduzieren. Die effektivste ist ein Schalldämpfer (ab

ca. 35 €), gefolgt von einem schall-thermoisolierten Schlauch.

Auch der Lüfter selbst kann zusätzlich in eine Holzkiste, ausgekleidet

mit Schallschutzmaterial, eingebaut werden. Kleinere

Lüfter können einfach in einen großen Isoschlauch gesteckt

werden, die Möglickeiten sind vielfältig. Eine schwingende

Aufhängung, wie zum Beispiel an Auspuffgummis, vermeidet

unnötige Schallbrücken.

Die im Fachhandel angebotenen Geräte weisen sehr unterschiedliche

Geräuschpegel auf. Die leisesten, aber auch teuersten,

sind schallisolierte Lüfterboxen aus Metall.

Auf jeden Fall sollte vor der Inbetriebnahme sicher gestellt

sein, dass Dritte keinerlei Geräusche oder Vibrationen mitbekommen.

Problem: Geruchsbelästigung

„So, dann fehlt ja nur noch der Filter:“

„Ich brauche keinen Filter, bei mir riecht es sowieso immer

verraucht“

„Meine Nachbarn wissen eh, dass ich kiffe“

„Echt, wegen fünf Pflanzen?“

„Ich leite das zum Fenster/Schornstein raus. Da brauch' ich

keinen.“

„Hinterm Haus geht sowieso keiner lang“

So oder ähnlich kann sich ein Verkaufsgespräch auch anhören.

Beratungsresistenz kann überraschende Folgen haben,

selbst Streifenpolizisten, die beim Nachbarn wegen der lauten

Musik klingeln, sind heutzutage mit dem Phänomen der Heimlichgärtnerei

vertraut.

Folgen:

Der häufigste Grund für die Enttarnung kleiner @home Gärtner.

Selbst bei einer Pflanze folgen eine Anzeige und ein Verfahren

oder eine Geldstrafe. Meist wird selbst bei Mini-Grows

die „geringe Menge“ überschritten, da der Gesamt THC-Gehalt

von 7,5 Gramm durchschnittlich schon bei einer Ernte von 75

Gramm überschritten wird. Das sind selbst bei absolut unprofessionellen

Hobbygärtnern nur ein bis zwei Pflanzen.

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6

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guerilla growing

Ordnung ist die halbe Zucht

Tips zur Vermeidung:

Jeder Grow braucht einen Filter. Auch wenn die Abluft direkt

aus dem Fenster oder Schornstein führt: Es gibt Bauarbeiter,

Schornsteinfeger sowie Situationen, mit denen man vorher

nicht rechnen kann. Ein Filter ist der Sicherheitsgurt der Homegrower.

Bei der Ausleitung ins Freie ist auch zu beachten, dass

die warme Luft im Winter als Dampf entweicht, wenn man sie

nicht vorher abkühlt.

Aufgepasst: Der beste Filter hilft nicht, wenn die Erntetätigkeit

außerhalb der Box/des Raums stattfindet. Für diesen Fall

müssen unbedingt Geruchsfresser (Vaporthek & Co) eingesetzt

werden.

Problem: Wasserschaden

Anlagen mit automatischer Bewässerung, egal ob fünf oder

0,5 qm, bergen immer die Gefahr, dass eine Komponente durch

falsche Montage oder auch durch Abnutzung undicht wird.

Neben der Geruchsbelästigung eine der häufigsten Ursachen

für den Super-GAU.

Folgen:

Super-GAU oder Putzeimer. Mit Ausnahme des GAUs für das

Wohlergehen der Pflanzen meist unerheblich.

Tips zur Vermeidung:

Bei der Installation einer automatischen Bewässerungsanlage

ist das Auslegen von Teichfolie mehr als ratsam. Der gesamte

Pflanzraum sollte bis circa 30 Zentimeter Wandhöhe mit einer

Wanne aus dieser Folie ausgekleidet werden, wobei besonders

auf die spannungsfreie Verlegung in den Ecken zu achten ist.

Bei Drain-To-Waste Systemen muß der Auffangbehälter mindestens

20 % größer sein als der Nährstofftank.

Problem: Brand durch Kurzschluss

Auch die beste Zeitschaltuhr oder das hellste Leuchtmittel geben

mal ihren Geist auf. Die sich hieraus ergebenen Probleme

wie Lichtmangel oder abrupter Blüteabbruch sind eher lächerlich,

vergleicht man sie mit einem immer häufiger auftretenden

Phänomen: Ernsthafte Unfälle, meist Brände, verursacht durch

falsch installierte oder fehlerhaft funktionierende Elektrogeräte.

Hiermit gefährdet man nicht nur sich, sondern meist eine

ganze Hausgemeinschaft.

Folgen:

- Doppel-Super-GAU bei Brand.

- Abbruch der Blüte und Bildung neuer Triebe bei 24 Stunden

Licht durch eine defekte Zeitschaltuhr,

- Lichtmangel durch 0 Std. Licht bei defektem Leuchtmittel,

Schaltkasten o.ä.

Tips zur Vermeidung:

Bei den Vorschaltgeräten, Fassungen, Klemmen und Kabeln

nie Billigware verwenden.

Gleiches gilt für Heizlüfter oder Radiatoren für die Dunkelphasen

im Winter. Stromheizungen sind wenn möglich ganz

zu vermeiden. Der eigentlich obligatorische Elektriker wird aus

nachvollziehbaren Gründen in der Praxis eher selten zu Rate

gezogen.

Trotzdem muss unbedingt sicher gestellt sein, dass alle Elektrogeräte

fachgerecht und sicher angeschlossen sind.

Problem: Zu viel Technik bei geringem Vorwissen

Manch eine/r denkt, beim Growen eine Art Marken- und

Technikfetischismus ausleben zu können. Neueinsteiger, die

nach der Besichtung einer vollautomatischen Hydro-Anlage

eines Bekannten auf den Geschmack gekommen sind, sind sich

oft nicht darüber klar, dass man in ein solch komplexes Hobby

„reinwachsen“ muss.

Folgen:

Verbrannte Wurzeln, verbranntes Geld und spätestens nach

der ersten (Miss)-Ernte die fehlende Lust weiterzumachen.

Dazu noch die langen Gesichter beim Versuch des Wiederverkaufs

von gebrauchtem Equipment: „Hm, bei ebay trau' ich

mich nicht, der eine Growshop A will nix Gebrauchtes und

Shop B zahlt wenig.“

Tips zur Vermeidung:

Einfach anfangen und von Anfang an darauf achten, dass das

Set-Up ausbaubar ist. Hierzu ist der Besuch in einem kompetenten

Growshop hilfreich.

Problem: Beratungsresistenz

Egal, was Freunde, Foren oder der Fachverkäufer sagen:

Die Mutterpflanze wird mit 16 Stunden beleuchtet, um Strom

zu sparen....

Statt guter Grow-Erde wird Blumenerde verwendet....

Eine Abluft wird erst montiert, wenn die Pflanzen stark mitgenommen

sind oder das halbe Haus stinkt....

Ein ganzer Quadratmeter wird mit einem 250 oder gar einem

125 Watt Leuchtmittel beleuchtet....

Der eigene Grow dient der Hebung des Selbstwertgefühls und

wird im Bekanntenkreis herumgezeigt....

Ungebetener Besuch aufgrund von Lärmbelästigung, nicht

gezahlter Rechnungen, Stromklau oder einem überflüssigem

Nachbarschaftsstreit....

Folgen:

Das Potential der Box wird maximal zu 30 Prozent genutzt

oder gar der schon oft erwähnte Super-GAU.

Tips zur Vermeidung:

Keine. Wer nicht hören will, muss fühlen.

KIMO

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verboten

#108

Foto: Archiv

LOMBRICO - Regenwurmdung

14776 Brandenburg an der Havel

Tel: 03381/55 2003

Fax: 01805/021 121 38 24

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#108 7

polytricks

PARTEIEN zur Wahl

im Hanf Journal

Natürlich haben wir bei beiden „Volksparteien“ nachgehakt,

ob sie, so wie DIE LINKE oder Bündnis90/Die Grünen

in den vergangenen Ausgaben, bereit wären, einen kurzen

Text über ihr drogenpolitisches Wahlprogramm für unsere Zeitung

zu verfassen. Hatte die FDP im August wenigstens noch

den Mut abzusagen, so gab es bei CDU und SPD die erwartete

Reaktion: Keine Antwort.

Da sich die drogenpolitische Programmatik beider großer

Parteien kaum unterscheidet, maßen wir uns an, die Hanfpolitik

der Koalitionsparteien in einem Atemzug, sprich einer anstatt

zwei Ausgaben, zu besprechen.

SPD

Bei der SPD wird Drogenpolitik lediglich in folgendem Zusammenhang

erwähnt:

„Organisierte Kriminalität, wie Schutzgelderpressung, Drogen-

und Menschenhandel sowie Produkt- und Markenpiraterie

verfolgen wir konsequent.“

Die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing, SPD, ließ in den letzten

vier Jahren klar und deutlich durchblicken, dass die Sozialdemokratie

sich erst gar nicht auf eine Debatte einlässt und an

der Kriminalisierung und Stigmatisierung von Cannabis, auch

für Patienten, festhält.

CDU

Bei der CDU handelt es sich eindeutig um drogenpolitische

Extremisten, die zuständigen Bundestagsabgeordneten Spahn

und Eichhorn zeichneten sich immer dadurch aus, Anfragen

von anerkannten Patienten nach der medizinischen Verwendung

von Cannabis mit einer allgemeinen Warnung vor der

Droge zu beantworten.

In der SPD ist zumindest die Behandlung mit Dronabinol

(künstlichem THC) mehrheitsfähig, wohingegen in der Union

selbst die Minimallösung sehr umstritten ist. Die kostengünstige

Versorgung mit Cannabisblüten aus eigenem oder staatlichem

Anbau lehnen beide ab.

Auch in der Diamorhin (synthetisches Heroin)-Behandlung

sieht es ähnlich aus. Während ein großer Teil der SPD dafür

gestimmt hat, wird sie von der Mehrheit der Union weiterhin

abgelehnt.

Wir können weder für die SPD noch für die CDU eine Wahlempfehlung

aussprechen, da beide Wahlprogramme ein drogenpolitisches

Desaster sind und nur darauf hinauslaufen, den

Status Quo zu wahren: Mehr Drogentote, immer mehr mafiöse

Strukturen entstehen und internationale Waffen- und Geldwäsche

wird mit Hilfe der Prohibition abgewickelt, während

der Druck auf einfache Konsumenten, also die Bürger, immer

größer wird, die sich dann ins Koma saufen. Mit Ausnahme

von Alkohol und Nikotin werden Drogen weiterhin stigmatisiert

und somit illegalisiert, obwohl sie längst ein Teil der (Leistungs)-Gesellschaft

sind.

Cannabis Sans Frontières -

Cannabis ohne Grenzen

Neuigkeiten von der französischen Legalisierungsfront

Der Millenium Marihuana March am 2. und 9. Mai

Wie in den vergangenen Jahren war es auch 2009 in Frankreich

wieder sehr schwierig, dieses Datum als DAS wichtigste Date

zur Hanflegalisierung in die Köpfe der Massen zu bekommen

oder wenigstens zu erreichen, dass die Zahl der teilnehmenden

Städte im Vergleich zum Vorjahr steigt.

So gab es genau wie die Jahre zuvor am zweiten in Chalonsur-Saône

sowie am neunten Mai in Lyon, Nancy und Paris

„Legalize“-Events.

Die Abschlussveranstaltung des Pariser MMM erfreute sich

dann noch größerer Aufmerksamkeit als der Marsch an sich,

weil wir dort unsere Idee einer Parteigründung in die Tat umsetzen

konnten. Wir stellten eine Liste für's Europaparlament

auf: CSF (Cannabis Sans Frontières/alternative écologique)-

Cannabis ohne Grenzen/ökologische Alternative) kandierte am

7. Juni 2009 für das Europaparlament, konnte aber trotz lokaler

Achtungserfolge (noch) keinen Sitz erringen.

In Frankreich ist es aufgrund der repressiven Gesetze sehr

schwer, Aktivisten in Sachen Hanf zu mobilisieren. Selbst die

Medien schaden solchen Veranstaltungen, anstatt sie bei der

Berichterstattung im Vorfeld zu unterstützen sowie die Demonstration

als solche medial zu erwähnen. So meldete die

Nachrichtenagentur zum Beispiel, dass der diesjährige Millenium

Marihuana March gecancelled sei, obwohl sich in Paris

mehr Leute einfanden als in Amsterdam.

Ebenso wurde keine der 15 Pressemitteilungen berücksichtigt,

die anlässlich der Europa-Wahlinitiative veröffentlicht

wurden. Um dem medialen Blackout entgegen zu wirken, kreierten

wir unseren eigenen Live-Stream im Internet, täglich um

20:00 Uhr gab es « le nouveau 20h », frei übersetzt « Die neue

Tageschau ».

Auch oder gerade weil uns die Mehrheit immer noch als

eine Art « Spass-Initiative » ansieht, zeigen wir immer wieder

die dramatischen, globalen und sozialen Auswirkungen des

« War on Drugs » auf und bieten gleichzeitig eine echte Alternative,

basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und

sachlichen Argumenten, an.

Mit der Gründung dieser Liste wollen wir auch die etablierten

Politiker und Regierungsinstitutionen klar machen, dass es

eine neue Lobby von Hanf-Usern gibt, die weder « kriminell »

noch « süchtig » sind.

Jürgens Traumwelt:

Trägt Trittin die grüne Brille?

"Mit dem Bundesverfassungsgerichtsurteil,

das den Besitz kleiner

Mengen leichter Drogen straffrei

stellt, ist die Forderung nach einer

faktischen Legalisierung Realität

geworden"

Jürgen Trittin im August 2009 in "Die Welt"

Uns blieben nur 15 Tage für eine Wahlkampagne, um hunderte

von Wahlbezirken abzudecken. Wir nutzten die knappe Zeit,

Infostände vor Schulen, Stadthallen und allen Wahllokalen zu

initiieren.

Ebenso wurden 400.000 Luftballons gedruckt und am Wahltag

vor den Wahllokalen verteilt - viele Wähler haben sich bei

der Europawahl erst in der Wahlkabine entschieden.

Unsere Hochburg war mit 3988 Stimmen der Wahlbezirk in

Paris/Ile de France. Das sind fast 4000 Stimmen, die zeigen,

dass in Frankreich, Europa und auf UN-Ebene dringend neue

Wege eingeschlagen werden müssen.

Nach der Wahl

Die Kampagne hat unser Budget fast aufgebraucht. Neben

der Suche nach Sponsoren und anderen finanziellen Resourcen

sollen in nächster Zeit drei Kampagnen durchgeführt werden:

• Beendigung der Repression

• Die Verwendung als Medizin

• Grundrechte, Demokratie und der « War on Drugs »

2010

Nächstes Jahr feiert das französische Betäubungsmittelgesetz

40. Geburtstag. Vor 20 Jahren haben wir gesagt, dass es im Jahr

2000 nicht mehr existieren wird. Jetzt müssen wir sicherstellen,

dass die Prohibition so schnell wie möglich der Vergangenheit

angehört.

Wir haben ein 12-Punkte Programm zusammengestellt, das

auf dem Catania Report aus dem Jahre 2004 basiert: Am 15.Dezember

2004 verabschiedete das Europäische Parlament eine

Reihe von Empfehlungen zur neuen EU Strategie zum Umgang

mit der ‚Drogenproblematik’ und empfahl unter anderem die

Entkriminalisierung von Cannabis. Kommentare und Ergänzen

hierzu sind unter http://cannabissansfrontieres.org herzlich

willkommen.

Farid Ghehiouèche

Spitzenkandidat Europawahl 2009

Wahlbezirk Paris/ – Ile-de-France Euro

Contact : 0033614815679

Skype : farid3h /

email: farid@no-log.org

Mehr zum Thema: http://cannabissansfrontieres.org

ACHTUNG: CSF sucht

ÜbersetzerInnen mit

englischen, deutschen

oder spanischen

Sprachkenntnissen.


8

news

Kann Cannabis bei Heroinsucht helfen?

Neue Studie

Das Magazin Scinexx hat die Zusammenfassung einer Studie

veröffentlicht, der zu Folge THC positive Auswirkungen

auf die Entwicklung einer eventuellen Opiatsucht hat:

THC ist der Hauptwirkstoff der Hanfpflanze. Wird dieser in

Ratten injiziert, die seit der Geburt von ihren Muttern getrennt

sind, verlieren diese Jungtiere ihre Abhängigkeit von Opiaten

wie Morphin oder Heroin.

USA - Zufällige Cannabis-Post

Bürgermeister war doch kein Drogenhändler

Zu einer Verwechslung ist es in einem Vorort von Washington

gekommen. Bürgermeister Cheye Calvo hatte Ende Juli auf

dem Weg nachhause seine Post eingesammelt - darunter ohne

es zu ahnen auch ein Päckchen mit mehreren Kilogramm Marihuana,

wie Drogenkuriere sie schon seit einiger Zeit immer

wieder an unbekannte Adressaten verschickten. Kurze Zeit

später drang eine Eliteeinheit der Polizei gewaltsam in Calvos

Haus, erschoss seine beiden Labradorhunde, legte seiner

Schwiegermutter Handschellen an und zwang Calvo mit erhobenen

Händen ins Erdgeschoss zu kommen, um ihm dort ebenfalls

Handschellen zu verpassen. Bis heute blieb die Polizei des

Bezirks Prince George dem Bürgermeister eine Entschuldigung

schuldig. Ihre Sprecherin sagte kürzlich lediglich gegenüber

CNN, sie könne den „Schmerz“ des Bürgermeisters über den

Verlust seiner Hunde „verstehen“.

D - 99 Seedballons

Hanfbefreiung im großen Stil...

Ein paar Hanffreunde haben Nenas 80er Hit allerdings noch

getoppt, denn sie haben nach eigenen Angaben exakt „260

Ballons mit 2180 Samen“ fliegen lassen. Auf diesen steht:

„Keine Pflanze ist illegal!“, und untermalt von einem schönen

HipHop-Track könnt ihr euch hier die Guerilla-Aktion mal

anschauen: http://www.youtube.com/user/99ssedballons

D - GreenAction ohne Hanf?

Hanf ist kein Umwelthema für Greenpeace

Bisher hatte Greenpeace ja eigentlich meist einen guten Eindruck

vermittelt, doch nachdem nun im GreenAction Netz

eine Kampagne zur Hanfparade 2009 gelöscht wurde, muss an

der Kompetenz gezweifelt werden. Das soziale Netzwerk der

Umweltorganisation soll als offene Plattform für die gesamte

Umweltbewegung fungieren. Das hat uns auch die Community

Managerin eindrucksvoll nahegelegt:

Liebe Leute,

bei GreenAction handelt es sich um eine Community zum Thema

UMWELT. Euer Thema ist kein Umweltthema und deshalb

schalten wir eure Kampagne wieder ab.

Sorry, aber die Plattform ist Umweltthemen vorbehalten und

das haben wir auch immer genau so kommuniziert. Mit Umweltthemen

seid ihr natürlich weiterhin herzlich willkommen.

Viele Grüße XXX, Community Managerin

Hanf ist von seinem Potential her perfekt zur Erzeugung von

Biomasse bzw. erneuerbarer Energie geeignet. Durch das

schnelle Wachstum der Pflanze wird extrem viel Photosynthe-

se betrieben und enorm viel Kohlendioxid (CO2, Treibhausgas)

und Wasser (H2O) in Sauerstoff (O2) und Biomasse umgewandelt.

Außerdem werden für den Anbau von Hanf keine Düngemittel

und Pestizide benötigt. Im Hanflabyrinth-Berlin wird

veranschaulicht, wie Hanf bei der Verbesserung des Bodens

helfen kann. Und dass es da noch ein Dutzend weiterer guter

Gründe gibt, warum Hanf ein „Umweltthema“ ist, sollte man

Herrn und Frau Greenpeace wohl mal verklickern.

Mehr Hanf auf GreenAction:

http://beta.greenaction.de/kampagne/wir-bauen-das-autovom-feld

GB - Nette Leute nehmen Drogen

#108

Eine Kampagne der britischen Organisation "Release"

Bereits vor über zwei Monaten hatte die britische Organisation

"Release" diesen Spruch als Werbefläche auf Londoner

Bussen mitfahren lassen, bis das Busunternehmen es sich

anders überlegte und die Sprüche wieder entfernen ließ.

Daraufhin rief Release Sympathisanten dazu auf, sich weltweit

am besten vor den Sehenswürdigkeiten der Stadt mit dem Spruch

zu zeigen. Die Bilder sollen bei "Release" eingesandt werden,

um sie auf deren Seite zu veröffentlichen und um sie der Presse

weiterzugeben, die schon mehrfach über die Kampagne berichtet

hat. Das ließ sich Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband

natürlich nicht zweimal sagen und ist in die Stadt gezogen. Am

Brandenburger Tor wollte Horst Köhler gerade mit 1.000 Gästen

Eintopf essen, so waren viele Ordnungshüter da, die durch

die Anwesenheit der DHV-Mitarbeiter etwas nervös wurden.

Wer hat Lust, in einer deutschen Stadt vor weiteren Sehenswürdigkeiten

zu posen? Die Engländer freuen sich über eure Bilder

ebenso wie der Hanfverband.

Mehr zum Thema:

www.release.org.uk, www.hanfverband.de


#108 9

wirtschaft

Sieben mal Sieben

Neue Extraktorbeutel von Grow In: Flexibel und stabil

Pflanzenteile, wie Blüten oder Blütenblätter, enthalten

eine Menge wirksamer Bestandteile, die sich nach der

Ernte noch bestens extrahieren und somit verwerten lassen.

Hierzu benötigt man einen Eimer mit einem sehr kalten Wasser-Eiswürfel-Gemisch

und einen wasserdichten Behälter mit

einem feinen Sieb im Boden – den Extraktorbeutel. Ein guter

Extraktorbeutel muss flexibel und stabil sein, da bei geringer

Stabilität das Material sofort reißt, so wie bei den ersten China-

Plagiaten dieser Geräte, die auf dem europäischen Markt aufgetaucht

sind. Bei zu geringer Flexibilität lässt die Siebleistung

stark nach. Grow In bietet nun ein Set mit sieben reißfesten

und trotzdem flexiblen Beuteln an, mit dem man die Feinheit

des Extrakts selbst bestimmen kann. Das Wirkungsprinzip beruht

auf einfacher Physik: Die Kälte lässt die wertvollen Inhaltsstoffe

erstarren und durch ständiges Rühren trennen sie

sich vom Fasermaterial der verwendeten Pflanze. Nach 10- bis

30- minütigem Rühren mit einem Mixer oder einem handels-

GEWINNEN GEWINNEN GEWINNEN

LOXLUX

- eine verdampft gute Idee

D ie

Vapbong ist unter den Taschenvaporizern ob ihrer

Einfachheit und der guten Funktionalität ein absolutes

Highlight und hat deshalb schon auf vielen Hanf-Messen den

begehrten Publikumspreis abgesahnt. Seit kurzem gibt es ein

Feature für die Vapbong, die LOXLUX: Eine Heizlampe für die

Vapbong hat bei der ersten Präsentation auf der Cannatrade

2009 in Bern ebenfalls die höchste Auszeichnung der Besucher

erhalten.

Bei der LOXLUX handelt es sich um ein Vorheizgerät für eine

bis zu sechs Vapbongs, bei der der Mini-Vapo immer auf die

optimale Verdampftemperatur gebracht wird, ohne dass die

Gefahr besteht, das Kraut durch zu große Hitzezufuhr zu verbrennen.

Als Heizelement dient eine sehr schöne Schreibtischlampe mit

abnehmbarem Schirm, auf deren Halogen-Leuchtmittel eine

Spezial-Vorrichtung zum Einstecken des/der Vapos(s)befestigt

wird. Hierbei handelt es sich um eine Art Magazin, in dem man

bis zu sechs der Tascheninhalatoren anheizen kann. Unser Test

auf der Cannatrade war beeindruckend, die mitgeführte Inhalationshilfe

war dank der LOXLUX ständig wohltemperiert und

Dauer-betriebsbereit, ohne dass einmal manuell

befeuert werden musste. Hinzu kommt,

dass man auch nach der fünften Füllung nicht

das Gefühl für die Vorheizzeit verlieren kann

;-) sowie die Möglichkeit einer großen, gemütlichen

Vapbong-Runde mit Freunden.

Mehr infos: www.Vapbong.com

www.LOXLUX.com

Wenn ihr uns schreibt, wie lange

man eine Vapbong laut Hersteller mit

einem handelsüblichen Sturmfeuerzeug

vorheizen soll, könnt ihr als

1.Preis: 1 LOXLUX + 1 Vapbong

2.Preis: 1 LOXLUX

3.Preis: 1 Vapbong

gewinnen.

Wer mitmachen möchte, schickt einfach

eine e-mail mit „LUXLOX“ als Betreffzeile

an gewinnen@hanfjournal.de

Einsendeschluss ist der 30.9.2009, der

Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

GEWINNEN GEWINNEN GEWINNEN

üblichen Rühraufsatz für Bohrmaschinen gießt man das Eis-

Wasser-Pflanzenreste-Gemisch ab, sobald es „schaumig“ ist.

Zuerst durch das gröbste Sieb mit einer Maschengröße von

220 µ. Dann wird die nasse Pflanzenmasse der Reihe nach und

langsam durch die restlichen sechs Sieb-Beutel geschüttet, wobei

der feinste mit einer Maschengröße von 25 µ zuletzt dran

kommt. Den zurück bleibenden Schlamm kann man jetzt einfach

mit einer Scheckkarte von den sieben Sieben abschaben

und trocknen lassen. Bon Appétit.

Die Extraktorbeutel sind als 2er- und 7er-Set mit 3,8

oder 19 Litern im Ladengeschäft von Grow In in der

Kaiserin-Augusta-Allee 29 in 10553 Berlin oder

einfach online und diskret unter www.grow-in-berlin.

de (schon ab 34,40 €) erhältlich. Händler wenden sich

bitte direkt an die Zentrale in der Flottenstraße 24c

in 13407 Berlin-Reinickendorf oder per E-Mail an

verkauf@grow-in-europe.de.

Damit die gute Energie einer Party in den Alltag transformiert wird:

Tina Loosli „Partyfood“

Tina Loosli, geboren 1973 in Zürich,

befasst sich seit ihrer Jugend mit den

Themen Gesundheit und Ernährung, bedingt

durch eine eigene Darmerkrankung.

Die Partyszene verfolgt sie seit vielen Jahren

und bekam dadurch Einblick in die

Ernährungsdefizite der Partygänger. Sie

absolviert eine vierjährige Ausbildung

zur diplomierten Naturheilpraktikerin mit

Fachgebiet Stoffwechsel und Ernährung

an der Schule für angewandte Naturheilkunde

in Zürich, die sie Ende November

2009 mit der Diplomarbeit „Modern-Eating“

abgeschliesst. Für alle Leute, die sich

Gedanken über eine gesunde Ernährung

vor, auf und nach Parties machen, hat Tina

Loosli nun einen sehr informativen Ratgeber

herausgebracht. In ihrem Buch „Partyfood“

geht sie der Frage nach: Wie kann

ich meinen Körper in Extremsituationen

mit guter Ernährung gezielt unterstützen?

Sie hat schliesslich „einen grossen Einfluss

auf das körperliche Wohlergehen nach exzessiven

Nächten - ob mit Alkohol oder

anderen Partydrogen“, sagt Tina Loosli.

Dem Kater, der Ausgezehrtheit, der Müdigkeit

nach Parties ist man nicht zwingendermassen

hilflos ausgeliefert. Das

vorliegende Buch befasst sich mit unserem

Organismus, ausgleichenden Massnahmen

bei der Einnahme von Partydrogen

macht ein feines Stöffchen

Foto: Partyfood

Foto: Grow in Berlin

(auch Alkohol), mit richtiger Ernährung,

Pflanzenanwendungen, gezieltem Einsatz

von Vitalstoffen (Vitamine, Mineralstoffe,

Spurenelemente) und einer liebevollen

Pflege von Körper und Geist. Somit dient

es der Aufklärung von Partygängern im

Sinne der Schadensminderung, damit man

den Hangover und körperliche Folgeschäden

vermeiden kann. Bei den meisten Partydrogen

wird aufgezeigt, wie man ihre

Folgewirkung durch Kräutermischungen,

Tees, Energiedrinks oder durch die richtigen

Nahrungsmittel gut „abfedern“ kann.

Dank einfacher und schnell umgesetzter

Rezepte ist dieses safer-use-Info-Büchlein

aber nicht nur ein wertvolles Nachschlagewerk

für Nachtmenschen, sondern für alle

gedacht, die sich mit ihrer Gesundheit auseinander

setzen möchten, ohne die Lust

am Essen zu verlieren.

Das Handbuch kann online beim

Nachtschatten Verlag bestellt werden

oder in jeder Buchhandlung mit der

ISBN Nummer: ISBN: 978-3-03788-

190-3

80 Seiten, reich illustriert

12,5 x 21 cm, Broschur

www.modern-eating.org

www.nachtschattenverlag.ch


10

cooltour

Rolys Silberscheiben des Monats September

Goldie presents Rufige Kru:

Memoirs Of An Afterlife

(metalheadz))

Mit seinem ersten Album „Timeless“

hat Clifford Price Drum’n’Bass

salonfähig gemacht und einen absoluten

Meilenstein geschaffen. Seitdem

ist der einzigartige, von Goldie

geprägte Metalheadz Sound rund um den Globus immer wieder

wegweisend, immer wieder ein bisschen anders, vor allem

aber deep und absolut clubtauglich. Gemeinsam mit seinen

jeweiligen Sound-Engineers steht Goldie für die legendäre Rufige

Kru. Mit Marcus Rutherford schuf er „Terminator“, und

die Kollaborationen mit Marc Mac / Dego, Rob Playford und

Danny J dürften auch bekannt sein. Zusammen mit dem jungen,

noch hungrigen Jim Heist präsentierte das Mastermind

der rohen Beats vor zwei Jahren mit „Malice In Wonderland“

einen herrlich nach dem Sound der guten alten Tage klingenden

Longplayer. Auch das neue Werk „Memoirs Of An Afterlife“ illustriert

die Ursprünge des Genres und weist zugleich den Weg

in die musikalische Zukunft von Drum’n’Bass. „Just When You

Thought It Was Over“ und das supergenial steppende „Babylon

2012“ geben gleich mal die Richtung vor, bevor mit „Letting

Go“ im Artificial Intelligence Remix ein siebenminütiger Rewind

gestartet wird. Zusammen mit D-Bridge bietet „Mirror“

einen nostalgisch dröhnenden 808 Bass Hook, der sich wellenförmig

zum typischen Rufige Kru Sound entwickelt. „Paris“ ist

sehr moody, „Is This Real VIP“ lässt glücklich an die legendäre

Platinum Breaks Reihe denken, während „One More Time“

und „Only When I Dream“ mit hypnotischen Elementen zu faszinieren

wissen. Obendrauf gibt’s mit „Something About You“

und „Chances“ noch zwei erstklassige Remixes von D-Bridge

bzw. Alix Perez & Sabre, bevor man nach dem Breakbeat-Monster

„Lost Rufige“ mal wieder neidlos anerkennen muss, dass es

immer noch keinen anderen Sound gibt, der einen vergleichbaren

Futurismus und eine ungebrochene Fortschrittsgläubigkeit

vermitteln kann. Mein absoluter Lieblingstune nennt sich

„Sometime Sad Day“ – ein feinschichtiges Stück voller Melancholie.

Metalheadz forever – deep, dark und kompromisslos.

www.myspace.com/metalheadzltd

www.myspace.com/goldierufige

www.metalheadz.co.uk

3gga: Bad Outta Road

(bassrunner productions)

Geboren in Benin City, verliess Michael

Osayande aka 3gga 1999 Nigeria

und fand in Wien seine neue

Heimat. Schon immer der Musik verfallen

und durchaus mit Entertainer-

Skills ausgestattet, releaste er zwei

Jahre später seine erste Single „3gga

Culture“, eine Zusammenarbeit mit Stereotype und G-Stone.

Und nach dem UK Drum’n’Bass-Chartbuster „Lion Dub“ mit

dem Wiener Produzenten D.Kay und seinem Debüt Album „In

Di Ghetto“ hat 3gga innerhalb des letzten Jahres, zusammen

mit dem Wiener Highhat Studio, Bassrunner Productions und

dem Produzentenduo Luke R.I.C.H., den Nachfolger „Bad Outta

Road“ produziert. Um sehr präzise die Ausrichtung und die

internationalen Beziehungen von 3gga aufzuzeigen, unterstützen

Hitgaranten wie Mad Killah, Perfect, Lexie Lee und African

China das neue Album. 3gga hat sich weiterentwickelt und

arbeitet sowohl lyrisch als auch medial versibler. Beschwingte

Songs wie „Sweet Reggae Music“ oder „Galala Music“ (feat.

Daddy Showkey) wechseln sich ab mit Dancehall-Smasher

wie „Bad Outta Road“, „Music“ (feat. Mad Killah) und „Jump

And Clap“ (feat. Emiliano). Neben dem bouncenden „Crying

Out” (feat. Million Stylez) gefällt auch das sehr heisse „Ego”

(feat. Lexie Lee), das ganjalastige „Hi Grade“ und das groovige

„Ore“ (feat. Ronny Trettmann). Zusammen mit Perfect

zeigt sich 3gga in „Make It Work“ von seiner poppigen Seite,

bevor es mit G-Solo & Jiff in „Rise“ wieder mehr nach vorne

geht. Überzeugend ist auch der Österreicher Emiliano in den

beiden Top-Tracks „Too Far“ und „Gimme Your Number“. Am

Ende wird es mit dem disco-dubbigen „We No Inna“ nochmal

recht experimentell, und „Thank You Jah“ (feat. Bongo Chilli)

ist ein ehrwürdiger Abschluss. Somit ist „Bad Outta Road“ ein

rhytmisch geschüttelter Cocktail für jeden Fan des afikanischen

Dancehalls!

www.myspace.com/3gga

www.myspace.com/bassrunnerproductions

www.highhat.com

Audiolith: Doin’ Our Thing

(audiolith)

Ein kleines Label aus Hamburg

bringt antizyklisch zur Krise gerade

jetzt die geilsten Platten raus. Seit

der Gründung von Audiolith vor

sechs Jahren durch Lars Lewerenz

bewegt sich das Label immer an der

Schnittstelle von verspieltem Electro,

euphorischem Rave sowie klassischen Indietronics. Inzwischen

hat man zwar schon über 60 Releases auf der Kappe, aber die

50. Veröffentlichung soll hier mal gebührend zelebriert werden.

Gedacht als Momentaufnahme des musikalischen Jetzt im Audiolith-Kosmos

und gleichzeitig als grosses Dankeschön an alle

Fans, freut man sich über die familiäre Compilation „Audiolith

– Doin‘ Our Thing“, an der wirklich alle aktiven Audiolith-

Künstler beteiligt sind und die erstmalig in dieser Form das gesamte

Spektrum des Labels abdeckt. Die 18 exklusiven Tracks

grooven zwischen Elektropunk, Glamwave, Synthiepop sowie

intimem Songwriterzeug. Den grössten Spass habe ich mit

„Die Schande“ (Egotronic & Frittenbude), „Pelikan“ (Bratze),

„Die Sonne scheint“ (Egotronic), „Give or take“ (Juri Gagarin),

„Disaster“ (Basslaster & Ira Atari), „Nachtjacke“ (Supershirt),

„Full Force Funky Fresh“ (Der Tante Renate & M T Dancefloor)

und mit den balladesken Songs „Durch die Bank“ (ClickClick-

Decker) und „Broke“ (The Dance Inc.) kann ich auch viel anfangen.

Den (nicht auf der CD/DVD enthaltenen) Titeltrack gibt es

übrigens im Original und als Remix kostenlos zum Download

auf der Webseite von Audiolith. Und auch wenn ich mich beim

Titel „Taxi Raver“ explizit angesprochen fühle, lege ich mich

dank der unbeschreiblich schönen 80er Synthievibes auf meine

beiden Favoriten fest: „You Just Got Recorded“ (Dadajugend

Polyform) und „Schmettterlingsflugsimulator“ (Plemo & Rampue).

Dazu gesellen sich als Superbonus natürlich noch alle 26

Audiolith-Musikvideos – ruckelfrei, in allerbester Qualität und

#108

Roland Grieshammer

vor allem ohne Aufpreis. Elektrobounce zwischen Punk und

Party. Das wohl massivste Audiolith-Package ever.

www.myspace.com/audiolith

www.audiolith.net

V/A: Edges – A new french

electronic generation

(because music)

Als Daft Punk im Jahre 1997 ihr bahnbrechendes

Debut-Album „Homework“

veröffentlichten, erlaubte der

„french Touch“ einer ganzen Generation,

sich elektronischer Tanzmusik

zuzuwenden. Inzwischen ist eine Dekade

vergangen, und Partygänger aus allen Genres und ganz

Europa feiern zur Zeit unter anderem den Sound aus den Kreativschmieden

der französischen Labels Ed Banger und Kitsuné.

Doch die nächste Generation ambitionierter House-Rebellen

steht schon in den Startlöchern. Um einen Überblick ihrer zeitgenössischen

französischen Tanzmusik zu bekommen, liefert

der Indie-Riese Because Music mit dem Label-Sampler „Edges

– A new french electronic generation“ einen hoffnungsvollen

Blick nach vorne. Breakbot, der schon Remixe für Metronomy

und Sebastian Tellier produzierte, hat mit „Penelope Pitstop“

ein feines Intro beigesteuert. Donovan’s „Wonderland“ kommt

mit seinen verzerrten Vocals und verspielten Sounds schön

groovy, bevor es dann mit dem „Modern Slave“ von Dilemn

direkt auf den Floor geht. Neben Mondkopf, Discodeine und

den Rove Dogs gehören unter anderem auch das Pariser Duo

Gentlemen Drivers und Nils Hartman aus Lyon zu den wenigen

französischen Musikern, die noch neue Wege beschreiten

und Brücken zwischen den Genres schlagen, die nichts mit

kitschigem Crossover zu tun haben, sondern tatsächlich etwas

Neues hervorbringen. Meine Lieblingstunes sind das oldschoolige

„Bboy Underground“ von Digikid84, das ravige „James“

von Djedjotronic, das epische „Nationale 66“ von den Gentlemen

Drivers und das 80s angehauchte „Make It Better“ von

Anoraak. Experimentierfreude, Hedonismus und Innovation

mutieren hier zu flirrender Musik, die unheimlich gute Laune

verbreitet.

www.myspace.com/becauseeditions

www.because.tv

Fagget Fairys: Feed The Horse

(music for dreams)

Bürgerlich heißen sie Elena Carli Cosovic

und Carla Cammilla Hjor und

haben Anfang des Jahres mit „Uzela“

ihre Debüt-EP veröffentlicht. Bereits

seit Monaten hinterlässt die erste Single-Auskopplung

der Fagget Fairys

namens „Feed The Horse“ in Kopenhagen

jeden Tag aufs Neue nichts als erstaunte, hypnotisierte

und ungläubige Gesichter. Die explosive Mischung aus Grime,

Electro, Rap und Sex-Appeal mit einem fast schon aufdringlichem

Hook ist im Grunde ein simples aber zutieft effizientes

Track-Monster. Nun endlich erscheint das gleichnamige Album

der beiden Ladies, die sich im Club kennenlernten. Dort hat

sich Model, Club-Kid und Party-Amazone Ena eines Nachts

>>>


#108

auf den ersten Blick in die 12 Jahre ältere DJane Carla verliebt. Um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen, stieg Ena auf das DJ-Pult, hob

ihre Arme und sprang stagedivend in die Menge, um letzten Endes jedoch auf einer Flasche zu landen. Doch 15 Stiche, 2 aufgeschlagene

Knie und einen Wirbelsturm der Gefühle später war zwischen Ena und Carla bereits alles klar – auch wenn sich seinerzeit weder

Carlas damalige Freundin noch Enas muslimischen Verwandten sonderlich begeistert zeigten. Nach zwei ereignisreichen Jahren

feiern sie ihre anstehende Hochzeit mit der Veröffentlichung ihres gemeinsamen Debütalbums. Und ausnahmslos alle Tracks wissen

zu gefallen. Mit ihrem Mash-Up aus Booty Bass, Elektro und HipHop sowie Baile Funk- und Balkan Beat-Referenzen und trashiger

Sex-Komponente liefert die elektronische Antwort auf T.A.T.U. abwechslungsreiche Beats mit sinnlichen Melodiebögen und redet

hier definitiv nicht über das Füttern von Pferden. Herzlichen Glückwunsch, Mädels!

www.myspace.com/faggetfairys

www.musicfordreams.dk

Brixtonboogie: Urban Blues

(Brixtonboogie: Urban Blues)

Seit dem 17. Jahrhundert schufteten aus Afrika verschleppte Sklaven im ländlichen Süden der USA auf

Baumwoll-, Reis- und Tabakplantagen. Einen ihrer überlieferten Musikstile nannte man Blues. 1920 wurde

in New York erstmals ein Song namens „Crazy Blues“ aufgenommen - und danach war die amerikanische

Musik für immer eine andere. Boogie ist ursprünglich ein Klavierstil, der harmonisch dem Blues-Schema

entspricht, allerdings härter und dynamischer ist. In den 30er und 40er Jahren die Popmusik Amerikas, ein

Grundstein des Rock'n'Roll und noch heute lebendig. Der Hamburger Produzent Krisz Kreuzer liebt seit

seiner Jugend den Blues. Um seine Vorstellung eines neuen Blues zu realisieren, gründete er das Kollektiv

Brixtonboogie, das sich auf die Tiefe und Spiritualität einer uralten Tradition besinnt. Die urbane Version seiner Combo flirtet aber

auch mit zeitgenössischen Strömungen wie Dub, Folk, Soul, Funk und HipHop. Die Samples sind bewusst als Zitate eingesetzt,

bauen ihren Schöpfern ein Denkmal, überführen sie gleichzeitig respektvoll aus dem Gestern ins Heute und sichern so ihre Zukunft.

Stimmgewaltige Kollegen aus Fleisch und Blut gibt es mit Mascha Litterscheid, Nathalie Dorra, Trina Hamlin, Wayne Martin, Bryan

Sanders, Black Hatten, Leo Slater und den Golden Gospel Singers, die den 13 Songs noch mehr Herzblut verleihen und mich schwer

begeistern. Den Blues spürt man, wenn man unten ist. Der Blues ist aber auch ein Einpeitscher, ein Kraftspender, ein Mutmacher.

„Urban Blues“ verbindet den glatten Sound des digitalen Zeitalters mit dem Dreck verstaubter Vinylplatten. Hungrig und anklagend.

Abgründig und geschmeidig. Beseelt und liebevoll.

www.myspace.com/brixtonboogie

www.brixtonboogie.com

www.ferryhouse.net

Subsonic Park: Echoes From Inside

(elux records)

Alex Azary und Gabriel Le Mar haben mit ihren treibenden Mixes aus DeepHouse, TechHouse und DubTech

in den letzten zwei Jahren auf ihren eigenen Areas bei Top Events wie TimeWarp (Mannheim), Pollerwiesen

(Köln) oder dem Merkwürdigen Verhalten (Frankfurt) sowie mit der Residency im Cocoon Club

Frankfurt konsequent den eigenen Sound weiterentwickelt. Ihr letztes Album „Inner City Codes“ (2008)

verstand sich als Schnittstelle zwischen den repetitiven Klangmustern der urbanen Club-Culture, der Deepness

von Dubsequenzen, moderner Technologie, Architektur und Design. Die zehn kraftvollen Tracks

überzeugten auch ohne Drummings und verbreiten nahtlos gemixt eine förmlich vibrierende Motorik.

Dem aktuellen Update ihrer Entwicklung, das durch diverse Feedbackschleifen im Prozess ihrer Entstehung geprägt ist, kann man

nun auf ihrem zweiten Subsonic Park Album „Echoes From Inside“ lauschen. Weg von belanglosem Minimal wird hier die Sache

wesentlich atmosphärischer angegangen. Die neun Tracks bestechen mit sehr schön modulierten Flächen in Symbiose mit groovigen

Deephouse Beats und bilden so einen warmen, lasziven Klangteppich ohne allzu viel Geschnörkel. Da sich alle Stücke zwischen

sieben und zehn Minuten bewegen, ist viel Platz für angenehme Soundeffekte und ein relaxtes Zusammenspiel aus Melodien, Hihats

und Bässen. Das Album beinhaltet auch die bereits Anfang Juni auf Vinyl veröffentlichten Remixes von Brendon Moeller, Aku

Aku und Quantum StarDub, und mit „Nova Bluez“ (Original auf Gabriel Le Mar's aktuellem Solo Album „Dubwize“ auf Thinner)

gibt‘s auch einen der zahlreichen Remixes, die Subsonic Park im vergangenen Jahr produziert haben. So morphen die „Echoes From

Inside“ zwischen experimenteller Elektronik, der Deepness des Dubs und aktueller Clubmusik und lassen uns zur Ruhe kommen.

Elux Records stellt mal wieder freundlicherweise drei Exemplare dieses entspannten Albums zur Verfügung. Also sende uns

bis zum 30.09.2009 eine Mail mit dem Betreff „Echoes From Inside" und Deiner Postanschrift an gewinnen@hanfjournal.de

und mit etwas Glück gibt’s gute Musik per Post …

www.myspace.com/subsonicpark

www.myspace.com/elektroluxlounge

www.eluxrecords.com

DVD-Special Martial Arts / Action

Street Fighter: The Legend of Chun-Li

(universal film)

Foto: Universal

Schon im Jahre 1994 gab es

eine Realverfilmung der

populären japanischen Street

Fighter II-Videospielreihe mit

Jean-Claude Van Damme, dem

inzwischen verstorbenen Raul

Julia und Kylie Minogue. Diese

hielt sich allerdings kaum

an die Vorlage und enttäuschte

die Fans der Videospiele. Nun

bringt Universum Film die

Neuverfilmung des wohl berühmtesten

Arcade-Games am

14. August als DVD und Blu-ray in den Handel und so auf den

heimischen Bildschirm. Regisseur Andrzej Bartkowiak hat ja

schon überzeugend bewiesen, dass er solide Action-Filme abliefern

kann, obwohl mit „Romeo must Die“ (2000) sein letzter

wirklich herausragender Film schon etwas länger zurückliegt.

Mit „Street Fighter: The Legend of Chun-Li“ präsentiert er jetzt

ein actiongeladenes und effektvoll inszeniertes Martial-Arts-

Spektakel. Die gefeierte Konzertpianistin und ausgebildete

Wushu-Kämpferin Chun-Li (Kristin Kreuk, „Smallville“, „Eurotrip“)

wird von den Schatten ihrer tragischen Vergangenheit

eingeholt. Der hinterhältige Geschäftsmann Bison (Neal Mc-

Donough, „Desperate Housewives“, „The Hitcher“, „Traitor“)

entführte vor vielen Jahren ihren Vater, den sie inzwischen für

tot hielt. Nach dem harten Training durch den weisen Wushu-

Meister Gen (Robin Shou, „DOA: Dead Or Alive“) verzichtet

sie auf ihr privilegiertes Leben und will Bison in einem letzten

Kampf gegenübertreten. In den Slums von Bangkok kommt sie

ihm langsam auf die Spur und erhält Unterstützung von Detective

Maya (Moon Bloodgood, „Terminator: Die Erlösung“) und

dem Interpol-Agenten Nash (Chris Klein, „American Pie 1 +

2“, „American Dreamz“). Die fesselnde Story und die Original-

Charaktere aus dem Game versprechen nicht nur den Fans der

Spielvorlage ein rasantes und packendes Abenteuer, in dem

es am Ende zum Showdown der Gerechtigkeit kommt. Neben

dem Film gibt es 50 Minuten Bonusmaterial, darunter einen

Blick hinter die Kulissen, mehrere Featurettes und entfallene

Szenen.

www.streetfighter-film.de

www.universumfilm.medianetworx.de

Johannes Honecker

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht

cooltour

Badensche Straße 33

D-10715 Berlin

TEL (030) - 86 20 17 87

FAX (030) - 86 20 17 86

e-mail: anwalt.honecker@t-online.de

11

Rollingerstr. 2

76646 Bruchsal

www.planet-plant.de

(DHV Mitglied)


12

fun&action

Electro Gaming

Spielen Sie Schach?

Das französische Entwicklerstudio Cyanide hat das Klagegeschrei

der Blood Bowl Fans erhört und eine famose

Umsetzung des 20 Jahre alten Brettspiels versprochen. Nun erschien

für fast alle gängigen Systeme die wildeste Taktikorgie

seit Erfindung des Schweinsleders. In Blood Bowl messen sich

Sportler aus der Warhammer-Welt in der härtesten Football

Meisterschaft aller Zeiten. Und dies auch noch rundenbasiert!

Das heißt, man spielt Zug um Zug und überlässt die Wirksamkeit

seiner Entscheidungen der Augenzahl eines Würfels.

Acht verschiedene Rassen stehen dem Spieler bei der Mannschaftsauswahl

zur Verfügung: Menschen, Orks, Skaven,

Zwerge, Waldelfen, Goblins, Echsenmenschen und Chaos sind

die um den Sieg streitenden Teams der Blood Bowl League. Die

Wahl der Rassen sollte gut überlegt werden und am besten versucht

man sich an einigen unterschiedlichen Mannschaften, um

die persönlichen Favoriten zu finden. Denn jede Mannschaft hat

ihre Vor-und Nachteile und ist ihrer Besetzung entsprechend

zu handhaben. Die dicken Orks sind zum Beispiel langsame,

aber dafür extrem standfeste Brocken, die ihren Gegner wie gegen

eine Wand laufen lassen. Die Waldelfen hüpfen dagegen

sportlich-graziös durch die Lücken der Gegner und schaffen so

den einen oder anderen überraschenden Touchdown.

Am 29.08.2009 veranstaltet das Hanflabyrinth-Berlin ein

Reggae Fest unter blühenden Hanfpflanzen.

Ab 14 Uhr wird getanzt, getrunken und gefeiert, um das erfolgreiche

Projekt gebührend zu feiern und sich auf die Phase

des Erntedanks vorzubereiten. Denn nur noch zwei Monate

wird das Hanflabyrinth-Berlin allen Besuchern täglich von

10-19 Uhr seine Tore geöffnet halten, bevor am 30.10.2009 die

Hanf-Zeit in Berlin leider offiziell beendet wird.

Um am 29.08.2009 für die richtige Stimmung zu sorgen, wird

mit verschiedenen Live Acts und DJ´s das Hanflabyrinth-Berlin

im Reggae Takt zur Vibration gebracht. Kommt vorbei,

schwingt mit den sich wiegenden Hanfpflanzen und erwärmt

Euch an der Sonne Berlins ersten Hanflabyrinths.

Neben den famosen, zu bestaunenden Pflanzen, bieten sich

die Freizeitwiese mit verschiedenem Sportgerät und eine Kinderhüpfburg

zur unterhaltsamen Tagesgestaltung an.

Der Eintritt zu diesem fröhlichen Fest im Grünen ist selbstverständlich

frei, der Besuch des Labyrinths kostet fünf, ermäßigt

drei und für Familien an diesem Tag nur sechs Euro.

Jede Mannschaft ist also mit der richtigen Taktik und Geschick

zum Pokalsieg zu führen, während sich die Spieler in

der Meisterschaft stetig in ihren Werten verbessern. Ein Problem

am Fortschreiten und Hegen der eigenen Spitzenspieler

ist die brutale Tatsache, dass ein jeder - durch einen gut platzierten

Zug des Gegners oder einfach durch die Einwirkung

von Pech - sein Leben verlieren kann. Ein falscher Move, eine

unglückliche Würfelzahl, und der eben noch hochmotivierte

Starspieler stolpert über seine eigenen Beine und bricht sich

dabei das Genick. Dadurch entsteht ein Footballspiel der ganz

eigenen Art, das vor allem durch Witz und Humor auffällt. So

ist das Geschrei groß, wenn man im wohl überlegten Spielzug

durch ein Missgeschick oder das Glück des Gegners auf ganzer

Linie versagt und sich das Blatt vom Sieg zur Niederlage spontan

wendet. Während der Singleplayer-Modus des Spiels zum

Einspielen und Üben ausreicht, liegt das Hauptaugenmerk der

Blood Bowl Liga im Online-Meisterschaftsmodus, in dem ihr

euch gegen menschliche Manager des Mördersports messen

müsst. Dabei versucht ihr die höchsten Ränge des Online-Leaderboards

zu stürmen und freut euch über jeden missglückten

Spielzug der virtuellen Kontrahenten.

Tanz unter Hanfblüten

Die Veranstalter freuen sich auf zahlreiche Gäste und Besucher,

die sich in den verschlungen Wegen des Hanflabyrinthes

verirren wollen, sich an der guten Stimmung erfreuen werden

und dabei noch viel Wissenswertes über die älteste Nutzpflanze

der Welt erfahren können.

Das Hanflabyrinth-Berlin ist einfach zu erreichen über den

Bus 170, entweder von S-Bahnhof Baumschulenweg, Rathaus

Steglitz oder vom U-Bahnhof Blaschkoallee (U7).

Reggae im Hanflabyrinth Berlin

Samstag, 29.08.2009

14 - 20 Uhr

Live DJ's und Acts

(u. A.: White Shorty & Phil Harmony - Bigvibez.com - )

Eintritt zur Party frei

Hanflabyrinth Berlin Späthstr.111-120 12437 Berlin

Tel+49 30/ 2424827

Fotos: Cyanide Studios

Text: mze

Wem die Taktikgrundlagen des Blood Bowl Original Regelwerks

trotz viel Auflockerung durch die neben dem Spielfeld

stattfinden Aktionen der Cheeleader, Magier, Fans und Sanitäter

zu trocken sind, der kann sich alternativ auch an dem

weitaus hektischeren Echtzeit-Blitz-Modus versuchen, in welchem

ihr direkt ins laufende Spielgeschehen eingreift und auch

während der Meisterschaft werteverbessernde Items erwerben

könnt.

Freunden von derben Fantasy-Welten sowie allen Taktikern,

die Spaß an alternativen Sportevents haben, ist diese bunte

Footballpackung wärmstens zu empfehlen. Selten gab es ein

solch albernes und gleichzeitig ernst zu nehmendes Strategiespiel,

das sich auch noch in dermaßen ungewohnten Gefilden

anfindet. Der Spaß am Blut-

Ball-Sport steigt natürlich

umso mehr, wenn sich

Freunde zum gemeinsamen

Prügelfest um

das genietete Lederei

zusammen einfinden

und sich die

Schadenfreude

und der Ärger im

Gesicht der Gegenspielerwiderspiegeln.

Einfach nur

Grunz!

Blood Bowl (Cyanide Studios-Koch Media GmbH)

(ca.59 Euro PC/PSP/DS / XBox 360 Version 4. Quartal)

Foto: marker

Anfahrt:

Autobahnabfahrt Späthstraße

S-Bahnhof Baumschulenweg - Bus 170 Richtung Rathaus

Steglitz - Haltestelle Späthstr./Ligusterweg


#108 13

fun&action

Langsam wird die Zeit knapp. Warum? Weil es schon wieder September ist und noch immer einige Spiele seit

Oktober 2008 unausgepackt bei mir in der Küche liegen. Was eigentlich eine Schande ist, denn darunter

finden sich einige echt spannende Spiele, allen voran „Confucius“. Doch den Rundumschlag gibt es dann in

der nächsten Ausgabe. Jetzt ist erst einmal „Android“ dran, mein derzeitiges Lieblingsspiel. Dazu gesellt sich

„Heads of State“. Ein Spiel, mit dem ich nicht so grün werde, was aber daran liegt, dass mal wieder Karten die

Hauptrolle spielen.

Android...

... versetzt uns in eine zukünftige Welt. Mond und Mars sind

bewohnt, künstliche Intelligenzen, menschliche Roboter sind

keine Seltenheit sondern Normalität. Trotzdem ist es nicht

friedlicher geworden. Eher im Gegenteil. Verbrechen sind an

der Tagesordnung. Und da setzt das Spiel ein.

Drei bis fünf Detektive unterschiedlicher Couleur müssen ein

Verbrechen aufklären. Verdächtige gibt es genug, wer davon

der Täter ist, stellt sich erst am Ende des Spiels heraus. Und

zwar, indem die Spieler den Verdächtigen verdeckt „Schuldig“-

oder „Unschuldig“-Marker verpassen. Der Verdächtige,

der am Spielende die meisten „Schuldig“-Marker auf sich vereint,

ist der Verbrecher und nur der Spieler, der dessen Karte

zu Spielbeginn gezogen hat, bekommt die Punkte. Alle andern

gehen leer aus und bekommen höchstens für ihren Unschuldigen

noch ein paar Punkte. An die Marker gelangen die

Spieler, indem sie von Lokalität zu Lokalität fliegen und dort

Zeugen befragen oder sonstige Indizien untersuchen. Diese

Aufgabe ist schon schwer genug und eigentlich ein komplettes

Spiel.

Doch das ist noch lange nicht alles, was die Spieler erledigen

müssen. Nebenbei können Louis, Caprice und Co. herausfinden,

welche Konzerne hinter den Verbrechen stecken und so

ihr Punktekonto aufstocken. Auch

das würde ein eigenes Spiel ergeben.

Aber auch das genügte den

Autoren von „Android“ nicht

aus und so schleppen alle Protagonisten

noch ihre persönlichen

Probleme mit sich herum. Und

da weit und breit kein Psychiater

aufzutreiben ist, müssen sie sich

selbst helfen. Scheitern sie, hagelt

es statt Plus- Minuspunkte.

Also wer gewinnen

will, muss am

Ende des Spiels,

den Schuldigen zu

Beginn des Spiels

gezogen haben,

das persönliche

Problem erfolgreich

beenden und

möglichst noch hinter die Verschwörung gekommen sein. Allerdings

wollen das alle anderen auch und so wird mit harten

Bandagen gegeneinander angetreten. Jeder will den eigenen

Verdächtigen zum Schuldigen machen, die Verschwörung in

die eigene Richtung lenken und das persönliche Problem möglichst

unbeschadet überleben.

Bei „Android“ lernt man die Mitspieler hassen. Denn um

selbst agieren zu können, müssen früher oder später Karten

gegen die Mitspieler eingesetzt werden und die können ganz

schön weh tun. Da verliert man schon mal alle mühsam erarbeiteten

Tokens, die man zum Beispiel für einen Flug auf den

Heinlein-Mond braucht oder um sich wertvolle Marker zu besorgen,

die am Ende reichlich Siegpunkte bringen. Was auch

sehr schmerzt, sind Karten, die einem Aktionen nehmen. Denn

nicht nur die Mitspieler setzen einen unter Druck, sondern

auch die knapp bemessene Zeit. Höchstens vierzehn Mal ist

man dran, und es gibt viel zu tun. Ich erspare mir und euch an

dieser Stelle genauere Erklärungen, wie das Spiel funktioniert,

das würde aufgrund der enormen Komplexität nur verwirren.

Es enthält auf alle Fälle alles, was ein Spiel braucht. Man bewegt

sich, zieht eigene Aktionskarten und welche die nur gegen

die Mitspieler gerichtet sind. Man kauft ein, verhört, die

Aktionen sind vielfältig, so dass mal wieder gilt: Wer dran ist,

hat die Qual der Wahl. Und vor allem darf man nie vergessen,

die Gegner im Auge zu behalten und gegen sie zu spielen. Was

zwangsläufig sogar notwendig ist, denn wer nicht gegen die

anderen spielt, kann früher oder später mit seiner Spielfigur

auch nicht mehr agieren. „Android“ ist ein echt böses Spiel.

Und genau deshalb liebe ich es.

Noch gibt es das Spiel nur in Englisch, die Spielregel ist umfangreich,

dafür lässt sie keine Fragen offen. Und wer das Wagnis

eingeht, den Verbrecher zu jagen, braucht Zeit, viel Zeit.

Die ersten Partien zu fünft dauerten schon so sechs Stunden,

nach ein paar Partien reduziert sich die Spieldauer aber drei

Stunden sollte man auf alle Fälle einplanen. Vor allem, wenn

langsame Mitspieler dabei sind, die lieber dreimal überlegen,

bevor sie ihren Charakter bewegen. Aber das ist verständlich,

denn viele Aktionen haben die Spieler nicht und da will man

keine verschenken.

In diesem Sinne, macht euren Verdächtigen zum einzigen

Schuldigen, sammelt gutes Karma, um eure privaten Probleme

zu lösen und findet heraus, wer hinter der Verschwörung

steckt. Aber vor allem habt viel Spaß und zahlt es den anderen

heim, wenn sie euch mehr Steine denn je in den Weg legen.

Fazit: Superspiel.

Android

Autor: Kevin Wilson & Dan Clark

Verlag: Fantasy Flight Games

Spieler: 3–5

Alter: ab 13

Dauer: mindestens drei Stunden

Preis: ca. 30 Euro

Heads of State

Ein Spielplan, bestückt mit allen möglichen hölzernen Siegpunkten,

die im Laufe des Spiels abgeräumt werden. Und ob

man an die Punkte kommt, hängt von den gezogenen Karten

ab. Wie der Spielname schon sagt, geht es darum, die eigenen

Adeligen zu den führenden Köpfen in den deutschen Staaten,

England, Spanien oder Frankreich zu machen. Jeder Spieler erhält

Marker der sieben Adelstypen, von Baron bis König, die

im Verlauf des Spiels in den einzelnen Provinzen der Länder

platziert werden. Doch nur, wenn der Spieler auch die passenden

Attributskarten ausspielen kann. Also heißt es diese

sammeln, um die richtigen Kombinationen zu bekommen.

Und die reicht von einer Karte (für den Baron) bis zu acht Karten

(für den König). Wer dran ist, zieht bis zu drei Karten und

kann dann so viele Adelige einsetzen, wie er bezahlen kann.

Punkte bekommen diejenigen, die den ersten Adeligen in eine

Provinz setzen, die in jeder Provinz eines Landes einen Adeligen

haben und am Ende jeder der drei Runden bekommen

die beiden, die die meisten Adelspunkte in einem Land haben,

ebenfalls Siegpunkte. Eine Runde wird durch die Revolutionskarte

beendet, die sich unter den zehn letzten Karten des Attributskartenstapels

befindet.

Je nach Spieleranzahl sind spätestens in Runde drei in den

Provinzen keine Plätze mehr frei, so dass die dort Platzierten

wieder vertrieben werden müssen. Dafür gibt es einen zweiten

Kartenstapel. Wer sich für eine solche Aktion entscheidet,

zieht eine Verratskarte und nur noch eine Attributskarte. Dann

kann er einen anderen Adeligen von seinem Platz vertreiben

und insofern er die passenden Attributskarten hat, an seiner

Stelle einen eigenen hinsetzen. Sollte er mehr als einen Adeligen

vertreiben wollen, muss er bis auf einen Adeligen alle ersetzen.

Nach drei Runden endet das Spiel mit der Revolution

1789 und dann gibt es noch einmal Siegpunkte für diejenigen,

die die meisten Adeligen einer Sorte haben. Und dann steht

der Sieger fest.

Heads of State ist kein neuartiges Spiel, die Mechanismen

sind bekannt und erinnern an Rommé. Und ich kann mich für

Kartenspiele nicht begeistern, denn die Abhängigkeit ist einfach

zu groß. Die Einflussmöglichkeiten sind einfach zu gering.

Und das ist bei einer Spiellänge von einer guten Stunde

manchmal einfach zu frustrierend oder mir schlichtweg zu

langweilig. Warten auf die richtige Karte, um ins Spielgeschehen

eingreifen zu können, ist für echte Strategen eher quälend

als spaßbringend. Aber für alle, die auf solche Spiele stehen,

ist „Heads of State“ nicht das

Schlechteste seiner Art.

Heads of State

Autor: Peter Hawes

Verlag: eggertspiele

Spieler: 2–5

Alter: ab 12

Dauer: mindestens 90 Minuten

Preis: ca. 30 Euro

Kerstin Koch


#108 15

fun&action

Die Hanfberatung im HanfJournal

Erste Hilfe für Kiffer

kascha@hanfjournal.de

Markus (ohne Alter und Wohnort) fragt:

"Guten Tag,

ich habe mal eine Frage zum Anbauen. Ich habe mir aus

meinem Amsterdam-Urlaub 10 Samen der Sorte "Early Shrunk"

mitgebracht. Ich wollte eigentlich Outdoor anbauen, da dies

einfacher ist. Nun wurde mir aber gesagt, dass bis Oktober zu

wenig Sonne ist und dass ich dann nur Mini-Pflanzen bekomme.

Soll ich jetzt trotzdem die Triebe raus setzen oder bis zur

Ernte im Wintergarten lassen?

Vielen Dank im Voraus."

Kascha antwortet:

"Hallo Markus,

an dieser Stelle möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass

der Anbau von THC-haltigem Cannabis in Deutschland illegal

ist, schon mit dem Besitz der Samen zu Anbauzwecken machst

du dich strafbar. Zehn Samen können ohne weiteres 3-4 weibliche

Pflanzen mit einer Gesamternte von mehreren hundert

Gramm produzieren, auch wenn dies alles zu deinem Eigenbedarf

ist, kann man in diesem Bereich nicht mehr mit einer

Einstellung des Strafverfahrens rechnen. Du solltest also genau

abwägen, ob du dich diesem Risiko aussetzen möchtest, und

wir können, wie du sicher verstehst, keine Tipps zum Begehen

von Straftaten geben.

Hanfpflanzen sind einjährig und die Aussaatzeit ist je nach

Temperatur zwischen März und Mai. Bei mehr als 12 Stunden

Licht pro Tag wachsen die Pflanzen, werden es dann im Herbst

weniger Stunden Licht, beginnen sie zu blühen. Sehr spät ausgepflanzte

Pflanzen bringen es also in der Regel nur zu sehr

geringem Höhenwuchs und entsprechend auch nur sehr wenig

Blüten. Da dies lichtabhängig ist, macht es dabei keinen Unterschied,

ob die Pflanzen draußen oder in einem Wintergarten

stehen, es sei denn, dieser hat entsprechende Beleuchtung. Die

Samen, die du hast (ich nehme an, du meinst Early Skunk?),

sind allerdings Outdoorsamen, die sich also eigentlich nicht

besonders für den Indooranbau mit Lampen eignen."

Mikel (ohne Alter und Wohnort) möchte wissen:

"Hi Leute,

ich hab mal eine Frage: Was ist am besten, um sich einen Joint

zu drehen ... Drehtabak oder Tabak aus einer Zigarette?"

Kascha ist ab sofort per e-Mail über kascha@hanfjournal.de zu erreichen. Also ran an

die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht, nur blöde Antworten.

Kascha erklärt:

"Hallo Mikel,

ehrlich gesagt gibt es da kein "besser" oder "schlechter".

Die Entscheidung, Dreh- oder Zigarettentabak zu verwenden,

hängt von den Umständen, den verwendeten Papers

und Beimischungen, persönlichen Vorlieben und mehr ab.

Ich kann dir aber die verschiedenen Eigenschaften erklären,

die Konsumenten jeweils zur Verwendung des einen oder

anderen bewegen.

Drehtabak brennt in der Regel etwas langsamer und wird

daher von vielen Haschischkonsumenten bevorzugt. Dafür

ist er lang und faserig und lässt sich schlecht mit Gras

mischen: Manche schneiden ihn daher klein oder benutzen

die Krümel vom Grund des Tabakbeutels. Dann ist er im

Grunde von seinen Eigenschaften wie Zigarettentabak, nur

dass er meist feuchter ist und dadurch langsamer abbrennt.

Dies kann man allerdings durch das Verwenden eines dickeren

Papers wieder beschleunigen. Zigarettentabak ist,

besonders wenn die Zigarettenpackung schon eine Weile

offen ist, eher trocken und krümelig. Daher bevorzugen ihn

Konsumenten, die in der Handfläche oder einem Flyer mischen,

anstatt den Tabak auf das Paper zu legen und die Beimischungen

drauf zu krümeln. Dafür brennen Tabakjoints

wesentlich schneller ab, was sich besonders in Runden, in

denen ein Joint herum geht, als nachteilig erweisen kann,

von manchen aber auch als Vorteil empfunden wird.

Die Dreheigenschaften selbst sind natürlich auch entscheidend.

Während einige Konsumenten aus der Erfahrung mit

selbstgedrehten Zigaretten heraus es auch leichter finden,

ihre Joints mit Drehtabak zu drehen, finden andere den

faserigen Drehtabak zu unflexibel, um einen gleichmäßig

gefüllten Joint zu fabrizieren. Ist die Zigarette zu faserig,

kann man sie auch über der Feuerzeugflamme ,,toasten",

um den Tabak etwas trockener und krümeliger zu machen

- das geht bei Drehtabak nicht so ohne weiteres."

Felix (19, aus Aachen) möchte wissen:

"Hi Kascha,

ich habe mal eine Frage zu Filtertipps. Ich benutze immer

alles Mögliche, auch Flyer. Ein Freund meinte letztens, ich

soll aber nur die hellen nehmen, weil in den dunklen giftige

Farbstoffe seien, die dann beim Rauchen verbrennen. Stimmt

das?"

Kascha antwortet:

"Hallo Felix,

teilweise hat dein Freund recht. Der Rauch kann, wenn er

durch das Mundstück gezogen wird, recht heiß sein (das hast

du ja sicher schon mal an den Lippen bemerkt) und vor allem

in Hochglanzflyern auch ungesunde Stoffe aus dem Papier

lösen. Optimalerweise benutzt du ungefärbtes Papier, zum

Beispiel Filtertips aus dem Handel oder zum Beispiel so Antwortpostkarten

aus Zeitschrifen o.ä., wenn diese nicht farbig

bedruckt sind. Welche Farbe der Lack hat, spielt, denke ich, nur

eine untergeordnete Rolle, prinzipiell sollte man versuchen so

etwas zu vermeiden. Ebenfalls ungeeignet sind eigentlich die

meisten Deckel von Paper-Verpackungen. Eine Grauzone sind

die Filtertips, die du aus Zigarettenschachteln rupfen kannst

(aus dem Deckel oder vorne). Dort kann man den lackierten

Teil ablösen. Viele Konsumenten brennen dann auch noch die

losen Fasern an den Reißkanten, oder wenn man die lackierte

Papierschicht abgetrennt hat, an der Oberseite ab, damit auch

diese nicht inhaliert werden. Wenn gar kein Papier zur Hand

ist, drehen einige Kiffer auch mit einem Tabakfilter: Ein kleines

bisschen Drehtabak oder ein abgerissenes Stück Zigarette anstelle

des Filters erfüllen eine ähnliche Funktion wie ein Papierfilter,

der Rauch ist dabei aber sanfter, was solche Filter für

vor allem sehr starke Joints zur guten Alternative macht.

Wir wissen‘s einfach besser...

www.hanfjournal.de

Illu: lukas


16

gsss

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Ein bisschen Sinn muss sein

grossstadtsurvivor

retten den Sport

So viele Sportarten machen keinen Sinn! Der Gewichtheber legt seine

Gewichte genau an derselben Stelle ab, an der er sie hochgehoben

hat! Der 400-Meterläufer kommt genau an derselben Stelle an, von der

er losgelaufen ist und der Hammerwerfer wirft gar keinen Hammer!

Aber das ist noch lange nicht alles. Viele Sportarten haben gute Ansätze,

verfehlen aber leider einen wirklichen Sinn – eure Retter und

grossstadtsurvivor kämpfen dagegen an und präsentieren hier die

besten Verbesserungsmaßnahmen für sinnlosen Sport:

Tontaubenschießen

Innenstädte werden von Taubenkot verpestet, alte Gebäude müssen vor der Zerstörungswut

gemeiner Tauben geschützt werden und in manchen Regionen sollen Tauben schon die Macht

übernommen haben! Und was machen Tontaubenschießer? Sie schießen auf Tontauben! Auf

TON – so etwas bescheuertes! Viel besser wäre es Taubenschießer in Städten auszusetzen und

derjenige, der nach 5 Stunden mit den meisten toten Tauben wiederkommt, hat gewonnen.

Poker

Die Welt ist arm – und ganz besonders eure grossstadtsurvivor haben kein Geld. Jammernd

sitzen sie in ihren Schlössern und müssen in letzter Zeit sogar schon bei Quelle einkaufen!

Dass dieser Zustand so nicht weiter gehen darf, muss jedem klar sein, daher sollten in Zukunft

alle Einsätze beim Poker gleich bleiben, die Gewinne doch fair geteilt werden. Die eine

Hälfte aller weltweiten Pokergewinne geht an die grossstadtsurvivor, die andere auch.

Rhythmische Sportgymnastik

Wir wollen hier gar nicht thematisieren, welche Männer sich diesen Sport gerne länger ansehen,

aber es sind schon auffällig kleine, junge Mädchen, die sich in sehr aufreizenden Bewegungen

und engen Kleidern bei dieser „Sportart“ zu Schau stellen. Das finden wir nicht tolerierbar.

Statt mit diesen komischen

Schnüren könnten diese Kinder

doch auch mit großen Palmwedeln

an heißen Tagen schwitzenden

Menschen frische Luft zufächern

und an kalten würden sich ihre

kleinen Fingerchen gut eignen,

schöne Pur-Joints zu drehen – von

uns aus dürften sie dabei auch einen

Flick-Flack schlagen, so lange

sie nichts verschütten!

Schachboxen

Ja, diesen Sport gibt es wirklich,

nein wir haben uns den nicht ausgedacht,

sonst würde er ja auch

im Dixidusch stattfinden. Eine

sinnvolle Verwendung dieser bescheuerten

Erfindung fällt nicht

mal uns ein, wir wollten das nur

mal klarstellen.

Marathonläufer

Die Geschichte der Marathonläufer

hat so gut begonnen – der

Übermittler der Nachricht lief so

lange, bis er tot umfiel. Das hat

doch Potenzial! Aber was machten

DIE daraus? DIE nehmen einfach

die Distanz und lassen alle Leute

so lange laufen, wie der es damals

wohl grad so schaffte und stoppen

die Zeit! Wäre es nicht besser gewesen,

diese freiwilligen Langläufer

einfach für die Post einzusetzen

oder vor Rikschas zu spannen

und zum Beispiel uns immer dort

hin zu laufen, wo wir gerade hin

wollen? Wir versprechen auch, die

Peitsche nur zu nutzen, wenn sie

unter 25 km/h laufen.

Schon kleine Veränderungen

können aus einer sinnlosen Sportart

eine für die Welt nützliche

Bereicherung machen. An dieser

Stelle sprechen wir uns auch

klar für Doping aus. Erstens eröffnet

das einen großen Sponsorenmarkt,

zweitens entwickelt

die Pharmaindustrie dann sicher

noch schneller neue Drogen und

drittens müssen die kleinen rhythmischen

Pur-Joint-Dreherinnen ja

irgendwie hinterherkommen.

Eure

grossstadtsurvivor

#108

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