Horizon - Nissan Ariya (Deutsch)

NissanEurope

NISSAN ARIYA

DAS DESIGN EINER IKONE


4

EDITORIAL

Matthew Weaver, Vice President bei Nissan Design

Europe, stellt den Ariya vor – ein neues Kapitel für

Nissan und die Vision einer elektrifizierten Zukunft

8

DIE ENTSTEHUNG

Wie definiert man eine Vision für die Zukunft der

Mobilität?

18

ZEITLOSER JAPANISCHER FUTURISMUS

Vier Dimensionen des Designs

24

IM GESPRÄCH

Was bestimmt die Arbeit von Designern?

30

DIE DESIGN-TAGEBÜCHER

Lernen Sie die Menschen von Nissan Design Europe

kennen

INHALT

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STILLE HELDEN

Tonmodellbauer, digitale Modellierer und VR-Experten.

Einigen dieser Experten haben wir ein paar schnelle

Fragen zu ihrer Rolle gestellt

40

DIE INNERE LINIE

Wie die nahtlose Verbindung von Technologie und

Design im Interieur des Ariya ein lounge-artiges

Erlebnis schafft

46

DAS GESTALTEN ELEKTRISCHER MOBILITÄT

Matthew Weaver erforscht, wie Elektroautos die

Zukunft des Automobildesigns beeinflussen werden

54

ABSCHLIEßENDE GEDANKEN

Eine einheitliche Vision und ein neues Kapitel für

Nissan


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EDITORIAL

| EINE NEUE ÄRA ZEICHNET

SICH AM HORIZONT AB: MAT-

THEW WEAVER, VIZEPRÄSIDENT

VON NISSAN DESIGN EUROPE,

STELLT ARIYA VOR - EIN NEUES

KAPITEL FÜR NISSAN UND

SEINE VISION EINER ELEKTRI-

FIZIERTEN ZUKUNFT.|

Ich freue mich, dass Sie mich dabei begleiten,

dem Geheimnis von Innovation auf die Spur

zu kommen.

Innovatoren sind für mich Menschen, die über

den Horizont hinausblicken. Sie erkennen die

Grenzen dessen, was wir wissen, und haben

den Drang, diese Grenzen zu überwinden:

um mehr zu entdecken, um Neues zu finden

und zu erschaffen. Es ist eine Reise ins

Unbekannte: Je weiter sie reisen, desto mehr

helfen sie uns zu entdecken. Für die Erfinder

und Designer, die unsere Welt erbauen und


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„Für die Erfinder und Designer,

die unsere Welt erbauen und

neu formen, ist es die Reise, die

die Inspiration liefert“

H O R I Z O N


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„Ohne eine Umgebung, die diese Art

von Denken unterstützt und ermutigt,

ist echte Innovation nicht möglich“


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neu formen, ist es die Reise, die die Inspiration

liefert.

Darum haben wir dieses Magazin „Horizon

genannt. Es zeichnet die Entdeckungsreise nach,

die von einer unglaublich talentierten Gruppe

In diesem Magazin möchte ich die Leidenschaft,

die Detailliebe und die Kreativität einfangen, die in

diesem alles verändernden Fahrzeug steckt: die

bewältigten Herausforderungen, die ergriffenen

Chancen.

von Ingenieuren und Designern unternommen

wurde. Ihre Aufgabe lautete: Macht keine kleinen

Schritte, bleibt nicht innerhalb der gewohnten

und bequemen Grenzen. Macht stattdessen eine

Reise, die euch jenseits des Horizonts führt, ins

Unbekannte – um ein Auto zu entwerfen und

zu bauen, das Nissan auf seinem Weg in eine

elektrische und autonome Zukunft voranbringt.

Ein Auto, das die Erwartungen unserer Kunden

komplett übertrifft.

Treten Sie also ein in Nissan Design Europe im

Herzen Londons und treffen Sie einige Mitglieder

aus dem diversen, multikulturellen Team von

Designern, Ingenieuren und Handwerkern, die beim

Planen dieser Reise eine führende Rolle gespielt

haben. Sie haben eng mit vielen ihrer innovativen

Nissan Kollegen in Japan zusammengearbeitet,

darunter Senior Vice President of Global Design,

Alfonso Albaisa, und Senior Design Director

Giovanny Arroba. Sie alle einte die Vision, über

Wir sind auch dabei, unser Unternehmen zu

transformieren. Ohne eine Umgebung, die diese

den Horizont hinauszublicken, um den Ariya zum

Leben zu erwecken.

Art von Denken unterstützt und ermutigt, ist

echte Innovation nicht möglich. Das Ergebnis

dieser Entdeckungsreise ist der Ariya, das erste

Genießen Sie die Reise!

Matthew

vollelektrische Coupé-Crossover von Nissan.

H O R I Z O N


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DIE ENTSTEHUNG

| WIE DEFINIERT MAN EINE VISION FÜR DIE ZUKUNFT DER

MOBILITÄT? WIE IST ES, AUF DER BASIS VON NUR WENIGEN

TECHNISCHEN PARAMETERN DAS AUTO ALS LIFESTYLE-RAUM

NEU ZU ERFINDEN? DREI DER PIONIERE, DIE DAS IKONISCHE

DESIGN DES ARIYA ENTWICKELT HABEN, BESCHREIBEN DEN

KREATIVEN PROZESS, DER DAS NEUE ELEKTRISCHE COUPÉ-

CROSSOVER VON NISSAN WIRKLICHKEIT WERDEN LIESS. |

H O R I Z O N


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Lesley Busby, Colour Manager

Nissan Design Europe

„Wir denken immer drei bis vier Jahre voraus“, sagt Lesley Busby, Colour Manager

bei Nissan Design Europe. „Wir schauen uns neue Technologien an, Start-ups,

neue Geschäftsmodelle – bis wir verstehen, wie Kunden in der Zukunft ihre

Kaufentscheidung treffen.“ Beim Ariya war die Herausforderung allerdings größer

als sonst – bot aber auch beispiellose Möglichkeiten. Denn diesmal diente die neue

elektrische Fahrzeugplattform von Nissan als Ausgangspunkt. Für Design Manager

Chetan Chohan war das ein „kompletter Game Changer“, der es dem Team erlaubte,

bekannte Grenzen zu überwinden. Während in einem Auto mit Verbrennungsmotor

der Antriebsstrang wie eine dicke Wirbelsäule durch die Fahrzeugmitte läuft, konnte

das Team hier das gesamte Interieur neu konzipieren und als Wohnraum neu

erfinden. Es komme auf den ersten Eindruck an, sagt Busby: „Was soll der Kunde

fühlen, wenn er zum ersten Mal die Tür dieses neuen Premium-Elektroautos öffnet?“

Wie es bei globalen Designprojekten üblich ist, musste sich das Londoner Team


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„Wenn Automobildesigner und -ingenieure

beginnen, ein neues Auto zu entwickeln,

dann müssen sie tatsächlich hinter den

Horizont blicken”

H O R I Z O N


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Chetan Chohan, Design Manager,

Nissan Design Europe


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mit seinem Styling-Vorschlag für den Ariya mit den Nissan

Studios in aller Welt messen. „Wir hatten alle unsere eigene

Interpretation des Auftrags, aber Nissan Design Europe hat

sich mit den jeweils zwei Generationen Qashqai und Juke

längst als herausragendes Crossover-Zentrum etabliert. Daher

konnten wir viele Einsichten und Erfahrungen in dieses Projekt

einbringen“, erinnert sich Chohan. „Weil das Team von Nissan

Design Europe so unglaublich vielfältig ist, konnten wir viele

tolle Vorschläge entwickeln, die einen großen Einfluss auf das

ursprüngliche Design des Ariya hatten.“

Nachdem das „Go“ erteilt war, begann das Londoner Team,

eng mit den japanischen Ingenieuren zusammenzuarbeiten,

die die neue Elektroplattform von Nissan entwickelt hatten.

Sie wollten herausfinden, wie sich ihre Designideen innerhalb

der Parameter der Plattform umsetzen ließen. Ein paar

Monate waren wir in den Entwicklungsprozess involviert, der

sehr technologiebestimmt war; wir beschäftigten uns mit der

Zukunft von Elektroautos“, sagt Busby. Das Team stellte sich

die Frage, wie Fahrer und Passagiere mit Zukunftstechnologien

umgehen. „Es war sehr spannend, mit etwas zu tun zu haben,

das so sauber und pur ist und bei dem neue Technologien und

Materialien zum Einsatz kommen.“

Natürlich musste das Londoner Team nicht bei null anfangen.

„Unsere beiden größten Antriebskräfte waren die Technologie

und die japanische DNA von Nissan“, erinnert sich Busby. Es

H O R I Z O N


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war dieses Erbe, das schließlich die Optik des Ariya

prägen sollte. Japanische Kunsthandwerker sind

bekannt für ihre Detailliebe, ihr meisterliches Gefühl

für Feinheiten und ihr geduldiges Streben nach

Perfektion – Eigenschaften, die das Designteam

von Nissan Europe sowohl würdigen als auch

nachahmen wollte.

Zusammen mit Alfonso Albaisa, Senior Vice

President of Global Design, und Giovanny Arroba,

Senior Design Director, arbeiteten das Nissan Design

Europe Team und das Nissan Global Design Centre

harmonisch und kreativ zusammen, um dem Ariya

eine eigenständige Mischung aus japanischer

Philosophie und elegantem, modernem Handwerk

zu verleihen – ein Designprinzip, das Nissan zeitlosen

japanischen Futurismus nennt.

Das Team tauchte dazu tief in die japanische Kultur

ein, erzählt Alessandro Messale, einer der Designer

bei Nissan Design Europe. „Wir reisten nach Japan

und lernten dort das Land, die Kultur und die

Architektur kennen. Das hat uns dazu inspiriert, eine

neue Lebenserfahrung für Autofahrer zu entwerfen

und etwas zu kreieren, das es noch nicht gab. Es geht

nicht nur um das Styling des Autos; es geht darum,

den Moment des Einstiegs in das Fahrzeug für Fahrer

und Passagiere zu einem Erlebnis zu machen.“

Für Chohan, der selbst früher in Japan lebte,

kombiniert das Auto erfolgreich „europäische und

asiatische Perspektiven“.

Nach dem kulturellen Eintauchen war es Zeit

zum Brainstormen. „Alle Designer arbeiten mit

visuellen Hilfsmitteln oder Schlüsselwörtern, die


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Alessandro Messale, Designer,

Nissan Design Europe

H O R I Z O N


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„Jedes einzelne Detail wurde sorgfältig

ausgewählt, verfeinert und damit zum Leben

erweckt”

als Ausgangspunkt für erste Skizzen dienen“,

sagt Chohan. „Danach grenzen wir sie ein

und beginnen damit, Bilder am Computer zu

entwerfen.“

Wiederholung: Immer mehr Daten,

Informationen und Funktionen strömten in das

Fahrzeug, während die Designer gleichzeitig

versuchten, die Sichtbarkeit dieser Komplexität

auf ein reines und einfaches Design zu

„Dieser Designprozess von der Idee über die

Skizzen bis zum finalen Modell dauert ungefähr

drei bis vier Monate“, sagt Messale, für den der

Ariya das erste Projekt bei Nissan war. Nach

den ersten digitalen Versionen fertigte das

reduzieren. Es war eine gemeinsame Leistung

von Nissan Design Europe und dem Nissan

Global Design Centre, mit dem Ziel, ein Auto

zu entwickeln, das charakteristisch ist für das

nächste Kapitel in der Geschichte von Nissan.

Team mit einer hochmodernen fünfachsigen

Fräsmaschine das erste physische Tonmodell

an. An dieser Stelle ist „die Zusammenarbeit mit

den Ingenieuren und deren Feedback enorm

wichtig, denn beim Design dreht sich letztlich

alles um Ergonomie“, sagt Messale. Die Kunden

müssen instinktiv fühlen, dass alles um sie

herum gebaut wurde. „Das funktioniert, weil alle

Abteilungen eng zusammenarbeiten und dabei

eine gemeinsame Vision teilen – nicht zuletzt

die zahllosen Handwerker, die aus der Idee eine

Messale ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden:

„Das Serienmodell kommt dem sehr nahe, was

wir entworfen haben. Es ist fantastisch, die

Technologien zu sehen, die wir vorgeschlagen

haben.“ Nehmen Sie hinter dem Lenkrad Platz

und schauen Sie sich um: Jedes einzelne

Detail wurde sorgfältig ausgewählt, verfeinert

und damit zum Leben erweckt. „Für mich“,

sagt Busby, „ist der Nissan Ariya die Vision der

Zukunft.“

physische Realität machen“, ergänzt Busby.

Danach folgte ein Prozess der konstanten


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H O R I Z O N


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タイムレス ジャパ ニーズ フューチャリズム

ZEITLOSER

JAPANISCHER

FUTURISMUS

Vier Dimensionen des Designs

| DESIGN IST EINE KUNSTFORM. BEIM ARIYA IST SIE TIEF

IN DER JAPANISCHEN KULTUR DER KUNSTFERTIGKEIT UND

DES HANDWERKS VERWURZELT. |

H O R I Z O N


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MA

Beherrschung des leeren Raums unter Beachtung

seiner Konstruktion

Im Interieur des Ariya dreht sich alles um Raum – und um das

Potenzial von Leere. Die Gestaltung basiert auf dem Konzept „Ma“, das

ein lounge-artiges Erlebnis erzeugt. Dazu tragen etwa der dank der

neuen EV-Plattform flache Boden, die hochwertigen Bedienflächen

und die eleganten Linien der Instrumententafel bei. Den Effekt der

Geräumigkeit verstärken die schmalen, von der Schwerelosigkeit

inspirierten Sitze. „Ma“ ruft ein Gefühl von Faszination, Freiheit und

Performance hervor.


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IKI

Hochmodern, prägnant, neu

Die von der Iki Philosophie beeinflusste Form des

Ariya besitzt eine Eleganz und Frische, die auf

den ersten Blick erkennbar ist. Dieses Auto bringt

seine hochmoderne Ästhetik unmissverständlich

zum Ausdruck. Die glatte Oberfläche des

intelligenten Frontschilds schützt die Sensoren

des Fahrerassistenzsystems ProPILOT. Auch

im Innenraum ist diese Designphilosophie

erkennbar: Zwei gewölbte 12,3-Zoll-Displays sind

in die Armaturentafel integriert und elegant

in die sauberen Linien des Interieur-Designs

eingebettet.

H O R I Z O N


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行 燈

ANDON

Die Kunst japanischer Papierlaternen, die ein

weiches Licht erzeugen

Der Ariya mag von futuristischer Technologie geprägt

sein, aber er ist um die Bedürfnisse der Menschen herum

gebaut. Deshalb ist die Beleuchtung im Innenraum vom

warmen und entspannenden Lichtschein traditioneller

Andon-Papierlaternen inspiriert. Ruhe, Komfort und

weiche Akzente erzeugen ein Ambiente, das eher zu

einem Wohnraum passt als zu einem Auto.


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組 子

KUMIKO

Die Kunst, komplexe Muster aus Holz anzufertigen

Japanische Kunsthandwerker sind für die Eleganz und

die Handwerkskunst ihrer Designs bekannt, wie sie

im Kumiko Muster zum Ausdruck kommen, das beim

Ariya sowohl außen als auch innen zu finden ist. Das

Ergebnis ist traditionelle japanische Kunstfertigkeit,

gleichzeitig zusammen mit dem neuen beleuchteten

V-Motiv für eine frische Optik. Innen umhüllt das

Kumiko Muster den Schein der andon-Beleuchtung

und verstärkt damit auf sanfte Weise das Gefühl von

Wärme.

angereichert durch moderne Design-Elemente. Die

Verzierungen am Frontschild beispielsweise verweisen

auf die japanische Herkunft von Nissan und sorgen

H O R I Z O N


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IM

GESPRÄCH

| WAS BESTIMMT DIE ARBEIT VON DESIGNERN? DARÜBER HABEN WIR MIT MATTHEW

WEAVER UND CHETAN CHOHAN GESPROCHEN, ZWEI SCHLÜSSELFIGUREN IM

DESIGNPROZESS DES ARIYA. |


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WATCH ZUM THE FILM FILM

H O R I Z O N


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“Wir haben eine Vision, wie Autos angetrieben und

gefahren werden und wie sie in die Gesellschaft integriert

werden, und von all unseren Fahrzeugen verkörpert der

Ariya diese Vision in der reinsten Form. ”


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Jetzt wo es der Ariya von der Skizze

zum Serienmodell geschafft hat –

was geht Ihnen durch den Kopf?

Matthew Weaver (MW): Es ist einfach toll

mitzuerleben, wie ein Auto wie der Ariya

entsteht. Er ist unser fortschrittlichstes

Fahrzeug und vereint zwei Dinge, die

wir richtig gut können: Elektroautos

und Crossover. Für mich ist der Ariya

nicht nur unser Flaggschiff, er ist das

Beste, was es aktuell gibt: diese beiden

Elemente in einem überzeugenden und

spannenden Paket vereint. Wir haben

eine Vision, wie Autos angetrieben und

gefahren werden und wie sie in die

Gesellschaft integriert werden, und von

all unseren Fahrzeugen verkörpert der

Ariya diese Vision in der reinsten Form.

Chetan Chotan (CC): Die neue Plattform

des Ariya hat die Architektur des

Innenraums, und was wir damit

machen können, komplett verändert.

Wenn man im Fahrzeug sitzt, merkt

man sofort, dass dieses Auto anders ist

als alle anderen

.

Woher kommt der Name ‚Ariya‘?

MW: Das ist ein sehr altes Wort, das

beispielsweise in historischen Texten

in vielen verschiedenen Sprachen

wie Sanskrit und Pali auftaucht. Es

bedeutet edel, verlässlich und etwas,

was respektiert wird. Wir haben

versucht, einen Namen zu finden,

der den Charakter des Fahrzeugs

widerspiegelt, und der Name Ariya

passt wie angegossen. Ich finde, dass

der Name luftig und leicht klingt – wie

das Gefühl, mit dem Ariya zu fahren.

H O R I Z O N


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Wie hat die Elektrifizierung Ihren

Ansatz beim Design beeinflusst?

MW: Mir war von Anfang an klar, dass

wir einen anderen Ansatz als üblich

benötigten, denn wir haben es hier

mit einem rein elektrisch betriebenen

Fahrzeug zu tun. Wir brauchten also

zum Beispiel eine extrem effiziente

Aerodynamik. Und wir hatten einen

flachen Boden und überall glatte

Flächen, das heißt wir konnten etwas

entwerfen, das sich wirklich nahtlos

anfühlt. Wir wollten unbedingt einen

harmonischen Look erreichen – so als

ob das Auto einfach durch die Luft

schneidet.

CC: Innen dreht sich alles um Raum. Es

fühlt sich alles viel leichter an, denn wir

hatten einen Raum zur Verfügung, der

nicht um Technologie herum gebaut

wurde. Wir konnten zum Beispiel die

Klimaanlage dorthin verlagern, wo

sich normalerweise der Motorraum

befindet. Daraus ergab sich eine Weite,

mit der wir spielen konnten und aus der

wir etwas kreiert haben, was mehr ein

Wohnraum ist. Beschränkungen, die mit

traditionellen Fahrzeugstrukturen und

-architekturen verbunden sind, galten

diesmal nicht. Stattdessen konnten

wir uns auf das Design konzentrieren

und erforschen, wie sich dieses neue,

dynamische Gefühl, ein Elektroauto

zu fahren, ausdrücken lässt. Dies von

Grund auf neu zu entwerfen, ohne viele

Beispiele – das war eine der größten

Herausforderungen, aber auch einer

der Aspekte, die am meisten Spaß

gemacht haben.


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DIE DESIGN-

TAGEBÜCHER

| EIN TAG IM LEBEN VON |


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H O H R O I Z R O I NZ O N


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WATCH ZUM THE FILM FILM


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CHETAN CHOHAN

DESIGN MANAGER, NISSAN DESIGN EUROPE

Der leitende Designer Chetan Chohan erzählt, wie die Liebe zu

Autos zu einer lebenslangen Leidenschaft wurde.

Der Hintergrund

Autos haben mich schon als Kind fasziniert.

Niemand war überrascht, als ich später

Transportdesign studierte. Die Leidenschaft für

Automobildesign begleitet mich mein ganzes

Leben lang.

Mein Alltag

Ich bin der Design Manager für Innenräume bei

Nissan Design Europe. Ich leite ein kleines, aber

sehr leidenschaftliches Team. Wir arbeiten vom

ersten Konzept bis zum Serienfahrzeug an der

Gestaltung des Interieurs. Beim Autodesign

muss man immer vier, fünf Jahre vorausdenken,

innovativ sein und Grenzen überwinden. Das

haben wir beim Ariya getan.

Meine Inspiration

Wir versuchen natürlich stets, etwas Neues zu

kreieren und alternative Ideen zu entwickeln. Wir

werden dazu ermutigt, unserer Vorstellungskraft

zu folgen und neue Trends und andere Dynamiken

zu erforschen. Das ist es, was mich begeistert.

Es fängt immer mit einem Funken an, und der

kann von überall her kommen … Ausstellungen,

Workshops, Bars, Clubs, wirklich von überall her.

Der stolzeste Moment meiner Laufbahn

In Sachen Design sind wir immer an vorderster

Front der Entwicklung, deshalb ist es jetzt

natürlich der Ariya, auf den ich stolz bin – vor

allem, weil wir im Innenraum diesmal wirklich bei

null anfangen und eine neue Designsprache für

Nissan entwickeln konnten.

Meine Rolle im Ariya-Designprozess

Meine Aufgabe ist es, das Team

zusammenzuhalten, Ideen zu bündeln, Menschen

zu inspirieren – von der ersten Ideenfindung über

die ersten Skizzen bis zu den ersten Modellen. Alle

waren sehr aufgeregt, denn wir haben hier einer

neuen Generation der Elektrifizierung eine Form

gegeben. Und mir gefällt die Dynamik in meinem

Team. Unser neuer Designer Alessandro kam

direkt von der Universität zu uns, extrem motiviert.

Und die Synergien zwischen dem bestehenden

Team und ihm waren wirklich spannend und

faszinierend.

H O R I Z O N


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LESLEY BUSBY

COLOUR MANAGER, NISSAN DESIGN EUROPE

Farben sind wichtig, sagt Lesley Busby. Hier erzählt sie, was sie

bei der Arbeit an Autos wie dem Ariya inspiriert.

Der Hintergrund

Schon als Kind habe ich mich für Kunst interessiert.

Aber ich hätte nie gedacht, dass ich einmal davon

leben könnte. Und jetzt bin ich hier und genieße es

wirklich sehr!

Mein typischer Tag

Alles in einem Auto besitzt eine Farbe – jede

Oberfläche, ob innen oder außen. Meine Aufgabe

ist es vorzuschlagen, welche Farben und

Farbkombinationen am besten funktionieren:

Spiegeln sie den Charakter des Fahrzeugs

wider? Und weil die Wahl der Farben überall

wichtig ist, arbeite ich mit allen Teams bei Nissan

Design Europe und in Japan zusammen – ob

Produktplanung oder Marketing. Jeder Tag bringt

eine neue Herausforderung und das macht

einfach Spaß.

Meine Inspiration

Wir sitzen in London, das ist schon Inspiration an

sich. Ich bin von so vielen Dingen umgeben, die

sich jeden Tag ändern. Das motiviert mich und

gibt mir immer wieder eine neue Perspektive.

Allein schon auf dem Weg zur Arbeit habe ich

so viele verschiedene und vielfältige Ideen, die

kommen fast schon unbewusst. Dieser Reichtum

an Erlebnissen ist unbezahlbar.

Meine Rolle bei der Gestaltung von Ariya

Um Qualität zu vermitteln, muss man auf Farben

und Materialien achten. Für die Ariya haben wir

zwei neue Farben entwickelt: Kupfer, unsere

Schlüsselfarbe, und ein neues Aurora-Grün mit

einem speziellen Pigment, das zwischen Grün und

Violett hin- und herspringt. Wir schauen immer

darauf, was die neueste Technologie bei den

Karosserie-Farben leisten kann, und sowohl das

Kupfer als auch das Grün geben dem Auto ein fast

elektrisches Gefühl, sie treiben die Form auf die

Spitze . Das Kupfer ist übrigens auch im Inneren

des Ariya zu finden, eine schöne, horizontale

Linie, die dem Innenraum ein Gefühl von Weite

und Wärme verleiht und auch mit dem Äußeren

harmoniert.

Der stolzeste Moment meiner Laufbahn

Es gibt immer einen Unterschied zwischen dem

ursprünglichen Design und dem fertigen Produkt.

Aber es freut mich, dass viele unserer Ideen nun

mit dem Ariya auf die Straße kommen.

Der Wert der Farben

Für mich kommen Farben an erster Stelle, noch

vor Konturen und Formen. Farben können Dinge

zum Leben erwecken und Gefühle zum Ausdruck

bringen. Ich könnte nicht in einer Welt aus Schwarz

und Weiß leben, das wäre ein sehr trauriger Ort

H O R I Z O N


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WATCH ZUM THE FILM FILM


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ALESSANDRO MESSALE

DESIGNER, NISSAN DESIGN EUROPE

Der Haupt-Designer Alessandro Messale berichtet, wie er seine Liebe zur Kunst,

zum Zeichnen und zur Technologie aus Italien mit nach London gebracht hat.

Mein Hintergrund

Ich habe in Italien Design studiert und bin vor

fünf Jahren zu Nissan Design Europe in London

gekommen, kurz bevor die Arbeit am Ariya

losging. Was für ein Zeitpunkt, um eine Laufbahn

im Automobildesign zu starten!

Meine Arbeit

Meine Aufgabe ist es, Ideen zu entwickeln und

zu zeichnen. Dann arbeite ich mit dem digitalen

oder dem Modell-Team zusammen, um aus

den zweidimensionalen Skizzen ein 3D-Modell

zu machen: ein echtes physisches Modell, das

man anfassen kann. Es fasziniert mich jedes Mal

aufs Neue, wenn eine Idee, die ich auf meinem

Computerbildschirm skizziert habe, reale Formen

annimmt. Und es macht einfach Spaß, mit all den

Teams zusammenzuarbeiten – den Designern, die

am Exterieur- und Interieur-Design arbeiten, den

Kollegen, die für die Farben zuständig sind, und all

unseren Kollegen in Japan.

Meine Inspiration

Oh, das ist schwierig. Kann ich einfach sagen: „alles,

überall“? Ich liebe Kunst, ich liebe es zu zeichnen,

aber ich begeistere mich auch für Technologie.

Beim Ariya hat es mich fasziniert, japanische

Philosophie und Handwerkskunst mit modernster

Technologie zu kombinieren und dabei etwas

Reines und Pures zu kreieren.

Der stolzeste Moment meiner Laufbahn

Der Ariya war mein erstes Projekt bei Nissan

Design Europe. Dass ich zu so einem frühen

Zeitpunkt meiner Laufbahn daran mitarbeiten

konnte, macht mich stolz – nicht zuletzt weil der

Ariya die Zukunft von Nissan prägen wird.

Meine Rolle im Ariya-Designprozess

Ich habe als Haupt-Designer die Erstellung der

Skizzen von der digitalen bis zur physischen

Phase beaufsichtigt und gemeinsam mit dem

japanischen Team an der Frage gearbeitet, ob ein

Designentwurf für Entwicklung und Produktion

geeignet ist.

Ich war zum ersten Mal in den Designprozess

eines Automobils involviert und davon

überwältigt, mit welcher Detailgenauigkeit hier

gearbeitet wird. Mein Lieblingsteil des Interieurs

sind die Oberflächen, die einerseits so viel

Wärme ausstrahlen und gleichzeitig topaktuelle

Technologien bieten. Ich denke, das Geheimnis

ist die Einfachheit und Nahtlosigkeit des Designs,

wie die Oberflächen das gesamte Interieur

umspannen und eine faszinierende Atmosphäre

erzeugen.

Den Ariya zum ersten Mal auf der Straße zu

sehen …

Das wird sicher sehr emotional. Ich kann es

nicht genau erklären, aber es wird großartig

und sehr spannend, mit meinen Freunden und

meiner Familie zu teilen, dass ich an diesem Auto

mitgearbeitet habe.

H O R I Z O N


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STILLE

HELDEN

| TONMODELLBAUER, DIGITALE

MODELLIERER UND VR-EXPERTEN: AM

DESIGNPROZESS EINES AUTOS SIND

VIELE MENSCHEN BETEILIGT. EINIGEN

DIESER EXPERTEN HABEN WIR EIN

PAAR SCHNELLE FRAGEN ZU IHRER

ROLLE BEIM ARIYA GESTELLT.|

Dein Name

Michael Ledger

Deine Aufgabe

Tonmodellbauer

Den Ariya formen

Ich habe den Designern nicht nur geholfen, ihrer

Vision eine physische Form zu verleihen, sondern

dabei auch innerhalb der Grenzen des aus

Ingenieurssicht Machbaren zu bleiben.

Auf den Punkt

Ich erstelle Modelle aus Ton und helfe damit den

Designern, Modelle künftiger Konzeptfahrzeuge

anzufertigen – sowohl in Originalgröße als auch

in kleinerem Maßstab. Im Grunde geht es darum,

2D-Skizzen und -Darstellungen zu interpretieren

und in eine physische Form zu übertragen, die in der

realen Welt und in Echtzeit bewertet werden kann.

Ariya und du

Ein Modell ist nur ein Modell. Es ist ein Konzept.

Beim Ariya sind wir sehr nah am Original-Design

geblieben, und wenn ich das Auto zum ersten Mal

auf der Straße sehe, werde ich mich daran erinnern,

wie ich die ersten Modelle in Originalgröße erstellt

habe.


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Dein Name

Steve Ransom

Deine Aufgabe

Digitaler Modellierer

Auf den Punkt

Ich mache aus den Skizzen der

Designer digitale 3D-Modelle – ich

gebe ihren Visionen eine digitale

Form.

Den Ariya formen

Das Schöne an der Arbeit für

Nissan Design Europe ist, dass

die Aufgaben bei allen möglichen

interessanten Projekten ineinander

übergehen. Der Ariya gehörte auf

jeden Fall dazu. Ich habe eng mit

den Designern, dem Farbenteam

und den Tonmodellbauern

zusammengearbeitet. Später habe

ich innerhalb des Ariya Projekts

eine neue Funktion übernommen.

Für die VR-Präsentation, mit der wir

das Ariya Concept zum ersten Mal

rund 100 Nissan Kollegen vorgestellt

haben, habe ich die VR-Inhalte und

das Storyboard kreiert.

Ariya und du

Der Ariya zeigt eine ganz neue Art,

ein Auto zu betrachten. Mit seiner

neuen Elektroplattform verspricht er

ein spannendes und begeisterndes

Fahrerlebnis – gerade als Technik-

Fan kann ich es kaum erwarten, dass

es losgeht.

Dein Name

David Mason

Deine Aufgabe

Wahrnehmbare Qualität

Auf den Punkt

Oh, ich werde häufig gefragt, was

das Team „Wahrnehmbare Qualität“

macht. Wir arbeiten gemeinsam mit

allen kreativen Teams an Konzepten,

Technologien und Erlebnissen,

die erst in sechs bis zehn Jahren

bei unseren Kunden ankommen

werden. Unsere Aufgabe ist es, die

Designqualität von Fahrzeugen

über den Entwicklungsprozess

zu verbessern: Wenn das Auto

schließlich auf den Markt kommt, soll

es sich gut und zeitgemäß anfühlen.

Das betrifft Materialien, Konstruktion,

Bedienqualität – im Grunde alles, was

die Sinne anspricht.

Den Ariya formen

Was die Kunden als Qualität

wahrnehmen, ändert sich beständig.

Beim Ariya wussten wir, dass es auf

Aspekte wie Bedienfreundlichkeit,

Effizienz und Nachhaltigkeit

ankommt. Ganz am Anfang des

Entwicklungsprozesses habe ich

beispielsweise eine Designstudie

zur Verbindung von Aerodynamik,

Ästhetik und nahtloser Konstruktion

geleitet. Wir haben rund 30 Entwürfe

entwickelt und getestet. Bei allen

ging es darum, den Eindruck eines

schlanken und fortschrittlichen

Außendesigns zu verstärken.

Ariya und du

Während der Entwicklung wurde

mir bewusst, dass dieses Fahrzeug

etwas Besonderes werden würde.

Es gibt aus meiner Sicht aktuell

kein Wettbewerbsprodukt, das das

Potenzial von EVs so ausschöpft

wie der Ariya. Dieses Auto wird

die Zukunft der Mobilität genauso

prägen wie der Nissan Qashqai 2006

das Crossover-Segment geprägt

hat.

H O R I Z O N


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DIE

INNERE

LINIE

| WIE DIE NAHTLOSE VERBINDUNG VON TECHNOLOGIE

UND DESIGN IM INTERIEUR DES ARIYA EIN LOUNGE-

ARTIGES ERLEBNIS SCHAFFT |

Es sind die Bildschirme, die einem womöglich als erstes

ins Auge fallen, sobald man sich in einen Ariya setzt.

Ganz gleich ob als Fahrer oder Passagier, man merkt

sofort, dass dieses Auto anders ist. Die Gestaltung ist

weniger stark an vorherige Fahrzeuge angelehnt.

Die Design-Inspiration kommt – vielleicht etwas

unerwartet – von etwas anderem. „Die Menschen wollen

heute der Einfachheit halber alles an einem Ort haben“,

erläutert Marco Fioravanti, Vice President, Product

Planning bei Nissan Europe. „Das perfekte Beispiel dafür

ist das Smartphone. Es soll mit den täglich genutzten

Features intuitiv zu bedienen sein, dabei aber auch

schlank aussehen. Es ist also in jeder Hinsicht ein

praktisches Design-Statement.“

Und so wie sich das Smartphone nahtlos in Arbeits- und


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H O R I Z O N


-42-

Privatleben einbinden lässt, so muss auch der

Innenraum eines modernen Autos die gleiche

einfache Bedienung bieten und vergleichbare

Funktionalitäten zusammenbringen – weit

über die reine Fahrzeugsteuerung hinaus.

Das Team musste die hohen Erwartungen der

Technik-affinen Autofahrer von heute erfüllen.

„Der Ariya schlägt ein neues Kapitel für

Nissan auf“, sagt Fioravanti. „Er wird von einer

fortschrittlichen Elektromobilitätsplattform

angetrieben, daher wollten wir ein Fahrzeug

entwickeln, das den Menschen im immer

geschäftigeren und vernetzteren Alltag als

Partner dient. Ob Fahrer oder Passagieren: Allen

soll der Ariya im Innenraum ein wunderschön

gestaltetes und vernetztes Erlebnis bieten.“

Angesichts eines weißen Blattes für

die Gestaltung der Mensch-Maschine-

Schnittstelle (HMI) nahmen die Technologieund

Designteams auf der ganzen Welt die

Herausforderung an. “Ich erinnere mich

deutlich an die Räume in Japan und Nissan

„Um den Innenraum neu zu erfinden, mussten wir über

traditionelles Automobildesign hinausblicken und uns fragen,

was genau die Menschen im Inneren des Autos brauchen“

Design Europe”, sagt Fioravanti. “Sie waren

buchstäblich eine Welten voneinander

entfernt, aber beide strotzten gleichermaßen

vor Ideen. Ich erinnere mich, wie Zeichnungen

der ersten Geistesblitze die Wände bedeckten.

Aufregenden Ideen von allen kamen einfach

immer wieder dabei heraus”.

Diese kreativen Ideen einzugrenzen, war die

nächste Herausforderung. Doch auch diesmal

hatten beide Teams den gleichen Gedanken:

„Um den Innenraum neu zu erfinden, mussten

wir über traditionelles Automobildesign

hinausblicken und uns fragen, was genau die

Menschen im Inneren des Autos brauchen.“

Wie Menschen mit dem Auto interagieren,

musste aus Sicht der Nissan Technik-Experten

also komplett neu überdacht werden – nur

so lässt sich auch das volle Potenzial aus der

Bordtechnik ausschöpfen und das Auto als

Drehscheibe des täglichen Lebens nutzen.

Das Infotainment-System NissanConnect von

Ariya wurde so konzipiert, dass es sich in das

Leben eines Menschen einfügt; es ist genauso

komfortabel und vertraut wie Ihr Zuhause. Die


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„Das Design ist einfach, leicht

zu bedienen und gleichzeitig

wunderschön – genauso wie der

ganze lounge-artige Innenraum“

Fahrgäste können Musik streamen, mit Wi-Fi im

Auto im Internet surfen, die Wetterdaten und

die Ladezeiten für das Auto abrufen und ihr

Smartphone integrieren.

In enger Zusammenarbeit der Nissan Design

Teams aus Europa und Japan entstanden zwei

12,3-Zoll-Bildschirme. Sie sind so positioniert,

dass alle sie sehen können – aufgeteilt zwischen

Fahrer und Beifahrer. Dieses Auto wird nicht

über Tablets bedient.

Die Bedienung der Screens ist so einfach.

Der Beifahrer kann beispielsweise die

Navigationsansicht auf den Bildschirm

des Fahrers ziehen und selbst nach einem

passenden Restaurant oder Music suchen.

Das Erlebnis ist in jeder Hinsicht integriert.

Jedes Feature von NissanConnect, jedes

Detail der Bildschirmform und -größe hat

einen bestimmten Zweck. Das Design ist

einfach, leicht zu bedienen und gleichzeitig

wunderschön – genauso wie der ganze loungeartige

Innenraum.“ All diese fortschrittliche

Technologie musste jedoch auf die menschliche

Note zugeschnitten werden. “Wenn man in

einem Auto sitzt, will man sich nicht durch

Untermenüs arbeiten, um grundlegende

Bedienelemente wie die Klimaanlage zu finden,

deshalb wurden haptische Tasten verwendet,

um ein klares und einfaches Design zu erhalten”,

erklärt Fioravanti.

Die Regler sind als eine Art Erweiterung in

das digitalen Displays integriert. Wenn das

Auto ausgeschaltet ist, sind diese unsichtbar

und leuchten auf, sobald man den Startknopf

drückt. Und genau hier beginnt die Schönheit

von schlichtem Design und schlichter Technik.

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DAS GESTALTEN

ELEKTRISCHER

MOBILITÄT

| MATTHEW WEAVER ERFORSCHT, WIE ELEKTROAUTOS DIE

ZUKUNFT DES AUTOMOBILDESIGNS BEEINFLUSSEN WERDEN |


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Wenn man die Menschen vor über einem Jahrhundert gefragt

hätte, welche Art von Fahrzeug sie sich wünschen, dann hätten

sie wohl nach schnelleren Pferden und besseren Fahrwerken für

ihre Kutschen verlangt. Kein Wunder also, dass die ersten Autos

eher nach Pferdekutschen und Droschken aussahen – nur eben

ohne Pferde. Ziemlich schnell aber erkannten die Ingenieure und

Designer, die die ersten Generationen von Autos bauten, dass sie

die Mobilität neu erfinden mussten.

Dass uns ein nicht minder dramatischer Wandel bevorsteht, wurde

mir sofort klar, als wir mit der Arbeit am Ariya begannen. Der Ariya ist

mehr als ein neudefiniertes Crossover-Konzept. Wir mussten einen

völlig neuen Ansatz für eine im Grunde 100 Jahre alte Lösung finden.

Viele Grundlagen der Automobilität mussten wir neu erfinden oder

zumindest neu denken.

Im Rückblick auf den Entwicklungsprozess sind hier meine fünf

Erkenntnisse zu der Frage, wie Elektroautos die Zukunft der

Mobilität prägen werden.

1.Aerodynamik: Eine zentrale Aufgabe für die Designer war es, für

eine herausragende Aerodynamik des Fahrzeugs zu sorgen – trotz

der ganzen neuen Technologie, die darin steckt. Aerodynamik ist ein

bisschen wie schwarze Magie: Man ändert etwas an einer Stelle des

Fahrzeugs, und dann ändern sich plötzlich die aerodynamischen

Eigenschaften an einer ganz anderen Stelle. Alle wurden ständig

von unserem Aerodynamik-Team dazu aufgefordert, darauf zu

achten, dass die neuen Designs keinen Luftwiderstand erzeugen

.

2. Die Wiederentdeckung des Interieurs: Innen ist der Ariya so

geräumig wie ein großes Auto – trotz weiterhin kompakter und

handlicher Außenabmessungen. Das ist dem flachen Boden über

der Batterie sowie der Tatsache zu verdanken, dass wir das Auto

nicht um den Antriebsstrang eines Verbrennungsmotors herum


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bauen mussten. Wir konnten das Interieur

auf etwas aufbauen, das wir scherzhaft den

„fliegenden Teppich“ der EV-Plattform genannt

haben. Die große Klimaanlageneinheit haben

wir dorthin verlagert, wo sich normalerweise

der Verbrennungsmotor befindet, und dadurch

viel Platz für die Passagiere gewonnen. Bei der

Gestaltung von Innenräumen für Elektroautos

geht es also nicht mehr darum, Raum für fünf

oder mehr Insassen zu schaffen, sondern

Räume zu entwerfen, die sich eher wie eine

Lounge statt wie eine Fahrgastzelle anfühlen.

3. Intuitive Bedienung: Elektroautos und

demnächst auch autonome Fahrzeuge

werden letztlich von Daten angetrieben. Die

meisten Menschen wissen gar nicht, wie viel

hochmoderne Technologie in einem Auto

wie dem Ariya steckt, und so sollte es auch

bleiben. Eine zentrale Aufgabe für die Designer

von Elektroautos wird es sein, für eine absolut

intuitive Bedienung zu sorgen, mit möglichst

wenigen Steuerungselementen. Vor 100

Jahren musste man als Autofahrer meist auch

Automechaniker sein. Das wird sich nicht mehr

wiederholen. Man muss kein Programmierer

sein, um die Leistung, den Fahrspaß und den

Komfort eines Elektroautos vollauf genießen

zu können. Die Designer haben einen klaren

Auftrag: Ein Elektroauto muss sich einfacher

bedienen lassen als jede Smartphone-App. Und

beim Ariya haben wir es geschafft, dass dieses

Erlebnis mit einer gewissen Wärme verbunden

ist. Das Auto wirkt wie ein intelligentes Wesen,

das Gastfreundschaft und Fürsorge ausstrahlt.

4. Ruhe: Beim Design geht es um weit mehr

als um die Optik. Es geht um das gesamte

Fahrerlebnis – und das Gefühl von Ruhe, das

damit verbunden ist. Die technischen Lösungen

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von Nissan Intelligent Mobility – die gesamten Systeme zur

Fahrerunterstützung – müssen so gestaltet werden, dass sie

zur entspannenden Atmosphäre im Innenraum beitragen. Um

es ganz offen zu sagen: Der Fahrer sollte nicht ausrasten. Es ist

eine Kunst, dieses Zusammenspiel zwischen Menschen und ihren

Fahrzeugen zu gestalten. Zugleicht liefert die Ruhe des Reisens

in einem Elektroauto auch Inspirationen: für die Gestaltung

sauberer und frischer Oberflächen und eines echten High-Tech-

Interieurs.

5. Das Verschmelzen mit dem digitalen Leben: Designer

nennen ihre Arbeit gerne „am Menschen orientiert“. Das ist auf

jeden Fall der richtige Ansatz, aber die Elektroautos bieten uns

die Chance, die Bedeutung dieses Konzepts zu überdenken. In

einem Elektroauto wird die Idee einer nahtlosen Konnektivität

und Kommunikation sehr real. Fahrer und Passagiere können

das Auto tatsächlich in die Umwelt integrieren und mit ihrem

eigenen digitalen Leben verschmelzen. Wenn wir also ein

Elektroauto entwerfen, müssen wir den Kunden und seinen

Alltag berücksichtigen und dann überlegen, wie das Auto hier

unterstützen kann. Beim Ariya können Sie beispielsweise das

Auto schon von Zuhause aus einstellen – die Routenführung, die

Musik, wo Sie aufladen wollen und so weiter – und wenn Sie nach

Hause kommen, können Sie noch vom Auto aus die Heizung

im Haus einschalten, die Klimaanlage oder auch das Licht. Die

Fahrzeugtüren werden automatisch entriegelt, wenn Sie sich

nähern, die Sicherheitssysteme sind Ihr Wächter – all das kann

der Ariya schon jetzt, also stellen Sie sich einmal vor, was morgen

möglich sein wird!

Ich denke, wir stehen kurz vor dem größten Wandel der persönlichen

Mobilität. Dank des exponentiellen Technikfortschritts können

wir den Rahmen dessen, was ein Auto kann, immer weiter

verschieben. Wenn Sie Automobildesigner sind, können Sie also

sicher sein: Die spannendsten Jahre kommen erst noch.


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ABSCHLIEßENDE

GEDANKEN

| EINE EINHEITLICHE VISION UND EIN NEUES KAPITEL FÜR

NISSAN-

SENIOR VICE PRESIDENT FOR GLOBAL DESIGN,

ALFONSO ALBAISA |

Ariya war ein Herzensprojekt, und ich habe in den letzten Jahren sehr gerne

daran gearbeitet. Zu sehen, wie all die neuen Technologien in einem Fahrzeug

umgesetzt werden, ist etwas ganz Besonderes. Ariya verkörpert die nächste

Stufe der Elektrifizierung, Konnektivität und Philosophie für Nissan.

Die Aufgabe war schwierig, doch es gelang uns, den wahren Geist dessen

widerzuspiegeln, was wir als zeitlosen japanischen Futurismus bezeichnen.

Mit Skizzen, digitalen Zeichnungen, Tonmodellen und VR-Darstellungen waren

die weltweiten Nissan Design-Studios einschließlich Nissan Design Europe an

den ersten Entwürfen für das Design des Ariya beteiligt. Die erstaunlichen

Geschichten der beteiligten Teammitglieder können Sie auf den Seiten von

Horizon nachlesen. Unser globales Team in Japan verfeinerte sie weiter zu

diesem fantastischen Serienfahrzeug.

Die nahtlose und schlanke Gestalt des Ariya hat mit all dem, was wir uns bis

dato vorgestellt haben, nichts zu tun. Sie hat das Fahrzeugdesign auf den

Kopf gestellt. Die meisten anderen Autos haben die Architektur beibehalten,

aber wir haben nun die Art und Weise, wie wir mit und in einem Auto leben,

grundlegend verändert. Hier finden Stil und Technologie in perfekter Harmonie

zueinander. Was Sie heute sehen, haben wir der Hingabe und Leidenschaft

unserer Teams aus allen Teilen der Welt zu verdanken. Im Design des Ariya

treffen die unterschiedlichsten Ideen und Vorstellungen eines multikulturellen

Teams von Designern, Ingenieuren und Handwerkern aus der ganzen Welt

zusammen, vereint wurden diese dann in Japan. Angetrieben hat die Teams

die eine Vision - dass Ariya der Beginn eines neuen Kapitels für Nissan ist. Ich

kann es kaum erwarten, die Reaktion der Menschen zu sehen, wenn er auf

die Straße kommt.


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AKTUELLE INFORMATIONEN FINDEN SIE AUF

WWW.NISSAN.DE

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